Gärtnern in der Lausitz

lronline.de

... mit Rezepten für leckere Konfitüre und Chutney und Tipps zum letzten Heckenschnitt.

2 Gärtnern in der Lausitz

SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019

KOLUMNE

Verdammt

zum Schönsein

Was für ein Sommer! Sonne,

Sonne und noch mehr Sonne.

Ich hoffe, Ihr Garten hat die mediterranen

Wochen bisher gut

gemeistert. Meiner schwankt

zwischen tragischer Existenz

und hoffnungsvollem Durchhalten.

Das sieht zwischenzeitlich

wirklich nicht schön

aus (brauner Rasen hat nichts

Einladendes, und der Hartriegel

hat endgültig kapituliert).

Aber ich will nicht Tausende

Liter Wasser vergießen. Mein

Garten soll sich daran gewöhnen,

dass er künftig mit weniger

Wasser zurechtkommen muss.

Und das klappt besser, als ich

befürchtet habe.

Viele einheimische Garten-Schönheiten

kommen übrigens

erstaunlich gut mit den

heißen und trockenen Tagen

zurecht - die Taglilie hat unbeeindruckt

ihrem Namen alle

Ehre gemacht und wacker eine

Blüte nach der anderen produziert.

Als sei sie zum Schönsein

verdammt. Über Wochen.

Die Indianernessel gibt ihr Bestes,

die Rosen sehen ebenfalls

erstaunlich gut aus, und der

Wein trägt mehr denn je. Mein

Versuch, Zinnien im Topf zu

ziehen, ist allerdings gescheitert.

Eine Woche in der prallen

Sonne, ohne Wasser – da nützt

der schönste Tontopf nichts.

Und leider habe ich in der Regel

nur am Wochenende Zeit für

die Gartenarbeit.

Jetzt im Spätsommer sind die

Tage schon wieder spürbar kürzer

geworden. Der Herbst rückt

näher. Aber ich freue mich darauf,

denn mit den richtigen

Pflanzen wird das eine zauberhafte

Zeit: Japan-Anemonen,

Astern, Dahlien und ein leuchtender

Korkspindelstrauch. Als

wolle der Garten vor dem Winter

noch ein letztes Feuerwerk

zünden.

Ich wünsche Ihnen einen

wunderbaren Spätsommer,

reichliche Ernte und immer viel

Freude in Ihrem Garten.

Impressum

Sonderveröffentlichung des Medienhauses LAUSITZER RUNDSCHAU

Verlag und Herausgeber: LR Medienverlag und Druckerei GmbH,

Straße der Jugend 54, 03050 Cottbus

Geschäftsführer: Clemens Braun, Andreas Simmet

Redaktion: Bettina Friedenberg, Sybille von Danckelman

Themenüberblick

Der perfekte Herbststrauß Seite 3

„Sonnentau“ macht Bio auf Lausitzer Böden Seite 4-5

Späte Schönheiten Seite 6-7

Wie Liebe durch den Magen geht Seite 8-9

Schnappschüsse aus Lesergärten Seite 10

Der Wildtierflüsterer der Lausitz Seite 11

So einfach geht winterfest Seite 14

Ungebetene Gäste im Garten Seite 15-16

Einmal oben grün, Herr Dachdecker, bitte Seite 16-17

Gartenkalender Seite 18-19

Eine Wissenschaft für sich – der Heckenschnitt Seite 20

So kommt der Herbst ins Haus Seite 21

Veranstaltungskalender Seite 22-23

Unsere Video-Stars im LR-Garten

VON ANJA HUMMEL

Nein, die beiden Frohnaturen

auf unserem Titelbild sind keine

Nachwuchsgärtner. Lena

und Hannes sind Azubis der

Lausitzer Rundschau und bald

ausgebildete Medienkaufleute.

Auf dem Foto sind sie nicht

in irgendeiner Gartensparte,

sondern in unserem Rundschau-Garten

am Werkeln. Den

haben wir im April auf unserem

Hof in der Cottbuser Straße der

Jugend angelegt. Alles fing mit

zwei Schippen, einem Hochbeet

und drei verschiedenen

Kräutersorten an. Mittlerweile

gibt es hier fünf Hochbeete,

versehen mit Saisonpflanzen,

Bienenblühern, Tomaten,

Zucchini, Erdbeeren und Heidekraut.

Dazwischen schlängelt

sich ein Weg aus hellem

Kies. Außerdem sind farbenfrohe

Stauden prächtig am Gedeihen.

Und: Fast ein Dutzend Hibiskuspflanzen

haben wir erst

kürzlich in die Erde gebracht –

in der Hoffnung, dass sie uns

(spätestens in der kommenden

Gartensaison) Sichtschutz,

Schatten und wunderschöne

Blüten spenden. Aus einer

tristen Grünfläche ist

in den vergangenen Monaten

eine kleine Erholungsoase

entstanden.

Jetzt fehlen noch Sonnensegel

und Sitzplätze.

Aber was haben unsere

Azubis Lena und Hannes

damit zu tun? Die Beiden

sind unsere neuen

Video-Stars! Unter dem Motto

„Eine Zeitung, viele Möglichkeiten“

zeigen sie in kurzen Videoclips,

warum Zeitungen echte

Allround-Talente sind. Kein

Flaschenöffner zur Hand? Die

Sonnencreme vergessen? Das

Geburtstagsgeschenk nicht eingepackt?

Mit Witz und Charme

erzählen sie in sechs Episoden,

wie nützlich das bedruckte Pa-

Lena-Suse Truppel und

Hannes Jetschick im

Rundschau-Garten für

den Dreh zur Mini-Serie

„Eine Zeitung, viele Möglichkeiten“.

FOTO: SCHEIB

FOTO: ROSTISLAV_SEDLACEK/SHUTTERSTOCK.COM

pier sein kann – lange, nachdem

Sie die Nachrichten gelesen haben.

Und wo liest der Lausitzer

im Sommer am liebsten seine

Zeitung? Natürlich im Garten!

Deshalb lag es nahe, die Videoserie

zwischen Sonnenblume

und Schnittlauch abzudrehen.

Neugierig geworden?

Immer freitags veröffentlichen

wir einen Videoclip

inklusive „Do-it-yourself“-Zeitungstrick.

Wo?

Auf unserem Gartenblog

www.lr-online.de/garten.

Wer in den sozialen Medien

unterwegs ist, findet die

Lausitzer Rundschau auch auf

Facebook und Instagram (@lausitzer_rundschau).

Dort versorgen

wir unsere Leser nicht nur

mit witzigen Gartenvideos, sondern

auch mit schönen Bildern

und spannenden Stories aus

der Lausitz.

Layout: Elisabeth Wrobel

Anzeigenverkauf: LR Media-Verkaufsgesellschaft mbH, Irina Juckenburg

Druck: LR Medienverlag und Druckerei GmbH

RUNDSCHAU direkt: Servicetelefon 0355-481555

Die Datenschutzhinweise der LR Medienverlag und Druckerei GmbH

finden Sie hier: www.lr-online.de/datenschutz


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 3

Der perfekte Herbststrauß

Ob rote Blätter, bunte Astern oder leuchtende Sonnenblumen,

ein üppiger Herbststrauß lindert die anklingende Wehmut im

ausklingenden Sommer. Eine Expertin erklärt, wie Sie lange

Spaß daran haben.

VON RITA SEYFERT

Der Anschnitt ist wichtig, damit

Blumen frisch bleiben. Dazu eignet

sich ein glattes Messer.

Sonnenblumen: hell

leuchtend künden

sie aber vom nahenden

Herbst.

Weiß, rosa, lila, apricot:

Astern wachsen

in den typischen

Herbstfarben.

Ein Hingucker: Die

roten Fruchtstände

vom roten Johanniskraut.

Der Schnitt muss schräg sein.

Leitungsbahnen nicht zerdrücken.

Ein schöner Herbststrauß sorgt

in den heimischen vier Wänden

für gute Laune. Die Hoyerswerdaer

Floristin Susann Pasora

(44) erklärt, welche Blumen zum

goldenen Herbst passen und wie

der Strauß gepflegt wird.

Die richtigen Herbstblumen:

„Sonnenblumen sind im Herbst

die Hauptblüten der Wahl“, sagt

Susann Pasora. Die schönen,

gelb leuchtenden Blütenblätter,

aber auch die Größe des Korbblütlers

machen was her. Mindestens

zwei, im Halbschatten

sogar drei Wochen sind Sonnenblumen

haltbar.

Mit ihren vielen kleinen gelben

Blüten lassen sich die

ebenfalls lang haltbaren Santini-Chrysanthemen

dazu perfekt

kombinieren. Auch Astern

in Weiß, Rosa, Lila und Apricot

passen perfekt in jeden Herbststrauß.

Ein Hingucker mit seinen

roten Fruchtständen ist Johanniskraut.

Ebenfalls beliebt sind

Schneeball oder Goldrute.

„Alle diese Blumen sind miteinander

kombinierbar und

lange haltbar“, sagt Floristin

Susann Pasora. Neben diesen

typischen Herbstblumen verwendet

sie auch gern die ganzjährige

Blüte der Gerbera. „Ob

Weiß, Rosa, Pink, Lachs, Orange

oder Gelb, die gibt es in allen

Farben“, zählt sie auf. Dahlien

sind zwar eher Sommerblumen,

blühen aber bis in den Spätherbst

und setzen dank ihres

Farbspiels ebenfalls lebendige

Akzente. Nachteil, sie blühen

nur eine Woche.

Getreide ist typisch als Beiwerk.

Wenn Gerste, Roggen, Weizen

und Hafer bereits getrocknet

sind, müssen sie nicht im Wasser

stehen. Mit einem Draht gebündelt,

lässt es sich dekorativ

in den Strauß stecken. Für die

grüne Blattmanschette eignen

sich Lederfarn und Salal.

Auch Mispel, ein roter Laubzweig,

verleiht dem Strauß einen

schönen Abschluss.

Der Anschnitt: „Am besten

schräg und mit einem glatten

Messer“, erklärt Expertin Susann

Pasora. Tabu ist der Anschnitt

mit der Schere. Dabei

werden die Kapillaren, also

Leitungsbahnen, zerquetscht.

Dadurch werden die Blumen

nicht mehr ausreichend mit

Wasser versorgt.

Der Transport: Wenn ein

Strauß mindestens zehn Minuten

unterwegs ist, sollten

die Stiele vorher angeschnitten

werden. Alternativ lassen sich

die Stengel auch mit Fresh bags,

also speziellen Tüchern, feucht

halten.

Der Standort: „Wie ihr Name

schon andeutet, drehen Sonnenblumen

ihre Blüten immer

zum Licht“, sagt die Floristin

Pasora. Das heißt aber nicht,

dass man sie deswegen immer

in die pralle Sonne stellen sollte.

Ganz im Gegenteil: „Optimal

ist ein Platz im Halbschatten“,

sagt Floristin Pasora. „Je schattiger

und kühler die Blumen

stehen, umso länger halten sie

sich.“ Auch Zugluft sollte eher

vermieden werden.

Ein Dekotipp: In einem urigen

Tonkrug kommt ein üppiger

Herbststrauß am besten zur

Geltung.

Wer befürchtet, sich beim Zurechtmachen des Herbststraußes in

den Finger zu schneiden: Im Blumenhandel gibt es auch die praktischen

Blumenanschneider.

Die Bröthenerin Susann Pasora (44) arbeitet im Blumenhaus Pannenberg

in der Schulstraße 2B als Floristin. Sträuße bindet sie am

liebsten.

FOTOS: RITA SEYFERT

INFO

So pflegen Sie ihren

Herbststrauß richtig

„Den Blumenstrauß bindet

man am besten in einer Spirale“,

erklärt Floristin Susann

Pasora. Denn so werden die

Stengel und ihre Leitungsbahnen

nicht gequetscht.

Ein in Blumenläden erhältliches

Frischhaltemittel wirkt

gegen Bakterien im Wasser.

Schmierige Blumenstengel

verstopfen die Wasserleitungsbahnen

und die

Blumen welken.


4 Gärtnern in der Lausitz

SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019

VON MARION HIRCHE

Wenn Juliane und Christian

Kochan ihre

4000 Quadratmeter

Freiland und 4000 Quadratmeter

unter Folie bewirtschaften,

müssen sie stets vom Samen bis

zur Frucht streng Buch führen.

