Im laufenden Betrieb - GEWOBA Nord

gewoba.nord.de

Im laufenden Betrieb - GEWOBA Nord

GEWOBA Nord intern

Technisches Management

Architek-Tour

Das Nordertor in

Flensburg

Das Magazin der GEWOBA Nord · Januar 2012 · Nr. 17

Geschichte und Kultur

Die Hexenverfolgung in

Schleswig-Holstein

Im laufenden

Betrieb

Modernisierung

in Husum und Niebüll


GEWOBA Nord intern

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn in wenigen Wochen, am 21. Februar, das

traditionelle Biikebrennen stattfindet, werden sich

wieder Tausende von Menschen in Nordfriesland

um die großen Feuerstellen versammeln und in

fröhlicher Stimmung den Winter verabschieden.

Unter einem ganz anderen Vorzeichen standen

dagegen die Scheiterhaufen, die zwischen dem 16.

und 18. Jahrhundert loderten und die Schaulust

der Umstehenden auf grausame Art befriedigten

– auch bei uns in Schleswig-Holstein. Welchen Verlauf

die Hexenverfolgung im Norden genommen

hat lesen Sie auf Seite 18 - 21.

In höchstem Maße friedlich verliefen wiederum

zwei Komplett-Modernisierungen, die wir für Sie

in dieser Ausgabe in Wort und Bild dokumentiert

haben. Tatsächlich stellt eine derartige Maßnahme,

bei der die Mieter eines Hauses während der

gesamten Arbeiten weiterhin ihre vier Wände bewohnen,

eine enorme Herausforderung dar.

Wir wünschen Ihnen mit diesen und weiteren Themen

viel Vergnügen und ein schönes Jahr 2012.

Viel Spaß beim Lesen!

Dietmar Jonscher Steffan Liebscher

Hauptamtliche Vorstände der GEWOBA Nord

Baugenossenschaft eG

Impressum

Herausgeber:

GEWOBA Nord

Baugenossenschaft eG

Moltkestraße 32

24837 Schleswig

Tel. 0 46 21 / 8 11 - 0

Fax 0 46 21 / 8 11 - 8 10

info@gewoba-nord.de

www.gewoba-nord.de

2 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Redaktion / Gestaltung:

WortBildTon Werbeagentur, Kiel

Druck: Neue Nieswand, Kiel

Auflage: 11.000

Ausgabe: Januar 2012

3 Unsere Vertreter

Zu Besuch bei Sigrid Saxen

4 - 5 Modernes Wohnen

Holz pflegt man am besten nach der Devise:

Weniger ist mehr

6 - 7 GEWOBA Nord intern

Die Schlichtungskommission der GEWOBA Nord

8 - 9 Wissenschaft verständlich gemacht

Wie das Flugzeug den Himmel eroberte

10 - 11 GEWOBA Nord intern

In der Abteilung „Technisches Management“ sind

die Bauprojekte der GEWOBA Nord in kompetenten

Händen

12 - 13 Architek-Tour

Das Nordertor in Flensburg

14 - 17 Titelgeschichte

Die GEWOBA Nord saniert auch unter besonderen

Bedingungen

18 - 21 Geschichte und Kultur

Die Hexenverfolgung in Schleswig-Holstein

22 Handwerkertipp

So wechselt man Autoreifen einfach selbst

23 Plattdüütsch

Nimm di nix vör, denn sleiht di nix fehl!

24 - 25 Restaurantempfehlung

Das Restaurant „Amici" in Keitum auf Sylt

26 Kinder Kram

Spiel und Spaß für Kinder

27 Unterhaltung

Kreuzworträtsel


Hauptsache:Engagiert!

Dies vorweg: Was diese Frau in ihrem bisherigen Leben bereits alles

getan hat und wofür sie sich stark macht, sprengt den Rahmen

einer einzelnen Seite – allein die bloße Aufzählung ihrer Qualifikationen

und ehrenamtlichen Tätigkeiten würde viel Platz beanspruchen.

„Die große Klammer meiner Überzeugungen?“, fragt

Sigrid Saxen in den Raum. „Es ist wohl der Wunsch, unser

aller Lebensqualität zu erhöhen und die Menschen

näher zueinander zu bringen.“

Frei im Denken

Mit neun Jahren verschlägt es die

gebürtige Husumerin und ihre Familie

nach Süddeutschland, wo sie

nach ihrem Schulabschluss Geoökologie

studiert. Im Mittelpunkt

dieses Fachs stehen die physikalischen

und chemischen Prozesse

in den Bereichen Luft, Wasser

und Boden. „Seinerzeit kam der

Umweltschutz auf, zum Beispiel bestimmte

der saure Regen die Schlagzeilen

– womöglich hätte ich mich sonst

für die Sprachwissenschaft entschieden.“

Dem Bedürfnis, sich mitzuteilen, bleibt sie

dennoch treu, und zwar als Umweltberaterin.

Zu diesem Zeitpunkt hat Sigrid Saxen allerdings schon längst eine

weitere Leidenschaft für sich entdeckt: die des Zen. In der Abtei

Münsterschwarzach lässt sie sich von einem zen-kundigen Benediktinerpater

in diesem Meditationsweg begleiten. Hier erlernt sie

auch die chinesische Bewegungskunst Taiji Chan. Im Gegensatz

zum Zen-Buddhismus ist Zen selbst keiner Religion verpflichtet,

der Zustand meditativer Versenkung beansprucht kein bestimmtes

Gottverständnis.

Im Namen der Mieter

Unsere Vertreter

Zu Besuch bei

Sigrid Saxen,

Lektorin,

Mediatorin

und Vertreterin der

GEWOBA Nord

So fühlt sich Sigrid Saxen, die als Protestantin getauft ist und

als junge Erwachsene aus der Kirche austritt, auch frei in ihrer

Entscheidung, als sie 1988 zur römisch-katholischen Konfession

wechselt. „Ich entdeckte eine lebendige Reformbewegung, wie

sie meines Erachtens in der protestantischen Kirche nicht in Erscheinung

tritt.“

Jeder Mensch kann etwas beitragen

Reformieren, etwas bewegen, Überzeugungen

vertreten – dies treibt Sigrid

Saxen auch bei ihrer ehrenamtlichen

Arbeit an. Sei es, dass sie in der Vergangenheit

als Schwesternhelferin

und Sanitäterin beim Roten Kreuz

tätig war oder seit fünfzehn Jahren

die gemeinschaftliche Autonutzung

an ihrem Wohnort

organisiert. „Von den sechzig bis

siebzig Wochenstunden ist nur ein

kleiner Teil bezahlt. Auch Ehrenämter

verlangen Gewissenhaftigkeit.“

Ach ja, Lektorin ist Sigrid Saxen ja auch

noch, aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Weitere Informationen unter sigrid-saxen.de

Als Mitglied der Vertreterversammlung der GEWOBA Nord

setzt sich Sigrid Saxen zudem noch für die Wünsche und

Belange der Mieter ihrer Genossenschaft ein.

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 3


Fotos: Michael Tieck, Restyler, seen / fotolia

Modernes Wohnen

Aufmöbeln

mit Gefühl

Holz pflegt man am

besten nach der Devise:

Holzmöbel sind nicht nur pflegeleicht – sie „wollen“ geradezu

nur sparsam bearbeitet werden! Das einfache Staubwischen mit

einem weichen, trockenen Baumwolltuch genügt ihnen im Prinzip

vollkommen.

H O 2

Achtung, wasserscheu!

Lasiertes oder grobporiges Holz wie Esche oder Eiche sollte man

grundsätzlich nur trocken behandeln. Die meisten Holzarten

akzeptieren es jedoch auch, wenn man sie mit einem leicht angefeuchteten

Tuch reinigt (wobei lackierte Hölzer Fensterleder

bevorzugen und anschließend gut trockengerieben werden möchten).

Gewischt wird dabei immer in Richtung der Maserung, und

wirklich nur „nebelfeucht", nie nass, sonst quillt das Holz auf.

