Inspirationen für Sinne und Seele - Herbst 2019

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Mit 1. September steht der Herbst in den Startlöchern und verabschiedet den Sommer Stück für Stück. Deshalb widmen wir uns hier auch dem Thema „Abschied nehmen“. Eins vorweg: Wir lieben alle Jahreszeiten und freuen uns jetzt auf den prächtigen Herbst, der uns mit reicher Ernte und goldenem Blattwerk verwöhnt. Nehmen wir uns die Zeit, hinaus in die Wälder zu gehen. Gerade der Wald hält viele zauberhafte Überraschungen für uns bereit, lässt uns aufatmen, auftanken und entspannen. Waldbaden ist längst ein Begriff, es werden darüber sogar Bücher geschrieben, weil die Wirkung des Waldes auf uns Menschen sehr heilsam und wohltuend ist. Wir nehmen uns auch wieder Zeit für uns selbst, gehen nach innen und nehmen unser inneres Kind an der Hand, um uns selbst das zu geben, was wir brauchen, Liebe und Aufmerksamkeit.

Inspirationen

FÜR SINNE

UND SEELE

HERBST 2019

Inspirationen für Sinne und Seele 1


Editorial

Ab nun sind die INSPIRATIONEN ein bisschen früher dran, weil wir uns entschieden

haben, nicht erst zum astronomischen Jahreszeitenbeginn zu

erscheinen, sondern schon zum meteorologischen Start. Für die Herbstausgabe

bedeutet das, mit 1. September steht der Herbst in den Startlöchern und verabschiedet

den Sommer Stück für Stück. Deshalb widmen wir uns hier auch dem

Thema „Abschied nehmen“. Eins vorweg: Wir lieben alle Jahreszeiten und

freuen uns jetzt auf den prächtigen Herbst, der uns mit reicher Ernte und

goldenem Blattwerk verwöhnt.

Nehmen wir uns die Zeit, hinaus in die Wälder zu gehen. Gerade der Wald hält

viele zauberhafte Überraschungen für uns bereit, lässt uns aufatmen, auftanken

und entspannen. Waldbaden ist längst ein Begriff, es werden darüber sogar

Bücher geschrieben, weil die Wirkung des Waldes auf uns Menschen sehr

heilsam und wohltuend ist. Wir nehmen uns auch wieder Zeit für uns selbst,

gehen nach innen und nehmen unser inneres Kind an der Hand, um uns selbst

das zu geben, was wir brauchen, Liebe und Aufmerksamkeit.

Die Herbstausgabe war dieses Mal etwas knapp anberaumt, aber wir haben

bereits für die Winterausgabe viele schöne Themen gesammelt und warten Ende

November bzw. Anfang Dezember wieder mit einer Fülle an Inspirationen auf.

Einen farbenreichen Herbst wünscht dir herzlich,

deine INSPIRATIONEN-Redaktion

2 Inspirationen für Sinne und Seele


Inhalt

Geheimnisvoller Wald 4

Glück muss man können -

oder es lebe das Grün 8

Der Weg am Wasser 12

Abschied nehmen 18

Der Weg der Selbstliebe 22

Lebens(t)raum Stadt 28

Frau Schneider plaudert... 32

Yoga - die Stellung des Kindes 34

Herbstmeditation 36

Inspirationen für Sinne und Seele 3


Geheimnisvoller Wald

adobe stock foto by bonciutoma

Frieden findet man nur in den Wäldern.

Michelangelo

4 Inspirationen für Sinne und Seele


Inspiration

Was ist das Geheimnis des Waldes? Dass du dort sein kannst, wie du wirklich bist, dass du dort aufatmen

und deine Lungen mit frischer Luft und viel Sauerstoff füllen kannst und dass du dort Entspannung pur

und ganz viel kostbare Inspiration erfährst. Egal zu welcher Jahreszeit, gleichgültig in welcher Stimmung

du bist, was dich antreibt oder gerade beschäftigt.

Für dich haben wir hier ein paar erprobte Übungen, die dich den Wald mit allen Sinnen wahrnehmen und

dich eintauchen lassen in eine Oase inmitten der Hektik des Alltags. Gehe so oft du kannst hinaus, in den

Wald, um deine Seele baumeln zu lassen und neue Kraft zu tanken!

Gehe barfuß

Entledige dich deiner Schuhe und deiner Socken

und ertaste mit deinen Füßen den Waldboden.

Suche dir dafür einen Weg, der dir angenehm erscheint.

Die sanfte Massage wird nicht nur deinen

Füßen gut tun – du nimmst alles ganz anderes

wahr, spürst, auch dich selbst. Zudem ist die

Übung gut für deinen Körper, für deinen Gleichgewichtssinn,

für die Fußmuskulatur.

Umarme einen Baum

Gehe zu einem Baum hin, der dich anzieht, und

umarme ihn. Lege deine Arme um den Stamm,

ebenso dein Ohr. Bäume erzählen Geschichten.

Lausche! Wenn du deinen Rücken an den Baumstamm

lehnst und deine Arme Richtung Baumkrone

ausrichtest, dann stärkst du damit dein

Wurzelchakra - in der Wirbelsäule sind all unsere

Traumata gespeichert, die uns der Baum gerne

abnimmt.

Atme

Setze dich auf einen Baumstumpf oder auf einen

Stein und schließe deine Augen. Atme den Duft

des Waldes ein und nimm ihn ganz tief in dich

auf. Seine Wirkung ist wahrhaft wohltuend, für

Körper, Geist und Seele.

Erinnere dich

Als Kind bist du vielleicht hin und wieder oder

sogar sehr oft im Wald gewesen. Erinnere dich,

was du erlebt hast, was du gesehen hast – war der

Wald nicht voller Abenteuer für dich? Er kann es

auch heute noch für dich sein!

Entdecke

Gehe in den Wald und nimm eine große Portion

Neugierde mit. Schaue und entdecke wie ein

Kind und staune über die Wunder, die der Wald

für dich bereit hält.

Lausche

Text: Elisabeth Ornauer, Zauberwort

Das Rascheln der Blätter, wenn der Wind sanft

durch sie streicht, ergibt ein beruhigendes Geräusch

und ist vergleichbar mit dem Rauschen

des Meeres. Schließe deine Augen und lausche

dem Blätterrauschen. Und lass deine Gedanken

wegfliegen, über die Baumkronen hinaus.

Inspirationen für Sinne und Seele 5


Glück muss man können –

oder es lebe das Grün!

Jedes Eigentum hat Grenzen;

jede Macht Gesetze.

Nur der Vagabund besitzt die ganze Erde.

Isabelle Eberhardt

6 Inspirationen für Sinne und Seele


Inspiration

In den vergangenen Jahren erschien eine Flut

an langjährigen und weltweiten Studien, die sich

mit den zahlreichen positiven Auswirkungen der

grünen Umwelt auf die psychische wie physische

Gesundheit befassten. Gleichzeitig verbreiten

sich Volkskrankheiten wie Depressionen, Fettleibigkeit,

Herzleiden, Atemwegserkrankungen und

zahlreiche andere Zivilisationsschäden zunehmend

flächendeckender.

Aber wer kennt sie nicht, die Aussage: „Die Welt

wird immer schneller.“ Es scheint, als müsste es

immer Aktion geben, immer etwas getan werden,

denn Leistungs- und Erfolgsdruck sind allgegenwärtig.

Hektik und der Blick auf die Uhr bestimmen

unser Leben und es fällt uns zunehmend

schwerer, kleine Freuden – wie den Genuss einer

guten Mahlzeit, Abschalten bei einem aromatischen

Getränk etc. - zu zelebrieren oder uns gar

eine kurze Auszeit zu gönnen.