Denn: Wo Bio drauf steht, soll

auch Bio drin sein. Das junge

Paar hat nach dem Umbau der

Kolkwitzer Traditionsgärtnerei

Borchel zur Bio-Gärtnerei „Sonnentau“

2018 dort erstmals Bioprodukte

von den Flächen ernten

können.

Kochans legen Wert auf saubere

Landwirtschaft und gesunde

Kulturlandschaft. Die Agraringenieurin

und der Betriebswirt

leben und lieben Bio, sie bauen

Obst, Gemüse und Blumen an

ohne Einsatz von chemischen

Düngern und Pflanzenschutzmitteln.

Der jetzt 38-jährige

Christian Kochan, ein Kolkwitzer,

hatte ein einschneidendes

Geschmacks-Erlebnis: ein

Stück Butter aus einem Bioladen.

„Die schmeckte wie Selbstgestampfte

von Oma früher.“

So was wollte er auch machen,

sagte er sich, hängte eine Landwirtschaftslehre

in Hennef ans

Studium und ging zurück in die

Lausitz. 2011 lernte er Juliane

auf Gut Ogrosen kennen, 2015

wurde Sohn Richard geboren

und 2016 „Sonnentau“.

Produktion mit bestätigtem EU-

Bio-Siegel

Die Kolkwitzer leben hauptsächlich

vom Verkauf der

Bio-Produkte. Seit diesem Jahr

wird auch eine Fläche im Kolkwitzer

Außenbereich bewirtschaftet.

Wichtigste Hürde war

der Nachweis, dass der Boden

zwei Jahre zuvor ausschließlich

unter Bio-Gesichtspunkten

behandelt und genutzt wurde.

„Trotz intensiver Kontrollen

haben wir das geschafft“, berichten

Kochans. Nun gehe es

darum, deutlich zu machen,

dass sie ihre Früchte jederzeit

nach Bio-Gesichtspunkten

züchten. Es gibt regelmäßig

Überprüfungen. „Die Dokumentationspflicht

ist ein großer

Aufwand für uns, ohne den

wir aber nicht unser Gütesiegel

behalten können“, erklärt der

Gärtnereichef. Der weiß, wovon

er spricht: Christian Kochan ist

selbst auch Betriebsinspektor

zur Ökokontrolle in Brandenburg,

Sachsen und Thüringen.

Lässt Lausitzer Boden Öko zu?

Kochans züchten mit zwei Mitarbeitern

mehr als 50 verschiedene

Tomatensorten, schon das

ist etwas Einmaliges in der Region.

Hinzu kommen Möhren,

Bohnen, Paprika, Kohlrabi,

Zucchini, Gurken, Zwiebeln

Bei Sonnentau soll’s

schmecken wie bei Oma

Der ökologische Landbau hat eine lange Tradition. Schon 1928

wird das Demeter-Warenzeichen eingeführt. Der Hauptgedanke

der ökologischen Landwirtschaft ist ein Wirtschaften im

Einklang mit der Natur. Das haben sich Juliane und Christian

Kochan zur Lebensphilosophie gemacht.

Christian und Juliane Kochan, Inhaber der Bio-Gärtnerei „Sonnentau“ in Kolkwitz, mit ihrer Gemüsekiste,

die sie wöchentlich an ihre Abonnenten in der Region verteilen.

FOTOS: MARION HIRCHE

Die „Sonnentau“-Philosophie

Die Erzeugung von Gemüse und

Obst der Saison ist für uns ein wesentliches

Standbein. So ist sie für

uns neben der wirtschaftlichen

Bedeutung vor allem eine Anstrengung,

die für eine saubere

Landwirtschaft, für eine größere

Wertschätzung unserer täglichen

Nahrung, für guten Geschmack,

für den Erhalt der Kochkunst, für

Vielfalt auf dem Teller und für die

Wahrung einer gesunden Kulturlandschaft

steht. Dabei legen wir

Wert auf einen bäuerlichen Jahreszyklus,

in dem jedes Gemüse

und Obst seine Zeit hat.

Um Ihnen ein attraktives Sortiment

anbieten zu können, erzeugen

wir an drei verschiedenen

Standorten in extensiver Wirtschaftsweise

Ausgefallenes und

Altbewährtes von A wie Asiasalat

bis Z wie Zuckerschoten.

Mitarbeiter der Bio-Gärtnerei „Sonnentau“ bei der Arbeit im Gewächshaus

in Kolkwitz.

und Kräuter. Mit etwas Aufwand

gedeiht alles prächtig. Christian

Kochan: „Anderswo gibt es von

Natur aus eine bessere Krume

als hier.“ Heißt: Der Lausitzer

Sandboden muss erst mit Humus

angereichert werden, um

gute Erträge erreichen zu können.

Und: „Nicht für alle Gemüsesorten

ist unser Boden

geeignet“, so Kochan. „Wir

bauen keinen Kohl mehr an,

der wächst hier nicht so gut“,

so seine Erfahrung.

Da „Sonnentau“ keinerlei

Chemie verwenden möchte

und darf, wird in Kolkwitz

verwittertes Pflanzenmaterial

mit eingepflügt. „Wir beseitigen

also nicht jedes Unkraut,

sondern nutzen es, um unsere

Erde aufzubessern“, erklärt der

Kolkwitzer. Der Erfolg gibt ihnen

recht. Auch in der Lausitz

kann rentabel Bio-Gemüse produziert

werden.

Auch Kräuter und

Blumen werden bei

„Sonnentau“

gezüchtet.

Überzeugte Bio-Gärtner

Kochans sind überzeugte

Bio-Gärtner: „Wir fördern das

Leben im Boden. Es ist uns

wichtig, etwas zu produzieren,

was schmeckt. Es geht um

Nachhaltigkeit.“ Sie bedauern,

dass nicht mehr so viele Menschen

einen eigenen Garten haben,

in dem sie auch für den

eigenen Verbrauch anbauen

könnten.

Mittlerweile hat „Sonnentau“

den Sprung zum anerkannten

Bio-Unternehmen in der Region

geschafft. „Unsere Kunden

schätzen den Geschmack und

das Wissen, wie unsere Produkte

wachsen. Es kommt uns natürlich

entgegen, dass das Bewusstsein

der Menschen sich

zwar langsam, aber in Richtung

Umweltbewusstsein und

gesunde Ernährung wandelt.

Deshalb sind auch immer mehr

Menschen bereit, die etwas teureren

Angebote zu kaufen.“

Kochans geben ihr Wissen

zum Thema Bio-Gärtnern und

gesunde Ernährung auch gern

weiter. Sie betreuen eine Arbeitsgemeinschaft

der Kolkwitzer

Schule und geben einen

„Gärtnerrundbrief“ raus.


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 5

INFO

Gemüse-

Überraschungskiste

Christian und Juliane Kochan

haben sich einen ganz besonderen

Service ausgedacht, um

ihre Idee von der Bio-Ernährung

auch für andere möglich

zu machen: Sie packen Gemüse-Überraschungs-Kisten

und

bringen sie nach Wunsch zum

Kunden.

Und so geht’s:

Die Kiste enthält Gemüse und

Obst aus ökologischem Anbau.

Die Zusammenstellung wird

von Kochans festgelegt.

Die eigen erzeugten Produkte

werden bevorzugt. Die Kiste

kann mit weiteren biologisch

erzeugten Produkten,

wie Milch, Brot und auch Blumen

ergänzt werden.

Die Kiste wird wöchentlich

oder 14-täglich geliefert. Der

Liefertag hängt vom Wohnort

ab. Der Grundwert jeder Kiste

beträgt 20 Euro. Abgerechnet

wird nach jeder Lieferung per

Bankeinzug.

Bestellung per Telefon (0355

28348) oder per Mail info@

biogarten-sonnentau.de.

Infoveranstaltung

Am 14. September lädt die Biogärtnerei

Sonnentau zur Infoveranstaltung.

„Was ist Bio?“

– das werden Juliane und Christian

Kochan ausführlich erläutern,

ab 17 Uhr in der Kolkwitzer

Straße 42. Der Eintritt ist

frei.

So sieht die Gemüse-Überraschungskiste

aus. Christian

und Juliane Kochan wollen so

ihre Idee von guter Landwirtschaft

und Ernährung auch

für andere möglich machen.

Dafür steht das EU-Bio-Siegel

Christian Kochan präsentiert eine

Reisetomate. Insgesamt züchten

Kochans mehr als 50 Tomatensorten.

Die Inhaber des Kolkwitzer

Gartenbaubetriebs „Sonnentau“

Christian und Juliane

Kochan sind stolz, dass sie

die Genehmigung haben, ihre

Produkte mit dem EU-Bio-Siegel

versehen zu dürfen.

Nach der Betriebsübernahme

in Kolkwitz und dem Wechsel

von Ogrosen nach Kolkwitz

haben sie dafür gesorgt,

dass auch die Kolkwitzer Flächen

das EU-Bio-Siegel haben.

Zuvor mussten Kochans am

neuen Standort nachweisen,

dass ihre Böden seit zwei Jahren

nach diesen ökologischen

Richtlinien bearbeitet wurden.

Das EU-Bio-Siegel kennzeichnet

die Produkte, die

mindestens den Anforderungen

der EG-Öko-Verordnung

genügen.

Demnach dürfen mit dem Siegel

gekennzeichnete Lebensmittel

keine tierischen Dünger

aus industrieller Tierhaltung

verwenden

nicht durch und mit gentechnisch

veränderte/n Organismen

erzeugt werden

nicht mit Einsatz von synthetischen

Pflanzenschutzmitteln

erzeugt werden

nicht mit Hilfe von leicht

löslichen mineralischen

Düngern erzeugt werden

nicht mehr als fünf Prozent

konventionell erzeugte Bestandteile

enthalten (sind

begrenzt auf eine Liste ausdrücklich

erlaubter Rohstoffe)

keine Süßstoffe und Stabilisatoren

sowie synthetische

Farbstoffe, Konservierungsmittel

und Geschmacksverstärker

enthalten

nur die in einer Positiv-Liste

aufgeführten pflanzlichen

Verdickungsmittel, Backtriebmittel

oder Emulgatoren

enthalten

LOGO: DPA

GARTEN-WETTER-KOLUMNE

Dürresommer macht’s schwer

VON RUDOLF KUPFER

Das Gartenjahr 2019 in der Lausitz

war eine besondere Herausforderung:

Im Grunde war

es ein lang anhaltender Kampf

gegen extreme Trockenheit von

April bis August. Das sieht man

an der Niederschlagsmenge:

Norm sind für diesen Zeitraum

285 mm Himmelswasser, im

Messbecher in Lindenau wurde

mit 137 mm gerade mal die

Hälfte gemessen.

Verschärft wurde diese Lage

durch hohe Verdunstung – begünstigt

durch anhaltenden

Sonnenschein und hohe Temperaturen.

Täglich betrug der

Wasserverlust etwa fünf mm/

qm. Trotz allem: Mit Wasser

RUND-

SCHAU-Wetterfrosch

Rudolf

Kupfer.

FOTO: PR

Trockenheit und Schädlinge setzen Äpfeln zu. In Südbrandenburg

fällt die Apfelernte ohnhin mager aus – schuld sind Frostnächte Anfang

April/Mai.

FOTO: DPA

sparenden Maßnahmen, dem

Dauereinsatz von Regnern und

Gießkannen haben die Kleingärtner

das Grün in ihren Parzellen

weitestgehend erhalten

und damit in den Dörfern und

Städten grüne Oasen geschaffen.

Das verdient in Zeiten hoher

Umweltbelastungen Anerkennung

und gesellschaftliche

Aufmerksamkeit. Denn: Diese

Rückzugsräume sind für

Mensch und Tier von unschätzbarem

Wert. Wie man, ohne

die Natur weiter zu belasten,

sein kleines Reich zum Grünen

und Blühen bringt, machen

seit vielen Jahren auch

Ronny Sommer in Buchwalde,

Günter Kobel in Ortrand und

Gabriele Haußmann in Hörlitz

vor: Regenwasser zum Gießen

nutzen, Kulturen mulchen, hacken,

Kompost als wasserhaltiges

Material im Boden einsetzen.

Schon lange machen sie

sich auch als Wetterfrösche

die enge Verbindung vom Wetter

zum ständigen Werden und

Wachsen in ihren Kleingärten

zunutze.