Jedem das seine …

Sie möchten Schrank, Bank oder Bett aber gern auch eine Extrapflege

zukommen lassen? Zum Beispiel zur Möbelpolitur greifen,

um kleinere Kratzer verschwinden zu lassen? Das sollten Sie nicht

öfter als einmal im Jahr tun. Und auch nicht auf jedem Holz.

Für lackierte Flächen etwa ist Politur vollkommen ungeeignet,

während gewachste Hölzer es bevorzugen, wenn man sie mit

einer Bienenwachs-Emulsion einreibt. Für gelaugtes und geöltes

Holz dagegen wird eine Naturharzöl-Imprägnierung oder Paraffinöl

empfohlen.

Alle Pflegemittel sollten nur sparsam verwendet werden. Nach

der Einwirkzeit wird mit einem fusselfreien Tuch gründlich nachpoliert,

um die Reste des Mittels zu entfernen; andernfalls kann

das Holz fleckig werden.

Bienenwachs Olivenöl

4 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Essig

Weniger ist mehr!


Bier oder Tee?

Für die Holzmöbelpflege werden auch zahllose Hausmittel empfohlen:

Etwas feine Asche etwa, sanft eingerieben, soll unbehandelte

oder geölte Naturhölzer auf Hochglanz bringen (aber:

keinesfalls für lackierte Flächen anwenden!). Eichenmöbel belebt

eine Abreibung mit warmem hellen Bier, während Mahagonimöbel

kalten schwarzen Tee erfrischender finden.

Essig zur Reinigung (zum Beispiel bei Tinten- oder Kugelschreiberflecken)

gehört ebenso zu Omas Putzmittelrepertoire wie das Olivenöl

zur anschließenden Pflege.

Wenn Sie neue Methoden zum

Aufmöbeln Ihrer hölzernen Mitbewohner

von der Freundin oder

dem Internet vorgeschlagen bekommen

und ausprobieren wollen,

sollten Sie jedoch vorsichtig

vorgehen und die „Wunderwaffe“

gegen Flecken und Kratzer lieber zunächst an einer unauffälligen

Stelle testen. Viele Tricks sind längst nicht für jede Holzart geeignet.

Dasselbe gilt natürlich auch für chemische Pflegemittel oder

Fleckentferner aus dem Drogeriemarkt.

Oh Schreck, ein Fleck!

Gegen Wasserflecken auf dem Holz empfiehlt der eine ein behutsames

Abschleifen mit feinem Sandpapier, ein anderer dagegen

schlägt vor, den Fleck mit einer Butter-Mehl-Mischung aus der

Welt zu reiben. Das beste Mittel gegen Wasserflecken ist es natürlich,

sie so gut es geht zu vermeiden. Das Ränderrisiko reduziert

sich schon erheblich, wenn man Gläser oder Vasen nie direkt auf

die Holzfläche stellt, sondern immer einen Untersetzer verwendet.

Und wenn es doch passiert ist? Dann kann schnelles Reagieren

den Schaden zumindest begrenzen: Sofort Küchenkrepp oder Zeitungspapier

auflegen und dann am besten noch beschweren, um

so viel Flüssigkeit wie möglich aufzusaugen.

Asche

Licht und Luft und Sonnenschein

Nicht nur Feuchtigkeit, sondern umgekehrt auch Trockenheit kann

Holzmöbeln schaden. Die für sie ideale Luftfeuchtigkeit, die zwischen

50 und 65 Prozent liegt, wird vor allem in beheizten Räumen

oft weit unterschritten. Und das kann zu verzogenen Flächen

oder Rissen führen oder das Furnier abplatzen lassen. Insbesondere

dann, wenn Sie wertvolle antike Massivholzmöbel besitzen,

ist die Anschaffung eines Luftbefeuchters erwägenswert.

Direktes Sonnenlicht dagegen kann die Möbel entweder ausbleichen

oder nachdunkeln lassen. Letzteres ist vor allem bei Kiefer,

Buche, Erle und Fichte der Fall. Solche natürlichen Farbveränderungen

sind schön, solange sie gleichmäßig erfolgen. Bücher oder

Dekorationsgegenstände aber,

die sehr lange auf dem

selben Platz an der Sonne

verharren, führen mit

der Zeit zu einer fleckigen

Fläche. Also: Dekorieren

Sie öfter einmal

um, damit Schrank

oder Regal gleichmäßig

„bräunen“

können.

Tee Bier

Modernes Wohnen

Fotos: panthermedia.net

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 5


GEWOBA Nord intern

Vorne rechts

MEEEEIIIIIN

Parkplatz!!!

Der Dreck vor Ihrer

Tür ist eine einzige

Zumutung,

Herr Meyer!

Auf gute Nachbarschaft!

Die Schlichtungskommission der Geschäftsstelle Schleswig

Das eigene Zuhause ist ein Ort der Geborgenheit, an den man

sich gern zurückzieht. Die Ruhe kann aber auch schnell vorbei

sein: Immer öfter müssen sich Mieter mit Nachbarschaftskonflikten

auseinandersetzen. Mit der neu ins Leben gerufenen Schlichtungskommission

für den Bereich der Geschäftsstelle Schleswig

arbeitet die GEWOBA Nord seit Anfang des Jahres 2012 aktiv

gegen diese Entwicklung an und baut auf diese Weise ihren Kundenservice

aus.

6 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Lärm bis 5 Uhr

in der Früh -

geht's noch,

Frau Schulze?

Beim nächsten

Bellen hat

Ihr Bello

ausgebellt!

Der Faktor Mensch

Ruhezeiten, Ordnungsfragen, Tierhaltung, Parkplatznutzung: Immer

wieder treten im alltäglichen Zusammenleben Tür an Tür

kleine Probleme und Ärgernisse auf. Viele davon lassen sich

schnell regeln. Einige kann man auch mit einem Lächeln hinnehmen,

ohne nachhaltig davon beeinträchtigt zu werden. Manche

Angelegenheiten entwickeln sich aber im Laufe der Zeit zu einem

echten Streitpunkt, der in der Nachbarschaft schwelt und das

Nebeneinander bisweilen unerträglich macht. Aus ehemals guten

Bekannten werden dann allzu oft erbitterte Gegner, die auch vor

Gericht noch lange nicht ihren Frieden finden.

Foto: panthermedia.net


Herbert Barz, Oldensworth 3, Schleswig Malte Nelson, Kasseler Str. 18, Schleswig

Schlicht und einfach

Damit der Haussegen nicht länger unnötig

schief hängt und es auch nicht erst zu

einem großen Knall kommt, bietet die interne

Schlichtungskommission die Chance,

den Konflikt vor eine unabhängige, neutrale

Instanz zu bringen. So ermöglicht diese

Plattform den Mitgliedern, die genossenschaftlichen

Grundsätze der Selbsthilfe,

Selbstverwaltung und Selbstverantwortung

unmittelbar umzusetzen. Ansprechpartner

sind die Mitgliedervertreter Herr Herbert

Barz und Herr Malte Nelson, die das Projekt

gemeinsam mit der Unterstützung der GE-

WOBA Nord entwickelten und verwirklichten.

Keine Kostenfrage

Die Inanspruchnahme der Schlichtungskommission

ist grundsätzlich unentgeltlich; auch

die Räumlichkeiten und Arbeitsmaterialien

werden von der Genossenschaft für ihre Mitglieder

gestellt.

Um dieses Angebot der GEWOBA Nord für

wichtige Problemlösungen vorzubehalten,

sollten die Mieter die Dringlichkeit ihres

Anliegens zunächst selbst gründlich abwägen

und noch einmal das Gespräch miteinander

in dieser Sache suchen. Zudem muss

sich die Kommission auch vorbehalten im

Einzelfall Schlichtungsanliegen abzulehnen,

wenn beispielsweise Straftatbestände oder

eine vorherige Gerichtsentscheidung bzw.

Schlichtung vorliegen. Die Kommissionsordnung

gibt es als Download oder aber sie

kann direkt in der Geschäftsstelle eingesehen

werden.

