Bayern – Wandermagazin 195

outdoorwelten

Bayern. Traditionell anders. Bayerns Natur ist so unterhaltsam wie seine Menschen. Faszinierende Persönlichkeiten repräsentieren das Land, seine Traditionen und seine Kulturlandschaften.

Foto: www.bayern.by, Peter von Felbert

Bayern:

RegioPanorama

Traditionell anders


REGIOPANORAMA | Bayern

Bayerns

Kulturlandschaften


traditionell anders

erleben

Franken

Hügelteppich

Das „Tor zur Fränkischen Schweiz“:

Bergmassiv Walberla bei Forchheim in Oberfranken

mit der St. Walburgis Kapelle

Foto: www.bayern.by, Hajo Dietz

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Land der 1.000 Teiche:

Kulturlandschaft

Tirschenreuther Teichpfanne

in der Oberpfalz

Foto: www.bayern.by,

Tobias Gerber

Oberpfalz, Ostbayern

Wassermosaik

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Donau-Ries, Allgäu-Bayerisch-Schwaben

Wiesenmäher

Schäfer Willy Maurer auf dem Allbuck bei Schmähingen

Foto: www.bayern.by, Tobias Gerber


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Alpenwelt Karwendel

Buckelwiesen


Buckelwiesen bei Mittenwald Alpenwelt Karwendel

Foto: www.bayern.by, Peter von Felbert

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REGIOPANORAMA | Bayern

Es ist 5 Uhr in der Früh. Tau liegt auf den Buckelwiesen im kleinen

Wallgau und bedeckt Blumen, Kräuter und Gras mit Tausenden

Tröpfchen. Der perfekte Zeitpunkt, um zu mähen. Bedächtig

stapft Manfred Schmidt durch das feuchte Grün. Mit einem Hieb

fährt er die Sense durch die Halme liebevolle Handarbeit für

den Erhalt der Buckelwiesen: einer besonderen Kulturlandschaft,

die die Menschen, die in ihr leben, bereits seit dem 8. Jh. prägt.

Buckelwiesen bei Mittenwald

Zurück zu den Wurzeln

Bei der Mahd

Buckelwiesenbauer

Manfred Schmidt,

Foto: Peak-PR

Buckelwiesen zählen zu

den markantesten Merkmalen

der Region

rechts oben:

www.bayern.by,

Peter von Felbert

rechts unten:

Florian Werner

Immer wieder setzt der 76-Jährige ab, zieht den Wetzstein

aus der Tasche und schärft sein Werkzeug. „Sonst

habe ich keine Freude an der Mahd“, sagt er. Langsam

geht über dem Gebiet um Mittenwald die Sonne auf

und taucht die Alpenwelt Karwendel in ein besonderes

Licht. Vollkommene Ruhe nur das zischende

Geräusch der Sense durchbricht die Stille. Es sind die

Momente, die Manfred Schmidt besonders liebt.

Buckelwiese selten und artenreich

Hier im kleinen Ort Wallgau gelegen bei Krün und

Mittenwald erfüllt sich der pensionierte Heizungsinstallateur

einen Lebenstraum: eine 15.000 Quadratmeter

große Buckelwiese. Mit seinem Grund hat er

ein kostbares Kulturgut erworben: Die Buckelwiesen

in der Region um Mittenwald stehen unter Naturschutz.

So soll ihr seltener Artenreichtum erhalten

werden.

Entstanden zum Ende der Würmeiszeit sind die Bodenformationen

aus Buckeln und Mulden eine Besonderheit,

die es so nur noch im alpinen Raum gibt.

Damals formen Frost- und Verkarstungsprozesse auf

dem kalkreichen Untergrund eine Buckelflur aus Tau-

senden einzelner Hügel von 50 bis 100 Zentimetern

Höhe. Bis heute ist sie das Zuhause für viele zum

Teil stark gefährdete Schmetterlings-, Insekten- und

Pflanzenarten.