Zeit bestimmt unsere Welt und doch rinnt sie uns

gleichzeitig immer mehr durch die Finger – unsere

Prioritäten verschieben sich. Wir neigen dazu,

weiter beschleunigen zu wollen, wo es eigentlich

nichts mehr zu beschleunigen gibt. Gesund für

Körper und Psyche ist diese Lebensweise in den

seltensten Fällen.

Dabei wäre es so einfach: Raus in den Wald, rein

ins Glück!

Denn ganz gleich, was wir Menschen sonst noch

sein mögen: Am Ende bleibt immer die Tatsache,

dass wir natürliche Wesen in einer natürlichen

Welt sind. Wir sind Natur.

Und auch wenn die Farbe des Jahres 2017,

gewählt vom amerikanischen Farbentwickler

PANTONE, „Greenery“, ein intensives und

leuchtendes Apfelgrün, war, ist dies keine Trendgeschichte.

An Verzückungszeugnissen mangelt

es auch unter den großen deutschen Dichtern wie

Goethe, Tieck, Eichendorff nicht.

„Erst unterm Blätterhimmel wird der Mensch

zum Menschen“ kann man bei Ludwig Tieck

über den Rückzugsort Wald nachlesen. Im 2016

erschienen Buch „Der Biophilia-Effekt“ schreibt

der österreichische Biologe Clemens Arvay:

„Die Natur ist unser evolutionäres Zuhause‘“.

Er beschreibt damit, dass unsere Liebe zu allem

Lebendigen genetisch bestimmt ist, denn „das ist

unsere DNA“. In dieser archaischen Verbindung

liegt auch die Möglichkeit „grüner Heilung“.

Aber handelt es sich dabei tatsächlich um die Vermittlung

einer neuen Sicht auf den Sehnsuchtsort

Wald?

Wer also richtig in den Wald eintaucht, tut etwas

für seine Gesundheit – körperlich und seelisch.

Das bewusste Verweilen im Wald, um sich zu

erholen, wird auch als „Waldbaden“ bezeichnet,

hat unter dem Begriff „Shinrin Yoku“ eine lange

fernöstliche Tradition und ist vielen von uns aus

eigener Erfahrung nur allzu gut bekannt.

Verantwortlich für diesen positiven Effekt sind in

erster Linie die sogenannten „Terpene“ – Moleküle,

die von Bäumen abgesondert werden und

auf die unser Immunsystem mit einer deutlichen

Steigerung der Abwehrkräfte reagiert. In Laborexperimenten

konnte herausgefunden werden,

dass Baumterpene in unserem Körper vor Krebs

schützende Mechanismen anregen, welche gegen

Tumorzellen wirken. Zudem fand man heraus,

dass das Einatmen dieser gasförmigen Terpene

in der Waldluft die Bildung körpereigener Herzschutzsubstanzen

fördert.

Inspirationen für Sinne und Seele 7


Offenbar hat die Natur aber eine solche Kraft,

dass sie sogar schon wirkt, wenn wir sie nur auf

Abbildungen sehen. Eine niederländische Studie

von 2015 hat gezeigt, dass schon der Anblick von

Bäumen auf einem Foto ausreicht, den Parasympathikus

– also den sogenannten „Nerv der

Ruhe“ – zu aktivieren. Das beruhigt nicht nur unser

Gemüt und senkt unseren Stresslevel, sondern

dient gleichzeitig der Regeneration und Heilung

von Zellen und Organen.

Aber wie stark ist dann erst das Original, wenn

wir in die angenehme Atmosphäre des Waldes

eintauchen, wo es gut riecht, das Licht milde

schimmert, die Luft klar ist und der Boden unter

unseren Füßen leicht federt? Im Wald scheinen

alle Sinne aufzublühen, man atmet tiefer, riecht

intensiver, hört Äste knacken und den Wind rauschen,

spürt die Sonne oder die Kälte und sieht

die unterschiedlichsten Farben und Formen.

Vor diesem Hintergrund ist es wohl kein „Zufall“,

dass der internationale Tag des Glücks (20.

März) und der internationale Tag des Waldes (21.

März) derart dicht beieinander liegen.

Mit meinen beiden Hunden bin ich nahezu jeden

Tag im Wald unterwegs. Wir alle genießen dieses

tägliche Ritual sehr und gerade wer jeden Tag in

der Natur ist, sieht besonders deutlich, wie sie

sich Tag für Tag ein wenig verändert. Sehr zart

fängt es an und das Erwachen beginnt in ganz

leisen Sprüngen. Die Farben werden dann, in

immer stärker werdenden Schüben, deutlicher

und kräftiger und es macht sich das Gefühl breit,

dass mit jedem Tag die Energie steigt. So macht

alles seinen Sinn, alles hat seine Zeit und seinen

eigenen Rhythmus.

Andreas Weber, der Biologe, Philosoph und Bestseller

von „Natur tut uns gut“ schreibt, dass man

gerade in der Natur den elementaren Wunsch,

am Leben zu sein am stärksten spürt. Denn

„Organismen“, so meint er, „sind Wesen, denen

ihr Leben etwas bedeutet. Und das, was wir mit

ihnen teilen, ist ein Bangen um die eigene Existenz.“

Er zieht dabei den Vergleich, dass es einem

Berghang gleichgültig ist, ob ihn eine Lawine ins

Tal reißt. Nicht aber dem Baum, der mit ihm in

die Tiefe stürzt. Er wird alles daransetzen, wieder

auszutreiben. „Wir fühlen mit allem Lebendigen,

8 Inspirationen für Sinne und Seele


deshalb lieben wir die Natur so sehr und deshalb

tut es uns auch gut, draußen zu sein.“

Aber gerade, wenn ich von „Glück muss man

können!“ schreibe, sind es unter anderem auch

immer wieder die Kleinigkeiten, die uns tatsächlich

glücklich machen und das Leben versüßen.

Die Schönheit der Natur liegt genau in diesen

Details und das Wahrnehmen dieser Einzelheiten

erdet uns und macht es möglich, dass eine tief

empfundene Zufriedenheit sowie Dankbarkeit

ihren Platz in unserem Leben bekommt.

Ein Ritual, das mir, aber auch vielen anderen,

dabei hilft, die vielen kleinen Momente draußen

in der Natur oder im Alltag bewusster wahrzunehmen,

ist das Notieren derselben auf kleinen

Notizblättchen. Sammelt man diese in einem

Glas, schafft man damit nicht nur eine wahre

Kraftquelle von positiven Momenten, sondern

lässt sie in Form eines „Tagesbuchs“ auch zu

Erinnerungen der ganz besonderen Art werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich versichern, dass,

wenn wir mit offenen Augen durch den (All-)Tag

gehen, wir mehr entdecken, als wir ahnen. Damit

das Sammeln dieser Momente und Wahrnehmungen

noch mehr Freude macht, gibt es unter

www.gluecksnotizblaettchen.com eine Fülle an

Motiven. Die meisten davon sind Naturmotive,

erfreuen somit auch als dekoratives Element das

Auge und entspannen den Geist. Und wann immer

einem danach ist, nimmt man sich eine kleine

Auszeit, liest sich die vielen erlebten Augenblicke

nochmals durch und lässt sie dadurch zu einzigartigen

Erinnerungen werden.

In diesem Sinne tauche ein ins Grün, verbinde

dich mit deiner grünen Seele und nimm dir die

Natur als Lehrerin. Denn „Good teachers don’t

show you what to see but where to look.“

Und wer noch tiefer in das Thema eintauchen

möchte, dem sei die Aufforderung zum Spaziergang

in der Sonderausgabe 10 „WANDERN“ des

Philosophie Magazin ans Herz gelegt.