Ganz individuell

Sobald ein Antrag (schriftlich oder per E-Mail)

an die Kommission gerichtet wird, beginnt

das Mediationsverfahren. Der Schlichter lädt

alle Parteien zu einem gemeinsamen Termin

auf neutralem Boden in den Räumen der GE-

WOBA Nord ein und sammelt im Vorfeld alle

weiteren Informationen, Stellungnahmen

oder gegebenenfalls Beweismittel ein.

Einen festen Ablauf des späteren Gesprächstermins

gibt es übrigens nicht: Jeder Fall

ist anders und muss auch anders behandelt

werden. Hier kommt es stark auf Gespür und

Erfahrung des Schlichters an, herauszufinden,

was die Parteien im Grunde eigentlich

tatsächlich fühlen und möchten. Denn häufig

ist ein konkreter Streit nur die Äußerung viel

tiefer gehender Probleme.

Bei der Bestimmung der Schlichtungskommissionsmitglieder

wird daher besonders

auf ihre Eignung als Mediatoren geachtet,

entsprechende Fortbildungen werden angeboten.

GEWOBA Nord intern

Zur allgemeinen Zufriedenheit

Das Mediationsverfahren hat immer

zum Ziel, soweit zwischen den Parteien

zu vermitteln, dass eine einvernehmliche

sowie den genossenschaftlichen

Prinzipien und der Rechtslage

entsprechende Einigung gefunden

werden kann. Die Ergebnisse werden

anschließend in einer schriftlichen

Vereinbarung festgehalten, die von

den Beteiligten unterschrieben und

damit als verbindliche Lösung des

Problems anerkannt wird.

Um möglichst faire Einigungen zu erzielen,

sind die Schlichter zur Neutralität

verpflichtet und in ihrem Handeln

ausdrücklich unabhängig von der GE-

WOBA Nord.

Falls auch Sie Interesse haben, bei

der Schlichtungskommission der Geschäftsstelle

Schleswig mitzuwirken,

freuen wir uns auf Ihren Anruf.

Anträge an die Schlichtungskommission

richten Sie bitte an:

GEWOBA Nord Baugenossenschaft eG

Schlichtungskommission

Moltkestraße 32 · 24837 Schleswig

Fax: 0 46 21 / 811 - 810

Mail: schlichtung@gewoba-nord.de

Für telefonische Nachfragen steht Ihnen

Herr Sven Lenz, Geschäftsstellenleiter Schleswig

(Tel: 0 46 21 / 811 - 120) gerne zur Verfügung.

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 7


Wissenschaft verständlich gemacht

1811 präsentierte Albrecht Ludwig Berblinger seinen Hängegleiter

zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Der deutsche Erfinder

und Schneider aus Ulm, der schon lange für seine Ideen

belächelt wurde, sprang von der 13 Meter hohen Mauer der

Adlerbastei an der Donau und landete unter dem Spott der

8 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Zuschauer im Fluss. Schuld daran war aber nicht die Flugunfähigkeit

seiner Erfindung, sondern die ungünstigen Bedingungen

seines Startplatzes, den die Ratsherren der Stadt Ulm ihm

aufgedrängt hatten, sowie die schlechten Windverhältnisse.

Grafiken: Ints Vikmanis, gimmel, pfrang / fotolia


Was für das damalige Publikum unvorstellbar schien, ist heute gewöhnlicher

Alltag. Das Flugzeug ist das schnellste und der Statistik

zufolge auch sicherste Verkehrsmittel. Reisen, die früher Tage

oder sogar Wochen dauerten, kosten uns heute nur noch Stunden.

Eine bahnbrechende Erfindung, an der viele verschiedene

Forscher und Techniker aus etlichen Epochen ihren Anteil haben.

Der Traum vom Fliegen

Schon der berühmte italienische Maler, Bildhauer, Architekt und

Ingenieur Leonardo Da Vinci wollte hoch hinaus. Das beweisen

seine Entwürfe verschiedener Flugmodelle, die zwar aufgrund

ihrer Fluguntauglichkeit keinen maßgebenden Einfluss auf die

Entwicklung späterer Flugzeuge hatten, jedoch so manchen inspirierten.

Vielleicht ja auch die beiden Franzosen Launoa und

Biénvenue, die 1784 einen flugfähigen Modellhubschrauber mit

Doppelrotor bauten.

Ein ähnliches Modell entwarf

Sir George Cayley zwei Jahre

später. Der britische Gelehrte

gilt als „Vater der Aeronautik“,

da er die Probleme des

aerodynamischen Flugs als erster

ausführlich beschrieb. Bei

seinen späteren Entwürfen

wandte er bereits das Prinzip

des modernen Starrflügelflugzeugs

an und baute 1849 einen

funktionstüchtigen Dreidecker.

Wie das Flugzeug den Himmel eroberte

Das erste Motorflugzeug in Widerstand

Europa verdanken wir dem

Brasilianer Alberto Santos-

Dumont, der in Paris lebte.

Den Anfang machte er allerdings

mit der Konstruktion von

Luftschiffen. Nachdem diese Versuche alle glückten, versuchte er

sich erfolgreich an der Konstruktion von Starrflügel-Flugzeugen.

Seinen ersten Motorflug vollbrachte er am 12. November 1906.

So geht’s

Wie genau ist es aber nun möglich, dass Flugzeuge tatsächlich

fliegen? Beim Bau eines Flugzeugs muss einiges beachtet werden,

angefangen beim verwendeten Material: Es sollte robust gegenüber

statischen und dynamischen Beanspruchungen sein, um das

Anfahrtwirbel Parallelströmung Zirkularströmung

Auftrieb

Gewicht

GEWOBA Nord intern

Gewicht des Flugzeugs möglichst klein zu halten. Dafür eignen

sich besonders Leichtmetalllegierungen, Holz, Stahl, Gewebe

und Kunststoffe. Meist werden alle Materialien miteinander

kombiniert, um sich gegenseitig zu ergänzen.

Das zentrale Konstruktionselement des Flugzeugs ist der

Rumpf, der Piloten, Betriebsausrüstung und Passagiere beherbergt.

An ihm angebracht ist das Flugwerk, das wiederum

aus Tragwerk (Flügel, Vorflügel und Landeklappen), Leitwerk

(Höhenleitwerk mit Höhenrudern und Trimmrudern, Seitenleitwerk

mit Seitenruder, dazugehöriges Trimmruder und Querruder),

Steuerwerk (Steuerknüppel und Seitensteuerpedalen) und

Fahrwerk besteht.

Bevor das Flugzeug hoch zu den Wolken steigen kann, muss

es erst die erforderliche Abhebegeschwindigkeit erreichen.

Noch am Boden übernimmt

das die Schubkraft in Kombination

mit den Rädern

(Anfahrtwirbel). Ist das

Luftfahrtzeug in der Luft,

kommen die Flügel zum

Einsatz. Die Luft zirkuliert

ober- und unterhalb des

Flügels (Parallelströmung).

Das heißt im Einzelnen: Die

Luft, die direkt auf dem

Flügel aufliegt, wird durch

die Reibung gebremst.

Schub

Wird das Flugzeug schneller,

kann die Luft der Bewegung

nicht mehr folgen

und löst sich an der Hinterkante

des Flügels von

der Oberfläche. Die weiter

außen liegende Luft unterliegt

dagegen nicht der Reibung und zirkuliert daher um die

hintere Flügelkante herum. Durch diese Zirkulationsströmung

entsteht der Auftrieb, der die Maschine in der Luft hält.

So reisen wir nun schon seit Jahrzehnten durch die Welt. Aber

trotz der stetigen Verbesserung und Perfektionierung der Flugzeuge,

bleiben unsere Vorbilder aus der Natur, wie Vogel oder

Biene, immer noch unerreicht.

Grafik: panthermedia.net

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 9


GEWOBA Nord intern

Auf

dieses Team

kann man bauen

In der Abteilung „Technisches Management“ sind die Bauprojekte der GEWOBA

Nord in kompetenten Händen – von der Planung bis zur Schlüsselübergabe.