Enzian, Thymian, Schafgarbe, Arnika, Spitzwegerich,

Berg-Klee, Augentrost oder Katzenpfötchen: Auf dem

Sauerboden der Buckelwiesen in der Region um Mittenwald

wachsen mehr als 200 verschiedene Kräuter,

die auf anderen Wiesen schon lange nicht mehr existieren.

Grund dafür ist, dass die Buckelwiesen noch nie

gedüngt wurden und regelmäßig gemäht werden.

Handarbeit für die Natur

Eine Aufgabe, der sich Manfred Schmidt mit Herzblut

verschrieben hat: Er mäht die Buckelwiesen traditionell

mit der Sense einmal im Jahr, immer Mitte

Juli. Zwischen acht bis vierzehn Tagen braucht er,

um die gesamte Fläche zu mähen. So trägt er einen

wichtigen Teil zum Erhalt der Kulturlandschaft in der

Alpenwelt Karwendel bei. Denn werden die Wiesen

nicht gemäht, wachsen sie mit Gehölzen zu. Deshalb

ist in der Vergangenheit aus vielen Flächen Wald entstanden.


Zudem begradigen die Bauern die Buckelflure in den

1920er Jahren zum großen Teil planmäßig, um die

Fläche leichter bewirtschaften zu können. Das ist

heute allerdings verboten es gilt, die Restbestände

der Buckelwiesen in der Gegend rund um Mittenwald

zu schützen.

In Wallgau ist es mittlerweile 9 Uhr. Seit Stunden

schwingt Manfred Schmidt seine Sense eine körperliche

Plagerei, wie er selbst sagt, die ihm jedoch

große Freude bereitet. Mit der Maschine würde er die

Buckelwiese niemals mähen. Und das keineswegs, weil

der Staat die manuelle Mahd besonders unterstützt.

Wer mit der Hand mäht, bekommt ein bisschen mehr,

mit der Maschine gibt es ein bisschen weniger. Die

staatliche Unterstützung ist ein wichtiger Anreiz, die

Buckelwiesen zu pflegen und zu erhalten, vor allem

für die Nachkommen. Der finanzielle Aspekt steht für

Schmidt aber nicht im Vordergrund, sondern die Liebe

zur Natur.

Die besonderen Heublumen verarbeitet seine Frau

Inge Schmidt später liebevoll zu duftenden Kräuterkissen,

die in ein paar Läden im Umkreis und natürlich

bei den Schmidts selbst verkauft werden. In jedem der

kleinen Heukissen steckt ein bisschen Buckelwiese

und damit ein Stück der wertvollen Kulturlandschaft

bei Mittenwald, die Manfred Schmidt pflegt und hegt,

solange er kann. Wer möchte, kann ihm dabei gerne

helfen, sagt er: „Jeder ist herzlich willkommen mit anzupacken,

wenn er Lust und Liebe für die Natur hat.“

Entsprechende Gerätschaften stehen stets bereit.

INFO: www.bayern.by/traditionell-anders

München

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REGIOPANORAMA | Bayern

Fotos: Peak-PR

Die Buckelwiesen um Mittenwald sind ein geschütztes Naturgut.

Mit Sense und Herzblut setzt sich Bauer Manfred Schmidt für den Erhalt der Kulturlandschaft ein.

Mit Sense und Herzblut

Herr Schmidt, was genau macht eine Wiese zu einer

Buckelwiese? Die Buckelwiesen stammen aus der

Eiszeit. In der Würmeiszeit entwickelte sich auf dem

kalkreichen Untergrund eine Buckelflur aus Tausenden

einzelner Hügel von bis zu einem Meter Höhe.

Früher war unsere Region eine einzige Buckelwiese.

Heute gibt es nur noch Restbestände. Das hat mehrere

Gründe: Wenn die Wiesen nicht gemäht werden,

wachsen sie mit Gehölzen zu. So entstand aus vielen

Flächen Wald. Zudem wurden die Buckelflure zum

großen Teil planmäßig begradigt, um die Fläche leichter

bewirtschaften zu können. Die Restbestände der

Buckelwiesen in der Gegend um Mittenwald stehen

unter Naturschutz.