Text: Angela Winkler, Glücksnotiz-Blättchen®

Psychologin, Gestalterin und Inhaberin einer

kleinen Werbeagentur am Stadtrand von Wien

Titel-Foto: Pavlo Vakhrushev

Inspirationen für Sinne und Seele 9


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10 Inspirationen für Sinne und Seele


Gedanken & Gedichte

Selbst-Bewusstsein

Mich selbst entdecken

Schritt für Schritt

der Sonne entgegen gehen

mich im Schatten ausruhen

und Kraft schöpfen

das Herz öffnen

Schmerz empfinden

und Freude

und Liebe

die alles heilt

gebe ich mich ihr ganz hin

und wird sie

rein und frei

von Herzen

gegeben.

Mich selbst entdecken

und alles annehmen

im Fluss des Lebens.

Im Fluss Sein

und schwimmen lernen

und mir selbst

bewusst Sein

in der Stille

die auszuhalten

eine wertvolle

Lebensübung ist

auf dem Weg zu mir.

Text: Elisabeth Ornauer, Zauberwort

Inspirationen für Sinne und Seele 11


Der Weg am Wasser

« Wasser! Es ist nicht so, dass man dich

zum Leben braucht - DU bist das Leben! »

Antoine de Saint Exupéry

12 Inspirationen für Sinne und Seele


Unterwegs

Der Kneipp-Meditationsweg in St. Radegund

Am Fuße des Schöckls gelegen und knapp 15 km

von Graz entfernt liegt St. Radegund. Der Ort

war während der K & K-Monarchie ein beliebter

Kurort und berühmt für seine Quellen. 1841

wurde hier die „1. Kaltwasseranstalt“ der Steiermark

errichtet, ab 1864 erreichte der Boom rund

um Radegund seinen Höhepunkt. Besonders der

ungarische Adel und das Großbürgertum liebten

diesen Ort in der grünen Steiermark. Prachtvolle

Villen entstanden und Spazierwege - die sogenannten

Quellenwege - wurden angelegt.

22 der mehr als 160 Quellen, die aus dem Schöckl

entspringen, wurden damals architektonisch

gefasst und mit Namen versehen. Mit dem Ende

der Monarchie jedoch verlor der Kurort

St. Radegund an Glanz und Bedeutung. An seine

Funktion als Kurort erinnert nur mehr das Rehabilitationszentrum

und eine Privatklinik, aber

sonst ist es still geworden.

Ich habe mich auf den Weg gemacht, einen der

Quellenwege zu gehen. Genauer gesagt den

Kneipp-Meditationsweg. Von Graz kommend

sehe ich schon von weitem den Schöckl. Mit seinen

1445 Metern ist der Hausberg der Grazer der

höchste Berg im Grazer Umland. Am Himmel

schweben Paragleiter, wie Raubvögel ziehen sie

ihre Kreise.

Ich kurve die steile Straße hinauf zum Ort und

parke direkt beim Kurhaus St. Radegund. Mein

Weg führt mich zur Talstation der Schöcklbahn,

dorthin, wo der Kneippweg beginnt. Vorbei an

den Villen, den Pensionen und Gasthäusern,

deren Namen stumme Zeugen einer vergangene

Zeit sind - auch heute noch verköstigt das Gasthaus

Budapest hungrige Kurgäste, Wanderer und

Urlauber.

Inspirationen für Sinne und Seele 13


Talstation Schöcklbahn: Beide Parkplätze sind

besetzt und noch immer kommen Ausflügler, die

das sonnige Wochenende für eine Wanderung

nutzen möchten. Aus einem Autobus aus Ungarn

steigt eine Reisegruppe. Anscheinend wollen sie

mit der Gondelbahn den Schöckl „erklimmen“.

Ob sie wissen, dass St. Radegund während der

K&K-Monarchie bei ihren Landsleuten sehr beliebt

war? Ein Paragleiter setzt zur Landung in der

Wiese an und die nächste Gondel schwebt sanft

in die Höhe. Hektik, lautes Rufen, das Brummen

der Autos und das Surren der Drähte sind die

dominierenden Geräusche. Ich überquere die

Straße und sehe das erste Hinweisschild: Kneipp-

Meditationsweg. Ich bin richtig.

Am Beginn des Weges ist ein sogenanntes

Heilkunstwerk angelegt. Bernhard Haas, ein

Landschaftskünstler, hat mit „Pflanze Mensch“

einen begehbaren Kräutergarten in Menschform

geschaffen. Das Interessante daran ist, dass die

heilenden Kräuter genau dort gepflanzt wurden,

wo sie wirken. Ich bestaune das Kunstwerk, im

hohen Gras zirpen die Grillen und im nahen

Wald höre ich das Klopfen eines Spechts.

Der Wald umfängt mich bereits nach ein paar

Schritten mit seiner Kühle und seinen Gerüchen.

Es riecht nach Pilzen, nach trockenem Laub,

Tannennadeln. Der Lärm der Welt wird leiser und

das Rauschen eines Baches, der ganz in der Nähe

fließt, wird lauter. Das muss eine der Quellen

sein. Waldklee formt grüne Inseln im braunen

Laub, Wurzeln bilden geometrische Muster am

Waldboden und Efeu rankt sich an den Baumstämmen

hoch. Es sieht aus, als hätten manche

14 Inspirationen für Sinne und Seele


Bäume grüne Mäntel übergezogen. Alles ist so

grün, so still - und so friedlich.

Je weiter ich den Weg gehe, desto weniger Geräusche

gibt es. Nicht weil der Wald alles schluckt,

sondern weil ein Geräusch alle anderen übertönt:

das Rauschen der Bäche. War es zu Beginn nur

einer, sehe ich jetzt drei, die den Berg herunter

fließen. Die Hektik der Welt, die Geräusche der

Menschen sind mit einem Mal ganz weit weg. Mit

jedem Schritt bekomme ich eine Ahnung meines

eigenen Rhythmus - einatmen, ausatmen, ein

Schritt nach dem anderen.

Die erste gefasste Quelle, die ich erreiche, ist

die Desirée-Quelle. Ich trinke daraus, ihr Wasser

schmeckt rein und frisch. Ihr wird nachgesagt,

dass sie belebend auf die Nerven wirkt und da

vor allem das vegetative Nervensystem positiv beeinflusst.

Bevor ich weitergehe, nehme ich noch

einen Schluck - es kann ja nicht schaden, wenn

das Nervenkostüm gestärkt wird. Immer mehr

Quellen kommen den Berg hinab, vereinigen sich

zu einem Bach. Bienen und Hummeln schweben

beinahe lautlos von Blüte zu Blüte. Johanniskraut,

Enzian, Schafgarbe, Taubnesseln wachsen am

Wegesrand.

Vorbei an einem Kraftort, an dem quadratische

Steine zum Sitzen, Nachdenken und Meditieren

einladen, komme ich zur Quelle der ungarischen

Madonna. Dieses Bildnis der ungarischen

Landespatronin ist ein Rest jener vergangenen

Zeit, als ungarische Kurgäste zum Stammklientel

Radegunds gehörten. Dieser Quelle sagt man

nach, dass sie heilend auf Herz und Lunge wirkt.

Inspirationen für Sinne und Seele 15


Der Platz lädt zum Rasten und Wahrnehmen

ein. Es sind Blumen gepflanzt, eine Gießkanne

zeugt davon, dass hier regelmäßig jemand vorbei

kommt. Ein bunter Blumenstrauß im Becken der

Quelle regt meine Fantasie an: Hat hier jemand

um Heilung gebetet? Oder um ein Wunder?

Vielleicht wollte sich jemand einfach nur bedanken

für das Wunder Leben. Ich bin gefangen von

diesem Ort und seiner friedvollen Ausstrahlung.