So muss die reiche Ernte von

Gurken, Tomaten, Wein, Bohnen,

Pflaumen bei den anhaltend

hohen Temperaturen in

relativ kurzer Zeit verarbeitet

werden. Bei Trockenheit ist

das rechtzeitige Wässern von

Obstbäumen, Sträuchern und

Koniferen vor dem einsetzenden

Frost notwendig.

Übrigens: Die Wetterregel:

„Ist die erste Augustwoche

heiß, bleibt der Winter lange

weiß,“ traf im Vorjahr nicht zu.

Aber das kann im kommenden

Winter 2019/20 schon wieder

ganz anders sein.

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6 Gärtnern in der Lausitz

SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019

Blütenmeer und Insektenparadies

bis in den Herbst: Herbstanemonen,

Gelenkblumen,

Patagonisches Eisenkraut und

Sonnenhut.

FOTOS: BIRGIT KEILBACH

Späte Schönheiten

Es ist noch nicht vorbei im Garten: Herbst-

Stauden zeigen sich erst jetzt von ihrer

besten Seite. Auf zum Blüten-Feuerwerk.

VON BIRGIT KEILBACH

Bei Christa und Bernd Schönefeld

„muss es das ganze Jahr

über“ blühen. So umreißt das

Paar den Anspruch für die grüne

Oase hinter ihrem Haus in

Cahnsdorf (Landkreis Dahme-Spreewald).

Wo der Sommerflor

allmählich schwindet,

setzen nun die spät blühenden

Pflanzen in der rund 4500 Quadratmeter

großen Gartenlandschaft

ihre Farbakzente.

Insektenparadies

Nicht nur das. Reichlich Nahrung

finden Hummeln, Bienen,

Schmetterlinge und weitere Insekten

auf einem Staudenbeet,

wo noch der Sonnenhut und

zeitgleich schon die Herbstanemonen,

Gelenkblumen und

das Patagonische Eisenkraut

mit ihren Blüten locken. „Die

Gelenkblume

große Stauden und

es ist hilfreich, im

Frühsommer die

bildet

Eine prächtige Tellerhortensie an der Nordseite des Hauses von Familie

Schönefeld. Mit ihren rosa Scheinblütenblättern lockt sie Insekten

an, die im Inneren die Blüte als Nahrungsquelle finden.

äußeren Pflanzen zurückzuschneiden.

Das gibt in der Mitte

Stabilität und die äußeren

blühen etwas später auf“, verrät

Christa Schönefeld. Zahlreich

schwirren die Insekten

von Blüte zu Blüte. Unter ihnen

fällt ein besonders großer

und blauschwarz schimmernder,

hummelgroßer Brummer

mit blauen Flügeln auf. „Das

ist eine Blaue Holzbiene“, gibt

Christa Schönefeld Auskunft.

Seit ein paar Jahren tauche sie

regelmäßig in ihrem Garten

auf.

Blütenstände

der Tellerhortensie

werden

Schirmrispen

genannt.

Farbenpracht

Die zwischen Nadel-,

Laub- und Obstgehölzen

stimmig gruppierten

Staudenbeete zeigen mit

groß- und kleinblütigen Dahlien,

verschiedenen Astern sowie

Fetthennen schon im August

herbstliche Farbenpracht. Diese

hält bei entsprechend milder

Witterung bis in den November/Dezember

an. Kommen

erste Nachtfröste, müssen die

Dahlienknollen ins Winterquartier.

„Sie werden ausgegraben

Hier fühlt sich die Blaue Holzbiene

wohl. Die wärmeliebende

Wildbiene ist hummelgroß.

und stehen dann luftig, trocken

und frostsicher in

der Scheune“, macht

die passionierte

Hobbygärtnerin

aufmerksam.

Wer Dahlien im

Garten haben

möchte, muss

also ein passendes

Winterquartier

haben.

Hortensien

sind bis in

den Winter

schön

Winterschutz

brauchen

Hortensien

mitunter

auch, abhängig

von Standort und

Sorte. „Alle brauchen

viel Wasser, das

sagt ja schon ihr botanischer

Name Hydrangea“,

gibt Christa Schönefeld einen

wichtigen Tipp: Die meisten

Sorten bevorzugen halbschattige

Standorte. Eine prächtige

Tellerhortensie hat sich in

zehn Jahren an der Nordseite

des Hauses entwickelt. Anders

als die gleichfalls sehr beliebten

Bauernhortensien ist diese bis

in den Spätherbst zudem eine

Nahrungsquelle für Insekten.

„Die rosa Blätter locken sie an,

die eigentlichen Blüten sind unscheinbarer

und stecken in der

Mitte, ähnlich wie beim Weihnachtsstern“,

erläutert Christa

Schönefeld. Zurückgeschnitten

werden die Blüten erst im

Frühjahr.


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 7

Farbenfroher Blütenschmuck

und ein Insektenparadies

sind ab dem Spätsommer die

Herbstastern, die es in verschiedenen

Farbtönen gibt.

Ein Hingucker:

die Balldahlie

Gehölze setzen Farbtupfer

Farbliche Akzente setzen im

Herbst auch Gehölze. Im Cahnsdorfer

Garten bei Familie Schönefeld

hebt sich eine Blaue

Hechtrose mit ihrem bläulich-purpurnen

Laub

und den roten Hagebutten

von den umgebenden

Gehölzen

ab.

Gartenbauingenieur

Jens

Claußnitzer

kennt noch

mehr Akzent

setzende

Pflanzen:

„Mit

farbenfrohem

Fruchtschmuck

glänzen

im Herbst

und Winter

auch Zieräpfel,

Stechpalmen sowie

Ber beritze“,

nennt er Beispiele.

Claußnitzer hat

auf seinem weitläufigen

Grundstück in Falkenberg

Inseln mit stimmig

gruppierten Stauden und

Gehölzen auf der großen Wiese

angelegt, die auch mit der Trockenheit

gut zurechtkommen.

„Die Zaubernuss zieht im Frühjahr

mit ihrer zeitigen Blüte die

Blicke auf sich, im Herbst bietet

das Laub mit vielfältigen Orange-

und Gelbtönen ein farbiges

Spektrum“, sagt Jens Claußnitzer.

Seine volle Schönheit entfalte

der Zwergspindelstrauch

im Herbst, mit rot leuchtendem

Laub. Das große Sortiment

der Sedum-Arten (Fetthennen)

bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten,

vor allem an trockenen

Standorten. „Attraktiv ist auch

Gräserschmuck, er bietet im

tief stehenden Licht des Herbstes

einen attraktiven Anblick“, so

Claußnitzer. Und wer im Frühjahr

daran gedacht hat, Zwiebeln

von Herbstzeitlosen oder

herbstblühenden Krokussen in

die Erde zu stecken, kann sich

an deren Blütenzauber auf der

Herbstwiese erfreuen.

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ihrem bläulich-purpur schimmernden

Laub Akzente und die

Früchte der Wildrose einen schönen

Farbkontrast.

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Die Fetthenne kommt mit Trockenheit

gut zurecht und sieht

während des ganzen Jahres dekorativ

aus. Im Herbst locken die

Blüten viele Insekten an.

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8 Gärtnern in der Lausitz

SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019

Wo Liebe durch den Magen geht

In der Falkenberger Gartensparte „West“ wird Gemüse und Obst verarbeitet. Zucchini ist die Allzweckwaffe.

VON SYLVIA KUNZE

In einer kleinen Kleingartenanlage

steht das winzige Vereinshäuschen

der Gartensparte

„West“ in Falkenberg. Kaum

zu glauben, was darin schon alles

gekocht, gebacken oder anderweitig

zubereitet wurde. Es

steht jedenfalls einer Hochglanz-Versuchsküche

in nichts

nach.

Treibende Kraft ist Ex-Spartenchefin

Helma Kaiser. Sie

hat Lust am Gärtnern. Und mit

ihrem Leitspruch „Liebe geht

durch den Magen“ hat sie zumindest

in der Nachbarstadt

Herzberg in der Sparte „Elsterstrand“

interessierte Mitstreiter

an ihre Seite geholt.

Auch heute, da sie gemeinsam

mit Martina Stein ans Marmeladekochen

gehen will.

Die beiden Frauen brauchen

gar kein Rezeptbuch dafür

zu bemühen. So oft haben

sie schon die süßen Früchtchen

verarbeitet und die Ergebnisse

für gut befunden. Und ohnehin:

Alle Rezepte sind ja eh nur Vorschläge,

die je nach Gegebenheiten,

also Ernteaufkommen

im Garten oder persönlichen

Vorlieben und Abneigungen,

abgewandelt werden können.

Das lässt Helma Kaiser gleich zu

Beginn der Kochaktion wissen.

Die Zucchini-Beerenmix-Konfitüre,

die als Basisrezept

dient, muss diesmal

abgewandelt werden. Die Stachelbeeren

sind schon durch,

die Jochelbeeren (eine Kreuzung

von Johannis- und Stachelbeere)

wachsen in diesem Jahr

nicht ausreichend. Stattdessen

stehen 300 Gramm Johannisbeer-Mischung,

200 Gramm

Himbeeren und 200 Gramm

Heidelbeeren zur Verarbeitung

bereit. „Das Wichtigste ist, dass

die Mischung, in diesem Fall

Die Marmelade ist fertig. Helma Kaiser (l.) und Martina Stein halten einen Teil

des Ergebnisses ihrer Arbeit in der Hand.

FOTOS: SYLVIA KUNZE

Vor Beginn der Arbeiten alle Zutaten bereitstellen. Das erspart spätere Rennerei.

„Zucchini wachsen

wieder reichlich. Sie

müssen weg und

können dank ihres

geringen Eigengeschmacks

sehr vielfältig

verarbeitet

werden.“

Martina Stein

von einem Kilogramm Fruchtmasse

und einem Kilogramm

Zucker, stimmt“, sagt Martina

Stein. Sie greift sich die Zucchini.

Für Marmelade oder Konfitüre?

„Klar doch“, lachen beide

Frauen. „Zucchini passt überall.

Wir haben daraus auch schon

Likör, Kuchen, Puffer, Brot und

viel mehr zubereitet“, berichtet

Helma Kaiser. „Zucchini wachsen

reichlich. Sie müssen weg

und können dank ihres geringen

Eigengeschmacks sehr vielfältig

verarbeitet werden“, ergänzt

Martina Stein.

Vor dem Raspeln des Gemüses,

es ist kein so großes

und noch recht junges

Exemplar und muss

deshalb nicht extra

noch geschält

werden, hat sie

eine kleine Kostprobe

genommen.

„Die ist bei

Zucchini immer

nötig. Sobald sie

bitter schmecken,

sind sie nicht mehr

genießbar“, warnt sie

vor unsachgemäßer Verarbeitung.

Das Exemplar, das die

Konfitüre voluminös auffüllen

soll, ist nicht zu beanstanden.

In einem großen Topf finden

300 Gramm Raspelgemüse,

die Beeren, Zitrone (wer keine

hat, kann auch Zitronensäure

verwenden) und Gelierzucker

zueinander. Ob dabei im

Verhältnis 1:1, 1:2 der 1:3 gearbeitet

wird, kommt ganz auf

den persönlichen (süßen) Geschmack

an.

Während alles gut durchzieht,

blicken die Frauen auf

ihre langjährige Zusammenarbeit

zurück. Helma Kaiser

kocht und backt und macht

Lust auf das kulinarische Erlebnis

Garten schon seit mehr

als 20 Jahren.

Genaues Abwiegen

gehört zum Küchen-Einmaleins.

Die Himbeeren

laden zum

Naschen ein.

Die Heidelbeeren

sind ganz frisch gepflückt.

Auch Zitronen zum

Verfeinern liegen

schon bereit.

Beim Gelierzucker

macht‘s das Mischungsverhältnis.


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 9

An die Töpfe, fertig, los!

Aktion Marmeladekochen: Gute Vorbereitung ist alles.

Beim Reiben der Zucchini bitte

auf die Finger achten!

Alle Zutaten mischen und ein

paar Minuten ruhen lassen.

Rühren nicht vergessen und in

Acht nehmen vor Spritzern.

REZEPT

Zucchini-Beerenmix-

Konfitüre

Zutaten:

500 gr Zucchini

250 gr Stachelbeeren

250 gr Jochelbeeren

1 kg Gelierzucker 1:1

etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Die Zutaten grob zerkleinern,

mit dem Gelierzucker und der

Zitrone vermischt mindestens

zwei Stunden stehen lassen.

