PT-Magazin 05 2019

opwerk

Offizielles Magazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung.

15. Jahrgang | Ausgabe 5 | 2019 | ISSN 1860-501x | 3 Euro

25 Jahre

Eine Bühne für den Mittelstand

Das sind die Meilensteine: Wettbewerbsstart 1994, bundesweite Ausschreibung 2002,

Frieden mit Hollywood 2005, ISO-Zertifizierung seit 2011, 25-jähriges Jubiläum 2019.

Diese PT-Ausgabe ist dem Jubiläum gewidmet. Mit Reminiszenzen und Erinnerungen.

Mit Analysen und Erwartungen. Ihre Kommentare senden Sie bitte wieder an redaktion@op-pt.de.

Wir freuen uns auf Sie! Helfried Schmidt und Petra Tröger

Großer Preis des Mittelstandes


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EDITORIAL

Mit Augenmaß

und Sachverstand

PT-MAGAZIN 5/2019

Der German Mittelstand, die hunderttausende

Unternehmer in unserem

Land, lenken teilweise seit Jahrzehnten

oder Jahrhunderten ihre Unternehmen

durch Gefahren, Kriege, Währungskrisen,

Staatszusammenbrüche, Katastrophen.

Sie schaffen dabei stets Arbeit für Dritte.

Und sie waren immer verlässliche Steuerzahler.

Einen Steuerstreik der Unternehmen

hat es in diesem Land noch nie

gegeben.

Es ist die Stärke eines mittelständisch

geprägten Wirtschaftssystems,

auf 100.000en von Masterplänen aufzubauen,

mit 100.000en verschiedener

Zielgruppen und Angebote. Hier kommen

die Klassikliebhaber genau so auf

ihre Kosten die die HardRock-Fans. Die

Veganer finden ebenso Gaststätten wie

die Liebhaber von Eisbein und Spanferkel.

Für Fahrrad-, Motorrad- und Autoliebhaber

gibt es ausreichend Angebote.

Jeder nach seinem Geschmack. Jeder

nach seinen Bedürfnissen. Ein Dirndl ist

genauso selbstverständlich zu kaufen

und zu tragen wie irgendein anderer Look.

Man kann wieder im Rhein schwimmen

gehen. Oder eben in der Schwimmhalle.

Man kann selber Fußball spielen, oder

kommentiertes HD-Fernsehen genießen.

Man kann eine Kreuzfahrt machen, oder

den Jakobsweg laufen.

Mittelständische Unternehmen denken

und handeln immer über den aktuellen

Tag hinaus. Teilweise seit Generationen

arbeiten sie für die Zukunft. Sie

wollen die Konturen der Zukunft mitgestalten.

Dabei geht es immer um ein Morgen,

das konkret ist und erreichbar, kein

Wolkenkuckucksheim. Die Veränderungskompetenz

und Bewältigungserfahrung

dieser Unternehmer muss man nachfragen

und nutzen, wenn man sich als Geisteswissenschaftler,

als Journalist oder

als Politiker um die Zukunft Gedanken

macht. Das wird leider zu wenig getan.

Im Wettbewerb „Großer Preis des

Mittelstandes“ haben wir seit 1994 rund

18.500 nominierte Unternehmen kennengelernt.

Das Netzwerk der Besten

entstand. Die mittelständischen Unternehmer

der Gegenwart greifen wie ihre

Vorbilder in der Wirtschaftsgeschichte

die Themen ihrer Zeit auf: Mobilität, neue

Werkstoffe, Kommunikation, Gesundheit,

Energie, Umwelt, Ernährung, Rohstoffe, …

Dabei wird keinesfalls „immer mehr

Wachstum“ gefordert und angestrebt,

schon gar kein unbegrenztes Wachstum.

Im Gegenteil. Die meisten Unternehmen

blicken auf Wachstumsziele mit Augenmaß,

und sie vergessen nie das Prinzip

GMV: Gesunder Menschenverstand.

Haben Unternehmen ihre selbst gesteckten

Grenzen erreicht, halten sie oft ganz

bewusst ihre Unternehmensgröße sehr

stabil. Denn wenn die Ressourcen, die

Organisation, die Abläufe oder die Finanzierung

nicht passgenau mitwachsen,

scheitert das ganze Unternehmen. Wer

über seine ökonomischen Verhältnisse,

geht Pleite. Daran hat kein persönlich

haftender Mittelständler ein Interesse.

Die Mehrzahl der mittelständischen

Unternehmen in Deutschland hat in den

letzten Jahrzehnten ihre Hausaufgaben

gemacht und auf Weltfinanzkrise, auf

Globalisierung und Klimawandel reagiert.

Bei der Absicherung mit Eigenkapital, bei

Innovationen und Beschäftigungssicherung,

bei Markteroberung und Marktsicherung

wurde Enormes geleistet. Es

gehört zum genetischen Code des German

Mittelstand, veränderte Bedürfnisse

aufzugreifen, auch aktuelle Bedürfnisse

in Richtung Umwelt. Unternehmen, die

das vernachlässigten, verschwinden

vom Markt, werden geschlossen, übernommen,

liquidiert. Ebenso ist kein mittelständisches

Unternehmen auf Dauer

ohne einen Gründer- und Entdeckergeist,

einen „Entrepreneurial Spirit“ überlebensfähig.

Das ist gerade das, was den

German Mittelstand auszeichnet: Entrepreneurial

Spirit bei gleichzeitiger konservativer

Bewahrung bereits erreichter

Ergebnisse und Ressourcen. ó

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Das gehört zusammen!

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10

18

56

42

64

52

20

54 60

Inhalt

03

Mit Augenmaß und Sachverstand

Editorial von Helfried Schmidt

Gesellschaft

06

Prämiierte Vielfalt

Der „Große Preis des Mittelstandes“

und das Netzwerk der Besten

08

Erfolgsfaktoren im Mittelstand 2019

Themen und Kennzahlen für

Spitzenunternehmen

10

12

Masse statt Klasse

Der qualitative Fachkräftemangel.

Ein Meinungsbeitrag von Univ.-

Professor Dr. Jörn Axel Meyer.

Industrie 4.0

Nicht den Ingenieuren und

Informatikern allein überlassen!

Oskar-Patzelt-Stiftung

14

Schirmherren Grußworte

in 25 Jahren

16

Im Netzwerk der Besten!

Die Oskar-Patzelt-Stiftung ist

eine gesellschaftliche

„Plattformökonomie“

18

Begeisterung steckt an

Vom Leipziger Startup zum

Grand-Prix-Mittelstand

20

Besondere Momente

Die Auszeichnungsgala

„Großer Preis des Mittelstandes“

25

28

Was vom Tage bleibt

Kolumne von Petra Tröger

Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

Bilder:

10: © Felix Lichtenfeld auf Pixabay

18: © Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

20: © Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

42: © Oskar-Patzelt-Stiftung

52: © H & H

54: © DLR

56: © Gerd Altmann auf Pixabay

60: © ars-pr.de

64: © Wilhelm-Rafael Garth

Titelbild:

© Pattadis Walarput auf Pixabay

Covermontage: Remo Eichner-Ernst,

OPS Netzwerk GmbH


30

Preise der Oskar-Patzelt-Stiftung

32

34

36

38

42

44

46

48

„Sie können über mich verfügen“

Von Roman Herzog und Helmut

Schmidt zu Gunter Emmerlich und

Jens Weidmann

„Und Sie wollen wirklich kein Geld?“

Von einem ungläubigen Ministeriellen,

vom Ehrenamt und von Finanzierung.

Von ZDF und ARD bis Wikipedia

und Youtube

Respekt und Anerkennung

Auch die Oskar-Patzelt-Stiftung

selbst wurde mehrfach

ausgezeichnet

„Was imponieren soll, muss

Charakter haben“

Von Himalaya-Expeditionen über

Gret Palucca und J. R. Ewing zum

kleinen Buch vom Großen Preis.

„Es gibt keinen Pferdefuß“

Von einer Zugfahrt, einem Buch,

sechs Kilogramm Bronze und

Ehrennadeln

Regional und national

Potenzielle Gründer motivieren

„Von den Besten lernen“

Zuverlässiger Begleiter

54

56

SMiLE und EDAN

Robotische Assistenzsysteme als

Unterstützung in der Pflege

5 Phasen der Transformation

Personalstrategie und Prozessintegration

als Eckpfeiler der

Digitalisierung

Südwestdeutschland

60

Sicherer Arbeitsplatz

und neue Heimat

in Pirmasens

62

Brennstoffzellen-Taxis

Erstes hessisches Taxiunternehmen

nutzt Brennstoffzellen

63

Zukunft der Mobilität

SmartPro-Partnerschaftsnetzwerk

an der Hochschule Aalen

Lifestyle | Auto

64

Physik ist was für Anfänger

Porsche im Kombilook

Impressum

66

Leserbriefe

Impressum

Fotos dieser Ausgabe

SLF.

DA BEWEGT

SICH WAS.

Kugellager

und Rollenlager

von 30 bis 1600 mm Außendurchmesser

in verschiedenen Ausführungen

Spindeleinheiten

Bohr-, Fräs- und Drehspindeln

Spindeln mit angeflanschtem

bzw. integriertem Motor

Spindeln für spezielle Einsatzgebiete

Wirtschaft

50

Purpose: der „höhere Sinn

und Zweck“

Warum bezweifelt werden muss,

dass der Modebegriff „Purpose“

Neues transportiert.

52

Mitarbeiter 5.0

Vom Mitarbeiter zum

Mitunternehmer

Vernetzen Sie sich mit uns auf:

Alle Fotos dieser Ausgabe, soweit nicht

anders bezeichnet: Hartmut Küster, Igor

Pastierovic, Peter Kayenberg, Boris Löffert.

event diary, OPS Netzwerk GmbH, Archive.

Beilage

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Tel.: +49 (0) 37 61 / 80 10

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E-Mail: slf@slf-fraureuth.de

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twitter.com/pt_magazin


PT-MAGAZIN 5/2019

© Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

Der „Große Preis des Mittelstandes“

und das Netzwerk der Besten

Gesellschaft

6

Prämiierte Vielfalt

Vor 25 Jahren entstand die Idee, einen „Großen Preis des Mittelstandes“

zu erfinden und zu etablieren. Es ging um den

einfachen Zusammenhang „Gesunder Mittelstand – starke

Wirtschaft – mehr Arbeitsplätze“. Es ging um das Bild des

Unternehmens und des Unternehmers in Medien und Öffentlichkeit.

Der Wirtschaftspreis wurde zur Bühne für Anerkennung der

gewaltigen unternehmerischen und sozialen Leistungen mittelständischer

Unternehmen. Tausende Diskussionen in hunderten

Kommunen und Betrieben finden jährlich in der Nominierungsphase

statt. Die nominierten Unternehmen werden nicht

nur nach rein betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet, sondern

in ihrer Gesamtheit und in ihrer Rolle in der Gesellschaft.

Die fünf Wettbewerbskriterien

1. Gesamtentwicklung des Unternehmens

2. Schaffung/Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen

3. Modernisierung und Innovation

4. Engagement in der Region

5. Service und Kundennähe, Marketing.

und ihre ca. 50 Subkriterien decken auch Konzepte wie Corporate

Social Responsibility und Nachhaltigkeit ab.

Die Stiftungsarbeit orientiert sich ausschließlich am Gemeinwohl.

Sie versteht sich als Kristallisationspunkt vielfältigen

bürgerschaftlichen Engagements. Sie erhebt bewusst weder

Teilnahme- noch Bearbeitungsgebühren, obwohl inzwischen

jährlich weit über 5.000 Nominierungen zu bearbeiten und

zahlreiche Veranstaltungen und Veröffentlichungen zu organisieren

sind.


Die Stiftung ist vollständig ehrenamtlich organisiert und ausschließlich

privat finanziert – durch Werbesponsoring von Partnern

und ehrenamtlich Tätigen und Civil-Private-Partnership.

Die jährlichen Gesamtleistungen betragen ca. zwei Millionen

Euro. Dabei wird kein einziger Euro Steuergelder verbraucht,

denn die Stiftung betreibt aus Sicht des Finanzamts Wirtschaftsförderung,

und das könne grundsätzlich nicht gemeinnützig

sein.

Als private Initiative hat sich der Wettbewerb schrittweise –

völlig ohne staatliche Finanzierung und ausschließlich ehrenamtlich

organisiert – zu einem der wichtigsten deutschen

Wirtschaftspreise entwickelt. Seit 1994 wurden mehr als 18.000

Unternehmen mit rund 3,5 Millionen Beschäftigten nominiert.

Mehr als 80.000 Gäste besuchten über 1.250 Veranstaltungen.

Ca. 200 Persönlichkeiten arbeiten ehrenamtlich in den 13 Jurys,

50 regionalen Servicestellen, Beiräten und andere Gremien der

Oskar-Patzelt-Stiftung mit. In ca. 100 Büchern, mehr als 100 TV-

Beiträgen und rund 3.000 Pressebeitragen wurde inzwischen

über den Wettbewerb und seine Teilnehmer berichtet. Als

einzige solche Initiative lässt die Stiftung ihr Qualitätsmanagement

nach ISO 9001 zertifizieren. 2008 und 2016 wurde die

Initiative mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

ONI-Wärmetrafo GmbH

www.oni.de

Premier 2014, Premier-Finalist 2012

Geschäftsführender Gesellschafter Wolfgang Oehm

© Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

© Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

7

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaft

Der unternehmerische Mittelstand trägt unser Land und sichert

die Fähigkeit zur Wohlfahrtsgesellschaft. Dazu gehören Unternehmen,

die in ein oder zwei Generationen Hunderte oder

sogar Tausende von Arbeitsplätzen aufgebaut haben. Dazu

gehören altehrwürdige kleinere Firmen, die die Flamme unternehmerischen

Geistes nie ausgehen ließen: Die älteste jemals

ausgezeichnete Firma in diesem Wettbewerb ist die Gräflich

Eltzsche Kastellanei Burg Eltz, nachweisbar seit 1157 als

Familienunternehmen tätig. Dazu gehören genossenschaftliche

Rechtsformen. Dazu gehören Hightech-Schmieden mit

enormem Kapitalbedarf.

LAGER 3000 GmbH

www.lager3000.de

Premier-Finalsit 2018, Ehrenplakette 2016

Geschäftsführender Gesellschafter

Heinz Riemer und Oliver Riemer

Es kommt im unternehmerischen Mittelstand weniger darauf

an, wer Kapitaleigner ist. Es kommt vielmehr darauf an, dass mit

einem hohen Maß an Nachhaltigkeits- und Risikobewusstsein

unternehmerisch flexibel vor Ort entscheiden und gehandelt

werden kann. Das ist in der Regel dort am ehesten gewährleistet,

wo die Eigentümer- und die Geschäftsführungsfunktionen

zusammenfallen: bei den Familienunternehmen, egal ob sie als

eingetragene Kaufleute, als Genossenschaft, als Personen- oder

als Kapitalgesellschaft firmieren.

© Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

Aus Sicht der Oskar-Patzelt-Stiftung sind mittelständische

Unternehmen der Jungbrunnen jeder Volkswirtschaft. Wer den

Mut hat, auf eigenes Risiko Arbeit für sich selbst und andere zu

organisieren, gehört zu den Zugpferden jeder Gesellschaft. Das

sollte mehr als bisher öffentlich gewürdigt werden. Die Oskar-

Patzelt-Stiftung wird auch weiterhin ihren Teil dazu beitragen.

Die diesjährigen Galabälle zur Preisverleihungen finden in

Kürze statt. Und ab 1. November startet die Nominierungsphase

für das 26. Wettbewerbsjahr!

FingerHaus GmbH

www.fingerhaus.de

2018/14/12 Premier-Ehrenplakette, 2009 Premier,

2006 Premier-Finalist, 2000 Preisträger

Dr. Mathias und Willi Schäfer (Geschäftsführer),

Stefan Ochse (Prokurist) und Klaus Cronau,

Geschäftsführer


Erfolgsfaktoren im Mittelstand 2019

Themen und Kennzahlen für Spitzenunternehmen

– 25 Thesen zum 25. Wettbewerbsjahr

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaft

8

Umsatzsteigerung nach Betriebsgröße in den letzten vier Geschäftsjahren

in % (Durchschnitt)

16%

14%

12%

10%

8%

6%

4%

2%

0%

1 2 3 4

1-10 Mio. 11-50 Mio. 51-100 Mio. >101 Mio.

Im Durchschnitt konnten die Unternehmen ein Wachstum von ca. 10% verzeichnen!

Zum 25-jährigen Jubiläum des Wettbewerbes

„Großer Preis des Mittelstandes“

wurden Erfolgsfaktoren und

Kennzahlen ausgezeichneter mittelständischer

Unternehmen ermittelt. Dazu

wurden vier OPS-Power-Workshops seit

2017 mit insgesamt 236 Unternehmerinnen

und Unternehmern ausgewertet und

Kennziffern der im Wettbewerb seit 2016

ausgezeichneten Unternehmen analysiert.

25 Thesen wurden abgeleitet.

Nur im Dialog können wir den Mittelstand

gemeinsam stärken, indem wir

voneinander lernen und Impulse setzen,

die bewegen. Dem dienten bisher vier

Dialogtage der Oskar-Patzelt-Stiftung,

die jeweils mit einem OPS-Power-Workshop

endeten.

79 Prozent der etablierten kleinen

und mittelständischen Spitzenunternehmen,

die mit dem „Großen Preis des

Mittelstandes“ in den letzten Jahren ausgezeichnet

wurden, erwirtschaften zwischen

einer und 50 Millionen Euro jährlich

und beschäftigen bis zu 180 Angestellte.

Damit entsprechen die ausgezeichneten

Unternehmen der Vorjahre im Kern der

Definition des deutschen Mittelstands.

Mittelstand konnte Umsatz und

Mitarbeiterzahl deutlich steigern

Die Entwicklung der Unternehmen

wurde ebenfalls betrachtet, um Vergleichswerte

ableiten zu können. Über

alle Betriebsgrößen hinweg vollzogen die

ausgezeichneten Unternehmen in den

letzten Jahren eine sehr positive Gesamtentwicklung.

Im Folgenden ein Auszug

aus den Ergebnissen:

Im Durchschnitt verzeichneten die

Unternehmen eine Umsatzsteigerung

von ca. zehn Prozent. Dabei erzielten die

kleinen Unternehmen (1 bis 10 Mio. Euro)

im betrachteten Zeitraum ein Umsatzwachstum

von 11 Prozent, die größten

Unternehmen (>100 Mio. Euro) erzielten

ein Wachstum von 8 Prozent. Auch

die Zahl der Beschäftigten ist gestiegen.

So beschäftigen kleine Unternehmen

(1 bis 10 Mio. Euro) rund 20 Mitarbeiter

mehr als vor vier Jahren. Die Gruppe der

umsatzstärksten Unternehmen (>100

Mio. Euro) beschäftigten sogar 261 Mitarbeiter

mehr. Die Zahl der neubeschäftigten

Auszubildenden ist im Gegensatz

zu Vorjahren kaum gestiegen – eine Folge

des demografischen Wandels.

Die durchschnittliche Mitarbeiterproduktivität

lag bei den kleinen und mittelständischen

Unternehmen (1 bis 10 Mio.

Euro und 11 bis 50 Mio. Euro) zwischen

rund 96.000 Euro und 141.000 Euro pro

Jahr. Die umsatzstärksten Unternehmen

(>100 Mio. Euro) konnten eine Mitarbeiterproduktivität

von über 218.000 Euro

erzielen. Durchschnittlich verfügen die

etablierten Spitzenunternehmen über

alle Betriebsgrößen hinweg über einen

Eigenkapitalanteil von rund 43 Prozent.

Die kleinen Betriebe (1-10 Mio. Euro)

investierten rund 500.000 Euro pro Jahr.

Die mittelständischen Betriebe (11-50

Mio. Euro) investierten rund 2,1 Mio. Euro

und die größten Unternehmen (>100 Mio.

Euro) investierten mehr als fünf Mal so

viel wie die mittelständischen Betriebe.

Der Erfolg der ausgezeichneten

kleinen, mittelständischen und großen

Unternehmen basiert darauf, dass diese

möglichst viele Erfolgsfaktoren systematisch

nutzen, um sich nicht nur finanziell,

sondern auch substanziell sehr gut aufzustellen.

Experteneinschätzungen als Basis

für Erfolgsfaktoren

Auf der Basis von vier Expertenworkshops,

die zwischen 2017 bis 2019 stattfanden,

wurden diese Erfolgsfaktoren ermittelt

und den fünf Wettbewerbskriterien

zugeordnet:

1. Gesamtentwicklung des

Unternehmens

2. Schaffung und Sicherung von

Arbeits- und Ausbildungsplätzen

3. Innovation und Modernisierung

4. Engagement in der Region

5. Marketing, Kundennähe und Service.

Entscheidend sind Geschäftsmodelle,

Digitalisierung und Strategie

Die Digitalisierung gewinnt für die Entscheidungsträger

mittelständischer

Unternehmen immer mehr an Bedeutung.

Stand 2017 noch das Thema „Finanzierung

und Investitionen“ an erster

Stelle, ist es nun die „Digitalisierung“.

Danach folgen die „Geschäftsmodellentwicklung“

und „Strategie“. Das zeigt

die veränderten Voraussetzungen in Zeiten

der Digitalisierung und Technologisierung.

Das Geschäftsmodell, die Produkte,

Dienstleistungen und Prozesse

sollten regelmäßig bewertet, hinterfragt

und optimiert oder neu gedacht werden.

Beispiele für solche Ansätze finden

sich u.a. im Bereich der Internetökonomie

oder der Industrie 4.0. Vereinfacht

ausgedrückt werden komplexe, digitale

Lösungen entwickelt und angeboten, um

Prozesse zu automatisieren sowie Daten

von Kunden, Maschinen und Systemen zu

nutzen. Mittelständische Unternehmen

können in Zukunft stark digital aufholen,

wenn sie mehr mit technologieorientierten

Start-Ups zusammenarbeiten.

Zentrale Bedeutung der Führung bei

Arbeit und Ausbildung

Führung und Mitarbeiterbeteiligung

sind konstant wichtige Erfolgsfaktoren

im Bereich Arbeit und Ausbildung. Dies

lässt sich über die letzten Jahre bei den

befragten Unternehmen beobachten. An


Über die Autoren

Christian Wewezow und Michael Noack sind mit der Clockwise

Consulting GmbH www.clockwise-consulting.de gefragte Partner

für Familienunternehmen, den Mittelstand und Start-Ups.

Beide engagieren sich seit zehn Jahren in der Oskar-Patzelt-Stiftung

als Juroren, Beiräte und als Kuratoriumsvorsitzender (CW).

Bedeutung gewonnen haben die Themen

„Arbeitgeberattraktivität“ und „Arbeitsflexibilisierung“.

IT, Innovation und neue Technologien

gewinnen an Bedeutung

Die Digitalisierung beschäftigt den Mittelstand

auch im Bereich von Innovation

und Modernisierung: Die Modernisierung

der IT-Strukturen als auch die IT-Sicherheit

werden mehr und mehr zu den entscheidenden

Erfolgsfaktoren. Die IT muss am

Ende der Unternehmensführung dienen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war

die „neuen Technologien“: Die Öffnung

gegenüber neuen zukunfts- und umweltorientierten

Technologien sollte forciert

werden, um neue Märkte und Geschäftsfelder

besser erschließen zu können. Im

Unternehmen kann ein offenes und

strukturiertes Vorgehen helfen, die

potentiellen und wegweisenden Ideen

der Märkte, Produkte und Anwendungen

der Zukunft zu finden.

Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein

wichtiges Thema für das regionale

Engagement

Passend zum diesjährigen Motto des

Wettbewerbs „nachhaltig Wirtschaften“

lässt sich die zunehmende Bedeutung

des Themas Nachhaltigkeit im Bereich

„Engagement in der Region“ erkennen.

Nachhaltige und umweltschonende Projekte

der Unternehmen haben einen sehr

positiven Einfluss auf die Region. Die vielen

kleinen, mittelständischen und großen

Unternehmen beweisen, dass Wirtschaft

und Umwelt Hand in Hand gehen

können.

Die Gesamtauswertung der Erfolgsfaktoren

hat Trends der letzten Jahre

bestätigt und zugleich neue Erkenntnisse

gebracht. Auf Grundlage der Erfolgsfaktoren

wurden 25 Thesen zum 25. Wettbewerbsjahr

formuliert. These 1: Kleine

und mittelständische Unternehmen streben

ein gesundes und vor allem nachhaltiges

Wachstum an. Es zählt stabiles

Wachstum vor aggressivem Wachstum. …

These 20: Damit Unternehmen innovativ

bleiben, ist eine neue Innovationskultur

gefragt, die geprägt ist von Querdenken,

Fehlertoleranz und Experimentierfreudigkeit.


Die komplette Sonderveröffentlichung

kann per E-Mail über op@op-pt.de

bei der Oskar-Patzelt-Stiftung bezogen

werden. ó

9

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaft

Premier-Finalist

„Großer Preis

des Mittelstandes“

2017

2014

Unsere Stärken:

˘ auf Kundenzufriedenheit ausgerichtete Unternehmensphilosophie

˘ hochqualifizierte Facharbeiter mit jahrelanger Berufserfahrung

˘ Flexibilität durch klare Firmenstruktur

˘ Qualitätsmanagement DIN EN ISO 9001:2015, extern betreut

˘ ein breites Produktionsspektrum mit hoher Flexibilität

˘ schnelle und unkomplizierte Beantwortung von Anfragen

˘ Maschinenpark auf höchstem technischen Niveau

˘ Beratung und Vorschlagswesen für unsere Kunden zur

Kostenoptimierung, Vereinfachung oder Zeitersparnis.

CBV Blechbearbeitung GmbH | Oberanger 4 | 07646 Laasdorf/Thüringen

Telefon: +49 (0)36428 - 54320 | Fax: +49 (0)36428 - 543222

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Masse statt Klasse

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaft

10

Unternehmen beklagen

ihn seit Jahren, Studien

bestätigen ihn regelmäßig:

Deutschland leidet

unter einem Mangel an

Fachkräften, vom Gesellen

oder Meister bis hin

zu Absolventen der Fachhochschulen

und Universitäten.

Dabei ist

der Fachkräftemangel

(kurz FKM) nicht nur –

wie seit vielen Jahren

bekannt – bei den technischen

Berufen (Techniker,

Ingenieure, IT -

Spezialisten) besonders

groß, sondern auch in

Pflegeberufen, Handwerk

und in der Erziehung/Bildung.

Gleichwohl, die

erschreckenden Prognosen,

die noch vor 5 bis 10

Jahren mehrere Millionen

fehlender Akademiker und

sonstigen Fachkräften voraussagten,

sind bislang nicht

eingetreten. Und so relativieren

jüngere Studien die früheren Zahlen,

erkennen den Mangel primär in

den o. g. Berufsfeldern. Einige ernstzunehmende

Journalisten stellen den FKM

sogar grundsätzlich in Frage (siehe „Das

Märchen vom Fachkräftemangel“).

Ist nunmehr der angekündigte FKM

„ausgefallen“? Mitnichten, aber es gibt

auch Entwicklungen, die dem prognostizierten

Mangel entgegen wirken: Auf

der „Angebotsseite“ sehen wir mehr Studierende

an den Hochschulen, mit kürzerem

Studium und erleichtertem Zugang

u. a. durch Substitution wissenschaftlicher

Vorbildung durch Praxiserfahrung (z.

B. für den Zugang zu wissenschaftlichen

Hochschulen oder zur Promotion) und

durch die erleichterte Anerkennung ausländischer

Abschlüsse und die generelle

Zuwanderung von Fachkräften aus dem

Ausland. Hinzu kommen neu akkreditierte,

häufig nicht öffentlich getragene

Bildungseinrichtungen, die Senkung der

Fachanforderungen für die Ausübung

bestimmter Berufe und die gezielte Nachqualifizierung

von Arbeitskräften ohne

Abschluss. Auf

der „Nachfrageseite“

entspannen

u. a. die

Fortbildung bestehender,

älterer

Mitarbeiter*innen und

die damit verbundene

Abkehr vom Jugendwahn

angelsächsischer

Personalphilosophien

die Förderung der Vereinbarkeit

von Familie

und Beruf und die Anhebung

der Renteneintrittsalter

den Markt.

Allen Entwicklungen –

ob sinnvoll oder nicht

– ist eines gemein:

dem Mangel wird

dadurch begegnet,

dass möglichst

vielen Menschen

schnell

und leicht

Abschlüsse

und Grade

zuteil

werden

© Felix Lichtenfeld

auf Pixabay

und die

Durchlässigkeit

im Bildungssystem

verbessert wird. Was grundsätzlich

sinnvoll und erstrebenswert ist, kann

allerdings dazu führen, dass das Land

mit Titeln, Graden und Abschlüssen

überschüttet wird, die am Ende nicht

die gewünschten oder erwarteten Fachkompetenzen

repräsentieren und zudem

kaum mehr zu differenzieren sind. Nicht

die Überschrift sondern die Qualität der

Ausbildung führt zur Fachkraft.

FKM wird dann aber zu einem qualitativen

Mangel, wenn Unternehmen

zwar genügend Bewerber*innen finden,

aber nur wenige geeignete. Wie viele

Unternehmer, aber auch Personalberater

derzeit bemängeln, mangelt es Unternehmen

nicht an der schieren Zahl von

Bewerber*innen, sondern an geeigneten

Kandidat*innen – es ist ein qualitativer

FKM. Viele Unternehmen beklagen jenseits

fehlender grundlegender Fähigkeiten

im Fach dazu auch mangelnden Willen,

Motivation und die Fähigkeit, über

den Tellerrand hinauszuschauen, gepaart

mit überzogenen Vorstellungen über

eigenes Können und Leistungen.

Das Problem ist nicht neu, erlangt

aber in Zeiten den rein quantitativen

Ruf nach mehr Fachkräften und in einem

Umfeld mit einem signifikant gestiegenen

Streben nach akademischen Ehren

in der Gesellschaft zusätzlichen Antrieb

mit der Folge fataler Fehlentwicklungen

in der Ausbildung und deren Darstellung

in der Gesellschaft: Statt das Niveau der

Ausbildung zu fördern und der Komplexität

der Gesellschaft anzupassen sowie

die unterschiedlichen Ansprüche der Bildungsangebote

nachvollziehbar zu differenzieren,

wird das Land mit in ihrer

Qualität nicht mehr unterscheidbaren

Abschlüssen und Titeln überschüttet.

Jegliches Bemühen um mehr Wissen

wird sogleich ambitioniert tituliert (fast

alles ist heute ein Studium) und Voraussetzungen

zur Berufsausübung, z. B. den

Meisterabschluss im Handwerk, fallen

gelassen. So werden zwar faktisch mehr

so bezeichnete Fachkräfte produziert,

die Qualität dieser aber nicht gefördert

und Differenzen nicht sichtbar gemacht.

Denn nicht jeder mag zum wissenschaftlichen

Studium geeignet und willens sein

und letztendlich wird auch eine Elite-Universität

aus unbegabten Studierenden

kaum begabte machen können.

Auch deshalb werden die nach dem

Bologna-Prozesses neu gestalteten Master-

(MA) und Bachelor-(BA)Studiengänge

kritisiert. Denn in dessen Folge entstanden

viele Curricula, die nur eine Aneinanderreihung

von Kursen ohne ein ganzheitliches

Verständnis des Fachs bieten,

und deren Inhalte von Dozenten vermittelt

werden, deren Qualität darin besteht,

dass sie sich mit Blick auf schöne Titel aus

der Lehrtätigkeit als Pädagogen berufen

fühlen. Gerade das Fehlen eines ganzheitlichen

Denkens rächt sich später für

die Unternehmen, wenn die Mitarbeiter


Der qualitative Fachkräftemangel.

Ein Meinungsbeitrag von Univ.-Professor Dr. Jörn Axel Meyer,

Deutsches Institut für kleine und mittlere Unternehmen

im Studium nur Wissen statt Denkweise

und das Abarbeiten und -haken von Einzelkursen

statt grundsätzlichem Verständnis

gelernt haben. Eine komplexe

und interdisziplinäre Welt verlangt aber

flexibel und plural denkende Mitarbeiter.

Das es anders geht, zeigt sich in den

USA: Selbst die Bachelor-Ausbildung wird

zunehmend zu einer „Education of the

Mind“. Die Unternehmen übernehmen

es, den Absolventen die unternehmensrelevanten,

praxisspezifischen Inhalte zu

vermitteln. Kombiniert mit der Pflicht zu

umfassenden Praktika wäre dies auch

in Deutschland sinnvoll, allerdings wird

hier noch unter der Flagge einer wie auch

immer zu definierende Praxisorientierung

versucht, isolierte und kurzfristige

Bedarfe einzelner Branchen in die Bachelor-

und sogar Master-Ausbildung einzubauen.

Auf anderen Ausbildungsebenen jenseits

der Hochschulen finden sich ebenso

phantasievolle Blüten, womit wohl auch

eine verbale Nähe zu den Hochschulabschlüssen

erzeugt werden soll. So ist

leicht der ungeschützte „Betriebswirt“

mit dem „Dipl.-Betriebswirt“ (geschützt)

zu verwechseln. Nur zu oft bleibt unklar,

was sich hinter den Bezeichnungen „zertifiziert“

(ja, es gibt auch zertifizierte

Stripteaselehrer*innen) oder „anerkannt“

verbirgt, wer dies geprüft oder verliehen

hat. Auch darf bei Zusätzen wie „diplomiert“

oder gar „akademisch geprüftem

Kaufmann“ sowie „Diplom Service Berater“

genauer nachgefragt werden. Und

ein „staatlich geprüfter“ Schluchten- bzw.

Schneeschuhführer mag zwar eine Vertrauen

verdienende Fachkraft sein, die

Bezeichnung allein wirkt etwas überambitioniert.

Die vielen neuen Abschlüsse, Titel

und Bildungsstätten werden zum Problem,

wenn sie nicht mehr ohne profundes

Wissen zu differenzieren oder über

die Fachkompetenz hinweg täuschen:

Für jeden Bürger, z. B. wenn er eine Heilbehandlung

sucht, was bei falscher Wahl

zur Gefahr für die Gesundheit werden

kann. Es ist aber besonders ein Problem

für Unternehmen und Freiberufler, die

ohne HR-Spezialisten Mitarbeiter*innen

suchen oder sich an einen Berater oder

Coach wenden. Die falsche Auswahl kann

zu erheblichen Kosten, ja sogar Schaden

und Verlust von Kunden führen, wenn

der/die Bewerber/in – einmal eingestellt

– die Erwartungen aufgrund der

Bewerbung und Selbstdarstellung nicht

Über den Autor

Univ.-Professor Dr. Jörn-Axel Meyer ist

wissenschaftlicher Direktor des Deutschen

Instituts für kleine und mittlere Unternehmen,

Berlin, www.dikmu.de und Vorsitzender

des Wissenschaftlichen Beirates der

Oskar-Patzelt-Stiftung.

erfüllt. Projekte bleiben liegen und neue

Mitarbeiter*innen müssen gesucht und

eingearbeitet werden.

Was ist zu ändern? Wir brauchen

nicht mehr und keine neuen Grade,

Abschlüsse und Titel wie es auch wenig

Sinn macht, Zugangsbedingungen und

das Ausbildungsniveau zu senken, nur

um mehr Fachkräfte leichter und schneller

zu „produzieren“. Ausbildungen und

Bildungsstätten müssen vielmehr allgemein

verbindlichen, verlässlichen und

transparenten Qualitätskriterien und

Zugangsvoraussetzungen unterliegen –

damit eindeutiger und besser differenzierbar

und bewertbar sein. „Was drauf

steht – muss auch drin sein“ – das gilt

auch hier. ó

11

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaft

Email-, Glasuren- und Engobenhersteller

2002

Wendel GmbH | Email- und Glasurenfabrik | Am Güterbahnhof 30 | 35683 Dillenburg

+49 (0) 2771 906 – 0 | info@wendel-email.de | www.wendel-email.de


Industrie 4.0

Nicht den Ingenieuren und Informatikern allein überlassen!

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaft

12

Industrie 4.0 ist ein in Deutschland

geprägter Begriff, der die sich gerade

abzeichnende vierte industrielle Entwicklungsstufe

bezeichnet (auch vierte industrielle

„Revolution“). Entsprechend des

großen weltweiten Interesses erscheint

Industrie 4.0 bei den wichtigen Technologie-Konferenzen

(wie dem Nationalen

Digital-Gipfel) und auch den politischen

Programmen zur Standortsicherung (wie

beim aktuellen Eckpunktepapier der Bundesregierung

„KI Made in Germany“ und

auch der Berufung des Digitalrats zu

sehen) derzeit zumeist ganz oben auf

den Tagesordnungen.

Disruptive Innovation mit umfassenden

Wirkungsfeldern

Dabei geht Industrie 4.0 bei diesen Realisierungen

weit über die zunächst hervorstechende

Idee des Kostensenkens allein

im Produktionsprozess hinaus. Denn tatsächlich

eröffnen sich wesentlich größere

Potenziale hinsichtlich der Weiterentwicklung

der Wertschöpfung und auch

der Kundenzentrierung des Angebots.

Diese Weiterentwicklung der Wertschöpfung

und auch der Kundenzentrierung

des Angebots geschieht vor allem

über die sechs Felder: hohe Flexibilität,

kurze Vorlaufzeiten, kleine Losgrößen,

größerer Dienstleistungsanteil bei Produkten

sowie attraktive Arbeitsbedingungen.

So sind die neuen Geschäftsprozesse

dadurch hoch-flexibel, dass

alle Elemente des Herstellungsprozesses

(also von den Maschinen bis zu den Einzelteilen)

dann selbstorganisiert flexibel

auf kurzfristige Änderungen der Nachfrage

oder Ausfälle innerhalb der Wertschöpfungskette

reagieren. Daneben

verkürzen sich die Vorlaufzeiten dadurch

wesentlich, dass alle relevanten Teile und

Daten medienbruchfrei, fehlerfrei und in

Echtzeit an dem Ort vorliegen, wo sie

gerade gebraucht werden. Die Idee des

Just-In-Time der 1990er Jahre wird durch

Industrie 4.0 also vervollkommnet.

Service-Level bei Datenschutz und

Datensicherheit klar vereinbaren

Der mit Industrie 4.0 verbundene intensive

Datenaustausch macht die Anwender

auch zum attraktiven Ziel für vielseitige

und umfangreiche Hacker-Attacken.

Dabei kann es sich um Diebstahl relevanter

Daten, aber auch um Spionage und

Sabotage bei der physischen Produktion

handeln. Immanent birgt Industrie

4.0 also überaus schwerwiegende Risiken

mit gesamtwirtschaftlicher Dimension.

