Berliner Zeitung 04.09.2019

BerlinerVerlagGmbH

Gefühlte Angst, reale Gefahr: Neue Kriminalitätszahlen für Berlin – Berlin Seite 9

Reichstag

mit Geburtsstation

Seite 6

14°/23°

Hin und wieder Sonne

Wetter Seite 2

Der Senat lässt die

Obdachlosen zählen

Berlin Seite 12

www.berliner-zeitung.de

70 Jahre: Wo Berlin die

Currywurst feiert

Berlin Seite 10

Mittwoch, 4. September 2019 Nr.205 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Dokumentation: Als die

Grenze offen blieb

Feuilleton Seite 27

SPD

Böhmermanns

politische

Heimat

VonHarry Nutt

Heute mal eine Nachricht aus

dem SPD-Ortsverein Köthen in

Sachsen-Anhalt. Der TV-Moderator

JanBöhmermann hat gute Chancen,

dort aufgenommen zu werden. Obwohl

er in Köln beheimatet ist, hat er

sich in Köthen beworben, wo man

geneigt ist, ihn als ordentliches Parteimitglied

aufzunehmen.

Aber nichts ist, wenn es um Böhmermann

geht,

einfach. In der

Regel gilt für das

Aufnahmeverfahren

in die

SPD das Wohn-

Jan Böhmermann,

Satiriker,will

in die SPD.

ortprinzip. Man

tritt ein, wo man

auch behördlich

gemeldet ist. Für

das künftige Mit-

Brandenburgs neue Farben

In Potsdam spricht nach der Landtagswahl vom Sonntag vieles für eine Koalition

von SPD, CDU und Grünen. Eine bundesweit erstmalige Konstellation

Die Abfolge der Farben hängt davon ab, werstärkste Partei ist: Bei einer Libyen-Koalition führtdie SPD und steht ganz oben. Bei „Kenia“ steht das Schwarz der CDU oben. BLZ/TIEDGE

VonJens Blankennagel und

Elmar Schütze, Potsdam

glied Böhmermann

ist man

aber bereit, eine Ausnahme zu machen.

„Die gewählten Mitglieder des

Vorstands der Köln SPD werden über

den Antrag auf Ausnahme vom

Wohnortprinzip in der Sitzung am

26. September befinden“, kündigte

Frank Mederlet, der Geschäftsführer

der Kölner SPD an. „In aller Regel

wirddem Begehren gefolgt.“

Schon möglich, dass die Kölner

Sozialdemokraten froh darüber sind,

den potenziellen Bewerber abzugeben.

DasKöthener Kalkül könnte natürlich

anders gelagert sein. Die

Chancen auf Übertragungen aus der

SPD-Ortsvereinssitzung direkt in die

ZDF-Sendung Neo Magazin Royale

sind jedenfalls deutlich gestiegen.

Auch wenn der Satiriker Jan Böhmermann

immer wieder den Verdacht

erweckt, genüsslich alles zu

verraten, was seinen medialen Horizont

streift, ist eine gewisse Affinität

zur traditionellen Sozialdemokratie

keineswegs abwegig. Jan Böhmermann

wurde 1981 als Sohn eines Polizeibeamten

in Bremen-Gröpelingen

geboren. Seine Mutter, die zur

deutschen Minderheit in Polen gehörte,

wanderte Anfang der 70er-

Jahre nach Deutschland aus. Böhmermann,

der gern als aalglatter satirischer

Allesfresser in Erscheinung

tritt, kann auch solidarisch. Als sein

Kollege Deniz Yücel als politischer

Gefangener in einem türkischen Gefängnis

saß, ließ Böhmermann sich

zu Solidaritätslesungen für Yücel live

dazuschalten. Größere gesellschaftliche

Aufmerksamkeit war Böhmermann

zuteil geworden, als er sich

wegen eines Schmähgedichtes in diverse

Rechtsstreitigkeiten mit dem

türkischen Staatspräsidenten Recep

Tayyip Erdogan verstrickte. Ein

mauer, zäh in die Länge gezogener

Witz über eine Bewerbung als SPD-

Vorsitzender hatte in der Sendung

Neo Magazin Royal unlängst für ein

paar Lacher und einigen Widerspruch

gesorgt.

Aus dem anhaltinischen Köthen

stammt übrigens Samuel Hahnemann,

der Begründer der Homöopathie.

Vielleicht hofft Böhmermann

dort auf Heilung, von was auch immer.

Die großen Verluste der

ehemaligen Volksparteien

SPD und CDU bei

der Landtagswahl in

BrandenburgamSonntag bieten die

Chance zu einer historischen Veränderung

der bundesrepublikanischen

politischen Landschaft. Derzeit stehen

in Potsdam vorerst alle Zeichen

auf eine Regierung aus SPD, CDU

und Grünen. Eine ähnliche Konstellation

unter CDU-Führung gibt es

bislang nur in Sachsen-Anhalt –dort

wirdsie nach den Farben der Staatsflagge

Kenia-Koalition genannt. Da

aber in Potsdam die SPD das Bündnis

anführen würde, wäre es eine

Libyen-Koalition – auch wenn der

Name des Bürgerkriegslandes eher

negativ besetzt ist.

In Sachsen gilt „Kenia“ als einzig

realistische Regierungsvariante,

dennoch wird von langen Verhandlungen

ausgegangen. Auch in Potsdam

wird eskaum schneller gehen.

Dabei ist „Libyen“ erklärtes Ziel aller

Beteiligten, auch weil es sechs Sitze

mehr hätte als nötig. Der Landtag

konstituiert sich am 25. September,

laut Verfassung bleiben danach drei

Monate Zeit zur Regierungsbildung.

Dann wäreWeihnachten.

Schon der Start birgt Überraschendes.

Einen Tagbevor die SPD

die CDU zu ersten Sondierungsgesprächen

einlädt, wollen am Mittwoch

CDU und Grüne miteinander

beraten. Dabei werden die beiden

kleineren Partner wohl an einer Strategie

für die Verhandlungen mit der

Wahlsiegerin SPD feilen, damit diese

sie später nicht gegeneinander ausspielen

kann.

Doch über allen informellen Gesprächen

und formellen Verhandlungen

schwebt ein offener Konflikt

in der CDU. DiePartei war im polarisierten

Wahlkampf der SPD gegen

die AfD unter die Räder geraten und

auf 15,6 Prozent abgestürzt. Spitzenkandidat,

Partei- und Fraktionschef

Ingo Senftleben führt trotzdem die

Verhandlungen an, obwohl große

Teile seiner Fraktion wegen des

Wahldebakels gegen ihn rebellieren.

Es könnte also sein, dass Rot-

Schwarz-Grün daran scheitert, dass

die CDU in Potsdam auch ihren

13. Parteichef seit 1990 wegputscht.

Am Dienstag bot sich jedenfalls

ein seltenes Bild. Als Senftleben auf

einer Pressekonferenz erklärte, mit

welchen Vorstellungen er in die Verhandlungen

gehen wolle, saßen

zahlreiche Mitglieder seiner Fraktion

hinten im Saal und hörten ganz genau

hin. Tatsächlich war in der Fraktionssitzung

zuvor ein Eklat nur

knapp vermieden worden. Senftleben

hatte vorgeschlagen, erst nach

Ende der Sondierungsgespräche in

rund drei Wochen einen neuen Vorstand

zu wählen –offenbar um Zeit

zu gewinnen. Am Ende setzte er sich

in der auf 15 Mitglieder geschrumpften

Fraktion mit 9:6 knapp durch.

Senftlebens interne Gegenspielerin,

die konservative Saskia Ludwig,

sprach anschließend von einem

„einmaligen Vorgang“. Aus ihrer

„Ein einfaches Weiter-so soll es nicht geben.

Wir brauchen eine starke, geschlossene

Regierungskoalition, die vor allem stärker

auf die Bedürfnisse der Bürger hört.“

Mike Bischoff, alter und neuer Fraktionschef der brandenburgischen SPD

Sicht habe Senftleben kein ausreichendes

Mandat für Verhandlungen

mit anderen Parteien. Er hätte die

Chance nutzen sollen, am Wahlabend

„ehrenvoll zurückzutreten“.

Wie auch immer der Machtkampf

in der CDU ausgehen wird,

es spricht einiges für Rot-Schwarz-

Grün in Brandenburg und „Kenia“

in Sachsen. Zwar gelten Dreier-Koalitionen

als besonders beratungsintensiv

und kompliziert, weil alle Beteiligten

dabei gewinnen müssten.

Aber sie würden ein breites gesellschaftliches

Spektrum abbilden

und stellten damit eine Alternative

zur lähmenden großen Koalition im

Bund dar.

Von einer solchen Koalition

könnten allerdings durchaus alle

drei Seiten profitieren. Bislang regierte

in Potsdam Rot-Rot –und es

gab eine Konkurrenz bei Sozialthemen.

In der neuen Konstellation

könnte sich die SPD ohne Linken-

Druck wieder stärker als Partei der

sozialen Gerechtigkeit profilieren.

DieCDU hat bereits verkündet, dass

ihr das Problemfeld innere Sicherheit

besonders wichtig ist. Miteinem

CDU-Innenminister könnte die Regierung

gegen die AfD punkten, die

dieses Thema mit Angstdebatten befeuert

und damit einen konservativenZeitgeist

trifft.

In der bisherigen Regierung ärgerten

sich die Sozialdemokraten

immer wieder darüber,dass die Linken

ein härteres Vorgehen des SPD-

Innenministers torpedierten, den

Verfassungsschutz nicht personell

stärken wollten und einige Abgeordnete

sogar gegen das gemeinsame

Polizeigesetz stimmten.

Mit den Grünen in der Regierung

könnte auch der andere Strang des

Zeitgeistes gebührend bedient werden

–die Angst vor den Folgen des

Klimawandels und die „Fridays for

Future“-Bewegung. Einer der

Knackpunkte könnte dabei der Zeitpunkt

des Ausstiegs aus der Lausitzer

Braunkohle werden. Bisher ist

vom Jahr 2038 die Rede, die Grünen

befürworten einen früheren Ausstieg.

Aber das wäreeine Hürde,über

die die SPD auch springen müsste,

wenn sie doch noch auf Rot-Rot-

Grün umschwenken muss.

Denn rechnerisch wäreaucheine

rot-rot-grüne Koalition wie in Berlin

möglich. Am Dienstagabend entschloss

sich die Linkspartei, Sondierungsgespräche

mit ihrem bisherigen

Koalitionspartner SPD und den

Grünen zu führen. DerVorstand der

Linken beschloss mit großer Mehrheit,

die Einladung der Sozialdemokraten

zu Sondierungen anzunehmen,

um ein rot-grün-rotes Bündnis

auszuloten, wie die Partei mitteilte.

SPD und Linke könnten am Donnerstag

erstmals zusammenkommen.

Die Linke werde mit einer

sechsköpfigen Verhandlungsgruppe

in die Sondierungen gehen. DiePartei

wolle„auf Augenhöhe verhandeln

und klare inhaltliche Schwerpunkte

setzen“, erklärten die Landesvorsitzenden

Diana Golzeund Anja Mayer

zu der Entscheidung. (mit AFP)

Brandenburg Seite 19. Der neue

Scheuer-Tricks

bei der

Mautvergabe?

Interne Papiere belegen

Ungereimtheiten

VonKai Schlieter

Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU) hätte nie Aufträge

an ein privates Firmenkonsortium

zur Mauterfassung vergeben

dürfen. Die Pkw-Maut, die später

vom EuGH gekippt wurde, hätte

nach Recherchen der Berliner Zeitung

vom Staat erhoben werden

müssen, weil dies wirtschaftlicher

gewesen wäre. Das ergibt der Vergleich

der maßgeblichen Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen,

die laut

Haushaltsordnung vorgeschrieben

und streng vertraulich sind.

Demnach hätte die Wahl zugunsten

des alternativen „Staatsmodells“

ausfallen müssen. Doch es kam zu

Auffälligkeiten, die nach Meinung

des Grünen Haushaltspolitikers

Sven-Christian Kindler auf eine Manipulation

hindeuten.„DerVergleich

der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen

legt den dringenden Verdacht

nahe, dass Minister Scheuer seine

Pkw-Maut zu Gunsten der privaten

Konzerne gezielt schönrechnen

ließ.“ Er geht so weit:„Das sieht nach

bewusster Manipulation für die Privatisierungsoption

aus.“

Grundlage für die Entscheidung

sind die vorläufige und die abschließende

Wirtschaftlichkeitsuntersuchung.

Auffällig ist der Posten„Informationscenter“,

der innerhalb eines

Jahres um 124 Millionen auf 350 Millionen

Euro nach oben korrigiert

wurde. Damit war das Staatsmodell

plötzlich nicht mehr die günstigere,

sondern die teurere Variante. Als

Grund für die Neuberechnung werden

Erfahrungswerte genannt, die

auf „der Umstellung der Verwaltung

der Kraftfahrzeugsteuer von den Finanzbehörden

auf die Zollverwaltung

ab dem Jahr 2014“ beruhen.

Dies führezueiner erhöhten„durchschnittlichen

Bearbeitungsdauer

einschließlich Bildschirmpausen

und Nachbearbeitung“. Warum

diese Korrekturen erst in der zweiten

Berechnung eingefügt und warum

die Erfahrungen von 2014 nicht

schon in die erste Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

von 2017 Eingang

fanden, wollte das Ministerium

nicht erklären. Es ließ alle Fragen der

Berliner Zeitung unbeantwortet.

Tagesthema Seite2

Kommentar Seite8

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2* Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Tagesthema

Ein Minister, der mit Vollgas

in falscher Richtung auf der

Autobahn fährt. Das Bild

drängt sich auf bei der Geschichte

von Andreas Scheuer (CSU)

und seiner Pkw-Maut. Angesichts der

irrlichternden Beharrlichkeit, mit der

er sie gegen alle Widerstände durchsetzen

wollte. Oberaber tatsächlich

nur ein Geisterfahrer war oder andere

Interessen eine Rolle spielten, müsste

ein Untersuchungsausschuss klären,

den jetzt Linke, Grüne und FDP im

Bundestag fordern.

Klar ist, Scheuer unterzeichnete

Verträge zur Erhebung der Maut,

ohne das ausstehende Urteil des Europäischen

Gerichtshofs (EuGH) abzuwarten.

Also ohne Rechtssicherheit.

Die Richter erklärten die Maut

im Juni prompt für europarechtswidrig.

Unddas war kein Unglück für

Scheuer, sondern absehbar, wie ein

Gutachten der FDP nahe legt. Demnach

hätte der Verkehrsminister mit

einem negativen EuGH-Urteil rechnen

können. Doch er ignorierte

schon zuvor den Bundestag, dessen

Erlaubnis Scheuer ebenfalls hätte

einholen müssen. Er übernahm das

Risiko und setzte sich damit wohl

über das Grundgesetz hinweg, wie

ein Gutachten der Grünen erhärtet.

Neuer Ärger

Nach dem EuGH-Urteil musste der

Verkehrsminister die Verträge mit

den privaten Mautbetreibern

Kapsch und CTS Eventim kündigen.

Sie hatten den Zuschlag erhalten

und könnten nun Schadensersatzforderungen

stellen. Ob sie dies tun,

wollten Sprecher der Unternehmen

der Berliner Zeitung nicht mitteilen.

Es geht jedoch um einen dreistelligen

Millionenbetrag an Steuergeldern,

den dann Scheuer verbrannt

hätte.Ärger genug für den Minister.