Dann nach Anweisung

mindestens vier Minuten

sprudelnd kochen. Abschäumen.

Gelierprobe nehmen.

Heiß in die Gläser füllen, diese

verschließen und und fünf

Minuten auf den Kopf stellen.

Hinweis:

Mengen und die Beerenfrüchte

können je nach

Geschmack und saisonaler

Vorrätigkeit variiert

werden.

REZEPT

Curkuma-Zucchini

Zutaten:

3 kg Zucchini

500 gr Zwiebeln

2 rote und 2 grüne Paprika

2 EL Salz

3 Tassen Zucker

3 1/2 Tassen Siebenkräuter-Essig

4 TL Senfkörner

4 TL Curkuma

Zubereitung:

Zucchini schälen, durchschneiden

und in Stücke

schneiden. Zwiebel und Paprika

geschnitten dazugeben.

Dann die übrigen Zutaten

unterrühren und einen

Tag stehen lassen. Dann das

Ganze kurz aufkochen, in

Gläser füllen und fest verschließen.

In der Zwischenzeit schon Gläser

säubern und bereitstellen.

Erinnert sei an die Buffets zu

den Familiensonntagen im

Kleinrössener Naturschutzzentrum.

Gemeinsam mit Helfern

und den Freunden aus

der Herzberger Sparte

hat Helma Kaiser

bis vor wenigen

Jahren dort

immer etwas

Besonderes

kredenzt: Ringelblumenbutter,

Gierschsuppe,

Zucchini-Eiersalat

– kurzum jede

Menge Köstlichkeiten,

von denen man

anfangs gar nicht

Marmelade einfüllen.

Deckel drauf,

Gläser fünf Minuten

auf den Kopf stellen.

Auf die Gelierprobe sollte nicht

verzichtet werden.

unbedingt denkt,

dass sie schmecken

könnten. „Nur sehr

wenige Rezepte haben die Geschmacksprobe

nicht bestanden“,

erinnern sich die Gartenfreundinnen.

Ihre Rezepte

füllen vier dicke Ordner. „Es

sind schon mehr als 500“, sagt

Martina Stein.

Sie führt die Tradition in

Kleinrössen weiter. Helma Kaiser

bleibt Ansprechpartnerin

für kleinere „Projekte“, wie das

Gärtnern und Kochen mit einer

Falkenberger Kita, das sie

schon seit elf Jahren betreibt,

sowie das kulinarische Ausgestalten

von Senioren-Treffen

oder des Sommerfestes der Eltern-Kind-Gruppe.

„Ohne ein

gutes Team und versierte Helfer

könnten wir die Arbeit jedoch

nicht schaffen“, schicken

beide hinterher.

Die Aktion Marmeladekochen

geht in die nächste

Runde. Im häuslichen

Sprachgebrauch

bleiben die Frauen

beim Begriff

Marmelade,

auch wenn

Konfitüre der

richtigere Begriff

wäre für

das, was da werden

soll. Der Topf

kommt auf den

Herd. Beim Warmwerden

ist Achtung

geboten. Es muss

immer wieder mal

gerührt und dem

Anbrennen entgegengewirkt

werden. Vorsicht: Das Kochgut

neigt zum Spritzen, je heißer

es wird. Dann vier

Minuten sprudeln

Hmmmmh, wie lecker!

So ein Marmeladenbrötchen

schmeckt immer.

Heißen Brei umgehend in die bereitgestellten

Gläser füllen.

lassen. Immer

weiter rühren!

Eine Gelierprobe

auf einen

Teller geben.

Und wenn

die zeigt, dass

die Masse beim

Abkühlen fest wird,

den Topf vom Herd

nehmen und die

Marmelade in die

vorbereiteten Gläser

füllen. Apropos Gläser:

Helma Kaiser und Martina

Stein setzen zum Großteil auf

Wiederverwenden. Aber egal,

ob so oder neu gekauft: Wichtigste

Prämisse ist, dass Gläser

und Deckel, ebenso wie alle anderen

Gerätschaften beim Einkochen,

super sauber sein müssen.

Vor dem Verwenden am

besten immer noch einmal mit

heißem Wasser abspülen.

Schon füllt Martina Stein die

Marmelade in die bereitstehenden

Gläser. „Wer möchte, kann

auch noch einmal für eine kurze

Zeit einen Pürierstab in den

Topf halten und die Masse weiter

zerkleinern“, gibt sie einen

Tipp. Den Glasrand sauber wischen,

den Deckel draufschrauben

und das Glas fünf Minuten

auf den Kopf stellen, damit sich

darin ein Vakuum bildet. Dann

ist das Werk schon vollbracht.

Na ja, nicht ganz. Während

ein zweiter Topf

angesetzt wird und

weitere Marmeladengläser

gefüllt

werden,

kühlt am Rand

eine kleine

Kostprobe ab.

Zu knackfrischen

Bäcker-Brötchen

und

einer Tasse Kaffee

schmeckt die

Zucchini-Beerenmix-Konfitüre

einfach

köstlich!

REZEPT

Johannisbeeren-

Chutney

Zutaten:

250 gr schwarze Johannisbeeren

1 Chilischote

2 große rote Zwiebeln

1 Birne

1 EL Öl

50 ml Weinessig

Saft von 2 Orangen

100 gr brauner Zucker

Salz

Zubereitung:

Die Johannisbeeren waschen

und mit Hilfe einer Gabel von

den Rispen lösen. Die Chilischote

waschen und putzen,

Gut zu wissen

Wenn wir Marmelade aufs Brot

streichen, benutzen wir das Wort

als Sammelbegriff für jeden fruchtigen

Brotaufstrich. Doch im deutschen

Sprachraum macht die Konsistenz

der verarbeiteten Früchte

einen Unterschied: Es gibt Konfitüre

oder Gelee.

Marmelade wird aus Fruchtmus

mit Zucker gekocht. Der Name

stammt wahrscheinlich vom portugiesischen

„marmelo“ für Quitte.

In überlieferten Rezepten werden

die Quitten zu Mus eingekocht

und so konserviert. Wenn man

Himbeeren durch ein Passiersieb

streicht und dann das Himbeermus

mit Gelierzucker kocht, erhält

man Himbeermarmelade.

anschließend entkernen und

fein schneiden. Die Zwiebeln

schälen und fein würfeln. Die

Birne schälen, entkernen und

grob würfeln. Das Öl in einem

Topf erhitzen, Zwiebel- und

Chiliwürfel darin anschwitzen.

Mit Essig und dem Orangensaft

ablöschen. Den Zucker, die Birnenwürfel

und die Johannisbeeren

untermischen. Leicht

salzen. Bei mittlerer Hitze so

lange köcheln lassen, bis fast

alle Flüssigkeit verdampft ist.

Chutney in Gläser füllen und

fest verschließen.

Tipp:

Schmeckt gut zu Ziegenkäse,

zu Wild und Geflügel.

Konfitüre zeichnet sich durch

Fruchtstücke aus. Beispiel Erdbeer-Konfitüre:

Meist schneidet

man die Erdbeeren klein, um die

saftigen Stücke auch nach dem

Kochen im Glas zu haben. Abgeleitet

ist das Wort von der französischen

Confiture und vom lateinischen

„conficerem“ oder

Konfekt.

Schon im antiken Rom wurden

Früchte mit Zucker konserviert.

Fruchtgelee wird nur aus Fruchtsaft

ohne feste Fruchtbestandteile

hergestellt. Der Name Gelee

bezieht sich auf das Gelieren

des Safts mit Zucker durch Einkochen.

Für Fruchtgelees eignen

sich hervorragend Johannisbeerund

Himbeersaft, die kleinen

Kerne werden dabei ausgesiebt.


Wahre Oasen in der

Lausitz: So schön sind die

Gärten unserer Leser

So schön blüht es in der Lausitz! Sie, liebe

Leser, haben für diese Seite ganze Arbeit geleistet.

Außergewöhnliches und Alltägliches

haben Sie für uns im Bild festgehalten. Vielen

Dank dafür. Mitgearbeitet haben Fred

Müller aus Lauchhammer, Erika Bruska,

Jürgen List, Gerhard Schönfelder aus Cottbus,

Katja Schneider aus Lübbenau, Bärbel

Förster, Familie Blatzek aus Weißwasser

und Norbert Otto aus Cottbus.

Sie lassen uns teilhaben an wunderschön

gestalteten Ruhezonen und an blühenden

Oasen, die vielerlei Getier anlocken. So gibt

es den Steingarten mit Engel, riesige Sonnenblumen

oder ein Luft-Fenster, durch

das man den Garten auf ganz wundersame

Weise beobachten kann. Und dann ist

da noch die extravagante Blumenampel.


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 11

VON UWE HEGEWALD

Gernod Heindel ist in Sorge

um den Igel. Denn

der taucht in unseren

Gärten, Parks und Freiflächen

immer seltener auf. Heindels

Ängste sind nicht unbegründet,

gilt der Revierförster doch

als Experte, was Wildtiere betrifft.

In Reddern, einem Dorf

in der Gemeinde Altdöbern

(Oberspreewald-Lausitz), betreibt

er mit Unterstützung

seiner Familie eine Pflege- und

Auffangstation für verletzte

und geschützte Wildtiere.

„Vor zehn Jahren sind uns

von Leuten aus der Region

jährlich bis zu 75 Igel gebracht

worden, die Hilfe benötigten.

In diesem Jahr sind

es bisher gerade einmal zehn

Tiere, was auf einen dramatischen

Rückgang hinweist“, hadert

er. Schuld sei der Mensch,

der dem Igel zunehmend Lebensräume

nimmt, so Heindel.

Er bittet um mehr Verständnis

und Fürsorge. „Dem Igel kann

und muss geholfen werden“,

stellt er klar.

Lebens- und Rückzugsräume

schaffen

Igel sind Insektenfresser und

auf tierische Eiweiße angewiesen.

„In Gärten, die bis ins

Detail aufgeräumt sind und auf

denen Rasenroboter ihre Runden

drehen, wird er diese kaum

finden“, sagt der Revierförster.

Als hilfreich und fast schon

erforderlich sieht er das Schaffen

von Rückzugsräumen. Ein

Haufen mit Reisig, Ästen und

Laub werde von Igeln gerne

angenommen. Auch Komposthaufen,

in denen das Tier zugleich

noch Würmer, Asseln,

Käfer oder Schnecken findet.

Dabei seien ambitionierte

Bauwerke nicht zwingend erforderlich.

„Igel holen sich das

Nötigste sowieso selbst zusammen“,

so der Experte, der darum

bittet, geeignetes „Baumaterial“

einfach im Garten liegen

zu lassen. Kein Verständnis hat

Heindel für Vorgärten, die mit

Schotter oder Kieselsteinen

versehen sind und in denen

gar kein Leben existiert. Viele

Leute sehnten sich nach einem

Wohnen im Grünen, seien aber

nicht dazu bereit, ihren Anteil

zu leisten.

Der Wildtierflüsterer

der Lausitz

Kinder frühzeitig sensibilisieren

Regelmäßig ist Gernod Heindel

in Kindergärten und Grundschulen

unterwegs, um die

nachwachsende Generation

frühzeitig an das Thema Igel

Revierförster Gernod Heindel kümmert

sich auch um Lebensräume für Igel.

Wenn es um die Versorgung hilfsbedürftiger Wildtiere geht, kann sich Gernod Heindel auf die Unterstützung

der Familie verlassen. So auch bei Tochter Maike, die keine Berührungsängste zu Igeln kennt.

Der Albino-Igel ist in der Naturkita in Kunersdorf (Gemeinde

Neu-Seeland) der Renner. Regelmäßig ist Gernod Heindel in Kindereinrichtungen

unterwegs, um Mädchen, Jungen, aber auch Erwachsene

für das Thema Igel zu sensibilisieren.

FOTO: UWE HEGEWALD

und generell an den Naturschutz

heranzuführen. „Kinder

sind aufmerksame Zuhörer

und schnell zu sensibilisieren.

Wenn ich dann noch einen Igel

aus der Transportbox zaubere,

ist ihnen die

Freude vom Gesicht

abzulesen“,

beschreibt er die

Der Revierförster

Gernod Heindel

hat sich auch

einen Namen als

„Wildtierflüsterer“

der Lausitz

gemacht.

