03.09.2019 Aufrufe

Europas Schönste Wanderwege 2019

36 Seiten, 22 Tourentipps für grenzenlose Wanderfreude. Belgien • Dänemark • Deutschland • Estland • Griechenland • Italien • Kroatien • Malta (Gozo) • Österreich • Schweiz • Slowenien • Spanien

36 Seiten, 22 Tourentipps für grenzenlose Wanderfreude.

Belgien • Dänemark • Deutschland • Estland • Griechenland • Italien • Kroatien • Malta (Gozo) • Österreich • Schweiz • Slowenien • Spanien

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22 Tourentipps für grenzenlose Wanderfreude

mit Tourenkarten • Höhenprofilen • Highlights

Europas

2019

Schönste Wanderwege

1 Österreichs Schönste Wanderwege Special 2018

Belgien • Dänemark • Deutschland • Estland • Griechenland • Italien • Kroatien • Malta (Gozo) • Österreich • Schweiz • Slowenien • Spanien


www.weitwanderwege.com

Ausgezeichnete

Weitwanderwege

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27 Weitwanderwege von 2 bis 43 Tage in

Deutschland, Österreich, Slowenien & Südtirol

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Panoramaweg Südalpen - grenzenlos weitwandern

© Franz Gerdl, Rosental

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Inhaltsverzeichnis

03 Inhaltsverzeichnis, Impressum, Übersichtskarte

04-07 Das Wanderland Europa

08 Estland/Lettland – Baltischer Küstenwanderweg U1

09-11 Dänemark – Rebild Bakker Route U2 ,

PanoramaRoute Mariagerfjord U3 , Gendarmenpfad U4

U1

12 Ostbelgien – Von Burg Reuland ins Ourtal U5

13 Deutschland – Donauberglandweg U6

14-17 Schweiz – Via Alpina U7 , Jura-Höhenweg U8 ,

Alpenpässeweg U9

U4

U2

U3

18-20 Slowenien – Alpe-Adria-Trail U10 , Juliana Trail U11

21 Kroatien, Insel Rab – Raber Bergpfad U12

22 Malta, Insel Gozo – Die Gozo-Küstenwanderung U13

23-28 Griechenland - Friedenswege U14 , Ithaka Trail 14 U15 ,

Apollo Trail: Weg der Heilung U16 , Sifnos-Trail Nr. 6 U17

30-35 Gebirge mit Symbolcharakter – Griechenland:

Olymp U18 & Idagebirge (Kreta) U19 ,

Spanien: Pedraforca U20 ,

Italien: Gran Sasso U21 & Ätna (Sizilien) U22

Impressum

Beilage zum Wandermagazin 204 (Herbst 2019)

zudem Verteilung über Filialen von Schöffel LOWA

Chefredakteur: Thorsten Hoyer

Redaktion: Svenja Walter (sw), Sabine Pries (sp), Annabelle Gummersbach (ag), Andrea Engel (ae)

Layout: Anna Sitova, Stanislav Zilkowski

Kartografie: Übersichtskarte Heinz Muggenthaler, Stadtplatz 9, 94209 Regen,

Tourenkarten: Outdooractive Kartografie – Geoinformationen © Outdooractive

OpenStreetMap – © OpenStreetMap (ODbL) - Mitwirkende (www.openstreetmap.org/copyright)

Titelbild: Ambeliona Tourism & Development S.A.

Verlags- u. Redaktionsanschrift:

OutdoorWelten GmbH, Theaterstraße 22, 53111 Bonn

Tel. 0228/28 62 94-80, Fax 0228/28 62 94-99, post@wandermagazin.de, www.wandermagazin.de

HRB 23232 Amtsgericht Bonn, Steuernummer 205/5733/1642; USt-IdNr. DE314842611

Geschäftsführer: Ralph Wuttke

© OutdoorWelten GmbH, Bonn 2019. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung

des Verlages und mit Quellenangabe statthaft. Keine Ansprüche im Falle höherer Gewalt. Gerichtsstand

für alle Streitigkeiten aus der Verbreitung oder Erstellung ist für beide Teile Bonn.

Hinweis: Alle Texte dieses Specials spiegeln die Ansichten des jeweiligen Autors wider. Die zuständigen Verwaltungsbehörden/Tourist-Informationen

der jeweiligen Programme haften nicht dafür, wie die vorgestellten

Informationen verwendet werden. Haftungsausschluss für Tourentipps: Für Änderungen im Wegeverlauf,

in der Markierungs- und Wegweisungsystematik, von Öffnungszeiten und Telefonnummern etc. nach

Redaktionsschluss können wir keine Haftung übernehmen. Liegt die Veröffentlichung länger als 12 Monate

zurück, bitte immer auch die zuständige Auskunftsstelle nach zwischenzeitlichen Änderungen kontakten.

Die Benutzung der Tourentipps geschieht stets auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, übernehmen

wir keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden.

U20

U5

U7 U8 U9

U6

U11

U10

U13

U21

TSCHECHIEN

U12

U22

SLOWAKEI

SERBIEN

U15

NORDMAZEDONIEN

U14

U18

U16

U17

U19

www.europas-schoenste-wanderwege.de

3


Europas Schönste Wanderwege

Der Fluss Soča in den Julischen Alpen, Slowenien

© Janko Humar, www.slovenia.info

4 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Das Wanderland

Europa

An Kretas Küste © Albrecht Fietz, pixabay

Es gibt viele Listen mit den angeblich schönsten europäischen

Wanderwegen: die mit den schönsten Tagestouren, den schönsten

Weitwanderwegen, den schönsten Ausblicken, den schönsten

Küstenwanderungen, den schönsten Bergtouren, den schönsten von

Bloggern ausgesuchten Wanderwegen … Selbstverständlich liegt die

Schönheit im Auge des Betrachters und auch unsere kleine Sammlung

erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie folgt keiner

Rangliste und kann unmöglich unseren gesamten Kontinent abdecken.

Was dieses Special aber zeigen kann, ist die Vielfalt, die Europa

ausmacht und uns immer wieder neu inspiriert.

E

uropas Schönste Wanderwege 2019 gibt einen Einblick

in die Naturräume und Kulturen Europas. Verbunden

mit der Geschichte ergeben sich einzigartige

Wanderatmosphären, die man erleben muss. Das macht Lust

auf neue Wanderziele. Haben Sie bei der Planung eines Wanderurlaubs

schon mal an Estland gedacht? Oder kennen Sie

Maltas kleine Schwesterinsel Gozo, die sich auf einer viertägigen

Küstenwanderung umrunden lässt?

Wie Gozo haben zahlreiche kleine Inseln den Weg in dieses

Special gefunden. Sie zeigen, dass es einen reichen Schatz

noch eher unbekannter Wanderregionen zu entdecken gibt.

Auf der 15 km langen ägäischen Insel Sifnos z. B. sind auf

mehr als 100 km mittlerweile 19 Trails offiziell markiert – die

sind aber nicht neu. Manche dieser damals für Esel angelegten

Pfade existieren bereits seit mehr als 5.000 Jahren.

Wildblumen in Estland © David Mark, pixabay

Auf vielen Wanderwegen gewinnen wir Einblicke in die

bewegte Vergangenheit einer Region. Die abgelegene Nida-Hochebene

auf Kreta z. B., auf der Schäfer mit ihren Tieren

leben, war Schauplatz von erbitterten Widerstandskämpfen.

Die scheinbar unberührte Natur Westmakedoniens sowie

ihre Dörfer durchlebten mehrere Bürgerkriege und die Zerstörung

während der deutschen Besatzung. Rundwege erzählen

hier Geschichten von Krieg und Frieden, aus denen wir

www.europas-schoenste-wanderwege.de

5


La Val, Südtirol, im Herbst

© Tourismusverband La Val Alta Badia

lernen können und die ein Gefühl von Dankbarkeit für die

Zeit des Friedens aufkommen lassen.

Einige Wanderwege in diesem Special führen tief hinein in

die Mythologie bestimmter Orte, wie zum Gipfel des Olymp

als Sitz der griechischen Götter. Andere Wege, z. B. der Bergpfad

auf der kroatischen Insel Rab, bringen uns an Aussichtspunkte,

die nur zu Fuß zu erreichen sind.

Weite Hügellandschaften und mystische Burgen liegen in den

italienischen Abruzzen verborgen. Unerwartete Anblicke,

die dem einen oder anderen vielleicht aus Hollywoodfilmen

bekannt vorkommen. Wandern kann man in Europa nahezu

überall, auch am Vulkan Ätna auf Sizilien. Dabei muss es

nicht immer auf den Gipfel hinauf gehen, manchmal ist die

Ansicht von unten viel anmutiger. Rund um den katalanischen

Berg Pedraforca eröffnet eine 360° Wanderung immer

Bei Meteora in Griechenland © Sorin Cicos, unsplash

wieder neue Perspektiven auf den markanten Berg, der die

umliegenden Hügel überragt.

Wanderwege ermöglichen es, eine Region auf ursprüngliche

und sanfte Art kennenzulernen. Dabei kommt es nicht auf

die Kilometerzahl an. Auf 10 km langen Wegen im Norden

Dänemarks können Wanderer die Schönheit der nordischen

Fjorde, Wälder und Heidewiesen genießen oder in der belgischen

Wallonie das Ourtal.

Weitwandern ohne Grenzen

Immer mehr Menschen jedoch nehmen sich längere Auszeiten,

schaffen sich Freiräume und schnüren die Wanderschuhe,

um Europa zu erkunden. Denn wie Goethe sagte: „Nur

wo du zu Fuss warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Weitwandern

ist beliebt: als Methode um zu reisen, zu entdecken,

zu verstehen und um der Hektik und Routine des Alltags zu

entfliehen, sich einem anderen Rhythmus hinzugeben. Dem

Rhythmus der eigenen Schritte, dem Rhythmus von Tag und

Nacht, dem Rhythmus der Jahreszeiten. Naturverbundenheit

liegt im Trend – das macht sie nicht weniger wichtig.

Weitwanderwege sind ambitionierte Vorhaben. In Slowenien

lockt seit dem Herbst 2019 ein neuer Weitwanderweg mit 16

Etappen durch die Julischen Alpen: vorbei an stillen Bergseen

und hinein in enge Schluchten mit smaragdgrünem Wasser.

In der Schweiz zieht sich die Via Alpina, ein Klassiker unter

den Weitwanderwegen, auf 320 km durch das ganze Land.

Wer in Europa weit wandert, der überquert Grenzen. Sowohl

persönliche Grenzen als auch Landesgrenzen. Seit Anfang des

Jahres bereits begleitet das Wandermagazin Philipp Fuge, einen

jungen Arzt aus Berlin, bei seiner Wanderung quer durch Europa

und berichtet wöchentlich auf Facebook. Er hat sich vorgenommen

von Tarifa in Spanien zum Nordkap in Norwegen zu

wandern, also vom südlichsten zum nördlichsten Festlandspunkt

Europas. Für die Wanderung wird er gut zehn Monate brauchen

6 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


und – wenn alles nach Plan läuft – am 3. Oktober am Nordkap

ankommen. Während seiner Reise verzichtet er auf so manchen

Komfort, wie ein richtiges Bett und die warme Dusche. Dafür

genießt er den Luxus, sich frei durch verschiedene europäische

Länder bewegen zu können. Die Grenze gibt sich meist nur

durch einen Stein oder ein Schild zu erkennen, vom Menschen

gemacht. Grenzkontrollen gibt es für Philipp Fuge nicht.