Sein Problem dürfte aber noch

größer sein. Denn nach Informationen

der Berliner Zeitung hätte er

dem Firmenkonsortium nie den Zuschlag

erteilen dürfen. Kein Unternehmen

hätte den Zuschlag bekommen

dürfen, denn die Berechnungen

zur Wirtschaftlichkeit wären zugunsten

eines „Staatsmodells“

ausgefallen. Der Staat hätte den Zuschlag

für die Mauterfassung erhalten.

Doch offenbar wurde die entscheidende

Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

frisiert –zuGunsten des

privaten Firmenkonsortiums.

Dass es so kam, belegen Dokumente

aus dem Bundesverkehrsministerium,

die bislang streng vertraulich

waren. Erstellt haben die Berechnung

Berater von PricewaterhouseCooper.

Sie kommen im

Auftrag Scheuers zu dem Schluss, es

ergebe „sich ein barwertiger Vorteil

des Betreibermodells gegenüber

dem Staatsmodell i.H.v. rd. 85 Mio.“

Euro, was einem Vorteil von 3,8 Prozent

gegenüber der staatlichen Beschaffung

entspreche. Das wäre ein

Mini-Vorteil bei Kosten vonrund 2,1

Milliarden Euro.

Die Haushaltsordnung verlangt,

die „wirtschaftlichste Beschaffungsvariante

zu identifizieren“, also die

günstigste, wie es in der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

heißt. Es

handelt sich hier um zwei zeitlich

versetzte Berechnungen: eine vorläufige

und eine abschließende.

Schwer lesbarer Stoff vonHunderten

Seiten. Viele Stellschrauben, um

manche Posten billiger und andere

teurer erscheinen zu lassen. Derwenig

spannend klingende „Informationscenter“

taucht in der ersten Berechnung

vonJuni 2017 beim Staatsmodell

mit Kosten von226 Millionen

Euro auf. Im abschließenden Gutachten

findet an dieser Stelle eine

fragwürdige Kostenexplosion von

124 Millionen auf 350 Millionen Euro

statt.

Plötzlich teurer statt billiger

Damit ist das Staatsmodell plötzlich

nicht mehr die günstigere, sondern

die teurere Variante und aus dem

Rennen. Als Grund für die Neuberechnung

werden Erfahrungswerte

genannt, die auf „der Umstellung der

Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer

vonden Finanzbehörden auf die Zollverwaltung

ab dem Jahr 2014“ beruhen.

Dies führe zu einer erhöhten

„durchschnittlichen Bearbeitungsdauer

einschließlich Bildschirmpausen

und Nachbearbeitung“.

Doch warum wurden diese Korrekturen

erst in der zweiten Berechnung

eingefügt? Warum waren sie

nicht in der ersten von2017, wenn sie

auf Erfahrungen von2014 beruhten?

Das Bundesverkehrsministerium

ließ alle Fragen der Berliner Zeitung

bislang unbeantwortet.

Das ist nicht der einzige Posten:

Auch die Sach- und Druckkosten erhöhen

sich binnen einen Jahres von

147 Millionen auf 230 Millionen

Euro. Insgesamt verteuert sich das

Staatsmodell mit diesen Stellschrauben

auf über 207 Millionen Euro.

Der Haushaltspolitiker der Grünen

Sven-Christian Kindler sagte der

Berliner Zeitung: „Der Vergleich der

Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen

legt den dringenden Verdacht nahe,

dass Minister Scheuer seine Pkw-

Maut zu Gunsten der privaten Konzerne

gezielt schönrechnen ließ.“ Er

Pkw-Maut

Das Projekt des

Verkehrsministers

könnte Millionenschäden

verursachen.

Schon bei der

Auftragsvergabe

wurde nicht auf

Wirtschaftlichkeit

geachtet.

Scheuers

Gutachten

VonKai Schlieter

DPA/SINA SCHULDT

geht so weit: „Das sieht nach bewusster

Manipulation für die Privatisierungsoption

aus.“ Was diesen

Verdacht erhärtet, ist eine andereVariable,

die gänzlich in der Rechnung

fehlt: Toll Collect. Jene Firma, die

mittlerweile wieder dem Staat gehört

und die für die Erhebung der

Lkw-Maut zuständig ist, taucht mit

keiner Ziffer in der Kostenrechnung

auf. Erstaunlich, dass bei der Bewertung

der Pkw-Mauterhebung Toll

Collect als Rechenfaktor keine Rolle

spielen soll.

Toll Collect –und damit der Staat

–besitzt bereits die Infrastruktur zur

Mauterfassung, die den Betrieb von

beiden Mautsystemen durch den

Staat günstiger gemacht hätte, denn

ein privater Betreiber hätte für die

Nutzung zahlen müssen.

Als die Berliner Zeitung bei Toll

Collect nachfragt, heißt es mündlich,

die Lkw-Maut von Toll Collect biete

keine technischen Möglichkeiten zu

Synergien. Nach einer schriftlichen

Anfrage verweist Toll Collect an das

schweigende Verkehrsministerium.

Tatsächlich weiß Scheuer,dass es

Synergien gegeben hätte.Denn auch

hierfür existiertein Gutachten. Es ist

als„streng vertraulich“ gekennzeichnet,

auf den 9. Januar 2019 datiert.

Verfasst von Beratern von KPMG,

Auftraggeber: das Bundesverkehrsministerium

(BMVI) selbst.

Dort steht: Das „BMVI (hat) mit

dem technischen Berater verschiedene

Synergiepotenziale identifiziert,

die sich zwischen der Infrastrukturabgabe

(der Pkw-Maut, Anm. d. Red)

und Toll Collect ergeben würden“.

Und:„Bei einer Übertragung der Leistungen

auf Toll Collect wirdauf Basis

einer groben Abschätzung voneinem

Synergiepotenzial von 50 % ausgegangen“.

Es könnten also die Hälfte

der „Kosten, die bei der Infrastrukturabgabe

anfallen, erbracht werden“,

wie esindem Dokument heißt. Ein

großerVorteilalso.

Geheimoperation misslingt

Synergien seien etwa: „Mitnutzung

vonSystemen und Prozessenbei der

Abwicklung des Zahlungsverkehrs“,

„Mitnutzung der existierenden

Mautstellen-Infrastruktur und der

Mautstellen-Terminals für den Verkauf

von Vignetten“ –viele Posten.

Die winzigen Kostenvorteile, die in

der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

mit 3,8 Prozent den privaten

Mautbetreibern zugerechnet wurden,

wären durch Toll Collect gegenstandslos.

Kindler sagt: „Minister

Scheuer hätte die Pkw-Maut überhaupt

nie an private Betreibervergeben

dürfen.“

Das Problem besteht darin, dass

solche Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen

fast nie öffentlich werden.

Nicht einmal Bundestagsabgeordnete

dürfen sie einsehen. Dabei geht

es oft um Milliarden. Als sich Kindler

und seine Mitarbeiter im Januar 2019

für die Maut-Verträge interessierten,

stellten sie einen Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz.

Scheuers

Ministerium verweigerte und verwies

auf den Schutz der„Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“.

Das Dokument

sei „als Verschlusssache mit dem Geheimhaltungsgrad

VS-Vertraulich“

eingestuft.

Doch anders als erhofft, konnte

Minister Andreas Scheuer seine Rechenoperationen

nicht vor der Öffentlichkeit

geheim halten.

VonKai Schlieter

Die politische und juristische

Auseinandersetzung um Andreas

Scheuers (CSU) Pkw-Maut wird

gegenwärtig als PR-Schlacht ausgefochten.

Die Süddeutsche Zeitung

zitiert aus einem Schriftsatz des

Bundesverkehrsministeriums.Demzufolge

hätte das Betreiberkonsortium

für die Pkw-Mau vonCTS Eventim

und Kapsch noch Verträge an

Unterauftragnehmer vergeben,

nachdem der Europäische Gerichtshof

die Pkw-Maut gekippt hatte.Dies

sei der „vorsätzliche Versuch einer

treuwidrigen Schädigung“, so zitiert

die Zeitung aus Dokumenten eines

Anwalts des Bundesverkehrsministeriums.Damit

seien Ansprüche„auf

Vergütung bzw. Entschädigung für

den Fall der Kündigung des Betreibervertrages

erstmals begründet

bzw.signifikant erhöht“ worden.

Die Sicht des Ministeriums, die

hier durchschimmert – gegenüber

PR-Schlacht um die Deutungshoheit

Vergabe an Unterauftragnehmer

der Berliner Zeitung wollte sich das

Ministerium hingegen nicht äußern

–, dürfte wohl eher als politischer

Spin zu interpretieren sein.

Ob Scheuer damit vorGericht Erfolg

hätte, scheint dagegen unwahrscheinlich.

Das ergibt sich, wenn

man sich den Vertrag anschaut.

Denn tatsächlich finden sich in dem

bis vorkurzemstreng geheim gehaltenen

Vertrag zwischen Bund und

Konsortium Hinweise, die die Darstellung

des Ministeriums fragwürdig

erscheinen lassen. DasFormblatt

3 des Vertrages enthält das „Verzeichnis

vorgesehener Unterauftragnehmer

des Betreibers“. Darin sind

viele Posten aufgeführt, die vom

Konsortium vergeben wurden, um

mit der Betreibergesellschaft die

Mauterhebung zu organisieren. „Wir

beabsichtigen, die nachfolgend aufgeführten

Unternehmen als Unterauftragnehmer

des Betreibers für die

Erbringung vonLeistungen aus dem

Vertrag einzusetzen“, steht da. Die

Liste ist aufschlussreich, weil sie auf

den 11. Juli 2018 datiert ist und als

Bestandteil des Vertrages anhängt,

der schließlich im Dezember mit

dem Bund abgeschlossen wurde.Bei

den Unterauftragnehmern stehen

sogar die exakten jeweiligen Kosten

und der Hinweis: „Die Vertragslaufzeit

beginnt voraussichtlich mit Zuschlagsdatum.“

Damit ist die Darstellung

von unrechtmäßigen Nachforderungen

und rechtswidrigen

Vergabe an Unterauftragnehmer im

Sommer 2019 nach Meinung vonExperten

als recht unglaubwürdig einzustufen.

In dem Formblatt sind die

Aufträge auch im Detail aufgeschlüsselt.

Sogar die Laptops.

Das Konsortium teilt auf Anfrage

mit, dass die Verträge sich auf Leistungen

bezögen, „die schon in unserem

finalen und schließlich bezuschlagten

Angebot detailliert benannt

waren.“ Das alles sei „dem

Bund somit seit spätestens Dezember

2018 bekannt“.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute schaut auch immer wieder die Sonne zwischen den Wolken hervor.

Die Temperaturen erreichen Werte von 21 bis 24 Grad, und der Wind weht

schwach aus Südwest. In der Nacht herrscht zumeist wechselhaftes

Schauerwetter. Dabei betragen die Temperaturen 13bis 10 Grad.

Biowetter: Die Witterung bringt

niedrigen Blutdruck. Betroffene

Menschen sollten Sport treiben, um

den Kreislauf wieder in Schwung zu

Wittenberge

bringen. Außerdem fühlen sich einige

Menschen

11°/22°

müde.

Pollenflug: Die Konzentration von

Ambrosiapollen ist mäßig. Dazu fliegen

örtlich Pollen von Gänsefuß,

Brennnesseln, Beifuß und Gräsern.

Gefühlte Temperatur: maximal 23Grad.

Wind: leichter Wind aus Südwest.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

10°/22° 14°/23°

Luckenwalde

11°/24°

Cottbus

11°/24°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

wolkig stark bewölkt Regen

12°/20° 9°/17° 11°/18°

Prenzlau

12°/21°

Frankfurt

(Oder)

12°/23°

Ein Tief über der nördlichen Nordsee und Norwegen hat polare Meeresluft und

Schauer imGepäck. Das zugehörige Regenband erfasst mit böigem Wind das

nordwestliche Mitteleuropa und leitet eine eher herbstliche Witterungsphase

ein. Sommerlich heiß und trocken ist es auf der Iberischen Halbinsel.

Sylt

10°/18°

Hannover

12°/22°

Köln

13°/23°

Saarbrücken

10°/25°

Konstanz

11°/25°

Hamburg

12°/19°

Erfurt

13°/23°

Frankfurt/Main

12°/25°

Stuttgart

11°/24°

Rügen

12°/20°

Rostock

13°/20°

Magdeburg

12°/24°

Nürnberg

12°/23°

München

7°/25°

Dresden

14°/25°

Deutschland: Heute gibt es Sonnenschein,

an wenigen Stellen jedoch

auch dunkle Wolken und Regenfälle,

und die Temperaturen steigen am

Tage auf 18bis 25 Grad. Nachts sinken

die Werte dann auf 15bis

9Grad. Der Wind weht schwach bis

mäßig aus südwestlichen Richtungen.

Morgen ist es überwiegend

wechselnd bewölkt. Immer wieder

gibt es Regenschauer, und die Temperaturen

erreichen 14 bis 20Grad.

Der Wind weht schwach bis mäßig

aus West.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 18°-20°

Nordsee: 18°-20°

Mittelmeer: 23°-31°

Ost-Atlantik: 17°-22°

Mondphasen: 06.09. 14.09. 22.09. 28.09.

Sonnenaufgang: 06:21 Uhr Sonnenuntergang: 19:48 Uhr Mondaufgang: 12:47 Uhr Monduntergang: 22:25 Uhr

Lissabon

35°

Las Palmas

26°

Madrid

34°

Reykjavik

12°

Dublin

15°

London

20°

Paris

22°

Bordeaux

27°

Palma

31°

Algier

28°

Nizza

28°

Trondheim

15°

Oslo

13°

Stockholm

18°

Kopenhagen

20°

Berlin

23°

Mailand

27°

Tunis

28°

Rom

28°

Warschau

23°

Wien

25° Budapest

26°

Palermo

27°

Kiruna

12°

Oulu

15°

Dubrovnik

28°

Athen

31°

St. Petersburg

21°

Wilna

21°

Kiew

21°

Odessa

25°

Varna

28°

Istanbul

30°

Iraklio

30°

Archangelsk

19°

Moskau

21°

Ankara

28°

Antalya

30°

Acapulco 34° Gewitter

Bali 36° sonnig

Bangkok 26° Schauer

Barbados 30° wolkig

Buenos Aires 12° wolkig

Casablanca 26° wolkig

Chicago 22° heiter

Dakar 32° wolkig

Dubai 40° heiter

Hongkong 29° Schauer

Jerusalem 27° sonnig

Johannesburg 25° heiter

Kairo 35° sonnig

Kapstadt 18° heiter

Los Angeles 29° heiter

Manila 30° wolkig

Miami 34° wolkig

Nairobi 29° wolkig

Neu Delhi 38° wolkig

New York 32° heiter

Peking 33° sonnig

Perth 15° bewölkt

Phuket 32° Gewitter

Rio de Janeiro 23° Schauer

San Francisco 24° Regen

Santo Domingo 33° heiter

Seychellen 26° wolkig

Singapur 28° Schauer

Sydney 25° sonnig

Tokio 28° bedeckt

Toronto 23° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 3 *

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Seite 3

Im Jahr 1988 will ein Filmteam einen

„Polizeiruf 110“ drehen und checkt in

einem Hotel an der Ostsee ein. DerRegisseur

Bernd Böhlich liest im Ausweis

der Schauspielerin Swetlana Schönfeld den

Geburtsort: „Kolyma“. Diesibirische Region,

die fast nur aus Straflagern des Gulag bestand?

Das Wort Gulag ist die russische Abkürzung

für „Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager“,

sie gehörte zum Volkskommissariat

des Inneren, dem NKWD.

Swetlana wurde 1951 in Kolyma geboren.

Sieerzählt dem Regisseur ihreGeschichte.

Betty Schönfeld, ihre Mutter, trat früh in

die KPD ein. Sie lernte einen sowjetischen

Kommunisten kennen, der für die Kommunistische

Internationale (Komintern) arbeitete.