Ein Haufen aus Ästen, Reisig und

Laub genügt als Unterschlupf.

Gut, wenn zwei Quartiere errichtet

sind – dann kann Igel wählen.

für ihn „erfüllenden Momente“.

Da stört es ihn auch nicht, mit

der Mär Äpfel tragender Igel

aufzuräumen, wie sie

oftmals in Kinderbüchern

illustriert ist.

„Klar knabbern

Igel auch mal an

Obst, dann jedoch,

um an die

Made zu gelangen

oder wenn das

Obst besonders süß

ist“, charakterisiert er

die stachligen Naschkatzen.

Apropos Katzen: Beide gehen

sich aus dem Weg, was

bei Hunden in der Regel selten

vorkommt. Hunde mögen

Igel nicht – mit fatalen Folgen

für das Wildtier. „Bei einem Biss

verstirbt der Igel meistens sofort

oder später an den Infektionen“,

informiert der Revierförster

und appelliert, Hunde stets

und überall angeleint auszuführen.

Trockensommer setzen dem

Igel zu

Zwei Trockensommer in Folge

haben kräftig an der Substanz

der Igel gezehrt. „Es gibt

weniger Insekten, dabei sind

die Tiere auf eine entsprechende

Futtermenge und -qualität

angewiesen“, skizziert Heindel

einen Teufelskreislauf. Um

sechs Wochen nach der Geburt

selbstständig zu sein, sollten

Igel täglich bis zu 25 Gramm

zunehmen. Ist das nicht der

Fall, drohen Krankheiten und

Parasitenbefall. Vor Einbruch

des Winters könne der Mensch

bei der Igelkinder-Entwicklung

nachhelfen. Katzenfutter werde

gern angenommen, auch ein

Schälchen mit Trinkwasser, jedoch

niemals Milch. Bevor sich

der stachlige Gartenfreund ins

Winterquartier zurückzieht,

sollte er schon ein Gewicht

von 500 bis 600 Gramm aufweisen.

Deutlich untergewichtigen

Igeln muss geholfen werden, so

Heindel, dessen Familie entsprechende

Tiere in ihre Pflegeund

Auffangstation aufnimmt.

Aus Liebe zum putzigen Gesellen

und aus einem Grund,

der dem „Wildtierflüsterer“ große

Sorge bereitet: „Vor 60 Millionen

Jahren kam der Igel auf die

Welt. Wir Menschen schaffen es

in kürzester Zeit, dass er wieder

verschwindet.“

INFO

Auszeichnung

„In einem Garten,

der bis ins Detail

aufgeräumt ist,

wird der Igel nichts

finden.“

Gernod Heindel

Revierförster

2014 ist Gernod Heindel mit

dem Naturparkpreis „Niederlausitzer

Landrücken“ geehrt

worden. Sein Engagement in

der privaten Pflege- und Auffangstation

für verletzte und

geschützte Wildtiere in Reddern

sei beispielhaft.

Auf deutschen Straßen sterben

jährlich rund

500 000 Igel.

„Die Dunkelziffer

dürfte weitaus

höher liegen,

auch wenn die

Zahlen rückläufig

sind. Das hat

aber nichts mit

besonders umsichtiger

Fahrweise zu tun,

sondern ist auf den Bestandseinbruch

zurückzuführen“,

erklärt Gernod Heindel.


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Als Terrasse (abgeleitet vom lateinischen

Wort für Erde = terra) wird eine ebene,

offene Fläche bezeichnet, die dem Haus

vorgebaut ist. Große Terrassen wirken

schnell ungemütlich, besonders, wenn im

Winter die Gartenmöbel und Pflanzkübel

eingeräumt werden.

INTERVIEW MIT ANDREA LOTZE UND

NICOLE WILDOW

Decken und Lichter

machen’s gemütlich

Andrea Lotze

FOTOS (2): SVD

Im Sommer

haben Balkon

und Terrasse

Saison. Doch

wenn die Tage

kürzer und die

Nächte kälter

werden,

brauchen

Möbel, Pflanzen

und Gartenaccessoires

Schutz. Allmählich

heißt es Abschied nehmen

vom Wohnzimmer im Grünen

– oder? Andrea Lotze, Teamleiterin

Garten, und Nicole

Wildow vom Gartencenter im

Toom-Baumarkt Cottbus mit

Ratschlägen.

Wie kann ich mein Wohnzimmer

im Grünen jetzt noch optimal

nutzen?

Auch im Spätsommer kann ich

mein Wohnzimmer im Grünen

an frischer Luft gemütlich

einrichten. Garten und Balkon

können durch farbenfrohe

Herbstpflanzen und Töpfe

lebendig gestaltet werden.

Dekoriert wird auch mit Lichtquellen,

etwa Teelichtern, Laternen,

Solarlampen, um das

Wohnzimmer im Grünen zum

Leuchten zu bringen. Auch Vogelhäuser

sind wunderbar für

die Herbst-Deko. Sie dienen erst

als Dekoration und später als

Futterhäuser für Vögel. Selbst

für kühlere Tage sorgen flauschige

Decken, Auflagen und

Kissen für die nötige Wärme.

Im Spätsommer und Herbst

regnet und windet es auch mal:

Ich will aber nicht immer jeden

Abend alles von der Terrasse

räumen. Wie kann ich Möbel

und Polster vor Witterung

schützen?

All die Truhen, Kisten und Boxen,

die viel Stauraum bieten,

sind eine schnelle Lösung, um

nicht alles ins Haus räumen zu

müssen. Grundsätzlich ist es

immer zum Vorteil, wenn Polster

und Kissen trocken gelagert

werden. Die Gartenmöbel sind

je nach Material schnell mit

einer Schutzhülle abgedeckt.

Diese schützen zuverlässig vor

Staub, Schmutz und Regen. Es

gibt sie für Esstischgarnituren,

Hochlehner sowie Stapel- und

Klappstühle, Polsterauflagen,

Schirme, Hollywoodschaukel.

Die Möbel müssen zum Wegpacken

vorbereitet werden. Wie

und womit behandele ich sie?

Unabhängig

vom Material

werden

Gartenmöbel

vorm Einlagern

gründlich

gereinigt.

Das kann mit

Wasser und

Nicole Wildow Seife geschehen.

Polyrattan,

Kunststoff und Plaste

nehmen keine Feuchtigkeit

auf, deshalb brauchen diese

Materialien keine sonderliche

Behandlung. Für Holz

sollte es spezielle Reinigungsmittel,

Öle oder Lasuren geben,

die das Holz gleichzeitig

versiegeln und schützen. Gartenmöbel

aus Aluminium und

Edelstahl sind pflegeleicht und

robust. Schwere Metallmöbel

aus Guss- oder Schmiedeeisen

hingegen rosten sehr schnell.

Hier ist auf die Beschichtung

zu achten. Wenn der Lack einwandfrei

ist, können auch diese

Möbel im Freien überwintern.

Wo überwintern Möbel, Polster,

Kübel am besten? Was ist,

wenn ich keinen Keller oder

kein Gartenhäuschen habe?

Möbel und Polster überwintern

am besten trocken, gut belüftet

und ausreichend frost- sowie

UV-geschützt. Wenn kein Gartenhaus

oder Keller vorhanden

ist, werden Schutzhüllen und

Abdeckungen zu

Hilfe genommen.

Um Schimmel zu vermeiden,

sollten Schutzhüllen

nicht komplett luftdicht sein.

Hierbei eignen sich wasserdichte

als auch atmungsaktive Abdeckungen.

Das Abdecken im

Freien schützt nur bedingt vor

Umwelteinflüssen wie Frost.

Deshalb ist es ratsam, beschädigte

Lasuren vor der Lagerung

zu erneuern oder Harthölzer

nochmals mit geeigneten Ölen

zu behandeln.

Wie bereite ich den Terrassenboden

auf den Winter vor?

Ob und wie der Boden der Terrasse

winterfest gemacht

werden muss, hängt vom

Material ab. In jedem

Fall sollte der Terrassenboden

gründlich

von Schmutz, Moos

und Algen befreit werden.

Frostsichere Natursteine

können mit

Imprägnierungen versiegelt

werden, um unansehnliche

Flecken zu vermeiden.

Sonnenschirme, Markisen und

Sonnensegel werden einfach

abgebürstet und vor Feuchtigkeit

geschützt. Feste Terrassenüberdachungen

sollten auf

Stabilität geprüft werden, um

späterSchneelasten problemlos

tragen zu können.

MIT ANDREA LOTZE UND NI-

COLE WILDOW SPRACH SYBILLE

VON DANCKELMAN

Überwintern auf der Terrasse

Sobald nachts die

Temperaturen in Richtung

Null gehen, muss man sich

Gedanken über den Winterschutz

von Pflanzen und Kübeln machen.

VON SYBILLE VON DANCKELMAN

COTTBUS

Am Ende eines jeden Jahres stellen

sich Hobbygärtner häufig die Frage,

wie sie am besten ihre Pflanzen vor

der kalten Jahreszeit schützen. Wer

sich nach dem Winter auf eine erblühende

Terrasse freuen möchte,

sollte ein paar Tipps und Tricks

zur Überwinterung der Pflanzen

beachten.

FOTO: HELIX

Pflanzen brauchen in der kalten

Jahreszeit etwas Schutz und müssen

mitunter sogar in ein Winterquartier

umziehen. Nicole Wildow vom

Gartencenter des Cottbuser Toom-Marktes

gibt Auskunft.

Winterhart Dazu gehören Stauden, das sind ausdauernde

strauchartige Pflanzen, die resistent vor Kälte

sind und bei denen nur die Wurzeln in der Erde verbleiben.

„Die kümmern sich selbst und können draußen

überwintern. Aber ohne Schnitt“, betont Nicole

Wildow. Der sollte erst im Frühjahr erfolgen.

Und nicht wundern, wenn etwa die Fette Henne im

Herbst ihr Laub abwirft. Gärtnerin Wildow: „Die Pflanze

zieht sich nur zurück.“ Soll heißen: Oberirdische Teile

sterben bei den hohen Stauden im Herbst von selbst ab.

Bodendecker-Stauden hingegen sind

immer- und wintergrün. Im Frühjahr treiben

die Stauden dann mit frischem Grün zeitnah

wieder aus. Wichtig sei, so die Fachfrau: „Alles, was grün

ist, will Wasser.“ Soll heißen: An frostfreien Tagen muss

gegossen werden. Wer es vergisst, sieht die Auswirkungen

nicht gleich. Erst bei intensiver Sonneneinstrahlung

im Frühjahr werden Vertrocknungsschäden sichtbar.

Der Winterschutz sollte immer mit Blick auf die Wetterfolge

getätigt werden, sprich: wenn Minusgrade tatsächlich

in Sicht sind. Pflanzen seien nur gefährdet bei

extremen Minusgraden, eiskalten Winden und starker

Wintersonneneinstrahlung. „Dann müsse man

rasch reagieren. Wenn es zwischendurch

wärmer wird, sollte man die Winterverpackung

lüften und die Pflanzen kontrollieren“,

sagt Nicole Wildow,

Winterharte Pflanzen im Kübel Wer

winterharte Stauden in einem Kübel

kultiviert, sollte das Gefäß im Winter

immer ummanteln. „Aber nicht mit Folien“,

warnt Toom-Mitarbeiterin Wildow.

Denn darunter fängt die Pflanze bei höheren

Temperaturen an zu schwitzen und zu gammeln.

„Alle Naturfasern sind besser, sie sind luftdurchlässig“,

so Wildow. Zur Auswahl stehen Jute, Vlies, Schilf, Weide,

Kokosfaser. Auch damit lässt sich eine Terrasse im

Winter farbenfroh gestalten.

Die Ummantelung gaukelt der Pflanze vor, sie wäre

vor Witterung geschützt wie im warmen Erdreich. Nicht

vergessen: Den Kübel auf eine Holzplatte oder Styropor

stellen. Zum einen muss das Wasser ablaufen können.

Zum anderen kann es gerade im Kübel kälter werden

als im Beet und Kälte über den nicht isolierten Boden

FOTO: EM80/PIXABAY

„Ein knisterndes

Kaminfeuer

ist das duftende

Blumenbeet eines

Wintertages.“

Sprichwort aus Persien

an die feucht gehaltenen

Wurzeln gelangen.

Zu den Überwinterern im Kübel

gehören Lavendel, Salbei, Duftflieder,

Storchschnabel, Silberkraut, Hortensien.