Jedes einzelne Unternehmen muss

somit die technischen Abwehrsysteme

aufbauen und auf dem neuesten Stand

halten – was durchaus aufwändig und

in „friedlichen“ Zeiten, d.h. ohne konkrete

Angriffe, den Shareholdern allzu oft nur

schwer vermittelbar ist.

Bei der Vertragsgestaltung ist dann

auch zu prüfen, inwiefern kritische Daten

den heimischen Rechtsraum verlassen –

beispielsweise über Sub-Kontraktoren

oder die Filialen multinationaler Unternehmen

– und welche Konsequenzen

sich daraus ergeben.

Staat bei kritischen Infrastrukturen in

der Verantwortung

Der Staat ist unmittelbar gefragt, wenn

Resilienzen und Redundanzen solch kritischer

Infrastrukturen tangiert sind. Diese

kritischen Infrastrukturen, wie das Kommunikations-

und das damit verknüpfte

(intelligente) Stromnetz der Zukunft, dürfen

keinesfalls über längere Zeiten ausfallen.

Andernfalls drohen Wirtschaft und

auch gesellschaftliches Zusammenleben

zu kollabieren. So rechnet der Ausschuss

für Technikfolgen-Abschätzung damit,

dass ein solcher Kollaps des Zivillebens

bereits nach drei Ausfalltagen eintreten

könnte. Um die Versorgungssicherheit

also garantieren zu können, braucht es

Überkapazitäten, auf die dann im Katastrophenfall

zugegriffen werden kann.

Preisträger

2017

99974 MÜHLHAUSEN

Langensalzaer Landstr. 39

Tel.: (03601) 433-3

Fax: (03601) 433-555

99091 ERFURT

Alte Mittelhäuser Str. 15

Tel.: (0361) 7 30 31-0

Fax: (0361) 7 30 31-18

98544 ZELLA-MEHLIS

Gewerbestr. 2

Tel.: (03682) 45 99-0

Fax: (03682) 45 99-22

07751 JENA Zöllnitz

Stadtrodaer Landstr. 3

Tel.: (03641) 62 05 24

Fax: (03641) 62 05 26

34260 KASSEL-Kaufungen

Industriestraße 14

Tel.: (05605) 30 51-0

Fax: (05605) 30 51-25

95030 HOF

An der Hohensaas 3

Tel.: (09281) 7 69 15-0

Fax: (09281) 6 27 09

99819 EISENACH-Krauthausen

Am Marktrasen 2

Tel.: (03691) 7 25 81-0

Fax: (03691) 7 25 81-26

99734 NORDHAUSEN

Herforder Str. 96

Tel.: (03631) 61 56 10

Fax: (03631) 60 01 24


China bereitet sich zum Sprung

an die Spitze vor

Industrie 4.0 ist aber keinesfalls nur ein

Thema westlicher Industrienationen. Vielmehr

ist festzustellen, dass das Xi Jinping

Regime chinesische Unternehmen massiv

bei deren Innovationsbestrebungen unterstützt

(finanziell, bildungspolitisch, regulatorisch).

Die Unterstützung durch das

Regime erfolgt im Rahmen des Fünf-Jahres-Plans,

explizit aber auch im Rahmen

des Programms China 2025. Diese Pläne

sollen China in die Spitze der innovativen

Länder katapultieren. Dies geschieht

auch, um in der strategischen Frage der

weltweiten Setzung von Standards eine

zentrale Rolle spielen zu können. Welche

Erfolge China hier bereits erzielt hat,

zeigt beispielsweise die beachtliche Zahl

der Patente im Umfeld von Industrie

4.0, die chinesische Institutionen angemeldet

haben, aber auch die Entwicklung

der Hochschulabschlüsse im MINT-

Bereich. Mittlerweile kommen auf jeden

deutschen MINT-Hochschulabsolventen

bereits 25 chinesische. Gelingt China der

Sprung an die Spitze der Industrie 4.0-Entwicklung

wäre absehbar, dass amerikanische

und europäische Unternehmen

enorme Kosten auf sich nehmen müssten,

um auf die dann gültigen chinesischen

Standards für Industrie 4.0 umzurüsten.

Hierarchie Mensch–Maschine

im Wandel

Die neuen, hoch-dynamischen Geschäftsprozesse

bauen darauf, dass alle Elemente

des Herstellungsprozesses (also von den

diversen Maschinen und Transportern bis

zu den verbauten Einzelteilen) selbstorganisiert

flexibel auf die sich kurzfristig

ändernde Nachfrage oder Überlastungen

und Ausfälle der Elemente innerhalb

der Wertschöpfungskette reagieren. Die

Idee von Industrie 4.0 gründet somit auf

einer neuen Hierarchie, bei der intelligente

Maschinen den Produktionsprozess

selbstständig steuern.

Fazit: Keinesfalls allein Informatiker

oder Ingenieure gefragt

Abschließend bleibt festzuhalten, dass

Industrie 4.0 enorme Vorteile verspricht;

vor allem hinsichtlich reduzierter Kosten,

hoher Flexibilität, kurzen Vorlaufzeiten,

kleinen Losgrößen, erweitertem

Dienstleistungsanteil der Produktion

und attraktiven Arbeitsbedingungen.

Um diese Vorteile auch zu realisieren,

müssen Staat, Wirtschaft und Forschung

gemeinsam die drängenden Aufgaben

schnell angehen; im technischen, rechtlichen

und wirtschaftlichen Bereich –

vom Datenschutz und dem Ausbau der

öffentlichen Infrastruktur (also moderne

Über den Autor

Prof. Dr. Stefan Heng, Dipl. Volkswirt,

forscht als Professor für Digitale Medien

an der Dualen Hochschule Mannheim zu

wirtschaftlichen Aspekten der digitalen

Transformation wie Augmented Reality,

Sharing Economy und Industrie 4.0.

Strom- und Kommunikationsnetze), über

den Einigungsprozess beim IT-Ökosystem,

die Einbindung in der Wertschöpfungskette

und den Kontrollverlust, bis hin zur

Hierarchie Mensch-Maschine und unternehmensinternen

Kommunikation.

Dabei hat das Thema auch eine

starke außenpolitische Dimension. So

muss Deutschland, wie Europa insgesamt,

auch bei Industrie 4.0 eine Strategie

bezüglich der massiven chinesischen

Bestrebungen zur globalen Ausweitung

des technischen, wirtschaftlichen und

politischen Einflusses entwickeln.

Insgesamt ist Industrie 4.0 also keinesfalls

allein eine Frage der Informatik

oder Ingenieurswissenschaft, sondern

muss in seinen vielfältigen Dimensionen

begriffen werden. Zentral für den Erfolg

sind dabei insbesondere die beiden Faktoren

Mensch und Politik. ó

13

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaft


Schirmherren Grußworte in 25 Jahren

Auswahl der Persönlichkeiten, die seit 1995 als Schirmherren, Festredner oder

mit einem Grußwort die Teilnehmer des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“

anspornten und ehrten:

Bundesebene:

1

2

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

14

1. Prof. Roman Herzog, 2. Dr. Helmut

Schmidt, 3. Dr. Wolfgang Schäuble,

4. Sigmar Gabriel, 5. Dr. Wolfgang

Clement, 6. Dr. Günter Rexrodt,

7. Dr. Guido Westerwelle, 8. Brigitte

Zypries, 9. Rainer Holznagel, 10. Christian

Lindner, 11. Werner M. Bahlsen,

12. Dr. Carsten Linnemann, 13. Patrick

Adenauer, 14. Dr. Hans-Gert Pöttering

Aus den Wettbewerbsregionen

Bayern: 15. Barbara Stamm, 16. Markus

Söder, 17. Ilse Aigner, 18. Kerstin

Schreyer,19. Emilia Müller, 20. Hubert

Aiwanger | Baden-Württemberg: 21.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, 22. Prof.

Wolfgang Reinhart, 23. Nils Schmid, 24.

Walter Döring | Berlin/Brandenburg: 25.

Dr. Dietmar Woidke, 26. Michael Müller,

27. Matthias Platzeck, 28. Klaus Wowereit,

29. Albrecht Gerber | Hessen: 30.

Volker Bouffier, 31. Tarek Al Wazir, 32. Dr.

Roland Koch, 33. Alois Rhiel | Mecklenburg-Vorpommern:

34. Manuela

Schwesig, 35. Erwin Sellering, 36. Harry

Glawe, 37. Dr. Harald Ringstorff, 38.

Jürgen Seidel | Niedersachsen/Bremen:

39. Olaf Lies, 40. Jörg Bode, 41. Christian

Wulff | Nordrhein-Westfalen: 42. Prof.

Andreas Pinkwart, 43. Hannelore Kraft,

44. Dr. Jürgen Rüttgers, 45. Garrelt Duin,

46. Armin Laschet | Rheinland-Pfalz/

Saarland: 47. Malu Dreyer, 48. Tobias

Hans, 49. Anke Rehlinger, 50. Dr. Volker

Wissing, 51. Annegret Kramp-Karrenbauer,

52. Heiko Maas, 53. Eveline Lemke,

54. Dr. Kurt Beck, 55. Hendrik Hering,

56. Dr. Hanspeter Georgi | Sachsen: 57.

Michael Kretschmer, 58. Martin Dulig,

59. Stanislaw Tillich, 60. Prof. Georg

Milbradt, 61. Prof. Kurt Biedenkopf |

Sachsen-Anhalt: 62. Dr. Reiner Haseloff,

63. Prof. Dr. Armin Willingmann, 64. André

Schröder, 65. Prof. Wolfgang Böhmer,

66. Hartmut Möllring | Schleswig-Holstein/Hamburg:

67. Frank Horch, 68. Dr.

Bernd Buchholz, 69. Reinhard Meyer, 70.

Olaf Scholz, 71. Dr. Peter Harry Carstensen,

72. Jost de Jager, 73. Torsten Albig

| Thüringen: 74. Bodo Ramelow, 75.

Wolfgang Tiefensee, 76. Prof. Dagmar

Schipanski, 77. Dr. Bernhard Vogel, 78.

Matthias Machnig

9 10 11

12

19

29

39

49

59

69

20 21

22

30 31 32

40

50

60

70

41

51

42

52

61 62

71 72


3 4 5 6 7 8

PT-MAGAZIN 5/2019

13 14

15 16

17 18

Oskar-Patzelt-Stiftung

23 24 25

26 27 28

15

33 34 35 36 37 38

43 44 45 46 47

48

53 54 55 56 57

58

63 64 65 66 67 68

73 74 75 76 77 78


PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

16

Im Netzwerk der Besten!

Die Oskar-Patzelt-Stiftung ist eine

gesellschaftliche „Plattformökonomie“

In

meiner Zeit als Wirtschaftsminister

im Saarland bin ich dieser

zivilgesellschaftlichen Initiative begegnet

und war begeistert, mit welchem

Enthusiasmus sich das Stiftungsteam

für die breite mittelständische Wirtschaft

eingesetzt hat und dies nun schon im 25.

Jahr mit demselben Elan tut.

Der „Große Preis des Mittelstands“

war und ist es heute noch: eine großartige

gesellschaftliche Innovation, um

die Bedeutung der mittelständischen

Wirtschaft und des Unternehmergeistes

einer breiteren Öffentlichkeit bewusst

zu machen. Die Oskar-Patzelt-Stiftung

ist eine gesellschaftliche „Plattformökonomie“:

sie präsentiert der Wirtschaft

erfolgreiches Unternehmertum und

wirbt in Gesellschaft wie Politik für mehr

Unternehmergeist.

Dies allein macht sie schon zu einer

Erfolgsgeschichte. Sie bezieht sich auf

unser ganzes Land, stellt Unternehmen

wie Unternehmerpersönlichkeiten aus

Ost wie West heraus, lässt uns als Gesellschaft

teilhaben an unternehmerischem

Engagement, entdeckt durch den Wettbewerb

bislang unbekannte und unerkannte

unternehmerische Talente, findet

neue hidden champions, und belässt es

nicht nur bei der Präsentation des Unternehmergeistes,

sondern bringt die ausgezeichneten

Unternehmen wie Persönlichkeiten

in einem „Netzwerk des Besten“

zusammen. Und das deutschlandweit!

Das größte Lob für diese Initiative ist

die jährlich große Anzahl an Bewerbungen.

Diese hohe Teilnahme spiegelt die

Anerkennung wider, die die Initiative in

der gesamten Wirtschaft unseres Landes

findet.

Sie ist best practice- und sollte

modellhaft für Nachahmung auf europäischer

Ebene stehen. Denn Unternehmergeist

wie Unternehmertum sind in

Europa zu fördern, damit der „alte“ Kontinent

an Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsfreude

und Dynamik mithalten kann.

Dr. Hanspeter Georgi,

Minister a.D., Sulzbach,

Präsidium der Oskar-Patzelt-Stiftung

Hohes Level im deutschen Mittelstand

Die Oskar-Patzelt-Stiftung ist mir seit

Jahren bekannt und ich verfolge aufmerksam,

mit welchem Engagement die

ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Hingabe

und - ja - der Berufung folgend den Mittelstand

fördern und bewegen.

Regelmäßig bin ich auf den Veranstaltungen

und kann bestätigen, dass

sich ein riesiges Netzwerk durch die

© Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

Oskar-Patzelt-Stiftung gebildet hat und

es für die ausgepreisten Unternehmen

eine große Ehre ist, ausgezeichnet zu

werden.

Gleichfalls ist es für die Teilnehmer

eine Herausforderung, sich immer weiter

zu beteiligen und den hohen Standard,

der ausgezeichnet wird zu behalten. Aus

meiner Sicht trägt die Oskar-Patzelt-Stiftung

dadurch wesentlich dazu bei, dass

ein hohes Level im deutschen Mittelstand

in allen geforderten Kategorien

gehalten wird und weiter zielstrebig ausgebaut

wird.

Was die Oskar-Patzelt-Stiftung auch

nun im 25 Wettbewerbsjahren ehrenamtlich

geleistet hat ist unbeschreiblich und

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PT-MAGAZIN 5/2019

verdient damit die obersten Auszeichnungen.

Die Preisvergaben haben sich im

deutschen Mittelstand etabliert und sind

gefragt und zum Markenzeichen geworden.

Susanne Masson-Wawer,

Geschäftsführerin, masson GmbH,

Wendorf, 2016 Preisträger,

Vizepräsidentin der IHK zu Rostock

In den Bann gezogen

Vor zehn Jahren habe ich gemeinsam mit

Prof. Dr. Alter von der Hochschule Heilbronn

22 Wachstums-Champions untersucht;

Unternehmen, die über fünf Jahre

hinweg schneller wuchsen als der Schnitt

der Branche.

Dabei fiel uns auf, dass 14 von ihnen

Preisträger oder Nominierte des Großen

Preis des Mittelstandes waren. Da mir

dieser Preis bis dahin unbekannt war,

nahm ich persönlich Kontakt auf und

wurde total überrascht. Denn da ist es

zwei leidenschaftlich engagierten Vorständen

(Petra Tröger und Dr. Helfried

Schmidt, beide mittlerweile auch mit

dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet)

gelungen, durch ihre Vision „man

muss dem Mittelstand, dem Rückgrat der

Wirtschaft, mehr Anerkennung verschaffen“

eine bundesweite Organisation mit

über 200 ehrenamtlich mitwirkenden

Personen auf die Beine zu stellen. Noch

dazu kostenlos, ohne, dass die Unternehmen

für ihre Teilnahme etwas bezahlen.

Einzig: sie müssen einen ausführlichen

Fragebogen beantworten, der tatsächlich

die Spreu vom Weizen trennt. Denn

von den jährlich über 5.000 nominierten

Unternehmen gelingt ca. 12 % der Sprung

in die nächste Runde. – Wer diesen Preis

bekommt, hat es also tatsächlich „drauf“.

Dieser Preis honoriert die ganzheitlich

erfolgreiche Unternehmensführung im

Mittelstand. Er motiviert Unternehmen,

sich so zu entwickeln, dass sie noch besser

werden, um diesen Preis zu bekommen

bzw. auch mehrmals zu erhalten.

Ich selbst unterstütze die Stiftung

seit vielen Jahren als Vorsitzender des

Unternehmensbeirats. Zusätzlich habe

ich 2014 für die Stiftung das Buch „Nominiert!

Und nun?“ geschrieben, um den

nominierten Unternehmen einen Ratgeber

zur Hand zu geben, wie sie sich auf

den Wettbewerb idealerweise vorbereiten

und als Nominierter/ Preisträger im

Netzwerk der Besten engagieren und einbringen.

Daran merken Sie, wie stark die

Stiftung auch Außenstehende wie mich

in ihren Bann zu ziehen mag.

Diese Initiative ist eine ausgesprochen

wertvolle gesellschaftlich und

wirtschaftliche Bereicherung für unsere

Volkswirtschaft.

Christian Kalkbrenner,

KALKBRENNER-Unternehmensberatung,

Lindau/Bodensee,

Vorsitzender des Unternehmerbeirats

Eine motivierende Organisation

Der von der Oskar-Patzelt-Stiftung seit 25

Jahren ausgelobte Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ erreicht Unternehmen

aller Branchen und Größenklassen

in einer beispiellos positiven Art und

Weise. Die Mammutaufgabe der Juryauswahl

ist hervorragend strukturiert und

organisiert, die festlichen Preisvergaben

sind den Anstrengungen der ausgezeichneten

Unternehmen sehr würdig.

Mittlerweile ist der makellose Ruf

des Wettbewerbs (und damit der Oskar-

Patzelt-Stiftung) in die letzten Winkel

der Republik, ja schon über die Grenzen

Deutschlands hinaus vorgedrungen. Der

Mittelstand fühlt sich durch die Organisation

ernst genommen, er erfährt beste

ideelle Unterstützung, Unternehmer fühlen

sich in ihrer Aufgabe und risikoaffinen

Lage verstanden und unterstützt. Es gibt

wenige derart motivierende Organisationen.

Michael Koch, Geschäftsführender

Gesellschafter Michael Koch GmbH,

Ubstadt-Weiher, 2007 Preisträger,

2011 Premier-Finalist, 2016 Premier. ó


Begeisterung steckt an

Vom Leipziger Startup zum

Grand-Prix-Mittelstand

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

18

Der damalige Ministerpräsident Sachsens,

Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, war Schirmherr

und Festredner der Erstverleihung des

„Großen Preis des Mittelstandes“ am

25. März 1995

Vor 25 Jahren entstand die Idee, einen

„Großen Preis des Mittelstandes“ zu

erfinden und zu etablieren. Der einfache

Zusammenhang „Gesunder Mittelstand

– starke Wirtschaft – mehr Arbeitsplätze“

musste wieder mehr Akzeptanz in der

Öffentlichkeit erhalten. Es ging um das

Bild des Unternehmens und des Unternehmers

in der Öffentlichkeit. Die Idee

war, mit einem Wirtschaftspreis eine

Bühne zu schaffen, auf der mittelständische

Unternehmen Anerkennung für ihre

gewaltigen unternehmerischen und sozialen

Leistungen erfahren können.

Seitdem hat sich der „Große Preis des

Mittelstandes” der Oskar-Patzelt-Stiftung

als private Initiative schrittweise – völlig

ohne staatliche Finanzierung und ausschließlich

ehrenamtlich organisiert – zu

einem der wichtigsten deutschen Wirtschaftspreise

entwickelt.

Offenbar würde der Entertainer Gunter

Emmerlich den Preis aus „weißem Gold

(Porzellan)“ am liebsten selbst behalten.

Charisma und Authentizität

Dr. Helfried Schmidt und Petra Tröger

waren begeistert und begeisterten zahlreiche

Persönlichkeiten, die mit ehrlichem

Wollen und heißen Herzen die Initiative

deshalb unterstützen wollten, weil

sie sie selbst für notwendig hielten. So

entwickelte sich das besondere Charisma,

die Seele, die Authentizität, die Ausstrahlung

dieser Initiative, aus dem Mittelstand

und für den Mittelstand, ohne

staatlichen Auftrag, ohne Steuergelder,

ohne Millionenbudgets von Großunternehmen,

bodenständig, kreativ, vorausschauend

zu wirken.

Vor allem die Kommunen griffen von

Anfang an die Möglichkeit auf, sich mit

einer Nominierung zum Wettbewerb bei

den Unternehmen zu bedanken, die sich

mit hohem Einsatz, riskanten Investitionen

und vielfältigem Engagement für

die Arbeits- und Ausbildungsplätze der

Region stark machten.

600 Gäste folgten der Einladung zur

Preisverleihung 1996. Da gab es viel

zu tun für das Personal im Treff-Hotel

Leipzig-Paunsdorf.

Erfolg motiviert

Im März 1995 fand dann die erste Galaveranstaltung

zur Verleihung des „Großen

Preis des Mittelstandes” statt. Bereits

zu dieser ersten Preisverleihung 1995

war die Resonanz überwältigend. Der

damalige Ministerpräsident von Sachsen,

Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, übernahm

die Schirmherrschaft und hielt die Festrede.

300 Gäste folgten der Einladung ins

Leipziger Rathaus. Dabei ging es lediglich

um ein paar Auszeichnungen für Firmen

des damaligen Regierungsbezirkes Leipzig.

Der Erfolg motivierte die Initiatoren.

Im Folgejahr wurde der Wettbewerb auf

ganz Sachsen und Sachsen-Anhalt ausgedehnt,

1998 kam Thüringen dazu, im Jahr

2000 das Bundesland Hessen und 2001

Berlin und Brandenburg.

Bereits 1997 hatte sich die Anzahl

der nominierten Unternehmen auf 480

vervierfacht und über 1000 Gäste folgten

der Einladung zu Auszeichnungsgala

und Ball. Es wurde Zeit, der Initiative eine

eigene Rechtsform zu geben. Die privatrechtliche

„Oskar-Patzelt-Stiftung“ als

künftigen Träger aller Aktivitäten wurde

im Mai 1998 im Stiftungsregister des

Regierungsbezirkes Leipzig unter Nr. 2/98

eingetragen. Heute arbeiten ca. 200 Persönlichkeiten

ehrenamtlich in den verschiedenen

Gremien der Stiftung mit.

Traditionen und Sonderpreise

In 25 Jahren „Großer Preis des Mittelstandes“

entwickelte sich auch eine

ganze Reihe von Traditionen. So wird

seit 1997 bei der Laudatio zur Vorstellung

der Preisträger ein Kurzvideo über

das jeweilige Unternehmen eingespielt.

1997 wurde erstmals eine „Bank des Jahres“

ausgezeichnet, im Jahr 2000 folgte

die erste „Kommune des Jahres“. 1998

wurde in Chemnitz die erste regionale

Servicestelle als Ansprechpartner der

Oskar-Patzelt-Stiftung „vor Ort“ eingerichtet.

Inzwischen gibt es rund 50 regionale

Servicestellen der Oskar-Patzelt-Stiftung

bundesweit in allen Bundesländern.

So haben nominierte Unternehmen

Ansprechpartner vor Ort, um Fragen zum

Wettbewerb zu klären oder Hilfe beim

Ausfüllen der Wettbewerbsunterlagen

zu erhalten.

2003 expandierte der Wettbewerb

nach Nord-, West- und Süddeutschland.

Seitdem entscheiden in 12 Wettbewerbsregionen

12 verschiedene Jurys darüber,

welche Unternehmen als Finalist

oder Preisträger ausgezeichnet werden.

2010 gab sich die Stiftung einen Corporate

Governance Kodex, 2011 erfolgte die

erstmalige Zertifizierung des Qualitätsmanagements

der Stiftung nach DIN

ISO 9001, die seitdem jährlich verteidigt

wurde.

Ausblick und Reminiszenzen

2008 und 2016 wurden die beiden Vorstände

der Stiftung Dr. Helfried Schmidt

und Petra Tröger für ihr Aufbauwerk mit

der Verdienstmedaille des Verdienstordens

der Bundesrepublik Deutschland

ausgezeichnet. In 2018 wurde der „Grand-

Prix-Mittelstand“ als EU-Marke mit internationaler

Erstreckung angemeldet und

der Eintrag des „German Mittelstand“ in

die Liste „immaterielles Kulturerbe der

Menschheit“ angestrebt. Alles in allem:

Genug Stoff, um auf den nächsten Seiten

dieser Ausgabe des PT-Magazin ein paar

Reminiszenzen zu präsentieren. ó


© Boris Löffert / OPS Netzwerk GmbH

Besondere Momente

Oskar-Patzelt-Stiftung

PT-MAGAZIN 5/2019

20

„Wer hier nominiert wurde,

gehört zur Elite des deutschen

Mittelstandes und hat allein durch

diese Auswahl bereits eine Auszeichnung

1. Güte erfahren.“ sagt Barbara Stamm,

Präsidentin des Bayerischen Landtages.

Die Nominierung ist gleichzeitig die

Eintrittskarte ins Netzwerk der Besten.

Es geht um nichts Geringeres, als um

Deutschlands wichtigsten Wirtschaftspreis.

Entsprechend hoch ist die Spannung

bei den Auszeichnungsgalas der

Wettbewerbsregionen.

„Wir bitten nach vorn…“

Bei diesen vier einfachen Worten ist

Spannung im Saal. Manchem stockt der

Atem. Adrenalin lässt den Puls rasen und

im Ohr pochen. Gänsehaut, denn klar ist:

Jetzt passiert etwas ganz Besonderes.

Auf wen werden gleich die Scheinwerfer

und Kameras gerichtet? Selbst gestandene

Unternehmer, verantwortlich für

viele Mitarbeiter und Millioneninvestitionen,

werden nervös und ungeduldig.

Diesen Höhepunkt auch nur miterleben

zu dürfen, ist Ausdruck von Respekt und

Achtung, ist hart erarbeitet und hoch

verdient. Ein Gemeinschaftsgeist der

Mittelständler beherrscht den Saal, so

beschreiben ehemalige Teilnehmer die

spannungsgeladene wie auch festliche

Atmosphäre. Dann ist es soweit: Die

Finalisten werden namentlich genannt

und schreiten über den roten Teppich zur

Bühne.

Film ab!

Applaus ebnet den Weg für die anschließende

Ehrung der Preisträger. Wer unter

den rund 500 Gästen im Saal wird aufgerufen

werden? Denn die gesamte Vorbereitung

passierte streng geheim. Es wird

dunkel im Saal, bis auf den festlichen

Schein der Kerzen, und manch einer der

nun Ausgezeichneten ist ganz froh darüber

bei all der Aufregung…. Nun heißt es:

© Boris Löffert / OPS Netzwerk GmbH

Film ab! Ein kurzer, informativer Film

präsentiert die Preisträger mit ihren

besonderen Leistungen. Dazu eine maßgeschneiderte

Laudatio und die persönliche

Überreichung von Urkunde und

Statue, die den „Großen Preis des Mittelstandes“

repräsentiert. Auszeichnung

dafür, bundesweit zu den besten mittelständischen

Unternehmen in ganz

Deutschland zu zählen. Da kochen Emotionen

hoch – öffentliche Anerkennung,

hier und jetzt, und auch noch Wochen,

Monate später. Für all die geleistete

Arbeit des gesamten Unternehmens, oft

unermüdlich unterstützt durch Familie,

Weggefährten und Freunde.

Gefühle tiefer Dankbarkeit und

berechtigten Stolzes auf das Erreichte

übermannen die Geehrten. Und Zuversicht,

denn für die meisten Unternehmer

ist das gerade hier Erlebte zugleich

auch Ansporn weiterzumachen, sich auch

künftig höchsten Anforderungen zu stellen.

Denn auch hier gilt: Wer aufhört sich

zu verbessern, hört auf gut zu sein. Nach

der Prämierung ist vor der Prämierung.

Die Auszeichnungsgala

„Großer Preis

des Mittelstandes“

Das große Finale der besonderen Art

Nur wer live dabei ist, kann den besonderen

Zauber der Bälle um den Großen

Preis des Mittelstandes spüren. Es ist

nicht nur die Mischung aus unternehmerischer

Prominenz – gemeint sind die

Besten der Besten –, atemberaubender

Show und überraschender Highlights bis

tief in die Nacht. Es ist nicht nur die Einzigartigkeit

dieser besonderen, branchenübergreifenden

und deutschlandweiten

Auszeichnung. Dieser fast schon familiäre

Geist erwächst vor allem auch durch

die Herzlichkeit und der Professionalität

aller Macher vor und hinter der Bühne

wie auch dem aufrichtigen Engagement

aller Ehrenamtlichen rund um diese Auszeichnung,

die jedes Jahr viele Stunden

mit Herzblut zum Gelingen dieser Höhepunkte

beitragen.

Volles Haus beim Mittelstands-Ball

Zur Erstverleihung im Leipziger Rathaus

im März 1995 kamen 300 Gäste. Zur

zweiten Auszeichnungsgala 1996 folgten

bereits 600 Gäste der Einladung

zur Preisverleihung. Bisher wurde der

Abend ohne Eintrittsgelder organisiert.

Auf Dauer würde das nicht funktionieren.

Einen so exklusiven Abend für mehrere

hundert Gäste nur auf Kosten einiger

weniger Sponsoren würde scheitern. Ein

neues Konzept musste her. Wenn man

Kartenverkauf einführen wollte, musste

natürlich eine neue Qualität des Abends

entwickelt werden. Aus diesem Grunde

folgte der dritten Auszeichnungsgala

1997 erstmals ein Mittelstands-Ball. So

hatten die Gäste Gelegenheit zu attraktivem

Entertainment, Gelegenheit zu Kontakten

und Gesprächen und nicht zuletzt

zum Tanz. Dieses Konzept der Querfinanzierung

der Auszeichnungsgala durch

Kartenverkauf für den Ballabend funktioniert

seit 1997 bis heute.


Kein Erfolg ohne Aufregung

Manchmal kommen die Probleme aus

Ecken, wo man sie beim besten Willen

nicht vermutet: Seit 1998 hatte die Stiftung

einen Markenrechtsstreit mit der

Academy of Motion Picture Arts and Sciences,

USA, Hollywood. Wie jetzt, fragen

Sie vielleicht. DAS Hollywood? Tatsächlich!

Das Hollywood. Diese ehrwürdige

Institution, die für die Ewigkeit gemacht

schien, hatte Angst. Und zwar vor der Stiftung

mit dem Mittelstandswettbewerb.

Hollywood beklagte eine angebliche Verwechslungsgefahr

der ursprünglich von

der Stiftung eingetragenen Marke mit

der Hollywood-Marke „Oscar”.

Also wirklich, Hollywood kümmert

sich um alles Mögliche – aber um den

deutschen Mittelstand? Auf solch eine

Idee muss man erst mal kommen. Wie

auch immer, die kleine, ehrenamtlich

arbeitende Stiftung aus Leipzig hielt in

diesem Streit sieben Jahre stand. Schließlich

war Oskar Patzelt der Schwiegervater

des Stifters Helfried Schmidt. Und

auch das Bundespatentamt hatte doch

immer geschrieben: Oskar – das ist inzwischen

ein Synonym für Auszeichnungen

und Wettbewerbe. Allein in Deutschland

gab es weit über 100 im Markenregister

eingetragene Marken, die alle irgendwie

den Begriff „Oskar“ enthielten. Weltweit

waren das Tausende. Und bei solch einer

überragenden Marktgeltung verkehrt

sich das Schutzrecht ins Gegenteil. Da

kann man irgendwann den Begriff nicht

mehr schützen. Es kann ja auch keiner

den Begriff „Deutschland“ oder „Amerika“

als Marke anmelden.

100 Unterlassungen

Aber ein einzelner fleißiger, bissiger

Anwalt genügt, um das alles zu ändern.

Ein solcher Anwalt hatte sich das Hollywood-Mandat

geholt. Er hatte es einer

renommierten Düsseldorfer Kanzlei mit

Dutzenden Professoren-Namen auf dem

Briefkopf abgejagt. Die hatten sich auf

dem Mandat zu lange ausgeruht. Sie

waren satt geworden. Der junge Anwalt

war hungrig. Innerhalb nur eines einzigen

Jahres erwirkte der junge Anwalt in

weit über 100 Fällen Unterlassungserklärungen,

an denen die Hollywood-Anwälte

jahrelang gescheitert waren. Große und

bedeutende Institutionen und Marken

bis zum „Fleisch-Oskar“ von Kaufland

oder zum „Ausbildungs-Oskar der Wirtschaftsjunioren

Deutschland“ knickten

ausnahmslos ein. Alle hatten teure ˘

21

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Oskar-Patzelt-Stiftung

22

© Boris Löffert / OPS Netzwerk GmbH

Kostennoten des Anwalts bezahlt, unterschrieben

Unterlassungserklärungen,

benannten den eigenen Wettbewerb um

oder stellten ihn ganz ein.

Nachdem auch noch das kleine Filmcafe

„O…“ in Potsdam-Babelsberg, das

bisher „Oscar“ hieß, auf seinen Namen

verzichtete, blieb nur noch ein „Gegner“

Hollywoods übrig: Die Leipziger Stiftung

mit ihrem Mittelstandswettbewerb.

2004 war der Rechtsstreit schon

beim Bundespatentgericht anhängig.

Die nächste Instanz wäre der Bundesgerichtshof

gewesen. Die damit verbundenen

Kostenrisiken waren völlig unkalkulierbar.

Michael Siegert, der Anwalt der

Stiftung, überredete Schmidt und Tröger

schließlich dazu, einem außergerichtlichen

Vergleich zuzustimmen. Nach amerikanischer

Kostenverteilung hatte jeder

seine eigenen Kosten zu tragen. Die Kosten

der Stiftung waren überschaubar.

Schmidt hatte die meisten Recherchen

und Schriftsatzentwürfe selbst gefertigt.

Hollywood hat der siebenjährige Rechtsstreit

Kosten verursacht, die um den Faktor

50 bis 100 höher gelegen haben als

bei der Stiftung.

Mit Hollywoods Segen

Doch ganz so einfach war auch der

außergerichtliche Vergleich nicht. Erst

die beglaubigte Geburtsurkunde von

Oskar Patzelt überzeugte Hollywood,

dass es einen Menschen dieses Namens

in Deutschland wirklich gab und dass dieser

auch nach amerikanischem und internationalem

Recht eigene Namensrechte

geltend machen kann. Nun, nach sieben

Jahren Rechtsstreit, musste Hollywood

im Januar 2005 teilweise nachgeben. Am

3. Februar 2005 wurde der außergerichtliche

Vergleich unterzeichnet: Die Stiftung

durfte fortan mit Hollywoods Segen

„Oskar-Patzelt-Stiftung“ heißen, der Wettbewerb

wurde in „Großer Preis des Mittelstandes“

umbenannt.

Es war schon erstaunlich genug,

dass das milliardenschwere Hollywood

die kleine Leipziger Stiftung überhaupt

beachtete. Die hatte schließlich nichts

mit dem Filmgeschäft zu tun, sondern

zeichnete deutsche Mittelständler aus.

Noch überraschender war, dass sich

Hollywood von dieser Stiftung bedroht

fühlte. Aber es war ein Ritterschlag, als

einziger von über 100 im Markenregister

eingetragenen „Gegnern“ Hollywoods

in Deutschland einen siebenjährigen

Rechtsstreit überstanden zu haben

ohne sich deren Bedingungen ausliefern

zu müssen. Oscar Wilde schrieb einmal

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Eine Rose für die Damen und einen Kuss

für den Preis!

„In der Auswahl seiner Feinde kann man

nicht sorgfältig genug sein.“ Das scheint

hier – eher zufällig - funktioniert zu

haben.

Königsweg Ballbesuch

In seinem Buch „Nominiert: Was tun?“

weist Christian Kalkbrenner darauf hin,

dass es ein Highlight des Wettbewerbs

„Großer Preis des Mittelstandes“ ist, dass

er branchenübergreifend ausgeschrieben

wird. Das heißt, man findet in der Regel

nicht nur interessante Unternehmen aus

der eigenen Branche, sondern auch aus

anderen, vielleicht sogar völlig artfremden

Branchen.

„Wer erwartet schon einen Campingplatzbetreiber

oder einen Landbäcker

mit zehn Standorten neben der Privatbank,

der Werbeagentur und dem Anlagenbauunternehmen

als Preisträger auf

der Bühne? Doch von diesen Branchenfremden

bei der Vorstellung ihres Unternehmens

und auch im persönlichen

Gespräch zu erfahren, wie sie im Wettbewerb

kämpfen, wie sie Märkte erschließen,

wie sie expandieren, wie sie Fachkräfte

rekrutieren usw. ist eine besondere

Qualität, die der „Große Preis des Mittelstandes“

allen Nominierten bietet.

Der Königsweg dazu ist der Besuch

der Galabälle, auf dem die nominierten

Unternehmen ausgezeichnet werden:

„An diesen Abenden – Sie sitzen an

Tischen mit acht bis zehn Personen – sind

Sie mittendrin im Netzwerk der Besten.

Sie lernen andere Unternehmerpersönlichkeiten

kennen, kommen ins Gespräch

und tauschen in der Regel auch Ihre Visitenkarten

aus. In einem offenen, vertrauensvollen

und sehr persönlichen Klima. In

Laudationen und auch in den Kurzfilmen

über die Preisträger werden in kurzer Zeit,

sehr verdichtet, die wichtigsten Informationen

zu jedem Unternehmen vorgestellt.

Genug Konkretes, um mit dem einen

oder anderen Preisträger noch an diesem

Abend spielend auf höchstem Niveau

Gespräch zu kommen, sich ein wenig in

dessen Unternehmensführungsgeheimnisse

einweihen zu lassen und sich vielleicht

als Kooperations- oder potenzieller

Geschäftspartner vorzustellen.“ ó

23

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KOLUMNE

Was vom Tage bleibt

Blickt man auf 25 Jahre Firmen- oder

Wettbewerbsentwicklung zurück, wird

einem bewusst, was für eine Menge an

Erfahrungen man erlebt hat. Dazu gehören

Erfolgserlebnisse und überwundene

Schwierigkeiten ebenso wie die Schwierigkeiten

selbst und auch die unvermeidlichen

Misserfolge. Wer auf seinem Weg

geblieben ist, wer sich nach dem Hinfallen

wieder aufgerappelt hat, dessen Erfolge

überstrahlen am Ende die Schwierigkeiten

des Weges.

Denn schließlich mussten die Menschen

mit den größten Erfolgen auch

die meisten Misserfolge verkraften. Weil

Unternehmer sein heißt, „etwas“ zu

unternehmen. Und etwas zu unternehmen

birgt stets die Gefahr des Irrtums

in sich. Niemand weiß, was das Morgen

bringt. Niemand weiß, ob die Voraussetzungen

morgen noch gelten, mit

denen die heutige Entscheidung begründet

wurde. Doch zum „guten Händchen“

erfolgreicher Unternehmer gesellt sich

„das Glück des Tüchtigen“ gern. „Mut steht

am Anfang des Handelns, Glück am Ende“

wusste schon der griechische Philosoph

Demokrit vor zweieinhalb Jahrtausenden.

