The Red Bulletin September 2019 (AT)

online.magazines

ÖSTERREICH

SEPTEMBER 2019, € 3,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

RM 18A041541 K

JETZT ABONNIEREN!

ÖSTERREICHISCHE POST AG

GETREDBULLETIN.COM

1140 WIEN

NUR WER

EINE MASKE

TRÄGT, ZEIGT

SEIN WAHRES

GESICHT.

RAP-SUPERSTAR

CRO ÜBER

AUTHENTIZITÄT

ALS ERFOLGSFAKTOR

Heraustrennen.

Aufsetzen.

Ehrlich sein.


E D I T O R I A L

WILLKOMMEN

FACE

TO FACE

NORMAN KONRAD (COVER), GETTY IMAGES, ISTOCK, KONSTANTIN REYER

BITTE

LÄCHELN!

Profi-Fotoshooting

mit einer Pandamaske.

Nicht im

Bild: Besitzer Cro.

Porträt: Seite 40

60

Jahre hat es im

Gewicht heben

gedauert, bis ein

Mann 180 Kilo gestemmt

hat. Bei

Frauen nur halb so

lange. Die Story dahinter:

Seite 48

Ein Star definiert sich im Prinzip dadurch,

dass sein Gesicht auf der Straße

von möglichst vielen Menschen erkannt

wird. Was aber, wenn

man genau das eigentlich

nicht möchte? Dann hilft –

wie bei Rapper Cro – eine

Maske. Die ermöglicht aber

nicht nur anonyme Stadtspaziergänge,

sondern auch

schonungslose Ehrlichkeit,

wie du in unserer Cover story

ab Seite 40 lesen kannst.

Dass Brad Pitt und

Leonardo DiCaprio auf der Straße unerkannt

bleiben, bezweifeln wir. Umso

mehr freut uns, dass sich die zwei Hollywood-Größen

in Cannes für ein Interview

mit uns Zeit genommen haben und uns

auf Seite 56 unter anderem erzählen,

wie man sich an der Spitze behauptet.

An die Spitze wollte auch unser Autor

beim Selbstversuch als Rennfahrer. Wie

es ihm im 300 PS starken KTM X-Bow

ergangen ist, liest du ab Seite 66.

Viel Spaß mit der

neuen Ausgabe von

The Red Bulletin!

Die Redaktion

MEHR GLANZ GEHT KAUM

Nein, wir meinen nicht die Schuhe,

sondern ihre Träger: Brad Pitt und

Leonardo DiCaprio, die wir zum

Exklusiv-Interview trafen. Ab Seite 56.

BLEIFUSS

Das Wochenende bei der

KTM X-Bow Battle forderte

von unserem Autor Tribut.

Und defekte Rennschuhe

waren da sein geringstes

Problem. Ab Seite 66

THE RED BULLETIN 3


INHALT

The Red Bulletin

September 2019

COVERSTORY

40 DAS POP-PHANTOM

Eine Pandamaske als Vehikel für

Authentizität in der Instagram-

Ära: Rapper Cro zeigt, wie’s geht.

MOPED-AUSFAHRT

20 DAS 30-KM/H-ABENTEUER

Beim Red Bull Alpenbrevet

knattern 1600 Mofa-Fahrer wild

kostümiert durch die Alpen.

BREAKDANCE

32 DER AUS DER

REIHE TANZT

Wie sich B-Boy Lil Zoo seinen

Weg aus einem Problemviertel

an die Weltspitze bahnte.

FILM

36 SIE ZEIGT CHARAKTER

Jessica Chastain bewahrt im

harten Filmgeschäft Haltung.

Auch dank ihrer Wanderstiefel.

MUSIK

38 MEISTER-MIXERIN

DJ Peggy Gou verrät, wieso

Loslassen gut ist. Und nicht

gleich Aufgeben bedeutet.

6 GALLERY

12 ZAHLEN, BITTE!

14 KOLUMNE

16 FUNDSTÜCK

18 LIFE HACKS

62 INNOVATOR

5-MINUTEN-COACH

46 IMMER MIT DER RUHE

Jet-Pilot Stefan Doblhammer

weiß, wie du die Nerven behältst

– auch wenn deine Welt

gerade kopfsteht.

GEWICHTHEBEN

48 KLEINE FRAU,

GEWALTIGE LEISTUNG

Morghan King misst 1,53 Meter

und ist dabei, die Grenzen ihres

Sports zu verschieben.

HOLLYWOOD

56 GÖTTER IM FILM-OLYMP

Leonardo DiCaprio und Brad

Pitt im Doppel-Interview:

So überlebst du an der Spitze.

SELBSTTEST

66 RENNFAHRER FÜR

EIN WOCHENENDE

Wir lassen unseren Autor bei

der KTM X-Bow Battle in Spielberg

an den Start – und an seine

Limits – gehen.

94 READ BULL

96 IMPRESSUM

98 LIFESTYLE, EXTRAORDINÄR

66

FLOTT Crashkurs

für Rennfahrer: unser

Autor am Start der

KTM X-Bow Battle

20

EXZENTRISCH Red Bull Alpenbrevet – oder:

1600 Moped-Helden auf großer Fahrt

KONSTANTIN REYER, ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL,

DAVID ROEMER/MADAME FIGARO/LAIF, CARLOS BLANCHARD

4 THE RED BULLETIN


„Bedeutung

liegt nicht

im Resultat.

Du findest

sie im Tun.“

BRAD PITT

Wie der Superstar und sein

Kollege Leonardo DiCaprio

mit Erfolg und Miss erfolg

umgehen. Seite 56

36

PRINZIPIENTREU Filmstar Jessica Chastain

kämpft für Gleichberechtigung in Hollywood.

32

BIEGSAM Bitte lächeln! Der Erfolgsweg von

Breakdancer Lil Zoo – plus: seine besten Moves

guide

DEIN PROGRAMM

80 REISEN

Unterwegs in Uganda,

auf dem genialsten

Festival, von dem du

noch nie gehört hast

84 UHREN

3,9 Millimeter dünn

oder 13 Tonnen schwer:

das Phänomen Swatch

in Zahlen

91 ENTERTAINMENT

So schön kann dreckig

sein: Red Bull TV-Highlights,

live & on demand

92 EVENTS

Zwischen Metallica und

Dolomitenmann: die

wichtigsten Termine

der nächsten Wochen

THE RED BULLETIN 5


G A L L E R Y

Rajasthan, Indien

SCHLÄGERSTAR

Nach einer Rauferei vor einem Nachtclub galt

Ben Stokes, 28, als gefallener Engel, heute

schwebt der englische Nationalspieler im

Cricket-Himmel. Der Freispruch hat „Stokesy“

geläutert und ihn wieder dorthin gebracht,

wo er hingehört: aufs Spielfeld, wo der beste

Spieler seiner Generation bei den Rajasthan

Royals für Furore sorgt. Instagram: @stokesy

GREG COLEMAN

6 THE RED BULLETIN


THE RED BULLETIN 7


G A L L E R Y

Dalby, Australien

BLAU MACHEN

Pilot Jamie Whincup, 36, lässt die Welt um

sich in blauem Rauch aufgehen. Möglich

machen das spezielle Reifen. Signalisiert

wird damit: Wir haben einen neuen Look!

Und den präsentierte das Red Bull Holden

Racing Team zum Start der Supercars

Championship im Aerodrome von Dalby.

redbullholdenracing.com

ANDY GREEN/RED BULL CONTENT POOL

8 THE RED BULLETIN


THE RED BULLETIN 9


G A L L E R Y

MYKYTA ZAVILINSKYI/RED BULL CONTENT POOL

10 THE RED BULLETIN


Kiew, Ukraine

DRIBBEL-PACK

Der Ball ist im Tor, gejubelt wird wie gewohnt,

der Rest ist Fußball neu: Mini-Tor

(1,5 × 0,8 m, kein Goalie), Mini-Feld (max.

25 × 31 m), Mini-Teams (5 Spieler[innen]),

die bei jedem Gegentor ein Teammitglied

verlieren – das ist Red Bull Neymar Jr’s

Five. Das Bild stammt aus Kiew, gespielt

wird weltweit: in mehr als 30.000 Teams.

redbullneymarjrsfive.com

THE RED BULLETIN 11


Z A H L E N , B I T T E !

Stephen King

DER KÖNIG DER

SCHLAFRÄUBER

350 Millionen verkaufte Bücher, ein Thema: Horror. Stephen King bereitet seinen Lesern

seit 45 Jahren schlaflose Nächte. Nun im Kino: Teil 2 der Neuverfilmung seines Schockers „Es“.

60

Romane schrieb King seit 1974. Fünf

davon hatte er gleichzeitig in der Top-10­

Bestsellerliste der „New York Times“.

Das gelang keinem anderen Schriftsteller.

1

Filmadaption seiner Romane

hasst King: „The Shining“

von Stanley Kubrick. Er hält

Jack Nicholsons Schauspielerei

für miserabel.

1999

wurde King von einem Auto

angefahren und schwer

verletzt. Den Krankenschwestern

wurden an seinen

Klassiker „Misery“ angelehnte

Scherze verboten.

13

ist die Zahl, vor der selbst

Stephen King sich fürchtet.

Auf Seite 13 mit dem Lesen

oder Schreiben aufzuhören

ist ein absolutes Tabu für ihn.

39:41

Minuten lang ist das Video zum

Michael-Jackson-Song „Ghosts“.

King schrieb das Drehbuch für das

längste Musikvideo, das es je gab.

30

Jahre lang arbeitete King an seinem

achtbändigen Zyklus „Der Dunkle Turm“.

Er selbst bezeichnet die Story rund um

Revolvermann Roland als seinen „Jupiter“.

700.381.748

Dollar spielte „Es“ 2017 ein und gilt als erfolgreichster

Horrorfilm aller Zeiten.

2000

Wörter (ca. vier A4-Seiten) setzt sich

King als tägliches Arbeitsminimum.

12.177

ist laut Schätzungen von

ausgewiesenen „Es“-Nerds die

Minimal anzahl der Toten, die

auf das imaginäre Konto von

Horror-Clown Pennywise gehen.

14

Mal taucht Stephen King

in Cameo-Rollen in

Verfilmungen seiner

Bücher auf.

275

Kinotickets kaufte King für die

Vorstellung des Horrorfilms

„28 Days Later“ – um den

Kinosaal für sich allein zu haben.

4

High-School-Shooter haben

kurz vor ihrer Tat Kings Schulmassaker-Roman

„Rage“

(dt. „Amok“) gelesen. Seitdem

versucht er, ihn aus dem

Buchhandel zu verbannen.

GETTY IMAGES (3), PICTUREDESK.COM CLAUDIA MEITERT

12 THE RED BULLETIN


JETZT NEU BEI

www.kleiderbauer.at


K O L U M N E

Thilo Mischke

BEGEGNUNGEN

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

Er ist 200 Tage im Jahr unterwegs,

Jetlag ist bei Korrespondent und Reisereporter

Thilo Mischke (TV-Dokureihe

„Uncovered“) ein Dauerzustand. Auf

seinen Expedi tionen trifft der 38-jährige

Berliner immer wieder Menschen, die

ihn faszi nieren. Dieses Mal: Whang-od,

eine hundertjährige Tattoo-Stecherin

im Urwald der Philippinen.

Nun bin ich dort, im Hochland der Philippinen,

und vergehe vor Schmerz. Die Nachmittagssonne

scheint durch den Urwald, ich liege auf

dem Lehmboden einer wackeligen Hütte und lasse mich

tätowieren. Ein schmaler Strich, gestochen mit einem

Dorn des Grapefruitbaumes. Einem Dorn, der erst in ein

Näpfchen, gefüllt mit Ruß und Wasser als Tintenersatz,

getunkt wird. Tinte, die unter meine

Haut gestochen werden soll. So tief,

so fest, dass es blutet.

Der dünne, faltige Arm einer Frau

klemmt meine Hand wie in einem

Schraubstock fest. Ich kann mich

nicht bewegen und stelle vor Schmerz

das Atmen ein. Die Lippen zusammengepresst.

Bis die Welt hinter meinen

Augen kitzelt und ich langsam in Ohnmacht

falle. Weil ich es nicht aushalte.

Als ich wieder aufwache, sehe ich

in Whang-ods lachendes Gesicht,

zahnlos. Sie zeigt mit dem Finger auf

mich. „Das passiert öfter“, sagt sie.

Whang-od ist einhundert Jahre alt,

gilt als die älteste Tätowiererin der

Welt. Bevor sie mich in die Ohnmacht

gestochen hat, habe ich eine Woche

mit ihr verbracht. Sie wollte erst wissen,

ob ich eines Tattoos würdig bin.

Sie hat mich gelehrt, was es heißt,

ein schwieriges Leben zu leben, sie

hat mir gezeigt, dass der Glaube an

eine Sache sich auszahlt, man muss nur ausdauernd

und zäh sein. Sie war ausdauernd und zäh und wollte

nun von mir wissen, wie zäh ich sein kann. Ich musste

ihr ein Schwein kaufen (nicht anstrengend), im Reisfeld

arbeiten (sehr anstrengend), mit ihr auf einem Dorffest

(auf dem das Schwein verspeist wurde) tanzen. In

dieser einen Woche, in der ich all die Frondienste für

sie, für das Tattoo, erledigen musste, erzählte sie mir

irgendwann auch von ihrem Leben. Einem Leben mit

sehr wenig Besitz und Komfort, aber dafür einem Gefühl

von großer Erfüllung.

„Ich sollte keine Mambabatok

werden – aber ich wollte

diese Tattoos auf meiner

Haut spüren.“

Whang-od, heute 100 Jahre alt, lernte als

15-jähriges Mädchen zu tätowieren

Sie ist die Letzte der Mambabatok, der traditionellen

Tattookünstler der Kalinga, eines Stamms im Norden

der Phi lippinen. „Ich sollte das nicht werden, ich sollte

keine Mambabatok werden“, erzählt sie mir. Sie sollte

ein normales Leben führen, eines als Frau und Mutter,

zu Hause. Aber sie wollte das nicht, sie wollte die Körper

fremder Männer verschönern. Mit stilisierten Tausendfüßlern,

mit Karos und Strichen, kleinen Punkten. „Und

vor allem: Ich wollte diese Tattoos auf meiner Haut haben.“

Sie öffnet sich mir erst, als wir zusammen tanzen. Ein

Tanz, den ich völlig ernst meinte, ich habe die Schritte

dieses traditionellen Tanzes einstudiert und vor dem

gesamten Dorf diese kleine, dünne Frau umtanzt.

Ich war verlegen, sie ebenso. Es spielte keine Rolle,

dass uns gut 60 Lebensjahre trennen, ganze Welten zwischen

uns liegen. Ich wollte diesen Tanz, weil ich zeigen

wollte, was ich bereit war zu tun für ein Tattoo. Von ihr.

„Die Männer haben irgendwann nur

noch nach Tattoos von mir gefragt“,

erzählt sie. Geübt habe sie erst an

Orangen, dann an ihren Händen. Sie

war die erste Mambabatok. Mit 15

begann sie zu tätowieren, eine Zeit,

in der noch Kopfgeldjäger durch die

Urwälder der Philippinen streiften.

„Ich bin die Letzte“, sagt sie, „die

diese Kunst noch macht.“ Hunderte

Touristen klettern den Weg in das

Bergdorf hinauf. Whang-od ist ein

Wirtschaftsfaktor der Re gion geworden.

Ob es ihr gefällt, ist nicht sicher.

Jedes Tattoo, das sie sticht, bringt

Geld in die Gemeinschaftskasse. Aber

Whang-od hat keine Kraft mehr. Sie

will es nicht zugeben, aber man spürt

es. Zumindest wenn man mit ihr

spricht. Man spürt es nicht, wenn sie

tätowiert. „Wollen wir noch mal?“,

fragt sie mich, als ich wieder zu Kräften

gekommen bin. Und ich schüttle

den Kopf. „Es ist zu schmerzhaft“,

sage ich. Und sie nickt mir anerkennend zu. Ich dachte,

sie würde mich weiter verspotten. „Dann kann ich heute

früher ins Bett“, sagt sie mir. Streicht mit ihren zarten

Fingern über den blutigen Strich auf meinem Arm. „Es

ist ein ungewöhnliches Tattoo, so was habe ich noch nie

gestochen. Ein unvollendetes Whang-od-Tattoo“, sagt sie.

Nach dem Treffen mit dieser Frau weiß ich, dieser

Strich mag unvollendet sein, für mich ist das Tattoo aber

perfekt. Es erzählt die Geschichte meines ersten Tattoos

und gleichzeitig das Leben einer hundertjährigen Frau,

die nicht den ihr vorbestimmten Weg gegangen ist.

MICHAEL KOMAGATA BLAGOVESTA BAKARDJIEVA THILO MISCHKE

14 THE RED BULLETIN


volkswagen.at/service

Ihr nennt es Support,

wir nennen es Service.

Volkswagen Service

Weil jeder jemanden braucht, der einem hilft.

Das ist das, was wir mit Service meinen. Volkswagen Service.

Volkswagen ist offizieller Fahrzeugpartner des ÖFB.


F U N D S T Ü C K

Bert Stern (1929–2013) in New Yorks Milk

Gallery vor einem seiner Monroe-Bilder, 2011

Bert Sterns

Kamera

AUGENBLICKE

Er kam den schönsten Frauen sehr,

sehr nah. US-Fotograf Bert(ram) Stern,

Sohn jüdischer Einwanderer, hatte

sie in den 1960er- und 1970er-Jahren

alle vor der Linse seiner Rolleiflex.

Er porträtierte Elizabeth Taylor und

Brigitte Bardot, Audrey Hepburn und

Sophia Loren. Und Marilyn Monroe,

vor allem Marilyn Monroe. Wenige

Wochen vor ihrem Tod im August

1962 checkte er mit ihr für drei

Tage im Bungalow 264 des Bel-Air

Hotels in Los Angeles ein. Dabei entstanden

2571 Bilder – später wurden

sie als „The Last Sitting“ weltberühmt.

HENRY LEUTWYLER, GETTY IMAGES

16 THE RED BULLETIN


Jean Carriere

Gilet 69. 99 *

Hemd 39. 99 *

Chino 59. 99

* Erhältlich ab Ende August.

fussl.at


L I F E H A C K S

Science-Bastler

RETTENDE TRICKS

FÜR DEN BIKE-NOTFALL

Verblüffende Lösungen für konkrete Probleme, Volume 12: Wer kann bei der Radtour schon

eine halbe Werkstatt mitnehmen? Wir tauschen Gewicht gegen Know-how.

PLATTFUSS

Vollkornbagel

Wenn das Flickzeug fehlt, fängt der Spaß erst an: Zur Not lässt sich der Fahrradreifen

anstelle mit Luft auch mit trockenem Stroh „aufpumpen“.

2

Möglichst trockenes

Stroh oder Reisig

suchen. Gleichmäßig

und kompakt in den

Reifen stopfen. Den

Mantel in die Felge

drücken. So kommst

du bis zum nächsten

Bahnhof – vielleicht

sogar nach Hause.

1

Mit einem Schraubenzieher den Reifenmantel

von der Felge lösen, dabei auf Felge

und Schlauch achtgeben. Wenn Letzterer geschont

wird, kann er später geklebt werden.

SATTELSTÜTZE

Ein Quäntchen Alu

Wenn der neue Sattel ständig

ins alte Sattelrohr abrutscht,

hilft eine Dose.

KOTFLÜGEL

Smarter Schmutzfänger

Der billigste Schutz ist auch der

leichteste. Außerdem: Wer Plastik

recycelt, lebt insgesamt sauberer.

SAUBERE HÄNDE

Gut geschmiert

Verschwende nach dem

Boxenstopp kein Trinkwasser

zum Händewaschen.

Die Wände von Getränkedosen

sind

nur 0,1 mm dick.

Schneide ein rechteckiges

Alu-Band

aus der Dose und

verdicke damit

die Sattelstütze.

Wozu Geld ausgeben?

Schneide eine Plastikflasche

der Länge nach auf. Bohre

Löcher in den Verschluss. Mit

Kabel bindern fixierst du das

Schutzplastik am Rahmen.

Emulgatorische Öle

in der Sonnencreme

binden Schmutz.

Mit Taschentuch abwischen

– gibt an genehmes

Hautgefühl.

SASCHA BIERL CLEMENS MAKANAKY

18 THE RED BULLETIN


NUR FRUCHT

+ EISEN


LEISTUNG?

WENIG.

BERGE?

HOCH.

STIL?

MEGA!

Wie schaffst du es, in einer

Umgebung herauszustechen,

in der alle kreativ ans Limit

gehen? Zehn Tipps für den

perfekten Auftritt beim

RED BULL ALPENBREVET –

der Moped-Ausfahrt deines

Lebens. Text WERNER JESSNER

ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL

20


1. LASS DEINEN

EHRGEIZ ZU HAUSE!

Kein Rennen, sondern eine Abenteuerreise: Die

Route des heurigen Red Bull Alpenbrevet (brevet

= frz. für Prüfung) führt über 120 Kilometer und

drei Schweizer Alpenpässe. Die Teilnahme ist

nur mit einsitzigen Motorfahrrädern gestattet.

Erlaubte Höchstgeschwindigkeit in der Ebene:

30 km/h. Technisches Tuning: strikt verboten.

Optisches Tuning: strikt erlaubt!


DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL


2. LASS DAS MOPED

DEINEN STIL DEFINIEREN!

Darum geht es: die Vielfalt kostengünstiger

ein spuriger Mobilität im Lauf der Jahrzehnte

abzubilden. Egal ob ein lausbübischer Lehrling

(li.) oder ein Disco-Parkplatz-King mit Bubble-

Visier (re.) am Steuer sitzt – das Moped muss

zu dir passen. Denn das schönste Gefährt wird

am Ende zur „Miss Alpenbrevet“ gekürt.

23


3. ZEIG, WOHER DU BIST!

Das Red Bull Alpenbrevet ist eine zutiefst

helvetische Angelegenheit, wie dieser Teilnehmer

beweist. Die allermeisten Fahrer kommen

aus der Schweiz, aber auch einige Österreicher

und Deutsche sind am Start. Zwei Prominente

kamen von besonders fern: MotoGP-Star

Dani Pedrosa aus Spanien (2015) und Enduro-

Champ Jonny Walker aus England (2016).

4. MACH AH-OH! (ODER SO)

Es ist schon ein intaktes Selbstbewusstsein

erforderlich, um wie hier als Tinky-Winky oder

Po verkleidet an den Start zu gehen und sich

zum Tele-Tubel (Tubel = schweizerisch für Depp)

zu machen. Doch genau darum geht es ausnahmsweise:

sich nicht zu ernst zu nehmen.

Winke-winke!

DAVID ROBINSON/RED BULL CONTENT POOL

24


5. BEHALTE DEIN

BUDGET IM AUGE!

Tipp für Knauser: Selbst mit Verpflegungsresten

lässt sich spontan eine auffällige Optik basteln

– siehe den Ananas-Helm. Passende Mopeds finden

sich im Internet bereits um wenige hundert

Euro. Doch man sollte ein versierter Schrauber

sein, um ein Pickerl für sein Gefährt zu erhalten:

Nur wer eins hat, ist teilnahmeberechtigt.