Zwei Spaziergängerinnen kommen mir entgegen

- fröhlich grüßen sie mich und wandern weiter.

Ich gehe bergab, vorbei an der Rosaquelle, die

Erdung und Lebenskraft vermittelt, weiter zum

Wunschstein. Man sagt dem Wunschstein nach,

dass er Wünsche erfüllt. Ich hab es versucht:

Draufsetzen, Augen zumachen und den Wunsch

visualisieren. Noch warte ich auf die Wunscherfüllung,

aber man muss auch Wünschen Zeit

geben sich zu realisieren... Die hölzerne Duschanlage,

gleich hinter dem Wunschstein, soll gute

Heilerfolge bringen. Aber Quellwasser mit einer

gefühlten Temperatur von fünf Grad - brrrrr, das

ist nicht meine Sache.

Trotzdem, ganz lässt mich die Idee vom Kneippen

nicht los und so ziehe ich bei der Wassertretstelle

kurz unterhalb des Wunschsteins die

Schuhe aus und steige durch das eiskalte Wasser.

Ordentlich treten, Knie hochziehen und ein paar

Mal auf und ab gehen. Nach einer halben Minute

- länger war es nicht - spüre ich meine Füße nicht

mehr, ich fühle mein Herz klopfen und will nur

mehr aus dem kalten Wasser. Füße an der Luft

trocknen lassen und dann wieder ab in Socken

und Schuhe. Nachdem das Kältegefühl nachgelassen

hat, fühle ich mich frisch und belebt.

Natürlich probiere ich auch den Armguss aus, das

ist viel angenehmer - anscheinend bin ich auf den

Armen nicht so kälteempfindlich.

Ich gehe am Bach entlang, der mit seinem

Gurgeln und Glucksen nach wie vor die

Geräuschkulisse bestimmt. Steinpyramiden

stehen an seinen Rändern. Wer hat sie wohl

aufschichtet? Spielende Kinder, Wanderer bei der

Rast? Ich weiß es nicht. Diese Steinpyramiden

wirken auf mich wie Denkmäler auf Zeit. Wenn

der Bach das nächste Mal über seine Ufer steigt,

wird er sie umwerfen und so Platz für Neues

schaffen. Eigentlich ist es wie im Leben: Manchmal

muss man Platz schaffen, um Neues kreieren

zu können.

Plötzlich schrecke ich aus meinen Gedanken

hoch, als neben mir ein Vogel aus dem Gebüsch

hochfliegt. Es ist so, als ob er mich daran erinnern

will, dass ich weitergehen soll. Vorbei an der

Pollakquelle, vorbei an der Demelius-Quelle.

Der Pollakquelle wird nachgesagt, dass sie für

Kopf und Augen Heilung bringt. Ich habe

gelesen, dass man, wenn man damit die Augen

benetzt, besser sehen soll. Ich habe vergessen es

auszuprobieren...

Und dann stehe ich wieder am Rande des Waldes.

Vor mir eine Wiese mit den Blumen des Spätsommers,

Obstbäume säumen den Weg, der mich

zu meinem Auto bringt. Die Realität hat mich

wieder. Und auch die Geräusche des Alltags.

Schon wenige Schritte nachdem ich den Wald

verlassen habe, hört man das ferne Rauschen

der Autos. Aus einem Fenster höre ich Musik.

Wolken am Himmel verdecken das Blau und ein

leichter Wind bringt die Blätter der Obstbäume

zum Tanzen. Ich schaue hinauf zum Schöckl und

sehe drei, vier, nein, fünf Paragleiter. Sie drehen

ihre Runden, es sieht aus wie ein himmlischer

Tanz. Die Turmuhr der Kirche schlägt zwei Uhr.

Es ist Zeit nach Hause zu fahren.

St. Radegund

15 km von Graz entfernt liegt St. Radegund am Fuße des Schöckls

und ist damit der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen und

Ausflüge.

Nähere Informationen: www.radegund.info

Text und Fotos: Karina Schneider

16 Inspirationen für Sinne und Seele


Im Walde zwei Wege

boten sich mir dar

und ich ging den,

der weniger betreten

war - und das veränderte

mein Leben.

Walt Whitman

Inspirationen für Sinne und Seele 17


Abschied nehmen

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18 Inspirationen für Sinne und Seele


Inspiration

Im Spätsommer kündigt sich schon vielerorts still

und leise der Herbst an. Es wird langsam wieder

später hell und früher dunkel, die Blätter beginnen

sich golden zu färben und von den Ästen zu

segeln, die Sonnenstrahlen sind sanfter geworden,

ihr Licht milder. Langsam verabschieden wir uns

vom geliebten Sommer.

Unser Leben ist nun einmal Veränderung, andauernd,

von Anfang an. Nichts bleibt, wie es ist,

alles wandelt sich. Und wir haben oft schon Abschied

genommen in unserem Leben. Von Zeiten

und Dingen und von Menschen, die uns lieb

waren. Von unserer Kindheit, von Ausbildungsstätten,

von Arbeitsplätzen, von Freundschaften,

von Wünschen und Träumen, von Hoffnungen

und Lieben, auch von Jahreszeiten.

Nichts in der Geschichte des Lebens ist

beständiger als der Wandel.

Charles Darwin

Wandel des Lebens

Manche beweinen, dass der Sommer zu Ende

geht, dass es kühler wird und das Licht sich

langsam aus dem Staub macht. Sie fürchten die

kühlere Jahreszeit, die bald kälter und dunkler

wird, haben Angst, dass sich vielleicht eine kleine

Depression einschleicht wieder einmal oder zumindest

dass das Gemüt schwer wird.

Andere freuen sich, dass der Sommer endlich

vorbei ist mit seinen Hitzewellen und den vielen

Urlauben der Freunde, Kollegen oder Mitarbeiter.

Sie begrüßen den Herbst sogar heimlich. Sie freuen

sich auf die Abkühlung und die reiche Ernte.

Auf das, was sie jetzt endlich tun können, wenn

es kühler ist, auf ausgedehnte Wanderungen

und Schwammerlsuchen im Wald. Sie sind voller

Tatendrang und Energie und Lebenslust.

Wenn der Wind der Veränderung weht,

bauen die einen Mauern und die anderen

Windmühlen.

Chinesisches Sprichwort

Alles hat zwei Seiten

Es kommt immer darauf an, wie man etwas

betrachtet, denn jedes Ding, alles hat zwei Seiten.

Wenn wir an allem die schöne Seite entdecken

und annehmen lernen, sehen wir auf einmal ganz

viel, was uns erfreut und trägt. Verabschieden

wir uns von etwas oder jemandem, wartet stets

etwas Neues auf uns. In jedem Ende verbirgt sich

zugleich ein (Neu-)Anfang. Und wenn wir uns der

Veränderung öffnen, machen wir es uns selber

leicht.

Das Neue ist uns meist unbekannt, deswegen

fürchten es viele. Den Herbst können wir rasch

lieben lernen, wenn wir an all seine guten Seiten

und Vorteile denken. Doch eine veränderte

Lebenssituation, wo wir etwa vor einem Scherbenhaufen

stehen, Liebgewordenes, Vertrautes

zurücklassen müssen, bringt auch Unbehagen,

Zweifel, Ängste mit sich: Kann das auch gut

werden?

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt

immer das, was er schon ist.

Henry Ford

Inspirationen für Sinne und Seele 19


Das Leben leben

Lassen wir uns darauf ein und planen wir in die

große Unbekannte „Leben“ Dinge ein, die es uns

leichter machen. Dinge, auf die wir uns freuen,

die unser Herz öffnen und unsere Augen zum

Leuchten bringen. Gehen wir raus und öffnen wir

uns voller Hingabe dem Leben. So viele Überraschungen

warten da draußen auf uns.