Nur wer entscheidet und unternimmt,

hat eine Chance, das Morgen zu gestalten.

Wer etwas unternimmt, gestaltet Zukunft.

Wer etwas unternimmt, gestaltet Schicksal.

Wer aus Vorsicht sitzenbleibt, jedes

Risiko scheut und vorsichtshalber nichts

unternimmt, der wird zum Spielball des

Schicksals.

Schon unsere Großeltern gaben uns so

manche Lebensweisheit mit auf den Weg,

die wir einfach nicht glauben wollten und

teilweise sogar belächelten. Aber das

Leben selbst hat diese sehr oft bestätigt.

Und heute geben wir so manche auch an

unsere Kinder weiter. Manches sagt sich

so einfach: Erfolg beginnt im Kopf. Und

doch ist es so. Man darf das Einfache

nicht unnötig verkomplizieren. Ja, Erfolg

beginnt im Kopf. Dazu braucht es noch

Begeisterung. Denn es ist noch nie etwas

Großes ohne Begeisterung geschaffen

worden.

Wir können das jedes Jahr bei den

Mitgliedern des Netzwerks des Besten,

bei den Nominierten und Ausgezeichneten

im Wettbewerb „Großer Preis des

Mittelstandes“ beobachten. „Nachhaltig

Wirtschaften“ lautet unser Jahresmotto.

Und es gibt keinen nachhaltigen wirtschaftlichen

Erfolg, wenn Führungsmannschaft

und Team diese Begeisterung nicht

fühlen und ausstrahlen. Das ist im Unternehmen

nicht anders als im Fußball.

Und, liebe Leser, denken Sie selbst an

Ihr tägliches Engagement, welches nicht

immer gleich zum Erfolg führt. Aber wenn

Sie den neuen Tag mit neuer Lebensfreude

und einer guten Einstellung beginnen,

werden Sie auch diesen erfolgreich

meistern. Auch wenn es täglich so manche

Hürde zu nehmen gilt, wusste schon

Johann Wolfgang von Goethe, dass man

mit einigem Geschick sogar aus den Steinen,

die einem in den Weg gelegt werden,

eine Treppe bauen kann. Also lassen Sie

uns weiter die Steine gemeinsam aufheben,

der Erfolg wird es uns danken. Was

vom Tage bleibt, ist mittelständische Tatkraft,

Mut, Entscheidungsfreude, Menschenführung

und: Erfolg.

Ihre Petra Tröger

25

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung


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Kontakt:

Interessenverband kapitalmarktorientierter KMU e.V.

Herr Rechtsanwalt Ingo Wegerich (Präsident des Interessenverbandes)

Telefon: +49 69 27229 24875

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Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

© Goetz Schleser © Pawel Sosnowski

Als Schirmherr

grüße ich herzlich

alle Nominierten

und Gäste, die

auf Einladung

der Oskar-Patzelt-

Stiftung zur Gala

anlässlich der 25.

Preisverleihung

nach Dresden gekommen sind. Der

„Große Preis des Mittelstandes“ zeigt

jedes Jahr aufs Neue, wie leistungsstark

und innovativ die mittelständischen

Unternehmen in Sachsen und in Ostdeutschland

sind.

Besonders freue ich mich, dass

der diesjährige Preis unter dem Motto

„Nachhaltig Wirtschaften“ bei uns in

Sachsen verliehen wird - denn, als „Vater

Die diesjährige

Preisverleihung

„Großer Preis des

Mittelstandes“

der Oskar-Patzelt-

Stiftung steht

unter dem Motto

„Nachhaltig Wirtschaften“.

Das

Thema beinhaltet

sowohl ökonomische als auch soziale

und ökologische Aspekte. Für Unternehmen

spielen zum Beispiel effiziente Produktionsabläufe,

gesundheitsfördernde

Angebote für die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter sowie klima- und umweltschonende

Maßnahmen eine Rolle.

Für die Sächsische Staatsregierung

ist Nachhaltigkeit ein Leitprinzip

der Politik und grundlegendes Ziel des

Regierungshandelns. Die am 27. November

2018 beschlossene „Nachhaltigkeitsstrategie

für den Freistaat Sachsen

2018“ stellt eine Weiterentwicklung der

Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr

2013 dar. Die Strategie berücksichtigt

gleichermaßen die ökonomische, ökologische

und soziale Dimension nachhaltiger

Entwicklung. Sie nimmt Bezug

der Nachhaltigkeit“ gilt der Freiberger

Oberberghauptmann Hans Carl von

Carlowitz (1645–1714). Wenn wir heute

über Nachhaltigkeit sprechen, dann

geht es um unsere Zukunft: Wir wollen

für unsere Kinder und die zukünftigen

Generationen die Grundlagen für eine

lebenswerte Heimat erhalten und weiterentwickeln.

Langfristig muss es also darum

gehen, nachhaltige Wirtschaftspolitik in

Einklang mit Unternehmenswachstum

und einem effizienten Rohstoffeinsatz

zu bringen. Forschung und Entwicklung,

die Kombination digitaler Technologien

mit neuen Geschäftsmodellen, auch

eine vernetzte Infrastruktur und Logistik,

sind daher mit Blick auf den Schutz der

natürlichen Lebensgrundlagen durch

auf viele verschiedene Themenfelder:

Bildung und Wissenschaft, öffentliche

Finanzen, Umweltschutz, Energie und

Klima, Fachkräfte, Gesundheit sowie

gesellschaftlicher Zusammenhalt.

„Nachhaltig Wirtschaften“ bedeutet

zum Beispiel für das Staatsstraßennetz

in Sachsen, dass hier der Grundsatz

„Erhaltung vor Ausbau und Ausbau vor

Neubau“ gilt. So stellt der vom Kabinett

am 25. Juni 2019 beschlossene „Landesverkehrsplan

Sachsen 2030“ die Weichen

für eine zukunftsweisende, nachhaltige,

barrierefreie und insbesondere

multimodale Mobilitätsentwicklung.

Wesentliche Handlungsschwerpunkte

stellen die Stärkung des ÖPNV, besonders

im ländlichen Raum, oder der Ausbau

des Radwegenetzes an Bundes- und

Staatsstraßen dar.

Mit der Umsetzung des Landesverkehrsplans

und beispielsweise der Förderung

des Breitbandausbaus wollen wir

als Staatsregierung gute Rahmenbedingungen

für die Bürger und Unternehmer

schaffen. Denn „Nachhaltig Wirtschaften“

impliziert auch, strukturelle und

technologische Entwicklungen aufzugreifen

und im eigenen Unternehmen

ressourcenschonende Produktion und

starke regionale Wertschöpfungskreisläufe

zu fördern und auszuzeichnen.

Ich danke daher allen, die diesen

Wettbewerb und diese Preisverleihung

möglich gemacht haben, für ihr großes

ehrenamtliches Engagement. Der

Oskar-Patzelt-Stiftung wünsche ich

weiterhin viel Erfolg und Resonanz bei

ihrem Einsatz für den Mittelstand. Ich

beglückwünsche die Preisträger 2019

und wünsche allen Gästen der Auszeichnungsgala

einen vergnüglichen Abend!

Michael Kretschmer

Ministerpräsident des Freistaates

Sachsen

Schirmherr der Wettbewerbsregion

Sachsen

zu befördern. So lassen sich mit Digitalisierung

nicht nur Produktionsabläufe

vereinfachen und Ressourcen einsparen,

sondern auch neue Möglichkeiten bei

der Kundenkommunikation und Produktdistribution

nutzen.

Gemeinsam mit Ihnen als Bürgerinnen

und Bürger, als Unternehmerinnen

und Unternehmer wollen wir unsere

Zukunft erfolgreich gestalten. Wir wollen

den Wirtschaftsstandort Sachsen

langfristig stärken. Daher freue ich mich

ganz besonders über Unternehmen wie

die diesjährigen Gewinner des „Großen

Preises des Mittelstandes“ der Oskar-

Patzelt-Stiftung, die mit herausragenden

Leistungen den Wirtschaftsstandort

Sachsen international noch bekannter

und wettbewerbsfähiger machen. Allen

Preisträgern meinen herzlichen Glückwunsch

zu dieser renommierten Auszeichnung!

Martin Dulig

Sächsischer Staatsministers für

Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und

stellvertretender Ministerpräsident


Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

habt ihr schon, wie viele

müsst ihr noch?” Hahaha,

dieser kleine Scherz zum Ehrentag darf

bei keiner ordentlichen Silberhochzeit

fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

Wochenblatt reicht: „Es gratulieren ganz

herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und

die Hunderettung! Schon geht sie ab, die

Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

des Mittelstands sich anschickt, die silberne

25 zu zelebrieren, dann kommt

richtig Freude auf! Da prasseln Grußworte

auf das stiftungseigene pt-Magazin

ein. Da hagelt es Dankesworte von

Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

Wortakrobaten überschlagen sich, dass

es eine Lust ist. Ja, bleibt bitte alle in

Feierlaune – die Welt braucht positive

Energie. Nehmt die mit in euren Alltag!

In den Alltag im Büro. In der Produktion.

In den Weiten des www, der Social

Media! Es ist so einfach, anderen mal

zu sagen: „Schön, dass du da bist.” Oder:

„Wie schnell Sie unsere Anfragen immer

beantworten – einmalig.” – Noch zu toppen

durch: „Frau Rellin, klasse – ich lad

Sie mal zum Essen ein.” (Ja, hihi, denken

Sie ruhig auch mal an sich selber, macht

ja sonst keiner).

Im Ernst: Wir mäkeln und meckern

mehr, als wir loben. Wir laufen im Hamsterrad,

statt mit einem Tässchen Tee auf

dem Sofa zu schmökern. Und wir checken

noch mal und noch mal schnell die

E-Mails, obwohl wir in dieser Zeit einen

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

Dank aufs Papier bringen? Kommen

Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

ich schenk Ihnen was: Das Crash-Rezept

für Glückwunsch und Dank to go (ja,

ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

Gedichte zum Mitnehmen). Also, Kurz-

Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

aber das ist Geschmackssache und Sie

können ja abwürzen mit: „lieber Herr

Schmidt” (ich schreib das gerne solo,

gerne mit Füller!). Beginnen Sie mit

etwas Persönlichem, sollte nicht jedes

mal das Selbe sein, haha, aber da fällt

einem sicher was ein wie: „Wissen Sie

noch, wie ich bei unserem ersten Treffen

eine halbe Stunde zu spät kam – war mir

das peinlich und Sie haben nur gelacht

und gesagt…” Dann schreiben Sie (kürzer

oder länger), warum Sie sich freuen, dass

es den Kontakt gibt: „Ohne Ihre Zentrifugalschleuder

wäre unser xy-Projekt nur

die halbe Miete.” Und dann kommt‘s: „25

Jahre haben Sie jetzt – Caramba, auf die

nächsten 25, wir an Ihrer Seite. Danke!”

Oder so. In diesem Sinne: Caramba – 25

Jahre Großer Preis des Mittelstands. Und

das ganz ohne Hüpfeburg! ó

Über die Autorin

Martina Rellin, Ex-Chefredakteurin der

Kultur-Zeitschrift „Das Magazin” und

erfolgreiche Sachbuchautorin („Klar bin

ich eine Ost-Frau!”). Wenn sie nicht gerade

Oskars verleiht, schreibt sie, Bücher

und Auftragskommunikation. Ihre Schreib-

Coachings in Oybin im Zittauer Gebirge

mausern sich zur Kultveranstaltung und

in Berlin, Grimma und Leipzig öffnet sie

ebenfalls regelmäßig ihre Schreibwerkstatt

für alle, die ran ans Handwerk wollen.

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Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

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Oskar-Patzelt-Stiftung

28

Zum 25. Mal zeichnet die

Oskar-Patzelt-Stiftung

mittelständische Unternehmen

mit dem Großen

Preis des Mittelstandes

aus. Im übertragenen

Sinne geht der Preis nicht

nur an einzelne Unternehmen, sondern

an den Mittelstand insgesamt. Der

Wettbewerb schafft eine Öffentlichkeit

für Unternehmen, die oft ohne große

Öffentlichkeit Erfolgsgeschichten schreiben.

Der soziale Charakter eines Landes

wird maßgeblich von dem Verantwortungsgefühl

bestimmt, das Unternehmen

ihrer Mitarbeiterschaft gegenüber

entwickeln. Auf diesem Wege entsteht

eine belastbare Interessengemeinschaft,

die zur Grundlage des dauerhaften wirtschaftlichen

Erfolgs wird. Darum freue

ich mich besonders, dass der in dieser

Form einzigartige Mittelstandspreis von

Mitteldeutschland ausgegangen ist. …

Sehr gern habe ich auch in diesem Jahr

im Rahmen des Großen Preises des Mittelstandes

die Schirmherrschaft für die

Wettbewerbsregion Sachsen-Anhalt

übernommen.

Dr. Reiner Haseloff

Ministerpräsident Sachsen-Anhalt,

Wettbewerbs-Schirmherr Sachsen-

Anhalt

Als ehemaliger Leipziger

Oberbürgermeister

erlebe ich mit besonderer

Freude, wie der Große

Preis des Mittelstandes,

ein echtes Leipziger Kind,

gedeiht. 1995 wurde der

Mittelstandspreis erstmals in Leipzig

verliehen. Seit nunmehr zwanzig Jahren

ist auch Thüringen dabei, seit 2002 findet

die Ausschreibung gesamtdeutsch

statt. Der Mittelstandspreis ist damit

selbst zu einem Beispiel dafür geworden,

dass gute Ideen aus dem Osten auch

bundesweit die besten Chancen haben.

Auch das zeigt: Im Mittelstand wächst

Deutschland zusammen. Dieser Preis

leistet einen gewichtigen Beitrag dazu.

Ich habe deshalb mit großer Freude die

Schirmherrschaft für die Wettbewerbsregion

Thüringen übernommen. …

Ich danke der Oskar-Patzelt-Stiftung

daher ganz herzlich das zentrale Thema

„Nachhaltig Wirtschaften“ auf die diesjährige

Agenda des „Großen Preis des

Mittelstandes“ zu setzen!

Wolfgang Tiefensee

Thüringer Minister für Wirtschaft,

Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Schirmherr Thüringen

25 Jahre „Großer Preis

der Mittelstandes“ - ich

begrüße Sie sehr herzlich!

Seit einem Vierteljahrhundert

ist die

Preisverleihung DAS

gesellschaftliche Ereignis

für den Mittelstand in Deutschland. Als

Thüringer Ministerpräsident freue ich

mich sehr, dass die Rekordanzahl von 214

Unternehmen aus dem Freistaat mit im

Rennen um die begehrte Trophäe sind.

25 Jahre „Großer Preis des Mittelstandes“

trifft 2019 auf das Jubiläum

„30 Jahre Friedliche Revolution“. Der Mittelstand

hatte und hat an Thüringens

Wachstum ganz entscheidenden Anteil!

Es waren mutige Unternehmerinnen

und Unternehmer des Mittelstandes, die

- oftmals unter nicht einfachen Startbedingungen

- den Wirtschaftsstandort

Thüringen zu dem gemacht haben, was

es heute ist:

Thüringer Unternehmen gelingt es auf

beeindruckende Weise, national und

international neue Märkte zu erobern

und zu behaupten. …

Bodo Ramelow

Ministerpräsident des

Freistaats Thüringen

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an die Ernährung mit Lebensfreude und Lebensgenuss zu verbinden. Dieser

Gedanke prägt und motiviert mehr als 1.210 Mitarbeiter an 15 Standorten weltweit.

In der deutschen Zentrale in Dreihausen laufen 53 verschiedene Sorten Gebäck vom Band.

Seit 2006 werden in Thüringen, im Werk Apolda, glutenfreies Brot und Brötchen für

den internationalen Markt produziert. Der Standort Rosbach komplettiert das deutsche

Trio, hier werden Aminosäuremischungen und eiweißarme Produkte hergestellt.

PREISTRÄGER

2018

Innovating

special nutrition.


Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

habt ihr schon, wie viele

müsst ihr noch?” Hahaha,

dieser kleine Scherz zum Ehrentag darf

bei keiner ordentlichen Silberhochzeit

fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

Wochenblatt reicht: „Es gratulieren ganz

herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und

die Hunderettung! Schon geht sie ab, die

Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

des Mittelstands sich anschickt, die silberne

25 zu zelebrieren, dann kommt

richtig Freude auf! Da prasseln Grußworte

auf das stiftungseigene pt-Magazin

ein. Da hagelt es Dankesworte von

Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

Wortakrobaten überschlagen sich, dass

es eine Lust ist. Ja, bleibt bitte alle in

Feierlaune – die Welt braucht positive

Energie. Nehmt die mit in euren Alltag!

In den Alltag im Büro. In der Produktion.

In den Weiten des www, der Social

Media! Es ist so einfach, anderen mal

zu sagen: „Schön, dass du da bist.” Oder:

„Wie schnell Sie unsere Anfragen immer

beantworten – einmalig.” – Noch zu toppen

durch: „Frau Rellin, klasse – ich lad

Sie mal zum Essen ein.” (Ja, hihi, denken

Sie ruhig auch mal an sich selber, macht

ja sonst keiner).

Im Ernst: Wir mäkeln und meckern

mehr, als wir loben. Wir laufen im Hamsterrad,

statt mit einem Tässchen Tee auf

dem Sofa zu schmökern. Und wir checken

noch mal und noch mal schnell die

E-Mails, obwohl wir in dieser Zeit einen

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

Dank aufs Papier bringen? Kommen

Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

ich schenk Ihnen was: Das Crash-Rezept

für Glückwunsch und Dank to go (ja,

ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

Gedichte zum Mitnehmen). Also, Kurz-

Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

aber das ist Geschmackssache und Sie

können ja abwürzen mit: „lieber Herr

Schmidt” (ich schreib das gerne solo,

gerne mit Füller!). Beginnen Sie mit

etwas Persönlichem, sollte nicht jedes

mal das Selbe sein, haha, aber da fällt

einem sicher was ein wie: „Wissen Sie

noch, wie ich bei unserem ersten Treffen

eine halbe Stunde zu spät kam – war mir

das peinlich und Sie haben nur gelacht

und gesagt…” Dann schreiben Sie (kürzer

oder länger), warum Sie sich freuen, dass

es den Kontakt gibt: „Ohne Ihre Zentrifugalschleuder

wäre unser xy-Projekt nur

die halbe Miete.” Und dann kommt‘s: „25

Jahre haben Sie jetzt – Caramba, auf die

nächsten 25, wir an Ihrer Seite. Danke!”

Oder so. In diesem Sinne: Caramba – 25

Jahre Großer Preis des Mittelstands. Und

das ganz ohne Hüpfeburg! ó

Über die Autorin

Martina Rellin, Ex-Chefredakteurin der

Kultur-Zeitschrift „Das Magazin” und

erfolgreiche Sachbuchautorin („Klar bin

ich eine Ost-Frau!”). Wenn sie nicht gerade

Oskars verleiht, schreibt sie, Bücher

und Auftragskommunikation. Ihre Schreib-

Coachings in Oybin im Zittauer Gebirge

mausern sich zur Kultveranstaltung und

in Berlin, Grimma und Leipzig öffnet sie

ebenfalls regelmäßig ihre Schreibwerkstatt

für alle, die ran ans Handwerk wollen.

www.martinarellin.de

29

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

Schwierige Projekte meistern!

Mit unserem umweltschonenden Spülbohrverfahren bereiten wir

den Weg, wenn der traditionelle Tiefbau an seine Grenzen stößt.

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Im Gewerbepark 6 • 07646 Bollberg

Telefon +49 36428 5133-00

info@hue-bohrtechnik.de • www.hue-bohrtechnik.de


Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

25 Jahre „Großer Preis des Mittelstandes“

das ist ein besonderer Grund zur Freude.

Seit einem Vierteljahrhundert würdigt

der Preis Innovation, unternehmerische

Verantwortung und erfolgreiches wirtschaftliches

Handeln im Mittelstand. Ich

bedanke mich herzlich für dieses wichtige

Engagement.

Mit dem Motto „Nachhaltig Wirtschaften“

beweist die Oskar Patzelt Stiftung

als Ausrichterin des Wettbewerbs

einmal mehr ein feines Gespür für die

Themen unserer Zeit. Fast 5.400 mittelständische

Unternehmen wurden für

den Preis vorgeschlagen davon 295 aus

der Wettbewerbsregion Berlin/Brandenburg.

Die große Zahl der Nominierungen

ist ein Hinweis darauf, dass das Thema

der diesjährigen Ausgabe auf großes

Interesse in der Branche stößt. …

Ich bin mir sicher, dass der Preis

auch in den kommenden 25 Jahren ein

wichtiger Ansporn für Innovationen sein

wird. Der Verkündung der Ergebnisse

des diesjährigen Wettbewerbs blicke ich

gespannt entgegen. Meine Gratulation

gilt allen, die sich über die Auszeichnung

mit dem diesjährigen „Großen

Preis des Mittelstands“ freuen können

sowie auch allen Nominierten. Allen Teilnehmerinnen

und Teilnehmern an der

Preisverleihung wünsche ich einen wundervollen

Abend mit guter Unterhaltung

und vielen inspirierenden Begegnungen.

Michael Müller

Regierender Bürgermeister

von Berlin

Schirmherr des Wettbewerbs

für Berlin

Nehmen Sie bitte meine besten Grüße

und Glückwünsche zur Jubiläumsveranstaltung

25. „Großer Preis des Mittelstandes“

entgegen. Seit einem

Vierteljahrhundert hat es sich die Oskar-

Patzelt-Stiftung zur Aufgabe gemacht,

jährlich herausragende mittelständische

Unternehmen in Deutschland zu ehren

— für wirtschaftlichen Erfolg, innovative

ldeen, ein gutes Betriebsklima und

gesellschaftliches Engagement. Dafür

möchte ich lhnen recht herzlich danken.

Ihr verdienstvolles Wirken ist für

Brandenburg von besonderer Bedeutung,

denn hier bildet der Mittelstand

das Rückgrat der Wirtschaft. Mit Risikobereitschaft

und großem Fleiß der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter haben sich

traditionsreiche und neue Unternehmen

in den vergangenen Jahrzehnten hervorragend

entwickelt. Auf hart umkämpften

Märkten im In- und Ausland konnten

sie mit überzeugenden Produkten oder

Dienstleistungen zufriedene Kunden

gewinnen.

Das gelang vor allem dort, wo konsequent

nach neuen, zukunftsfähigen

Lösungen gesucht wurde. Daran knüpft

das diesjährige Motto der Preisverleihung

„Nachhaltig Wirtschaften“ an. …

Kluges, weitsichtiges Handeln ist mehr

denn je gefragt, denn die internationalen

Rahmenbedingungen werden leider

schwieriger. Nationale Egoismen und

Protektionismus erschweren den freien

Welthandel. Im eigenen Land kommt

es darauf an, dass Betriebe in ihren Heimatregionen

fest verankert sind und

gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Dafür gibt es in Brandenburg

viele gute Beispiele, die Mut machen

und anspornen — sei es die Unterstützung

von Jugend- und Sportvereinen,

Denkmalpflege oder Dorffesten. All

dies fördert den Zusammenhalt und

das Miteinander in der Gesellschaft. lch

wünsche lhnen eine wunderbare Veranstaltung

mit vielen interessanten Begegnungen.

Den Nominierten gratuliere ich

sehr herzlich und hoffe, dass ihr Vorbild

weiter Schule macht.

25 Jahre Mittelstandspreis – das sind

auch 25 Jahre Wirtschaftsgeschichte.

1995 befand sich die Brandenburger

Wirtschaft – wie die ostdeutsche Wirtschaft

insgesamt – an einem Tiefpunkt.

… Es war ein langer und steiniger Weg,

der unsere Brandenburger Wirtschaft

aus diesem Tal herausgeführt hat. Heute

können wir stolz sein auf das Erreichte.

Alleine in den letzten vier Jahren ist

unsere Brandenburger Wirtschaft um

durchschnittlich 2,3 Prozent gewachsen

– deutlich stärker als der Bundesdurchschnitt

von 1,9 Prozent.

Dieser Erfolg wird vor allem von den

vielen kleinen und mittleren Unternehmen

getragen, die das Gesicht unseres

Standortes prägen. Sie stehen für

Verlässlichkeit, Wertebewusstsein und

regionale Verankerung. Es ist daher ein

Kernanliegen der Brandenburger Wirtschaftspolitik,

dass wir die Wettbewerbsund

Innovationsfähigkeit dieser Unternehmen

stärken.

Ich danke der Oskar-Patzelt-Stiftung,

dass sie unsere wirtschaftliche Entwicklung

seit vielen Jahren begleitet. Allen

Gewinnerinnen und Gewinnern des

diesjährigen „Großen Preises des Mittelstands“

gratuliere ich

herzlich!

Jörg Steinbach

Minister für Wirtschaft

und Energie

des Landes Brandenburg

Dr. Dietmar Woidke

Ministerpräsident des

Landes Brandenburg

Schirmherr des Wettbewerbs

für Brandenburg


Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

habt ihr schon, wie viele

müsst ihr noch?” Hahaha,

dieser kleine Scherz zum Ehrentag darf

bei keiner ordentlichen Silberhochzeit

fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

Wochenblatt reicht: „Es gratulieren ganz

herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und

die Hunderettung! Schon geht sie ab, die

Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

des Mittelstands sich anschickt, die silberne

25 zu zelebrieren, dann kommt

richtig Freude auf! Da prasseln Grußworte

auf das stiftungseigene pt-Magazin

ein. Da hagelt es Dankesworte von

Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

Wortakrobaten überschlagen sich, dass

es eine Lust ist. Ja, bleibt bitte alle in

Feierlaune – die Welt braucht positive

Energie. Nehmt die mit in euren Alltag!

In den Alltag im Büro. In der Produktion.

In den Weiten des www, der Social

Media! Es ist so einfach, anderen mal

zu sagen: „Schön, dass du da bist.” Oder:

„Wie schnell Sie unsere Anfragen immer

beantworten – einmalig.” – Noch zu toppen

durch: „Frau Rellin, klasse – ich lad

Sie mal zum Essen ein.” (Ja, hihi, denken

Sie ruhig auch mal an sich selber, macht

ja sonst keiner).

Im Ernst: Wir mäkeln und meckern

mehr, als wir loben. Wir laufen im Hamsterrad,

statt mit einem Tässchen Tee auf

dem Sofa zu schmökern. Und wir checken

noch mal und noch mal schnell die

E-Mails, obwohl wir in dieser Zeit einen

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

Dank aufs Papier bringen? Kommen

Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

ich schenk Ihnen was: Das Crash-Rezept

für Glückwunsch und Dank to go (ja,

ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

Gedichte zum Mitnehmen). Also, Kurz-

Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

aber das ist Geschmackssache und Sie

können ja abwürzen mit: „lieber Herr

Schmidt” (ich schreib das gerne solo,

gerne mit Füller!). Beginnen Sie mit

etwas Persönlichem, sollte nicht jedes

mal das Selbe sein, haha, aber da fällt

einem sicher was ein wie: „Wissen Sie

noch, wie ich bei unserem ersten Treffen

eine halbe Stunde zu spät kam – war mir

das peinlich und Sie haben nur gelacht

und gesagt…” Dann schreiben Sie (kürzer

oder länger), warum Sie sich freuen, dass

es den Kontakt gibt: „Ohne Ihre Zentrifugalschleuder

wäre unser xy-Projekt nur

die halbe Miete.” Und dann kommt‘s: „25

Jahre haben Sie jetzt – Caramba, auf die

nächsten 25, wir an Ihrer Seite. Danke!”

Oder so. In diesem Sinne: Caramba – 25

Jahre Großer Preis des Mittelstands. Und

das ganz ohne Hüpfeburg! ó

Über die Autorin

Martina Rellin, Ex-Chefredakteurin der

Kultur-Zeitschrift „Das Magazin” und

erfolgreiche Sachbuchautorin („Klar bin

ich eine Ost-Frau!”). Wenn sie nicht gerade

Oskars verleiht, schreibt sie, Bücher

und Auftragskommunikation. Ihre Schreib-

Coachings in Oybin im Zittauer Gebirge

mausern sich zur Kultveranstaltung und

in Berlin, Grimma und Leipzig öffnet sie

ebenfalls regelmäßig ihre Schreibwerkstatt

für alle, die ran ans Handwerk wollen.

www.martinarellin.de

29

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung


Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

Der „Große Preis des Mittelstands“ zählt

zu den bekanntesten deutschen Wirtschaftspreisen

und es ist ein Preis mit

einer langen Tradition. Bereits zum 25.

Mal sucht die Oskar-Patzelt-Stiftung die

besten mittelständischen Unternehmen

auch in der Wettbewerbsregion Mecklenburg-Vorpommern.

Sie rückt damit

Firmen in den Blick, die das Rückgrat

unserer Wirtschaft bilden und unser

Land mit ihrem Engagement weiter voranbringen.

Das tun die vielen Mittelständler

zumeist, ohne dass sie dabei im

Rampenlicht stehen.

Unsere mittelständigen Unternehmen

sind leistungsstark und wettbewerbsfähig.

106 Unternehmen aus

Mecklenburg-Vorpommern sind 2019 für

den Preis nominiert und sie arbeiten

breit gefächert in allen Branchen der

Wirtschaft. Dieser Wettbewerb bietet

den Unternehmerinnen und Unternehmern

eine ausgezeichnete Plattform, ihr

großes Können darzustellen.

Gerade mittelständische Unternehmen

sind auf engagierte Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer angewiesen.

Der Große Preis des Mittelstandes

ist somit auch eine Würdigung des Fleißes

und der Kompetenz der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

Der Mittelstand hat für unser Land

auch dadurch eine große Bedeutung,

dass es durch die Ausbildung junger

Menschen den Fachkräftebedarf von

morgen sicherstellt. Das diesjährige

Motto „Nachhaltig Wirtschaften“ hat

sicherlich diesen Aspekt im Blick. Aber

auch der schonende Umgang mit der

Umwelt und den natürlichen Ressourcen

sind von großer Wichtigkeit. Auch

das gehört zur Verantwortung für den

Wirtschaftsstandort Deutschland.

Sehr gern habe ich als Ministerpräsidentin

des Landes Mecklenburg-

Vorpommern die Schirmherrschaft für

unsere Region übernommen. Ich wünsche

der diesjährigen Preisverleihung

einen guten Verlauf und den Juroren

eine glückliche Hand bei der Wahl der

Preisträger. Herzlichen Glückwunsch

allen erfolgreichen Mittelständlern!

Manuela Schwesig

Ministerpräsidentin des Landes

Mecklenburg-Vorpommern

Schirmherrin der Wettbewerbsregion

Mecklenburg-Vorpommern

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Stapelbar, als Gestellverketter anreihbar, nummerierbar,

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solide konstruiert. Es ist die Addition der vielen

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Fon +49 (0) 5631 50514-0

Fax +49 (0) 5631 50514-44

www.mauser-sitzkultur.com


Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

habt ihr schon, wie viele

müsst ihr noch?” Hahaha,

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fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

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herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

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Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

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Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

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25 zu zelebrieren, dann kommt

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Wortakrobaten überschlagen sich, dass

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Feierlaune – die Welt braucht positive

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zu sagen: „Schön, dass du da bist.” Oder:

„Wie schnell Sie unsere Anfragen immer

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noch mal und noch mal schnell die

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herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

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Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

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ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

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Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

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PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

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Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

© Staatskanzlei NRW

Der Mittelstand

ist das Fundament

der wirtschaftlichen

Stärke Nordrhein-Westfalens.

Er wird geprägt

durch eine bunte

Vielfalt: Gerade

die vielen kleinen

und mittleren Unternehmen unseres

Landes, von erfolgreichen Unternehmen

und Hidden Champions bis hin zu jungen

Start-Ups, bilden das wirtschaftliche

Rückgrat Nordrhein-Westfalens. Sie sind

die Basis für eine gelungene, aktivierende

Wirtschaftspolitik, sie leben die

Grundwerte der Sozialen Marktwirtschaft

und praktizieren freies verantwortungsvolles

Unternehmertum im

besten Sinn.

Der „Große Preis des Mittelstandes“

bildet diese Vielfalt ab. Der renommierte

Wirtschaftspreis der Oskar-Patzeit-Stiftung

hat seit seinem Start vor 25 Jahren

Werbung im besten Sinn für den

Mittelstand und die Werte der Sozialen

Marktwirtschaft gemacht. Die vielen

Nominierten und Preisträgerinnen und

Preisträgern stehen für ein dynamisches,

innovatives und zukunftsgewandtes

Nordrhein-Westfalen.

Deshalb habe ich sehr gerne die

Schirmherrschaft über den diesjährigen

Wettbewerb übernommen und gratuliere

den Preisträgern und allen Nominierten

sehr herzlich. Wir brauchen Vorbilder

wie Sie, die unseren erfolgreichen

Wirtschaftsstandort auf eindrucksvolle

Weise repräsentieren.

Armin Laschet

Ministerpräsident des Landes

Nordrhein-Westfalen

Schirmherr für die Wettbewerbsregion

Nordrhein-Westfalen

28

© nh@huettermannfotografie.de

Zum 25. Mal findet

in diesem Jahr der

Wettbewerb um

den „Großen Preis

des Mittelstandes“

statt. Die Oskar-

Patzelt-Stiftung

rückt damit Jahr

für Jahr mittelständische

Unternehmen in das Blickfeld

der Öffentlichkeit, würdigt ihre

Leistungen und Innovationen. Es freut

mich, dass die Preisträgerinnen und

Preisträger erneut in Düsseldorf ausgezeichnet

werden. Zur Preisverleihung am

28. September 2019 heiße ich Sie sehr

herzlich in unserer Stadt willkommen.

Zur Jubiläumsveranstaltung blickt man,

wenn man sich das diesjährige Wettbewerbsmotto

„Nachhaltig Wirtschaften“

vor Augen führt, weit voraus. Ich bin

gespannt darauf zu sehen, auf welche

Art und Weise die Unternehmen Weitblick

beweisen, wenn es um zukunftsgerichtete

Technologien und Produkte geht

und wenn vielleicht auch gewürdigt wird,

wie mittelständische Unternehmen

Ressourcen schonen und ihren Beitrag

zum Klima- und Umweltschutz leisten.

Wenn solche aktuellen und für uns alle

wichtigen Themen auf der Agenda des

Mittelstandes stehen, mache ich mir um

seine Zukunft keine Sorgen: Indem er am

Puls der Zeit bleibt, wird er auch künftig

das vielzitierte „Rückgrat“ der deutschen

Wirtschaft sein und hierzulande

und in aller Welt überzeugen können. In

Düsseldorf unterstützen wir den Mittelstand

nach Kräften und fördern seine

Entwicklung: Allen Preisträgerinnen und

Preisträgern gratuliere ich sehr herzlich.

Ich danke der Oskar-Patzelt-Stiftung, die

den Wettbewerb, die festliche Gala und

den Ball organisiert. .

Thomas Geisel

Oberbürgermeister der

Landeshauptstadt Düsseldorf

Umwelt

kologie

Coolstream

Technik

Entwicklung

Energie

ClimaTower

SolarLeaf

CO 2

Ressourcenschutz

Waste-to-

Energy

Dekarbonisierung

Wiederverwertung

Klimawende

2050

Einsparung

Energiesparende

Gebäudetechnik

Seit 1931 sind wir die Spezialisten für

Innovationen in den Bereichen Brandschutz,

Klimatechnik und Sonnenschutz.

Wir realiseren sehr erfolgreich Systemlösungen

mit ausgezeichneten Synergieeffekten.

So bringen wir Anlagennutzen, Ökologie und

Betriebskosten-Reduzierung buchstäblich

unter Dach und Fach. Wir machen Neubauund

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www.colt-info.de

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Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

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hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

Wochenblatt reicht: „Es gratulieren ganz

herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und

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Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

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25 zu zelebrieren, dann kommt

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Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

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fast 30 Jahren dekorative

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und machen täglich

mehr aus Holz.

Als einer der größten regionalen

Arbeitgeber mit ca.

1.100 Mitarbeitern sind

wir stolz auf unsere starke

Verbundenheit mit der

Stadt Brilon.

AD_co_bri_PT_Magazin_196x94mm_2019_07_JOB18666.indd 1 22.07.19 16:10


Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

© Oliver Rüther © Staatskanzlei Hessen

Meine herzlichen

Grüße gelten allen,

die bei der Verleihung

des Großen

Preises des Mittelstandes

dabei

sind. Im Mittelpunkt

stehen die

Unternehmen mit

besonderen, auszeichnungswürdigen

Leistungen. Ich freue mich, ihren Repräsentantinnen

und Repräsentanten gratulieren

zu können. Sie haben großartige

Ergebnisse vorzuweisen.

Der Mittelstand

ist das Fundament

unserer Volkswirtschaft.

Er reicht

von den Freien

Berufen bis in die

Industrie, vom

Handwerk bis

zum High-Tech-

Unternehmen, vom alteingesessenen

Familienbetrieb bis zu jungen Gründerinnen

und Gründern. Mit Engagement,

Kreativität und Unternehmergeist tragen

sie alle zum Wohlstand Hessens bei.

Unsere Zeit ist durch schnelle Veränderungen

in nahezu allen Bereichen

gekennzeichnet. Diese Veränderungen

betreffen die Wirtschaft wie die

gesamte Gesellschaft. Maßgeblich dafür

sind unter anderem technologische Entwicklungen

im Zusammenhang mit der

Digitalisierung oder der nationale und

internationale Wettbewerb. Den Entwicklungen

und dem Wettbewerb wohnen

große Chancen inne. Gerade auch in

mittelständischen Betrieben sind Menschen

mit Unternehmergeist tätig, mit

guten Ideen und mit dem Mut, diese

Unsere Wirtschaftspolitik ist deshalb

ganz auf die kleinen und mittleren

Unternehmen Hessens ausgerichtet. Wir

schaffen optimale Rahmenbedingungen

für ihre Wettbewerbsfähigkeit – mit

Nachwuchs- und Fachkräftesicherung,

mit Wissens- und Technologietransfer,

mit der Förderung von Ressourcen- und

Energieeffizienz sowie der Begleitung

der Unternehmen bei der Erschließung

neuer Märkte im Ausland. Immer wichtiger

wird die Unterstützung kleiner und

mittlerer Unternehmen beim Übergang

in eine nachhaltige Wirtschaftsweise.

Ideen tatsächlich umzusetzen. Menschen,

die Verantwortung übernehmen,

die gestalten und investieren, die die

Chancen nutzen. Das ist die Grundlage

für ihren Erfolg am Markt.

Mittelständische Unternehmen sind

eine tragende Säule unserer Wirtschaft.

Sie stützen und stabilisieren sie, sie sorgen

seit Generationen für Arbeitsplätze

und Wohlstand. Ihre Leistungen verdienen

Anerkennung und Respekt.

