didacta 03/18

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03 /18

SEPTEMBER ∙ OKTOBER 2018 | 77766 | DEUTSCHLAND 3,80 € | ÖSTERREICH 4,20 € | SCHWEIZ 7,50 CHF

Das Magazin für lebenslanges Lernen

ÜBER WASSER HALTEN

Wer badet den Lehrermangel an Schulen aus?

UMSETZEN

Datenschutz an

Schulen

ANZWEIFELN

Brauchen wir

Hausaufgaben?

GEGENSTEUERN

Initiativen gegen

Rassismus

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wurden Sie in der Ausbildung gut auf

den Lehrerberuf vorbereitet? In der

Lehrer-Umfrage 2016 des Didacta Verbandes

gaben mehr als 80 Prozent der

befragten Lehrkräfte an, dass ihnen die

für den Job notwendigen Kompetenzen

gar nicht oder nicht ausreichend

in der Ausbildung vermittelt wurden.

Insbesondere vor dem Hintergrund

der Digitalisierung, die das Lehren

und Lernen radikal verändern wird, brauchen wir sie jedoch

mehr denn je: die bestmöglich qualifizierten Lehrerinnen und

Lehrer, die dazu befähigt sind, neue technische Möglichkeiten

mit Gewinn für ihre Schülerinnen und Schüler zu nutzen. Allein

schon deshalb muss sich die Lehrerausbildung dringend ändern,

schreibt didacta Autorin Bianca Brinkmann.

Zugleich brauchen wir mehr Lehrkräfte als aktuell zur Verfügung

stehen. Gerade an den Grundschulen fehlen bis 2025 tausende

Lehrerinnen und Lehrer, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung

errechnet hat. Didacta sprach mit Dr. Dirk Zorn, einem

der Autoren der Studie, über Lösungen für den Lehrermangel.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Herzlichst, Ihr

Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur

Foto: Frank Roesner

3/2018 www.didacta-magazin.de 1


Initiativen

gegen

Fremdenhass,

ab Seite20

Kinder brauchen

Medienkompetenz,

mehr ab Seite42

Inhalt

TITELTHEMA | LEHRERMANGEL

4 Die Hütte brennt

Zum Lehrernotstand an Schulen

8 Weltbürger mit Deutschlandbrille

Die Absolventen der deutschen Auslandschulen

12 Wer nicht will, muss meist nicht

Ist die Lehrerausbildung noch zeitgemäß?

16 Die syrische Lehrerin

Vom Krieg ins deutsche Klassenzimmer

BILDUNG

18 Bildung in Kürze

20 Der unterschätzte Sektor

Eine Analyse der deutschen Bildungswirtschaft

22 Von King-Code bis Arsch huh

Initiativen gegen Rassismus

26 Mobil sein muss man lernen

Verkehrserziehung für Kinder

INTERNATIONAL

30 International in Kürze

32 Bella didacta

Die Bildungsmesse didacta Italia

MEDIEN

34 Medien in Kürze

36 Durch das Datendickicht

Datenschutz in Schulen

40 Homo- statt heterogen

Bildungsvisionen aus der Wirtschaft

42 Bildung braucht digitale Kompetenz

Hilfestellungen für Fachkräfte

KITA

46 Kita in Kürze

48 „Kinderrechte gehören ins Grundgesetz“

Interview mit Experte Jörg Maywald

52 Die 13 Musketiere

Das Gewinner-Bündnis des

Deutschen Kita-Preises

SCHULE

54 Schule in Kürze

58 Lauf Theo, lauf

Schüler laufen für einen guten Zweck

60 Harte Brocken

Hausaufgaben in der Kritik

2 www.didacta-magazin.de 3/2018


AUSBILDUNG

64 Ausbildung in Kürze

66 Übergang oder Parkplatz?

Jugendliche im Übergangsbereich

HOCHSCHULE

68 Hochschule in Kürze

70 Auf der Suche nach einem digitalen Profil

Hochschulen finden ihre Digitalisierungsstrategie

Sind Hausaufgaben

noch zeitgemäß?

Mehr auf Seite

60

WEITERBILDUNG

72 Weiterbildung in Kürze

74 Gegen knappe Schulkassen

Ideen für Fundraising

78 Veranstaltungen

80 Impressum

Zwei didacta-Ausgaben

gratis nach Hause, Seite 19

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Titelthema

„Die Hütte

Dr. Dirk Zorn

ist Teamleiter Bildung im Programm Integration

und Bildung bei der Bertelsmann Stiftung.

Für die Studie „Lehrkräfte dringend gesucht“

untersuchte er gemeinsam mit Klaus Klemm

den Lehrerbedarf an Grundschulen und zeigt

Lösungen für den Lehrermangel auf.

didacta: Herr Zorn, an unseren

Grundschulen herrscht Lehrernotstand,

die Landesregie rungen üben sich in

Schadensbegrenzung. Wäre der Mangel

nicht schon früher abzusehen gewesen?

Dr. Dirk Zorn: Einige Aspekte wären abschätzbar

gewesen, andere nicht, wie die hohe Zuwanderung

seit 2015. Darauf konnte sich die Politik

nicht einstellen. Die Bildungspolitik hätte aber

die Geburtenzahlen zur Kenntnis nehmen müssen,

die seit 2012 fünfmal hintereinander angestiegen

sind. Auch der hohe Ersatzbedarf durch

Lehrkräfte, die in den Ruhestand gehen, hat die

Politik nicht überall dazu veranlasst, rechtzeitig

entsprechende Konsequenzen zu ziehen und die

Anzahl an Studienplätzen aufzustocken.

Warum handelt die Politik

nicht vorausschauend?

Das Frühwarnsystem der Bundesländer ist

unterschiedlich gut aufgestellt. Bislang hat nur

Bayern jedes Jahr eine aktualisierte Lehrerbedarfsprognose

vorgelegt, in anderen Ländern

gibt es überhaupt keinen regelmäßigen Turnus.

Hochrechnungen werden oft nur gemacht, wenn

sie von der Politik angefordert werden. Und

selbst dann können sie falsch sein. Das Thema

wurde schleifen gelassen, auch auf Druck der

Finanzminister.

Foto: Kai Uwe Oesterhelweg

4 www.didacta-magazin.de 3/2018


ennt“

35 000 Lehrkräfte werden laut einer Hochrechnung der

Bertelsmann Stiftung bis 2025 an den Grundschulen fehlen.

Wer badet den Mangel aus? Die Lehrer können es nicht.

Interview Silvia Schumacher

Wenn Bayern das einzige Land ist, das seinen

zukünftigen Lehrerbedarf regelmäßig

überprüft: Ist der Freistaat vom aktuellen

Lehrermangel also nicht so hart getroffen?

Bislang hat Bayern noch eine vergleichsweise

gute Personalausstattung. Wie sich das zukünftig

entwickelt, hängt allerdings nicht nur von der

Qualität der Prognosen ab, sondern auch von der

Steuerung der Hochschulen, das ist das nächste

große Problem.

Inwiefern?

Die Ausbildungskapazitäten der lehrerbildenden

Hochschulen werden häufig nicht an die Lehrerbedarfsprognosen

angepasst. Um die Schulen

kümmert sich das Kultusministerium, um die

Hochschulen meistens das Wissenschaftsministerium.

In Berlin hieß es bis letztes Jahr:

Wir brauchen 1000 Absolventen für die Schulen.

Allerdings hat man versäumt zu sagen, wie

viele davon ein Lehramt für die Grundschulen

mitbringen sollen. Dadurch gab es jahrelang zu

wenig Absolventen für die Grundschulen.

Und manche Bundesländer, zum Beispiel

NRW, versuchen nun Gymnasiallehrer an

die Grundschulen zu locken.

Ja. Da gibt es unterschiedliche Ansätze: Freiwillige

Einladungen, um die Lehrer dazu zu bewegen,

sich befristet darauf einzulassen. Manche

Länder sprechen hingegen eine Abordnung aus.

Letzteres halte ich nicht für sinnvoll. Man muss

mit den Lehrkräften in den Dialog treten, dann

kann das eine Chance sein, weil Gymnasiallehrkräfte

wichtige pädagogische Erfahrungen

sammeln können, wenn sie für ein paar Jahre

in der Grundschule unterrichten. Wichtig ist

aber, hier auf erfahrene Lehrkräfte zu setzen

und diese bevorzugt in der 3. und 4. Jahrgangsstufe

einzusetzen. Denn Alphabetisierung und

Heranführung an mathematische Grundlagen

erfordern eine besondere didaktische Expertise.

Hat eine Gymnasiallehrkraft Nachteile

und verdient weniger, wenn sie an einer

Grundschule unterrichtet?

Nein, in der Regel nicht. Schwieriger ist das

eher aus Sicht der Grundschulpädagogen, denn

die verdienen zumeist weniger und haben eine

höhere Unterrichtsverpflichtung.

Das führt doch zu großem Unmut.

Ja, aber auch schon vorher. Die Ausbildung

von Grundschullehrern wurde in den meisten

Bundesländern inzwischen verlängert, dadurch

entfallen Argumente, weshalb Grundschullehrer

weniger verdienen sollten. Die ersten Länder

haben daher bereits eine Angleichung der

3/2018 www.didacta-magazin.de 5


Titelthema

„Etwa ab dem

Schuljahr

2026 werden

auch in den

weiterführenden

Schulen

zusätzliche

Lehrkräfte

gebraucht.“

Lehrergehälter angekündigt. Aus meiner Sicht

ist das aber eher eine Frage von Fairness. Als

Maßnahme gegen den Lehrermangel taugt

das eher wenig, schon gar nicht kurzfristig. Zu

Unmut führt auch, wenn die Grundschullehrer

den Gymnasiallehrern oder anderen Quereinsteigern

als Mentoren unter die Arme greifen

und dafür nicht honoriert werden.

Was ist Ihr Lösungsvorschlag?

Das Mentoring muss honoriert werden: Berlin

etwa gewährt jeder anleitenden Lehrkraft

zwei Stunden Ermäßigung bei der Unterrichtsverpflichtung.

Damit schneidet man sich erst

einmal ins eigene Fleisch, da mit jeder Abgeltungsstunde

der zusätzliche Personalbedarf noch

größer wird. Ich halte dieses Signal trotzdem

für sehr wichtig. Um den Lehrernotstand in den

Griff zu bekommen, kommt es sehr darauf an,

wie die Rahmenbedingungen für die Integration

von Quereinsteigern ausgestaltet sind.

Welches Land ist da Vorreiter?

Das kann man so einfach nicht sagen. Deutlich

wird, dass es an einem organisierten Austausch

zwischen den Ländern fehlt. Sie agieren wie

Konkurrenten, da sie um die gleichen Absolventen

werben. Hier könnte die KMK eine deutlich

aktivere Rolle spielen, um die Kooperation zwischen

den Ländern zu stärken. Sachsen etwa

hat viel Erfahrung, wie man spezielle Vorbereitungskurse

für Quereinsteiger organisiert, und

wie Hochschulen flexible Weiterbildungsangebote

machen können. Berlin macht jetzt die

Erfahrung, dass harte Maßnahmen notwendig

sind, weil auch der Markt der Quereinsteiger

schneller austrocknet als gedacht, und Stellen

zum ersten Mal nicht mehr besetzt werden

können. Sie werden um Kürzungen nicht herumkommen,

etwa bei zusätzlichen Förderangeboten

oder der Stundentafel.

Wie sieht es bei den weiterführenden Schulen

aus? Droht hier auch ein Lehrermangel?

Etwa ab dem Schuljahr 2026 werden die Schülerzahlen

auch in den weiterführenden Schulen

wieder steigen und zusätzliche Lehrkräfte erforderlich

machen. Dafür müssten bereits jetzt die

Weichen an den Hochschulen gestellt werden,

damit Mitte des nächsten Jahrzehnts genug

Absolventen bereitstehen. Aber nun sind alle

mit den Grundschulen beschäftigt und suchen

nach schnellen Lösungen, da hier jetzt die Hütte

brennt.

Welche Maßnahmen halten Sie für sinnvoll?

Es gibt drei große Stoßrichtungen: Man kann

weniger Bedarf erzeugen, indem man Unterricht

kürzt oder Klassen größer macht. Pauschal

halten wir das für den falschen Weg – in vielen

Schulen wäre das schlicht unzumutbar und

würde bestehende Herausforderungen, etwa

mit Blick auf Chancengerechtigkeit, weiter verschärfen.

Wir haben uns in unseren Empfehlungen

deshalb darauf konzentriert, wie man die

Arbeitszeit bereits tätiger Lehrkräfte erhöht und

wie man mehr Lehrer ins System bringt. Beispielsweise

indem man angehenden Ruheständlern

anbietet, mit reduziertem Deputat noch

ein paar Jahre weiter zu unterrichten oder das

Mentoring für Quereinsteiger zu übernehmen.

Die Lehrer sind doch froh,

wenn sie endlich in Pension dürfen.

Meine Erfahrung ist, dass es durchaus Lehrkräfte

gibt, die daran Interesse haben, insbesondere,

wenn sie nicht weiter in hohem Maße selbst

unterrichten müssen, sondern ihre Erfahrungen

an jüngere Kollegen weitergeben dürfen, zum

Beispiel auch im Rahmen von Team Teaching.

Selbst wenn sie nur ein bis zwei Jahre länger

arbeiten, wäre schon viel gewonnen. Dazu sollte

man angehende Ruheständler frühzeitig und systematisch

ansprechen, denn wenn sie erst einmal

ausgeschieden sind, ist eine Reaktivierung

erfahrungsgemäß deutlich schwieriger. Wichtig

ist auch, die Teilzeitlehrkräfte in den Blick zu nehmen:

Fast vierzig Prozent der Grundschullehrer

arbeiten in Teilzeit. Man sollte sie motivieren,

indem beispielsweise ein Kita-Platz zur Verfügung

gestellt wird oder sie in ihrer Arbeit durch

multiprofessionelle Teams entlastet werden.

„Viele Schulleitungen,

mit denen

ich gesprochen

habe,

stellen Quereinsteigern

gute Zeugnisse

aus.“

6 www.didacta-magazin.de 3/2018


Bedarf und Angebot für die Primarstufe

Klaus Klemm und Dirk Zorn

Was halten Sie von Quereinsteigern

aus anderem Berufen, also ohne

päda gogisches Studium?

Viele Schulleitungen, mit denen ich gesprochen

habe, stellen Quereinsteigern gute Zeugnisse

aus. Allerdings kommt es sehr auf die Rahmenbedingungen

an: Werden Quereinsteiger vor

dem ersten Unterrichtseinsatz angemessen vorbereitet?

Wie hoch ist das Unterrichtspensum?

Welche Möglichkeiten zur fachlich sinnvollen und

berufsbegleitenden Weiterqualifikation gibt es,

und wie werden Quereinsteiger in den ersten

Berufsjahren im Kollegium unterstützt?

Dennoch gibt es große Skeptiker,

die sagen, der Berufsstand wird

dadurch deprofessionalisiert …

Das halte ich für übertrieben. Auch im grundständigen

Lehramtsstudium steht ja nicht alles zum

Besten. Die Evaluation eines Quereinsteigerprogramms

aus Sachsen hat etwa gezeigt, dass

man durchaus sehr gute Lehrkräfte gewinnen

kann. Dazu bedarf es aber geeigneter Qualifikationsangebote.

Hier müssen sich auch die

Hochschulen stärker einbringen als das bislang

oft der Fall ist.

Und wie?

Es handelt sich bei Quereinsteigern um eine sehr

heterogene Gruppe, die meisten haben eine fachliche

Qualifikation, müssen aber fachdidaktisch

und allgemeinpädagogisch ausgebildet werden.

Drei Tage Vorbereitung und dann Vollzeit unterrichten,

wie in manchen Bundesländern, ist der

falsche Weg. Man muss sich das mal vorstellen:

Referendare mit vollwertiger pädagogischer

Ausbildung müssen eigenständig etwa sieben

Stunden unterrichten, Quereinsteiger hingegen

oft 19 bis 23 Stunden. Meine Forderung an die

Politik: Jetzt eine hochwertige, passgenaue Qualifizierungsmöglichkeit

für Quereinsteiger schaffen

und die erarbeiteten Ansätze nutzen, um die

Lehrerbildung insgesamt, auch über die Krise

hinaus, zu flexibilisieren. So könnte man künftig

rascher auf Bedarfsschwa nkungen reagieren und

würde einem erneuten Lehrermangel vorbeugen.

Lehrkräfte dringend gesucht

Zum

Weiterlesen:

Professor Klaus

Klemm /

Dr. Dirk Zorn,

Lehrkräfte dringend

gesucht –

Bedarf und

Angebot für die

Primarstufe,

Bertelsmann

Stiftung, 2018,

www.bertelsmann-stiftung.

de (Rubrik

„Publikationen“)

BVA_ZfA_didactaMagazin2013_200x95_5_6.pdf 1 06.03.13 16:43


Titelthema

Deutschland will die Fachkräftemigration

fair gestalten.

Einen Beitrag dazu leisten die

deutschen Schulen im Ausland.

Text Albrecht Wolfmeyer

Weltbürger

hatte die außergewöhnliche Chance,

Deutsch zu lernen und Deutschland durch

die Schule kennenzulernen“, erzählt Francisco

Velázquez Escobar. Der 33 Jahre

alte Mexikaner besuchte das Colegio

„Ich

Alemán Alexander von Humboldt in

Mexiko-Stadt, eine Deutsche Auslandsschule. Als

Austauschschüler verbrachte er währenddessen

vier Monate im Schwarzwald. Nach dem Abitur

in Mexiko ging er 2004 nach Deutschland, um

Chemie an der Technischen Universität Berlin zu

studieren. Er promovierte und wurde wissenschaftlicher

Mitarbeiter an der Uni.

Einen Lebensweg wie den von Francisco Velázquez

Escobar schlagen viele Absolventen der

Deutschen Auslandsschulen ein. Das zeigt

eine Studie des Weltverbandes Deutscher

Auslandsschulen. Der Verband befragte 2017

908 Absolventen Deutscher Auslandsschulen

weltweit und 135 ehrenamtliche und hauptamtliche

Führungskräfte – überwiegend Schulleiter

und Vorstände – an 96 Deutschen Auslandsschulen.

Die Untersuchung überprüft anhand

der Bildungswege und Migrationsmuster der

Absolventen, welchen Beitrag die Deutschen

Auslandsschulen zum „Triple Win“ in der Fachkräftemigration

leisten können. Das Triple Win-

Konzept postuliert, dass Migration ihr positives

Potenzial am besten entfalten kann, wenn sie

neben den Interessen der Einwanderungsländer

auch die Interessen der Herkunftsländer

und der Migranten einbezieht. „Eine faire Steuerung

der Fachkräftemigration zielt darauf ab,

möglichst gewinnbringend auf alle Beteiligten

zu wirken“, betonen Ulrich Kober und Matthias

Meyer von der Bertelsmann Stiftung, die die

Studie unterstützt.

Dreifacher Nutzen durch Auslandsschulen

Die Flüchtlingskrise beherrscht seit Jahren die

Migrationsdebatte. Dabei gerät die Bedeutung

der qualifizierten Zuwanderung aus dem Blick:

Immer mehr Unternehmen klagen darüber, dass

sich der Fachkräftemangel verschärft. Laut Bundesagentur

für Arbeit gibt es zum Beispiel in

technischen Berufen Engpässe Triple Win kann

dem entgegenwirken. Voraussetzung dafür ist

die enge Kooperation zwischen Herkunfts- und

Zielländern. In den Auslandsschulen ist diese

Zusammenarbeit im Sinne des dreifachen Nutzens

greifbar: Herkunftsländer profitieren, weil

die Schulen auch Einheimischen exzellente Bildungschancen

bieten. Einheimische profitieren,

weil die deutsche Sprache ihnen Chancen für

einen Bildungs- und Karriereweg in Deutschland

eröffnet. Deutschland als Einwanderungsland

profitiert, weil die ausländischen Absolventen

der Auslandsschulen anschlussfähige Abschlüsse

für die Hochschulen mitbringen.

DEUTSCHE AUSLANDSSCHULEN

In mehr als 70 Ländern weltweit vermitteln 141 Deutsche Auslandsschulen Bildung „made in Germany“.

Gut 83 000 Schüler besuchen die Deutschen Auslandsschulen, rund 8500 Lehrkräfte unterrichten dort. Die

Deutschen Auslandsschulen gelten als eines der ältesten und erfolgreichsten Beispiele für öffentlich-private

Partnerschaften. Ehrenamtliche Vorstände gründen und führen die Schulen, Bund und Länder fördern sie.

■■

www.auslandsschulnetz.de/publicvalue

Foto: WDA/Jan Michalko

8 www.didacta-magazin.de 3/2018


mit Deutschlandbrille

Schüleraustausch und Praktika in Deutschland

Weitere Beispiele aus der Studie verdeutlichen

dies. Etwa Eyad El-Khouly, der die Deutsche

Evangelische Oberschule Kairo besuchte: Nach

dem Abitur studierte er Wirtschaftsingenieurwesen

in Köln, heute leitet der 37-Jährige den

Bereich Social Innovation bei Siemens. Oder

Ana Lorena Real Sequeira, Absolventin der Deutschen

Schule Managua, die Volkswirtschaftslehre

in Leipzig studierte.

Drei von vier Schülern der Deutschen Auslandsschulen

besuchen der Studie zufolge Deutschland

während ihrer Schulzeit. Sie lernen die Bundesrepublik

durch Familienbesuche, Schüleraustausche

oder Praktika kennen. Ana Lorena Real Sequeira

kam 2006 zum ersten Mal nach Deutschland, während

der Fußball-Weltmeisterschaft. „Es herrschte

eine außergewöhnliche, tolle Stimmung im ganzen

Land“, erinnert sie sich, „diese Zeit hat meine

Wahrnehmung von Deutschland stark beeinflusst.“

Fast jeder zweite befragte Absolvent entscheidet

sich für ein Studium oder eine Ausbildung in

Deutschland. Insgesamt kommen somit geschätzt

jährlich rund 2500 Deutsch sprechende und mit der

Kultur vertraute junge Menschen aus der ganzen

Welt nach Deutschland. Jeder dritte Befragte, der

für Ausbildung oder Studium nach Deutschland

kommt, bleibt danach in der Bundesrepublik.

Auslandsschulen eröffnen globale Bildungswege

Die befragten Auslandsschulabsolventen sind

überwiegend in Berufsfeldern ausgebildet,

in denen Fachkräfte fehlen. Ingenieurwissenschaften

oder Medizin gehören zu den beliebtesten

Fachrichtungen. Für die Industrie seien

die deutschen Schulen im Ausland „unglaublich

wichtig“, sagte Reinhold Festge, Geschäftsführer

des Unternehmens Haver und Boecker, beim

Weltkongress Deutscher Auslandsschulen im Juni

2018 in Berlin. Das traditionsreiche Maschinenbau-Unternehmen

beschäftigt weltweit mehr

als 3000 Mitarbeiter und setzt dabei wie andere

deutsche Unternehmen im Ausland auf Auslandsschulabsolventen.

„Die Schulen ermöglichen es,

künftige Fachkräfte für Deutschland zu gewinnen

und auszubilden. Oftmals kehrten sie später mit

neuen Perspektiven in ihre Heimatländer zurück“,

erläuterte Festge. Die Absolventen Deutscher

Auslandsschulen sind gefragte Fachkräfte – aber

nicht nur hierzulande. „Der Auslandsschulbesuch

mündet nicht in einer Einbahnstraße, sondern

eröffnet globale Bildungswege“, sagt Detlef

Ernst, Vorstandsvorsitzender des Weltverbands

Deutscher Auslandsschulen. Wo auch immer

sie studierten oder arbeiteten, bleibe ein enger

Bezug zu Deutschland bestehen. „So wird echter

Austausch möglich – in Form von Fachkräften,

aber auch von Wissen, Erfahrungen und

Netzwerken.“

„Der Auslandsschulbesuch

mündet

nicht in einer

Einbahnstraße.“

DER AUTOR

Albrecht Wolfmeyer leitet den Bereich Marketing und

Kommunikation des Weltverbands Deutscher

Auslandsschulen e.V. (WDA).

3/2018 www.didacta-magazin.de 9


Titelthema

Wer nicht will,

muss meist nicht

Die Lehrerausbildung ist

nicht mehr zeitgemäß,

denn Medienkompetenz

wird an vielen Unis nicht

vermittelt. Das muss sich

dringend ändern.