• Höre nicht auf das, was andere dir raten! Was

für dich gut ist, kannst nur du allein wissen

und spüren. Die anderen geben dir ihre Tipps

aus ihrer Sicht, und meist sehen sie nicht alles

von dir und deinem Leben. Außerdem sind

sie nicht in deinen Schuhen gegangen. Nur

du kannst wissen, was für dich gut ist – tu es!

Drei Tipps, wie dir Veränderungen leichter fallen:

• Stelle dir deine momentane Situation vor – es

gibt immer etwas zu verbessern. Tu es in den

nächsten 48 Stunden, danach verdrängt man

schnell, was man tun wollte.

• Nimm all deinen Mut zusammen und spring

ins kalte Wasser des Ungewissen! Ja, Veränderung

braucht Mut. Weil wir oft nicht wissen,

was auf uns zukommt. Vieles ist nicht

vorhersehbar. Einen Job aufzugeben, den

wir jahrelang ausgeübt haben, ein Unternehmen

an den Nagel zu hängen, in das man die

letzten Jahre investiert hat, sich von einem

Partner in Liebe zu trennen, weil er einem

nicht gut tut, seinen Lebensstil verändern, um

gesund zu werden/bleiben. Natürlich geben

wir etwas auf, verlieren Gewohntes, Vertrautes.

Aber wir gewinnen viel mehr dadurch!

Entweder wir finden einen Weg oder wir

machen einen.

Hannibal

Es wird nicht immer leicht sein, aber nehmen

wir unsere negativen Gefühle an, die auftauchen,

wenn es einmal nicht so rosig ist. Wenn wir den

Herbst lieben lernen, werden wir uns Ende November

gar nicht so einfach von ihm verabschieden

können…

Ein abgefallenes Blatt kehrt nicht zum

Baum zurück

Aus Simbabwe

Text: Elisabeth Ornauer, Zauberwort

20 Inspirationen für Sinne und Seele


Inspiration

Inspirationen für Sinne und Seele 21


Der Weg

der

Selbst-

Liebe…

22 Inspirationen für Sinne und Seele


Reflexion & Inspiration

Der Weg der Selbst-Liebe beginnt damit, zu erkennen, dass

wir alle die Schöpferinnen und Schöpfer unseres eigenen

Lebens sind. Wir haben nicht gelernt nach innen zu schauen,

auf das, was wir hier als Schöpferinnen und Schöpfer

produzieren. Wir erschaffen (uns) den ganzen Tag - und das

meist unbewusst, durch unser Denken, unser Sprechen und

durch unser Handeln. Und im Grunde wissen wir, dass

einiges, was wir tun, meist nicht zu viel Gutem in

unserem Leben führt.

Inspirationen für Sinne und Seele 23


In unserem Innenkörper ist alles gespeichert,

was da war und wie wir heute darüber denken

und fühlen. Vieles haben wir nicht angeschaut,

verdrängt, quasi unter den Teppich gekehrt, auch

haben wir keine Anleitung zum erwachsen-Werden

mit auf den Weg bekommen. Somit haben

wir als Kinder angefangen, Gedankenmuster von

den Erwachsenen zu übernehmen und sie

Wenn wir uns wieder unserer Herzen bewusster

werden, kann Heilung in uns stattfinden. Unser

Herz ist das Zentrum unserer Liebe, unserer

Freude und unserer inneren Weisheit, nur wie viele

folgen wirklich ihrem Herzen? Das Herz sagt

immer die Wahrheit. Jedoch wir hören viel lieber

auf unseren Kopf mit all seinen vielen verurteilenden

Gedanken.

im Laufe der Zeit zu unseren eigenen

Überzeugungen gemacht. So sind

wir dann in unser Erwachsenenalter

hineingeschlittert und sind

Du selbst,

genauso wie jeder andere

Frage dich einmal: „Wie gerne tue

ich das, was ich gerade tue, Job,

Beziehung etc.?“ Und dein Herz

meist ständig mit Konflikten,

wird dir sofort, wenn du ganz

im ganzen Universum,

Krankheiten und/oder Mangel

genau und ehrlich hinhörst,

in unserem Leben konfrontiert.

verdienst deine Liebe sagen, wie es sich fühlt, ob es

Dennoch sind diese Hürden

sich leicht oder schwer anfühlt,

und Zuneigung

wichtig in unserem Leben, wir

bei dem, was du tust und was

können durch sie aufwachen

du dir vielleicht gerade selbst

Buddha

und erkennen: Was treibe ich hier

antust, dieses Gefühl deines

eigentlich? Dies ist der Moment des

Erwachens!

Herzens ist sofort da und du musst

keine halbe Stunde mehr auf eine

Antwort warten. Wenn sich dein Herz

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unser

Innenleben lenken, nehmen wir automatisch

eine würdevolle und wertschätzende Haltung

uns gegenüber ein. Es lohnt sich, nach innen zu

ruhig und entspannt anfühlt, dann hörst du

wahrscheinlich bereits auf deine innere Wahrheit,

auf deine Berufung, ganz einfach auf das Sein

deines Herzens.

schauen und zu erinnern, was da war.

Ganz wenige haben eine glückliche Kindheit

In diesem Moment können wir uns an das Essenzielle

erinnern und erkennen, was wir wirklich

sind, nämlich LIEBE. Oft wird die Liebe verniedlicht,

aber nein, sie ist die größte Kraft auf

diesem Planeten. Es leben auf unserer Erde ca. 8

Milliarden Menschen und jeder/jede trägt diese

Liebe in sich -was für eine allmächtige Kraft.

erlebt, viele Eltern waren selbst unglücklich und

durch das Beobachten als Kind haben wir das

Unglücklichsein übernommen und zur eigenen

Überzeugung gemacht und wahrscheinlich nie

mehr hinterfragt. Wir haben uns angewöhnt, das

Leben der eigenen Eltern zu kopieren.

Als Kinder lernten wir, uns selbst nicht zu genügen,

indem man uns beibrachte, Liebe nur durch

24 Inspirationen für Sinne und Seele


Leistung zu bekommen. Somit haben wir ganz

schnell lernen müssen, dass wir, so wie wir sind,

nicht gut genug für die Erwachsenen-Welt sind.

sich selbst und seiner wahren inneren Kraft wegzu

bewegen und führt schlussendlich ein unbefriedigendes

Dasein auf dieser Welt.

Kinder sind in vier Punkte von den Eltern abhängig,

physisch, mental, emotional und finanziell.

Diese Abhängigkeit als Kind dauert oft bis zu 20

Jahre.

Zu begreifen, dass nur wir uns die größte Aufmerksam

geben bzw. schenken können, ist ein erhebender

Moment. Erkennen zu dürfen, dass der

allerwichtigste Mensch in meinem Leben

In dieser Zeit der Abhängigkeit ist ein

Kind nicht frei, es ist schlichtweg

Wenn du dich

„ich“ bin, denn nur ich und allein ich

bin verantwortlich für mein Glück

ohnmächtig. Ein Kind hat über selbst liebst, liebst du deine und die Liebe in meinem Leben.

seine Gedanken gelernt „Ich bin

Dies alles hat nichts mit Egoismus

zu tun, sondern mit der

Mitmenschen. Wenn du dich

nicht gut genug“, ein Kind hat

von seinen Eltern gelernt, wie selbst hasst, hasst du deine eigenen wahren „Selbst-Liebe“.

man denkt und wie man fühlt,

Mitmenschen. Deine Beziehungen

das Kind hat somit gelernt, sich

Wer nicht gelernt hat, sich

selbst zu verurteilen und wie

man andere verurteilt.

zu den anderen sind immer nur ein

Spiegelbild deiner Selbst.

selbst zu lieben, sondern gelernt

hat, sich zu verurteilen, der ist

mit der Zeit sehr unzufrieden mit

Wenn in einem Menschen Ohnmacht

gespeichert ist, wenn ein

An irgendeinem Punkt im Leben

sich und den anderen geworden.