MAURIN BISIG/RED BULL CONTENT POOL


6. GÖNN DIR EINE PAUSE

Es ist zwar unwahrscheinlich, aber: Lege einen

Stopp ein, solltest du zu schnell sein. Das Reglement

besagt, dass jeder, der das Ziel in weniger

als sechs Stunden erreicht, disqualifiziert wird.

Länger als neun solltest du aber auch nicht

brauchen, sonst liest dich der Besenwagen auf.

27


7. ACHTE AUF DIE DETAILS!

Gemeinsam mit 1600 weiteren Teilnehmern

bildest du eine der größten Moped-Karawanen

Europas. Die Konkurrenz ist riesig, optische

Akzente allein sind also zu wenig. Als Beispiel:

Zum Flower-Power-Look braucht es eine zeitkorrekte

Sachs Saxonette aus den späten

1960er-Jahren als Mobil der Friedensbewegten.


8. GET DIRTY!

120 Kilometer Strecke, aber auf Maschinen, die

für den Weg ins Nachbardorf konzipiert wurden:

Es wird auch 2019 nicht ohne Opfer abgehen.

Motorreiber, verklebte Vergaser, unzuverlässige

Zündfunken: Hilf deinen Mitfahrern! (Oder tu

wenigstens so, bis der Profi-Mechaniker mit der

rollenden Moped-Werkstatt vorbeikommt.)

DAVID ROBINSON/RED BULL CONTENT POOL, PHIL GALE/RED BULL CONTENT POOL, LUCHO VIDALES/RED BULL CONTENT POOL

9. HOL DEINE FREUNDIN

IN DEN SATTEL!

Sie findet deine Zuneigung zu Motorfahrrädern

befremdlich? Verständlich, die Mehrheit der

Teilnehmer sind Männer. Ändere das! Nichts verbindet

so sehr wie die gemeinsame Erfahrung.

29


Sustenpass

START/ZIEL

Andermatt

Furkapass

Grimselpass

3-PASS-KLASSIKER

2019 geht es über die gleichen Pässe

wie vor neun Jahren – in entgegengesetzter

Richtung. Hier die Eckdaten:

Länge: 118,97 Kilometer

Summe Höhenmeter: 3588

Tiefster Punkt: 626 Meter (Innertkirchen)

Höchster Punkt: 2429 Meter (Furkapass)

Maximale Steigung: 11 % (Furka- und Sustenpass)

DER BUNTESTE

ZWEIRAD-EVENT

DER SCHWEIZ

Am 6. und 7. September findet das

Red Bull Alpenbrevet zum 10. Mal statt.

Als 2010 in Meiringen der Startschuss zum ersten

Red Bull Alpenbrevet fiel, hatten sich statt der erwarteten

250 Teilnehmer bereits 600 Wackere versammelt,

um mit ihren Mopeds Show und Spaß vor

Bestzeiten und -leistungen zu stellen. Ob Berner

Oberland, Lugano oder Zentral schweiz: Gefahren

wurde in den nächsten Jahren dort, wo die Schweiz

am schönsten ist, nämlich überall. Mit der Zeit wurde

das Red Bull Alpenbrevet nicht nur bunter, sondern

vor allem größer: 2019 musste die Teilnehmeranzahl

auf 1600 beschränkt werden. Nicht verändert

hat sich der fröhliche Charakter der Ver anstaltung.

Die Jubiläumsausgabe beginnt am 6. September

mit dem Check-in in Andermatt, die Alpenrundfahrt

selbst startet am 7. September um 10 Uhr.

Infos unter: redbull.ch/alpenbrevet

MAURIN BISIG/RED BULL CONTENT POOL

30


10. MACH DICH

ZUR ZIELSCHEIBE!

Noch einmal ganz langsam: Das Red Bull

Alpenbrevet ist eine gemeinsame Ausflugsfahrt,

kein Rennen. Keine Federung, schmale

Reifen, in diskutable Bremswirkung: Alles egal,

Hauptsache, du kommst ins Ziel. Überholt

zu werden ist völlig okay. Du wirst auch so

genügend zu erzählen haben.


1

Block

Freeze

„Bitte lächeln!“

Standarm durchstrecken. Ein Bein strecken

und das andere abwinkeln. Die freie Hand an

den Hinterkopf legen – sieht nonchalant aus.

Besonders mit einem Lächeln im Gesicht!

Schwierigkeitsstufe 4/10

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

Früher tanzte er aus

der Reihe, heute tanzt

er im Rampenlicht:

B-Boy Lil Zoo fand

einen eigenen Weg aus

den Problemen seiner

Heimat Marokko.


H E R O E S

CARLOS BLANCHARD SIMON SCHREYER

Lil Zoo

DER GHETTO-

BLASTER

Lil Zoo (bürgerlich Fouad Ambelj) schaffte den

Absprung aus dem Problemviertel Zéro-Quatre

im marokkanischen Casablanca und landete an

der Weltspitze des Breakdance. Seine Energie:

animalisch. Seine Botschaft: Hirn abschalten.

Es beginnt schon beim

Aufwärmen: Lil Zoo

tänzelt erst zur einen,

dann zur anderen

Seite, danach konzentrieren

sich die Bewegungen auf die

Mitte. Nun hat er genug Drehmoment

aufgebaut. Die Spannung

entlädt sich in einem

Wirbel fließender Verrenkungen.

Sein Körper scheint sich

nun nicht mehr gegen einen

unbezwingbaren, unsichtbaren

Sog wehren zu können.

Diese Hilflosigkeit unterstreicht

er mit dem Ausdruck

gespielter Verzweiflung.

Plötzlich friert die Rasanz

der Bewegungen für eine

Sekunde zum Standbild ein.

Dann nimmt das Körperkarussell

wieder Fahrt auf –

mit schnellen Drehungen im

Kopfstand. Der Tänzer katapultiert

sich auf die Beine,

klopft sich selbstironisch auf

die Schulter. Gleich darauf

täuscht er vor, zu stolpern. Er

fällt auf die Knie und wölbt

sich, einer Welle gleich, in einen

einhändigen Handstand.

Das Naturereignis hat nur

wenige Sekunden gedauert.

Lil Zoo deutet mit dem Zeigefinger

auf seinen Konkurrenten

und lacht ihn aus.

Breaken oder B-Boying ist

eine kreative Schlacht und

eine sportliche Kampfansage.

Battle-Rap mit den Mitteln des

Tanzes – und des Humors. Lil

Zoo hat Humor. Er lächelt oft,

und seine Augen lachen mit.

„Wenn er einmal nicht fröhlich

ist, dann lacht er auch nicht

beim Tanzen“, sagt sein Innsbrucker

Wegbegleiter Tobias

Hanny, „weil er halt einfach

ist, wie er ist. Das fasziniert

mich, dass das jemand nicht

spielt.“

Seit 2015 ist Lil Zoo Wahl-

Tiroler. Doch geprägt hat ihn

das harte Pflaster Casablancas:

Industrie, Kriminalität, Drogen.

Eines der gefährlichsten dortigen

Viertel heißt Zéro-Quatre.

Dort hat sich Lil Zoo seine

Street-Smartness erworben

und gelernt zu überleben.

Keine schlechte Schule

für einen, der Hip-Hop glaubhaft

verkörpern will. Lil Zoo:

„Breaken ist Untergrund. Das

verstehen viele Leute nicht.

Ich musste mich vor meinen

Freunden und meiner Familie

rechtfertigen. Nur meine

Mutter hat immer an mich geglaubt,

und sie ist auch heute

stolz auf mich.“ Er lächelt in

sich hinein: „Stolzer als stolz.“

2

Air

Pose

„Springen mit Stil“

Dreh dich im Sprung zur Seite. Den rechten

Arm nach hinten strecken, die linke Hand

am Kinn. Keine schwierige Figur, aber stylish.

Schwierigkeitsstufe 2/10

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

3

Point

Zoo

„Das Grande Finale“

Auch hier stehst du auf einer Hand. Das Bein

auf derselben Seite strecken, das andere

abwinkeln. Mit der freien Hand Zeichen

formen oder Grüße ans Publikum schicken.

Oft der finale Move in Lil Zoos Programm.

Schwierigkeitsstufe 10/10

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

THE RED BULLETIN 33


H E R O E S

4

Zoo

Freeze

„Mein Markenzeichen“

Mach dich steif wie ein Brett. Schlage lässig

die Füße übereinander. Eine Hand stützt, der

Oberarm stabilisiert den Oberkörper. Den

anderen Arm ausstrecken wie Superman.

Schwierigkeitsstufe 9/10

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

Am Anfang ihrer Breakdance-Versuche

hatten Lil Zoo

und seine Freunde deutlich

mehr Leidenschaft als Knowhow.

Sie waren Pioniere, die

Figuren „erfanden“, die bei

Block Parties

in der New

Yorker Bronx

schon seit

Jahren bekannt

waren,

und gaben

ihnen eigene

Namen.

„Nicht unbedingt die falschen,

aber eben unsere!“, sagt Lil

Zoo mit breitem Grinsen.

Sein Kumpel Yoriyas trainierte

mit ihm. Meist in der

Nacht. Da war es kühler, und

die beiden hatten ihre Ruhe.

So wurde Yoriyas zu Fouads

Mentor. 2012, beim Cypher

(dem marokkanischen Qualifikationsbewerb

von Red Bull

BC One, dem prestigeträchtigsten

Individual-Breaking-

Bewerb der Welt) sah Lil Zoo

schließlich seine Chance, das

Ghetto hinter sich zu lassen.

In der Endrunde trat er gegen

seinen Lehr meister an. Und

besiegte ihn.

Wie fühlt man sich, wenn

man jemanden schlägt, der

einem so viel beigebracht

hat? „Es war ein Spiel unter

Brüdern auf hohem Niveau“,

sagt Lil Zoo. „Wir hatten beide

Spaß. Es fühlte sich richtig an,

keinesfalls wie Verrat.“

Für besonders begabt hält

sich der 25-Jährige übrigens

nicht: „Unter meinen Freunden

in Casablanca war ich gar

nicht einmal der talentierteste

Tänzer, aber

der leiden-

„Ob mein Stil den

Regeln entsprach,

war mir egal. Ich

wollte nur breaken.“

schaftlichs-

te. Und

der mit der

größten

Disziplin.

Ob mein

Stil den

Hip-Hop-Regeln entsprach,

war mir genauso egal wie die

Leute in unserem Viertel, die

uns auslachten. Alles, was ich

wollte, war breaken. Jeden

Tag. Es klingt vielleicht angeberisch,

aber es ist der unbedingte

Glaube an den eigenen

Weg, der mich dorthin gebracht

hat, wo ich heute bin.“

Seit Lil Zoo mit seinem

Charme und seinem Einfallsreichtum

Teil der Red Bull

BC One All Stars ist, lernt er

immer mehr über einzelne

Moves und die Geschichte des

Hip-Hop. Seine Lehrer sind

gleichzeitig auch seine Freunde

und Rivalen. 2018 dann die

Krönung: der Lehrling triumphiert

beim Weltfinale von

Red Bull BC One in Zürich.

Inspiration holt er sich aus

allen Tanz- und Kampfstilen.

Dabei gustiert er sorgfältig –

wie ein Hip-Hop-Musiker,

der aus allen Genres sampelt:

Elemente aus Jiu-Jitsu, Capoeira

oder Gnaoua. Sein ganz

spezieller Stil, den er Kingzoo

Style nennt, vibriert geradezu

vor animalischer Energie.

Dazu passt, dass ein Tiger-

Tattoo seine Brust schmückt.

Was unterscheidet ihn noch

von anderen B-Boys? Lil Zoo

überlegt nicht lange: „Ich

denke weniger nach als die.

Beim Tanzen will ich nicht

denken, sondern tanzen.“

instagram.com/lilzooisme

LIVE DABEI IN MUMBAI

Das Red Bull BC One-Weltfinale

steigt 2019 in Indien. Mit Lil Zoo

als Titelverteidiger. Und dir.

WAS IST RED BULL BC ONE?

Der größte und prestigeträchtigste Individual-

Breaking-Bewerb der Szene mit tausenden

Teilnehmern. Die 16 besten B-Boys und B-Girls

treten in Mumbai in Eins-gegen-eins-Duellen

gegeneinander an.

WANN STEIGT DAS FINALE?

Am 9. November 2019.

WIE KANN ICH DABEI SEIN?

Die Battles werden auf Red Bull TV und Social

Media übertragen. Infos: redbull.com/bcone

ALI BHARMAL/RED BULL CONTENT POOL

34 THE RED BULLETIN


Hollywoodstar mit

Haltung: Jessica

Chastain tritt offen

für mehr Gleichberechtigung

ein.


H E R O E S

DAVID ROEMER/FIGAROPHOTO/LAIF RÜDIGER STURM

Jessica Chastain

„ICH WARTE

NICHT AUF

DIE GUTE FEE“

Die Charakterdarstellerin beweist

auch abseits der Leinwand Charakter.

Die Energie für ihren Kampf um Gleichberechtigung

fand Jessica Chastain,

42, auch dank ihrer Wanderstiefel.

The red bulletin: Als

Hollywoodstar bist du

Teil einer Branche, in

der sich sehr vieles um Egos

und Glamour dreht. Wie

schafft man es, in so einer

Welt seinen Prinzipien treu

zu bleiben?

jessica chastain: Um ehrlich

zu sein, habe ich gar nicht

das Gefühl, Teil einer Branche

zu sein. Ich halte mich auch

von den meisten öffentlichen

Veranstaltungen fern. Als ich

beispielsweise den Golden

Globe für meine Rolle in „Zero

Dark Thirty“ gewann, wollten

alle mit mir feiern – aber mich

zog es bereits nach einer Viertelstunde

wieder nach Hause.

Ein gewisses Durchsetzungsvermögen

schadet in Hollywood

aber sicher nicht.

Kannst du hart sein?

Ich würde sagen, ich bin

wider standsfähig. Ich war

nie das Aschenputtel, das

auf die gute Fee oder seinen

Prinzen wartet, sondern habe

immer die Initiative ergriffen.

Ich brauchte keinen silbernen

Pantoffel, weil ich schon meine

Wanderstiefel anhatte.

Wanderstiefel …?

In meiner College-Zeit war’s

für mich wichtig, zu reisen

– und zwar ohne großes

Geld, einfach nur mit dem

Rucksack quer durch Europa.

Auf solchen Trips stößt man

natürlich immer wieder auf

verschiedene Unannehmlichkeiten

und muss sich durchkämpfen,

aber die tollen Eindrücke,

die ich gesammelt

habe, waren das locker wert

– und ganz wichtig für meine

weitere Entwicklung.

Deine Kämpfernatur zeigt

sich auch in deinem starken

Engagement für mehr

Gleichberechtigung.

Ja, ich halte mit meiner Meinung

nicht hinterm Berg

– obwohl das bei manchen

Männern nicht gut ankommt.

Wenn sich eine Frau leidenschaftlich

für etwas einsetzt,

dann meinen manche: „Jetzt

beruhige dich doch mal.“ Bei

einem Mann würde man das

nicht sagen. Aber gerade bei

Themen der Geschlechterdynamik

darf man nicht wegschauen.

Die Leute in meinem

Umfeld wissen, dass ich offen

meine Ansichten vertrete,

wenn man mich zu einer politischen

Diskussion auffordert.

Bringen diese Diskussionen

etwas?

Zumindest in der Filmbranche

ändert sich etwas. In einer

Welt, in der die Politik so konservativ

und intolerant geworden

ist, forciert man in Hollywood

jetzt Diversität, Toleranz

und Gleichberechtigung. Und

eines ist klar: Wenn man sich

„Ich muss meinen

Mund aufmachen.

Als Künstler trägst

du Verantwortung.“

für solche Werte einsetzt, ist

Härte mit Sicherheit nicht das

geeignete Mittel.

Sondern?

Meine Haltung ist die, dass

wir alle miteinander verbunden

sind – und ich das zurückbekomme,

was ich auch

gebe. Freundlichkeit führt zu

Freundlichkeit. Es gibt ein

wunderbares Zitat von Martin

Luther King: „Liebe ist der

einzige Weg, um Hass zu bekämpfen.“

Nach diesem Motto

versuche ich mein Leben zu

führen.

Bei einer Preisverleihung

hast du in deiner Rede einmal

einen anderen Spruch

von Dr. King zitiert. Weißt

du noch, welchen?

Sicher: „Unser Leben endet an

dem Tag, an dem wir über die

wichtigen Dinge zu schweigen

beginnen.“ Deshalb kann ich

gerade bei Missständen nicht

still sein. Ich muss meinen

Mund aufmachen. Als Künstler

hast du die Verantwortung,

das Leben anderer Menschen

geistig zu bereichern, ihnen

etwas Neues zu zeigen. Und

genau dem möchte ich gerecht

werden. Das erfordert

Diversität – in unserem Beruf

und in den Geschichten, die

wir erzählen. Je mehr Vielfalt

es gibt, desto mehr können die

Menschen lernen.

Jessica Chastain ist ab 6. September

in der Fortsetzung des Horrorhits

„Es“ im Kino zu sehen.

THE RED BULLETIN 37


H E R O E S

Peggy Gou

„GIB NICHT AUF,

MACH ES ANDERS“

Bühne frei für Peggy Gou: Die südkoreanische DJ und

Produzentin verrät, warum man loslassen sollte, was

nicht klappt. Und trotzdem niemals aufgeben darf.

War es hart für dich, diesen

Traum zu begraben?

Gar nicht. Die meisten Leute

haben ein Problem mit dem

Loslassen, ich aber bin gut darin.

Etwas ist nicht mein Ding?

Weg damit! Du darfst keine

Zeit verschwenden, wenn du

auf der Suche nach der einen

Sache bist, in der du wirklich

exzellent werden möchtest.

Lass Dinge los, aber gib nicht

auf. Such weiter, mach etwas

anderes, und mach es anders.

Den perfekten DJ-

Schichtwechsel erkennt

man daran,

dass man ihn nicht

erkennt. Dass plötzlich ein

anderer DJ an den Turntables

steht, fällt im Idealfall gar

keinem auf – weil der Übergang

so harmonisch verlief und

die Crowd ganz im Banne der

Musik stand. Bei Peggy Gou ist

das ein wenig anders. Sobald

die 29-jährige Süd koreanerin

ans DJ-Pult tritt, herrscht Ausnahmezustand.

Sie wird wie

ein Popstar gefeiert, was nicht

schlecht ist für eine DJ, die

ausschließlich Underground

Dance auflegt und erst vor

drei Jahren ihre erste EP veröffentlichte.

Jetzt setzt Gou

einen neuen Meilenstein in

ihrer noch jungen Karriere:

Das Berliner Label !K7 hat sie

mit der neuesten Ausgabe der

legendären Mix-Compilation-

Serie DJ-Kicks beauftragt.

„Die meisten Leute

haben ein Problem

mit dem Loslassen.

Ich bin gut darin.“

Hier erklärt Gou ihren rasanten

Aufstieg und warum sie unter

Druck aufblüht.

the red bulletin: Vor

vier Jahren hattest du eine

Handvoll Auftritte im Jahr.

Jetzt sind es 20 pro Monat,

und zwar in den angesagtesten

Clubs der Welt. Wie hast

du es so schnell in den Kreis

der meistgehypten DJs und

Produzenten geschafft?

peggy gou: Ich bin ein Nerd.

Sobald mich etwas interessiert,

hänge ich mich voll rein.

Nun ja, viele arbeiten viel …

Bei mir ist es wohl ein wenig

extremer. Als mein Freund Esa

Williams (ein südafrikanischer

DJ und Produzent; Anm.) mich

vor einigen Jahren in sein

Tonstudio in London einlud,

verliebte ich mich auf Anhieb

ins Musikmachen. Ich schlief

nicht mehr, arbeitete Nächte

durch, ließ die Uni schleifen,

hing nur noch im Studio ab.

Kanntest du davor schon

eine solche Leidenschaft?

Ja, für alles, was mit Styling

zu tun hatte. Ich war verrückt

danach, mich selbst zu stylen.

Stylistin war lange Zeit mein

Traumjob. Aber Fehlanzeige:

Ich war völlig talentfrei.

Was ist der Grund, ja das

Geheimnis deines Erfolgs?

Druck ist mein Ding – unter

Druck blühe ich erst so richtig

auf. Und ich frage mich immer,

wie ich die Leute als Nächstes

überraschen kann.

Peggy Gous DJ-Kicks auf:

dj-kicks.com;

soundcloud.com/peggygou

MEISTERMIXER

Tipps für deine Plattenbox:

Meilensteine von DJ-Kicks,

der legendären Musikserie

DER ERSTE: CJ BOLLAND

Der belgische Techno-Pionier

legte im September

1995 den Grundstein für

die langlebigste Mix-Serie der Welt,

gestartet vom Berliner !K7-Label.

DIE ERFOLGREICHSTEN:

KRUDER & DORFMEISTER

Das Wiener Duo war der

erste Nicht-Techno-Act,

der mixen durfte – und lieferte

prompt die erfolgreichste CD ab:

100.000 verkaufte Exemplare im

Erscheinungsjahr.

DER BUNTESTE: DJ KOZE

Für die 50. Ausgabe mixte

der Hamburger schier

Unmixbares: William

„Captain Kirk“ Shatner trifft auf Hip-

Hop-Beats, Country-Steel-Gitarre

trifft auf harten Techno.

NATHAN ZENTVELD FLORIAN OBKIRCHER

38 THE RED BULLETIN


Auflegen statt Aufgeben:

DJ Peggy Gou, 29, gescheiterte

Stylistin, ist heute Südkoreas

wichtigster Musikexport

seit „Gangnam Style“.


Ein Mann ohne Gesicht als Superheld

der Generation Instagram?

Mit einer Panda-Maske verwandelte

sich Carlo in den Rapper Cro – und damit

in eine Kunstfigur, die nur ein Ziel hat:

authentisch sein.

Plus: Die Macht der Maske –

acht weitere Künstler erklären, warum

sie ihr Gesicht verstecken.

Foto NORMAN KONRAD

Text STEFAN NIEDERWIESER

Illustrationen TOM MACKINGER

40 THE RED BULLETIN


Rapper Cro auf Instagram: kreativ verstecktes Antlitz für 541.000 Fans


Bilder aus Cros Instagram-Feed: „Ein Geheimnis erhöht die Spannung, es bietet Schutz. Beides hilft Cro, so zu sein, wie er ist.“


Easy. Ganz easy mischte

Cro vor acht Jahren

den deutschen Rap auf.

„Easy“, so hieß seine

erste Single, die geschmeidige

Wortspiele

in entspannte Beats

bettete. 21 Jahre war

dieser Junge aus Stuttgart

alt, als sie rauskam.

Kurz zuvor hatte Carlo – so sein

bürgerlicher Name – noch Cartoons für

eine Zeitung gezeichnet, der musikalische

Unterricht lag in der Vergangenheit, war

aber nicht in Vergessenheit geraten. Er

setzte sich eine Panda-Maske auf und

wurde zu Cro. Und dann steppte, Pardon,

rappte der Bär.

Das Video schlug über Nacht ein, der

Song räumte Platin (Schweiz und Österreich)

und dreifach Gold (Deutschland)

ab. Und das in einer Zeit, als Deutsch-Rap

in künstlerischen Seichtgewässern dahindümpelte.

Mit Cro kam eine neue Welle.

Er war kein Kleinganove aus dem Plattenbau,

aber auch kein weichgespülter Weltverbesserer.