Was ist das Besondere der Buckelwiesen rund um Mittenwald?

Ganz einfach: Die Buckelwiesen wurden noch

nie gedüngt. Mehr als 200 verschiedene Kräuter wachsen

auf dem Sauerboden weil er nicht gedüngt ist.

Auf den Buckelwiesen finden Sie deshalb reine Natur.

Welche Pflanzen finde ich denn dort? Sie finden dort

unwahrscheinlich viele verschiedene Kräuter, Gräser

und Heublumen, zum Beispiel Enzian, Thymian,

Schafgarbe, Arnika, Spitzwegerich, Berg-Klee,

Bergwiesen-Frauenmantel, Akelei, Augentrost oder

Katzenpfötchen.

Was ist der Unterschied zwischen der Mahd mit der Sense

und dem modernen Mähen mit der Maschine? Ich liebe

die Natur, durch Handarbeit bin ich mit ihr verbunden.

Tipps von Manfred Schmidt:

Die Alpenwelt Karwendel ist Deutschlands

beliebteste Wanderregion: Hier finden Sie mit

der Zugspitze den höchsten Berg im Land.

Entdecken Sie auch das unberührte Karwendelgebirge,

auf das Sie mit der Karwendelbahn

hochfahren. Besonders schön ist auch das

„Königshaus am Schachen“ südlich von Garmisch-

Partenkirchen im Wettersteingebirge, Jagdschloss

von König Ludwig II. mit toller Aussicht. Natürlich sind

auch die Buckelwiesen wunderschön vor allem im Mai,

wenn der Enzian blüht und sie komplett in Blau taucht.

Das müssen Sie einfach mal gesehen haben.

Deshalb mähe ich die Buckelwiese mit der Sense. Zudem komme ich so

viel besser in die Mulden und an die guten Kräuter. Die kann der Mähbalken

einer Maschine gar nicht erfassen. Außerdem machen die Maschinen

einen Riesenkrach.

Welchen Einfluss hat Ihre Arbeit auf die Kulturlandschaft Ihrer Region?

Wenn ich die Buckelwiesen nicht mehr mähe und regelmäßig pflege, werden

die Pflanzenarten verdrängt und es breitet sich Wald aus. Dann wäre

die ursprüngliche Natur nicht mehr erhalten.

Können Besucher Ihnen auf den Buckelwiesen zuschauen oder sogar mit

anpacken? Jeder ist herzlich willkommen mit anzupacken. Die Gäste können

sogar bei uns wohnen: Wir haben drei Ferienwohnungen in Wallgau,

die wir das ganze Jahr an Urlauber vermieten. Natürlich treffen uns die

Hausgäste dort dann auch, wir plaudern und geben ihnen Tipps, wo sie am

besten hingehen können. Die Gegend hier ist wunderbar, da können Sie

20 Jahre lang herkommen und immer wieder Neues entdecken.


München

Schmalensee

1050

900

750

m

km 2 4 6 8 10 12

Streckenwanderung

Länge: 12,2 km, Gehzeit: ca. 3 Std. Höhenmeter: p q 114 m

Markierung: Wanderweg-Beschilderung & Wegenummer 400, 800 & 839

Schwierigkeitsgrad:

Wanderung durch die

Buckelwiesen

Hügelige Alpenwelt Karwendel

Die Wanderung durch die Buckelwiesen von Mittenwald über Krün nach Wallgau

beginnt im historischen Ortszentrum von Mittenwald dem Ortsteil „Gries“. Über

den Gröblweg erreicht man schon nach kurzer Zeit den Alpengasthof Gröblalm, wo

die Wanderwege in Richtung Buckelwiesen beginnen. Zunächst verlaufen die Wege

durch bewaldetes Gebiet hinunter zum Schmalensee, bevor es leicht ansteigend in

die Buckelwiesen geht. Hier kommt man an einem der beliebtesten Ausflugsziele, der

Goasalm, vorbei. Man kann hier nicht nur grasende Ziegen beobachten sondern auch

Produkte aus Ziegenmilch, wie Käse und sogar Eis, kosten. Ein wahres Erlebnis also.