Osho

Mensch unglückliche Menschen als

Eltern hatte, dann ist in ihm genau so viel

Unzufriedenheit gespeichert und das Außen,

wie Eltern, Partner, Arbeitskollegen und viele

mehr, werden nun von ihm dafür verantwortlich

gemacht.

wird dann die gesamte Unzufriedenheit

geballt in diesem Menschen hochkommen und

sein ganzes Dasein damit einnehmen. Dies ist der

Punkt, an dem alles an die Oberfläche kommt,

wie Angst, Wut, Ohnmacht, Zorn, Neid, Einsamkeit,

Trauer usw.

Kinder brauchen Aufmerksamkeit, Anerkennung,

Wertschätzung, Lob und Liebe, zumindest von

einem Erwachsenen in ihrem Umfeld. Wenn aber

ein Kind all dies nicht bekommen hat, so zieht

er/sie als Erwachsener hinaus in die weite Welt

und sucht ständig nach Anerkennung, Aufmerksamkeit,

Lob und Liebe im Außen. Ab jetzt fängt

der Mensch an sich immer weiter und weiter von

Und dennoch ist es die Liebe, die mit all ihrer

Kraft diese Gefühle an die Oberfläche bringt

und genau diese Gefühle, auch wenn sie sehr

schmerzlich sind, wollen nun endlich wahrgenommen,

angesehen und ehrlich gefühlt werden.

Es sind unsere Gefühle, es sind die Gefühle

unseres kleinen Kindes in uns, das mit dem Her-

Inspirationen für Sinne und Seele 25


zen wahrgenommen werden will, es ist das kleine

Mädchen, es ist der kleine Junge in uns.

Unsere Gefühle wollen gefühlt werden –

ge“fühlt“ und nicht verdrängt. Denn Gefühle, im

Englischen auch „e-motions“ genannten, wollen

fließen. Krankheiten und die Energieblockaden in

den Zellen entstehen durch verdrängte Gefühle

und unser inneres Kind schreit, tobt und ist vielleicht

außer sich vor Wut.

Öffne dein Herz für dieses Kind, das sich nach

möglichst viel Liebe und Aufmerksamkeit sehnt,

gib deinem inneren Kind heute hier und jetzt die

Liebe, die es braucht. Folge der Stimme deines

Herzens, korrigiere das, was bisher nicht mit

deinem Herzen übereinstimmt, werde dir treu,

auch wenn du es nicht in deiner Kindheit gelernt

hast. Wir üben an uns „selbst“ jedes Mal Verrat,

wenn wir Ja sagen wo wir Nein meinen, dies ist

der Verrat am eigenen Herzen.

Hier zu erkennen, dass niemand Schuld hat, sondern

dass die Verantwortung bei uns selbst liegt,

erfordert wiederum Mut und Vertrauen in uns

selbst. All diese Beziehung im Außen spiegeln

daher immer unseren eigenen beschränkten Bewusstseinszustand

wider und fordern uns indirekt

zu Weiterentwicklung, Reife und Wachstum auf.

Durch unsere Schöpfer- und Schöpferinnenkraft

dürfen wir uns auf diese Art und Weise wieder

mit unserem inneren Kind verbinden, uns mit

ihm versöhnen und in die Eigenverantwortung

gehen, indem wir wieder die Gestalter und Gestalterinnen

unseres Lebens werden.

Entscheiden wir uns, jetzt unsere Herzen zu

öffnen und unseren Herzensstimmen zu folgen,

für all das, was bisher in uns ungeliebt geblieben

ist. Frieden zu schließen mit all unserer Vergangenheit

und endlich zu erkennen, dass wir von

Natur aus liebenswert und wertvoll sind. Öffnen

wir wieder unsere Herzen und lernen wir erneut,

unsere Gefühle zu fühlen, damit wir ein erfülltes

Leben (er)leben können, denn Glück und Liebe

finden zu allererst in uns selbst statt…

Petra Wiesinger war über 25 Jahre in der Wirtschaft in Führungspositionen

tätig, bis eine Krankheit sie dazu zwang, ihre Zukunft

und ihren weiteren Weg neu zu überdenken – und da begann ihre

Reise…

Petra Wiesinger

Die Wiesinger

Lebensberatung, Coach, Trainerin

office@die-wiesinger.at

www.die-wiesinger.at

26 Inspirationen für Sinne und Seele


Gedanken & Gedichte

Bereit für mehr

Herausforderungen meistern

Ich bin bereit.

Bereit für das Leben.

Bereit für die Liebe.

Bereit zu geben.

Bereit zu nehmen.

Bereit, Gutes zu empfangen.

Bereit, die Tore meines Herzens zu öffnen.

Bereit für Veränderung.

Bereit für Freude.

Bereit für das Lachen.

Bereit für Nähe.

Bereit, Beziehung zu leben.

Bereit für Inspiration.

Bereit für Kreativität.

Bereit für meinen Weg.

Bereit für mich.

Bereit.

Ich gehe... jetzt!

Text: Elisabeth Ornauer, Zauberwort

Ich steige

auf einen Berg,

den Gipfel vor Augen,

immer wieder

taucht er auf,

macht mir Mut,

lässt mich aber

auch zweifeln,

denn die Distanz

scheint

größer zu werden

mit jedem Schritt,

auch wenn

der Schein trügt.

Ich rutsche aus,

stolpere über ein Hindernis,

und sehe dabei

ein Alpenröschen,

das mich mit seinem

bezaubernden Anblick

erfreut.

Ich hätt´ es wohl

sonst nie erblickt.

Und das Aufstehen

fällt sogleich

viel leichter.

Und das Weitergehen auch.

Mit einem Lächeln

auf den Lippen…

Text: Elisabeth Ornauer, Zauberwort

Inspirationen für Sinne und Seele 27


Lebens(t)raum Stadt

Gestaltung urbaner

Räume und Flächen

Eine Stadt ist nicht nur eine Ansammlung von Gebäuden,

sondern eine Abfolge von Raum, umgeben und definiert von

Gebäuden.

Ieoh Ming Pei,

chinesisch-amerikanischer Architekt (1917-2019)

Foto (c) Heidi Pein

28 Inspirationen für Sinne und Seele


Auf Initiative der Tirolerin Brigitte Vettori

werden in Wien seit 2011 jedes Jahr im Rahmen

von „space and place“ verschiedene Parkanlagen,

öffentliche Plätze und seit 2018 auch Wohnstraßen

belebt. space and place macht mit seinen

Projekten die Stadt um einiges bunter und lebendiger.

Beim Reden kommen

die Leut´ zsamm

Auf diese Art und Weise kann Begegnung stattfinden,

die bereichernde Begegnung unterschiedlicher

Kulturen etwa - die Menschen gehen auf

die Straße, treffen sich da, lernen sich kennen,

plaudern miteinander, essen miteinander. Der

öffentliche Raum wird zum Wohnzimmer für alle,

die in der Stadt leben.

Schöne space and place-Projekte

„AM VOGLMARKT“ - Der Johann-Nepomuk-

Vogl-Platz in Wien-Währing wurde zu so einem

öffentlichen Wohnzimmer, das „grenzüberschreitend“

nicht nur Kunstinteressierte und Anwohner

aus dem Grätzel zwischen dem 17. und 18. Bezirk

anzog. Auch Künstlerinnen und Künstler aus

ganz Wien kamen und brachten ein buntes Publikum

auf den Platz. Damit wurde der Vogl-Markt

zu einem kreativen Wohlfühlort und sprach mit

künstlerischen, sportlichen und kommunikativen

Interventionen auf verschiedenen Ebenen an.