FOTO: IMG STOCK STUDIO/SHUTTERSTOCK.COM

Mehrjährige nicht winterharte Pflanzen Diese

müssen in ein Winterquartier umziehen. Das kann

der Keller sein, der Hausflur, das Dachgeschoss, die Garage

oder auch das Gartenhäuschen. Die Pflanzen wollen

vor dem Umzug auf Schädlinge hin kontrolliert werden.

Und dann brauchen sie kontinuierliche 10 bis 15

Grad Celsius, hin und wieder Wasser und auch Tageslicht.

Geranien bevorzugen indes die Dunkelheit und

einen Schnitt vor der Ruhephase.

Zwiebeln und Knollen (Dahlien und Canna) müssen

ausgebuddelt, von der Erde abgeklopft werden und

können dann trocken gelagert gut überwintern.

Kübel überwintern Nicht nur die Pflanzen

müssen vor Frost geschützt werden – auch

die Kübel. Wenn Feuchtigkeit in der Erde

gefriert, dehnt sie sich aus. Bei einigen

Materialien kann das zum Platzen des

Kübels führen. Das ist etwa bei Gefäßen

aus Keramik der Fall.

Auch Holz wird ohne spezielle Pflege

und Vorbereitung den Winter nicht immer

ohne Schaden überstehen. Das Naturmaterial

sollte regelmäßig mit einer schützenden Lasur gestrichen

werden.

Gut für draußen geeignet sind Pflanztöpfe aus Fiberglas

– sie sind stabil, wetterbeständig und UV-resistent.

Noch ein Vorteil: Sie wiegen wenig. So können auch die

großen Pflanzen bequem transportiert werden.

Auch wenn Garten und Terrasse nach kluger Vorbereitung

am besten in Ruhe gelassen werden – der Gärtner

sollte aber spätestens im Übergang Dezember/Januar

wieder „aufwachen“. Denn dann geht es mit den

Aussaaten los.

TIPPS

VERANSTALTUNGEN

8. September: Verkaufsoffener

Sonntag 13 bis 18 Uhr

13. und 14. September: Sägeketten-Führerschein,

Anmeldeformulare

im Toom-Baumarkt (mit

25-Euro-Gutschein)

14. Dezember: Weihnachtsbaumverkauf

mit DJ 10 bis

16 Uhr

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Terrasse und Balkon nutzt man

im Sommer natürlich gern,

doch auch im Herbst und Winter

können Sonne und frische

Luft dort genossen werden.

Wichtig ist: Gemütlich muss

es sein.

Es klingt banal: Doch mit einer

kuschligen Decke lässt sich

Herbstsonne auf der Terrasse

wunderbar genießen. Lichterketten,

Decken und wärmende

Feuerschalen sorgen für heimelige

Stimmung und warme

Füße.

Auch zusätzliche Wärme von

Innen, mit einer Tasse Tee oder

Kaffee, macht einen Nachmittag

draußen sehr gemütlich.

Lavendel, Astern, immergrüne

Pflanzen sowie Gestecke

in kräftigen Herbstfarben

verschönern die Terrasse – so

muss es dort nicht trist und

kühl aussehen. Buntes Abdeckmaterial

wie Vlies, Jurte und

Weide setzt zusätzlich kleine

Farbtupfer.

Lichterketten und Kerzen

bringen die gemütliche Atmosphäre.

FOTO: VIDEX GMBH

FOTO: ANTEROMITE/SHUTTERSTOCK.COM

FOTOS: TOOM, GETTY IMAGES/ISTOCKPHOTO


14 Gärtnern in der Lausitz

SA/ SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019

So einfach

geht winterfest

Wie bekomme ich im nächsten Frühjahr

meine Pflanzenpracht wieder? Das

erklären Wieslawa Kölzow, Leiterin der

Schlossgärtnerei Bad Muskau, und Anne-

Marie Eichler, Meisterin bei Garten Eden in

Halbendorf.

VON ANJA GUHLAN

Laub – wo es stört und wo es hilft

Heruntergefallenes Laub ist

meist lästig. „Jedoch ist es

nicht überall notwendig, den

Boden von dem Blätterteppich

zu befreien. So schützt er

auf Beeten, unter Bäumen und

Sträuchern vor Bodenfrost und

fungiert als natürliche Mulchschicht“,

schildert Wieslawa

Kölzow. Vom Rasen sollte

das Laub entfernt werden. Da

sonst unschöne braune Flecken

entstehen können, ausgelöst

durch Schimmel- oder

Pilzbefall. Der Rasen sollte im

Winter auf fünf bis sechs Zentimeter

gemäht werden.

Frühblüher rein, Knollenpflanzen

raus

Einige Pflanzen, allen voran

Knollenblumen wie die Dahlie,

sind nicht winterfest. Sie sollten

ausgepflanzt und an einem

trockenen, dunklen Ort gelagert

werden, bis sie im Frühjahr

wieder in die Erde dürfen.

Als Einlagerungsort bietet

sich ein Gartenhaus an, insofern

dort noch genügend Platz

ist, sonst können die Knollenpflanzen

auch im Keller Schutz

finden. Im Gegensatz dazu stehen

die Frühlingsblüher. Denn

sie müssen in den Herbstmonaten

eingepflanzt werden, um

im Frühjahr ihre volle Pracht

entfalten zu können.

Kübelpflanzen winterfest machen

Während einige Pflanzen wie

die Yucca-Palme über den Winter

am besten in den Keller gebracht

werden, können Buchsbäume

draußen bleiben. Sie

müssen aber winterfest gemacht

werden. „Unter den Boden

der Kübelpflanze sollte

eine Styroporplatte gelegt werden,

das hält den Bodenfrost

ab“, erklärt Kölzow. Den optimalen

Schutz gegen Frost bieten

auch Schilfmatten, Reisig,

Noppenfolie und auch Gartenvlies.

„Um den Kübel sollte Noppenfolie

gespannt und zusätzlich

eine Schilfmatte oder Reisig

angebracht werden. Die Pflanzenkrone

kann mit Vlies umwickelt

und mit Juteschnuren festgemacht

werden“, rät Kölzow.

Der letzte Schnitt

Bäume, Sträucher, Hecken – ihnen

muss nochmal eine neue

Frisur verpasst werden. Etwas

zurechtgestutzt, können junge

Triebe im Frühjahr besser austreiben.

Der Herbst bietet sich

an, da zu dieser Jahreszeit das

Wachstum der Pflanzen vorerst

abgeschlossen ist. „Abgestorbene,

kranke, beschädigte

oder sich überschneidende Äste

sollten mit der Hecken- oder

Baumschere abgeschnitten

werden“, rät Kölzow. Am besten

nah am Stamm und etwas

schräg. Gleiches gilt für die He-

Wieslawa Kölzow

deckt den Buchsbaum

im Kübel mit

Vlies ab.

Rasen von Laub und

Fallobst befreien. Im

Winter sollte er fünf

Zentimeter stehen.

Einige Pflanzen wie die Yucca-Palme

müssen in ein Winterquartier

umziehen.

Anne-Marie Eichler

zeigt, wie ein Wasserschlauch

korrekt

aufgerollt wird.

Wieslawa Kölzow

zeigt zwei Arten

Noppenfolien zum

Abdecken.

André Raack reinigt

einen Spaten.

Er empfiehlt eine

Drahtbürste.

cken. Hier ist es jedoch von Vorteil,

die Hecke im oberen Teil etwas

schmaler zu stutzen, damit

auch der untere Teil Sonnenlicht

abbekommt und frisch

nachwachsen kann.

Gartengeräte gründlich reinigen

Bevor es für einige Monate

in den Geräteschuppen geht,

müssen die Gartenutensilien

gesäubert werden. „Verunreinigungen

an den Geräten

würden sich über die Wintermonate

stark festsetzen und

wären so im Frühling noch

schwerer zu entfernen. Außerdem

begünstigen sie Schimmelbefall“,

meint Anne-Marie

Eichler. Sie rät, Geräte nach jedem

Gebrauch zu reinigen. Um

Schaufel und Spaten sauber zu

bekommen, nutzt man am besten

eine Drahtbürste oder Stahlwolle.

Sofern die Gerätschaften

Holzstiele haben, können diese

mit Olivenöl eingerieben werden.

Das schützt vor Nässe und

Schimmelbefall.

Elektrische Geräte zur Wartung

„Der Rasenmäher und andere

elektrische Gerätschaften können

zur Wartung gebracht werden.

Dann stauen sich die Aufträge

bei den Fachbetrieben im

Frühjahr auch nicht“, rät Anne-Marie

Eichler.

Winterfester Gartenschlauch

Regentonne und Wasserschläuche

müssen komplett entleert

werden. Denn Wasser könnte

über den Winter gefrieren,

sich ausdehnen und somit

den Schlauch oder die Tonne

sprengen. Ist der Schlauch entleert,

rollt man ihn am besten

auf. Aber ohne Knicke, die den

Schlauch zum Einreißen bringen

können.

Geräte korrekt verstauen

Was im Winter benötigt wird,

Schneeschaufel, Sand und

Splitt, kommt zum Schluss in

den vorderen Teil des Gerätehauses

oder in Griffnähe.


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 15

Ungebetene Gäste im Garten

Rosen schmecken ihnen, Buchsbäume und

Blaufichten ebenso: Und leider ist gegen

dieses Getier kein Kraut gewachsen.

VON MARGIT JAHN

Die aggressiven Plagegeister

2019

Wer meint, dass Wühlmaus und

Maulwurf in Konkurrenz zum

liebevollen Hegen und Pflegen

im Garten stehen, der irrt. Denn

nicht diese treiben Sorgenfalten

auf die Stirn von Thomas

Engwicht. Sondern Borkenkäfer,

Engerling und Buchsbaumzünsler.

Der Forster Gärtner

führt auch gleich zum traurigen

Beweis: ein Bestand voller

ehemaliger schöner und voller

Blaufichten, die nur noch als

braune und trostlose Strünke

ihr Dasein fristen. Sie sind nicht

mehr zu retten.

Die gnadenlose Hitze und

Trockenheit im vergangenen,

aber auch im diesjährigen Sommer

führt zu einer Explosion an

Schädlingen, die gegen Hitze

immun sind, sich stark vermehren

und die Bäume schwächen.

Das führt bist zum Absterben

der einst prachtvollen und kräftigen

Bäume.

Die Borkenkäfer bohren sich

in die Bastschicht, so der Fachmann,

das ist die Zwischenschicht

zwischen Rinde und

Kernholz. Doch genau das ist

die eigentliche Wachstumsschicht

der Bäume, denn hier

findet der Wasser- und Nährstofftransport

statt. Durch die

unzähligen und invasionsartig

auftretenden Bohrlöcher wird

dieser für Bäume lebenswichtige

Prozess unterbrochen.

Thomas Engwicht zeigt das:

Er entfernt ein Stück der Borke,

und darunter ist das Holz vollständig

durchzogen von Borkenkäferspuren.

Die Käfer legen

ihre Eier ab und sterben dann.

Fallen 1000 Käfer über einen

Baum her, hat der Baum keine

Chance mehr, sich zu wehren.

„Dass es so extrem trockene

Zeiten kurz hintereinander

Buchsbaumzünsler

ertappt auf frischer

Tat...

...übrig ist nur noch

ein kahl gefressener

Buchsbaum.

Wie ein Schweizer

Käse: Arbeit unzähliger

Borkenkäfer.

gibt, damit haben wir nicht gerechnet“,

sagt er. Der Befall auf

seinem Grundstück ist enorm.

Engwicht kennt auch das Für

und Wider des Einsatzes umstrittener

chemischer Wirkstoffe

auf großen Waldflächen.

Es geht darum, den Baumbestand

zu schützen oder zu verlieren,

so Engwicht. Allerdings

trage die Monokultur, die in

weiten Teilen Brandenburgs typisch

ist, zu einer Verschärfung

der Lage bei.

Chemische oder biologische

Waffe

Da die Gärtnerei Engwicht biologisch

arbeitet, gibt man sich

dem Borkenkäfer, der auch als

Buchdrucker oder Kupferstecher

benannt wird, gegenüber

geschlagen. Der einstmals kleine

blaue Wald wird also demnächst

gefällt. Das Kernholz

soll geschreddert und als Mulch

eingesetzt werden. Dieses ist

anfallsfrei. Der Rest soll verbrannt

und entsorgt werden.