Weiter an der Alm vorbei führt der Weg durch die Buckelwiesen zur Kapelle Maria

Rast. Ruhebänke vor der Kapelle laden zu einer kurzen Verschnaufpause und inneren

Einkehr ein. Das Altarbildnis ist der rastenden Muttergottes auf Herbergssuche gewidmet.

Nun führt der Buckelwiesenweg

die Wanderer

hinunter nach Krün, durch

das Ortszentrum und weiter

ins „Gries“. Nach der

Isarbrücke biegt man links

ab, um entlang der Isar

nach Wallgau zu spazieren.

In Wallgau angekommen

führt der Weg direkt zum

Dorfplatz mit seinen historischen

Häusern.

Start/Ziel

Start: Ortsteil „Im Gries“ hinter der Kirche

St. Peter und Paul in Mittenwald

Ziel: Dorfplatz Wallgau

An-/Abreise

PKW: Bahnhofsplatz, 82481 Mittenwald

ÖPNV: DB bis Bhf Mittenwald, www.bahn.de

PARKEN: Am Bahnhof in Mittenwald

Erlebnisprofil

hügelige Wiesenlandschaften durch

Auflösung und Absenkung des kalkhaltigen

Bodens

360°-Panorama mit den umliegenden

Bergen im Karwendel-, Wetterstein-,

Soiern- und Estergebirge

Tipp des Autors

Urige Einkehr auf der Gröblalm mit fantastischen

Windbeuteln sowie eigener Schnapsbrennerei

und der Goasalm mit frischen

Ziegenprodukten aus eigener Herstellung.

INFO

Alpenwelt Karwendel

Mittenwald Krün Wallgau Tourismus GmbH

Dammkarstraße 3, 82481 Mittenwald

Tel. 08823/3 39 81, Fax 08823/27 01

info@alpenwelt-karwendel.de

www.alpenwelt-karwendel.de

oben: Buckelwiesen sind ein markantes Merkmal dieser

einzigartigen Landschaft, Foto: Alpenwelt Karwendel

unten: Wanderung für die ganze Familie, Foto: W. Ehn

www.wandermagazin.de


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SalzAlpenTour Schönau

Grünstein - Kühroint - Archenkanzel

Streckenwanderung • 13,1 km • Gehzeit: 5-5,5 Std.

Höhenmeter: p 929 m q 929 m

Schwierigkeitsgrad:

Berchtesgadener Land

Wandern mit den Beinen,

genießen mit der Seele

Das Berchtesgadener Land bietet für jeden und jede Kondition

viele Möglichkeiten, die beeindruckende Bergwelt

zu erleben. Das Herzstück: der Nationalpark Berchtesgaden,

einziger alpiner Nationalpark Deutschlands.

Wandern erfordert Kraft, Schritt für Schritt den Weg hinauf zu gehen, aber

die verbrauchte Energie wird in ein wunderbares Stück Freiheit umgewandelt.

Man lässt den Alltag hinter sich, riecht die Bergblumen, erlebt den frischen

Wind am Gipfel und fühlt sich lebendig. Die Wanderziele in den Berchtesgadener

Alpen sind zahlreich. Da gibt es hochalpine Gipfel wie Watzmann,

Hohen Göll oder Hochkalter. Aber so hoch hinauf muss man gar nicht. Eine

Halbtagestour auf den Grünstein reicht, um auf einem Gipfel zu stehen, den

Blick über das grüne Berchtesgadener Tal schweifen zu lassen und zum

Watzmann aufzuschauen. Höhenwege wie der Soleleitungsweg bieten

Panorama ohne Steigung. Zum bekannten Kältepol am Funtensee

geht es dann schon mind. vier Stunden bergauf, leidenschaftliche

Bergsteiger suchen den Rinnkendl-Steig, Mannlgrat oder wagen

München sich gar in die Watzmann-Ostwand am besten mit Bergführer.

