LÜBECKER WEG 213

luebeckerweg

Nachrichtenblatt des Deutschen Alpenvereins Sektion Lübeck e.V.

Einblick in die wassertechnischen Anlagen

der Hütte, die zur Saisoneröffnung

durchgeführten umfangreichen Arbeiten,

die Folgen des Murenabgangs im Sommer

2017 und die erforderlichen Wiederaufbauarbeiten.

Exkursionstag.

So kann ich über Gletscherkunde, Geologie,

Klima und Klimafolgen, die karge

Vegetation auf dem Geschiebe erzählen.

Schließlich gelingt es mir, einen Bergmolch

und einen Grasfrosch, eben dem

Kaulquappenstadium entwachsen, aus

einem der Kleingewässer zu käschern.

Auf dem Moränenweg können wir ein

Schneehuhn beobachten. Nach dem

Abendessen, reichlich und gut, folgt mein

Abendvortrag zum Rückgang des Sulzenauferners,

gefolgt von nicht bierernsten

Betrachtungen, wie der Enzian in die Flasche

kommt.

Strahlender Sonnenschein und tiefblauer

Himmel, so präsentiert sich der zweite

Bergtourentag. Kaum haben wir das

Grünautal erreicht, heißt es, die Brücke

über den reißenden Schmelzwasserbach

zu errichten. Balken und Bretter sind bereits

vor Ort. Das erforderliche Werkzeug

taucht urplötzlich aus verschiedenen

Rucksäcken auf. Nach getaner Arbeit

stapfen wir durch reichlich Schnee zur

Mairspitz (2781 m), genießen die klare

Fernsicht, um sodann zur Nürnberger

Hütte (2280 m), wo die leckersten Kuchen

verzehrt sein wollen, abzusteigen.

Nun heißt es nochmals 400 Höhenmeter

zum Niederl (2680 m) hinaufzuschnaufen.

An Maierspitz und Niederl nutze ich

die Gelegenheit, die Pflanzenschildchen

zu erneuern. Am Abend halte ich einen

Bergwetter- und Klimavortrag in Kompaktfassung.

Auch am dritten Tourentag: Sonne satt!

Nach dem Frühstück richte ich mit Beates

Unterstützung das Sulzenaualpinum für

die neue Saison ein. Viele der Pflanzenschildchen

gilt es zu erneuern.

Henry, Sieghard und Dietmar halten

Hüttenbauberatung.

An der Südseite der Hütte gilt es, die nasse

Wand trocken zu legen. Ausschachten

bis zum gewachsenen Fels, neu verputzen,

Spezialanstrich auftragen, isolieren

und Drainage verlegen. Andreas opfert

den heutigen und den folgenden Tag für

diese Arbeiten, tatkräftige Helfer an der

Seite. Dietmar, Thomas, Beate und ich

werden zum Großen Trögler aufsteigen,

aber nicht um nur die Wanderlust zu stillen.

Farbtopf, Pinsel, Kuhfuß, Meißel,

Schlägel sind unsere Begleiter. Der Zuckerhütlblick

bedarf dringend einer Generalsanierung.

Schriftzug erneuern, die

Erdbank erhöhen und erweitern. Letzteres

in der Bauweise einer Trockenmauer.

Nach getaner Arbeit streben wir dem Gipfel

zu. Sonne satt, geschrumpfter Sulzenauferner

im Tal. Am Gipfel (Großer

Trögler 2902 m) treffen wir weitere Teilnehmer

der Sektionsfahrt.

Auch am vierten Tourentag unvermindert

Sonne satt! Heute steht uns eine ordentliche

Hochtour bevor. Schon um 7:40 Uhr

gehen wir von der Sulzenauhütte (2191

m) ab. Henry führt und zieht durch bis

zum Grünausee, kurzer Trinkstopp und

schon schreitet er wacker fürbass, im flotten

Tempo zur Seescharte (2762 m) hinauf.

Schneefelder, Schuttkare, Felsstufen

und Schrofen, Henry fegt drüber weg.

24 LÜBECKER WEG - Ausgabe 213 - September 2019

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