Die Miniermotte indes, unter

der die Forster Kastanien

einige Jahre gelitten haben, hat

eine Verschnaufpause eingelegt.

Denn die Blätter der Bäume

sind noch nicht welk und

braun – wie in den vergangenen

Jahren, hat Thomas Engwicht

mit Freude beobachtet.

„Hier scheint der innere Widerstand

die eigene Medizin“,

so Engwicht, „sich langsam

durchzusetzen.“

Es ist ein großer Unterschied,

ob ein Schädling einen Baum

befällt oder komplett absterben

lässt, so wie das bei den

Fichten, egal, ob im Kleingarten

oder größeren Flächen, der

traurige Fall ist. Sogar bei Bäumen,

die gut mit Wasser versorgt

wurden. Waren die Blattläuse

im Frühjahr gut präsent,

wurden sie durch die große Hitze

vorerst gestoppt.

Ein Borkenkäfer kriecht über

eine Fichte.

Gärtnermeister Hans-Rainer Engwicht und Sohn Thomas von der

Forster Gartenbau- und Baumschule am zerstörten Rosenfeld. Maiund

Junikäfer-Larven haben es zerfressen.

FOTOS (8): MARGIT JAHN

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wie er in der Rinde eingebohrt verweilt,

um seine Eier abzulegen. Der ganze

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16 Gärtnern in der Lausitz

SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019

Seit einigen Jahren treibt

auch der Buchbaumzünsler

sein Unwesen. Die Eiablage

erfolgt auf Buchsbäumen,

bevorzugt auf noch nicht

befallenen. Das Problem: Die

natürlichen Feinde, wie Amsel,

Kohlmeise oder Spatzen, sind in

den vergangenen Jahren rarer

geworden. Die Population der

Vögel geht drastisch zurück, sodass

der Zünsler sich völlig ungestört

daran machen kann,

die Sträucher kahl zu fressen.

Regelmäßige Kontrollen, Pheromonfallen

oder Lichtfallen

könnten hier Abhilfe schaffen.

Gärtnermeister Thomas Engwicht entfernt ein Stück Rinde der gefällten Blaufichte. In der Rinde und am

Baumstamm sieht man das Ausmaß des Schadens.

Beim Herausziehen

des angefallenes Rosenstockes

kommt

ein Maikäfer-Engerling

zum Vorschein.

Die Larve hat die

Wurzelrinde abgefressen,

die Notwurzeln

mit weißen Spitzen

reichen nicht.

Der zerstörerische Vielfraß unter

der Erde

Weitaus größeren Schaden machen

auch die reichlich vorkommenden

und unersättlichen

Engerlinge des Mai- oder

Junikäfers. Der Forster Gärtner

Thomas Engwicht führt zu

dem Feld der veredelten Rosen,

das Vater Hans-Reiner betreibt.

Aber auch der ist mit seinem Latein

am Ende und möchte die

Arbeit am liebsten hinwerfen:

„Nur dort, wo die Rosen frische

Triebe haben, sind die Pflanzen

noch nicht angefressen.“

Vater und Sohn ziehen eine

Pflanze heraus und den Schmarotzer

gleich mit, der sich bei

hellem Licht dreht und wendet.

Eine dicke Maikäferlarve

hat die Rinde der Wurzeln angefressen.

Die Pflanze hat versucht,

sich mit weißen Notwurzeln

weit oberhalb zu wehren,

hat aber keine Chance mehr.

Ein trauriger Anblick, wenn

man über das Feld schaut, welches

der Gartenmeister-Senior

mit so viel Liebe, aber auch

Mühe bepflanzt hat.

Das Problem: kaum noch natürliche

Feinde

Auch hier gilt: Die dicken Larven

haben keine Feinde unter

der Erde, sie fressen sich durch

das Feld und vernichten es.

„Früher hat die Natur immer

ausgeglichen“, sagt Hans-Reiner

Engwicht. Alle paar Jahre

trete so eine extreme Vermehrung

auf. Anfangs hatte er sich

gewundert, dass seine Rosen,

die weit über die Forster Grenzen

hinaus berühmt sind, welk

und schlapp wurden. Als er an

den Stöcken zog und sie sich

leicht aus der Erde lösten, sah

er die Katastrophe. Auch hier

heißt es für die Gärtner, hilflos

zuzuschauen.

„Rosen sind halt sehr

schmackhaft und die Lieblingsspeise

von Engerlingen,

aber auch Läuse und Rehe mögen

die edlen Pflanzen“, sagt er,

sehr zum Verdruss der beiden

Gärtner. „Die Blätter schmecken

sehr aromatisch.“

So werden Engwichts wohl

oder übel die kostbaren Pflanzen

mit den Tieren teilen müssen.

Chemische Gifte kommen

nicht infrage.

Was der Gärtner gegen die

Schädlinge tun kann

Thomas Engwicht zählt zwei

andere Gegemittel auf: Zum einen

sind das Nematoden, auch

Fadenwürmer genannt. Diese

kann der Kleingärtner ins Gießwasser

geben. Die Würmer suchen

sich in der Erde die Larven

und fressen sie. Zum andern

hilft ständige Bodenbearbeitung.

Das Auflockern erleichtert

Vögeln oder Hühnern das

Auffinden der Schädlinge.

Einmal oben grün, Herr Dachdecker, bitte

Ob Flach- oder Schrägdach – der

Meisterbetrieb von Enrico Propp aus

Hohenbocka ist Spezialist für Dach-

Begrünungen. So geben Bauherren der

Natur zurück, was ihr durch das Bebauen

genommen wurde.

VON CHRISTIAN TAUBERT

Haus und Firma in Hohenbocka

(Oberspreewald-Lausitz)

sind nicht zu übersehen: Dachdeckermeister

Enrico Propp

hat auf einem flachen, begrünten

Vordach an seiner Werkstatt

eine lebensgroße Kuh stehen.

Das Morgenmagazin eines

Fernsehsenders hatte „Emmi“

zum Abholen freigegeben. „Da

habe ich das Tier nach Hohenbocka

gebracht.“ Auch als Erinnerung

an den Landwirtschaftsbetrieb,

den es hier vor dem

Dachdecker-Unternehmen gegeben

hat.

Vor allem aber macht die Kuh

auf dem Dach neugierig. Und

rückt beim näheren Betrachten

auch die Dachbegrünung auf

dem Hohenbockaer Anwesen in

den Blickpunkt. Denn die Firma

Propp Bedachungen GmbH

bietet auch Gründächer an. „Vor

gut 15 Jahren hat es die ersten

Anfragen danach gegeben“, erinnert

sich Enrico Propp, der

schon damals fit auf diesem

Gebiet war und seine Mitarbeiter

zu Weiterbildungen gesandt

hat. Propp selbst hatte bis 1997

am Bundesbildungszentrum

des Deutschen Dachdeckerhandwerks

in Mayen-Koblenz

(Rheinland-Pfalz) gelernt und

seinen Meister gemacht. Dachbegrünungen

gehörten dort zur

Ausbildung. „Dass es zu Hause

bald Aufträge für Gründächer

geben würde, damit habe ich

eher nicht gerechnet“, erklärt

Propp.

Dachdecker Enrico Propp mit

Kuh Emmi auf einem Gründach

der Firma in Hohenbocka.


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 17

Oase auf einem extensiv begrünten

Dach in Cottbus.

FOTOS: CHRISTIAN TAUBERT

Enrico Propp erinnert sich

an eines seiner ersten,

durchaus anspruchsvollen

Projekte. Die auf Naturverbundenheit

ausgerichtete Kita

„Bienenschwarm“ in Hosena

sollte 2004 ein Gründach erhalten.

Kein Flachdach, sondern

ein mehrfach gewalmtes

Schrägdach. Propp lieferte ein

„Meisterstück“ ab. Vom Flachdach

bis zu einer Schräge von

25 Grad Dachneigung – wie

in Hosena – sei der Aufbau

für eine Dachbegrünung im

Grunde gleich, erläutert Enrico

Propp. Bei extremer Schräge

müssen Schubhölzer eingebaut

werden. Damit es etwa

bei Starkregen anfangs nicht

zum Abrutschen der Substratschicht

mit den nur wenig

verwurzelten Pflanzen kommen

kann. „Wenn das Wurzelwerk

nach etwa drei Jahren voll

ausgebildet ist, besteht diese

Gefahr nicht mehr“, weiß der

„Dachgärtner“. Die Kita „Bienenschwarm“

ist dafür ein Beleg

und dient Propp seither als

Reverenzobjekt gleich um die

Ecke.

Doch während im Stuttgarter

Raum Dachbegrünungen

zumindest auf der Garage

schon zum Standard gehören,

sind viele Häuslebauer hierzulande

noch immer eher zurückhaltend.

Dabei stehe die

Haltbarkeit konventionellen

Eindeckungen in nichts nach.

Auf Flachdächern geht man

zudem der Versprödung und

Rissbildung in den Dachbahnen

weitgehend aus dem Weg.

Denn begrünte Bahnen weisen

eine gleichbleibende Temperatur

auf, dehnen sich demzufolge

nicht so stark aus, sind optisch

chic und bieten Insekten

Nahrung, sagt Propp. „Solche

grünen Oasen lassen sich vom

Vogelhaus über Garagen bis zu

Eigenheimen und Großbauten

einrichten. Sie geben der Natur

zurück, was ihr durch das

Bebauen genommen wurde“,

sagt der Dachdeckermeister

und fügt hinzu: „Es müsste viel

mehr begrünte Dächer geben.“

Neuestes Projekt: Sedumsprossen

auf dem Dach der AWO in

Hoyerswerda.

Die Kita Bienenschwarm in Hosena – ein Propp-Reverenzobjekt.

INFO

Aufbau eines Gründaches

Zunächst wird eine zweilagige

bitumöse Abdichtung aufgetragen,

auf die eine Wurzelschutzbahn

kommt. Es folgt

ein Trennvlies gegen mechanische

Einflüsse sowie

die Drain- und Wasserspeichermatte.

Man kann auch

Kunststoffplatten mit halbkugelförmigen

Vertiefungen

verwenden (Wasser hält

sich länger, der Wurzelraum

wird ausreichend belüftet).

Ein mineralisches Dachbegrünungs-Granulat

(Bims, Lava,

Ton) bildet die „Pflanzerde“.

Die Kosten sind ähnlich einer

konventionellen Eindeckung.

Art der Bepflanzung

Vegetationsmatten sind fertig

bepflanzt und können wie

Rollrasen auf das Dachbegrünungs-Granulat

ausgelegt

werden. Sie eignen sich ebenso

wie Sedumsprossen für eine

extensive Begrünung (Dachlast:

150 Kilogramm pro Quadratmeter).

Enrico Propp nutzt

jene Sprossen, die kleine Ableger

von Rotem Mauerpfeffer,

Immergrünchen, Superbum,

Tripmadam oder Himalajaund

Kamtschatka-Fetthenne

sind. „Sie werden eingeharkt

und bilden nach zwei, drei Jahren

einen ebensolchen bunten

Pflanzenteppich“, sagt

Propp und verweist auf ein

Drittel der Kosten im Vergleich

zu fertigen Matten. „Meinen

Kunden gebe ich mit auf den

Weg, im Frühjahr mit Blaukorn

zu düngen“, erklärt Propp.

Trägt das Dach bis zu 500 Kilogramm

pro Quadratmeter,

kann intensiv mit höheren

Schichtaufbau begrünt werden.

Hier finden auch Wurzeln

von Bäumen und hochwachsenden

Sträuchern Halt.

Vorteile von Gründächern

Unbegrünte Flachdächer sind

extremen Witterungseinflüssen

ungeschützt ausgesetzt.

Oft kommt es deshalb zu Rissen

in der Abdichtung, die alle

paar Jahre erneuert werden

muss. Eine Begrünung kann

die Lebensdauer eines Flachdaches

verdoppeln. Auch wird

Lärm durch ein grünes Dach

besser geschluckt. Es verbessert

die Wärmedämmung und

schirmt im Sommer die Hitze

besser ab. Ein weiterer großer

Vorteil: Bis zu 90 Prozent des

Regenwassers werden zurückgehalten

und gelangen durch

Verdunstung sofort wieder in

den natürlichen Wasserkreislauf,

nicht in die Kanalisation.