1932 reiste sie mit ihm im Auftrag der

KPD in die Sowjetunion. DerMann wird1935

vom NKWD ermordet. Betty war Sekretärin

der Komintern imHotel Lux, im Büro des

späteren DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck.

„Wegen Mitgliedschaft in einer trotzkistischen

Gruppe“ wurde sie zu Zwangsarbeit

und Verbannung verurteilt.

20 Jahreverbrachte sie in der Hungerhölle

von Kolyma, sechs davon mit ihrer kleinen

Tochter Swetlana. DerVater, ein Russe, lebte

in einer anderen Siedlung. Banditen erschlugen

ihn, weil er mit einer Deutschen, also mit

einer Faschistin, verheiratet war. Nach der

Rückkehr in die DDR verpflichtete sich Betty,

über die Zeit in der Sowjetunion zu schweigen

und eine biografische Legende anzunehmen.

Das verlangte das ZK der SED von

den Heimkehrern. Wie fast alle, die von dort

kamen, hielt sie sich daran.

Die Begegnung mit der Schauspielerin

war Zufall. Der Regisseur hielt die Geschichte

der Mutter für ein einzelnes oder

seltenes Schicksal. Nach dem Mauerfall

suchte er Erinnerungen, Dokumente,Protokolle,

Briefe, schrieb ein Drehbuch und

drehte einen Film. Er heißt„Und der Zukunft

zugewandt“ und hat heute Abend in Berlin

Premiere.

Nach der Wende war anderes dringlicher

So eine Geschichte wurde in der DDR nicht

erzählt –sie hätte ihr Selbstbild eines Siegers

der Geschichte verdunkelt. Weil es in

der DDR offiziell keine Opfer des Stalinismus

geben durfte, wurden die Heimkehrer

aus sowjetischen Lagern zuOpfern des Faschismus

erklärt. Wenigstens bekamen sie

nun Unterstützung. Wie haben sie sich in

ihren Legenden verhalten, wenn sie sich

unerwartet trafen?

Nach dem Mauerfall wäreesmöglich gewesen,

die Gruppe aus dem Schweigen zu

befreien, es gab nun auch Bücher. Aber sie

wurden wenig wahrgenommen Das Leben

in der neuen Westwelt war für die Bevölkerung

der DDR anstrengend und unsicher.

Den Regierenden erschien die Beschäftigung

mit der Staatssicherheit dringlicher

als mit anderen Lasten der Vergangenheit.

Niemand fühlte sich verantwortlich. Gregor

Gysi bekam im Dezember 1989, in der

Nacht, als er zum neuen Vorsitzenden der

SED gewählt wurde, einen großen Besen in

die Hand: Aufräumen, Saubermachen! Die

Bilder sind bekannt. DerBesen soll verloren

gegangen sein.

Hat die Linke nach der Wende im Jahr

1989 Haltung gezeigt und die Rolle der SED,

besonders in den früheren Jahren, geprüft?

In der DDR habe ich in der Schule und im

Studium nichts über den Stalinismus erfahren.

Freunde aus dem Westen schmuggelten

Bücher wie „Der Archipel Gulag“ oder „Die

Revolution entlässt ihre Kinder“ ins Land,

was streng verboten war. Ich wusste wenig

über Deutsche im Gulag.Wieviele waren das

überhaupt?

Der Historiker Wladislaw Hedeler gilt als

international anerkannter Kommunismusforscher.Aus

zugänglichen Archiven und publizierter

Literatur erstellte er eine Datenbank.

Sieenthält die Namen von8012 deutschen

Emigranten in die Sowjetunion, mitgezählt

sind hier auch Partner und Kinder.Er

schreibt: „Die Angaben sind lückenhaft.“

Nachweislich wurden von den 8012 Personen

mindestens 2855 verhaftet, 1021 erschossen,

995 zu Gulag verurteilt. Bei 1370

steht das Datum der Rückkehr fest. „Die realen

Zahlen sind höher anzusetzen“, sagt Hedeler.

Auf diesem Gebiet ist immer alles

schlimmer.

Wenn geschwiegen wird, verbreiten sich

Gerüchte. Die Schriftstellerin Trude Richter

soll unter Stalin in Haft gewesen sein. Anna

Seghers habe bei ihrer Rehabilitation geholfen.

Helmut Damerius –erleitete in der DDR

kurz die Konzert- und Gastspieldirektion –

soll auch zu denen gehörthaben, die im Gulag

waren. Und Werner Eberlein auch. Der

war am Ende sogar Mitglied des Politbüros.

Die Leute kannten ihn davor als zwei Meter

großen Übersetzer von Chruschtschow, der

die Emotionalität des Parteichefs synchron

imitieren konnte.Helmut Damerius war tatsächlich

zwanzig Jahre insowjetischer Haft

Fremde Leben

Personenkult: Mit einem großen Stalin-Porträt demonstriertdie FDJ im August 1951 anlässlich der Weltfestspiele der Jugend in Ost-Berlin.

Hunderte deutsche Kommunisten, die während der Nazi-Zeit

in die Sowjetunion emigrierten, landeten dort in Stalins Straflagern.

Nach ihrer Rückkehr in die DDR wurden sie zum Schweigen über

ihr Leid verpflichtet und zu Opfern des Faschismus erklärt.

Fast alle hielten sich an ihre neuen Legenden. Der Regisseur Bernd

Böhlich hat daraus einen Film gemacht, der heute in Berlin Premiere hat.

gewesen. Zu DDR-Zeiten schrieb er heimlich

ein Buch. Es erschien 1990. Der Autor starb

1985.

Wolfgang Ruge –ein bekannter DDR-Historiker

–war fünfzehn Jahre insowjetischer

Haft und Verbannung. Später in der DDR

schrieb er ein so verstörendes wie weises

Buch. Zuerst wusste keiner davon. „Gelobtes

Land. Meine Jahre inStalins Sowjetunion“

erschien 2012, Wolfgang Ruge starb 2006.

Sein Sohn, Eugen Ruge, hatte dem Vater geholfen

und dann dem Buch die endgültige

Fassung gegeben. Es sind die Erfahrungen

eines Mannes an der Grenze zum Sterben.

Wie lebt so einer, abgemagert zum Skelett,

hungrig, frierend, Bäume fällend?

Undwie fühlt sich jemand, der sein wahresLeben

freiwillig nicht erzählt?

Werner Eberlein erklärte die Entscheidung

so: „Was wäre mir passiert, wenn ich

VonRegine Sylvester

„Was wäre mir passiert,

wenn ich nicht geschwiegen

hätte? Natürlich gar nichts.

Es hätte mich aber ... mit der

Frage konfrontiert, wie solche

Opposition mit meinem

bisherigen Leben in Übereinstimmung

zu bringen wäre.“

Werner Eberlein, Gulag-Überlebender

JOCHEN MOLL

nicht geschwiegen hätte? Natürlich gar

nichts. Allenfalls hätte man mich aus dem

Politbüro exmittiert. Das hätte ich überlebt.

Es hätte mich aber auch mit der Frage konfrontiert,

wie solche Opposition mit meinem

bisherigen Leben in Übereinstimmung zu

bringen wäre.“

Die politische Überzeugung siegte wider

besseres Wissen. Gustav Sobottka, in der

DDR wurde er Minister für Kohle, war ein

Opfer vonStalin. Sein in Deutschland gebliebener

Sohn starb an den Folgen der KZ-Haft.

Der zweite Sohn starb in Stalins Kerkern.

Aber Sobottka schrieb in seinem Lebenslauf:

„Beide Söhne wurden in Nazikeller geworfen

und starben an den dort erlittenen körperlichen

und gesundheitlichen Schädigungen“.

(Andreas Petersen „Die Moskauer. Wie das

Stalintrauma die DDR prägte“, 2019). Er

konnte nicht anders.

DieSchweigenden trifft keine Schuld. Die

Verantwortung liegt bei den Instanzen, die

sie zum Schweigen erpressten. Hätte die

DDR ein besseres Land werden können ohne

den langen Schatten Stalins?

In der Öffentlichkeit kamen seine Verbrechen

nicht vor: Hungersnöte durch Kollektivierung

und Umsiedlung. Die Toten im Gulag.

Erschießung von Kriegsgefangenen. Ermordung

nach Quote: „Februar 1938 erließ

Stalin eine Direktive, in der er den NKWD in

der Fernostregion aufforderte, weitere

12 000 Menschen zu erschießen, um die Zahl

der Häftlinge inden Lagern zureduzieren.“

(Jörg Barberowski, „Verbrannte Erde. Stalins

Herrschaft der Gewalt“, S. 333) Daraus wurden

30000 Tote: Stalins Handlanger vor Ort

hatten angeboten, die Zahl der Erschießungen

zu erhöhen. Stalin nahm an. Das war so

üblich.

Es traf alle Schichten

Historiker können die Zahl der Opfer nur

schätzen: Sieschwankt zwischen drei Millionen

und 22 Millionen Toten. Stalins „Säuberungen“

– was für ein Wort – trafen alle

Schichten, auch die oberen: 13 frühere Mitglieder

des Politbüros,98ehemalige Vollmitglieder

oder Kandidaten des ZK, drei von

fünf Marschällen, 13 von 15Armeebefehlshabern,

alle 16 Politkommissareder Armeen,

alle elf Stellvertreter desVolkskommissars für

Verteidigung, 98 von 108 Mitgliedern des

Obersten Militärrats.

Vom 13. bis 25. Februar 1956 findet in

Moskau der XX. Parteitag der KPdSU statt.

Er wird die kommunistische Welt aufschrecken.

Am letzten Taghält der Parteivorsitzende

NikitaChruschtschowab11Uhr vormittags

eine fünfstündige Rede, eine „Geheimrede“.

Sie soll die Entstalinisierung

einleiten.

Alle Journalisten undGäste,die nicht der

Partei angehören, werden ausgeschlossen,

Aufzeichnungen sind streng verboten.

Chruschtschow rechnet mit Stalin ab. Er

spricht über Repressionen und Verhaftungen,

die Liquidierung ganzer Gruppen, die

ständig drohende Verhaftung und Vernichtung

durch den Diktator Stalin. Nur durch

ein Ende des Personenkults wäre eine Entwicklung

des Landes möglich. Auch Walter

Ulbricht, Erster Sekretär des ZK der SED,

undOttoGrotewohl, Ministerpräsident, sitzen

imSaal. Das Publikum soll entsetzt geschwiegen

haben. Es gab keine Aussprache.

Am 4. März1956 reagiertWalter Ulbricht

im Parteiorgan „Neues Deutschland“. Er

kritisiert den Diktator scharf, weist aber die

Genossen an, in den kommenden Wochen

nur „über Planerfüllung und noch einmal

Planerfüllung“ zu diskutieren. „Entstalinisierung

wie in Polen und Ungarnkommt bei

uns nicht in Frage!“ Auf der 3. Parteikonferenz

Ende Märzlegt Ulbricht fest, dass es in

der DDR keinen Personenkult gegeben

habe. Daher müsse es hier keine Entstalinisierung

geben.

Aber Personenkult gab es in allen sozialistischen

Ländern: China unter Mao. Rumänien

unter Ceausescu –erließ sich mit

Titeln wie „Titan der Titanen“, „Genie der

Karpaten“ oder „Unser irdischer Gott“ verehren.

Die Tschechoslowakei unter Gottwald.

Ungarn unter Rákosi. Polen unter

Bierut – er bekam nach Chruschtschows

Geheimrede einen Herzinfarkt und starb

knapp drei Wochen später. Porträts von

Walter Ulbricht hingen in allen Amtsstuben,

auch in Büros und Klassenzimmern. In Albanien

ließ sich Enver Hodscha bis zu seinem

Tod 1985 verherrlichen: Sein Name

stand sogar auf Berghängen. DerPersonenkult

in Nordkorea begann mit Kim Il-Sung

und wurde durch Sohn und Enkel bis heute

zu einer Personenkult-Dynastie.

Stalin war am 5. März1953 gestorben.

Die DDR-Führung inszenierte ein großes

Gedenken. Walter Ulbricht trauerte „um seinen

Vater“. „Der Ruhm Stalins wirdJahrhunderte

überdauern“, prophezeite Kurt Hager,

später der Kulturverantwortliche in der SED.

DiePlanstadt an der Oder wird„Stalinstadt“,

das Eisenhüttenkombinat trägt seinen Namen.

Schon 1949 war die Frankfurter Allee

anlässlich von Stalins 70. Geburtstag in Stalinallee

umbenannt worden, im August 1951

enthüllte Walter Ulbricht da ein Bronzestandbild.

Im Oktober 1961 wurde Stalins Leichnam

aus dem Lenin-Mausoleum entfernt und an

der Kreml-Mauer begraben. Im November

ließ die politische Führung der DDR das

Denkmal über Nacht wegräumen. Anseine

Stelle kam eine Grünanlage. Dasollen die

Gärtner Vergissmeinnicht eingepflanzt haben

–das erzähltensich die Leute noch Jahre

später.

Regine Sylvester hielt Honeckers

Spruch „Vorwärts immer,rückwärts

nimmer“ für Geschichtsverdrängung.


4** Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Spahns Plan schafft bisher

kaum Pflegejobs

Bundesgesundheitsminister Jens

Spahn (CDU) ist vonseinem Ziel,

13 000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege

zu schaffen, noch weit entfernt.

Dasgeht aus der Antwortdes

Gesundheitsministeriums auf eine

Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion

hervor. Demnach haben Einrichtungsträger

bis Mitte Juli bundesweit

circa 2800 Anträge auf Förderung

vonzusätzlichem Pflegepersonal

gestellt, „wovonzudiesem

Zeitpunkt über 300 Anträge bewilligt

waren“. Seit Jahresbeginn sei ein

„Förderbetrag vonüber 7Millionen

Euro“ausgeschüttet worden. (rb.)

787 000 Kinder geboren –

mehr ältere Mütter

In Deutschland sind im vergangenen

Jahr mehr Babysgeboren worden:

787 500 Kinder kamen auf dieWelt,

das waren rund 2600 Neugeborene

mehr als im Jahr zuvor,wie das Statistische

Bundesamt am Dienstag mitteilte.Die

Kinderzahl proFraublieb

bei 1,57 Kindern. Auffällig sei die Zunahme

älterer Mütter,die bei der Geburteines

Kindes 40 Jahreoder älter

waren, so die Statistiker.Das war im

vergangenen Jahr bei 42 800 Geburten

der Fall. In der Gesamtgruppe aller

Mütter sei die Geburtenhäufigkeit

der Frauen ab 40 mit 88 Kindernje

tausend Frauen zwar relativ gering.

Im Vergleich zu 1990 habe sich die

Zahl aber fast vervierfacht. An erster

Stelle bei den Bundesländernstanden

2018 die Stadtstaaten Hamburg

mit 12 Kindernsowie Berlin und Bremen

mit jeweils 11 Neugeborenen je

1000 Einwohnern. (dpa)

Basis der Fünf Sterne stimmt

für neue Koalition in Italien

Diepopulistische Fünf-Sterne-Bewegung

und die sozialdemokratische

PD in Italien können eine Regierungskoalition

bilden: DieBasis

der Fünf-Sterne-Bewegung sprach

sich in einer Online-Abstimmung

mit überwältigender Mehrheit für

ein solches Bündnis mit dem bisherigen

Regierungschef Giuseppe

Conte als Ministerpräsidenten aus,

wie Parteichef Luigi die Maio am

Dienstag in Rombekannt gaben.