Volker Bouffier

Hessischer Ministerpräsident

Ich freue mich, dass in diesem Jahr

wieder viele Unternehmen und Persönlichkeiten

aus unserem Bundesland für

den Großen Preis des Mittelstands der

Oskar-Patzelt-Stiftung nominiert wurden.

Ihnen gratuliere ich ebenso wie den

Preisträgern. Denn schon die Nominierung

ist eine Würdigung.

Tarek Al-Wazir,

Hessischer Minister für Wirtschaft,

Energie, Verkehr und Wohnen

Preisträger 2014

TÄGLICH FRISCHE VIELFALT


Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

habt ihr schon, wie viele

müsst ihr noch?” Hahaha,

dieser kleine Scherz zum Ehrentag darf

bei keiner ordentlichen Silberhochzeit

fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

Wochenblatt reicht: „Es gratulieren ganz

herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und

die Hunderettung! Schon geht sie ab, die

Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

des Mittelstands sich anschickt, die silberne

25 zu zelebrieren, dann kommt

richtig Freude auf! Da prasseln Grußworte

auf das stiftungseigene pt-Magazin

ein. Da hagelt es Dankesworte von

Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

Wortakrobaten überschlagen sich, dass

es eine Lust ist. Ja, bleibt bitte alle in

Feierlaune – die Welt braucht positive

Energie. Nehmt die mit in euren Alltag!

In den Alltag im Büro. In der Produktion.

In den Weiten des www, der Social

Media! Es ist so einfach, anderen mal

zu sagen: „Schön, dass du da bist.” Oder:

„Wie schnell Sie unsere Anfragen immer

beantworten – einmalig.” – Noch zu toppen

durch: „Frau Rellin, klasse – ich lad

Sie mal zum Essen ein.” (Ja, hihi, denken

Sie ruhig auch mal an sich selber, macht

ja sonst keiner).

Im Ernst: Wir mäkeln und meckern

mehr, als wir loben. Wir laufen im Hamsterrad,

statt mit einem Tässchen Tee auf

dem Sofa zu schmökern. Und wir checken

noch mal und noch mal schnell die

E-Mails, obwohl wir in dieser Zeit einen

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

Dank aufs Papier bringen? Kommen

Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

ich schenk Ihnen was: Das Crash-Rezept

für Glückwunsch und Dank to go (ja,

ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

Gedichte zum Mitnehmen). Also, Kurz-

Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

aber das ist Geschmackssache und Sie

können ja abwürzen mit: „lieber Herr

Schmidt” (ich schreib das gerne solo,

gerne mit Füller!). Beginnen Sie mit

etwas Persönlichem, sollte nicht jedes

mal das Selbe sein, haha, aber da fällt

einem sicher was ein wie: „Wissen Sie

noch, wie ich bei unserem ersten Treffen

eine halbe Stunde zu spät kam – war mir

das peinlich und Sie haben nur gelacht

und gesagt…” Dann schreiben Sie (kürzer

oder länger), warum Sie sich freuen, dass

es den Kontakt gibt: „Ohne Ihre Zentrifugalschleuder

wäre unser xy-Projekt nur

die halbe Miete.” Und dann kommt‘s: „25

Jahre haben Sie jetzt – Caramba, auf die

nächsten 25, wir an Ihrer Seite. Danke!”

Oder so. In diesem Sinne: Caramba – 25

Jahre Großer Preis des Mittelstands. Und

das ganz ohne Hüpfeburg! ó

Über die Autorin

Martina Rellin, Ex-Chefredakteurin der

Kultur-Zeitschrift „Das Magazin” und

erfolgreiche Sachbuchautorin („Klar bin

ich eine Ost-Frau!”). Wenn sie nicht gerade

Oskars verleiht, schreibt sie, Bücher

und Auftragskommunikation. Ihre Schreib-

Coachings in Oybin im Zittauer Gebirge

mausern sich zur Kultveranstaltung und

in Berlin, Grimma und Leipzig öffnet sie

ebenfalls regelmäßig ihre Schreibwerkstatt

für alle, die ran ans Handwerk wollen.

www.martinarellin.de

29

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

Einzeln

oder Formation

addo – ein starker Stuhl. Top im Design.

Stapelbar, als Gestellverketter anreihbar, nummerierbar,

einfach im Handling. Ergonomische

Sitzschale aus gerundetem Formholz. Stabil und

solide konstruiert. Es ist die Addition der vielen

guten Eigenschaften, die im 550 addo steckt.

Mauser Sitzkultur GmbH & Co. KG

34477 Twistetal-Berndorf

Fon +49 (0) 5631 50514-0

Fax +49 (0) 5631 50514-44

www.mauser-sitzkultur.com


Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

Zur 25. Auflage des „Großen

Preises des Mittelstandes“

übersende ich

Ihnen meine herzlichen

Grüße aus der rheinlandpfälzischen

Landeshauptstadt.

Sehr gerne habe

ich auch dieses Jahr die Schirmherrschaft

über die Wettbewerbsregion Rheinland-

Pfalz übernommen.

Der „Große Preis des Mittelstandes“

der Oskar-Patzelt-Stiftung gehört zu

den wichtigsten branchenübergreifenden

Wettbewerben des Mittelstandes.

Der traditionsreiche „Mittelstandspreis“

genießt einen ausgezeichneten Ruf ….

Die Initiative der Oskar-Patzelt-

Stiftung ist deutschlandweit einmalig

und die Verleihung des „Mittelstandspreises“

wird vollständig ehrenamtlich

organisiert. Für das große Engagement

der Oskar-Patzelt-Stiftung möchte ich

allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen

meinen herzlichen Dank aussprechen.

Auch allen Sponsoren und Sponsorinnen

sowie Unterstützern und Unterstützerinnen

danke ich herzlich. Ich gratuliere

allen Finalisten und Finalistinnen!

Malu Dreyer

Ministerpräsidentin von

Rheinland-Pfalz

Wettbewerbs-Schirmherrin

Rheinland-Pfalz

Zum 25. Mal zeichnet die

Oskar-Patzelt-Stiftung

mittelständische Unternehmen

mit dem Großen

Preis des Mittelstandes

aus. Unter dem Motto

„Nachhaltig Wirtschaften“

gehören in diesem Jahr diejenigen

Unternehmer zu den Gewinnern,

die mit unternehmerischem Weitblick

und Mut, neue Wege zur Nachhaltigkeit

beschritten haben und erfolgreich damit

arbeiten. Mehr als 5000 mittelständische

Unternehmen wurden für diesen

mittlerweile wichtigsten Wirtschaftspreis

nominiert.

… Der Erhalt und die Steigerung der

Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit

des Mittelstandes hat … oberste wirtschaftspolitische

Priorität.

Gerne bin ich Schirmherr einer Veranstaltung,

die unternehmerisches Handeln

auszeichnet und damit der großen

Verantwortung der Unternehmer Respekt

und Anerkennung zollt. Ich wünsche

der diesjährigen Preisverleihung

einen spannenden Verlauf und den

teilnehmenden Firmen den verdienten

Erfolg.

Tobias Hans

Ministerpräsident des Saarlandes.

Wettbewerbs-Schirmherr Saarland

Nachhaltigkeit heute, das ist das Bestreben

einer Gesellschaft im Einklang mit

den eigenen Werten zu leben. Nachhaltigkeit

hat die Sphäre der reinen

Umweltpolitik schon lange verlassen

und ist ein fester Bestandteil der Wirtschafts-

und auch Sozialpolitik geworden.

Denn zur Nachhaltigkeit gehört

auch Chancengleichheit. ….

Dr. Volker Wissing

Minister für Wirtschaft,

Verkehr,

Landwirtschaft und

Weinbau des

Landes Rheinland-Pfalz

Das diesjährige Motto „Nachhaltig wirtschaften“

klingt im ersten Moment nach

einer großen Herausforderung. Ich bin

mir sicher, dass wir mit einem starken

Mittelstand die wirtschaftliche Zukunft

unseres Landes nachhaltig gestalten

können. …

Anke Rehlinger

Ministerin für Wirtschaft,

Arbeit,

Energie und Verkehr des

Saarlandes

Premosys entwickelt und

produziert optoelektronische

Systeme zur professionellen

Farberkennung und

Farbmessung in

Produktionsumgebungen

die in verschiedenen

Industriebereichen

wie Automotive,

Luft- und Raumfahrt,

Elektronikindustrie,

Nahrungsmittel,

Konsumgüter, Drucktechnik

und Medizintechnik

eingesetzt werden.

2017

PREMOSYS GmbH

Hillstraße 14

D-54570 Kalenborn-Scheuern

Telefon: +49 (0) 6591 – 98311-0

e-Mail: info@premosys.com

www.premosys.com


Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

habt ihr schon, wie viele

müsst ihr noch?” Hahaha,

dieser kleine Scherz zum Ehrentag darf

bei keiner ordentlichen Silberhochzeit

fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

Wochenblatt reicht: „Es gratulieren ganz

herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und

die Hunderettung! Schon geht sie ab, die

Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

des Mittelstands sich anschickt, die silberne

25 zu zelebrieren, dann kommt

richtig Freude auf! Da prasseln Grußworte

auf das stiftungseigene pt-Magazin

ein. Da hagelt es Dankesworte von

Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

Wortakrobaten überschlagen sich, dass

es eine Lust ist. Ja, bleibt bitte alle in

Feierlaune – die Welt braucht positive

Energie. Nehmt die mit in euren Alltag!

In den Alltag im Büro. In der Produktion.

In den Weiten des www, der Social

Media! Es ist so einfach, anderen mal

zu sagen: „Schön, dass du da bist.” Oder:

„Wie schnell Sie unsere Anfragen immer

beantworten – einmalig.” – Noch zu toppen

durch: „Frau Rellin, klasse – ich lad

Sie mal zum Essen ein.” (Ja, hihi, denken

Sie ruhig auch mal an sich selber, macht

ja sonst keiner).

Im Ernst: Wir mäkeln und meckern

mehr, als wir loben. Wir laufen im Hamsterrad,

statt mit einem Tässchen Tee auf

dem Sofa zu schmökern. Und wir checken

noch mal und noch mal schnell die

E-Mails, obwohl wir in dieser Zeit einen

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

Dank aufs Papier bringen? Kommen

Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

ich schenk Ihnen was: Das Crash-Rezept

für Glückwunsch und Dank to go (ja,

ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

Gedichte zum Mitnehmen). Also, Kurz-

Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

aber das ist Geschmackssache und Sie

können ja abwürzen mit: „lieber Herr

Schmidt” (ich schreib das gerne solo,

gerne mit Füller!). Beginnen Sie mit

etwas Persönlichem, sollte nicht jedes

mal das Selbe sein, haha, aber da fällt

einem sicher was ein wie: „Wissen Sie

noch, wie ich bei unserem ersten Treffen

eine halbe Stunde zu spät kam – war mir

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www.martinarellin.de

29

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel!

Wir leben Energie!

0

Industriegebiet Scheid 16

56651 Ihre Niederzissen Zufriedenheit ist unser Ziel!

– Kundendienst

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Tel. 0 26 36 / 8 07 55-0

– Gebäudetechnik

oder Tel. 0 26 36 / 20 81 /-20 82

Fax 0 26 36 / 20 84

E-Mail: info@elektro-koll.de

www.elektro-koll.de

Unsere Geschäftszeiten:

Montag geschlossen

Di. –- Sa. Kundendienst

9.30 - 12.00 Uhr

Di. - Fr. 14.30 - 18.00 Uhr

– Gebäudetechnik

Bürozeiten:

Montag - Freitag 8.00-18.00 Uhr

– Industrieanlagen

– Industrieanlagen

– Beleuchtungstechnik

– Schwachstromanlagen

EDV-Netzwerktechnik

– Elektro-Heizungsbau

-Service-Partner

– Blitzschutzanlagen

– EDV-Netzwerktechnik

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– BK-Breitbandkabelfernsehen

PREISTRÄGER

2017


Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

© Martin Stollberg © Oskar-Patzelt-Stiftung

Was wäre Deutschland

ohne seine

mittelständischen

Unternehmen?

Was wären wir

ohne Fleiß, Kreativität

und Veränderungsbereitschaft,

wie sie im Mittelstand

täglich gelebt werden? Was wären

wir ohne die mittelständischen Tugenden

wie bürgerschaftlichen Gemeinsinn

und sozialen Zusammenhalt?

Ein Land darf sich „reich“ nennen,

solange diese Tugenden kultiviert werden.

Das verdient Wertschätzung. Es verdient

öffentliche Aufmerksamkeit. Denn

es bedarf weiterhin der Vorbilder, die zeigen,

was möglich ist und wie man den

großen Herausforderungen der heutigen

Zeit begegnet, wie man wirtschaftliche

und technische Probleme löst, wie

man im Wettbewerb erfolgreich bestehen

kann und seiner sozialen und ökologischen

Verantwortung gleichermaßen

gerecht wird.

Zum 25. Mal verleiht

die Oskar-

Patzelt-Stiftung

den Großen Preis

des Mittelstandes.

Damit feiert

Deutschlands

begehrteste Wirtschaftsauszeichnung

in diesem Jahr ihr silbernes Jubiläum.

Der prestigeträchtige Preis richtet

die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit

verdientermaßen auf die enorme wirtschaftliche,

politische und gesellschaftliche

Bedeutung des Mittelstands in

Deutschland. Gerade jetzt, wo eine zehnjährige

Boom-Phase ausläuft, sind die

Tugenden des Mittelstandes – Beständigkeit

und Verantwortung, aber auch

Innovationskraft und Gestaltungswille

– besonders wichtig und gefragt.

Das Motto des Wettbewerbs zum

Großen Preis des Mittelstandes heißt in

diesem Jahr „Nachhaltig Wirtschaften“.

Mittelständisches Unternehmertum ist

von Natur aus nachhaltig. Denn im Mittelstand

geht es nicht um das schnelle

Geld, sondern um dauerhaften Erfolg mit

überzeugenden Produkten, hoher Loyalität

gegenüber Kunden und Beschäftigten

und umfassender Verantwortung

gegenüber dem regionalen und sozialen

Umfeld. Darüber hinaus stecken unsere

mittelständischen Unternehmen voller

Ideen, wie wir Konsum und Produktion

ressourcenschonend modernisieren und

Der von der Oskar-Patzelt-Stiftung

organisierte Wettbewerb um den „Großen

Preis des Mittelstandes“ leistet

genau dies: Er würdigt, stellt heraus,

sorgt für öffentliche Wahrnehmung und

ist damit Ansporn für unternehmerisches

Wirken in der beschriebenen Art und

Weise. Ich bin überzeugt: Der Mittelstand

wird auch in Zukunft ein wichtiger Pfeiler

unserer Wirtschaft bleiben. Das gilt auch

und gerade für das Thema „Nachhaltigkeit“.

Denn „Nachhaltiges Wirtschaften“,

wie das diesjährige Motto des Preises

lautet, gehört gewissermaßen zu seiner

DNA. Mittelständische Unternehmen

sind es gewohnt, sorgfältig und sparsam

mit allen Ressourcen umzugehen. Und

zu diesen Ressourcen zählt die sie umgebende

gesellschaftliche und natürliche

Umwelt. Mittelständische Unternehmen

denken in langen Linien. Langfristiges

Wachsen und Gedeihen ist ihnen allemal

wichtiger als kurzfristige Gewinnmaximierung.

damit durch Erfindergeist und Know-

How unsere natürlichen Lebensgrundlagen

erfolgreicher erhalten können. Der

Große Preis des Mittelstandes adressiert

damit im Jubiläumsjahr eine der großen

Fragen unserer Zeit.

Ich gratuliere allen Preisträgern sehr

herzlich und wünsche den ausgezeichneten

Unternehmen eine erfolgreiche

Zukunft.

Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL

Vorsitzender der CDU-Fraktion im

Landtag von Baden-Württemberg

Mitglied des Präsidiums der

Oskar-Patzelt-Stiftung

Schirmherr der Wettbewerbsregion

Baden-Württemberg

Lokal denken und global handeln – auch

dieses Prinzip kennzeichnet mittelständischen

Unternehmergeist, der Freiheit

schätzt, sie aber immer mit Verantwortung

verbindet. Die beste Theorie wird

uns nicht weiterhelfen, wenn es nicht

praktisch vorangeht. Mittelständler sind

Macher. Und diese Macher brauchen

wir, damit nachhaltiges Wirtschaften in

Deutschland und der Welt zum Maßstab

wird.

Ich gratuliere Ihnen, liebe Preisträgerinnen

und Preisträger, liebe Finalistinnen

und Finalisten, ganz herzlich zu Ihrer Auszeichnung.

Alle zum Wettbewerb Nominierten

dürfen stolz sein – und wir alle

dürfen dankbar sein für diese mittelständische

Vielfalt, die den Standort Deutschland

bis zum heutigen Tage auszeichnet.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL

Ministerin für Wirtschaft, Arbeit

und Wohnungsbau des Landes

Baden-Württemberg


Caramba – 25 ohne Hüpfeburg!

„25

habt ihr schon, wie viele

müsst ihr noch?” Hahaha,

dieser kleine Scherz zum Ehrentag darf

bei keiner ordentlichen Silberhochzeit

fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick &

Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe feiert

man locker an einem Abend in geselliger

Runde ab, kleine Anzeige im Wochenblatt

reicht: „Es gratulieren ganz herzlich die

Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und die Hunderettung!

Schon geht sie ab, die Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

des Mittelstands sich anschickt, die silberne

25 zu zelebrieren, dann kommt

richtig Freude auf! Da prasseln Grußworte

auf das stiftungseigene pt-Magazin

ein. Da hagelt es Dankesworte von

Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

Wortakrobaten überschlagen sich, dass

es eine Lust ist. Ja, bleibt bitte alle in Feierlaune

– die Welt braucht positive Energie.

Nehmt die mit in euren Alltag! In den

Alltag im Büro. In der Produktion. In den

Weiten des www, der Social Media! Es ist

so einfach, anderen mal zu sagen: „Schön,

dass du da bist.” Oder: „Wie schnell Sie

unsere Anfragen immer beantworten –

einmalig.” – Noch zu toppen durch: „Frau

Rellin, klasse – ich lad Sie mal zum Essen

ein.” (Ja, hihi, denken Sie ruhig auch mal

an sich selber, macht ja sonst keiner).

Im Ernst: Wir mäkeln und meckern

mehr, als wir loben. Wir laufen im Hamsterrad,

statt mit einem Tässchen Tee auf

dem Sofa zu schmökern. Und wir checken

noch mal und noch mal schnell die

E-Mails, obwohl wir in dieser Zeit einen

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

Dank aufs Papier bringen? Kommen

Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

ich schenk Ihnen was: Das Crash-Rezept

für Glückwunsch und Dank to go (ja,

ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

Gedichte zum Mitnehmen). Also, Kurz-

Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

aber das ist Geschmackssache und Sie

können ja abwürzen mit: „lieber Herr

Schmidt” (ich schreib das gerne solo,

gerne mit Füller!). Beginnen Sie mit

etwas Persönlichem, sollte nicht jedes

mal das Selbe sein, haha, aber da fällt

einem sicher was ein wie: „Wissen Sie

noch, wie ich bei unserem ersten Treffen

eine halbe Stunde zu spät kam – war mir

das peinlich und Sie haben nur gelacht

und gesagt…” Dann schreiben Sie (kürzer

oder länger), warum Sie sich freuen, dass

es den Kontakt gibt: „Ohne Ihre Zentrifugalschleuder

wäre unser xy-Projekt nur

die halbe Miete.” Und dann kommt‘s: „25

Jahre haben Sie jetzt – Caramba, auf die

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in Berlin, Grimma und Leipzig öffnet sie

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Oskar-Patzelt-Stiftung

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Grußworte zum

25. Großen Preis des Mittelstandes

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

Dr. Markus Söder

Ministerpräsident des

Freistaats Bayern

Schirmherr der Wettbewerbsregion

Bayern

Bei der Oskar-Patzelt-Stiftung stehen

der Mittelstand, das Unternehmen als

Ganzes und der mittelständische Unternehmer

im Mittelpunkt. Der Mittelstand

ist das Fundament unserer Wirtschaft

und des Wohlstands im Land. Unternehmerpersönlichkeiten

sind es, die Neues

schaffen und Entwicklungen vorantreiben.

Mittelständische Unternehmen sind

nah am Kunden und erkennen, was der

Markt braucht. Der rasante Fortschritt

von Wissenschaft und Technik ermöglicht

kurze Innovationszyklen. Umsatz,

Rendite und Arbeitsplätze schafft, wer

rechtzeitig erkennt, wo die Entwicklung

hingeht. ... Auf Dauer wird am Markt nur

der gewinnen, der seine Chancen früh

erkennt und das Bewährte rechtzeitig

durch das innovative Neue ersetzt.

Dank und Anerkennung der Oskar-

Patzelt-Stiftung. Der Große Preis des

Mittelstands ist ein Gütesiegel für Mut,

Innovation und Unternehmertum.

Herzliche Gratulation allen Preisträgern!

Hubert Aiwanger, MdL

Stellvertretender Ministerpräsident

und Bayerischer

Staatsminister für

Wirtschaft, Landesentwicklung

und Energie

Mittelständische Unternehmer sind die

Entdecker neuer Chancen für Wachstum

und Beschäftigung und nutzen

diese konsequent. Sie sind das Rückgrat

unserer Wirtschaft. Sie leben Unternehmertum

nach dem Motto des diesjährigen

Wettbewerbs „Nachhaltig Wirtschaften“,

übernehmen Verantwortung

und schaffen die Arbeitsplätze, die die

Grundlage für den hohen Lebensstandard

in Bayern bilden. Sie sind unserem

Standort Bayern treu, bringen sich in die

Gesellschaft ein und sind gerade auch

in der Region wichtige Stützen unseres

Gemeinwohls. …

Den diesjährigen Preisträgern gratuliere

ich herzlich zur Auszeichnung

und wünsche weiterhin viel Erfolg. Mein

besonderer Dank gilt der Oskar-Patzelt-

Stiftung als Ausrichterin der 25. Preisverleihung

und des damit verbundenen

vielfältigen ehrenamtlichen Engagements.

....

Ilse Aigner

Präsidentin des

Bayerischen Landtags

Zum 25. Mal zeichnet die

Oskar-Patzelt-Stiftung die

besten mittelständischen Unternehmen

mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“

aus. Mit dem Motto „Nachhaltig

Wirtschaften“ liegt der Fokus des Wettbewerbs

auf einem ganz entscheidenden

Aspekt für zeitgemäßes unternehmerisches

Handeln. Orientierung an

einer langfristigen Wertsteigerung, soziales

und ehrenamtliches Engagement,

ressourcenbewusstes Wirtschaften und

vor allem ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein

für das Wohl des

Betriebes und das seiner Beschäftigten

zeichnet den Mittelstand aus.

… Der Mittelstand ist ein kraftvoller

Job-Motor und Garant für die Krisenbeständigkeit

unserer Wirtschaft. Gerade

in unseren Städten und Gemeinden weiß

man um die Bedeutung von kleinen und

mittleren Unternehmen als Arbeitgeber,

als Ausbildungsbetriebe und natürlich

auch als Gewerbesteuerzahler. …

Den Preisträgerinnen und Preisträgern

gratuliere ich sehr herzlich. …

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„25

habt ihr schon, wie viele

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fehlen. Ein 25jähriges Firmenjubiläum

hingegen – oder auch: Preisverleihungs-

Jubiläum – ist schon ein anderes Kaliber.

Geht es doch um mehr, als dass da

zwei ein Vierteljahrhundert durch Dick

& Dünn gestiefelt sind. 25 Jahre Ehe

feiert man locker an einem Abend in

geselliger Runde ab, kleine Anzeige im

Wochenblatt reicht: „Es gratulieren ganz

herzlich die Kinder und Enkel.”

Als Firma hingegen nötigst du vorm

Silber-Jubiläum tunlichst Lokal- und

Fachpresse zur Berichterstattung und

wenn die vorschiebt: „Kann ja jeder kommen,

nö, wir berichten erst ab 50 Jahre

Jubiläum …” – Dann fährt man schwere

Geschütze auf: Wir feiern mit Hüpfeburg!

Und Spende an die Freiwillige Feuerwehr!

Und an die Katzenpension und

die Hunderettung! Schon geht sie ab, die

Jubiläums-Presse-Luzie.

Und wenn nun gar Der Große Preis

des Mittelstands sich anschickt, die silberne

25 zu zelebrieren, dann kommt

richtig Freude auf! Da prasseln Grußworte

auf das stiftungseigene pt-Magazin

ein. Da hagelt es Dankesworte von

Seiten der Macher und Mitmacher (zu

recht!). Da sprüht die Fantasie und die

Wortakrobaten überschlagen sich, dass

es eine Lust ist. Ja, bleibt bitte alle in

Feierlaune – die Welt braucht positive

Energie. Nehmt die mit in euren Alltag!

In den Alltag im Büro. In der Produktion.

In den Weiten des www, der Social

Media! Es ist so einfach, anderen mal

zu sagen: „Schön, dass du da bist.” Oder:

„Wie schnell Sie unsere Anfragen immer

beantworten – einmalig.” – Noch zu toppen

durch: „Frau Rellin, klasse – ich lad

Sie mal zum Essen ein.” (Ja, hihi, denken

Sie ruhig auch mal an sich selber, macht

ja sonst keiner).

Im Ernst: Wir mäkeln und meckern

mehr, als wir loben. Wir laufen im Hamsterrad,

statt mit einem Tässchen Tee auf

dem Sofa zu schmökern. Und wir checken

noch mal und noch mal schnell die

E-Mails, obwohl wir in dieser Zeit einen

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum

des Großen Preises des Mittelstandes

schreiben könnten!

Sie können so was gar nicht oder

machen es einfach nicht gern: eine

Glückwunsch-Mail schicken, einen kleinen

Dank aufs Papier bringen? Kommen

Sie mir nicht mit dieser Ausrede. Hier,

ich schenk Ihnen was: Das Crash-Rezept

für Glückwunsch und Dank to go (ja,

ich weiß, es heißt: Schnell-Ratschlag für

Gedichte zum Mitnehmen). Also, Kurz-

Rezept für Glückwunsch mit Dank: Denken

Sie an die persönliche Anrede – ich

mag „Hallo” oder „Guten Tag” gar nicht,

aber das ist Geschmackssache und Sie

können ja abwürzen mit: „lieber Herr

Schmidt” (ich schreib das gerne solo,

gerne mit Füller!). Beginnen Sie mit

etwas Persönlichem, sollte nicht jedes

mal das Selbe sein, haha, aber da fällt

einem sicher was ein wie: „Wissen Sie

noch, wie ich bei unserem ersten Treffen

eine halbe Stunde zu spät kam – war mir

das peinlich und Sie haben nur gelacht

und gesagt…” Dann schreiben Sie (kürzer

oder länger), warum Sie sich freuen, dass

es den Kontakt gibt: „Ohne Ihre Zentrifugalschleuder

wäre unser xy-Projekt nur

die halbe Miete.” Und dann kommt‘s: „25

Jahre haben Sie jetzt – Caramba, auf die

nächsten 25, wir an Ihrer Seite. Danke!”

Oder so. In diesem Sinne: Caramba – 25

Jahre Großer Preis des Mittelstands. Und

das ganz ohne Hüpfeburg! ó

Über die Autorin

Martina Rellin, Ex-Chefredakteurin der

Kultur-Zeitschrift „Das Magazin” und

erfolgreiche Sachbuchautorin („Klar bin

ich eine Ost-Frau!”). Wenn sie nicht gerade

Oskars verleiht, schreibt sie, Bücher

und Auftragskommunikation. Ihre Schreib-

Coachings in Oybin im Zittauer Gebirge

mausern sich zur Kultveranstaltung und

in Berlin, Grimma und Leipzig öffnet sie

ebenfalls regelmäßig ihre Schreibwerkstatt

für alle, die ran ans Handwerk wollen.

www.martinarellin.de

29

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

w w w . h e i m e r l - b a u . d e


Preise der der Oskar-Patzelt-Stiftung

In den 12 Wettbewerbsregionen:

Großer Preis des Mittelstandes

Jährlich für die drei Unternehmen je Wettbewerbsregion (i.d.R. ein Bundesland),

die die fünf Wettbewerbskriterien am deutlichsten erfüllen.

Finalist

Jährlich für die fünf Unternehmen je Wettbewerbsregion, die fast

ebenso gute Jurybewertungen erhielten wie die Preisträger.

Ehrenplakette Ehrenplakette

In je 4 Wettbewerbsregionen:

Traditionell werden seit 1999 Sonderpreise an Persönlich

keiten/Institutionen verliehen, die für bestechend

positive Beispiele der Mittel standsförderung stehen

– trotz der oft gescholtenen wirtschaftlichen

Rahmen bedingungen:

An eine Persönlichkeit/Institution

der Kommunalpolitik:

Kommune des Jahres

An ein Kreditinstitut:

Bank des Jahres

jeweils für herausragende Leis tung en,

Engagement und Erfol ge beim Aufbau

und der Pflege gesunder mittelständischer

Wirtschaftsstrukturen.

Finalist

Großer Preis des Mittelstandes

Kommune des Jahres

Bank des Jahres


Premier-Ehrenplakette

Oskar-Patzelt

STIFTUNG

INITIATIVE FÜR DEN

MITTELSTAND

Bundesweit:

Premier-Ehrenplakette

Für besonders überzeugende Entwicklung

von Unternehmen, die bereits Preisträger

des „Großen Preises des Mittelstandes“

und des „Premier“ sind.

Premier

Premier-Kommune

Premier-Bank

Premier

Die höchste zu vergebende Auszeichnung im

Rahmen des Wettbewerbs für einen Preisträger,

dessen Auszeichnung mindestens zwei Jahre

zurück liegt und der sich seitdem bedeutend weiterentwickelt

hat.

Premier-Kommune

Ehrung einer bereits in Vorjahren als „Kommune des

Jahres“ ausgezeichnete Persönlichkeit / Institution der

Kommunalpolitik.

Premier-Bank

Ehrung eines bereits in Vorjahren als „Bank des Jahres“ ausgezeichneten

Kreditinstituts.

Premier-Finalist

Premier-Finalist

Für einen Preisträger, dessen Auszeichnung mindestens zwei Jahre

zurück liegt und der sich seitdem bedeutend weiterentwickelt hat.

Ehrenplakette

Für die drei Preisträger des Jahres, die die Jurys am nachhaltigsten beeindruckt

haben und für bemerkenswerte Unternehmensentwicklungen von Preisträgern

der Vorjahre.


„Sie können über mich verfügen“

PT-MAGAZIN 5/2019

Von Roman Herzog und Helmut Schmidt

zu Gunter Emmerlich und Jens Weidmann

Oskar-Patzelt-Stiftung

32

Schirmherr 2002: Altkanzler Helmut Schmidt

Schirmherr 2003: Altbundespräsident Roman Herzog

Bernhard Vogel war der einzige

deutsche Politiker, der jemals

Ministerpräsident zweier verschiedener

Bundesländer war: Erst Rheinland-Pfalz

und später Thüringen. In beiden Fällen

war es ihm gelungen, eine mittelstandsbasierte

wirtschaftliche Dynamik auszulösen

und damit die Lage der Menschen

im Land zu verbessern und den sozialen

Frieden im Lande zu sichern. Grund

genug für die Oskar-Patzelt-Stiftung,

Vogel auf der Bundesveranstaltung 2002

als „Wirtschaftsförderer des Jahres“ auszuzeichnen.

Dieser Sonderpreis wurde erstmals

1999 verliehen, an den damaligen FDP-

Generalsekretär Guido Westerwelle.

Später folgten u. a. der BVMW-Präsident

Mario Ohoven, der frühere Präsident des

Bundes der Steuerzahler Karl-Heinz Däke,

der damalige Bundeswirtschaftsminister

Wolfgang Clement, der Präsident der

Deutschen Bundesbank Jens Weidmann.

Helmut Schmidt wird Schirmherr

Ein weiterer klarsichtiger und vorausschauender

Politiker war der ehemalige

Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der

SPD-Mann forderte unter anderem, ostdeutsche

Landtage zu ermächtigen, Bundesregelungen

befristet außer Kraft setzen

zu dürfen, wenn sie die Entwicklung

zu einem selbsttragenden Aufschwung

behindern. Solche Vorschläge blieben

natürlich in der Politik ungehört, aber im

Mittelstand unvergessen. Umso erfreulicher

war es, als im Frühjahr 2002 Helmut

Schmidt die Schirmherrschaft über die 8.

Oskar-Patzelt-Stiftungstage übernahm.

Die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

2003 standen unter der Gesamtschirmherrschaft

von Bundespräsident a. D.

Roman Herzog. Seine „Ruck-Rede“ schlug

im Jahr 1997 Wellen. Immer wieder wies

er auf die Gefahren des Stillstands für

Deutschlands Zukunft hin. Im Jahr 2003

hatte er ein Institut gegründet. Im Kaisersaal

in München trafen ihn Helfried

Schmidt und Petra Tröger. Das war eine

ideale Gelegenheit, den Alt-Bundespräsidenten

persönlich anzusprechen und um

die Übernahme der Schirmherrschaft für

die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage 2003

zu bitten.

„Sie haben mein Wort!“

Im Laufe des Abends kam schließlich ein

Kontakt zustande, obwohl Herzog stets

von einer ganzen Traube wissbegieriger

und neugieriger Menschen umlagert war.

Einer seiner Freunde kam der Stiftung zu

Hilfe. Er wies auf Petra Tröger und sagte:

„Roman, hinter dir steht schon eine ganze

Weile eine charmante Dame. Ich glaube,

sie will dir etwas sagen.“ Der Angesprochene

nahm den Ball auf, entschuldigte

sich formvollendet beim aktuellen

Gesprächspartner, drehte sich zu den

beiden um und sprach mit ihnen über

Wirtschaft, Mittelstand und die Stiftung.

Ohne Umschweife erklärte er sich auch

bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen:

„Sie haben mein Wort. Sie können

über mich verfügen.“

Nach Helmut Schmidt und Roman

Herzog wurde 2004 Wolfgang Clement,

Bundesminister für Wirtschaft und

Arbeit, Schirmherr des Wettbewerbs auf

Bundesebene: „Private Initiativen wie der

„Große Preis des Mittelstandes“ ergänzen

unsere Offensive ‚pro mittelstand‘.

Die nominierten und ausgezeichneten


PT-MAGAZIN 5/2019

1999 wurde FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle erster

„Wirtschaftsförderer des Jahres“. Carmen Nebel moderierte.

Seit 2006 unterstützt Prof. Dr. Wolfgang Reinhart die

Oskar-Patzelt-Stiftung, seit 2009 als Mitglied des Präsidiums.

33

Oskar-Patzelt-Stiftung

Unternehmen zeigen beispielhaft, wie

wichtig kleine und mittlere Unternehmen

für Wachstum und Beschäftigung

in Deutschland sind. Deshalb habe ich die

Schirmherrschaft über die 10. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

gerne übernommen.“

2003: Erstmals bundesweit

Erstmals fand der Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ bundesweit

statt. Das war ein großes Risiko für die

Organisatoren, die bis dahin nur in Teilen

Ostdeutschlands und Hessen aktiv waren.

Alle Strukturen und Informationskanäle

mussten auf die bundesweite Vernetzung

hin entwickelt werden. Deutschland

wurde für die Zwecke des Wettbewerbs

in insgesamt 12 Wettbewerbsregionen

geordnet. Rheinland-Pfalz und Saarland,

Berlin und Brandenburg, Schleswig-Holstein

und Hamburg, Niedersachsen und

Bremen bildeten insgesamt nicht acht

sondern nur vier Wettbewerbsregionen.

Für die sieben neuen unter diesen

12 Wettbewerbsregionen mussten Juroren

gefunden werden, regionale Servicestellen

aufgebaut werden, der Kontakt zu

Kommunen, Verbänden, Unternehmen,

Medien aufgebaut werden und und und.

Das war für die kleine Leipziger Mannschaft

eine gewaltige Aufgabe, die aber

heute, im Rückblick, als gelungen eingeschätzt

werden kann.

Rheingoldhalle Mainz

2.060 Unternehmen wurden in 2003

von fast 800 Institutionen, Kommunen,

Kammern und Verbänden für den Wirtschaftspreis

nominiert. Von Hessen abgesehen,

fand die erste Preisverleihung für

alle alten Bundesländer in der Mainzer

Rheingoldhalle im Herbst 2003 statt. Es

lag nahe, den Wirtschaftsminister von

Rheinland-Pfalz zu bitten, die Schirmherrschaft

zu übernehmen.

Hans-Artur Bauckhage war einer der

wenigen Minister in Deutschland, die

unternehmerischen Alltag und unternehmerische

Verantwortung aus eigenem

Erleben kennen. Von 1978 bis 1996 war er

selbstständiger Bäckermeister. Im Land

hatte man ihm schon mal den Titel „Mr.

Mittelstand“ verliehen. Am 4. Oktober

2003 in der Rheingoldhalle Mainz waren

Hans-Artur Bauckhage und der damalige

saarländische Wirtschaftsminister Dr.

Hanspeter Georgi Ehrengäste der Preisverleihung.

Sie sprachen die Gruß- und

Abschlussworte und gratulierten während

der Verleihung jedem Preisträger

persönlich mit Handschlag.

Georgi wurde wenig später Mitglied

des 2003 gegründeten Präsidiums der

Oskar-Patzelt-Stiftung. Dem Präsidium

gehören u. a. folgende Persönlichkeiten

an: Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident

a.D. von Sachsen-Anhalt, Prof.

Dr. Wolfgang Reinhart, Minister a.D. und

Fraktionsvorsitzender der CDU im badenwürttembergischen

Landtag, Alexander

Kulitz MdB, ehemaliger Bundesvorsitzender

der Wirtschaftsjunioren, Bertram

Dressel, Präsident des Bundesverbandes

Deutscher Innovations- Technologie- und

Gründerzentren e.V. (BVIZ). Jürgen Preiss-

Daimler, Gründer und Hauptgesellschafter

der PD-Unternehmensgruppe.

Kein Trinkspruch vom

Weinbauminister

Als Moderator des Abends konnte ein

weiteres Mal der wortgewandte und

fernsehbekannte Star Gunter Emmerlich

gewonnen werden. Emmerlich hatte auch

die Aufgabe, kleine Small-Talk-Szenen im

Publikum zu gestalten. Den trockenen,

stets geistreichen und nie verletzenden

Humor des Moderators zu erleben, ist

immer aufs Neue ein Genuss. Die Moderationen

dieses berühmten Bassisten

können von niemandem kopiert werden.

Emmerlich ist einfach ein Erlebnis, ganz

gleich, ob er Oper, Operette, Musical oder

Jazz vorträgt oder moderiert.

Am Tisch der Wirtschaftsminister

sprach Emmerlich in Mainz Bauckhage

an: „Sie sind ja Minister für Landwirtschaft,

Weinbau, Wirtschaft und Verkehr.