Egal ob Bergsteiger, Wanderer oder Spaziergänger eines sollte

jeder zwischendurch tun: tief einatmen.

Die SalzAlpenTour Schönau startet am Wander-Parkplatz

in Hammerstiel und führt zunächst in Serpentinen zur

Grünsteinhütte. Hier ergibt sich der erste grandiose Ausblick

auf den Königssee. In Richtung Süden entlang der

Weißen Wand führt die SalzAlpenTour weiter auf dem

Wanderpfad bis zu einer Schotterstraße, die zur Kührointalm

und der bewirtschafteten Kühroint-Hütte führt.

Unbedingt empfehlenswert ist es, den Aussichtspunkt

Archenkanzel zu besuchen, der nur etwa 20 Minuten von

der Kührointalm entfernt liegt. Von diesem, im Wald gelegenen

Aussichtspunkt, hat man einen grandiosen Ausblick

auf Sankt Bartholomä und den Königssee. Danach geht es

wieder zurück zur Kührointalm und von dort aus beginnt

der Rückweg zu unserem Ausgangspunkt.

START/ZIEL: Wanderparkplatz Hammerstiel

AN-/ABREISE

PKW: Hammerstielstr. 50, 83471 Schönau a. Königssee

ÖPNV: DB bis Hbf Berchtesgaden, dann weiter mit dem Bus

nach Schönau a. Königssee, www.bahn.de

PARKEN: Wanderparkplatz Hammerstiel

TIPP DES AUTORS

Festes Schuhwerk ist unbedingt zu empfehlen. Der Einsatz

von Trekkingstöcken gibt zusätzliche Sicherheit.

ERLEBNISPROFIL

1400

1200

1000

Biosphärenreservat Berchtesgadener Land

Grandiose Ausblicke auf Sankt Bartholomä

und den Königssee

800

m km 2 4 6 8 10 12

INFO: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Maximilianstr. 9, 83471 Berchtesgaden, Tel. 08652/6 56 50 50

info@berchtesgadener-land.com, www.berchtesgadener-land.com

Unser Tipp

Berchtesgadener Land Wander-Festival

Wandern pur bietet das Berchtesgadener Land

Wander-Festival vom 30. Juni bis 2. Juli 2017:

Von der 24-Stunden- bis zur kurzen Thementour

findet jeder ein Ziel. Eine Überquerung

des Lattengebirges bei Bad Reichenhall oder

eine Teilstrecke des SalzAlpenSteigs sind auch

im Festivalangebot enthalten.

Fotos: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH


Panoramatour rund um den Brünnstein

Einmal rund um den Oberaudorfer Hausberg

Streckenwanderung • 12,7 km • Gehzeit: ca. 5,5 Std.

Höhenmeter: p 711 m q 711 m

Schwierigkeitsgrad:

Diese Tagestour führt durch Waldgebiete und wunderschöne

Almlandschaften. Es gibt hier zwar ein paar

Höhenmeter zu bewältigen, die sich aber auf jeden Fall

lohnen. Besonders empfehlenswert ist die Aussicht auf die

umliegende Bergwelt bis hin zu den Zentralalpen von der

Himmelmoos-Alm. Das Brünnsteinhaus lädt zur Einkehr

ein und bietet regionale Speisen an. Es besteht zusätzlich

die Möglichkeit den Gipfel über einen leichten Klettersteig

in ca. 45 Minuten zu erreichen Trittsicherheit und

Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

Auf dem Gipfel steht seit 1863 eine kleine Kapelle. Wanderer

können an diesem Logenplatz entspannen und dem

Himmel ganz nah sein.

START/ZIEL: Waldparkplatz Tatzelwurm

AN-/ABREISE

PKW: Tatzelwurm 1, 83080 Oberaudorf

ÖPNV: Zwischen Juni und Okt. fährt die Wendelstein-

Ringlinie mit Halt am Hotel „Feuriger Tatzlwurm“

(www.wendelstein-ringlinie.de)

PARKEN: Waldparkplatz Tatzelwurm

TIPP DES AUTORS

Wasserfälle am Tatzelwurm: Über zwei Felsstufen stürzen

die Wasserfälle am Tatzelwurm 95 Meter in die Tiefe. Zwei

Brücken bieten beeindruckende Blicke zu den tosenden

Wassermassen.