Nicht erst seit Bestehen des BlickWinkel informiert die Baugenossenschaft

ihre Mitglieder in regelmäßigen Abständen über

laufende Bauprojekte – seien es noch in Planung befindliche

Vorhaben oder auch solche, an deren Errichtung bereits tatkräftig

gearbeitet wird. Als Außenstehender könnte man zu dem Schluss

gelangen, dass Objekte dieser Art auf einige wenige Beschlüsse

hin beauftragt werden und gewissermaßen schon am nächsten

Tag die erforderlichen Handwerker vor Ort bereit stehen.

10 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Von links stehend:

Maike Briege, Mario Cubela,

Martina Kriwy, Günther Prott,

Markus Kempe

Von links sitzend:

Andrea Busch, Esther Meyer,

Jasmin Dinsen

Tatsächlich aber ist bereits im Vorfeld einer solchen Baumaßnahme

sehr viel zu berücksichtigen, abzuwägen und nicht zuletzt

zu berechnen, wie Mario Cubela, Bereichleiter des Technischen

Managements bei der GEWOBA Nord, aus langjähriger Erfahrung

weiß. „Als Genossenschaft sind wir kein Wirtschaftsunternehmen

wie jedes andere, wir bauen schließlich mit dem Geld unserer Mitglieder.

Da steht die Frage nach der Effizienz und Verantwortung

ganz klar im Vordergrund.“ Dieser besondere Anspruch drückt

sich auch darin aus, dass das Schleswiger Unternehmen eine eigene

Planungsabteilung unterhält – eine Besonderheit gegenüber

den allermeisten Baugenossenschaften.


Qualität, Zeit und Kosten

Technisches Management – das klingt

ein bisschen nach einer Art Zentraleinheit,

die sämtliche technischen Abläufe

organisiert. Diese Umschreibung geht an

der Arbeit des derzeit 8-köpfigen Teams jedoch weit vorbei, denn

statt irgendwelcher Schalttafeln werden hier vor allem Computer

mit 3D-Animation „bedient“. Kurz und gut: das Handwerkszeug,

das die Berufsprofile rund ums Bauen definiert. Hierzu zählen vor

allem Bauzeichner, Bautechniker, Bauingenieure und Architekten.

Im Moment arbeiten 5 Architekten in dieser Abteilung, mich

eingeschlossen“, sagt Maike Briege, die seit 2007 bei der GE-

WOBA Nord beschäftigt ist. Nach dreijähriger Mitarbeit in einem

klassischen Architektenbüro schätzt sie es, bei der Schleswiger

Genossenschaft als Bauherr und Architekt in Personalunion gegenüber

den ausführenden Kräften auftreten zu können. „Das

erleichtert vieles.“

Bevor allerdings die einzelnen Gewerke zum Zuge kommen, die

an einem Bauprojekt beteiligt sind, liegt es in den gemeinsamen

Händen von Technischem Management und Bestandsmanagement,

ein Projekt zu entwickeln und im Anschluss ein Projektkonzept

zu erstellen. In dieses Konzept fließen bereits Kostenberechnungen

und Vorgaben zum energetischen Standard ein. Die sich

anschließende Wirtschaftlichkeitsberechnung erfolgt schließlich

durch die Kaufmännische Abteilung.

„In der Praxis ist es natürlich so, dass wir schon im Vorfeld der

finalen Entscheidung von einer Zustimmung ausgehen können“,

sagt Diplom-Bauingenieur Markus Kempe. „Immerhin orientieren

wir uns bei der Planung an dem zur Verfügung stehenden Etat

und haben die entscheidenden drei Faktoren – Zeit, Qualität und

Kosten – stets im Blick.“

GEWOBA Nord intern

Stets im Blick hat die GEWOBA Nord auch die Fortbildungsmöglichkeiten

für ihre Mitarbeiter. So sind im Team des Technischen

Managements auch eine Brandschutzfachplanerin, zwei

Energieberater, ein Passivhausplaner sowie eine Fachkraft für

Blower-Door-Nachweise beschäftigt. Die letzteren drei Spezialisierungen

bestätigen die hohe Kompetenz des Unternehmens

im Bereich der Energieeinsparung im Wohnbereich. (Siehe hierzu

auch den Artikel zum „Sonnenhaus“ in BlickWinkel Nr. 16)

Zwischen Büro und Baustelle

Sobald der Aufsichtsrat das Go für ein Bauprojekt gibt, werden

die Handwerksbetriebe möglichst einzeln beauftragt – ein Vorgehen,

mit dem die GEWOBA Nord auch zur Sicherung regionaler

Arbeitsplätze beiträgt. »Natürlich ist das mit einem erheblichen

Mehraufwand für uns verbunden, und nicht immer können wir

sogenannte Generalunternehmen umgehen«, sagt Mario Cubela,

»aber wir bemühen uns in der Regel um eine Einzelvergabe.«

Der angesprochene Mehraufwand schlägt sich auch in regelmäßigen

Vor-Ort-Besichtigungen nieder. Dass es sich hierbei in erster

Linie um Kontrollgänge handelt, liegt in der Natur der Sache. Das

weiß auch Martina Kriwy, die im Team den Ruf genießt, eine überaus

aufmerksame Beobachterin auf den Baustellen zu sein. Sie ist

übrigens neben Jasmin Dinsen die einzige in der Abteilung, die

auch die selten gewordene Kunst des Bauzeichnens beherrscht.

Bleibt noch die Frage, wie viele Projekte im Jahr über den Schreibtisch

jedes Einzelnen gehen. „Im Schnitt sind das nicht mehr als

zwei“, stellt Maike Briege fest. „Das klingt für einen Laien vielleicht

nach wenig, aber bei allem, was es zu bedenken gilt, ist das

eine ganze Menge Arbeit.“

Und offenbar auch eine schöne, wie man aus

ihrem Lächeln herausliest ...

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 11

Foto: Cpro, fotolia


Architek-Tour

Ein Etwas andErEs

stadt-schloss

Wer nach dem ältesten Wahrzeichen

der Fördestadt Flensburg

sucht, tippt sicherlich

nicht als erstes auf die berühmt-berüchtigteVerkehrssünderkartei

(seit 1958). Aber

auch die ortsansässige Brauerei

(seit 1888) ist im Prinzip

noch vergleichsweise jung. Für

die richtige Antwort muss man

noch viel weiter zurückgehen.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde in der Fördestadt

das altehrwürdige Nordertor errichtet, das nebenbei

bemerkt von den Flensburger Wahrzeichen auch mit

Abstand das ansehnlichste ist. Dabei können die Bewohner

von Glück sprechen, dass ihnen das Bauwerk

bis heute erhalten geblieben ist.

Zweiter Versuch

Das erste Nordertor (also ein nördlich gelegenes Tor

in den Befestigungsanlagen der Stadt) wurde 1345

errichtet. Während einer langen Friedenszeit ab 1431

wurde es für die Verteidigung aber nach und nach

bedeutungslos, da sich die florierende Stadt schließlich

über ihre bisherigen Grenzen hinaus ausdehnte.

Die alten Anlagen wurden abgetragen und durch

neue ersetzt. 1595 entstand in diesem Zuge auch das

heutige Nordertor an anderer Stelle.

In diesen gefestigten Zeiten sollte es hauptsächlich

zu Kontrollzwecken dienen, sodass man beim Bau

verstärkt auf ein repräsentatives Äußeres achtete.

Es wurde zweigeschossig aus roten Backsteinen im

Stile der Spätrenaissance errichtet, weist mit seinen

markanten Treppengiebeln aber auch Elemente der

Spätgotik auf.

12 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Das Nordertor in Flensburg

Gut bewacht

An der Nordseite des Tores

werden Reisende von zwei

Wappentafeln im Giebel empfangen.

Eines zeigt das Wappen des

damals regierenden dänischnorwegischen

Königs Christian

IV. mit seinem Wahlspruch

„Regna Firmat Pietas“ (Frömmigkeit

stärkt die Reiche).