Das finde ich sparsam. Dafür braucht

man woanders mindestens vier Minister.“

Und er setzte fort: „Wenn Sie Weinbauminister

sind, dann haben Sie doch

sicher einen Trinkspruch für unsere Gäste

heute Abend mitgebracht?“ Bauckhage

nahm den Ball auf und antwortete: „Nein,

nein, ich bin doch kein Sprücheklopfer!“

Darauf Emmerlich: „Wie sind Sie denn da

Minister geworden?“ – und beide hatten

die Lacher im Publikum auf ihrer Seite. ó


„Sie können über mich verfügen“

Von Roman Herzog und Helmut Schmidt

zu Gunter Emmerlich und Jens Weidmann

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

32

Schirmherr 2002:

Altkanzler Helmut Schmidt

Schirmherr 2003:

Altbundespräsident Roman Herzog

Bernhard Vogel war der einzige

deutsche Politiker, der jemals

Ministerpräsident zweier verschiedener

Bundesländer war: Erst Rheinland-Pfalz

und später Thüringen. In beiden Fällen

war es ihm gelungen, eine mittelstandsbasierte

wirtschaftliche Dynamik auszulösen

und damit die Lage der Menschen

im Land zu verbessern und den sozialen

Frieden im Lande zu sichern. Grund

genug für die Oskar-Patzelt-Stiftung,

Vogel auf der Bundesveranstaltung 2002

als „Wirtschaftsförderer des Jahres“ auszuzeichnen.

Dieser Sonderpreis wurde erstmals

1999 verliehen, an den damaligen FDP-

Generalsekretär Guido Westerwelle.

Später folgten u. a. der BVMW-Präsident

Mario Ohoven, der frühere Präsident des

Bundes der Steuerzahler Karl-Heinz Däke,

der damalige Bundeswirtschaftsminister

Wolfgang Clement, der Präsident der

Deutschen Bundesbank Jens Weidmann.

Helmut Schmidt wird Schirmherr

Ein weiterer klarsichtiger und vorausschauender

Politiker war der ehemalige

Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der

SPD-Mann forderte unter anderem, ostdeutsche

Landtage zu ermächtigen, Bundesregelungen

befristet außer Kraft setzen

zu dürfen, wenn sie die Entwicklung

zu einem selbsttragenden Aufschwung

behindern. Solche Vorschläge blieben

natürlich in der Politik ungehört, aber im

Mittelstand unvergessen. Umso erfreulicher

war es, als im Frühjahr 2002 Helmut

Schmidt die Schirmherrschaft über die 8.

Oskar-Patzelt-Stiftungstage übernahm.

Die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

2003 standen unter der Gesamtschirmherrschaft

von Bundespräsident a. D.

Roman Herzog. Seine „Ruck-Rede“ schlug

im Jahr 1997 Wellen. Immer wieder wies

er auf die Gefahren des Stillstands für

Deutschlands Zukunft hin. Im Jahr 2003

hatte er ein Institut gegründet. Im Kaisersaal

in München trafen ihn Helfried

Schmidt und Petra Tröger. Das war eine

ideale Gelegenheit, den Alt-Bundespräsidenten

persönlich anzusprechen und um

die Übernahme der Schirmherrschaft für

die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage 2003

zu bitten.

„Sie haben mein Wort!“

Im Laufe des Abends kam schließlich ein

Kontakt zustande, obwohl Herzog stets

von einer ganzen Traube wissbegieriger

und neugieriger Menschen umlagert war.

Einer seiner Freunde kam der Stiftung zu

Hilfe. Er wies auf Petra Tröger und sagte:

„Roman, hinter dir steht schon eine ganze

Weile eine charmante Dame. Ich glaube,

sie will dir etwas sagen.“ Der Angesprochene

nahm den Ball auf, entschuldigte

sich formvollendet beim aktuellen

Gesprächspartner, drehte sich zu den

beiden um und sprach mit ihnen über

Wirtschaft, Mittelstand und die Stiftung.

Ohne Umschweife erklärte er sich auch

bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen:

„Sie haben mein Wort. Sie können

über mich verfügen.“

Nach Helmut Schmidt und Roman

Herzog wurde 2004 Wolfgang Clement,

Bundesminister für Wirtschaft und

Arbeit, Schirmherr des Wettbewerbs auf

Bundesebene: „Private Initiativen wie der

„Große Preis des Mittelstandes“ ergänzen

unsere Offensive ‚pro mittelstand‘.

Die nominierten und ausgezeichneten

Unternehmen zeigen beispielhaft, wie

wichtig kleine und mittlere Unternehmen

für Wachstum und Beschäftigung

in Deutschland sind. Deshalb habe ich die

Schirmherrschaft über die 10. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

gerne übernommen.“

2003: Erstmals bundesweit

Erstmals fand der Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ bundesweit

statt. Das war ein großes Risiko für die

Organisatoren, die bis dahin nur in Teilen

Ostdeutschlands und Hessen aktiv waren.

Alle Strukturen und Informationskanäle

mussten auf die bundesweite Vernetzung

hin entwickelt werden. Deutschland

wurde für die Zwecke des Wettbewerbs

in insgesamt 12 Wettbewerbsregionen

geordnet. Rheinland-Pfalz und Saarland,

Berlin und Brandenburg, Schleswig-Holstein

und Hamburg, Niedersachsen und

Bremen bildeten insgesamt nicht acht

sondern nur vier Wettbewerbsregionen.

Für die sieben neuen unter diesen

12 Wettbewerbsregionen mussten Juroren

gefunden werden, regionale Servicestellen

aufgebaut werden, der Kontakt zu

Kommunen, Verbänden, Unternehmen,

Medien aufgebaut werden und und und.

Das war für die kleine Leipziger Mannschaft

eine gewaltige Aufgabe, die aber

heute, im Rückblick, als gelungen eingeschätzt

werden kann.

Rheingoldhalle Mainz

Von Hessen abgesehen, fand die erste

Preisverleihung für alle alten Bundesländer

in der Mainzer Rheingoldhalle im

Herbst 2003 statt. Es lag nahe, den Wirtschaftsminister

von Rheinland-Pfalz zu

bitten, die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Hans-Artur Bauckhage war einer der

wenigen Minister in Deutschland, die

unternehmerischen Alltag und unternehmerische

Verantwortung aus eigenem

Erleben kennen. Von 1978 bis 1996 war er

selbstständiger Bäckermeister. Im Land

hatte man ihm schon mal den Titel „Mr.

Mittelstand“ verliehen. Am 4. Oktober

2003 in der Rheingoldhalle Mainz waren

Hans-Artur Bauckhage und der damalige

saarländische Wirtschaftsminister Dr.

Hanspeter Georgi Ehrengäste der Preisverleihung.

Sie sprachen die Gruß- und

Abschlussworte und gratulierten während

der Verleihung jedem Preisträger

persönlich mit Handschlag. ó


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© Oskar-Patzelt-Stiftung

www.humanas-stiftung.de

© Oskar-Patzelt-Stiftung

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Gemeinnützige stiftung zur förderung der gesundheit

und entwicklung von kindern und jugendlichen

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Humanas-Stiftung—Zu den Lehmkuhlen 7—39326 Colbitz OT Lindhorst

Tel. 039207 84888-0—Fax 039207 84888-14—info@humanas-stiftung.de—www.humanas-stiftung.de


„Sie können über mich verfügen“

Von Roman Herzog und Helmut Schmidt

zu Gunter Emmerlich und Jens Weidmann

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

32

Bernhard Vogel war der einzige

deutsche Politiker, der jemals

Ministerpräsident zweier verschiedener

Bundesländer war: Erst Rheinland-Pfalz

und später Thüringen. In beiden Fällen

war es ihm gelungen, eine mittelstandsbasierte

wirtschaftliche Dynamik auszulösen

und damit die Lage der Menschen

im Land zu verbessern und den sozialen

Frieden im Lande zu sichern. Grund

genug für die Oskar-Patzelt-Stiftung,

Vogel auf der Bundesveranstaltung 2002

als „Wirtschaftsförderer des Jahres“ auszuzeichnen.

Dieser Sonderpreis wurde erstmals

1999 verliehen, an den damaligen FDP-

Generalsekretär Guido Westerwelle.

Später folgten u. a. der BVMW-Präsident

Mario Ohoven, der frühere Präsident des

Bundes der Steuerzahler Karl-Heinz Däke,

der damalige Bundeswirtschaftsminister

Wolfgang Clement, der Präsident der

Deutschen Bundesbank Jens Weidmann.

Helmut Schmidt wird Schirmherr

Ein weiterer klarsichtiger und vorausschauender

Politiker war der ehemalige

Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der

SPD-Mann forderte unter anderem, ostdeutsche

Landtage zu ermächtigen, Bundesregelungen

befristet außer Kraft setzen

zu dürfen, wenn sie die Entwicklung

zu einem selbsttragenden Aufschwung

behindern. Solche Vorschläge blieben

natürlich in der Politik ungehört, aber im

Mittelstand unvergessen. Umso erfreulicher

war es, als im Frühjahr 2002 Helmut

Schmidt die Schirmherrschaft über die 8.

Oskar-Patzelt-Stiftungstage übernahm.

Die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

2003 standen unter der Gesamtschirmherrschaft

von Bundespräsident a. D.

Roman Herzog. Seine „Ruck-Rede“ schlug

im Jahr 1997 Wellen. Immer wieder wies

er auf die Gefahren des Stillstands für

Deutschlands Zukunft hin. Im Jahr 2003

hatte er ein Institut gegründet. Im Kaisersaal

in München trafen ihn Helfried

Schmidt und Petra Tröger. Das war eine

ideale Gelegenheit, den Alt-Bundespräsidenten

persönlich anzusprechen und um

die Übernahme der Schirmherrschaft für

die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage 2003

zu bitten.

„Sie haben mein Wort!“

Im Laufe des Abends kam schließlich ein

Kontakt zustande, obwohl Herzog stets

von einer ganzen Traube wissbegieriger

und neugieriger Menschen umlagert war.

Einer seiner Freunde kam der Stiftung zu

Hilfe. Er wies auf Petra Tröger und sagte:

„Roman, hinter dir steht schon eine ganze

Weile eine charmante Dame. Ich glaube,

sie will dir etwas sagen.“ Der Angesprochene

nahm den Ball auf, entschuldigte

sich formvollendet beim aktuellen

Gesprächspartner, drehte sich zu den

beiden um und sprach mit ihnen über

Wirtschaft, Mittelstand und die Stiftung.

Ohne Umschweife erklärte er sich auch

bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen:

„Sie haben mein Wort. Sie können

über mich verfügen.“

Nach Helmut Schmidt und Roman

Herzog wurde 2004 Wolfgang Clement,

Bundesminister für Wirtschaft und

Arbeit, Schirmherr des Wettbewerbs auf

Bundesebene: „Private Initiativen wie der

„Große Preis des Mittelstandes“ ergänzen

unsere Offensive ‚pro mittelstand‘.

Die nominierten und ausgezeichneten

Unternehmen zeigen beispielhaft, wie

wichtig kleine und mittlere Unternehmen

für Wachstum und Beschäftigung

in Deutschland sind. Deshalb habe ich die

Schirmherrschaft über die 10. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

gerne übernommen.“

2003: Erstmals bundesweit

Erstmals fand der Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ bundesweit

statt. Das war ein großes Risiko für die

Organisatoren, die bis dahin nur in Teilen

Ostdeutschlands und Hessen aktiv waren.

Alle Strukturen und Informationskanäle

mussten auf die bundesweite Vernetzung

hin entwickelt werden. Deutschland

wurde für die Zwecke des Wettbewerbs

in insgesamt 12 Wettbewerbsregionen

geordnet. Rheinland-Pfalz und Saarland,

Berlin und Brandenburg, Schleswig-Holstein

und Hamburg, Niedersachsen und

Bremen bildeten insgesamt nicht acht

sondern nur vier Wettbewerbsregionen.

Für die sieben neuen unter diesen

12 Wettbewerbsregionen mussten Juroren

gefunden werden, regionale Servicestellen

aufgebaut werden, der Kontakt zu

Schirmherr 2002:

Altkanzler Helmut Schmidt

Kommunen, Verbänden, Unternehmen,

Medien aufgebaut werden und und und.

Das war für die kleine Leipziger Mannschaft

eine gewaltige Aufgabe, die aber

heute, im Rückblick, als gelungen eingeschätzt

werden kann.

Rheingoldhalle Mainz

2.060 Unternehmen wurden in 2003

von fast 800 Institutionen, Kommunen,

Kammern und Verbänden für den Wirtschaftspreis

nominiert. Von Hessen abgesehen,

fand die erste Preisverleihung für

alle alten Bundesländer in der Mainzer

Rheingoldhalle im Herbst 2003 statt. Es

lag nahe, den Wirtschaftsminister von

Rheinland-Pfalz zu bitten, die Schirmherrschaft

zu übernehmen.

Hans-Artur Bauckhage war einer der

wenigen Minister in Deutschland, die

unternehmerischen Alltag und unternehmerische

Verantwortung aus eigenem

Erleben kennen. Von 1978 bis 1996 war er

selbstständiger Bäckermeister. Im Land

hatte man ihm schon mal den Titel „Mr.

Mittelstand“ verliehen. Am 4. Oktober

2003 in der Rheingoldhalle Mainz waren

Hans-Artur Bauckhage und der damalige

saarländische Wirtschaftsminister Dr.

Hanspeter Georgi Ehrengäste der Preisverleihung.

Sie sprachen die Gruß- und

Abschlussworte und gratulierten während

der Verleihung jedem Preisträger

persönlich mit Handschlag.

Georgi wurde wenig später Mitglied

des 2003 gegründeten Präsidiums der

Oskar-Patzelt-Stiftung. Dem Präsidium

gehören u. a. folgende Persönlichkeiten

an: Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident

a.D. von Sachsen-Anhalt, Prof.

Dr. Wolfgang Reinhart, Minister a.D. und

Fraktionsvorsitzender der CDU im badenwürttembergischen

Landtag, Alexander


Schirmherr 2003: Altbundespräsident

Roman Herzog

Kulitz MdB, ehemaliger Bundesvorsitzender

der Wirtschaftsjunioren, Bertram

Dressel, Präsident des Bundesverbandes

Deutscher Innovations- Technologie- und

Gründerzentren e.V. (BVIZ). Jürgen Preiss-

Daimler, Gründer und Hauptgesellschafter

der PD-Unternehmensgruppe.

Kein Trinkspruch vom

Weinbauminister

Als Moderator des Abends konnte ein

weiteres Mal der wortgewandte und

fernsehbekannte Star Gunter Emmerlich

1999 wurde FDP-Generalsekretär Guido

Westerwelle erster „Wirtschaftsförderer

des Jahres“. Carmen Nebel moderierte.

gewonnen werden. Emmerlich hatte auch

die Aufgabe, kleine Small-Talk-Szenen im

Publikum zu gestalten. Den trockenen,

stets geistreichen und nie verletzenden

Humor des Moderators zu erleben, ist

immer aufs Neue ein Genuss. Die Moderationen

dieses berühmten Bassisten

können von niemandem kopiert werden.

Emmerlich ist einfach ein Erlebnis, ganz

gleich, ob er Oper, Operette, Musical oder

Jazz vorträgt oder moderiert.

Am Tisch der Wirtschaftsminister

sprach Emmerlich in Mainz Bauckhage

Seit 2006 unterstützt Prof. Dr. Wolfgang

Reinhart die Oskar-Patzelt-Stiftung, seit

2009 als Mitglied des Präsidiums.

an: „Sie sind ja Minister für Landwirtschaft,

Weinbau, Wirtschaft und Verkehr.

Das finde ich sparsam. Dafür braucht

man woanders mindestens vier Minister.“

Und er setzte fort: „Wenn Sie Weinbauminister

sind, dann haben Sie doch

sicher einen Trinkspruch für unsere Gäste

heute Abend mitgebracht?“ Bauckhage

nahm den Ball auf und antwortete: „Nein,

nein, ich bin doch kein Sprücheklopfer!“

Darauf Emmerlich: „Wie sind Sie denn da

Minister geworden?“ – und beide hatten

die Lacher im Publikum auf ihrer Seite. ó

33

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„Sie können über mich verfügen“

Von Roman Herzog und Helmut Schmidt

zu Gunter Emmerlich und Jens Weidmann

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Oskar-Patzelt-Stiftung

32

Bernhard Vogel war der einzige

deutsche Politiker, der jemals

Ministerpräsident zweier verschiedener

Bundesländer war: Erst Rheinland-Pfalz

und später Thüringen. In beiden Fällen

war es ihm gelungen, eine mittelstandsbasierte

wirtschaftliche Dynamik auszulösen

und damit die Lage der Menschen

im Land zu verbessern und den sozialen

Frieden im Lande zu sichern. Grund

genug für die Oskar-Patzelt-Stiftung,

Vogel auf der Bundesveranstaltung 2002

als „Wirtschaftsförderer des Jahres“ auszuzeichnen.

Dieser Sonderpreis wurde erstmals

1999 verliehen, an den damaligen FDP-

Generalsekretär Guido Westerwelle.

Später folgten u. a. der BVMW-Präsident

Mario Ohoven, der frühere Präsident des

Bundes der Steuerzahler Karl-Heinz Däke,

der damalige Bundeswirtschaftsminister

Wolfgang Clement, der Präsident der

Deutschen Bundesbank Jens Weidmann.

Helmut Schmidt wird Schirmherr

Ein weiterer klarsichtiger und vorausschauender

Politiker war der ehemalige

Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der

SPD-Mann forderte unter anderem, ostdeutsche

Landtage zu ermächtigen, Bundesregelungen

befristet außer Kraft setzen

zu dürfen, wenn sie die Entwicklung

zu einem selbsttragenden Aufschwung

behindern.

Solche Vorschläge blieben natürlich

in der Politik ungehört, aber im Mittelstand

unvergessen. Umso erfreulicher

war es, als im Frühjahr 2002 Helmut

Schmidt die Schirmherrschaft über die 8.

Oskar-Patzelt-Stiftungstage übernahm.

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von Bundespräsident a. D.

Roman Herzog. Seine „Ruck-Rede“ schlug

im Jahr 1997 Wellen. Immer wieder wies

er auf die Gefahren des Stillstands für

Deutschlands Zukunft hin. Im Jahr 2003

hatte er ein Institut gegründet. Im Kaisersaal

in München trafen ihn Helfried

Schmidt und Petra Tröger. Das war eine

ideale Gelegenheit, den Alt-Bundespräsidenten

persönlich anzusprechen und um

die Übernahme der Schirmherrschaft für

die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage 2003

zu bitten.

„Sie haben mein Wort!“

Im Laufe des Abends kam schließlich ein

Kontakt zustande, obwohl Herzog stets

von einer ganzen Traube wissbegieriger

und neugieriger Menschen umlagert war.

Einer seiner Freunde kam der Stiftung zu

Schirmherr 2002:

Altkanzler Helmut Schmidt

Hilfe. Er wies auf Petra Tröger und sagte:

„Roman, hinter dir steht schon eine ganze

Weile eine charmante Dame. Ich glaube,

sie will dir etwas sagen.“

Der Angesprochene nahm den Ball

auf, entschuldigte sich formvollendet

beim aktuellen Gesprächspartner, drehte

sich zu den beiden um und sprach mit

ihnen über Wirtschaft, Mittelstand und

die Stiftung.

Ohne Umschweife erklärte er sich

auch bereit, die Schirmherrschaft zu

übernehmen: „Sie haben mein Wort. Sie

können über mich verfügen.“

Nach Helmut Schmidt und Roman

Herzog wurde 2004 Wolfgang Clement,

Bundesminister für Wirtschaft und

Arbeit, Schirmherr des Wettbewerbs auf

Bundesebene: „Private Initiativen wie der

„Große Preis des Mittelstandes“ ergän-

ELEKTROPLANUNG

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Schirmherr 2003:

Altbundespräsident Roman Herzog

zen unsere Offensive ‚pro mittelstand‘.

Die nominierten und ausgezeichneten

Unternehmen zeigen beispielhaft, wie

wichtig kleine und mittlere Unternehmen

für Wachstum und Beschäftigung

in Deutschland sind. Deshalb habe ich die

Schirmherrschaft über die 10. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

gerne übernommen.“

2003: Erstmals bundesweit

Erstmals fand der Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ bundesweit

statt. Das war ein großes Risiko für die

Organisatoren, die bis dahin nur in Teilen

Ostdeutschlands und Hessen aktiv waren.

Alle Strukturen und Informationskanäle

mussten auf die bundesweite Vernetzung

hin entwickelt werden.

Deutschland wurde für die Zwecke

des Wettbewerbs in insgesamt 12 Wettbewerbsregionen

geordnet. Rheinland-

Pfalz und Saarland, Berlin und Brandenburg,

Schleswig-Holstein und Hamburg,

Niedersachsen und Bremen bildeten insgesamt

nicht acht sondern nur vier Wettbewerbsregionen.

Für die sieben neuen unter diesen 12

1999 wurde FDP-Generalsekretär Guido

Westerwelle erster „Wirtschaftsförderer

des Jahres“. Carmen Nebel moderierte.

Wettbewerbsregionen mussten Juroren

gefunden werden, regionale Servicestellen

aufgebaut werden, der Kontakt zu

Kommunen, Verbänden, Unternehmen,

Medien aufgebaut werden und und und.

Das war für die kleine Leipziger Mannschaft

eine gewaltige Aufgabe, die aber

heute, im Rückblick, als gelungen eingeschätzt

werden kann.

Rheingoldhalle Mainz

2.060 Unternehmen wurden in 2003

von fast 800 Institutionen, Kommunen,

Kammern und Verbänden für den Wirtschaftspreis

nominiert. Von Hessen abgesehen,

fand die erste Preisverleihung für

alle alten Bundesländer in der Mainzer

Rheingoldhalle im Herbst 2003 statt. Es

lag nahe, den Wirtschaftsminister von

Rheinland-Pfalz zu bitten, die Schirmherrschaft

zu übernehmen.

Hans-Artur Bauckhage war einer der

wenigen Minister in Deutschland, die

unternehmerischen Alltag und unternehmerische

Verantwortung aus eigenem

Erleben kennen. Von 1978 bis 1996 war er

selbstständiger Bäckermeister. Im Land

Seit 2006 unterstützt Prof. Dr. Wolfgang

Reinhart die Oskar-Patzelt-Stiftung, seit

2009 als Mitglied des Präsidiums.

hatte man ihm schon mal den Titel „Mr.

Mittelstand“ verliehen. Am 4. Oktober

2003 in der Rheingoldhalle Mainz waren

Hans-Artur Bauckhage und der damalige

saarländische Wirtschaftsminister Dr.

Hanspeter Georgi Ehrengäste der Preisverleihung.

Sie sprachen die Gruß- und

Abschlussworte und gratulierten während

der Verleihung jedem Preisträger

persönlich mit Handschlag.

Georgi wurde wenig später Mitglied

des 2003 gegründeten Präsidiums der

Oskar-Patzelt-Stiftung.

Dem Präsidium gehören u. a. folgende

Persönlichkeiten an: Prof. Dr. Wolfgang

Böhmer, Ministerpräsident a.D. von

Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart,

Minister a.D. und Fraktionsvorsitzender

der CDU im baden-württembergischen

Landtag, Alexander Kulitz MdB,

ehemaliger Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren,

Bertram Dressel, Präsident

des Bundesverbandes Deutscher

Innovations- Technologie- und Gründerzentren

e.V. (BVIZ). Jürgen Preiss-Daimler,

Gründer und Hauptgesellschafter der PD-

Unternehmensgruppe. ó

33

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

Wir bieten individuelle Möglichkeiten zum

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„Sie können über mich verfügen“

Von Roman Herzog und Helmut Schmidt

zu Gunter Emmerlich und Jens Weidmann

Bernhard Vogel war der einzige

deutsche Politiker, der jemals

Ministerpräsident zweier verschiedener

Bundesländer war: Erst Rheinland-Pfalz

und später Thüringen. In beiden Fällen

war es ihm gelungen, eine mittelstandsbasierte

wirtschaftliche Dynamik auszulösen

und damit die Lage der Menschen

im Land zu verbessern und den sozialen

Frieden im Lande zu sichern. Grund

genug für die Oskar-Patzelt-Stiftung,

Vogel auf der Bundesveranstaltung 2002

als „Wirtschaftsförderer des Jahres“ auszuzeichnen.

Dieser Sonderpreis wurde erstmals

1999 verliehen, an den damaligen FDP-

Generalsekretär Guido Westerwelle.

Später folgten u. a. der BVMW-Präsident

Mario Ohoven, der frühere Präsident des

Bundes der Steuerzahler Karl-Heinz Däke,

der damalige Bundeswirtschaftsminister

Wolfgang Clement, der Präsident der

Deutschen Bundesbank Jens Weidmann.

Helmut Schmidt wird Schirmherr

Ein weiterer klarsichtiger und vorausschauender

Politiker war der ehemalige

Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der

SPD-Mann forderte unter anderem, ostdeutsche

Landtage zu ermächtigen, Bundesregelungen

befristet außer Kraft setzen

zu dürfen, wenn sie die Entwicklung

zu einem selbsttragenden Aufschwung

behindern.

Solche Vorschläge blieben natürlich

in der Politik ungehört, aber im Mittelstand

unvergessen. Umso erfreulicher

war es, als im Frühjahr 2002 Helmut

Schmidt die Schirmherrschaft über die 8.

Oskar-Patzelt-Stiftungstage übernahm.

Die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

2003 standen unter der Gesamtschirmherrschaft

von Bundespräsident a. D.

Roman Herzog. Seine „Ruck-Rede“ schlug

im Jahr 1997 Wellen. Immer wieder wies

er auf die Gefahren des Stillstands für

Deutschlands Zukunft hin. Im Jahr 2003

hatte er ein Institut gegründet. Im Kaisersaal

in München trafen ihn Helfried

Schmidt und Petra Tröger. Das war eine

ideale Gelegenheit, den Alt-Bundespräsidenten

persönlich anzusprechen und um

die Übernahme der Schirmherrschaft für

die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage 2003

zu bitten.

„Sie haben mein Wort!“

Im Laufe des Abends kam schließlich ein

Kontakt zustande, obwohl Herzog stets

von einer ganzen Traube wissbegieriger

und neugieriger Menschen umlagert war.

Einer seiner Freunde kam der Stiftung zu

Schirmherr 2002:

Altkanzler Helmut Schmidt

Hilfe. Er wies auf Petra Tröger und sagte:

„Roman, hinter dir steht schon eine ganze

Weile eine charmante Dame. Ich glaube,

sie will dir etwas sagen.“

Der Angesprochene nahm den Ball

auf, entschuldigte sich formvollendet

beim aktuellen Gesprächspartner, drehte

sich zu den beiden um und sprach mit

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die Stiftung.

Ohne Umschweife erklärte er sich

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Altbundespräsident Roman Herzog

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Schirmherrschaft über die 10. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

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2003: Erstmals bundesweit

Erstmals fand der Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ bundesweit

statt. Das war ein großes Risiko für die

Organisatoren, die bis dahin nur in Teilen

Ostdeutschlands und Hessen aktiv waren.

Alle Strukturen und Informationskanäle

mussten auf die bundesweite Vernetzung

hin entwickelt werden.

Deutschland wurde für die Zwecke

des Wettbewerbs in insgesamt 12 Wettbewerbsregionen

geordnet. Rheinland-

Pfalz und Saarland, Berlin und Brandenburg,

Schleswig-Holstein und Hamburg,

Niedersachsen und Bremen bildeten insgesamt

nicht acht sondern nur vier Wettbewerbsregionen.

Für die sieben neuen unter diesen 12

1999 wurde FDP-Generalsekretär Guido

Westerwelle erster „Wirtschaftsförderer

des Jahres“. Carmen Nebel moderierte.

Wettbewerbsregionen mussten Juroren

gefunden werden, regionale Servicestellen

aufgebaut werden, der Kontakt zu

Kommunen, Verbänden, Unternehmen,

Medien aufgebaut werden und und und.

Das war für die kleine Leipziger Mannschaft

eine gewaltige Aufgabe, die aber

heute, im Rückblick, als gelungen eingeschätzt

werden kann.

Rheingoldhalle Mainz

2.060 Unternehmen wurden in 2003

von fast 800 Institutionen, Kommunen,

Kammern und Verbänden für den Wirtschaftspreis

nominiert. Von Hessen abgesehen,

fand die erste Preisverleihung für

alle alten Bundesländer in der Mainzer

Rheingoldhalle im Herbst 2003 statt. Es

lag nahe, den Wirtschaftsminister von

Rheinland-Pfalz zu bitten, die Schirmherrschaft

zu übernehmen.

Hans-Artur Bauckhage war einer der

wenigen Minister in Deutschland, die

unternehmerischen Alltag und unternehmerische

Verantwortung aus eigenem

Erleben kennen. Von 1978 bis 1996 war er

selbstständiger Bäckermeister. Im Land

Seit 2006 unterstützt Prof. Dr. Wolfgang

Reinhart die Oskar-Patzelt-Stiftung, seit

2009 als Mitglied des Präsidiums.

hatte man ihm schon mal den Titel „Mr.

Mittelstand“ verliehen. Am 4. Oktober

2003 in der Rheingoldhalle Mainz waren

Hans-Artur Bauckhage und der damalige

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Hanspeter Georgi Ehrengäste der Preisverleihung.

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Abschlussworte und gratulierten während

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Georgi wurde wenig später Mitglied

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Oskar-Patzelt-Stiftung.

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PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

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PT-MAGAZIN 5/2019

© Oskar-Patzelt-Stiftung

Oskar-Patzelt-Stiftung

34

Hingucker: Dem Zauber der Adagio-

Akrobatik von LaMetta kann sich kein

Zuschauer entziehen.

Ein ganz besonderes „Überraschungs-Ei“ erwartete die Gäste

zum zehnjährigen Jubiläum

„Und Sie wollen

wirklich kein Geld?“

Von einem ungläubigen Ministeriellen,

vom Ehrenamt und von Finanzierung.

Zum Bundesball der Oskar-Patzelt-Stiftung

verloste die Dresdner Bank einen

„Euro-Smart“.

Anfang des Jahres 2003 waren Petra

Tröger und Helfried Schmidt im

rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium.

Im Herbst sollte in der Rheingoldhalle

in Mainz erstmals für Süd-,

West- und Norddeutschland eine Preisverleihung

„Großer Preis des Mittelstandes“

stattfinden. Es lag nahe, Hans-Artur

Bauckhage, den Wirtschaftsminister von

Rheinland-Pfalz, um Übernahme der

Schirmherrschaft zu bitten.

Der Beauftragte des Ministers hörte

sich das Anliegen der Oskar-Patzelt-Stiftung

an, stellte Fragen, und es ergab sich

ein lockeres, angenehmes Gespräch. Die

Schirmherrschaft des Ministers schien

kein Problem zu sein. Doch nach einer

© Oskar-Patzelt-Stiftung

Weile sprach Petra Tröger den Ministerialdirigenten

an: „Ich habe den Eindruck,

dass Sie noch auf eine bestimmte Frage

warten?“ Die Mimik des Mannes gab ihr

recht. „Sie wollen wissen, wie viel Geld

wir zur Durchführung der Veranstaltung

bei Ihnen beantragen wollen?“, setzte sie

fort. Abermals lag sie richtig. Und schnell

sorgte sie für Klarheit: „Ich kann Sie beruhigen.

Wir wollen gar kein Geld. Es gehört

zu den Grundprinzipien der Stiftung, ihre

Veranstaltungen vollständig ohne Steuergelder

durchzuführen.“ So etwas war

ihm offenbar noch nicht vorgekommen.

Ungläubig hakte er nach: „Und Sie wollen

wirklich kein Geld?“ – „Nein!“

Eine Win-Win-Situation

Zweimal wurden den Vorständen der

Oskar-Patzelt-Stiftung für den Aufbau

und die Entwicklung des Wettbewerbs

„Großer Preis des Mittelstandes“ die Verdienstmedaille

des Verdienstordens der

Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz)

verliehen. Trotz der damit

unbestrittenen Gemeinwohlorientierung

wurde die Stiftung nie als gemeinnützige

Körperschaft steuerlich anerkannt.

Obwohl niemand durch die Stiftungsaktivitäten

einen unmittelbaren finanziellen

Vorteil erfährt und kein einziger Euro

Steuergelder zur Finanzierung der bisherigen

Aktivitäten verbraucht wird, hat

der Fiskus dadurch die Möglichkeit von

Zustiftungen und klassisches Fundraising

blockiert. Das Argument des Finanzamtes

in Leipzig lautete: Hier wird Wirtschaftsförderung

betrieben. Und die können per

Definition nicht gemeinnützig sein. Aha.

Nun ist aber die Initiative der Oskar-

Patzelt-Stiftung eine zutiefst kooperative

Idee – vom Mittelstand für den Mittelstand.

Die Stiftung orientiert sich ausschließlich

am Gemeinwohl. Sie versteht

sich als Kristallisationspunkt vielfältigen

bürgerschaftlichen Engagements.

Vom Mittelstand für den Mittelstand

Die Stiftung verzichtet deshalb bewusst

auf Teilnahme- oder Bearbeitungsgebühren

bei der Wettbewerbsdurchführung.

Man kann sich also weder in den Wettbewerb

„einkaufen“ noch an ihm bereichern.

Die Stiftung verbraucht auch keinen einzigen

Euro Steuergelder. Der gesamte

Wettbewerb ist seit Beginn 1994 vollständig

ehrenamtlich organisiert und ausschließlich

privat finanziert. Dazu wurde

eine verlässliche Partnerschaft mit zahlreichen

Unternehmen aufgebaut. Vom

Mittelstand für den Mittelstand. Grundlage

der Stiftungsarbeit ist die umfangreiche

ehrenamtliche Tätigkeit der etwa

200 Mitwirkenden aus Wirtschaft, Politik

und Verwaltung in 13 Jurys, circa 50

regionalen Servicestellen, zwei Beiräten,


im Kuratorium oder Präsidium, als Botschafter

oder Vorstandsbeauftragter der

Oskar-Patzelt-Stiftung.

Jährlich werden ca. 6.000 Nominierungen

für rund 5.000 verschiedene

Unternehmen in zwölf Wettbewerbsregionen

bearbeitet. Mehr als 18.000

Unternehmen wurden seit 1994 nominiert.

Die Juroren bearbeiten jedes Jahr

mehr als 100.000 DIN A4-Seiten Informationen,

um aus der Vielzahl hervorragender

Unternehmen die Finalisten und

Preisträger zu bestimmen. Etwa 80.000

Gäste wurden auf jährlich mehreren

bundesweiten und zahlreichen regionalen

Veranstaltungen bisher begrüßt. Die

jährlichen Gesamtleistungen zur Durchführung

des Wettbewerbs, von der Ausschreibung

und Nominierung bis zu den

Beratungen der über 100 Juroren in den

verschiedenen Jurys, der Vorbereitung

und Durchführung von Gala und Bällen

und der begleitenden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

betragen circa 1,8 Millionen

Euro. Wirtschaftlicher Träger und

Hauptsponsor all dieser Aktivitäten ist

die OPS Netzwerk GmbH.

Von Verlosung bis Give-away

Nur mit ehrenamtlichem Engagement

lässt sich der Aufwand nicht finanzieren.

Vom Sach- bis zum Geldsponsoring reicht

daher das breite Spektrum der Möglichkeiten

zur Mitwirkung. Es gibt Lieferanten,

die sich an notwendigen Investitionen,

Betriebskosten und jährlichen

Aufwendungen für das Bühnenbild und

den Ablauf beteiligen. Es gibt rund 150

Unternehmen, die die jährlich fast 1.000

Sachpreise für die vier Mitternachtsverlosungen

nach Preisverleihung und Ball

sponsern. Da gibt es immer einige Hauptpreise.

Aber die meisten Preise natürlich

„kleiner“. Jeder einzelne davon wird organisiert,

versandt, liebevoll verpackt, transportiert,

verlost und übergeben. Eine

Menge Arbeit steckt in Vorbereitung und

Präsentation der vier Mitternachtsverlosungen.

Wenn sich die Gäste spät nach Mitternacht

auf den Weg nach Hause oder

ins Hotelzimmer begeben, bekommen

sie kleine Abschiedsgeschenke überreicht.

Auch diese Give-aways kommen

von Sponsoren. Darunter waren spezielle

Oskar-Patzelt-Tassen, Kosmetik und spezielle

Genussmittel, Sonder-Briefmarken

und Bücher, und natürlich Überraschungen

wie kleine Oskar-Patzelt-Törtchen

und -Kekse.

Finanzierung der Sachkosten

Mit Ehrenamt und Produktsponsoring

allein lässt sich noch keine Rechnung

bezahlen. Wesentliche Bedeutung haben

daher Unternehmen, die Geldbeträge

für Werbeleistungen zum Beispiel auf

Eintrittskarten, Plakaten oder Präsentationsständen

zahlen. Mit diesem Sponsoring

werden die zu Gala und Ball auftretenden

Künstler, die Hotelkosten für

die Gala- und Ballabende und die vielfältigen

Sach- und Betriebskosten von der

IT-Infrastruktur bis zum Versand der Eintrittskarten

finanziert.

Hier engagieren sich Unternehmen,

die aktiv an dieser unabhängigen Initiative

zur Förderung des unternehmerischen

Mittelstandes mitwirken wollen.

Sie alle knüpfen das „Netzwerk der

Besten“. Erfolgreiches Sponsoring setzt

immer Win-Win-Situationen voraus.

Das ist beim Wettbewerb „Großer Preis

des Mittelstandes“ nicht anders. Neben

der klassischen Präsentation der Sponsoren

im offiziellen Stiftungsmagazin,

dem PT-Magazin, auf der Homepage

www.mittelstandspreis.com oder in der

Stifterliste wird daher immer individuell

ein ganzes Bündel an Werbemöglichkeiten

für Sponsoren geschnürt.