Etwa 80 Prozent votierten demnach

für eine solche Koalition. (AFP)

Ein alter junger YouTuber

von der CSU

So müsste wohl Rezo aussehen,

wenn er CSU-Mitglied wäre, scheint

sich die CSU-Landesgruppe zu denken,

deren neue Social-Media-Kampagne

„CSYOU“ auf viel Kritik stößt.

DerSternberichtet, dass sich Moderator

Armin Petschner (Foto unten)

in den letzten Monaten ganz erheblich

veränderthat. In einemVideo im

Januar (oben) sah er irgendwie anders

aus.Halt wie CSU. (BLZ)

Social-Media-Chef Armin Petschner im Januar

(oben) und heute YOUTUBE/TWITTER.COM/CSU

Ausgemustert

Nach der Notlandung eines Regierungsflugzeugs in Schönefeld im

April muss die Maschine nach Spiegel-Informationen ausgemustert

werden. Der Hersteller Bombardier habe der Bundeswehr mitgeteilt,

dass wegen der Schäden bei der Bruchlandung ein wirtschaftlicher Totalschaden

vorliege, berichtete das Magazin. So müssten drei der vier

Holme zur Aufhängung der Tragflächen und das komplette Fahrwerk

Die CDU entdeckt die Klimapolitik

Bei einem Werkstattgespräch versucht die Partei, Ökologie als Potenzial zu begreifen, nicht als Bedrohung

VonDaniela Vates

Die CDU-Chefin schickt

Bundestagspräsident

Wolfgang Schäuble vor.

Sie hat zu einem Werkstattgespräch

zur Klimapolitik geladen,

zwei Tage nach den Landtagswahlen

in Sachsen und Brandenburg.

Es hat Kritik in der Partei gegeben, der

falsche Schwerpunkt sei das.

Also auf die Bühne mit einer Parteiautorität.

Und Schäuble holt ein

altes Zitat hervor: Der damalige

CDU-Generalsekretär Peter Hintze

habe 1995 gewarnt, die Ökologie

werdezwar der CDU nicht zu einem

Wahlsieg verhelfen.„Aber ohne Ökologie

werden wir sie verlieren.“ Soviel

zum Thema falscher Schwerpunkt.

Aber Schäuble ist noch nicht fertig.

Es gelte,„die gesellschaftliche Mammutaufgabe

als Potenzial zu begreifen,

nicht als Bedrohung“, sagt er.

Rasch müsse man handeln, statt sich

mit der Suche nach einer perfekten

Lösung zu blockieren. Schäuble

wischt den Einwand beiseite, dass

Deutschland mit nur zwei Prozent

der CO 2 -Emissionen weltweit kein

Der Showdown beginnt

entscheidender Faktor beim Klimaschutz

sei. Zwei Prozent sei für ein

Land, in dem nur ein Prozent der

weltweiten Bevölkerung lebe, ganz

schön viel, findet Schäuble.

Der neue Klimaschutzfokus der

CDU hat also nun einen wichtigen

Segen. Mitder Aufmerksamkeit ist es

so eine Sache. Ausgerechnet am Tag

des CDU-Werkstattgesprächs hat

CSU-Landesgruppenchef Alexander

Dobrindt eine Sitzung seiner Bundestagsabgeordneten

angesetzt.

Undwährend die CDU mit Experten

diskutiertund lediglich ein zweiseitiger

sehr stichwortartiger Entwurf

kursiert, gibt es von der CSU ein

mehrseitiges fertiges Klimaschutzkonzept.

Es enthält wenig überraschend

ein Nein zu einer CO 2 -Steuer,

die lediglich das Benzin verteuere,

und ein Plädoyer für einen Emissionshandel

für Gebäude und im Verkehr.

Die Anreize purzeln geradezu

heraus aus dem Papier: Steuerliche

Förderung von Gebäudesanierung,

sinkende Stromsteuer, höhere Förderung

für Dienstwagen mit Elektroantrieb,

Senkung der Mehrwertsteuer

auf Bahntickets,eine steuerliche

Klimaanleihe mit einer höheren

Rendite als die Sparbuchzinsen.

Es kann auch teurer werden an

manchen Stellen: DieKfz-Steuer soll

sich stärker am CO 2 -Ausstoß von

Fahrzeugen bemessen.

Unddann sind da noch die Flugtickets.

Deren Verteuerung hat Umweltministerin

Svenja Schulze vorgeschlagen.

Die CSU hat das abgelehnt,

Schulze ist ja bei der SPD. In

ihrem Papier plädiert sie nun dafür,

Flugtickets, die weniger als 50 Euro

kosten, künftig stärker zu besteuern.

„Die Kosten und Belastungen eines

Fluges müssen sich im Ticketpreis

abbilden“, schreibt auch die CDU in

ihrem noch dünnen Papier.

Einiges scheint noch unklar zwischen

den Schwesterparteien. Beide

wollen die Pendlerpauschale erhöhen.

Aber die CSU spricht lediglich

vomgenerellen Ausgleich vonMehrbelastungen.

Die CDU hat einen

Umbau ins Gespräch gebracht, bei

dem die Pendlerpauschale für Bahnund

Busnutzer künftig höher liegen

würde als die für Autofahrer. Die

CSU will den Klimaschutz ins

Grundgesetz schreiben. Kramp-Karrenbauer

will den Begriff der Nachhaltigkeit

aufnehmen, der auch die

Staatsfinanzen umfassen kann.

Manmüsse nochmal mit der CSU

reden, sagt Kramp-Karrenbauer

nach ihrem Werkstatt-Tag. In Gruppen

haben die Experten da getagt.

„Gearbeitet, gehobelt, geschraubt“,

sagt der Chef-Klima-Koordinator der

CDU, Andreas Jung. In der Ergebnispräsentation

warnt der Wirtschaftspolitiker

Carsten Linnemann davor,

die Industrie zu gefährden und den

Mittelstand zu vernachlässigen. Der

Agrarpolitiker Albert Stegemann

bringt den Austausch von Natriumdampflampen

in Gewächshäusern

als Idee ein. Das konkreteste Ergebnis

liefert NRW-Umweltministerin

Ulla Heinen-Esser aus der Energie-

Arbeitsgruppe: eine Absage an längereLaufzeiten

für Atomkraftwerke.

Kramp-Karrenbauer sagt, sie sei

sehr zufrieden. Deutschland müsse

zeigen „dass man hoch industrialisiert

sein kann und trotzdem klimaneutral“.

Am 16. September werde

man ein Konzept haben. Es werde

nicht perfekt sein. Aber es sei wichtig,

dass man endlich mal loslege.

Das britische Parlament ist kaum aus der Sommerpause zurück, da verliert Boris Johnson seine Mehrheit im Unterhaus

VonKatrin Pribyl, London

Als Großbritanniens Parlamentarier

nach ihrer Sommerpause

gestern zurück in den ehrwürdigen

Westminster-Palast schritten, wurden

sie vonlautstarken Protesten begleitet.

Alles wie immer im an Krisen

keineswegs armen Königreich?

„Nichts ist normal heute“, versuchte

ein BBC-Moderator seinen Zuschauern

eindringlich zu erklären, während

hinter ihm Massen an EU-Flaggen

und wenige Union-Jack-Fahnen

im Wind flatterten. Es handle sich

vielmehr um einen „bedeutsamen,

folgenschweren Tag“. Der Tag, an

dem der große Showdown im Unterhaus

beginnen sollte. Wie lange die

Kraftprobe anhält und wer als Gewinner

aus der erbittert geführten

Auseinandersetzung hervorgehen

wird, ist noch völlig unklar. Jenach

Sieger könnten die Briten entweder

am 31. Oktober ohne Deal aus der

EU scheiden –oder der Austritt wird

noch einmal verzögert. Oder gibt es

Neuwahlen? Die nationalen Hellseher

in Gestalt vonPolit-Experten haben

derzeit Konjunktur. Derweil

steht Premierminister BorisJohnson

unter massivem Druck. Dieser nahm

noch zu, nachdem der Abgeordnete

Philip Lee gestern aus Protest gegen

den Kurs des Parteivorsitzenden

nach 27-jähriger Mitgliedschaft von

den Konservativen zu den Liberaldemokraten

übergelaufen war. Mit

ausgetauscht werden. Aus Sicht von Bombardier sei eine Reparatur

nicht wirtschaftlich. Für den Ausfall des Jets muss dem Bericht zufolge

vermutlich der Hersteller aufkommen. Laut Spiegel soll Bombardier intern

eingestanden haben, dass seine Techniker ein entscheidendes

Bauteil im Cockpit falsch eingebaut hätten. Das Bauteil ist zentral für

die Steuerung. DieFolge war bei dem Probeflug die Notlandung. (AFP)

dem Fraktionswechsel büßte der Regierungschef

seine rechnerische

Mehrheit im Unterhaus ein. Die Situation

erinnertauffällig an jene seiner

Vorgängerin Theresa May, die

ebenfalls unter dem Dilemma litt,

die völlig zerstrittenen Tories auf einen

Kurs einzuschwören. Während

der Debatte geriet Johnson denn

auch in die Defensive. Es hätte in den

ersten Stunden nicht schlechter für

den Premier laufen können, befand

ein Kommentator –„so viele tödliche

Fragen und keine Antworten.“

Bevor das Drama im Parlament

seinen Lauf nahm, richtete sich Johnson

am Montag vorgeblich an das

Volk, indem er betonte, keine Neuwahlen,

aber auch den Brexit unter

DPA

keinen Umständen verzögernzuwollen.

In Wahrheit wandte er sich an

seine Fraktionskollegen. Der Premierminister

warnte sie davor,sich in

dieser Woche gegen ihn zu stellen.

Die Regierung pocht darauf, am 31.

Oktober aus der EU zu scheiden, im

Notfall ohne Austrittsabkommen.

Doch der Widerstand ist groß. Auch

einige konservative Parlamentarier

wollen mit dem politischen Gegner

paktieren, um einen ungeordneten

Brexit zu verhindern. Am späten

Abend stimmten die Abgeordneten

mehrheitlich für einen Beschluss,

der den Wegfür ein Gesetz gegen einen

No-Deal-Brexit ebnet. Johnson

kündigte einen Antrag auf vorgezogene

Neuwahlen an.

Skepsis über

Generationen

hinweg

Mehrheit der Sachsen

vermisst Meinungsfreiheit

VonLisa Neugebauer

Eine Zahl aus den Wähleranalysen

zu den Landtagswahlen im Osten

ließ besonders aufhorchen: Eine

große Mehrheit der Sachsen fühlt

sich in ihrer Meinungsäußerung eingeschränkt

– und zwar nicht nur

AfD-Wähler.Das geht aus einer Umfrage

hervor, die das Meinungsforschungsinstitut

Infratest dimap im

Zuge der Landtagswahlen für die

ARD durchgeführthat.

Demnach stimmen 69 Prozent

der Aussage zu, „bei bestimmten

Themen wird man heute ausgegrenzt,

wenn man seine Meinung

sagt“. Unter AfD-Anhängern vertraten

98 Prozent diese Auffassung –

und selbst die Grünen-Wähler sehen

es zu 50 Prozent so.Für die Umfrage,

die im Vorfeld der Wahl entstanden

war, wurden 1001 wahlberechtigte

Sachsen befragt.

Dass sich die Menschen im Osten

offenbar oft mit ihrer Meinung ausgegrenzt

fühlen, wundert Professor

Hans Vorländer,Politikwissenschaftler

an der Technischen Universität

Dresden, wenig: „Im ,Land der Lügenpresse’

besteht eine grundlegende

Skepsis gegenüber Medien

und der veröffentlichten Meinung“,

sagte er. Die Grundlage dafür lasse

sich in der DDR finden, wo die Zeitungen,

Funk und Fernsehen vom

SED-Regime kontrolliert waren –

und wo die Regierung die westdeutschen

Medien der andauernden

Lüge bezichtigten.

Eine Folge sei, dass auch heute

viele Menschen im Osten der „vom

Fehlende Meinungsfreiheit

Zustimmung in Sachsen zur Aussage: Bei

bestimmten Themen wird man heute

ausgegrenzt, wenn man seine Meinung

sagt.

Anhänger der ...

AfD

FDP 62%

Linke 59%

SPD 55%

Grüne 50%

CDU 48%

98%

BLZ/GALANTY; QUELLE: ARD

Westen formulierte Presse“ nicht

trauten: „Es herrscht eine über Generationen

imprägnierte enorme

Skepsis“, sagt Vorländer. Befeuert

werde die Medienskepsis von der

„enormen Spaltung zwischen öffentlicher

Meinung und der Meinung

in den sozialen Medien“.

Ausdieser Haltung folge dann die

„falsche Schlussfolgerung“, dass„die

Meinung, die ich habe, die richtige

und wahreist“–alle anderen also gezielte

Verfälschungen und Lügen

sein müssen, sagt Vorländer.

Flüchtlingskrise als Signalereignis

Die Dominanz von Westdeutschen

in Führungspositionen in den Medien

sowie in ostdeutschen Institutionen

habe zu dem weit verbreiteten

Gefühl geführt, von der „Westpresse“

und generell „westdeutschen

Meinungen“ bevormundet zu

werden. Die Flüchtlingskrise habe

dann als „Signalereignis“ gewirkt:

Während Ostdeutsche den außergewöhnlich

großen Zuzug der Migranten

als „traumatisches Erlebnis“ erfahren

hätten, da sie vorher wenig

Kontakt zu Ausländern hatten, hätten

viele Westdeutsche das „aus humanitären

Gründen für geboten“ gehalten.

„Es gab eine Übermacht von

Meinungen in den Medien und im

Westen,die sagte: Ihrmüsst alle willkommen

heißen“, sagt Vorländer.

Das hätten Ostdeutsche als Meinungsdiktat

empfunden. „Das ist etwas,

was im Osten weit verbreitet

ist“, sagt Vorländer. Das sei keine

Frage der Wählergruppe.


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6* Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Chronik

Hauptstadt

1894 1918 1933 1943/44 1945 1948

Eröffnung. Nach 13 Jahren Planungs- und

zehn Jahren Bauzeit kann 1894 endlich der

Schlussstein des Reichstags gelegt werden.

Die Kosten betrugen 24 Millionen Mark (in

heutiger Währung: rund 165 Millionen Euro).

Ausrufung der Republik. Der Sozialdemokrat

Philipp Scheidemann ruft am 9. November

1918 voneinem Balkon des Reichstages die

Republik aus. Ab 1919 geht das Parlament im

Reichstagsgebäude an die Arbeit.

Demokratie in Flammen. Als wenigeWochen

nach der „Machtergreifung“ der Reichstag

brennt, nehmen die Nationalsozialisten das zum

Vorwand für Massenverhaftungen.

Geburtsort:Reichstag. Im ZweitenWeltkrieg dient

das Gebäude als Luftschutzbunker.Auch eine Geburtsstation

der Charitéwird hierher verlegt. In den

Jahren 1943/44 kommen Schätzungen zufolge

60 bis 80 Kinder im ReichstagzurWelt.

Rote Siegerfahne. Dir Rote Armee erobert

Berlin und beendet die NS-Herrschaft. Am 30.

April 1945 hissen die Soldaten die rote Fahne

der Sieger auf dem Reichstagsgebäude. Für das

Foto wird die Szene am 2. Mai nachgestellt.

„Völker der Welt“. West-Berlin wird durch die

Sowjetunion blockiert. Am 9. September 1948

hält Bürgermeister Ernst Reuter vordem Reichstag

seine berühmte Rede, in der er an die Westalliierten

appelliert, die Stadt nicht aufzugeben.

Geboren im Reichstag

Im Zweiten Weltkrieg befand

sich im Reichstag eine

Geburtsstation der Charité.