Cro war anders. Er war unbeschwert

und lässig. Und er kannte die

hübschesten Frauen.

„Ich hatte einfach

diese Idee davon,

im Bus zu sitzen,

von niemandem

erkannt zu werden und zu

lauschen, wie Leute über

mich reden.“ – Sido

Außerdem hatte er ein Geheimnis.

Natürlich wollten die Leute wissen, wer

Cro ist. Wer verbirgt sich hier? Warum

tut er das? Und wann taucht vielleicht

auch das erste Bild ohne Maske auf? Ein

Geheimnis erhöht immer die Spannung.

Und ein Geheimnis bietet auch Schutz.

Beides hilft Cro, so zu sein, wie er ist.

„Ich bin immer echt“, sagt Cro im

Interview. „Die Maske dient dazu, meine

Fans auf meine Musik und Kunst zu

lenken und sie nicht mit meinem Aussehen

abzulenken.“ Und warum ausgerechnet

ein Panda? „Das war einfach

die coolste Maske, die es auf dieser Internetseite

gab, und deswegen habe ich sie

völlig hirnlos bestellt.“ Neu ist die Taktik

freilich nicht. Bereits seit Jahrtausenden

„Make-up schien

der perfekte Weg

für jeden von

uns, sich einen

Charakter zu geben, der uns

als Individuen definiert und

versinnbildlicht.“ – Kiss

„Ich mache das

nicht, weil ich denke,

dass ich hässlich

bin. Ich versuche

ein wenig Kontrolle über

mein Image zu haben. Und

es erlaubt mir einen Funken

Privatsphäre.“ – Sia

„Kraftwerk und

Ziggy Stardust

und Kiss – die

Leute glaubten, die

Helme seien Marketing oder

so etwas, aber für uns war es

Sci-Fi-Glam.“ – Daft Punk

nutzen Menschen Anonymität und

Narren freiheit einer Maske, um sich

gesellschaftlichen Konventionen zu entziehen,

im Amphitheater, bei Maskenbällen,

im Karneval. Wenn die Person in

den Hintergrund tritt, tritt ihr Handeln

in den Vordergrund.

Und genau das wollte Cro: fokussieren.

Bei ihm sind es die Musik und seine Texte,

in denen er ausdrückt, was ihn beschäftigt.

Weil seine Fans sein Gesicht oder seine

Mimik auf der Bühne nicht beurteilen

können, müssen sie ihm tatsächlich zuhören.

Das schafft Freiheit. So kann er

sich einfacher treu bleiben.

Sich treu zu bleiben, das ist nicht immer

einfach. Cro ist heute keine 21 mehr, er hat

sich künstlerisch verändert, sein letztes

Album heißt „Tru“. Darauf probiert er

mehr aus, echte Instrumente statt Loops

aus dem Pult, nostalgische Sounds und

Effekte. Die Songs erstrecken sich teilweise

weit über fünf Minuten, man spürt

die hitzige Atmosphäre förmlich aus den

Boxen tropfen. Seine Stimme klingt abgeklärter.

Das Video zu „Computiful“

ist voll mit Palmen, Kassetten, Bikinis,

hübschen Mädchen mit Schmollmund,

pink-violetten Farben und Bildern, die

an VHS-Ästhetik und frühes Internet erinnern.

Sie wechseln in rasend schnellen

Schnitten. „Ich hab auf Tinder kein’n

Bock“, singt er dort immer wieder. Dennoch

swipt sich der Protagonist des Songs

durch die Dating-App, sucht „computed

love“. Aber eine falsche Nachricht, und

schon ist er von Maria abgeturnt. So lange,

bis die nächste Maria kommt …

Cro untersucht Liebe im Zeitalter ihrer

digitalen Reproduzierbarkeit. „Scheiß auf

Hype und auf Fame, mach das Internet

kaputt“, singt Cro. Dass Liebe heute nicht

einfacher geworden ist, wenn Algorithmen

sie verwalten. Diese Liebe mit ihren

Widersprüchen zu beschreiben ist eigentlich

viel mehr, als man von einem Popsong

erwarten kann. Cro komponiert

eine Collage des modernen Lebens. Der

Albumtitel „Tru“ ist weniger Hand aufs

Herz als Faust aufs Auge.

Tru sein, echt sein, das bedeutet im

Hip-Hop oftmals, dass man nicht den

gleichen Weg geht, den die meisten

gehen. Rapper erzählen ganz gerne von

ihren Autos, Alkohol und grünen Knollen,

die sie auf dem Weg nach ganz oben

verbrennen. Credibility wird zur Marke,

die Marke zur Trademark. Die Sweater

von Supreme oder Palace, Sneaker von

Balenciaga und Yeezy.

Cro tickte früher nicht anders. Er erzählte

von vier Mercedes-Benz, die auf

ihn angemeldet waren, und Fünf-Sterne-

Hotels, in die er laufend eincheckt. Die

übliche Angeberei. Mittlerweile braucht

er das nicht mehr, und er braucht auch

keine Leute, die andere nur kopieren.

THE RED BULLETIN 43


„Ich spiele schon

so lange, aber

niemand erkennt

mich, und ich kann

so sein, wie ich bin.“

– Sbtrkt

„Wir gehen mit

Maske auf die

Bühne und sind

anschließend

ohne Maske

die Jungs, die wir

immer waren. Die Masken

schützen uns auch davor,

dass wir unsere Egos zu sehr

aufblasen.“ – Genetikk

Ob seine Fans auch so fühlen wie er?

„Ich hoffe, dass ich denen das wenigstens

mitgeben konnte und sie darüber nachdenken,

was sie wirklich benötigen, um

glücklich zu sein“, sagt Cro.

„Ich mach immer das, was mir Spaß

macht und was ich zu hundert Prozent

fühle. Das wirtschaftliche Ergebnis ist

erst einmal egal“, so Cro weiter. Seine

ersten beiden Alben brachten Pop und Rap

zusammen, easy Refrains, Zeilen über

das gute Leben, coole Beats. In Österreich

brachte ihm das zweimal Platin. Cro

brach Rekorde, er musste immer weiter,

lief und lief wie Forrest Gump. Im gleichnamigen

Song „Forrest Gump“ schildert

er seinen Weg. Sein Vater meinte früh zu

ihm, er solle lieber etwas Solides machen.

Aber statt im Hamsterrad des Lebens anzutreten,

hat Cro alles auf Risiko gesetzt.

Und wie bei Forrest Gump liefen hinter

ihm bald mehr und mehr Fans ein Stückchen

seines Weges mit.

Und plötzlich blieb Cro stehen. Blieb

stehen und ging nach Hause. Er fragte

sich, was wichtig ist, was echt ist und was

fake. Das Ergebnis war „Tru“.

Wenn man sich überlegt, was echt ist

und was fake, was richtig und was falsch,

kann einem leicht schwindlig werden.

Denn es ist ja so: Ich bin immer ich. Insofern

bin ich immer echt. Aber in echt vielleicht

noch auf dem Weg. Im Englischen

gibt es den Spruch „Fake it till you make

it“, salopp übersetzt „Tu so lange, als ob,

bis du es geschafft hast“. Diese Spielwiese

zwischen Sein und Schein ist der fruchtbare

Nährboden für Social Media.

Und Cro hat sich seinen ganz eigenen

Reim darauf gemacht. Im Video zu „Unendlichkeit“

stürzt er aus einem Fenster,

das aussieht wie ein Instagram-Post, er

fällt an einem Feed von Fotos entlang ins

Leere. Cro spricht aus, was sich andere

nur denken: „Viele Leute auf Instagram

sind fake.“ Die Villa, das Boot, der Urlaub

und die Partys, alles nur getrickst.

„Ich habe sie

für meinen

ersten offiziellen

Deadmau5-Gig

getragen, und alle haben

mich angesehen in der Art

‚Was zur Hölle?‘. Ich habe

sie aufgesetzt – und los!

Ja, ich bin Deadmau5,

hier ist mein Mäusekopf.“

– Deadmau5

Cro ist ein Phänomen. In einer Zeit,

in der es so viele Bilder gibt wie noch nie,

ist er ein Star geworden, weil er sein Gesicht

eben nicht herzeigt, weil er das Spiel

nicht mitspielt und stattdessen lieber

Dinge postet, die ihm wichtig sind und

die ihn inspirieren. Natürlich kündigt er

auch neues Material an oder Konzerttermine.

Seine Maske gibt ihm dennoch

eine Freiheit, sich auszudrücken, die

außergewöhnlich ist. Und Cro scheint

einen gesunden Umgang mit modernen

Kommunikationsplattformen zu haben.

Er verteufelt sie nicht, Verbote oder strikte

Auszeiten vom Smartphone machen das

Leben nur unentspannt, sagt er. Aber

wenn etwas Spannendes passiert, lässt

er das Handy links liegen.

Von Batman bis Spider-Man – auch

Superhelden tragen Masken. Zum Schutz

ihrer wahren Identität. Das findet auch

Cro super. „Ich laufe durch die Straßen

und werde null erkannt, einmal im

Monat vielleicht. Das ist gut für meinen

Charakter. Hätte ich die Maske nicht,

wäre ich, glaube ich, anders zu fremden

„Wenn du eine

Maske aufsetzt,

verlässt du deine

eigene Zeit, und

du lässt die Welt hinter dir,

in der man sich über Aufrichtigkeit

lustig macht,

du bewegst dich in eine Welt

von Superhelden, wo Sailor

Moon und Spider-Man,

die vollkommenen modernen

Role Models, zu finden sind.“

– Pussy Riot

Menschen. Dann hätte ich wahrscheinlich

Starallüren. Wenn ich den Schutzschild

Maske nicht hätte, brauchte ich

den Schutzschild des Arschlochseins.“

Allerdings existieren diese zwei Welten

nicht ohne Konflikte, bei Superhelden

nicht und auch nicht bei Cro. Im Video

zu „Baum“ fährt er einen weißen Lotus

Esprit, wie ihn einst auch James Bond

gefahren hat. Plötzlich steht sein Alter

Ego vor ihm. Carlo und Cro auf Kollisionskurs.

Im Video finden Fiktion und

Traum, virtuelle Realität und das echte

Leben mit atemberaubenden Bildern

zueinander.

„Easy“ ist schon lange her. Das hier

ist große Kunst.

Und gleichzeitig ist es tru.

HOL DIR CRO

IN DEIN BUNDESLAND

Livekonzert-Spezialist Cro ist Headliner beim

Red Bull & Ö3 Konzertspektakel am 19. 10.

Acht Städte aus acht Bundesländern (ohne

Wien) treten im Online-Voting gegeneinander

an. Wer die meisten Stimmen erhält, darf

das Konzert austragen.

Alle Infos und Voting unter: redbull.com/

konzertspektakel

44 THE RED BULLETIN


CRO SPECIAL GUEST

CRO


JOSH. MATHEA

MÖWE


5 - M I N U T E N - C O A C H

01:59

Flieg immer mit

dem Kopf voraus

Wenn ein Flieger fliegt, dann kann er

nicht stehen bleiben. Und der Alpha Jet,

das schnellste Flugzeug unserer Flotte,

ist mit 1000 Kilometer pro Stunde unterwegs.

Das sind knapp 17 Kilometer in

der Minute. Wenn da etwas Unvorhergesehenes

passiert, gibt es keine Zeit

nachzudenken, nicht einmal den Bruchteil

einer Sekunde. Ich kann nicht einfach

rechts ranfahren.

Eine Grundregel des Fliegens lautet:

Jede Möglichkeit muss durchdacht sein.

Damit meine ich nicht nur Notsituationen.

In der Show-Fliegerei musst du

besonders flexibel sein: Mal passt das

Wetter nicht, mal fällt ein Flugzeug

in der Formation aus, oder ein Vogelschwarm

kündigt sich an. Nur durch

sorgfältige Vorbereitung schaffe ich mir

geistigen Freiraum und damit mentale

Ruhe im Cockpit.

Das Durchdenken aller Möglichkeiten

ist eine Technik, die ich in der

Luft wie auch auf dem Boden empfehle.

Selbst wenn du dich auf die abwegigsten

Situationen vorbereitest, kannst du

immer einen Schritt voraus sein!

00:00

Immer mit

der Ruhe

Stefan Doblhammer, 41, ist Pilot des Alpha Jet, des

schnellsten Fliegers der Flying Bulls-Flotte. Um diese

Maschine zu beherrschen, braucht es kluge Vorbereitung

und ruhige Hände. Hier verrät er, wie du cool bleibst,

selbst wenn deine Welt einmal kopfsteht.

00:18

SO

BEHÄLTST

DU DIE

NERVEN

Schaff dir Zeit

zum Durchatmen

Ich achte bei jedem Flug – wirklich bei

jedem! – darauf, zu früh im Cockpit

zu sitzen. Dann habe ich Zeit, um mich

kurz zu besinnen und die Flugstrecke

noch einmal zu visualisieren. Gerade

vor einer Solo-Vorführung schaue ich

hinauf in den Luftraum und male mir

noch einmal in Gedanken aus, wo mein

Flugweg sein wird.

Durchatmen ist wichtig: vor dem

Flug und auch währenddessen. Es

kommt zwar bei einer Air Show wie der

AIRPOWER19 nicht allzu oft vor, aber

es gibt doch immer wieder Momente,

wo es in der Luft recht ruhig dahingeht.

In diesen Situa tionen übe ich eine tiefe

Bauchatmung. Bewusstes Atmen ist

eine der schnellsten Entspannungstechniken,

die du in jeder noch so adrenalingeladenen

Situation anwenden kannst.

Auch nach zwanzig Jahren im Cockpit

gibt es immer wieder Adrenalinschübe.

Das gilt im weiteren Sinne auch

fürs Leben: Achte auf deine Work-Life-

Balance! Das ist nicht bloß ein Modebegriff,

Entspannungsphasen sind

entscheidend für deine Belastbarkeit.

03:07

Leg dir eine

Matrix zurecht

Risikomanagement ist ein wichtiger Teil

meines Jobs. Vor jedem Flug versuche

ich zusammen mit dem Team die Risiken

zu bewerten. Wir gewichten sie

nach Größe der Gefahr und nach der

Wahrscheinlichkeit, dass sie auftreten.

Würden etwa im Alpha Jet beide Triebwerke

ausfallen, wäre das eine immense

Gefahr. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit,

dass das passiert, sehr, sehr

niedrig. Somit ergibt sich ein Gesamtrisiko,

das überschaubar ist.

Fällt hingegen ein Triebwerksinstrument

aus, ist die Gefahr gleich

null, weil ich es nicht unbedingt brauche.

Also ist es gar nicht so schlimm,

selbst wenn es häufig passiert. Für uns

in der zivilen Fliegerei ist nur ein niedriges

Risiko zu akzeptieren.

Du kannst diese Risiko-Matrix auf

jeden Lebensbereich übertragen. Sie

hilft dir, eine Situation einzuschätzen

und auch Grenzen zu setzen. Frag dich

zudem immer: Welche Möglichkeiten

habe ich persönlich, die vorhandenen

Risiken zu kontrollieren oder zu vermeiden?

Sei dir nie zu gut, um auf

Erfahrungen anderer zu hören. Wenn

drei andere vor dir schon in einen

Vogelschwarm geflogen sind, musst du

nicht der Vierte sein.

Schätze jedes

kleine Rädchen

Wenn ich mich in den Alpha Jet setze,

gebe ich einen Teil der Kontrolle an

meine Maschine ab. Ich kann den Flieger

nicht bis zur letzten Schraube kennen

und kann nicht jede selbst festdrehen.

Natürlich bemühe ich mich um technisches

Verständnis. Aerodynamisches

Wissen ist für jeden Piloten wichtig.

Wie kann ich den Alpha Jet fliegen?

Wo liegen die kritischen Bereiche?

MARKUS BERGER/RED BUL CONTENT POOL, MIRO MAJCEN/RED BUL CONTENT POOL EMILY WALTON

01:58

46 THE RED BULLETIN


03:08

„Wenn du dich

auf abwegigste

Situationen

vorbereitest,

kannst du immer

einen Schritt

voraus sein.“

Stefan Doblhammer

In die Luft schauen: AIRPOWER19

Stefan Doblhammer wird mit den Flying Bulls (Bild) am 6. und 7. September in Zeltweg abheben. Dazu

gibt es Fluggeräte zum Bestaunen und Testsitzen sowie ein breites Programm. Infos: airpower.gv.at

Aber am Ende muss ich dem Flieger

einfach vertrauen, und das bedeutet,

mich auch auf die Menschen zu verlassen,

die das Flugzeug warten. Techniker

und Boden personal arbeiten

nicht für einen Piloten, sondern mit

ihm. Das, was ich in der Luft mache,

ist das Ergebnis der Arbeit, die viele,

viele andere vorbereitet haben.

Dieses Zusammenspiel mit den

Kollegen lässt sich auf viele Jobs übertragen.

Wenn dir jemand zuarbeitet, vertraue

ihm und zeige ihm Wertschätzung

– ganz egal, wo er in der Hier archie

steht. Interessiere dich dafür, was er

macht. Und bedanke dich dafür.

04:13

Vertrauen ist

gut, nachfragen

ist besser

Teamwork in der Luft beginnt auf dem

Boden. Bei den Flying Bulls weiß jeder,

was der andere in der Luft kann und

was er selbst machen muss. Dazu gibt

es das Briefing. Jedes Manöver ist vorbesprochen.

Beim sogenannten Debriefing

nach der Show gibt es Feedback

und konstruktive Kritik.

Ebenso wichtig ist das zwischenmenschliche

Element. Natürlich achten

wir darauf, dass jemand grundsätzlich

ins Team passt, aber man kann sich nicht

mit jedem gleich gut verstehen. Sei professionell

genug, um mit jedem Kollegen

zusammenzuarbeiten! Das gilt für jeden

guten Teamspieler. Auch die Kommunikation

muss reibungslos funktionieren,

um perfekte Teamarbeit abzuliefern. Zu

diesem Zweck arbeiten wir mit einem

speziellen Wording – kurze, eindeutige

Kommandos wie beim Militär.

Darüber hinaus gibt es einen wichtigen

Leitsatz: „Don’t assume. Ask!“ Einfach

nur etwas anzunehmen kann fatal

sein. Lieber eine Frage zu viel stellen –

das kann auch dir in deinem beruflichen

und privaten Alltag weiterhelfen.

05:00

THE RED BULLETIN 47


Sie erreichen Meilensteine in ihrer Sportart doppelt so schnell wie Männer.

Ihre Muskeln arbeiten ganz anders, als wir dachten. Ihr Geist sowieso. Athletinnen

wie die US-Amerikanerin MORGHAN KING stellen die Wissenschaft vor eine ganz

neue Frage: Sind Frauen für das Gewichtheben besser geeignet als Männer?

Text WILL COCKRELL

Fotos SAM KWESKIN

STARKE

48


FRAU

Morghan King, 33, begann zwar erst

vor sechs Jahren ernsthaft mit dem

Gewichtheben, aber sie ist bereits

jetzt dreifache US-Meisterin in ihrer

Gewichts klasse und trat bei den

Olympischen Spielen 2016 in Rio an

(wo sie Sechste wurde).


Die Gewichtheberin Morghan King hört

eine Menge dämlicher Fragen.

„Du bist also hauptberufliche Bankdrückerin?“,

fragen viele.

(Die Antwort: Nein, nicht wirklich.)

„Du wirst eingeölt, steigst auf eine

Bühne und posierst?“

(Komplett daneben.)

„Aber du bist doch so klein?!“

Stimmt, King ist wirklich winzig – gerade

einmal 1,53 Meter groß und 52 Kilogramm

schwer, um exakt zu sein. Im

Verhältnis zu ihrer Größe ist sie dennoch

einer der stärksten Menschen auf dem

Planeten. Sie ist eine der erfolgreichsten

Gewichtheberinnen der USA – und das,

obwohl die 33-Jährige erst vor sechs Jahren

ernsthaft damit angefangen hat.

Noch in dem Jahr, in dem sie sich

für eine Profi-Karriere entschied, gewann

King die ersten regionalen Meisterschaften

in ihrer Gewichtsklasse. Später das American

Open. 2015 brach sie den Rekord

der Frauen bei den Pan American Games.

King verwendet Klebebänder

an den Daumen, um ihre Haut

zu schützen. Magnesium hält

ihre Hände trocken.

Im Jahr 2016 repräsentierte sie die Vereinigten

Staaten bei den Olympischen

Spielen in Rio de Janeiro. Nun ist sie eine

der Favo ritinnen für Tokio 2020.

Morghan King ist nicht nur eine bemerkenswerte

Athletin. Sie ist auch ein

Symbol: Sie trug massiv dazu bei, Frauen

das Gewichtheben nahezubringen – und

sie hat entscheidenden Anteil daran, dass

Frauen zur am schnellsten wachsenden

Zielgruppe des lange Zeit ausschließlich

männlichen Sports wurden.

Wie viel bedeutet ihr das, eine Vorzeige-

Powerfrau zu sein?

„Ich kann mich erinnern, dass ich

in der vierten Klasse Michael Johnsons

200-Meter-Rekord brechen wollte“, sagt

sie. „Ganz offensichtlich denke ich nicht

in Geschlechterkategorien.“

Wahrscheinlich hat jeder, der in den

letzten fünfzig Jahren Mitglied in einem

Fitnessstudio war, die eine oder andere

Art von Gewichtstraining gemacht. Aber

wie viele können sagen, was ein „clean

and jerk“ ist, oder auch nur einen Namen

eines olympischen Goldmedaillengewinners

im Gewichtheben nennen?

Nach fast einem Jahrhundert als olympische

Randsportart (1920 wurden erstmals

um Medaillen Hanteln gestemmt)

bekommt das Gewichtheben endlich die

Aufmerksamkeit, die es verdient. Der

US‐Verband USA Weightlifting verzeichnete

zwischen 2012 und 2016 einen Anstieg

der Mitgliederzahlen um 125 Prozent.

Zuwachs gibt es vor allem bei den

Frauen. Sie machen mittlerweile 35 Prozent

der Mitglieder aus, im Vergleich zu

bloß 19 Prozent im Jahr 2007.

Für manche ist das eine Folge der Olympischen

Spiele 2000 in Sydney, bei denen

Frauen erstmals als Gewicht hebe rinnen

zugelassen waren und eine US-Amerikanerin

– Tara Nott – die erste Goldmedaille

der Geschichte gewann. Andere führen

den Trend auf die Gewichtseinheiten beim

populären CrossFit zurück.

Und wieder andere machen Morghan

King dafür verantwortlich.

Vom College-Fußball wechselte King

erst zu Halbmarathons und Triathlons.

Dann entdeckte sie CrossFit für sich. Sie

war auffallend talentiert, aber CrossFit

war nur die Einstiegsdroge in den Kraftsport.

„Ich war fit und fühlte mich gut,

aber irgendwas fehlte“, erinnert sie sich.

„Ich wollte einen echten Sport. Ich wollte

stärker werden und begann mich auf das

Gewichtheben zu konzentrieren. Warum?