Daneben ist das Flensburger

Stadtwappen mit der Inschrift „Friede ernährt, Unfriede

verzehrt“ zu sehen.

Mit großen Flügeltüren, die inzwischen schon lange

nicht mehr vorhanden sind, wurden Ein- und Auslass

vom Torschließer geregelt. Er wohnte im Nordertor,

kontrollierte die passierenden Waren und Personen

und konnte, beispielsweise zu nachtschlafender Zeit,

Gebühren erheben. In unruhigeren Zeiten oder bei

akuter Seuchengefahr blieben die Tore unter Umständen

auch für längere Zeit ganz geschlossen.

Ausgedient?

Über viele Jahre erfüllte das Tor seinen Zweck als

Sicherheitsschleuse zuverlässig – bis sich im 19.

Jahrhundert das Stadtleben gründlich änderte. Die

Notwendigkeit von Befestigungsanlagen und Kontrollen

war nicht mehr gegeben, sodass die Stadtmauern

zerfielen und das Bauverbot außerhalb dieser

Eingrenzung aufgehoben wurde. Die insgesamt

vierzehn Stadttore Flensburgs hatten erneut ihre

Bestimmung verloren. Schlimmer noch: die massiven

Bauwerke standen dem zunehmenden Verkehr im

Weg. Nach und nach wurden sie abgerissen, bis nur

noch das Nordertor übrig war.

1345

1595

1881


„FriEdE Ernährt, UnFriEdE vErzEhrt”

1881 wollten einige Anwohner auch diesem an den Kragen: Sie

sammelten ausreichend viel Geld, um das Tor auf eigene Kosten

entfernen zu können und der Stadtverwaltung die Entscheidung so

einfach wie möglich zu machen. Letzten Endes scheiterten dieser

und alle weiteren Anträge aber glücklicherweise immer wieder

knapp an Magistrat oder Stadtverordnetenversammlung. Erst als

Dr. Bendix Todsen 1898 zum Bürgermeister gewählt wurde, bekam

das Nordertor endlich einen starken Fürsprecher, der sich aktiv für

eine Erhaltung einsetzte.

Andere Zeiten

Die verschiedenen Versuche, das ehemalige Tor ins neue Stadtbild

Flensburgs zu integrieren fanden nicht immer die ungeteilte

Architek-Tour

Zustimmung der Bevölkerung. So wurde es beispielsweise in den

1990er-Jahren zu beiden Seiten von einer Mauer mit davorgesetzter

Stahl-Glas-Arkadenkonstruktion eingerahmt, die an die

ursprüngliche Bausituation erinnern sollte. In den Augen vieler Betrachter

stellte dies eher einen Stilbruch dar; zudem verschmutzen

die Glasflächen recht schnell.

Auf der westlichen Seite schließt mittlerweile nahtlos die Erweiterung

des Wissenschaftsmuseums Phänomenta an. Der moderne

Baustil dieses Gebäudes ist ebenfalls nicht nach jedermanns Geschmack.

Aber immerhin hat das Nordertor so einen neuen Zweck

bekommen, denn es wird als zusätzlicher Ausstellungsraum der

Phänomenta genutzt. Und heiraten kann man hier auch!

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 13

Fotos: panthermedia.net


Titelgeschichte

Im laufenden Betrieb

Die GEWOBA Nord saniert auch unter besonderen Bedingungen

Maßnahmen zur Instandsetzung und Modernisierung gehören gewissermaßen

zum Tagesgeschäft einer Baugenossenschaft. Manchmal

verlaufen sie so nebenbei, dass die Mieter erst nach Abschluss

solcher Arbeiten davon Kenntnis nehmen.

Gute Alternative

Baubeginn zu einem Vorhaben dieser Art war im September 2011

in der Hermann-Tast-Straße 3-7 in Husum, denn das Mehrfamilienhaus

mit 18 Wohneinheiten bedurfte einer grundlegenden

Überholung.

Im Laufe der Planung hatte die GEWOBA Nord Gespräche mit den

betroffenen Bewohnern geführt und ihnen das Konzept bis ins

Detail erläutert. So wurde es möglich, die Arbeiten durchzuführen,

während die Mieter weiterhin in ihren Wohnungen lebten. Ohne

ihre Geduld und ihr Entgegenkommen sowie die Bereitschaft,

während der Sanierung Einschränkungen hinzunehmen, hätte das

Projekt so nicht umgesetzt werden können.

Vielen Dank an alle Mieter!

Alles dicht

Für den Umbau zum „Effizienzhaus 85“ nach den neuesten Standards

wurden die Fassaden und die oberste Geschossdecke des

Gebäudes neu gedämmt sowie alle Fenster und Außentüren erneuert.

Gleichzeitig wurden die in die Jahre gekommenen Elektro-,

Trinkwasser- und Abwasserleitungen komplett ausgetauscht. Für

einen gesteigerten Wohlfühlfaktor der Mieter wurden Küchen,

14 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Was aber geschieht, wenn ganze Häuser mit den Wohnungen

runderneuert werden sollen? Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei

jüngst abgeschlossene Projekte näher vor.

Noch fehlt das Grün der

Außenanlagen.

Bäder und die Loggien in diesem Zuge gleich mitrenoviert. Vieles

wurde nach Wünschen der Mieter umgesetzt. So konnten Fliesen

und Dekore der modernen Einbauküchen selbst ausgewählt werden,

ebenso die Farben für die Bodenbeläge. Auf Wunsch wurden

in den Erdgeschosswohnungen bodengleiche Duschen eingebaut.

Sonnige Aussichten

Ein besonderes „Glanz-Licht“ der Umbaumaßnahmen ist die neu

errichtete Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung,

die auf dem Dach installiert wurde. Erstmalig trat

hierfür die EHV Nord als Contracting-Partner auf den Plan. Das

Tochterunternehmen der GEWOBA Nord betreut nach Abschluss

der Arbeiten sowohl die Gasheizung als auch die Kollektoren und

Pufferspeicher der Solaranlage.

Zu guter Letzt werden auch die Außenanlagen neu gepflanzt,

sodass der Frühling 2012 die Hermann-Tast-Straße 3-7 in neuem

Glanz erstrahlen lassen wird.


GEWOBA Nord intern

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 15


Titelgeschichte

Von August bis Ende des Jahres 2011 waren auch die Bewohner von

vier Mietshäusern in der Niebüller Mühlenstraße Teil einer „Sanie-

Schön warm

Kernaspekt der Baumaßnahmen war, wie in der Hermann-Tast-

Straße in Husum, die energetische Optimierung der Gebäude

zum besonders energiesparenden „Effizienzhaus 85“. Zu diesem

Zweck wurden die Fassaden und Geschossdecken mit Hightech-

Materialen gedämmt, sowie alle Fenster komplett ausgetauscht.

Damit wurde die Kälte von nun an gründlich ausgesperrt und die

Bewohner können sich in Zukunft über deutlich niedrigere Heizkosten

freuen. Um die gute Gelegenheit aber ganz auszunutzen,

hatte die GEWOBA Nord beschlossen, noch zahlreiche andere

Verbesserungen für den Wohnkomfort durchzuführen.

Rundum sorglos

Auf der Agenda stand zusätzlich die Sanierung der Elektro-, Trinkwasser-

und Abwasserleitungen. Küchen und Bäder der insgesamt

32 Wohnungen wurden im gleichen Zuge von Grund auf erneuert

und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Wo es notwendig

war, wurden durch die GEWOBA Nord routinemäßig anstehende

Schönheitsreparaturen gleich mit ausgeführt, also beispielsweise

Bodenbeläge erneuert und Hausflure gestrichen.

Auch nach außen hin sind die Umbaumaßnahmen an den Gebäuden

deutlich zu erkennen: Die Terrassen im Erdgeschoss wurden

neu angelegt und für die Obergeschoss-Wohnungen wurde eigens

eine Balkonanlage errichtet.

Das Bild wird noch richtig rund, wenn die Erdarbeiten abgeschlossen

und die Grünanlagen neu gepflanzt sind.