Das ist alles andere als selbstverständlich. Europa durchlebt

eine konfliktreiche Zeit. Nicht immer ist Europa eins, aber es

ist ein Wanderland mit Wegen von Menschen für Menschen

gemacht. Wanderwege überwinden Grenzen und verbinden.

Die Vielfalt, der wir dabei begegnen, ist nicht nur ein Luxus

und hübsch anzuschauen, sondern überlebenswichtig. Während

die Natur sich ständig wandelt, halten Menschen allzu

oft lieber fest an dem, was sie kennen. Doch es lohnt sich, aufzubrechen

und Neues zu entdecken. Beim Weitwandern sind

wir gefordert, uns auf Neues und Unvorhergesehenes einzulassen.

Das Schritttempo gibt uns die nötige Zeit.

Wandern, das uns verwandelt, ist auch der Anspruch von

Europas Wanderdörfern. Das Projekt verfolgt die Vision,

den Kontinent entlang der grenzüberschreitenden Europäischen

Fernwandwege (E-Wege) zu verbinden. Die Dörfer

und Gastgeber müssen sich mit dem eigens geschaffenen

„Europäischen Wandergütesiegel“ qualifizieren. Ein Europa

Wanderdorf macht den Mythos erfahrbar, der seiner Landschaft

anhaftet und uns Menschen bewegt. Die meisten von

Europas Wanderdörfern liegen im Moment am E5 in den

Ländern Süditalien (Südtirol), Österreich und Deutschland.

www.europas-wanderdoerfer.com

Die zwölf europäischen Fernwanderwege (E-Wege) durchziehen

den gesamten Kontinent und wurden von der Europäischen

Wandervereinigung, die sich 1969 in Deutschland

gründete, initiiert. Mit ca. 7.500 km von Irland bis Istanbul

ist der E8 der längste von ihnen. Viele Wege wachsen bis heute

und werden von derzeit 30 europäischen Mitgliedsstaaten

betreut.

Europas Wanderdorf Lech am Arlberg

© Christoph Schoech, Lech Zürs Tourismus GmbH

In einem fremdsprachigen Land, im schlimmsten Fall mit

einer veralteten Wanderkarte, fällt die Orientierung mitunter

schwer. Für manche Wanderer gehört das zum Abenteuer

dazu. Wer sich auf eine einheitliche Beschilderung sowie eine

messbare Attraktivität des Weges verlassen möchte, kann sich

an den „Leading Quality Trails – Best of Europe“ orientieren.

15 Wege in Europa erfüllen derzeit diese Qualitätsstandards

der Europäischen Wandervereinigung. Darunter sind

der Gendarmenpfad in Süddänemark und der Donauberglandweg

in Deutschland, die wir auch in diesem Special vorstellen.

Bei der Planung einer Weitwanderung kann das Portal www.

weitwanderwege.com helfen. Für ein organisiertes Abenteuer

finden Interessierte hier besondere Angebote: Weitwandern

ohne Gepäck, Weitwandern für Familien, Einsteiger und Genießer,

mit Hund, oder von Hütte zu Hütte.

Wanderer am Stausee Dix, Schweiz

© Switzerland Tourism, Matyas Fabian

Viel Spaß beim Vervollständigen der ganz individuellen

Sammlung der schönsten Wanderwege Europas! (sw)

www.europas-schoenste-wanderwege.de

7


U1 Estland/Lettland

Wandern auf idyllischen Feldwegen

Unser Tourentipp

Baltischer

Küstenwanderweg

Der Strand lädt zu einer

entspannenden Wanderung ein

Eine Fußreise entlang der Ostseeküste des Baltikums ist ein Wanderabenteuer zwischen

steinigen Küstenarealen und kulturellen Weltstädten, das man nicht so schnell vergisst.

Start: Nida (Lettland) • Ziel: Tallinn (Estland) • Einkehrmöglichkeiten: variiert je nach Etappe

Länge: 1.200 km • Schwierigkeit: mittel • Gehzeit: 60 Tage • Höhenmeter: auf 335 m, ab 323 m

150

0

S

m

km 200 400 600 800 1000 1200

Highlights am Weg:

• über 500 Natur- und Kulturmonumente

• Estnische Inseln

• UNESCO-Weltkulturerbe: Altstadt von Riga und Tallinn

In Nida, einem kleinen, unscheinbaren Dörfchen an der litauisch-lettischen

Grenze, beginnt der Baltische Küstenwanderweg.

Als Teil des Fernwanderwegs E9 verläuft er auf

1.200 km entlang der Ostseeküste. Eingeteilt in 60 Tagesetappen

mit Längen von jeweils 12 bis 25 km, ermöglicht der Wanderweg

eine Fußreise durch das Baltikum.

Die ersten Etappen der Küstenwanderung führen durch Lettland

an den Steilküsten des Großmeeres und des Kleinmeeres vorbei.

Dünn besiedelte Orte, ruhige Fischerdörfer und jede Menge unberührte

Natur sowie weiße Sandstrände prägen diesen Abschnitt.

Unterwegs lassen sich vielleicht auch Fossilien und Bernstein

finden. So idyllisch die Ostsee scheint, so gefährlich ist sie auch.

Als größter Schiffsfriedhof der Ostsee beherbergt das Kleinmeer sogar

Schiffswracks aus der Wikingerzeit. Höhepunkt des Abschnittes

durch Lettland ist mit Sicherheit ein Besuch in Riga. Die beliebteste

lettische Kurstadt beeindruckt mit einer historischen Holzarchitektur

und der wunderschönen Altstadt, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes

ist. Nach der Hälfte der Strecke passiert man die Grenze zu

Estland. In diesen Etappen verläuft der Weg zunehmend auf Waldund

Feldwegen. Die lichten Wälder eignen sich zur Vogelbeobachtung

oder auch, um unterwegs Beeren und Pilze zu sammeln. Estnisches

Landidyll entführt in eine unbekannte Welt. Vorbei geht es

an den estnischen Inseln, die mit einer Fähre zu erreichen sind. Hier

lassen sich Festungen besichtigen, die vor langer Zeit von heidnischen

Kriegern erbaut wurden. Der letzte Stopp des Weitwanderwegs

schließlich ist Tallinn, die Hauptstadt Estlands. Ebenfalls Teil des

UNESCO-Weltkulturerbes, begeistert der Ort mit einer zauberhaften

Altstadt und einem regen Treiben direkt an der Ostseeküste. (ag)

INFO: www.coastalhiking.eu

Gefördert durch:

Fotos: © Juris Smalinskis

8 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Norddänemark U2 U3

Rebild Bakker Route U2

Start/Ziel: Rebild

Länge: 11 km • Gehzeit: 3 Std.

Höhenmeter: auf/ab je 255 m • Schwierigkeit: leicht

Einkehr: diverse Möglichkeiten in und um Rebild herum

PanoramaRoute Mariager Fjord U3

Start/Ziel: Hobro Yachthafen

Länge: 10 km • Gehzeit: 3 Std.

Höhenmeter: auf/ab je 93 m • Schwierigkeit: leicht

Einkehr: z. B. Hotel & Restaurant Bramslevgaard

Im Naturschutzgebiet trifft man

so manches Weidetier © RebildPorten

Highlights:

• Troldeskoven (Trollwald)

• Quelle Ravnkilde

Highlights:

• Flächen mit weidenden Tieren

• Yachthafen von Hobro

Unser Tourentipp

Weiden & Fjorde

Premiumtouren im Norden Dänemarks

S

Hochgewachsenes Gras kitzelt an den Beinen, eine sanfte Brise

weht durch das Haar, während der Blick über wunderschöne

Fjorde schweift: Im Norden Dänemarks fällt das Entspannen

leicht. Hier trifft man auf eine abwechslungsreiche Naturlandschaft

aus Wäldern, Seen, Fjorden und Hügellandschaften.

Während einer Wanderung rund um das Naturschutzgebiet

Rebild Bakker erleben Wanderer den sogenannten Trollwald

mit seinen Quellen, Heidewiesen und bizarr geformten Bäumen.

Auf der PanoramaRoute hingegen lässt sich die Schönheit

des nordischen Mariager Fjords bewundern. Er zieht sich

bis zur Stadt Hobro am Fjordende 38 km weit ins Landesinnere.

Beide Wanderwege wurden vom Deutschen Wanderinstitut

als Qualitätswanderwege ausgezeichnet. (ag)

150

0

m

km 2 4 6 8 10

Naturschutzgebiet Rebild Bakker

© RebildPorten

150

0

S

m

km 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die PanoramaRoute bei Bramslev

Bakker © VisitMariagerfjord

INFO www.rebildporten.de

www.visitmariagerfjord.dk

www.europas-schoenste-wanderwege.de

9


U4 Süddänemark

INFO www.visitsonderjylland.de/gendarmsti

Der Küstenpfad der Gendarmen

Die Grenzregion Süddänemarks hat eine bewegte Vergangenheit und mit ihr die

Gendarmerie, die an der Ostseeküste patrouillierte. Im Wechsel der Jahreszeiten folgten die

Gendarmen dem Küstenpfad entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad. So tun es ihnen heute

die Wanderer auf dem Gendarmenpfad nach.

Willkommen in Sønderjylland! Wer hier in Süddänemark

auf dem Gendarmenpfad wandert, dem

fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, wie die

Gendarmen einst mit offenen Augen und Ohren patrouillierten.

Sie hielten nach Schmugglern Ausschau, die versuchten,

ihre Ware über die Ostsee von einem Land in das andere zu

bringen, ohne Zölle zu zahlen. Der Zoll allerdings war über

Jahrhunderte hinweg eine der wichtigsten Einnahmequellen

Dänemarks.

Immer im Blick: die Flensburger Förde

© Destination Sønderjylland, Gorm Casper

Die Grenzgendarmerie wurde 1839 gegründet. Damals befand

sich das Herzogtum Schleswig noch komplett unter dänischer

Herrschaft. Nach der Niederlage der Dänen 1864 im

Deutsch-Dänischen Krieg verlief die Grenze weiter nördlich

entlang des Flusses Kongeå und zwei Jahre später wurde auch

die Gendarmerie hierher verlegt. Eine Volksabstimmung im

Herzogtum Schleswig hatte 1920 zur Folge, dass die Grenze

neu gezogen wurde. Nordschleswig gehörte fortan zu Dänemark,

Südschleswig zu Deutschland und mit der Grenze zog

Der blaue Gendarm auf weißem Grund weist den Weg

© Ulrik Pedersen

auch die Gendarmerie wieder Richtung Süden. Dort patrouillierte

sie an der jetztigen Grenze, bis die Kontrolle 1958 in den

Verantworungsbereich der Polizei fiel. 1980 gelangte dieser alte

Küstenpfad wieder ins Bewusstsein der Menschen und ist heute

einer der schönsten Wanderwege Dänemarks. 2015 wurde

er als erster „Leading Quality Trail – Best of Europe“ in Dänemark

ausgezeichnet. (sw)

ANGEBOT: WANDERN OHNE GEPÄCK

Die Destination Sønderjylland bietet ein sechstägiges

Rundumsorglos-Wanderpaket an. Leistungen:

5 Übernachtungen • 4 Tage wandern von

Høruphav nach Pattburg (74 km) • Verpflegung •

Gepäcktransport. Preis: 535,- € p.P.