Gewichtheben gab mir das Gefühl, ich

könnte alles kontrollieren. Alles hing von

mir ab. Das gab mir wirklich Kraft. Mein

ganzes Leben war ich die Kleine gewesen,

hatte mich immer beweisen müssen.“

Wenn man sich in der Szene umhört,

wird der Frauen-Boom oft mit den perfekten

weiblichen Anlagen für diesen

Sport in Zusammenhang gebracht – freilich

ist wissenschaftlich noch gar nicht

belegt, ob diese Anlagen tatsächlich so

perfekt sind. Manche Leistungen sind

aber jedenfalls so beeindruckend, dass

sich Sportwissenschaftler zunehmend

für die physio logi schen Hintergründe

inter essieren.

Neueste Untersuchungen klingen ziemlich

spektakulär – und die bloßen Fakten

auch: Die Männer brauchten sechzig

Jahre – von der ersten Weltmeisterschaft

1891 bis zum Jahr 1951 –, bis der erste

von ihnen in der Lage war, 180 Kilo zu

stemmen. Es dauerte zehn weitere Jahre,

bis der erste Mann sein doppeltes Körpergewicht

schaffte.

Die ersten Frauenwettbewerbe fanden

erst im Jahr 1987 statt. Doch um die erwähnten

zwei Meilensteine zu erreichen,

brauchten die Frauen gerade einmal halb

so lang wie die Männer.

50 THE RED BULLETIN


„Gewichtheben

gibt mir das Gefühl,

alles kontrollieren

zu können.“

King war schon immer sportlich,

aber Gewichtheben war das, was ihr

insgeheim immer gefehlt hatte.


King demonstriert den „clean and jerk“, das

Hochstoßen der Langhantel. „In Wirklichkeit

habe ich mich in diesen Sport verliebt, weil

er so selten perfekt ist“, erklärt sie.

King ist sich auch ohne wissenschaftliche

Studien ihrer Vorbildwirkung

bewusst. „Eines der nettesten Dinge

sagte mir meine Freundin Holley

Mangold (die 2012 bei den Olympischen

Spielen antrat; Anm.): ‚Ich hoffe, du

merkst, welchen Einfluss du auf alle diese

jungen Gewichtheberinnen hast – du

zeigst ihnen, was Frauen draufhaben

können, egal wie groß sie sind.‘“

Den wachsenden Frauenanteil bemerkt

auch der ehemalige olympische Gewichtheber

Jasha Faye. Er ist der Besitzer von

Marin Heavy Athletics, einem Fitnessstudio

in der Nähe von San Francisco,

das sich auf olympisches Gewichtheben

spezialisiert hat. Laut Faye sind die Hälfte

seiner Kunden Frauen. Als er im April

2017 einen lokalen Wettbewerb organisierte,

kamen auf 22 teilnehmende

Frauen nur acht Männer.

Mit gut 1,80 Meter Körpergröße und

einem Gewicht von 100 Kilo, Tattoos von

der Brust bis zu den Zehen und einem

beeindruckenden Bart sieht Jasha Faye

wie ein typischer CrossFit-Trainer aus.

Aber tatsächlich ist er ein Gewichtheber

der alten Schule.

Als der heute 46-Jährige mit 13 Jahren

begann, Gewichte zu stemmen, gab es in

und um San Francisco nur eine Handvoll

Gewichtheberinnen. Jim Schmitz war

einer der Ersten, die in den Siebzigern

anfingen, Frauen zu trainieren.

Schmitz, heute 73, erinnert sich an

Feuerwehrfrauen, Bauarbeiterinnen und

Polizistinnen, Pionierinnen in ihren Jobs,

die ihre Kraft trainieren wollten. Einige

von ihnen wollten sich sogar in Wettbewerben

messen – aber damals gab es

noch keine eigenen für Frauen. Also traten

sie gegen Männer an. „Einige meiner ersten

Wettbewerbe verlor ich gegen Frauen“,

erinnert sich Jasha Faye.

1987 genehmigte die International

Weightlifting Federation die erste Weltmeisterschaft

für Frauen. Zehn Jahre später

wurde die sogenannte „lady bar“ vorgestellt.

Die Hantelstange für Frauen war

kürzer, angeblich besser für kleinere Hände

geeignet und wog mit 15 Kilogramm

um 5 Kilo weniger als die der Männer.

„Die Frauen sind die, die jeden Tag

trainieren“, sagt Faye. „Sie sind zäher,

sie hören zu, sie sind nicht dickköpfig

und nicht egogetrieben.“ Morghan King

ergänzt: „Ich glaube, dass Frauen mehr

nach Perfektion streben. Wir Frauen gehen

technischer an die Sache ran. Wir fragen

nach dem ‚Warum‘, und wir haben Folgefragen.

Wir sind lernbereiter.“

Wenn all die extrem kraftvollen Bewegungen

zu einem perfekten Heber zusammenkommen

– das sei der Moment,

nach dem Frauen süchtig werden, glaubt

King. „Tatsächlich habe ich mich in diesen

Sport verliebt, weil er so selten perfekt

ist“, erklärt sie. „Und genau deshalb erlebt

man magische Momente darin.“

„Man kann die Erfolge von Frauen

besser einschätzen, wenn man Gewichtheben

nicht als Kraftsport betrachtet“,

sagt Jasha Faye. „Du stemmst zwar ein Gewicht,

aber es kommt auf die Bewegung

an, die du ausführst, und die hat einen

Anfang und ein Ende. Und es geht sehr

stark um die Technik. Die kannst du im

Laufe der Zeit perfektionieren.“

Challen Schleh, 32, fing vor zwei Jahren

an, mit Jasha Faye zu trainieren. Mit dem

Stemmen des ersten Gewichts war es um

sie geschehen. Während einer kurzen

Phase als CrossFit-Trainerin machten ein

52 THE RED BULLETIN


paar Frauen besonderen Eindruck auf sie.

Etwa in ihrem Alter, stemmten die Frauen

aberwitzig schwere Ge wichte. Natürlich

hatte Schleh in ihren CrossFit-Kursen

schon Leute beim Gewichtheben beobachtet,

aber nicht auf diesem Niveau.

„Ich spürte die Urgewalt, es ging ums

Wesentliche“, erinnert sie sich, „auf einmal

eröffnete sich mir eine ganz neue Perspektive,

eine neue Art des sportlichen Seins.“

Faye arbeitet wie ein Tenniscoach.

Er schindet seine Gewichtheber nicht bis

zur Erschöpfung, es geht ihm nicht um

das letzte Zusatzgewicht, sondern um die

technische Präzision. Für Challen Schleh

hat der richtige Bewegungsablauf auch

seine eigene Schönheit. Früher wählte sie

selbst ihren Sport, nun hat der Sport sie

„Beim Gewichtheben

geht es um Geschicklichkeit.

Du brauchst

keine mächtigen Muskeln,

um gut zu sein.“

gewählt, sagt sie. „Ich mache noch immer

Yoga und gehe wandern. Aber Gewichtheben

ist meine Obsession geworden.“

Niemand war vom Erfolg und der

Leistungsexplosion der Gewichtheberinnen

mehr überrascht als

die Sportwissenschaft. Das ist wohl

auch der Grund, warum es überraschend

wenige Untersuchungen über

die Körperkraft von Frauen gibt und noch

weniger über Gewichtheberinnen. Darum

erstellen viele Trainer ihre Trainingspläne

nach Bauchgefühl.

„Lange stammten die einzigen wissenschaftlichen

Daten über das Gewichtheben

im Allgemeinen aus dem Russland der

1980er, also aus der Sowjet-Ära“, erklärt

Andy Galpin, Professor an der California

State Univer sity, Fullerton. „Und will man

die Frauen im Speziellen ansehen, gab es

überhaupt keine Daten.“

Galpin arbeitet mit Sportlern aller

Sparten, aber dem Gewichtheben gilt sein

besonderes Inter esse. Er ist selbst aktiver

Gewichtheber, betreibt einen Verein und

arbeitet seit eineinhalb Jahren mit King.

Frustriert über den Mangel an Daten und

entschlossen, Neuland in der Trainingsphysiologie

zu betreten, starteten Galpin

und sein Team 2018 eine eigene Studie.

Die erste Phase endete mit der Sammlung

der Beinbiopsien von 15 Profi-Gewichtheberinnen,

King eingeschlossen. Obwohl

Galpin die Dauer der Studie auf zwei bis

fünf Jahre anberaumt, kristallisieren sich

schon jetzt erstaunliche Erkenntnisse über

die Arbeit der Muskulatur heraus. „Unter

anderem untersuchen wir an den Muskelfasern,

wie viel Prozent davon langsam

zuckend beziehungsweise schnell zuckend

sind“, erklärt er. (Die schnell zuckenden

Muskelfasern sind für schnelle Bewegungen

verantwortlich; Anm.) „Lange Zeit nahm

man an, Frauen hätten überwiegend langsame

Muskelfasern. Wir sehen jetzt aber

exakt das Gegenteil. Manche Frauen haben

fast nur schnelle Fasern, ganz entgegen

der Lehrmeinung. Vielleicht führt uns das

zum Schluss, dass Frauen für diesen Sport

genauso gut geeignet sind wie Männer –

oder vielleicht sogar besser?“

Galpin ist ziemlich zuversichtlich, dass

uns die Gemeinsamkeiten von Männern

und Frauen überraschen werden. Der frühere

Elite-Gewichtheber Andrew „Bud“

Charniga beschäftigt sich seit mehr als

vierzig Jahren mit dem Sport, hielt sogar

THE RED BULLETIN 53


einmal einen Junioren-Weltrekord und

arbeitete mit Frauenteams aus China

und Russland zusammen. In einem seiner

Artikel zum Thema erklärt er, dass „es

schwer vorstellbar ist, dass es einen Kraftsport

gibt, der besser für den weiblichen

Körper gemacht wäre als Gewichtheben“.

Für Charniga, der auch seine Tochter

trainiert, sind größere Beweglichkeit

und geringere Muskelspannung

zentrale Merkmale talentierter

Gewichtheberinnen. „Bei diesem

Sport geht es um Geschicklichkeit“,

erklärt er. „Du brauchst keine mächtigen

Muskeln, um gut zu sein. Du musst auch

nicht aggressiv sein – das verspannt nur

die Muskeln. Relaxt ranzu gehen ist ein

Vorteil. Es erlaubt dir, die Elastizität deiner

Muskulatur zu nutzen.“

Besonders interessiert ist Charniga am

Testosteronspiegel der Frauen (Testosteron

ist das männliche Sexualhormon; Anm.).

Der hat nämlich Einfluss darauf, wie oft

„Mittlerweile werde ich

auf der Straße erkannt“:

Morghan King, Hoffnungsträgerin

ihrer Sportart

man trainieren und wie schnell man sich

vom Training erholen kann. Charnigas

Vermutung: Ihr niedriger Testosteronspiegel

helfe den Gewichtheberinnen,

die gewaltigen Belastungen leichter zu

bewältigen.

Andy Galpin meint zwar, dass an diesem

Ansatz etwas dran sein könnte, warnt

aber davor, einen Trainingsplan darauf

aufzubauen, bevor man Genaueres wisse.

„Es könnte auch das Östrogen sein, das

die Erholung fördert“, erläutert er (Östrogen

ist das weibliche Sexualhormon; Anm.).

Frauen haben zwei

wichtige Meilensteine

des Gewichthebens

doppelt so schnell

erreicht wie Männer.

„Aber wir wissen es noch nicht. Wir wissen

bloß, dass es Vorteile gibt, die Frauen

Männern gegenüber haben. Jetzt müssen

wir nur noch herausfinden, welche das

sind.“

Galpin betont zwar, kein Sportpsychologe

zu sein. Doch er glaubt, dass Frauen

nicht nur körperlich, sondern auch geistig

besser fürs Gewichtheben gerüstet sind

als Männer.

„Ich habe schon mit einigen Olympiateilnehmerinnen

und professionellen

Athletinnen gearbeitet und muss sagen,

dass Frauen Kritik viel besser aufnehmen

als Männer“, sagt er. „Ich brauche Frauen

niemals zu etwas zu überreden – sie wollen

einfach eine fundierte Anleitung, ich

gebe sie ihnen, und dann ziehen sie ihr

Ding durch.“

Für die meisten Frauen, die Gewichtheben

in ihr Trainingsprogramm eingebaut

haben, spricht der Fitnessgewinn

für sich selbst. Viele sehen im Gewichtheben

die ultimative Symbiose der vier

Grundbewegungen Drücken, Ziehen,

Springen und In-die-Hocke-Gehen. Deswegen

bauen es auch alle Profisportler,

vom Basketballspieler bis zum Wrestler,

in ihr Training mit ein.

Die Skifahrerin Mikaela Shiffrin,

Doppel olympiasiegerin und fünffache

Weltmeisterin, hebt Gewichte, um bei

ihren Slalomläufen mehr Körperspannung

halten zu können. Die Sprinterin LoLo

Jones stemmt, um das Letzte rauszuholen,

wenn sie über die Hürden springt.

„Man nutzt den ganzen Körper, alles

spielt zusammen“, erklärt Faye. „Man

trainiert keinen Körperteil einzeln, man

zerteilt keinen Bewegungsablauf. Dürfte

man nur ein einziges Training ausüben, das

möglichst viele Körperbereiche auf einmal

einbezieht, wäre es Gewicht heben.“

Morghan King lebt wie alle Profisportler,

die für Olympia trainieren,

in einer Blase aus Training,

Aufbaushakes und Ruhephasen.

Trotzdem hat sie immer noch

eine enge Verbindung zum Hobbysport.

Beim Training in Rumänien fiel ihr auf,

hauptsächlich von Frauen umgeben zu

sein. „Vor fünf Jahren wären es zu siebzig

Prozent Männer gewesen“, sagt sie.

Das Fitnessstudio, in dem sie immer

trainiert, hat jetzt zehn Gewichthebeplattformen.

Und die Leute erkennen sie

auf der Straße.

„Vor kurzem war ich in einem dieser

Sportclubs, wo sie einen Pool, Tennisplätze,

Sauna und all das haben“, erzählt

sie. „Während ich Gewichte stemmte,

kam ein Mädel zu mir rüber und fragte

mich, ob ich Morghan King sei. Sie hatte

D

54 THE RED BULLETIN


„Wir hören nicht mehr

auf Leute, die uns sagen,

was wir machen dürfen.

Wir entscheiden selbst.“

Trainingsvorbereitung auf Olympia 2020. Bei

den Olympischen Spielen 2016 überbot King

einen 16 Jahre alten US-amerikanischen Rekord

und belegte den sechsten Platz.

gerade einen Kurs für eine Zulassung als

Wettkampf-Gewichtheberin im Verband

gemacht – und stell dir vor, sie war noch

kleiner als ich!“

FAHRSPASS,

EN SICH JEDER

LEISTEN KANN.

Wie Charniga hat auch Jasha Faye eine

Tochter, die leidenschaftlich Gewichte

hebt. Sie ist gerade einmal 14 Jahre alt.

„Isabella liebt das Gewichtheben, und

sie liebt ihr Team“, sagt Faye. „Sie ist umgeben

von starken, schönen Frauen, die

früh ins Bett gehen und sich gesund ernähren,

weil sie mit Leidenschaft bei der

Sache sind. Es macht sie total stolz, wenn

sie mit dem Wissen zur Schule geht, dass

sie davor schon trainiert hat.“

Andere Frauen zu inspirieren scheint

für King eine ebenso große Motivation

zu sein, wie Medaillen zu gewinnen. Die

Frauen, die bei Olympischen Spielen antreten,

treiben sie ebenso an wie die nachdrängenden

Amateure. „Viele dieser Sportlerinnen

würden wohl über sich sagen:

‚In meiner Jugend war ich ein Tom boy‘“,

meint King. „Man sitzt zwischen den

Stühlen – man ist immer noch feminin,

aber man passt nicht in eine Schublade.“

Und das ist gut so: „Wir hören nicht

mehr auf Leute, die uns sagen, was wir

machen dürfen. Wir entscheiden selbst.

Da draußen gibt es viele ‚kleine Mädchen‘,

die die Burschen in den Schatten stellen,

und das ist vollkommen normal – das ist

eine tolle Sache.“

Folge @kingmorghan auf Instagram

BMW Motorrad

FAHRSPASS, DEN SICH

JEDER LEISTEN KANN.

Es sind die spontanen Erlebnisse, die Wochenend-Trips, die Ausfl üge nach Feierabend,

die einfach Spaß machen, inspirieren und MAKE LIFE A RIDE verkörpern.

Unsere G 310’er Modelle sind der Inbegriff dieses Lebensgefühls von BMW

Motorrad. Leicht, kraftvoll, durchzugsstark und extrem wendig: Du kannst fl ink

und sportlich durch engste Straßen deiner Stadt schlängeln, so wie kraftvoll und

souverän jeden Landstraßenkilometer und Alpenpass hinter dir lassen.

Hol dir jetzt dein Vorteilsangebot!*

G 310 R

Ab € 4.990,- (inklusive MwSt.)

€ 600,- Gutschein für BMW Motorrad Ausrüstung und Zubehör

Leasingrate ab € 66,- / Monat bei € 0,- Anzahlung**

G 310 GS

Ab € 5.790,- (inklusive MwSt.)

€ 750,- Gutschein für BMW Motorrad Ausrüstung und Zubehör

Leasingrate ab € 77,- / Monat bei € 0,- Anzahlung**

Willst du mehr Informationen oder eine Probefahrt buchen?

Dann schau auf www.bmw-motorrad.at/de/310dayone.html oder

komm bei deinem BMW Motorradhändler vorbei. Jetzt zuschlagen.

€66,-

AB

/MONAT BEI € 0,- ANZAHLUNG**

* Angebot nur gültig für lagernde G 310 R und G 310 GS und solange der Vorrat reicht. Gilt nur bei teilnehmenden BMW Motorrad

Händlern, ausschließlich für Privatkunden, nicht mit anderen Angeboten im Gleichen Zeitraum kombinierbar. Weitere Informationen

zum Angebot und den verfügbaren Modellen erhältst du bei deinem BMW Motorrad Händler.

** Leasingrate G 310 R / € 66,-

Angebot der BMW Austria Leasing GmbH, BMW Select Leasing für die BMW G 310 R Aktionspreis € 4.990,-, Anzahlung € 0,-,

Laufzeit 36 Monate, Leasingentgelt € 66,- monatlich, 5.000 km p.a., Restwert € 2.817,35, Rechtsgeschäftsgebühr € 27,56,

Bearbeitungsgebühr € 110,-, eff. Jahreszins 3,15%, Sollzins var. 1,75%, Gesamtbelastung € 5.330,92. Beträge inkl. NoVA u.MwSt..

Angebot freibleibend. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

** Leasingrate G 310 GS / € 77,-

Angebot der BMW Austria Leasing GmbH, BMW Select Leasing für die BMW G 310 GS Aktionspreis € 5.790,-, Anzahlung €

0,-, Laufzeit 36 Monate, Leasingentgelt € 77,- monatlich, 5.000 km p.a., Restwert € 3.253,40, Rechtsgeschäftsgebühr € 32,16,

Bearbeitungsgebühr € 110,-, eff. Jahreszins 3,08%, Sollzins var. 1,75%, Gesamtbelastung € 6.167,56. Beträge inkl. NoVA u.MwSt..

Angebot freibleibend. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.


DER WEG

DER GIGANTEN

LEONARDO DiCAPRIO und BRAD PITT residieren seit Jahrzehnten im

Hollywood-Olymp. Nun stehen sie erstmals gemeinsam vor der Kamera –

für Quentin Tarantino. Hier erzählen sie, wie du an der Spitze überlebst:

indem du mutige Entscheidungen triffst und deine Reise trotzdem genießt.

Interview RÜDIGER STURM

56


ANDREAS RENTZ/GETTY IMAGES

Cooles Trio: Regisseur

Quentin Tarantino (li.), 56,

Leonardo DiCaprio, 44,

und Brad Pitt, 55, bei der

Premiere von „Once Upon

a Time … in Hollywood“

diesen Mai in Cannes


„ ICH HABE NOCH IMMER DEN HUNGER, ETWAS TOLLES

ZU ERSCHAFFEN, WAS MICH AUCH SELBST BEWEGT.“

LEONARDO Di CAPRIO

einig: Das Entscheidende ist, dass du in

dem, was du tust, eine Bedeutung findest.

Wenn uns das weiterhin gelingt, werden

wir in unserer jeweiligen Karriere auch

einen passenden Übergang in eine neue

Phase erleben – so nach dem Beispiel von

Anthony Hopkins oder Gene Hackman.

In

dieser Liga spielen nur ganz wenige mit.

Brad Pitt, 55, und Leonardo DiCaprio,

44, zählen zu jenen Hollywoodstars, die

einen Film ganz allein schultern können –

künstlerisch und an der Kinokasse. Wobei

sich zwischen den Karrieren der beiden

Oscar-Gewinner eine auffallende Parallele

zeigt: Im Gegensatz zu anderen Großkalibern

ihrer Generation haben sie sich

niemals auf eine bestimmte Rolle festlegen

lassen. Während Kollegen wie

Johnny Depp (als Jack Sparrow), Tom

Cruise (Ethan Hunt) oder Robert Downey

jr. (Tony Stark) ihre Millionen zunehmend

in Serie(n) scheffeln, suchen Pitt und

DiCaprio mit jedem neuen Filmprojekt

eine neue Herausforderung – und wagen

damit jedes Mal enorm viel.

In Quentin Tarantinos zehnter Regiearbeit

„Once Upon a Time … in Hollywood“

stehen die beiden Superstars nun

erstmals gemeinsam vor der Kamera, und

Regie-Legende Tarantino verspricht „das

aufregendste Star-Duo seit Paul Newman

und Robert Redford“. Wir haben Pitt und

DiCaprio zum Interview gebeten, um

die beiden zu einem Thema zu be fragen,

in dem sie nachweislich Experten sind:

Wie überlebt man dauerhaft in der

dünnen Luft ganz an der Spitze?

the red bulletin: Brad, Leo, in

eurem neuen Film „Once Upon a Time

… in Holly wood“ gibt Leo einen Schauspieler,

der seine besten Tage lange

hinter sich hat. Von euch beiden kann

man das wohl nicht behaupten …

brad pitt: Stimmt, aber auch wir haben

ein Ablaufdatum, das ist uns deutlich

bewusst. Umso mehr wissen wir daher

die Zeit zu schätzen, die wir bislang in

dieser privilegierten Position an der Spitze

zubringen durften. Leo und ich haben uns

lange darüber unterhalten und sind uns

Um in diese Position zu gelangen, habt

ihr beide euch mittlerweile fast dreißig

Jahre an der Spitze halten müssen.

Wie überlebt man das?

leonardo dicaprio: Ich glaube, das hat

viel mit Ernsthaftigkeit und einer gewissen

Demut zu tun. In meinen Augen sind Filme

die wichtigste moderne Kunstform. Wir

empfinden es als Ehre und Privileg, dass

wir ein Teil davon sein dürfen. Brad und

ich haben ungefähr zur selben Zeit in dieser

Branche angefangen und wissen beide,

dass es immer nur eine Chance gibt, den

Durchbruch zu schaffen – und wie schwer

es ist, diese eine Chance zu bekommen.

Vom vielzitierten richtigen Ort zur richtigen

Zeit rede ich da noch gar nicht …

pitt: Es ist ungefähr so, als würdest du

in der Lotterie gewinnen. Es gibt so verdammt

viele talentierte Leute da draußen.

Der Trick besteht also darin, dass du auch

im Zimmer bleibst, sobald du es zur Tür

hinein geschafft hast. Wir beide hatten

die Gelegenheit, zu lernen, wie das geht.