ERLEBNISPROFIL

1400

1200

1000

Traumhafte Ausblicke von der Himmelmoos-Alm und

der Terrasse vom Brünnsteinhaus

Tatzelwurm Wasserfälle

800

m km 2 4 6 8 10 12

Tatzelwurm

Foto: Tourist-Information Oberaudorf

Oberaudorf

Perle des Inntals

Idyllisch im Alpenvorland im bayerischen Inntal direkt an

der Grenze zu Tirol liegt der Urlaubsort Oberaudorf. Aktiv

erholen oder einfach die Seele baumeln lassen dies und

vieles mehr ist hier in traumhafter Umgebung möglich.

Der Luftkurort Oberaudorf mit seinem Ortsteil Niederaudorf (ca. 500 m)

wird auch „Perle des Inntals“ genannt. Im Tal umrahmt von Wildbarren,

Brünnstein, Kaisergebirge und Kranzhorn zieht sich das Gemeindegebiet bis

hinauf ins Sudelfeld und kurz vor den Gipfel des Wendelsteins. Den Gast

erwarten traditionsreiche Unterkünfte, gute Einkaufsmöglichkeiten und ein

ganzjähriges Erholungs-, Freizeit- und Kulturangebot. In Oberaudorf gibt es

auch vielfältige Möglichkeiten für kleinere Wanderungen: die Ruine der Auerburg

auf dem Schlossberg, der Rundweg zum Naturdenkmal

Grauer Stein, die Wasserfälle am Tatzelwurm, der Höhlenwanderweg

zum Grafenloch, ein Spaziergang entlang des

Auerbachs oder rund um den Luegsteinsee alles lohnende

Ziele. Gutes Essen und geselliges Beisammensein sind hier

Ausdruck der Lebenslust. Genau wie die traditionelle Blasmusik,

die grandiose Bergwelt oder die Feste. Die Oberaudorfer leben

und pflegen die bayerischen Traditionen. Und sie lassen ihre

Gäste gern daran teilhaben und mitfeiern. (ae)

INFO: Tourist-Information Oberaudorf, Kufsteiner Str. 6, 83080 Oberaudorf

Tel. 08033/3 01 20, info@oberaudorf.de, www.oberaudorf.de

München

Unser Tipp

Erlebnisberg Oberaudorf Hocheck

In Oberaudorf gibt es am Erlebnisberg viel zu

erleben und zu entdecken: einen Aussichtspunkt

mit Fernrohr, einen Sagenweg mit Geschichten

aus der Region, eine Sommerrodelbahn

mit einem 360-Grad-Super-Kreisel sowie

einen Waldseilgarten und einen Flying Fox für

Abenteuerlustige.

Foto: Bergbahn Hocheck

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Moos-Rundweg

Pflanzen- und Naturvielfalt erleben

Streckenwanderung • 12,3 km • Gehzeit: ca. 3 Std.

Höhenmeter: p 103 m q 103 m

Schwierigkeitsgrad:

Murnau und Das Blaue Land

Rund um den Staffelsee

Im „Blauen Land“ rund um den Künstlerort Murnau gehen

Natur, Kunst und Kultur eine besondere Verbindung ein. Die

Lage im Alpenvorland ist wie ein Aussichtsbalkon über der

Seenlandschaft zwischen Staffelsee, Riegsee und Froschhauser

See inklusive Bergkulisse.

Im „Blauen Land“ spüren Besucher die liebevolle Pflege des hist. Erbes, ob

zwischen den bunten Häuserzeilen der malerischen Fußgängerzone Murnaus

oder bei einer Wanderung auf dem über 100 km langen Meditationsweg.