Info: www.bit.ly/gendarmsti

10 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Unser Tourentipp

Gendarmenpfad

Start: Padborg • Ziel: Skovby

Länge: 84 km, 5 Etappen (10-20 km)

Schwierigkeit: leicht

Höhenmeter: auf/ab je 166 m

Einkehrmöglichkeiten: diverse Einkehrmöglichkeiten

entlang der Strecke

Die Highlights am Weg:

• Industriekultur: Ziegeleimuseum Cathrinesminde

• Sønderborg mit bunter Hafenfront, Schloss,

Segelhafen und Stadtstrand

• Dybbøl Banke als zentraler Ort deutsch-dänischer

Geschichte

Einerseits haben sich die küstennahen Wälder und Wiesen

seit der Zeit der Gendarmerie kaum verändert. Rund um

den Gendarmenpfad sind viele verschiedene Vogelarten zuhause,

vor allem in den Naturschutzgebieten, z. B. Trillen vor

Høruphav. Dieses Feuchtgebiet sowie die Strandweiden sind

ein besonders anspruchsvoller Lebensraum für Pflanzen,

weil sie im Winter vom Salzwasser überschwemmt werden.

Deshalb finden sich hier nur besonders angepasste Pflanzenarten,

die das Salzwasser vertragen. Andererseits werden bei

Maritime Stimmung in der Hafenstadt Sønderborg

© Destination Sønderjylland

einer Wanderung auf dem Gendarmenpfad die Veränderungen

der Zeit erkennbar. Davon zeugen die alten Häuser der

Gendarmen oder die zahlreichen Ziegelsteine aus der Blütezeit

der Ziegeleien. Sie verschifften ihre Backsteine z. B.

von der Bucht Egernsund aus nach ganz Nordeuropa. In

der Gegend um Broager und Dybbøl führt der Küstenpfad

durch zentrale Schauplätze des Deutsch-Dänischen Krieges

im Jahr 1864. Gleichzeitig finden sich aber auch Überreste

einer viel älteren Vergangenheit: An den weißen Klippen

bei Stensigmose in der Bucht Vemmingbund lohnt es sich,

auf Fossiliensuche zu gehen. Kleine und größere Küstenorte

wie Sønderhav und Sønderborg runden das Wandererlebnis

mit ihren Häfen, Museen und der Tradition der südjütländischen

Kaffeetafel ab. Bis auf kurze Strandabschnitte ist der

Gendarmenpfad ein leichter und flacher Wanderweg, aber

mit viel Tiefgang in seiner Geschichte.

Auf der Internetseite des Gendarmsti (www.gendarmsti.dk),

wie er auf Dänisch heißt, sind alle Highlights und Übernachtungsmöglichkeiten

auf einer interaktiven Karte eingezeichnet.

(sw)

150

0

S

Der Gendarmsti in herbstlichen Farben

© Claus Visby

m

km 10 20 30 40 50 60 70 80

www.europas-schoenste-wanderwege.de

11


U5 Ostbelgien

Blick über das Ourtal

Die Burgruine von Reuland

Unser Tourentipp

Von Burg Reuland

ins Ourtal

Auf Wegen, die einst die Ritter benutzten, wandeln

Wanderer am Dreiländereck von Belgien,

Luxemburg und Deutschland durch das schöne

Tal der Our.

Fotos: © ostbelgien.eu, Dominik Ketz

600

450

300

150

m

km 2 4 6 8 10

S

Start: Burgruine Reuland • Ziel: Ouren • Länge: 10,1 km • Gehzeit: 3 Std. • Höhenmeter: auf 269 m, ab 320 m

Schwierigkeit: mittel • Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten: Burg Reuland und Ouren

Ein dichtes Netz aus GR-Weitwanderwegen durchzieht Ostbelgien

und verbindet die Eifel, die Ardennen und das Hohe

Venn miteinander. Diese 10 km lange Strecke zwischen Burg

Reuland und Ouren ist Teil des GR 5, eines europäischen Fernwanderweges

von der Nordsee bis ans Mittelmeer. Start der

Tour ist die Burgruine von Reuland. Im 12. Jh. erbaut, zählt sie

heute mit ihren gut erhaltenen Außenmauern zu den größten

Ruinen der belgischen Eifel. Zunächst steigt der Weg durch

Wiesen bergauf, dann wird es waldiger und wilder. Der Weg

verläuft nun auf schmalen Pfaden. Felder, Koppeln und Wälder

begleiten den weiteren Auf- und Abstieg, der von Panoramen

über die sanft gewellten Hügel der Ardennen dominiert

wird. Während die Our sich durch das Tal schlängelt, führt

der GR5 über den Höhenkamm bis zur Peterskirche in Ouren.

Die ländliche Umgebung ist von Felsformationen geprägt, z. B.

dem Rittersprung am nördlichen Ortseingang

von Ouren. Der Felsen bietet

einen wunderbaren Ausblick in das

Ourtal. Wer mag, folgt anschließend

dem Flusslauf bis zum Dreiländerpunkt,

der 1,5 km entfernt mit dem Europadenkmal

die Grenze zu Deutschland

und Luxemburg markiert. (sw)

Highlights:

• Burguine Reuland

• Idyllisches Ourtal

• Panoramen der Ardennen

INFO www.ostbelgien.eu

Neues Knotenpunkt-Wegenetz

Mithilfe des neuen Knotenpunkt-Wegenetzes

ist es

möglich, aus der Strecke eine

Rundtour zu machen. Über den

Routenplaner (go.ostbelgien.eu)

lassen sich die entsprechenden

Knotenpunkte einsehen, die

ebenfalls auf dem Wanderweg

ausgeschildert sind. Für den

Rückweg empfehlen sich die

Knotenpunkte 33, 17, 20, 24, 82,

81, 35, 79, 83, 37, 8, 45, 44, 1, 2. So

führt die Wanderung zu weiteren

Naturhighlights und verlängert

sich auf 23,5 km.

12 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Deutschland, Donaubergland U6

Der Weg ist gespickt mit landschaftlichen und kulturellen

Höhepunkten © Donaubergland GmbH, Thomas Bichler

Unser Tourentipp

Der Donauberglandweg

Mit seinen vier Tagesetappen ist der Donauberglandweg wie gemacht für ein

verlängertes Wanderwochenende oder eine entspannte Wanderwoche.

Start: Gosheim • Ziel: Beuron • Länge: 72 km, 4 Etappen (14,5-22 km) • Schwierigkeit: mittel

Gehzeit: je 4,5-6 Std. • Höhenmeter: auf 2.200 m, ab 2.400 m

Der zerklüftete Donau-Canyon charakterisiert den Donauberglandweg

© Donaubergland GmbH, Wolfgang Veeser

Die Highlights am Weg:

• Lemberg

• Kolbinger Höhe

• Kloster Beuron

Vom Lemberg, mit 1.015 m der höchste Berg der Schwäbischen

Alb, führt der Weg mitten durch eine der schönsten

Naturlandschaften im Südwesten Deutschlands: den

Naturpark Obere Donau. Eine beeindruckende Tier- und

Pflanzenwelt sowie zahlreiche kulturelle, landschaftliche

und geologische Höhepunkte, darunter die größte Schauhöhle

im Südwesten Deutschlands, die Kolbinger Höhle

(3. Etappe), begleiten den Wanderer bis zum Ziel, dem

geschichtsträchtigen Kloster Beuron. Dabei ist der Donauberglandweg

schon fast ein Klassiker. Seit elf Jahren trägt

er das Zertifikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“

des Deutschen Wanderverbandes und im Herbst 2018 wurde

er zusätzlich von der Europäischen Wandervereinigung

als „Leading Quality Trail – Best of Europe“ prämiert. Diese

Prädikate sind Bestätigung seiner Erlebnisqualität und der

nachhaltigen Pflege. So verwundert es auch nicht, dass der

Donauberglandweg 2013 zum zweitschönsten Wanderweg

Deutschlands gewählt wurde. Die Wandermagazin-Fachjury,

die ihn für die Publikumswahl ausgewählt hatte, befand,

dass dieser Weitwanderweg alles habe, was man für

ein paar Tage Wanderglück brauche. Vom Albtrauf über die

Albhochfläche und ihre eigenwilligen Täler in den abenteuerlich

zerklüfteten Canyon der jungen Donau zu wandern,

garantiert täglich völlig neue Wanderkulissen. (ae)

INFO www.donaubergland.de

1050

900

750

600

450

S

Fridingen

m

km 10 20 30 40 50

www.europas-schoenste-wanderwege.de

13


U7 U8 U9 Schweiz

INFO MySwitzerland.com/wandern

Fernwandern in der Schweiz

Grünblaue Seen, liebliche Hügelketten, panoramareiche Pässe

mal um die Schweiz passen die 65.000 Kilometer

markierter Wanderwege, Bergwanderwege

24 und Alpinwanderwege, die das Land durchziehen.

Theoretisch, denn in der Realität handelt es sich um ein

dichtmaschiges Netz, in dem alle Wege miteinander verbunden

sind. Vom schneebedeckten Gipfel zur mediterran anmutenden

Seepromenade, von urbanen Zentren in verschlafene

Bergtäler. Die begehrten Kontraste kann der Wanderer so in

nur wenigen Tagen erleben, falls die Zeit knapp ist.

Von Wald umgeben: der Lac de Taney auf dem Alpenpässeweg

(Etappe 34) © Switzerland Tourism, Matyas Fabian

Das wäre aber schade, denn es gibt so viele Wege, die Schweiz

zu Fuß zu durchstreifen. Dabei ist das gesamte Wanderwegenetz

einheitlich und in beide Richtungen markiert. Allein sieben

nationale und über 60 regionale Routen sind als offizielle

Mehrtagestouren der Schweiz gekennzeichnet, mit eigenem

Routenfeld und eigener Routennummer markiert. Die bekanntesten,

die Via Alpina, den Jura-Höhenweg und den Alpenpässeweg,

stellen wir auf den folgenden Seiten vor. Hinzu kommen

Hüttentreks und thematische Mehrtageswanderungen, die auf

Blick auf die Alpenkette auf dem Jura-Höhenweg

(Etappe 13) © Switzerland Tourism, Tamara Fehr

dem offiziellen Wanderwegenetz liegen, aber über keine spezifische

Routenwegweisung verfügen. Bemerkenswert und vorbildhaft

ist die Anbindung der Schweizer Wanderinfrastruktur

an den öffentlichen Verkehr, sogar in den Berggebieten. Die

meisten Etappenorte und Wanderrouten sind mit Bergbahn,

Postauto, Zug oder Schiff erreichbar. Dadurch können auch

einzelne Etappen oder Abschnitte von Fernwanderwegen absolviert

und lange Etappen vereinfacht werden.