Mit Projekten wie WIEN LEBT, den Social

Dinners oder den Urban Walks lassen sich space

and place nieder im öffentlichen Wohnzimmer

der Stadt. Hier spürt man die Seele der Stadt und

das fühlt sich großartig an. Jedes Jahr widmet

sich die Projektreihe WIEN LEBT einem neuen

Thema, es geht immer um das Leben und das

Zusammenleben in Wien. Seit 2018 feiert WIEN

LEBT das öffentliche Wohnzimmer vor der eigenen

Haustüre.

Miteinander statt nebeneinander

Was alle WIEN LEBT-Projekte verbindet, ist

das, was alle Menschen in Wien machen: reden,

essen, gehen, tanzen, sich überraschen lassen,

sich wundern, forschen. Und dass die Projekte

nach Schätzen graben, soziale Räume (spaces)

an urbanen Plätzen (places) schaffen, damit sich

die Menschen, die sich ansonsten vielleicht nicht

begegnen würden, kennenlernen und austauschen

können. Zudem werden lokale Initiativen vernetzt

und das Miteinander (in) der Stadt gestärkt.

Foto (c) Heidi Pein

Beim Projekt „REGEN.WALD“ handelte es sich

um eine Upcycling-Umbrella-Installation aus

bunten Regenschirmen von Karin Prauhart und

Alain Tisserand. Mit der erstmaligen Hängung

von sogenannten Schirmkugeln am Vogl-Markt

sollte der Platz neu in Erscheinung treten. Das

Upcycling-Projekt aus aufgehängten Regenschirmen,

die bereits zu einem früheren Zeitpunkt am

Dornerplatz (ebenfalls im Rahmen eines space

and place-Projektes) in Verwendung waren, gibt

auch die Botschaft weiter: Aus Alt mach Neu!

Einen Monat lang ermöglichte die Aktion

„PLAUDERBANKL“ im Frühjahr 2018 Raum

für Alltagskommunikation. Der Austausch

zwischen Bewohnern und Besuchern des Vogl-

Marktes wurde gefördert und für zwanglose Plau-

Inspirationen für Sinne und Seele 29


derei wurde eine Gelegenheit geschaffen. Nimm

Platz und lass dich überraschen, wohin die Reise

geht! Für unerwartet gute Gespräche und neue

Bekanntschaften wird keine Haftung übernommen

– so der augenzwinkernde Kommentar der

Stadtinitiative.

Die Frage, die sich space and place stellte, war:

Darf man den Begriff der Wohnstraße wörtlich

nehmen? Inwieweit dient die Wohnstraße als

gleichberechtigter Treffpunkt und Begegnungsort

für alle? Eignet sich die Wohnstraße etwa tatsächlich,

um Ball zu spielen oder mit dem Fahrrad nebeneinander

zu fahren? Lassen sich die Wünsche

und Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzer

wie Spielende, Plaudernde, Radelnde oder Autofahrende

überhaupt auf einen Nenner bringen?

Belebung von Wohnstraßen

Foto (c) Heidi Pein

Das erste WIEN LEBT-Experiment auf der

Zinckgasse im 15. Bezirk zeigte: Das Konzept der

Wohnstraße wurde rasch verstanden und dieser

öffentliche Spielraum schnell und gern erobert.

Selbst Autofahrer reagierten neugierig auf das

Geschehen und hielten sich beim Fahren in der

Wohnstraße an die erlaubte Schrittgeschwindigkeit.

WIEN LEBT seit 2018 mit Wohnstraßen-

Schwerpunkt

Die ersten Wohnstraßen-Projekte 2018 waren als

Tests angelegt. „Unsere Vermutung, dass kaum

jemand Wohnstraßen tatsächlich als geteilten

Wohnraum nutzt, wurde bestätigt“, sagt die

Kuratorin Brigitte Vettori: „Wir haben aber auch

festgestellt, dass Anrainer, vor Ort Arbeitende

und lokale Organisationen einen ersten Schritt

hinauswagen, wenn sich dort etwas tut.“ Es

braucht aber mehr als nur einen kleinen Anstoß,

um Wohnstraßen ins Blickfeld und längerfristig

ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Denn

wir haben gelernt, Straßen dem Autoverkehr zu

überlassen. Daher bleibt dieses Thema auch bei

WIEN LEBT 2019 präsent.

Auf der Zinckgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk

näherten sich space and place auf spielerische

Weise dem Thema an: Die selten genutzte

Wohnstraße wurde zum öffentlichen Wohnzimmer

von allen mit Kaffee und Kuchen.

Foto (c) Heidi Pein

Tafeln, Fenster-Café, Gedichte kleben, Quiz machen,

Kleider tauschen: Es gibt viele Möglichkeiten,

wie man die Wohnstraße nutzen kann. space

and place testet das Potential aus, das in Wohnstraßen

schlummert und weist darauf hin, welche

Informationen und baulichen Maßnahmen es

braucht, damit eine Wohnstraße zum Wohlfühlort

wird.

Die Stadtmacherinnen von space and place haben

auf der Wohnstraße schon mehrfach getafelt und

es sich im Liegestuhl gemütlich gemacht, aber

30 Inspirationen für Sinne und Seele


Foto (c) Ákos Burg

auch geturnt und Räder geschlagen. Dabei hat es

sich jedes Mal aufs Neue gezeigt: Wenn jemand

die Initiative ergreift, gesellen sich bald weitere

Menschen dazu.

Das Projekt Wohnstraße wird wohl noch eine

Weile ein Thema sein – auf jeden Fall sammelt

space and place viele schöne und gute Beispiele,

wie man das Zusammenleben im städtischen Bereich

um etliches verschönern kann. Ein Lebensgefühl

wie im Urlaub. Das ist Lebensqualität, die

sich durch die Stadtinitiative laufend verbessert

und das Leben bunter und lebenswerter macht.

Hoffentlich steckt sie noch viele Plätze, Straßen

und Stadtviertel mit dieser Lebensfreude an!

Termine im Herbst:

27.09.2019, 15 bis 19 Uhr

Tag der Wohnstraße am Freitag, eventuell in der

Zinckgasse, 1150 Wien

Mehr Informationen unter

spaceandplace.at/aktuelle-termine/

Quelle: space and place

Inspirationen für Sinne und Seele 31


32 Inspirationen für Sinne und Seele


Frau Schneider plaudert ...

…über unausweichlichen Tatsachen das Alter betreffend

Die 60er Jahre waren wild, die 60er Jahre waren

frei – und Frau Schneider ist in den 60er Jahren

geboren. So weit so gut. Frau Schneider fühlt sich

auch frei, nimmer ganz so wild aber trotzdem

noch jung. Aber das Baujahr 64 hat zur Folge,

dass der 50. Geburtstag schon einige Zeit her ist.

Und damit der gesellschaftliche Stempel aufgedrückt,

zum alten Eisen zu gehören. Generation

50+! Frau Schneider fühlt sich aber nicht dieser

Generation zugehörig – nein, sie wehrt sich vehement

dagegen, kategorisiert zu werden, nur weil

ihre Eltern ihr Geburtsjahr unbedingt in die 60er

Jahre legen wollten.

50+, das klingt nach Filzpatschen, Kittelschürzen,

organisierten Bus- oder Kreuzfahrten und

nach Kamillentee. Frau Schneider liebt aber

High Heels, Reisen auf eigene Faust und Mojitos!