Text Bianca Brinkmann

Mit Tablets interaktive Lückentexte bearbeiten

oder Arbeitsblätter mit Kuli ausfüllen:

Ob und wie Lehrkräfte digitale

Medien einsetzen, hängt auch davon ab,

wie gut sie sich mit Soft- oder Hardware

auskennen. Kompetenzen im Umgang

mit digitalen Medien strukturiert aufzubauen,

sollte daher Gegenstand aller Phasen der Lehrerbildung

sein, vom Studienbeginn bis zur Weiterbildung

im Berufsalltag. Aktuell findet dies

hauptsächlich durch Fortbildungen statt. Das

Ganze hat meist freiwilligen Charakter – und in

Zeiten des Lehrermangels bleibt die freiwillige

Fortbildung aus Zeitmangel oft auf der Strecke.

Umso wichtiger ist es, das Thema bereits zu

Beginn der Lehrerausbildung an den Hochschulen

zu verankern. Wer ab dem ersten Uni-

Seminar mit digitalen Lehrkonzepten in Kontakt

kommt, steht Smartphones und Tablets im

Klassenzimmer später positiver gegenüber.

Der Einsatz digitaler Lehrmittel kann Neugierde

und Experimentierfreude in Bezug auf neue

Unterrichtsmethoden fördern. Zudem hilft der

regelmäßige Kontakt mit digitalen Lehrmitteln

den angehenden Lehrkräften bei der Ausbildung

eines Berufsbildes, das das Arbeiten mit digitalen

Medien selbstverständlich mit einschließt.

Foto: © ESB Professional / Shutterstock.com

10 www.didacta-magazin.de 3/2018


Zu wenig verpfl ichtende Lehrformate

Die im Frühjahr 2018 erschienene neue Studie

„Lehramtsstudium in der digitalen Welt“ des

Monitor Lehrerbildung hat nun gezeigt, dass das

Lehramtsstudium in Deutschland aktuell noch

mehr oder weniger unstrukturiert Kenntnisse

und Kompetenzen im Umgang mit digitalen

Medien für Schul- und Unterrichtszwecke vermittelt.

Manche noch gar nicht. Vielmehr hängt

es stark vom gewählten Unterrichtsfach ab. Ein

Beispiel: Im Lehramtsstudium für die Gymnasien

und Gesamtschulen (Sekundarstufe II), sind nur

an 7 von 60 Hochschulen verpflichtende Lehrformate

zum Erwerb digitaler Medienkompetenz

und mediendidaktischer Kompetenz in allen

Fächern im Curriculum verankert. Die deutliche

Mehrheit bietet nur in einzelnen Fächern verpflichtende

Seminare zum Thema an, 13 Hochschulen

gar nicht.

Konkret bedeutet das: An der großen Mehrzahl

der lehrerbildenden Hochschulen ist es heutzutage

noch möglich, ein Lehramtsstudium erfolgreich

abzuschließen, ohne sich je mit dem Thema

digitale Medien beschäftigt zu haben. Wie im

Bereich der Weiterbildungen gilt: Wer nicht will,

muss meist auch nicht. „Der konsequente Einsatz

digitaler Medien muss Pflichtbestandteil in jedem

Lehramtsstudium sein“, fordert daher Jörg Dräger,

Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung.

Das digital gestützte Lernen eröffne neue

Möglichkeiten für personalisiertes Lernen. „Dies

stellt angesichts immer vielfältigerer Klassen

einen großen Gewinn dar“, sagt Dräger.

Die für meinen Job notwendigen

Kompetenzen wurden mir in der

Ausbildung vermittelt.

Lehrerumfrage

Ich habe mir viele Kompetenzen

durch Fort­ und Weiterbildung

angeeignet.

Die meisten Kompetenzen

habe ich mir im Job

angeeignet.

Trifft zu

18 (1,6 %)

Trifft nicht zu

68 (6 %)

Trifft eher nicht zu

62 (5,5 %)

Trifft nicht zu

1 (0,1 %)

Trifft nicht zu

274 (24,1 %)

Trifft eher zu

185 (16,3 %)

Trifft eher nicht zu

659 (58 %)

Trifft eher

nicht zu

422 (37,2 %)

Trifft zu

190 (16,8 %)

Trifft eher zu

454 (40 %)

Trifft eher zu

637 (56 %)

Trifft zu

437 (38,4 %)

Quelle: Didacta Lehrerumfrage 2016, Befragung unter 1139 Lehrkräften (Enthaltungen möglich)

3/2018 www.didacta-magazin.de 11


Titelthema

Der Monitor

Lehrerbildung

ist ein gemeinsames

Projekt

von Bertelsmann

Stiftung,

CHE Centrum

für Hochschulentwicklung,

Deutsche

Telekom Stiftung

und

Stifterverband.

Auf www.

monitorlehrer

bildung.

de werden

Struktur daten

zum Lehramtsstudium

übersichtlich

dargestellt.

„Eine Einzelkämpfermentalität können

wir uns nicht mehr erlauben“

Eine der wenigen Hochschulen, die derzeit Inhalte

zum Umgang mit digitalen Medien und zum

methodisch-didaktischen Einsatz digitaler Medien

für alle Lehramtsstudierenden verpflichtend im

Curriculum verankern, ist die TU Kaiserslautern.

In Rheinland-Pfalz werden im Rahmen des durch

die Qualitätsoffensive Lehrerbildung geförderten

Projektes „U.EDU – Unified Education: Medienbildung

entlang der Lehrerbildungskette“ Ausbildungskonzepte

für angehende Lehrkräfte aller

Ausbildungsphasen entwickelt. Das Besondere

ist: Das Projekt bindet über ein Partnerschulnetzwerk

auch die Schulen der umliegenden Regionen

in die Weiterentwicklung der Lehrerbildung

mit ein, indem beispielsweise durch Studierende

erarbeitete Unterrichtskonzepte mit den Schülerinnen

und Schülern gemeinsam erprobt werden.

Projekte wie in Kaiserslautern könnten und sollten

auf andere Hochschulstandorte ausstrahlen.

Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutsche

Telekom Stiftung, fordert mehr Kooperation und

einen aktiveren Austausch der lehrerbildenden

Hochschulen untereinander: „Eine Einzelkämpfermentalität

der Hochschulen bei der Lehrerausbildung

können wir uns nicht mehr erlauben.

Verbundarbeit und professionelle Lerngemeinschaften

sind hier die Mittel der Wahl.“

Unis sind keine guten Vorbilder

Was für die Hochschulen gilt, trifft dabei erst recht

auf die Dozenten zu, die den Lehrkräften von

morgen ihr digital-didaktisches Rüstzeug vermitteln

sollen. „Deutsche Hochschulen profilieren

sich zwar mit Forschungsschwerpunkten, aber

kaum mit einem Lehrkonzept. Lehre ist Sache

von Einzelkämpfern und digitale Lehre erst recht.

Das muss sich ändern“, fordert Frank Ziegele. Der

Geschäftsführer des CHE Centrum für Hochschulentwicklung

sieht hierbei die Hochschulleitung in

der Pflicht, über entsprechende Strukturen und

Anreizsysteme sicherzustellen, dass die Lehre

sich insgesamt modernisiert. Die Lehrerbildung

könne hier mit gutem Beispiel vorangehen.

Hier zeigt sich das bekannte Problem: Wer

selbst unsicher bis ablehnend digitalen Lernwerkzeugen

gegenübersteht, ist kein gutes Vorbild.

Jedoch existieren in Deutschland weder

verpflichtende Weiterbildungsmaßnahmen für

Hochschuldozierende noch Qualitätsstandards

für entsprechende Maßnahmen. In den Fachwissenschaften

haben digitale Kenntnisse und Kompetenzen

nur an einem Drittel der Hochschulen

Relevanz bei der Besetzung von Professuren.

WAS LEHRER KÖNNEN SOLLTEN

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat

2004 Standards für die Lehrerbildung in

den Bildungswissenschaften aufgestellt.

Sie beziehen sich auf Kompetenzen, über

die eine Lehrkraft zur Bewältigung der

beruflichen Anforderungen verfügen

sollte, und sind in die vier Bereiche

„Unterrichten“, „Erziehen“, „Beurteilen“

und „Innovieren“ untergliedert. Insgesamt

sind diesen Bereichen elf Kompetenzen

zugeordnet, beispielsweise dass

Lehrkräfte in der Lage sind, Schüler zu

motivieren und zu selbstbestimmtem

Lernen zu befähigen oder sie ihren Beruf

als ständige Lernaufgabe sehen. Kompetenzen

im Umgang mit digitalen Medien

sind in den 2004 festgelegten Standards

nicht explizit genannt. Die Standards sind

zu finden auf:

■■

www.kmk.org/fileadmin/

veroeffentlichungen_

beschluesse/2004/2004_12_16-

Standards-Lehrerbildung.pdf

2016 verabschiedete die KMK ihre Strategie

zur „Bildung in der digitalen Welt“.

Ein Kapitel widmet sich der Aus-, Fortund

Weiterbildung von Lehrenden. „Alle

Lehrkräfte müssen selbst über allgemeine

Medienkompetenz verfügen und in ihren

fachlichen Zuständigkeiten zugleich

‚Medienexperten‘ werden“, heißt es darin.

Laut dem Papier sollten Lehrende nachfolgende

Kompetenzen beherrschen, „wenn

sie Schüler erfolgreich auf das Leben in

einer von Digitalisierung und Mediatisierung

geprägten Lebens- und Arbeitswelt

vorbereiten wollen“.

Sie sollten in der Lage sein:

› die eigene allgemeine Medienkompetenz

kontinuierlich weiterzuentwickeln,

das heißt sicher mit technischen

Geräten, Programmen, Lern- und

Arbeitsplattformen umzugehen,

12 www.didacta-magazin.de 3/2018


››

die Bedeutung von Medien und

Digitalisierung in der Lebenswelt

der Schüler zu erkennen, um darauf

aufbauend medienerzieherisch

wirksame Konzepte zu entwickeln

und den Erwerb von Kompetenzen

didaktisch reflektiert und aufbereitet

zu unterstützen,

››

den Einsatz digitaler Medien und

Werkzeuge zu planen, durchzuführen

und zu reflektieren,

››

die lerntheoretischen und didaktischen

Möglichkeiten der digitalen

Medien für die individuelle Förderung

Einzelner oder von Gruppen inner- und

außerhalb des Unterrichts zu nutzen,

››

aus der Vielzahl der angebotenen Bildungsmedien

geeignete Materialien

und Programme zu identifizieren,

››

bei den Schülern das Lernen mit

und über sowie das Gestalten von

Medien zu unterstützen, damit

sie das wachsende Angebot kritisch

r eflektieren,

››

auf der Grundlage ihrer fachbezogenen

Expertise hinsichtlich der Planung

und Gestaltung von Unterricht mit

anderen Lehrkräften und sonstigen

schulischen und außerschulischen

Expertinnen und Experten zusammenzuarbeiten,

››

sich mit Ergebnissen aktueller Forschung

zur Bildung in der digitalen

Welt auseinanderzusetzen und

››

durch ihre Kenntnisse über Urheberrecht,

Datenschutz und Datensicherheit

sowie Jugendmedienschutz

den Unterricht als einen sicheren Raum

zu gestalten.

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Entdecken. Kombinieren.

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Frankfurter Rundschau.

Für die Wissensvermittlung

und Kompetenzförderung in

der Schule stellen wir Ihnen

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Themen impulsen, ausgearbeiteten

Unterrichtsideen,

didaktischen Methoden und

digitalen Elementen zur

Verfügung, die Sie frei

miteinander kombinieren

können.

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Titelthema

„Die Länder

entscheiden

über die

Zugangsvoraussetzungen

zum Vorbereitungsdienst.

Sie haben die

Verantwortung,

Kompetenzen

für

den Umgang

mit digitalen

Medien verbindlich

festzuschreiben.“

Digitale Kompetenz als Teil

der Prüfungsordnung?

Doch Bildungsexperten sehen nicht nur Lehrende

und Hochschulen beim Thema Digitalisierung

in der Pflicht. Volker Meyer-Guckel,

stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes

für die Deutsche Wissenschaft, fordert

ein stärkeres Engagement der Politik: „Da

die Länder über die Zugangsvoraussetzungen

zum Vorbereitungsdienst entscheiden, haben sie

die Möglichkeit, aber auch die Verantwortung,

Kompetenzen für den Umgang mit digitalen

Medien und ihren methodisch-didaktischen

Einsatz für alle Lehramtsanwärter verbindlich

festzuschreiben.“ Die Analyse des Monitor Lehrerbildung

zeigt jedoch: Nur knapp die Hälfte der

Länder macht von ihren Steuerungsmöglichkeiten

Gebrauch und berücksichtigt das Thema in

staatlichen Prüfungsordnungen für das Lehramt

oder macht es zum Gegenstand von Hochschulverträgen.

Es zeigt sich: Das Lehramtsstudium – und damit

die Lehrkräfte von morgen – sind erst teilweise

in der digitalen Welt angekommen. Dabei bedarf

es einer soliden Grundbildung aus der ersten

Ausbildungsphase und einer offenen Haltung

dem Thema gegenüber, gerade weil sich die

Unterrichtsmethoden sowie vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

digitaler Hilfsmittel so schnell

wandeln und weiterentwickeln. Jede Phase,

vom Studium über das Referendariat bis zur

Weiterbildung, sollte ihren Beitrag zur angemessenen

Professionalisierung für den Lehrerberuf

leisten. Digitale Medien gehören zu einem zeitgemäßen

Berufsverständnis genauso dazu wie

Stift und Papier. Und von einer konsequenten

Verankerung im Lehramtsstudium profitieren am

Ende nicht nur die Lehrkräfte selbst, sondern

vor allem ihre Schüler.

ANLAUFSTELLEN FÜR

FORT- UND WEITERBILDUNGEN

Die Anbieter von Fortbildungen für

Lehrkräfte sind vielfältig und verstreut.

Erste Anlaufstelle bei der Suche nach

einer geeigneten Fortbildung im Bereich

Medienkompetenz sind häufig die

Landesmedienzentren sowie die Fortbildungsdatenbanken

der Landesbildungsserver.

In vielen Ländern gibt es auch spezielle

Webportale zu dem Thema, auf denen

Fortbildungen angeboten werden, beispielsweise

das Medienkompetenzportal

NRW oder „Medienkompetenz macht

Schule“ in Rheinland-Pfalz. Einen anderen

Weg geht beispielsweise Bayern. Dort

können Lehrkräfte berufsbegleitend an

den Universitäten Erlangen-Nürnberg,

Augsburg, München und Regensburg

das Erweiterungsfach Medienpädagogik

„nachstudieren“ und sich dort in drei bis

vier Semestern in Medienpädagogik und

Mediendidaktik auf den neuesten Stand

bringen. Mehr dazu auf:

■■

www.medpaed.phil.fau.de/ studium/

erweiterungsstudiengangmedienpaedagogik

DIE AUTORIN

Bianca Brinkmann ist Projektmanagerin des

Monitor Lehrerbildung im CHE Centrum für

Hochschul entwicklung. Ihr Arbeitsschwerpunkt

ist das Thema Lehrerbildung.

Foto: CHE Centrum für Hochschulentwicklung

14 www.didacta-magazin.de 3/2018


Schritt für Schritt

Kompetenzen trainieren

9 Systematische Schulung im Umgang mit

den wichtigsten Textsorten

9 Gezieltes Training aller kommunikativen

Teilkompetenzen

9 Aufbau eines thematischen Wortschatzes

9 Ausgeklügeltes Differenzierungskonzept

9 Vermittlung von interkultureller kommunikativer

Kompetenz, Sprachbewusstheit und

Sprachlernkompetenz

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OBERSTUFE

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SEKUNDARSTUFE II

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Titelthema

Die syrische Lehrerin

Das „Refugee Teachers Program“ bietet geflüchteten Lehrern die Chance,

in Deutschland zu unterrichten. Alaa Kassab aus Aleppo ist heute

Englischlehrerin an einer Grundschule in Brandenburg.

Text Tina Sprung, Joshua Jerke

Fast ist es eine gewöhnliche Englischstunde.

Die Schüler lernen gerade die Uhr, bearbeiten

Aufgaben im Workbook. Sie müssen den

Tagesablauf eines Aliens beschreiben: „At

quarter past ten I have lunch“, schreibt ein

Junge unter die Abbildung des Aliens, der

gerade mit seinem Ufo in den Fly-in fliegt. Die

Lehrerin bespricht die Lösungen an der Tafel.

Das Besondere an dieser Stunde ist: Die Lehrerin

Alaa Kassab unterrichtet erst seit letztem

Schuljahr an der Meusebach-Grundschule in Geltow

bei Potsdam. Sie stammt aus Syrien. Dass

sie in Deutschland unterrichten darf, verdankt

sie einem speziellen Qualifizierungsprogramm

an der Universität Potsdam in Brandenburg.

Möglichst schnell Deutsch lernen

Alaa Kassab kommt aus Aleppo, früher zweitgrößte

Stadt Syriens, heute stark zerstört.

Seit 2011 ist in Syrien Bürgerkrieg, Millionen

Menschen sind daher in den Libanon, nach

Jordanien und in die Türkei geflüchtet. Manche

schlagen sich nach Europa durch, so wie Kassab.

Die 25-Jährige flüchtete 2015 in die Türkei und

gelangte mit einem Boot nach Griechenland.

Dann ging es über den Balkan nach Deutschland.

Die Reise dauerte drei Wochen – sie legte

3400 Kilometer zu Fuß und mit dem Zug zurück.

Kassab zog nach Potsdam zu einem Bekannten.

Dort begann sie sofort Sprachkurse zu belegen.

„Mein Traum war es, so schnell wie möglich

als Lehrerin weiterzuarbeiten, dafür muss ich

Deutsch können“, erzählt sie. In Aleppo hatte sie

Anglistik studiert und unterrichtete Englisch an

Zusammen mit anderen geflüchteten Lehrkräften

lernt Alaa (2. v. r.) Deutsch.

Foto: © Karla Fritze


Privatschulen. Flüchtlingshelfer erzählten ihr von

dem Qualifizierungsprogramm an der Universität

Potsdam für geflüchtete Lehrkräfte, Kassab

bewarb sich. „Schon nach einem Monat ist ein

Platz für mich frei geworden, ich konnte gleich

starten“, erinnert sie sich.

Mit „Buddys“ das deutsche System

kennenlernen

Das 2016 ins Leben gerufene Projekt „Refugee

Teachers Program“ bietet geflüchteten Lehrkräften

die Chance, in Deutschland weiter in ihrem

Beruf zu arbeiten. Durchschnittlich 30 Lehrkräfte

– die meisten stammen aus Syrien, Palästina

und Libyen – beginnen jedes Semester die

Weiterbildung. Zunächst absolvieren sie einen

Deutsch-Intensivkurs. Zur Seite gestellt werden

ihnen dabei „Buddys“. Das sind Studierende, die

beim Einleben an der Universität helfen sollen.

Sie unterstützen zum Beispiel bei der Bewältigung

bürokratischer Angelegenheiten. Nach

dem Sprachtraining besuchen die Studierenden

pädagogische und fachdidaktische Seminare. Sie

machen zudem Praktika, um das deutsche Schulund

Unterrichtssystem kennenzulernen. Denn

das deutsche und syrische System unterscheiden

sich. „In jeder staatlichen Schule in Syrien

gibt es die gleichen Schulbücher, hauptsächlich

Frontalunterricht und kaum Gestaltungsmöglichkeiten

bei der Unterrichtsmethode, da die

Klassen so groß waren“, berichtet Kassab. Hier

in Deutschland könne man besser auf Kinder mit

Lernschwierigkeiten eingehen und flexibler den

Unterricht gestalten. Die Schüler in Deutschland

hätten jedoch weniger Respekt vor dem Lehrer.

„In meinem Heimatland wurden wir sehr streng

erzogen. Dort diskutiert man kaum mit Lehrern.“

In diesem Jahr läuft das Refugee Teachers

Program der Uni Potsdam aus. Das brandenburgische

Kultusministerium und der Deutsche

Akademische Austauschdienst finanzierte es auf

drei Jahre. Mittlerweile gibt es aber vergleichbare

Programme, wie das Projekt „Lehrkräfte

plus“ der Ruhr-Universität Bochum.

Bereicherung für die Schule

Schulleiterin Monika Nebel ist froh, Kassab in

ihrem Lehrerkollegium zu haben. „Alaa ist eine

Bereicherung für die Schule“, sagt sie in einem

Interview mit Arte. Die Kinder haben die neue

Lehrerin ins Herz geschlossen: Am Anfang

waren sie sehr neugierig. Sie fragten, wie es

in Syrien war, wie sie lebte. Und mittlerweile

sind sie einfach nur froh, Kassab als Lehrerin

zu haben.

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BILDUNG IN KÜRZE

RELAUNCH VON FRÜHE BILDUNG ONLINE

Frühe Bildung Online – das Portal für alle, die mit Kindern leben und arbeiten,

wurde neu aufgesetzt und erweitert: Ab sofort sind dort neben tagesaktuellen

News Experteninterviews, Videos sowie Praxisideen für die Kita

und Grundschule zu finden, um Fachkräften Anregungen für die tägliche

Arbeit zu geben und sie bei ihrer persönlichen Weiterbildung zu unterstützen.

Hinter dem Portal steht die Didacta Ausstellungs- und Verlagsgesellschaft,

auch Herausgeberin des didacta Magazins, die gleichzeitig mit dem

Relaunch des Portals ihr Praxisportal „KitaClub“ eingestellt hat.

■ www.fruehe-bildung.online

BILDUNGSKONGRESS

DER FRANKFURTER BUCHMESSE

„Gesund aufwachsen – gesund lernen: Kita und Schule

als Orte der gesunden Entwicklung“ lautet der Titel des

Bildungskongresses der Frankfurter Buchmesse. Auf dem

Kongress am 10. Oktober 2018 wird auch diskutiert, welche

strukturellen Voraussetzungen gegeben sein müssen,

um das Recht auf gesundes Aufwachsen umzusetzen.

■ www.buchmesse.de

MEHR

BILDUNGSUNGERECHTIGKEIT

Mehr Menschen nehmen an Bildungsangeboten

teil, gleichzeitig

wird die soziale Schere größer. Das

zeigt der Nationale Bildungsbericht

2018 „Bildung in Deutschland 2018“,

den im Juni das DIPF veröffentlicht

hat. Demnach hat sich die

Anzahl der Bildungsteilnehmer auf

17,1 Millionen im Jahr 2016 erhöht

– knapp eine halbe Million mehr

als 2009. Gründe dafür sind steigende

Geburtenzahlen, vermehrte

Zuwanderung sowie der Trend zur

Höherqualifizierung und die frühere

Bildungsbeteiligung. Allerdings

hängt die Bildungskarriere stark

vom Elternhaus ab: 79 Prozent der

Kinder von Akademikern studieren,

haben die Eltern kein Abitur, sinkt

der Anteil auf 24 Prozent.

■ www.bildungsbericht.de

didacta

Gewinnspiel

MOTIVATIONSSTEMPEL GEWINNEN!

didacta und Trodat edy verlosen 16 Motivationsstempel-Sets.

Das Set beinhaltet drei Stempel mit Stempelkissen. Lehrer

wählen aus den vorgefertigten Motiven aus und können dazu

einen eigenen Text erstellen.

Um teilzunehmen, einfach auf www.didacta-magazin.de das

Gewinnspielformular ausfüllen.

Teilnahmeschluss: 30. Oktober 2018

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Sie erhalten einen Gutschein

sowie weitere Informationen per E-Mail. Der Gewinn wird nicht

bar ausgezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR

und Gewinnservices sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Foto: © Jag_cz / Shutterstock.com

18 www.didacta-magazin.de 3/2018


Jetzt 2 Ausgaben gratis lesen!

So geht’s:

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Bildung

Der unterschätzte Sektor

Im Auftrag des Wirtschaftsministeriums wurde erstmals die

Bildungswirtschaft in Deutschland systematisch untersucht.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Die Bedeutung der

Bildungswirtschaft steigt.

Text Vincent Hochhausen

AUF EINEN BLICK

› Die Bildungswirtschaft macht in Deutschland

4,6 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

5,6 Prozent der Arbeitnehmer sind im

Bildungsbereich beschäftigt.

› Trotz konstantem Wachstum liegt der Anteil

der Bildungsexporte an allen Exporten nur bei

0,1 Prozent.

› Um die Digitalisierung voranzutreiben, braucht

der Bildungssektor Unterstützung von der Politik.

Dass gute Bildung nicht nur für die persönliche

Entwicklung der Menschen entscheidend

ist, sondern auch Voraussetzung

für volkswirtschaftliches Wachstum und

kompetente Fachkräfte, wird von Seiten

der Politik seit Langem betont. Eine Analyse

im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums

hat sich jetzt erstmals systematisch

mit der Bedeutung der Bildungswirtschaft als

Branche beschäftigt – welche Rolle sie spielt,

wie viele Menschen sie beschäftigt, welche

Herausforderungen es gibt und vor allem: was

die Bildungswirtschaft überhaupt alles umfasst.

Viel Beschäftigung, wenig Export

Die Studie „Analyse der deutschen Bildungswirtschaft

im Zeichen der Digitalisierung“ definiert

Bildungswirtschaft als „die Summe aller Güter

– und somit alle Waren und Dienstleistungen –,

Foto: © Massimo Cavallo / Shutterstock.com

20 www.didacta-magazin.de 3/2018


die auf den Auf- und Ausbau sowie die Verfestigung

von Wissen und Kompetenzen über alle

Lebensphasen einer Person zielen“. In Zusammenarbeit

mit dem statistischen Bundesamt

ermittelten die Studienautoren, welche volkswirtschaftliche

Bedeutung die Bildungswirtschaft

in Deutschland hat. Das Ergebnis: Sie erwirtschaftete

2017 rund 133 Milliarden Euro, das sind

4,6 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung

in Deutschland. Seit 2007 ist die Wirtschaftsleistung

des Sektors um 3,5 Prozent

jährlich gewachsen. Zudem ist etwa

jeder 18. Arbeitnehmer in Deutschland in

der Bildungswirtschaft tätig. Untersucht

wurde auch die Bedeutung der Bildungswirtschaft

für den Export. Hier zeigt sich,

dass aus Deutschland 2017 Bildungsprodukte

und -dienstleistungen im Wert von

rund 1,4 Milliarden Euro exportiert wurden.

Das klingt zwar viel, macht aber nur

0,1 Prozent aller deutschen Exporte aus.

Trotz dieses geringen Anteils wachsen

allerdings auch die Bildungs exporte seit

2007 stetig.

Zielgerichtete Förderung

Eines der Ziele der Analyse war, Maßnahmen

zu benennen, mit denen der

Bund die Bildungswirtschaft sinnvoll fördern

kann. Die Studienautoren sehen als

wichtigste Handlungsfelder die öffentliche

Kommunikation und den Bildungsexport.

So schlagen sie dem Wirtschaftsministerium

vor:

››

die Außendarstellung der Bildungswirtschaft

als Branche mit hoher

wirtschaftlicher Bedeutung zu unterstützen,

››

die fachliche Berichterstattung über

die Bildungswirtschaft auszubauen,

››

die Exportförderung besser auf die

Bildungswirtschaft auszurichten

››

solche Förderungsinstrumente

bekannter zu machen,

››

und bestehende Maßnahmen besser

auf die digitale Bildungswirtschaft

auszurichten.

existierenden Daten kommt die Studie jedoch zu

dem Schluss, dass „über alle Bildungsbereiche

hinweg digitalisierte Lernformate bisher eher

zögerlich eingesetzt werden“. Damit die Bildungswirtschaft

den Trend zum digitalen Lernen

erfolgreich anstoßen kann, sei laut Staatssekretär

im Bundeswirtschaftsministerium Christian

Hirte auch die Politik gefragt, zum Beispiel beim

Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Die Studie

gibt es auf:

www.bmwi.de

(Studientitel

in die Suchfunktion

eingeben)

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Herausforderung Digitalisierung

Was die Digitalisierung angeht, sehen die

Autoren für die Bildungswirtschaft noch

viel Luft nach oben. Es fehle an systematischen

Kennzahlen und Untersuchungen,

mit denen man genau erheben kann, wie

groß die Rolle digitaler Bildungsangebote

in der Bildungswirtschaft ist. Anhand der

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3/2018 www.didacta-magazin.de 21


Bildung

Von King-Code

bis Arsch huh

In sozialen Medien fischen rassistisch motivierte Gruppen

nach neuen Mitgliedern, an Schulen häuft sich religiöses Mobbing.

Deswegen ist es umso wichtiger, dass Initiativen dagegenhalten und

Jugendliche über Rassismus aufklären.

Text Benigna Daubenmerkl

22 www.didacta-magazin.de 3/2018


Foto: © De Repente / Shutterstock.com

Weil sie nicht an Allah glaubt, wird an

einer Berliner Grundschule ein Mädchen

von ihren muslimischen Mitschülern

bedroht. Der Vorfall wurde

im März bekannt. An einer anderen

Schule wurde über Monate ein 14-Jähriger

beleidigt und geschlagen – weil er Jude

ist. Medienberichte zu religiösem Mobbing und

rassistischen und antisemitischen Vorfällen an

Schulen häufen sich. Bundesfamilienministerin

Franziska Giffey forderte die Schulen im April

daher auf, jeden Fall von Rassismus und offenem

Hass zu melden. Hier sind die Lehrkräfte gefragt:

Sie müssen genau hinsehen, aber auch präventiv

tätig sein, demokratische Grundwerte vermitteln

und für Rassismus sensibilisieren. Projekte von

Vereinen und Initiativen wollen Schulen bei dieser

Aufgabe unterstützen und widmen sich kreativ

dieser Sensibilisierungs-Arbeit bei Jugendlichen.

didacta stellt eine Auswahl vor:

3/2018 www.didacta-magazin.de 23


Bildung

King-Code-Projekt

Seit Juni 2013 haben sich

Schüler des Rosa-Luxemburg-

Gymnasiums Berlin bei dem

multi-medialen Schulprojekt

King Code auf Spurensuche

begeben. Sie suchten zusammen

nach Fakten, Dokumenten

und Zeitzeugen rund um

den Besuch des amerikanischen

Bürgerrechtlers Martin

Luther King 1964 in Berlin.

Daraus entwickelten sie eine

Wanderausstellung über King

und seinen friedlichen Kampf

gegen Unrecht und rassistisch

motivierte Ausgrenzung. Die

Jugendlichen bieten geführte

Touren, sogenannte King-Tours

zu Fuß oder per Rad durch Berlin

an. Für diese Tour kreierten

sie auch eine App mit weiterführenden

Informationen.

■■

www.king-code.de

Arsch huh – Zäng ussenander!

Das Kölner Konzert „Arsch huh – Zäng

ussenander“ fand 1992 als eine Aktion von

Rockmusikern gegen den wachsenden Rassismus

und brutale Übergriffen auf ausländische

Mitbürger statt. Die Resonanz war

riesig. In der Folge wurden unter anderem

eine CD, ein Buch, ein Medienpaket für den

Schulunterricht und T-Shirts produziert. Es

entstand ein Verein, der seit über 25 Jahren

regelmäßig Konzerte, Feste und Aktionen

gegen Rassismus organisiert.

■■

www.arschhuh.de

Miteinander

Die bundesweite Schulaktion der Initiative der Albert-Schweitzer-

Kinderdörfer und Familienwerke ruft inzwischen im dritten Jahr

Deutschlands Grundschulen zur Teilnahme an der Aktion „Miteinander“

auf. Ziel ist es, den Kindern ein soziales Miteinander

zu vermitteln. Sie sollen beispielsweise Wertschätzung lernen

und Mitgefühl zeigen. Die Initiative unterstützt Lehrkräfte mit

Projektideen wie die Gestaltung eines Wunschbaumes oder

das Erstellung und Durchführen von Interviews und mit kostenfreien

Unterrichtsmaterialien.

■■

www.albert-schweitzer-miteinander.de

Gesicht zeigen!

Durch Fortbildungen, Beratungsangebote,

Workshops

für Schulklassen und vielfältige

Veranstaltungen setzt sich der

Verein „Gesicht Zeigen!“ für

mehr Respekt und Toleranz in

der Gesellschaft ein. Er richtet

sich unter anderem an Lehrer

und Schüler. Prominente wie

Moderatorin Dunja Hayali engagieren

sich gegen Rechts und

unterstützen die Initiative. Es

gibt kostenlose Filme für die

Nutzung im Unterricht sowie

Spiele, Poster, Publikationen

und Gesicht-Zeigen-T-Shirts

gegen eine Schutzgebühr.

■■

www.gesichtzeigen.de

Foto: © GagliardiImages / Shutterstock.com


Demokratiebahnhof Anklam

Seit Mitte 2014 ist in dem Anklamer Bahnhof

in Mecklenburg-Vorpommern ein offenes

Jugend- und Kulturzentrum entstanden,

als Gegengewicht zur starken rechten Szene

in der Region. Engagierte Ehrenamtliche haben

hier einen Treffpunkt für junge Menschen geschaffen,

mit vielen unterschiedlichen Projekten, Workshops und

Festen. Hier können Jugendliche neue Bekanntschaften

schließen, sich beispielsweise am laufenden Garten- oder

Kochprojekt beteiligen, Musik machen oder einfach nur

miteinander Zeit verbingen. Jeder ist willkommen, egal

woher er kommt.

■■

https://demokratiebahnhof.de

Für

ErzieherInnen,

Grundschullehrkräfte

und Eltern!

Gib Rassismus keine Chance

Ziele des Vereins sind Aufklärungsarbeit,

Unterstützung und Mitgestaltung von

Kultur-, Sport und Musikveranstaltungen

für mehr Toleranz. Er engagiert sich in der

Jugendarbeit, in Schulen, Universitäten

und Vereinen. Botschafter und Förderer

sind prominente Vertreter aus Wirtschaft,

Sport und Medien.

■■

http://www.gib-rassismus-keinechance.org

Sind Eltern Partner von Kitas und Schulen?

Philosophierstunde: Was ist Gerechtigkeit?

Kindern mit herausforderndem Verhalten

begegnen

NETZ-INITIATIVEN GEGEN RASSISMUS

› Selma „Hacking Hate“

Selma ist ein Projekt, das sich an Jugendliche

von 11 bis 16 Jahre richtet und

Hassreden im Netz durch die Förderung

von gegenseitigem Verständnis, Toleranz

und Respekt entgegentreten will.

› das-nettz.de

Das Nettz will gegen Hate Speech antreten

und als Vernetzungsstelle dienen. Sie

will eine „Community der Gegenrede“

aufbauen und unterstützen.

› hasshilft.de

„Hass Hilft“ hat im Herbst 2015 eine

Online-Spenden-Aktion gestartet. Für

jeden menschenverachtenden Kommentar

im Netz spenden Partner der Aktion

einen Euro für Flüchtlingsprojekte oder

eine Initiative gegen Rechts.

Wie können ErzieherInnen im Alltag fit

und gesund bleiben?

Mehr als Doktorspielchen: Sexualerziehung

in der Kita

Auf die Stimme achten – Selbstfürsorge

für ErzieherInnen und Grundschullehrkräfte

Nichts ist umsonst:

Rechtliches zur Musiknutzung

Kinderschutz und Kinderrechte

in der digitalen Welt

… und viele weitere Themen

Frühe Bildung Online führt die verschiedenen Aspekte

der frühen Bildung zusammen –

von der Früh- bis zur Grundschulpädagogik.

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Bildung

Mobil sein muss man lernen

Verkehr ist überall, aber in Schule und Kita kaum Thema.

didacta sprach mit dem Bildungssoziologen Dietmar Sturzbecher

darüber, warum Mobilitätsbildung in die Bildungspläne gehört.

Interview Vincent Hochhausen

Dietmar Sturzbecher

ist Professor für Familien-, Jugend- und Bildungssoziologie

sowie Direktor des Instituts für

angewandte Familien-, Kindheits-, und Jugendforschung

(IFK) an der Universität Potsdam.

Er beschäftigt sich unter anderem mit Mobilitäts-

und Verkehrserziehung in Kindergärten und

Schulen.

didacta: Kommt Verkehrserziehung

aus Ihrer Sicht derzeit zu kurz?

Dietmar Sturzbecher: Ja, ganz klar. In vielen

Bundesländern sind Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung

in den Bildungsplänen der Kitas

nicht ausreichend verankert. Es gibt zwar zahlreiche

Angebote von Verkehrsorganisationen und

Illustration: © Azaze11o / Shutterstock.com; Foto: Dietmar Sturzbecher

26 www.didacta-magazin.de 3/2018


der Polizei, die von Kitas und Schulen genutzt

werden, aber einzelne Projekte können eine

systematische und kontinuierliche Umsetzung

der Mobilitätsbildung nicht ersetzen.

Sondern?

Verkehrserziehung muss als Querschnittsaufgabe

in den Kita- und Schulalltag integriert werden.

Das geht nur, wenn sie in die Ausbildung

des pädagogischen Fachpersonals und in die

Bildungs- und Lehrpläne verlässlich und systematisch

integriert wird. Wir haben an unserem

Institut im Auftrag des ADAC eine Studie zur

Mobilitäts- und Verkehrserziehung in der Sekundarstufe

I durchgeführt und dabei die curricularen

Grundlagen sowie Expertenmeinungen

erfasst. Es zeigte sich, dass das Thema häufig

nur ein Randgebiet der schulischen Bildung und

Erziehung ist und es den Lehrkräften an Ressourcen

für eine systematische und wirkungsvolle

Umsetzung fehlt.

Wie sieht gute Verkehrsbildung

in der Praxis aus?

Für das Training von Verkehrskompetenz gibt es

viele Möglichkeiten. Dazu zählen das Spazierengehen

mit der Kita-Gruppe, das Einkaufen mit

den Eltern und nicht zuletzt das Schulwegtraining.

Wie in vielen Bildungsbereichen müssen

aber die Lern- und Verhaltensvoraussetzungen

der Lernenden berücksichtigt werden.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Vorschulkinder haben beispielsweise noch kein

voll entwickeltes Hörvermögen und können

nicht unterscheiden, ob sich ein Auto entfernt

oder nähert. Aufgrund ihrer Körpergröße fehlt

ihnen der für Erwachsene selbstverständliche

Überblick über Verkehrssituationen. Zudem

fällt es ihnen schwer, ihre Aufmerksamkeit

auf Besonderheiten von Verkehrssituationen

zu konzentrieren und die Absichten anderer

Verkehrsteilnehmer zu erkennen. Wenn beispielsweise

an einer vielbefahrenen Kreuzung

ein Spielzeugladen oder ein Eisstand ist, dann

sind Kinder natürlich davon abgelenkt und vergessen

schon einmal, dass sie den abbiegenden

Verkehr beobachten müssen. Deshalb müssen

sie insbesondere lernen, welche Gefahrensituationen

ihr Kita- beziehungsweise Schulweg hat.

Halten Sie es für sinnvoll, dass Eltern die

Kinder zur Schule bringen?

Es ist der falsche Weg, Kinder übermäßig zu

behüten und ihnen zu wenig zuzutrauen. In

der Fahrausbildung gibt es das Motto „Fahren


Bildung

lernt man durch Fahren“. Damit ist gemeint, dass

der Fahrerfahrungsaufbau im realen Straßenverkehr

einen starken Beitrag zur Verringerung

des Unfallrisikos und zum nachhaltigen Kompetenzaufbau

bei jungen Fahrern leistet. Analog ist

auch bei Kindern davon auszugehen, dass man

das achtsame und kompetente Zurücklegen des

Schulweges nicht im Auto der Eltern erlernt,

sondern indem man mit ihnen gemeinsam

den Schulweg erkundet und die potenziellen

Gefahren erörtert.

Was gehört außer dem Thema

Sicherheit noch zur Verkehrsbildung?

Die Vermittlung von Verkehrsregeln und Verkehrssicherheitseinstellungen

ist wichtig und sie

muss im Fokus der Verkehrserziehung bleiben.

Zusätzlich ist aber in den letzten Jahrzehnten

die Mobilitätsbildung als Ziel des Erwerbs von

Mobilitätskompetenz hinzugekommen.

Wie können Schulen Mobilitätsbildung

denn verankern?

Wir haben in der Studie für den ADAC vier

Empfehlungen abgegeben: Erstens müssen bei

der Planung von Angeboten der Entwicklungsstand

und die speziellen Entwicklungsaufgaben

von Kindern unterschiedlichen Alters berücksichtigt

werden. Zweitens ist eine wirksame

Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung nur

mit Unterstützung durch externe Partner aus

der Verkehrssicherheitsarbeit möglich. Drittens

sollten an allen Bildungseinrichtungen

Fachverantwortliche benannt und als Multiplikatoren

regelmäßig fortgebildet werden,

um Angebote zu planen und durchzuführen.

Und viertens brauchen wir Expertennetzwerke

und Lehr-Lernplattformen, um Erfahrungen und

Materialien auszutauschen.

Was umfasst Mobilitätskompetenz?

Es geht dabei um Umweltaspekte, um die Wahl

wenig umweltschädigender Verkehrsmittel und

nicht zuletzt um Verkehrsvermeidung. Menschen

müssen zwar mobil sein, um soziale Kontakte

zu pflegen und beruflich voranzukommen. Ohne

Führerschein hat man heute – zumindest auf

dem Land – kaum Chancen, im Alltag zurecht

zu kommen. Aber es ändert sich derzeit viel in

der Mobilität, und das sollte sich auch auf die

Mobilitätsbildung auswirken.

Inwiefern?

Kinder sind heute nicht mehr nur mit dem Fahrrad

und mit Inlineskatern unterwegs, sondern

auch mit Kettcars, Segways und Hoverboards.

Diese Wandlungsprozesse müssen bei der

Mobilitätsbildung für Kinder und Jugendliche

berücksichtigt werden. Beispielsweise könnte

man anhand eines Trainings-Parcours auf Schulhöfen

verdeutlichen, dass mit jedem neuen Verkehrsmittel

auch neuartige Herausforderungen

im Straßenverkehr verbunden sind, und zwar für

die Nutzer wie auch für die anderen Verkehrsteilnehmer.

Wo und wie schnell kann mit einem

Hoverboard gefahren werden und wird man mit

einem Kettcar hinter parkenden Autos gesehen?

Derartige Fragen müssen bei der Mobilitätsbildung

aufgegriffen werden, damit Kinder und

Jugendliche lernen, sich in andere Verkehrsteilnehmer

hineinzuversetzen und aktuelle Verkehrsentwicklungen

zu berücksichtigen. Zu den

neuartigen Herausforderungen gehören übrigens

auch das Erkennen geräuscharmer Elektrofahrzeuge

und die Ablenkung durch Smartphones.

ANGEBOTE ZUR VERKEHRSERZIEHUNG

Schulwegspiel

Zur Schulwegsicherheit hat das Institut

für angewandte Familien-, Kindheits-, und

Jugendforschung (IFK) ein Lernspiel erarbeitet.

Damit sollen Kinder die Verkehrsregeln

und mögliche Gefahren auf ihrem Schulweg

kennenlernen, um den Weg sicher zurücklegen

zu können. Zu finden auf:

■ ifk-potsdam.de/verkehrswissenschaftlicheforschung-und-fahranfaengervorbereitung/

verkehrserziehung

Unterrichtsmaterial und Videos

Eine Sammlung von kostenlosen Unterrichtsmaterialien

zur Verkehrssicherheit bietet das

Bundesverkehrsministerium an. Die Materialien

sind modular aufgebaut und eignen sich

sowohl für fortlaufenden Unterricht wie für

Thementage. Zu dem Angebot gehört auch

die Filmreihe „Das Gesetz der Straße“ mit

TV-Moderator Ralph Caspers:

■ www.lehreronline.de/fokusthemen/dossier/

do/sicherheit-im-strassenverkehr

Foto: ROLL PLAY

28 www.didacta-magazin.de 3/2018


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Gewinnspiel

UPRIDER GEWINNEN

didacta und Rollplay verlosen ein elektrisches Balanceboard

für Kinder. Er eignet sich für Kinder ab sechs

Jahren und lässt sich mithilfe von Gewichtsverlagerung

steuern. Die verstellbaren Griffe sowie die Stützräder

erleichtern das Üben.

Einfach Gewinnspielformular ausfüllen auf:

www.didacta-magazin.de

Teilnahmeschluss: 30. Oktober 2018

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der Gewinn wird

nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter

der AVR und Gewinn services sind von der Teilnahme

ausgeschlossen.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Umgang mit Magformers Magnet-Spielzeug in Kindergärten und Kindertagesstätten

Als weltweit führender Hersteller für Magnet-Spielzeug steht die Sicherheit unserer Produkte an allererster Stelle. Unsere Produkte unterliegen höchsten

Sicherheitsstandards und durchlaufen sorgfältige Qualitätssicherheitsprozesse. Dennoch kann es im Umgang mit Magnet-Spielzeug aufgrund der verbauten

Magnete zu Gefährdungen kommen, wenn das Spielzeug über längere Zeit hinweg unsachgemäß gehandhabt wird. Hiermit möchten wir Sie über mögliche

Risiken informieren, die von Magformers-Spielzeug bei unsachgemäßer Handhabung in Kindergärten, Kindertagesstätten und ähnlichen Einrichtungen ausgehen

können.

Magformers-Spielzeug enthält kleine Magnete, die im Inneren der Spielzeuge verbaut sind. Werden die Spielzeuge beschädigt, können einzelne Magnete

frei zugänglich und von Kindern in den Mund genommen und verschluckt werden. Verschluckte Magnete können sich im Darm gegenseitig anziehen und zu

schweren Verletzungen führen.

Um jegliches Risiko für die Sicherheit und Gesundheit der von Ihrem Haus betreuten Kinder zu vermeiden, bitten wir Sie darum, dafür zu sorgen, dass im

Umgang mit Magformers-Spielzeug stets folgende Sicherheitshinweise beachtet werden:

• Überprüfen Sie die Magnet-Spielzeuge in regelmäßigen Abständen auf äußerlich sichtbare Beschädigungen (z.B. Risse im Kunststoff, leere Magnetfächer)

sowie auf mögliche schwarze Verfärbungen der Magnetfächer. Falls Sie Beschädigungen oder Verfärbungen feststellen, entfernen Sie die Spielzeuge

umgehend aus dem Spielbetrieb und entsorgen diese.

• Stellen Sie sicher, dass die Spielzeuge niemals in der Spülmaschine, in einer Waschmaschine oder unter Verwendung aggressiver Reinigungsmittel (z.B.

Alkohol, Desinfektionsmittel) gereinigt werden.

• Stellen Sie sicher, dass die Spielzeuge nicht im Außenbereich verwendet werden und dass sie nicht über längere Zeit hinweg mit Flüssigkeiten in

Kontakt kommen.

• Sensibilisieren Sie die von Ihrem Haus betreuten Kinder für die potentiellen Gefahren, die von verschluckten Magneten ausgehen und wirken Sie auf

einen sorgsamen Umgang mit den Spielzeugen hin.

• Kontaktieren Sie sofort einen Arzt, wenn ein Kind einen Magneten verschluckt hat und informieren Sie den Arzt darüber, dass ein Magnet verschluckt

wurde.

Sollten Sie Rückfragen zum sicheren Umgang mit unseren Spielzeugen haben, zögern Sie bitte nicht, uns jederzeit zu kontaktieren.

Beschädigtes

Magformers-

Spielzeug:

Verfärbte

Magnete von

Magformers:

Katalog-Download:

&

Magformers

MAGFORMERS GmbH

Carl-Zeiss-Straße 37

63322 Rödermark

info@magformers.de

/Magformers

www.magformers.de


INTERNATIONAL IN KÜRZE

BESSERE CHANCEN DURCH

DEUTSCHE ENTWICKLUNGSHILFE

Mit Entwicklungshilfeprojekten hat die Deutsche

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

(GIZ) im Auftrag der Bundesregierung in den

vergangenen drei Jahren die Berufsperspektive

von über 100 000 Menschen in Nordafrika und

dem Nahen Osten verbessert. Das gab sie auf ihrer

Jahrespressekonferenz im Juli bekannt. Unter

anderem half die GIZ in Ägypten beim Ausbau von

Berufsberatungsangeboten für Jugendliche und

unterstützte einen Unternehmensverband dabei,

die Qualität der angebotenen Jobs zu verbessern.

Die GIZ ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen,

Hauptauftraggeber ist das Bundesministerium für

wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

NEUE DATENBANK

FÜR EUROPÄISCHE

BERUFSBILDUNGSGÄNGE

Eine öffentlich zugängliche

Datenbank für europäische

Berufsbildungsgänge hat die

EU-Berufsbildungsbehörde

Cedefop (European Centre for

the Development of Vocational

Training) eingerichtet. Die

Datenbank soll den Vergleich

zwischen verschiedenen

Berufsbildungssystemen

erleichtern und als Informationsquelle

für Interessenten an

Ausbildung im europäischen

Ausland dienen. Darin finden

sich ausführliche Informationen

zu 42 Berufsbildungsgängen

aus 30 Ländern. Die Datenbank

soll in Zukunft weiter

ausgebaut werden.

■■

www.cedefop.europa.eu

Fotos: © Stokkete, BelkaG / Shutterstock.com

HANDYVERBOT AN FRANZÖSISCHEN SCHULEN

Das französische Parlament hat im Juli ein gesetzliches Handyverbot für Schulen

beschlossen. An Vor-, Grund- und weiterführenden Schulen in Frankreich soll das

Komplettverbot gelten. Damit dürfen die Schüler auf dem ganzen Schulgelände

keine Handys nutzen, auch in den Pausen nicht. Ausgenommen sind Gymnasien,

die selbst darüber entscheiden dürfen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek

hat sich gegen ein Handyverbot an Schulen nach französischem Vorbild ausgesprochen.

Bayern ist in Deutschland bislang das einzige Bundesland, das Handys

an Schulen grundsätzlich verbietet.

30 www.didacta-magazin.de 3/2018


In der Schule endlich

was lebenswichtiges

lernen.

Das Gesetz der Strasse

Die Online-Serie mit

Unterrichtsmaterial,

kostenlos zum Download.

mit Ralph Caspers soll Schülerinnen und Schüler der

Sekundarstufe über Sicherheit und Verhalten im Straßenverkehr aufklären. Das Unterrichtsmaterial

zu den Filmen wurde von Lehrkräften und dem Bundesministerium für Verkehr

und digitale Infrastruktur gemeinsam entwickelt und bietet ver schiedene Anwendungsmöglichkeiten

für den Unterricht, vor allem aber Spaß bei der Verkehrserziehung.

Mehr Informationen unter www.lehrer-online.de/verkehrserziehung


International

Bella didacta

Im Oktober findet die didacta Italia statt. Der Ableger der deutschen

didacta Bildungsmesse ist ein Treffpunkt für Bildungsprofis in Italien.

Text Vincent Hochhausen

AUF EINEN BLICK

››

Vom 18. bis 20. Oktober findet in Florenz

zum zweiten Mal die Bildungsmesse didacta

Italia statt.

››

Die Veranstalter erwarten rund

25 000 Besucher, darunter auch zahlreiche

internationale Gäste.

››

Frühe Bildung, Schule, Hochschul- und

Berufsbildung sowie Start-ups stehen

bei der Messe im Vordergrund.

Im vergangenen Jahr fand erstmals die didacta

Italia in Florenz statt. Auch dieses Jahr werden

Bildungsprofis aus ganz Italien vom 18. bis

20. Oktober in das Veranstaltungsgelände der

Fortezza da Basso strömen – eine Festungsanlage

aus dem 16. Jahrhundert im Herzen

der toskanischen Stadt. Neben den zahlreichen

Ausstellern gibt es ein Programm mit rund 200

Veranstaltungen, Seminaren und Workshops.

Die didacta Italia ist inspiriert von der deutschen

didacta Bildungsmesse, der größten Bildungsmesse

Europas, die jedes Jahr im Wechsel in

Köln, Stuttgart und Hannover stattfindet.

Foto: © Neirfy / Shutterstock.com

32 www.didacta-magazin.de 3/2018


Die Mehrzahl der 20 000 Besucher waren im

letzten Jahr Lehrkräfte und Schulleiter, dieses

Jahr werden 25 000 erwartet. Ein Fokus der

Messe 2018 liegt auf dem Schulwesen. Aber

auch andere Bildungsbereiche sind auf der

Messe präsent: von der frühen über die berufliche

bis zur Hochschulbildung.

Cybermobbing und digitales Lernen

Die didacta Italia will Themen und Fragestellungen

aufgreifen, die die italienische Bildungspolitik

derzeit diskutiert: Dazu gehören unter

anderem Bildungsreformen der letzten Jahre,

wie verpflichtende Praktika während der Schule,

die – aufgrund der deutschen Erfahrungen mit

der dualen Ausbildung – eingeführt wurden

sowie verpflichtende jährliche Weiterbildungen

für Lehrkräfte. „Außerdem werden derzeit Mobbing

und Cybermobbing stark diskutiert, ebenso

wie das Lernen mit Smartphones und Tablets“,

sagt Giacinto Bosco, beim Messeveranstalter

Firenze Fiera zuständig für die Organisation der

didacta Italia. „Zu diesen Themen werden wir

auf der Messe Veranstaltungen durchführen.“

Ähnlich wie die didacta Bildungsmesse in

Deutschland soll die didacta Italia also einerseits

Lehrkräften und allen anderen Bildungsverantwortlichen

helfen, sich zu aktuellen Themen neue

Kompetenzen anzueignen. Andererseits können

sich Besucher dort über Anbieter von Schulbüchern,

Einrichtern, digitalen Lerninhalten und

vielen anderen Produkten und Dienstleistungen

aus dem Bildungsbereich informieren.

Mehr Infos auf:

fieradidacta.

indire.it/en


MEDIEN IN KÜRZE

WETTBEWERB ZU FAKE NEWS

Der neue Videowettbewerb „Klickwinkel“ für

Schülerinnen und Schüler der 8. bis 11. Klasse

ist gestartet. Der Wettbewerb will Jugendliche

ermutigen, digitale Medien aktiv zu

gestalten und sich mit Demokratie auseinanderzusetzen.

Aufgabe ist es, selbst ein dreiminütiges

Video zu produzieren. Dafür suchen

sich die Schüler selbst ein spannendes Thema

aus und recherchieren Fakten dazu. Bis

zum 31. Oktober 2018 müssen sie die Filme

einreichen, als Gewinn winkt ein Medienworkshop

in Berlin. Auf www.klickwinkel.de

gibt es Tipps, wie man Videos am besten mit

dem Handy schneidet, und Lehrmaterialien,

um Medien- und Informationskompetenz zu

fördern. Initiiert wurde der Wettbewerb von

der Vodafone Stiftung Deutschland, unter der

Schirmherrschaft des Bundespräsidenten

Frank-Walter Steinmeier.

■ www.klickwinkel.de

BUNDESTAG BESCHLIEßT KOMMISSION

ZUM DIGITALEN WANDEL

Der Bundestag hat eine Kommission zur beruflichen

Bildung in der digitalen Welt eingesetzt.

Sie soll untersuchen, wie die berufliche Bildung

an die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt

angepasst werden muss. Die Kommission

besteht aus 19 Abgeordneten aller Fraktionen

sowie 19 Sachverständigen. Sie soll ihre Handlungsempfehlungen

am Ende der laufenden

Legislaturperiode, also bis 2021, vorlegen.

DATENSCHUTZ-PREIS

AUSGESCHRIEBEN

Die zweite Runde des Datenschutz Medienpreises

(DAME) ist gestartet. Bis zum

1. November 2018 können sich Filmschaffende,

Jugendorganisationen, Kreative,

Verbände und andere Initiativen mit ihren

selbstgedrehten Filmen und Clips bewerben.

Mit dem Preis zeichnet der Berufsverband der

Datenschutzbeauftragten Deutschlands Beiträge

aus, die komplexe Inhalte zum Datenschutz

verständlich aufbereiten. Infos zur

Bewerbung und Preisen auf:

■ www.bvdnet.de/datenschutzmedienpreis

GRATIS-BÄNDE ZU DIGITALER KOMPETENZ

Im Juni ist die Reihe „Bildung braucht digitale Kompetenz“

erschienen. In vier frei verfügbaren Bänden liefert sie umfangreiche

Informationen zum verantwortungsvollen Umgang

mit dem Internet. Die Reihe ist ein Projekt des Bayerischen

Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und des

Didacta Verbands der Bildungswirtschaft. Zu finden auf:

■ www.didacta-digital.de

Mehr

dazu ab

Seite 42

Fotos: © patat, rassco, Maria Symchych / Shutterstock.com

34 www.didacta-magazin.de 3/2018


Kreativ und

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Medien

Durch das Datendickicht

Datenschutz ist Pflicht. didacta zeigt, worauf Lehrkräfte

im Schulalltag achten sollten und wie sie Schüler für das

Thema sensibilisieren können.

Text Julia Knopf, Sina-Marie Schneider

AUF EINEN BLICK

› Seit 25. Mai gilt die neue Datenschutzgrundverordnung.

› Die Richtlinien regeln in Europa die Verarbeitung

personenbezogener Daten und den

Umgang mit Fotos oder Videos.

› Auch Lehrkräfte müssen sich daran halten

und sollten beispielsweise Nutzungsverträge

erstellen, wenn Schüler ihre Smartphones

im Unterricht einsetzen.

Über kaum ein Thema wird aktuell so viel

diskutiert wie über den Datenschutz.

Vom Akzeptieren sogenannter Cookies,

also gespeicherten Daten über Benutzer

auf den Seiten, bis hin zum Zustimmen

zu seitenlangen AGB soll die neu verabschiedete

Datenschutzgrundverordnung, kurz

DSGVO, Licht ins Datendickicht bringen. Die

DSGVO vereinheitlicht Datenschutzgesetze

seit dem 25. Mai 2018 europaweit:

Bild- und Persönlichkeitsrechte

Jüngere Menschen informieren sich per

Smartphone und Tablet über tagespolitisches

Geschehen, gleichermaßen wie über das Mittagessen

der besten Freundin. Plattformen wie

Facebook oder Instagram sind von Bildern und

Videos durchzogen. Mit nur einem Klick lassen

sich solche Beiträge teilen und können sich so

rasend schnell im Internet verbreiten. Dass

diese Verbreitung jedoch rechtlich gesehen nicht

unproblematisch ist, zeigt der Grundsatz des

Kunsturheberrechtsgesetzes. Hiernach dürfen

„Bildnisse“, wie beispielsweise Zeichnungen,

Fotos, Filme oder Hinweise, auf denen eine

Person klar erkennbar ist, nur mit deren Einwilligung

veröffentlicht werden. Ausnahmefälle

stellen in diesem Zusammenhang Bilder von

Foto: © Zaksheuskaya / Shutterstock.com

36 www.didacta-magazin.de 3/2018


zeitgeschichtlicher Relevanz sowie Aufnahmen

dar, in denen Einzelpersonen in den Hintergrund

treten. Im letzten Fall muss klar ersichtlich sein,

dass es bei der Anfertigung der Aufnahme nicht

um die Einzelperson als Motiv ging.

Recht auf informationelle Selbstbestimmung

In Deutschland gibt es das Recht auf informationelle

Selbstbestimmung. Es besagt, dass

jeder Mensch selbst über die Preisgabe und

Verwendung seiner personenbezogenen Daten

bestimmen kann. Dazu zählen Name, Geburtsdatum

oder die Handynummer. Dieses Recht

ist auch im schulischen Kontext relevant, da das

Speichern solcher Daten stets eine Einwilligung

der Erziehungsberechtigten erfordert.

Auch bei Unterrichtsarrangements, in denen

Ton-, Bilder- oder Videoaufnahmen von Schülern

entstehen, müssen Erziehungsberechtigte

Kindern unter elf Jahren ihre Einwilligung erteilen.

Schüler zwischen 11 und 17 Jahren müssen

zudem selbst in die Aufnahme einwilligen.

Aus einer solchen Einwilligung muss sowohl

der Zweck der Aufnahme als auch die geplante

Veröffentlichung sowie deren Reichweite hervorgehen.

So willigt ein Schüler möglicherweise der

Veröffentlichung eines selbst erstellten Videos

innerhalb des passwortgeschützten Youtube-

Kanals der Schule zu, möchte aber nicht, dass

das Video Millionen Youtube-Nutzern in aller Welt

zur Verfügung steht. Insbesondere bei der Verwendung

schülereigener Geräte sollte bei der

Einwilligung darauf hingewiesen werden, wie

ein Missbrauch der Aufnahmen und Daten verhindert

werden kann.

Urheberrecht

Im Urheberrechtsgesetz ist festgehalten, dass

ausschließlich der Urheber eines Werkes über

dessen Nutzung und Verwertung bestimmen

darf. Somit besteht eine Urheberrechtsverletzung

bei jedem unberechtigten Verwerten

wie dem Vervielfältigen, dem Vorführen oder

Eine Übersicht

über die

verschiedenen

Lizenzen

gibt es auf:

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verpackt Mathe-Aufgaben in Geschichten und die machen

Kindern Spaß

beinhaltet auch Aufgaben zum Wettrechnen, Knobel- und

VERA-Aufgaben sowie spielerische Aufgaben zum Plusund-Minus-Rechnen

und zum Lesen der Uhr

motiviert mit dem persönlichen Punktekonto, den

Belohnungs-Orden, der Urkunde und den Stickern für

das Zirkus-Sammelbild

ist lehrwerksunabhängig einsetzbar

www.zahlenzorro.de, thematische Aufgabe „Piraten, Klasse 3, Frühling“

Illustrationen: Iris Blanck (Hamburg), Angelika Citak (Wipperfürth)

Gleich Info-Film anschauen und einen ersten Eindruck gewinnen:

www.zahlenzorro.de/film.jsp


Medien

ANLAUFSTELLEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE:

öffentlichen Zugänglichmachen der Werke. Ausnahmen

stellen Verwertungen von einzelnen

Teilen eines Werkes unter Berücksichtigung des

Zitationsrechtes sowie die Nutzung gemeinfreier

Werke, wie amtliche Werke, dar. Es empfiehlt

sich daher, im Unterricht auf sogenannte Creative

Commons-Werke mit der Lizenz CC0

zurückzugreifen. Ihre Verwendung ist auch für

die Weiterverbreitung erlaubt und unterliegt keinerlei

Urheberrechten. Die gemeinnützige Organisation

Creative Commons veröffentlicht seit

2001 Standard-Lizenzverträge, die es Urhebern

erleichtern, der Öffentlichkeit Nutzungsrechte

an ihren Werken einzuräumen.

››

Klicksafe: Eine EU-Initiative für mehr Sicherheit

im Netz, die in verschiedene Kategorien untergliedert

ist. Hier finden Eltern, Kinder, Jugendliche

und Lehrer Informationen zu Themen wie

dem verantwortungsvollen Umgang mit Daten in

sozialen Netzwerken oder Cybermobbing.

■■

www.klicksafe.de

››

Youngdata: Das Jugendportal der unabhängigen

Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder

sowie des Kantons Zürich informiert über die

aktuell meistgenutzten Anwendungen von Kindern

und Jugendlichen wie Whatsapp, Instagram

oder Snapchat sowie deren Datenschutzbestimmungen.

Zudem gibt das Portal Aufschluss über

die individuellen Tücken verschiedener Betriebssysteme.

■■

www.youngdata.de

››

Jugend und Medien: Die schweizerische Plattform

zur Förderung der Medienkompetenz bietet

durch das Simulationsspiel Datak die Möglichkeit,

in die Rolle eines Praktikanten zu schlüpfen

und zu entscheiden, wie viel er preisgibt, um in

seinem Job erfolgreich zu sein. So entwickeln

Jugendliche ein Gefühl für Datenschutz im

eigenen Privat- und Berufsleben.

■■

www.jugendundmedien.ch/de/home.html

Plattformen, die Bild- und Videomaterial dieser

Art anbieten, sind beispielsweise Pexels oder

Pixabay. Audioclips gibt es lizenzfrei auf freesound.org.

Die Plattform www.charteo.de stellt

zudem Powerpoint-Vorlagen, Grafiken, Icons und

Diagaramme zur Verfügung.

Um rechtlichen Konsequenzen aus dem Weg

zu gehen, ist es sinnvoll, selbst erstellte Inhalte

nicht frei zugänglich auf Plattformen wie Youtube

oder Instagram zu veröffentlichen, sondern diese

über ein privates Konto nur ausgewählten Personen

zur Verfügung zu stellen.

Verwendung eigener Endgeräte im Unterricht

Immer häufiger erlauben Lehrkräfte Schülern, für

die Bearbeitung von Aufgaben auf ihre eigenen

mobilen Endgeräte zurückzugreifen. Das Konzept

des „Bring your own Device“ – kurz BYOD,

zu Deutsch „Bring dein eigenes Gerät mit“ –

ermöglicht die Arbeit an und mit Medien auch in

Schulen, die digital nicht voll ausgestattet sind.

Wenn schülereigene Geräte im Unterricht zum

Einsatz kommen, müssen die Lehrkräfte Nutzungsvereinbarungen

für getätigte Aufnahmen

und deren Speicherung treffen, um Missbrauch

zu verhindern. Eine Möglichkeit sind selbst aufgesetzte

Nutzungsverträge, die gemeinsam mit

den Schülern ausgearbeitet und anschließend

unterzeichnet werden. Innerhalb dieser Verträge

wird festgehalten, dass die Schüler Aufnahmen

und Inhalte ausschließlich für die vereinbarten

Zwecke nutzen und nur mit vorheriger Erlaubnis

durch die Lehrkraft und die betreffenden Personen

weitergeben oder veröffentlichen dürfen.

Zwar lässt sich Missbrauch damit nicht vollständig

ausschließen, jedoch hat die verantwortliche

Lehrkraft einen dokumentierten Nachweis darüber,

dass Verantwortungs- und Sorgfaltspflicht

erfüllt wurden.

Fotos: Universität des Saarlandes

38 www.didacta-magazin.de 3/2018


Unterrichtsideen

››

Die Schüler erarbeiten den Weg einer Whatsapp-

oder Facebook Messenger-Nachricht.

Hierzu müssen verschiedene Informationen

eingeholt und verwertet werden, beispielsweise

AGB und Nutzungsbedingungen, geltendes

Recht in den jeweiligen Ländern und

Kooperationspartner der Firmen wie Facebook,

Whatsapp und Instagram. Zur besseren Visualisierung

können sie den Weg der Nachricht auf

einer interaktiven Weltkarte einzeichnen, also

vom Handy der Schüler zu den Whatsapp-Servern

in Kalifornien und schließlich zum Empfänger

über Screenshots oder Weiterleitungen.

››

Die Schüler sollen anhand eines einzelnen

Fotos auf Instagram möglichst viele Informationen

zu einem Account herausfinden.

Das gelingt über Metadaten des Fotos auf

www.extractmetadata.com, Veröffentlichungsdatum,

Recherche innerhalb des Accounts

sowie verknüpfter Accounts. Hieraus sollen

die Schüler ein Profil der betreffenden Person

erstellen.

› › Die Schüler analysieren ihr eigenes Verhalten

im Internet, indem sie die Nutzungsdauer

und -intensität verschiedener Anwendungen

und Webseiten mithilfe der Anwendung

„Moment“ dokumentieren und auswerten.

Die App ist für iPhones kostenlos im App-

Store erhältlich und gibt eine tagesgenaue

Auflistung über die verwendeten Dienste und

Programme sowie deren Verwendungsdauer.

Für Android eignet sich die kostenlose Anwendung

„Forest“. Im nächsten Schritt können die

Schüler personalisierte Werbung, die ihnen

innerhalb diverser sozialer Netzwerke und

Webseiten angezeigt wird, analysieren und

deren Ursprung aufgrund der verwendeten

Anwendungen rekonstruieren.

DIE AUTORINNEN

Prof. Dr. Julia Knopf leitet den Lehrstuhl Fachdidaktik

Deutsch Primarstufe und das Forschungsinstitut Bildung

Digital an der Universität des Saarlandes. Sie ist

Gründungspartnerin der Beratungsunternehmen für

digitale Medien KLEE – Kreativ Lernen – Erfolg Erleben

und der Didactic Innovations GmbH.

Sina-Marie Schneider ist wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Lehrstuhl Fachdidaktik Deutsch Primarstufe

der Universität des Saarlandes und Junior Consultant

für den Bereich Digital Education in der Didactic

Innovations GmbH.

FAZSCHULE.NET

Das Schul- und Lehrerportal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Unterrichten mit der F.A.Z.

Entdecken Sie unsere

Unterrichtsreihe zu aktuellen

Themen aus Politik,

Geschichte und Wirtschaft:

In Kooperation mit dem

Bergmoser + Höller Verlag

monatlich didaktisch-methodisch

aufbereitete Materialien

für die Sekun darstufen 1 und 2.

Kostenfreier Download:

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Zuverlässig diagnostizieren –

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der Klassen 2 bis 4 in Deutsch und Mathematik

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Fördern und Fordern

Orientierung an den Bildungsstandards

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Illustrationen: Iris Blanck (Hamburg)


Medien

Sie haben die Chance, vor allen Lehrkräften über

digitale Medien zu sprechen. Was sagen Sie?

Sie stehen am Anfang einer wichtigen Weiterentwicklung! Die

Digitalisierung ermöglicht Ihnen, mehr als Lernbegleiter zu

arbeiten. Sie werden weniger Zeit mit Unterrichtsvorbereitung

verbringen müssen, sind schneller in der Lage Lehrinhalte an

aktuelle Themen anzupassen und werden mehr Zeit haben,

sich individuell um Schüler zu kümmern. Lernziele werden sich

– außer in Grundschulen – grundlegend ändern. Das Lehren und

Lernen wird nicht nur transparenter, flexibler und individueller,

es wird auch an diversen Orten und über verschiedenen Kommunikationskanälen

stattfinden. Ihnen kommt die sehr wichtige

Aufgabe zu, Ihre Schüler auf eine digitale Welt vorzubereiten,

mit all Ihren Chancen und Risiken.

Was kritisieren Sie, wenn Sie

auf Ihre Schulzeit zurückblicken?

Die Möglichkeit, mit „Bulimielernen“

– das heißt, in Kürze viel Wissen

aufnehmen und nach den Prüfungen

wieder zu vergessen – gut und

erfolgreich durchzukommen. Die

Abfrage und Bewertung von Fakten,

die man im Leben später nicht mehr

braucht oder heute mit zwei Klicks im

Internet nachsehen kann, benötigen

wir nicht mehr.

Homo- statt

heterogen

Der Unterricht der Zukunft ist kollaborativ, gelernt

wird mit einheitlichen Geräten, Bulimie-Lernen

gibt es nicht mehr. Davon ist Martin Rist, zuständig

für digitales Lernen bei HP, überzeugt.

Martin Rist ist Vorstands mitglied beim

Verein Bündnis für Bildung und Fachmann

für digitales Lernen bei HP Deutschland.

Interview Tina Sprung

Was ist beim Lernen der

Zukunft wichtiger, der Lehrer

oder der Computer?

Der Lehrer. Nach wie vor müssen sie

Schüler anleiten, begleiten und prüfen.

Lehrer sollen ihnen helfen, Inhalte

einzuordnen, und müssen Wert auf

soziales Verhalten und Teamarbeit legen.

Lehrer sind diejenigen, die ein souveränes

Umgehen mit digitalen Medien vermitteln

können. Das kann kein Computer.

Das Schulfach

der Zukunft?

Medienkompetenz

und digitale Ethik.

Die Bildungsinnovation

des Jahres 2070 …

… wird mit großer Wahrscheinlichkeit

etwas mit künstlicher Intelligenz

zu tun haben. Was genau, kann niemand

voraussehen.

Illustration: © Supphachai / Shutterstock.com


CREATING TOMORROW’S SOLUTIONS

BYOD* –

gut oder schlecht?

Da muss man unterscheiden.

Homogenes BYOD – also eine

Ausstattung mit gleichen Geräten

– die privat und in der Schule

genutzt werden können, ist sinnvoll.

Es ist nachhaltig, finanzierbar

und ressourcenschonend. Heterogenes

BYOD ist mit einigen Problemen

behaftet. Ein Unterricht mit

Smartphones oder verschiedenen

Endgeräten ist zwar immer ein

guter Einstieg, aber beschränkt

die Möglichkeiten des Lernens

mit digitalen Medien unnötig

stark. Kein einziges größeres

internationales Projekt nutzt

flächendeckend Smartphones

oder heterogenes BYOD.

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SILICONEN UND

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Aktuelle Fortbildungstermine, zahlreiche Informationen und anschauliche

Animationen zu den Experimenten finden Sie auf www.chem2do.de.

Wir befi nden uns im Jahr 2047.

Wie werden wir lernen?

Der Unterricht wird kollaborativer und transparenter

sein. Es wird mehr individuellen

Unterricht geben. Lernen ist nicht mehr aufs

Klassenzimmer oder die Schule reduziert.

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Der Schülerwettbewerb Wirtschaft und Finanzen 2018/19

PREISE IM

WERT VON ÜBER

50.000 €

GEWINNEN

Was wünschen

Sie sich für das

Lernen der Zukunft?

Das Lernen der Zukunft

sollte zeitgemäß sein.

Es soll aufs Leben vorbereiten

– nicht auf die

nächste Prüfung.

WAS IST UNSER GELD WERT?

* BYOD: „Bring your own device“

(„Bring dein eigenes Gerät“)

Ist Inflation schädlich oder ein Segen? Und wem hilft Deflation? Wir prämieren

die kreativsten Schülerarbeiten zum Thema „Was ist unser Geld wert?“.

Informationen und Anmeldung unter econo-me.de · Einsendeschluss 28.02.2019

Eine Initiative der:

Schirmherrschaft:


Medien

Bildung braucht

digitale Kompetenz

Fachkräfte dürfen bei der Digitalisierung nicht

alleine gelassen werden. Die neuen Bände „Bildung

brauchen digitale Kompetenz“ unterstützen sie dabei.

Text Wassilios E. Fthenakis

AUF EINEN BLICK

› In vier Bänden liefert der Didacta Verband

zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium

für Familie, Arbeit und Soziales

umfangreiche, fundierte Informationen zur

Digitalisierung.

› Die Reihe arbeitet den Diskussionsstand zur

Digitalisierung auf und geben Hilfestellungen.

› Frei verfügbar sind die Bände auf:

www.didacta-digital.de

Dass Kinder in einer Umgebung aufwachsen,

in der digitale Medien und Angebote

allgegenwärtig sind, ist inzwischen nicht

mehr zu leugnen. Lange Zeit wurde darüber

diskutiert, ob Kinder digitale Geräte

und Angebote nutzen sollten, und welche

– schädlichen – Auswirkungen diese auf deren

Entwicklung haben könnten.

Um den Diskussionsstand zur Digitalisierung

aufzuarbeiten, Konzepte aus dem In- und Ausland

zu präsentieren, die bei der Bewältigung

dieser Herausforderung herangezogen werden,

sowie um den Verlauf der Entwicklung auf nationaler

Ebene nachzuzeichnen, hat der Didacta

Verband der Bildungswirtschaft zusammen mit

dem Bayerischen Staatsministerium für Familie,

Arbeit und Soziales das Projekt „Bildung

braucht digitale Kompetenz“ initiiert. Die Veröffentlichung

besteht aus vier Bänden: „Der

Einsatz neuer Technologien in der frühen Bildung

– Herausforderungen und Perspektiven“, „Die

digitale Transformation der Gesellschaft – Zur

Diskussion der digitalen Bildung aus nationaler

und internationaler Sicht“, „Digitale Technik

und interaktive Medien als Ressourcen

in frühkindlichen Bildungseinrichtungen“ und

„Orientierungshilfen für Kinder und Jugendliche

zum sicheren Umgang mit dem Internet“. Die

Reihe beinhaltet eine ins Deutsche übertragene

Fassung des „Position Statement“ der

National Association for the Education of Young

Children (NAEYC), das unter Mitwirkung amerikanischer

Expertinnen und Experten und des

Fred Rogers Center in den USA mit dem Ziel

verfasst wurde, Fachkräften der frühen Bildung

eine Informationsgrundlage und eine konkrete

Orientierungshilfe zur eigenen Positionierung zu

bieten. Der vierte Teil der Publikation „Orientierungshilfen

für Kinder und Jugendliche zum

sicheren Umgang mit dem Internet“ stellt die

Empfehlungen der International Communication

Union, ITU, vor.

Foto: © patat, rassco / Shutterstock.com

42 www.didacta-magazin.de 3/2018


Herausforderungen und Perspektiven

Aufgabe 1

(Mi lionen)

35

30

25

20

15

10

5

0

1961: 49 Mio. Bienenstöcke | 2013: 81 Mio. Bienenstöcke = 65 % plus

Europa - 20 Asien + 234 Afrika + 143 Nordamerika - 4 Südamerika + 189 %

1965

Weltweit

+ 65 %

besti mt. In Europa und Nordamerika war die Entwicklung in den letzten zehn Jahren stabil.

Deutschland_Zahlen_Daten_Fakten

Que le: FAO Stat

2005 2010 2013

Festland

Festland

Que le: FAO

Quelle: FAO

Wa ser

Wasser

Ackerland

Ackerland

1990

1990

– Seite 1 –

2050

2050

Ostasien

Ostasien

5,3 5,3

1 90 2 0 2010 2020 2030 2040 2050

1 90 2 0 2010 2020 2030 2040 2050

Que le: FAO, 2012

Que le: FAO, 2012

Mittelamerika

Mi telamerika

Europa

Europa

Deutschland

Deutschland

8,5 8,5

weltweit

weltweit

Bestäubervielfalt

und Landwirtschaft

Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufen

lehrer-online.de

Bestäubervielfalt

und

Landwirtschaft

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

1

DER EINSATZ

NEUER TECHNOLOGIEN

IN DER FRÜHEN BILDUNG

Auszüge aus

Band 1 „Der

Einsatz neuer

Technologien in

der frühen Bildung

– Herausforderungen

und Perspektiven“,

Seite

143 f., von Prof.

Dr. Wassilios

E. Fthenakis

und Waltraut

Walbiner

[…] Verglichen mit anderen Ländern

haben wir in Deutschland relativ spät,

zögerlich und ohne einen strategischen Plan auf die

Herausforderung der Digitalisierung in der Bildung

reagiert. Erst in den letzten beiden Jahren beginnen

die Bundesländer, mit eigenen Plänen diese

Entwicklung gestalten zu wollen. Dafür bedarf

es der Schaffung folgender Voraussetzungen:

die Bereitstellung einer funktionierenden Infrastruktur

mit Breitband-Internetverbindung von

hinreichender Geschwindigkeit und deren Wartung,

die Professionalisierung der Fachkräfte, die

Entwicklung geeigneter pädagogischer Konzepte

und eine stärkere Einbeziehung der Familie.

Es bleibt abzuwarten, welche Wirkung der

von der Bundesregierung in Aussicht gestellte

„Digitalpakt“ in der nächsten Zeit entfalten wird.

Darüber hinaus wäre es an der Zeit, dass die

Bundesländer ihre Bildungspläne modernisieren,

um der Digitalisierung in der Bildung eine

Chance zu geben, da die meisten bislang auf die

Digitalisierung entweder überhaupt nicht oder

nur unzureichend eingehen. Bayern, wie auch

manche andere Bundesländer, haben diese Notwendigkeit

jedoch erkannt und begonnen, ihre

Bildungspläne zu überarbeiten. Was allerdings

noch fehlt, wäre, die Chancen neuer Technologien

zu nutzen, um die zwischen den Bundesländern

bestehende Diversität der Bildungspläne

zu überwinden.

Pädagogik vor Technik

Die bislang vorliegende Forschung weist mit

Nachdruck darauf hin, dass nicht die Technik

per se eine höhere Bildungsqualität bewirkt,

sondern deren Einbettung und Integration in

ein pädagogisches Konzept. Die erfolgreiche

Umsetzung dieses Konzeptes hängt wiederum

von der Qualifizierung der Fachkräfte und der

vorhandenen Infrastruktur ab. Deshalb muss der

Primat des pädagogischen Konzeptes gegenüber

den technologischen Möglichkeiten eingefordert

werden. Darüber hinaus ist der weitere Kontext,

d. h. die sozialen, politischen, kulturellen

Rahmenbedingungen in denen digitale Technik

Einsatz findet, stärker zu berücksichtigen.

Ziele der Unterrichtseinheiten

Die Schülerinnen und Schüler lernen die

Bedürfnisse von Bienen und anderen

Bestäubern kennen und erfahren, mit

welchen Gefahren die Tiere konfrontiert

sind und was zur Unterstützung der

Bestäubergesundheit getan werden kann.

Themenfelder

// Bienen und Biodiversität

// Bienengesundheit: Honigbienen

und Wildbienen

// Landwirtschaft heute – ihre Bedeutung

und Herausforderungen

Erwartungshorizont zur Unterrichtseinheit:

Bienen und Biodiversität

Landwirtschaft heute – ihre Bedeutung und Herausforderungen

Arbeitsblatt 2 – Alternative 1

Aufgaben 1 und 2:

• Viele Blütenpflanzen müssen bestäubt werden, damit sie sich fortpflanzen können.

• Bei der Bestäubung wird Po len vom männlichen Teil (Staubgefäß, Staubbeutel) der Blütenpflanze

auf den weiblichen Teil (Narbe) übertragen, sodass eine Befruchtung und damit die Entwicklung von

Samen möglich werden.

• Wege: Selbstbestäubung, Windbestäubung, Bestäubung durch Tiere (einschließlich Insekten).

Die Pflanze profitiert von den Bestäubern, indem sie die Po len zur erfolgreichen Befruchtung erhält, während

die Bestäuber profitieren, indem sie Nektar (Kohlenhydratque le) und Po len (Proteinque le) sammeln.

Individuelle le Lösungen für das Schaubild; hier eine Möglichkeit:

Aufgabe 3:

Biodiversität = biologische Vielfalt (Artenvielfalt, genetische Vielfalt, Vielfalt der Ökosysteme)

Die Insekten übertragen den bei der Nektarsuche gesammelten Po len – unbewusst – auf andere Pflanzen

derselben Art, die sie bei ihrer weiteren Suche anfliegen. Die Pflanzen können sich so fortpflanzen.

Weltweit sind beinahe 90 % der Blütenpflanzenarten zumindes teilweise auf den Transfer von Po len durch

Insekten und andere Tiere angewiesen. Diese Pflanzen sind ein Teil von Ökosystemen, die einer großen

Anzahl anderer Arten Nahrung und Lebensraum sowie andere Ressourcen bieten. Viele unterschiedliche

Pflanzenarten führen beispielsweise zu einem breiteren Nahrungsspektrum für verschiedene Tierarten, was

auch der Artenvielfalt der Tiere zugute kommt.

© Eduversum Verlag in Zusammenarbeit mit Bayer B e Care, 2018

Bienengesundheit: Honigbienen und Wildbienen

Arbeitsblatt 1:

Einführung: Was beeinflusst die Gesundheit der Honigbiene?

Was benötigt sie?

Seit Jahren wird in der Presse von übermäßigen Verlusten oder Rückgängen von Bienenvölkern, ja, sogar

von einem weltweiten „Bienensterben“ berichtet. Grundsätzlich ist zwischen einem Rückgang von Bienenvölkern

an sich und Verlusten von Bienenvölkern zu unterscheiden. Der Begriff „Völkerverluste“ beschreibt

a lgemein das Sterben von Bienenvölkern, unabhängig von den Ursachen oder spezifischen Symptomen,

wohingegen ein Rückgang eine Abnahme der Zahl von Bienenvölkern mit der Zeit wäre. Es ist in den letzten

Jahren gelegentlich beobachtet worden, dass es mehr Verluste von Bienenvölkern im Zuge der Überwinterung

gab. Grund dafür sind viele Probleme, mit denen Bienen konfrontiert werden.

a) Beleuchte die Aussage „Die Zahl der Bienenvölker nimmt weltweit ab“ mithilfe der folgenden drei Grafiken

kritisch, und arbeite heraus, ob tatsächlich ein Rückgang zu beobachten ist.

Abb. 1: Anzahl der von Imkern betreuten Honigbienenvölker nach Kontinenten (1961-2013)

ANZAHL DER VON IMKERN BETREUTEN HONIGBIENENVÖLKER 1961 – 2013

1961 1970 1975 1980 1985 1990 1 95 2 0 2 05 2010 2013

Datenque le: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) http: /www.fao.org/faostat/en/#data/QA

Die Populationsentwicklung der von Imkern betreuten Honigbienenvölker wird in erster Linie durch sozioökonomische Faktoren

Abb. 2: Anzahl der Honigbienenvölker in Deutschland

Datenque le: Deutscher Imkerbund e.V. http://deutscherimkerbund.de/161-Imkerei_in_

© Eduversum Verlag in Zusammenarbeit mit Bayer B e Care, 2018

– Seite 3 –

29,3

29,3 %

Landwirtschaft heute – ihre Bedeutung und Herausforderungen

Erwartungshorizont und Ideen für Lehrerimpulse

A lgemeine Hintergrund-Informationen für Lehrkräfte:

Weltbevölkerung und Nahrungsbedarf

AGRAR-TRENDS

AGRAR-TRENDS

Landwirtschaft: Wohin?

Die Die Menschheit Menschheit wächst wächst …

Prognose zur Entwicklung der

Prognose Weltbevölkerung zur Entwicklung bis 2050 der (in Milliarden)

Weltbevölkerung bis 2050 (in Milliarden)

Quelle: UN Department of Economic and Social A fairs,

Quelle: Population UN Department Division, 2015 of Economic and Social A fairs,

Population Division, 2015

2900

2900 m 2

2

Ackerland Ackerland ist ist rar rar …

Nur 1,5 Mi liarden Hektar Land weltweit

Nur werden 1,5 als Milliarden Ackerland Hektar genutzt. Land weltweit

werden als Ackerland genutzt.

Arbeitsbla t 1

70,7

70,7 %

3,5

3,5 %

1620

1620 m 2

2

© Eduversum Verlag in Zusammenarbeit mit Bayer B e Care, 2018

1 ha

ha

1-2 ha

1-2 ha

5 ha

ha

Südostasien, Sub-Sahara-Afrika

Südostasien, Sub-Sahara-Afrika

West- und Nordafrika

West- und Nordafrika

11 ha

11 ha

6,12

32 ha

32 ha

Que len: International

Que Fund len: for International

Agricultural Development,

Fund Weltagrarbericht for Agricultural (2011), Development, Bauernverband

Weltagrarbericht (20 1), Bauernverband

60 ha

60 ha

6,93

7,76

9,16

9,73

… die die Ackerflächen Ackerflächen nicht nicht

Verfügbare Ackernutzfläche pro Kopf der

Verfügbare Weltbevölkerung Ackernutzfläche (in Quadratmeter) pro Kopf der

Weltbevölkerung (in Quadratmeter)

… und und die die Flächen Flächen sind sind

ungleich ungleich aufgeteilt aufgeteilt

Durchschnittliche

Durchschni Bauernhof größen tliche

Bauernhof größen

– Seite 1 –


Zur Diskussion der digitalen Bildung

aus nationaler und internationaler Sicht

Medien

Fehlende Berücksichtigung

der kindlichen Perspektive

Bei Untersuchungen zum Umgang von Kindern

mit digitalen Medien gilt es, die kindliche Perspektive

stärker zu berücksichtigen. Die Maxime

„Ask the Children“ muss auch und insbesondere

hier eine Selbstverständlichkeit sein, da

es über einen Mehrperspektiven-Ansatz eher

gelingen wird, zuverlässige Daten zu gewinnen.

So zeigte sich in verschiedenen Forschungsbereichen,

dass, beispielsweise wenn Spannungen

im familiären System vorliegen, die Perspektiven

von Eltern und Kindern in der Regel höchst diskrepant

sind. Bei der Nutzung digitaler Medien

handelt es sich um ein Thema, das in den Familien

höchst kontrovers diskutiert wird. Befunde,

die die kindliche Perspektive nicht berücksichtigen,

sind deshalb mit Vorsicht zu bewerten.

Darüber hinaus eröffnet die Digitalisierung

neue Möglichkeiten, nicht nur den Lernprozess

zu erweitern, sondern auch den Kindern dabei

eine aktive Rolle einzuräumen und sie stärker

einzubeziehen.

Früh beginnen

Die Digitalisierung bietet die einmalige Chance,

historisch entstandene Konstruktionsfehler des

Bildungssystems zu korrigieren: die über Jahrhunderte

hinweg von oben nach unten etablierte

Strategie bei der Entwicklung des Bildungssystems

muss endlich neu konzipiert werden, in

einer Zeit, in der nicht mehr die Vermittlung

von Wissen, sondern die Förderung kindlicher

Entwicklung und kindlicher Kompetenzen im

Mittelpunkt steht. Wir benötigen heute eine

Konstruktion von unten nach oben, weil Kompetenzen

sich früh entwickeln, von Lernorten

außerhalb des Bildungssystems stark beeinflusst

werden und weil die ersten 10 Lebensjahre die

lernintensivste Phase der individuellen Entwicklung

ist. Verstärkt digitale, zusammen mit

analogen Angeboten im vorschulischen und im

Grundschulalter verfügbar zu machen, stellt eine

Aufgabe mit bildungspolitischer Priorität dar. […]“

Wer die Chancen der Industrie 4.0

nutzen will, sollte zuerst dafür sorgen,

dass Kinder und Jugendliche in einer Schule 4.0

lernen dürfen. Die kommenden Jahre werden

darüber entscheiden, ob Deutschland seine

Marktführerschaft in vielen Geschäftsfeldern

aufrechterhalten oder sogar die digitale Transformation

als Chance zu einem weiteren Ausbau

der Wirtschaft zu nutzen vermag. Dies kann

nur gelingen, wenn neue technologische Trends

aufgegriffen werden und ein digital-freundliches

Umfeld geschaffen wird. Grundvoraussetzung

dafür stellt die digitale Bildung in der Schule

dar. Gefragt ist ein hohes Ausbildungsniveau

im akademischen, aber auch im nichtakademischen

Bereich. Nicht alleine die Ergebnisse

der ICILS-Studie zeigen aber, dass wir davon

in Deutschland weit entfernt sind und von

der Konkurrenz aus anderen Ländern deutlich

überholt werden. Hier bedarf es strukturierter

Beschaffungsprozesse, welche die Ausstattung

mit digitalen Medien an Schulen zum Normalfall

macht.

Globalisierung

Um sich globalen Märkten zu öffnen, verlagern

Unternehmen immer mehr Ressourcen

und Prozesse in den digitalen Bereich. Hierfür

sind Arbeitnehmer/-innen gefragt, die digitale

Strukturen als Regel und nicht als Ausnahme

verstehen. Einer der wichtigsten Motoren der

Globalisierung ist die Digitalisierung – komplexe

IT-Strukturen bilden die Voraussetzung für die

internationale Vernetzung von Unternehmen.

Weltumspannende Märkte erfordern Geschäftsmodelle,

Produkte und Services, die ohne Digitalisierung

nicht denkbar wären. Damit deutsche

Unternehmen im Rahmen der Globalisierung

nicht den Anschluss verlieren, benötigen Arbeitnehmer

eine umfassende Digitalkompetenz.

Um unter den gegebenen Bedingungen weiterhin

erfolgreich zu sein, ist eine Denkweise

notwendig, die das Digitale nicht als Zusatz,

sondern als Norm begreift.

Integration

Digitale Medien unterstützen die Integration

geflüchteter Menschen, weil sie Lernprozesse

individualisieren und effektiver gestalten. Digitale

Lernangebote stützen den individualisierten

Unterricht, der bei dem unterschiedlichen Bildungsstand

der einzelnen Flüchtlinge notwendiger

denn je ist. Der Einsatz vom Smartphones

im Unterricht ist hier besonders sinnvoll, da

viele der geflüchteten Menschen darüber

verfügen. […]“

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

2

Die digitale Transformation

der Gesellschaft

Auszüge aus

Band 2 „Die

digitale Transformation

der

Gesellschaft –

Zur Diskussion

der digitalen

Bildung aus

nationaler und

internationaler

Sicht“, Seite

99 f., von Prof.

Dr. Wassilios

E. Fthenakis

und Waltraut

Walbiner

44 www.didacta-magazin.de 3/2018


Foto: © Bloomua / Shutterstock.com

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

3

Digitale Technik und

interaktive Medien

als Ressourcen

in frühkindlichen

Bildungseinrichtungen

Auszüge aus

Band 3 „Digitale

Technik

und interaktive

Medien

als Ressourcen

in frühkindlichen

Bildungseinrichtungen“,

Seite 22

(gemeinsames

Positionspapier

der

NAEYC und

des Fred

Rogers

Centers).

[…] Es obliegt den Fachkräften, fundierte,

bewusste und angemessene

Entscheidungen darüber zu treffen, ob, wie und

wann technische Geräte und Medien in Bildungseinrichtungen

für 0- bis 8-Jährige eingesetzt

werden. Technische Geräte und Medien dürfen

andere bildungsfördernde Angebote wie das kreative

Spiel, das Spielen im Freien und soziale

Interaktionen mit Gleichaltrigen und Erwachsenen

in frühkindlichen Betreuungseinrichtungen

nicht ersetzen. Pädagogische Fachkräfte müssen

für ein ausgewogenes Angebot unterschiedlichster

Aktivitäten in frühkindlichen Betreuungseinrichtungen

sorgen und dabei berücksichtigen,

dass digitale Technik und interaktive Medien

wertvolle Ressourcen sein können, wenn sie

bewusst eingesetzt werden, um die aktive, praktische,

kreative und natürliche Beschäftigung der

Kinder mit ihrer Umwelt auszuweiten und zu

fördern.

Frühpädagogische Fachkräfte sind gefordert,

ihr professionelles Urteilsvermögen bei der

Einschätzung und Nutzung digitaler Medien

einzusetzen. Ebenso wie bei anderen Lernmaterialien

ist es auch hier an ihnen, Kinder zur

aktiven Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand

anzuregen und dem passiven, nichtinteraktiven

Gebrauch entgegenzuwirken. Um

ein ausgewogenes Bildungsangebot zu gewährleisten,

müssen Fachkräfte die Kosten für digitale

Geräte, Medien und andere Lernmaterialien

mit den finanziellen Ressourcen der jeweiligen

Bildungseinrichtung in Einklang bringen. Darüber

hinaus müssen sie den Einsatz digitaler

und elektronischer Materialien gegenüber der

Verwendung natürlicher und traditioneller Lernmaterialien

abwägen. […]“

[…] Darüber hinaus erklärte die globale

Gemeinschaft der Kinder und Jugendlichen

im Abschlussdokument des Dritten Weltkongresses

gegen die kommerzielle sexuelle

Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen

(Brasilien, 2008)8: „Wir bitten um strenge Sicherheitsvorschriften

für das Internet, die sowohl auf

Websites als auch innerhalb der Gesellschaft mit

Nachdruck vertreten werden. Zu diesem Zweck

fordern wir die verstärkte Entwicklung von Leitfäden

für Kinder, Lehrkräfte, Eltern und Familien, die

auf Gefahren bei der Internetnutzung hinweisen

und zusätzliche Informationen über die sexuelle

Ausbeutung von Kindern vermitteln.“

Die Afrikanische Union hat 2014 das Afrikanische

Übereinkommen zur Cybersicherheit

angenommen, das Maßnahmen aufzeigt, wie

Kinderpornografie in der Region entgegengewirkt

werden kann.

Die neueste internationale Vereinbarung, die die

Kinderrechte stärkt, ist eine Verpflichtungserklärung

führender Regierungsvertreter/-innen,

die Ziele für nachhaltige Entwicklung einhalten

zu wollen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele

legen 17 Ziele und 169 Zielvorgaben als Orientierung

für globale Bemühungen fest, bis 2030

der Armut ein Ende zu setzen, Ungleichheit und

Ungerechtigkeit zu bekämpfen sowie dem Klimawandel

entgegenzuwirken. Dieser Zielkatalog

baut auf den Millennium-Entwicklungszielen auf,

die Ende 2015 ausgelaufen sind. Ziel 16.2 der

nachhaltigen Entwicklungsziele erklärt, dass

Missbrauch, Ausbeutung, Menschenhandel und

alle Formen der Gewalt und Folter, die gegen

Kinder und Jugendliche gerichtet sind, bis 2030

enden müssen. Darunter fällt auch jede Art des

Missbrauchs und der Ausbeutung von Kindern

und Jugendlichen über das Internet. Die Mitgliedstaaten

sind somit weiterhin verpflichtet,

darauf hinzuarbeiten, das Internet für Kinder und

Jugendliche sicher zu machen. […]“

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

Orientierungshilfen

für Kinder zum sicheren

4 Umgang mit dem Internet

Auszüge aus

Band 4 „Orientierungshilfen

für Kinder und

Jugendliche

zum sicheren

Umgang mit

dem Internet“,

Seite 8 (Internationale

Fernmeldeunion

ITU

in der Schweiz)

3/2018 www.didacta-magazin.de 45


KITA IN KÜRZE

IMMER MEHR KINDER IN KITAS

Die Betreuungsquoten sind bundesweit gestiegen. Im

vergangenen Jahr gingen 762 300 Kinder unter drei

Jahren in Kitas oder andere Betreuungseinrichtungen,

teilte das Familienministerium mit. Das entspricht

33,1 Prozent und einem Anstieg um 0,4 Prozentpunkte.

Bei den Drei- bis Sechsjährigen stieg die

Betreuungsquote um 42 800 Kinder auf 2,4 Millionen,

was einer Quote von 93,6 Prozent entspricht. Dass die

Betreuungsquoten trotz des massiven Ausbaus von

Plätzen nicht besser sind, ist auf die höhere Geburtenrate

und auf die Zuwanderung zurückzuführen.

■■

www.bmfsfj.de (Rubrik: Themen Familie)

FACHKRÄFTEMANGEL DROHT

Die berufsspezifische Arbeitslosenquote

im Bereich der frühen

Bildung sank auf ein Rekordtief von

1,3 Prozent. Hierbei spricht man

von Vollbeschäftigung. Das ist ein

Ergebnis des Fachkräftebarometers

Frühe Bildung. Die Reserven

an Fachkräften für den Bereich

frühe Bildung sind demnach fast

aufgebraucht. Es droht ein Personalmangel:

Bis 2025 werden zusätzlich

329 000 Fachkräfte im Bereich der

frühen Bildung gebraucht.

■■

www.fachkraeftebarometer.de

HILFESTELLUNG

FÜR ORGANISATIONSENTWICKLUNG

Das Handbuch „Organisationsentwicklung in Kitas –

Beispiele gelungener Praxis“ steht Kitas ab sofort kostenlos

zur Verfügung. Die Robert Bosch Stiftung hat

zusammen mit den Universitäten Heidelberg und Hildesheim

über zwei Jahre Erfahrungsberichte aus der

Praxis gesammelt und für die Organisationshilfe gelungene

Praxisbeispiele zusammengetragen. Das Handbuch

unterstützt Kitas dabei, zu reflektieren, wie sie mit Veränderungen

umgehen, und wie sie ihre eigene Entwicklung

gestalten. Die Publikation kann heruntergeladen werden:

■■

www.uni-hildesheim.de

DEUTSCHER KITA-PREIS GEHT IN DIE ZWEITE RUNDE

Ab sofort können sich Kindertageseinrichtungen und lokale Bündnisse für frühe

Bildung für den Deutschen Kita-Preis 2019 bewerben. Das Bundesministerium

für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

und weitere Partner, darunter auch der Didacta Verband, wollen damit

besondere Qualität in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung auszeichnen.

Die Einreichungsfrist endet am 31. August 2018.

■■

www.deutscher-kita-preis.de/bewerbung

Fotos: © Monkey Business Images, Sergey Novikov / Shutterstock.com

46 www.didacta-magazin.de 3/2018


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Kita

„Kinderrechte gehören

ins Grundgesetz“

Fachkräfte sollten Kinderrechte nicht nur kennen, sondern diese auch

im Alltag fest verankern. Denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen,

sie benötigen besonderen Schutz.

Interview Tina Sprung

Prof. Dr. Jörg Maywald

ist Geschäftsführer der Deutschen Liga für das

Kind und Honorarprofessor für internationale

Kinderrechte an der Fachhochschule Potsdam.

Er kämpft seit Jahren dafür, Kinderrechte in das

Grundgesetz aufzunehmen.

didacta: Die neue Bundesregierung möchte

Kinderrechte in die Verfassung aufnehmen.

Warum ist es das so wichtig?

Jörg Maywald: Das Grundgesetz und die allgemeinen

Menschenrechte gelten uneingeschränkt

auch für Kinder, aber wir dürfen nicht vergessen,

dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind.

Sie haben spezifische Bedürfnisse und brauchen

besonderen Schutz. Beispiel sexueller Missbrauch

durch Erwachsene: Auch wenn das Kind

zustimmt, weil es nicht versteht, was da gerade

passiert, muss es vor Missbrauch geschützt werden.

Zwar ist das bereits im Strafgesetzbuch

verankert, aber das besondere Schutzbedürfnis

und der Vorrang des Kindeswohls müssen ins

Grundgesetz. Auch die Rechte auf altersgerechte

Beteiligung und auf bestmögliche Förderung

sollten in die Verfassung aufgenommen werden.

Was würde sich ändern, wenn wir die

Kinderrechte im Grundgesetz verankern?

Bei Entscheidungen von Gerichten und Jugendämtern

hätten Richter und Behördenmitarbeiter

eine klare Pflicht: Sie müssten die Interessen

des Kindes mit Vorrang berücksichtigen und die

Kinder anhören. Das ist heute nicht in jedem Fall

verpflichtend und wird in der Praxis häufig nicht

umgesetzt. Zweitens würde sich die Gesellschaft

der Kinderrechte bewusst werden. Das würde

auch mittelfristig etwas an der Ausbildung der

Fachkräfte und der Einstellung der Eltern ändern.

Das Thema ist also in der Gesellschaft

noch zu wenig angekommen?

Mein Eindruck ist, dass die Kinderrechte nur

als allgemeines Thema angekommen sind.

Fachkräfte, die meisten Eltern und selbst viele

Kinder kennen sie. Rechte zu kennen, heißt aber

nicht, diese auch zu verwirklichen. Davon sind

wir in vielen Bereichen noch weit entfernt. Durch

fehlendes pädagogisches Wissen aufgrund von

Defiziten in der Ausbildung werden die Kinderrechte

im Kita-Alltag oft nicht gelebt.

Und wie können Fachkräfte die

Kinderrechte im Alltag leben?

Das beginnt schon bei der Begrüßung. Wenn

Fachkräfte zu den Kindern sagen: „Schön, dass

du da bist“, sprechen sie das Kind als Persönlichkeit

an. Wichtig ist auch, sich in Kinder hineinversetzen

zu können, Fehlverhalten aus Sicht des

Kindes zu verstehen, die Kinderrechte zu kennen

und im Alltag abzuwägen. Beispiel Zähneputzen:

48 www.didacta-magazin.de 3/2018


Fotos: © Rawpixel.com / Shutterstock.com; Bettina Keller

Das Kind möchte seine Zähne nicht putzen. Die

Fachkraft kann ihm aber nicht die Zahnbürste

mit Gewalt in den Mund stecken, obwohl die

Kinder das Recht auf bestmögliche Gesundheitsfürsorge

haben. Wichtig ist in diesem Fall, mit

dem Kind ins Gespräch zu kommen, dass es

schlecht für seine Gesundheit ist, wenn es seine

Zähne nicht putzt.

Ein anderes Beispiel aus der Kita: Das Kind

will partout nur Nudeln essen, obwohl es

Suppe zum Mittag gibt. Wie sollen sich

pädagogische Fachkräfte hier verhalten?

Das Kind sollte selbst bestimmen können,

ob es etwas ist und wieviel und was es

von dem Angebotenen isst. Es darf nicht zum

Probieren gezwungen werden. Aber: Es kann

nicht immer nur das Essen geben, das die

Kinder wollen. Hier ist die Verantwortung der

Erwachsenen gefragt, damit sich Kinder gesund

ernähren. Die pädagogischen Fachkräfte sollten

gute Vorbilder sein, gemeinsam mit den Kindern

essen und über ihre eigenen Vorlieben sprechen.

Zudem sollten Kinder in die Planung des Mittagessens

einbezogen werden: Was esst ihr gerne?

Was mögt ihr gar nicht? – natürlich immer unter

der Berücksichtigung einer abwechslungsreichen

Ernährung und finanziellen Aspekten.

Was zeichnet eine kindgerechte

Beteiligung aus?

Kinder sollten über die sie betreffenden Vorgänge

informiert werden, sich dazu äußern

können und nicht gezwungen werden, ihre

Meinung zu sagen. Kinder können auch durch

Mimik und Gestik ihre Meinung äußern. Wichtig

3/2018 www.didacta-magazin.de 49


Kita

ist, dass die Erzieher altersgerecht mit den Kindern

sprechen, respektvoll mit ihnen umgehen

und ihre Meinung altersgerecht berücksichtigen.

Im Kita-Alltag kann durch personelle Engpässe

die Zeit fehlen, Kinderrechte umzusetzen.

Beispiel: Die Kinder gehen raus

spielen, aber ein Kind benötigt besonders

lange beim Anziehen, sodass die ganze

Gruppe warten muss. Wie kann ein Erzieher

damit im Stress umgehen?

Wenn die Fachkraft die Erfahrung gemacht hat,

dass ein Kind länger braucht, sollte sie es früher

zum Anziehen schicken und sagen: „Ich habe

gestern bemerkt, dass du länger gebraucht hast,

um dich anzuziehen. Geh‘ doch bitte schon einmal

zum Anziehen.“ Wenn das Kind allerdings

den Prozess des Anziehens durch Verweigerung

absichtlich blockiert, wird diese Methode nicht

funktionieren.

Und wie sollte die Fachkraft dann reagieren?

Das pädagogische Kunststück besteht dann

darin, das Kind nicht zu bestrafen oder zu beschämen,

sondern sachlich die sich daraus ergebenden

Konsequenzen zu benennen: „Ich sehe, dass

du dich nicht anziehst, dann gehst du in eine

andere Gruppe, solange wir draußen sind“. Nur

so werden die Rechte der Kinder, die rausgehen

wollen, und das Recht des einzelnen Kindes

nicht verletzt. Die Herausforderung für Erzieher

besteht darin, unterschiedliche Rechte gegeneinander

abzuwägen und im besten Interesse

aller Kinder zu handeln.

FALLBEISPIEL: MAX ISST GERNE ROSINEN

In der Kita von Max (4 Jahre) wird großer

Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Entsprechend

den Empfehlungen der Initiative „5 am

Tag“ sind vor allem Obst und Gemüse reichlich

vorhanden. Zum Nachtisch gibt es häufig

Obstsalat. Als sich Max wieder einmal gezielt

die Rosinen zwischen dem Obst herauspickt,

fordert ihn die Erzieherin auf, das Obst doch

„wenigstens mal zu kosten“. Darauf Max

entschlossen: „Ich will gar nicht kosten. Mir

schmecken sowieso nur Rosinen“.

gehört auch das Recht des Kindes selbst zu

entscheiden, ob und was es isst und wieviel

von den angebotenen Speisen. Die für das

Kind verantwortlichen Erwachsenen entscheiden

über das Speisenangebot, an dem die

Kinder zum Beispiel durch regelmäßige Kinderbefragungen

beteiligt werden sollten. Die pädagogischen

Fachkräfte können versuchen, die

Kinder für die aus ihrer Sicht schmackhafte und

gesunde Speisenauswahl zu motivieren. Druck

oder gar Zwang auszuüben („Keine Rosinen

ohne Obst“) ist jedoch nicht kindgerecht.

In dem Beispiel wird deutlich, dass Max

gerne Rosinen isst. Das Obst schmeckt ihm

nicht und so pickt er sich aus dem Obstsalat

gezielt die Rosinen heraus. Die Erzieherin

möchte, dass Max Obst isst. Vermutlich ist sie

davon überzeugt, dass es der Gesundheit gut

tut. Möglicherweise spielt bei ihr auch eine

Rolle, dass sie es nicht fair findet, sich nur die

Rosinen aus dem Salat zu picken. Sie fordert

Max auf, das Obst doch „wenigstens mal

zu kosten“. Die unterschiedlichen Interessen

und damit verbundenen Motive von Max und

seiner Erzieherin sind gut nachvollziehbar.

Doch wer setzt sich durch? Und mit welchem

Recht? Verbirgt sich hinter der Aufforderung,

„wenigstens“ zu kosten, mehr als eine freundliche

Anregung, Obst zu essen? Welches sind

die Konsequenzen, wenn Max auf seiner Position

besteht? Kinder haben das Recht, über

ihren Körper weitgehend – abgesehen von

Notsituationen – selbst zu bestimmen. Hierzu

In dem Fallbeispiel kommt als ein weiterer

Aspekt die Gerechtigkeit hinzu. Die Vorliebe

von Max für Rosinen kann dazu führen, dass

andere Kinder keine Rosinen mehr im Salat

vorfinden, obwohl sie selbst gerne welche

essen würden. Allerdings ist hier Vorsicht

geboten. Denn nicht immer ent-spricht eine

abstrakte Vorstellung von Gerechtigkeit

(„Jedes Kind hat Anspruch auf seinen Anteil

an Rosinen“) den konkreten Bedürfnissen

der beteiligten Kinder. So kann es durchaus

andere Kinder geben, die gerne Obst essen,

aber die Rosinen im Salat nicht ausstehen

können und sich insofern Möglichkeiten des

Verhandelns ergeben („Du kannst gerne

meine Rosinen essen, wenn ich dafür mehr

Apfelsinen bekomme“). Aufgabe der pädagogischen

Fachkraft ist es, solche Aushandlungsprozesse

bei Bedarf zu moderieren und darauf

zu achten, dass kein Kind seine Interessen auf

Kosten eines anderen Kindes durchsetzt.

Zum

Weiterlesen:

Jörg Maywald

Kinderrechte

in der Kita –

Kinder schützen,

fördern,

beteiligen,

Herder, 2016,

160 Seiten,

19,99 Euro

50 www.didacta-magazin.de 3/2018


Foto: © canovass / Shutterstock.com

FALLBEISPIEL: „DAS GEHT DOCH GAR NICHT!“

Auf einem Elternabend zum Thema Sexualpädagogik

berichtet eine Mutter arabischer

Herkunft, sie habe beobachtet, dass ihre

dreijährige Tochter und ein weiteres Mädchen

im Außenspielbereich der Kita unbekleidet

gespielt und dabei neugierig ihre Genitalien

angeschaut hätten. Mit den Worten „Das

geht doch gar nicht!“ kommentiert sie ihre

Beobachtungen. Sie habe bereits mit anderen

arabischen Eltern über den Vorfall gesprochen.

Wenn die Erzieherinnen ein solches

Verhalten weiterhin zuließen, würden sie ihre

Kinder aus der Kita nehmen. Daraufhin meldet

sich ein offensichtlich deutschstämmiger

Vater zu Wort: „Mich beunruhigt etwas ganz

anderes. Als meine Tochter sich kürzlich im

Gruppenraum auszog, um nebenan auf die

Toilette zu gehen, hat ein in der Nähe stehender

Junge mit dem Finger auf sie gezeigt und

gerufen: ‚Iiihhh, die zieht sich aus!‘“ Ihm sei

sehr wichtig, dass seine Tochter ein natürliches

und unverkrampftes Verhältnis zu ihrem

Körper bekomme. In diesem Sinne sei die

verächtliche Reaktion des Jungen doch wohl

fehl am Platz.

In diesem Fall stehen sich auf einem Elternabend

zwei Elternmeinungen gegenüber.

Eine arabischstämmige Mutter ist in Sorge,

da nach ihrer Beobachtung die pädagogischen

Fachkräfte zuließen, dass sich ihre Tochter

und ein anderes Mädchen im Außenbereich

der Kita ausgezogen und ihre Genitalien

betrachtet haben. Im Gegensatz dazu ist ein

deutschstämmiger Vater beunruhigt, weil ein

Junge das Verhalten seiner Tochter, als diese

unbekleidet vom Gruppenraum in Richtung

Toilette ging, mit einem abfälligen ‚Iiihhh‘

kommentiert hat. Er befürchtet nun, dass

dadurch das positive Verhältnis seiner Tochter

zu ihrem Körper Schaden nehmen könne.

Aber auch die Kita muss sich Fragen stellen.

Hat sie bemerkt, dass sich die beiden Mädchen

unbekleidet im Außenspielbereich der

Kita aufgehalten haben? Welche Regeln sollten

diesbezüglich gelten? Was genau hat sich

zwischen dem Jungen und dem Mädchen im

Gruppenraum ereignet und wie ist dies zu

bewerten? Sind die Befürchtungen des Vaters

berechtigt? Schließlich: Was kann getan werden,

damit der Konflikt auf dem Elternabend

nicht eskaliert und verhindert wird, dass es

zu einer Spaltung zwischen den Eltern oder

sogar zu Abmeldungen aus der Kita kommt?

Das Fallbeispiel zeigt, wie wichtig es besonders

in Konfliktsituationen für eine Kita ist,

über ein sexualpädagogisches Konzept zu verfügen,

das kindgerechte Regeln enthält und

dadurch den beteiligten Fachkräften ebenso

wie Kindern und Eltern Handlungssicherheit

verleiht. Zum Schutzkonzept einer Kita gehört

in der Regel, dass Kinder im Außenspielbereich

wegen der damit verbundenen Gefahren

vor allem durch Dritte nicht unbekleidet

spielen dürfen. In den Gruppenräumen

können die Regeln unterschiedlich sein. Was

die abfällige Äußerung des Jungen betrifft,

so sind unterschiedliche Motive denkbar. Die

Überraschung, ein Mädchen unbekleidet zu

sehen, kann ebenso eine Rolle spielen wie

verächtliche Geringschätzung oder auch, dass

der Junge tatsächlich einen Regelverstoß

bemerkt hat – wenn Ausziehen beispielsweise

nur im Toilettenbereich erlaubt ist – und

seine Erkenntnis auf etwas unglückliche

Weise kundtut.

Die in dem Fallbeispiel sich auf dem

Elternabend äußernden unterschiedlichen

Beschwerden der Eltern müssen von der

Kita sehr ernst genommen werden. Um die

Privatsphäre von Kindern und Eltern zu wahren,

sollten diese detaillierten Beschwerden

allerdings nicht auf dem Elternabend und

damit Kita-öffentlich besprochen werden. Der

geeignete Ort hierfür ist ein extra anberaumtes

Gespräch, zu dem die jeweils betroffenen

Eltern eingeladen werden. Der Elternabend

bietet die passende Gelegenheit, den Eltern

das an den Rechten der Kinder orientierte

sexualpädagogische Konzept der Einrichtung

und die Regeln vorzustellen.


Kita

Die 13 Musketiere

Das Quartiersbilungszentrum Blockdiek hat den

Deutschen Kita-Preis in der Kategorie „Bündnis“

gewonnen. Weil die Institutionen vor Ort gemeinsam

gegen Bildungsungerechtigkeit kämpfen.

Text Tina Sprung, Lukas Liebig

AUF EINEN BLICK

› Der Deutsche Kita Preis wurde erstmalig im Mai

verliehen und zeichnet besondere Leistungen in

der frühen Bildung aus.

› Gegen 1400 Bewerber setzte sich in der Kategorie

„Bündnis des Jahres“ das Quartiersbildungszentrum

Blockdiek in Bremen durch.

› Das Bündnis, mit 13 Institutionen aus dem

Stadtteil, unterstützt Familien bei Integration,

Bildung und Erziehung.

„Es macht Mut, wie viel Engagement

und Leidenschaft die Akteure in einem

benachteiligten Stadtteil aufbringen.

Im Kampf gegen Armut und Resignation

wird mit immer neuen Ideen

täglich ein Stück Land erobert.“ Die

Worte der Laudatorin des Deutschen Kita-Preises,

Schauspielerin Nadja Uhl, hallen noch im

Gedächtnis von Stefan Kunold nach. Er ist Projektkoordinator

beim Quartiersbilungszentrum

Blockdiek, ein Zusammenschluss von Bildungsund

Familieneinrichtungen in Bremen.

Es ist fünf Monate her, als die Projektgruppe

Quartiersbildungszentrum Blockdiek als bestes

lokales Bündnis in Berlin ausgezeichnet wurde

und den Deutschen Kita-Preis gewann. Seit 2009

engagieren sich in Blockdiek 13 Institutionen

Foto: © Riccardo Piccinini / Shutterstock.com

52 www.didacta-magazin.de 3/2018


in dem Bündnis – darunter ein Mütterzentrum,

ein Kinder- und Familienzentrum, vier Kitas und

eine Grundschule, das Jugendamt, die Hans-

Wendt-Stiftung, eine Arbeitslosenselbsthilfe, das

Gesundheitsamt und zwei Anbieter ambulanter

Erziehungshilfen. In Arbeitskreisen greifen sie

einmal im Monat soziale und bildungsrelevante

Fragen auf. Es werden regelmäßig Arbeitskreise,

Workshops und Planungstage gemacht, um miteinander

abzustimmen, welche Hilfen und Kurse

die Einrichtungen anbieten werden.

80 Nationen, 7000 Menschen

Das Zentrum stellt in dem kleinen Ortsteil Bildung

in den Mittelpunkt: Knapp 7000 Menschen

aus rund 80 Nationen leben in Blockdiek – einem

der kinderreichsten Viertel Bremens. Ziel des

Bündnisses ist es, den Kindern und Eltern vor

Ort zur Seite zu stehen. Das geschieht insbesondere

durch Angebote der frühkindlichen Bildung,

die sich am alltäglichen Bedarf der Familien orientieren:

Im Elterncafé oder in Deutschkursen

kommen pädagogische Fachkräfte aus Kitas

mit Familien in Kontakt, die beispielsweise

in Flüchtlingsunterkünften lebten. Die Eltern

erfahren bei den Treffen, welche Kita-Angebote,

Ferienfreizeiten oder Beratungsmöglichkeiten

im Viertel vorhanden sind. Das Bündnis bietet

außerdem Vorkurse für Kinder mit Migrationsund

Fluchterfahrung an. „Wir unterstützen die

Kinder beim Deutschlernen, wollen sie anregen,

zu sprechen“, erklärt Kunold. Dafür treffen

die Kinder sich an zwei Nachmittagen in der

Woche, basteln und spielen zusammen. Einmal

im Monat werden die Eltern der Kinder eingeladen.

„Wir zeigen ihnen, was die Kinder bereits

gelernt haben“, erzählt Kunold.

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Acht Jahre Entwicklungsarbeit

Die Idee für das Projekt hatte die damalige Senatorin

für Bildung in Bremen Renate Jürgens-

Pieper. Sie suchte Einrichtungen, die sich als

Bildungszentren eignen. Damals, 2009, gab

es den Vorläufer des Quartiersbildungszentrum

Blockdiek, der Sprechstunden für Eltern

anbot. Daraus entwickelte sich das Netzwerk,

bei dem Gleichberechtigung wichtig ist. „Jeder

kann bei den Arbeitskreisen teilnehmen. Jede

Einrichtung, ob klein oder groß, hat bei Abstimmungen

die gleiche Stimmkraft“, sagt Kunold.

Nun, neun Jahre später, wurden sie für diesen

Zusammenhalt und ihr Engagement ausgezeichnet.

„Dieses Bündnis bringt für jeden Beteiligten

eine Menge Arbeit mit. Arbeit, für die wir aber

jetzt belohnt wurden.“ Mit 25 000 Euro, aber

noch viel mehr wert sei die Anerkennung.

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SCHULE IN KÜRZE

SCHÜLERNAME BEEINFLUSST

DIE NOTENGEBUNG

Angehende Lehrkräfte bewerten Grundschulkinder mit

ausländischen Wurzeln in Deutsch bei gleicher Leistung

schlechter als die anderen Schüler. Das fanden

Forscher vom Lehrstuhl Pädagogische Psychologie der

Universität Mannheim heraus. 204 Lehramt-Studierende

haben an der experimentellen Studie teilgenommen:

Eine Gruppe benotete ein Diktat von „Max“, die

andere Gruppe ein identisches Diktat von „Murat“. Die

Arbeiten unter dem Namen Murat wurden bei gleicher

Fehleranzahl schlechter benotet.

KOMPETENZEN VON LEHRERN

WIRKEN SICH AUF LERNERFOLG AUS

Je höher die kognitiven Kompetenzen der Lehrkräfte, desto besser

die Leistungen der Schüler. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler

der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der

Stanford University und des ifo Institut München in einer neuen

internationalen Studie. Die Autoren der Studie haben anhand der

PIAAC-Studie, die Kompetenzen von Erwachsenen untersuchte,

für 31 Länder die Fähigkeiten von Lehrkräften im Lesen und Rechnen

mit den entsprechenden PISA-Schülerleistungen im selben

Land verknüpft. Lehrkräfte in Deutschland belegten Platz 3 bei

den Rechen- und Platz 10 bei den Lesekompetenzen.

■■

www.ku.de/wwf/makro/ (Rubrik Forschung)

AKTIONSTAGE „ZU FUß

ZUR SCHULE UND

ZUM KINDERGARTEN“

Am 22. September findet der

„Zu Fuß zur Schule und zum

Kindergarten“-Tag statt. Dieser

wird durch das Aktionsbündnis „Zu

Fuß zur Schule“ initiiert und koordiniert.

Kinder werden aufgefordert zu

Fuß oder mit dem Rad in den Kindergarten

oder in die Schule zu fahren.

Kitas und Schulen können sich mit

Projektideen bewerben. Die Teilnahme

ist kostenlos. Das Aktionsbündnis

stellt Material bereit auf:

■■

www.zu-fuss-zur-schule.de

NEUE WETTBEWERBSRUNDE „JUGEND FORSCHT“

Kinder und Jugendliche mit Interesse an Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften und Technik (MINT) können sich ab sofort

online bei Jugend forscht anmelden. Mitmachen können junge

Menschen bis 21 Jahren ab der 4. Klasse. Anmeldeschluss ist der

30. November. Weitere Teilnahmebedingungen und Infos auf:

■■

www.jugend-forscht.de

Fotos: © ZouZou, sirtravelalot / Shutterstock.com; Engagement Global / André Wagenzik

54 www.didacta-magazin.de 3/2018


UMFRAGE ZU HERAUSFORDERUNGEN

IM SCHULALLTAG

Welche Herausforderungen im Schulalltag schätzen Sie

besonders hoch ein? Welchen Handlungsbedarf sehen Sie

und welche Art der Unterstützung wünschen Sie sich von

der Bildungswirtschaft? Der Ausschuss Schulische Bildung

im Didacta Verband möchte mit regelmäßigen Umfragen

Antworten auf diese und weitere Fragen finden. Die erste

Umfrage dauert drei Minuten, mitmachen auf:

■■

www.didacta-digital.de/lernen-lehren/ihre-meinung-ist-gefragt

SCHÜLERPROJEKTE FÜR

NACHHALTIGE ENTWICKLUNG AUSGEZEICHNET

Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat im Juni in Berlin über

150 Schüler für ihre Beiträge zum Schulwettbewerb „alle für EINE

WELT für alle“ ausgezeichnet. In fünf Kategorien wurden 22 Preise

im Gesamtwert von über 50.000 Euro vergeben. Die Gewinnerprojekte

reichen von einem Entdeckerkoffer rund um Plastik über

einen Lerncomputer für Kinder mit eingeschränktem Zugang zu

Bildungsmöglichkeiten bis hin zu einem Kaffeeprojekt gemeinsam

mit Schülern in Ruanda. Insgesamt nahmen 32 000 Schüler teil. Der

Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt mit dem Ziel, Kinder und

Jugendliche für Themen der globalen Entwicklung zu sensibilisieren.

Alle Gewinner auf:

■■

www.eineweltfueralle.de

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Schule

Lauf Theo, lauf

Laufen und gleichzeitig etwas Gutes tun:

Darum geht es bei der Schülerspendenaktion

„Kinder laufen für Kinder“. didacta war beim

Münchner Spendenlauf mit dabei.

Text Silvia Schumacher

AUF EINEN BLICK

› Die Initiative „Kinder laufen für Kinder“

sammelt seit 16 Jahren Spenden für soziale

Projekte.

› Schulklassen können entweder an den großen

Spendenläufen in München und Bremen teilnehmen

oder ihre eigenen Läufe organisieren.

› Im Vorfeld des Laufes sucht sich jeder Schüler

Sponsoren, die pro gelaufenen Kilometer einen

Betrag spenden.

Die Kinder tragen eine Regenjacke über ihren

lila Trikots, die Regentropfen stören sie nicht.

Es ist 9.27 Uhr, in drei Minuten fällt der offizielle

Startschuss für den fünften Spendenlauf

„Kinder laufen für Kinder“ in München. Die

Schüler haben sich am Eissportzentrum im

Olympiapark versammelt und warten darauf, loszuspurten.

„Es geht nicht darum, wer am schnellsten

läuft“, sagt Super RTL Moderatorin Vanessa Meisinger,

während im Hintergrund das Lied der Black

Eyed Peas „I gotta feeling that tonight‘s gonna

be a good night“ aus den Lautsprecherboxen

wummert. Wichtiger ist, überhaupt dabei zu sein.

Foto: Martin Nink / Kinder laufen für Kinder

58 www.didacta-magazin.de 3/2018


Drei Millionen Kilometer für Kinder in Not

Sich bewegen, um etwas zu bewegen – das ist

das Motto von „Kinder laufen für Kinder“. Bereits

seit 16 Jahren sammelt die Initiative deutschlandweit

Spenden für soziale Projekte. Die Schüler

suchen sich selbstständig Sponsoren, die

jeden gelaufenen Kilometer mit einem davor

festgelegten Betrag belohnen. Alternativ ist auch

die Spende einer Fixsumme möglich. „Wir sind

stolz, dass wir seit Beginn der Spendenläufe

insgesamt 6,8 Millionen Euro gesammelt haben,

mit denen wir Kindern in Not helfen können“,

erzählt Änne Jacobs, Gründerin der Initiative.

Rund 768 000 Kinder liefen dafür bisher fast

drei Millionen Kilometer.

Teilnahme ist unkompliziert

Der Countdown läuft im Münchner Olympiapark.

„Fünf, vier, drei, zwei, eins, null“, zählt

Moderatorin Vanessa. Die Schüler rennen los.

Jeder in seinem Tempo, alleine oder Hand in

Hand mit der besten Freundin, eine, zwei oder

zehn Runden um den Olympia-See. Am Rand

der Laufstrecke feuert Silvana Geiger ihre Schüler

an: „Theo, super, eine Runde schaffst du

noch!“ Sie ist Erzieherin an der gebundenen

Ganztagsschule Pater-Rupert-Mayer-Volksschule

in Pullach und nimmt mit ihren Drittklässlern

am Schülerlauf teil, bereits zum zweiten Mal.

„Die Parallelklasse hatte damals zuerst am

Lauf teilgenommen, alle waren so begeistert,

dass meine Teamkollegin und ich mit unseren

Schülern auch mitmachen wollten“, erinnert

sich Geiger.

Die Teilnahme sei nicht aufwendig. Die Initiative

„Kinder laufen für Kinder“ stellt Materialien zur

Vorbereitung wie Vorlagen für Elternbriefe, einen

Ablaufplan zur Durchführung des Laufs und eine

Sponsorenvereinbarung, die sich jeder Läufer

von seinen Geldgebern unterschreiben lässt.

„Die meisten Kinder haben mehrere Sponsoren,

das kann der Bäcker ums Eck sein, Mama, Papa

oder die Großeltern“, erzählt die Erzieherin. Zehn

Prozent der erlaufenen Spenden darf die Klasse

selbst behalten. Die Hälfte der verbleibenden

Summe geht an den Verein Children for a better

World in München. Für die andere Hälfte

konnten die Schulen im Vorfeld eine der drei

Spendenorganisationen von „Kinder laufen für

Kinder“ auswählen: den Dachverband Clowns

in Medizin und Pflege Deutschland, Save the

Children e.V. oder den Verein BLLV-Kinderhilfe.

Geigers Schüler haben sich für den Dachverband

Clowns entschieden.

Bewegung fördern und soziale Kompetenzen

stärken

Das Gute-Laune-Lied „Up, up, up, nobody‘s

perfect“ aus dem Kinofilm Bibi und Tina läuft

mittlerweile. Und Theo läuft schon die sechste

Runde. „Die Kinder sind hochmotiviert“, sagt

Geiger. Die Kinder sollen lernen, sich selbst einzuschätzen

und ihre Kräfte einzuteilen. Darüber

hinaus, ist die Erzieherin überzeugt, stärkt die

Teilnahme an dem Spendenlauf ihre sozialen

Kompetenzen. „Sie lernen fürs Leben und erfahren,

dass man für sich selbst sorgen kann, aber

wenn man die Kraft und Stärke hat, auch andere

unterstützen sollte.“

Die zwölfjährige Johanna hat diese Erfahrung

aus ihren Spendenläufen in Bremen mitgenommen.

Auch dort findet jährlich „Kinder laufen für

Kinder“ statt. Seit sie gehen kann, nimmt sie

mit der Klasse ihres älteren Bruders daran teil.

Heute ist sie Juniorbotschafterin der Initiative

und mit ihren Eltern extra nach München gereist.

„Als Juniorbotschafterin mache ich Werbung,

verteile Flyer an meiner Schule und schenke hier

Wasser aus. Helfen macht mir Spaß!“, erzählt sie

stolz. Ihre Klasse konnte sie auch überzeugen,

bei einem Lauf in Bremen mitzumachen.

Infos zur

Teilnahme auf:

www.kinderlaufen-fuerkinder.de

Theo hat es geschafft. Auf seiner Laufkarte

leuchten zwanzig blaue Stempel, für jede gelaufene

Runde einen. Dafür erhält er 270 Euro von

seinen Sponsoren. Insgesamt haben er und

die anderen 2329 Schülerinnen und Schüler

heute über 12 000 Kilometer zurückgelegt. Es

kamen Spendengelder in Höhe von 58.000 Euro

zusammen.

3/2018 www.didacta-magazin.de 59


Schule

Harte Brocken

Armin Himmelrath

Spiegel-Autor Armin Himmelrath ist freier Bildungsjournalist

und Moderator. Nach seinem

Lehramtsstudium arbeitet er als Lehrbeauftragter

an mehreren Universitäten und hat Bücher zu

Bildungsthemen veröffentlicht.

didacta: Herr Himmelrath, in Ihrem Buch

„Hausaufgaben – nein danke!“ sprechen

Sie sich dafür aus, Hausaufgaben abzuschaffen.

Warum?

Armin Himmelrath: Ich habe zusammengerechnet

36 Jahre Hausaufgabenerfahrung

durch meine drei Söhne. Sie waren verschiedene

Hausaufgabentypen – einer hat nur hin

und wieder seine Hausaufgaben erledigt, der

andere war fleißig und sehr zuverlässig und

der Dritte hat so gut wie gar nichts gemacht.

Fotos: © Stock-Asso / Shutterstock.com; Jessica Meyer

60 www.didacta-magazin.de 3/2018


Die Hausaufgaben sind ungerecht

und völlig überholt, findet Bildungsjournalist

Armin Himmelrath, der

selbst Lehramt studierte. Wenn sie

abgeschafft werden, profitieren alle

davon – selbst die Lehrenden.

Interview Tina Sprung

Die neue Broschüre

von PETAKids.de ist da!

Ernährung ist ein bedeutendes und spannendes Thema.

Denn was auf unseren Tellern landet, hat großen Einfluss

auf unseren Planeten und das Wohl der Tiere.

Daher hat PETAKids die neue Broschüre

„Veggie – Essen mit Herz und

Verstand“ entwickelt. Dieses Werk

erläutert Kindern altersgerecht den

Zusammenhang zwischen Konsum,

Umwelt und dem Leid der Tiere. Bei

der Konzeption wurde darauf geachtet,

dass Kinder zwischen 9 und

14 Jahren umfassend und sachlich

informiert werden. Sie können sich

anhand der Lektüre intensiv mit dem

Thema beschäftigen.

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Anschließend werden die Schüler-

Innen ein besseres Verständnis für Ernährung haben. Sie wissen dann, warum

es so wichtig ist, tierfreundlich und damit klimafreundlich zu leben und dies

in tägliche Entscheidungen einfl ießen zu lassen.

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Sie uns bitte per E-Mail an: info@petakids.de

Diese Unterschiede hatten aber keine Auswirkungen

auf die Leistungen. Deswegen begann

ich, mich mit dem Dogma Hausaufgaben zu

beschäftigen.

Was meinen Sie mit Dogma?

Es gibt Dinge im kollektiven Bewusstsein. Dazu

gehören Hausaufgaben. In der ersten Klasse

fragen Eltern am ersten Tag: “Und, hast du

schon Hausaufgaben auf?“ Manchmal sind sie

enttäuscht, wenn die Kinder an ihrem ersten

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Schule

SIND HAUSAUFGABEN SINNVOLL?

Mehrere wissenschaftliche Studien untersuchten,

ob Hausaufgaben sich positiv auf

das Lernen auswirken.

››

Tina Hascher und Franziska Bischof:

Integrierte und traditionelle Hausaufgaben

in der Primarstufe – ein Vergleich

bezüglich Leistung, Belastung und Einstellungen

zur Schule

Wissenschaftliche Auswertung eines mehrjährigen

Versuches in der Schweiz, bei dem

ein Kanton komplett auf Hausaufgaben verzichtete.

Im Vergleich mit anderen Schülern

zeigte sich, dass sich Schüler ohne Hausaufgaben

geringer belastet fühlten und

höher motiviert waren als ihre Altersgenossen,

die nachmittags noch Hausaufgaben

erledigen müssen.

››

John Hatti: Bildung sichtbar machen

Hatties Metastudie gilt seit ihrem Erscheinen

als Lehrwerk der evidenzbasierten

Bildungsforschung. Der Autor berücksichtigt

auch Studien zum Lerneffekt von Hausaufgaben,

das Thema stellt bei ihm nur

einen Randeffekt dar. Hausaufgaben haben

nur einen sehr geringen Einfluss auf den

Lernerfolg.

››

Jutta Standop: Hausaufgaben in der

Schule: Theorie, Forschung, didaktische

Konsequenzen

Eine aktuelle Veröffentlichung, die die Rolle

der Hausaufgaben im Kontext der Ganztagsschuldebatte

beleuchtet und die Frage

aufwirft, ob Hausaufgaben nicht besser in

der Schule erledigt werden sollen.

››

Bernhard Wittmann: Vom Sinn und

Unsinn der Hausaufgaben

Eine mittlerweile 50 Jahre alte Studie, in

der Wittmann den Lerneffekt von Hausaufgaben

untersucht und zu dem Ergebnis

kam, dass es diesen nicht gibt.

Schultag keine aufbekommen haben. Und sogar

die Kinder erwarten das ganz selbstverständlich.

Für mich ist das ein Indiz, wie selbstverständlich

Hausaufgaben ungefragt seit über einem halben

Jahrtausend dazugehören. Die erste Hausaufgabenverordnung,

die ich gefunden habe, stammt

von 1448.

Wie sah diese Verordnung aus?

Die Schüler mussten Arbeiten daheim erledigen

und lateinische Vokabeln lernen. Wenn sie

alles konnten, bekamen sie belegte Brote. Wenn

nicht, gab es Schläge. Deswegen frage ich mich,

wie sinnvoll Hausaufgaben sind. Wir diskutieren

mittlerweile seit 100 Jahren wissenschaftlich

fundiert darüber, Hausaufgaben abzuschaffen.

Was spricht aus wissenschaftlicher

Sicht dafür?

Kinder, die keine Hausaufgaben machen müssen,

haben weniger Stress in der Familie. Und:

Sie gehen lieber in die Schule. Untersuchungen

in der Schweiz haben gezeigt, dass der

Leistungsstand nicht durch das Erledigen von

Hausaufgaben beeinflusst wird. Zwar stellte

Bildungsforscher John Hattie, der Faktoren für

den Schulerfolg der Kinder bestimmte, fest,

dass Hausaufgaben einen geringen, positiven

Effekt haben, aber nur in der Oberstufe,

wo Hausaufgaben aus einer Eigenmotivation

heraus gemacht werden. In der Grundschule

bringen sie nichts. Das einzige, was Schüler

durch Hausaufgaben lernen, ist, Strategien zu

entwickeln, nicht bei der Hausaufgabenkontrolle

am Anfang der Stunde dran zukommen. Also

eine Art systemische Intelligenz.

Was wäre aus Ihrer Sicht eine Alternative,

um den Unterrichtsstoff nachzubereiten?

Der Trend geht zum Ganztag, Schule verändert

sich. Hier können wir ansetzen: Aufgaben

können im Unterricht, zusammen mit Unterstützung

der Lehrkräfte, gelöst werden. Das

bietet die Chance, selbstständiges Arbeiten

zu fördern, unabhängig vom Umfeld zuhause.

Zudem können sich Peers aus Schülern bilden

und kollaborativ arbeiten.

62 www.didacta-magazin.de 3/2018


Wie reagieren Lehrer, wenn sie fordern,

Hausaufgaben abzuschaffen?

Oft denken Lehrer zu Beginn, Unterrichten

funktioniert nicht ohne Hausaufgaben. Wenn

ich aber drei Minuten mit ihnen spreche, geben

sie mir Recht. Allein die Hausaufgabenkorrektur

nimmt oft die Hälfte der Unterrichtszeit in

Anspruch. Die Schüler erhalten außerdem kein

individuelles Feedback, das ihnen zusteht. Wenn

es um das Überzeugen geht, sind Eltern die

härteren Brocken.

Warum?

Eltern halten sich für unglaublich kompetent,

was Schule angeht. Das ist ähnlich wie bei der

Fußball-WM: Da gibt es 80 Millionen Bundestrainer

und jeder glaubt zu wissen, mit welcher

Aufstellung Deutschland Weltmeister wird. In

der Schweiz ging es sogar soweit, dass Eltern

in einem Kanton, in dem es keine Hausaufgaben

mehr gab und die Schüler nachweislich

genauso erfolgreich in der Schule waren wie

vorher, öffentlichen Druck ausübten, damit

Hausaufgaben wieder eingeführt werden.

GEMEINSAM DEN

SCHULALLTAG

MEISTERN

„Wenn Sie Lehrer oder

Eltern sind, kommen

Sie ohne dieses Buch

einfach nicht aus.“

Washington Post

Zum

Weiterlesen:

Und welche Argumente bringen sie?

Da kommen immer die gleichen: Durch Hausaufgaben

haben sie die Möglichkeit, mitzubekommen,

was Kinder machen, und es sei ja für

den Lernprozess wichtig. Und: Hausaufgaben

seien schließlich in den Lehrplänen verankert

und international üblich.

Armin

Himmelrath

Hausaufgaben –

nein, Danke!

Warum wir uns

so bald wie

möglich von

den Hausaufgaben

verabschieden

sollten,

hep – der

Bildungsverlag,

2015,

147 Seiten,

16 Euro

Aber Hausaufgaben sind nicht vorgeschrieben.

Nein, Lehrkräfte können frei entscheiden, ob sie

Hausaufgaben aufgeben. In einer Hauptschule

in Hannover haben Lehrkräfte beispielsweise

versucht, Hausaufgaben auf Freiwilligenbasis

aufzugeben. Dort machten, als Hausaufgaben

noch verpflichtend waren, rund die Hälfte der

Schüler ihre Arbeiten. Nachdem sie freiwillig

wurden, hat in den ersten zwei Wochen kein

Schüler Hausaufgaben gemacht. Und dann

gab es die große Veränderung: 75 Prozent der

Schüler erledigten sie. Das zeigt: Es ist gut für

Schüler, wenn ihnen der Druck genommen wird,

und Hausaufgaben nicht als notwendiges Übel

wahrgenommen werden.

Was ist konkret zu tun, wenn ein

Schüler stets den Unterricht stört,

wenn die Hausaufgaben liegenbleiben,

wenn Schüler mit Furcht, Ärger

und Enttäuschung auf den Schulalltag

reagieren?

Auf diese und viele weitere Fragen

geben die Autorinnen Antworten, die

sofort in der Praxis umgesetzt werden

können. Durch klare Kommunikationsund

Verhaltensregeln und die Zusammenarbeit

von Lehrern und Eltern

wird Schule zu dem Ort der Bildung

und des sozialen Miteinanders, der

sie sein soll.

Adele Faber / Elaine Mazlish

Wie Sie Kinder fürs Lernen begeistern

Was Eltern und Lehrer wissen müssen

Zu Hause und in der Schule

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AUSBILDUNG IN KÜRZE

GERINGE AUSBILDUNGSBETEILIGUNG

IN OSTDEUTSCHLAND

Die Ausbildungsbereitschaft ist insbesondere bei

kleineren und mittleren Unternehmen sowie in Ostdeutschland

zurückgegangen. Das gefährdet das

Fachkräfteangebot in bestimmten Regionen, so das

Ergebnis des Nationalen Bildungsberichtes 2018.

Der Anteil der Auszubildenden in Unternehmen ging

in Ostdeutschland seit 2005 von rund 7 Prozent auf

3,6 Prozent zurück. Der Bildungsbericht wird alle

zwei Jahre im Auftrag der Kultusministerkonferenz und

des Bundesbildungsministeriums erstellt, die Federführung

hat das Deutsche Institut für Internationale

Pädagogische Forschung (DIPF).

■■

www.bildungsbericht.de

METALL- UND ELEKTROBERUFE

REFORMIERT

Für elf Metall- und Elektroberufe

treten zum Ausbildungsjahr 2019 neue

Ausbildungsordnungen in Kraft. Die

inhaltlichen Änderungen betreffen vor

allem die Bereiche Digitalisierung der

Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit.

Zudem wurden Zusatzqualifikationen

definiert, um den Erwerb digitaler

Kompetenzen flexibler zu gestalten.

■■

www.bibb.de (Rubrik „Die Themen“,

unter „Berufe“ und „Neugeordnete

Ausbildungsberufe“)

TIPPS FÜR SCHÜLERPRAKTIKA

Unternehmen, die Schülerpraktika anbieten, können

auf eine neu überarbeitete Handreichung des Bundesamtes

für Arbeit und des Netzwerkes „SCHULEWIRT-

SCHAFT Deutschland“ zurückgreifen. Sie umfasst

Checklisten zu Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung

von Praktika sowie allgemeine Qualitätskriterien.

Die Handreichung gibt es zum kostenlosen

Download auf:

■■

www.schulewirtschaft.de/schuelerbetriebspraktikum

Fotos: © Tobias Arhelger, nullplus / Shutterstock.com

POLIZEI BELIEBTESTER ARBEITGEBER BEI SCHÜLERN

Die Polizei ist der Wunscharbeitgeber von Schülern. Mehr als

16 Prozent der Schüler wollen sich dort bewerben, zeigt das

Trendence Schülerbarometer, für das jedes Jahr 20 000 Schüler

zu ihren Wunsch-Arbeitgebern befragt. Mit der Bundeswehr auf

Rang 3 und dem Zoll auf Rang 9 sind erstmalig seit mehr als

zehn Jahren drei Organisationen des Öffentlichen Sektors

unter den Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber.

■■

www.trendence.com

64 www.didacta-magazin.de 3/2018


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Ausbildung

Übergang oder Parkplatz?

Jugendliche, die nach der Schule keine Ausbildung finden, landen in den Maßnahmen

des Übergangsbereiches, obwohl viele von ihnen reif für eine Ausbildung wären.

Text Vincent Hochhausen

AUF EINEN BLICK

››

Der sogenannte Übergangsbereich fasst verschiedene

Maßnahmen für Jugendliche zusammen,

um sie auf das Berufsleben vorzubereiten.

››

Der größte Teil der Jugendlichen im Übergangsbereich

hat keinen Schulabschluss. Diese

Gruppe hat es auf dem Ausbildungsmarkt

immer schwerer.

››

Der Anteil der Jugendlichen, die mehrere Jahre

im Übergangsbereich bleiben, sinkt.

300 000 junge Menschen landeten 2016

im „Übergangsbereich“. Das sind Bildungsmaßnahmen,

die nicht zum Berufsabschluss

führen, sondern auf dem

Arbeits- und Ausbildungsmarkt unversorgten

Jugendlichen den Weg ins Arbeitsleben

ermöglichen sollen. Teilweise wird auch

vom „Übergangssystem“ gesprochen. Diese

Bezeichnung hält Matthias Anbuhl, Leiter der

Abteilung Bildungspolitik und Bildungsarbeit

beim Deutschen Gewerkschaftsbund, allerdings

für irreführend: „Unter den Begriff des

Übergangsbereiches fallen unzählige, ganz

verschiedene Maßnahmen, die auch ganz verschiedene

Ziele haben. Da kann man nicht von

einem System sprechen.“

Foto: © santypan / Shutterstock.com

66 www.didacta-magazin.de 3/2018


INFORMATIONEN FÜR UNTERNEHMEN:

››

Die Website der Initiative „Bildungsketten“

des Bildungs- und des Arbeitsministeriums

bietet Informationen zu Fördermaßnahmen,

an denen Unternehmen mitwirken

oder von denen sie profitieren können.

Dazu gehören die Berufseinstiegsbegleitung,

ausbildungsbegleitende Hilfen und

externes Ausbildungs management.

■■

www.bildungsketten.de

››

Das Instrument der betrieblichen Berufsausbildungsvorbereitung

ermöglicht

Jugendlichen, im Betrieb berufliche Grundkenntnisse

zu erwerben und Unternehmen,

die Eignung des Jugendlichen in der Praxis

zu erproben.

■■

www.jobstarter.de/de/betrieblicheausbildungs

vorbereitung-24.php

››

Informationen zu fast allen Aspekten des

Übergangs in die Ausbildung bietet das

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

■■

www.bibb.de/de/44.php

in Anspruch nehmen. Das ist allerdings immer

noch deutlich weniger als in den Jahren um

2005, als mehr als 400 000 Menschen jährlich

in den Übergangsbereich mündeten – unter

anderem wegen des damals schwächeren

Arbeitsmarktes.

Hauptschüler benachteiligt

Die Maßnahmen seien für viele Jugendliche notwendig,

ist Gewerkschaftler Anbuhl überzeugt:

„Es gibt einige Personen, die vorbereitende

Maßnahmen vor dem Einstieg in die Ausbildung

brauchen, weil ihnen einfach noch Kompetenzen

fehlen.“ Das treffe aber nicht auf alle zu. Oft

liege das Problem vielmehr darin, dass es in

der Umgebung nicht genug Ausbildungsplätze

gebe. Die Ausbildungschancen hingen vor allem

vom Wohnort, von dem Pass und dem Schulabschluss

ab. Fast jeder dritte junge Migrant und

jeder dritte Hauptschulabsolvent blieben ohne

abgeschlossene Ausbildung. „Rund die Hälfte

der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten

offenen Ausbildungsplätze stehen dieser

Zielgruppe gar nicht mehr offen“, sagt Anbuhl,

„und das gilt nicht nur für die hochkomplexen

Berufe“.