Etliche Kinder kamen hier in

den letzten Kriegsjahren zur

Welt –sowie Walter Waligora

VonTanja Brandes

Walter Waligora muss 14 oder 15 Jahre alt

gewesen sein, als er mit seiner Klasse das

Reichstagsgebäude besuchte.Da, sagt er,

sei er doch ein klein bisschen stolz gewesen.

„Hier bin ich geboren“, habe er damals zu seinen

Kumpels gesagt. Dietrauten ihren Ohrenkaum.

Walter Waligora sitzt auf dem Sofa in seiner Spandauer

Wohnung. Er ist ein großer Mann mit breitem

Kreuz, um seine Beine schleicht Kater Billy und guckt

misstrauisch. Waligora hat sein ganzes Leben in Berlin

verbracht, davon mehr als 20 Jahre inSpandau. In die

Mitte der Stadt kommen er und seine Frau selten, im

Nikolaiviertel sind sie ein paar Malgewesen. Undauch

an dem Ort, der wie wenige andere das deutsch-deutsche

Schicksal symbolisiert, und an dem Walter WaligorazurWelt

kam, am 8. September vorfast 76 Jahren.

„Als es bei meiner Mutter losging, war wahrscheinlich

gerade Luftschutzalarm –also hat sie sich aufgemacht

zum Reichstag.“ DieFamilie wohnte damals in

Tiergarten, in der Lübecker Straße,Ecke Birkenstraße.

In den Kriegsjahren suchten viele Berliner aus den

umliegenden Vierteln in den Kellerräumen unter dem

Reichstag Schutz. Bisheute ist nicht geklärt, ob es zwischen

1943 und 1945 im Reichstagsbunker eine richtige

gynäkologische Station gab oder ob lediglich Bunkerräume

für Wöchnerinnen ausgebaut wurden. Sicher

ist, dass hier in den Kriegsjahren etliche Berlinerinnen

und Berliner zur Welt kamen, Schätzungen

zufolge zwischen 60 und 80. „Im Reichstagsgebäude“

steht als Ortsangabe auf ihren Geburtsurkunden.

Auch auf der vonWalter Waligora.

Seine Mutter, vermutet er, muss die knapp drei

Kilometer vonihrem Zuhause zum Reichstag zu Fuß

zurückgelegt haben. „Eine andere Möglichkeit gab

es ja eigentlich nicht.“ Wie esfür sie gewesen sein

muss,hochschwanger und mit einsetzendenWehen

durch die Straßen zu laufen, in Angst voreinem bevorstehenden

Luftangriff, kann Walter Waligora nur

ahnen. Genau weiß er es nicht –erhat mit seiner

Mutter nicht darüber gesprochen.

Auch sein ungewöhnlicher Geburtsort interessierte

ihn lange nicht besonders.Für Waligorawaren

damals andere Dinge wichtig. Den größten Teil der

Schulzeit verbrachten er und sein älterer Bruder in

der Lübecker Straße. Mit seinen Freunden zogWaligora

durch die Straßen, spielte in den Ruinen. Dass

sie oft baden gingen, im Plötzensee,das weiß er auch

noch. Eine normale Kindheit im Nachkriegsberlin.

„Und gekloppt haben sie sich“, sagt seine Frau. Dabei

sei er eigentlich eher der Typ, der Streit aus dem Weg

geht, sagt Waligora. Später wagte es wohl ohnehin

kaum jemand mehr, sich mit ihm anzulegen: Mit 14

Jahren fingWaligoramit dem Boxen an. Biszuseinem

20. Lebensjahr bestritt er 78 Amateurwettkämpfe.

„Das war eine schöne Zeit!“ Später lernteWaligoraIndustriestraßenbauer

und fing bei der Straßenaufsicht

an, zuständig für Spandau. Hier ist sein Lebensmittelpunkt

und der Reichstag weit weg.

Im Frühjahr 2019 aber liest seine Frau in der Zeitung

einen vomBundestagsabgeordneten PeterStein

initiierten Aufruf: Bürgerinnen und Bürger, die während

des Zweiten Weltkrieges im Reichstag geboren

wurden, sollen sich melden. Walter Waligoraist einer

von14Personen, die dem Aufruf folgen; unter ihnen

ist auch eine Frau,die ihreTochter im Reichstag entbunden

hat –mit eben dieser Tochter.

Am Sonntag sind die Waligoras mit den anderen

„Reichstagskindern“ im Bundestag zu Gast. Sie werdenvon

BundestagspräsidentWolfgang Schäuble begrüßt

und bekommen eine spezielle Führung. Für

Waligoraund seine Frau ist es ein doppelt besonderer

Tag, schließlich wirdWalterWaligora amSonntag 76

Jahrealt. Undwannfeiertman schonmal im Reichstag

Geburtstag? Ansonsten, sagt Waligora, habe das

Gebäude keine besondereBedeutung fürihn. „Wenn

wir dortvorbeikommen, dann sage ich immer:‚Guck

mal, meine Geburtsstätte!‘ Dasist alles.“

Walter Waligora wurde

am 8. September 1943

im Reichstagsgebäude

geboren. So steht

es auch auf seiner Geburtsurkunde.

GUDATH (2)

1961 1973 1990 1995 1999 Heute

Die Mauer trennt. Der Mauer,deren Bau am 13.

August 1961 beginnt, trenntOst- vonWest-Berlin

und damit auch das Reichstagsgebäude vom

Reichstagspräsidentenpalais.Die Mauer verläuft

unmittelbarander Ostseite des Gebäudes.

Dornröschenschlaf. Im Jahr 1973 wird die Sanierung

des Reichstagsgebäudes abgeschlossen.

Bundestagsgremien tagen nun manchmal

hier,seit 1971 wird eine Ausstellung zur deutschen

Geschichte gezeigt.

Symbol der Einheit.Am 9. November 1989 fällt

die Mauer. Am 3. Oktober 1990 weht die Fahne

der deutschen Einheit vordem Reichstag.Am4.

Oktober findet hier die erste Sitzung des Bundestagesimwiedervereinigten

Deutschlandstatt.

Kunstvoll verpackt. Seit 1971plantedas KünstlerpaarChristo

und Jeanne-Claude, den Reichstagzuverhüllen.

Am 24. Juni 1995 ist dasKunstwerk

vollendet.Inden zwei Wochen des Bestehens

besuchen es etwafünf Millionen Menschen.

Umzug an die Spree. Mit dem sogenannten

Hauptstadtbeschluss fällt 1991 die Entscheidung

zum Umzug des Bundestages nach

Berlin. 1999 ist das Reichstagsgebäude umgebaut,

das Parlament nimmt die Arbeit auf.

Weltberühmte Attraktion. Das Reichstagsgebäude

zieht Jahr für Jahr rund drei Millionen

Menschen aus aller Welt an.Wahrzeichen des

Gebäudes ist die berühmte Glaskuppel des britischen

Architekten Norman Foster.

DPA (5); DEUTSCHER BUNDESTAG; SZ PHOTO; TASS; PRIVAT; ULLSTEIN; IMAGOP (2); SABINE GUDATH

PLATZ DER REPUBLIK

Symbole

über Symbole

Holger Schmale

erklärt, wo BRD und DDR in Berlin aufeinandertrafen.

Mit den Wahlen in Brandenburg

und Sachsen ist die politische

Sommerpause nun endgültig vorbei.

Unddie Debatte geht da weiter,

wo sie schon vor dem Sommer

stand: Wasist eigentlich los mit dem

Osten? Zufällig jährte sich gerade

auch ein Ereignis, das viel mit den

heutigen politischen Ungewissheiten

im deutschen Osten zu tun hat.

Am 1. September 1999 nahm die

Bundesregierung in Berlin ihre Arbeit

auf, ihr Umzug aus Bonn war

vollzogen und damit auch ein symbolischer

Akt der Vereinigung von

BRD und DDR. Diegroße Bundesrepublik

gab ihre Hauptstadt auf und

zog sozusagen nach Osten, aus der

Bonner wurde die Berliner Republik.

So sollte man das verstehen, so

war die Berlin-Klausel im Einigungsvertrag

gemeint und auch die

Umzugsentscheidung des Bundestages.

Die Symbolik ging sogar noch

weiter. Gerhard Schröder und sein

Kanzleramt zogen erst einmal in das

Staatsratsgebäude der DDR, dorthin,

wo Erich Honecker einst vor Stolz

fast platzend beflissene westdeutsche

Politiker wie Schröder empfangen

hatte,ich war einige Male dabei.

Undzwar in genau jenem„Diplomatensaal“,

in dem nun das Kabinett

tagte. Das ließ sich auf zweierlei

Weise interpretieren. Zollte hier die

vereinigte Republik der untergegangenen

noch einmal Respekt? Oder

okkupierte sie einfach deren Sitz?

Mit den Erfahrungen der Treuhandjahre

im Hinterkopf, die die Wirtschaft

der DDR vorallem in die Hand

westdeutscher Investoren und Abwickler

gegeben hatte, war die Antwort

eigentlich klar. Die Bonner

Neuankömmlinge unterschätzten

zudem, wie unbeliebt (Ost-)Berlin

bei vielen DDR-Bürgernwar,bei den

Sachsen zumal. Hier war der preußische

SED-Zentralismus zu Hause,

hierhin wurden Konsumgüter, Baumaterialien,

Arbeitskräfte gelenkt,

die in anderen Regionen der DDR

dann fehlten.

Schröder war sich der besonderen

Symbolik dieses Schrittes aber

durchaus bewusst, wie er zumindest

später,zum 50. Jubiläum des Gebäudes

2014, sagte: „Indem wir in dieses

Haus einzogen, nichts veränderten,

nichts verhüllten oder versteckten,

haben wir auch deutlich gemacht,

dass die Geschichte der DDR –die

guten wie die schlechten Seiten –zu

einem Teil der Geschichte unseres

wiedervereinigten Deutschlands

wurde.“ Allein dieses späte westliche

Bekenntnis, dass die Geschichte der

DDR auch gute Seiten hatte, hätte

die Ost-West-Debatte der vergangenen

Jahrzehnte womöglich verträglicher

gestalten können.

Immerhin steht der für die politische

Inszenierung der DDR so wichtige

Bau mit dem genial integrierten

Schlossportal heute noch, anders als

der freilich viel beliebtere Palast der

Republik, der einer Replik eben dieses

Schlosses mit einem nur nachgebildeten

Portal weichen musste.Symbole

über Symbole. Dazu zählt auch

die heutige Nutzung durch eine private

Wirtschaftshochschule. Wosich

einst die Kader der SED in sozialistischer

Staatskunst versuchten, befindet

sich nun „eine Kaderschmiede

des kapitalistischen Führungsnachwuchses“,

wie Schröder es formulierte.Sohängt

allesmit allem zusammen,

nicht nur am 1. September.


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Berlepschstraße 20-24, Blankenburger Straße 85–105


8* Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Meinung

Pkw-Maut

ZITAT

Andreas Scheuer,

Minister a.D.

Kai Schlieter

über ein Ministerium, dessen

Missmanagement Tradition hat.

Es passieren merkwürdige Dinge im

Bundesverkehrsministerium. Juristen

nennen das „vorbehaltswidrige Ermessensausübung“

von Minister Andreas

Scheuer.Denn er vergibtVerträge,obwohl

Rechtsunsicherheit besteht und setzt sich

dabei über das Grundgesetz hinweg.

Schon sein Vorgänger Alexander Dobrindt

pflegte einen Stil nach Gutsherrenart.

Spezialität: Privatisieren, obwohl es

viel teurer wirdund: maximale Intransparenz

und Geheimniskrämerei.

Dobrindt trieb mit seinen Partnern

von CDU und SPD die weitreichendste

Grundgesetzänderung voran, die dazu

führen dürfte,dass immer mehr deutsche

Autobahnen von Konsortien statt vom

Staat betrieben werden. Teuer und ineffizient,

wie es zunehmend hilflos vomBundesrechnungshof

bemängelt wird. Dobrindt

tat dies,obwohl er jahrelang wusste,

dass sein größtes Projekt –die Privatisierung

der A1 mit dem Konsortium A1 Mobil

–ineiner krassen Schieflage war. Sie

führte 2018 zu Schadensersatzforderungen

von über 700 Millionen Euro. Doch

Dobrindt fiel weich.

Ein Vorbild für Andreas Scheuer. Dessen

Vergabe der Pkw-Maut verstieß gegen

EU-Recht und nicht nur das: Scheuer

wusste, dass es unwirtschaftlicher war

und hätte ein privates Konsortium überhaupt

nicht beauftragen dürfen. Hier

handelt ein Minister bewusst und nicht

wegen Unwissen oder schlechter Beratung.

Hier bewertet sich einer höher als

die Verfassung und begeht Fehler, die einen

dreistelligen Millionenbetrag an

Steuergeldern kosten können. Würde er

mit solchen Leistungen in der Privatwirtschaft

antreten: Er wäre Geschichte. Für

das Rechtsempfinden wäre esgut, wenn

Scheuer nur noch Minister a.D.wäre.

Atomabkommen

Ruhani brüskiert

Trump

KarlDoemens

glaubt, dass die USA beim Umgang

mit dem Iran den Kürzeren ziehen.

Unsere Antwort wird immer Nein

sein“, erklärte der iranische Präsident

Hassan Ruhani am Dienstag und

schloss bilaterale Gespräche mit den USA

kategorisch aus.Eine klareAbfuhr für den

US-Präsidenten Donald Trump. Was den

vergleichsweise moderaten Mullah vor

dem iranischen Parlament zu der Zurückweisung

veranlasst hat, kann man vonaußen

kaum ergründen.

Muss Ruhani dem Druck der Hardliner

im eigenen Land nachgeben? Oder ist er

einfach ein abgezockterer Pokerspieler als

Trump? Offensichtlich will Teheran den

Druck auf die Europäer erhöhen, die das

von den USA aufgekündigte Atom-Abkommen

erhalten möchten. Gerade verhandelt

eine iranische Delegation in Paris

über ein Rettungspaket, das dem unter

US-Sanktionen ächzenden Land wieder

Zugang zu harter Währung verschaffen

würde.Dawären Entspannungssignale in

Richtung Washington taktisch unklug.

Unstrittig aber ist: Die Eskalation in

dem Atomstreit ist gefährlich. UndTrump

sitzt in diesem Konflikt nicht am längeren

Hebel. Seine Politik des maximalen

Drucks erzeugt schon im kommunistischen

Nordkorea außer ein paar schönen

Bildern keine Ergebnisse. Der von einer

stolzen Geschichte genauso wie vom internen

Machtkampf zwischen Reformern

und Hardlinern geprägte Iran wird dem

Weißen Haus nicht einmal die erwünschten

Schmeicheleien bieten. Doch Trump

hat keinen Plan: Malkokettiertermit seiner

Gesprächsbereitschaft, mal lästert er

herablassend über die Explosion in einer

iranischen Satellitenabschussrampe, mal

droht er wild. Dasmacht es den Radikalen

in Teheran unnötig leicht, jede mögliche

Entspannung zu torpedieren.

Und läuft und läuft ...

Esist schwer, sich zu entschuldigen. Wir

Deutschen sind keine Weltmeister. Bei

den Polen haben wir achtzig Jahre gebraucht.

Dann haben wir für den Zweiten

Weltkrieg um Verzeihung gebeten. Im Alltag

ist es nicht besser.Jeden Tagkann man es beobachten.

Ein guter Ort ist die Bahn. Für

mich ein deutsches Top-Unternehmen. Ein

paar Minuten Verspätung sind mir egal.

Meine Nachbarn imSpeisewagen sehen es

anders.Sie laufen rotanvor Wut. Es kann am

Schaffner liegen. Er entschuldigt sich nicht

für die Verspätung. Er kündigt an, dass die

Anschlusszüge nicht erreicht werden.