16 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

rung im bewohnten Zustand“. Die zweigeschossigen Gebäude

wurden nacheinander von Grund auf renoviert und modernisiert.

Moderne Architektur, ein

frisches Farbkonzept und

Vorfreude auf den Sommer

mit neuen Plätzen an der

Sonne.

Langer Atem

Für die Anwohner bedeuteten diese Baumaßnahmen in den eigenen

vier Wänden einige Einschränkungen, die aber – mit einem

lohnenswerten Ziel vor Augen – immer tapfer ertragen wurden.

Für diese Geduld und die entgegengebrachte Kooperationsbereitschaft

möchten wir uns bei unseren Genossenschaftsmitgliedern

ganz herzlich bedanken und freuen uns mit ihnen über das tolle

Resultat, das am Ende zu verzeichnen ist.


Und Action! Der Film zum Umbau.

Die Baumaßnahmen in der Mühlenstraße wurden durch ein

Filmteam begleitet. Eine interessante Dokumentation ist so

entstanden und wird zur Zeit fertig gestellt. In der nächsten

Blickwinkel-Ausgabe mehr dazu.

GEWOBA Nord intern

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 17


Geschichte und Kultur

Ein finsteres

Kapitel

der Geschichte

18 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Die Hexenverfolgung

in Schleswig-Holstein

Illustrationen: istockphoto.com


Wer schon einmal den Sankt-Petri-Dom in Schleswig besucht

hat, kennt sie vielleicht: die Wandmalereien der Hexen „Freya

auf dem Katzentier“ und „Frigga auf dem Besen“, welche im

nördlichen Seitenschiff

zu bewundern sind.

Sie stammen aus einer

Zeit, die von religiösem

Aberglauben beherrscht

war. Um 1500

noch als helfende Wesen

angesehen, stand

der Begriff „Hexe“ nur

wenige Jahre später

für schwarze Magie

und der Verbundenheit

mit dem Teufel.

Von Anfang des 16.

Jahrhunderts bis zur

Mitte des 18. Jahrhunderts

wurde das Heilige

Römische Reich

deutscher Nation von

mehreren Wellen der

Hexenverfolgung heimgesucht. Diesem Wahn fielen auf dem gesamten

deutschen Boden 25.000 Frauen, Männer und Kinder zum

Opfer. Die Herzogtümer Schleswig und Holstein bildeten dabei

keine Ausnahme: Zwischen 1530 und 1735 fanden hier über 800

Prozesse statt. Drei Viertel der Angeklagten wurden zum Tode

verurteilt.

Du alte Hexe!

Ein bekannter Ausspruch, der sich aus dieser Zeit ableiten

lässt. Arm, alt, alleinstehend – diese drei Kriterien reichten

schon aus, um den Verdacht auf sich zu ziehen, eine Hexe oder

ein Hexer zu sein. So lässt sich für die größeren Städte des Nordens

wie Hamburg oder Lübeck nachvollziehen, dass hier meist

verwahrloste Bettlerinnen, arme Witwen oder auch Kriminelle als

Hexen verfolgt wurden.

Die Zahl der städtischen Hexenprozesse war im Allgemeinen eher

gering, was vor allem auf wirtschaftliche und politische Gründe

zurückzuführen ist. Selbst im Falle einer Verurteilung wurden die

Betroffenen eher mit einem Stadtverweis bestraft als mit dem Tod.

In den ländlichen Gegenden konnte es jedoch auch Vertreter der

mittleren und oberen Schichten treffen. Mit einem Anteil von 88,4

Prozent waren es besonders Frauen, die sich vor einer Anklage

fürchten mussten.

Den vermeintlichen Hexen wurde meist der sogenannte „Schadenszauber“

zur Last gelegt. Darunter verstand man die Anwen-

Titelgeschichte

dung bestimmter Zaubermittel- oder Flüche mit dem Ziel, Mensch

und Tier zu schädigen oder zu töten. Auch eine schlechte Ernte

konnte auf einen Schadenszauber zurückgeführt werden. Wer als

Hexe galt, war zugleich

auch eine Komplizin

des Teufels und hatte

sich von der christlichen

Gemeinschaft

losgesagt.

Häufig gestanden

Frauen unter der Folter,

dass der Teufel ihr

Liebhaber war. So unterstellte

man ihnen

neben dem Gebrauch

der schwarzen Magie

auch eine dem christlichen

Sittenbild widersprechendeausschweifende

Sexualität. Diese

Logik der „Teufelsbuhlschaft“

basiert auf der

festen Überzeugung,

dass kein Mensch von Geburt an Zauberkräfte besitzt, sondern

diese erst durch ein Bündnis mit dem Teufel erlangt.

Hexen in Schleswig-Holstein

Die ersten Personen, die 1530 der Hexenverfolgung auf

schleswig-holsteinischem Boden zum Opfer fielen, waren

zwei Frauen aus Kiel. Auch aus anderen Städten und Gemeinden

sind Hexenprozesse überliefert, so zum Beispiel der Fall der

Kristina Netelers aus Flensburg. Nachdem schon einige Zeit das

Gerücht kursierte, sie sei eine Hexe, nahm man sie schließlich fest.

Um die Angeklagte zu einem Geständnis zu bewegen, wurde sie

gefoltert bzw. „peinlich“ befragt. Sie gestand unter anderem, Kühe

aus der Ferne gemolken und Pferde gesund gebetet zu haben.

Außerdem habe sie ein Verhältnis mit einem Dämon namens „Nis“

gehabt. Bürgermeister und Ratsherren verurteilten sie einstimmig

zum Tode auf dem Scheiterhaufen.

Ein ähnliches Schicksal ereilte Ilsebe Koch aus Glückstadt im September

1642. Sie gestand mehrere Morde und nannte noch weitere

Namen angeblicher Hexen, darunter auch eine Anne Arents.

Beide Frauen wurden verbrannt.

Aufgrund der vielen Beschuldigungen, welche die Hexenverfolger

mittels Gewalt aus ihren Opfern erpressten, war es schon gefährlich,

eine Angeklagte oder Angeklagten auch nur zu kennen.

Angehörige standen besonders stark unter Verdacht.

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 19


Geschichte und Kultur

Hexenverfolgung als Spiegel der Gesellschaft

Wie kam diese Hexenhysterie nun zustande? Die Forschung

nennt mehrere Gründe. Einer davon ist die wirtschaftliche

Krise des Landes. So stellte man eine zeitliche Verbindung zwischen

den Hexenprozessen und der Entwicklung des Getreidepreises

fest. Auch zu anderen Ereignissen lässt sich ein Zusammenhang

herstellen: Einen ersten Höhepunkt der Hexenverfolgung

gab es im Jahr 1604, als die Pest wütete. Während des 30-jährigen

Krieges (1618 bis 1648) nahm die Flut an Prozessen stark

ab. Nach Kriegsende stieg die Zahl der Anklagen jedoch wieder.

Am schlimmsten ausgeprägt war die Hexenjagd in den östlichen

Güterbezirken.

Hier waren die Prozesse besonders häufig verbunden

mit Auseinandersetzungen zwischen

Gutsherren und Untertanen. Ursache für Streitigkeiten

waren meist alltägliche Dinge wie Arbeitsleistungen

und deren Bezahlung. Um ihre Interessen

durchzusetzen, vermuteten die adligen Junker, die zugleich

die Gerichtsherren waren, hinter jedem negativen

Ereignis die Hexerei. Deshalb gelten die Urteile

adliger Gerichte als die härtesten.

Aber auch die einfache Bevölkerung nutzte die

Hexenhysterie mitunter, um eigene Konflikte zu lösen.

Anlass für Denunziationen waren beispielsweise

Streitigkeiten über den Lohn oder

die Frage nach der Ackergrenze

zu den Nachbarn. Auch war es

gefährlich, jemanden im Streit zu

verfluchen, denn geschah dieser

Person etwas – und sei es auch nur

ein materieller Schaden –, wurde dies

sofort auf Hexerei zurückgeführt.