Deshalb haben wir überlebt und unseren

eigenen Weg gefunden.

Wie lässt sich dieser eigene Weg in

einem derart schnelllebigen Business

überhaupt beeinflussen?

dicaprio: In erster Linie, indem man

immer und ohne Kompromisse versucht,

die richtigen Projekte auszuwählen. Wir

haben hart an Filmen gearbeitet, die für

uns eine kreative Herausforderung und

gleichzeitig auch große Kunstwerke waren.

Woher kommt dieser Antrieb?

dicaprio: Ich komme aus keiner allzu

wohlhabenden Familie und war wohl

auch deshalb besonders ambitioniert.

Außerdem bin ich in Los Angeles aufgewachsen,

mir war also von Anfang an

klar, wie schwer es ist, als Schauspieler

Arbeit zu bekommen – was mich nur noch

mehr motiviert hat. Woher dieser Antrieb

stammt, weiß ich selbst nicht so genau. Es

ist eher wie das Bedürfnis, einen Hunger

zu stillen – aber es ist kein Hunger nach

Reichtum oder Berühmtheit.

Sondern?

dicaprio: Der Hunger, etwas Tolles zu

schaffen, was mich selbst bewegt. Und

das ist keineswegs einfach. Du denkst dir:

„Hey, ich habe das richtige Material und

einen tollen Regisseur“ – und dann geht

es trotzdem schief. Aber du musst immer

dranbleiben und weitermachen, dir sagen:

„Ich will, dass etwas Großartiges dabei

herauskommt.“ Diese Einstellung hat sich

bis heute nicht geändert.

ART STREIBER/SONY PICTURES

58 THE RED BULLETIN


Diese Besetzung sitzt:

Quentin Tarantino mit

seinen Hauptdarstellern

Leonardo DiCaprio, Margot

Robbie und Brad Pitt

„ DER GROSSE FEHLER LIEGT, GLAUBE ICH, DARIN,

IM RESULTAT NACH DER BEDEUTUNG ZU SUCHEN.

DU FINDEST DIE BEDEUTUNG IM TUN.“ BRAD PITT

pitt: Man darf auch nicht vergessen,

dass du für einen Film viel Lebenszeit

investieren musst – das können schon mal

ein bis zwei Jahre sein. Bei einer großen

Rolle kann allein die Vorbereitung an die

sechs Monate dauern, und dann bist du

auch noch in die Nachbereitung involviert.

Die Sache sollte also richtig Gewicht

haben. Schließlich weiß ich nicht, wie

viel Zeit mir selbst noch bleibt.

Wie erkennt man, ob ein Filmprojekt

das Zeug zu etwas Großartigem hat?

dicaprio: Du kannst es naturgemäß nur

erahnen. Allerdings weißt du, was du nicht

willst. Tatsächlich besteht ein wichtiger

Teil des Filmemachens darin, dass du dich

mit dem Regisseur darauf einigst, was du

nicht magst und was du nicht tun willst.

Das gibt dir eine Ausgangsbasis, um auszuloten,

was du wirklich tun möchtest.

pitt: Ganz wichtig für mich ist, dass ich

Dinge nicht wiederhole. Ich will mich

weiterbewegen, auf Gedeih und Verderb.

Ich kann nicht zurück. Das ist auch bei

meinen Reisen so. Wenn ich erst mal

aufgebrochen bin und feststelle, dass ich

meine Brille oder meinen Führerschein

vergessen habe, kehre ich nicht um. Daher

wähle ich Projekte nach einem schwer

beschreibbaren Gefühl, dass nämlich

dieses nächste Projekt mir etwas Neues,

anderes bietet. Und dann bleib ich dran.

Also gut, man entscheidet sich für

ein Projekt, das einem viel bedeutet.

Was ist der nächste Schritt?

dicaprio: Ich halte Recherchen für den

wahrscheinlich unterschätztesten Teil

THE RED BULLETIN 59


eim Filmemachen. Im Zuge der Vorproduktion

musst du deine Figuren genau

analysieren. Wenn du beim Dreh nicht

schon einen ganzen Wissensschatz zu diesen

Personen und ihren Verhaltensweisen

aufgebaut hast, wenn du dich darin nicht

sattelfest fühlst, dann kannst du sie nicht

authentisch darstellen. Denn es wird

immer unangenehme Überraschungen

geben. Dinge ändern sich tagtäglich, du

änderst deine Meinung, der Regisseur

ändert seine … In diesen Momenten

kannst du nur richtig reagieren, wenn

du in deiner Rolle ganz zu Hause bist.

pitt: Und du musst den Schaffensprozess

genießen. Das ist auch einer der Gründe,

warum sich kein anderer Dreh mit dem

eines Tarantino-Films vergleichen lässt –

wegen seiner Liebe zum Film. Manchmal

sagt Quentin nach einer Einstellung: „Wir

haben’s im Kasten. Aber wir werden’s

noch mal drehen. Und warum …?“ Dann

ruft die ganze Crew im Chor: „… weil wir

es lieben, Filme zu machen.“ Mit dieser

Einstellung führt er das ganze Team.

dicaprio: Brad hat recht. Das würde ich

Pitt und DiCaprio in

Cannes: „Eine Karriere

beim Film gleicht einer

Achterbahnfahrt. Es geht

immer rauf und runter.“

„WENN DU NICHT AN DEIN PROJEKT GLAUBST, DANN ERWEIST DU IHM

EINEN BÄRENDIENST – DU ENTEHRST ES.“ LEONARDO Di CAPRIO

auch meinem jüngeren Ich raten: Treib

dich an, nimm alles ernst! Versuch das

Unmögliche! Und genieße deine Reise.

Hollywood ist allerdings nicht unbedingt

als Ort für Friede, Freude,

Eierkuchen bekannt. Ist es nicht eher

das ungemütliche Haifischbecken?

pitt: Ich weiß, es gibt die Ansicht, dass

jeder in Hollywood Nabelschau betreibt

und nur in „Ich, Ich, Ich!“-Kategorien

denkt. Das will ich gar nicht bestreiten,

aber das gibt es in allen Branchen. Und

die für mich interessantesten Leute in

unserem Beruf sind diejenigen, die Dinge

hinterfragen und sich für intelligente,

provokante Ideen interessieren. Das sind

Menschen, die beim Geschichtenerzählen

nach sich selbst, nach dem Wert des

Erzählten, nach Antworten und tieferer

Bedeutung suchen.

dicaprio: Was nicht heißt, dass es nicht

auch Meinungsverschiedenheiten geben

kann. Ich kann ganz unverblümt offen

sein. Das habe ich in meinen Genen.

Das mag manchmal zu Spannungen mit

meinen Mitstreitern führen, aber das ist

etwas Gutes. Denn ansonsten machst du

etwas, woran du nicht glaubst. Und wenn

du nicht an dein Projekt glaubst, dann

erweist du ihm einen Bärendienst, du entehrst

es. Ich glaube, kein Regisseur kann

von mir behaupten, dass ich mit meiner

Meinung zu Projekten je hinterm Berg

gehalten hätte. Und ich hoffe, dass diese

Filme dadurch besser geworden sind.

pitt: Leo und ich haben mit sehr aufgeschlossenen

und intelligenten Leuten

gearbeitet. Und dabei kommt es natürlich

auch zu Diskussionen. Wenn dir klar ist,

dass du es mit einer inspirierenden Person

zu tun hast, dann kannst du etwas von ihr

lernen. Deshalb mag ich es, mit Regisseuren

zu arbeiten, die schlauer sind als ich.

Was kann man denn von Quentin

Tarantino lernen?

pitt: Quentin will alles real in der Kamera

einfangen. Da gibt es keine Computereffekte.

Meine Figur, ein Stuntman, hat

eine ganz lange Kampfszene mit Bruce

60 THE RED BULLETIN


„ ICH WILL MICH NICHT WIEDERHOLEN, SONDERN

MICH WEITERBEWEGEN, AUF GEDEIH UND VERDERB.

ICH KANN NICHT ZURÜCK.“ BRAD PITT

ANDREAS RENTZ/GETTY IMAGES, 2019 SONY PICTURES ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND GMBH (3)

Lee. Und Quentin sagte: „Wir drehen das

alles in einer Einstellung – ohne Schnitte.“

Darauf ich: „Aber du kannst es doch

danach so schneiden, dass es genau so

wirkt.“ Aber er blieb hart: „Wenn wir alles

in einer Einstellung bringen, dann muss

das auch exakt so gefilmt werden.“ Und

genau das haben wir gemacht. Du kannst

mit ihm debattieren, aber du solltest nicht

mit ihm streiten.

Wo wir beim Thema Konfrontation

sind: Hat einer von euch sich jemals

einen echten Kampf mit einem Co-

Darsteller geliefert?

pitt: Nein, aber bei einem Actionfilm ließ

der Regisseur mich und meine Kollegen

gegeneinander boxen. Er erklärte, dass

wir uns auf diese Weise besser kennenlernen.

Seine Worte waren: „Du erfährst

erst richtig etwas über jemanden, wenn

du ihm ins Gesicht schlägst.“ Wir haben

durch das Sparring einen richtigen Gemeinschaftsgeist

entwickelt. Einerseits

bist du aggressiv, andererseits hältst du

dich auch zurück, weil dir der andere

Neulich in Hollywood

Auf die große Leinwand – um jeden Preis:

Nach diesem Motto versuchen TV-Star

Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und sein

Stunt-Double Cliff Booth (Brad Pitt), in

Hollywood Fuß zu fassen. Quentin Tarantinos

„Once Upon a Time … in Hollywood“ feiert

die Traumfabrik der ausklingenden 1960er-

Jahre – mit perfekt inszenierter Nostalgie

und einer gehörigen Portion Gewalt.

159 Minuten, ab 15. August in den Kinos

etwas bedeutet. Du zeigst Wettbewerbsgeist

und zugleich Beschützerinstinkt.

Wie stark ist der Wettbewerbsgeist beim

Drehen? Wie groß ist die Versuchung,

eine Szene an sich zu reißen?

dicaprio: Das ist nie ein Thema. Wir

machen, was für die Rolle richtig ist.

pitt: Ja, das ist eine Sackgasse. Wenn

du um so etwas kämpfst, bist du auf dem

sichersten Weg, den Film zu vermurksen.

Bei einem großartigen Projekt muss jeder

die Chance haben, sein Bestes zu geben.

All diesen Erkenntnissen zum Trotz

waren nicht alle eure Filme durchschlagende

Erfolge …

pitt: Das kommt immer darauf an, wie

man Erfolg definiert. Ich erinnere mich,

wie ich Anfang der Neunziger einmal

die Turnwettbewerbe bei der Olympiade

anschaute. Da gab es eine Russin, die als

absolute Favoritin galt. Aber nach den

ersten zehn Sekunden ihres Programms

stürzte sie. Ich sah, wie sie dann wieder

aufstand und alles perfekt durchzog. Das

war für mich höchst inspirierend und

bewegend. Alle sprachen davon, was das

für eine Erniedrigung gewesen sei, aber

für mich war das ein wahrer Sieg. Wenn

es also um Filme geht, dann denken wir

oft nicht an den Schwierigkeitsgrad. Für

mich definiert sich Erfolg aber genau darin

– und nicht in der Frage, ob er als bester

Film in den Jahrbüchern stehen wird.

Doch Misserfolge aus dem Blickwinkel

der Öffentlichkeit können auch zum

Ende einer Karriere führen.

pitt: Irgendwann wird jeder mal eine

vergessene Größe sein. Du kannst nichts

anderes tun, als einfach weiterzumachen.

dicaprio: Letztlich ist jede Karriere eine

Achterbahnfahrt. Es geht immer rauf und

runter. Deshalb bleibt dir nichts anderes

übrig, als das Ganze als Langstreckenlauf

zu betrachten.

pitt: Ich glaube, der große Fehler liegt

darin, nach der Bedeutung im Resultat zu

suchen. Du findest die Bedeutung im Tun.

Jeden Tag. Darauf kommt es an. Aber

das zu finden ist zugegebenermaßen ein

ständiger Kampf.

THE RED BULLETIN 61


INNOVATOR

GUTE

IDEEN FÜR

EINE BESSERE

ZUKUNFT

Mars Base One

Hier wirst du

zum Marsianer

Sich einmal fühlen wie ein Astronaut,

ohne den Planeten zu verlassen – in

China ist das möglich. Und zugleich ein

großer Schritt auf dem Weg zum Mars.

Was auf den ersten

Blick aussieht wie

eine Siedlung auf

dem Mars, ist doch ein Bauwerk

auf der Erde. Es steht in

der Wüste Gobi, rund 40 Kilometer

von der chinesischen

Minenstadt Jinchang entfernt.

„Mars Base One“ wurde errichtet,

um das Leben auf

unse rem Nachbarplaneten zu

simulieren. Die Basis besteht

aus neun Kapseln, die man

auch auf dem roten Planeten

bräuchte – vom Kontrollraum

über ein Gewächshaus bis zur

Recyclinganlage –, und entstand

als Zusammenarbeit der

Bildungsinitiative C-Space mit

Chinas Raumfahrtprogramm.

In der terrestrischen Mars-

Station können Besucher

(vorerst nur aus China, später

auch aus aller Welt) nun am

eigenen Leib erleben, was es

heißt, auf engstem Raum mit

minimalen Ressourcen auskommen

zu müssen. Wasser

muss etwa bis auf den letzten

Tropfen wiederaufbereitet

62 THE RED BULLETIN


Aus dem Kontrollraum kommuni zieren

die Marsianer mit der „Erde“.

IN ALLER

KÜRZE

ÜBER-

FLIEGER

Diese Start-ups

machen Fliegen

ökologischer und

spannender.

Der Fahrradcomputer

SmartHalo 2 liefert

via App alle Infos

zu deiner Tour.

Speisekammer: Im Gewächshaus

werden Pflanzen gezüchtet.

GUTES GEWISSEN

IM GEPÄCK

Mindful Flights (im Bild

Co-Founder Christoph

Rebernik) bietet dir die

Möglichkeit, den CO ²

-

Fußabdruck pro Flug

zu berechnen und ihn

durch Spenden an UN-

Klimaschutzprojekte

wieder auszugleichen.

mindfulflights.com

AUFBRUCH

INS UNGEWISSE

Das SurpTravel-Team

rund um Andreas Näf

bietet Überraschungsreisen

in Europa an.

Du sagst, wann du

fliegen möchtest, und

er fährst erst am Flughafen,

wo es hingeht.

surp.travel

SmartHalo 2

Toller Tacho

Mit diesem smarten Fahrradcomputer wird

dein Lenker zum Denker – und deine nächste

Ausfahrt ein ganzes Stück sicherer.

Du verirrst dich mit

deinem Fahrrad ständig

im urbanen Verkehrschaos

oder hast Angst,

dass es dir gestohlen wird?

Das kanadische Unternehmen

SmartHalo glaubt, mit

dem gleichnamigen Gerät

eine Lösung für diese Probleme

gefunden zu haben.

Der handflächengroße

Fahrradcomputer ist Navigationssystem,

Licht, Fitness

trainer, Smartphone-

Nachrichtenzentrale und

Alarmanlage in einem. Er

stellt sicher, dass du wichtige

Infos nicht versäumst,

dabei die Straße aber weiterhin

im Blick behältst.

Das Instrument wird am

Lenker montiert, über eine

Smartphone-App gekoppelt

und kann nur mit einem

Spezialschlüssel entfernt

werden. „Da wir selbst Radfahrer

sind, wollten wir endlich

die zwei größten Probleme

von Radfahrern in der

Stadt lösen: Navigation und

Sicherheit“, so Xavier Peich,

Geschäftsführer des Startups

mit Sitz in Montreal.

SmartHalo 2 ist ab 139 Euro

auf Kickstarter erhältlich.

smarthalo.bike

werden. Das Essen ist extra

proteinreich. Und Spaziergänge

sind nur im Raumanzug

und nach Passieren einer Luftschleuse

möglich.

Die 1115 m² große Anlage

soll in der Bevölkerung Interesse

für Weltraumforschung

wecken – und der chinesischen

Raumfahrt zugleich

dabei helfen, junge Wissenschaftler

zu gewinnen. Denn

irgendwann soll die Mars-

Station ja dort stehen, wo sie

dem Namen nach hingehört.

Mehr Inspiration, die

Zukunft mitzugestalten,

gibt es im INNOVATOR.

Infos und Abo unter:

redbulletininnovator.com

JONATHAN BROWNING/INSTITUTE LOU BOYD

Der SmartHalo 2 vereint u. a. Navi,

Licht und Fitnesstracker.

THE RED BULLETIN 63


Perfekter

Sound für Ihre

Dinnerparty:

der Amazon

Echo Plus

(2. Generation)

SO WIRD IHR ABEND

MIT FREUNDEN

EINMALIG!

Warum mit

Amazon Echo

mehr Zeit für

unvergessliche

Momente bleibt.

Hand aufs Herz: Wann

haben Sie Ihren Liebsten

zuletzt ungeteilte Aufmerksamkeit

geschenkt? Nein, wir wollen

Ihnen kein schlechtes Gewissen

machen – es geht uns doch allen so!

In der Hektik des Alltags wird es

immer schwieriger, all seine Liebsten

an einen Tisch zu bekommen. Umso

wichtiger ist es, diese wertvollen

Momente in vollen Zügen genießen

zu können. Doch wer kennt es nicht?

Sobald der Blick – wenn auch nur

kurz – aufs Smartphone gerichtet ist,

ist es fast unmöglich, dem Gespräch

zu folgen, geschweige denn aktiv daran

teilzunehmen. Wäre es da nicht

herrlich, beim nächsten Get-together

das Smartphone gar nicht erst in die

Hand nehmen zu müssen?


THE RED BULLETIN PROMOTION

Amazon Echo – das Geheimrezept

für einen gelungenen Abend

Genau hier setzt die Produktfamilie des

Amazon Echo an. Statt beim Hantieren

in der Küche auch noch das Rezeptbuch

hervorzukramen oder mit schmierigen

Fingern auf dem Bildschirm herumzutippen,

bitten Sie einfach Ihren Amazon

Echo um Hilfe: „Alexa, finde ein

Rezept für Quinoa-Salat.“ Denn

Alexa macht Ihnen auf Anfrage nicht

nur Rezeptvorschläge zum Wunschgericht,

Sie werden auch Schritt für

Schritt von den Rezeptzutaten bis zum

fertigen Gericht geführt. Wussten Sie

außerdem, dass Sie mit dem smarten

» ALEXA,

SPIEL

GUTE-

LAUNE-

MUSIK! «

Lautsprecher mehrere Timer gleichzeitig

stellen können? Mit „Alexa,

stell einen Quinoa-Timer für

zwanzig Minuten“ erinnert Sie Alexa

schließlich, wenn die Kochzeit beendet

ist – und Sie können sich in der Zwischenzeit

ganz Ihren Liebsten widmen.

Apropos: Nicht nur das Essen, sondern

auch das Ambiente soll perfekt sein.

Kein Problem! Sie müssen sich einfach

nur eine smarte Glühlampe zulegen,

und schon lässt sich das Licht mit dem

Amazon Echo per Sprachbefehl steuern,

etwa: „Alexa, dimm das Wohnzimmerlicht

auf 20 Prozent.“ Fehlt

nur noch der richtige Sound, oder?

Gemeinsam neue und alte

Lieblingssongs entdecken

Ganz egal, ob Sie sich durch einen

bestimmten Song in den letzten gemeinsamen

Urlaub zurückversetzen

und dabei natürlich lautstark mit ­

singen wollen oder Inspiration für

neue Lieblingssongs suchen, auf die Sie

vielleicht nie gekommen wären – ein

kurzer Sprachbefehl an Alexa genügt.

Wie wäre es zum Beispiel mit „Alexa,

spiel Jazz.“?* Selbstverständlich

schafft der Amazon Echo mit „Alexa,

welcher Song läuft gerade?“ auch

Klarheit, falls sich Ihre Liebsten nach

intensiver Diskussion partout nicht

einigen können, von wem der coole

Song eigentlich ist. Und das Beste: Sie

haben bei all dem die Hände frei, um auf

alte und neue Erlebnisse anstoßen zu

können. Sie verpassen keinen gemeinsamen

Moment mehr! Und davon soll

es selbstverständlich bald noch viele

weitere geben. Also fragen Sie Alexa am

besten gleich nach dem nächsten freien

Termin in Ihrem Kalender. Denn nach

einem Abend voller toller Gespräche

und gutem Essen wird klar: Das muss

schnell wiederholt werden!

MEHR MÖGLICHKEITEN FÜR ALEXA –

MIT DEM NEUEN ECHO SHOW 5

Fotos: Amazon; * Separates Musik-Abonnement möglicherweise erforderlich

Innerhalb der Amazon Echo Produktfamilie

besticht der neue Echo

Show 5 dank 5,5-Zoll-Display durch

sein besonders kompaktes Design.

Damit ist er die optimale Lösung,

um sich von Alexa in jedem Raum

die verschiedensten Inhalte anzeigen

zu lassen – sei es ein Rezept, die

Wettervorhersage oder die Bildübertragung

Ihrer Baby-Kamera.

Außerdem schafft Echo Show 5 Unterhaltung

für jeden Augenblick des

Tages. Fragen Sie Alexa zum Beispiel

einfach nach Ihrer Lieblings musik.

Mitsingen ist ausdrücklich erlaubt!

Denn auch die entsprechenden Lyrics

werden auf dem Bildschirm angezeigt.

Wie bei allen Echo-Geräten

können Sie bei Bedarf das Mikrofon

per Knopfdruck ein- und ausschalten.

Dar über hinaus verfügt der Echo Show

5 über eine integrierte Kameraabdeckung,

die über die Linse geschoben

werden kann. Preis: € 89,99

Die Echo Produktfamilie ist nicht nur

bei AMAZON erhältlich – ab sofort

können Sie die Geräte auch im Handel

bei SATURN oder MEDIA MARKT

entdecken.


Unser Mann

am Steuer

Redakteur Jessner

unter Rennfahrern

am Red Bull Ring.

KTM X-Bow Battle,

300 PS, Heckantrieb,

keine Fahrhilfen.

66


DER

RED BULLETIN

EINMAL

IM LEBEN ...

SELBST-

VERSUCH


... RENN-

FAHRER

SEIN

Wenn man sich den Jugendtraum

„Rennfahrer“ im fortgeschrittenen Alter

erfüllen will: Wie nahe kommt man den

Profis? Ein Selbstversuch im KTM X-Bow.

Text WERNER JESSNER

Fotos KONSTANTIN REYER

68


Augen

auf Grün

Essenziell ist das

kleine grüne Display,

das dir in Echtzeit

mitteilt, ob du aktuell

schneller oder langsamer

unterwegs bist

als auf der persönlich

schnellsten Runde.


Wenn sich Kombis mit Frontantrieb

und Automatikgetriebe ins Leben

geschlichen haben, wenn man ein

Netflix- statt eines Kino-Abos hat

und ohne längeres Nachdenken

nicht mehr sagen kann, welches

das letzte besuchte Live-Konzert

war, wird es Zeit, etwas zu ändern.