Auch im größten oberbayerischen Freilichtmuseum auf der Glentleiten über

dem Kochelsee wird dieses Erbe gepflegt. Rund 60 hist. Häuser, Werkstätten,

Mühlen und Almen warten darauf, entdeckt zu werden. Besonders für

Familien mit Kindern ist diese Spurensuche attraktiv. Die kleinen Besucher

können filzen, töpfern, spinnen, flechten oder hinterglasmalen. Sie lernen

wie früher Wäsche gewaschen und Sauerkraut gemacht wurde oder

schauen dem Senner beim Buttern über die Schulter.

Der Urlaub im „Blauen Land“ bietet eine Vielzahl von Wander-,

Spazier- und Radtourmöglichkeiten. Obendrein kann man

München zwischen drei warmen Badeseen wählen und oberbayerische

Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Märchenschlösser von König

Ludwig II., auf kurzen Wegen erreichen.

Ob Raubwürger, Wachtelkönig oder Kreuzotter, ob

fleischfressender Sonnentau, Sibirische Schwertlilie,

Wanzen-Knabenkraut oder Karlszepter, im Murnauer

Moos dem größten zusammenhängenden und weitgehend

ursprünglichen Moorgebiet Mitteleuropas herrscht

noch ein großer Reichtum an Pflanzen- und Tierarten, die

es woanders schon lange nicht mehr gibt.

Mit seinen Seen und Bachläufen und seinen geologisch

bemerkenswerten Hügelreihen, den Köcheln, ist das rund

7000 Hektar große Naturschutzgebiet zudem das größte

Vogelbrutbiotop Süddeutschlands. Hier verbinden sich

großflächig Streuwiesen, Nieder- und Übergangsmoore,

Quelltrichter, Altwasser und Restseen mit voll ausgebildeten

Hochmooren zu einem Komplex von Lebensräumen

mit vielen seltenen und gefährdeten Arten.

START/ ZIEL: Wanderparkplatz nahe Ähndl (Murnau)

AN-/ABREISE

PKW: Ramsachstraße, 82418 Murnau

ÖPNV: DB bis Bhf Murnau, www.bahn.de

PARKEN: Ramsachstraße, 82418 Murnau

TIPP DES AUTORS

Einkehrmöglichkeiten befinden sich am Weg. Es finden

regelmäßig geführte Wanderung durch das Murnauer Moos

statt. Auf dieser geführten Wanderung erfahren Sie alles

über diese einzigartige Moorlandschaft seit ihrer Entstehung.

Festes Schuhwerk ist empfohlen. Weitere Infos und

Termine unter www.dasblaueland.de

ERLEBNISPROFIL

750

600

450

m

800 Farn- und Blütenpflanzen besiedeln das Gebiet

Bohlenweg im Murnauer Moos Mitteleuropas

größtes Alpenrandmoor

km

2 4 6 8 10 12

INFO: Tourismusgemeinschaft Das Blaue Land

Kohlgruber Str. 1, 82418 Murnau, Tel. 08841/61 41-0

info@dasblaueland.de, wwww.dasblaueland.de

Unser Tipp

Die KönigsCard im Blauen Land

Die KönigsCard bietet die Möglichkeit, eine

Vielzahl an Leistungen wie zum Beispiel einen

Museumsbesuch, eine Fahrt mit der Bergbahn

und vieles mehr kostenlos in Anspruch zu

nehmen. Die KönigsCard ist lediglich bei Übernachtung

in einem KönigsCard-Partnerbetrieb

erhältlich.

Fotos: Wolfgang Ehn


FRANKENWALDSteigla

Entlang der Marter

München

FrankenwaldSteigla

„Entlang der Marter“

Stille hören

Rundwanderung • 14,9 km • Gehzeit: ca. 4,5-5 Std.