Ende des Hexenwahns

Das letzte Todesurteil in Schleswig-Holstein wurde 1724

vollstreckt und richtete sich gegen einen Mann aus Rendsburg.

Die Frage nach dem Ende der Hexenverfolgung kann nicht

genau beantwortet werden. Ein Grund für Schleswig und Holstein

ist das Eingreifen des dänischen Königs Christian V., welcher beide

Landesteile regierte. Aufgrund des Missbrauchs der Rechtssprechung

während der Hexenprozesse durch einige Adlige, entzog er

zwei Gutsherren die Gerichtsbarkeit und verurteilte sie zu hohen

Geldstrafen und statuierte somit abschreckende Exempel.

Darüber hinaus haben sich zum Ende der Verfolgungswelle hin

immer mehr Angehörige für ihre Verwandten eingesetzt und sie

mit gerichtlichen Mitteln unterstützt. Sie zogen beispielsweise

professionelle Anwälte zu Rate. Hinzu kam, dass man andere Verhör-

bzw. Ermittlungsmethoden anwandte: Man suchte vermehrt

nach natürlichen Erklärungen für Krankheiten und ungewöhnliche

Ereignisse.

20 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012


Die schwarze Katze

und der Rabe galten

als typische Symbole

der Hexerei.

Die Folter wurde kaum noch angewandt, was die Zahl der

Geständnisse stark sinken ließ. Ohne Geständnis konnten

die Betroffenen nicht für schuldig befunden werden und

erhielten den Freispruch. Die Folge war, dass auch soziale

Konflikte nicht länger über Denunziationen ausgetragen

wurden.

Heute erinnern nur noch einige Denkmäler und Straßennamen

an diese Zeit, wie zum Beispiel der „Blocksberg“ oder

der „Venusbogen“ in Flensburg.

Inquisition und

Hexenwahn

Titelgeschichte

Viele Menschen verbinden mit der europäischen

Hexenverfolgung die heilige Inquisition der römischkatholischen

Kirche. Tatsächlich war die Inquisition (lat.

inquirere „untersuchen“), zumindest während der Neuzeit,

nur sehr wenig an der Hexenjagd beteiligt. Die Aufgabe der

Inquisitoren war es viel mehr, Häretiker aufzuspüren und zu

verurteilen. Als Häretiker wurden ehemalige und getaufte

Katholiken bezeichnet, die vom katholischen Glauben abkamen

und sich einer anderen Konfession zuwandten.

Protestantische Geistliche waren dagegen die hartnäckigeren

„Hexenjäger.“ Die überwiegende Anzahl der Hexenprozesse

wurde jedoch von weltlichen Gerichten verhandelt.

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 21

Foto: istockphoto.com


Handwerkertipp

Ein guter Tausch

So wechselt man Autoreifen einfach selbst

Im Laufe eines Autofahrerlebens erwischt

es fast jeden einmal: Reifen platt! Bemerkt

man dies erst während der Fahrt,

heißt es zunächst: Einen kühlen Kopf

bewahren und das Fahrzeug ohne

starkes Bremsen und ohne hektische

Lenkbewegungen mit eingeschaltetem

Warnblinker in einem sicheren Bereich

ausrollen lassen. Wenn man nicht Mitglied

in einem Automobilclub ist, muss man nun

selber Hand anlegen und das Rad austauschen –

sofern Ersatz und Werkzeug greifbar sind.

Praktisch gedacht

Die Räder des eigenen Autos wechseln zu

können, kann aber auch ohne Panne von

Nützen sein, denn im Frühjahr und im

Herbst kann man so selbst auf Sommer-

oder Winterreifen umsteigen und dabei

im Laufe der Jahre viel Geld für den

Reifenservice einsparen.

Zuerst empfiehlt es sich, das Fahrzeug

auf einem ebenen, festen Untergrund zu

positionieren. Als nächstes sichert man es

mit dem Anziehen der Handbremse und dem

Einlegen des ersten Ganges (P-Stellung bei Automatikgetrieben)

gründlich gegen Wegrollen.

Gut vorbereitet

Mit einem Blick in die Bedienungsanleitung

erfahren Sie, wo sich bei Ihrem Fahrzeug

Bord-Wagenheber, Reserverad und Radmutternschlüssel

befinden. Außerdem

erfährt man dort auch, an welchen

Stellen der Wagenheber angesetzt werden

kann, ohne Schäden an der Karosserie

zu verursachen.

22 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Nachdem die Radkappe abgezogen wurde,

werden die Schrauben (gegen den

Uhrzeigersinn) eine halbe Umdrehung

weit gelöst, während das Rad noch fest

auf dem Boden ist. Am meisten Kraft

kann man mit dem Radmutternschlüssel

aufbringen, wenn man ihn am äußersten

Ende anfasst.

Rädlein wechsel dich

Nachdem die Schrauben leicht gelöst sind, wird

das Fahrzeug nun mit dem Wagenheber an der

entsprechenden Ecke so weit angehoben, dass

es den Boden nicht mehr berührt. Nun werden

die Muttern ganz herausgedreht. Bei der

letzten Schraube aufpassen, dass das Rad

nicht von selbst herunterfällt!

Nun wechselt man das Rad und zieht

die Schrauben noch im aufgebockten

Zustand leicht an. Anschließend wird

das Fahrzeug mit dem Wagenheber

wieder herabgelassen, um sodann die

Schrauben über Kreuz (d.h. die jeweils gegenüber

liegenden) fest anzuziehen. Dabei

gilt es, das in der Betriebsanleitung vorgegebene

Drehmoment einzuhalten. Hierbei handelt

es sich um die Kraft, mit der die Schraube

festgezogen werden sollte.

Wenn Ihr Radmutternschlüssel dies nicht

anzeigt, sollte es an der nächsten Tankstelle

oder Werkstatt überprüft werden;

ebenso der Luftdruck des Reserverads.

Die Radbolzen von Stahlfelgen und Alufelgen

unterscheiden sich unter Umständen

und dürfen nicht vertauscht

werden!

Fotos: panthermedia.net


Nimm di nix vör,

denn sleiht di nix fehl!

Alle Jahre wieder

kommt eine Zeit der

Besinnung, in der

man sich Gedanken

über das eigene Leben

macht. Die eine

oder andere Macke

ist ja inzwischen bekannt

– und nun bietet

sich zum Jahreswechsel

einmal mehr

die (vermeintlich)

perfekte Gelegenheit,

mit guten Vorsätzen

etwas daran zu ändern.

Dabei mahnte

schon der plattdeutsche Schriftsteller

Fritz Reuter (1810 - 1874): Nimm dir

nichts vor, dann schlägt dir nichts

fehl!

Anfangen aufzuhören...

Ein Klassiker unter den Vorsätzen für

das neegste Johr ist natürlich der

feste Beslutt (Beschluss), dass man

mit dem Roken opholen (aufhören)

will. Zigarett, Piep und Kotzbalken

(dicke Zigarre) gehören von nun an

der verleden Tied (Vergangenheit) an.

Egentlich is dat ok ganz eenfach – hat

man ja schließlich schon faken (oft)

geschafft...

Auf die neue Freeheit wird erstmal ein

gooter Druppen (Tropfen) gepichelt!

Wenn de lest (letzte) Proppen (Korken)

ut de Buddel treckt (gezogen) ward,

soll ennelk (endlich) auch diesem Laster

entsagt werden. Man ist ja kein

Ballerbüdel (Säufer)!

Gesund und munter

Für die Gesundheet wollen viele nach

dem Johrswessel (Jahreswechsel) auch

beter eten (besser essen) und weniger

freten (fressen). Nun gut, aber die übrig

gebliebenen Förtjen (Berliner) vom

Ooltjohrsavend (Silvesterabend) sollte

man natürlich doch noch opmummeln

(aufessen) – wär ja schaad drum! Aber

danach gibt es dann wirklich nur noch

Botterbroote (Butterbrote) oder gleich

richtige Smaalkost (Diät). Ein büschen

Bewegung kann natürlich auch nicht

schaden, um den Lief (Leib) mal wieder

in Bewegung zu bringen. Also

Mors hoch und mit dem Swienhund

um die Wette loopen (laufen) – de

Glotzkassen blifft (bleibt) ut!