Nicht dauerhaft, denn wer würde

schon einen Saab verkaufen, auf

das Ende der letzten Staffel dieser

spannenden Serie verzichten oder

eine Band, die man schon dreimal

live gesehen hat, ein viertes

Mal anschauen gehen? Aber

zumindest für ein Wochenende

könnte man doch aus der selbst

geschaffenen Bequemlichkeit ausbrechen

und das tun, was man

sich mit 15 Lebensjahren für sein

Leben mit 25 ausgemalt hatte:

Rennfahrer sein.

Profi-Rennfahrer wirst du

allerdings nicht von heute auf

morgen, nicht mit allem Geld der

Welt. Aber es gibt Möglichkeiten,

zumindest halbernst schnell im

Kreis zu fahren: Markenpokale,

Gentlemen-Racer-Serien, Langstreckenfahrten.

Natürlich ergibt

das bereits einen passablen Kick,

doch wir wollten den echten

Stoff: Anstatt in eine Serie mit

hochgezüchteten Kleinwagen

schrieben wir uns in die KTM

X‐Bow Battle ein.

Was du damit fahren darfst:

den KTM X-Bow, einen nur

810 Kilo leichten, 300 PS starken

Rennwagen mit Carbonchassis,

dessen Entwicklungsziel war,

„ein Formel-3-Auto mit zwei

Sitz plätzen zu bauen“, so KTM-

Vorstand Hubert Trunkenpolz.

Formel 3: Das ist die letzte oder

vorletzte Stufe vor der Formel 1,

je nach Talent. Beim Studium

der technischen Daten wird dem

Möchtegern-Rennfahrer klar: Dieses

Gerät meint es richtig ernst.

Keine Traktionskontrolle, kein

ABS, keinerlei Hilfsmittel. Einzig

dein Können muss dich auf der

Straße halten. Und selbst sündteure

Supersportwagen schleppen

weitaus mehr Gewicht pro PS.

In der KTM X-Bow Battle gilt:

Arrive and drive. Wenn du dein

Startgeld bezahlt hast, musst du

dich um nichts mehr kümmern.

Auto, Reifen, Bremsbeläge, Sprit,

sogar der Overall: alles inklusive.

Das Beste: Du hast sogar einen

eigenen Betreuer. Das Allerbeste:

Meiner heißt Herwig.

Zuerst erklärt Herwig das

Startprozedere: Einen Knopf

in der Mittelkonsole drücken,

dann erwacht das Display. Mit

einem Tastendruck am Lenkrad

bestätigen. Warten, bis das GPS

die Rennstrecke erkannt hat,

um danach in Echtzeit deinen

Rückstand (oder im besten Fall

Vorsprung) auf die persönliche

Rekordrunde ins Cockpit protokollieren

zu können. Noch einmal

auf den Startknopf drücken, und

der 300-PS-Audi-Turbomotor im

Heck erwacht zum Leben.

Nächster Punkt: Sitz anpassen.

Wer nicht gut sitzt, vermisst das

Gefühl fürs Auto, von schmerzhaften

Druck- und Scheuerstellen

am Rücken ganz zu schweigen.

Anschließend: Gurte anziehen,

fest und immer fester. Der Gangwechsel

erfolgt übrigens mit einer

ganz normalen H-Schaltung mit

Kein ABS,

keinerlei Hilfsmittel.

Pures

Können muss

dich auf der

Straße halten.

Das ist die

KTM X-Bow Battle

Basics: eine internationale Rennserie in drei

Klassen – Rookie, Elite und als Königsklasse

GT4. Fünf Rennwochenenden mit jeweils

zwei Sprint- und einem Endurance-Rennen.

Voraussetzung: D-Lizenz. Preis pro Saison:

€ 44.800,–. Einzelstart: € 9900,–.

Arrive and drive – Fahrer müssen sich nur

um die Unterkunft kümmern.

Anmeldung: Der letzte Stopp 2019 ist

von 6. bis 8. September am Hungaroring

bei Budapest. Alle Details, Kontakte und

Livestream auf: x-bow-battle.at

Kupplung. Vergiss Automatik,

alter Mann!

Herwig weist mich aus der

Box, denn die Sicht ist eher

bescheiden. Da der Helm mittels

HANS (Head and Neck Support)

mit den Gurten verbunden ist,

kann man den Kopf seitlich kaum

drehen. Egal, auf einer Rennstrecke

schaut man doch ohnehin

immer nach vorn, zumindest

habe ich mir das als Fünfzehnjähriger

so vorgestellt.

Der X-Bow rattert durch die

Boxengasse. Ui, ist der laut.

Ui, ist der hart gefedert. Rechtskurve,

raus auf die Strecke. Ui,

ist das windig. Uiuiui, wie der

beschleunigt! Bis in den dritten

Gang drehen die Hinterräder

durch. Bloß beim Bremsen tut

sich erschreckend wenig. Herwig

hatte mich gewarnt: Die Reifen

sind kalt, die Bremsen sind kalt.

Am Anfang lieber vorsichtig. Die

Rennfahrerkollegen, zwischen

hoffnungsvollen Jung-Genies,

mehrfachen Staatsmeistern und

alten Hasen, hatten allesamt gemeint,

man müsse den X-Bow hart

auf der Bremse hernehmen, nur

dann könne man schnell sein.

70 THE RED BULLETIN


Goldene

Hände

Selbst muss man sich

gerade einmal um

Kleinigkeiten wie ein

sauberes Helmvisier

kümmern. Das Auto

ist in den kundigen

Händen eines

KTM-Mannes.

Riesiges Feld

Die Startgerade ist bis

ganz nach hinten gefüllt,

vom superschnellen

geschlos senen GT4 der

Werkspiloten bis zu

den offenen Modellen der

Rookies ganz hinten.


Runde 1

Ein Rennen der KTM

X-Bow Battle dauert

25 Minuten und wird

nicht in der ersten Kurve

gewonnen (selbst wenn

sich das traditionell

nicht zu allen Teilnehmern

durchspricht).

72


Ui, ist der X-Bow laut.

Ui, ist der hart gefedert.

Ui, ist das windig. Uiuiui,

wie der beschleunigt!


Lernen

per Telemetrie

Anhand der Datenaufzeichnung

auf der

Suche nach dem inneren

Clay Regazzoni.

Oder wie Mentor und

Werkspilot Reini Kofler

sagt: „Das ist natürlich

eine Katastrophe.“

SEI VORBEREITET

An der Rennstrecke ist es

zu spät für Improvisation.

Fehlende Handschuhe

oder nicht reservierte

Hotelzimmer haben da

nichts verloren.

Ach: Es gibt keinen Bremskraftverstärker.

Wenn du tatsächlich

langsamer werden willst,

musst du mit voller Kraft ins Pedal

springen. Daran muss man sich

erst ge wöhnen. Falls es Zweifel

gab: Motorsport ist Sport, denn so

viele Beinpressen wie an diesem

Wochenende musste ich mein

Leben lang noch nicht machen.

Die ersten Runden waren genau

so, wie man es vermuten würde,

nämlich ein Dialog in einer fremden

Sprache. Ich sagte: Würdest

du bitte einlenken? Und der KTM

X-Bow tat, als könne er mich nicht

verstehen. Dann lenkte ich stärker,

und der X-Bow sagte: Musst nicht

so brüllen. Was im richtigen Leben

brüllte, waren die Auspuffe der

lieben Gegner, die an mir vorbeibretterten.

So war das nicht ausgemacht.

In der nächsten Kurve bremste

ich mutig spät, aber dumm heftig.

Ich muss das Lenkrad dabei wohl

zufällig völlig gerade gehalten

haben, ansonsten wäre ich vermutlich

bis auf die Terrasse des

benachbarten Schönberghofes

gekreiselt, so stark, wie es im

Rückspiegel geraucht hat. „Oh,

hast einen Bremsplatten?“, quittierte

Herwig retour in der Box

meinen Anfall von Heldentum.

Die schlechte Nachricht: Mit den

eckig gebremsten Vorderreifen

und daraus resultierenden Vibrationen

würde ich für den Rest der

Zeit leben müssen. Merke: Studiere

das Reglement genau. Da steht

nämlich schwarz auf weiß: ein

Satz Michelin-Slicks.

Es wurde jedenfalls Zeit, die

Hilfe von Profis in Anspruch zu

nehmen. Reini Kofler ist KTM-

Werkspilot und jener Mann, dem

auf dem X-Bow fahrerisch niemand

das Wasser reichen kann.

Reini, bitte hilf mir!

Bei der Analyse der Telemetriedaten

offenbarte sich Schreckliches.

Als Rennfahrer bist du

völlig gläsern, dagegen ist ein

Spaziergang durch London die

reinste Geheimmission. Seit meiner

letzten Mathematikschularbeit

waren Ausreden nicht mehr auf

so trockenen Boden gefallen. Hier

habe ich beim Schaltmanöver

drei Zehntelsekunden verschenkt.

Dort war ich 15 Meter zu früh auf

der Bremse, hier 20 Meter zu spät

am Gas. Ergo fehlen am Kurvenausgang

12,8 km/h. Dieses Defizit

schleppte ich über die gesamte

Gerade mit, weil der Schnelle ja

genauso schnell beschleunigt wie

ich, aber eben von einem höheren

Geschwindigkeitsniveau aus. Reini

Kofler hat übrigens eine wahnsinnig

liebevolle Art, seinen Blick

vom Laptop mit den Daten geradewegs

in deine Augen wechseln zu

lassen und dabei zu sagen: „Das

ist natürlich eine Katastrophe.“

So viel also zum spät berufenen

Rennfahrertum. Um aus diesem

Mathematikschularbeits-Gefühl

rauszukommen, hilft nur das,

was schon damals geholfen hat:

Lernen. Die nächsten Tage haben

mein Verständnis von der Arbeit

So wirst du

Rennfahrer

Es ist nie zu spät:

zehn Tipps für

deine erfolgreiche

Renn fahrerkarriere.

LÖSE EINE LIZENZ

Für den Anfang genügt

eine nationale D-Lizenz,

für die man nur ein ärztliches

Attest plus eine

Versicherung braucht.

Kostenpunkt: 72 Euro.

SEI STARK

Nacken, Schultern, Arme

sowie das rechte Bein

und die Gesäß muskulatur

werden weit härter beansprucht,

als du meinst.

SEI FIT

Je niedriger dein Puls,

desto coolere Entscheidungen

kannst du

treffen – vor allem

gegen Rennende.

SEI PÜNKTLICH

Rennwochenenden sind

durchgetaktet. Wer zu

spät in die Boxengasse

rollt, ist genauso raus

wie jeder, der Briefings

oder die Abnahme der

feuerfesten Wäsche

verschwitzt.

SEI AUFMERKSAM

Als Rookie besteht deine

Aufgabe darin, schnell

zu lernen. Die bessere

Linie, der exakte Bremspunkt:

Vieles kann man

durch Beobachten

verbessern.

SEI BESCHEIDEN

Du träumst vom Sieg?

Vergiss es! Wenn du

als Rookie gewinnen

könntest, was würde

das über die arrivierten

Piloten sagen?

NUTZE DIE

MÖGLICHKEITEN

Live-Timing im Cockpit,

Telemetrie-Auswertung

am Laptop mit Mentoren,

Tipps alter Hasen:

Greif zu, wenn man dir

Möglichkeiten zur Verbesserung

anbietet.

BLEIB BRAV

Vergiss Highlife mit

Boxenludern und Champagner:

Sei abends

als Erster im Bett und

morgens gemeinsam

mit den Mechanikern

als Erster an der Strecke.

BLEIB LOCKER

Selbst wenn die Gurte

drücken, du den Bremspunkt

verpasst und die

Runde vergeigt hast –

vergiss nie, warum du

hier bist: weil du es

selbst willst.

74 THE RED BULLETIN


Custom-

Rakete

Die Autos sind einheitliche

KTM X-Bow R

mit 300 PS, für den

Renn einsatz adaptiert,

etwa mit Slicks und

großen Heckflügeln.

Gemeinsam

stärker

Besser vor dem Qualifying

lernen: Nutze den

Windschatten der Vordermänner,

gerade auf

Vollgas-Strecken wie

dem Red Bull Ring.


Herwig,

unersetzlich

Dein persönlicher

Betreuer und Mechaniker

ist gute Seele,

Hirn, Klagemauer und

noch viel mehr. Vielen

Dank dafür, Mann!


von Rennfahrern gewaltig verändert.

Was es bedeutet, Rundenzeiten

auf die Zehntelsekunde

genau abzuliefern, kann nur einer

verstehen, der einen 10-Sekunden­

Rückstand abtragen muss.

Das hat nichts mit Mut, mit

Risiko oder den oft beschworenen

Eiern zu tun, das funktioniert

nur mit Analyse, mit Denken und

Umsetzen. Übung hilft, wenn du

dich ans Limit tasten willst, ohne

das Auto zu verschrotten, und

klarerweise braucht es Zeit, um

die Sprache des KTM X-Bow mit

seinem Rennfahrwerk, aber vor

allem den Umgang mit den Slickreifen

zu erlernen. Reini, wo

bremst man hier? Reini, wie lenkst

du da ein? Reini, ab wo darf

ich hier ans Gas, ohne mich zu

drehen? Sollten ihn meine Fragen

genervt haben, hat er es sich zumindest

nicht anmerken lassen –

etwas, was ich nie schaffen würde,

sollte mich jemand zum zehnten

Mal fragen, ob man Rennfahrer

mit einem oder zwei „n“ schreibt.

Bis zum Qualifying zeigte die

Lernkurve in jedem Training nach

oben. Herwig war schon so was

Ähnliches wie stolz auf mich.

Noch so etwas, was man in einer

derart exponierten Situation

zu schätzen lernt: Nestwärme,

Freundlichkeit, Herzlichkeit.

Jemanden, der mit- und vorausdenkt.

Unter Stress werden Dinge

kompliziert, über die du sonst

keine Sekunde nachdenkst. Wie

man das Helmband schließt. Was

die schwarz-weiße Flagge bedeutet

(nein, nicht die karierte, das

schafft man). Und dass Formel-1­

Piloten jemanden haben, der

ihnen das Helmvisier reinigt,

fiel mir erst auf, als ich insektenverkrustet

in der Startaufstellung

stand. Recht weit hinten zwar,

aber nicht auf dem letzten Platz.

Rennen zu fahren ist noch einmal

etwas völlig anderes, als einen

Tag lang Rundenzeiten zu optimieren.

Wie man überholt, hatte

mir keiner gezeigt. Zwar hatte ich

mir vorgenommen, während der

Renndauer meinen inneren Pazifisten

zu fesseln und zu knebeln,

aber so ganz gelang mir das dann

doch nicht. Ich bin keiner, der

anderen in die Kiste fährt oder sie

auf den Grünstreifen drängt. Denn

zu diesem Zeitpunkt wusste ich

schon genau genug, was ich nicht

bin, nämlich: ein Rennfahrer.

Immerhin reichte es zur Darstellung

eines Rennfahrers. Dank

der Fehler anderer konnte ich

mich im Endklassement unter

16 Startern nach vorn auf Platz 9

schummeln. Im Ziel musste ich

nicht besonders tief in mich reinhören,

um zu erkennen, dass ich

bloß an der obersten Schicht gekratzt

hatte. Dass es unendlich viel

Denken, Überwinden, Umsetzen

erfordern würde, um die nächste

Sekunde zu finden, die richtigen

Personen um mich, die mir in

den Hintern treten oder aber den

Nacken kraulen, um die nächste

zu finden, und dann …? Nein,

die letzten paar Prozent werden

für mich unerreichbar sein.

Diese Erkenntnis kann man

traurig finden oder logisch oder

auch lehrreich.

„Rennen zu fahren ist

noch einmal etwas

völlig anderes, als einen

Tag lang, von anderen

unbedrängt, Rundenzeiten

zu optimieren.“

Oder man geht wieder in sein

Leben mit Automatikgetriebe,

Frontantrieb und Netflix-Abo

zurück, ist glücklich über die Erinnerung

an ein unvergessliches

Wochenende, bei dem von früh

bis spät der Kopf geraucht und

das Fleisch geschmerzt haben –

und frohlockt insgeheim, es als

Teenager nie so wirklich ernsthaft

mit der Rennfahrer-Karriere versucht

zu haben.

Konzentra tion

jetzt!

Noch eine Erkenntnis:

Es gibt auf einem

Rennplatz viel zu

wenig Orte, an denen

man ungestört ist.

Und jetzt reden wir

noch nicht von der

Formel 1.

Potenzial zum

Verbessern

Hier sieht man die

Folgen eines noch nicht

ganz passenden Rennsitzes.

Kein Wunder,

dass Profis so viel Zeit

für dessen perfekte

Form aufwenden.

THE RED BULLETIN 77


VERLEIHT DEM

SOMMER FLÜÜÜGEL.

MIT DEM GESCHMACK VON SÜDSEEFRÜCHTEN.

BELEBT GEIST UND KÖRPER ® .


guide

Dein Programm

UHREN

3,9 Millimeter dünn

oder 13 Tonnen schwer:

verrückte Zahlen aus

der Welt von Swatch

SEITE 84

ENTERTAINMENT

So schön kann dreckig

sein: die Highlights

auf Red Bull TV –

live und on demand

SEITE 91

EVENTS

Zwischen Metallica

und Dolomitenmann:

die wichtigsten Termine

der kommenden Wochen

SEITE 92

ZAHARA ABDUL

REISEN

Unterwegs in Uganda,

auf dem genialsten

Festival, von dem du

noch nie gehört hast.

SEITE 80

THE RED BULLETIN 79


Reisen

Rhythmus-Magier: Diese burundischen Trommler sind Teil des Funk-Kollektivs The Kuruka Chama.

MUSIKFESTIVAL AUF UGANDISCH

STILL DASTEHEN?

UNMÖGLICH!

Am Oberlauf des Weißen Nils treffen Moderne und Tradition

ostafrikanischer Musik aufeinander. Gareth Main war

am genialsten Festival, von dem du noch nie gehört hast.

Es ist zwei Uhr morgens, und

rund um mich steht niemand

mehr still. Die schwüle Nacht

ist voll Zigarettenqualm und lauter

Musik, die Bühne gehört jetzt dem

Nilotika Culture Ensemble.

Dreißig Musiker mit allen Arten

von Schlaginstrumenten sind

ständig in Bewegung. Dauernd

stoßen neue Percussionisten dazu,

während andere abgelöst werden.

Ein Chaos.

Aber nur scheinbar: In Wirklichkeit

funktioniert alles reibungslos

wie ein Uhrwerk, kein einziger

Drummer verpasst seinen Einsatz.

Fixstarter beim Nyege Nyege: DJ Hibotep aus Kampala

80 THE RED BULLETIN


guide

REISE-TIPPS

UGANDA UNLIMITED

Warum man Rolex essen kann und wieso du

in Uganda fast überall der Älteste sein wirst.

Wissenswertes für deine Reise.

Das Festival findet

zu Beginn der zweiten

Regenzeit des Jahres

statt, die von September

bis November dauert.

Rechne mit Tagestemperaturen

um 28 °C.

Musik nonstop: Bei Nyege Nyege spielt die Musik vier Tage lang durch.

Dem. Rep.

Kongo

Uganda

Nil

Kampala

Jinja

Kenia

Ruanda

WÄHRUNG

UGANDA-SCHILLING (UGX)

Keine Untereinheit

1 € = 4150 UGX

Statt Pommes gibt es Schweinefleisch-Spieße und ugandische Snacks wie Rolex.

ZAHARA ABDUL PHOTOGRAPHY GARETH MAIN

Im Dialekt steht

„nyege“ für „den

unkontrollierbaren

Drang zu tanzen“.

Doch ist das überhaupt möglich?

Kann ein derartiger Haufen Leute

wirklich mit solchem Tempo und

Können synchron musizieren?

Irgendwann lasse ich das Nachdenken

sein und gebe mich, benebelt

von Rhythmus und selbst

gebranntem Gin, ganz der Musik

hin. Als die Percussion-Band aus

Buganda (einem Königreich, das

zu Uganda gehört; Anm.) von der

Bühne geht, bin ich völlig desorientiert.

Wie lange ging das so?

Wie spät ist es? Egal.

Dass das Leben in Uganda ein

bisschen lauter, bunter und intensiver

ist als daheim, ahnt man

schon, wenn man am Flughafen

Entebbe ins Freie tritt. Denn man

wird gleich von einer Horde Taxifahrer

überrannt, die einem ihre

Fahrpreise ins Gesicht brüllen.

Ein erster Vorgeschmack auf das

Gewusel am Nyege Nyege Festival

in Jinja, für das man – nach zwölfstündiger

Anreise aus Europa –

noch vier weitere Fahrstunden

einrechnen muss.

Noch nie vom Nyege Nyege gehört?

The Guardian“, CNN, BBC

und „Rolling Stone“ überschlagen

sich vor Begeisterung für sein „zu­

ESSEN

ROLEX

Ein absolutes Muss in

Uganda: Rolex probieren

– ein mit Omelett und

etwas Gemüse gefülltes

Fladenbrot.

GEBRATENES

SCHWEINEFLEISCH

Perfekt für sehr Hungrige:

An einer Schweinefleisch-

Bude bekommst du für

umgerechnet 5 Euro rund

2 Kilo gebratenes Schweinefleisch

mit Beilagen.

POSHO

Ugandische Gerichte

sind nahrhaft und unkompliziert.

Bestes Beispiel:

Posho, ein stärkehaltiger

Maismehlbrei,

den man in Bohnensauce

ertränkt.

WISSEN

NIL-QUELLE

In Jinja, dem Schauplatz

des Nyege Nyege, entspringt

der längste Fluss

der Welt: der (Weiße) Nil.

JUNGBRUNNEN

Die Hälfte der Bevölkerung

ist jünger als fünfzehn.

Damit liegt Uganda

weltweit hinter Niger

an zweiter Stelle.

TIERPARADIES

Außer in Ruanda und der

Demokratischen Republik

Kongo gibt es nur noch

in Uganda frei lebende

Berggorillas.

SPRACHEN

In Uganda werden

über vierzig Sprachen

gesprochen, die meistverbreitete

ist Luganda.

THE RED BULLETIN 81


Reisen

guide

EINSCHALTEN

KLANGREISE

Hinter dem Festival stecken zwei lokale

Plattenlabels: Nyege Nyege Tapes und

Hakuna Kulala. Diesen drei Tunes solltest

du unbedingt eine Chance geben.

ANHÖREN

Die Bühnenshow von Lokalmatador Faizal Mostrixx: Folklore trifft Electro-Beats.

NIHILOXICA: „NIHILOXICA“

Ein Paradebeispiel für die Kreation neuer Sounds aus

traditionellen Instrumenten: eine Collabo des Nilotika

Culture Ensemble mit den Briten Jacob Maskell-Key

(an den Drums) und Pete Jones (am Synthesizer).

SLIKBACK: „TOMO“

Dieser kenianische Producer eroberte im Vorjahr das

polnische Electronic-Festival Unsound im Sturm. Die

Beats seiner neuen EP sind ebenso intensiv wie aggressiv

– und peitschen das ganze Genre in neue Dimensionen.

VERSCHIEDENE: „SOUNDS OF SISSO“

Ein kräftiges Lebenszeichen der Underground-Szene von

Daressalaam in Tansania. Dahinter steckt der Produzent

Sisso vom Sisso Studio, das Singeli erfunden hat –

eine ultraschnelle Nische der Dance-Musik.

kunftsweisendes Programm“, das

Londoner Magazin „Fact“ nannte

es sogar „das beste Electronic-

Music-Festival der Welt“.

