didacta 03/19

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International

Inklusion live

Was an vielen deutschen Schulen noch

diskutiert wird, ist an internationalen

Schulen im Ausland Realität:

Inklusion. Was es dazu braucht,

können Studierende in Schul praktika

kennenlernen.

Text Benigna Daubenmerkl

AUF EINEN BLICK

››

Inklusion bedeutet Schüler/-innen mit und

ohne Beeinträchtigungen sowie Kinder

mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen

gemeinsam zu unterrichten und

bestmöglich zu fördern.

››

Wie das gelingen kann, zeigt der Unterricht

an deutschen Auslandsschulen.

››

Lehramtsstudierende aus Deutschland

können dort Schulpraktika absolvieren.

Auslandsschulpraktikum in

Mexiko hat mir gezeigt, dass es

den Unterricht sehr bereichert,

wenn wir uns auf andere Sprachen

im Klassenzimmer ein-

„Mein

lassen“, erzählt Nuran Ceylan,

Lehramtsstudentin an der Frankfurter Goethe-

Universität. Sie absolvierte 2018 ein zehnwöchiges

Schulpraktikum an der deutschen Schule

Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt. „Der

Ethikunterricht findet dort auf Deutsch statt,

aber zwischendurch sprechen die Schüler miteinander

Spanisch und erklären sich schwierige

Themenpunkte untereinander in ihrer Muttersprache“.

„Das begrüßen die Lehrkräfte, auch

die deutschsprachigen“, erzählt die dortige

Schulleiterin Ira Marsch. Denn es hilft den

Schülerinnen und Schülern die Bedeutung

schwieriger Begriffe besser zu erfassen und

schafft gleichzeitig ein Bewusstsein für kulturelle

Vielfalt und Unterschiede.

Bei einem Praktikum an einer deutschen Auslandsschule

erleben Lehramtsstudierende, wie

der Unterricht in einer heterogenen Klasse

gelingt: Die Klassen dort setzen sich aus Kindern

mit unterschiedlichen Muttersprachen

und Nationalitäten zusammen. Die Schule in

Mexiko beispielsweise ist eine sogenannte

Begegnungsschule, Einheimische und Kinder

deutscher Zuwanderer lernen dort zusammen.

„Die Studierenden entwickeln durch die Praktika

interkulturelle Kompetenzen, werden offener

für Mehrsprachigkeit und andere Kulturen“, sagt

Andreas Hänssig, der die Abteilung „Praxisphasen

im Ausland“ an der Frankfurter Universität

leitet. Das würde ihnen später ermöglichen, die

Stärken und Schwächen von Schülerinnen und

Schülern mit und ohne Migrationshintergrund

besser im Unterricht zu berücksichtigen. „Das

Wissen können sie später in den Schulen einbringen

und einen Beitrag zur Gestaltung des

gesellschaftlichen Wandels hin zu mehr Internationalisierung

leisten“, ist Hänssig überzeugt.

Foto: © Monkey Business Images / Shutterstock.com

32 didacta-magazin.de 3/2019