Mehr Zeit zum...

Nach der körperlichen Betätigung tut

der nächste Vorsatz dann richtig gut:

mehr Tiet (Zeit) för de Leevsten (Liebsten)

und jümmers (immer) scheun

fründlich (freundlich)

blieven. Tohoop (zusammen)

kann man

veel beter dat Leven

(Leben) geneten

(genießen) und es

sich gut gehen lassen.

Mal wieder wat

speelen, spazeeren

gahn, schnacken und

gnuddern (lachen).

Dieser Entschluss

lässt sich von allen

wahrscheinlich am

angenehmsten erfüllen.

Es sei denn, man

kommt bei allzuviel Neegde (Nähe) ins Kabbeln über

die misslungene Einhaltung der anderen Vorsätze....

Folge 16

Plattdüütsch

Mit diesen plattdeutschen Vokabeln halten Sie

ihre Vorsätze bestimmt ein!

Neujahr Neejohr

sich bewegen rögen

Elan Swung

atemlos ut de Puust

Faulheit Fuulheit

Blamage Blaam

bereuen beduurn

entspannen dösen

lesen smökern

spenden spennen

sparen sporen; sik afknapsen

Schmeerbauch Smeerbuuk

Salat Salaat

durchhalten dörhollen

versuchen versöken, probeern

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 23


Die Restaurant-Empfehlung

Unter

Freunden

Bis Westerland durch den aufkommenden Tourismus im Laufe des

19. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung gewann, galt Keitum

auf der östlichen Nösse-Halbinsel als Hauptstadt Sylts. Politisch

wird man der Stadt an der Westküste den Rang wohl nicht so

schnell wieder ablaufen können. Doch kulinarisch könnte sich mit

dem Amici ein Kleinod etablieren, das den Vergleich mit anderen

Restaurants auf der Insel nicht zu scheuen braucht.

24 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Restaurant „Amici“

C.-P.-Hansen Allee 1

25980 Sylt / OT Keitum

Telefon: 046 51 / 957 09 47

Fax: 046 51 / 936 82 95

Öffnungszeiten

12 – 22 Uhr (warme Küche)

Sonntags Ruhetag

Appetitlich anzusehen

Unbestritten ist, dass Keitum bis heute einer der schönsten und

ursprünglichsten Flecken Sylts ist. Wegen seiner vielen alten Alleen

wird er auch „der grüne Ort“ der Insel genannt. Ein guter

Platz, um auf Sylt ganz in Ruhe bestes Essen zu genießen! Das

dachten auch die Brüder Oliver und Andreas Behrens, als sie sich

vor ein paar Jahren nach geeigneten Räumlichkeiten für ihr neues

Restaurant-Projekt umsahen. Ein reetgedeckter Friesenhof in der

C.-P.-Hansen-Allee sollte es schließlich sein.

Fotos: Andreas Behrens


Zum äußeren Erscheinungsbild des traditionsreichen Gebäudes

schufen die Gastwirte im Inneren ganz bewusst eine moderne,

elegante Atmosphäre mit schwarzem Holz und Leder vor dunkelroten

und cremefarbenen Wänden. Denn auch die mediterrane

Küche, die man seinen Gästen hier serviert, ist durchaus auf der

Höhe der Zeit – beziehungsweise: ihr sogar voraus! Die Idee,

altbekannte Klassiker endlich einmal mit viel Kreativität neu zu

interpretieren, bestimmt in der Küche das Handwerk.

Querbeet lecker!

Mittags und abends stehen ständig wechselnde Tagesgerichte mit

Schwerpunkt Fisch zur Auswahl, die aktuell auf einer Schiefertafel

angekündigt werden. Als Vorspeise empfiehlt sich der legendäre

Teller mit vegetarischen Antipasti wie Zucchini, Auberginen, Pilzen,

Tomaten und Mozzarella, die sich hier in appetitlicher Harmonie

zusammenfinden und garantiert Lust auf eine der Hauptspeisen

machen. Da darf es dann schon mal eine Dorade vom Grill

sein, gebettet auf mediterranem Gemüse und Mango-Tomatensalsa.

Dem besonders anspruchsvollen Gaumen schmeicheln unter

anderem das Rinderfilet Rossini an getrüffeltem Kartoffelpüree

oder ein Saltimbocca vom Seeteufel mit Ratatouille. Wem der Sinn

eher nach einem kleinen Snack steht, der kann sich beispielsweise

mit gebackenen Sardinen und dreierlei Dipp vergnügen.

Genuss bis zum Schluss

Eine gut sortierte Getränke- und insbesondere Wein-Karte sorgt

für eine standesgemäße Begleitung der angebotenen Speisen.

Passend zum mediterranen Flair des Restaurant Amici stehen

natürlich auch einige klangvolle italienische Weine auf dem

Programm wie der Brunello di Montalcino vom Weingut Ruffino

in der Toskana. Wer in seinem Magen schließlich doch noch ein

bisschen Platz findet, kann ihn mit einem Nachtisch à la Mama

füllen: Hausgebackener Schokoladen- oder Käsekuchen im Glas,

Tiramisu-Lasagne und ein echter italienischer Espresso runden das

Geschmackserlebnis aufs Leckerste ab!

Restaurantleiterin Constanze Steuer kann sich über eine treue

Stammkundschaft freuen, aber auch unter Insel-Besuchern gilt

das Amici inzwischen nicht mehr nur als Geheimtipp. Die 65

Innen- und 45 Außen-Plätze auf der nach Süden gerichteten Terrasse

sind gut gebucht – eine rechtzeitige Reservierung ist daher

(zumindest in den Abendstunden) durchaus ratsam. Wer möchte,

kann das Amici übrigens auch gleich komplett für Feierlichkeiten

im friesisch-italienischen Ambiente buchen.

Pasta

Zuppa

Antipasti

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In welcher Ortschaft befindet sich das „Amici“?

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Stichwort: „Restaurant“

Moltkestraße 32 · 24837 Schleswig

Einsendeschluss ist der 14.02.2012

Die Restaurant-Empfehlung

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Carne

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Teilnehmen kann jeder außer den Mitarbeitern der GEWOBA Nord, des

Magazins und deren Familienangehörigen. Die Preise werden unter Ausschluss

des Rechtsweges verlost, Sachgewinne können nicht in bar ausgezahlt

werden. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 25


Kinder Kram

Fehler finden

Bei der lustigen Schnecke rechts haben sich 5 Fehler eingeschlichen.

Findest du sie alle?

Form in Form

Welcher von den kleinen Sternen hat die

gleiche Form wie der große?

Wortspiel

26 GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012

Lösung: Stern D

Lösung: Schildkröte

Lösung:

Schneeglöckchen

Welcher Umriss passt genau zu dem Schneeglöckchen?

Labyrinth

Lösung: Umriss A


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Name und Anschrift (beides

unbedingt notwendig) gut

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frankierte Postkarte und

schicken Sie sie an:

GEWOBA Nord

Baugenossenschaft eG

Stichwort: „Rätsel“

Moltkestraße 32

24837 Schleswig

Einsendeschluss ist der

14.02.2012

Teilnehmen kann jeder außer den Mitarbeitern

der GEWOBA Nord, des Magazins

und deren Familienangehörigen. Die Preise

werden unter Ausschluss des Rechtsweges

verlost, Sachgewinne können nicht in bar

ausgezahlt werden. Die Gewinner werden

schriftlich benachrichtigt.

Die Teilnehmer erklären sich mit der Veröffentlichung

ihres Namens im Magazin

einverstanden.

Lösungswort aus

Blickwinkel Nr. 16:

Sonnenenergie

Lösungswort:

Unterhaltung

GEWOBA Nord · BlickWinkel · Januar 2012 27


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