Fakt ist, dass man nirgendwo

sonst einen solchen Mix aus

progressivem Electro und traditionellem

Uptempo-Style aus Zentral-

und Ostafrika erleben kann.

Allein schon deshalb, weil 80 Prozent

der über 200 auftretenden

Künstler Afrikaner sind.

Die Ähnlichkeit mit europäischen

Festivals beschränkt sich

auf das Vorhandensein von fünf

Bühnen. Die Location (in einem

atemberaubenden Wald am Nil),

das Essen (unbedingt die Streetfood-Spezialität

namens Rolex

probieren!) und das Line-up (vier

Tage lang Beschallung rund um

die Uhr) eröffnen aber definitiv

neue Horizonte.

Im Mittelpunkt des Nyege

Nyege Festivals, das im Vorjahr

zum vierten Mal stattfand, steht

die Musik – auch wenn „nyege“

umgangssprachlich „geil“ bedeutet.

Prompt befürchtete Ugandas

Ethik-Minister Simon Lokodo,

dort werde „die Homosexualität

gefeiert und junge Menschen für

die Homosexualität rekrutiert“.

Von einer derartigen Massenbekehrung

der 9000 Vorjahresbesucher

ist nichts bekannt. Vielleicht

auch deshalb, weil der

Minister die wahre Bedeutung

von „Nyege Nyege“ nicht kennt:

Im lokalen Luganda-Dialekt steht

„nyege“ für den „unkontrollierbaren

Drang, sich zu bewegen

und zu tanzen“.

Diese Symptome verursacht

vor allem die sogenannte traditionelle

Musik, die mit mindestens

160 Beats per minute um rund

50 Prozent schneller pumpt als

unser gewohnter Club-Track.

Manchen ist das immer noch zu

beschaulich: Die mehrstündigen

Sets des tansanischen DJs und

Producers Sisso bewegen sich

konstant jenseits der 200 BPM.

Und sie begeistern neben den

Fans auch die lokale Prominenz:

Wer den hünenhaften ehemaligen

Kickbox-Star Otim Alpha aus Gulu

in Norduganda einmal im gebatikten

T-Shirt abtanzen sah, wird

den Anblick nie mehr vergessen.

Bist du ein erfahrener Festival-

Besucher, der seine Ausdauer

schon auf vielen mehrtägigen

Events ausgelotet hat? Vielleicht

könnte das Nyege Nyege Festival

in Jinja am Nil und am Viktoriasee

deine nächste Challenge sein.

Nyege Nyege, 5. bis 8. September,

Jinja, Uganda; nyegenyege.com

ZAHARA ABDUL PHOTOGRAPHY GARETH MAIN

82 THE RED BULLETIN


ZEIT

FÜR EIN

GUTES LEBEN

ZEIT FÜR EIN NEUES MAGAZIN

Ernährung

Gesund genießen.

Bewegung

Den Körper spüren.

FOTO: GETTYIMAGES / PIXDELUXE

Erholung

Durchatmen, loslassen.

Bewusstsein

Dir selbst vertrauen.

Im Zeitschriftenhandel und im Abo:

carpediem.life/abo

JETZT

NEU


Uhren

guide

1.

März 1983:

der Geburtstag der

allerersten Swatch.

50.000.000

Swatches wurden bereits in den ersten fünf Jahren

produziert und verkauft.

3,9

Millimeter dünn ist die Swatch

„Skin“, die 1997 als flachste Uhr

der Welt präsentiert wurde.

23.000

Euro ist der Mindestpreis,

den Sammler für eine der 140

in Kooperation mit „Kiki Picasso“

1985 designten Künstler-Special-

Swatches entrichten müssen.

4,7

Zentimeter Durchmesser

haben die Uhrengehäuse der

neuesten Swatch-Kollektion,

um deren Namen „Big Bold“

gerecht zu werden. Weiterer

„Big Bold“-Faktor: Das Uhrenglas

ist gewölbt. Coolness-

Faktor: Die Zifferblätter

kommen aus dem 3D-Drucker.

SWATCH

DIE LEGENDE

IN ZAHLEN

Liebe auf Knopfdruck, Internetzeit und

so bold wie noch nie: Die bunteste Versuchung,

seit es Uhren gibt, überrascht uns mit Fakten,

die wir auf so kleinem Raum nicht

vermutet hätten.

13

Tonnen wog die 162 Meter

hohe Riesen-Swatch, die

die Fassade des Hauptsitzes

der Commerzbank

in Frankfurt zierte.

6

verschiedene Stellungen

schlägt das Modell

„Bunnysutra“ per Knopfdruck

über einen

Zufallsgenerator vor.

86,4

Sekunden dauert ein Beat

der 1988 gemeinsam mit dem

MIT Media Lab eingeführten

dezimalen Swatch-Internetzeit.

Die 24 Stunden des Tages werden

dabei in 1000 Einheiten unterteilt

und mit „@...“ unabhängig

von den Zeitzonen als weltweit

stan dardisierte Zeit angezeigt.

SWATCH AG

84 THE RED BULLETIN


950x963_fiat_logo_0917_rz.indd 1 11.09.17 16:56

Logo_einzeilig.indd 2 30.08.17 15:29

THE RED BULLETIN PROMOTION

SUV-TAG

14. SEPTEMBER 2019

ÖAMTC Fahrtechnikzentrum Teesdorf

Einen ganzen Tag lang die aktuellsten SUV-Modelle

verschiedenster Marken kostenlos Probe fahren und aktiv erleben!

Jetzt anmelden unter: theredbulletin.com/suv-tag

Entdecke auf den folgenden Seiten vorab alle Modelle unserer Partner

und bring dich in Stimmung für den SUV-Tag 2019

ON- &

OFFROAD-

STRECKEN


ALFA ROMEO

STELVIO

FIAT

PANDA

Alfa Romeo, Fiat & Jeep ®

SUVs in jeder Größe

Alfa Romeo setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Sportlichkeit

im SUV-Segment und vereint Design und

Komfort mit fortschrittlichster Technologie.

alfaromeo.at

Wer einen urbanen SUV im sportlichen Design sucht, ist mit

den Modellen von FIAT bestens bedient. Der FIAT 500X bietet

hohen Komfort, fortschrittliche Assistenzsysteme und neueste

Technologie. Trotz – oder geraden wegen – der kompakten

Größe und seiner Offroad-Fähigkeit ist der FIAT Panda der

perfekte Begleiter auf jedem Terrain.

fiat.at

JEEP®

COMPASS

Die drei Modelle Compass, Renegade und Wrangler

von Jeep ®

erstrahlen in der einzigartigen Gelände-

DNA und überzeugen mit ihrer Fahrdynamik

on- und offroad. Hochwertige Materialien und

Ausstattungselemente, die für die Marke typisch

sind, verwandeln jede Fahrt in ein Erlebnis.

jeep.at

Volle Power am SUV-Tag mit Audi

Elektro ist jetzt quattro. Der neue Audi e-tron schafft mehr persönlichen

Freiraum für selbstbestimmte Mobilität: Als erstes Serienfahrzeug kann

er an Schnellladesäulen mit 150 kW Gleichstrom geladen werden und ist

damit in 30 Minuten wieder startklar. Seine leistungsstarke Hochvoltbatterie

garantiert eine alltagstaugliche Reichweite von 400 Kilometern*.

AUDI E-TRON

Der Audi Q3 ist ein Allround-Talent für jeden Moment. Er verspricht

nicht nur Geräumigkeit, sondern auch zahlreiche Infotainment-Highlights.

Während der Fahrt in der Stadt, auf Langstrecken und beim Parken

unterstützen clevere Assistenzsysteme und sorgen für noch mehr Komfort.

AUDI Q3

Außerdem am SUV-Tag 2019 zum Testen: der Audi Q8 und

der A6 allroad quattro.

audi.at

Cockpit Audi e-tron / Q3

* gemessen nach WLTP-Fahrzyklus. Verbrauch kombiniert in Elektro in kWh/100 km: 23,6–24,1. CO ² -Emission kombiniert in g/km: 0. Symbolfoto.

Stand: 07/2019. Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 4,7–7,4. CO ² -Emission kombiniert in g/km: 123–168. Stand: 07/2019. Symbolfoto.

JETZT ANMELDEN & KOSTENLOS PROBE FAHREN: theredbulletin.com/suv-tag


THE RED BULLETIN PROMOTION

MAZDA

CX-5

Mazda: purer Spaß und Fahrvergnügen

Bereits durch die fahrerorientierten Sitzposition erlebst du im Mazda

CX-3 nicht nur großartigen Komfort, sondern auch eine einmalige

Einheit zwischen Fahrzeug und Fahrer. So wird jede Fahrt im agilen

Kompakt-SUV zu etwas ganz Besonderem.

Der Mazda CX-5 vereint dank einem höheren Niveau an Qualität und

Raffinesse Luxus, Leistung und Fahrvergnügen in gleichem Maße. Die

SKYACTIV-Fahrzeugarchitektur stellt den Menschen in den Mittelpunkt

und sorgt für eine unglaublich ruhige Fahrt. Das „KODO – Soul

of Motion“-Design und das ausgeklügelte Interieur mit Echtholz

und Nappaleder zählen zu weiteren Highlights dieses Modells.

mazda.at

Mazda CX-3

Opel vereint sportliche Eleganz

mit modernster Technologie

Opel präsentiert am diesjährigen SUV-Tag gleich zwei Highlight-Modelle.

Wer auf Abenteuer steht, wird mit dem Grandland X bestens bedient.

Mit seinem athletischen SUV-Look, neuester Technologie und seinen

smarten Assistenzsystemen ist eine Ausfahrt vom Großstadtdschungel

in die Abgeschiedenheit kein Problem.

OPEL

GRANDLAND X

Beim Opel Crossland X erwartet dich eine exklusive Premium-

Ausstattung mit flexibler Aufteilung und dem größten

Gepäckraumvolumen seiner Klasse. Damit meistert der

Opel Crossland X spielend jede Herausforderung und

besticht durch seine praktische, sportliche Eleganz.

opel.at

Opel Crossland X

JETZT ANMELDEN & KOSTENLOS PROBE FAHREN: theredbulletin.com/suv-tag


PORSCHE

CAYENNE

Porsche Cayenne Coupé:

athletisch und emotional

Porsche erweitert seine SUV-Familie mit dem Cayenne Coupé.

Das Fahrzeug besticht durch die besonders dynamische

Linienführung und neue technische Details, die es noch

athletischer erscheinen lassen. Zu den Highlights zählen

eine geschärfte Form mit vollkommen eigenständiger Heckpartie,

ein adaptiver Heckspoiler, Einzelsitz-Charakteristik

im Fond und zwei Dachkonzepte: ein serienmäßiges

Panorama-Festglasdach sowie ein optionales Carbondach.

Die deutlich schneller nach hinten abfallende

Dachlinie verleiht dem Fahrzeug einen noch dynamischeren

und optisch sportlicheren Auftritt.

porsche.at

Innen- und Außenansicht

SUV-Offensive von SEAT

Als Top-Modell der SUV-Produktoffensive gibt der neue SEAT

Tarraco einen Ausblick auf die zukünftige Designsprache der

kommenden SEAT Modelle. Mit modernster Technologie,

dynamischem, agilem Handling, Alltagstauglichkeit und

Funktionalität bietet er 100%iges Fahrvergnügen. Profitiere

von den Vorzügen wie einer höheren Sitzposition und dem

außergewöhnlichen Platzangebot. Als neues „Top of the

Line“-Modell komplettiert der Tarraco als großer Bruder

des Ateca und des Arona die 3er-SUV-Familie – hier ist

für jeden der richtige SUV dabei. Überzeuge dich selbst

und teste alle drei Modelle ausgiebig am SUV-Tag 2019.

seat.at

SEAT

ARONA

SEAT

ATECA

SEAT

TARRACO

JETZT ANMELDEN & KOSTENLOS PROBE FAHREN: theredbulletin.com/suv-tag


THE RED BULLETIN PROMOTION

ŠKODA

KAROQ

Kraftvoll und schön –

die Modelle von ŠKODA

Der ŠKODA KODIAQ verleiht jedem Abenteuer das gewisse Etwas. Er

steht nicht nur für Dynamik und Robustheit, sondern auch für Sportlichkeit

und Eleganz. Raffinierte Details verleihen dem kristallinen

Design eine elegante und sportive Optik. Zudem bietet der KODIAQ

neben Geräumigkeit, modernen Konnektivitätslösungen und intelligenten

Assistenz-Systemen zusätzliche „Simply Clever“-Details.

Der KAROQ verbindet die Vorzüge eines robusten Outdoor-

Fahrzeugs mit modernem Design. Er ist mit Allradantrieb

oder innovativem Doppelkupplungsgetriebe erhältlich – so

kannst du sicher, sportlich und komfortabel übers Land

und durch die City cruisen.

skoda.at

ŠKODA KODIAQ

Fahrspaß mit den SUVs von Suzuki

Der Mini-SUV IGNIS ist ein Auto für alle und alles – egal ob du in der Stadt

oder auf dem Land zu Hause bist. Neben seinen kompakten Maßen besticht

der kleine Allrounder mit puristischem Stil, vielseitiger Funktionalität

und markantem Design.

Wer es lieber größer mag, setzt auf den neuen Suzuki VITARA: formschönes

Design, kombiniert mit Fahrkomfort und fortschrittlicher Sicherheits-Technik,

macht den Lifestyle-SUV zu deinem perfekten Begleiter

in Alltag und Freizeit. Ob im Stadtverkehr, auf Überlandfahrten oder

im Gelände – mit dem VITARA macht Fahren Spaß.

suzuki.at

SUZUKI

VITARA

Suzuki

IGNIS

JETZT ANMELDEN & KOSTENLOS PROBE FAHREN: theredbulletin.com/suv-tag


THE RED BULLETIN PROMOTION

TOYOTA RAV4

Premium-Modelle von Toyota und Lexus

Die 5. Auflage des Toyota RAV4 bietet jetzt höheren Fahrkomfort, besseres

Handling, noch mehr passive Sicherheit und reichlich Platz für die

ganze Familie. Für gehörigen Fahrspaß sorgt das kräftige 2,5-Liter-Hybridaggregat

mit 218 PS (FWD) bzw. 222 PS (AWD-i) Systemleistung.

Der beliebte Crossover Toyota C-HR rundet das SUV-Angebot ab.

toyota.at

LEXUS UX 250H

Der neue Lexus UX 250h glänzt mit den charakteristischen

Merkmalen der Premium-Marke: mutiges Design, einzigartige

Handwerkskunst, faszinierende Performance und innovative

Technologien. Die hohe Verarbeitungsqualität und Fertigungspräzision

sind auch beim kleinsten Lexus SUV konkurrenzlos. Auch die größeren

Modelle NX 300h und RX 450h stehen am SUV-Tag bereit.

lexus.at

Lexus UX 250h innen

Toyota C-HR

Die SUV-Familie von Volkswagen

Sportlich, smart, bequem und vielseitig – diese Eigenschaften

machen SUVs zu immer beliebteren Begleitern im Alltag.

Der neue T-Cross bringt frischen Wind in die Volkswagen Modellpalette

und ist das kleinste und zugleich jüngste Mitglied der SUV-

Familie. Mit seiner prägnanten Karosserie macht der Allrounder

überall eine gute Figur: in der Stadt, im Alltag und offroad. Überzeuge

dich selbst vom neuen T-Cross beim SUV-Tag in Teesdorf und

nutze außerdem die Chance, die Volkswagen Modelle T-Roc, Tiguan,

Tiguan Allspace und Touareg hautnah zu erleben.

volkswagen.at

VW

T-CROSS

T-Cross außen und innen

JETZT ANMELDEN & KOSTENLOS PROBE FAHREN: theredbulletin.com/suv-tag


Entertainment

guide

JETZT

WIRD’S

DRECKIG!

Ob mit Enduro-Maschinen,

Offroad-Buggys oder

am Mountainbike: Die

aktuellen Highlights auf

Red Bull TV beweisen

wieder einmal, wie schön es

sein kann, sich anständig

schmutzig zu machen.

28

Manuel Lettenbichler

beim dritten Stopp der

WESS 2019 am Erzberg

August PREMIERE

WESS DIARIES

Acht Stopps umfasst die World Enduro Super Series

(WESS). Acht Folgen zählt jene Dokureihe, die erstmals

ausführlich hinter die Kulissen dieser ultimativen Rennserie

für Gelände-Motorradfahrer schaut. In jeder

Episode werden jeweils ein Werks- und ein freier Fahrer

bei ihrer Vorbereitung auf den nächsten Start begleitet.

Das Ergebnis: Einblicke in die Rennfahrerseele – so tief

wie die Spuren der Biker auf der Strecke.

FUTURE7MEDIA/RED BULL CONTENT POOL, MIKE ROTH

SO SIEHST DU

RED BULL TV

ÜBERALL

Red Bull TV ist deine globale

digitale Destination für

Entertainment abseits des

Alltäglichen, empfangbar

rund um die Uhr an jedem Ort

der Welt. Geh auf redbull.tv,

hol dir die App oder connecte

dich via Smart-TV.

Alle Infos: redbull.tv

1September LIVE

CRANDON WORLD CUP

Knapp 2000 Einwohner leben im beschaulichen

Crandon im US-Bundesstaat Wisconsin. Diese Idylle

endet, wenn 25-mal so viele Menschen auf den Tribünen

ausflippen, weil die weltbesten Offroad-Fahrer

den 2,5-Kilometer-Rundkurs der Stadt umpflügen.

7und 8. September LIVE

UCI MOUNTAINBIKE

WELTCUP-FINALE

Der Höhepunkt der Mountainbike-Saison findet dieses

Jahr in Snowshoe, West Virginia (USA), statt. Spoiler:

Die Champions im Downhill und Cross Country werden

dennoch keine Winterschuhe tragen.

THE RED BULLETIN 91


Events

24

August

Die große Schanze

Zum „Zitterbalken“, wo im Winter die Skispringer

auf ihr Startsignal warten, zieht es 1800 Athleten

bei der 9. Auflage des Red Bull 400 wie magnetisch

hinauf. Bis dorthin gilt es, auf der Paul­ Außerleitner-Schanze

von Bischofshofen 400 beinharte

Meter über Auslauf, Schanzentisch und Anlauf

(27 Grad Neigung!) zu bewältigen. Die 140 Höhenmeter

entsprechen einem 40-stöckigen Hochhaus.

Einzige Hilfe: ein Netz zum Festhalten.

Paul-Außerleitner-Schanze, Bischofshofen;

Jetzt Startplatz sichern! redbull.com/400

August

Achterbahnfahrt

für die Ohren

Das „Rolling Stone“-Magazin nannte

Deerhunter kürzlich eine der besten

Gitarrenbands des 21. Jahrhunderts.

Zu Recht: Auf „Why Hasn’t Everything

Already Disappeared?“, dem

neuen, achten Album, jagen die

US‐Indie-Rocker durch Täler tiefen

Kummers hinauf in die Höhen brennender

Euphorie und zurück. Ein Hörerlebnis

wie eine Achterbahnfahrt.

Dom im Berg, Graz;

deerhuntermusic.com

Kühtaisattel, Brennerpass, Jaufenpass

und Timmelsjoch – vier Alpen­

1September

Meterfressen

auf Alpenpässen

pässe müssen beim Ötztaler Radmarathon

bezwungen werden.

Das ergibt auf einer Strecke von

20 6

238 Kilometern 5500 Höhenmeter.

4000 Radfahrer machen mit, die

schnellsten werden von den Fans

nach knapp sieben Stunden im

Zielbereich erwartet – und bei der

Pasta-Party im Anschluss gefeiert.

Sölden;

oetztaler-radmarathon.com

September

Reimemonster

Die Jugend für Poesie zu begeistern

ist nicht leicht. Davon

kann jeder Lehrer ein Lied

singen. Dabei lieben die

Jungen die Sprachkunst: Rap

ist das erfolgreichste Genre

der Gegen wart. Beim „Rapper

lesen Rapper“-Event rezitieren

junge Musiker wie Alix

die Texte ihrer Helden als

Ge dichte. Ohne Beats – aber

mit nicht weniger Wortgewalt.

Stadtsaal, Wien; facebook.

com/rapperlesenrapper

7

September

HÄRTEFALL

Der Red Bull Dolomitenmann

gilt als härtester Teambewerb

der Welt. Aus gutem Grund: Die

Bergläufer der Viererstaffeln

müssen sich zwölf Kilometer

weit über 2000 Höhenmeter

quälen, die Paragleiter sich vom

Kühbodentörl ins Dolomitenstadion

stürzen und an die Radfahrer

übergeben. Haben diese

dann 26,8 zermürbende Kilometer

geschafft, heißt’s für den

Letzten im Team ab ins tobende

Wasser (im Bild Kajak-Legende

Harald Hudetz). Schlussakt nach

fünf Kilometern Paddeln: der Ziellauf

mit dem Kajak im Gepäck.

Lienz; redbulldolomitenmann.com

ALEXANDER SCHWARZ/RED BULL CONTENT POOL, MIRJA GEH/RED BULL CONTENT POOL, SHAMIL TANNA

92 THE RED BULLETIN


guide

16August

RICHTIG

ROCKEN

Ende 2016 starteten Metallica

ihre „WorldWired“-Welttournee.

Sie führt die Metal-Giganten nun

nach etwa 160 Konzerten zum

zweiten Mal nach Wien. Highlight

neben den Hits: Bassist Rob

Trujillo (li.) und Gitarrist Kirk

Hammett (re.) covern in vielen

Städten Songs von Lokalhelden.

In Stockholm nahmen sie sich

ABBAs „Dancing Queen“ vor.

Ob sie die Wiener Fans mit einer

Falco-Nummer überraschen?

Ernst-Happel-Stadion, Wien; metallica.com

Bezahlte Anzeige

Urlaub vor der Haustür –

Wien macht’s möglich!

Wenn es um Festivals geht, haben Raphael und Yasmin nur

ein Ziel: Wien. Open-Air-Kinos, zahlreiche Ausstellungen,

gemeinsames Lauschen von Literatur, Wiener Urtheaterkultur

– es ist überall etwas los in dieser Stadt.

Mach mehr aus deinem Sommer mit dem Event-Alert in

der Wien Live-App. Gleich downloaden. #einfachleiwand

sommer.wien.gv.at


Read Bull

Hier schreiben namhafte Literatinnen und Literaten

jeden Monat über ein Thema, das sie bewegt.

DER SUMPF

KROKODILE,

SONNE UND DAS

ENDE DER ZEIT

Theodora Bauer, 29,

2016 machte die gebürtige Wienerin

mit ihrem Roman „Chikago“ (Picus

Verlag) beim Ingeborg Bachmann

Literaturwettbewerb in Klagenfurt

auf sich aufmerksam. Ihr im gleichen

Jahr veröffentlichtes Theaterstück

„papier.waren.pospischil“ gewann den

vom Salzburger Landestheater ausgeschriebenen

Dramenwettbewerb

für neue Komödien. Seit Herbst

letzten Jahres moderiert die Autorin

gemeinsam mit Alfred Komarek die

Sendung „literaTOUR“ auf ServusTV.