Wer mehrere Tage am Stück unterwegs ist, braucht Übernachtungsmöglichkeiten.

Von der Berghütte mit Mehrbettzimmer

bis zum Wellnesshotel ist alles möglich. Eine große Vielfalt bietet

z. B. die Via Alpina, da hier vielerorts in größeren Alpendestinationen

übernachtet wird. (ae)

14 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Schweiz U7

Unser Tourentipp

Via Alpina

Der Klassiker unter den Schweizer Fernwanderwegen

lädt zum intensiven Bergwandern ein.

Start: Vaduz (FL) • Ziel: Montreux

Länge: 390 km, 20 Etappen

Schwierigkeit: Technik mittel, Kondition schwer

Höhenmeter: auf 23.600 m, ab 24.800 m

Etappe 14: Morgen am Oeschinensee

© Switzerland Tourism, Kevin Wildhaber

Etappe 20 bei Montreux: Rocher de Naye

© Switzerland Tourism, Matteo Senn

Auf 20 Etappen führt die Via Alpina von Vaduz nördlich der

Schweizer Alpen durch sechs Kantone nach Montreux. Sie

ist der Klassiker unter den Schweizer Fernwanderwegen.

14 Alpenpässe und eine vielfältige Alpkultur, Flora und Fauna

lassen dabei Wanderherzen höher schlagen. Auf ihren

390 km passiert die Via Alpina viele der Highlights, die die

Schweiz zu bieten hat. Besucht werden u. a. der einsame Surenenpass,

das berühmte Grindelwald, die Kleine Scheidegg

mit Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, die Blüemlisalphütte,

der Oeschinensee – einer der schönsten Bergseen

der Schweiz –, die verzaubernde Bunderchrinde und das

verschlafene Rochers de Naye mit einmaliger Aussicht auf

den Genfersee. Anfangs führen die Etappen noch durch

ebenes Gebiet in St. Gallen, im Glarnerland geht es dann

bis zu den Berner Alpen immer weiter hoch. Tag für Tag

werden gewaltige Berglandschaften durchquert und hinter

jedem Pass öffnet sich eine neue Welt. (ae)

Die Highlights am Weg:

• Etappe 9: Panoramaweg Tannensee - Planplatten

• Etappe 13: Von 3.000ern umrahmter Oeschinensee

• Etappen 19/20: Plateau und Gipfel Rocher de

Naye mit Blick auf den Genfer See

INFO MySwitzerland.com/viaalpina

TIPP: VIA ALPINA WANDERPASS

Zeugnis großartiger Leistung und Erinnerung an

großartige Erlebnisse: Auf 20 Etappen 38 Stempel

mit einzigartigen Motiven sammeln. Ist der Wanderpass

voll, gibt es zur Belohnung ein Zertifikat.

MySwitzerland.com/wanderpass

2500

2000

1500

1000

500

m

km 50 100 150 200 250 300 350

S

www.europas-schoenste-wanderwege.de

15


U8 Schweiz

Unser Tourentipp

Jura-Höhenweg

Der Sanfte unter den Schweizer Fernwanderwegen

verbindet Zürich mit dem Genfersee.

Start: Dielsdorf • Ziel: Nyon

Länge: 320 km, 16 Etappen

Schwierigkeit: Technik leicht, Kondition schwer

Höhenmeter: auf 13.700 m, ab 13.700 m 8. Etappe, Chasseral - Vue des Alpes

© Switzerland Tourism, Tamara Fehr

10. Etappe, Noiraigue - St.Croix, Creux du Van

© Switzerland Tourism, Tamara Fehr

Der Jura-Höhenweg ist der älteste Fernwanderweg der

Schweiz. Bereits 1905 wurde mit der Markierung einer

Route begonnen, die bei Zürich startet und kurz vor Genf

endet. In 16 Tagesetappen macht der Fernwanderer auf 390

km eine im wörtlichen Sinne „krumme Tour“ durch den

Schweizer Jura – der Weg verläuft nämlich im weiten Bogen

zwischen den beiden Schweizer Großstädten.

Die karge und weite Landschaft des Jura beeindruckt mit ihren

Felsen wie der Felsenarena Creux du Van und Fernsichten

auf Alpen, Schwarzwald und Vogesen. Schroffe Felsen

und tiefe Grotten, Flussquellen und Seen ohne sichtbaren

Abfluss, stille Wälder und weite Weiden, Wildtierbegegnungen

und Blumenschätze am Weg – der sanfte Schweizer

weiß seine Trümpfe auszuspielen. So wie der Jura-Höhenweg

in seinem Verlauf auch die Sprachgrenze zwischen

deutsch- und französischsprachiger Schweiz überschreitet,

gibt es regional verschiedene Haus- und Siedlungsformen

zu entdecken und eine Küche, die immer wieder anders

schmeckt. Überall gleich tief verwurzelt ist jedoch die Gastfreundschaft.

Für Kostproben lokaler Spezialitäten locken

die zahlreichen Berggasthöfe und „Maiteries“. (ae)

Die Highlights am Weg:

• Etappe 8: Blick vom Chasseral ins Drei-Seen-Land

• Etappe 10: Sonnenaufgang am „Felsenzirkus“ Creux

du Van

• Etappe 14: Blick vom Mont Tendre auf den Genfersee

und die Alpenkette mit dem Mont Blanc

INFO MySwitzerland.com/juracresttrail

1500

1000

500

m

km 50 100 150 200 250 300

S

16 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Schweiz U9

Unser Tourentipp

Alpenpässeweg

Der Wilde und Anspruchsvolle unter den Schweizer

Fernwanderwegen – eine eigene Disziplin.

Start: Chur • Ziel: St-Gingolph

Länge: 610 km, 34 Etappen

Schwierigkeit: Technik mittel, Kondition schwer

Höhenmeter: auf 37.500 m, ab 37.700 m

23. Etappe, Mauvoisin-Cab. Col de Mille. Glacier de

Corbassiere © Switzerland Tourism, Matyas Fabian

16. Etappe, Saas Fee-Graechen

© Switzerland Tourism, Matyas Fabian

In 34 Tagesetappen durchquert der Alpenpässeweg die südlichen

Alpen von Chur aus bis zum Genfersee. Sage und schreibe

32 Pässe zwischen den Bündner und Walliser Alpen stehen

auf dem Programm. Am Stück bewältigen Wanderer die Reise

durch die Pässewelt selten, aber man kann sich Teilstücke

vornehmen. Denn ein großer Vorteil der Pässewanderungen

liegt darin, in jedem Tal zwischen zwei Pässen ein- und aussteigen

zu können. Wer auf unberührte Berglandschaften,

einsame Täler, eine von 4.000er Gipfeln geprägte Kulisse und

gemütliche Hüttenübernachtungen steht, kommt auf dem

Alpenpässeweg auf seine Kosten. Höhepunkt reiht sich an

Höhepunkt, von der Greina-Hochebene bis zur Pässe- und

Seenlandschaft am Dents du Midi.

Das Pässewandern ist eine eigene Disziplin mit eigenem Publikum.

Es sucht nicht den Rundblick vom Gipfel oder die

Bestätigung, den Berg bezwungen zu haben. Es sind Wande-

rer, die sich von Neugierde getrieben die Pässe hinaufwinden.

Denn jedes Pässchen birgt das Geheimnis des Unbekannten

auf der anderen Seite. Man betritt mit jedem Tal

eine neue Welt – und lässt eine andere hinter sich. Und wer

es schafft, die ganze Route zu durchschreiten, kann von sich

behaupten, ganz tief in die Seele der Bündner und Walliser

Bergwelt geblickt zu haben. (ae)

Die Highlights am Weg:

• Etappen 4/5: Unter Schutz stehende Greina Ebene

• Etappe 22: Steinwüste zwischen Col de Louvie und

Col de Prafleuri

• Etappe 23: Corbassière-Gletscher, fünftlängster

Gletscher der Schweiz

INFO MySwitzerland.com/alpinepassestrail

3000

2500

2000

1500

1000

500

m

km 100 200 300 400 500

S

www.europas-schoenste-wanderwege.de

17


U10 Slowenien

Alle Fotos: © Boris Pretnar, www.slovenia.info

Der Fluss Soča

Die Berge Larches und Prisank

in den Julischen Alpen

Alpe-Adria-Trail in Slowenien

INFO

www.alpe-adria-trail.com

www.slovenia.info

Vom Großglockner in Österreich durch die Julischen Alpen in Slowenien bis zur

Adriaküste in Italien verläuft der Alpe-Adria-Trail. Mit 43 Etappen und ca. 750 km

Länge ist er ein außerordentlich großes und abenteuerliches Wandervorhaben.

Der slowenische Teil des Weitwanderweges beginnt im äußersten Nordwesten des

Landes. Er führt zunächst durch die Julischen Alpen und anschließend sowohl auf als

auch jenseits der italienischen Grenze Richtung Süden bis zur Adriaküste bei Trieste.

Das Grün der Wälder, das leuchtende Aquamarin des

Soča Flusses und die Grautöne schroffer Gipfel ergeben

zusammen das Farbspiel der Julischen Alpen. Kranjska

Gora, das erste Etappenziel auf dem slowenischen Alpe Adria

Trail (Etappe 22), fungiert als Tor zum Triglav Nationalpark und

zur Bergwelt der Julischen Alpen. Vorbei am Jasna See geht es

von hier aus auf einem alten Eselspfad über den 1.611 m hohen

Vršič Pass und hinunter ins Tal zur Quelle des Flusses Soča. Namensgeber

des Nationalparks ist der höchste Gipfel Sloweniens,

der 2.864 m hohe Triglav. Ihm kommt man am Etappenziel Trenta

am nächsten (Etappe 23). Der wunderschöne Fluss Soča wird

18 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Details Alpe-Adria-Trail: Gesamtlänge: ca. 750 km (43 Etappen, 6 davon bilden eine Rundtour)

Start: Großglockner (Kärnten, Österreich) • Ziel: Muggia (Triest, Italien)

Der Alpe-Adria-Trail in Slowenien: Länge: 165 km (Etappen s. u.), durchschnittlich 20 km

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke, Übernachtungsmöglichkeiten in den Etappen-Zielorten

von nun an zu einem treuen Begleiter. Wie der Wanderer bahnt

er sich seinen Weg zur Adriaküste durch enge Klammen und

Schluchten und später durch offene Täler und Wiesen. Mit der

Hängebrücke über der Kršovec Schlucht verlässt der Weg den

Triglav Nationalpark und erreicht den Ort Bovec (Etappe 24).

Hier, am Fuße der mächtigen Berge Rombon und Kanin wird

seit dem 15. Jh. der Schafskäse Bovški hergestellt und in zahlreichen

Gasthäusern angeboten.