20 Gärtnern in der Lausitz

SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019

Eine Wissenschaft für sich – der Schnitt

Hecken, Sträucher und Ziergehölze

beleben jeden Garten. Doch die Freude

daran gibt es nicht umsonst: Auf den

richtigen Schnitt kommt es an. Hecken

und Sträucher müssen regelmäßig

zurückgeschnitten und ausgedünnt

werden.

VON PETER ASWENDT

Hecken gehören zu den interessanten

Elementen, um einen

Garten zu gliedern und zu gestalten.

Ob immergrüne Lauboder

Nadelhecke, Blüh-Hecken

aus Forsythien oder Sträucher

wie Flieder: Jede muss nach

ihrer Art, aber auch nach den

Wünschen des Gartenbesitzers

individuell betrachtet werden.

Aber neben den Wünschen des

Gärtners sind auch gesetzliche

Bestimmungen zu beachten.

Kahlschlag nicht erlaubt

Wer seine Sträucher oder

Hecken radikal einkürzen

möchte,

also einen

kompletten

Rückschnitt

macht, der

muss sich mit

dem Bundesnaturschutzgesetz

beschäftigen.

In der

Vegetationsperiode

vom 1. März bis

30. September ist

Schonzeit, gilt ein

Fäll- und Schnittverbot.

Aber: Ein

schonender Pflegeund

Formschnitt ist

jederzeit erlaubt.

Generell sollten

Blüh-Hecken nach

ihrer Blüte geschnitten werden

der Fachmann rät einmal im

Jahr. Laub- oder Nadelhecken

können mehrmals verschnitten

werden. Der Profi rät zu

zweimal im Jahr.

Nico Lebus schneidet die Fichtenhecke

mit einer Benzinschere

– immer von unten nach oben.

Gartenbauprofi Nico

Lebus kontrolliert

seine Heckenscheren.

Im Vordergrund

ist eine Akkuschere,

die am besten

für den privaten Gebrauch

geeignet ist.

Gut wässern

Wie und wann man Sträucher

oder Hecken verschönert,

hängt auch von den klimatischen

Verhältnissen ab. „Wir

haben heiße und trockene Tage

bis in den September hinein“,

weiß Gartenbauprofi Frank Lebus,

der in Großrä schen den Familienbetrieb

in vierter Generation

führt. „Große Hitze beim

Schneiden bedeutet für die

Pflanze Stress. Sie trocknet an

den Schnittflächen aus“, sagt

der 56-Jährige. „Das Wichtigste

in unserer Gegend ist das sehr

gute Bewässern der Hecke oder

der Sträucher.“ Da auch im

Winter Niederschlag

fehlt, ist eine ganzjährige

Bewässerung

über

Sprüh- oder

Tropfschläuche

von Vorteil.

„Viele Pflanzen

erfrieren nicht

im Winter, sondern

vertrocknen,

weil die gefrorene

Erde keine Feuchtigkeit

abgibt“, weiß

Nico Lebus, der seit

einem Jahr die Lehre

als Gärtner für Zierpflanzenbau

abgeschlossen

hat.

Oben wird mit der Teleskopschere

geschnitten. Arbeiten mit einer

Leiter geht nur zu Zweit.

Nico Lebus (links) und Frank Lebus vom Gartenbaubetrieb Luka-Lebus aus Großräschen begutachten

die Euonymuspflanzen (Spindelstrauch), die Ende August geschnitten werden. Diese werden oft zu Deko-Zwecken

eingesetzt.

FOTOS: PETER ASWENDT

Werkzeug entscheidend

Bevor es an das Heckeschneiden

geht, sollte man sich seine

Pflanze genau anschauen. Fragen

der Höhe oder der Form

sind in Ruhe zu klären. Holt

man sich ein Gartenbauunternehmen,

ist das Vorgespräch

wichtig, denn was abgeschnitten

ist, ist weg. Bedingt durch

die Lage der Bepflanzung, sind

auch eventuell die Nachbarn

über den Vorgang zu unterrichten.

Legt man selbst Hand an

die Hecke oder den Strauch,

ist die Auswahl des richtigen

Werkzeugs wichtig. Für kleinere

Verschönerungen ist die

klassische Heckenschere immer

noch das beste. Für größere

Schnitte empfiehlt der

Fachmann eine Akku-Heckenschere:

„Diese Heckenscheren

sind sehr leicht und man

INFO

Fakten

– Naturschutzgesetze

beachten

– wenig direkte Sonne,

viel Wasser

– Schnittrichtung beachten

– Arbeitsschutz bedenken

– Blühhecke nach der Blüte

einmal im Jahr schneiden

– Laub- oder Nadelhecke

zweimal im Jahr schneiden

– beim Kauf auf den Wurzelzustand

achten

muss nicht das Kabel hinter

sich herziehen, und außerdem

sind sie umweltschonend und

leise“, so der Tipp des Gärtners

Nico Lebus. Große und schwere

Benzinscheren sind für den

Hausgebrauch nicht zu empfehlen:

„Die Geräte nutzen wir

eher im Landschaftsbau“, so

der Gartenbauprofi. Auch die

Pflege der Werkzeuge ist wichtig:

„Man muss unbedingt eine

scharfe Schere einsetzen, denn

der Schnitt muss sauber und

nicht ausgefranst sein, das ist

wichtig für die Versiegelung

des Schnitts durch die Pflanze“,

stellt Gärtner Nico Lebus klar.

Von unten nach oben

Beim Heckenschnitt sollte generell

von unten nach oben geschnitten

werden. „Wenn man

diese Richtung nicht einhält,

dann drückt man Zweige oder

Äste beim Schneiden herunter

und schneidet sich so Löcher

in die Hecke oder Sträucher“,

stellt Nico Lebus klar. Auch ist

es wichtig, immer erst die Seiten

zu schneiden, bevor es an die

Krone geht: „Wenn man zuerst

oben schneidet, richtet sich die

Hecke auf und man kann die Seiten

nicht mehr optimal schneiden“,

so der Gärtner. Wichtig,

egal wo man schneidet, sind ein

sicherer Stand und eine Schutzbrille.

Auch empfiehlt der Profi

Arbeitshandschuhe. Da die

Hände schwitzen können, wird

das Schneidegerät damit sicherer

gehalten. Nicht vergessen:

das ausreichende Bewässern

nach dem Schneiden.So

gepflegt, dankt es der Strauch

oder die Hecke mit einem dichten

Wuchs.

Beim Kauf beachten

Eine gute Pflege ist aber nur

eine Voraussetzung für eine

ansehnliche Hecke. Schon

der Kauf setzt den Grundstein

für eine grüne oder blühende

Pracht. „Generell sollte man in

eine Baumschule gehen“, meint

der Fachmann. Baumarktware

muss aber auch nicht schlecht

sein. Bei der Topfware kann

man davon ausgehen, dass

die Wurzeln intakt sind. Bei

Ballenware sollte man begutachten,

ob ausreichend kleine

weiße Wurzeln zu sehen und

diese auch nicht vertrocknet

sind. Wichtig beim Planen einer

Hecke als Grundstücksgrenze

oder Sichtschutz: bei der

Pflanzung mindestens ein Drittel

der geplanten Höhe als Abstand

zum Nachbarn nehmen.


SA/SO, 31. AUGUST/1. SEPTEMBER 2019 Gärtnern in der Lausitz 21

So kommt der Herbstgarten ins Haus

Herbstzeit ist

Dekozeit. Steffi

Wellkisch betreibt

einen Blumenladen

in Guben und hat

viele Tipps.

VON DANIEL SCHAUFF

Einfach, aber wirkungsvoll: Ein

Kranzrohling wird mit Heide belegt

und mit Blumendraht befestigt.

Dauert, lohnt sich aber.

Wichtig: Die Halme werden versetzt

angeordnet, damit die

Farbe der Blüten zur Geltung

kommt.

Der Rohling verwandelt sich in

eine farbige Herbstdeko. Regelmäßig

besprüht, hält sie den

ganzen Herbst durch.

Klassiker Hortensie – sie trocknet

zu Hause von ganz allein und

sieht nicht nur frisch im Gesteck

richtig gut aus.

Im Frühling blüht’s, im Herbst,

da welkt’s? Mitnichten. Ein Besuch

in Steffi Wellkischs Blumenladen

im Gubener Ortsteil

Groß Breesen bringt eine Erkenntnis:

Der Herbstgarten birgt

viele Schätze, die sich auch innerhalb

der heimischen vier

Wände richtig gut machen.

Die Hortensie ist schon im Garten

eine Pracht. Ist sie gut abgehärtet,

schafft sie es auch, die

Wohnung aufzuhübschen. Bis in

den September hinein blüht die

Hortensie, nutzt man sie in einem

Herbstgesteck, trocknet sie

ganz von allein, sagt Steffi Wellkisch.

Ihren Laden auf der Groß

Breesener Straße schmückt eine

getrocknete Hortensie und beweist:

Ja, hässlich ist anders.

Der Sonnenhut blüht im Garten

farbenfroh. Verliert er seine

Blätter, kann er immer noch begeistern

– als Deko im Gesteck

für den Wohnzimmertisch. Die

Blütenköpfe, nach der Blühzeit

der Heilpflanze noch ein beliebtes

Bienen-Ausflugsziel, lassen

sich ebenfalls prima trocknen,

sagt Steffi Wellkisch.

Die Heide macht sich prima

als Kranz, wissen die Mitarbeiter

im Blumenladen im Norden

von Guben. Die Blüten werden

zur Herbstzeit geschnitten

und versetzt mit Blumendraht

auf einen Kranzrohling gebunden.

Was bei Profis in Nullkommanix

passiert ist, dauert beim

Laien dann doch etwas länger.

Das Ergebnis aber kann sich sehen

lassen – und hält die gesamte

Herbstzeit durch, sofern man

nicht vergisst, hin und wieder

die Sprühflasche anzusetzen.

Herbstliche Gestecke entstehen

bei Steffi Wellkisch innerhalb

weniger Minuten. Das zeigt einerseits:

Da ist ein echter Profi

am Werk, Das zeigt aber auch:

Ganz so aufwendig kann’s auch

mit den eigenen zwei Händen

nicht sein. Echinacea, Zinnien,

Alium, Kamille, Fette Henne,

Strandflieder, Hortensien, Gräser

und Heuchera nutzt die Dekoexpertin

für ihre Schmuckstücke.

Gesteckt wird in alles, was

Steffi Wellkisch setzt auf Farben und Herbstblumen für die Deko zu Hause.

an den Herbst erinnert: Blumentöpfe

in Kürbisform, Igel-förmige

Behälter aus Zweigen, einfache

Schalen und Töpfe. Wenn

der Blumensteckschaum ordentlich

feucht ist, halten die

Gestecke locker drei Tage lang

bei voller Pracht, sagt Steffi Wellkisch.

Ihr Tipp: Mit Haarspray

lassen sich Blumen versiegeln

und abhärten.

Eine Zinnie ist der Blickfang dieses Gestecks. Der Korb aus Ästen

sorgt für Herbstflair. Gräser, Hortensien, Strandflieder, Kamille – viele

Blumen lassen sich vor Ende ihrer Blütezeit zu Deko verwandeln.

Steffi Wellkischs Rat: Laub ab, sonst müffelt es schnell.

FOTOS: DANIEL SCHAUFF

Von Tannenzapfen als Dekoelemente

rät Steffi Wellkisch im

Herbst übrigens noch ab. Das

sei eher zur Winterzeit rund um

Weihnachten angebracht. Lieber,

sagt sie, nutze sie Hagebuttenblüten.

Die stünden vielerorts

am Wegesrand. „Nur aus

dem Stadtpark sollte man sie

nicht nehmen“, sagt sie. Da hat

sich schließlich jemand Mühe

und Kosten gemacht, um den

Spaziergängern im Herbst eine

Freude für die Augen zu bereiten.

INFO

Superstar

Sonnenblume

Die Sonnenblume ist der Star

unter den Dekoblumen – sie

blüht bis in den Herbst hinein

und findet sich in vielen

Gestecken und Herbststräußen,

auch im Blumenladen

von Steffi Wellkisch. Ihren

Ursprung hat die Sonnenblume

übrigens in den USA.

Spanische Segler sollen im

16. Jahrhundert Samen mit

nach Europa gebracht haben.

In der Fachsprache

heißt die Sonnenblume übrigens

Helianthus – vom Griechischen

„helios“, was ebenfalls

„Sonne“ heißt.

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