Hauptmedienpartner des 25. Wettbewerbsjahres

ist das Magazin „Markt

und Mittelstand“, Hauptsponsor die

KFM Deutsche Mittelstands AG, Preisträger

des Jahres 2016. Die Oskar-Patzelt-

Stiftung bedankt sich bei allen Sponsoren,

die in den 25 Wettbewerbsjahren durch

tatkräftige Unterstützung per Produktoder

Leistungssponsoring oder als Geldsponsoren

die Durchführung des Wettbewerbs

ermöglichten. Ohne sie wären die

vergangenen 25 Jahre des Wettbewerbs

nicht möglich gewesen. ó

35

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

Fernando Dominguez-Lopez

Tiefbauarbeiter Kanalbau


Von ZDF und ARD bis

Wikipedia und Youtube

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

36

Im

Jahr 2001 sendete das ZDF

eine Reportage über die

schwierige Ausbildungssituation in Ostdeutschland,

speziell im Erzgebirge. Das

Fazit der Sendung war, dass die Unternehmer

im Erzgebirge zu verantwortungslos

seien, um sich dem Ausbildungsproblem

zu stellen. Ansonsten dürften ja nicht so

viele Ausbildungswillige ohne Lehrvertrag

bleiben. Helfried Schmidt platzte der

Kragen. Er schrieb der Chefredaktion des

ZDF, dass sich eine solche tendenziöse

Sichtweise für ein Medium wie das ZDF

nicht gehöre. Das Erzgebirge sei schließlich

sowieso gebeutelt als Grenzregion

in der Nachwendezeit. Die wenigen Firmen

können weder ausreichend Arbeitsplätze

noch Ausbildungsplätze für alle

bereitstellen. Die meisten Unternehmer

tun ihr Möglichstes. Die ZDF-Redaktion

möge sich doch bei den richtigen Firmen

informieren. Die Oskar-Patzelt-Stiftung

sei gern bereit, Kontakte herzustellen.

Das ZDF diskutiert

Tatsächlich antwortete der neue Chefredakteur

des ZDF, Nikolaus Brender. Er

käme gemeinsam mit dem Redaktionsleiter

und Moderator des ZDF-Wirtschaftsmagazins

WISO, Michael Opoczynski,

gern zu einer Diskussion nach Leipzig.

Also wurde mit dem Regierungspräsidium

kooperiert und der Saal im neu

gebauten Präsidiumsgebäude geblockt.

Der Einladung der Stiftung folgten fast

100 Diskussionsgäste aus ganz Sachen.

Auch der Hauptgeschäftsführer der

Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen,

Wolfram Hoschke, war extra

aus Chemnitz angereist. MDR-Moderator

Peter Escher war da. Das Europahaus

Leipzig war da. Nur das Regierungspräsidium

Leipzig glänzte mit Abwesenheit

im eigenen Haus und stellte der Stiftung

unerwartet trotz Kooperationsabsprache

sogar eine Rechnung für Saalmiete zu.

Mit Nikolaus Brender begann an diesem

Tage eine langjährige respektvolle

gute Beziehung. Ein paar Jahre später

waren Dr. Schmidt und Petra Tröger bei

ihm zu Gast in Mainz. Und als 2003 in

Mainz die erste große Preisverleihung

des Mittelstandswettbewerbs für die

alten Bundesländer stattfand, gab es

natürlich Berichterstattungen und Interviews

auch beim ZDF.

Preisträger beim Kanzlergespräch

Am 03. Oktober 1999 gab es bei Sabine

Christiansen, der damals einzigen Politik-

Sendung mit Talkqualität und Themenqualität

bei sechs Millionen Einschaltquote,

eine Sondersendung zum Thema

„Ein Jahr Rot/Grün“. lm Podium saß allein

der Kanzler Gerhard Schröder (SPD). Ins

Publikum aber hatte sich das ARD-Team

interessante Diskussionsredner eingeladen.

Bei der Anmoderation staunte

Sabine Christiansen selbst noch einmal:

„Es gibt einen [Großen Preis] für mittelständische

Unternehmer. Frau Regina

Gröger aus Dessau, die diesen Preis

1999 erhielt, ist heute hier und hat Fragen

an den Kanzler mitgebracht. Fragen,

die den unternehmerischen Mittelstand

beschäftigen.“ Regina Gröger, Gründerin

und Chefin des Getränkehandels SAGA,

wenige Wochen zuvor mit dem „Großen

Preis des Mittelstandes“ ausgezeichnet,

fühlte dem Kanzler auf den Zahn seiner

Wirtschaftspolitik. .


Archiv, OPS Netzwerk GmbH, Screenshot, youtube

Archiv, OPS Netzwerk GmbH, Screenshot, youtube

© Langenscheidt Verlag

Oskar-Patzelt-Stiftung

Nur das Beste wird plagiiert

Seit 2002 wird der Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ bundesweit ausgeschrieben.

Obwohl sich niemand selbst

bewerben darf, ist der Wettbewerb mit

jährlich knapp 5.000 nominierten Firmen

seit Jahren der resonanzstärkste

Wirtschaftswettbewerb Deutschlands.

Er hat bundesweite Wirkungen und

Nachahmungen ausgelöst. Die IHK Bonn

hat in Kooperation mit der Oskar-Patzelt-Stiftung

einen regionalen „Ludwig“

geschaffen. Viele andere Wettbewerbe,

wie zum Beispiel der Unternehmenspreis

der Sächsischen Zeitung oder MUT

– Mittelstand und Thüringen – der Unternehmerwettbewerb

der thüringischen

Tageszeitungen, haben Ausschreibung

und Bewertungskriterien ihrer Wettbewerbe

deutlich an die Vorlagen der Oskar-

Patzelt-Stiftung angelehnt. In den ersten

Jahren waren die Wettbewerbskriterien

eins zu eins bei der Oskar-Patzelt-Stiftung

abgeschrieben und lediglich die Reihenfolge

der Kriterien 4 und 5 vertauscht.

Auch in Wikipedia gibt es inzwischen

rund 100 Artikel, die sich ausdrücklich auf

den Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“

beziehen. Google findet hunderttausende

Webseiten, die den Wettbewerb

erwähnen. Und auf allen wichtigen

Plattformen von Youtube und FlickR bis

Facebook, Twitter und XING findet man

heute Einträge und Informationen zum

Wettbewerb.

Kunst und Marke

Es ist ein untrügliches Zeichen für die

Akzeptanz einer Idee, wenn sie ihren Weg

ins gedruckte Wort, ins Buch findet. Mehr

als 100 Bücher verschiedener Genre enthalten

Berichte und Kommentare zum

Wettbewerb, zu Nominierten oder Preisträgern.

Sogar zum Schulstoff ist der Mittelstandspreis

bereits geworden: Für die

9. und 10. Klassen in Sachsen-Anhalt gibt

Westermann das Buch „Praxis Wirtschaft“

heraus. Das Kapitel „Unternehmerisches

Handeln erkunden“ beginnt mit einem

Beitrag über das Unternehmen ORWO

Net AG aus Bitterfeld-Wolfen, 2009 Preisträger

„Großer Preises des Mittelstandes“,

mit Urkunde und Statue auf S. 82.

Und natürlich sind eine Reihe der

Ausgezeichneten ins große Lexikon der

deutschen Familienunternehmen von

Peter May und Florian Langenscheidt

aufgenommen worden. Dem Wettbewerb

wurden von Künstlern Bilder und

Skulpturen gewidmet, ein aus Stein

gehauener Sockel, auf dem eine Treppe

zur Preisskulptur führt, oder eine anrührende

bunte Statue, die Mitarbeiter einer

Behindertenwerkstatt als Dankeschön

für die Nominierung ihres Trägerbetriebes

durch örtliche Persönlichkeiten schufen.

.

„Die Welt“ schrieb im Jahr 2009: „Der

von der Oskar-Patzelt-Stiftung vergebene

‚Große Preis des Mittelstandes‘ ist

deutschlandweit die begehrteste Wirtschaftsauszeichnung.“

„Der „Große Preis

des Mittelstandes“ ist ein Aushängeschild

für die angesehene Marke „Made

in Germany“„ sagte der ehemalige brandenburgische

Wirtschaftsminister Albrecht

Gerber.

Der Große Preis des Mittelstandes ist

seit vielen Jahren ein Symbol erfolgreichen

Unternehmertums geworden. Das

zeigt sich in der Nutzung der Preisskulptur

für das Bühnenbild prominenter Sendungen

wie ARD „Plus Minus“, ARD „Tatort“,

in quotenstarken Verkaufssendern

wie QVC und nicht zuletzt in den Auszeichnungen

und Zertifizierungen des

Wettbewerbs durch Dritte. ó

37

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Respekt und Anerkennung

Auch die Oskar-Patzelt-Stiftung selbst

wurde mehrfach ausgezeichnet

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

38

Respekt und Anerkennung für den unternehmerischen Mittelstand

– das ist der Auftrag, dem sich die Oskar-Patzelt-

Stiftung stellt. In 25 Jahren harter Arbeit wurden dabei zahlreiche

Firmen ausgezeichnet, motiviert, miteinander vernetzt. Ein Netzwerk

der Besten entstand. Zu den Meilensteinen dieses Weges

gehören auch Auszeichnungen, die die Oskar-Patzelt-Stiftung

selbst erhielt.

Anfang 2011 wurde das isw-Benchmarking über 536 Wirtschaftswettbewerbe

in Deutschland veröffentlicht. Die Wettbewerbe

wurden nach 13 Kriterien bewertet.

Der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“

erreicht Rang 1.

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Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer überreicht

Dr. Helfried Schmidt , Vorstand der Oskar-Patzelt-Stiftung,

die Verdienstmedaille (Bundesverdienstkreuz).

Zertifiziert nach ISO 9001

Nach einjähriger Vorbereitung wurde das

Qualitätsmanagementsystem der Stiftung

von der DEKRA erfolgreich nach DIN

ISO 9001:2008 zertifiziert. Damit war der

Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“

die erste und bisher einzige solche Initiative,

die sich einer Bewertung durch unabhängige Zertifizierer

unterzog. Seitdem wurde die Zertifizierung jedes Jahr verteidigt,

inzwischen nach der neueren Norm DIN ISO 9001:2015.

Der Bestseller-Autor und internationale Keynote-Speaker Ilja

Grzeskowitz veranstaltet jährlich einen „Change Award“. 2015

ging der „Company Change Award“ für das Unternehmen mit

der besten Change Kultur an die Oskar-Patzelt-Stiftung für ihren

Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“. Für die Stiftung

nahm der Kuratoriumsvorsitzende Christian Wewezow den Preis

aus den Händen des international bekannten doppelten Europameister

im öffentlichen Reden, Norman Gräter, entgegen.

„… Lobby-Arbeit im besten Sinne …“

Im Auftrag von Bundespräsident Horst Köhler verlieh Ministerpräsident

Prof. Dr. Wolfgang Böhmer dem Stifter und Vorstand

der Oskar-Patzelt-Stiftung, Dr. Helfried Schmidt, zur Auszeichnungsgala

am 6. September 2008 in Magdeburg die 1. Stufe des

Bundesverdienstkreuzes (Verdienstmedaille des Verdienstordens

der Bundesrepublik Deutschland).

„Die Initiative der Oskar-Patzelt-Stiftung ist Lobby-Arbeit im

besten Sinne und Sie haben sich darum besondere Verdienste

erworben“, würdigte Ministerpräsident Böhmer und fügte hinzu:

„Es ist vor allem sein leidenschaftliches ehrenamtliches Engagement

für den Mittelstand, das hinter dem ‚Großen Preis’ steht.

Seine Begeisterung steckt viele andere an, sonst wäre ein solch

großes Projekt gar nicht umzusetzen. Letztlich ist es ihm mit zu

verdanken, dass der Mittelstand heute ein öffentliches Podium

hat.“

Weiterhin unterstrich Böhmer, dass der „Große Preis des

Mittelstandes“ zu den größten und wichtigsten Mittelstandswettbewerben

überhaupt gehört. Eine Besonderheit ist, dass

bei der Preisvergabe neben den unternehmerischen Leistungen

auch das Engagement in der jeweiligen Region berücksichtigt

werde. Helfried Schmidt nahm die Auszeichnung stellvertretend

für das vielfältige ehrenamtliche Engagement der fast 200 Persönlichkeiten

entgegen, die in verschiedenen Gremien der Stif-

© Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung


PT-MAGAZIN 5/2019

Fotograf: Matthias Rietschel, Agentur: Matthias Rietschel

Ministerpräsident Stanislaw Tillich überreicht

Petra Tröger, Vorstand der Oskar-

Patzelt-Stiftung, die Verdienstmedaille

(Bundesverdienstkreuz).

tung mitwirken und dankte ausdrücklich

seiner langjährigen Wegbegleiterin und

stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden

Petra Tröger, „ohne die ich heute Abend

hier nicht stehen würde“.

Um Haaresbreite

Zur Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz

war Petra Tröger, in die

Regie und die Technik eingeweiht, aber

nicht Dr. Helfried Schmidt. Denn er sollte

genau so überrascht werden, wie sonst

die Preisträger des „Großen Preises des

Mittelstandes“ überrascht werden. Das

war der ausdrückliche Wunsch von Prof.

Dr. Wolfgang Böhmer. Und das funktionierte

genau so perfekt.

Fast allerdings hätte das Leben der

Dramaturgie einen Strich durch die Rechnung

gemacht. Denn wenige Minuten

vor Galabeginn knickte Petra Tröger auf

der unbeleuchteten Bühnentreppe backstage

mit dem Fuß um, fiel hin, der Fuß

verdrehte und verhakte sich zwischen

Treppe und Wand, so dass sie sich erst

mit Hilfe Dritter befreien und wieder

aufstehen konnte. Die höllischen Schmerzen

in Knöchel und Fuß ließ sie sich nicht

anmerken. Sie zog die ganze zweistündige

Gala wie geplant durch, zwischen

ihren eigenen ca. zwölf Bühnenauftritten

zur Übergabe der Auszeichnungen immer

den Fuß in einem Eimer voller Eiswasser

kühlend. Auch die Böhmer’sche Auszeichnungs-Überraschung

für Dr. Schmidt und

sogar die Balleröffnung überstand sie,

ohne dass ein Gast etwas gemerkt hätte.

Erst dann fuhr sie zur Notversorgung ins

nächste Krankenhaus.

„… über die Grenzen Deutschlands…“

Petra Tröger wurde am 23. November

2016 in Dresden die Verdienstmedaille

des Verdienstordens der Bundesrepublik

Deutschland verliehen. Die engagierte

Unternehmerin ist Vorstand der Oskar-

Patzelt-Stiftung, die den jährlichen Wettbewerb

„Großer Preis des Mittelstandes“

ausrichtet.

Die hohe Ehrung wurde von Sachsens

Ministerpräsident Stanislaw Tillich

im Auftrag von Bundespräsident Joachim

Gauck vorgenommen. Tillich unterstrich,

dass der „Große Preis des Mittelstandes“

heute zu den größten und wichtigsten

Mittelstandswettbewerben überhaupt

gehört und bereits über die Grenzen

Deutschlands hinaus in ganz Europa

bekannt ist. „Jedes Jahr werde ich um

Übernahme der Schirmherrschaft für den

Wettbewerb gefragt“ unterstrich Tillich,

„und jedes Jahr sage ich dieser Schirmherrschaft

gern zu.“

Petra Tröger, die seit über 20 Jahren

gemeinsam mit Dr. Helfried Schmidt an

der Spitze der Stiftung stand, dankte in

bewegenden Worten für die hohe Wertschätzung

und bedankte sich „vor allem

beim Mittelstand, dem wir alles zu verdanken

haben.“

Verantwortung übernommen

„Es ist mir eine große Ehre, heute stellvertretend

für den Bundespräsidenten

diesen Verdienstorden zu überreichen“,

sagte Tillich. „Sie haben nicht darauf

gewartet, dass andere aktiv werden, sondern

sind vorangegangen und haben Verantwortung

übernommen. Sie alle stehen

mit ihrem Engagement beispielhaft

für die vielen anderen, die sich in Familie,

Beruf und Ehrenamt in außerordentlicher

Weise einbringen – zum Wohle

unseres Landes und zum Wohle der Menschen.

Die Geehrten stehen für die große

Mehrheit in Sachsen und in Deutschland,

denen das Miteinander am Herzen liegt,

die sich für die Gemeinschaft engagieren

und die für ein weltoffenes und tolerantes

Land einstehen.“ ó

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PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

© Oskar-Patzelt-Stiftung

42

„Was imponieren soll,

muss Charakter haben“

Von Himalaya-Expeditionen über Gret Palucca

und J. R. Ewing zum kleinen Buch vom Großen Preis.

Für die Oskar-Patzelt-Stiftung ist das

Jahr 1994 in doppeltem Sinne historisch.

Damals wurde zum ersten Mal

der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“

ausgerichtet. Und damals

startete eine kleine Gruppe Leipziger

Bergsteiger mit einer Sachsenfahne und

einem Magazin der Stiftung im Rucksack

nach Südamerika, um den höchsten Berg

außerhalb Asiens, den 6 962 Meter hohen

Aconcagua in den chilenischen Anden zu

erklimmen. Zu dieser Gruppe gehörte der

Psychologe Prof. Dr. Marcus Stück vom

Institut für Psychologie der Universität

Leipzig. Helfried Schmidt hatte dort bis

1991 in der Forschungsgruppe von Prof.

Harry Schröder zu Statistik, Mathematischer

Psychologie und Gesundheitspsychologie

gearbeitet.

Diese Expedition war der Beginn

einer fruchtbaren Zusammenarbeit der

Oskar-Patzelt-Stiftung mit verschiedenen

sächsischen Expeditionen und interdisziplinären

Forscherteams. Das Motto

hieß „Mittelstand weltweit“. Die Oskar-

Patzelt-Stiftung war Unterstützer. Die

Wissenschaftler wollten Extrembelastungen

und deren Bewältigung erforschen.

Persönlichkeitspsychologische und physiologische

Veränderungen in Langzeit-

Expeditionen an verschiedenen 6 000 bis

8 000 Meter hohen Bergen in Tibet, Pakistan

und Argentinien wurden als experimentelle

Designs genutzt.

Analogie Bergbezwingung

Auf Tagungen der Oskar-Patzelt-Stiftung

stellte Marcus Stück die Resultate

vor. „Sie als Unternehmer leben in einem

Feld, das belastet ist von einer Fülle von

Stressoren. Der kraftraubende Aufstieg

bringt Bergsteiger an ihre physischen

und psychischen Grenzen. Ein Unternehmen

aufzubauen, ein Unternehmen zu

führen, bewirkt ganz ähnliche Stressreaktionen,

wie man sie in dem „natürlichen

Experiment“ der Bergbesteigung untersuchen

kann“, beschreibt der Psychologe

die Analogie. Und hier wie dort gilt: Ohne

das Team ist es nicht zu schaffen.

Die Expeditionen junger Bergsteiger-

Crews in Zusammenarbeit mit der Oskar-

Patzelt-Stiftung auf die Gipfel der Welt

sind daher auch Sinnbilder, Symbole, für

unternehmerische Tatkraft, für visionäre

Gestaltungsfreude, für Durchhaltevermögen,

für Teamfähigkeit, für Führungsstärke,

für sorgfältige Vorbereitung und

Planung, für flexible schnelle Anpassung

an Bedingungsänderungen. Für unternehmerische

Eigenschaften, mit denen

man auch den „Großen Preis des Mittelstandes“

erringen kann.

Um Medien, Sport, Abenteuer, Jugend,

Wirtschaft und Wissenschaft miteinander

zu verbinden, wurde mit der Sächsischen

Himalaya-Gesellschaft e.V., der

Universität Leipzig, dem Institut für Trainingsforschung

Leipzig, dem Institut für

Stressforschung Berlin u.a. zusammengearbeitet.

Zahlreiche Berichte in verschiedenen

Print-, Funk- und Fernsehmedien

begleiteten die Aktionen.

Dieser ersten Expedition folgte eine

ganze Serie von Expeditionen, die 2001

in der Bezwingung des Mount Everest

gipfelte und eine Fülle interdisziplinärer

wissenschaftlicher Resultate hervorbrachte.

Stressbewältigungsprogramme

für unterschiedliche Zielgruppen wurden

entwickelt und ein Zentrum für Bildungsgesundheit

entstand, das sich mit Stressreduktion

in Betrieben und bei Schulkindern

befasst.

Folgende Expeditionen u.a. mit den

Expeditionsleitern und Bergsportlern

Götz Wiegand, Frank Meutzner, Dr. Markus

Stück oder Dr. Olaf Rieck in Zusammenarbeit

mit der Oskar-Patzelt-Stiftung

und deren offiziellen Informationsmagazinen

realisiert:


© Boris Löffert

1. Expedition 1994 zum Aconcagua, dem

höchsten Berg Amerikas, 6959 m

2. Expedition 1995 zum Gasherbrum II im

Himalaya, 8035 m

3. Expedition 1995 zum Sangay, dem

aktivsten Vulkan Amerikas, 5230 m,

„Feuerdämon der Anden“

4. Expedition 1997 Winterbesteigung des

Imja Tse im Himalaya, 6189 m

5. Expedition 1998 zur Robinson-Crusoe-

Insel im Südpazifik (aus technischen

Gründen aufgeschoben)

6. Expedition 1999 zum Cho Oyu im

Himalaya, 8201 m, 6.-höchster Berg

der Welt

7. Expedition 2000 zum Makalu im

Himalaya, 8463 m, 5.-höchster Berg

der Welt

8. Expedition 2001 zum Mount Everest

im Himalaya, 8848 m, höchster Berg

der Welt.

Nach diesen Ausflügen auf die Berge

der Welt wurde 2002 die Expansion des

Wettbewerbs in alle Teile Deutschlands

vorbereitet und 2003 erstmals Unternehmen

aus allen 12 Wettbewerbsregionen

zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen

ausgezeichnet.

Das Credo der großen Dresdner Tanzpädagogin

Gret Palucca lautete: „Lebe in

Disziplin, Konzentration, Präzision, Intensität

und Phantasie“. All diese Attribute

sollten auch Sie als erfolgreicher Unternehmer

in sich vereinen, denn was imponieren

soll, muss Charakter haben! Das

wusste schon Johann Wolfgang von Goethe.

Die Geheimnisse souveräner und

stilsicherer Präsentation und Kommunikation

deckte die ehemaligen Protokollchefin

und stellvertretenden Pressesprecherin

des Freistaats Sachsen Heidrun

Müller zu einem Wirtschaftsforum der

Oskar-Patzelt-Stiftung auf. Die ehemalige

Palucca-Schülerin hatte deren Credo

verinnerlicht und war dadurch gut vorbereitet

auf Souveränität und Stil.

2011 stand ein anderes Jubiläumsjahr

für die Oskar-Patzelt-Stiftung an. In

Würzburg fand zum 50. Mal eine Preisverleihung

„Großer Preis des Mittelstandes“

und in Berlin zum 50. Mal ein Ball der

Oskar-Patzelt-Stiftung statt. Der 25.000

Besucher einer Veranstaltung der Oskar-

Patzelt-Stiftung wurde begrüßt. Ein weiterer

Höhepunkt in Würzburg war die

Überreichung der Urkunde zur ISO-Zertifizierung

des Qualitätsmanagementsystems

der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Extra aus den USA angereist war

Schauspieler Larry Hagmann. Genau,

das ist der, der in der TV-Serie „Dallas“

den Bösewicht J.R. Ewing verkörperte.

In Wirklichkeit, davon konnten sich die

rund 500 Gäste überzeugen, war Larry

Hagmann ein sehr liebenswürdiger

Gast des Abends und alles andere als

ein Bösewicht. Im Gegenteil: Auch Larry

Hagmann konnte für sich in Anspruch

nehmen: „Was imponieren soll, muss

Charakter haben“. Das ist bis heute auch

der Anspruch der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Aus diesem Grunde freute es die beiden

Vorstände Petra Tröger und Helfried

Schmidt besonders, dass der Vorsitzende

des Unternehmerbeirats der Oskar-Patzelt-Stiftung,

Christian Kalkbrenner, zum

20. Jubiläum im Jahr 2014 ein ganz besonderes

Geschenk machte: „Das kleine Buch

zum Großen Preis des Mittelstandes“ mit

einer glasklaren Handanweisung für

nominierte Firmen und nominierende

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43

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

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„Es gibt keinen Pferdefuß“

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

44

Von einer Zugfahrt, einem Buch, sechs Kilogramm Bronze und Ehrennadeln

In

den vergangenen zehn Jahren

hat sich in den Archiven der Stiftung

eine große Menge Material angesammelt.

Tausende teils sehr ausführliche

Unterlagen von Unternehmen, die

sich der Bewertung durch die Jury der

Stiftung gestellt haben, lagern in den

Regalen. Daran wird auch die immense

Arbeit der Juroren deutlich. Mehrere zigtausend

Seiten jährlich sind von den Juroren

auszuwerten und zu vergleichen.

Im Gegensatz zu vielen anderen

Befragungen und Erhebungen bilden die

Unterlagen der Oskar-Patzelt-Stiftung

keine Momentbeschreibungen ab. Sie

lassen immer einen Mehrjahreszeitraum

in der jüngsten Geschichte des Unternehmens

transparent werden. Bewusst

werden auch Fragen nach der Unternehmensidee,

nach den Startschwierigkeiten,

nach den Partnern und den Zielen

für die nächsten drei Jahre beantwortet.

Tausende Unternehmer erzählen, welche

Probleme ihnen zurzeit das meiste Kopfzerbrechen

bereiten, welche Lösungsansätze

dabei verfolgt werden und welche

Erfolge des letzten Jahres besonders hervorzuheben

sind.

In einem Zug durchgelesen

Eines Sonnabends morgens gegen zehn

Uhr klingelte im Büro der Bundesgeschäftsstelle

der Stiftung in Leipzig das

Telefon. Schmidt und Tröger waren, wie

fast jeden Sonnabend, im Büro. Petra Tröger

nahm das Gespräch an. Ein verblüffter

Christoph Stölzel aus Neumarkt in der

Oberpfalz, der eigentlich nicht erwartet

hatte, sonnabends jemanden per Telefon

anzutreffen, kam ins Erzählen. Auf

einer mehrere Stunden dauernden Zugfahrt

hatte er das Buch praktisch vollständig

durchgelesen. Er hatte erfahren,

dass die Teilnahme am Wettbewerb keine

Gebühren kostet. Er hatte gelesen, dass

Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Schirmherr der ersten Preisverleihung 1995, erhält im Jahr 2012

die Goldene Ehrennadel der Oskar-Patzelt-Stiftung.

der Wettbewerb vollständig ehrenamtlich

organisiert wird.

Er war aber noch nicht überzeugt.

Irgendwo musste doch ein Pferdefuß verborgen

sein. Deshalb rief er an. Manchmal

bemerkt man im Gespräch Dinge,

die ansonsten verborgen geblieben

wären. Doch das Telefonat mit Petra Tröger

räumte seine Bedenken aus: Hier war

tatsächlich ein Team von Mittelstands-

Enthusiasten am Werk. Stölzel nahm

daraufhin seine Nominierung ernst. Er

wurde mit seinem Unternehmen Variotec

zuerst Finalist, später Preisträger. Er

wurde einer der aktivsten Mitstreiter in

der Stiftung und wurde später zum Botschafter

des Wettbewerbs berufen.

Ein Experten-Netzwerk entsteht

Als Service speziell für die Preisträger und

Finalisten wurde im Internet ein branchenweise

geordnetes Experten-Netzwerk

mit Verlinkung auf die Homepages

der Unternehmen eingerichtet, das kontinuierlich

gepflegt und erweitert wird.

Daraus entstand ein paar Jahre später

das Portal www.kompetenznetz-mittelstand.de

Die Stiftung nutzt bewährte

Marketinginstrumente. Hier muss vor

allem das jährliche Plakat im Format A1

und in einer Auflage von 10.000 Exemplaren

genannt werden, mit dem die

Preisverleihungstermine angekündigt

und beworben werden. Und hier muss

natürlich das PT-Magazin genannt werden,

dass als offizielles Informationsmagazin

des Wettbewerbs unverzichtbar ist.

Zur Unterstützung der Tätigkeit der

Oskar-Patzelt-Stiftung und ihrer Gremien

für den Wettbewerb „Großer Preis

des Mittelstandes“ wurden seit Ende der

90er Jahre bundesweit Servicestellen eingerichtet.

Sie fungieren gewissermaßen

als „verlängerter Arm“ des Vorstandes

und der Bundesgeschäftsstelle der Stiftung

in den zwölf Wettbewerbsregionen.

Da sich die Akzeptanz des Wettbewerbs

ständig erhöhte, war und ist die

Stiftung auch daran interessiert, das

Netz der Servicestellen ständig zu erweitern.

Partner, die am weiteren Wachstum

des Mittelstandes interessiert sind und

einen zusätzlichen Impuls in ihrem Marketingkonzept

einbauen wollen, sind der

Stiftung herzlich willkommen. Doch was

genau ist eine Servicestelle eigentlich?

„Verlängerter Arm“ des Vorstandes

Die Servicestellen dienen vor allem als

erster und kompetenter Ansprechpartner

vor Ort für Unternehmen und interessierte

Institutionen zu Fragen des

Wettbewerbs. Sie arbeiten mit vorschlagsberechtigten

Institutionen der

Region bei der Nominierung von Unternehmen

und Einzelpersonen für den

„Großen Preis des Mittelstandes“ zusammen.

Außerdem unterstützen sie nominierte

Unternehmen und Einzelpersonen

bei der Einreichung der Bewerbungsunterlagen.

Sie koordinieren Veranstaltungen

mit entsprechenden Institutionen der

Region zur Vermittlung von Erfahrungen,

Mitteln und Wegen einer Nominierung

und Preisverleihung für das Unternehmensmarketing

und führen regionalen

Workshops zu Themen, die dem Anliegen

und den Zielen des Wettbewerbs entsprechen

durch. In Zusammenarbeit mit den

regionalen Medien bezüglich der Vorstellung

nominierter und ausgezeichneter

Unternehmen und Einzelpersonen und


Oskar Patzelt, Namensgeber der Stiftung,

der in diesem Jahr 100 Jahre alt wurde,

erhielt 2005 die Goldene Ehrennadel.

der Veröffentlichung besonderer unternehmerischer

Leistungen und Ergebnisse

nehmen sie auch Öffentlichkeitsarbeit

war und wirken auch an der inhaltlichen

Gestaltung des PT-Magazins, dem

offiziellen Sprachrohr für den Wettbewerbs

mit. Prägende Persönlichkeiten in

der Servicestellenarbeit waren bzw. sind

zum Beispiel Bernd Schenke, Petra Hetzel,

Josef Stumpf, Gisela Heumann, Detlef

Kahrs, Robert Knitt, Jens Halfar, Karsten

Liefländer, Wolfram Kuhnen, Ewald Hoppen,

Dr. Philip Pongratz, Mike Rudolph,

Dr. Lothar Müller oder Andre‘ Kühne.

Sechs Kilogramm schwer

In den zwölf Wettbewerbsregionen können

in der Regel jeweils drei Unternehmen

als Preisträger und fünf weitere

als Finalist ausgezeichnet werden. Jeder

Finalist erhält eine zweidimensionale

Edelstahlskulptur. Jeder Preisträger erhält

eine handgearbeitete, etwa 60 cm hohe

und sechs Kilogramm schwere massive

Bronzeskulptur. Das hat im wahrsten

Sinne des Wortes Gewicht.

Denn der Mittelstand verdient

Gewicht. Er schafft existentielle Sicherheit.

Eine Region mit vielfältigen mittelständischen

Unternehmen übersteht

jede Krise besser als eine Region mit

wenigen Großunternehmen. In einer solchen

Region finden Familien Arbeit und

Broterwerb. Jugendliche finden Ausbildung.

Lehrer finden Praxispartner. Verwaltungen

und Vereine finden Unterstützer.

Miteinander werden hier Probleme

gelöst. Auch und gerade soziale Probleme.

Im Jahr 2002 war es an der Zeit, für

die interne Organisation der Stiftung ein

Instrument zu finden, mit dem Auszeichnung

und Anerkennung für die vielen

ehrenamtlichen Mitstreiter vermittelt

werden konnte.

Erstmals Ehrennadel

Die Stiftung entschied sich für die Einführung

einer Goldenen Ehrennadel, einer

kleinen stilisierten Preis-Statuette, die

ans Revers eines Sakkos gesteckt werden

konnte. Als erster wurde der langjährige

Kuratoriumsvorsitzende Generalkonsul

Helmut K. Holz mit dieser Ehrennadel

ausgezeichnet. Hinzu kamen engagierte

und langjährige Mitstreiter wie Dr.

Manfred Wäsche, Dr. Andreas Schumm,

Jürgen Lenk, Werner Neumann, Josef

Christian Kainz, der stellvertretende Vorsitzende

des Kuratoriums, selbst ausgezeichnet

2010 als Premier-Bank und

2008 als Bank des Jahres, die Kuratoren

Rolf Gröber, Henrik Müller-Huck und

Bernd Schenke, Christian Kalkbrenner,

selbst Preisträger „Mittelstands-Buch

der Oskar-Patzelt-Stiftung“ und Vorsitzender

des Unternehmerbeirats, Prof. Dr.

Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident a.D.,

Schirmherr und Festredner der Erstverleihung

1995, Christof Enderlein, Regisseur

der Galabälle seit dem Jahr 1997 und

andere. ó

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PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung


Regional und national

Potenzielle Gründer motivieren

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

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© Boris Löffert/Oskar-Patzelt-Stiftung

Sichtlich gerührt: Prof. Dr. mult.

Hermann Simon, der Erfinder des

„Hidden Champions“-Konzepts, bei

der Auszeichnung seiner Buchreihe als

„Mittelstands-Buch der Oskar-Patzelt-

Stiftung“.

Unbestritten ist wohl, dass die

Oskar-Patzelt-Stiftung mit dem

seit 1994 ausgerichteten Wettbewerb

„Großer Preis des Mittelstandes“ sich

sehr viel Respekt und Anerkennung bei

unterschiedlichen Anspruchsgruppen

für mittelständisches Unternehmertum

und die Förderung des Unternehmergeistes

erworben hat. Die lnitiatoren können

heute stolz darauf sein, ein „Netzwerk

der Besten“ mit 18.000 hervorragenden

mittelständischen Unternehmen und 3,5

Millionen Beschäftigten geschaffen zu

haben.

Mit ihrem Engagement und durch

den Einsatz weiterer Kommunikationsund

Wissenstransfer-Formate haben

Petra Tröger und Dr. Helfried Schmidt

in den 25 Wettbewerbsjahren in hohem

Maße dazu beigetragen, den Unternehmergeist

und eine Kultur der Selbständigkeit

zu fördern - regional und

national. Seit mehreren Jahren werden

ausgewählte Firmen aus dem Landkreis

Vorpommern-Rügen von mir für die Auslobung

„Großer Preis des Mittelstandes“

vorgeschlagen. Die ausgelobten Finalisten

und Preisträger aus unserer Region

werden als „Vorzeige-Unternehmen“

unter anderem in Seminar-Veranstaltungen

und Lehrprojekte einbezogen, um

Studierende auf wichtige Erfolgsfaktoren

von Unternehmen aufmerksam zu

machen und die zukünftigen Absolventen/innen

für „gutes“ Management und

die Selbstständigkeit als Alternative zur

abhängigen Beschäftigung zu sensibilisieren.

Im Rahmen des STeP-Kongress am

21. Mai 2015 „WIR in Vorpommern: Wirtschaft

- Impulse - Region“ im Rathaus der

Hansestadt Stralsund hielt Dr. Helfried

Schmidt als Keynote-Speaker vor rund

140 Gästen - Regionalakteuren, Unternehmer/lnnen

und Studierenden - einen

begeisternden Vortrag mit dem Titel

„Basis und Kennzeichen erfolgreichen

Unternehmertums“. Er bekräftigte seine

Thesen mit den Aussagen von prämierten

Unternehmern der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Die Stralsunder Tagungen erfolgreicher

Partnerschaften (STeP), wissenschaftlich

begleitet durch die Professoren

Heiko Auerbach und Norbert Zdrowomyslaw,

ist ein gemeinsames Projekt der

Stralsunder Mittelstandsvereinigung e.V.,

der Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing

der Hansestadt Stralsund und der

Hochschule Stralsund zur Unterstützung

der mittelständischen Wirtschaft in Vorpommern.

Seit 2003 organisieren Studierende

den jährlich stattfindenden STeP-

Kongress.

Die Kooperation mit dem STeP-Team

wird auf der Webseite der Oskar-Patzelt-

Stiftung wie folgt präsentiert: „Durch

diese Ausrichtung ist STeP ein idealer

Kooperationspartner für die Oskar-Patzelt-Stiftung

mit ihrem einzigartigen

Netzwerk mittelständischer Unternehmen.

Neben neuen ldeen und Einblicken

für beide Seiten hat man vor allem ein

gemeinsames Ziel: Die Stärkung des

unternehmerischen Mittelstandes. Wer

in der Oskar-Patzelt-Stiftung step by

STeP sagt, der meint ‚ Ein Schritt vorwärts

durch STeP.“

Prof. Dr. Norbert Zdrowomyslaw,

Dekan, Hochschule Stralsund, Stralsund,

Wissenschaftlicher Beirat der

Oskar-Patzelt-Stiftung

© Oskar-Patzelt-Stiftung

Der Präsident der Deutschen Bundesbank

Dr. Jens Weidmann wurde für sein

Eintreten für die Geldwertstabilität des

Euro als „Wirtschaftsförderer des Jahres“

geehrt.

Selbstwertschätzung ermöglicht

Als ehrenamtliche Botschafterin und

Nominierende für den Großen Preis des

Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung

spüre ich im Kontakt mit nominierten

Unternehmen des deutschen Mittelstandes

immer wieder deutlich die große

positive Wirkung des Großen Preises des

Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Insbesondere die vielen kleinen und

mittleren herausragenden Unternehmen

und die sogenannten Hidden Champions

fühlen sich durch eine Nominierung

zum Großen Preis des Mittelstandes sehr

gewertschätzt. Wertschätzung erhalten

diese Firmen in der Regel wenig, kaum

oder gar nicht. Weder von den zuständigen

Stadt- und Landkreis-Verwaltungen

oder von den Wirtschaftsförderungen,

noch von anderen Institutionen. Und

auch die Presse vertritt die Meinung, dass

sie ihre Abonnenten bedienen müssen,

die offensichtlich weniger an der Regional-Wirtschaft

interessiert sind. Dabei

wird auf allen Seiten oftmals übersehen,

dass in vielen Regionen Deutschlands

größtenteils die lokalen KMU als Arbeitgeber

die Kaufkraft und Steuereinnahmen

in die Region bringen und darüber

hinaus hoch qualifizierte Ausbildung leisten.

Für Unternehmen stellt die aktive

Teilnahme am Wettbewerb zwar eine

Herausforderung dar, gleichzeitig bestätigen

sie, dass dieser Aufwand auch

einen Gewinn bringt. Nach meinem Erleben

wird besonders den aktiv am Großen

Preis des Mittelstandes teilnehmen-


den Unternehmen Selbstwertschätzung

ermöglicht. Beispielsweise erkennen sie

dabei, dass etwas, das sie selbstverständlich

und schon immer machten, für die

Wertung erwähnenswert und von Bedeutung

ist. Oder sie bekommen über die

Auseinandersetzung mit den Juryfragen

Ideen, an welchen „Schrauben“ sie noch

drehen könnten, um das Unternehmen

zu optimieren. Andere wiederum sehen

es sportlich und messen sich gerne mit

andern Unternehmen. In jedem Fall stellt

dies eine große Motivation für die Unternehmen

dar.