Einmal sah ich ein Rennen auf der Straße

des 17. Juni. EinAuto hatte ein anderes Auto

geschnitten. Dem anderen Auto gefiel es

nicht. Die Fahrer lieferten sich eine Verfolgungsjagd.

Sie bremsten sich gegenseitig

aus.AmEnde standen sie vordem Brandenburger

Torund traten sich gegenseitig die

Kotflügel und Autotüren kaputt. Irgendwann

kam die Polizei. Im Verkehr entschuldigt sich

niemand. Im Verkehr verzeiht niemand.

Letzte Woche bin ich fast überfahren worden.

Ehrlich gesagt hatte ich mit dem Leben

abgeschlossen. Ichfuhr mit dem Fahrrad geradeaus.

Die Ampel zeigte grün. Ein Auto

nahm mir die Vorfahrt. Die Stoßstange verfehlte

mich um Millimeter.Der Sensenmann

war ein BMW-Fahrer. Manche Klischees

stimmen einfach. Natürlich entschuldigte er

sich nicht. Natürlich sah er seinen Fehler

nicht ein. Natürlich fing er an, mich anzubrüllen.

Vollidiot war eines der weniger häss-

Zehn Debatten in zehn Wochen.

Die Berliner Zeitung,der Tagesspiegel und die Bundeszentrale

für politische Bildung feiern30Jahre Meinungsfreiheit.

Diese Woche: Darf ich noch Fleisch essen?

Argumente und Ideen bitte an

leser-blz@dumont.de; Stichwort: Meinungsfreiheit

Alle Debatten online unter

berliner-zeitung@de/meinungsfreiheit

Billig ist

unwürdig

Jochen Fritz

ist Biobauer in Werder an der Havelund fordertmehrRespekt

für Tiere, aber auch für die Bäuerinnen und Bauern.

KOLUMNE

Entschuldigung

an

Freiburg

Volker Heise

Filmemacher und Autor

lichen Worte. Wersich seine Fehler nicht eingesteht,

macht noch mehr Fehler, umsie zu

verbergen.

Manchmal tut mir Alexander Gauland

leid. Vorein paar Jahren hat er mit ein paar

Kumpels aus dem bürgerlichen Lager eine

Partei gegründet. Sie wollten den Euro verhindern.

Ausder Partei wurde eine völkische

Bewegung. Seine alten Gefährten haben die

Partei verlassen, Gauland ist geblieben. Über

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Letzte Woche war eine Besuchergruppe

aus dem Bundestag zu Besuch

auf unserem Biohof. Wir standen

auf unsererWeide,inmitten unsererWasserbüffelherde.Esist

die unglaubliche

Ruhe, die die Herde ausstrahlt, die

beeindruckt. Große mächtige Tiere, die

stoisch wiederkäuen, eine Herde, die sich

auch von20Besuchernauf ihrer Weide nicht

aus der Ruhe bringen lässt und weiter im

Schatten liegen bleibt –ein glücklicher Moment

für Besucher und Bauer.

Ich erzähle der Gruppe, dass wir unsere

Tierehalten, um unsereLandschaft offen zu

halten und dass diese Gras aus extensivem

Grünland verwerten. Sieerhalten kein Kraftfutter,schon

gar kein Soja. Wasserbüffel sind

ein wichtiger Baustein in unserem Kreislauf,

denn unserePflanzen benötigen ihren Dung

zum Wachsen. Es ist ein Idyll, jeder Besucher

findet das, aber zu diesem Idyll gehört auch,

dass diese vonuns gehegten Tieregeschlachtet

und gegessen werden.

Für mich ist klar, dass das Halten und

Schlachten von Wiederkäuern weltweit notwendig

ist, um auch das Grünland und die

Steppenlandschaften zu nutzen. Also viele

Flächen, die nicht mit dem Ackerbau in Konkurrenz

stehen. Wir können dieses Potenzial

nicht liegen lassen, wenn wir zukünftig zehn

Milliarden Menschen ernähren wollen.

Natürlich gibt es viele Gründe, warum

sich heute viele Menschen vegan ernähren.

Wenn wir die Bilder aus der Massentierhaltung

vor Augen haben, 50 000 Hähnchen in

einem Stall, gemästet mit Soja aus dem brasilianischen

Regenwald. Schweinemast-Anlagen

wie in Vetschau mit 50 000 Schweinen.

Diese Anlagen verursachen extreme Umweltschäden

und die Politik schaut zu. Das

alles sind ökologische und klimarelevante

Katastrophen.

Wasmich stört, ist der Glaubenskrieg um

Fragen der Ernährung. Dieeinen warnen vor

Verboten, schimpfen, ihnen solle das Recht

aufs Schnitzel genommen werden. Die Gegenseite

fordert, dass es ganz ohne Fleisch

gehen muss,für sich –aber auch für andere.

Ich bin der Überzeugung, dass dieser Streit

uns nicht weiterhilft. Nichts wird durch die

Maximalforderungen besser, auch nicht

durch den völligen Verzicht auf Fleisch.

Nein, wir brauchen eine verantwortungsvolle

Landwirtschaft.

Denn die Herausforderung wirdsein, wie

wir alle zusammen viel weniger Fleisch konsumieren,

und wenn, dann das richtige.

Diese Hausaufgabe gibt uns der Weltklimaratinseinem

Bericht zur Landnutzung. Dieser

stellt fest, dass 23 Prozent des menschengemachten

Treibhausgaseffekt von der

Land- und Forstwirtschaft verursacht werden.

Die Fleischberge zum Grillen im Sonderangebot

müssen aufhören. Es kann nicht

sein, dass Fleisch billiger ist als Gemüse.Das

ist unwürdig fürs Tier und auch für den Bauern,

der davon leben soll. Es muss aufhören,

dafür die Bäuerinnen und Bauern zum Sündenbock

zu machen. Siesind in dem System

gefangen: Bei immer noch niedrigeren Preisen

müssen sie noch mehr Fleisch produzieren,

um ihren Betrieb erhalten zu können. Es

sind viele Bäuerinnen und Bauern bereit,

Tiereartgerechter zu halten und auf Ökologischen

Landbau umzusteigen.

Aber dazu braucht es eine gesamtgesellschaftliche

Anstrengung, klare Rahmenbedingungen,

finanzielle Hilfe bei der Umstellung

und viele Menschen, die diese Produkte

auch zu fairen Preisen kaufen. Es braucht

viele Menschen, die Bauern darin unterstützen

weiter zu machen oder jungen Menschen

helfen, Höfe zu gründen. Deswegen

habe ich die Regionalwert AGBerlin-Brandenburg

mitgegründet, bei der Bürgerinnen

und Bürger auf Höfen investieren.

Wir brauchen eine gemeinsame Anstrengung

für diese Herausforderung. Stadt und

Land müssen sich wieder verbinden. Gebt der

täglichen Arbeit der Bauern, die unsere Lebensmittel

herstellen, wieder mehr Wertschätzung

und dem Fleisch dieWürde zurück!

seine Anhänger lässt sich sagen: Er ist ihr

Führer, ermuss ihnen folgen. Ein Fehler erzeugt

den anderen Fehler.Irgendwann ist es

zu spät. Es gibt keine Verzeihung mehr.

Eine besonders entschuldigungsresistente

Branche ist die Medienindustrie. Wir

schreiben jedenTagdie Zeitungen voll. Jeden

Tagsind wir stolz auf unsere Meinung. Wir

halten uns für wichtig. Einige halten sich sogar

für unfehlbar. Esist eine Krankheit, die

der Beruf mit sich bringt. Oder eine Voraussetzung.

Neulich bekam ich einen Leserbrief

aus Freiburg/Breisgau. Ich hatte an dieser

Stelle behauptet, in Freiburghabe man beim

Fall der Mauer nur an die Kosten gedacht.

Der Leser schrieb, das Gegenteil sei der Fall

gewesen. Man habe sogar eine Feier veranstaltet.

Das freut mich sehr. Aber auch mir

fallen Entschuldigungen schwer.

Elton John hilft. AufYoutube gibt es einVideo

von ihm. Er sitzt an einem weißen Klavier

und singt. Sein Gesicht macht den Eindruck

einer verknautschten Version von

Philipp Lahm. DasHaar geht zurück. DieFalten

werden tief. Sein Lied heißt „Sorryseems

to be the hardest word“. Frei übersetzt: Entschuldigung

ist ein Wort, das nur schwer

über die Lippen kommt.

Schon nach fünf Sekunden überschreitet

das Lied die Kitschgrenze. Es zwingt zur

Flucht nach vorne. Darumheißt diesmal die

gute Nachricht im Jahr der frohen Kolumne:

Entschuldigung Freiburg! Aber das nächste

Mal höre ich wieder „Rocket Man“. Ist auch

vonElton John. Nurbesser.

„Was ich gar nicht

vermissen werde, sind die

Häppchen. Belegte Brötchen

kann ich wirklich

nicht mehr sehen.“

Thorsten Schäfer-Gümbel, scheidender

SPD-Landtagsfraktionschef, an seinem letzten Tagals

Abgeordneter im hessischen Landtag auf die Frage,

was er vermissen wird und was nicht.

AUSLESE

Britanniens

Ignoranz

Der Machtkampf zwischen Parlament

und Premierminister in Großbritannien

hält die Medien weiter in Atem. „Boris

Johnson schleift die demokratischen

Institutionen“, kommentiert Marcus

Gatzke auf Zeit Online,ergänzt allerdings:

„Die gesamte politische Kaste Großbritanniens

hat sich in den vergangenen drei

Jahren desavouiert.“ So gebe es weder für

den harten noch für den gemäßigten Brexit

eine Mehrheit im Parlament:„Großbritannien

steht mehr als drei Jahre nach

dem Referendum immer noch ohne Strategie,ohne

Lösung da.“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung

kritisiert Johnsons Austrittspolitik vor allem

in Bezug auf Irland. „Diese Ignoranz

ist atemberaubend“, schreibt Marcus

Theurer.„Nie war der Friedensprozess in

Nordirland so gefährdet wie heute, da

Großbritannien und Europa vor einem

No-Deal-Brexit stehen.“ „Weitersagen,

Boris Johnson hat vor nichts Angst!“,

kommentiert die konservative französische

Tageszeitung Le Figaro eher bewundernd.

„Da die Abgeordneten sich verschwören,

um ihm gesetzlich die Hände

zu binden oder ihn per Misstrauensvotum

abzuwählen, dreht er die Bedrohung

um und bringt eine Parlamentsauflösung

ins Spiel.“ Die Freie Presse ausWien meint,

dass er sich damit überschätzt:„Bei einem

No Deal droht Großbritannien, in eine

schwere Rezession und eine Krise zu

schlittern, die die Polarisierung auf die

Spitzetreibt.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

Chefredakteur: Jochen Arntz.

Mitglied der Chefredaktion: Elmar Jehn.

Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft): Tobias Miller,

Michael Heun.

Textchefin: Bettina Cosack.

Newsroom-Manager: Jan Schmidt.

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Investigativ: Kai Schlieter.

Kultur: Harry Nutt.

Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.

Service: Klaus Kronsbein.

Sport: Markus Lotter.

Story: Christian Seidl.

Meinungsseite: Christine Dankbar.

Seite 3/Report: Bettina Cosack.

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind

verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes.

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Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.

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Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Und wasmeinen Sie?

Die Briefe

unserer Leser

Seite 14

Grundnahrungsmittel: Der Berliner und seine Liebe zur Currywurst Seite 10

Brandenburger Landtag: Das sind die Neuen Seite 20

Stadtbild

Finger

in Gefahr

Torsten Landsberg ist der

Film im Freiluftkino herzlich

egal.

Der Ansturmist riesig, die Meteorologen

haben einen der letzten

Hochsommerabende des Jahres prognostiziert.

Vor dem Eingang des

Freiluftkinos Kreuzberg hat sich für

die vorletzte Vorführung der Saison

schon eine Schlange gebildet, lange

bevor die Kasse öffnet. Manche Besucher

tippeln ungeduldig von einem

Fuß auf den anderen. Im Inneren

der Freilichtbühne entlädt sich

die Anspannung, deren Ursache die

Sorge umLiegestühle gewesen sein

muss,sohastig eilen nach dem Kauf

ihrer Tickets alle zu den Ablagen, um

von dort auf die Freifläche vor der

Leinwand zu stürmen.

Schon auf demWegund nicht erst

beim Aufklappen nehmen die ersten

Finger Schaden, eingeklemmt zwischen

den ausgeleierten Holzrahmen.

In der Hektik werden auch Liegestühle

mitgeschleppt, die das

Spanntuch bereits eingebüßt haben

nur noch aus dem Gestell bestehen,

also unbrauchbar sind. Aufdem Oval

vor der Leinwand ist bald kein freier

Quadratmeter mehr zu finden. Auch

die Plastikstuhlreihen füllen sich rasend

schnell.

Am Rand einer Reihe sind noch

zwei Plätze frei, was ein Trio um die

60 als Chance begreift, einen vakanten

Stuhl aus einer anderen Reihe

dazu zu stellen. Sie scheitern, weil

die Stühle reihenweise zusammengebunden

sind, verteidigen aber vorerst

diese beiden Plätze, die ihnen

nichts nutzen. Warum sie nicht auf

die drei leeren und nebeneinander

liegenden Stühle vier Reihen weiter

hinten umziehen, bleibt ein spätsommerliches

Rätsel. Weiter vorne

sitzt ein Teenager-Mädchen, das

ziemlich sicher von der Familie zum

gemeinsamen Kinobesuch genötigt

wurde. Diese Aktion lässt sie stoisch

abtropfen, bis zum Start des Films

bleiben ihre Kopfhörer auf den Ohren.

Du kannst das Mädchen aus seinem

Zimmer holen, aber das Zimmer

nicht aus dem Mädchen. Neben

den Stuhlreihen breitet ein Paar

seine Decke auf dem Boden aus. Als

es sich setzt, bemerkt es,dass es hier,

hinter zwei Liegestühlen, nichts sehen

kann. Die Menge am unterbesetzten

Getränkestand muss derweil

um die rechtzeitige Versorgung bangen.

Eine Frau entschließt sich zum

Hamsterkauf, den sie mit weit ausgebreiteten

Armen vor sich her trägt,

wie eine Kellnerin auf dem Münchner

Oktoberfest. Aus dem benachbarten

Bethanien ertönen laute Bläsersätze

und herzhaftes Lachen,

auch während des Films.Der ist zwar

langweilig, aber im Freiluftkino gibt

es ja genug zu gucken.

Freiluftkino Kreuzberg –schön wenn nur

nicht all die Leute wären. FABIAN BRENNECKE

Senioren müssen weniger Angst haben

Laut Innenverwaltung ist allerdings die Zahl der Straftaten gegen Jüngere stark gestiegen

VonAndreas Kopietz

Man kann sich ja gar

nicht vor die Tür

trauen.“ Diesen Satz

hört man bei älteren

Menschen des Öfteren. Doch tatsächlich

sind Menschen ab 60 Jahren

von weit weniger von Überfällen

oder anderen Gewalttaten auf der

Straße betroffen. Dem größten Risiko,

Betroffener eines sogenannten

Opferdeliktes zu werden, sind jüngereMenschen

ausgesetzt.

Den Begriff „Opferdelikte“ verwendet

die Polizei für Taten gegen

die Freiheit und körperliche Unversehrtheit

wie etwa Körperverletzung,

Raub oder Sexualstraftaten.

DieZahl solcher Taten ist im vergangenen

Jahr erneut leicht gestiegen.