Auf den folgenden Etappen begegnen Wanderer sowohl in

den Döfern Drežnica und Kobarid (Etappe 25) als auch auf alten

Militärpfaden (Etappe 26) der Lokalgeschichte des Ersten

Weltkriegs. Das Etappenziel Tolmin als urbanes Zentrum des

Soča Tals bietet einerseits die Gelegenheit für Stadtbummel

Highlights

in Slowenien:

• Julische Alpen mit Fluss Soča

• Karst mit Gestüt Lipica

• Weinregion Brda

und Museumsbesuche, andererseits auch das Naturschauspiel

der Schluchten von Tolmin mit moosgrünen Felsen und smaragdgrünem

Wasser.

Wenige Kilometer nach Tolmin wechselt der Alpe-Adria-Trail

zum ersten Mal auf die italienische Seite und bleibt von nun

an großenteils italienisch (Etappen 27-37). An einigen Stellen

kehrt er aber nochmal auf slowenisches Terrain zurück. Auf

Etappe 30 z. B. lernen Wanderer auch Sloweniens mediterrane

Seite kennen sowie das Renaissanceschloss Dobrovo aus dem

16. Jh. und das Dorf Šmartno, ein Kulturdenkmal des Landes.

Die Grenzübergänge sind nun fließend. Von den slowenischen

Weinhängen bei Brda geht es zurück in italienische Weinanbaugebiete

(Etappe 31). Ein anderes Highlight des Alpe-Adria-Trails

ist das weltberühmte Gestüt der Lipizzaner in dem

slowenischen Ort Lipica (Etappe 36). Auf der letzten Etappe

des Weitwanderweges geht es anschließend über die Grenze

nach Italien in das malerische Val Rosandra und bis zum Hafenort

Muggia bei Trieste an der Adriaküste. (sw)

S

Traditioneller Holzzaun im Trenta Tal

Das Dorf Šmartno umgeben

von Weinhängen in Brda

Die slowenischen Etappen des Alpe- Adra-Trails*

Etappe 22: Baumgartnerhöhe – Kranjska Gora •

Etappe 23: Kranjska Gora – Trenta • Etappe 24: Trenta

– Bovec • Etappe 25: Bovec – Drežnica • Etappe

26: Drežnica – Tolmin • Etappe 27: Tolmin – Tribli di

Sopra • Etappe 29: Cividale – Breg • Etappe 30: Breg

– Šmartno • Etappe 31: Šmartno – Cormons • Etappe

35: Prosseco – Lipica • Etappe 36: Lipica – San

Dorligo Della Valle • Etappe 6 der Rundtour: Rifugio

Zacchi – Kranjska Gora Zacci

*(hervorgehobene Wegabschnitte in der Karte)

2500

2000

1500

1000

500

0

m

km 100 200 300 400 500 600

www.europas-schoenste-wanderwege.de

19


U11 Slowenien, Julische Alpen

Unser Tourentipp

Juliana Trail

Ab September 2019 führt ein neuer Weitwanderweg

durch den Nordwesten Sloweniens. Im

Schoß der Julischen Alpen und des Triglav Nationalparks

entdecken Wanderer auf dem Juliana

Trail die natürliche Schönheit der Region.

1500

1000

500

Vor der Kulisse der Špik-Gruppe bei Kranjska Gora

© Aleš Zdešar www.slovenia.info

0

S

m

km 50 100 150 200 250

Der 2.864 m hohe Triglav im Biosphärenreservat Julische Alpen

ist der höchste slowenische Gipfel. Viele Bergsteiger erklimmen

ihn jedes Jahr. Der Juliana Trail hingegen umrundet

den Triglav auf 270 km in gebührendem Abstand. Der höchste

Punkt der Wanderung liegt auf lediglich 1.340 m. An dieser

Stelle ist man dem natürlichen Wahrzeichen Sloweniens mit

10 km Entfernung am nächsten. Die 16 Etappen bringen den

Wanderer also zwar nicht auf den höchsten Berg, dafür aber

überall dorthin, wo er den Pulsschlag der slowenischen Alpen

spürt: an einsame Bergseen, durch weite Wälder und von einem

Bergdorf zum nächsten. Wanderer können an beliebigen

Etappen ein- oder aussteigen und übernachten. Neben touristischen

Attraktionen und bekannten Fotomotiven, wie dem

See Bled und dem gleichnamigen Schloss, offenbart der Weitwanderweg

viele Naturschönheiten, die in den Bergtälern

verborgen liegen. Nicht zu übersehen ist der smaragdgrüne

Fluss Soča, der sich spektakulär durch enge Felswände spült.

Durch Schluchten und über Brücken folgt der Weg ihm für

gut 50 km. Historische Sehenswürdigkeiten und das kulturelle

Erbe dieser Alpenregion kommen dabei nicht zu kurz. In

den Bergdörfern und kleinen Städten, wie Jesenice, Radovljica

oder Bovec, gibt es Museen, traditionelles Kunsthandwerk

und die lokale Gastronomie zu entdecken. (sw)

Highlights:

• Seen Bled und Bohinj

• Soča Tal

• Kranjska Gora und Radovljica

Der See Bled

© Franci Ferjan www.slovenia.info

Start/Ziel: Kranjska Gora • Länge: 270 km, 16 Etappen,

durchschnittlich 17,5 km • Schwierigkeit: mittel

Höhenmeter: auf: 7.163 m, ab: 7.173 m

Einkehrmöglichkeiten: in den jeweiligen Etappen-

Zielorten

INFO www.julian-alps.com

20 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Kroatien, Insel Rab U12

Unser Tourentipp

Raber Bergpfad

Einer der Premužić Pfade auf Rab

© Luka Perčinić

Holzleitern helfen über die

Trockensteinmauern © Eros Grubišić

Auf dem reizvollen Bergpfad entdecken sportliche

Urlauber die raue Schönheit der kroatischen

Insel Rab. Die felsige Ostküste ist anspruchsvoll,

aber sie belohnt die Mühen mit einem unvergesslichen

Naturerlebnis.

Start: Mišnjak • Ziel: Lopar • Länge: 20,8 km • Gehzeit: 11 Stunden • Höhenmeter: auf: 574 m, ab: 562 m

Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Kamenjak unterhalb des gleichnamigen Gipfels

450

300

150

0

m

km 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20

INFO www.rab-visit.com/de

S

Highlights am Raber Bergpfad:

• Berggipfel Kamenjak

• Premužić Pfad

• Fruga Tal

Ausgangspunkt der 20 km langen Strecke

ist die Fähranlegestelle Mišnjak

ganz im Süden der Insel. Von hier aus

geht es immer entlang der Ostküste

Richtung Norden bis nach Lopar. Nach

gut 6 km beginnt der Aufstieg auf den

Kamenjak, die mit 408 m höchste Erhebung

Rabs. Obwohl nicht sehr hoch,

hat der Weg hier durchaus den Charakter

einer Bergwanderung. Auf halber

Strecke am Gipfel angekommen,

fällt die Bergflanke senkrecht ins Meer und in der Ferne erscheint schemenhaft

das Velebit-Gebirge des kroatischen Festlandes. Ein kurzer Abstecher landeinwärts

führt zum kleinen Gasthaus Kamenjak mit fantastischem Ausblick auf die malerische

Stadt Rab und über die gesamte Kvarner-Bucht. So karg und steinig sich die

Natur auf diesem Weg zeigt, so sehr vermag sie auch zu beeindrucken. Erosionen

und die starken Bura Winde der Adriaküste haben künstlerisch anmutende Erosionen

im Fels geschaffen. Diese sind besonders im Fruga Tal zu bestaunen, welches

nur für Wanderer zugänglich ist. Bei Lopar verläuft der Weg teilweise auf einem

der Premužić Pfade. Er wurde 1933 von Kroatiens berühmtem Forstingenieur Ante

Premužić geschaffen, der mit seinen aus Steinen erbauten Wegen einen wesentlichen

Beitrag zur Erschließung des Velebit-Gerbirges leistete. Das schroffe Gelände

und die nicht immer ausgetretenen Pfade entlang der Ostküste erfordern eine gewisse

Trittsicherheit. Der Weg ist jedoch gut markiert und kleine Holzleitern helfen

Trockensteinmauern zu überwinden. Auf jeden Fall sollte man ausreichend Trinkwasser

und einen Sonnenschutz im Rucksack haben. Die Tour lässt sich gut in zwei

Tagesetappen mit einer Übernachtung im Gasthaus Kamenjak aufteilen. (sw)

www.europas-schoenste-wanderwege.de

21


U13 Malta, Insel Gozo

Der prähistorische Tempel Ggantija

© Daniel Cilia

Unser Tourentipp

Die Gozo-

Küstenwanderung

Auf Maltas Schwesterinsel Gozo findet sich eine

traumhafte Kulisse für eine mehrtägige Wanderung.

Azurblaues Wasser, geheimnisvolle Höhlen

und prähistorische Spuren sorgen für ein echtes

Wanderabenteuer.

Gozos Charme erschließt sich sofort nach der Ankunft mit

der Fähre. Das Leben auf dieser kleinen und ländlichen Insel

verläuft gemächlich, der Lebensrhythmus wird bestimmt

durch die Jahreszeiten, die Fischerei und die Landwirtschaft.

Historische Stätten, Forts und Ggantija, einer der besterhaltenen

prähistorischen Tempel, bezeugen die jahrtausendealte

Geschichte der Insel.

Hafen von Mġarr

© viewingmalta.com

setzt sich in Marsalforn fort. Wieder sind es wunderschöne

Sandstrände und Küsten, die den 16 km langen Weg begleiten.

In dieser friedlichen, fast mystischen Idylle trifft man auf

ein Relikt der Antike: Die Meeresnymphe Kalypso soll hier

Homers Odysseus sieben Jahre lang im „Calypso Cave“ oberhalb

der Ramla Bay festgehalten haben. (ag)

150

0

m

km 10 20 30 40 50

S

Erleben lassen sich die Besonderheiten Gozos bei einer Küstenwanderung.

Eingeteilt in vier Tagesetappen, führt der Weg

auf 50 km einmal rund um die Insel und belohnt mit wunderschönen

Meerblicken. Die erste Etappe führt von Mġarr

bis nach Xlendi. Auf 12 km bietet sie einen ersten Einblick

in das Leben am Meer und quert pittoreske Fischerdörfer.

Geologisch beeindruckend geht es am nächsten Tag weiter.

Die zweite Etappe von Xlendi nach San Lawrenz führt auf

11 km vorbei an der dramatischen Küsten-Formation Dwerja,

deren Bucht einer der besten Tauchplätze Gozos ist. Von

San Lawrenz wandert man in den nächsten 11 km bis nach

Marsalforn. Dabei kommt man am Ta’ Gurdan-Leuchtturm

vorbei. Erbaut im Jahr 1851 unter britischer Herrschaft, ist er

ein wichtiges Denkmal für die Kolonialzeit. Die letzte Etappe

Start/Ziel: Mġarr • Länge: 50 km (4 Etappen, 11-16 km)

Schwierigkeit: je nach Etappe leicht bis schwer

Gehzeit: 23 Std. (5-7 Std./ Etappe)

Höhenmeter: auf 1.472 m, ab 1.490 m

Einkehrmöglichkeiten: Cafés auf jeder Etappe

Die Highlights am Weg:

• Höhle der Calypso

• Ta’ Gurdan-Leuchtturm

• Klippen von Ta’ Ċenċ

INFO www.visitmalta.com

www.visitgozo.com

22 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Griechenland, Westmakedonien U14

Unser Tourentipp

Friedenswege

Diese Mehrtageswanderung in Westmakedonien

entdeckt ein unbekanntes

Griechenland. Regionales Brauchtum und

Geschichte verbinden sich mit wilder Natur.