Höhenmeter: p 395 m q 395 m

Schwierigkeitsgrad:

Schritt für Schritt, gleichmäßig im eigenen Rhythmus fast 15 km lang

macht der Rundweg „Entlang der Marter“ auf alten und oft begangenen

Wegen die meditative Wohltat des Wanderns spürbar. Noch aus

heidnischer Zeit kommt der Glaube, die Seele eines auf nicht natürliche

Weise Verstorbenen fände nur in einem Stein seine Ruhe. Und so sind

die Martern, typisch fränkische Bildstöcke, am Wegesrand beides: Mahnung,

auf den Weg zu achten, und Bitte, für die Seelen der Verstorbenen

zu beten. Von der mächtigen und imposanten Festung Rosenberg aus

bieten sich fantastische Ausblicke ins Haßlach- und Kronachtal.

Foto: Stefan Wicklein

600

450

300

m km

2 4 6 8 10 12 14

ERLEBNISPROFIL

Außergewöhnliche Naturdenkmäler,

Festung Rosenberg mit der Fränkischen

Galerie

Ausblicke ins Haßlach- und Kronachtal

START/ ZIEL

Festung Rosenberg

AN-/ABREISE

PKW: Festung 1, 96317 Kronach

ÖPNV: DB bis Bhf Kronach,

dann Fußweg zum Startpunkt,

www.bahn.de

PARKEN: An der Festung Rosenberg

TIPP DES AUTORS

Weitere nützlichen Informationen

zum Weg findet man unter

www.wandern-im-frankenwald.de

sowie die

GPS-Daten zum

Downloaden

und PDF’s zum

Ausdrucken.

INFO

FRANKENWALD

TOURISMUS Service Center

Adolf-Kolping-Straße 1

96317 Kronach

Tel. 09261/60 15 17

mail@frankenwald-tourismus.de

www.wandern-im-frankenwald.de

Traditionell anders

Bayerische Urgesteine

Wälder und Hügel, Berge und Wiesen, Seen und Flüsse: Bayerns Natur

ist so unterhaltsam wie seine Menschen. Unter dem Motto „Traditionell

anders“ repräsentieren faszinierende Persönlichkeiten das Land,

seine Traditionen und seine Kulturlandschaften.

Fotos: www.bayern.by,

Tobias Gerber

Buckelwiesenbauer Martin Schmidt ist Repräsentant des Karwendel,

den wir in dieser Ausgabe vorstellen. Für die Pflege der

Kulturlandschaft im Nördlinger Ries steht Schäfer Willy Mauerer,

der mit seiner Herde dafür sorgt, dass diese einzigartige Landschaft

mit ihren zahlreichen bedrohten Arten erhalten bleibt. Roland

Schmitt ist Obstbauer und bewirtschaftet die Streuobstwiesen am

Fuße des Walberlas in der Fränkischen Schweiz. Die ganze Familie

packt mit an bei der Pflege und Ernte der Obstanlagen und beim

Betrieb des Hofladens. Als „Guter Geist“ der Partnachklamm in

Garmisch-Partenkirchen fungiert Klammverwalter Rudolf Achtner,

der sie für Besucher sicher macht und sauber hält.

Dass hinter der Idylle viel Arbeit steckt, zeigt Armin Kling, der einen

Bauernhof im Oberallgäu bewirtschaftet und seine Jungrinder

den Sommer auf der Alpe weiden lässt. Leidenschaft für das grüne

Gold, den Hopfen, vermittelt indes Elisabeth Stiglmaier aus der

Hallertau. Die Bier-Sommelière bringt Besuchern Hopfensorten,

Aromen und Geschmäcker nahe. Und da ist Klaus Bächer, dessen

Familie seit drei Generationen Fisch im „Land der tausend Teiche“

züchtet. In diesem Gebiet in der Oberpfalz züchten allein die

Bächers 20 verschiedene Fischarten in 50 Teichen.

Unser Tipp

Spannende Geschichten rund um Bayern & die

Bayern unter dem Motto „Traditionell anders“

gibt es auch zu den Themen Stadtverführung,

Traditionsverfeinerer, Reine Geschmacksache,

Szenetreffs, Heimatgestalter, Bayerische Freigeister

& Das neue Blech traditionelle Blasmusik.

INFO: www.bayern.by/traditionell-anders

www.wandermagazin.de

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