Die Freude über eine Wertschätzung

durch Nominierung und als Preisträger

habe ich auch bei nominierten Kommunen

zum Sonderpreis „Kommune des Jahres“

erlebt, die sich in besonderem Maße

durch mutige oder engagierte Projekte

für den Mittelstand stark gemacht hatten.

Auch hier gab es eine starke motivierende

Wirkung, die Kraft gab, weiterzumachen.

Amanda Pur, Personal-Entwicklung,

Wieren und Berlin,

Botschafterin der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gutes Feedback bezüglich

Stärken und Schwächen

Die Oskar-Patzelt-Stiftung Stiftung hat

es geschafft einen Preis zu etablieren,

der Champions des Deutschen Mittelstands

auszeichnet. Die Kriterien sind

für die Unternehmen durchaus herausfordernd

und gibt selbst denjenigen, die

es nicht oder noch nicht bis zum Preisträger

geschafft haben, ein gutes Feedback

bezüglich der Stärken und Schwächen

und damit die Möglichkeit zur

Steigerung der Leistungsfähigkeit. Viele

Tausend ausgezeichnete Unternehmen

konnten ihre Auszeichnung zur weiteren

Profilierung nutzen. Die Stiftung hat es

geschafft hat, einen der niveauvollsten

Mittelstandspreise zu etablieren.

Ulrich Walter, Gründer &

Geschäftsführer Ulrich Walter GmbH

(Lebensbaum), Diepholz,

2003 Preisträger, 2014 Ehrenplakette

Absolut authentisch

Seit weit über 10 Jahren begleite ich den

großen Preis des Mittelstandes und habe

dabei verschiedene ehrenamtliche Aufgaben

übernommen. Ich bin selbst als

mittelständischer Unternehmer aktiv

und habe sicher wie alle meine Kollegen

kein Problem, meinen Tag mit Aufgaben

zu füllen. Für die Stiftung und die Unterstützung

der Idee des großen Preises war

dennoch immer ein Zeitfenster offen.

Das Engagement der Initiatoren und

der „Spirit“ aller Beteiligten bringt eine

erfrischende und notwendige Farbe und

Emotionalität in die unternehmerische

Praxis und den unternehmerischen Alltag.

Die Art und Weise der Anerkennung

ist absolut authentisch und ich bin immer

wieder überrascht und beeindruckt, welche

motivatorische Wirkung daraus entsteht

für Ehrgeiz und unternehmerisches

Handeln und die damit verbundene Verantwortlichkeit.

Ich werde diese Idee auch künftig

gern weiter unterstützen.

Matthias Freiling, Gründer und

Geschäftsführer HR-ARENA GmbH,

Berlin, stellv. Vorsitzender des

Unternehmerbeirats ó

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Zuverlässiger Begleiter

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung

48

Seit 2012 beteiligen wir uns am Wettbewerb

„Großer Preis des Mittelstandes“

der Oskar-Patzelt-Stiftung. Während

all dieser Jahre wurden wir jederzeit

kornpetent und in vorbildlicher Weise

von der Oskar-Patzelt-Stiftung betreut,

so dass alle unsere Erwartungen erfüllt

wurden.

Sämtliche Veranstaltungen rund um

den Wettbewerb sind vorbildlich organisiert

und die Preisverleihungen haben

stets einen glanzvollen, dem Anlass

gerecht werdenden Rahmen. Es besteht

die Möglichkeit, sich mit anderen mittelständischen

Unternehmen zu vernetzen.

Der Wettbewerb ist für Mittelständler

ein ideales Instrument, um in Wirtschaftskreisen

Aufmerksamkeit zu erzeugen

und die Oskar-Patzelt-Stiftung ist

hierbei ein zuverlässiger Begleiter.

Paul Heinz Bruder,

Geschäftsführender Gesellschafter

BRUDER Spielwaren GmbH + Co. KG,

Fürth, 2013 Preisträger, 2015 Premier

Einsatzfreude und Hingabe

Die deutsche Wirtschaft ist geprägt von

ihren mittelständischen Unternehmen.

Über 99 Prozent der Firmen in Deutschland

sind Mittelständler. Sie erwirtschaften

mehr als die Hälfte der Wertschöpfung,

stellen fast 60 Prozent aller

Arbeitsplätze und über 80 Prozent der

betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

Der Mittelstand ist der wichtigste Innovations-

und Technologiemotor Deutschlands

und kann zurecht als der Erfolgsfaktor

der deutschen Wirtschaft bezeichnet

werden. Diese herausragende Bedeutung

des Mittelstandes wird jedoch oft nicht

wahrgenommen und in ausreichendem

Umfang herausgehoben. Umso mehr ist

daher das Engagement der Oskar-Patzelt-

Stiftung zu würdigen, die sich zum Ziel

gesetzt hat, den Stellenwert und die Relevanz,

die der Mittelstand hat, zu betonen.

Der Stiftung ist es gelungen, den

vor ihr verliehenen „Großen Preis des

Mittelstandes“ zur wichtigsten Auszeichnung

für den deutschen Mittelstand

zu machen. Gleichzeitig inspiriert

und fördert sie die Unternehmen und

unterstützt die Bildung von Netzwerken.

Besonders beeindruckt uns seit Jahren

die außergewöhnliche Einsatzfreude und

Hingabe, mit der sich Vorstand und Mitarbeiter

der Oskar-Patzelt-Stiftung für

die Belange des Mittelstandes einsetzen.

Dies gilt auch für die gradlinige und eindeutige

Haltung, mit der die Positionen

des Mittelstandes in der Öffentlichkeit

vertreten werden.

Bruno Jaeger, Prokurist,

Volksbank RheinAhrEifel eG,

Weißenthurm, 2015 Bank des Jahres,

2018 Premier-Bank

Besonders wertvoll

Die Oskar-Patzelt-Stiftung setzt sich

wie kaum eine andere Organisation in

der Bundesrepublik vorbildlich und mit

vollem Engagement – und dies bei rein

ehrenamtlicher Arbeit - für den Mittelstand,

seine Belange, Sorgen und Nöte

und ja auch seine Chancen und Erfolge

ein.

Nicht umsonst ist der Große Preis

des Mittelstands die begehrteste Wirtschaftsauszeichnung

Deutschlands, die

auch uns als familiengeführtes mittelständisches

Unternehmen in der

4. Generation sehr wichtig ist und am

Herzen liegt. Wir sind stolz mehrfacher

Preisträger zu sein - zuletzt mit der Auszeichnung

zum Premier - und sind beeindruckt

von der Resonanz der regionalen

wie auch der Fachpresse, unserer Kunden,

Lieferanten und aller Stakeholder auf die

Auszeichnungen. Preisträger zu sein hat

uns in den vergangenen Jahren vielfach

Türe und Toren geöffnet, unser Image

gesteigert und uns auch in der Attraktivität

als Arbeitgebern und Ausbildungsunternehmen

gewinnen lassen.

Besonders honorieren wir, dass der

Große Preis des Mittelstandes und die

Oskar-Patzelt-Stiftung unabhängig arbeiten

und stets das Unternehmen als Ganzes

in seiner Performance ausgezeichnet

wird.

WIR SEHEN DIE

ZUKUNFT VORHER,

WEIL WIR SIE ERFINDEN.

DREIHUNDERTFÜNFUNDSECHZIG.

PREISTRÄGER

2014

Ehrenplakette

2017


© Johannes Wosilat

Im Netzwerk der Besten gibt es immer angeregte Diskussionen, wie hier zum

OPS-Power-Workshop beim 3. Dialogtag im März 2018.

Vielfache Aspekte werden in allen

Phasen des Verfahrens beleuchtet und

über mehrere Jahre hinweg, so dass die

Auszeichnung keine punktuelle Bewertung

darstellt sondern eine umfassende

Betrachtung der Unternehmensentwicklung.

Dies macht die Auszeichnung besonders

wertvoll. Wir schätzen das Netzwerk

das sich uns durch die Oskar Patzelt Stiftung

eröffnet hat und uns in regen Kontakt

und Austausch mit dem deutschen

Mittelstand bringt und win-win-Situationen

schafft.

Die Oskar-Patzelt-Stiftung ist nicht

einfach eine „Organisation die einen Preis

vergibt“ die Oskar-Patzelt-Stiftung ist ein

Partner und Förderer des Mittelstands!

Ferdinand Munk,

Geschäftsführender Gesellschafter

GÜNZBURGER STEIGTECHNIK GMBH,

Günzburg, 2009 Preisträger,

2015 Premier-Finalist, 2017 Premier

Von den Besten lernen

Wir erleben die positive Wirkung der

Oskar-Patzelt-Stiftung und ihres „Großen

Preises des Mittelstandes“ auf unsere

Wirtschaft seit vielen Jahren.

Die Stiftung widmet sich gezielt

dem Mittelstand, der in der nationalen

und internationalen Politik weit weniger

im Fokus steht als große Konzerne. Tatsache

ist aber, dass die wirtschaftliche

Leistungskraft unseres Landes zum überwiegenden

Teil durch den Mittelstand

geprägt und vorangebracht wird.

Durch den Wettbewerb „Großer Preis

des Mittelstandes“ werden die wirtschaftlichen

Potentiale des Mittelstandes einer

breiten Öffentlichkeit nahe gebracht und

in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

gerückt. Die Unternehmen, die beim

Wettbewerb um den Großen Preis des

Mittelstandes nominiert und ausgezeichnet

werden, dienen anderen Mittelständlern

als Vorbild und Orientierung.

Mit dem „Kompetenznetz Mittelstand“

werden zudem alle nominierten

und ausgezeichneten Unternehmen miteinander

vernetzt, so dass diese sich auch

überregional austauschen und vernetzen.

Nach dem Motto „Von den Besten lernen“

können gerade junge und frisch nominierte

Unternehmen gute Ratschläge

gebrauchen und nehmen sie gerne an.

Wir nominieren regelmäßig Unternehmen

aus unserem Geschäftsgebiet

für den Großen Preis des Mittelstandes

und können insofern hautnah miterleben,

welch große Wirkung allein schon

die Nominierung entfaltet. Die damit

verbundene Würdigung und öffentliche

Anerkennung der Leistungskraft der

Nominierten und insbesondere auch der

ausgezeichneten Unternehmen setzt

zusätzliche Potentiale frei, wie wir immer

wieder erleben können.

Dr. Heiner Kleinschneider,

Geschäftsführer,

Wirtschaftsförderungsgesellschaft für

den Kreis Borken mbH, Ahaus,

2006 Kommune des Jahres,

2012 Premier-Kommune,

2018 Premier-Ehrenplakette ó

49

PT-MAGAZIN 5/2019

Oskar-Patzelt-Stiftung


Purpose:

der „höhere Sinn und Zweck“

PT-MAGAZIN 5/2019

Wirtschaft

50

Angeblich genügt es heute nicht

mehr, herausragend funktionale

und langlebige Produkte herzustellen,

exzellenten Kundenservice zu betreiben

und Arbeitsplätze zu bieten. Der USP

eines Unternehmens müsse erweitert

werden um ganzheitliche Fairness und

Nachhaltigkeit und die Auskunft darüber,

was das Unternehmen dazu tut, „die Welt

besser zu machen“.

Daher brauche es

Purpose: einen höheren

Sinn und Zweck.

Gutes Tun und Gutes

bewirken.

Purpose deklamiert neben der

Daseinsberechtigung eines Unternehmens

das Zusammenlaufen individueller,

kollektiver, unternehmerischer und

gesellschaftlicher, wahlweise globaler

Interessen. Antworten auf die Frage:

„Welchen Nutzen stiftet das Unternehmen?“

überschreiten den betriebs- und

gar volkwirtschaftlichen Wirkungsraum.

Nach außen betont Purpose eine

wesentliche Komponente von Image und

Reputation. Purpose wird zu einem „Narrativ“,

einer Erzählung oder Geschichte.

Das Narrativ sorgt dafür, dass dasjenige

in den Vordergrund rückt, was Konzepte

gesellschaftlicher Verantwortung von

Unternehmen bis dato angeblich vernachlässigen,

nämlich die „Verpflich-

Purpose als

Container

Purpose dient als Container

für ideologisch

eingebettete ethische,

sozioökonomische,

soziale, ökologische

Überzeugungen

und Ambitionen, die

das Unternehmen

„antreiben“ und als

„gutes Unternehmen“

profilieren.

Purpose wird

nicht einfach als notwendige

Bedingung

für unternehmerischen

Erfolg verpackt,

sondern verkündet

einen „höheren

Sinn und Zweck“

des Unternehmens.

Unternehmen werden

zu gesellschaftspolitischen

Akteuren

mit ethischem

Anspruch. Adressaten

und Nutznießer von Purpose sind Stakeholder

aller Provenienz bis zum Konsumenten,

sind Gesellschaft, Umwelt und

Natur. Purpose umschließt ein breites

Repertoire an Facetten, etwa individuelles

Wohlbefinden angestellter und freier

Mitarbeiter, als gerecht, fair und menschenrechtskompatible,

wertschätzende

Arbeitskonditionen, ökologische, klimaverträgliche,

idealerweise friedenstiftende

Produktentwicklung, Produktion,

Logistik, Wartung und Services aller Art.

Purpose wird weltanschaulich zeitgeistharmonisch

eingebettet und normativ

eingesetzt.

Nach innen markiert Purpose eine

semantische und sinnstiftende Klammer

und übernimmt orientierende und motivationale

Funktionen von Leitbild, Vision,

Mission, Sinn. Wie diese dient Purpose

als Referenz für sämtliche unternehmerischen

Aktivitäten in- und extern sowie

als Identifikationsquelle für Mitarbeiter,

Zulieferer, Kunden.

© anja schindler auf Pixabay

tung“, „diese Welt besser zu machen“.

Neben bekannten Regelwerken kursieren

neue. Stichworte: Corporate Social

Responsibility, Environmental, Social

and Governance Critieria für nachhaltige

Unternehmensführung, neuerdings: Sustainable,

Responsible and Impact-Investing,

das Anlege-, Investitions-, Beteiligungsentscheidungen

abhängig davon

macht, inwiefern sie Erwünschtes erhalten

bzw. dazu beitragen, Erwünschtes zu

schaffen.


Warum bezweifelt werden muss,

dass der Modebegriff „Purpose“

Neues transportiert.

Purpose-Penetranz

Die moralische Aufladung von Wirtschaften

fließt zunehmend in Anlageentscheidungen

ein, da Anleger „zunehmend

nicht nur nach dem wirtschaftlichen

Erfolg“ schauen, sondern sie „achten

auch auf verantwortungsvolle Unternehmensführung“.

Diese meint: „unternehmerisches

Handeln im Einklang mit

Gesetzen, Richtlinien, Kodizes und Satzungen

(neudeutsch Compliance) und

moralischen Werten“, in dessen Zentrum

„Verantwortung gegenüber Mitarbeiter

und Gesellschaft, einschließlich

Umwelt- und Klimaschutz – zusammenfassend

auch Nachhaltigkeit genannt“,

auszuüben, einschließlich der Bedürfnisse

„aller Interessengruppen (Kunden,

Mitarbeiter, Gesellschaft)“ (Schoppen,

Willi: Werte schaffen Wert. In: Die Zeit

4.4.2019, S. 29).

Purpose soll das Unternehmen durchdringen

und erfasst neben Strategischem

„Führungspersonal“, „Werte“ und deren

Harmonisierung. Selbst die Persönlichkeit

von (maßgeblichen) Akteuren soll

auf Passung durchleuchtet werden.

Zu den einschlägigen Bemühungen,

ein „gutes“ Unternehmen zu schaffen,

passt die Ausweitung der „Kampfzone“

rund um Compliance. So bewegen sich

etwa Marcel Schütz und Richard Beckmann

in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung (Ein bisschen geflunkert

wird immer. In: FAZ 23.4.2019, S. 18)

im Sog etwa von Stefan Kühl, Organisationssoziologe,

und Oswald Neuberger,

Organisationspsychologe, die aus theoretischen

und praktischen Gesichtspunkten

zeigen, dass und inwiefern es einem

guten Zweck dienen und für das Überleben

einer Organisation notwendig sein,

von offiziellen Regeln und Normen abzuweichen,

sie zu dehnen, gegen sie zu verstoßen.

Inwiefern sich Unternehmen dieser

Allinklusivität von Verantwortung

auch justiziabel verpflichten wollen, ist

durchaus fraglich. Die umgreifende und

das Wirtschaftssystem transzendierende

Verantwortungszuschreibung von

Unternehmen und Managern hat durchaus

Unerwünschtes und praktisch nicht

Leistbares im Gepäck. Dies mag man

exemplarisch an den Argumenten ablesen,

die angeführt werden, um sich etwa

gegen eine zunehmende Instrumentalisierung

für politische Zwecke und Ambitionen

zu wehren. Sichtbar auch aktuell

an einem Gesetzesentwurf, der Unternehmen

haftbar machen will dafür, dass

sämtliche Akteure und Prozesse im Rahmen

der gesamten Lieferkette politisch

vorgegebene ethisch fundierte Normen

einhalten. Diese Gesetzesinitiative stößt

auf breitere Ablehnung in grundsätzlich

wohlwollenden („Purpose“!) Wirtschaftskreisen

aus diversen Gründen und

nicht zuletzt, weil weder Kontrollierbarkeit

noch Zugriffsbefugnisse garantiert

werden können und Manager für etwas

haftbar gemacht werden sollen, das sich

außerhalb ihrer Gestaltungsmacht befindet.

Ist Purpose notwendig und neu?

Georg Merck bringt es auf www.faz.net

am 11.03.2019 auf den Punkt: „Aber keine

Frage, ohne „Purpose“ geht es nicht. Ob

bei Henkel mit seinem Klebstoff, bei

Continental mit den Bremsen oder RWE

mit dem Strom – stets wird ein höherer

Sinn mitgeliefert. Thyssen-Krupp holt gar

Ahnherr Alfred Krupp hervor: „Zweck der

Arbeit soll das Gemeinwohl sein.“ Der

Pharmakonzern Merck preist sich als Diener

am medizinischen Fortschritt, Adidas

als Förderer der Gesundheit: „Durch Sport

das Leben verändern“, heißt in Herzogenaurach

der „Purpose“. Schwerer haben es

Konzerne mit weniger ansehnlichen Produkten.

Wie sollen Rohstoff-, Röhren- oder

Chemieproduzenten die Welt beglücken?

Auch das gelingt, wie die Bayer-Abspaltung

Covestro beweist. Der Frischling im

Dax hat noch am Tag der Gründung seinen

„Purpose“ festgelegt: „Wir wollen die

Welt lebenswerter machen.“ Polymere

sind eine feine Sache, gewiss, und der

Chemiekonzern BASF preist sich schließlich

auch dafür, eine „bessere Lebensqualität

für alle“ zu schaffen. Selbst der Lufthansa

genügt es nicht mehr, Leute von A

nach B zu fliegen. Nein, der wahre „Purpose“

besteht darin, „die Länder Europas

miteinander zu verbinden und Europa

mit der Welt“.

Bringt Purpose etwas Neues, oder ist

es nur ein Marketingbegriff, der scheinbar

Neues transportiert, alte Begrifflichkeit

lediglich ersetzt? Mit dem sich die

Hoffnung auf neue Attraktivität bzw.

Attraktoren verbindet? Ein Begriff, der

Image und Reputation eines Unternehmens

intern und extern steigern und

schlussendlich Kunden und Investoren

anlocken soll?

Um etwas Neues zu sein, müsste sich

Purpose von bisherigen Varianten und

Kriterien nachhaltiger Unternehmensführung

und Investitionsstrategie qualitativ

unterscheiden bzw. fundamental,

kategorial Neues einführen. Da Unternehmen

„gesellschaftliche“ Verantwortung

in einem expansiven Sinn und damit

Verantwortung für „Gemeinwohl“ bereits

seit Jahrzehnten zugeschrieben werden

und sich Unternehmen dem Anforderungskatalog

durch diverse Regelwerke

stellen, kann der Rhetorik um das Weltverbessertum

keine grundsätzliche Neuartigkeit

attestiert werden.

Purpose ist ein Mittel zum Zweck, ist

ein unternehmerisches Instrument oder

„Tool“, um langlebige Erfolgswahrscheinlichkeit

in Aussicht zu stellen. In der Verfolgung

dieses unternehmerischen Primärziels

bemühen sich Unternehmen

darum, betriebs- und volkswirtschaftliche,

ökologische, klimarelevante und am

Gemeinwohl entlang laufende Parameter

einzubeziehen. Sollte Purpose kategorial

Neues transportieren, ist es tief im Container

verborgen. ó

(gekürzte Version. Der vollständige Beitrag steht

unter www.pt-magazin.de/purpose

Über die Autorin

Dr. Regina Mahlmann bietet Unternehmen

Führungs- und HR-Unterstützung,

damit diese nachhaltig erfolgreich sein

können. Ferner ist sie aktiv als Coach, Speaker

und Textcoach/ Ghostwriter sowie

Autorin zahlreicher Bücher.

www.dr-mahlmann.de

51

PT-MAGAZIN 5/2019

Wirtschaft


Mitarbeiter 5.0

Quelle: H&H

Vom Mitarbeiter zum Mitunternehmer

Das H&H-Team Unternehmensbeteiligungsmodell

PT-MAGAZIN 5/2019

Gesellschaftsanteile:

Mitarbeiter 50%

Firmeninhaber 50%

Vermietung der (Bau-)

Maschinen an das

operative

Bauunternehmen

Mitarbeiter können sich nach 3 Jahren mit 2.500 Euro Kommanditeinlage beteiligen

Gewinn-Ausschüttung:

50% an die Gesellschafter

50% verbleiben in der Gesellschaft

(Altersvorsorge)

Wirtschaft

52

Für zwei Baufirmen ist Arbeit 4.0

ein „alter Hut“: Arbeitsformen und

Arbeitsverhältnisse innovieren auf Basis

klassischer Angestelltenverhältnisse

funktioniert leider nur selten. Das Mitarbeiterbeteiligungsmodell

der Heitkamp

& Hülscher GmbH & Co. KG und der H&W

GmbH & Co. KG geht weit darüber hinaus

und schafft so den „Mitarbeiter 5.0“.

Der bereits 13 Jahre währende Erfolg des

zeitlos-innovativen Beteiligungsmodells

gibt den Gründern Recht.

Das Bild ist vielen Bauunternehmern

ungewohnt: Statt der üblichen „Flucht“

aus den Baufahrzeugen, von der Baustelle

oder dem heimischen Bauhof zu

Feierabend sieht man Mitarbeiter, die

kurz vor Feierabend noch schnell die Fahrzeuge

von innen und außen säubern, die

ihre eigenen und die Werkzeuge ihrer

Kollegen für den Folgetag auf Verschleiß

prüfen und für den nächsten Tag vorbereiten,

die mit ihren Kollegen lebhaft diskutieren,

was man heute Neues gelernt

hat - und was man für die Zukunft besser

machen sollte.

Für die Baufirma Heitkamp & Hülscher

in Stadtlohn, Münsterland und die

mit ihr gesellschaftlich verbundene Baufirma

H&W aus Marl-Sinsen im Ruhrgebiet

ist dies gelebte Realität: Die beiden

Unternehmen verbindet nicht nur das

Fachliche, sondern auch, dass sie ausreichend

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

haben und dass diese gleichzeitig tatkräftige

Mitgesellschafter sind: Ihnen gehört

die Hälfte des Maschinenparks.

Dass eine finanzielle Einbindung

der Belegschaft hilft, das Eigenkapital

zu stärken sowie die Motivation zum

eigenverantwortlichen Einbringen im

Unternehmen zu erhöhen, ist nicht neu.

Alle Seiten können mittel- bis langfristig

von den vielfältigen Vorteilen profitieren,

so viele Unternehmensberater.

Hülscher ging noch einen Schritt weiter:

Er gründete 2006 das Mitarbeiterunternehmen

„H&H Team“, deren Geschäftsführer

er wurde. Die H&H Team GmbH

& Co. KG gehört zu 50% der Heitkamp

& Hülscher Straßen- und Tiefbau GmbH

und zu 50 % den beteiligten Mitarbeitern.

Sie vermietet dem operativen Bauunternehmen

über langfristige Verträge den

Gerätepark und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz

von rund 1,6 Millionen Euro.

Nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit

können Mitarbeiter/-innen zu Kommanditisten

der neuen Gesellschaft werden,

was auch alle Mitarbeiter bislang taten.

Bei H&W wurde die H&W TeamPower

nach dem durch H&H bekannten Muster

im Jahre 2010 mit derselben Motivation

gegründet.

Gesellschafter wird, wer 2.500 Euro in

die Firma investiert. Wer so viel Geld nicht

übrig hat, erhält von seinem Arbeitgeber

ein zinsloses Darlehen. Die jährliche

Rendite ist üppig: auf die Anlagesumme

HEITKAMP & HÜLSCHER GmbH & Co. KG

Schützenweg 68-70

48703 Stadtlohn

2019

info@heitkamp-huelscher.de

ITKAMP & HÜLSCHER GmbH HEITKAMP & Co. & HÜLSCHER KGmbH & Co. KG

ützenweg 68-70

www.heitkamp-huelscher.de

Schützenweg 68-70

703 Stadtlohn

48703 Stadtlohn

o@heitkamp-huelscher.de

2019

HEITKAMP

info@heitkamp-huelscher.de

02563/ 93-08-0 & HÜLSCHER GmbH & Co. KG

w.heitkamp-huelscher.de www.heitkamp-huelscher.de

Schützenweg 68-70

563/ 93-08-0

02563/ 93-08-0

48703 Stadtlohn

info@heitkamp-huelscher.de


AKTENLAGERUNG...

AKTENDIGITALISIERUNG...

ARCHIV-OUTSOURCING...

gerechnet bis zu 75 Prozent. Den Betrag

können die Beschäftigten auf maximal

5.000 Euro aufstocken.

Grundverständnis, Effekte und Nutzen

Wenn Baustellen-Geräte seltener defekt

sind und länger einsatzbereit sind, weil

sich die Mitarbeiter dafür verantwortlich

fühlen, sinken die Kosten und es steigt

der Gewinn. Logisch, weil die Reparaturkosten

kontinuierlich sinken und die Laufzeiten

der Maschinen sich verlängern. Die

Reparaturkosten sind bei beiden Beteiligungsunternehmen

im Wettbewerbsvergleich

um mindestens 20 % geringer.

Ebenso werden wesentlich mehr

Optimierungsvorschläge gemacht, die

z.B. die Zusammenarbeit, den Kraftstoffverbrauch

der Maschinen, den Diebstahlschutz

oder die preisgünstige Anschaffung

und den Einsatz zusätzlicher neuer

Geräte betreffen. Neuanschaffungen

werden grundsätzlich vorher mit den Kollegen

beraten: Denn kontraproduktiv ist

es, wenn ein Maschinist auf einem Gerät

sitzen muss, das er eigentlich gar nicht

haben wollte.

Imageverbesserung und

Arbeitgeberattraktivität

„Wir haben inzwischen ein innovatives

und spannendes Image in der Branche,

sodass wir keine Probleme haben, neue

Fachkräfte zu finden“, berichtet Hülscher.

Man nennt sich „das H-Team“, angelehnt

an die Action-Serie „A-Team“ aus den

80er Jahren. „Das gefällt den Kunden und

den Kollegen - alles Helden mit Talent!“,

freut sich Hülscher.

Skeptische Mitarbeiter

Nicht alle Kollegen waren sofort überzeugt,

sie hatten Angst davor, ihre Einlage

zu riskieren, weil sie als Kommanditisten

mit ihrer Einlage z.B. für Verbindlichkeiten

der Firma, haften. So wurden zur Gründung

der H & H Team fast alle berechtigten

Mitarbeiter zu Mitunternehmern-

aber eben nur fast: 4 Mitarbeiter

lehnten das Angebot ab, weil es ihnen

nicht geheuer war. Heute allerdings sind

alle berechtigten Mitarbeiter Mitgesellschafter

der H&H Team. Bedenken dieser

und anderer Art konnten nur aufgelöst

werden, weil man sich für jeden Kollegen

persönlich Zeit genommen hat, um das

Konzept zu erklären.

Rechtliches Konstrukt

Rechtlich ist es so, dass selbst im Fall einer

Insolvenz der operativen Gesellschaft

die Maschinen durch die H & H Team an

Dritte vermietet, verkauft oder verpachtet

werden können. Einem Anlagevermögen

von schätzungsweise 4,5 Millionen

Euro stehen heute Verbindlichkeiten von

gerade einmal 0,9 Million Euro gegenüber,

was zeigt, dass das Risiko seine

Anlage zu verlieren gegen null geht. Und

wer als frischgebackener Kommanditist

nicht in der Lage ist, seine Gewinne beim

Finanzamt korrekt anzugeben, den unterstützt

die Gesellschaft sogar bei der privaten

Steuererklärung.

Der Erfolg gibt diesem besonderen

Modell der konsequenten und transparenten

Mitarbeiterbeteiligung in jeder

Hinsicht Recht.

Erwin Hülscher bekommt bereits

Anfragen von weiteren Unternehmennicht

nur aus der Baubranche. „Die Struktur

dieses Beteiligungsmodelles kann eins

zu eins auf andere Firmen übertragen

werden- wichtig ist dann im Anschluss,

dass die neue Kultur der Transparenz

und Konsequenz gezielt aufgebaut wird.

Aber auch dafür bieten wir bereits IT-und

Schulungsformate wie PERATEX®, die

Wissensbilanz „Made in Germany“ und

andere bewährte Lösungen an.“, so Erwin

Hülscher. Er reist derzeit als Experte und

lebender Erfolgsgarant für sein Mitarbeiter-Beteiligungsmodell

zu vielen Unternehmen,

die sich genau diesen Typ von

Mitarbeiter 5.0 wünschen: Eigenverantwortlich

denkend und handelnd und

dabei sowohl das eigene Team, die Pflege

und Entwicklung des eigenen Bereiches

als auch den Gewinn am Ende des Jahres

stets im Auge behaltend.

Der Mitarbeiter 5.0 eben. ó

(gekürzte Version. Der vollständige Beitrag steht

unter www.pt-magazin.de/mitarbeiter5.0)

Über den Autor

Erwin Hülscher führt mit Weitblick. H&H

sind nicht die einzigen Tief- und Straßenbauer

am Markt, „aber dafür einzigartig“.

Hier „liebt man es, wenn ein Plan funktioniert“.

Dieses Leistungsversprechen ist das

Credo des H-Teams.

Eigenständige Brandabschnitte.

Feuer im Container erlischt

aufgrund Sauerstoffmangels.

Schutz durch wasserdichte aber

atmungsaktive Konstruktion.

Schutz vor Licht und Staub.

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und Aktendigitalisierung,

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die sich in hochgesicherten

Hallen befinden. In den Containern

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Bei Bedarf können die

Einheiten zusätzlich

klimatisiert werden.

Das gesamte Lager

ist videoüberwacht,

jeder Container

elektronisch

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TEL. 04402 / 98 3000


SMiLE und EDAN

Robotische Assistenzsysteme

als Unterstützung in der Pflege

PT-MAGAZIN 5/2019

Wirtschaft

Unsere Gesellschaft wird kontinuierlich

älter, und die daraus

entstehende Versorgungslücke gehört

wohl zu den gravierendsten Problemen,

mit denen sich Deutschland in den kommenden

Jahrzehnten auseinandersetzen

muss. Bereits jetzt ist der Pflegebedarf

nicht ausreichend gedeckt, und durch

den demographischen Wandel wird sich

dies noch weiter verschärfen. Knapp drei

Millionen Menschen sind auf ambulante

oder stationäre Pflege angewiesen - und

die Zahl könnte bis 2030 auf etwa 3,6 Mil-

für Wirtschaft, Landesentwicklung und

Energie gefördert.

„Die Vision von SMiLE ist es, Menschen

trotz alters- oder krankheitsbedingter

Bewegungseinschränkungen zu

einem erfüllteren und selbständigeren

Leben zu verhelfen“, sagt Institutsleiter

Prof. Alin Albu-Schäffer. „Bei den SMiLE-

Robotern kommen digitale Spitzentechnologien

zum Einsatz, die seit Jahren in

der Weltraumforschung entwickelt und

mit Astronauten erprobt wurden. Jetzt

kommen sie der Altenpflege zu Gute.“

© DLR

54

© DLR

lionen steigen. Während die Anzahl der

zu Pflegenden also stetig zunimmt, werden

die Menschen zugleich älter als noch

vor ein paar Jahrzehnten, und eine Ausbildung

im Bereich der Pflege ist für viele

momentan kein attraktiver Berufsweg.

Ein DLR-Projekt erforscht robotische

Lösungsansätze

Ein Lösungsansatz wird derzeit am Institut

für Robotik und Mechatronik des

Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

(DLR) im bayerischen Oberpfaffenhofen

entwickelt. Im Projekt SMiLE

(Servicerobotik für Menschen in Lebenssituationen

mit Einschränkungen) erforschen

Wissenschaftler gemeinsam mit

Pflegern und zu Pflegenden, wie robotische

Assistenzsysteme in diesem Bereich

und als Unterstützung für Menschen

mit Behinderungen eingesetzt werden

könnten. Das Forschungsvorhaben wird

durch das bayerische Staatsministerium

Doch welche Tätigkeiten können –

und vor allem sollen – Roboter in Zukunft

überhaupt übernehmen? Wie kann man

gewährleisten, dass der Mensch und

seine Bedürfnisse stets im Mittelpunkt

der technologischen Entwicklung stehen?

Und welche ethischen Fragestellungen

werden bei diesem hochsensiblen

Thema aufgeworfen?

Selbständig leben trotz wachsender

Engpässe in der Pflegeversorgung

Um diese Fragen auch aus pflegerischer

und alltagspraktischer Sicht zu beantworten,

arbeiten die Wissenschaftler

gemeinsam mit der Caritas in Garmisch-

Partenkirchen an möglichen Szenarien

für die robotische Assistenz der Zukunft.

Prof. Albu-Schäffer erklärt: „Am allerwichtigsten

ist uns dabei, die Erwartungen der

Patienten und des Pflegepersonals tiefgreifend

zu verstehen, um ihre tatsächlichen

Bedürfnisse zu adressieren.“ Oft

überlegten Menschen nachts lange, den

Pfleger zu holen, nur um die Bettdecke

auf- oder zuzudecken, so Albu-Schäffer.

„Das sind Dinge, an die man als nicht beinträchtiger

Mensch gar nicht denkt - und

bei denen so ein System die Unabhängigkeit

der betroffenen Menschen erhöhen

kann.“

Georg Falterbaum, Vorstandschef

des Caritasverbands für München und

Oberbayern erklärt: „Wir machen gerne

die Türen auf für neue Technologien,

wenn sie unsere Pflegekräfte entlasten,

den Menschen helfen und ethisch vertretbar

sind. Assistenzsysteme, die unser

Fachpersonal unterstützen, sind nur ein

Beispiel, wie Digitalisierung den Alltag

in der sozialen Arbeit verändert. Selbstverständlich

wird die Pflege immer analog

bleiben. Aber technische Neuerungen,

die unser Fachpersonal in seiner Arbeit

unterstützen, tragen auch zur hohen

Qualität in der Pflege bei.“

Allen Beteiligten ist klar: Robotische

Pfleger können und dürfen menschliche

Zuwendung und bestehende Pflegeleistungen

nicht ersetzen, sondern sollen vor

allem für eine Entlastung des Pflegepersonals

bei hoher Pflegequalität sorgen.

So können sie einen entscheidenden Beitrag

zur Verbesserung der Lebensqualität

der betroffenen Menschen und zur komfortablen

Kommunikation mit Angehörigen

und Helfern leisten. „Eine große Zielgruppe

des Projektes ist die zunehmende

Zahl alter, alleinstehender Menschen, die

länger ein selbständiges Leben in ihrer

eigenen Wohnung führen möchten. Viele

von ihnen möchten keine ständige Hilfs-


oder Pflegekraft beschäftigen oder können

sich diese finanziell gar nicht erst

leisten“, erklärt Professor Albu-Schäffer.

Das SMiLE Roboter-Team: Heimassistent

Justin und Rollstuhlassistent

EDAN

Im Rahmen des Projekts SMiLE kommen

verschiedene robotische Pflegeassistenten

zum Einsatz: Der zweiarmige, mobile

Heimassistenzroboter Rollin‘ Justin beispielsweise

wird als Unterstützung für

Pflegende, Angehörige und ältere Personen

mit moderaten Mobilitätseinschränkungen

dienen. Als sogenannter

humanoider Roboter sieht Justin sehr

menschlich aus. Mit seinen helfenden

Händen könnte er so ein selbstbestimmteres

Leben in den eigenen vier Wänden

ermöglichen.

Der Rollstuhlassistent EDAN umfasst

einen robotischen Arm samt Roboterhand,

montiert an einem elektrischen

Rollstuhl, den Menschen mit starken

motorischen Einschränkungen über

Muskelimpulse steuern können. Er kann

wesentliche tägliche Aufgaben durch

elektromyographische Steuerung (Messung

der verbliebenen Muskelaktivität)

teilautonom durchführen und es so auch

nahezu gelähmten Menschen ermöglichen,

selbständig Türen zu öffnen, hindurchzufahren

und Aufzugknöpfe zu drücken

oder Getränke zu reichen.

In beiden Fällen können die Benutzer

auf die Unterstützung seitens der Angehörigen

zurückgreifen, die die Roboter

über übliche Kommunikationsgeräte wie

Smartphones und Tablets zu steuern vermögen.

Zusätzlich können sie professionelle

Hilfe via Teleoperation (Fernsteuerung)

aus einem Pflege-Kontrollzentrum,

angeschlossen über wirkungsvolle Kraftrückkopplungsgeräte,

in Anspruch nehmen

– so die Vision. Die verwendeten

Methoden sind bereits in der Raumfahrt

ausführlich getestet worden. So setzten

europäische, amerikanische und russische

Astronauten diese in Deutschland entwickelte

Technologie ein, von der Internationalen

Raumstation aus einen Roboter

in Oberpfaffenhofen im Rahmen unterschiedlichster

Experimente zu steuern.

So könnten robotische Systeme als

unterstützende Technologie in Zukunft

einen wertvollen Beitrag leisten, die

gesellschaftlichen Herausforderungen

in den kommenden Jahrzehnten abzufedern.

Langfristig könnte diese Technik

auch größere gesellschaftliche Auswirkungen

mit sich bringen, und sich beispielsweise

auf Ausbildung und Berufsbild

von Pflegern auswirken. „Wir haben

ein erstes Verständnis dafür entwickelt,

um jetzt die Erprobung durchzuführen“,

sagt Albu-Schäffer. „Es wird noch einige

Jahre dauern, bis man die Berufsbilder

Pflegetechniker oder Telepflegeassistent

vollständig ausgearbeitet hat.“ Aus diesem

Grund ist es aus Sicht des DLR-Teams

besonders wichtig, alle Beteiligten wie

Pflegende, Angehörige, Pflegekräfte, Träger

von Pflegeeinrichtungen, Pflegeausbilder,

oder Experten aus dem Bereich

der Ethik bereits im Entwicklungsprozess

intensiv einzubinden. ó

Über die Autorin

Lioba Suchenwirth ist Journalistin und

Politikwissenschaftlerin. Am DLR-Institut

für Robotik und Mechatronik arbeitet sie

als Institutsbeauftragte für Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit.