Das Dorf Lechovo umgeben

von dichtem Wald

Die Highlights am Weg:

• Dorf Lechovo

• Wolf-Wildschutzpark

• Seen Zazari und Cheimaditida

Start/Ziel: Lechovo • Länge: 39,2 km • Schwierigkeit: mittel

Gehzeit: 3-4 Tage • Höhenmeter: auf/ab je 1.490 m

Einkehrmöglichkeiten: Übernachtung und Verpflegung in

Lechovo, Nymfaio, Sklithro, Limnochori, Café in Asprogeia

Die Mavri Petra

Fotos: © Fivos Tsaravopoulos, Paths of Greece

Im Norden Griechenlands in der Region Westmakedonien

verlaufen rund um das Dorf Lechovo die Paths of Peace –

die Friedenswege. Die drei- bis viertägige Rundwanderung

führt durch eine eindrucksvolle Region unbekannten Griechenlands.

Die Gegend rund um das Dorf Lechovo blickt

zurück auf eine wechselvolle Geschichte. Durch die Jahrhunderte

hat die Gegend mehrere Bürgerkriege durchlebt

sowie die Zerstörungen während der deutschen Besatzung.

Die Friedenswege wurden aus Mitteln des Deutsch-Griechischen

Zukunftsfonds finanziert. Die erste Etappe führt

von Lechovo nach Nymfaio durch dichte Wälder, zum Dorf

Asprogeia und auf einem alten Weg bis auf 1.200 m Höhe,

wo man mit weiten Blicken über Seen und Berge belohnt

wird. Von Nymfaio nach Sklithro verläuft die zweite Etappe

bergab durch dichten Wald zum Dorf Agrapidia und vorbei

am 70 Hektar großen Wolf-Wildschutzpark. Die dritte

Etappe nach Limnochori mit nur 5,7 km, führt nach kurzem

Aufstieg gleich zum Höhepunkt der Wanderung, dem

eindrucksvollen Felsen Mavri Petra (Schwarzer Stein), dann

weiter hinauf zum Pass von Mavri Petra und wieder hinab

durch den Wald. Am Ufer des Zazari Sees läuft man weiter

bis nach Limnochori. Da die Strecke kurz ist, kann man

noch einen Rundgang um den See mit dem Besuch der

Thermalbäder einplanen. Die letzte Etappe der Wanderung

verläuft meist am Ufer des Cheimaditida Sees

entlang und zurück nach Lechovo, wo man

Wanderausrüstung ausleihen kann. Neben

der Website informiert eine Android-App

über den Friedensweg. (sp)

INFO www.pathsofpeace.gr

S

www.europas-schoenste-wanderwege.de

23


U15 Griechenland, Ionische Insel Ithaka

Blick nach Exogi

© Fivos Tsaravopoulos, Paths of Greece

In Homers Schule soll einst Odysseus Palast

gewesen sein © delas photography

Unser Tourentipp

Ithaka Trail 14

Archäologische Wanderung

Auf der Archäologischen Wanderung in

Ithaka wandert man zu den Ursprüngen

der Odyssee, besucht beschauliche griechische

Dörfer und belohnt sich mit sagenhaften

Blicken über das Ionische Meer.

600

450

300

150

m

km 1 2 3 4 5 6 7 8

S

Highlights:

• Homers Schule

• Dorf Exogi

• Windmühlen

Start/Ziel: Stavros

Länge: 8,7 km • Gehzeit: ca. 3 Std.

Höhenmeter: auf/ab je 500 m

Schwierigkeit: mittel

INFO www.ithacatrails.gr

Ithaka ist eine Insel im Ionischen Meer

nordöstlich der Insel Kefalonia und westlich

des griechischen Festlands. Per Fähre ist sie

von Kefalonia, Patras oder Astakos erreichbar.

Sie zählt gerade mal 3.000 Einwohner und

hat sich ihren ursprünglichen Charme fernab

der ausgetretenen Pfade erhalten. Verborgene

Ruinen machen die Insel, auf der Odysseus

zuhause war, zu einem Insel-Kleinod. Am

besten macht man sich auf der archäologischen

Wanderung, dem Ithaka Trail 14, mit

der Insel vertraut. Der Weg verläuft im Norden

der Insel vorbei an archäologischen Stätten,

die mit Odysseus verbunden werden, und

zu den Dörfern Stavros und Exogi. Startpunkt

ist Stavros. Es geht zunächst zur Archäologischen

Sammlung mit antiken Objekten. Weiter

wandert man zu einer der bedeutensten

archäologischen Stätten der Insel, Homers

Schule. Wissenschaftler vermuten, dass es sich

bei den Überresten aus der Mykenischen Zeit

um den Palast des historischen Odysseus, den

König von Ithaka, handeln könnte. Der Weg

führt weiter hinauf zum beschaulichen Bergdorf

Exogi. Von dort verläuft ein Naturpfad

auf einem Bergkamm, auf dem sich mehrere

historische Windmühlen befinden. Der Blick

reicht weit hinüber auf die benachbarte Insel

Kefalonia und über das Ionische Meer. Es geht

bergab, vorbei an Rousano, einem idyllischen

Plätzchen mit Olivenbäumen, Zypressen und

dem azurblauen Meer im Hintegrund, und

zurück nach Stavros. Die Wanderung kann

in unterschiedlichen Varianten gelaufen

werden. Eine kürzere zweigt vor dem Dorf

Exogi Richtung Rousano ab und führt von

da auf dem ursprünglichen Weg nach Stavros

(s. Karte). (sp)

24 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Griechenland, Peloponnes U16

Unser Tourentipp

Apollo-Trail:

Weg der Heilung

Eine alte Steinbrücke auf dem Wanderweg

Natur pur

Uralte Kastanienwälder und idyllische

Dörfer begleiten Wanderer auf dem Weg

zu einem UNESCO-Weltkulturerbe, dem

Apollontempel.

Start: Neda • Ziel: Apollontempel von Bassae • Länge: 15 km • Gehzeit: ca. 3,5 Std.

Höhenmeter: auf 727 m, ab 404 m • Schwierigkeit: mittel

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten: Abeliona Retreat und Abeliona Guesthouse

Abeliona

Fotos: © Ambeliona Tourism & Development S.A.

Highlights:

• Kastanienwälder von Abeliona

• Apollontempel bei Bassae

• Gipfel Vigla mit Panoramablick

In der Region Peloponnes im Süden Griechenlands verlaufen

die Apollo-Trails. Auf dem 15 km langen Weg der Heilung

sorgen uralte Waldgebiete und der Tempel des Heilgottes

Apollon Epicurius für eine besondere Wanderatmosphäre.

Der Weg startet beim Dorf Neda. Schattenspendende Eiben,

steinerne Brücken und das sanfte Plätschern des Flusses Neda

prägen die ersten Kilometer. Bald ist der Marktplatz von Abeliona

erreicht. Steinhäuschen mit dekorativen Mosaiken und

bunte Pflasterwege sorgen für eine idyllische Atmosphäre.

Sobald man die kleine Stadt hinter sich gelassen hat, führt der

Weg durch einen dichten Kastanienwald leicht bergauf. Die

Kastanienwälder zählen zu den größten und ältesten Wäldern

der Region Peloponnes. Verlässt man den Wald, wartet ein

fantastischer Ausblick auf die Berge Lykaion und Tretrazi. Bei

Stavrouli haben Wanderer die Möglichkeit, einen knapp 4 km

langen Abstecher zur Quelle Filiatro und zur Kirche des heiligen

Iakovos zu machen und anschließend auf den Berggipfel

Vigla zu steigen. Zurück bei Stavrouli führt der Weg an alten

Eichen, steinernen Mauern und vielen Tennen vorbei, die

Einblicke in das landwirtschaftliche Leben der Bewohner ermöglichen.

Höhepunkt und Ende der Wanderung ist schließlich

der Apollontempel bei Bassae. Das Meisterwerk des antiken

Architekten Iktinos ist dem Gott der Heilung, Apollon

Epicurious, gewidmet. Für Übernachtungen empfiehlt sich

das Abeliona Retreat, ein Ort der Ruhe, an dem man mit Yoga

und verschiedenen Therapien entspannen kann. (ag)

INFO www.apollotrails.com/en/home

S

www.europas-schoenste-wanderwege.de

25


U17 Griechenland, Kykladen, Sifnos

Wanderwege auf Sifnos ermöglichen den Zugang zu abgelegenen Stränden

Klein, aber fein

Die überschaubare Kykladeninsel Sifnos

bietet exzellente Wege zu typisch

griechischen Schauplätzen: alte orthodoxe

Klöster, Olivenhaine und sehr viel Grün.

INFO www.sifnos.gr

26 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Für die Esel waren die Wege ursprünglich gemacht

Sifnos liegt in der südlichen Ägäis etwa 130 km von Athen

entfernt und gehört zu den Westkykladen. Gerade mal

2.625 Menschen leben auf dieser 15 km langen und 7,5

km breiten Insel, die sich besonders für jene eignet, die das traditionelle,

entschleunigte Griechenland genießen wollen.

Goldene Zeiten und wilde Natur

Auch wenn die Insel eher klein ist, wurde ihr Wert schon früh

erkannt. Bereits 3.000. v. Chr. bauten Menschen auf Sifnos Blei

und Silber ab. In der Antike kam die Insel durch den Gold- und

Silberabbau zu Reichtum. Der war zwar irgendwann dahin,

doch für Reisende gibt es hier einiges zu entdecken: typische

blau-weiße Dörfchen, terrassierte Landschaften von Trockensteinmauern

gesäumt, an denen freundliche Esel grüßen. Und

viel wilde Naturlandschaft. 20 qkm der Insel, die vom Berg

Profitis Elias bis zur Westküste der Insel reichen, gehören zum

NATURA 2000 Projekt der Europäischen Union. Ein Schutzgebiet,

mit dem Ziel die heimische Flora und Fauna zu bewahren.

Auf Sifnos gibt es 39 Vogel- sowie 19 seltene endemische

Tier- und Pflanzenarten wie den Zwergwacholder.

Inselhöhepunkte

Der höchste Punkt der Insel ist das 682 m hoch gelegene Kloster

Profitis Ilias, zu dem man auf unserem Tourentipp (s. S. 28)

hinauf wandert. Die Hauptstadt der Insel ist das traditionelle

Dorf Apollonia in der Mitte der Insel. Von hier aus erreicht

man per Bus alle anderen Dörfer und auch die Strände auf Sifnos.

Rund um die Insel gibt es Strände nach jedem Geschmack:

mal kleine isolierte Sandbuchten, felsige Kliffs oder auch Felsstrände.

Einer der größten und schönsten Sandstrände liegt

in dem einstigen Töpferdorf Vathi, von wo aus mehrere Wanderwege

durch das Schutzgebiet NATURA 2000 nach Fikiada

oder Play Gialos starten.

Kleine Insel, viele Wege

Als es noch keine Autostraßen gab, bewegten sich die Menschen

auf Wander- und Eselsrouten. In Sifnos gibt es dieses

Netzwerk aus alten Wegen noch immer. Manche Wege entstanden

bereits 3.000 Jahre v. Chr. Seit kurzem sind Teile dieser

Wege markiert worden dank eines kommunalen Projekts

gemeinsam mit der Initiative Paths of Greece. Das macht es

besonders einfach, diese ursprüngliche Insel in der Ägäis zu

Das Dörfchen Kastro ist die alte Hauptstadt von Sifnos

entdecken. Auf mehr als 100 km Wanderwegen geht es zu historischen

Klöstern, abgelegenen Stränden, antiken Türmen, alten

Minen, Brunnen und Mühlen, durch die engen Gassen der

traditionellen Dörfer und entlang historischer Trockensteinmauern

– Wanderungen durch Wacholder-Wälder oder mit

weiten Blicken über die Ägäis. Mittlerweile gibt es 19 offiziell

markierte Wanderwege, über die man sich online informieren

kann. Wanderkarten sind auf der Insel erhältlich. Sifnos ist

das ganze Jahr über durch regelmäßige Fährverbindungen mit

Piräus und anderen Nachbarinseln wie Milos oder Santorini

verbunden. (sp)

Wanderer auf den terrassierten Hängen von Sifnos

Fotos: © Fivos Tsaravopoulos, Paths of Greece

www.europas-schoenste-wanderwege.de

27


U17 Griechenland, Kykladen, Sifnos

Unser Tourentipp

Sifnos-Trail Nr. 6

Diesen Weg auf Sifnos kann man nach seinen

Vorlieben variieren. Alte Klöster, weiter Strand

und wilde Landschaft.

Highlights:

• Panagia Toso Nero Kirche (auf dem Weg 6)

• Hafen von Kamares (auf der Variante 6a)

• Profitis Ilias Kloster (auf der Variante 6b)

Das Kloster Profitis Ilias auf 682 m Höhe

450

300

150

0

Wanderer genießen die Aussicht auf dem Weg 6

m

km 2 4 6 8 10 12 14

S

Der Wanderweg 6 ist mit 15 km der längste Wanderweg auf

Sifnos und führt von Apollonia, dem Zentrum der Insel, in

den Westen. Der Weg kann durch zwei Wege, die entweder

zum Küstendörfchen Kamares oder zum Kloster Profitis Ilias

führen, variiert werden. Nach dem Start geht es vorbei an

kleinen Bächlein, Olivenhainen und terrassierten Hängen

bis zur Kirche Thelogos Mongou. Weiter den Berg hinauf,

genießt man oben angekommen einen herrlichen Panoramablick.

Der Weg führt auf 450 m Höhe um den Berg herum

mit weiter Sicht über die Ägäis. Von Kapsalos aus kann man

als Variante zum Hauptweg den Weg 6a zum Hafenstädtchen

Kamares mit seinem weiten Sandstrand wählen. Der Weg von

Kamares zurück zum Hauptweg führt anspruchsvoll steil den

Berg hinauf. Der Hauptweg 6 verläuft auf einem kleinen Pass,

bis es steil bergab geht und die Landschaft wilder wird. Endpunkt

des Abstiegs ist die abgelegenste Kirche der Insel, Panagia

Toso Nero. Ein idealer Ort für eine Rast. Von der Kirche

geht es durch Wacholderbüsche wieder bergauf. Spektakuläre

Aussichten, Olivenhaine und verlassene Hütten prägen den

Weg. Ein kurzer steiler Anstieg und man erreicht die Kreu-

zung zur Agia Marina Kirche. Nach der Kirche kann man

sich entscheiden, ob man weiter dem Hauptweg 6 folgt oder

die Abzweigung 6b zum Kloster Profitis Ilias nimmt. Der Abzweig

zum höchsten Punkt der Insel (682 m) führt zum einstigen

Monasterium aus dem 12 Jh., das auf einer alten Festung

erbaut und bis 1890 von Mönchen genutzt wurde. Der

Weg führt wieder zurück auf den Weg 6. Bleibt man auf dem

Hauptweg 6, geht es bergab durch das Tal Skafi mit dem Kloster

Taxiarchis, dem einstigen Winterhaus des Kloster Profitis

Ilias. Weiter durch Fyrogia, erreicht man wieder Apollonia.

Start/Ziel: Apollonia, Hauptplatz

Länge: 15 km • Schwierigkeit: mittel bis schwer

Gehzeit: 7 Std.

Höhenmeter: auf/ab je 650 m

INFO www.sifnostrails.com

28 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Gebirge mit

Symbolcharakter

Im Mittelmeerraum zieht es uns meist direkt

ans Meer und an die Strände. Wer sich jedoch

auf den Wanderweg macht, der trifft auf Gipfel

und Gebirge mit großer Anziehungskraft. .

© Cloudprint/Pieriki

Unweit der Küsten erstrecken sich mediterrane Gebirgszüge

und erheben sich Berge, die die Menschen in ihren Bann ziehen

und ganze Regionen prägen. Neun symbolträchtige Berge

gehören zum Projekt des EMbleMatiC Mediterranean Mountain

Network. Für jeden Berg gibt es eine sogenannte Ecojourney.

Sie beinhaltet verschiedene Wanderungen, Radtouren,

Pferdeausritte und öffentliche Transportmittel. Auf den

Ecojourneys können Gäste die Natur, Kultur und Traditionen

rund um diese besonderen Berge erleben. Das EMbleMatiC-

Team will vor allem einen neuen sanften Tourismus fördern.

Für sie bedeutet das u. a., Wanderer nicht unbedingt auf den

Gipfel des Berges zu lenken, sondern stattdessen darum herum:

auf bereits bestehenden Pfaden, abseits der touristischen

Zentren, aber dafür in Nähe zu den Menschen.

Das Team von EMbleMatiC am Olymp

in Griechenland © ECOGEO

Natur und Mensch entstanden ist und sich in einem permanenten

Veränderungsprozess befindet. Zu diesem Netzwerk

gehören: Die Serra de Tramuntana auf Mallorca mit malerischen

Bergdörfern und alten Oliventerassen, der Pedraforca

im spanischen Katalonien (S. 33), der Canigou in Frankreich,

als östlichster Gipfel der Pyrenäen, das Gebirge des Sainte-Victoire

in der französischen Provence mit seinem Farbspiel

aus grauem Kalkstein, grünen Weinstöcken und roter

Erde, der Çika, der das Bild der albanischen Riviera prägt, der

Gran Sasso in den Abruzzen, Italien (S. 34), der Ätna auf Sizilien

(S.35), der Olymp, als höchster Berg Griechenlands (S.

31) und das Idagebirge auf Kreta (S. 32). (sw)

Das EMbleMatic Mediterranean Mountain Network schätzt

jeden Berg als ein Werk, das durch Zusammenwirken von

INFO www.emblematic-med.eu

30 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Griechenland, Zentralmakedonien U18

Unser Tourentipp

Am Olymp durch die

Enipeas Schlucht

An Griechenlands Ostküste, ca. 90 km südlich

von Thessaloniki, liegt das mächtige Gebirge

des Olymp. Ein Teil des europäischen

Fernwanderweges E4 führt am Fuß des Berges

durch die hübsche Enipeas Schlucht.

Ein Ort namens Olymp ist in der griechischen Mythologie

das Zuhause der zwölf olympischen Götter. Daher hat

das Gebirge höchsten Symbolcharakter, mit 2.918 m ist es

gleichzeitig das höchste griechische Gebirge. Dass die Götter

dieses als ihren Wohnort wählten, erscheint irgendwie

naheliegend. Ein Nationalpark schützt seit 1938 die einzigartige

Tier- und Pflanzenwelt des Olymp. Acht Höhenlagen

und Ökosysteme beherbergen u. a. 23 endemische Pflanzenund

zahlreiche seltene Tierarten, darunter Bartgeier und

Wildkatzen. Ein Wanderweg zum Erkunden dieser Landschaft

startet in Litochoro an der Küste und windet sich 10

km lang durch die Enipeas Schlucht Richtung Olymp. Das

Ziel ist Prionia auf 1.100 m Höhe, an der Quelle des Enipeas.

Bewaldete Berghänge und das klare Wasser des Flusses

schaffen eine reizvolle Kulisse für diese Wanderung. Der

schmale Pfad schmiegt sich an Felswände und überquert

den Fluss mehrmals auf kunstvollen Holzbrücken. Eine echte

Entdeckung ist die Kapelle Agio Spilaio (Heilige Höhle)

unter einem Felsvorsprung. Hierhin zog sich der heilige Di-

Das alte Kloster des heiligen

Dionysios © Sophie Jollois

Die Highlights am Weg:

• Wegführung über Holzbrücken

• Kloster des heiligen Dionysios

• Enipeas Wasserfall

Start: Litochoro • Ziel: Prionia • Länge: 10,3 km

Gehzeit: 5 Std. • Höhenmeter: auf 1.036 m, ab 296 m

Schwierigkeit: mittel

Einkehrmöglichkeiten: in Prionia

onysius während seiner Zeit als Asket zurück. Unweit der

Kapelle erreicht man das Kloster des heiligen Dionysios aus

dem Jahr 1542 (geöffnet Apr-Okt). 1 km weiter rauscht der

Enipeas Wasserfall in ein Becken mit glasklarem Wasser. In

Prionia angekommen, können sich Wanderer mit Getränken

erfrischen und mit Fasolada stärken, einem traditionellen

Bohneneintopf. Im Sommer verkehrt ein Bus zweimal

pro Tag von Prionia nach Litochoro zurück zum Ausgangspunkt.

Alternativ kann man denselben Weg zurück durch

die Schlucht nehmen. (sw)

INFO www.olympusfd.gr

1200

1000

800

600

400

Im Gebirge des Olymp

© Pieriki

m

km 2 4 6 8 10

S

www.europas-schoenste-wanderwege.de

31


U19 Griechenland, Kreta

Unser Tourentipp

Zeus Pilgerweg

Die Nida-Hochebene am Idagebirge

© AKOMM, Psiloritis Geopark

Eine für Kreta typische Schäferhütte, Mitata

genannt © AKOMM, Psiloritis Geopark

Im Geopark Psiloritis auf Kreta umrunden

Wanderer die schöne Nida-Hochebene und

pilgern zur Idäischen Grotte, einem Höhlenkomplex

mit mythologischer Bedeutung.