Daszeigt eine Antwortder Senatsinnenverwaltung

auf eine parlamentarische

Anfrage des FDP-Abgeordneten

Marcel Luthe, über die die Berliner

Morgenpost zuerst berichtete.

Der Auflistung zufolge zählte die

Berliner Polizei im vergangenen Jahr

81 263 Opfer von Gewalt. Etwa

37 800 wurden leicht und etwa 1100

schwer verletzt. 282 Menschen wurden

Opfer von„Straftaten gegen das

Leben“ wie Mord und Totschlag.

Gerechnet auf hunderttausend

Einwohner waren das 2182 Taten.

Diese Formel ergibt die sogenannte

Bevölkerungsgefährdungszahl. Um

eine Aussage über die tatsächliche

Gefährdung unterschiedlicher Altersgruppen

zu treffen, ist die Zahl

der Opfer bezogen auf 100 000 Einwohner

des entsprechenden Bevölkerungsanteils

aus Sicht der Polizeistatistiker

geeigneter als die absolute

Opferzahl.

Mehr Sexualdelikte

Opfer einer Straftat in Berlin

2015 2018

(76 054)* 2127* 2182* (81 263)*

Opfer insgesamt

Bevölkerungsgefährdungszahl

(Zahl der Opfer je 100 000 Einwohner)

(2 601) 73

108 (4 040)

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

176

(195) 5 8 (282)

Straftaten gegen das Leben

(396) 11 6 (241)

Handtaschenraub

Anzahl der

Opferdelikte

(61) 2 1 (53)

Fahrlässige Tötung ohne Verkehrsunfallopfer

(2 877) 80 68 (2 540)

Sonstige Raubüberfälle auf Straßen,Wegen oder Plätzen

134

(6 295) (4 993)

Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer

(12 299) 344 359 (13 355)

Gefährliche und schwere Körperverletzung

(16 193) 453 461 (17 151)

Straftaten gegen die persönliche Freiheit

(45 362)1 268 1294 (48 195)

Körperverletzung

*Die Summe der Einzeldaten weicht vom „Gesamt“ ab, weil eine Person Opfer von mehreren

Straftaten gleichzeitig gewesen sein kann.

Opfer nach Altersgruppen in Berlin, je 100 000 Einwohner

4000

3590

unter 21 Jahren

21 bis unter 60 Jahre

3000

2779

2000 2372

1000

0

517

Opfer insgesamt

60 Jahre und älter

2839

2380

2182

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

513

BLZ/GALANTY; QUELLE: SENAT

Im Jahr 2017 lag die Bevölkerungsgefährdungszahl

für alle Opferdelikte

und alle Altersgruppen noch bei

2123. Bis dahin war sie kontinuierlich

gesunken, obwohl die absoluten

Opferzahlen leicht gestiegen sind,

was mit der steigenden Einwohnerzahl

zusammenhängen dürfte. Im

Jahr 2009 waren noch 2372 vonhunderttausend

Menschen Opfer einer

Gewalttat geworden.

Dendeutlichsten Anstieg der Opfergefährdungszahl

gab es in der

weit gefassten Altersgruppe der 21-

bis unter 60-Jährigen: von 2739 auf

2839. Am geringsten betroffen war

die Altersgruppe 60 Jahre und älter:

Auf100 000 Einwohner dieser Altersgruppe

entfallen 513 Opferdelikte

(Vorjahr 511).

In der Gruppe der unter 21-Jährigen

gab es die meisten „Straftaten gegen

die sexuelle Selbstbestimmung“,

wie Vergewaltigung oder sexuelle Belästigung

genannt werden. Von

100 000 Einwohnern dieser Gruppe

waren 285 betroffen, in absoluten

Zahlen 1967. Kinder, Jugendliche

und Heranwachsende wurden damit

drei Malsohäufig Opfer dieser Taten

wie Erwachsene zwischen 21 und unter

60 Jahren.

In der Altersgruppe der 21- bis

unter 60-Jährigen waren 94 von

100 000 von Sexualdelikten betroffen

(1 992 Opfer).

Insgesamt zählte die Polizei in

Berlin im vergangenen Jahr in allen

Altersgruppen 4040 Betroffene von

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Das ist ein Anstieg um

386 im Vergleich zu 2017.

Wie zudem aus der am Dienstag

veröffentlichten Langfassung der

Kriminalitätsstatistik hervorgeht,

zählte die Polizei bei den Sexualdelikten

in allen Altersgruppen 768

Fälle von Vergewaltigung, sexueller

Nötigung und sexuellem Übergriff

im besonders schweren Fall. Dazu

wurden 508 Tatverdächtige ermittelt,

darunter sieben weibliche. 46,5 Prozent

der Tatverdächtigen waren

Nichtdeutsche. 17,4Prozent der aufgeklärten

Fälle wurden unter Alkoholeinfluss

begangen. Insgesamt

wurden 772 Opfer gezählt, 701 davon

waren weiblich und 71 männlich.

451 Opfer standen zum Tatverdächtigen

in einer engeren oder weiteren

Beziehung, wobei 153 von ihnen in

einem familiären oder partnerschaftlichen

Verhältnis standen.

Die jüngste Altersgruppe ist auch

bei anderen Delikten stärker gefährdet:

etwa bei räuberischer Erpressung

und Raubüberfällen in der Öffentlichkeit.

Bei räuberischen Erpressungen,

wie etwa dem „Abziehen“

von elektronischen Geräten,

gab es 1260 Opfer, 41mehr als im

Vorjahr. Auf Straßen, Wegen oder

Plätzen wurden 907 junge Menschen

überfallen, 56 mehr als im Vorjahr.

Einschränkend ist anzumerken,

dass das Risiko, Opfer solcher Taten

zu werden, für diese Altersgruppe

vor zehn Jahren noch höher lag

(2 547 räuberische Erpressungen

beziehungsweise 1202 Raubüberfälle).

In der Opfergruppe zwischen 21

und unter 60 gab es –auch bedingt

durch die weite Fassung der Altersspanne

– in absoluten Zahlen die

meisten Körperverletzungen. 35 235

Opfer wurden erfasst. Das ist ein

kontinuierlicher Anstieg seit zehn

Jahren. Die Bevölkerungsgefährdungszahl

lag hier bei 1663 Opfern

pro100 000 Einwohner.

Wenige Handtaschenraube

Während also jüngere Menschen

häufiger Opfer von Gewalt werden,

liegen die Gefährdungszahlen pro

hunderttausend Einwohner bei

Menschen ab 60 Jahren niedriger.

Bei Raub und räuberischer Erpressung

liegen sie bei 60, bei „sonstigen

Raubüberfällen auf Straßen, Wegen

oder Plätzen “bei 21 und bei Körperverletzung

bei 298 pro Hunderttausend.

Auffallend ist hier allerdings,dass

ältereMenschen mehr als andereAltersgruppen

Opfer von Handtaschenraub

wurden, nämlich in 98

Fällen. 11 von 100 000 Einwohnern

dieser Altersgruppe waren betroffen.

Allerdings: Die Zahlen gehen auch

hier zurück. Vorzehn Jahren gab es

noch 320 Taten beziehungsweise

eine Gefährdungszahl von39.

Reale und gefühlte Sicherheit

sind zwei unterschiedliche Dinge.

Am Kottbusser Torfühlt man sich gefährdeter

als etwa in Köpenick. Deshalb

arbeitet die Polizeiderzeit an einer

Studie zum subjektiven Sicherheitsgefühl.

Siesollimnächsten Jahr

vorgestellt werden.

Eine solche Studie hatte schon

das Bundeskriminalamt im April

vorgestellt. Im deutschen „Viktimisierungssurvey2017“

wurden 31 000

Personen zu Opfererlebnissen, zu Sicherheitsgefühl,

Kriminalitätsfurcht

und ihrer Wahrnehmung vonPolizei

und Justiz befragt. Die Befragungen

ergaben, dass fast jeder dritte Berliner

davor Angst hatte, Opfer einer

Straftat zu werden.

Andreas Kopietz

fürchtet sich -meistens -

nicht auf Berliner Straßen.

NACHRICHTEN

Technik-Trends:

Elektronikmesse IFAbeginnt

ZumFilmeschauen, Musikhören

oder Internetsurfen braucht es heute

nicht mehr viele Geräte.Somancher

setzt ohnehin fast nur noch aufs

Smartphone.Wie und womit man

seine Unterhaltung organisiert, dazu

liefertdie Elektronikmesse IFAjede

Menge Anregungen. DieTechnikmesse

beginnt am heutigen Mittwoch

mit zwei Pressetagen. Es folgen

die Publikumstage vom6.bis zum

11. September. (dpa)

ICC unter Denkmalschutz

gestellt

DasLandesdenkmalamt Berlin hat

das Internationale Congress CentrumBerlin

(ICCBerlin) in Charlottenburgunter

Denkmalschutz gestellt.

DasKongresszentrum ist

denkmalwertaus künstlerischen,

geschichtlichen und städtebaulichen

Gründen. Errichtet wurde es

1973 –79nach Plänen vonRalf Schüler

und Ursulina Schüler-Witte im

Auftrag des Landes Berlin. Mit320

Meter Länge,80Meter Breite und 40

Meter Höhe hat der BauPlatz für bis

zu 20 000 Kongress- und Veranstaltungsteilnehmer.

(BLZ)

Mordprozess gegen Rocker:

Höchststrafe gefordert

Im Prozess um den Mord gegen Rocker

der Hells Angels,der seit fast

fünf Jahren läuft, hat die Staatsanwaltschaft

am Dienstag für sieben

Angeklagte wegen gemeinschaftlichen

Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe

gefordert. Auch der Chef

der Hells Angels,Kadir P.,soll wegen

Anstiftung zum Mord lebenslang

hinter Gitter.Für einen neunten Angeklagten

wurden zehn JahreFreiheitsentzug

gefordert. Es geht um

den Mord im „Expekt“. Im Januar

2013 hatten 13 teils Vermummte das

Reinickendorfer Wettlokal gestürmt

und Tahir Ö. erschossen. (kbi.)

E-Roller umweltschädlicher

als gedacht

E-Roller tragen dem Umweltbundesamt

zufolge kaum zu einer umweltfreundlicheren

Mobilität in Innenstädten

bei.„Die gefahrenen Strecken

sind meist sehr kurzund können regelmäßig

auch zu Fuß, mit Bus, Bahn

oder Fahrrad bewältigt werden“,

sagte UBA-Präsidentin MariaKrautzberger.ImVergleich

zum Fahrrad

seien sie die„deutlich umweltschädlichere“Variante.Hilfreicher

wärees,

wenn die Roller in Außenbezirken

aufstellt würden.„Hier kann es

durchaus sinnvoll sein, die zu lange

Strecke zu Busoder Bahn schnell mit

dem E-Scooter anstatt mit dem Auto

zu überbrücken.“ (dpa)

Macht Spaß, ist aber nicht sehr umweltfreundlich:

Der Elektro-Roller. IMAGO IMAGES


10 Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Berlin

Große Liebe in süß-scharf

Am Mittwoch ist in Deutschland der Tagder Currywurst.

Diebeste gibt es natürlich in Berlin. Wirsagen, wo

VonMarcus Weingärtner

3,30 Euro kostet die Curry-Wurst bei

Bier’sKudamm 195.

DÜBBER

Kudamm 195

Schampus an

Edel-Meile

Oben im Regal steht der

Schampus (auch in Rosé; 31-

280 Euro das Fläschchen), unten

schmurgeln die Würste in der

Bratpfanne. Zur Ladeneinrichtung

gehören der überdimensionale

Blumenstrauß mit dunkelroten

Rosen und Lilien sowie gepflegte

Toiletten. Beim Edel-Imbiss

am Kurfürstendamm 195

geht es gediegener zu als in normalen

Wurst-Buden. Im Westen

isst der Wurst-Gourmet traditionell

mit Darm. Hier aber empfehle

ich die Currywurst ohne,das

Fleisch ist schärfer, pikanter gewürzt.

Dazu gehören zwingend

Zwiebeln (50 Cent), schön weich

und stellenweise sanft braun geschmort.

Dass der Ketchup gewärmt

ist, spielt im Winter eine

Rolle. Kalt kann er die komplette

Mahlzeit verderben. Die kostet

mit knusprigen Pommes für 2,70

Euro insgesamt 6Euro. Da kann

man nicht meckern. Schampus

fließt –für mich –zurWurst nur zu

Silvester. Das feierte ich auch

schon dort, auf der Flucht vor einem

lahmen Party-Buffett. (dübb)

Natürlich wurde die Currywurst nicht in

Hamburg erfunden, auch wenn die

Hamburger da anderer Meinung sind

und einige vonihnen steif und fest behaupten,

eine gewisse Lena Brückner habe das Gericht

in dieWelt gebracht.

Brückner ist allerdings eine fiktive Romanfigur

und die Currywurst eine Erfindung der überaus

realen Gastronomin Herta Charlotte Heuwer. Die

betrieb ab 1949 an der Kant- /Ecke Kaiser-Friedrich-Straße

einen Imbiss,indem sie am 4. September

desselben Jahres eine „Spezial Curry-Bratwurst“

keierte, die kurz darauf bereits zur „Currywurst“

wurde und als solche zum Siegeszug durch

die Mägen der Berliner ansetzte. Seitdem ist der

Imbiss zu einem der Wahrzeichen der Stadt geworden

und Betreiber von Currywurst-Lokalitäten

können sich sicher sein, dass sie ihre Brüh- oder

Bratwurst regelmäßig in Film und Fernsehen präsentieren

können –kein Bericht über Berlin, kein

Eintrag in den Reiseführer ist ohne eine Nennung

von„Curry36“ (West) oder „Konnopke“ (Ost) vollständig.

Rund 800 Millionen Currywürste werden jährlich

in Deutschland verzehrt, dabei spielt die

Frage,obmit oder ohne Darm,keine Rolle. Anders

die Frage nach der Frische,dennder Berliner ist in

der Regel unwillens, die Wurst als Kühlkost zu erstehen,

am Imbiss muss sie verzehrt werden, im

Stehen. Dazu gibt es maximal eine Schrippe oder

aber Pommes Frites.Wer’s nobler mag, für den gibt

es auch in Berlin Gastronomen, die den Imbiss auf

der Pappe wahlweise mit Champagner, oder aber

auch wenn’s sein muss,mit Blattgold im Currypulver

servieren. Das muss man aber nicht haben,

um ein Stück Hauptstadtgefühl zu genießen beim

Genuss der Currywurst. An dieser Stelle eine

kleine Auswahl an Imbissbuden, wo uns die Currywurst

besonders schmeckt.

An der Avus gibt’stolle Würste, auch

wenn man’snicht vermutet IMAGO IMAGES

Avus-Raststätte

Nehmen Sie

doch drei!

Wer nicht im Auto kommt,

wird indem Straßengewirr

am ICC nur schwer hierher finden.

Tipp: Vordem Bordell Artemis

unweit vomS-Bahnhof Westkreuz

stehenTaxis,die für ein paar

Euro die letzten Meter übernehmen.

Fürs Navi: Halenseestraße

51. Der Weg lohnt sich auf jeden

Fall. Denn die Currywurst, die im

Rasthof und Motel Avus serviert

wird, gehörtzuden besten in Berlin.

Bei den bisherigen Besuchen

im gepflegten 70er-Jahre-Ambiente

der Avus-Raststätte war die

Soße scharf-fruchtig, waren die

Pommes Frites resch. Wer keine

Angst vor einem akuten Gichtanfall

hat, wie er bei übermäßigem

Fleischverzehr droht, kann gleich

drei Würste bestellen –die Triple-

Variante kostet 12,90 Euro. Eine

Wurst wirdfür 7,90 Euro kredenzt,

ebenfalls mit Pommes. Ein Teil

des Personals pflegt jene Form

des Berliner Mutterwitzes, die inzwischen

selten geworden ist. Da

Einheimische nur sehr selten vorbeischauen,

werden sie meist besonders

herzlich behandelt. (pn.)