Über den Autor

Dr.-Ing. Alexander Dietrich ist Forschungsgruppenleiter

am Institut für Robotik und

Mechatronik des DLR und Co-Projektleiter

des SMiLE-Projekts.

55

PT-MAGAZIN 5/2019

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Wirtschaft

© Gerd Altmann auf Pixabay

5 Phasen der Transformation

Personalstrategie und Prozessintegration als Eckpfeiler der Digitalisierung

56

Die digitale Transformation steht

aus gutem Grund ganz oben auf

der Agenda vieler Unternehmen. Die Welt

verändert sich und sie verändert sich

schnell. Laut der Boston Consulting Group

ist die durchschnittliche Lebensdauer

eines Großunternehmens in den letzten

50 Jahren um 75 Prozent gesunken – von

durchschnittlich 60 Jahren auf nur noch 15

Jahre. Globalisierung, der rasche technologische

Fortschritt und ständig wechselnde

Anforderungen der Endkunden sprechen

eine deutliche Sprache: mitspielen in der

digitalen Welt oder untergehen. Es besteht

jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen

der offensichtlichen Notwendigkeit zur

Digitalisierung und dem aktuellen Stand

des Fortschritts. Denn obwohl die passenden

Mitarbeiter und Fähigkeiten in Zeiten

der Digitalisierung die Basis für den Unternehmenserfolg

bilden, hinken gerade die

HR-Abteilungen der Entwicklung hinterher.

Die gute Nachricht zuerst: Die Angst,

dass die digitale Transformation unmittelbar

zum Verlust von Arbeitsplätzen führt,

scheint sich nicht zu bestätigen. Nur 16

Prozent der CEOs planten laut PwC, die

Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr zu

senken – und nur ein Viertel von ihnen gab

an, dass dies auf die Technologie zurückzuführen

ist. 52 Prozent der Unternehmensleitungen

planten hingegen mehr Mitarbeiter

einzustellen. Die Notwendigkeit,

Technologie mit den passenden menschlichen

Fähigkeiten zu kombinieren ist für

die meisten CEOs klar ersichtlich. Aber wie

steht es mit der Anwerbung und Ausbildung

von Mitarbeitern mit den entsprechenden

Fähigkeiten?

Für einige „digital native“ Unternehmen

wie Google, Amazon, Netflix oder

Airbnb ist das Rezept für digitalen Erfolg

einfach. Sie sind bereits gut positioniert,

um die besten digitalen Talente anzuwerben,

zu halten, sie gut zu bezahlen und

sie zu inspirieren, Teil eines Spitzenteams

im Bereich Digital Business zu sein. Die

Herausforderung für Unternehmen auf

dem Weg zu digitalen Modellen, „Digital

Migrants“, ist jedoch erheblich. Fehlende

Fähigkeiten von Mitarbeitern sind

für 7 von 10 deutschen Firmen das größte

Digitalisierungs-Hindernis, wie eine aktuelle

Studie unter Mitgliedern des CDO

Executive Circle zeigt. Aber wie können

Finanzinstitute, Dienstleister oder produzierende

und Industrieunternehmen

die digitale Transformation umsetzen,

wenn gerade ihre Personalabteilungen

der Entwicklung hinterherhinken? Beispielsweise

läuft laut Cisco mittlerweile

40 Prozent des Internetverkehrs über Milliarden

an Mobilgeräten. Viele HR-Teams

haben aber noch keine mobile Lösung für

Mitarbeiter und Bewerber.

Die Deloitte-Studie zu Human Capital

Trends zeigt, dass 92 Prozent der Unternehmen

versuchen, sich zu reorganisieren,

um eine neue digitale Kultur aufbauen

zu können, aber nur 14 Prozent geben an,

dass sie wissen wie. Dabei könnten und

sollten die Personalabteilungen die Entwicklung

hin zur Digitalisierung maßgeblich

unterstützen. Das zeigt sich besonders

in den folgenden Bereichen:

Digitales Lernen – ermöglicht es, die

digitalen Fähigkeiten der Mitarbeiter weiterzuentwickeln

und den sich ständig verändernden

Anforderungen anzupassen.

Ständiges Lernen und Weiterentwicklung

sind ein maßgeblicher Erfolgsfaktor

für die digitale Welt. HR-Teams können

sicherstellen, dass diese Aufgabe in den

Karriere- und Arbeitsprozess integriert,

nachverfolgt, bewertet und optimiert

wird.

Digitaler Arbeitsplatz – verbindet

und befähigt die Belegschaft mit modernen,

integrierten digitalen Anwendungen

und Self-Service-Tools. Die Integration

von Workforce und Talent Management

sowie digitalem Lernen vereinfacht nicht

nur die Anwendung innerhalb des täglichen

Arbeitsprozesses, sondern steigert

auch die Effizienz und Transparenz für

Manager und Mitarbeiter.

„Digitale Fachkräfte“ – Nur wer in

Digitalisierung investiert, kann auch Top

Talente gewinnen, denn fähige Mitarbeiter

mit digitalen Skills möchten auch in

Organisationen arbeiten, die ein entsprechendes

Arbeitsumfeld und spannende

Aufgaben bieten.

Die 5 Phasen der Transformation

Natürlich wird in den wenigsten Unternehmen

die HR-Umgebung auf der grünen

Wiese neu aufgebaut und damit von

Anfang an auf digitale Prozesse ausgerichtet

und vollständig integriert. Daher

kann man in den meisten Organisationen

eine schrittweise Transformation beobachten,

die sich in 5 Phasen unterteilen

lässt:

Phase 1 – Silo-Status: Lernangebote,

Talent und Workforce Management sind

separate Prozesse. Die HR- und Lernkultur

ist sehr hierarchisch und tut sich häufig


schwer, Mitarbeiter zu motivieren. HR-

Prozesse werden reaktiv nach Geschäftsanforderungen

ausgerichtet.

Phase 2 – Zielorientierung: Erste Verknüpfungen

zwischen Lernangebote, Talent

und Workforce Management werden

eingerichtet. Das Management erkennt

die Wichtigkeit das Engagement der Mitarbeiter

zu fördern. Die HR orientiert sich

proaktiver an Geschäftsanforderungen.

Phase 3 – Transformation: Lernangebot,

Talent und Workforce Management werden

mit geeigneten Tools zusammengeführt.

Eine mitarbeiter-zentrische Kultur

setzt sich durch. Mitarbeiter werden aktiv

gefordert und dabei gefördert, ihre Weiterbildung

und Karrieren voranzutreiben.

Phase 4 – Etablierung: Es entsteht eine

Mitarbeiterkultur mit hohem Engagement

und schneller Reaktionsfähigkeit

bei Veränderungen von Struktur und

Anforderungen. Die HR wird zum Workforce-Architekt

mit fortschrittlichen

Strategien und Tools. Ansprechende

integrierte Prozesse für Lern-, Talent und

Workforce Management führen zu einer

hohen Annahme bei den Mitarbeitern.

Phase 5 – Digital Optimiert: Ein sich

selbst entwickelndes Ökosystem ist entstanden.

Ausgefeilte Strategien bilden

die Grundlage für geschäftliche Anpassungen.

Eine populäre und motivierende

Unternehmenskultur sowie eine personalisierte

Mitarbeitererfahrung mit

Unterstützung in allen HR- und Arbeitsbereichen

stellt ein hohes Engagement

der Mitarbeiter sicher.

Über die Autorin

Die Organisationspsychologin Doris Niederwieser

ist mit 15 Jahren HR- und HCM-

Erfahrung Customer Sales Director DACH

bei SumTotal.

Im Idealfall wird diese Transformation

durch die schrittweise Integration

aller unterstützenden Systeme über

eine gemeinsame Plattform umgesetzt.

Genauso wichtig wie die Wahl der technischen

Hilfsmittel ist es aber auch die

bestehende Strategie und Vision zu überprüfen

und sich an den neuen Zielen der

digitalen Transformation auszurichten.

So lässt sich auch ermitteln, an welchem

Punkt der Transformation das eigene

Unternehmen steht und eine Roadmap

aufbauen, bei der auch die Governance-

Struktur und Überlegungen zum Änderungsmanagement

beachtet werden.

Weder einzelne Mitwirkende noch

Manager können ihr Bestes geben, wenn

ihre Produktivität durch getrennte HR-

Prozesse, wie Lernen, Leistungsfeedback,

Vergütung, Nachfolgeplanung und Zeiterfassung

sowie Anwesenheit beeinträchtigt

werden. Darüber hinaus kann

die Personalabteilung den Mitarbeitern

die Unterstützung bieten, die für die

digitale Transformation erforderlich ist,

wenn jeder Talententwicklungsprozess

in einem Silo stattfindet.

Eine Technologieplattform mit

modernsten, integrierten Tools und Prozessen,

modularen Angeboten und mobilen

Zugriffsoptionen hilft Unternehmen

Mitarbeiter zu gewinnen, besser kennenzulernen,

weiterzuentwickeln, ihr Engagement

anzuregen und zu belohnen. Sie

sollte Führungskräften die Einsichten

vermitteln, die sie benötigen, um ihre

Teams zu führen, produktive Aktivitäten

voranzutreiben und gleichzeitig die

Zusammenarbeit und die kontinuierliche

Entwicklung fördern, um Geschäftsergebnisse

zu verbessern. ó

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PT-MAGAZIN 5/2019

Wirtschaft

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Südwest

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Baden-Württemberg • Hessen •

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deutschland

Rheinland-Pfalz • Saarland

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01 Bad Soden im Taunus, Hessen © lapping-pixabay

02 Limburger Dom, Hessen © Rene Schue-pixabay

03 Schloss Favorite, Ludwigsburg, Baden-Württemberg © Th_G-pixabay

04 Völklinger Hütte, Saarland © Dorolein-pixabay

05 Saarpolygon, Huelzweiler, Saarland © Newcommer-pixabay

06 Frankfurt, Hessen © lapping-pixabay

07 Rote Moschee, Schwetzingen, Baden-Württemberg © lapping-pixabay

08 Cochem, Rheinland-Pfalz © FelixBerger-pixabay

09 Bernkastel-Kues, Rheinland-Pfalz © Günther Schneider-pixabay

10 Orangerie, Kassel, Hessen © Lars Hoffmann-pixabay

11 Stausee Losheim, Saarland © Ralf Oreskovic-pixabay

12 Europäische Zentralbank, Frankfurt, Hessen © lapping-pixabay

13 Förderturm Göttelborn, Saarland © B_A-pixabay

14 Bretten, Baden-Württemberg © lapping-pixabay

15 Moselschleife, Rheinland-Pfalz © wilhei-pixabay

16 Deutsches Eck, Koblenz, Rheinland-Pfalz © Gert Spießhofer-pixabay

17 Heidelberg, Baden-Württemberg © Herbert Aust-pixabay

Hintergrundbild:

Schloss Lichtenstein, Baden-Württemberg © TommyRau-pixabay

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PT-MAGAZIN 5/2019

Südwestdeutschland

60

Sicherer Arbeitsplatz und neue

Heimat in Pirmasens

Die Südwestpfalz gehört zu den

beschaulicheren Regionen. Das

gilt auch für Pirmasens, wo Grenzlage

zum Elsaß, Strukturwandel und demografische

Entwicklung die Wirtschaft belasten.

Qualifizierte Arbeit gibt es dennoch und

oft ziehen neue Mitarbeiter von weit her.

Niedergang der Schuhindustrie,

Abzug der US-Streitkräfte und demografisch

bedingter Einwohnerschwund:

Pirmasens hatte in den letzten 25 Jahren

einiges zu verdauen. Große Stütze ist

das Unternehmertum mit mehr als 2.000

Betrieben, das in der ca. 40.000 Einwohner

zählenden Stadt über 18.500 sozialversicherungspflichtige

Arbeitsplätze

stellt.

Arbeitgeber kommen aus Schuhbranche,

Maschinenbau, Logistik und Verpackungsindustrie,

viele aus Kunststoff- und

Klebetechnik. Das hat einen historischen

Grund: Die Stadt galt in der Blütezeit der

Schuhindustrie als Deutsche Schuhmetropole

und viele Unternehmen, die auf

die Schuhindustrie ausgerichtet waren,

suchten ihr Heil nach deren Rückgang

in der Diversifizierung. So wurden aus

Zulieferern der Schuhfabriken Spezialisten

anderer Branchen.

Doch noch immer konzentriert sich

das Know-how um Leder und Schuhe.

Davon zeugen das ansässige Internationale

Schuhkompetenzzentrum ISC,

das Prüf- und Forschungsinstitut PFI,

die Hochschule mit Studienrichtungen

Kunststoff-, Leder- und Textiltechnik

sowie die Deutsche Schuhfachschule.

Auch weiterhin sind Zulieferer verortet

und namhafte Produzenten wie Peter

Kaiser (älteste Schuhfabrik Europas), Kennel

& Schmenger, Caprice, Semler und

Bernd Hummel.

Von dieser starken Unternehmerschaft

profitieren Einpendler gerade aus

dem Landkreis und dem Elsaß – beides

Regionen mit nur wenig Arbeitsplätzen.

Oft ziehen aber auch junge Menschen

direkt in die Südwestpfalz, um dort

ansässig zu werden, wo sie ihre berufliche

Zukunft sehen.

Diesen Weg ist der aus Hechingen

im Zollernalbkreis stammende Dennis

Schmidt gegangen. Der Sportwissenschaftler

kam vor vier Jahren von Baden-

Württemberg nach Pirmasens, wo er

seither bei der rund 100 Mitarbeiter zählenden

Bernd Hummel Holding als Marketing-Manager

tätig ist.

Mit Ehefrau und zwei Kindern zog der

heute 46-Jährige in das nahe Münchweiler.

Nur zehn Kilometer von der prächtigen

Firmenzentrale eines restaurierten

Industriedenkmals („Neuffer am Park“)

entfernt unterhält Bernd Hummel dort

eine Schuhmanufaktur und fertigt mit 25

Mitarbeitern in Schuhmacher-Tradition

jährlich 20.000 Paar Sneaker.

Noch immer ist die Außenwahrnehmung

von Pirmasens von Schuhen

geprägt. Nicht viel über die Stadt gewusst

hat auch Dennis Schmidt: „Ich hatte mich

im Vorfeld nur sehr wenig mit Pirmasens

beschäftigt, hörte aber von strukturell

schlechten Voraussetzungen der Stadt

und vielen Leuten dort, die trotzdem oder

gerade deshalb etwas bewegen wollen.“

Dazu gehört Bernd Hummel. „Hier

geboren und hier geblieben“, hat er 1976

sein Unternehmen gegründet. Neben der

eigenen Zehentrenner-Marke flip*flop

führt der gewachsene Familienbetrieb

mehrere Drittmarken als Lizenznehmer,

darunter seit 1981 die Fashion-Athletics-

Marke KangaROOS.

„In der Schuhstadt Pirmasens werden

Know-how und Trend wie nirgendwo

anders auf der Welt sorgsam kombiniert,

© ars-pr.de

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PT-MAGAZIN 5/2019

© ars-pr.de

vlnr: Anne-Katrin Hummel, Julia C. Hummel,

Bernd D. Hummel, Gabriele Hummel

Ideen schnell und flexibel umgesetzt,

Design und Features innovativ und funktionell

verbessert“, betont Bernd Hummel.

Gleichzeitig relativiert er, etwas

abseits von den pulsierenden Metropolen

zu agieren: „Wir verfügen über eine

generell gute Anbindung in alle Richtungen

und Pirmasens ist vom nächstgelegenen

internationalen Flughafen genau

so weit entfernt wie beispielsweise Tokio

oder New York.“

Ihm sind „eine innovationsfreudige

Umgebung mindestens so wichtig wie

engagierte Mitarbeiter“. Nicht zu unterschätzen,

so Hummel weiter, seien daher

kurze Wege zu den Entscheidern der

Stadtverwaltung, die sich mit Anliegen

der lokalen Wirtschaft in aller Regel zeitnah

auseinandersetzten. „Unser größtes

Pfund ist und bleibt aber gerade auch die

wunderschöne Umgebung von Pfälzerwald

und Elsaß. Wir leben hier, wo andere

ihren Urlaub verbringen“, lautet seine

Einschätzung.

Dem stimmt Dennis Schmidt zu und

ergänzt: „Mit der Familie lässt es sich

hier sehr gut leben. Wald, frische Luft,

Rad- und Wanderwege – auch wenn sich

die hohe Freizeitqualität nicht in Zahlen

messen lässt, fühlen wir uns in der Südwestpfalz

in Sachen Work-Life-Balance

wie die vielzitierte Made im Speck.“ Nicht

minder wichtig ist es für ihn, auf guten

und preiswerten Wohnraum zugreifen zu

können. So gehören hier die Mieten wie

auch die Preise für Boden und Immobilien

mit zu den deutschlandweit günstigsten.

Neben Bernd Hummel sind auch Ehefrau

Gabriele im Personalmanagement

sowie die Töchter Anne-Katrin und Julia

im Unternehmen tätig, Letztgenannte als

Markus Zwick

Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens

„Es ist kein Geheimnis, dass eine funktionierende

Stadtgesellschaft gerade von

engagierten Menschen lebt, die vorneweg

laufen, mitgestalten und dabei auch

andere inspirieren. Bernd Hummel gehört

genau zu diesen Persönlichkeiten, die sich

in höchstem Maße für ihr Unternehmen,

aber auch ihre Stadt engagieren. So gilt er

seit langen Jahren schon als Fürsprecher

seiner Heimatstadt, der im unternehmerischen,

sozialen und kulturellen Bereich

hohe Dienste erworben hat. Ganz besonderer

Dank gebührt ihm dafür, als erster

Pirmasenser damit begonnen zu haben,

eine alte, stadtbildprägende und unter

Denkmalschutz stehende Schuhfabrik

umzubauen. Sein Neuffer am Park war

Vorbild für viele weitere Initiativen dieser

Art, die dazu beigetragen haben, das

Stadtbild im Einklang mit der Pirmasenser

Geschichte zu verschönern.“

Mitgeschäftsführerinnen. Anne-Katrin

erinnert sich gut daran, wie ihre Schwester,

erst nach einer Tätigkeit auf fremdem

Terrain den Wunsch verspürt zu haben,

sich im elterlichen Betrieb zu engagieren.

„Die Liebe zu den Marken spielte genauso

eine Rolle wie die gestalterischen Möglichkeiten

der Eigenverantwortung“,

erklärt sie.

Ihre Schwester Julia sieht den Reiz

des Familien-Business gerade darin, langfristig

denken und planen zu können

zugunsten nachhaltiger Entscheidungen

– und zwar, wie sie sagt, zum Wohle

von Unternehmen und Mitarbeitern

und nicht etwa, um Umsatzmarken zu

erreichen oder das eigene Ego zu bedienen.

„Dabei machen uns das familiäre

Vertrauen und das Kommunizieren auf

Augenhöhe flexibel und entscheidungssicher.“

Unisono sind sie glücklich, dass ihr

Vater in Bezug auf seine Töchter über die

„großartige Fähigkeit“ verfüge, „loszulassen,

abzugeben und Raum zu geben“.

So arbeitet die Familie weiter daran, die

Internationalisierung der eigenen Marken

voranzutreiben und ihre Produktion

am Standort bekannt zu machen. Denn

so viel sei klar: Die besten Sneakers kommen

aus Pirmasens. ó

Über den Autor

Andreas Becker ist Mitgründer und

geschäftsführender Gesellschafter bei der

PR-Agentur ars publicandi im rheinlandpfälzischen

Rodalben.

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unser

Finger-Haus,

weil ...

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Brennstoffzellen-Taxis

Erstes hessisches Taxiunternehmen

nutzt Brennstoffzellen

PT-MAGAZIN 5/2019

Südwestdeutschland

62

© Eco Taxi

2014 wurde in Wiesbaden die ECT Eco

Taxi Deutschland GmbH zum Einsatz

umweltfreundlicher Taxis gegründet.

Nun wurden die ersten zwei Hyundai ix35

Fuel Cell vorgestellt, die gemeinsam mit

einem Kooperationspartner angeschafft

wurden. Diese mit Wasserstoff betriebenen

Elektrofahrzeuge gehören zur 17 Pkw

starken H2-/Hybrid-Taxi-Flotte.

Die LEA bei der HA Hessen Agentur

GmbH – beauftragt vom Hessischen

Ministerium für Wirtschaft, Energie,

Verkehr und Wohnen – unterstützt die

H2BZ-Initiative Hessen. Staatssekretär

Jens Deutschendorf weiß um die Vorteile

innovativer Technologien für das

Land Hessen: „Hessen hat den Anspruch,

Vorreiter der Verkehrswende zu sein. Die

Brennstoffzelle ist eine technologische

Lösung für die nachhaltige Mobilität der

Zukunft. Ich freue mich, dass ein hessisches

Taxiunternehmen ihr die Gelegenheit

gibt, sich im täglichen Betrieb zu

bewähren.“

Die hessische Landeshauptstadt

Wiesbaden gehört zu den ältesten Kurbädern

Europas und ist für seine gesundheitsfördernden

Thermal- und Mineralquellen

bekannt. Die Kurgäste und

Wochenendtouristen flanieren durch die

Innenstadt und genießen die entspannte

Atmosphäre in den zahlreichen Cafés

und Restaurants. Geschäftsführer Conrad

Quaynor ist überzeugt, dass „Eco Taxi“

den richtigen Weg eingeschlagen hat:

„Ob unsere Hybrid- oder die neuen Wasserstofffahrzeuge

– wir fahren geräuscharm.

So schalten wir den Faktor Lärmbelästigung

aus. Dies ist uns wichtig. Wir

sind in Hessen mit ecotaxi-wiesbaden

das erste Taxiunternehmen, das mit Wasserstoff

fährt.“

Anfänglich startete „Eco Taxi“ mit

dem Ziel, eine umweltschonende Hybridtaxi-Flotte

aufzubauen. Dieses Ziel

hat sich in den Jahren hin zu dem Aufbau

einer Fahrdienstflotte mit „Zero

Emission“ entwickelt. „Wir werden neben

batterieelektrischen Pkw hauptsächlich

auf E-Fahrzeuge, die mit Wasserstoff

betrieben werden, setzen. So werden wir

pro Jahr und Wasserstoff-Fahrzeug – im

Vergleich zu einem herkömmlichen Dieselfahrzeug,

das üblicherweise als Taxi

zum Einsatz kommt – die Emission von

circa 1.920 Kilogramm CO2 laut einer

Berechnung der Arqum GmbH vermeiden“,

erläutert Geschäftsführer Roman

Marx. Dies ist aber nicht alles. Dieselmotoren

verursachen zusätzlich gesundheitsschädliche

Schadstoffpartikel sowie

Stickoxide, die so vermieden werden.

Im Rhein-Main-Gebiet gibt es ca.

2.800 Taxis. Dieses Gewerbe bietet sich

für den Einsatz von alternativen Antrieben

an. In diesem Gebiet wird die Wasserstoff-Tankstellen-Infrastruktur

weiter

ausgebaut. Brennstoffzellenfahrzeuge

haben eine Betankungszeit von bis zu

fünf Minuten – also vergleichbar mit der

vertrauten Betankungszeit eines Pkws

mit einem Verbrennungsmotor.

„Dies ist ein signifikanter Vorteil im

Vergleich zu einem batteriebetriebenen

Fahrzeug. Zeit ist gleich Geld für ein Taxiunternehmen.

Mit einer Reichweite von

bis zu 600 Kilometern bietet ein Brennstoffzellen-Pkw

die gleichen Vorteile wie

ein bisher eingesetztes Taxi“, erläutert

Dr. Heinrich Lienkamp, Vorstandsvorsitzender

der H2BZ-Initiative Hessen. „Mit

‚Eco Taxi‘ aus Wiesbaden haben wir ein

neues, junges und aktives Mitglied, das

die Ziele der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative

Hessen unterstützt.“

Marx: „Wir wollen mit unserem Beispiel

andere motivieren, alternative Antriebe

zu nutzen.“ ó

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Mittelstandes

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Zukunft der Mobilität

© Hochschule Aalen / Peter Schlipf

SmartPro-Partnerschaftsnetzwerk

an der Hochschule Aalen

Ihr Spezialist

für die

Automatisierungstechnik

Softwarekomponenten

Fernwartungslösungen

Kommunikationsadapter

PT-MAGAZIN 5/2019

Über 100 Vertreter aus Wirtschaft

und Wissenschaft nahmen am

dritten Treffen des SmartPro-Partnerschaftsnetzwerks

an der Hochschule

Aalen teil. Im Vordergrund standen die

Themen Elektromobilität und Batteriespeicher.

Rektor Professor Dr. Gerhard Schneider

zeigte sich erfreut über die positive

Entwicklung und den Erfolg des Smart-

Pro-Netzwerks. Gemeinsam mit Partnern

aus Wissenschaft, Wirtschaft und Transfer

wird hier an smarten Materialien und

intelligenten Technologien geforscht.

„SmartPro ist ein zentrales strategisches

Element für die Hochschule“, so Schneider

in seiner Begrüßung. Die intensive

Zusammenarbeit mit den Unternehmen

habe schon zahlreiche Früchte getragen

und leiste dadurch entscheidende

Impulse für die Zukunftsfähigkeit der

Region, betonte er.

Dr. Manuel Schaloske, Bereichsleiter

Energie bei e-mobil BW, mahnte in seinem

Impulsvortrag an, klimaneutrale

Mobilität schnellstmöglich umzusetzen.

Ohne umfassende Elektrifizierung und

vollzogene Serienreife von Brennstoffzell-Fahrzeugen

sei es nicht möglich, die

CO 2 -Grenzwerte bis 2035 um 35 Prozent

zu reduzieren. Seine Zukunftsvision

umfasste: Elektroautos für den Stadtverkehr,

Brennstoffzellen in größeren Fahrzeugen

oder synthetischer Kraftstoff für

Flugzeuge. Mit der Forderung nach weitreichendem

Umdenken, gerade auch am

Automobilstandort Baden-Württemberg,

beendete er seinen Vortrag.

Auch Dr. Sarah Michaelis aus dem

Bereich Batterieproduktion des Verbands

Deutscher Maschinen- und Anlagebau

(VDMA) sah die Umstellung auf E-Mobilität

als alternativlos an. Im Bereich Elektrofahrzeuge

gebe es laut Michaelis

bereits große Fortschritte. Eine zentrale

Herausforderung liege in der Batterieproduktion,

die momentan noch zu aufwendig

und zu rohstoff- und energieintensiv

sei. Hier gebe es sowohl materialseitig als

auch in der Produktion noch Forschungsund

Handlungsbedarf.

SmartPro-Sprecherin Professor

Dr. Dagmar Goll von der Hochschule

Aalen stellte die Höhepunkte der Aktivitäten

seit dem letzten Netzwerktreffen

vor. „Zahlreiche Anfragen von bisher nicht

an SmartPro-beteiligten Unternehmen

sowie mehrere weiterführende Projekte

mit bereits eingebundenen Partnern

belegen den Erfolg und die Nachhaltigkeit,

mit der sich SmartPro entwickelt“,

schwärmte Goll. Zukünftig solle das

Thema Maschinelles Lernen als Querschnittsthema

in SmartPro stärker adressiert

werden. Denn: Gerade hier bestehe

für die Region ein immenser Bedarf. ó

Was ist „SmartPro“?

SmartPro ist ein Kooperationsnetzwerk

der Hochschule Aalen für gemeinsame

Forschungsaktivitäten mit Partnern aus

der Region. Es geht um neue Materialien

und intelligente Verfahren für zukünftige

Produkte und zugleich um Beiträge zur klimaverträglichen

Nutzung von Energie bei

Einsparung von Rohstoffen und Materialien.

Derzeit profitieren 35 Unternehmen,

darunter zahlreiche Mittelständler, von

den gemeinsamen Aktivitäten. Ergebnisse

aus SmartPro werden auch über Transferpartner

wie IHK Ostwürttemberg, die

Wirtschaftsförderungsgesellschaft für

die Region Ostwürttemberg (WiRO) oder

e-mobil BW, der Landesagentur für neue

Mobilitätslösungen und Automotive, verbreitet.

https://smart-pro.org/

Petra Hönle Rainer Hönle Thomas Hönle

CFO CEO CMO

JAHRE

DELTA LOGIC

www.deltalogic.de


Lifestyle | Auto

PT-MAGAZIN 5/2019

64

Physik ist was für Anfänger

Fotos: Wilhelm-Rafael Garth / Prof. Arnd Joachim Garth


Fotos: Wilhelm-Rafael Garth / Prof. Arnd Joachim Garth

In

der neunten Klasse sagte mir

mein Physiklehrer, dass die

Physik, wie wir Menschen sie lernen,

lediglich eine Theorie sei, ein empirisch

belegter Erklärungsversuch der grundlegenden

Phänomene der Natur.

Gut, der Porsche Panamera GTS Sports

Turismo widerlegt sie. Ganz einfach. In

seiner Paradedisziplin. Beim Fahren.

Porsche im Kombilook

Enzianblaumetallic blinzelt mich das

Zuffenhausener Konstrukt an, ich schau

ein-, zweimal hin, muss die Formen des

Sports-Turismo-Hecks, einer Kombination

aus Sportwagen und Kombi als Designschmelz,

einordnen. Anfangs wirkt dieses

noch gewöhnungsbedürftig, später

mit seinem Schwung gekonnt. Bis zur

B-Säule entspricht der Sport Turismo der

Panamera-Limousine. Am Heck fügt sich

die stets elektrisch betätigte Kofferraumklappe

stimmig an. Die Dachlinie mündet

in einem Spoiler, der über drei Stellungen

verfügt, je nach Geschwindigkeit.

520 Liter Kofferraumvolumen, dass sich

bei umgeklappten Rücksitzen auf 1400

Liter steigern lässt.

Im Cockpit nehme ich in guter Porschemanier

sportiv Platz. Die Sitze

bequem bis in alle Zeiten, Haptik und

Optik auf höchstem Niveau. Die Klimasteuerung

ist weit unten angeordnet,

steuert sich etwas hakelig und verzeiht

mir auf der wunderschönen gläsernen

Oberfläche nicht einen Fettfinger.

Der seltene Wagen fällt auf. Wenn er

parkt, bleiben Kinder mit offenen Mündern

stehen. Wenn man den Schlüssel

mit der linken Hand dreht, bleibt die Welt

stehen. Fährt man den Porsche Panamera

GTS im Hochsommer, weiß der Nachbar

nie, ob es der Motor ist oder ein dunkles

und fauchendes Gewitter aufzieht.

Der V8 mit 460 PS grollt wie Donar, der

Gewittergott der Germanen.

Fahren ist innere Balance

Was sich in der Zeit aber vor einem

selbst auftut, können Normalsterbliche

nur erahnen. Mit Launchcontrol widerlegt

der Porsche mal eben alle besagten

Naturgesetze und katapultiert die Luxuslimousine

in 4,1s auf 100 km/h, mit Freudenschrei

des Piloten und dem Urschrei

aus den Endrohren.

Beim Fahren schmeichelt einem das

Fahrzeug mit dem genau richtig ausbalancierten

Mix aus Rückmeldung, Komfort

und Kontrolle. Der Porsche legt sich

souverän in jede Kurve, lässt sich durch

nichts aus der Balance bringen, trotzt

allen Kräften, überkommt sie und meistert

jede noch so brenzlige Grenzsituation

mit einem Selbstbewusstsein, wie

sie eben nur eine zwei Tonnen schwere

Luxuslimousine an den Tag zu legen vermag.

Ein dynamikbetontes Fahrwerkssystem

mit Dreikammer-Luftfederung sorgt

für das Gefühl, unabhängig vom Straßenbelag

zu sein.

Und genau das ist das, was den Porsche

Panamera GTS Sports Turismo ausmacht,

denn eigentlich dürfte ein solches

Auto sich nicht so fahren, glaubt man

dem in der Schule Gelerntem. Die porscheeigene

Physik als Feeling macht den

Wagen so aufregend, so anders. Ich steige

in eine absolut hochwertig verarbeitete,

anmutige Technikburg, die Vorständen

aller Dax-Unternehmen gerecht wird,

aber erlebe dabei einen dynamischen

Fahrspaß, wie man ihn sonst nur von reinen

Sportwagen gewohnt ist. Dafür kann

ich mehr zuladen als nur einen Golfsack

mit seinem Schlägerarsenal.

Am Gendarmenmarkt finde ich für

die 5.053 mm Länge nur schwer einen

Parkplatz. Wenn ich dann doch mal Glück

habe, hilft mir die Mitlenkung der hinteren

Achse enorm und verschafft dem

Luxusschlitten eine urbane Wendigkeit.

Handling und Performance im Luxussegment

definiert Dr. Ing. Porsche neu.

Der GTS bietet eine gelungene Mischung

aus vielseitiger Alltagstauglichkeit und

rasanter Sportlichkeit. Dank adaptiver

Zylindersteuerung ist auch sanftes, sehr

entspanntes Cruisen mit weniger Zylindern

durch die Stadt möglich.

Ein Kombi aus der besten Sportwagenschmiede

der Welt ist eben ein Sportwagen

mit Kombieigenschaften. Vorbildlich

gelungen, wie wir finden. ó

Wilhelm-Rafael Garth &

Prof. Arnd Joachim Garth


Leserbriefe | Impressum PT-MAGAZIN 5/2019

66

Zur Ausgabe: 4/2019

Rede mit mir!

Der Ruf der Digitalisierung.

Leserbriefe

Ist die deutsche Stromversorgung auf

Dauer sicher?

Stolz wird in der Presse darüber berichtet,

dass im 1. Halbjahr 2019 die Stromerzeugung

in Deutschland aus regenerativen

Quellen erstmalig durchschnittlich auf 44

% der gesamten Stromerzeugung gestiegen

sei – nach rund 38 % im vergangenen

Jahr. Gleichzeitig mehren sich offensichtlich

die Widerstände in der Öffentlichkeit,

immer mehr Windräder in die Landschaft

zu stellen, auch in der Region des Sauerlandes,

wo ich zu Hause bin.

Die unterschiedlichsten Gründe tragen

dazu bei: Die notwendige Zerstörung

von Wald- und Wiesenflächen, um

die Windräder überhaupt erst zu ihrem

Bestimmungsort zu verfrachten, bei späterem

Betrieb festzustellende Infraschall-

Belastungen und Vibrationen derartiger

Anlagen, die Körperschall erzeugen,

sowie die Schlagschatten, die ebenso lästig

wie auf Dauer gesundheitsschädlich

sind. Für manche Vogel-, Fledermaus- und

Insektenarten bedeuten derartige Anlagen

den sicheren Tod.

Interessanterweise sind alle sonst

sehr aktiven Umweltschutzvereine und

–verbände wie der „BUND“, der „WWF“,

der „NABU“ oder deren Dachverband

„Deutscher Naturschutzring“ völlig

lethargisch, wenn es um den Schutz von

Mensch, Tier oder Natur vor den Windkraftmonstern

geht.

In „Dunkel-Flaute-Zeiten“, in denen

weder der Wind ausreichend weht, noch

die Sonne scheint, werden zeitweise

deutlich weniger als 10 % unseres benötigten

Stroms mit Hilfe regenerativer

Quellen erzeugt. Das passiert vor allem

im Winter, wenn alle (noch) vorhandenen

Atom-, Braun- und Steinkohlekraftwerke

sowie die Öl- und Gaskraftwerke unter

Volllast betrieben werden und auch aus

dem Ausland wegen Eigenbedarfs nur

wenig oder kein Strom importiert werden

kann.

Ein probates Mittel – bis heute –

besteht dann darin, dass – wie mehrfach

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und zum Portal www.kompetenznetz-mittelstand.de

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in der Presse berichtet – zuletzt zur Stabilisierung

etliche Großverbraucher, wie

z. B. Walzwerke und Gießereien, ihre Anlagen

zeitweise vom Netz nehmen müssen

und mit der frei werdenden Leistung zur

Netzstabilisierung beitragen. Das geht

bis zu zwei Stunden gut, danach waren

bislang kritische Fehlmengen von Strom

wieder verfügbar. Anderenfalls wären bei

längeren Abschaltzeiten unter Umständen

gigantische Schäden an Maschinen

und Anlagen zu verzeichnen.

Das Thema der zunehmend mangelnden

Versorgungssicherheit macht

viele Verbraucher nervös: besonders die

stromintensive Industrie, die in jeder einzelnen

Sekunde ausreichend mit Strom

versorgt werden muss, beobachtet diese

Situation mit zunehmender Beunruhigung.

Bekannt ist, dass bis 2022 die letzten

Atomkraftwerke (CO2-frei) und unmittelbar

darauf weitere Stein- und Braunkohlekraftwerke,

vor allem in NRW, abgeschaltet

werden sollen.

Insgesamt sollen in den nächsten 19

Jahren somit 51 Gigawatt Leistung dieser

Kraftwerkstypen in Deutschland vom

Netz gehen, Kraftwerke, die heute den

wichtigsten Beitrag zur Grundlastsicherung

der Stromversorgung in Deutschland

leisten.

Bekannt ist, dass Deutschland insgesamt

nur rund 2,2 % zum weltweiten

CO2-Ausstoß beiträgt – gleichzeitig werden

weltweit im Juli 2019 nicht weniger

als 2.459 Kohlekraftwerke (> 30 MW)

betrieben, weitere 790 sind in der Planung

und 491 im Bau! (Quelle: Handelsblatt

Research Institute)

Mir ist kein anderes Land dieser Welt

bekannt, was sehenden Auges die Grundlagen

seiner Sicherheit in der Stromversorgung,

seines Gemeinwohls und seines

Wohlstands dabei ist, so konsequent

abzuschaffen. Es bleibt sicherlich spannend.

Felix G .Hensel, Olpe

PT-MAGAZIN

für Wirtschaft und Gesellschaft

Impressum

ISSN 1860-501x | 15. Jahrgang

Ausgabe 5/2019

Verlag: OPS Netzwerk GmbH,

Melscher Str. 1, 04299 Leipzig,

Tel. 0341 240 61 - 00, Fax 0341 240 61 - 66

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des Wettbewerbes „Großer Preis des

Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung,

eingetragen im Stiftungsregister

des Re gie rungs be zir kes Leipzig unter Nr.

2/1998.

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Christian Kalkbrenner, Heiner Kleinschneider,

Michael Koch, Regina Mahlmann,

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