Lassen Sie mich nachdenken

über Grenzen. Ich soll nicht

von geografischen Grenzen

schreiben, das hat man mir

gesagt, sondern von Grenzen

im übertragenen Sinne. Und

dennoch äußern sich Grenzen immer

auch in ihrer ganz eigenen Geografie.

Man spricht von einem Trennenden, einer

Grenzregion, die ein Feld von einem anderen

abgrenzt, oder von einer scharfen

Linie, die an sich nicht existiert, die beiden

von ihr zerschnittenen Orte aber dafür

umso mehr. Kann man Grenzen zeitlich

denken? Eine Epoche, die eine andere

begrenzt, eine „Zwischen-Zeit“, eine

Übergangszeit. Oder die Worte: abrupt,

plötzlich, unvermittelt. Ja, man denkt

also in Zeit, in Raum. Psychische Grenzen

zeigen sich in Zeit, in Raum; der Mensch,

unsere gesamte Welt spannt sich auf innerhalb

dieser beiden Dimensionen, und

so muss auch mein Text in diesem dehnbaren

Möglichkeitsraum verbleiben.

Denken Sie an Florida. Was sehen

Sie? Krokodile, Trump, Golf, Disneyland.

Krokodile. Meer. Baseballkäppchen.

Alte Leute. Krokodile. Ich war

dort auf Urlaub, letztes Jahr, nach einer

Lesereise – meine Gedanken orientierten

sich am Meeresspiegel, ich wollte doch

schon immer nach Florida, und solange

das Meer sich noch, wohl mehr aus Gutmütigkeit,

an seine vorgegebenen Grenzen

hielt, sollte man den Ort tunlichst besichtigen,

dachte ich mir.

Einen Tag lang defilierte ich durch

die Harry-Potter-World in Orlando, einzementierter

Schnee auf den fast schon

grotesk spitzen Häusern, ein Butterbeer

in drei Wärmegraden um je 7 $ und die

Hauptattraktion: ein Bahnhof mit echtem

Zug. Dann flog ich weiter nach Key West.

Ein Hotel am Brackwasser (romantischer

könnte man sagen: an einer Lagune) –

aber ein sehr schönes Hotel, stellen Sie es

sich nicht zu hässlich vor. Ein Shuttle ins

Stadtzentrum mit einem Hard-Rock- und

Metal-affinen Buschauffeur, der uns kein

einziges Schlagloch vorenthalten wollte.

Ein Paddelkurs am Abend in diesem seepflanzendurchsetzten

Brackwasser, wir

hatten Lichter auf den Booten, mit denen

wir die Seesterne und Seegurken und

die eine Riesenkrabbe beunruhigten, die

ihr Aus-dem-Wasser-gehoben-Werden

mit der stoischen Ruhe erwartete, die

man nur dann aufbringt, wenn einem

das Gleiche jeden Abend passiert.

Sie sehen, ich halte mich mit Krabben

und Seesternen auf. Die eigentliche

Geschichte ist zu schmerzhaft, um

in direkter Linie zu ihr vorzu treten, deshalb

nähere ich mich ihr, wie eine Krabbe,

in Zacken.

Der Paddeltrainer war ein junger Mann,

der mir gefiel, und was mir besonders

gefiel, war, dass er in einer schüchternen,

keinesfalls drängenden Art keinen Zweifel

daran ließ, dass es ihm ebenso ging. Er

hatte einige Tattoos, die er sich selbst

gestochen hatte – darunter ein Totenkopf

mit einer Blume, der aussah wie die

Zeichnung eines Kindes. Es waren auffallend

hässliche Tattoos von einer auffallenden

Unschuld. Er sei nämlich Tattookünstler,

erzählte er mir, das einzige

Problem sei bloß, dass sein Lehrmeister

wegen Medikamentenmissbrauchs leider

darniederliege, das Geschäft nun geschlossen

sei und er glaube, dass es auch

so bald nicht mehr aufmachen würde.

PAUL FEUERSÄNGER THEODORA BAUER

94 THE RED BULLETIN


Theodora Bauer

Wir fuhren zu „Domino’s Pizza“, einer

Restaurantkette, die weniger durch ihre

Qualität denn durch ihr stures Vorhandensein

besticht. Sein Auto sah aus, als hätte

es seine beste Zeit schon hinter sich gehabt,

und war innen voller Kabel. Er

sei eigentlich Monteur für Klimaanlagen,

sagte er, und das mit den Paddel kursen

sei eben sein dritter Job.

An der Tankstelle fragte er mich, ob

ich „aufs College“ gegangen sei. Ich bejahte.

Er sagte mit leicht verächtlichem

Ton: „I knew it.“ Ich sagte, bei uns sei es

gratis, auf die Uni zu gehen, zumindest

einige Jahre lang, und man würde nicht

solche wahnwitzigen Schulden anhäufen

wie die amerikanischen Studenten –

„That’s bullshit“, sagte er wortwörtlich,

und ich hatte ein Gefühl in meiner Magengrube,

das ich nicht beschreiben kann.

Wir setzten uns, er bestellte eine Pizza

mit allen möglichen und unmöglichen

Zutaten, machte einige Anmerkungen

wie „I’m the man“, die er nach meiner

Aufforderung, sie zu unterlassen, auch

tatsächlich einstellte.

Kennen Sie das Gefühl, das Sie

haben, wenn ein schöner Traum

sich plötzlich in einen Albtraum

wandelt und Sie aufwachen von der

schieren Anstrengung, diesen Traum zu

träumen? Dieses Gefühl. Denken Sie sich

dieses Gefühl. Er sagte, ich solle mich zu

ihm setzen, und erwähnte lobend, dass

im Fernseher, den er gut im Blick behielt,

ein Boxkampf lief.

Ich sagte, ich hielte Boxen nicht aus,

schon gar nicht beim Essen, und setzte

mich ihm gegenüber. Wir sprachen,

und dieses Gespräch ließ mich fast den

Glauben an die Menschheit verlieren. Die

Homeless seien alle Süchtige, die sich freiwillig

dafür entschieden hätten, auf der

Straße zu leben. Man könne einfach über

sie drübersteigen. Sie seien schließlich

selbst schuld. Trump: „I like the guy.“

Wir redeten über die Flüchtlingsbewegung,

er sagte, „Germany to the

Germans“, und ich wies ihn höflich darauf

hin, dass das die Nazis auch gesagt

hätten. Ich aß kaum etwas von der Pizza

– „Am I making you nervous?“, sagte er

und scheiterte am intendierten Tonfall.

Ich sagte: „This conversation is making

me nervous.“ Das war kein böser Mensch,

ich hatte ihn doch beim Kurs erlebt, das

war ein zuvorkommender junger Mann,

ein ganz normaler Ami. Er brachte mich

nach Hause, fragte nach meiner Telefonnummer.

Ich sagte, er solle mir lieber seine

geben, mein Handy funktioniere hier nicht

immer. Er sagte, „I’m not gonna stalk you,

you know.“ Ich sagte: „You never know.“

Er sagte: „I do.“ Und trotzdem war ich erleichtert,

dass er nichts von mir wusste.

Ich dachte, und das wurde mir erst später

bewusst, er ist ja Amerikaner, was, wenn

er eine Waffe, bei diesen Leuten weiß

man nie …

Verstehen Sie jetzt, was ich meine,

wenn ich sage, Grenze?

Zur Heilung ging ich zu einer Papageienfrau,

nicht im übertragenen,

sondern im tatsächlichen Sinne.

Nancy Forrester betreibt in ihrem Garten

eine Vogelpflegestation, in der sie für eine

beträchtliche Anzahl intelligent dreinblickender

Papageien jeglicher Größe

und Farbe sorgt, und das, obwohl sie laut

eigener Angabe Vögel nicht einmal sonderlich

mag. Sie war früher in der Umweltbewegung

aktiv gewesen und auf Umwegen

(und weil man verschiedene Papageien

einfach in ihrem Garten ausgesetzt

hatte) zum Papageienschutz gekommen.

An diesem Morgen waren wenige Leute da.

Kennen Sie das

Gefühl, wenn ein

schöner Traum sich

plötzlich in einen

Albtraum wandelt?

Ich hätte gerne Mr. Peaches, den

Molukkenkakadu, oder Baby Blue, den

riesigen blauen Ara, der sich schließlich

dazu herabließ, auf meinem Arm zu sitzen,

auch gestreichelt, aber nichts da. Von

Nancy ließen sie sich die Federn kraulen

mit einem Gesichtsausdruck des allerhöchsten

Glücks. Nancy war über 80,

sie trug ein Batikshirt und einen kleinen,

grauen, hoch am Kopf gebundenen Pferdeschwanz.

Wir sprachen über Papageien,

über das Schreiben – und ich weiß nicht

genau, wieso, aber ich erzählte ihr. Von

meiner Fassungslosigkeit, von dem

jungen Mann, der mir gefallen hatte, von

diesem unaussprechlichen Graben, und

wieder von der Fassungslosigkeit, und

der Erschütterung über die vielen Brüche,

die dieses Land nach allen Richtungen

hin durchzogen. Sie sagte, ein Freund von

ihr, mit dem sie in den 60er-Jahren als

Hippie protestiert hatte, der für Umweltschutz

eintritt und für Nachhaltigkeit,

ein solcher Freund wählt nun Trump. Sie

sagte, sie habe es aufgegeben, mit ihm

darüber zu sprechen, „I love him“, sagte

sie. „He’s a very dear friend to me, but

talk about this? No.“

Mr. Peaches lief am Tisch im Kreis

und warf mehrfach das Plastikspielzeug,

das er offensichtlich aus grundsätzlichen

Erwägungen ablehnte, zu Boden. Ich

konnte mit Nancy reden, sie spürte diese

entsetzlichen Gräben auch, das ganze

Land war übersät davon, wie die Narben

eines noch kommenden Konflikts. Es tat

gut, mit jemandem zu sprechen, der nicht

wahnsinnig geworden war.

Die nächsten Tage über blieb ich auf

der Insel, besichtigte einen Nationalpark,

besichtigte den Sonnenuntergang

aus verschiedenen Winkeln (so, wie

es in den Touristenführern geschrieben

steht), besichtigte Hemingways Haus, das

erbärmlich nach den sechszehigen Katzen

stank, die es nach wie vor bewohnen. Ich

fuhr nach Miami, ging am Strand auf und

ab, an dem eine Menge Menschen auf

Drogen zu sein schien, verpasste knapp

eine Designmesse in der Stadt, die in

zahllose Ausstellungen gemündet hätte,

und war insgeheim froh darüber.

Ich ging (tatsächlich) in eine russische

Sauna in Miami Beach, in deren steam

room es kochend heiß von der Decke

regnete und bedenklich aus allen Rohren

pfiff. Und trotzdem trug ich das Erlebnis

mit mir herum. Die ganze Zeit.

Wissen Sie, es passiert mir nicht so

häufig, dass mir tatsächlich jemand

gefällt, und dann gefällt mir so einer.

Jemand, der politisch in einer anderen

Dimension lebt. Dessen Gedanken zu

bewohnen mir physische Schmerzen verursacht

hätte. So muss es sich anfühlen,

wenn die Zeit sich teilt, wenn die Weltpolitik

physische wie psychische Grenzposten

in den ideellen Boden und geradewegs

zwischen die Menschen rammt. So

fühlt es sich an, wenn Sie sich aussuchen

müssen, auf welcher Seite Sie stehen.

THE RED BULLETIN 95


IMPRESSUM

THE RED

BULLETIN

WELTWEIT

Aktuell

erscheint

The Red Bulletin

in sieben Ländern.

Das Cover unserer

mexikanischen Ausgabe

ziert diesmal

die Rockband Pixies,

die uns im Interview

erklärt, welche

Vorteile es hat,

sich in Verlegenheit

bringen zu lassen.

Mehr Storys abseits des

Alltäglichen gibt’s auf:

redbulletin.com

Chefredakteur

Alexander Macheck

Stv. Chefredakteur

Andreas Rottenschlager

Creative Director

Erik Turek

Art Directors

Kasimir Reimann (stv. CD),

Miles English, Tara Thompson

Head of Photography

Fritz Schuster

Deputy Head of Photography

Marion Batty

Photo Director

Rudi Übelhör

Chefin vom Dienst

Marion Lukas-Wildmann

Managing Editor

Ulrich Corazza

Freie Mitarbeiter

Jakob Hübner, Werner Jessner,

Alex Lisetz, Stefan Wagner

Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina

de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz

Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas,

Eva Kerschbaum, Tahira Mirza

Head of Commercial & Publishing Management

Stefan Ebner

Publishing Management Sara Varming (Ltg.),

Ivona Glibusic, Bernhard Schmied,

Melissa Stutz, Mia Wienerberger

B2B-Marketing & Kommunikation

Katrin Sigl (Ltg.), Agnes Hager, Teresa Kronreif

Head of Creative

Markus Kietreiber

Co- Publishing

Elisabeth Staber, Susanne Degn-Pfleger (Ltg.),

Mathias Blaha, Vanessa Elwitschger, Raffael Fritz,

Marlene Hinterleitner, Valentina Pierer, Mariella

Reithoffer, Verena Schörkhuber, Julia Zmek,

Edith Zöchling-Marchart

Commercial Design

Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch,

Simone Fischer, Martina Maier, Florian Solly

Anzeigenservice

Manuela Brandstätter, Monika Spitaler

Herstellung

Veronika Felder

Produktion

Walter O. Sádaba, Friedrich Indich,

Sabine Wessig

Lithografie

Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Sandra

Maiko Krutz, Nenad Isailović, Josef Mühlbacher

Operations

Michael Thaler (MIT), Alexander Peham,

Yvonne Tremmel (Office Management)

Abo & Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus

Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb),

Victoria Schwärzler, Yoldaş Yarar (Abo)

Verlagsanschrift

Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien

Telefon +43 1 90221-0

Fax +43 1 90221-28809

Web redbulletin.com

Medieninhaber, Verlag & Herausgeber

Red Bull Media House GmbH,

Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15,

A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i,

Landesgericht Salzburg, ATU63611700

General Manager & Publisher

Andreas Kornhofer

Geschäftsführer

Dkfm. Dietrich Mateschitz, Gerrit Meier,

Dietmar Otti, Christopher Reindl

THE RED BULLETIN

Österreich, ISSN 1995-8838

Länderredaktion

Christian Eberle-Abasolo

Lektorat

Hans Fleißner (Ltg.), Petra Hannert,

Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-

Walek, Belinda Mautner, Klaus Peham,

Vera Pink

Publishing Management

Bernhard Schmied

Sales Management The Red Bulletin

Alfred Vrej Minassian (Ltg.),

Thomas Hutterer, Stefanie Krallinger

Media Sales

Gerald Daum, Franz Fellner,

Mario Filipovic, Christopher

Miesbauer, Nicole Okasek-Lang,

Jennifer Sabejew, Johannes

Wahrmann-Schär, Kristina

Krizmanic (Assistant)

anzeigen@at.redbulletin.com

Sales Operations & Development

Stefanie Boruta, Anna Schönauer

Abo

Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/

Jahr, getredbulletin.com,

abo@redbulletin.at

Druck

Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb

Nürnberg, D-90471 Nürnberg

Offenlegung gemäß

§ 25 Mediengesetz

Informationen zum Medien inhaber

sind ständig und unmittelbar unter

folgender Web-Adresse auffindbar:

redbull.com/im/de_AT

Redaktionsadresse

Heinrich-Collin-Straße 1,

A-1140 Wien

Telefon +43 1 90221-0

Fax +43 1 90221-28809

Kontakt

redaktion@at.redbulletin.com

THE RED BULLETIN

Deutschland, ISSN 2079-4258

Länderredaktion

David Mayer

Lektorat

siehe entsprechenden Eintrag

bei Österreich

Country Project Management

Natascha Djodat

Media Sales

Matej Anusic,

matej.anusic@redbull.com

Thomas Keihl,

thomas.keihl@redbull.com

THE RED BULLETIN

Frankreich, ISSN 2225-4722

Länderredaktion

Pierre-Henri Camy

Country Coordinator

Christine Vitel

Country Project Management

Alessandra Ballabeni

THE RED BULLETIN

Großbritannien, ISSN 2308-5894

Länderredaktion

Tom Guise (Ltg.),

Lou Boyd, Florian Obkircher

Lektorat

Davydd Chong (Ltg.),

Nick Mee

Publishing Management

Ollie Stretton

Media Sales

Mark Bishop,

mark.bishop@redbull.com

Fabienne Peters,

fabienne.peters@redbull.com

THE RED BULLETIN

Mexiko, ISSN 2308-5924

Länderredaktion

Luis Alejandro Serrano (Ltg.),

Marco Payán

Lektorat

Alma Rosa Guerrero

Country Project Management

Giovana Mollona

Media Sales

Alfredo Quinones,

alfredo.quinones@redbull.com

THE RED BULLETIN

Schweiz, ISSN 2308-5886

Länderredaktion

Arek Piatek, Nina Treml

Lektorat

siehe entsprechenden Eintrag

bei Österreich

Country Project Management

Meike Koch

Media Sales

Marcel Bannwart (D-CH),

marcel.bannwart@redbull.com

Christian Bürgi (W-CH),

christian.buergi@redbull.com

THE RED BULLETIN

USA, ISSN 2308-586X

Länderredaktion

Peter Flax (Ltg.),

Nora O’Donnell

Lektorat

David Caplan

Director of Publishing

Cheryl Angelheart

Media Sales

Todd Peters, todd.peters@redbull.com

Dave Szych, dave.szych@redbull.com

Tanya Foster, tanya.foster@redbull.com

96 THE RED BULLETIN


P R O M O T I O N

must-haves

1 2

3 4

1 UNBREAKABLE &

MADE IN AUSTRIA

Die Lifestyle-Kollektion von gloryfy

verbindet stylisches Produktdesign

mit Hightech-Funktion – und das

auch noch „Made in Austria“. Bügel,

Rahmen und Gläser der Brillen sind

dank dem eigens entwickelten High

End Polymer NBFX unzerbrechlich.

Die Gläser mit CONTOUR Lens Technology

bieten einzigartige optische

Eigenschaften. gloryfy.com

2 G-STAR RAW GRAPHIC

CORE HOODIE

Mit dem coolen G-Star RAW Graphic

Core Kapuzenpullover ergänzt du

dein Outfit ganz easy und stylish.

Der angenehme Sweatstoff im knalligen

Farbton bietet dir einen super

Tragekomfort und ist perfekt in der

Kombination mit Denim. Dank der

strapazierfähigen Konstruktion bist

du in diesem Style für alles gerüstet.

g-star.com

3 INDIVIDUELL

ANPASSBAR

Der Tecnica Herren Wanderschuh

Forge GTX ist der perfekte Schuh für

den modernen Wanderer, elastisch,

agil und bequem. Der Schuh ist wasserdicht

& atmungsaktiv und ermöglicht

einen optimalen Grip auf felsigen und

nassen Böden. In nur 15 Minuten wird

der Schuh von unseren Gigasport-

Experten an Ihren Fuß angepasst.

gigasport.at/tecnica

4 LIMITIERTE LÄSSIGE

AUTOMATIKUHR

Sowohl durch das skelettierte Zifferblatt

als auch durch den Glasboden

kann man das hochqualitative Automatik-Werk

der SEVEN-24 Watch

beobachten. Erhältlich in vielfältigen

Varianten mit robustem Edelstahlgehäuse,

dekoriertem Aufzugsrotor

& Mesh-, Kautschuk- oder Lederband,

ist die Uhr mehr als nur einzigartig.

seven-24.watch

THE RED BULLETIN 97


L I F E S T Y L E , E X T R A O R D I N A I R E

Die Red Bulletin To-do-Liste

Weil das Leben zu kurz ist für lähmende Routine,

gibt es hier jeden Monat eine herzerfrischende Challenge. Diesmal:

SO KOMMT STIMMUNG

IN DIE BAR *


Im Sensenmann-Kostüm die Bar

betreten und beherzt „Letzte

Runde!“ rufen.


Die Frage „Was willst du trinken?“

des Kellners/der Kellnerin

freundlich mit „Danke, sehr nett,

aber ich bin vergeben“ abweisen.


In der In-Kneipe den DJ fragen,

ob er was von den Backstreet

Boys da hat. Sich Justin Bieber wünschen

geht auch.


Mit Blumenkranz im Haar oder

abnehmbarer Hundeschnauzen-

Maske im Gesicht die Bar entern.

Völlig Fremden um den Hals fallen

und ihnen eröffnen: „Hallo, wir

kennen uns von Snapchat!“


Im schwarzen Existentialisten-

Rollkragenpulli ein Glas Wein

bestellen. „Das Glas ist halb leer“

seufzen.


Vor der Bartoilette geschäftig

mit Stift und Papier stehen. Notdürftige

mit „Tut mir leid, du stehst

nicht auf der Liste“ abweisen.


Sich unauffällig neben ein heftig

flirtendes Pärchen stellen und

jeden seiner Sätze mit „Ja, klar“

kommentieren. Unbeteiligt schauen.

Die nächste

Ausgabe des

RED BULLETIN

erscheint am

10. September

2019


Den bestaussehenden Gast

fragen: „Ist dein Herz schon

vergeben? Ich bin Organhändler.“

Freundlich lächeln.


Dem Träger der tiefstsitzenden

Hose unauffällig ein Schild auf

den Rücken kleben: „Münzeinwurf

hier“. Der Pfeil dabei zeigt nach unten.


Den intakten Spiegel auf der

Toilette kennzeichnen mit:

„Defekt. Bitte nicht hineinschauen.“

Warten, was passiert.

* Warnung: Diese Aktivitäten können zu sozialen Unverträglichkeiten führen.

NICOLAS MAHLER

98 THE RED BULLETIN


Die HPYBET 2. Liga bei LAOLA1:

Die geilste 2. Liga aller Zeiten!

Pro Runde immer bis zu sieben Spiele LIVE

und alle Highlights von allen Spielen.

- Immer sonntags, 10:30 Uhr, das Top-Spiel LIVE und exklusiv

- Alle Highlights von allen Spielen immer sofort nach

Spielende auf www.laola1.at und in den LAOLA1 Apps

- Immer montags, 18:45 Uhr: Fußball TOTAL – die Highlight-

Show – im Free-TV-Sender von LAOLA1


Schalten

kannst dir

schenken

lassen.

SEAT Arona SEAT Ateca SEAT Tarraco

seat.at

SEAT URBAN VEHICLES TM 1

Automatik gratis dazu. 2

SEAT schenkt Dir zu deinem neuen SUV noch

bequemeres Fahren – mit dem bewährten

DSG-Automatikgetriebe. Da entspannt sich

sogar der Stadtverkehr ganz automatisch.

Verbrauch: 4,3 – 7,3 l/100 km, CO 2

-Emission: 98 – 166 g/km.

Stand 07/2019. Symbolfotos. 1 Die Garantie von bis zu 5 Jahren und 100.000 km Laufleistung

endet, wenn entw. die vereinbarte Zeitdauer abgelaufen ist oder die max. Laufleistung überschritten

wird, je nachdem, welches der beiden Ereignisse zuerst eintritt. Aktion gültig bis auf

Widerruf. 2 Für die Modelle SEAT Arona, SEAT Ateca und SEAT Tarraco erhalten Sie das DSG-

Automatikgetriebe gratis dazu. Aktion gültig von 01.07.2019 bis 30.09.2019 (Kaufvertragsdatum).

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine