03.09.2019 Aufrufe

didacta 04/18

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

NOVEMBER ∙ DEZEMBER 2018 ∙ JANUAR 2019 | 77766 | DEUTSCHLAND 3,80 € | ÖSTERREICH 4,20 € | SCHWEIZ 7,50 CHF

04 /18

Das Magazin für lebenslanges Lernen

DAS WAR

EINMAL

Innovation braucht

MINT-Nachwuchs

IM GESPRÄCH

Finanzbildung

als eigenes Schulfach

AUF AUGENHÖHE

Tipps für gelungene

Elternkommunikation

IN DER KRITIK

Unis vergeben

zu gute Noten

www.didacta-magazin.de


Das Portal für Bildungsinformation

bildungsklick informiert Sie aktuell und umfassend

mit News, Hintergrundberichten, Dossiers, Interviews und

Videos aus der Welt der Bildung.

Wir machen Bildung zum Thema.

www.bildungsklick.de

www.bildungsklick.de


EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Kinder sind Entdecker. Sie sind

neugierig und experimentieren

gerne. Ständig erforschen und

reflektieren sie die Welt um

sich herum und machen sie

sich so zu eigen. Von Beginn an

erlangen Kinder fast spielerisch

naturwissenschaftliche und technische

Kompetenzen, die in der

Erwachsenenwelt sehr gefragt

sind. Dennoch suchen Firmen in

Deutschland rund 315 000 Fachkräfte

aus dem MINT-Bereich,

wie eine Studie des Instituts der

deutschen Wirtschaft belegt. Und der Stifterverband und

McKinsey rechnen aktuell vor, dass bis 2023 etwa 700 000

Technologie-Spezialisten zusätzlich benötigt werden.

Die Freude an Naturwissenschaften und Technik auf dem

Bildungsweg zu erhalten und zu fördern, ist das Ziel zahlreicher

Initiativen, die in den vergangenen Jahren unternommen

wurden. Unterstützung erfahren diese Initiativen nun

aus einer Disziplin, die scheinbar im Widerspruch steht zu

den objektiven, analytischen MINT-Fächern: der Kunst. Dass

Kinder kreativ sind und ihre Gefühle gerne über Musik,

Tanz und Zeichnungen ausdrücken, sei dabei die ideale

Ergänzung, sagen neuere Forschungen. Diesem Ansatz

gehen wir in unserem Titelthema nach und wagen dabei

auch den Blick ins Ausland.

Herzlichst, Ihr

Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur

Foto: Sascha Kreklau

4/2018 www.didacta-magazin.de 1


Was macht gute

außerschulische

Lernorte aus?

Antworten ab Seite22

Ideen für

Finanzbildung

im Unterricht,

ab Seite50

Inhalt

TITELTHEMA | MIN(K)T-BILDUNG

4 Wie MacGyver im Weltall

Wie wird man eigentlich Astronaut?

8 Aus MINT wird MINKT

Naturwissenschaften und Kunst verbinden

12 Von Bernoulli bis Cern

Spannende MINT-Projekte für Schüler

BILDUNG

20 Bildung in Kürze

22 Wie in der Sendung mit der Maus

Außerschulische Lernorte

26 „Wir bleiben trotz Digitalisierung

Ausbilder der Kinder“

didacta Serie: Bildungsvisionen

INTERNATIONAL

28 International in Kürze

30 Wie digital sind wir?

Der „SELFIE“-Ansatz für Schulen

MEDIEN

32 Medien in Kürze

34 #werbung

Rechtlich sichere Social Media-Posts

KITA

38 Kita in Kürze

42 Mehr als richtiges Händewaschen

Hygiene in der Kita

46 „Wir investieren in Qualität und Teilhabe“

Das Gute-Kita-Gesetz

SCHULE

48 Schule in Kürze

50 Von Bären und Bullen

Finanzbildung in der Schule

54 Auf die Haltung kommt es an

Schwierige Elterngespräche führen

AUSBILDUNG

58 Ausbildung in Kürze

60 Hört auf die Zielgruppe!

Tipps zum Azubi-Recruiting

Die nächste Ausgabe erscheint

am 6. Februar 2019

2 www.didacta-magazin.de 4/2018


HOCHSCHULE

64 Hochschule in Kürze

66 Es regnet summa cum laude

Ein Interview über Noteninflation

WEITERBILDUNG

70 Weiterbildung in Kürze

72 Treffpunkt für Pädagogen

Vorschau auf die didacta Bildungsmesse

74 Geld ist nicht alles

Ein gutes Arbeitsklima schaffen

78 Veranstaltungen

Fort- und Weiterbildungen für Pädagogen

80 Impressum

Was Mitarbeiter

motiviert,

ab Seite

74

Köln, 19. – 23.02.2019

Tickets online kaufen und sparen:

www.didacta-messe.de/tickets

Informieren Sie sich auf Europas

größter Bildungsmesse über die

wichtigsten Aspekte des lebenslangen

Lernens und die Auswirkungen

der Digitalisierung auf das

Bildungssystem.

Frühe Bildung

Schule/Hochschule

Berufliche Bildung/Qualifizierung

didacta DIGITAL

BILDUNGS-

UPDATE

www.didacta-messe.de


Titelthema

„Als Land mit wenig Bodenschätzen

lebt Deutschland vom Wissen und

der Kompetenz seiner Bevölkerung –

MINT-Förderung

sichert die Zukunft

dieser Ressource.“

Die Astrophysikerin

Dr. Suzanna Randall ist eine

von zwei Kandidatinnen bei der

Initiative „Die Astronautin“,

die die erste Frau ins Weltall

fliegen lassen will.

Fotos: © OeWF_Voggeneder; Astronautin GmbH

4 www.didacta-magazin.de 4/2018


Wie MacGyver im Weltall

Dr. Carmen Köhler lernte Friseurin, jetzt ist sie Analog- Astronautin. Sie simuliert

Marseinsätze auf der Erde und will Mädchen für MINT begeistern.

Text Silvia Schumacher


Titelthema

So soll es auf dem Mars sein. Außer Sand und

Gestein gibt es nichts, nur ein paar Hügel.

Die 15-köpfige Crew hat ihr Basislager

mitten in der Wüste im Oman aufgeschlagen.

Es hat fast 40 Grad. Für die nächsten

vier Wochen ist das ihr Zuhause, dort lebt

sie isoliert von der Außenwelt. Mit im Gepäck:

zwei fünfzig Kilogramm schwere, silberfarbene

Raumanzüge und 4,5 Tonnen Ausrüstung zum

Experimentieren.

„Amadee-18“ heißt das Projekt, das das Österreichische

Weltraumforum, kurz ÖWF, im Februar

in der Dhofar-Wüste im Golfstaat Oman

durchführte. Ein Team aus 15 Wissenschaftlern

und Raumfahrt-Experten simulierte vier Wochen

lang einen Aufenthalt auf dem Mars. Ihre Mission:

Experimente unter extremen Bedingungen aus

insgesamt 16 Bereichen durchspielen. „Wir haben

zum Beispiel den Boden nach Wasser durchsucht,

in einem aufblasbaren Treibhaus Gemüse angebaut

und zeitverzögert mit unserem Mission Support

Centrum in Innsbruck kommuniziert“, erzählt

Carmen Köhler, Analog-Astronautin. So nennt man

Astronauten, die Weltraumeinsätze auf der Erde

nachstellen, aber nicht selbst ins All fliegen.

geschafft haben, durchliefen hunderte Tests

– etwa zu Englischkenntnissen, Technikverständnis,

logischem Denken, Teamdynamik und

Reaktionsfähigkeit. Bei den letzten Kandidaten

folgten ausführliche Gesundheitschecks. „Als

Astronautin muss man stressresistent und körperlich

fit sein“, erklärt Köhler.

Von der Friseurin zur Astronautin

Carmen Köhler ist Teil der Initiative, wenn auch

nicht als Astronautin. Sie betreut dort das Bildungsprogramm,

hält Vorträge an Schulen und

Experimentierworkshops für Schüler. „Es ist ein

Privileg, ins Weltall zu fliegen. Unsere Erfahrungen

wollen wir teilen, Kinder und Jugendliche

auf Naturwissenschaften neugierig machen“,

beschreibt sie die Intention des Programmes.

Für Köhler gehören zum Astronautendasein zwei

Dinge: das Abenteuer und der Flug nach oben,

aber eben auch die Vorbildfunktion, insbesondere

für junge Mädchen.

Sie selbst hat sich zunächst nicht zugetraut,

Mathematik zu studieren. Nach dem Abitur

Fotos: © OeWF_Voggeneder (2)

Infos zur

Initiative

„Die Astronautin“

auf www.

dieastronautin.de,

Fragen zum

Education

Programm

für Schulen

über:

ckoehler@

dieastronautin.de

Als erste deutsche Frau im Weltraum

Vor drei Jahren wurde Carmen Köhler, Mathematikerin

und promovierte Physikerin, als Analog-Astronautin

beim ÖWF ausgewählt. Die

38-jährige Berlinerin träumte schon als Kind

davon, Astronautin zu werden. „Ich habe Star

Trek im Fernsehen gesehen, die unendliche

Weite des Weltalls hat mich fasziniert“, erzählt

Köhler, „und danach lief MacGyver, das Technik-

Genie konnte alles lösen und reparieren – so

stellte ich mir einen Astronaut vor, wie Mac-

Gyver im Weltall“. Um nicht nur auf der Erde

Einsätze zu simulieren, sondern tatsächlich ins

Weltall zu fliegen, bewarb sie sich vor eineinhalb

Jahren bei „Die Astronautin“. Die private Initiative,

2016 von der Luft- und Raumfahrtingenieurin

Claudia Kessler gegründet, will die erste

deutsche Frau ins Weltall bringen. Denn bislang

gibt es in Deutschland nur männliche Raumfahrer.

„Ich kam unter die letzten 90“, erzählt Köhler,

„bei einem der Tests des DLR kam ich leider

nicht weiter“. Das DLR, Deutsches Zentrum für

Luft- und Raumfahrt, ist Kooperationspartner

von „Die Astronautin“.

In der Dhofar-Wüste im Oman simulieren

Analog-Astronauten einen Weltraum-Einsatz.

400 Bewerbungen gingen bei der Initiative für

den Astronauten-Posten ein. Die, die es wie

Köhler bis zum Auswahlverfahren des DLR

6 www.didacta-magazin.de 4/2018


Zwei Stunden

dauert es,

den Anzug

anzuziehen,

er wiegt

50 Kilogramm.

„Da muss man

zäh sein“,

sagt Carmen

Köhler.

lernte sie Friseurin. „MINT-Förderung gab es

bei uns in der Schule nicht. Ich habe zwar schon

immer Mathe geliebt, aber dachte, ein Studium

würde ich nie schaffen“, blickt Köhler zurück.

Bis sie einem Kunden im Salon davon erzählte,

dass sie im Moment das Buch „Fermats letzten

Satz. Die abenteuerliche Geschichte eines

mathematischen Rätsels“ lese. „Er war Universitätsprofessor

und hat mir so zugesprochen,

dass ich das Studium hinkriege“, erinnert

sie sich. „Das hat gewirkt.“ Die Ausbildung

zur Friseurin schloss sie ab, bevor sie an der

Freien Universität Berlin ihr Mathematik-Studium

mit Nebenfach Meteorologie aufnahm

und im Anschluss an der LMU in Physik der

Atmosphäre promovierte und beim Deutschen

Wetterdienst arbeitete. „Ich hatte ja nach wie

vor im Kopf, Astronautin zu werden, da war die

Promotion und die Arbeit beim Wetterdienst ein

Schritt in die richtige Richtung.“ Einen klassischen

Ausbildungsweg für Astronauten gibt es

nicht, ein naturwissenschaftlicher Hintergrund

ist aber von Vorteil.

Wachsen Tomaten im Weltall?

Zwei junge Frauen haben es in das Trainingsprogramm

von „Die Astronautin“ geschafft:

Die Astrophysikerin Suzanna Randall und die

Meteorologin Insa Thiele-Eich werden seit

August vergangenen Jahres für ihre Mission

ausgebildet. Sie durchlaufen ein Basis- und ein

Missionstraining, lernen dabei unter anderem

tauchen, fliegen, Russisch, Notfallmedizin,

Grundlagen der Biologie und Roboterkunde.

Eine von beiden soll 2021 zur Internationalen

Raumstation ISS fliegen.

Carmen Köhler arbeitet derzeit das Bildungsprogramm

für Schulklassen weiter aus. Es ist

geplant, dass Schüler gemeinsam mit der Astronautin

im Weltraum Experimente durchführen

können. „Wir wollen beispielsweise Tomaten

im Weltall und auf der Erde anpflanzen“, erklärt

Köhler, „oder beobachten, wie sich Flüssigkeit

im Weltraum verhält“. Per Videoschaltung sollen

die Versuche von der ISS ins Klassenzimmer

übertragen werden. Und die Schüler können

sich mit MacGyver des Weltalls austauschen.

4/2018 www.didacta-magazin.de 7


Titelthema

Aus MINT

wird MINKT

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft

und Technik und sollte bereits früh gefördert werden.

Dazu soll nun auch Kunst gehören, fordern neuere

Forschungsansätze.

Text Wassilios E. Fthenakis

Der Antrieb zum Entdecken, zur Interaktion

und Beobachtung beginnt in der frühen

Kindheit. Gleichzeitig besteht heute ein

wachsender Bedarf an naturwissenschaftlich

qualifizierten Arbeitnehmern. Kompetenzen

im Bereich STEM, die englische

Abkürzung für „Science, Technology, Engineering,

Mathematics“, im Deutschen MINT genannt, werden

gebraucht. Die Frage ist, wie eine Generation

von Erwachsenen ausgebildet werden kann, die

in der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts erfolgreich

ist. Die Antwort lautet: früh in der Bildungskette

zu beginnen und Naturwissenschaften und Kunst

zu verbinden.

Früh beginnen

Die Zeit bis zum Alter von fünf Jahren ist in der

Wissenschaft als zentral für die neurologische

Entwicklung des Kindes akzeptiert. Die damit

verbundenen biologisch geleiteten neuronalen

Prozesse und die natürliche Neugierde des Kindes

an der Funktionsweise der Welt machen die

frühe Kindheit zu einem optimalen Zeitraum,

um Kinder in naturwissenschaftliche Bereiche

einzuführen. Auch fachliche Organisationen

im Ausland wie die National Science Teacher

Association (NSTA), die Next Generation Science

Standards (NGSS) und die National Association

for the Education of Young Children (NAEYC)

bestätigen, dass es enorm wichtig ist, mit

naturwissenschaftlichen Erkundungen in den

frühesten Jahren zu beginnen.

Foto: © Rawpixel.com / Shutterstock.com

8 www.didacta-magazin.de 4/2018


Naturwissen chaftliche

Kompetenzen fördern

Die NSTA hat und die

NAEYC haben eine Positionserklärung

abgegeben,

die einen Vorschlag

zur frühen MINT-Förderung

beinhaltet:

In einem forschungsbegründeten

Förderansatz

sollen Kinder in

aktive Exploration und

Partizipation im wissenschaftlichen

Prozess

involviert werden

– durch Datensammlung,

aufkommende

Forschungsfragen und

Überprüfung naturwissenschaftlicher

Annahmen,

beispielsweise,

dass Gegenstände mit

einer geringeren Dichte

als Wasser schwimmen. Solche Prozesse ermöglichen

Kindern die Teilnahme an naturwissenschaftlicher

Forschung, geleitet durch kindliche Interessen

und eigene Erfahrungen, durch Zusammenarbeit mit

anderen Kindern und Erwachsenen und Nutzung

authentischer wissenschaftlicher Werkzeuge. Dieser

Prozess ermutigt die jüngsten Lernenden, sich als

Naturwissenschaftler wahrzunehmen. Der Fokus

auf der Entwicklung und Überprüfung von diesen

Annahmen ist dabei hilfreicher, um Neugierde und

Engagement in weiterer Exploration zu wecken, als

eine exakte wissenschaftliche Erklärung zu erzielen.

Forschungsbegründete Ansätze haben nachweislich

positive Auswirkungen auf kindliches Interesse,

auf die Verknüpfung von vorhandenem Wissen mit

neuen Erkenntnissen, auf die Förderung kooperativen

Lernens sowie die Merkfähigkeit und

Denkfertigkeiten höherer Ordnung. Während die

theoretischen Grundlagen von forschungsbegründeten

Instruktionen und praktischen Lernerfahrungen

in der Frühpädagogik gut etabliert sind, ist ihre

Anwendung in den MINT-Bereichen relativ neu.

Die Rolle der Fachkräfte

Das Engagement der Fachkräfte ist wichtig

bei der MINT-Förderung. Sie können kindliches

Engagement durch Fragen, Bereitstellen von

Begriffen und Herstellen von Verbindungen

zwischen vormaligen und aktuellen Erfahrungen

unterstützen. Wenn Fachkräfte solche

Verhaltensweisen gegenüber Kleinkindern

zeigen, reagieren diese mit länger dauernden,

komplexeren, auf Vergleichen fokussierten Forschungsbemühungen.

MINT-Förderung sollte

daher integraler Bestandteil des Curriculums

und der Gestaltung der Lernumgebung werden.

Ein spielbasiertes Curriculum ist ein effektiver

Ansatz für frühes Lernen. Diese Methode können

Fachkräfte direkt auf MINT und den forschungsbezogenen

Ansatz anwenden. Bei der

Fokussierung auf Konzepte und Fertigkeiten

werden Kinder ermutigt, eine führende Rolle

in der Exploration zu übernehmen, offene Fragen

zu stellen, nachzudenken, Theorien zu formulieren,

Follow-up-Fragen zu stellen und weitere

Untersuchungen anzustellen. Die Erweiterung

des kindlichen Denkniveaus muss gemäß

dem jeweiligen Entwicklungsstand erfolgen.

Lernmöglichkeiten sind in der Regel in kindgerechten,

geplanten und Routine-Aktivitäten integriert.

Kinder können also nicht nur während des

geplanten Unterrichtes lernen, sondern auch,

wenn sie in für sie interessanten Tätigkeiten

oder der Alltagsroutine involviert sind.

Auch die Qualität der Fachkräfte ist entscheidend

für den Lernerfolg. Vorschulfachkräfte sind

jedoch nicht für MINT-Förderung ausgebildet.

In den traditionellen Methoden der Ausbildung

pädagogischer Fachkräfte, wie Trainings,

Workshops und Konferenzen, wird zwar das

Bewusstsein der Fachkräfte geschult, sie stehen

jedoch nicht in Zusammenhang mit der

erweiterten Nutzung eines forschungsbegründeten

Ansatzes. Berufliche Weiterbildung sollte

Möglichkeiten für die Fachkräfte zu aktiver Partizipation

beinhalten und von Bedeutung für

die Lernsituation sein. Eine Lehrerfortbildung

für forschungsbegründete MINT-Förderung in

der frühen Kindheit sollte Möglichkeiten zur

Beobachtung von Aktivitäten und Praktiken in

Lernsituationen beinhalten, Beispiele für verschiedene

Kontextsituationen und Interaktionen

zwischen Fachkraft und Kind vorstellen,

aufzeigen, wie man bestimmte Situationen

für den Lernprozess nutzen kann und wie sie

Lernmöglichkeiten in Alltagsroutinen integrieren

können.

4/2018 www.didacta-magazin.de 9


Titelthema

Zum Weiterlesen:

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis,

Waltraut Walbiner

Der Einsatz neuer Technologien

in der frühen Bildung

Herausforderungen und

Perspektiven

Band 1, Reihe „Bildung braucht

digitale Kompetenz“,

Didacta Verband, 2018

Diese und weitere Bände gibt es

auf: www.didacta-digital.de

Bildende Künste und MINT

Als „MINKT“, oder Englisch „STEAM“, wird die

Integration der bildenden Künste in die MINT-

Förderung bezeichnet. Die Abkürzung steht für

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften,

Künste und Technologie. Die begrenzte Anzahl

nationaler und internationale Studien dazu

– insgesamt 22 Studien zwischen 2006 und

2016 – zeigt, dass es sich um ein recht neues

Forschungsfeld handelt. Die türkischen Wissenschaftler

Aysun Ata Aktürk und Hasibe Özlen

Demircan haben Studien aus diesem Bereich

untersucht. Ihre wichtigsten Ergebnisse:

MINKT-begründete Bildung zielt darauf ab, Problemen

mit Innovation, kreativem und kritischem

Denken, Kooperation und effektiver Kommunikation

zu begegnen. Nach den amerikanischen

Autoren David A. Sousa and Tom Pilecki seien

MINT und die bildenden Künste zwar in einigen

Aspekten unabhängige Bereiche. So sind die bildenden

Künste subjektiv, intuitiv, einzigartig und

gefühlsbezogen, während die MINT-Bereiche

objektiv, wiederholbar, logisch und analytisch

sind. Andererseits seien bildende Künste und

Naturwissenschaften zwei Bildungsbereiche,

die sich gegenseitig ergänzen.

Manche Autoren behaupten, dass die Integration

der bildenden Künste in die MINT-Fächer Kindern

im vorschulischen Alter größere Erfolgschancen

bei MINT ermöglicht, Motivation und Engagement

sowie effizientes Lernen in den MINT-

Fächern fördert. Darüber hinaus unterstützen

die bildenden Künste feinmotorische Fertigkeiten

und das visuelle räumliche Denken von Kindern,

die für Leistungen in naturwissenschaftlichen

Fächern erforderlich sind.

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

1Der Einsatz neuer

Technologien in der

frühen Bildung

Herausforderungen und Perspektiven

Kunst motiviert

In den letzten zehn Jahren lag der Schwerpunkt

der Forschung zu MINT auf der Technik,

ein Bereich, der in der frühen Bildung kaum

vertreten ist. Zukünftige Forschung sollte die

Integration weiterer Komponenten von MINT

und der Kunst in die frühe Bildung beinhalten.

Die erfassten Forschungsarbeiten konnten belegen,

dass frühe MINT-Förderung sich positiv

hinsichtlich der Kompetenzen von Vorschulkindern

und des Erwerbes von MINT-Konzepten

auswirkte. Tatsächlich sind viele Bildungsbereiche

und Schulfächer wechselseitig miteinander

verbunden und Lernen in einem Bereich kann

Lernen in einem anderen Bereich unterstützen.

So kann beispielsweise ein Kind seine Fähigkeit

zur Bildung von Reihenfolgen durch die Beschäftigung

mit Robotertechnik oder Programmierung

verbessern oder seine Zählfähigkeit durch die

Nutzung von Apps.

Kinder sollten daher bereits im vorschulischen

Alter durch ein ihrer Entwicklung angemessenes

Curriculum unterstützt werden, das auch

MINT-Bereiche enthält, eine Forderung, die

zunehmend in den Bildungsplänen in Deutschland

Beachtung findet. Die Integration der bildenden

Künste in ein solches Curriculum würde

außerdem Kinder verstärkt motivieren, sich in

naturwissenschaften-bezogenen Aktivitäten zu

engagieren. So würde nach der amerikanischen

STEAM-Expertin Hedda Sharapan die Integration

der Künste den Vorschulkindern die Chance

bieten, MINT-Konzepte auf innovative und bildliche

Weise darzustellen, ihre eigenen Gedanken

zur Welt über Musik und Tanz zum Ausdruck zu

bringen, Vorstellungen über Zeichnungen, Anfertigung

von Modellen oder Grafiken zu illustrieren

oder mit anderen in einer deskriptiven Sprache

darüber zu kommunizieren.

Bislang wurden die Künste in der frühen Bildung

hauptsächlich als Verstärker oder als eigenständige

Aktivität genutzt und nicht in anderen Fachbereichen

integriert. Voraussetzungen für einen

veränderten didaktischen Ansatz sind die Förderung

einer positiven Haltung und Fachkräfte, die

selbstsicher Bildungsprozesse in naturwissenschaftlichen

Bereichen organisieren.

10 www.didacta-magazin.de 4/2018


STE(A)M IN AUSTRALIEN

Australien ist Vorreiter bei der MINT/MINKT-Bildung. An der Paddington Public School

beispielsweise, eine Grundschule im Bundesstaat New South Wales, ist „STEAM

Learning“ seit 2017 Teil des Kerncurriculums. An der Schule wurde dafür unter anderem

„Makerspaces“ eingerichtet, mit einer extra Lehrkraft, finanziert durch Fundraising.

Dort können Schüler kreativ sein, Experimente durchführen und naturwissenschaftliche

Zusammenhänge selbst entdecken. „Our vision is to support all students to become

creative, collaborative, curious and

critical learners who think deeply

and actively engage in their own

learning“, beschreibt die Schule ihr

Ziel, die Schüler sollen also dabei

unterstützt werden, zu kreativen,

wissbegierigen und kritischen

Lernern heranzuwachsen. Einen

Einblick, wie dort gelernt wird, gibt

das Video auf:

■■

education.nsw.gov.au/teachingand-learning/

curriculum/learningfor-the-future/school-journeys/

steam-learning

Digitale Messwerterfassung

für Ihren MINT-Unterricht

NEU

bei Conrad

Weitere zukunftsweisende

Projekte und Lernkonzepte

bündelt das Bildungsministerium

New South Wales auf:

■■

www.education.nsw.gov.au/

teaching-and-learning/curriculum/

learning-for-the-future/

school-journeys

2015 veröffentlichte das Bildungsministerium

außerdem

seine „National STEM school

education strategy 2016 – 2026“,

um Schulen beim MINT-Lernen zu

unterstützen. Zu finden auf:

■■

www.educationcouncil.edu.au/

site/DefaultSite/filesystem/

documents/National%20

STEM%20School%20

Education%20 Strategy.pdf

Vernier Labquest 2 -

Interface und Analysetool

• Standalone oder in Verbindung mit Computern & Tablets

• mehrkanalige Datenerfassung mit bis zu 100.000

Samples/s

• Erfassen, Auswerten und drahtlose Weitergabe der

Messwerte

• kompatibel mit allen Vernier-Sensoren

• Wifi-, Bluetooth, und USB-Verbindungen

• Lehrmaterial: Anleitungen der 100 beliebtesten

Experimente für Schüler enthalten

Bestell-Nr.: 1710083 / 1710085

Vernier SpectroVis Plus -

Spektrophotometer-Sensor

• erfasst Absorptions- und Emissionsspektrum* von

380 nm–950 nm in ca. 2s;

• Fluoreszenz-Anregung bei 405 nm and 500 nm;

• drahtlose Anbindung von Tablets, Computern,

Labquest2, kostenfreie Software.

• Einfache Kalibrierung

(*=mit Zubehör)

Bestell-Nr.: 1710077

Vernier GDX-FOR -

Kraftsensor

• erfasst dratlos oder per USB: Kraft: ±50 N

• Beschleunigung 3-Achsen ±16 g, Gyroskop: 3-Achsen

Bestell-Nr.: 1710080

Alle Produkte finden Sie unter conrad.biz/vernier

Anfragen zu weiteren Vernier-Produkten und

Klassensets bitte an education@conrad.biz


Titelthema

Von Bernoulli bis CERN

Naturwissenschaftliche Fächer gelten bei vielen Schülern als schwer zu

begreifen und besonders anspruchsvoll. MINT-Projekte und -Wettbewerbe

wollen den Jugendlichen die Vorbehalte nehmen.

Text und Interview Benigna Daubenmerkl

Der MINT-Frühjahresreport

des Instituts der deutschen

Wirtschaft zeigt:

315 000 MINT-Arbeitskräfte

fehlten in Deutschland

Ende April 2018. Die

Industrie sucht händeringend

nach Fachkräften. Um den dringend

benötigten Nachwuchs zu

fördern, engagieren sich Politik,

Bildungs- und Forschungsinstitutionen,

Stiftungen sowie

Unternehmensvereinigungen

in vielfältigen Projekten,

Informationsangeboten und

Wettbewerben rund um MINT.

didacta zeigt eine Auswahl

an Ansätzen und Ideen, wie

MINT- Themen für Jugendliche

spannend aufbereitet werden

können:

Günter Matthias Ziegler

ist Professor für Mathematik an der Freien

Universität Berlin, Buchautor und Mitglied

des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung

Mathematik. Seit Juli 2018 ist er der Präsident

der Freien Universität Berlin.

didacta: MINT an Schulen und Universitäten: Was muss

sich ändern, damit diese Fächer attraktiver werden?

Prof. Günter Matthias Ziegler: Als Mathematiker antworte

ich aus der Mathematik-Perspektive. Die gilt aber für alle MINT-

Fächer. Zunächst einmal geht es darum, Interesse zu wecken

und zu halten: Dafür braucht es den Blick auf das Ganze – also

einen Überblick über das Fach, seine Vielfalt und Anwendungen,

aber auch seine Geschichte. Im Unterricht heißt das: Nicht nur

gut erklären, sondern auch Geschichten erzählen, einordnen,

Verbindungen herstellen. Das gilt nicht nur für den Schulunterricht,

sondern auch für die Ausbildung der Lehrerinnen und

Lehrer: Kaum ein Student bringt aus der Schulzeit ein breites

Bild der Mathematik mit. Das muss im Lehramtsstudium neu

entwickelt werden. Dafür gibt es an der Freien Universität

Berlin im ersten Semester die Vorlesungen „Mathematisches

Panorama“ und „Mathematik entdecken“ – beide weit weg

vom traditionellen Curriculum. Wichtig ist außerdem: Für das

Lehren und das Lernen braucht man Zeit. Es geht ja nicht um

ein Auswendiglernen von Formelsammlungen, sondern um die

Entwicklung von Vorstellungen. Es müssen Zusammenhänge

aus unterschiedlichen Perspektiven erklärt, gelernt, wiederholt

und geübt werden, bis der Groschen fällt und Methoden

verstanden sind.

Foto: Kay Herschelmann

12 www.didacta-magazin.de 4/2018


CREATING TOMORROW’S SOLUTIONS

MINT-WETTBEWERBE

Jugend forscht

Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester

Nachwuchswettbewerb. Seit über 50 Jahren

reichen Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum

21. Lebensjahr ihre eigenen Forschungsprojekte

auf lokaler, regionaler und Bundesebene

in insgesamt über 110 Wettbewerben ein. Die

jungen Teilnehmer sollen sich durch kreatives,

forschendes Lernen frühzeitig mit wissenschaftlichem

Arbeiten vertraut machen.

Die Idee funktioniert. Viele der ehemaligen

Teilnehmer studieren später ein MINT-Fach

und machen als Wissenschaftler oder leitender

Mitarbeiter eines Unternehmens

Karriere. Die Stiftung Jugend forscht richtet

den Wettbewerb aus, Schirmherr ist der

Bundespräsident.

■■

www.jugend-forscht.de

Internationale Junior Science Olympiade

Die Internationale Junior Science Olympiade,

kurz IJSO, ist die jüngste von sechs

sogenannten Science Olympiaden – Wissenschaftswettbewerbe.

Das Leibniz-Institut

für die Pädagogik der Naturwissenschaften

und Mathematik richtet den Auswahlwettbewerb

für Deutschland an der Universität

Kiel aus. Die IJSO wendet sich an Schüler

und Schülerinnen bis 15 Jahre mit Interesse

für die Naturwissenschaften. Nach drei

Ausscheidungsrunden, in denen sie vorgegebene

kleine Experimente durchführen und

Fragen beantworten müssen, treffen sich

die 39 besten Teilnehmer zum einwöchigen

Bundesfinale in einem Forschungszentrum.

Abschließend findet die Preisverleihung statt.

Die Sieger bilden ein sechsköpfiges Schüler-

Olympia-Team, das an der Schüler-Olympiade,

ein zehntägiger internationalen Wettbewerb

mit 50 Nationen, teilnimmt. Die IJSO wird

von Bund und Ländern gefördert.

■■

www.wettbewerbe.ipn.uni-kiel.de/ijso

■■

www.ipn.uni-kiel.de/de/wettbewerbe

Weitere MINT-Schüler-Wettbewerbe auf:

■■

www.mintforum.de/angebote/wettbewerbe

■■

www.mathematik.de/schuelerwettbewerbe

■■

www.bundeswettbewerbe.de/

wettbewerbe.html

CHEM2DO ® –

EXPERIMENTIEREN MIT

SILICONEN UND

CYCLODEXTRINEN

+

www.chem2do.de

Die Experimente des WACKER-Schulversuchskoffers sind hundertfach

erprobt. Sie erhalten den Koffer kostenlos nach einer Fortbildung.

Aktuelle Fortbildungstermine, zahlreiche Informationen und anschauliche

Animationen zu den Experimenten finden Sie auf www.chem2do.de.

Wacker Chemie AG, c/o Schulversuchskoffer/Public Affairs,

Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Germany, Tel. +49 89 6279-1731,

chem2do@wacker.com

Das Magazin für

Gesundheit & Wohlbefinden

Anzeige_chem2do_100x140mm_080818_RZ.indd 1 08.08.1

ERHÄLTLICH IM

AUSGEWÄHLTEN

SANITÄTSFACH­

HANDEL!

WWW.MAVIDA-MAGAZIN.DE


Titelthema

Die wichtigsten neuen Ansätze in der MINT-Bildung?

Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten. Der Unterricht kann

und muss sich mit digitaler Unterstützung verändern, beispielsweise

indem mathematische Inhalte besser visualisiert werden

oder als symbolisches Rechnen mit Computeralgebra-Systemen

vorgeführt wird. All das aber mit Bedacht und ohne gleich jeden

Hype aufzugreifen. So müsste auch der Umgang mit Daten

thematisiert werden, aber auf sinnvolle Weise. Voraussetzung

für all das ist eine kompetente Aus- und Weiterbildung der

Lehrerinnen und Lehrer, denn die MINT-Fächer verändern sich

rasant. Das Deutsche Zentrum für Lehrerbildung Mathematik,

DZLM, arbeitet seit fünf Jahren aktiv daran, bundesweit einheitliche

Standards zu etablieren. Gleichzeitig erzeugen der

aktuelle Lehrermangel und die hektischen Nachqualifikationsprogramme

für Quereinsteiger in vielen Bundesländern dauerhafte

Probleme. Eine weitere entscheidende Komponente ist die

verfügbare Unterrichtszeit, da mache ich mir große Sorgen. So

wird beispielsweise für G9 in Nordrhein-Westfalen bei etlichen

Jahrgängen Mathematik nur noch dreistündig unterrichtet. Das

ist nicht ausreichend und deshalb grundfalsch.

Glauben Sie, dass „MINKT“, die Einbindung

von Kunst und kreativen Aspekten, MINT-Fächer

für Jugendliche spannender macht?

Zunächst ist mir wichtig zu betonen, dass die MINT-Fächer

grundsätzlich kreative Fächer sind. Mathematik kenne ich als

sehr kreatives Fach. Es geht also darum, das im Unterricht

erlebbar zu machen. Ich finde es aber schwierig, dies im Lehrplan

zu verankern und feste Module auszuarbeiten, weil das

die Kreativität der Lehrenden einschränkt. Andererseits gibt es

vielfache Verbindungen: Fähigkeiten beim Zeichnen helfen in der

Geometrie und umgekehrt – das sind wertvolle Verbindungen.

Zum

Weiterlesen:

Günter Matthias

Ziegler

Darf ich Zahlen?:

Geschichten aus

der Mathematik

Piper Verlag, 2010

272 Seiten,

8,95 Euro

Günter Matthias

Ziegler

Mathematik –

Das ist doch

keine Kunst!

Albrecht Knaus

Verlag, 2013

312 Seiten,

8,95 Euro

Foto: © LightField Studios / Shutterstock.com


Organisieren und managen Sie Ihr digitales Klassenzimmer

Ein digitales Klassenzimmer von ZEISS schafft eine interaktive Lernumgebung, in der sich die Digital Natives zu Hause

fühlen. Als Lehrer besteht Ihre Herausforderung darin, diese Technologie zu verwalten und ihren Wert im digitalen

Klassenzimmer zu maximieren. Der ideale Raum für ZEISS Labscope Teacher.

Anzeige

Unsere Kinder und Studenten wachsen in einer

vernetzten Welt der digitalen Medien auf. Diese

Welt wiederum verändert die Art und Weise,

wie sie lernen. Ein digitales Klassenzimmer von

ZEISS schafft eine interaktive Lernumgebung,

in der sich die Digital Natives zu Hause fühlen.

Die Mikroskopie macht viel mehr Spaß und Spaß

am Lernen führt zwangsläufi g zu besseren Ergebnissen.

Ihre Herausforderung als Lehrer

besteht darin, diese Technologie zu verwalten

und ihren Wert im heutigen digitalen Klassenzimmer

zu maximieren. Hier kommt Labscope

Teacher ins Spiel.

ZEISS Labscope Teacher

Entscheiden Sie sich für das leistungsstarke neue

Softwaremodul, um Ihre Labscope-Installation

zu erweitern. Labscope Teacher gibt Ihnen die

Kontrolle über alle angeschlossenen Mikroskope

im Netzwerk, während Sie sich frei im Klassenzimmer

bewegen. Sie können Arbeitsgruppen

defi nieren, gruppenspezifi sche Aufgaben senden

und digitale Informationen wie Dokumente

oder Präsentationen teilen und so die Teamarbeit

fördern. Ihr Master-Gerät macht es einfach, alle

Schüler auf dem richtigen Weg zu halten. Sobald

Sie Ihre Unterrichtsstunde starten, laden Sie ein

einmal defi niertes Klassenlayout und gewinnen

so wertvolle Unterrichtszeit.

Fördern Sie Teamarbeit

Halten Sie Ihre Schüler aktiv und konzentriert. Mit

Labscope Teacher ist es einfach, den Fortschritt

jedes Einzelnen zu verfolgen, sodass Sie Ihren

Unterricht individuell anpassen können. Sie sehen

Miniaturansichten der Aktivitäten auf einen

Blick. Bei Bedarf greifen Sie aus der Ferne auf

die Bildeinstellungen zu und korrigieren diese.

Behalten Sie den Fokus auf Ihre Person und Ihren

Unterricht: Sperren Sie bei Bedarf einzelne

Bildschirme! Labscope Teacher generiert automatisch

einen privaten Cloud-Space, sodass Sie

die Arbeit eines jeden Schülers auf einem Monitor

zeigen und diskutieren und die Ergebnisse

in Echtzeit teilen können.

Vorteile von Labscope Teacher auf einen Blick

Vor dem Unterricht

» Bilden Sie Arbeitsgruppen und passen Sie das

Layout Ihres digitalen Klassenzimmers an.

» Speichern Sie alle Kursmaterialien im

Remote-Ordner, damit Sie sie während des

Unterrichts an die Schüler verteilen können.

Während des Unterrichts

» Drücken Sie nur eine Taste, um alle

Einstellungen an allen Geräten gleichzeitig

vorzunehmen oder zurückzusetzen.

» Bilden Sie das reale Klassenlayout für

verschiedene Klassen ab. Es ist einfach,

den Mikroskopstatus und den Fortschritt

jedes Schülers zu überwachen.

» Defi nieren Sie Gruppen und senden Sie

gruppenspezifi sche Aufgaben.

» Drücken Sie eine Taste, um alle Monitore

auszublenden und die Aufmerksamkeit der

Schüler auf sich zu lenken.

» Sie entscheiden, wer was macht

und sieht! Sperren Sie individuelle

Funktionalitäten.

Nach dem Unterricht

» Im Cloud-Speicher können Sie Ihre Daten

archivieren. Alle Schüler können ihren

eigenen Cloud-Bereich haben. Die Daten

sind durch ein Passwort geschützt.

» Mit nur einem Klick löschen Sie den

gesamten lokalen Speicher der Schüler und

sind startbereit für die nächste Stunde.

Kontakt: Carl Zeiss Microscopy GmbH

07745 Jena | microscopy@zeiss.com

www.zeiss.com/labscope-teacher


Titelthema

FORSCHUNGSPROJEKTE FÜR SCHÜLER

Schülerlabore

Wirkliches Verständnis entsteht erst, wenn

man sich mit einem Thema praktisch auseinandersetzt.

Das ist die Idee hinter den

Schülerlaboren, die es an über 200 Standorten

in ganz Deutschland gibt. Universitäten,

Forschungseinrichtungen, Museen und

Unternehmen bieten Lernwilligen ab dem

Kindergarten die Möglichkeit, in die Welt von

Biologie, Physik, Chemie, der Mathematik,

Informatik und Technik einzutauchen. Beim

Stöbern im Schülerlabor-Atlas lassen sich

auch exotische Laborprojekte wie „ OPENSEA

Helgoland“ entdecken. Dort erleben und

begreifen Schüler hautnah ökologische

Zusammenhänge, wenn sie beispielsweise

Plastikproben im Meer sammeln und es

im Labor identifizieren und kategorisieren.

Die meisten Angebote sind kostenfrei.

■■

www.schuelerlabor-atlas.de

■■

www.weltderphysik.de

(Suchwort „ Physikatlas“)

■■

www.mint-nachhaltigkeitsbildung.de

Internationale Schüler-Forschungstage

Die Technische Universität Dresden organisiert

in Deutschland die „Hands on Particle

Physics Masterclasses“, internationale

Schüler-Forschungstage der Teilchenphysik.

Weltweit erhalten Schüler und Lehrkräfte an

diesen Tagen die Gelegenheit, mit echten

Daten des Teilchenbeschleunigers CERN

bei Genf zu arbeiten. Einen Tag lang können

Schüler nahegelegene Forschungseinrichtungen

besuchen und dort Original-Daten

aus den Kollisionen atomarer Teilchen in den

unterirdischen Röhren des CERN am Computer

auswerten. Anschließend vergleichen

und diskutieren sie die Ergebnisse per Video-

Konferenzschaltung mit den Teilnehmern aus

47 Ländern. Zum Abschluss gibt es interaktives

Lern- und Arbeitsmaterial auf CD-Rom.

■■

www.physicsmasterclasses.org

Foto: © Milles Studio / Shutterstock.com

16 www.didacta-magazin.de 4/2018


MINT-UNTERRICHTSPROJEKTE

Stratoflights

Die Erde aus der Perspektive eines Astronauten

filmen, genauer gesagt aus 35 000 Meter

Höhe, also dreimal höher als Verkehrsflugzeuge

fliegen – das ermöglicht das Stratoflights-Projekt.

Mit einem Wetterballon können

Schüler eine Styroporsonde zur Stratosphäre

schicken und dabei Messwerte oder Videos

aufzeichnen. Eine detaillierte Aufstellung, was

man für dieses Projekt braucht, wie es sich in

den Unterricht einbinden lässt, was es kostet

und wie sich das Projekt am besten für die

Schule finanzieren lässt, findet man auf:

■■

www.stratoflights.com/education/info

Komm, mach MINT

Eine größere Sammlung anschaulicher Experimente

mit Alltagsgegenständen bietet der

Verein Kompetenzzentrum Technik-Diversity-

Chancengleichheit. Auf dessen Webseite

„Komm, mach Mint“ findet sich beispielsweise

die Versuchsanleitung „Anziehungskraft

der Getränkedosen“. Sie veranschaulicht

den sogenannten Bernoulli-Effekt, bei dem

mit einem Strohhalm zwischen zwei eng

nebeneinander liegenden Getränkedosen Luft

geblasen wird. Wider Erwarten bewegen sich

die Dosen aufeinander zu. Bei einem anderen

Versuch lässt man mit einer selbstgebastelten

Pyramide aus Overheadfolie und einem

Handy ein „3D-Hologramm“ entstehen. Die

Versuchsanleitungen sind zu finden auf:

■■

www.komm-mach-mint.de/Experimente

Umfangreiche MINT-Projektliste:

■ ■ www.komm-mach-mint.de/MINT-Projekte/

Projektlandkarte

Das Medienportal der Siemens Stiftung

Anzeige

Offenes Unterrichtsmaterial für die MINT-Fächer: qualitätsgeprüft, lebensnah und kostenlos

Das Medienportal der Siemens Stiftung bietet offene,

kostenlose und qualitätsgeprüfte Unterrichtsmaterialien

für naturwissenschaftlich-technische Fächer. Die

über 3500 Medien beinhalten neben Arbeitsblättern

und Experimenten auch Videos, interaktive Übungen

und vieles mehr. Alle Materialien liegen als Open Educational

Resources (OER) vor. Das bedeutet, sie dürfen

bearbeitet, angepasst und mit anderen geteilt werden.

Moderne Unterrichtskonzepte

Das Angebot des Medienportals richtet sich an Lehrkräfte

und Schüler und fördert moderne Unterrichtskonzepte

wie forschendes, inklusives und kooperatives

Lernen. Für heterogene Klassen wurden beispielsweise

inklusive Experimentiereinheiten entwickelt, die auf

besondere Lernausgangslagen abgestimmt sind. Die

didaktisch aufbereiteten Materialien gibt es für alle

Altersstufen und Schularten. Sie liegen in Deutsch,

Englisch und Spanisch vor.

Besondere Angebote

» Schülerbereich mit interaktiven Lern- und Wissensmedien

zu den Themen Energie, Umwelt

und Gesundheit – zum Stöbern, Experimentieren

und Ausprobieren.

» Filter- und Sortierfunktionen nach Medienpaketen

zu einem Thema oder Einzelmedien,

die bequem in persönlichen Merklisten, auch

für einzelne Klassen, gespeichert und geteilt

werden können.

» Moderne Methoden für den MINT-Unterricht

mit Anwendungsbeispielen – von Experten

erklärt. Neu: die Lehr- und Lernform „Service-

Learning in den MINT-Fächern“, die fachliches

Lernen im Unterricht mit gesellschaftlichem

Engagement verbindet. Ein Web-Based-

Training führt Lehrkräfte anschaulich in

das Thema ein.

» Aktuelles zu interessanten Veranstaltungen

sowie Medientipps.

Das Unterrichtsmaterial gibt es hier:

medienportal.siemens-stiftung.org

Kontakt: Siemens Stiftung | Kaiserstr. 16

80801 München | Tel.: +49 89 540487-325

corinna.hartung@siemens-stiftung.org

www.siemens-stiftung.org


Anzeige

Schülerzentriertes Lernen

mit digitalen Lehrmitteln

Als Lehrkraft müssen Sie immer wieder neu entscheiden, mit welcher Methode, mit welchem Lernmaterial

Sie Ihre Schüler am besten erreichen. Während Sie für klassische Lehrmittel wie Buch, Füller und

Schreibheft auf einen reichen Fundus an Erfahrungswerten zurückgreifen können, sind die in der digitalen

Schule gewonnenen Eindrücke von Laptop, Tablet, Smartphone & Co noch frisch.

Dabei liegen die Vorzüge des digitalen Lernens

auf der Hand. Durch den Einsatz geeigneter

technischer Geräte und Apps sowie geeigneter

Software ergeben sich für Sie als Lehrer, aber

natürlich auch für die Schüler, völlig neue

Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

Die erste Phase des Ausprobierens und der

Leuchtturmprojekte ist inzwischen abgeschlossen.

Immer stärker werden digitale

Werkzeuge in den Unterricht sowie die Vorund

Nachbereitung eingebunden, und es

lassen sich klare Vorteile und positive Effekte

feststellen:

Auf dem Gebiet des personalisierten, schülerzentrierten

Lernens kann die digitale Schule

für große Fortschritte sorgen, da Anforderungen

an den Kenntnisstand einzelner Schüler

individuell angepasst werden können.

Unterstützt von Hard- und Software können

Schüler – ganz nach Bedarf – sogenannte Assistive-Tech-Elemente

selbstständig aktivieren

oder deaktivieren. Dazu zählt man unter

anderem Lesehilfen, Diktier- und Vorlesefunktionen,

Bild-Wörterbücher und individuell

einstellbare Parameter wie beispielsweise

das Hervorheben bestimmter Elemente auf

dem Bildschirm. Die Binnendifferenzierung,

eine der größten Herausforderungen einer

erfolgreichen Unterrichtsgestaltung, wird

deutlich einfacher.

Schüler erhalten durch diese kleinen Helfer

die Möglichkeit, ein und dasselbe Lehrmaterial

auf unterschiedliche, besser passende

Art und Weise zu verwenden. Gerade durch

die Anforderungen der Inklusion sind diese

Werkzeuge nicht mehr wegzudenken.

Bei der richtigen Anwendung können nicht

nur Sie als Lehrkraft auf Schüler mit unterschiedlichen

Voraussetzungen besser eingehen,

sondern auch die verwendete Software

und Hardware. Die weitreichenden Optionen

zur Individuali sierung der digitalen Helfer

und moderne Technologien wie E-Ink stehen

Schülern bei der Bewältigung eines erfolgreichen

Bildungswegs unterstützend zur Seite

und helfen Ihnen als Lehrkraft dabei, sich auf

das Wesentliche zu konzentrieren: den Lernerfolg

Ihrer Schüler.

Technische Geräte wie Laptop und Tablet bieten

nicht nur Vorteile im Unterreicht selbst,

sie machen natürlich auch beim Gewicht eine

gute Figur und so ganz nebenbei schwere

Schulranzen – und noch schwerere Lehrertaschen

– ein bisschen leichter.

Studie: Der Abschlussjahrgang

von 2030

Die Art und Weise, wie Menschen interagieren,

miteinander umgehen und

arbeiten, verändert sich schnell. Bis die

Abc-Schützen von heute zum Abschlussjahrgang

von 2030 geworden sind, wird

die Welt eine ganz andere sein.

Eine Studie von Microsoft und McKinsey

& Company’s Education Practice gibt

Einblicke in das Leben und Lernen des

Abschlussjahrgangs von 2030. Die

Untersuchung zeigt auf, wie die Technologie

Lehrkräften und Schulen helfen

kann, den Abschlussjahrgang von 2030

auf ein erfolgreiches Arbeits- und Privatleben

vorzubereiten. Die Notwendigkeit

für Veränderung ist klar. Und jetzt ist der

Moment, um damit anzufangen.

www.aka.ms/class-of-2030


Zeit für

zeitgemäßen

Unterricht?

Willkommen in der digitalen Schule

Leistungsstark und kostengünstig: Windows Devices überzeugen einfach in jeder Hinsicht –

sowohl Lehrer als auch Schüler.

Ob notieren oder skizzieren: Die Stifteingabe macht digitales Lernen zum intuitiven Erlebnis.

Ideen lassen sich handschriftlich auf dem Bildschirm festhalten – ganz so, als hätte man

ein Blatt Papier vor sich. So macht Lernen gleich noch mehr Spaß.

Finden Sie Ihr Gerät für den individuellen Einsatz im Unterricht: www.aka.ms/schule-digital

TERRA PAD 1062 HP ProBook x360 11 G1 Acer TravelMate B118 Dell Latitude 3189

© 2018 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Namen und Produkte anderer Firmen können eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Rechteinhaber sein.


BILDUNG IN KÜRZE

LESEPROGRAMM FÜR

FLÜCHTLINGE FORTGESETZT

Das Leseförderprogramm für geflüchtete Kinder

des Bildungsministerium und der Stiftung

Lesen unter dem Motto „Lesen bringt uns weiter.

Lesestart für Flüchtlingskinder“ wird fortgesetzt.

Für die nächsten drei Jahre stellt der

Bund dafür 1,6 Millionen Euro zur Verfügung,

um Erstaufnahmeeinrichtungen mit Büchern

und einer Medienbox auszustatten. Das Programm

wurde im Herbst 2015 ins Leben gerufen,

um Kindern einen schnellen Zugang zur

deutschen Sprache zu ermöglichen.

NEUSTART DES

INTERNETAUFTRITTS DIDACTA.DE

Mit einem modernen Design und größerer

Benutzerfreundlichkeit präsentiert sich

didacta.de, der Internetauftritt des Didacta

Verbandes der Bildungswirtschaft. Besucher

erhalten Einblicke in die Arbeit der

Verbandsausschüsse, Infos zur didacta-

Messe und zum Didacta-Mediennetzwerk,

zu dem neben didacta – Das Magazin

für lebenslanges Lernen, Meine Kita, Bildungspraxis,

bildungsklick, Frühe Bildung

Online und didacta Digital zählen.

■■

www.didacta.de

INTERKULTURELLE

BILDUNG MIT MÄRCHEN

Mit der Materialbox des Projekts „Erzähl

mir Deine Geschichte/n“ der Grimmwelt

Kassel sollen Menschen unterschiedlicher

Herkunft leichter ins Gespräch

kommen und sich kennenlernen. Darin

enthalten sind unter anderem ein Märchenbuch

in 13 Sprachen, ein Liederheft,

Bastelmaterialien und Kochrezepte.

Bildungseinrichtungen können die Box

kostenfrei bestellen oder die Inhalte

online nutzen auf:

■■

www.grimmwelt.de

NEUER OECD-BILDUNGSBERICHT ERSCHIENEN

Im September ist die neue Ausgabe von „Bildung auf einen

Blick: OECD-Indikatoren“ erschienen. Die Studie der Organisation

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

untersucht darin jedes Jahr den Status quo der Bildungssysteme

weltweit. Ein Ergebnis des neuen Berichts: In Deutschland

sind noch mehr Anstrengungen nötig, um Chancengleichheit

zu erhöhen, der berufliche und soziale Status der Eltern bleibt

der wichtigste Einflussfaktor für die Teilnahme an Bildung

sowie wirtschaftlichen und sozialen Erfolg.

■■

www.oecd.org/berlin/publikationen/bildung-auf-einen-blick.htm

Foto: © CristinaMuraca, Helder Almeida / Shutterstock.com

20 www.didacta-magazin.de 4/2018


Das Magazin für

Berufsbildungsprofis

Jetzt zwei Ausgaben gratis testen!

Ihr Gutschein-Code: 1808BPDM

www.bildungspraxis.de


Bildung

Wie in der Sendung

mit der Maus

Ist der Besuch eines außerschulischen Lernortes gut durchdacht, ist der

Ausflug kein Mehraufwand für die Lehrkräfte, sondern ein Turbo für den

Unterricht. Davon ist Experte Dr. Michael Pries überzeugt.

Interview Silvia Schumacher

In der Biosphäre Potsdam können

Kinder über 20 000 Tropenpflanzen

und rund 130 Tierarten entdecken.

Dr. Michael Pries

ist Leiter der Fachabteilung

„Inszenierte Bildung“ der

Autostadt in Wolfsburg sowie

Sprecher des Ausschusses

Außerschulisches Lernen beim

Didacta Verband.

22 www.didacta-magazin.de 4/2018


didacta: Was zeichnet

außerschulisches Lernen im Vergleich

zu schulischem Lernen aus?

Dr. Michael Pries: Der Grund, einen außerschulischen

Lernort zu besuchen, ist aus der

pädagogischen Historie heraus die Begegnung

mit einem Original. Die Schüler lernen im Wald

die Bäume oder die Tiere kennen, in der Bäckerei

das Handwerk und die Rohstoffe. Grundvoraussetzung

für außerschulisches Lernen ist, dass

der Lernort eine Primärerfahrung bietet.

Foto: © Rawpixel.com / Shutterstock.com; Marek Kruszewski, Klaus Bossemeyer

Und was macht ihn zu einem

guten außerschulischen Lernort?

Da gibt es drei Bereiche, die man unterscheiden

kann, um das zu beurteilen. Erstens die Strukturqualität:

Ist ein Bildungskonzept vorhanden, gibt

es einen eigenen didaktischen Ansatz, ist der

Lernort wissenschaftlich vernetzt und beschäftigt

geschultes Personal? Zweitens sollten sich

Lehrkräfte die Vermittlungsqualität ansehen, also

wie die Lernarrangements gestaltet sind und

ob sie die Schüler anregen, aktiv zu werden.

Zudem sollte es die Möglichkeit zur Evaluation

durch den Lehrer geben.

Gelten diese Kriterien für alle außerschulischen

Lernorte, egal ob es sich um den

Wald, ein Museum oder ein Science Center

handelt?

An sich schon. Nehmen wir als Beispiel einen

landwirtschaftlichen Betrieb: Ich kann mit der

Klasse einen Bauernhof besuchen und dem

Landwirt bei der Arbeit zusehen. Einfach nur

zuzusehen, wie der Bauer mit dem Traktor über

das Feld fährt und die Heuballen entstehen,

bringt allerdings wenig.

In der Autostadt

in Wolfsburg

können

Besucher ihren

ökologischen

Fußabdruck

bestimmen

lassen, der den

individuellen

Ressourcenverbrauch

veranschaulicht.

Der Computer

zeigt an, wie

viele Erden man

bräuchte, wenn

alle so leben

würden wie der

Besucher.

KOPF HOCH!

ES GIBT JA DIE FRISCHEN

ANGEBOTE IN DER

AUSSERSCHULISCHEN

LERNSTADT

www.bremerhaven.de/bildungahoi

EUROPA ENDLICH VERSTÄNDLICH - IN 30 MINUTEN

P#08xx_didacta_100x140.indd 1 15.05.1

Rollenspiele für Schulklassen

Kostenlose Lehrmaterialien

Multimedia-Ausstellung über die EU

360° - Kino

Eintritt frei

www.erlebnis-europa.eu


Bildung

Im Gasometer Berlin findet bis 19. Januar

die Erlebnis-Ausstellung „EY ALTER – du kannst dich

mal kennenlernen“ statt. Besucher können beispielsweise

in einem großen Kopf-Modell einen wissenschaftlichen

Faktencheck vornehmen und ihr biologisches

und gefühltes Alter ermitteln.

Im Odysseum in Köln können Schüler einem lebensechten

Tyrannosaurus Rex in die Augen blicken.

Im Klimahaus Bremerhaven erleben die

Besucher die Klimazonen der Erde.

Und wie wäre es besser?

So wie wir es von der Sendung mit der Maus

von den Sach- und Lachgeschichten kennen:

Da wird genau erklärt, wie und warum etwas

gemacht wird. So müsste das auf dem Bauernhof

auch sein. Ein Pädagoge, der mit dabei ist,

zerlegt die Arbeitsprozesse in Details, er kennt

den Lehrplan der Klasse, bezieht die Lebens- und

Erfahrungswelt der Schüler mit ein, weiß, ob die

Altersgruppe schon lesen kann oder man besser

mit Bildsprache arbeitet. Danach hält er die

Ergebnisse fest, zum Beispiel in einem Handout,

sodass der Lehrer den Besuch nachbereiten kann.

Wo finden Lehrer Unterstützung auf

der Suche nach einem geeigneten

außerschulischen Lernort?

Es gibt erhebliche Unterschiede bei den Anbietern,

aber leider keine Seite, die die Infos

bündelt. Die Lehrer müssen selbst filtern. In Niedersachsen

bietet das Ministerium eine Liste mit

anerkannten außerschulischen Lernorten. Dort

findet der Besuch des Lernortes dann auch während

der Unterrichtszeit statt und muss nicht,

wie in anderen Bundesländern, am Wandertag

organisiert werden.

Auf was sollten Lehrer besonders achten,

damit der Lerneffekt für die Schüler

möglichst groß ist?

Die Schüler sollten selbst tätig sein können. Die

klassische Führung durchs Museum ist veraltet.

Daher haben viele Museen aufgerüstet, machen

jetzt die Vitrine auf und geben den Schülern was

in die Hand. Das ist wichtig, sonst können die

Lehrer den Lerninhalt auch selbst vermitteln.

Lässt sich sagen, für welche Lerninhalte

sich der Besuch eines außerschulischen

Lernortes besonders empfiehlt?

Es kommt darauf an, wie und wo man den

Besuch einbettet. Der Lernort sollte zum Unterricht

passen, dann ist der Ausflug kein zusätzlicher

Aufwand, sondern ein Turbo fürs Lernen.

Es bietet sich an, den Besuch zur Einführung

eines neuen Themas zu planen, um die Schüler

an das Thema heranzuführen. In Niedersachsen

gibt es beispielsweise das Curriculum Mobilität,

die Schulen sind verpflichtet Mobilitätsbildung

fächerübergreifend zu unterrichten. Um den Lehrer

dabei zu unterstützen, hat man gemeinsam

mit dem Kultusministerium 2002 beschlossen,

den außerschulischen Lernort in der Autostadt

zu schaffen. Dort können Schulklassen Workshops

zu den zehn Bausteinen des Curriculums

besuchen.

Fotos: Universum ® Bremen; Forscherfabrik Schorndorf; phaeno; Nina Stiller; Daimler_AG, Universum Bremen; Farcas / Klimahaus Bremerhaven 8°; Odysseum Köln

24 www.didacta-magazin.de 4/2018


Das bleibt aber eine Ausnahme, denn in

den meisten Ländern sind außerschulische

Lernorte kein fester Bestandteil in den

Lehrplänen.

Ja, das ist von Land zu Land sehr unterschiedlich.

Daran gemessen ist Niedersachsen gut

dran. Bei uns gibt es beispielsweise eine Lehrerabordnung:

Die Lehrer entwickeln die Programme

der anerkannten außerschulischen

Lernorte mit. Es wäre ein wichtiger Schritt,

dass alle Kultusministerien die außerschulischen

Lernorte mit in ihre Planung aufnehmen, diese

je nach Lehrplanbezug empfehlen und mehr

Transparenz schaffen. Im nächsten Schritt sollten

Schulen mit dem Lernort stärker in Dialog

gehen.

Das Wolfsburger Science Center Phaeno bietet über

350 Exponate, um naturwissenschaftliche Zusammenhänge

zu entdecken, wie hier die Plasmakugel, in der sich Fäden aus

leuchtendem Gas bilden, sobald man sie berührt.

Wie genau?

Wenn man im Vorhinein miteinander spricht,

können Lehrer und Lernorte das Angebot aufeinander

abstimmen. Wir haben heute einen

sehr individualisierten Unterricht, etwa durch

Inklusion. Der Lehrer hat die Herausforderung,

unterschiedliche Lerner unter einen Hut zu bringen.

Und das muss auch der Lernort hinkriegen.

Wenn man dort versucht, 25 Kinder über den

gleichen Weg mit einer Sache zu konfrontieren,

ist das nicht sinnvoll. Da sollten sich Schulen

und Lernorte abstimmen.

Inwieweit können digitale

Medien das Lernen unterstützen?

Die Digitalisierung macht auch bei außerschulischen

Lernorten nicht Halt. Außerschulische

Lernorte sollten weiterhin Begegnungen mit

dem Original ermöglichen. Was digitale Medien

jedoch wunderbar können, sind Phänomene stärker

herausarbeiten: Wenn ich auf dem Bauernhof

mein Smartphone vor die Kuh halte und dadurch

in sie reinschauen kann, wie viele Mägen sie hat,

dann wird das Erlebnis sogar intensiviert.

Das Universum Bremen ist ein Science Center

für Technik, Mensch und Natur.

AUSSERSCHULISCHE LERNORTE

Der Didacta Verband hat einen

Leitfaden mit Qualitätskriterien für

außerschulisches Lernen entwickelt.

■ ■ www.didacta.de/ausschussausserschulisches-

lernen

In der Forscherfabrik Schorndorf bauen die Kinder im

„LUFTikus“-Kurs Raketenautos mit Luftballonantrieb.

4/2018 www.didacta-magazin.de 25


Medien Bildung

„Wir bleiben

trotz Digitalisierung

Ausbilder der Kinder“

Michael Cordes ist Schulleiter

der Stadtschule

Travemünde. In der

Grundschule gibt es in

jeder Klasse neun Tablets.

Search Engine Optimizer oder Drohnenpiloten sind Berufe der

Zukunft: Darauf müssen Schüler besser vorbereitet werden, ist

Michael Cordes, Schulleiter, überzeugt.

Interview Tina Sprung

26 www.didacta-magazin.de 4/2018


Lehrkräfte sind in 30 Jahren …

… immer noch Lernprozessoptimierer

der Kinder.

Fotos: © Who is Danny / Shutterstock.com; Cordes

Stellen Sie sich vor, wir befinden

uns im Jahr 2047 und Sie

haben gerade Unterricht. Was

wird der größte Unterschied

zum heutigen Lernen sein?

Wir werden eine noch bessere Verfügbarkeit

von Lernmaterialien haben, die

an die Lebenswelt und individuellen

Lernbedürfnisse der Kinder angepasst

sind. Kinder werden wir individueller

betreuen können, da der Lernprozess

transparenter wird. Der Unterricht

wird technisch orientiert sein.

Was ist beim Lernen der

Zukunft wichtiger, der Lehrer

oder der Computer?

Es gibt kein „entweder oder“. Wir

müssen aufpassen, dass wir in unserer

Gesellschaft nicht in ein Extrem verfallen.

Immer, wenn ein neues pädagogisches

Konzept auf den Markt kommt oder

en vogue ist, wird plötzlich alles untergeordnet.

Digitale Medien sind einfach

neue Wege in der Welt des Lernens. Das

neue Medium bereichert die klassischen

Medien wie Bücher und Blätter, aber

verdrängt sie nicht.

Sie haben eine Minute Zeit, vor all en

Lehrkräften in Deutschland über den

fehlenden Einsatz digitaler Medien zu

sprechen. Was sagen Sie Ihnen?

Sie stehen am Anfang einer wichtigen Weiterentwicklung!

Die Digitalisierung ermöglicht Ihnen,

mehr als Lernbegleiter zu arbeiten. Sie werden

weniger Zeit mit Unterrichtsvorbereitung verbringen

müssen, sind schneller in der Lage Lehrinhalte

an aktuelle Themen anzupassen und werden

mehr Zeit haben, sich individuell um Schüler zu

kümmern. Lernziele werden sich – außer in Grundschulen

– grundlegend ändern. Das Lehren und

Lernen wird nicht nur transparenter, flexibler und

individueller, es wird auch an diversen Orten und

über verschiedene Kommunikationskanäle stattfinden.

Ihnen kommt die sehr wichtige Aufgabe zu,

ihre Schüler auf eine digitale Welt vorzubereiten,

mit all ihren Chancen und Risiken.

Die Bildungsherausforderungen

der Zukunft – wo liegen sie?

Wir müssen unsere Kinder auf das

Morgen vorbereiten. Kinder brauchen

Softskills. Daher müssen wir uns fragen:

Was wollen Unternehmen? Die

wichtigsten Eigenschaften, die sie

fordern, sind unter anderem Konfliktund

Teamfähigkeit, kreatives Denken

und Kommunikationsfähigkeit. Hierbei

müssen wir die Kinder fördern.

4/2018 www.didacta-magazin.de 27


INTERNATIONAL IN KÜRZE

NEUE BILDUNGSMESSE IN ÖSTERREICH

Die didacta Digital Austria feiert vom 23. bis

25. Mai 2019 im Design Center Linz in Österreich

Premiere. Das Bildungsevent will Lehrende über

die Möglichkeiten des Lernens mit digitalen

Medien informieren und ihnen neue Unterrichtslösungen

aufzeigen. Die Messe ist eine

Kooperation des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft

und der Education Group in Linz.

■■

www.didacta-digital.at

ZWEI NEUE ABC-SCHULEN

IN MALAWI GEBAUT

Eine Grund- und eine Sekundarschule hat die

deutsche abc-Gesellschaft im September in

zwei Dörfern im südostafrikanischen Malawi

eingeweiht. Bereits seit zehn Jahren sammelt

der Verein erfolgreich Spenden für den Schulbau,

unter anderem in Afrika. Malawi mit zehn

Millionen Einwohnern zählt zu den ärmsten

Ländern der Welt. Aufgrund der Bevölkerungsexplosion

– eine Frau hat durchschnittlich

5,6 Kinder – herrscht dort ein großer Mangel

an Schulen, 35 Prozent der Schulpflichtigen

haben keine Schule. 2019 soll in Malawi die

14. Abc-Schule entstehen. Weitere Infos auf:

■■

www.abc-gesellschaft.de

USA BELIEBTESTES AUSTAUSCHLAND

Die USA waren im Schuljahr 2016/17 das

beliebtestes Gastland bei deutschen Austauschschülern,

gefolgt von Kanada und

Neuseeland. Das zeigt die aktuelle Weltweiser-

Studie, die Trends im Schüleraustausch

untersucht. Ein weiteres Ergebnis: Mehrmonatige

Schüleraustauschprogramme sind

mit insgesamt rund 16 400 Teilnehmenden

im Schuljahr 2016/17 zwar weiterhin gefragt,

die Zahlen gehen jedoch seit 2010/11 mit

circa 20 000 Teilnehmenden weiter zurück.

■■

www.weltweiser.de/ratgeber-auslandsaufenthalte/schueleraustausch-studie

INTERESSE FÜR AUSLANDSAUFENTHALTE WECKEN

Um Schüler über Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes zu

informieren, können Schulen und Hochschulen über das neue

Botschafterprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

Studierende einladen, die eine Zeit lang im Ausland verbracht

haben. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen,

geben Tipps zu Finanzierung, Praktika im Ausland und Stipendien.

Die Botschafter werden hierfür didaktisch vom DAAD geschult

und können über eine Online-Buchungsplattform angefragt

werden. Weitere Infos in Kürze auf:

■■

www.daad.de

Fotos: © Box of Life, chingyunsong / Shutterstock.com

28 www.didacta-magazin.de 4/2018


Jetzt 2 Ausgaben gratis lesen!

So geht’s:

www.didacta- magazin.de/abonnement aufrufen | „Gratis- Probeabo didacta“ wählen

Formular ausfüllen | Gutscheincode 1805didactaDM eingeben | abschicken

www.didacta-magazin.de


International

Wie digital ist meine Schule?

„SELFIE“ ist ein neues kostenloses EU-Programm für Schulen.

Mit ihm können sie feststellen, wie es um ihre digitale Bildung steht.

Text Benigna Daubenmerkl

AUF EINEN BLICK

› „SELFIE“ ist ein Online-Programm für Schulen

zur Selbstreflexion.

Beispiel einer SELFIE-Ergebnisgrafi k

› Schulleitung, Lehrer und Schüler beantworten

Fragen zur Digitalisierung an der Schule, im

Anschluss wird ein digitales Schulprofil erstellt.

› Das Programm will Schulen dabei helfen, digitales

Lernen voranzutreiben.

wollen eine Million SELFIE-Nutzer

bis Ende 2019“, sagt Pan Kampylis.

Er ist Projekt- und Forschungsleiter

bei der Gemeinsamen Forschungsstelle

der Europäischen Kommission,

kurz GFS, und verantwortlich

„Wir

für die Entwicklung des neuen SELFIE-Schulprogrammes.

SELFIE steht für „Self-Reflection

on Effective Learning by Fostering Innovation

through Educational Technologies“. Es ist ein

kostenloses Online-Programm zur Selbsteinschätzung

für Schulen mit dem Ziel, digitales

Lernen europaweit zu verbessern.

Bei SELFIE können die Teilnehmer Noten von 1 bis 5

vergeben. Die Balken zeigen den Notendurchschnitt an:

grün = Gesamtnote, hellblau = Note der Schulleiter,

rot = Lehrer, gelb = Schüler

Bei SELFIE beantworten Schulleiter, Lehr- und

Fachkräfte sowie Schüler Fragen zu digitaler

Bildung. „Nutzen Ihre Lehrkräfte digitale Technologien

zur Anpassung ihres Unterrichts an

die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen

und Schüler?“ lautet beispielsweise eine

Frage an die Schulleiter. „Lernen die Schülerinnen

und Schüler an unserer Schule, wie

sie prüfen können, ob die Informationen, die

sie im Internet finden, zuverlässig und richtig

sind?“ ist eine typische Fragestellung an die

Lehrkraft. Bewertet wird nach Schulnoten. Die

Beantwortung der Fragen dauert für jeden Teilnehmer

circa 30 Minuten. „SELFIE ist ein Tool

zur Selbstreflexion, nicht eine weitere Studie

oder Umfrage“, erklärt Ralph Hippe, der für die

Europäische Kommission digitale Kompetenzen

und Bildungsentwicklung erforscht und an dem

Grafi k : © EU

30 www.didacta-magazin.de 4/2018


SELFIE-Projekt mitarbeitet. Das Programm soll

nicht bewerten oder vergleichen, sondern der

Verbesserung der einzelnen Schulen dienen.

Daher können die Schulen das Tool ihren spezifischen

Bedürfnissen anpassen und eigene

Fragen hinzufügen.

Schulen aus 14 Ländern testeten

Mehr als 67 000 Schulleiter, Lehrer und Schüler

aus 650 Schulen in 14 europäischen Ländern

haben SELFIE im vergangenen Jahr getestet.

„Sie berichteten, SELFIE sei einfach zu bedienen,

die Fragen würden alle wichtigen Bereiche

des digitalen Lernens abdecken und die Ergebnisse

der SELFIE-Auswertung seien hilfreich,

um die Verwendung digitaler Lerntechnologien

zu verbessern,“ sagt Forschungsleiter

Kampylis.

Mit der SELFIE-Auswertung erhält die Schulgemeinschaft

eine Grundlage, um über das weitere

Vorgehen bei der Digitalisierung zu diskutieren.

„In Georgien hat beispielsweise ein Schulleiter

aufgrund der SELFIE-Ergebnisse seine Schulstrategie

geändert“, berichtet Hippe.

Nur die Schulen selbst haben Zugang zu ihren

SELFIE-Berichten, die Antworten der Teilnehmer

sind anonym. Grafiken darin verdeutlichen, wo

die Stärken und Entwicklungspotenziale der

Schule liegen. Balkendiagramme stellen die

unterschiedlichen Sichtweisen von Schulleitung,

Lehrern und Schülern gegenüber.

„Die Verwendung digitaler Technologien wird

Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft

vorbereiten, da nach 2020 90 Prozent aller Jobs

digitale Kompetenzen verlangen werden“, sagt

Kampylis. SELFIE soll die Schulen dabei unterstützen,

ihre Schüler dafür fit zu machen. „Die

Teilnehmerzahlen in der Pilotphase waren deutlich

höher als von uns erwartet – wir hatten mit

vier Ländern gerechnet, aber schließlich haben

14 Länder teilgenommen!“ Das zeigt, dass es

einen großen Bedarf gibt.

SELFIE gibt es

seit Oktober in

24 offiziellen

EU- Sprachen.

Das Programm

ist frei verfügbar

auf:

ec.europa.eu/

jrc/en/

digcomporg/

selfie-tool

Das Magazin für

Berufsbildungsprofis

Jetzt zwei Ausgaben

gratis testen!

Ihr Gutschein-Code: 1808BPDM

www.bildungspraxis.de


MEDIEN IN KÜRZE

ANALOGE AKTIVITÄTEN

BLEIBEN FÜR KINDER WICHTIG

Kinder halten eine gute Balance zwischen analoger

und digitaler Beschäftigung. Das ist ein Ergebnis der

repräsentativen „Kindermedienstudie 2018“ von sechs

Medienhäusern. Freizeitaktivitäten wie mit Freunden

zusammen sein (89 Prozent) und draußen spielen

(81 Prozent) sind für alle Altersklassen wichtig.

87 Prozent der Kinder und Jugendlichen lesen mehrmals

wöchentlich in einem Buch oder einem Heft. Je älter die

Kinder, desto mehr Bedeutung haben digitale Medien.

92 Prozent der 13-Jährigen haben ein Smartphone,

55 Prozent einen Computer und 26 Prozent ein Tablet.

Für die Studie wurden 3300 Haushalte mit Kindern im

Alter von 4 bis 13 Jahren und ihre Eltern befragt.

■■

www.kinder-medien-studie.de

HESSEN STELLT

NEUES SCHULPORTAL VOR

Im September hat der Hessische

Kultusminister Alexander Lorz das

neue Schulportal für Hessen vorgestellt.

Die geschlossene Lernplattform

will Lehrkräfte bei der

Unterrichtsorganisation unterstützen,

etwa durch Funktionen zur Raumund

Vertretungsplanung, für Schüler

hält sie Selbstlernangebote bereit.

Im zweiten Schulhalbjahr 2018/19

sollen zunächst rund 450 Schulen

Zugriff auf das Schulportal erhalten,

ab dem Schuljahr 2021/22 soll es

für alle nutzbar sein.

COMPUTERSPIELSUCHT

ALS KRANKHEIT ANERKANNT

Computerspielsucht ist zum ersten Mal im Katalog

der Krankheiten der WHO aufgeführt, den die

Weltgesundheitsorganisation im Sommer veröffentlicht

hat. Damit ist sie nun als offizielle Krankheit anerkannt

und Krankenkassen müssen die Therapie bezahlen.

Hilfestellungen, um zu erkennen, ob ein Schüler

suchtgefährdet ist, bietet zum Beispiel:

■■

www.klicksafe.de

LEHRER BEMÄNGELN DIGITALE AUSSTATTUNG AN SCHULEN

Schulen in Deutschland sind für ihren Auftrag, Schüler auf die digitale Welt

vorzubereiten, schlecht aufgestellt, lautet das Fazit der im September

veröffentlichten Studie „Gebäudequalität von Bildungseinrichtungen“ der

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, GEW. 82 Prozent der Befragten

mahnen die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen als sehr

wichtig oder wichtig an, 89 Prozent verlangen, dass die Bereitstellung

zusätzlicher Gelder dafür höchste beziehungsweise hohe Priorität haben

muss. Für die Studie wurden 15 000 Mitglieder der GEW befragt.

Fotos: © SunKids, GaudiLab / Shutterstock.com

32 www.didacta-magazin.de 4/2018


Mobil und

flexibel

einsetzbar

Professionelle und nachhaltige

Implementierung von iPad-Klassen mit

einem Apple Solution Expert Bildung.

Wir sind auf den Bildungsbereich spezialisiert und

unterstützen Sie bei der Vorbereitung der iPad-Klassen,

bei der Planung der erforderlichen IT-Infrastruktur,

bei Fragen rund um die Finanzierung und bei der

Lehrerfortbildung durch Apple Education Trainer.

Nehmen Sie noch heute mit einem zertifizierten

Apple Fachhandelspartner Kontakt auf:

www.tablets-im-unterricht.de/ipad

iPad - so einfach kann´s sein!


Medien

#werbung

Immer häufiger pflegen

kreative Lehrkräfte eigene

Social Media-Accounts.

Doch Vorsicht:

Vieles muss als Werbung

gekennzeichnet werden.

Text Julia Knopf und Johanna Mosbach

AUF EINEN BLICK

› Über Social-Media Accounts bewerben Lehrkräfte

manchmal unbewusst Produkte.

› Das muss als Werbung gekennzeichnet werden.

› Fehlende Kennzeichnung kann zu Geldstrafen

führen.

Die Anzahl an Blogs auf Instagram oder

Vlogs auf Youtube, in denen Ideen für die

Unterrichtsgestaltung angeboten werden,

nimmt zu. Dabei geben die Blogger

womöglich mehr preis, als sie beabsichtigen:

Zum Beispiel ist ein Stift einer

bestimmten Marke erkennbar oder sie verlinken

auf Portale, mit denen sie zusammenarbeiten.

Eigentlich unbedenklich, doch seit zwei Jahren

gibt es Diskussionen darüber, ob diese Posts

als Werbung gekennzeichnet werden müssen.

Gegen einzelne Accounts existieren bereits mehrere

Unterlassungsklagen. Der bekannteste Fall

ist die Klage gegen den Youtuber „FlyingUwe“, ein

Sport-Influencer. Er wurde zu einer Geldstrafe

von 10.500 Euro wegen fehlender Werbekennzeichnung

in drei seiner Videos verurteilt.

Was aber wird als Werbung verstanden? Darüber

gibt es in den sozialen Netzwerken Unsicherheit.

Aus diesem Grund nahm sich die Rechtsprechung

dieses Problems Anfang 2018 an und verschärfte

die rechtlichen Bedingungen für explizite oder

implizite Werbung, die alle User kennen sollten.

Werbung muss kenntlich gemacht werden

Bei Werbung handelt es sich laut dem Bundesgerichtshof,

kurz BHG, um „alle Maßnahmen

Fotos: © Astrovector; blackzheep / Shutterstock.com; Universität des Saarlandes

34 www.didacta-magazin.de 4/2018


eines Unternehmens, die auf die Förderung des

Absatzes seiner Produkte oder Dienstleistungen

gerichtet sind.“ Darunter fällt „außer der unmittelbaren

produktbezogenen Werbung auch die

mittelbare Absatzförderung – beispielsweise in

Form der Imagewerbung oder des Sponsorings.“

Zusammengefasst handelt es sich bei Werbung

um „jede Äußerung bei der Ausübung eines Handels,

Gewerbes, Handwerks oder freien Berufs

mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die

Erbringung von Dienstleistungen zu fördern“, sagt

der BGH. Doch was bedeutet das für Privatpersonen,

die ein Profil betreiben? Im Social-Media-

Alltag gibt es grundlegend drei Möglichkeiten,

wie bewusst oder unbewusst geworben wird:

› Geschäftliche Werbung

Erhält der User ein Produkt von einem

Unternehmen geschenkt, ohne etwas dafür

zahlen zu müssen, und bewirbt das Produkt

im Gegenzug auf seinem Profil, ist das

Werbung. Es handelt sich dabei um eine

geschäftliche Handlung, eine Kennzeichnung

ist unbedingt erforderlich.

› Kooperierende Werbung

Gleiches gilt, wenn von Seiten des Unternehmens

kein Geld, sondern eine andere

Art von Gegenleistung an den User fließt.

Diese Gegenleistung kann zum Beispiel

sein, dass das Unternehmen auch für den

User wirbt, oder dass das Unternehmen

dem User im Gegenzug Rabatt auf dessen

eigene Einkäufe gibt. Preist der User

das Produkt unter diesen Umständen auf

seinem Profil an, handelt es sich um eine

Kooperation und damit um Werbung. Auch

hier ist es notwendig, die Werbung als

solche zu kennzeichnen.

› Freiwillige Werbung

Was passiert, wenn der User das Produkt

aus freien Stücken gekauft und selbst

gezahlt hat, im Nachhinein in einem Beitrag

veröffentlicht und positiv darüber spricht,

Namen und Unternehmen nennt oder zum

Profil der Hersteller verweist? Offiziell gilt:

Eine schlechte oder neutrale Bewertung

eines Produktes ist keine Werbung, da sie

nicht zum Kauf animiert. Allerdings existieren

keine scharfen Grenzen. Zum einen

lässt sich nicht eindeutig sagen, wann es

sich um eine positive und wann um eine

neutrale Bewertung handelt. Denn auch

neutrale Bewertungen enthalten Argumente

für das Produkt. Zum anderen bleibt

eines für alle drei Formen von Werbung gültig:

Am Ende werden andere User immer

auf die Produkte oder die Unternehmen

aufmerksam gemacht. Sie besuchen zum

Beispiel deren Social-Media-Profile oder

deren Homepage und kaufen womöglich

ebenfalls ein Produkt. Letztendlich werden

sie, wenn auch indirekt, durch den Beitrag

zum Kauf animiert. Es handelt sich also

unter Umständen um Werbung und müsste

somit gekennzeichnet werden.

Ziel der Werbekennzeichnungen ist es, die Verbraucher

vor getarnter Werbung zu schützen.

Auch, wenn es gar nicht Ziel des Beitrags ist,

andere zum Kauf zu animieren. Möchte zum Beispiel

ein User ein Unternehmen auf sich aufmerksam

machen und taggt den Beitrag, das bedeutet,

dass er einen Direktlink zu der Firma hinzufügt, ist

das Werbung. Gleiches gilt, wenn sich ein User ein

Sportprofil aufbauen möchte und einflussreiche

Sportmarken in seinen Beiträgen taggt. Diesem

User geht es um Likes, seine Hashtags könnten

aber auch als Werbung verstanden werden.

Bedeutung für Nicht-Infl uencer

Wer mit großen Marken zusammenarbeitet oder

Verträge unterzeichnet, die ihn dazu verpflichten,

sich in den sozialen Netzwerken positiv über

geschenkte Produkte zu äußern, muss das in

Zukunft kennzeichnen. Aber was bedeutet es für

diejenigen, die die sozialen Netzwerke nutzen,

um sich in einer Community zu bewegen – etwa

für Lehrkräfte, die ihre Ideen untereinander austauschen

wollen?

Die folgenden Beispiele zeigen, was sie bei der

alltäglichen Nutzung von Social Media beachten

müssen:

DIE AUTORINNEN

Prof. Dr. Julia Knopf leitet den Lehrstuhl Fachdidaktik

Deutsch Primarstufe und das Forschungsinstitut Bildung

Digital an der Universität des Saarlandes. Sie ist Gründungspartnerin

von KLEE – kreativ lernen und Erfolg

erleben und der Didactic Innovations GmbH.

Johanna Mosbach ist wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Lehrstuhl Fachdidaktik Deutsch Primarstufe und im

Forschungsinstitut Bildung Digital an der Universität des

Saarlandes. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der

Erforschung digitaler Lehr- und Lernprozesse.

4/2018 www.didacta-magazin.de 35


Medien

Büroklammern gestaltet

Der Beitrag zeigt eine Unterrichtsidee für den

Primarbereich. Das Material hat die Userin selbst

erstellt, das Foto selbst geschossen. Wichtig ist

aber: Die Idee stammt von einem ähnlichen Profil.

Darauf macht sie – aus urheberrechtlichen Gründen

– in der Bildbeschreibung aufmerksam. Dabei

vertaggt sie dieses Urheberprofil und bedankt

sich herzlich für die Anregung. Auf diese Weise

lenkt sie die Aufmerksamkeit ihrer Followers

womöglich dort hin, weil auch diese sich die Ideen

anschauen möchten. Es handelt sich hier also

um Werbung, die gekennzeichnet werden muss.

bei semiprofessionellen Youtubern beliebt, aber

auch sie sind nicht unstrittig. Die Profilinhaber

werden im Nachhinein für Klicks entlohnt, somit

handelt es sich unter Umständen um Werbung.

Richtiges Verhalten

Lehrer, die in sozialen Medien unterwegs sind,

müssen aufpassen: Wann immer eine Firma, ein

Produkt oder eine Person an einem Post beteiligt

ist, könnte er Werbung sein. Um kein Risiko einzugehen,

verhelfen folgende Tipps zum richtigen

Umgang mit Werbung in den sozialen Netzwerken:

Unterrichtsstunde vorbereiten

In diesem Beispiel postet eine Biologiereferendarin

ein Foto von Büchern und berichtet im

dazugehörigen Text, dass sie gerade an einem

Entwurf für eine Unterrichtsstunde arbeitet und

es sich bei den Büchern um ihre verwendete

Fachliteratur handelt. Das Problem: Die Verlage,

Autoren und Titel der Werke sind erkennbar.

Somit handelt es sich um Werbung, die gekennzeichnet

werden muss – auch wenn das Ziel

des Beitrags in keiner Verbindung damit steht.

Post vom Schreibtisch

Gleiches gilt für einen Schreibtischpost. Wann

immer ein Markenname erkennbar ist, kann

es als Werbung verstanden werden. Vor allem,

wenn die Produkte absichtlich in Position

gebracht scheinen, wird es schwer, zu beweisen,

dass es sich nicht um Werbung handelt.

Einkauf für die Schule

Eine Primarstufenlehrkraft berichtet ihren Followers

von einem erfolgreichen Shoppingtrip, bei

dem sie einige Bücher günstig erwerben konnte.

Sie taggt keinen Autor oder Titel, setzt allerdings

Hashtags: #cornelsen und #westermann. Das ist

problematisch. Es handelt sich auch bei Hashtags

um einen Direktlink und damit um Werbung.

Klicken User auf die Hashtags, führen diese sie

zu anderen Produkten der Verlage. Auch wenn

die Userin die Bücher selbst gezahlt hat, könnte

dieser Post als Werbung gelten.

Auch für Portale wie Youtube gelten die Vorschriften.

Auch dort müssen User darauf achten,

dass keine Marken sichtbar sind oder, falls

sie es doch sind, nicht ohne entsprechenden

Verweis beworben werden. Vorsicht auch bei

sogenannten Affiliate Links. Sie sind vor allem

› Tagging = Werbung

Tagging kann immer Werbung sein, auch

wenn keinerlei Beziehung zwischen

Unternehmen und User besteht. Falls der

Verdacht entsteht, ist ein Beweis nötig,

dass das Produkt selbstständig erworben

wurde. Wer sich das ersparen möchte,

kennzeichnet es besser direkt als Werbung.

› Personen kennzeichnen

Auch das Taggen von Personen funktioniert

rechtlich wie das von Unternehmen oder

Produkten. Schnell vergessen wird, dass

auch der Verweis auf ein anderes Profil

gekennzeichnet werden muss.

› Vorsicht bei Hashtags

Hashtags, Schlagwörter, die mit einem

Doppel kreuz versehen sind und dazu dienen,

Nachrichten in den sozialen Medien auffindbar

zu machen, versprechen eine große

Reichweite. Auch sie verweisen aber unter

Umständen auf ein Produkt oder ein Unternehmen

und können daher Werbung sein.

› Werbung / Anzeige

Die einzig offiziell zulässigen Kennzeichnungen

von Werbung sind „Werbung“ oder

„Anzeige“. Diese werden gleich zu Beginn

des Beitrags platziert. Aussagen wie „sponsored

by“, „mit freundlicher Unterstützung

von“ oder nur „ad“ sind nicht zulässig.

Im Zweifel: Werbung!

Letztendlich sind nicht alle Fälle, vor allem Beiträge

über selbstgezahlte Produkte, juristisch

geklärt. Es existieren noch keine verbindlichen

Rechtsurteile. Daher gilt: Besteht Zweifel, ob

es sich um Werbung handelt oder nicht, ist die

bessere, weil sichere, Variante immer, es als

Werbung zu kennzeichnen.

Fotos: © lehrerhabenimmerfrei; reffi _fl uesterin; helena.sonnenschein / Instagram.com

36 www.didacta-magazin.de 4/2018



GEMEINSAM.

BESSER.


LERNEN.

Erhältlich in

75” und 86”

Mit der neuen SMART Board® 7000 Interactive Display Serie können mehr

Schüler gemeinsam am SMART Board arbeiten und mobile Endgeräte spielen mit!

So wird die 7000 Serie zum digitalen Herzen Ihres interaktiven Klassenzimmers.

Für mehr Motivation und Beteiligung

und bessere Lernergebnisse.

Besuchen Sie uns auf: http://dach.smarttech.com


KITA IN KÜRZE

WO SIND DEUTSCHLANDS BESTE KITAS?

Die Bewerbungsphase für den Deutschen Kita-Preis ist zu

Ende, nun startet das Auswahlverfahren. Die 16-köpfige

Jury, darunter Meine Kita-Chefredakteur Prof. Wassilios

E. Fthenakis, berücksichtigt die unterschiedlichen Perspektiven

auf die Qualität. Gesucht werden Kitas und lokale

Bündnisse, die konsequent die Qualität ihrer Leistungen verbessern

und dabei auch die Sichtweise und Mitwirkung der

Kinder berücksichtigen. Im Mai 2019 werden die Preisträger

für ihre vorbildliche Arbeit in der frühen Bildung, Betreuung

und Erziehung in den Kategorien „Kita des Jahres“ und

„Lokales Bündnis des Jahres“ ausgezeichnet. Der Preis

ist mit insgesamt 130 000 Euro dotiert. Die Auszeichnung

wird zum zweiten Mal vom Bundesministerium für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinderund

Jugendstiftung vergeben, Partner ist unter anderem der

Didacta Verband. Videos der Finalisten sind zu finden auf:

■■

www.deutscher-kita-preis.de

FAIREN WEIHNACHTSSCHMUCK GESTALTEN

Bei der Aktion „Weihnachten weltweit“ können Kinder Weihnachtsschmuck mit fair gehandelten

Produkten gestalten. Durch den Kauf der Produkte werden die Produzierenden – Familien aus

Ländern wie Peru oder Indien – unterstützt und es wird ihnen ein geregeltes Einkommen ermöglicht.

Kitas können Sterne, Kugeln, Engel oder Herzen im 10er-Set für 19,90 Euro bestellen, auf der

Webseite gibt es außerdem Gestaltungsideen sowie Lieder und Weihnachtsbräuche aus aller Welt.

Hinter der Aktion steht unter anderem Brot für die Welt und das Hilfswerk Misereor.

■■

www.weihnachten-weltweit.de

PRAXISMATERIALIEN ZU VIELFALT

Zum Thema Vielfalt finden Erzieher auf willkommenskitas.de

Arbeits- und Praxismaterialien. Auf

der Seite können sie unter anderem die Broschüre

„Wege zur WillkommensKITA“ herunterladen, mit

Tipps zur Förderung von Mehrsprachigkeit oder

zur Erziehungspartnerschaft mit geflüchteten

Eltern. Willkommenskitas ist ein Programm der

Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, neben der

Bereitstellung von Materialien begleitet sie ausgewählte

Einrichtungen in Sachsen bei ihrer Arbeit

mit Kindern aus geflüchteten Familien.

■■

www.willkommenskitas.de

Fotos: © ajkkafe, Oksana Shufrych, NadyaEugene, Rawpixel.com / Shutterstock.com

38 www.didacta-magazin.de 4/2018


GRATIS-PIXIBUCH

„NACHTS IN DER KITA“

Das Pixibuch „Nachts in der Kita“ zeigt,

wie Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte

erweiterte Betreuungszeiten erleben.

Es ist Teil des Bundesprogrammes

„KitaPlus“ und kann kostenfrei per E-Mail

an publikationen@bundesregierung.de

bestellt werden. Weitere Infos auf:

■■

kitaplus.fruehe-chancen.de

(bei „Aktuelles“)

KITA-QUALITÄT STEIGT

Die Qualität von Kitas hat sich in den vergangenen Jahren

verbessert. Das ist das Ergebnis des Ländermonitors

frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung.

Die Qualität lässt sich unter anderem an den Personalschlüsseln

und der Zeit, die Kita-Leitungen für Führungsaufgaben

haben, messen. Ein weiteres Ergebnis der

Studie: Es gibt große Unterschiede zwischen Ost- und

Westdeutschland. Vor allem der Personalschlüssel ist im

Osten schlechter: So kamen im Osten 2012 6,4 Kinder

auf eine Krippenfachkraft, im Westen hingegen 3,9.

■■

www.bertelsmann-stiftung.de

FAMILIENMINISTERIN WILL

KOSTENLOSE ERZIEHER-AUSBILDUNG

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sprach sich für eine kostenlose

Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher aus. Bei der Zeugnisübergabe

an der Fachschule SPI in Berlin forderte sie außerdem die Aufwertung

von sozialen Berufen. Giffey plant, 2019 eine Fachkräfteoffensive für

Erzieherinnen und Erzieher zu starten.

Werden Sie Teil der

Rahn Education

Unsere Schulen und Kindertagesstätten im

In- und Ausland gestalten mit modernen

pädagogischen Konzepten, kultureller

Prägung und internationaler Orientierung

Bildungszukunft. Gemeinsam schaffen

wir ein Arbeitsumfeld zum Wohlfühlen

und Entfalten.

Weitere Informationen unter:

www.rahn.education


Lehrer lesen didacta!

Ihre Abo-Vorteile

4 Ausgaben didacta für nur 15,20 Euro jährlich | 2 Ausgaben didacta DIGITAL gratis

1 Wunschprämie | Lieferung frei Haus – keine Versandkosten

Online bestellen auf:

www.didacta-magazin.de/abonnement

Gratis

zum Abo

Prämie 1

Buch: » Systemsprenger « in der Schule

Auf massiv störende Verhaltensweisen

von Schülerinnen und Schülern reagieren,

Beltz Verlag

Prämie 2

Buch: Lachend lernen

Humortechniken

für den Unterricht,

Beltz Verlag

Prämie 3

Gutschein

im Wert von

25 Euro für den

4teachers-Shop


Kita

Mehr als richtiges

Händewaschen

Hygiene ist in Kitas besonders wichtig. Das fängt

beim Händewaschen an und hört beim richtigen

Umgang mit Läusen noch lange nicht auf.

Text Silvia Schumacher

AUF EINEN BLICK

››

Kitas müssen nach Paragraf 36 des Infektionsschutzgesetzes

einen Hygieneplan führen.

››

Darin muss beispielsweise der Umgang mit

Krankheiten oder mit Gefahrenstoffen in der

Einrichtung genau erklärt sein.

››

Bei Fragen rund um Hygiene und Krankheiten

berät das zuständige Gesundheitsamt.

Die dreijährige Nina ist traurig, sie darf heute

nicht in die Kita gehen. Der Kinderarzt

hat gestern bei ihr die Hand-Fuß-Mund-

Krankheit festgestellt. Dabei handelt es

sich um eine ansteckende Viruskrankheit,

bei der sich kleine rote Punkte oder Bläschen

auf den Handflächen, an den Fußsohlen

und im Mund bilden. Abgesehen von den

unschönen roten Pusteln auf der Haut geht

es Nina gut. Trotzdem sollte sie erst einmal

zu Hause bleiben, bis keine neuen Bläschen

mehr auftreten. Denn bis dahin ist sie hoch

ansteckend.

Ninas Mutter hat nach der Diagnose gleich die

Kita benachrichtigt. Die informiert nun mit einem

Aushang am Schwarzen Brett die anderen Eltern

über die bisher gemeldeten Vorfälle. Eine Meldung

an das Gesundheitsamt muss bei dieser

Foto: © makieni / Shutterstock.com

42 www.didacta-magazin.de 4/2018


Infektionskrankheit aber nicht erfolgen. Auch

wenn die Krankheit tückisch ist: Bis zu drei Tage,

bevor Symptome wie Fieber, Halsschmerzen

oder Hautausschlag auftreten, war Nina schon

ansteckend. Außerdem können die Viren, sogenannte

Enteroviren, laut Robert-Koch-Institut

noch wochenlang über den Stuhl ausgeschieden

werden. Umso wichtiger also, dass in der Kita

streng auf Hygiene geachtet wird, damit sich

Krankheitserreger wie diese nicht verbreiten

können.

GEMEINSAM DEN

SCHULALLTAG

MEISTERN

„Zu wissen, wie man

anregt, ist die Kunst

des Lehrens.“

Henri Frédéric Amiel

Jede Kita muss einen Hygieneplan vorlegen

Kitas müssen sich an Paragraf 36 des Infektionsschutzgesetzes,

kurz IfSG, halten und sind

dazu verpflichtet, einen Hygieneplan zu führen,

der von allen Mitarbeitern befolgt wird. Die Kita-

Leitung ist für die Einhaltung verantwortlich.

Hygienekontrolleure der zuständigen Gesundheitsämter

überprüfen, ob er den Vorschriften

entspricht. Einer davon ist Oliver Lauterbach. Er

arbeitet seit 2003 beim Landratsamt Augsburg

und besucht mit seinen Kollegen jährlich fast

200 Kitas. „Bei unseren Besuchen stellen wir

häufig fest, dass die Hygienepläne unvollständig

sind, manche Einrichtungen verwechseln ihn

mit einem Reinigungsplan, damit ist es aber

nicht getan“, sagt Lauterbach. Es reicht nicht,

wenn darin nur aufgeführt ist, nach welchen

Tätigkeiten die Mitarbeiter Hände waschen müssen

und wie Spielzeug zu desinfizieren ist. Es

muss vermerkt sein, welche Krankheiten meldepflichtig

sind, Informationen über Gefahrenstoffe

in der Einrichtung und genaue Anweisungen,

wie der Mitarbeiter verfahren muss, wenn ein

Kind Läuse hat oder auf den Boden erbricht.

„Der Hygieneplan sollte eine Art Nachschlagewerk

sein: ‚Was mache ich, wenn …?‘“, erklärt

Lauterbach.

Träger und Kindertagesstätten ist es selbst

überlassen, wer den Plan erstellt. Allerdings

ist Hygieneexperte Lauterbach der Meinung,

dass Mitarbeiter ohne Fachwissen nur in Ausnahmefällen

in der Lage sind, alleine einen Hygieneplan

anzufertigen, der vom Gesundheitsamt

abgesegnet wird. „Ohne professionelle Hilfe ist

das nicht möglich, welcher Erzieher kennt sich

schon mit Schädlingsprophylaxe oder der Wechselwirkung

von basischen oder säurehaltigen

Reinigungsmitteln mit anderen Stoffen aus?“. Im

Internet gibt es zwar Vorlagen – der Öffentliche

Gesundheitsdienst in Baden-Württemberg bietet

beispielsweise einen ausführlichen Musterhygieneplan

für Kindertagesstätten –, allerdings muss

Was ist konkret zu tun, wenn ein

Schüler stets den Unterricht stört,

wenn die Hausaufgaben liegenbleiben,

wenn Schüler mit Furcht, Ärger

und Enttäuschung auf den Schulalltag

reagieren?

Auf diese und viele weitere Fragen

geben die Autorinnen Antworten, die

sofort in der Praxis umgesetzt werden

können. Durch klare Kommunikationsund

Verhaltensregeln und die Zusammenarbeit

von Lehrern und Eltern

wird Schule zu dem Ort der Bildung

und des sozialen Miteinanders, der

sie sein soll.

Adele Faber / Elaine Mazlish

Wie Sie Kinder fürs Lernen begeistern

Was Eltern und Lehrer wissen müssen

Zu Hause und in der Schule

Hardcover, 272 Seiten, 4-fbg. mit Fotos

19,95 €, ISBN 978-3-96304-000-9

www.oberstebrink.de


Kita

der Plan an die Gegebenheiten der Einrichtung,

wie die Räumlichkeiten oder verwendete Reinigungsmittel,

angepasst sein. „Ich empfehle

daher jedem Träger, einmalig das Geld in die

Hand zu nehmen und eine professionelle Firma

für die Erstellung zu beauftragen. Das kostet

zwischen 400 und 800 Euro und dann hat man

einen ordentlichen, auf die Kita zugeschnittenen

Hygieneplan“. Langfristig spare das Geld – halten

sich alle daran, gibt es weniger krankheitsbedingte

Ausfälle bei den Mitarbeitern. Um geeignete

Stellen für die Erstellung zu finden, können

sich Einrichtungen vom zuständigen Gesundheitsamt

beraten lassen. Gesundheitsämter

dürfen aber keine Stellen empfehlen.

Das Gesundheitsamt hilft

Das staatliche Gesundheitsamt im Landratsamt

Augsburg erhält oft Anrufe von besorgten Kindertageseinrichtungen.

Meistens geht es aber

nicht um den Hygieneplan, sondern um aktuelle

Vorfälle in der Einrichtung. Vor allem bei

Krankheiten seien sich die Fachkräfte häufig

unsicher, erzählt Lauterbach. „Im Moment häufen

sich die Fragen zu Läusen, auch Krätze und

Tuberkulose wird immer mehr Thema“, erzählt

er. Diese Krankheiten nahmen in Deutschland

in den letzten Jahren wieder zu und sind laut

Paragraf 34 des Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig.

Das Gesundheitsamt muss bei einem

Vorfall schnellstmöglich benachrichtigt werden.

„Häufen sich Krankheiten in einer Einrichtung,

besuchen wir sie außerplanmäßig und schauen,

wo beim Thema Hygiene vielleicht nachgebessert

werden kann“, sagt Lauterbach. Im Normalfall

werden die Kindertagesstätten alle zwei Jahre

von Lauterbach und seinen Kollegen kontrolliert.

„Uns geht es aber nicht darum zu beanstanden,

sondern zu unterstützen“, betont er. Neulich sei er

in einer Kita gewesen, die Konzentrat zur Desinfektion

der Wickelkommoden verwendet, dabei

seien Wipe-Desinfektionstücher deutlich einfacher

zu handhaben und zählen nicht als Gefahrengut.

Zu Hygienemanagement in der Kita gehört auch,

Gefahrenquellen zu minimieren. Und für solche

Tipps sind die pädagogischen Fachkräfte dankbar.

Vorbild sein für die Kinder

Grundvoraussetzung, damit Hygiene in Kitas

überhaupt funktioniert, sei, dass das ganze Team

das Thema ernst nimmt und im Alltag lebt, sagt

Lauterbach. Auch, um den Kindern ein Vorbild zu

sein. „Hygiene ist immer eine Teamleistung! Der

Erfolg hängt vom Einsatz jedes Einzelnen ab. Vom

Vorbild der Erwachsenen lernen die betreuten

Kinder ‚quasi nebenbei‘ wichtige hygienische

Verhaltensweisen für ihr späteres Leben“, heißt

es im Vorwort des Hygieneplans des badenwürttembergischen

Gesundheitsdienstes. Dazu

zählt, den Kindern klarzumachen, dass richtiges

Händewaschen dabei hilft, nicht krank zu werden,

aber eben auch, selbst die Hände ordentlich

zu waschen. „Sich selbst an die Hygieneregeln

zu halten und im Ernstfall den gesunden Menschenverstand

einzusetzen ist genauso wichtig

wie der Hygieneplan. Man muss nicht tagtäglich

die Türklinken reinigen, wenn aber ein Kind eine

ansteckende Krankheit hat, dann eben schon“,

sagt Lauterbach. Wenn Ninas Kita diese Tipps

bereits umsetzt, dann stehen also die Chancen

gut, dass sich kein weiteres Kind ansteckt – und

von den lästigen Pusteln verschont bleibt.

WAS ZU TUN IST

Wenn ein Kind Läuse hat:

››

Falls ein Erzieher bei einem Kind Läuse

feststellt, dieses unverzüglich nach Hause

schicken.

››

Gesundheitsamt sofort über Kopflausbefall

informieren mit der Angabe von

personenbezogenen Daten.

››

Eltern anderer Kinder über das Auftreten

von Kopfläusen informieren.

››

Kind erst nach Bestätigung durch die Eltern

über Behandlungserfolg wieder in die Kita

aufnehmen.

Bei Infektionskrankheiten wie

Norovirus, Windpocken und Röteln:

››

Nach Feststellen der Infektionskrankheit

bei einem Kind unverzüglich das Gesundheitsamt

informieren. Eine Liste meldepflichtiger

Infektionskrankheiten gibt es auf:

■■

gesetze-im-internet.de/ifsg/__6.html

››

Eltern der anderen Kinder nach Absprache

mit dem Gesundheitsamt über das Auftreten

der Infektionskrankheit informieren.

› › Das Kind erst nach ärztlicher Bestätigung,

dass keine Ansteckungsgefahr besteht,

wieder in die Kita aufnehmen.

44 www.didacta-magazin.de 4/2018


Uns beschäftigt,

was Sie bewegt!

Meine

Meine

Das didacta Magazin für die frühe Bildung

04

18

OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER 2018 / JANUAR 2019

22034 D 2,40 € / AT 2,70 € / CH 4,70 CHF

Das didacta Magazin für die frühe Bildung

03

18

AUGUST / SEPTEMBER 2018

22034 D 2,40 € / AT 2,70 € / CH 4,70 CHF

Neuer

Schwung

Naturwissenschaften

mit Kunst

verbinden

Stress, lass nach!

Mit kleinen Maßnahmen

große Wirkung erzielen

FÜR DIE PRAXIS

Bewegungsspiele

im Winter

AUS DER PRAXIS

Hochbegabte Kinder

fördern

BILDUNG

RATGEBER

Kinder von psychisch

kranken Eltern

BILDUNG

Erklärvideos

selbst gemacht

Helikoptereltern

gelassen begegnen

fruehe-bildung.online

RATGEBER

Hygieneregeln

beachten

fruehe-bildung.online

Jetzt zwei Ausgaben Probe lesen!

Ihr Gutschein-Code: 1805MKDM

Gratis-Ausgaben anfordern auf:

www.fruehe-bildung.online/meine-kita


Kita

„Wir investieren in

Qualität und Teilhabe“

Das neue Kita-Qualitätsgesetz wird die Situation von Kitas verbessern,

davon ist Staatssekretärin Juliane Seifert überzeugt.

Auch, wenn Länder die Gelder für die Beitragsfreiheit verwenden.

Interview Tina Sprung

Juliane Seifert

ist seit 2018 Staatssekretärin im

Bundesfamilienministerium.

didacta: Um die Qualität der Kinderbetreuung

in Kitas zu verbessern, will die

Bundesregierung bis 2022 den Ländern

5,5 Milliarden Euro bereitstellen. Den

Ländern ist es freigestellt, wie sie die

Mittel verwenden. Welche Investition

wäre aus Ihrer Sicht am sinnvollsten?

Juliane Seifert: Die Mittel können in zehn

Handlungsfeldern eingesetzt werden, beispielsweise

zur Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels,

zur Erweiterung der

Öffnungszeiten oder zur Freistellung der

Kita-Leitung. Alle Handlungsfelder dienen

der Verbesserung der Qualität in der Kindertagesbetreuung.

Da es jedoch unterschiedliche

Handlungs- und Entwicklungsbedarfe in

den Ländern gibt, ist es nicht nur sinnvoll,

sondern auch folgerichtig, den Ländern die

Auswahl darüber zu überlassen, in welchem

der Handlungsfelder sie Qualitätsmaßnahmen

treffen wollen.

Experten befürchten, dass das Geld in die

Beitragsfreiheit von Kitas und nicht in die

Qualität fließt. Wie wollen Sie sicherstellen,

dass Länder die Gelder nicht falsch

investieren?

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag

darauf geeinigt, Eltern bei den Gebühren

bis hin zur Beitragsfreiheit zu entlasten. Und genau

dies tun wir mit dem Gute-Kita-Gesetz: Wir investieren

sowohl in qualitative Verbesserungen als

auch in eine Verbesserung der Teilhabe aller Kinder

in der Kindertagesbetreuung. Fakt ist doch, dass

teils sehr hohe Beiträge für viele Familien den

Zugang zur Kindertagesbetreuung erschweren

oder verhindern. Wenn Kinder aufgrund zu hoher

Gebühren nicht in die Kita gehen können, nutzt

ihnen auch kein qualitativ hochwertiges Angebot.

Deswegen müssen wir beides machen: in mehr

Qualität und weniger Gebühren investieren.

Für die Länder ist es schwierig, dauerhafte

Maßnahmen für die Qualität umzusetzen,

wenn die Gelder nur bis 2021 gezahlt werden.

Rechnen Sie mit einer weiteren finanziellen

Unterstützung nach 2021?

Wir haben es bereits geschafft, Mittel bis zum

Jahr 2022 zur Verfügung zu stellen – insgesamt

5,5 Milliarden Euro. Wir bekennen uns darüber

hinaus zu dem Ziel, nachhaltig und dauerhaft

Foto: © plantic / Shutterstock.com

46 www.didacta-magazin.de 4/2018


DAS „GUTE-KITA-GESETZ“

› soll voraussichtlich zum 1. Januar 2019

in Kraft treten

› will die Qualität der Kindertagesbetreuung

verbessern und Eltern bei den Beiträgen

entlasten

› bedeutet eine Investition seitens des Bundes

von 5,5 Milliarden Euro bis 2022

› umfasst zehn Handlungsfelder, die Bund,

Länder, Kommunen, Verbände und Wissenschaft

gemeinsam festgelegt haben:

1. Bedarfsgerechtes Angebot

(z. B. erweiterte Öffnungszeiten)

2. Guter Betreuungsschlüssel

3. Qualifizierte Fachkräfte

4. Starke Kitaleitung

5. Kindgerechte Räume

6. Gesundes Aufwachsen

7. Sprachliche Bildung

8. Starke Kindertagespflege

9. Netzwerke für mehr Qualität

10. Vielfältige pädagogische Arbeit

die Qualität der frühen Bildung zu verbessern.

Die zusätzlichen 2 Milliarden Euro in 2022 unterstreichen

diesen Willen des Bundes nachdrücklich,

in dem das Vorhaben und die Mittel in die

nächste Legislaturperiode hineingehen und nicht

im Wahljahr 2021 enden.

Neben der mangelnden Qualität in vielen

Kommunen kämpft der Kita-Sektor mit

dem Fachkräftemangel. Welche Lösungsansätze

verfolgt hier das Bundesministerium?

Wir brauchen genügend und gut qualifizierte

Fachkräfte – ohne sie können wir unsere Ziele

nicht erreichen. Deshalb müssen wir mehr Menschen

für den wichtigen Beruf der Erzieherin

und des Erziehers gewinnen. Gleichzeitig muss

es uns gelingen, bereits Beschäftigte länger im

Beruf zu halten.

Wie kann das gelingen?

Die Attraktivität dieses Berufsfeldes hängt stark

von den Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen

und nicht zuletzt von der Bezahlung ab. Die

von den Tarifpartnern im Frühjahr verhandelte

Gehaltserhöhung für die Sozial- und Erziehungsberufe

ist somit ein wichtiger Schritt. Daran müssen

sich jedoch weitere anschließen. Mit einer

bundesweiten Fachkräfteoffensive wollen wir

die Länder darin unterstützen, den besonderen

Fachkräftebedarf zu decken und gleichzeitig ein

Signal für die weitere Aufwertung sozialer Berufe

setzen. Die konkreten Pläne für die Offensive

werden wir in Kürze vorstellen.

BVA_ZfA_didactaMagazin2013_200x95_5_6.pdf 1 06.03.13 16:43


SCHULE IN KÜRZE

INTERESSENCHECK FÜR SCHÜLER

Mit dem Berufswahltest von Einstieg können

Jugendliche testen, welche beruflichen Interessen

bei ihnen besonders ausgeprägt sind. Der

Test dauert circa 15 Minuten, danach erhalten

die Teilnehmer als Testergebnis eine Liste mit

passenden Ausbildungsplätzen und Studiengängen.

Der Interessencheck ist gratis, vorab ist eine

Registrierung notwendig. Auf der Seite einstieg.com

sind darüber hinaus Tipps zur Bewerbung sowie

Infos zu Praktika und freien Stellen zu finden.

■■

www.einstieg.com

JUGEND CREATIV GEHT

IN DIE NÄCHSTE RUNDE

Unter dem Motto „Musik bewegt“

startete im September der 49. Wettbewerb

„jugend creativ“. Schüler

ab der 1. Klasse sind dazu aufgerufen,

ihre Ideen zum Thema Musik,

Klänge und Töne in Bildern oder

Videos zu präsentieren. Teilnahmeschluss

ist der 22. Februar 2019, die

Gewinner erhalten einen einwöchigen

Kreativworkshop an der Ostsee. Der

Wettbewerb wird von den Volks- und

Raiffeisenbanken ausgerichtet.

■■

www.jugendcreativ.de

WETTBEWERB VON

STIFTUNG WARENTEST GESTARTET

Wie gesund sind Müsliriegel? Welcher Nagellack hält am

längsten? Beim Wettbewerb „Jugend testet“ der Stiftung

Warentest suchen sich die Teilnehmer ihr Thema selbst heraus,

entwickeln ihre eigene Testmethode und stellen ihre Versuche

und Ergebnisse anschließend in einem Bericht dar. Mitmachen

können Schüler zwischen 12 und 19 Jahren, Anmeldungen

sind bis zum 30. November möglich. Die Stiftung Warentest

möchte mit dem Wettbewerb Verbraucherkompetenz fördern.

■■

www.jugend-testet.de

LEHRKRÄFTE IN DEUTSCHLAND VERDIENEN GUT

Etwa 54.400 Euro beträgt das Einstiegsgehalt eines Sekundarstufe-I-

Lehrers in Deutschland, damit ist es fast doppelt so hoch wie der

OECD-Durchschnitt von rund 28.600 Euro. Nur Lehrer in Luxemburg und

der Schweiz verdienen mehr. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen OECD-

Berichtes „Bildung auf einen Blick“, der im September veröffentlicht wurde.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrer verbandes betonte

in der Bildzeitung: „Allerdings ist die Arbeitsbelastung im internationalen

Vergleich ebenfalls deutlich überdurchschnittlich“.

■■

www.oecd.org

Fotos: © STABILO Education; © Andy P, racom / Shutterstock.com

48 www.didacta-magazin.de 4/2018


didacta

Gewinnspiel

© Nils Thies

SCHREIBLERNHELFER GEWINNEN

didacta und Stabilo Education verlosen einen

„Stabilo EduPen“ inklusive App. Mit dem

digitalen Stift können Lehrkräfte die Schreibmotorik

ihrer Schüler einfach messen und

fördern. Die Schüler schreiben damit auf

Papier, danach wertet die App die schreibmotorischen

Kompetenzen aus und zeigt den

Förderschwerpunkt eines Schülers an, zum

Beispiel Druck oder Tempo. Über die App

stehen verschiedene kompetenzorientierte

Übungsempfehlungen für die individuelle

Förderung im Schreibunterricht bereit.

Das Angebot

zur ökonomischen

Bildung

Die Deutsche Bundesbank bietet Schulen

ein kostenloses Angebot rund um die Themen Geld,

Währung und Zentralbank.

– Unterrichtsmaterialien für alle Schulstufen:

Primarstufe: Mein Euro Spiel- und Rechengeld

Sekundarstufe I: Geld verstehen

Sekundarstufe II: Geld und Geldpolitik

– Vorträge für Schulklassen

– Lehrerfortbildung

Alle Informationen unter:

www.bundesbank.de/bildung

Einfach www.didacta-magazin.de besuchen

und das Gewinnspielformular ausfüllen.

Teilnahmeschluss: 13. Januar 2019

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices

sind von der Teilnahme ausgeschlossen

Workshops und Führungen

im Geldmuseum

www.geldmuseum.de

© Uwe Nölke


Schule

Von Bären und Bullen

Zinseszins, Rendite, Investmentfonds: Viele Jugendliche verstehen kaum

etwas von Geldwirtschaft. Braucht es ein Schulfach Finanzbildung?

Text Tina Sprung

Der Tweet, schnell getippt mit 137 Zeichen,

machte Naina innerhalb kürzester Zeit

bekannt: „Ich bin fast 18 und hab keine

Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen.

Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse

schreiben. In 4 Sprachen.“ Vor drei Jahren

griffen deutsche Medien den Tweet auf, er verbreitete

sich wie ein Lauffeuer in den sozialen

Medien. Es folgte eine Bildungsdebatte. Politiker

und Experten meldeten sich zu Wort, gaben ihr

Recht und forderten eine stärkere Einbindung

von ökonomischer Bildung in den Schulalltag,

manche sprachen sich für ein extra Schulfach

Finanzbildung aus. Andere wiederum relativierten

den Tweet – der Lehrplan sei bereits

überfrachtet. Und jetzt, drei Jahre danach, ist

die Diskussion noch nicht verblasst.

Ist es der richtige Weg, ein neues Schulfach

zu verankern und Finanzbildung verpflichtend

einzuführen – so, wie es in manchen Bundesländern

bereits der Fall ist? Darauf hat Reinhold

Hedtke, Professor für Wirtschaftssoziologie und

Didaktik der Sozialwissenschaften, eine klare

Antwort: „Es ist nicht sinnvoll, für alle Alltagsfragen

ein Fach einzuführen. Dann bräuchten

wir das Fach Gesundheitsbildung, Familienführung,

Rechtsbildung – das macht inhaltlich und

Foto: © gopixa / Shutterstock.com

50 didacta-magazin.de 4/2018


pädagogisch keinen Sinn“. Vielmehr sollte es in

Fächern wie Wirtschaft und Politik als Thema

behandelt werden.

Mehr als die Befähigung zum Aktienhandel

Wie können Lehrkräfte das benötigte Wissen

fördern? Bei Finanzbildung geht es vor allem

um eine Vermittlung eines Grundverständnisses:

Finanzbildung sollte so angelegt sein, dass

die Schüler verstehen, wie das System funktioniert.

Wie arbeiten Politik, Banken und Versicherungen?

Was ist eine Aktie oder Liquidität?

Die Schule muss Jugendliche nicht befähigen,

beispielsweise mit Aktien gewinnbringend zu

handeln, sondern ihnen vermitteln, was an Börsen

geschieht und welche Auswirkungen deren

Schwankungen auf die Wirtschaftslage haben.

„Eine solide Grundorientierung über Finanzen

bekommen sie nur in der Schule“, sagt Hedtke.

Laut dem Didaktiker sollte Finanzwissen ab der

9. Klasse vermittelt werden.

Projektbeispiel:

„Werteund

Finanzkompetenzen

für Kinder“

des deutschen

Kinderhilfswerkes,

weitere

Informationen

auf:

www.projektkindercash.de

Er empfiehlt, dafür auf geprüfte Materialien von

Verlagen zurückzugreifen. „Es kann durchaus

sinnvoll sein, einen Vertreter von einer Bank oder

einer Versicherung in die Schule kommen zu

lassen, der mit den Schülern das Thema Finanzen

behandelt“, sagt Hedtke. Die Schüler sollten

dann aber in der Vorbereitung kritische Fragen

entwickeln und die Stunden im Anschluss mit

den Lehrkräften besprechen. Um Finanzbildung

im Schulalltag zu verankern, werden bundesweit

Wettbewerbe für Schulen angeboten: An

fiktiven Börsen mit Aktien handeln oder Filme

produzieren. Da ist Hedtke skeptisch. „Wettbewerbe

fördern Konkurrenzdenken von Kindern

und Jugendlichen“, sagt er. Besser ist es, den

Teamgedanken zu stärken.

Wunsch nach mehr Finanzbildung

Auch die Jugendlichen wünschen sich bessere

Finanzbildung: Laut der Jugendstudie 2018 des

Bankenverbandes wünschen sich 84 Prozent

der Jugendlichen mehr Informationen zu wirtschaftlichen

Zusammenhängen in der Schule.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass 82 Prozent der

jungen Menschen nicht sagen können, wie hoch

die Inflationsrate in Deutschland ist oder was

Rendite bedeutet. Laut einer Forsa-Umfrage hat

jeder vierte junge Erwachsene kein Wissen über

das Finanzsystem. Und selbst Erwachsene können

sich schwer tun: Oder wissen Sie, was der

Unterschied zwischen einem geschlossenen

und offenen Fonds ist?


Schule

UNTERRICHTSIDEE ZUR FINANZBILDUNG

Laden Sie einen Versicherungs- oder Bankexperten

in den Unterricht ein, der von seiner täglichen

Arbeit erzählt und dem die Schüler Fragen

stellen können. Zur Vor- und Nachbereitung des

Besuchs eignen sich die Fallbeispiele „Von Bullen

und Bären – Bankenchinesisch“. In der Vorbereitung

bearbeiten die Kinder nachfolgende

vier Fälle und diskutieren sie in der Gruppe. Im

Nachgang an den Besuch arbeiten die Schüler

die Informationen in einem Rollenspiel auf.

Fallbeispiele

Wer sein Geld nur kurzfristig anlegen will,

braucht eine andere Anlageberatung als derjenige,

der für seine Rente vorsorgen möchte.

Die folgenden vier Fallbeispiele verdeutlichen

unterschiedliche Anlagestrategien:

Fall 1: Bernd Bendels, 35 Jahre alt, Single, verdient

als Diplom-Ingenieur überdurchschnittlich

gut. Er möchte seine Ersparnisse gewinnbringend

anlegen, um möglichst vorzeitig aus dem

Beruf auszusteigen und ohne finanzielle Einbußen

sein Rentnerdasein mit einem eigenen

Ferienhaus am Meer und einer eigenen Motoryacht

zu genießen.

Fall 2: Sarah und Manuel Gasper, verheiratet,

beide 23 Jahre alt, er als Servicemonteur, sie

halbtags als Arzthelferin tätig, haben ihr erstes

Kind bekommen. Sie möchten sparen, um

ihrem Kind eine gute Bildung und Ausbildung

zu ermöglichen, aber auch um eine gewisse

Sicherheit gegen unvorhergesehene finanzielle

Belastungen zu erlangen.

Fall 3: Luise Rütten, 19 Jahre alt, hat gerade

ihr Abitur gemacht. Sie möchte Lehrerin für

Fremdsprachen werden und an einer deutschen

Universität studieren, aber zwischendurch für

ein Semester nach England und für ein weiteres

Semester nach Frankreich gehen. Deshalb

hat sie zunächst einen Job als Kellnerin angenommen,

um Geld für das Auslandssemester

zu verdienen. Denn hierzu reicht das Geld der

Eltern nicht.

Fall 4: Katrin und Lars Meerkatz, 43 und

44 Jahre alt, verheiratet, kinderlos, beide berufstätig,

geringe Einkommen, sind leidenschaftliche

Zocker. Sie möchten große Reisen machen und

sich das hierzu notwendige Geld an der Börse

verdienen.

Arbeitsaufträge für Schüler:

Vorbereitung auf die Expertenbefragung

Im Mittelpunkt der Unterrichtsstunde steht

eine Expertenbefragung. Ihr werdet in Gruppen

eingeteilt und wählt jeweils in eurer Gruppe

eines der vier Fallbeispiele. Die erste Aufgabe

besteht darin, Fragen für die Befragung vorzubereiten,

die euch helfen, die Person oder

das Ehepaar eures Fallbeispiels angemessen

zu beraten.

››

Lest die Fallbeispiele in eurer Gruppe durch

und wählt ein Beispiel aus, mit dem ihr

euch beschäftigen möchtet.

››

Jeder für sich: Überlege, welche Bedürfnisse

im Fallbeispiel in Hinblick auf die

Verfügbarkeit des Geldes – Liquidität –, die

Sicherheit der Anlage und die Rentabilität

vorliegen. Welche Informationen über die

Geldanlagemöglichkeiten deines Fallbeispiels

brauchst du, um sinnvoll beraten

zu können? Formuliere vier Fragen an den

Finanzexperten, die sich daraus ergeben,

und schreibe sie auf.

››

Als Gruppe: Diskutiert die Fragen in eurer

Gruppe und entscheidet euch für sechs Fragen,

die ihr dem Experten stellen möchtet.

››

Schreibt die Fragen gut leserlich auf die

Papierstreifen.

Diese und

weitere Ideen:

Heinz Jacobs

Ökonomie

im Schulalltag:

Alltagsorientierung,

Kompetenzorientierung,

Vielfalt und

Fachmethodik

in der Sekundarstufe

I

Wochenschau

Verlag, 2013

80 Seiten

16,80 Euro

Foto: © goodluz / Shutterstock.com

52 didacta-magazin.de 4/2018


Nach der Expertenbefragung: Rollenspiel

Im Anschluss an die Stunde mit dem Experten

sollt ihr in eurer Gruppe die Anlageberatung

im Rollenspiel simulieren. Dabei sollt ihr die

Einkommens- und Vermögenssituation und

die Bedürfnisse der Person oder des Paares

berücksichtigen. Die Informationen und die

Hilfen, die ihr braucht, um eine solche Beratung

durchzuführen, liefert euch der Experte. Überlegt

deswegen genau, wie ihr vorgeht, um eine

sinnvolle Beratung anzubieten.

››

Prüft, ob ihr mit den erfragten Informationen

tatsächlich eine Anlageberatung für

euer Fallbeispiel durchführen könnt.

››

Erarbeitet ein Rollenspiel, das eine

Anlageberatung in einem Geldinstitut simuliert.

Verteilt die Rollen und erstellt einen

Gesprächsleitfaden, der in Stichpunkten

verfasst ist. Arbeitet in eurem Beratungsgespräch


a) die finanzielle Situation und die Bedürfnisse

des potenziellen Anlegers heraus und …

b) schlagt ihm verschiedene Anlagemöglichkeiten

mit ihren Vor- und Nachteilen vor, die zur

Situation des Anlegers passen.

c)

Sprecht abschließend eine Empfehlung aus.

Begründet eure Entscheidung.


Schule

Auf die Haltung kommt es an

Elterngespräche gehören zum Schulalltag, Kompetenzen in Gesprächsführung werden

Lehrkräfte in der Ausbildung aber kaum vermittelt. Grundvoraussetzung für

die erfolgreiche Kommunikation: Selbstreflexion.

Text Gernot Aich

AUF EINEN BLICK

››

Lehrkräfte sollten Eltern auf Augenhöhe

begegnen.

››

Wichtig ist, offen für die Sichtweise der Eltern

zu sein und sie als Experten für ihr Kind

anzuerkennen.

››

W-Fragen helfen dabei Lösungen zu entwickeln.

Foto: © ESB Professional / Shutterstock.com

54 www.didacta-magazin.de 4/2018


Entdecken. Kombinieren.

Vermitteln.

Mit dem Schulportal der

Frankfurter Rundschau.

Für die Wissensvermittlung

und Kompetenzförderung in

der Schule stellen wir Ihnen

einen Pool an geeigneten

Themen impulsen, ausgearbeiteten

Unterrichtsideen,

didaktischen Methoden und

digitalen Elementen zur

Verfügung, die Sie frei

miteinander kombinieren

können.

Jetzt entdecken

fr.de/didacta

Christoph Städeli, Manfred Pfiffner

Prüfen

Was es zu beachten gilt |

Kerngeschäft Unterricht Band 3

1. Auflage 2018

112 Seiten

19 × 26 cm, Broschur

ISBN 978-3-0355-1062-1

€ 28,00

Auch erhältlich als E-Book

In Vorbereitung

Unterrichten. Ein Leitfaden für die

Praxis | Kerngeschäft Unterricht

Band 1 | ISBN 978-3-0355-1241-0

Klassen führen. Mit Freude, Struktur

und Gelassenheit | Kerngeschäft Unterricht

Band 2 | ISBN 978-3-0355-1307-3

Lehrkräfte berichten häufig von negativen

Eltern-Gesprächen, die sie als anstrengend,

konflikthaft und verletzend erleben.

Für manche Lehrkräfte ist das Gespräch

mit Eltern sogar eine der größten Herausforderungen

in ihrem Beruf.

Aus kommunikationspsychologischer Sicht sind

Gespräche mit Eltern kein einfaches Terrain.

Häufig kommt es zu Ziel- beziehungsweise

Gut und fair prüfen – ein Praxisbuch

für alle Stufen

hep verlag ag

Gutenbergstrasse 31

Postfach

CH-3001 Bern

Tel. +49 (0) 800 73 007 37

info@hep-verlag.de

www.hep-verlag.de


Schule

Interessenskonflikten: So möchte die Lehrkraft

vielleicht, dass ein Kind sein Verhalten ändert,

und dafür die Unterstützung der Eltern. Die

Eltern hingegen wollen bessere Noten für ihr

Kind und denken, dass die Lehrkraft mit dem

Problem alleine fertig werden muss. Dass nicht

ihr Kind, sondern der Lehrer an dem Fehlverhalten

schuld ist und ihr Kind bei einer geeigneten

Förderung das Fehlverhalten abstellen würde.

Oft kommt es in solchen Konstellationen zu

verdeckten oder offenen Schuldzuweisungen.

Die Frage nach der Schuld steht im Vordergrund

und nicht, wie man mit dem Problem in Zukunft

umgeht und wie es gelöst werden kann.

Besonders verdeckte Angriffe und Schuldzuweisungen

der Eltern erfahren Lehrkräfte als belastend

– da sie zwar merken, dass die Eltern Kritik

üben, diese jedoch nicht greifbar ist, weil sie nur

zwischen den Zeilen beziehungsweise am Tonfall

bemerkbar ist. Ein weiterer Faktor für schwierige

Situationen im Elterngespräch entsteht aus

einer nicht klar abgrenzbaren Verantwortung

für die Schüler. Wo fängt die Verantwortung

des Elternhauses an und wo muss die Schule

intervenieren, ohne übergriffig zu werden? Ist

die Lehrperson und oder der Elternteil in der

Verantwortung, etwas zu verändern? Gespräche

werden außerdem oft unter Zeitdruck geführt

oder zwischen Tür und Angel. Dies ist gerade bei

herausfordernden Themen nicht optimal.

Auf Augenhöhe sprechen

Ein zentraler Aspekt für die gelungene Kommunikation

mit Eltern ist die Grundhaltung der

Lehrkraft. Fragen, die dabei helfen, die eigene

Haltung zu reflektieren, sind:

››

Wie gehe ich in das Gespräch? Möchte

ich Frust loswerden oder zu konstruktiven

Lösungen kommen?

››

Ist es mir wichtig, zu verstehen, welche

Motive das Gegenüber hat oder soll das

Gegenüber das umsetzen, was ich als die

richtige Lösung erachte?

››

Geht es mir um ein partnerschaftliches

Verhältnis und sehe ich das Gegenüber

ebenfalls als Experten für sein Kind an oder

nicht?

››

Sind kritische Anmerkungen der Eltern okay

und werden sie als Möglichkeit gesehen,

die Situation zu optimieren?

Es ist wichtig, den Eltern auf Augenhöhe zu

begegnen und sie, wenn möglich, mit ins

Boot zu holen. Dabei hilft es, am Anfang des

Gesprächs die Sichtweise auf das Problem

beziehungsweise die Situation abzugleichen:

Hat die Elternperson dieselbe Perspektive auf

das Problem? Falls nicht, wie analysiert sie die

Situation?

Bei unterschiedlichen Auffassungen ist wichtig,

diese zu respektieren und gemeinsam zu

analysieren, wie es zu diesen verschiedenen

Sichtweisen kommt und wie man mit diesen

beiden Sichtweisen umgeht. Ein gelungenes

Gespräch kann auch darin bestehen, dass man

die andere Sichtweise kennenlernt, auch wenn

noch keine Lösung gefunden wurde. Dies kann

dann beim nächsten Gespräch erfolgen.

„Hard to reach parents“

Teilweise sind Eltern im Gespräch passiv, dann

geht die Lehrkraft oft in die Verantwortung und

gibt Ratschläge. Dies sollte vermieden werden,

da die Ratschläge den Elternteil noch weiter

in die passive Rolle drängen können. Möglich

ist, dass die Eltern den Vorschlägen zwar vordergründig

zustimmen, nach dem Motto: Ich

sage ja, dann habe ich meine Ruhe und kann

wieder gehen.

Das Ergebnis ist, dass die Vorschläge nicht

umgesetzt werden und die Lehrkraft enttäuscht

oder verärgert ist. Besser ist es, gemeinsam

nach umsetzbaren Lösungen zu suchen. Hier

helfen aktivierende W-Fragen, die von der

Lehrkraft gestellt werden, zum Beispiel:

››

Sie kennen Ihr Kind ja besser als ich, was

denken Sie wieso es die Schwierigkeiten

gibt?

››

Wie würden Sie das Problem angehen?

››

Welche Erwartungen haben Sie an mich?

Sie fordern das Gegenüber auf, Position zu

beziehen und Verantwortung zu übernehmen.

Hier ist es wichtig, dass die Lehrkraft dem

Gegenüber Zeit lässt, die Fragen zu beantworten

und aktiv zu werden. Ein wichtiger Grundsatz

ist: Besser ein kleiner, gemeinsam entwickelter

Lösungsschritt, der umgesetzt wird, als ein nicht

umgesetzter Ratschlag. Wenn sich Eltern gänzlich

verschließen oder gar nicht zum Gespräch

kommen – die sogenannten „Hard to reach

Zum

Weiterlesen:

Gernot Aich,

Michael Behr

Gesprächsführung

mit

Eltern

Beltz Verlag,

2015

272 Seiten,

29,95 Euro

Gernot Aich,

Christina

Kuboth,

Martin Gartmeier,

Daniela

Sauer (Hrsg.)

Kommunikation

und

Kooperation

mit Eltern

Beltz Verlag,

2015

191 Seiten,

24,95 Euro

Foto: © Matthias Respondek

56 www.didacta-magazin.de 4/2018


parents“ – hat die Lehrkraft kaum Einfluss. Ist

dies der Fall und liegt kein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

vor, sollte die Lehrkraft sich

überlegen, wie sie das Kind unter den gegebenen

Umständen am besten fördern oder ihm

mehr Aufmerksamkeit geben kann. Vergisst das

Kind beispielsweise häufig seine Sachen, kann

die Lehrkraft mit ihm gemeinsam eine Merkliste

erstellen, macht es die Hausaufgaben

nicht, kann sie mit ihm besprechen, wie die

Zeit daheim strukturiert werden kann.

Mit Vorwürfen umgehen

Wichtig ist, dass die Lehrkraft Vorwürfe nicht

persönlich nimmt und gelassen bleibt. Der Grund

ist fast immer, dass sich die Eltern Sorgen um

ihr Kind machen. Eine mögliche Intervention von

Seiten der Lehrkraft ist, darauf einzugehen und

beispielsweise zu formulieren: „Sie machen sich

Sorgen wegen Lukas?“, „Sie möchten, dass sich

seine Noten verändern?“

Dann heißt es, gemeinsam mit der Elternperson,

den Problemkern „herauszuschälen“. Wenn

klar ist, um was es den Eltern geht, kann man

gemeinsam überlegen, wie das Problem gelöst

werden kann. Dabei ist es wichtig, dass die

Lehrkraft einschätzt, ob die Überlegungen zielführend

sind und ob die Eltern bereit sind, die

Schritte mitzugehen. Denn die Problemlösung

darf nicht nur in der Verantwortung der Lehrkraft

liegen – sie ist ein gemeinsames Vorhaben, das

nur in enger Kooperation gelingt.

FAZSCHULE.NET

Das Schul- und Lehrerportal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Unterrichten mit der F.A.Z.

DER AUTOR

Dr. Gernot Aich ist Juniorprofessor an

der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch

Gmünd. Er leitet dort die Abteilung

für „Pädagogische Psychologie, Beratung

und Intervention“, ist außerdem Buchautor

und Kommunikationstrainer.

Entdecken Sie unsere

Unterrichtsreihe zu aktuellen

Themen aus Politik,

Geschichte und Wirtschaft:

In Kooperation mit dem

Bergmoser + Höller Verlag

monatlich didaktisch-methodisch

aufbereitete Materialien

für die Sekun darstufen 1 und 2.

Kostenfreier Download:

faz.net/didacta


AUSBILDUNG IN KÜRZE

BESSERE BEDINGUNGEN FÜR AZUBIS GEFORDERT

Der 13. Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes

beklagt, dass es bei der Qualität der Ausbildung

nach wie vor deutlichen Nachbesserungsbedarf gibt. Mit

rund 70 Prozent ist zwar die große Mehrheit der Auszubildenden

mit ihrer Lehre zufrieden. Mehr als die Hälfte der

Azubis muss aber auch nach der Arbeit für den Betrieb

erreichbar sein, mehr als ein Drittel der Befragten leistet

regelmäßig Überstunden und jeder vierte Auszubildende

macht regelmäßig Schichtarbeit. Nach Angaben der Azubis

werden bei der Hälfte die vorgeschriebenen Ruhezeiten

von elf Stunden nicht eingehalten. Für die aktuelle

Erhebung wurden fast 15 000 Azubis befragt.

■■

www.dgb.de (Stichwortsuche: Ausbildungsreport)

BAHN ERMÖGLICHT

BEWERBUNG OHNE ANSCHREIBEN

Wer sich als Azubi bei der Deutschen

Bahn bewerben will, braucht zukünftig

kein Anschreiben mehr zu verfassen.

Die Deutsche Bahn benötigt dringend

neues Personal und möchte es Interessenten

einfacher machen, sich für einen

Ausbildungsplatz zu bewerben. Auf der

Online-Bewerbungsplattform brauchen

Interessenten, die 2019 eine Ausbildung

bei der Bahn beginnen wollen, nur noch

Zeugnisse und Lebenslauf einreichen.

Sollte sich das neue Bewerbungsverfahren

bewähren, will die Bahn

diese Neuerung ausweiten.

■■

www.karriere.deutschebahn.com/

karriere-de

MINDESTVERGÜTUNG FÜR AZUBIS GEFORDERT

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres fordert der Deutsche

Gewerkschaftsbund eine Mindestvergütung für die Auszubildenden.

Sie sollte im ersten Ausbildungsjahr 635 Euro betragen. Diese Forderung

betrifft vor allem Azubis bestimmter Sparten, zum Beispiel

Friseure, die durchschnittlich 522 Euro verdienen. Im Schnitt liegt

das Gehalt von Auszubildenden im ersten Lehrjahr bei 721 Euro.

IMMER MEHR ABITURIENTEN

WÄHLEN AUSBILDUNGSBERUF

Der duale Ausbildungsweg wird für Abiturienten immer

attraktiver. Das zeigt die Auszubildenden-Zufriedenheitsumfrage

2018 der IHK Niedersachsen. So ist der Anteil der

Abiturienten, die eine Ausbildung begonnen haben, von

26 Prozent im Jahr 2015 auf 31,4 Prozent im Jahr 2018

gestiegen. Abiturienten wählen vor allem kaufmännische

Berufe wie Bank- oder Industriekaufmann. In dieser Sparte

haben mehr als 60 Prozent der Azubis Abitur. Auch bei technischen

Berufen wie Chemielaboranten und Elektronikern

für Automatisierungstechnik dominieren die Abiturienten. An

der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer

Niedersachsen beteiligten sich fast 5000 Auszubildende.

Fotos: © Olena Yakobchuk, Dean Drobot, Monkey Business Images / Shutterstock.com

58 www.didacta-magazin.de 4/2018


MEHR AUSBILDUNGSVERTRÄGE

Die Zahl der Jugendlichen, die eine

Ausbildung beginnen, wächst: 2017

haben 1,1 Prozent mehr Jugendliche

als im Jahr davor eine betriebliche

Ausbildung begonnen. Das Statistische

Bundesamt weist darauf hin,

dass 3,7 Prozent mehr junge Männer

einen Ausbildungsvertrag abschlossen,

zugleich aber 2,9 Prozent weniger

junge Frauen. Besonders stark war der

Zuwachs von ausländischen Berufsanfängern

mit einem Plus von 36,2 Prozent.

Am beliebtesten war die Lehre

im Einzelhandel mit 28 500 Verträgen.

Vor allem im traditionellen Handwerk

blieben nach Angaben der Deutschen

Industrie- und Handelskammer viele

Ausbildungsplätze unbesetzt.

■■

www.destatis.de


Ausbildung

Hört auf die Zielgruppe!

Die Studie Azubi-Recruitingtrends befragte Azubis und Unternehmen zu ihren

Ansichten zum Bewerbungsprozess. Das Ergebnis: Betriebe und Auszubildende

erwarten Unterschiedliches.

Text Vincent Hochhausen

AUF EINEN BLICK

››

Azubis wollen lieber an ihren tatsächlichen Fähigkeiten

als an ihren Noten gemessen werden.

››

Der Nutzung von Social Media in der

Bewerberkommunikation begegnet eine

Mehrheit der Bewerber skeptisch.

››

Stellenanzeigen sollten mögliche

Bewerber informieren, nicht aussieben.

Per Whatsapp oder E-Mail? Social Media

nutzen oder meiden? Wie wichtig sind

die Noten? Diese Fragen treiben mittlerweile

viele Unternehmen bei der Bewerberauswahl

um, gerade weil in manchen

Branchen und Regionen die Bewerber

ausgehen. Um zu erfahren, was die Beteiligten

eigentlich vom Bewerbungsprozess erwarten,

befragt das Unternehmen U-form Testsysteme

jedes Jahr Azubis, Bewerber auf Ausbildungsplätze

sowie Ausbildungsverantwortliche zu

Weitere

Informationen

zur Studie

gibt es auf:

www.testsysteme.de/

studie

60 www.didacta-magazin.de 4/2018


Zwar bieten 74 Prozent in ihren Stellenanzeigen

Informationen zum Ausbildungsberuf, aber

nur 41 Prozent Informationen zu beruflichen

Entwicklungsmöglichkeiten, 40 Prozent zur

Vergütung und nur 36 Prozent zum Ausbildungsablauf.

Stattdessen legen 82 Prozent

der Unternehmen großen Wert darauf, die

Anforderungen an die Bewerber in den Vordergrund

zu rücken. Die Studienautoren empfehlen

daher, dass Unternehmen, die über Bewerbermangel

klagen, in ihren Stellenanzeigen stärker

die Perspektiven als die Anforderungen betonen

sollten.

Foto: © Africa Studio / Shutterstock.com

verschiedenen Aspekten des Azubi-Recrui tings.

In der diesjährigen Ausgabe, die im Juni veröffentlicht

wurde, fragten die Forscher unter der

wissenschaftlichen Begleitung von Christoph

Beck von der Uni Koblenz über 5000 Personen

nach ihrer Meinung, davon rund 1200 Ausbildungsverantwortliche.

Die Ergebnisse zeigen,

dass die Unternehmen beim Recruitingprozess

umdenken sollten – aber nicht unbedingt in die

Richtung, die sie vielleicht erwarten.

Beispiel 1: Stellenanzeigen

An der Haltung zu Stellenanzeigen wird

deutlich, dass Bewerber und Unternehmen

oft verschiedene Erwartungen haben. Die

Antworten der Azubis zeigen, dass sie sich

von Stellenanzeigen vor allem Informationen

zu Ausbildung und Perspektiven versprechen:

75 Prozent wollen Infos zu beruflichen

Möglichkeiten nach der Ausbildung, 64 Prozent

zum Ablauf der Ausbildung, 57 Prozent

zum Ausbildungsberuf und zur Vergütung. Nur

41 Prozent interessieren sich für die Anforderungen

an den Bewerber. Schaut man sich

die Prioritäten der befragten Ausbildungsverantwortlichen

an, zeigt sich ein anderes Bild:

Beispiel 2: Noten und Anforderungen

Obwohl es kein Fokus der Studie war, machten

die selbstformulierten Antworten der

Azubis auf offene Fragen zwei Dinge deutlich:

zum einen, dass sich Bewerber wünschen,

dass Arbeitgeber bei der Bewerberauswahl

nicht die Noten in den Vordergrund stellen.

Und zum anderen, dass sie die Möglichkeit

schätzen, durch Praktika, Probearbeit oder

sonstige Informationsveranstaltungen direkt

in Kontakt mit dem Unternehmen und der

angepeilten Tätigkeit zu kommen. Schon

2017 hatten 70 Prozent der Bewerber angegeben,

sich Praktika oder Probearbeiten zu

wünschen. Damit liegen die Azubis ganz auf

einer Linie mit Fachleuten für Azubi-Recruiting

wie dem Unternehmensberater Axel Haitzer:

„Es bringt nichts, nur darauf zu schauen, was

ein Bewerber in der Vergangenheit gemacht

hat. Wir sollten Noten und Abschlüsse nicht

überbewerten. Es kommt darauf an, was ein

Bewerber zu tun imstande ist, wenn er die

Chance dazu bekommt.“ Die Unternehmen

sehen das etwas anders, zumindest was die

Noten angeht: 78 Prozent der Ausbildungsverantwortlichen

gaben an, auf keinen Fall auf die

Schulzeugnisse in den Bewerbungsunterlagen

verzichten zu wollen.

Beispiel 3: Mobil ist nicht gleich besser

Die Skepsis gegenüber der Nutzung von Diensten

wie Snapchat oder Whatsapp für das Azubi-

Recruiting ist bei den Azubis überraschend

ausgeprägt. 53 Prozent der Befragten stimmten

der Aussage „Betriebe sollten Whatsapp

im Bewerbungsverfahren gar nicht einsetzen“

voll oder eher zu, bezogen auf den Dienst Snapchat

lag die Ablehnung sogar bei 63 Prozent.

Wesentlich größer ist die Akzeptanz der E-Mail:

75 Prozent der Befragten nutzen sie häufig.

4/2018 www.didacta-magazin.de 61


Ausbildung

„Der Ausbildungs betrieb

ist kein Freund von mir“

In der Studie wurde den

Azubis auch die Möglichkeit

gegeben, Anliegen frei zu

formulieren. Diese teils sehr

direkten und unverblümten

Antworten geben einen

Einblick in die Prioritäten der

Azubis – und in ihre Lebenswelt.

Eine Auswahl ist hier

unverändert wiedergegeben:

SOCIAL MEDIA UND

CHAT-ANWENDUNGEN

„Da es sich um eine vertrauliche

Sache handelt, finde ich es datenschutzrechtlich

bedenklich.“

„Der Ausbildungsbetrieb ist kein

Freund von mir. Zu dem sollte er

nicht einsehen können wann ich

beispielsweise zuletzt online war.

Es ist zu privat, um Geschäftliches

zu klären. Man wäre jederzeit

erreichbar, dass ist nicht gut, denn

es entsteht dauerhafter Druck.

Man sollte nicht immer erreichbar

sein, sondern man sollte auch mal

abschalten dürfen. Wenn etwas

ist, kann man per E-Mail kommunizieren,

dass ist dann nicht so

durchsichtig.“

„Nach der Einstellung ok – davor

wirkt es eher unseriös – möchte

bitte gefragt werden, ob das ok ist.“

NOTEN

„Ein klassisches ‚Bewerbungsgespräch‘ hatte ich

selten, was schade ist. Viele verwechseln ‚Gespräch‘

mit ‚Interview‘. Es ist wichtig, dass es z. B. Gleichstellungsbeauftragte

etc. gibt, aber es ist unfair für introvertierte

Menschen, wenn sie vor 8 Personen inkl.

Berufspsychologen, Geschäftsleitung usw. ‚abgefragt‘

werden. Noch schlimmer ist es, wenn auch noch alle

mitschreiben müssen. Mir persönlich ist es wichtig,

dass der Ausbilder sympathisch ist und ich mich wohl

fühle. Ein lockeres Gespräch ist mir daher wichtig.

Auch finde ich Fragen wie ‚nenne 3 Stärken und

Schwächen‘ echt unpassend. Da lernt man doch nur

irgendwas auswendig und rattert es dann runter.“

„Ich glaube, dass fast jeder, der eine Ausbildung

machen möchte, eher erst zurückhaltend ist und nicht

recht weiß wie er sich verhalten soll. Deshalb finde

ich es wichtig, dass die Kollegen und Vorgesetzten

(eigentlich alle Angestellten etc.) nett, aufgeschlossen

und locker mit einem umgehen, einem das Gefühl

geben sich Wohl zu fühlen und sich nicht verstecken

zu müssen. Einem die Fragen beantworten und

einem mehr über den Betrieb selbst zu erzählen.“

„Es wäre schön, wenn nicht gleich 5 Personen

vor einem sitzen, sondern 2 Personen des

Unternehmens.“

BEWERBUNGSGESPRÄCH

„Es sollte viel mehr auf die Persönlichkeit des

Bewerbers eingegangen werden und geguckt

werden, ob die Person dazu geeignet ist.

Das ist 1000 mal wichtiger als irgendwelche

Schulnoten!“

„Es wird viel zu viel über Schulnoten geredet

und da wird viel zu viel wert drauf gelegt!! Ich

wurde gefragt wie es kommt, dass ich eine 1 in

Englisch aber eine 4 in Deutsch hatte … Mit der

Begründung, dass Englisch mir einfach liegt (als

angehende Kauffrau für Tourismus und Freizeit

nicht unbedingt unwichtig!) und ich dafür halt

keine Kurzgeschichten interpretieren kann

war niemand zufrieden … Das was man in der

Schule lernt ist halt (fast) alles unnötig, für das

weitere Leben, nach der Schule.“

„Mehr Transparenz! Weniger auf schöne Fotos

und Schulnoten achten und mehr auf wahre

Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewerber.“

Foto: © Roman Samborskyi / Shutterstock.com

62 www.didacta-magazin.de 4/2018


Für

ErzieherInnen,

Grundschullehrkräfte

und Eltern!

Sind Eltern Partner von Kitas und Schulen?

Philosophierstunde: Was ist Gerechtigkeit?

Kindern mit herausforderndem Verhalten

begegnen

Wie können ErzieherInnen im Alltag fit und

gesund bleiben?

Mehr als Doktorspielchen: Sexualerziehung

in der Kita

Auf die Stimme achten – Selbstfürsorge

für ErzieherInnen und Grundschullehrkräfte

Nichts ist umsonst:

Rechtliches zur Musiknutzung

Kinderschutz und Kinderrechte

in der digitalen Welt

… und viele weitere Themen

Frühe Bildung Online führt die verschiedenen Aspekte der frühen Bildung zusammen –

von der Früh- bis zur Grundschulpädagogik.

www.fruehe-bildung.online


HOCHSCHULE IN KÜRZE

FRAUENMANGEL

IN DER INFORMATIK

Die Frauenquote in Informatik-Studiengängen

liegt bei unter 20 Prozent. Das ist

das Ergebnis einer Analyse des Centrums

für Hochschulentwicklung, CHE. Den

höchsten Frauenanteil in diesen Studiengängen

verzeichnen aktuell Berlin und

Brandenburg mit jeweils 21,3 Prozent.

Die geringste Quote mit 14,6 Prozent

weist Mecklenburg-Vorpommern auf.

Die Quote unterscheidet sich je nach Teilgebiet:

Frauen entscheiden sich häufig für

Medizinische Informatik oder Bioinformatik.

■■

www.che.de

IMMER MEHR

JUNGE MENSCHEN MIT

HOCHSCHULABSCHLUSS

In Deutschland erreichen junge

Menschen einen höheren

Bildungsabschluss als die

Generation ihrer Eltern. Das

sind die Ergebnisse des Mikrozensus

2017 des Statistischen

Bundesamtes. 29 Prozent

der 30- bis 34-Jährigen haben

einen Hochschulabschluss,

während der Anteil unter

den 60- bis 64-Jährigen

bei 19 Prozent liegt.

■■

www.destatis.de

VIER DEUTSCHE UNIS UNTER DEN 100 BESTEN

Die Uni Heidelberg, die Technische Universität sowie

Ludwig- Maximilians-Universität München und die Uni

Göttingen haben es unter die Top 100 der weltweit

besten Hoch schulen geschafft. Das geht aus dem

„Shanghai Ranking“ hervor, ein weltweites Hochschulranking,

das die Shanghaier Jiaotong-Universität seit

dem Jahr 2003 durchführt. Qualitätsindikatoren sind

unter anderem Veröffentlichungen in Fachzeitschriften,

Zitationsraten und Anzahl der Nobelpreise. Weltweit

führend sind Harvard, Stanford, Cambridge, das

Massachusetts Institute of Technology und Berkeley.

■■

www.shanghairanking.com

VIELE STUDIERENDE LEIDEN UNTER STRESS

Jeder vierte Studierende klagt über Stress und Erschöpfung. Das ist

das Ergebnis der Studie „Gesundheit Studierender in Deutschland“,

für die über 6000 Studierende bundesweit befragt wurden. Demnach

schwankt die psychische Belastung je nach Fächern: Besonders Studierende

in den Sprach- und Kulturwissenschaften geben an, an Angststörungen

und Depressionen zu leiden. Studierenden der Medizin und

Gesundheitswissenschaften geht es psychisch am besten.

■■

www.dzhw.eu/pdf/21/gesundheit_studierender_in_deutschland_2017.pdf

Foto: © sheff, nd3000 / Shutterstock.com

64 www.didacta-magazin.de 4/2018


EDUCATION FESTIVAL

Pädagogik meets digital

23. – 25. Mai 2019

DESIGN CENTER LINZ

ÖSTERREICHS FACHMESSE FÜR DIGITALE MEDIEN IN DER BILDUNG

DIDACTA-DIGITAL.AT

Partner:

Organisation:

Unterstützt von:

GEE Global Education Events GmbH

Herr Maik Baggendorf

Tel. +49 40 710070-72

maik@gee-group.com

Frau Mareike Hegewald

Tel. +49 40 710070-73

mareike@gee-group.com


Hochschule

Es regnet summa cum laude

Noten hängen nicht nur von der Leistung ab, sondern auch vom Beurteiler.

Das gilt in der Schule und führt sich an den Hochschulen fort.

Interview Tina Sprung


LEHRER

SELBST

VERLAG

Prof. Hans-Peter Klein

lehrt Didaktik der Biowissenschaften an

der Goethe Universität in Frankfurt am

Main. Er kritisiert seit Jahren, dass die

Anforderungen an die Studenten immer

mehr sinken.

didacta: Herr Prof. Klein, ich möchte

ein summa cum laude – also die beste

Auszeichnung – in meiner Doktorarbeit in

Wirtschaftswissenschaften. Welche Uni

können Sie mir empfehlen?

Hans-Peter Klein: Ich würde Ihnen raten, in

Freiburg im Breisgau Ihre Doktorarbeit zu schreiben.

Hier wurden für den Zeitraum 2014 bis 2016

74 Prozent der Doktorarbeiten mit der Bestnote

vergeben. Abraten würde ich Ihnen von Stuttgart

oder Ulm, denn dort liegt die Vergabequote der

Bestnote nur bei 9 Prozent.

Fotos: © Gorodenkoff / Shutterstock.com; privat / www.prof-klein.de

Das sind gravierende Unterschiede. Kann

man trotzdem von einer Noteninflation

sprechen?

Schaut man sich die aktuellen Statistiken an,

erreichen viele Fachbereiche Vergabequoten der

Bestnote von bis zu 80 Prozent. Es ist zweifelsfrei

zu einer Noteninflation gekommen, die allerdings

den gesamten Bildungsbereich betrifft. Vor dreißig

oder vierzig Jahren wurde sehr viel restriktiver mit

der Vergabe der Bestnote umgegangen.

Warum hat sich das geändert?

Die Universitäten rühmen sich mit der Vergabe

von Bestnoten genauso wie die Schulen mit

deren Vergabe im Abitur. Die Politik feiert das

als Bildungsexpansion mit ständig ansteigenden

Leistungen.

Es kann also nicht sein, dass die Studierenden

einfach besser geworden sind?

Das ist ausgeschlossen. In der Evolution hat

die Entwicklung des menschlichen Großhirns

mehr als zwei Millionen Jahre gedauert. Die

Psychologie bestätigt, dass nur 20 Prozent der

Bevölkerung einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten

haben. Und die Promovierenden

der Uni Hamburg, die mit nur 11 Prozent

quer durch alle Fachbereiche deutlich weniger

Bestnoten erhalten, dürften auch nicht wesentlich

dümmer sein als die an den Summa cum

laude-Hochburgen.

Was ist dann der Grund?

Es ist zu einer Nivellierung der Ansprüche

gekommen. Man darf auch nicht vergessen,

Guter Kunstunterricht

oder Kunstlehrer sind glückliche Menschen

Von Lehrer für Lehrer – dieses Buch ist mal wieder ein aus der

Praxis entwickeltes Buch. Es zeigt, wie spannend und kreativ

Kunst unterricht sein kann und welches Potential und welche

kreativen Fähigkeiten im Schüler stecken.

Der Autor versteht seine 50 Unterrichtseinheiten als einen

Steinbruch, einen Fundus an Ideen, aber alle Unterrichtseinheiten

sind erprobt und können auch direkt umgesetzt werden.

AKTION Bestellung per Fax: 02 61 9 27 87 40

Name: _______________________________________

Vorname: _____________________________________

Straße, Nr.: ___________________________________

PLZ, Ort: _____________________________________

E­Mail: _______________________________________

Art­Nr. Bezeichnung Ex. Einzel E Gesamt E

09­004­289 Guter Kunstunterricht 24,50 EUR

AKTION Erlkönig ­ Manga 1 Ex. 0,00 E

AKTION Portokosten

Lieferung auf Rechnung. Vielen Dank für Ihre Bestellung!

Ort, Datum

Unterschrift

0,00 E

Vorschau und Produktbeschreibung:

www.LehrerSelbstVerlag.de


Hochschule

dass nahezu der gesamte Rest der Promovierenden

die Note „magna cum laude“ erhält.

„Cum laude“ oder gar „rite“ – also Doktorarbeiten

mit gut oder befriedigend – gibt es nur

noch in Ausnahmefällen.

Was sind die Summa cum laude-

Hochburgen und wie groß sind die

Unterschiede an den Universitäten?

Die Unterschiede zwischen den Fachbereichen

der einzelnen Universitäten sind riesengroß. In

Paderborn beispielsweise erreichen 75 Prozent

der Doktoranden in Philosophie die Bestnote,

an der Uni Düsseldorf nur 7 Prozent. Oldenburg

vergibt in Musik / Musikwissenschaft an 80 Prozent

der Doktoranden die Bestnote, während sie

über alle Hochschulen verteilt nur bei 17 Prozent

liegt und an der Uni Köln nur bei 8 Prozent. Es ist

ähnlich wie mit dem Abitur: Es gibt weder eine

Vergleichbarkeit von Abschlüssen unterschiedlicher

Universitäten im gleichen Fachbereich

noch eine zwischen den Fachbereichen einer

Universität.

Welche Auswirkungen wird

die Noteninflation haben?

Die Noteninflation beschädigt alle: Diejenigen,

die zertifiziert bekommen, sie seien gut oder

sehr gut, es aber nicht sind, und vor allem die,

die tatsächlich sehr gut sind, sich nun aber

nicht mehr gegenüber den leistungsschwächeren

Schülern und Studierenden entsprechend

ausweisen können. Das ist bildungspolitische

Gleichmacherei auf unterstem gemeinsamen

Nenner mit verheerenden nachhaltigen

Folgen für die Betroffenen und die gesamte

Gesellschaft. Mit einer zeitlichen Verzögerung

dürfte dies auch den Wissenschafts- und

Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig

beschädigen.

Zum

Weiterlesen:

Hans-Peter

Klein

Vom Streifenhörnchen

zum

Nadelstreifen:

Das deutsche

Bildungswesen

im

Kompetenztaumel

Zu Klampen

Verlag, 2016,

328 Seiten,

22 Euro

Beispiel Nordrhein-Westfalen:

Dort haben in den vergangenen zehn

Jahren 774 Prozent mehr Schüler ein

1,0-Abitur gemacht.

In Nordrhein-Westfalen, Berlin, Hamburg und

Bremen erhält man das Abitur in den meisten

Fächern auf einem ehemaligen fachlichen

Mittelstufenniveau. Wir haben über einhundert

Zentralabiturarbeiten im Fach Biologie

aus verschiedenen Bundesländern auf ihren

fachlichen Anspruch hin untersucht und werden

2019 mehrere Publikationen dazu vorlegen.

Die Aufgaben entsprechen der bekannten

Streifenhörnchen-Leistungskursaufgabe aus

Nordrhein-Westfalen von 2009, die problemlos

von aufgeweckten Neuntklässlern gelöst

werden konnten, da alle Informationen in den

Begleittexten vorgegeben waren. Die USA

haben mit ihrem High School Abschluss das

gleiche Problem. Bei der Bewerbung an angesehenen

Colleges oder Universitäten werden

zusätzliche Tests eingefordert. Würden wir in

deutschen Universitäten bei Vergabe der Studienplätze

so verfahren, dürfte ein großer Teil

der Abiturienten beispielsweise aus Berlin,

Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen

kaum noch Studienplätze erhalten, oder diese

Länder wären gezwungen, ihre Anforderungen

deutlich zu erhöhen. Das ist aber politisch nicht

gewollt. Stattdessen senken die anderen Bundesländer

das Niveau ebenfalls ab und erhöhen

ihre Abiturientenquoten.

SUMMA CUM LAUDE: UNIS IM VERGLEICH

Beispiele der Bestnotenvergabe an

ausgewählten Universitäten im Bereich

Wirtschaftswissenschaften im Zeitraum

von 2014 bis 2016.

Freiburg: 74 Prozent

Uni Mannheim: 61 Prozent

Uni Augsburg: 61 Prozent

Uni Gießen: 65 Prozent

Uni Wuppertal: 44 Prozent

TU München: 44 Prozent

Uni München: 18 Prozent

Uni Kassel: 17 Prozent

TU Chemnitz: 12 Prozent

Uni Stuttgart: 9 Prozent

Quelle: Deutsches Zentrum für Hochschul- und

Wissenschaftsforschung, abrufbar auf: dzhw.eu

Illustration: © Andrei Simonenko / Shutterstock.com

68 www.didacta-magazin.de 4/2018


Ab sofort bestellbar!

shop.4teachers.de


WEITERBILDUNG IN KÜRZE

WEITERBILDUNG LOHNT SICH

Weiterbildungen zahlen sich laut der „Erfolgsstudie Weiterbildung

2018“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer,

DIHK, aus: Fast zwei Drittel der Befragten der

Studie gaben an, dass die Anstrengungen positive Auswirkungen

für sie hatte. Sie erhielten in der Folge einen größeren

Verantwortungsbereich oder mehr Gehalt. 85 Prozent

gaben an, durch die Maßnahme im Beruf souveräner aufzutreten

und Zusammenhänge besser zu verstehen. Weit

über 50 Prozent der Befragten haben vor, sich auch zukünftig

weiterbilden. Befragt wurden rund 18 000 Absolventen.

Die DIHK führt die Studie alle fünf Jahre durch.

■■

www.dihk.de/ressourcen/downloads/

kurzfassung­ studie-wb-2018

BUNDESWEITERBILDUNGSGESETZ

GEFORDERT

Zugang, Teilnahme und Finanzierung der Weiterbildung

sollen in Deutschland einheitlich auf hohem

Niveau durch ein Bundesweiterbildungsgesetz

sichergestellt werden, forderten die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

ver.di und die Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft Ende September

anlässlich des Deutschen Weiterbildungstages. Weiterbildung

für alle werde nicht nur zu einer entscheidenden

Frage der Innovationsfähigkeit des Landes,

sondern immer mehr auch zu einer Frage sozialer

Gerechtigkeit. Zwar sei laut den Gewerkschaften

das Qualifizierungschancengesetz, das die Bundesregierung

im September auf den Weg gebracht hat,

ein wichtiger Schritt, aber nicht ausreichend, um in

Deutschland eine neue Weiterbildungskultur zu etablieren.

Der Gesetzesentwurf ist zu finden auf:

■■

www.bmas.de/DE/Service/Gesetze/

qualifizierungs chancengesetz.html

ANGEBOTE VERGLICHEN

Als bester Anbieter von beruflichen Weiterbildungen

in der Kategorie Lerninstitute

und als einziger mit einem Lerneffekt „sehr

hoch“ schnitt die WBS Training AG ab. Das ist

das Ergebnis des Statistikportals Statista und

Testbild, die die besten Weiterbildungsmöglichkeiten

in Deutschland 2018/19 ermittelt

haben. Mehr als 3800 Kunden von Weiterbildungsanbietern

und -instituten wurden

zu ihren Erfahrungen befragt. Neben Lerninstituten

standen auch eLearning-Angebote

und Lern-Apps auf dem Prüfstand.

■■

www.testbild.de/test/tests-zu-familie

NEUAUSRICHTUNG DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG ERFORDERLICH

Die berufliche Weiterbildung muss neu ausgerichtet werden, um den technologischen

und gesellschaftlichen Wandel bewältigen und gestalten zu können. Dies ist eines der

Ergebnisse der Initiative „Innovative Ansätze einer zukunftsfähigen beruflichen Weiterbildung“,

die das Bildungsministerium 2016 startete. Insgesamt wurden 34 Projekte in

Unternehmen zur Weiterbildung mit einer Laufzeit bis zu drei Jahren mit 15 Millionen Euro

finanziert und wissenschaftlich begleitet. Ziel war es, Grundlagen und Konzepte für eine

zukunftsfähige berufliche Weiterbildung zu erforschen und erproben.

■■

www.innovatWB.de

Fotos: © bluebay, Konstantin Chagin / Shutterstock.com

70 www.didacta-magazin.de 4/2018


DIGITAL KOMPETENT

didactaDIGITAL

MIT

PÄDAGOGIK

UND TECHNIK

SINNVOLL

VERBINDEN.

WWW.DIDACTA-DIGITAL.DE


Weiterbildung

Treffpunkt für

Pädagogen

Vom 19. bis 23. Februar 2019 findet in Köln

die didacta – die Bildungsmesse statt.

Mit über 1000 Vorträgen für Pädagogen.

Text Thorsten Timmerarens

AUF EINEN BLICK

››

Vom 19. bis 23. Februar findet die didacta

die Bildungsmesse in Köln statt.

››

Die Besucher können sich in Seminaren,

Themenforen und Diskussionsrunden

weiterbilden.

››

Zu den Kernthemen gehören Digitalisierung,

Vielfalt, Inklusion sowie die Qualifizierung des

Bildungspersonals.

Der Treffpunkt für pädagogische Fach- und

Lehrkräfte ist auch 2019 die didacta. Europas

größte Bildungsmesse ist vom 19. bis

23. Februar in Köln zu Gast. Im Fokus stehen

Angebote, die das Lehren und Lernen

unterstützen und den Arbeitsalltag in den

Bildungseinrichtungen erleichtern. Die Ausstellung

und das Aktionsprogramm bieten vielfältige

Möglichkeiten zur Fortbildung, zur Information

und zum Austausch.

Didacta-Präsident Wassilios E. Fthenakis: „Pädagogen

sind auf Konzepte und Instrumente angewiesen,

die Lehr- und Lernprozesse stärken. Das

gelingt nur, wenn die Rahmenbedingungen für

ihre Arbeit verbessert, fließende Übergänge im

Bildungsverlauf gestaltet und neue didaktische

Foto: Koelnmesse

72 www.didacta-magazin.de 4/2018


FREIER EINTRITT ZUR DIDACTA!

didacta verlost 100 Tagestickets für

die didacta – die Bildungsmesse 2019 in

Köln. Einfach didacta-magazin.de besuchen

und mitmachen.

didacta

Gewinnspiel

Teilnahmeschluss ist der 13. Januar 2019

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices

sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

und methodische Ansätze angewandt werden,

die differenzierte und individuelle Bildungsprozesse

ermöglichen. Sie benötigen Unterstützungsangebote,

die eine neue Bildungsqualität

sichern, gerade auch im Hinblick auf die zunehmend

digitalisierte Welt.“

Mehr als 800 Unternehmen und Organisationen

präsentieren auf der didacta in Köln ihre Lösungen

für die gelingende Bildung der Zukunft. Die

Besucher dürfen sich auf praxiserprobte Angebote

ebenso freuen wie auf Impulse für Neues.

Über 1000 Vorträge, Seminare und Workshops

machen die didacta zu einer einzigartigen Fortbildungs-

und Informationsveranstaltung. Praxis,

Wirtschaft, Forschung und Politik diskutieren hier

über aktuelle Fragen der Bildung: die Qualität

der Frühen Bildung, die Herausforderungen der

Inklusion und der zunehmenden Vielfalt sowie

der gewinnbringende Einsatz digitaler Angebote

in Schulen und Berufsbildung.

Der Besuch der didacta lohnt sich für alle, die an

Bildungsprozessen beteiligt sind – von der Kita

über die Schule und Ausbildung bis zur beruflichen

Qualifizierung. Fthenakis: „Gemeinsam

mit Partnern aus Politik und Forschung wollen

wir die Fach- und Lehrkräfte über kommende

Entwicklungen im Bildungsbereich informieren

und ihnen helfen, sich darauf vorzubereiten.“

Infos zur didacta 2019 und zu vergünstigten

Gruppentickets auf didacta-messe.de.

4/2018 www.didacta-magazin.de 73


Weiterbildung

Geld ist nicht alles

Ob im Schulbetrieb oder in Wirtschaftsunternehmen: Angestellte, die zufrieden

sind, arbeiten besser und sind damit ein Gewinn für den Arbeitgeber. Ein wichtiger

Faktor dafür: Entscheidungen gemeinsam treffen.

Text und Interview Babett Müller

74 www.didacta-magazin.de 4/2018


AUF EINEN BLICK

››

Laut einer Umfrage fühlen sich nur 15 Prozent

der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen

emotional verbunden.

››

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter hängt vor

allem davon ab, ob sie ihre Arbeit als sinnhaft

empfinden.

››

Glückliche Arbeitnehmer arbeiten proaktiver.

sind die zentralen Ergebnisse des Engagement

Index 2016 des Beratungsunternehmen Gallup.

Deutlich wird in der Studie auch, von welchem

Faktor es hauptsächlich abhängt, wie lange ein

Mitarbeiter im Unternehmen bleibt und wie

produktiv er in dieser Zeit ist: vom Führungsverhalten

des direkten Vorgesetzten.

Foto: © Flamingo Images / Shutterstock.com

Weil die Konjunktur in Deutschland boomt

und Fachkräfte Mangelware sind, müssen

Arbeitgeber mehr bieten als einfach

nur eine Arbeitsstelle. Im modernen

Berufsalltag möchten wir uns mit dem,

was wir tun, identifizieren, eine Beziehung

zum Unternehmen und dem Produkt oder

der Dienstleistung haben, die wir anbieten. Der

Anteil derer, die sich emotional sehr mit dem

Betrieb, in dem sie angestellt sind, verbunden

fühlen, stagniert allerdings bei 15 Prozent.

Genauso viele haben bereits innerlich gekündigt.

Kein gutes Zeichen für das Arbeitsklima in

deutschen Firmen. 70 Prozent machten lediglich

Dienst nach Vorschrift und bringt sich nur so

weit wie nötig in die Abläufe im Betrieb ein. Das

Der Deal „Arbeitskraft gegen Geld“ ist überholt

Ein Umdenken in der Chefetage muss stattfinden,

um die Arbeitnehmer langfristig an sich zu

binden und damit Know-how und Kompetenz

im Unternehmen zu halten. Der Deal „Arbeitskraft

gegen Geld“ ist überholt. Firmenwagen,

Diensthandy, kostenloses Sportangebot, Kinderbetreuung

– die Möglichkeiten sind vielfältig,

zusätzliche Annehmlichkeiten anzubieten.

Aber vor allem eins gewinnt an Wichtigkeit –

die Menschlichkeit. Wohlfühlen, gegenseitige

Wertschätzung und Spaß an der Arbeit treten

in den Vordergrund. Schließlich verbringen

wir unter der Woche mehr Zeit mit Kollegen

und Vorgesetzten als mit unserer Familie und

Freunden. Dort braucht man sich nur einmal

umzuhören, um herauszufinden, welche weiteren

Faktoren Arbeitnehmer glücklich machen:

Manche definieren sich über die Höhe ihres

Gehalts und in gewissem Sinne ist die Bezahlung

die direkt messbare Anerkennung für die

geleistete Arbeit. Geld ist aber nicht alles. Oft

viel wichtiger für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz

sind Teamgeist, Akzeptanz und Respekt

unter Kollegen, das Gefühl, sich bei der Arbeit

verwirklichen zu können und einen Sinn in der

Tätigkeit zu sehen, die man in der Regel acht

Stunden am Tag ausführt. Nicht zu vernachlässigen

ist außerdem Lob. Es klingt fast zu

simpel und einige Führungskräfte mögen es

für überflüssig halten, aber jeder weiß, wie gut

4/2018 www.didacta-magazin.de 75


Weiterbildung

ein Lob aus dem Mund des Vorgesetzten tut.

Ausgesprochene Anerkennung und positives

Feedback nach einem gelungenen Projektabschluss

zeigen dem Arbeitnehmer, dass seine

Anstrengungen wertgeschätzt werden und

spornen an für die Zukunft.

Martin Bergmann

von Improwe Consulting ist Experte

in pädagogischer und psychologischer

Personalführung. Er berät

Unternehmen, die sich organisatorisch

weiterentwickeln und Kompetenzen

ausbauen möchten.

www.improwe.de

Regelmäßig Feedback einholen

Trotzdem schaffen es viele Arbeitgeber nicht,

ihre Mitarbeiter über längere Zeiträume an sich

zu binden. Der derzeitige Arbeitsmarkt erlaubt

guten Arbeitskräften, ungünstige Arbeitsverhältnisse

gegen bessere einzutauschen und ihre

Energie und Motivation in ein anderes Unternehmen

einzubringen, in dem sie sich wohler

und gerechter behandelt fühlen. Regelmäßige

Feedbackrunden und Mitarbeitergespräche

geben dem Arbeitgeber Einblick, was in seinem

Betrieb im Argen liegt, und die Möglichkeit zu

handeln und zu optimieren. In großen Betrieben

gehören regelmäßige Mitarbeiter-Gespräche

zum Usus. Ohne eine solche Regelung können

aber auch die Angestellten um Feedback bitten

oder Lösungsvorschläge für Probleme anbringen.

In den meisten Fällen wird der Vorgesetzte

vermutlich dankbar sein, denn am Ende wirkt

sich die Zufriedenheit der Arbeitnehmer auf den

wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmen aus:

Nach Gallup-Berechnungen kostet die innere

Kündigung aufgrund schlechter Führung die

deutsche Volkswirtschaft nämlich insgesamt

bis zu 105 Milliarden Euro jährlich.

MITARBEITERMOTIVATION

Die US-Psychologen Edward L. Deci und Richard

M. Ryan gehen in ihrer Selbstbestimmungstheorie

davon aus, dass Menschen durch extrinsische und

durch intrinsische Motivation angetrieben werden.

Die intrinsische Motivation entsteht aus einem selbst

heraus, etwa weil man seine Arbeit interessant findet.

Die extrinsische Motivation wird durch Anreize von

außen beeinflusst, etwa mehr Gehalt.

Wie Studien immer wieder zeigen, hängt die Zufriedenheit

von Arbeitnehmern vor allem an intrinsischen

Faktoren: Wer Freude an seiner Arbeit hat sowie Wertschätzung

erfährt, ist von sich aus motivierter und

damit glücklicher.

„Glückliche Arbeitnehmer

arbeiten proaktiv und dynamisch“

didacta: Was ist wichtig, damit ein Arbeitnehmer

gern zur Arbeit geht?

Martin Bergmann: Freude, indem er seine

Arbeit als sinn- und bedeutungsvoll empfindet.

Sicherheit, im Sinne eines soliden Anstellungsverhältnisses

und einer angemessenen

Entlohnung, sowie Zugehörigkeit – dadurch,

dass er sich mit dem Unternehmen und der

Führungsperson identifizieren kann.

Was hat der Arbeitgeber von glücklichen

Arbeitnehmern?

Glückliche Arbeitnehmer arbeiten proaktiv und

dynamisch – und das nicht nur am Arbeitsplatz,

sondern darüber hinaus. Wer sich mit seinem

Arbeitgeber und der Firma identifizieren kann,

macht sich zum Beispiel Gedanken zu Optimierungen,

ohne dass er dazu aufgefordert wurde.

Warum sind trotzdem viele Arbeitgeber so

träge darin, alte Strukturen aufzubrechen?

Es ist schwerer, emotionale Zustände der Arbeitnehmer

zu messen, als Zahlen und Fakten von

Produktionsgütern. Um die Zufriedenheit der

Mitarbeiter messbar zu machen, fehlen oft die

passenden Instrumente. Außerdem erfordert

jede Umstellung Zeit und Mut.

Was wäre ein einfacher Schritt?

Nur noch Wir-Entscheidungen zu treffen und

das Auslagern von Verantwortung vermeiden:

Ein Arbeitnehmer, der ein Problem hat, darf

dessen Lösung nicht auf seinen Vorgesetzten

abwälzen. Er muss mit in die Lösungsfindung

und Entscheidung eingeschlossen werden und

diese dann auch mittragen.

Welche Verantwortung trägt der Staat?

Der Staat sollte eine Kontrollfunktion einnehmen,

wenn es um die Einhaltung von Gesetzen geht,

wie beispielsweise die Gleichstellung. Außerdem

sollte moderne Unternehmenspolitik der Firmen

belohnt und bezuschusst werden. Der Effekt: eine

Verbesserung der gesellschaftlichen Zustände

und damit die Zufriedenheit der Bürger.

Foto: Privat

76 www.didacta-magazin.de 4/2018


GREEN LIFESTYLE GIBT ES

AM KIOSK ODER ALS eMAGAZINE

AUF IKIOSK.DE & READLY.COM

Der große green Lifestyle

Adventskalender

MACHEN SIE MIT

BEIM GROSSEN

WEIHNACHTS-

GEWINNSPIEL 2018!

Mit unserem green Lifestyle

Adventskalender versüßen wir

Ihnen die Vorweihnachtszeit. Los

geht’s am 1. Dezember: Jeden Tag

gibt es tolle Preise zu gewinnen!

Sie dürfen gespannt sein, was sich

hinter unseren Türchen verbirgt


SCHAUEN SIE EINFACH AUF GREEN-LIFESTYLE-MAGAZIN.DE


Weiterbildung

Veranstaltungen

Kongresse, Seminare und Messen für Lehrkräfte, Schulleiter, Referendare und Pädagogen

Gesund im Beruf

Online Educa

29. November 2018, Oldenburg

Der Workshop „Gesunderhaltung im Beruf“ thematisiert

die Aspekte der eigenen Gesundheit im Zusammenhang

mit Arbeit. Er richtet sich vor allem an Fachberatungen und

gibt Tipps, wie Kitas bei der Gesundheitsförderung begleitet

werden können. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro,

Anmeldeschluss ist der 22. November.

■ www.nifbe.de/das-institut/veranstaltungen

5. bis 7. Dezember 2018, Berlin

Die Online Educa Berlin widmet sich der technologisch

gestützten Aus- und Weiterbildung. Internationale Anbieter

und Dienstleister präsentieren ihre neuesten Angebote

für E-Learning und -Training. Im Konferenzprogramm teilen

Experten der Branche ihr Wissen und ihre Erfahrungen in

verschiedenen Präsentationen, Foren, Seminaren und Workshops

mit. Ein Ticket kostet 1065 Euro.

■ www.oeb.global/conference

Seminar zu Elterngesprächen

didacta – die Bildungsmesse

11. und 12. Januar 2019, Pforzheim

In dem Seminar „Das kritische Elterngespräch als Chance

nutzen und meistern“ lernen die Teilnehmer Grundkenntnisse

aus der Konflikttheorie kennen und erhalten Tipps zum souveränen

Umgang mit schwierigen Eltern. Die Teilnahmegebühr

beträgt 120 Euro für Mitglieder des Verbandes Bildung und

Erziehung sowie 175 Euro für Nichtmitglieder.

■ www.vbe-bw.de/veranstaltungen

19. bis 23. Februar 2019, Köln

Europas größte Bildungsfachmesse bietet mit rund 900 Ausstellern

ein breites Angebot für pädagogische Fachkräfte.

Die Teilnehmer können sich über neue Lehr- und Lernmittel

informieren, an Diskussionen über die Digitalisierung teilnehmen

und bei Kita-Seminaren aus Themen wie Qualität oder

Kinderrechte im Kita-Alltag wählen. Die Tageskarte kostet

15 Euro im Vorverkauf.

■ www.didacta-koeln.de

Foto: © Rawpixel.com / Shutterstock.com

78 www.didacta-magazin.de 4/2018


Mathematik-Lehrerfortbildung

12. März 2019, München

In über 70 Workshops können sich Lehrer aller Schultypen

auf der Veranstaltung der Fakultät für Mathematik der TUM

im Fach Mathematik weiterbilden. Begleitend gibt es eine

Messe, auf der Schulbuchverlage ihre Unterrichtsmaterialien

vorstellen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung bis zum

22. Februar 2019 möglich.

■ www.ma.tum.de/de/schulportal/

angebotefuerlehrerinnen/fortbildung-lll.html

Schulleiterkongress

21. bis 23. März 2019, Düsseldorf

Unter dem Motto „Schulen gehen in Führung“ steht der

8. Deutsche Schulleiterkongress. Schulleiter können Vorträge

und Praxisforen besuchen zu Themen wie Schul- und Unterrichtsentwicklung,

Digitalisierung oder Elternkommunikation.

Bis zum 31. Oktober gilt für den Hauptkongress am 22. und

23. März der Frühbucherpreis von 279 Euro statt 349 Euro.

Der Vorkongresstag ist separat buchbar.

■ www.deutscher-schulleiterkongress.de

FÜR LEHRER,

-HEFT

REFERENDARE UND

LEHRAMTSSTUDIERENDE

POWERED BY

Willkommen beim LEHRFUCHS,

im Land der Bildungsfüchse!

LEHRFUCHS sammelt fortlaufend spannende

Sonder aktionen und Rabatte aus dem Bereich Bildung.

Lehrmaterialien, Literatur und Arbeitsmittel gibt es bei

LEHRFUCHS zu einem vergünstigten Preis.

www.lehrfuchs.de


Die nächste didacta erscheint am

6. Februar 2019

didacta als E-Magazine

www.didacta-magazin.de

didacta auf Facebook

www.facebook.com/didacta.magazin

didacta Digital

www.didacta-digital.de

Schul-Newsletter

www.didacta-magazin.de/newsletter-anmeldung

IMPRESSUM

Herausgeber:

Chefredaktion:

Verlag und

Redaktionsanschrift:

Didacta Ausstellungs- und

Verlags gesellschaft mbH

Rheinstraße 94

64295 Darmstadt

Prof. Dr. mult.

Wassilios E. Fthenakis

( verantwortlich)

wassilios@ fthenakis.de

AVR Agentur für

Werbung und

Produktion GmbH

Weltenburger Straße 4

81677 München

Tel.: +49 89 419694-43

Fax: +49 89 4705364

didacta.magazin@avr-verlag.de

info@avr-werbeagentur.de

www.avr-werbeagentur.de

www.didacta-magazin.de

Schlusslektorat:

Susi Fritsch

Autoren/Mitarbeiter Dr. Gernot Aich

dieser Ausgabe: Prof. Dr. Julia Knopf

Johanna Mosbach

Babett Müller

Anzeigenleitung:

Anzeigenverkauf:

Art Direction

und Bildredaktion:

Grafik Design:

Composing:

Katja Herrmann

Tel.: +49 89 419694-27

kherrmann@ avr-verlag.de

Hans-Peter Wimmer

Tel.: +49 89 419694-31

hpwimmer@avr-verlag.de

Patricia Fuchs

Sabrina Gentner

Anna Spinnen-Riemath

Stefan Samabor

Abonnement:

Jahresabonnement (4 Hefte),

15,20 €. Lieferung frei

Haus. Bestellung über:

www.didacta- magazin.de

Leser- und Abo- Mo – Do, 14:00 bis 17:00 Uhr

Service: Tel.: +49 89 419694-43

didacta.magazin@avr-verlag.de

Hinweis: Beiträge freier Autoren geben nicht in

jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Verleger zugleich Anschrift aller Verantwortlichen

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München. Nachdruck

oder sonstige Verviel fältigungen – auch auszugsweise

– sind nur mit Genehmigung des Verlages

gestattet. Für unaufgefordert eingesandtes Redaktionsmaterial

übernimmt der Verlag keine Haftung.

© AVR GmbH 2018

Geschäftsführer:

Gesamtleitung

Bildungsredaktion

& Projektleitung:

Redaktion:

Redaktionsassistenz:

Thomas Klocke

Silvia Schumacher

Benigna Daubenmerkl

Vincent Hochhausen

Tina Sprung

Thorsten Timmerarens

Minh-Xuan Do

Titelbild: © Comaniciu Dan /

Shutterstock.com

Erscheinungsweise: 4 × jährlich

Druck:

Vertrieb:

westermann druck GmbH

Georg-Westermann-Allee 66

38104 Braunschweig

VU Verlagsunion KG

Meßberg 1

20086 Hamburg

www.verlagsunion.de

Redaktionsbeirat:

Verein Bildung für alle Kinder

e. V.; Prof. Dr. Peter Wetzel

Preis des Heftes:

Deutschland 3,80 € inkl.

MwSt., Österreich 4,20 €,

Schweiz 7,50 CHF

80 www.didacta-magazin.de 4/2018


BILDUNG – FÜR UNS ALLE EIN GEWINN.

WIR VERBESSERN BILDUNGSCHANCEN IN EINEM STARKEN NETZWERK.

Didacta lebt Bildung. Wir stellen uns aktuellen Fragen, knüpfen ein starkes Netzwerk

für die Bildung und eröffnen ihr Perspektiven. Mit der Bildungsmesse

didacta fördern wir den Dialog. Mit unseren Online­ und Printmedien bieten

wir Nutzern großen Mehrwert. Informieren Sie sich über unser Angebot.

www.didacta.de


Bastelpapier „Maxi-Sparpakete”

Format 50 x 70 cm, je 300 Bögen in 12 Farben

„Maxi-Sparpaket” Tonpapier, 130 g

DD18-9013099

„Maxi-Sparpaket” Tonkarton, 220 g

DD18-9022099

„Maxi-Sparpaket” Fotokarton, 300 g

DD18-9030099

54,95 € inkl. MwSt

99,95 € inkl. MwSt

115,95 € inkl. MwSt

i

Weitere Papiertüten

finden Sie unter

www.jetzt-kommt-kurth.de

Pappschachteln

„Sterne” 25er-Set

1 große Stern-Schachtel ca. 37 x 37 x 4,5 cm

mit 24 kleinen Schachteln ca. 6 x 6 x 4 cm

DD18-012307

14,95 € inkl. MwSt

Alufolie glatt „Spar-Paket”, 8 Rollen

Doppelseitig kaschiert. B: 50 cm, L: 10 m

DD18-0116991

TIPP

DD18-1006263

NEU!

66,95 € inkl. MwSt

Selbstklebende Glitzerfolie

„Unifarben” 20 x 30 cm, 30 Bögen

5,95 € inkl. MwSt

Papiertüten natur, je 20 Stück

Kraftpapier mit Griffen. Naturbraun. 125 g/m²

20 große Papiertüten

Maße: 18 x 21 x 8 cm

DD18-012314

6,75 € inkl. MwSt

20 kleine Papiertüten

Maße: 12 x 15 x 5,5 cm

DD18-0123141

5,85 € inkl. MwSt

96er-Set Holo-Sticker

„Sterne”, silber & gold

DD18-017103

„Herzen”, rot & regenbogen

DD18-017101

2,75 € inkl. MwSt

2,75 € inkl. MwSt

Basteln, Werken, Handarbeit und mehr:

www.jetzt-kommt-kurth.de

i

ab

0,79 €

pro Stück!

Kukima 3-D Glittergel, je 100 ml

Mit Klebstoff versetztes Glitterpulver.

3-D Glittergel „6er-Set sortiert”

DD18-010490

DD18-010492

16,95 € inkl. MwSt

3-D Glittergel „Gold und Silber”

7,95 € inkl. MwSt

DD18-0161-??

Kukima Klebestift, lösungsmittelfrei

Vielseitiger Klebestift für Büro und Bastelecke.

1 Kukima Klebestift, 20 g

00 10

weiß gelb rot

DD18-011870

0,99 € inkl. MwSt

24 Kukima Klebestifte, je 20 g

DD18-0118724

DD18-0118748

21,36 € inkl. MwSt

48 Kukima Klebestifte, je 20 g

37,92 € inkl. MwSt

Kukima Basis Color Einzelfarben

Gebrauchsfertige, wasserbasierte Plakat farbe mit

98 % natürlichen Inhaltsstoffen, je 1000 ml.

28

violett

55

hellgrün

33

hellblau

58

dunkelgrün

20

36

dunkelblau

3,95 € inkl. MwSt

pink

23

40

orange

braun 80 schwarz 90

rosa

26

43

hautfarben

Jetzt kostenlosen Katalog anfordern: 02164-9505100

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!