Hauptsächlich Männer im Übergangsbereich

Tatsächlich ist die Bandbreite der Angebote

sehr weit gefächert. Da gibt es Programme an

Berufsschulen, die dazu dienen, einen Schulabschluss

zu erlangen oder zumindest die Erfüllung

der Schulpflicht für Jugendliche zu gewährleisten,

Bildungsgänge zur Vermittlung beruflicher

Grundbildung, das Berufsvorbereitungsjahr für

Schulabgänger ohne oder mit schlechtem Schulabschluss,

berufsvorbereitende Maßnahmen

oder Einstiegsqualifizierungen der Bundesagentur

für Arbeit, Pflichtpraktika vor der Erzieherausbildung,

Bildungsgänge für Schüler ohne

Ausbildungsvertrag. In Anspruch genommen

werden diese Übergangsmaßnahmen zu zwei

Dritteln von jungen Männern. Den größten Teil

im Übergangsbereich machen dabei Jugendliche

mit Hauptschulabschluss (43 Prozent) und

ohne Schulabschluss aus (26 Prozent), 23 Prozent

haben einen Realschulabschluss und nur

1,5 Prozent eine Studienberechtigung. Die Zahl

der Jugendlichen, die neu in den Übergangsbereich

stoßen, sind in den letzten Jahren von

rund 250 000 auf etwa 300 000 gestiegen, laut

Statistischem Bundesamt vor allem, weil seit

2015 viele junge Geflüchtete diese Maßnahmen

Ein Problem ist, neben den formalen Anforderungen

der Betriebe und der regionalen Verteilung

der Ausbildungsplätze, auch die Attraktivität

mancher Berufe. „Die Branchen, die die größten

Nachwuchssorgen haben, sind auch die mit den

größten Problemen bei der Ausbildungsqualität

und der Vergütung“, sagt Anbuhl. Mit einem größeren

Angebot an Ausbildungsplätzen könnte

man den Übergangsbereich deutlich schrumpfen,

ist er überzeugt.

Darüber, wie erfolgreich die Maßnahmen im

Übergangsbereich sind, gibt es keine genauen

Zahlen, denn wie viele Jugendliche den Sprung

in die Ausbildung schaffen, wird statistisch nicht

erfasst. Eine Statistik gibt jedoch Anlass zur

Hoffnung, dass sich die Lage für diese Jugendlichen

im Vergleich zu früher bessert: Denn hatten

sich 2006 noch 40 Prozent aller erfassten Bewerber

auf Ausbildungsplätze bereits in früheren

Jahren beworben, lag dieser Anteil 2014 nur

noch bei 28 Prozent.

3/2018 www.didacta-magazin.de 67


HOCHSCHULE IN KÜRZE

DEUTSCHLAND IST

ATTRAKTIVER WISSENSCHAFTSSTANDORT

Deutschland ist für Studierende und Wissenschaftler

aus dem Ausland attraktiv. Die Zahl ausländischer

Studierender an deutschen Hochschulen ist 2017 um

fünf Prozent auf 359 000 gestiegen. Die Zahl des ausländischen

Wissenschaftspersonals hat sich seit 2007

um 84 Prozent erhöht. 2016 arbeiteten 46 000 ausländische

Wissenschaftler an deutschen Hochschulen.

Das zeigt der Bericht „Wissenschaft weltoffen 2018

des Bundesministeriums für Bildung und Forschung,

des Deutschen Akademischen Austauschdienst und

des Deutschen Zentrums für Hochschul- und

Wissenschaftsforschung.

■■

www.wissenschaftweltoffen.de

BERLIN HAT DIE MEISTEN

ZULASSUNGSBESCHRÄNKUNGEN

In Berlin gelten für fast zwei Drittel aller

Fächer Zulassungsbeschränkungen. Mit

64,8 Prozent verfügt die Hauptstadt über

den größten Anteil zulassungsbeschränkter

Studiengänge im Wintersemester

2018/19, gefolgt von Hamburg mit 64,4 Prozent.

Die niedrigste NC-Quote gibt es in

Thüringen mit 20,3 Prozent. Bundesweit

sind 41,1 Prozent aller Studiengänge mit

einem NC belegt. Alle Ergebnisse des CHE-

Numerus Clausus-Check gibt es hier:

■■

www.che.de/downloads/CHE_AP_211_

Numerus_Clausus_Check_2018_19.pdf

MEHR ALS 600 MILLIONEN EURO

STUDIENKREDITE PRO JAHR

Rund 100 000 Personen in Deutschland

nutzen derzeit einen Studienkredit zur

Studienfinanzierung. Das Gesamtvolumen

beläuft sich auf mehr als 600 Millionen Euro

pro Jahr, was monatlich durchschnittlich

50 Millionen Euro entspricht. Diese Werte

ermittelte das CHE Centrum für Hochschulentwicklung

bei seinem Studienkredit-Test,

der im Juli veröffentlicht wurde.

■■

www.che-studienkredit-test.de

LAST MINUTE-STUDIENPLÄTZE FINDEN

Studieninteressierte, die bei Vergabeverfahren leer ausgegangen

oder spät entschlossen sind, finden auf der Studienplatzbörse der

Hochschulrektorenkonferenz eine Übersicht freier Plätze. Die Börse

wird täglich aktualisiert und ist bis Ende Oktober verfügbar auf:

■■

www.hochschulkompass.de/studium/studienplatzboerse

Fotos: © iordani, George Rudy / Shutterstock.com

68 www.didacta-magazin.de 3/2018


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Hochschule

Auf der Suche

nach einem

digitalen Profil

Die Digitalisierung geht auch an den Hochschulen nicht vorbei. Ein Beratungsangebot des

Hochschulforums Digitalisierung soll Unis dabei helfen, die richtige Strategie dafür zu finden.

Text Vincent Hochhausen

AUF EINEN BLICK

››

Das Hochschulforum Digitalisierung bietet seit

2017 ausgewählten Hochschulen eine Strategieberatung

zur Digitalisierung an.

››

Ein Fokus liegt darauf, dass Hochschulen ein

eigenes digitales Profil entwickeln und umsetzen.

››

2019 wird wieder eine Beratungsrunde

stattfinden.

Blended Learning, Flexibilität des Lernens,

E-Assessments, digitale Feedbacksysteme:

Alles Trends, die an Hochschulen

im Zuge der Digitalisierung aktueller

werden. Die technischen Möglichkeiten

zur Organisation des digitalen Lernens

wachsen, ebenso wie die Erwartungen der

Studierenden.

Die richtige Digitalisierungsstrategie finden

In der Studie „Strategieoptionen für das digitale

Zeitalter“ im Auftrag des Hochschulforums

Foto: © Ollyy / Shutterstock.com

70 www.didacta-magazin.de 3/2018


Unterstützung für Hochschulen

Um Hochschulen zu unterstützen, konkrete Strategien

zu entwickeln, bietet das Hochschulforum

Digitalisierung seit 2017 jedes Jahr für sechs

ausgewählte Hochschulen eine Beratung zur

Strategieentwicklung an. Zunächst müssen sich

die Teilnehmer mit einer Interessensbekundung

bewerben, in der sie darlegen, welche Maßnahmen

zum digitalen Lehren und Lernen sie

bereits getroffen haben und welche konkreten

Herausforderungen sie durch die Beratung

angehen wollen. Aus allen Bewerbungen – in

diesem Jahr waren es rund 80 – wählte eine

Expertenjury die sechs Unis aus, die in den

Beratungsprozess einsteigen. 2018 sind das

die Universität Bayreuth, die Kunsthochschule

Berlin-Weissensee, die Hochschule für angewandte

Wissenschaften Hamburg, die Hochschule

Harz, die Universität Konstanz sowie die

Bauhaus-Universität Weimar. Die Experten, die

die teilnehmenden Unis unterstützen, stammen

aus Lehre und Leitung von anderen Hochschulen

und aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Digitalisierung erarbeiteten die Autoren vor

zwei Jahren vier „Profiltypen“, an denen sich

Hochschulen bei ihrer Suche nach der richtigen

Strategie orientieren können: Internationalisierung,

anwendungsorientierte Lehre und

Individualisierung, forschungsorientierte Lehre

sowie lebenslanges Lernen beziehungsweise

akademische Weiterbildung. Neben diesen Typisierungen

sei es wichtig anzuerkennen, dass

der digitale Wandel für die Lehre weit mehr ist

als eine Digitalisierung des Lehrens und Lernens.

„Vielmehr meint ‚Lehre im digitalen Zeitalter‘

den Einsatz von Methoden des Lehrens

und Lernens in Präsenz wie auch im virtuellen

Raum, die der digitalen Welt gerecht werden

und eng mit zeitgemäßen curricularen Inhalten

und Studienmodellen verzahnt sind. Für diesen

Wandlungsprozess brauchen Hochschulen

heute eine Strategie“, sagt Julius Friedrich vom

Hochschulforum Digitalisierung.

Für die Hochschulen, die nicht für die Peer-to-

Peer-Beratung ausgesucht wurden, werden

regelmäßig Gelegenheiten zum Austausch

angeboten, unter anderem eine Strategiekonferenz

am 24. September. Zudem sollen ab Ende

2018 Tools zur Verfügung gestellt werden, die

die digitale Strategieentwicklung unterstützen.

2019 wird eine neue Beratungsrunde stattfinden,

für die sich Hochschulen beim Hochschulforum

Digitalisierung bewerben können.

DAS HOCHSCHULFORUM DIGITALISIERUNG

wurde 2014 vom Stifterverband für die

Deutsche Wissenschaft, dem Centrum für

Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz

ins Leben gerufen und wird

vom Bundesbildungsministerium gefördert.

Es soll neue Ideen und Zukunftsszenarien entwickeln,

den Kompetenzaufbau in der Lehre

voranbringen und Hochschulen bei der Strategieentwicklung

unterstützen.

■■

www.hochschulforumdigitalisierung.de

3/2018 www.didacta-magazin.de 71


WEITERBILDUNG IN KÜRZE

HOHER FINANZIELLER

AUFWAND FÜR

WEITERBILDUNGEN

Teilnehmer an beruflichen

Weiterbildungen tragen einen

erheblichen Teil der Kosten für

die Weiterbildung selbst. Laut

der im Juni veröffentlichten

Erhebung „Berufliche Weiterbildung:

Aufwand und Nutzen für

Individuen“ des Bundesinstituts

für Berufsbildung gaben sie

im Jahr 2015 insgesamt rund

18 Milliarden Euro für Weiterbildungen

aus. Fast die Hälfte dieser

Kosten entfiel auf formale

Bildungsgänge, zum Beispiel

ein berufsbegleitendes Studium

oder anerkannte Aufstiegsfortbildungen,

obwohl diese nur

rund 3,7 Prozent aller Weiterbildungsaktivitäten

ausmachten.

70 Prozent aller Weiterbildungsaktivitäten

wurden vom

Arbeitgeber finanziell unterstützt.

Für die Untersuchung

waren rund 4500 Erwerbstätige

und Arbeitssuchende

befragt worden.

■ www.bibb.de

AUSBAU DER WEITERBILDUNGSFÖRDERUNG GEFORDERT

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat in einem aktuellen

Positionspapier Maßnahmen vorgeschlagen, durch die Arbeitsagenturen

und Jobcenter die Weiterbildung von Arbeitssuchenden

und Beschäftigten verbessern sollen. Der DGB fordert unter anderem

einen Rechtsanspruch auf Weiterbildungsförderung durch

die Arbeitsagenturen, eine vollständige Übernahme von Weiterbildungskosten

durch die Arbeitsagenturen im Fall von Unternehmensinsolvenzen

und einen Ausbau der Weiterbildungsförderung

für gering qualifizierte Beschäftigte in kleinen Unternehmen. Das

Positionspapier „Weiterbildung von Beschäftigten stärken“ gibt es

zum Download auf:

■ www.dgb.de

RATGEBER ZU FREIEN BILDUNGSMATERIALIEN

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und

Wikimedia Deutschland haben einen Ratgeber zum Umgang

mit „Open Educational Resources“, kurz OER, erarbeitet. Er

erläutert die Grundsätze des geltenden Urheberrechts und freier

Lizenzen, gibt Praxisbeispiele und vermittelt einen Überblick zum

aktuellen Stand von OER in der beruflichen Weiterbildung. Das

Dokument mit dem Titel „Open Educational Resources (OER):

Eine Hilfestellung für digitales Lehren und Lernen“ kann man auf

open-educational-resources.de kostenlos herunterladen oder als

Printversion für 6,40 Euro auf der Seite des DIHK bestellen.

■ www.dihk.de

Fotos: © Boule, Robert Kneschke / Shutterstock.com

72 www.didacta-magazin.de 3/2018


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Weiterbildung

Gegen knappe Schulkassen

Bei den meisten Schulen sind die Finanzen ein leidiges Thema. Das Kolleg St. Blasien

wird deshalb selbst aktiv und realisiert Wunschprojekte durch Fundraising.

Text Klaus Mertes, Wolfgang Mayer

AUF EINEN BLICK

› Fundraising ist eine Möglichkeit für Schulen,

zusätzliche Gelder zu gewinnen.

› Potenzielle Spender können ehemalige Schüler,

Eltern, Stiftungen oder Betriebe vor Ort sein.

› Projekte, die sich zur Finanzierung über Fundraising

eignen, sind beispielsweise Schüleraustausche,

Schulausstattung oder Stipendien

für einzelne Schüler.

Der Zustand der alten Sportanlagen im badenwürttembergischen

Kolleg St. Blasien im

Schwarzwald ließ vor einigen Jahren zu

wünschen übrig. Die Anlagen mussten

umfassend modernisiert und instand

gesetzt werden. Insgesamt beliefen sich

die Gesamtkosten auf 450.000 Euro. Neben

Eigenmitteln und Rückstellungen hat die Schule

ein Drittel der Gelder durch kreative Fundraising-

Maßnahmen aufgebracht und die Förderer auf

einer Danktafel im Foyer der Sporthalle gewürdigt.

Viele solcher Projekte hat die Leitung des

Foto: © Kollegsfernsehen/Kolleg St. Blasien

74 www.didacta-magazin.de 3/2018


internationalen Jesuiten-Gymnasiums St. Blasien,

dem auch ein Internat angeschlossen ist,

in den letzten Jahren durch erfolgreiche Fundraising-Arbeit

auf die Beine gestellt. Dabei geht

es um die Förderung der Schüler wie bei dem

Projekt Kollegfernsehen, KFS, bei dem Schüler

regelmäßig in selbst produzierten Fernsehnachrichten

über wichtige Ereignisse aus der Schule

berichten, oder die zweimonatigen Aufenthalte

in chinesischen Partnerschulen in Jiangyin und

Shanghai. Ein Dauerprojekt der Fundraising-

Arbeit der Schule ist der Sozialfonds des Kollegs.

Er ermöglicht Stipendien für Schüler aus

mittellosen Familien.

Im Gegensatz zu anderen Ländern, insbesondere

im angelsächsischen Raum, macht Fundraising

in Deutschland bisher nur einen geringen

Teil der Schulfinanzierung aus. Das gilt auch für

Schulen freier Träger. Dieser Unterschied gründet

in der preußisch-deutschen Bildungstradition,

die Schulbildung seit jeher als Staatsangelegenheit

verstanden hat. Das ist noch heute so und

gilt auch für Schulen in kirchlicher oder privater

Trägerschaft.

Typen von Fundraising

Es gibt im Wesentlichen drei Formen von Fundraising

für Schulen. Zunächst einmal das klassische

„Schul-Fundraising“, bei dem potenzielle Spender

angesprochen werden, um bestimmte Projekte

der Schule zu unterstützen. Beim „Schul-Sponsoring“

hingegen vereinbaren die Partner eine

Sponsoring-Kooperation mit der Schule und legen

die gegenseitigen Vorteile bei der Zusammenarbeit

für ein Projekt im Unterschied zu Spenden

durch einen Vertrag fest. Die dritte Möglichkeit ist

die Zusammenarbeit mit Fördervereinen. Diese

betreiben selbst Fundraising für die Schule und

werden somit Fundraising-Partner. Die Vereinsvorstände

verwalten die Gelder ihrer Mitglieder

und schütten sie im Sinne der Vereinssatzung

an die Schule aus.

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Weiterbildung

Ehemalige Schüler als potenzielle Spender

Fundraising is Friendraising. Für das Gewinnen

und Binden von Spendern ist eine gute, auf

Langfristigkeit angelegte Kommunikationsarbeit

entscheidend. Dazu gehört in erster Linie der

regelmäßige Kontakt mit ehemaligen Schülerinnen

und Schülern sowie mit deren Eltern. Viele

Spender kommen gerade aus ihren Reihen. Um

bestehende Kontakte zu Schülern und Eltern zu

pflegen und neue Spenderkontakte – beispielsweise

aus der Wirtschaft – aufzubauen, hat das

Kolleg vor zwölf Jahren eine eigene Projektstelle

für das Fundraising eingerichtet. Besonders

wichtig bei der Kommunikation ist es, den Schülern

und auch sich selbst gegenüber eindeutig

und ehrlich über Ziele und Rahmenbedingungen

des Vorhabens zu sein, denn verschleierte

Absichten und Unehrlichkeit haben zur Folge,

dass sich die Spender verstimmt zurückziehen.

Um eine Kultur des Gebens unter ehemaligen

Schülern zu entwickeln und zu fördern, braucht

es eine aktive Ehemaligen-Arbeit.

Trennung von Pädagogik und Finanzen

Am Kolleg gilt grundsätzlich das Prinzip, Schüler,

die das Kolleg besuchen, nicht für Fundraising

einzusetzen – auch nicht für Spenden-Projekte,

die Schüler selbst entwickeln. Um Interessenskonflikte

oder vermeintliche Vorteilsnahmen von

vornherein auszuschließen, dürfen Schüler nur

für Fundraising-Projekte aktiv Geld sammeln,

die nicht in direktem Bezug zur Schule stehen.

Erlaubt sind Schüleraktionen für Opfer von Naturkatastrophen,

Sammlungen für soziale Partnerprojekte

der Schule in der Nachbarschaft oder

in anderen Ländern.

Diese klare Trennung von Pädagogik und Finanziellem

gilt auch für die Eltern der Schüler. Nur

in gut begründeten Ausnahmefällen – wenn beispielsweise

eine Einflussnahme auf schulische

Belange ausgeschlossen ist – kann man diese

lockern. Eltern sind Partner der Schule in der

pädagogischen Arbeit, nicht bei der Finanzierung

der Schule. Am Kolleg St. Blasien achten

die Verantwortlichen genau darauf, dass Kinder

von Eltern, die spenden, nicht deswegen bei

ihren Mitschülern ein negatives Image erhalten.

Denn die Erfahrung zeigt, dass Eltern, die Projekte

finanziell förderten, immer wieder in den

Verdacht kamen, dadurch die Noten ihrer Kinder

positiv beeinflusst zu haben. Deswegen gilt für

die wenigen Fälle, in denen Spenden von Eltern

angenommen werden, die strikte Vereinbarung,

dass die Spende gegenüber den eigenen Kindern

und anderen Erwachsenen nicht erwähnt

wird. Erst nachdem die Kinder die Schule verlassen

haben, werden die Namen dieser Spender

öffentlich gemacht.

Kooperationen mit Unternehmen

Eine weitere Möglichkeit ist es, mittelständische

Unternehmen aus der Region anzusprechen.

Kooperationsprojekte mit Unternehmen und Stiftungen

sind arbeitsintensiv. Deswegen sollte eine

klare Nutzen-Kosten-Rechnung aufgestellt werden.

Erfahrungsgemäß versuchen Stiftungen, die

jeweils eigene pädagogische oder gesellschaftspolitische

Ziele verfolgen, häufig Einfluss auf die

Schule und deren pädagogische Inhalte zu gewinnen.

Daher achtet das Kolleg genau darauf, dass

die Projekte der pädagogischen Ausrichtung der

Schule entsprechen. Das große Spendenaufkommen

bei der Modernisierung der Sportanlagen in

St. Blasien war der vielversprechendsten Fundraising-Methode

überhaupt zu verdanken – dem

persönlichen Gespräch. Einer der Sportlehrer des

Kollegs sprach dafür zahlreiche sportbegeisterte

„Ehemalige“ bei Klassentreffen, Altschülertreffen

und großen Schulfesten persönlich oder während

seiner Sport-Themenführungen an. So kam ein

Drittel der Gesamtkosten zusammen.

DIE AUTOREN

Pater Klaus Mertes SJ, Jesuit, Gymnasiallehrer und

Bücherautor leitet seit September 2011 das internationale

Kolleg St. Blasien.

Wolfgang Mayer arbeitet seit 2006 als Referent

für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising am Kolleg

St. Blasien.

Fotos: Wolfgang Stahl

76 www.didacta-magazin.de 3/2018


MÖGLICHE FUNDRAISING-PROJEKTE

› Projekte, die das Angebot der Schulen erweitern

oder verbessern, wie Sportplätze oder Medienprojekte

› Auslandsprogramme mit Partnerschulen

› Partnerschaften mit regionalen – mittelständischen

– Betrieben für Praktika im In- und Ausland

› Förderung einzelner Schüler, zum Beispiel mit

Stipendien

LEITFADEN FÜR SCHUL-FUNDRAISING

1. Auswahl und Planung eines geeigneten

Projektes

2. Art der Förderung bestimmen, zum Beispiel:

› Geldspenden

› fachliche Leistungen wie Praxis-Workshops

› Sachspenden

› Praktika-Plätze

3. Kommunikationskanäle und Maßnahmen

sowie geeignete Ansprechpartner für das

Projekt festlegen:

› Multichannel-Kommunikation mit „Ehemaligen“

auf sozialen Medien wie Facebook, LinkedIn, in

Rundschreiben, Jahrbüchern und Newslettern

der Schule

› direkte Ansprache von ehemaligen Schülern

bei Klassen- oder Altschülertreffen durch

Lehrkräfte

› Projektvorstellung bei Schul-Events wie Jubiläen

oder Schulfesten

› Ansprache von ausgewählten regionalen Firmen

› Zusammenarbeit mit Fördervereinen

4. Festlegung von Rechten und Pflichten bei

Kooperationen und Sponsoring

5. Klärung der Würdigung der Spender

und Förderer, beispielsweise Dankestafeln

oder Logos auf Sporttrikots der

Schulmannschaften

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Weiterbildung

Veranstaltungen

Kongresse, Seminare und Messen für Lehrkräfte, Schulleiter, Referendare und Pädagogen

Messen zur Berufsorientierung

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Kongress „#excitingedu“

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14. und 15. September in Dortmund,

5. und 6. Oktober in Karlsruhe,

9. und 10. November in Berlin,

16. und 17. November in Köln,

23. und 24. November in München

Auf den Einstieg-Messen und der Berufe live Rheinland

stellen Unternehmen, Hochschulen, Sprachreiseanbieter

und Kammern ihre Studien-, Ausbildungs- und Gap Year-

Angebote vor. Schüler, Eltern und Lehrkräfte können außerdem

Vorträge zur beruflichen Zukunft besuchen und das

Bewerbungsforum unterstützt sie mit einem Mappencheck

oder Video-Bewerbungstraining.

■■

www.einstieg.com

14. bis 16. November 2018,

Berlin

Das Motto des #excitingedu-

Kongresses 2018 lautet „Ausstatten, ausprobieren,

austauschen“. Der erste Kongresstag dreht sich um digitale

Infrastruktur in Schulen, Tag zwei und drei widmen

sich digitalen Unterrichtsideen und der Ausstattung. Die

Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte, Schul-träger,

Fachbereichsleiter und schulische Entscheider, die sich für

guten Unterricht mit Hilfe digitaler Werkzeuge und Medien

begeistern. Veranstalter ist die Klett MINT GmbH, in

Zusammenarbeit mit dem Verein Bündnis für Bildung.

■■

www.excitingedu.de

Bildungskongress zu Anerkennung

Konferenz Bildung und Digitalisierung

9. und 10. November 2018, Weinheim

Das Beltz-Forum widmet sich der „Anerkennung und Wertschätzung

– von der Defizitorientierung zur Positivsicht“.

Themen der Seminare sind beispielsweise das Unterrichten

in heterogenen Klassen, Demokratie, das kreative Nutzen

von Vielfalt und die Gesprächsführung mit den Eltern. Die

Teilnahme am zweitägigen Kongress kostet 219 Euro.

Referendare und Studierende erhalten einen Rabatt von

50 Prozent.

■■

www.beltzforum.de

15. und 16. November 2018, Berlin

Das Forum Bildung und Digitalisierung lädt alle Fachkräfte,

die Interesse an den Themen Bildungsgerechtigkeit und Digitalisierung

haben, zu ihrer jährlichen Konferenz nach Berlin

ein. Hauptthema ist die schulische und unterrichtsbezogene

Entwicklung in der digitalen Welt. Der inhaltliche Schwerpunkt

liegt dabei auf dem Lehrpersonal, das den Unterricht

in den verschiedenen Bildungseinrichtungen gestaltet. Die

Teilnahme ist kostenfrei.

■■

www.forumbd.de

Science on Stage Festival

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17. November 2018, Berlin

Auf dem Open Day des Science

on Stage Festivals in Berlin können

interessierte Besucher Deutschlands

größte Ideenbörse von und für MINT-Lehrkräfte besuchen.

Auf einem Bildungsmarkt, bei Kurzpräsentationen und Workshops

lernen Sie spannende Unterrichtskonzepte zu Themen

wie Inklusion und digitale Bildung kennen. Die Anmeldung

ist kostenfrei.

■■

www.science-on-stage.de/festival2018

Foto: © Syda Productions / Shutterstock.com


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Lukas Liebig

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