Start/Ziel: Wanderparkplatz Ideon Andron Cultural Unit • Einkehrmöglichkeiten: am Start/Ziel

Länge: 9,8 km • Schwierigkeit: mittel • Gehzeit: 3,5 Std. • Höhenmeter: auf/ab: 187 m

Idäische Grotte

1500

1350

1200

1050

S

m

km 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Highlights am Weg:

• Idäische Grotte

• Andartis Monument

• Nida-Hochebene mit alten Schäferhütten

Das Psiloritis-Massiv, auch bekannt als Idagebirge, liegt im

Herzen der griechischen Insel Kreta. In diesen Bergen verbirgt

sich die Idäische Grotte, der mythologische Geburtsort

von Göttervater Zeus. Sie ist das Highlight des knapp

10 km langen Rundwegs um die Nida-Hochebene. Nur eine

22 km lange Straße verbindet sie mit der Zivilisation, dem

Ort Anogia. Eingekesselt von kargen Berghängen, dient das

Tal im Sommer als Weidefläche. Aus den flachen Steinen der

Hochebene bauten die Schäfer kuppelförmige Hütten, Mitata

genannt, in denen sie Schafskäse herstellen und im Winter

Schutz finden. Nach ca. 3 km des Weges liegt das Andartis-Monument

am Ostrand der Hochebene. Die Steinskulptur

der Berliner Landschaftsarchitektin Karina Raeck ist den

Widerstandskämpfern in der Zeit der deutschen Besatzung

gewidmet. Nachdem sie zwei Jahre lang die kretischen Bergdörfer

erwanderte hatte, schuf Reack zusammen mit den

Dorfbewohnern und Schäfern der Nida-Hochebene den

„Partisan des Friedens“. Für das Kunstwerk verwendeten

sie ca. 5.000 Steine, die die Dorfbewohner ehemals auf der

Hochebene verteilt hatten, um das Landen deutscher Flugzeuge

zu verhindern. Ist das Plateau umrundet, führt der

Weg nach 8 km schließlich zur Idäischen Grotte. Sie liegt auf

1.489 m und unterhalb des Timios Stavros, dem mit 2.456 m

höchsten Gipfel Kretas. Von hier sind es nur noch wenige

hundert Meter zurück zum Ausgangspunkt der Tour. (sw)

INFO: www.psiloritisgeopark.gr/en

32 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Spanien, Katalonien U20

Unser Tourentipp

Pedraforca 360°

Majestätisch erhebt sich der Pedraforca in

Katalonien über alle anderen Gipfel seiner

Umgebung. Ein Rundweg bietet Wanderern

die besten Ausblicke auf diesen markanten

Berg.

Einer der vielen Panoramaausblicke auf den Pedraforca

© Rafael López-Monné

Start/Ziel: Gósol Markplatz

Länge: 16,6 km • Gehzeit: 6 Std.

Höhenmeter: auf/ab je 524 m • Schwierigkeit: mittel

Einkehr: in Gósol und in der Lodge Lluis Estasen

Der Pedraforca, zu deutsch Steingabel, liegt in den Vor-

Pyrenäen südlich der Serra del Cadí im Naturschutzpark Cadí-

Moixeró. Seine zwei Spitzen – die eine 2.506 m, die andere

sechs Meter kleiner – ziehen Blicke aus nah und fern auf sich.

Auf dem Rundweg Pedraforca 360° können Wanderer den

markanten Berg von jeder Seite erkunden und seinen Anblick

genießen. Die Wanderung beginnt im kleinen Dorf Gosól und

führt zunächst auf einem Teil des Camí de Cerdanya Richtung

Norden. Der alte Pfad, auf dem auch Pablo Picasso einst wanderte,

steigt hinauf zum El Collell, dem Gebirgspass, der die

Serra del Cadí und den Pedraforca verbindet. Auf dem Weg

dorthin wechseln sich Wälder aus Schwarzkiefern und Wiesentäler

ab. Der Weg verläuft um den Gipfel des Roca Roja

und erreicht nach 4,5 km mit dem El Collell den höchsten

Punkt der Wanderung. Von hier aus hat man einen wunderbaren

Blick auf den Pedraforca im Süden und die Serra del

Cadí im Norden. Während der nächsten 5 km abwärts zeigt

sich die beeindruckende Nordwand des Pedraforca, die selbst

für erfahrene Bergsteiger eine Herausforderung ist. An der

Lodge Lluis Estasen nach ca. 8 km führen zwei Abzweige nach

rechts zum Gipfel. Wanderer des Rundwegs halten sich links

und gehen auf schmalen Pfaden und durch Pinienwälder um

den Pedraforca herum zurück in das Dorf Gosól. Als Pablo

Picasso 1906 in das Dorf am Pedraforca kam, befand er sich in

einer künstlerischen Krise, fand jedoch in dieser Landschaft

neue Inspiration, die seinen Stil in eine neue Richtung lenkte.

Ein kleines Museum dokumentiert den 90-tägigen Besuch des

Künstlers. Vom Markplatz aus kann man außerdem in fünf

Minuten die alte Burgruine aus dem 11. Jh. erreichen. (sw)

INFO www.visitbergueda.cat

Highlights:

• Serra del Cadí

• Aussicht auf den Pedraforca

• Picasso Museum und Burgruine in Gosól

1950

1800

1650

1500

1350

S

m

km 2 4 6 8 10 12 14 16

www.europas-schoenste-wanderwege.de

33


U21 Italien, Provinz L’Aquila

1600

1400

1200

1000

Panoramablick von der Burg Rocca

Calascio © Franco di Carlo

m

km 5 10 15 20 25 30

S

Unser Tourentipp

Rund um den

Gran Sasso

Diese Tour in den Abruzzen führt von Bergdorf zu

Bergdorf durch unberührte Natur im Nationalpark

Gran Sasso und zu spektakulären Gemäuern.

Kein Wunder, dass auch Hollywood diese Traumkulisse

für sich nutzt.

Start/Ziel: Castel del Monte • Länge: 34 km

Schwierigkeit: mittel • Gehzeit: 2 Tage

Höhenmeter: auf/ab je 1.103 m

Einkehrmöglichkeiten: z. B. Osteria del Lupo in Castel

del Monte, Rifugio Racollo, Locanda sul Lago und Le

Case della Posta beide in Santo Stefano di Sessanio.

Die Highlights am Weg:

• Burg Rocca Calascio

• Campo Imperatore Plateau (1.800 m)

• Santo Stefano di Sessanio, altes befestigtes Dorf

Die Tour verläuft in der mittelitalienischen Provinz L‘Aquila in

den südlichen Ausläufern des Gran Sasso Gebirges. Der Weg

startet in dem kleinen Bergdorf Castel del Monte (1.346 m)

und führt zu den Hängen des Monte Bolza bis zum Guado

della Montagna (1.635 m). Man wandert durch den „Scoppaturo“.

Wem der Canyon von Valianara bekannt vorkommt, hat

ihn vielleicht schon mal im Kino gesehen, denn hier wurden

zahlreiche Filme gedreht, darunter „Vier Fäuste für ein Halleluja“.

Vom Rifugio Racollo geht es weiter nach Westen über

INFO yesgransasso.com

Blick auf Monte Bolza vom See

Racollo © Maria Irene Sulpizio

das Campo Imperatore Plateau bis zur Ruine der spektakulär

gelegenen Kirche Santa Maria del Monte, mit Blick auf

die Berge Camicia, Prena und Bolza. Nachdem man den See

Passaneta erreicht hat, führt der Weg nach Santo Stefano di

Sessanio, wo man einkehren oder übernachten kann. Die Tour

verläuft weiter Richtung Campo Imperatore und biegt nach

einigen hundert Metern rechts in das Vallone della Val Pareta

ab, zur Rocca di Calascio (1.460 m). Die 1.000 Jahre alte Burgruine

ist die höchste Burg der Apenninen und diente ebenfalls

als Filmkulisse („Der Tag des Falken“). Es geht wieder auf

derselben Strecke zurück zum ursprünglichen Weg und weiter

über die Höhe von San Marco zurück nach Castel del Monte.

Bei der Rast sollte man unbedingt die lokalen Produkte der

Abruzzen kosten: Pasta aus dem Getreide der Berge, Safranblüten,

Weine und Olivenöl. Übernachtungstipp: die ‚Albergo

Diffuso‘, ursprüngliche Herbergen in den alten Dörfern. (sp)

34 Europas Schönste Wanderwege Special 2019


Italien, Sizilien U22

Unser Tourentipp

Ginster und Weinberge

am Vulkan Ätna

Lava-Steine, blühender Ginster und weitläufige

Weinberge: die Landschaft des

Vulkans Ätna auf Sizilien ist beeindruckend

vielfältig. Erleben lässt sie sich bei einer

mehrtägigen Wanderung.

Saftige Weinreben vor

eindrucksvoller Bergkulisse

Start: Nicolosi • Ziel: Castiglione di Sicilia • Länge: 56,4 km • Schwierigkeit: mittel-schwer

Gehzeit: 4 Tage • Höhenmeter: auf 1.779 m, ab 1.948 m • Einkehrmöglichkeiten: an der Strecke

Der Fluss Alcantara sucht sich seinen Weg

durch Felsen und Gestein

Fotos: © GAL Terre dell‘Etna e dell‘Alcantara

Die Highlights am Weg:

• Historische Dörfer

• „Naturpark Ätna“ und „Naturpark Alcantara“

• Fußmarsch durch Lava-Felder

Mit einer Höhe von 3.350 m und einem Ausmaß von 1.260 km² prägt der

Ätna den Osten von Sizilien. Obwohl der Vulkan aktiv ist, leben rund 1 Mio.

Menschen in der Region. Ein Ausbruch ist in der Regel ungefährlich, denn

die bewohnten Gebiete sind weit entfernt. Die Landschaft rund um den Ätna

ist erstaunlich vielfältig. Abhängig von der Höhe des Berges, finden sich dort

karge Lava-Felder, dichte Pinienwälder, Apfel- und Kastanienbäume und vor

allem jede Menge Weinreben. Die Aktivitäten des Vulkans sorgen für einen

besonders mineralhaltigen und fruchtbaren Boden.

Unser Tourentipp führt in vier Tagesetappen durch die abwechslungsreiche

Vegetation und durch die beiden Naturparke Ätna und Alcantara. Nicolosi,

eine Stadt südlich des Ätnas, ist der Startpunkt. Auf Karrenwegen führt die

Wanderung zunächst zum Monte Arso, einem imposanten erloschenen Vul-

kankegel. Im späteren Streckenverlauf geht es durch Haselhaine,

Eichen- und lichte Pinienwälder zu den Lavafeldern

des Ausbruchs von 1928, der die antike Stadt Mascali verwüstete.

Es ist eine Region voller Gegensätze: ein raues Land,

geprägt durch die Naturgewalt des Vulkans und gleichzeitig

Kulturlandschaft mit großflächigem Weinanbau. Überall

leuchten gelbe Ginsterbüsche, scheinbar hartnäckig verwurzelt

wie die Bewohner der Region. Der Weg beeindruckt

fortwährend mit einem fantastischen Blick auf den Ätna und

die Küste des Ionischen Meeres. Ziel der Wanderung ist Castiglione

di Sicilia, eine wunderschöne Stadt mit zahlreichen

Kirchen und einer gut erhaltenen Altstadt. (ag)

INFO www.galetnaalcantara.com

www.buonastrada.eu

www.sentieroginestre.it

1500

1200

900

600

S

m

km 10 20 30 40 50

www.europas-schoenste-wanderwege.de

35


CMYK

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