Und sie hat auch nicht vor, auf das alles zu

verzichten, nur weil statt einem 4er ein 5er vor

der Altersangabe steht. Und außerdem was soll

das Schubladisieren? Alter ist sowieso immer eine

Einstellungssache und nicht die Anzahl der Jahre,

die seit der eigenen Geburt vergangen ist. Frau

Schneider ist schon einigen 30-jährigen begegnet,

die sich konservativer und gesetzter benommen

haben als ihre eigene Großmutter. Sie hat aber

auch Menschen in ihrem Freundeskreis, die die

60 schon weit überschritten haben und sowas von

agil, beweglich und lustig unterwegs sind – sowohl

körperlich als auch geistig. Darum antwortet

Frau Schneider, wenn sie nach ihrem Alter gefragt

wird, dass sie sich der 40 nähert – aber nicht aus

welcher Richtung. Das Schöne an der Antwort ist,

dass sie nicht einmal gelogen ist.

Außerdem geht dieses blöde Kategorisieren Frau

Schneider gehörigen auf die Socken. Männer

werden interessant, wenn sie die 50 überschritten

haben und sind tolle Hengste, wenn sie ihre

„alten“ Frauen gegen jüngere austauschen. Wenn

Frauen in ihre 50er kommen, dann dürfen sie nur

mehr ihre Wechseljahre genießen und falls sie auf

die Idee kommen, ihren „alten“ Mann zu entsorgen,

das Leben zu genießen und sich womöglich

einen Liebhaber zuzulegen, dann sind sie komische

alte Weiber. Ganz spannender Ansatz – aber

leider noch oft weit verbreitet.

Ganz schlimm ist es auch, wenn Frau Schneider

zu hören bekommt, dass sie sich einen Mann

suchen soll, damit sie nicht alleine ist. Sie ist

definitiv nicht alleine, denn Frau Schneider hat

das große Glück, Freunde – sowohl weibliche als

auch männliche – zu haben. Mit denen kann man

reden, weggehen, die hören zu und mit denen

kann man Spaß haben. Frau Schneider ist auch in

der Lage, alleine das alltägliche Leben zu meistern,

vom Reparieren der Klospülung bis hin zum

Organisieren von Reisen. Und wenn dann doch

einmal der Fall eintritt, dass zum Beispiel Elektroleitungen

verlegt werden müssen, dann – siehe

oben – hat sie Freunde mit Bohrmaschinen, Flex

und den notwendigen Kenntnissen.

Conclusio: Frau Schneider ist 50+ und trotzdem

glücklich. Ihre Oma hat einmal zu ihr gesagt: Wer

nicht alt werden kann, muss jung sterben. Eine

weise Frau, die Frau Großmama. Und da Frau

Schneider nicht jung gestorben ist, hat sie vor,

recht alt zu werden. Und mit allen Sinnen zu genießen,

was das Leben so hergibt. Also her damit!

Inspirationen für Sinne und Seele 33


Affirmation:

Ich entspanne mich von

äußeren Einflüssen

in meinem inneren Frieden.

34 Inspirationen für Sinne und Seele


Yoga

Die Stellung des Kindes

Balasana

Ausführung

Knie dich auf die Yogamatte und setz dich auf deine Fersen. Deine Knie sind dabei hüftbreit auseinander

und deine großen Zehen berühren sich. Beuge deinen Oberkörper nach vorne, dein Bauch ruht auf

deinen Oberschenkeln und deine Stirn berührt den Boden. Dein Gesäß drückt auf die Fersen, die Wirbelsäule

ist gestreckt. Deine Hände liegen - mit den Handflächen nach oben - locker neben deinem Körper,

die Schulter sinkt nach unten und entspannt sich und du spürst die Dehnung deiner Schulterblätter.

Während du die Stellung des Kindes ausführst, atmest Du ruhig und gleichmäßig ein und aus. Schließe die

Augen und versuche diese Position mindestens 30 Sekunden lang zu halten.

Achtung: Nicht bei Knieverletzungen, erhöhtem Augendruck und Schwangerschaft praktizieren.

Wirkung

Körperlich: Die Wirbelsäule, vor allem Nacken und die Halswirbelsäule, dehnt alle

Rückenmuskeln und hilft, Verspannungen zu lösen.

Geistig-seelisch: beruhigend, aktiviert das Sonnengeflecht und harmonisiert die

Energien, stärkt dein Urvertrauen und gibt Geborgenheit und Ruhe sowie die

Fähigkeit loszulassen und demütig zu sein.

Optimiere die Asana, indem du das Kinn anziehst und einen langen Nacken machst.

Mantra

Satsanga Hare

Satsanga hare,

Satsanga hare,

Om Satsanga, Ananda hare

Licht der Wahrheit

Licht der Wahrheit ich grüße dich

Licht der Wahrheit ich grüße dich

Licht der Wahrheit und Glückseligkeit

ich grüße dich

Inspirationen für Sinne und Seele 35


Herbstmeditation

– Zeit der Fülle

36 Inspirationen für Sinne und Seele

Image by Pixabay


Meditation

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Sonne steht schon tiefer, die Tage werden wieder

kürzer und wir verlegen unser Leben wieder mehr ins Innen. Immer noch zieht es uns jedoch

hinaus, um die Früchte der Felder und Wälder einzusammeln als Vorrat für die kalten

Wintermonate.

Zieh hinaus, über die Felder und Wiesen und in die Wälder und erfreue dich an den bunten

Spielen des Sonnenlichtes und der sich verfärbenden Blätter. Wie weich und sanft und lind

alles wirkt. Und doch so kraftvoll noch. Schau dich um, was kannst du entdecken?

Duftende Pilze, Beeren und Zwetschken, leuchtende Birnen und rotbackige Äpfel. Eine

Fülle an Farben, Gerüchen und Erinnerungen durchströmt dich und lässt dich die Dankbarkeit

spüren, die größer und größer wird mit jedem Duft, mit jedem bunten Blatt, das

dich bereichert.

Sonne und Regen haben die Früchte reifen lassen. Beides brauchen auch wir zum Wachsen

und Reifen, das Helle und das Dunkle. Die Pilze werden getrocknet für wärmende Wintersuppen

– was wirst du dich dann freuen, wenn du den Geschmack des Waldes und des

Sommers auf deinem Gaumen erleben darfst, wenn es draußen kalt ist!

Zieh dich warm an, kuschle dich in eine Wolljacke, lausche den Regentropfen, die ans

Fenster klopfen, und beobachte den Weg der goldenen Blätter, die der Wind von den Bäumen

pflückt und in die Ferne trägt.

Vor ein paar Tagen und Wochen noch ist die Rohrdommel fröhlich durch das Schilf am

Fluss spaziert, jetzt ist sie bereits abgeflogen in wärmere Gefilde, der Sonne entgegen, die

sie im Frühjahr wieder mitbringt, wenn sie zurückkommt.

Blicke der Sonne nach, nimm sie in dich auf, genieße ihre Strahlen und lass sie ziehen, die

Vögel in den Süden, die Sonne in kürzerer Bahn über den Himmel und nimm die Erinnerungen

an den Sommer mit in die Herbsttage, mit in den Regen, mit in dein Herz, damit

sie dich erfreuen und wärmen und dein Herz zum Hüpfen bringen, wenn du sie auspackst

und daran denkst.

Text: Elisabeth Ornauer, Zauberwort

Inspirationen für Sinne und Seele 37


Impressum

Medieninhaber: Karina Schneider

Die Schneider | Werbeagentur

www.inspirationenfuersinneundseele.at

Mail: kontakt@inspirationenfuersinneundseele.at

Firmenbuch: FN 364280g

Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien

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Aufsichtsbehörde: Wirtschaftskammer Wien

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