Kult-Curry mit Gemütlichkeit: Hier

sitzt man auch drinnen. SABINE GUDATH

Andrang bei Tagund bei Nacht: die

Bratpfanne in Steglitz

WÄCHTER

Ziervogel’s Kult-Curry

Geheimnis

der Sauce

Zur Bratpfanne

Steglitzer

Tradition

Zwei Curry, geschnitten, ein

bisschen schärfer, mit Brötchen.

Wenn Currywurst, dann genau

so. Besonders flexibel bin ich

in Bezug auf meine Currywurst

nicht. Nur meine Bezugsquelle

musste ich vor sieben Jahren

wechseln. VonKonnopke ein paar

Hundert Meter weiter runter auf

der Schönhauser Allee. Als nach

einem Familienkrach Mario Ziervogel

den Imbiss seiner Mutter

Waltraud am U-Bahnhof Eberswalder

Straße verließ –und den

Geschmack der legendären Sauce

mitnahm. Fruchtig muss sie

schmecken, tomatig, mit dem gewissen

Etwas an Schärfe –wie in

„Ziervogel’s Kult-Curry“ am Senefelder

Platz. Gibt es in beiden Läden

die gleiche Sauce? „Definitiv

nicht“, sagt Mario Ziervogel. „Ich

mache die Originalsauce nach Familienrezept.“

Die Wurst wird

heute auch vegetarisch (2,80

Euro) und vegan (2,90 Euro) verkauft.

Mirwurscht, für mich muss

es die echte mit Darm sein, schön

knackig (2,60 Euro). (sth.)

Egal, zu welcher Uhrzeit: Bei Curry 36 muss

niemand hungrig gehen.

SABINE GUDATH

Dass „Curry 36“ so heißt, ist

schon ein Gag–schließlich

befindet sich die legendäreCurrywurstbraterei

am Mehringdamm

in jenem Kreuzberger

Teil, der im Volksmund nach wie

vor 61heißt. Zu seinem Namen

kam Curry 36 allerdings, weil

sich der Imbiss im Gebäude mit

der Hausnummer 36 befindet,

ursprünglich ein Wagen, aus

dem heraus Kesselwareverkauft

wurde. Aus „Wurstmaxe“ wurde

„Curry 36“, nachdem das Ehepaar

Stenschke zu Beginn der

80-er Jahre den Imbiss über-

Curry 36

Die Beste in 61

nahm. Seitdem arbeitet man bei

„Curry 36“ zielstrebig daran,

Weltkulturerbe zu werden. Die

Besucherzahl jedenfalls lässt daruf

schließen, an 356 Tagen stehen

Menschentrauben vor vor

dem Imbiss und warten auf

Pommes und Wurst –beides immer

frisch, immer heiß und immer

prompt serviert. Nicht von

ungefähr wird Hollywoodstar

TomHanks zitiert, wenn es um

die Kreuzberger Institution geht

–erhätte gerne eineWohnung in

Berlin, aber fußläufig zu „Curry

36“ müsste sie sein. (mpw.)

An der Rankestraße stehen die Menschen

Schlange für eine Wurstmit „Opium“. WÄCHTER

Die Frage verblüfft erst einmal.

„Wollen Sie etwas

Opium?“ Gestellt wird sie in der

Rankestraße 36, ein paar Meter

von der Gedächtniskirche entfernt.

Undwer sie mit „Ja“ beantwortet,

den erwartet eine wirklich

außergewöhnliche Currywurst.

Opium ist die Spezialsoße

von Curry Wolf, und natürlich

sind die Zutaten Verschluss-Sache.

Kleine Zwiebelstücke sind

drin. Chili natürlich, um die nötige

Schärfe hinzubekommen.

Undeine Zutat, die die Soße extrem

fruchtig macht. DasOpium

Curry Wolf

Etwas Opium?

steht in einer kleinen Schüssel

am Tresen, vor dem sich jeden

Taglange Schlangen bilden. Die

eine Hälfte Touristen, die sich an

der Berliner Spezialitätenküche

versuchen wollen. Die anderen

Berliner, die dem Opium verfallen

sind und deswegen an den

Kudamm kommen. Wem der

Wegzuweit ist, der kann übrigens

auch eine der vier Filialen in

Lichtenrade,Potsdam, Unterden

Linden oder in der Schloßstraße

in Steglitz ansteuern. Dort wird

inzwischen ebenfalls mit Opium

gedealt. (ano.)

Schon von weitem leuchtet’s

mal rot, mal weiß, mal blau an

der Kieler/Ecke Schloßstraße in

Steglitz. Jeden Tagvon 10 Uhrvormittags

bis 1Uhr nachts. Der Imbiss

Zur Bratpfanne, auf allen

Currywurstbudenranglisten weit

oben gelistet, ist schick beleuchtet

und das Essen gut. Es gibt Burger,Pommes

und Currywurst, das

Stück für 2Euro.

AufeinerTafel kann man nachlesen,

wie sich Günter Mosgraber

1949 den Wurstkessel um den

Bauch schnallte und die Kinobesucher

des nahen Titania-Palasts

mit Würstchen versorgte. Inzwischen

steht die nächste Generation

am Grill und setzt die Arbeit

mit guter Wurst und leckerer Soße

(besonders fruchtig tomatig und

nicht sonderlich scharf) fort. Nur

ein Spruch von Mosgraber senior

gilt heute nicht mehr.„Wenn man

den Kunden erreichen will, muss

man hin zum Kunden“, hatte der

Alte gesagt. Braucht schon lange

keiner mehr, die Kunden kommen

vonalleine. (elm.)


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 11 *

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Geringe Spielräume für Vermieter

Der Mietendeckel lässt weiter Erhöhungen zu, wenngleich in überschaubarem Ausmaß. Eigentümerverband spricht von „staatlicher Willkür“

VonUlrich Paul

Die Mieten in Berlin sollen

trotz Mietendeckel jährlich

um 1,3 Prozent steigen

können –jedenfalls,

wenn die festgelegten Miet-Obergrenzen

noch nicht überschritten

werden. Das geht aus dem Referentenentwurf

für den Mietendeckel

hervor, den Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher (Linke) jetzt

veröffentlicht hat. Vermieter,die sich

bisher mit Mieterhöhungen eher zurückgehalten

haben, sollen damit

weiter Anhebungen in geringem

Umfang vornehmen können. Für

alle anderenVermieter,bei denen die

Mieten bereits über den Obergrenzen

liegen, gibt es dagegen keine

Mieterhöhungsmöglichkeiten. Über

Modernisierungszuschläge soll sich

die Miete dennoch steigernlassen.

Bereits am Freitag vergangener

Woche hatte Lompscher die geplanten

Obergrenzen präsentiert, aber

keine konkreten Angaben über Mieterhöhungsspielräume

gemacht. Die

Obergrenzen sind abhängig vom Alter

und der Ausstattung der Wohnung.

Sie orientieren sich am Mietspiegel

2013 und bewegen sich zwischen

5,95 Euro pro Quadratmeter

für normal ausgestattete Wohnungen

in Altbauten, die bis 1918 errichtet

wurden, und 9,80 Euro pro Qua-

Der Mietendeckel soll für Altbauten und für Neubauten (bis 2013) gelten –aber nicht für Sozialwohnungen.

dratmeter für Wohnungen, die von

2003 bis 2013 entstanden. DieFestlegung

der Erhöhungsspielräume auf

1,3 Prozent jährlich basiere „auf der

durchschnittlichen Verbraucherpreisentwicklung

zwischen 2009

und 2018“, sagte die Sprecherin der

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,

Katrin Dietl. DerBerliner Mieterverein

(BMV) hält eine solche Erhöhung

für „okay“, wie BMV-Geschäftsführer

Reiner Wild sagte.

„Bauschmerzen“ bereiten dem

Mieterverein aber die Miet-Obergrenzen

–vor allem in Kombination

mit dem geplanten Modernisierungszuschlag,

der sich beispielsweise

fürWohnungen, die in den vergangenen

15 Jahren modernisiert

wurden, auf bis zu 1,40 Euro je Quadratmeter

beläuft. Wild hält die

Obergrenzen für zu hoch. Siesollten

nicht auf Grundlage des Mietspiegels

2013, sondern auf Basis des

Mietspiegels 2011 festgelegt werden,

fordert er. Dass der Modernisie-

rungszuschlag auf dieWerteaus dem

Mietspiegel 2013 aufgeschlagen werden

soll, ist laut Wild „nicht plausibel“.

Denn im Mietspiegel 2013 seien

modernisierungsbedingte Zuschläge

bereits enthalten. Für „missglückt“

hält der Mieterverein außerdem

das Prozedere, mit dem eine zu

hohe Miete abgesenkt werden soll.

Laut Referentenentwurf können

Mieter eine solche Absenkung verlangen,

wenn sie mehr als 30 Prozent

des Haushaltseinkommens für die

DPA/WOLFGANG KUMM

Nettokaltmiete aufbringen müssen.

Die Mieter müssen aber ihre Einkünfte

offenlegen. Das lehnt der

Mieterverein ab. Erschlägt vor, dass

Mieter in Anlehnung an das Wirtschaftsstrafgesetz

und die Mietpreisbremse

einen Anspruch auf Absenkung

der Miete auf bis zu 15 Prozent

über den Oberwerten erhalten.

Der Eigentümerverband Haus &

Grund bekräftigte am Dienstag die

Ablehnung des Mietendeckels. „Mit

den gegen Eigentümer gerichteten

Gängelungen verlässt der Berliner

Senat den Boden des Rechtsstaats“,

erklärte Berlins Haus &Grund-Chef

Carsten Brückner,„denn die Landesregierung

kommt in keinster Weise

mehr ihrer verfassungsgemäßen

Verpflichtung nach, das Eigentum zu

schützen, für Interessenausgleich zu

sorgen und den sozialen Frieden zu

bewahren.“ Privaten Eigentümern

solle nicht nur die Bewirtschaftung

ihrer Immobilie „verunmöglicht“

werden, sondern sie würden auch

stigmatisiert und kriminalisiert. Es

sei ein unzulässiger Eingriff in die

Vertragsfreiheit, wenn vereinbarte

Staffel- oder Indexmieten außer

Kraft gesetzt würden, wie geplant.

„Staatliche Willkür“ sei es, Mieten

abzusenken, wenn sie mehr als 30

Prozent des Mietereinkommens ausmachen,

so der Eigentümerverband.

Vertreter vonMieter-undVermieterorganisationen

erhalten in den

nächsten Wochen die Gelegenheit,

sich zum Referentenentwurf für den

Mietendeckel zu äußern. Der Senat

will Mitte Oktober darüber beschließen.

2020 soll der Mietendeckel in

Kraft treten –und fünf Jahregelten.

Ulrich Paul erwartet eine

harte Auseinandersetzung

um den Mietendeckel.

Flucht mit Rad und Roller

Nach dem Mord an einem Georgier in Berlin sucht die Polizei nun Zeugen und Hinweise

Nach dem Mord an einem

Tschetschenen aus Georgien

sucht die Polizei jetzt nach Menschen,

die den mutmaßlichen Täter

kennen oder vor der TatinBerlin

gesehen haben. Dazu veröffentlichte

sie am Dienstag ein Foto

des Verdächtigen, eines 49-jährigen

Russen. Die Polizei zeigte

auch Bilder eines Fahrrads und eines

E-Tretrollers. Mit dem Rad

flüchtete der Täter nach den

Schüssen auf den 40-jährigen am

23. August. Bevor erauf den in der

Nähe bereitgestellten E-Tretroller

umsteigen konnte, nahm die Polizei

ihn fest

Das Foto zeigt den Verdächtigen

mit Glatze und Schnurr- und

Kinnbart. Die Polizei fragt: „Wer

hat den Beschuldigten zwischen

dem 20. August 2019 und der Tat

am 23. August 2019 gesehen? Wer

kann Hinweise zu seinen Aufenthaltsorten

in diesem Zeitraum geben?

Wer kennt den Beschuldigten?“

Außerdem geht es um ein

schwarzes Mountainbike der

Firma Commencal und einen E-

Scooter (VOLTeBoard M400 pro).

Keine Verbindung zu Russland?

Nach Zeitungsberichten gibt es

Verbindungen des mutmaßlichen

Mörders zu einem russischen Geheimdienst.

Der Spiegel berichtete,

die Nummer seines falschen

Reisepasses führe zueiner Einheit

im Moskauer Innenministerium,

die in der Vergangenheit bereits

Dokumente für den Militärgeheimdienst

GRU ausgestellt habe.

Mit diesem Rad flüchtete der Täter.

POLIZEI

EinSprecher der russischen Regierung

sagte: „Dieser Fall hat natürlich

nichts mit dem russischen

Staat und seinen Behörden zu

tun.“

Die Bundesanwaltschaft

in Karlsruhe verfolgt

die Ermittlungen

sehr genau. Man habe

„die Sache im Blick“,

sagte ein Sprecher. Die

Bundesanwaltschaft

wäre zuständig, wenn

es den konkreten Verdacht

gäbe, dass hinter

der Tat der „Geheimdienst

einer fremden

Macht“ stehen könnte.

Das Mordopfer soll nach verschiedenen

Berichten Anfang der

2000er-Jahre auf der Seite musli-

Die Polizei fragt: Wer

kennt diesen Mann?

mischer Tschetschenen gegen

Russland gekämpft haben. Aufden

Mann habe es im Mai 2015 in der

georgischen Hauptstadt Tiflis einen

Mordanschlag gegeben.

Er überlebte

demnach verletzt und

flüchtete aus Georgien.

Die Berliner Polizei

hatte ihn eine Zeit lang

als „islamistischen Gefährder“

auf dem

POLIZEI

Schirm. Hinweise

nimmt die 7. Mordkommission

in der Keithstraße

30, unter der Telefonnummer

(030) 4664-

911777 oder per E-Mail

an LKA117@polizei.berlin.de und

jede andere Polizeidienststelle entgegen.

(BLZ/dpa)


12 * Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Zusammengebrochen.

EinMann ist am Montagabend in einer

Berliner U-Bahn zusammengebrochen

und gestorben. Rettungskräfte

versuchten erfolglos,den 45-

Jährigen am U-Bahnhof Osloer

Straße wiederzubeleben, wie ein Polizeisprecher

am Dienstagmorgen

mitteilte.Der Zugverkehr der Linie

U8 war für rund zwei Stunden in

beide Richtungen gesperrt. Zuvor

hatten mehrereMedien berichtet.

Mit Messer angegriffen.

EinBewohner einer Seniorenwohngemeinschaft

in Berlin-Steglitz soll

eine 47-jährige Pflegerin mit einem

Messer im Gesicht verletzt haben.

Während der Medikamentenausgabe

habe der 67-Jährige die Frau

plötzlich angegriffen, teilte die PolizeiamDienstag

mit. EinHandwerker

hörte den Angaben zufolge Hilfeschreie

der Frau und sah sie und den

Mann mit einem Messer in der Hand

aus einem Zimmer laufen. Der36-

Jährige drängte den Senior in den

Raum zurück, hielt die Tür vonaußen

zu und rief die Polizei. EinSpezialeinsatzkommando

überwältigte

den 67-Jährigen am Montagmittag.

DerMann sei psychisch auffällig gewesen

und werdenun behandelt,

hieß es. (dpa)

Neue Suche im Fall Rebecca.

DieSuche nach der vermissten Rebecca

aus Britz geht weiter.Nach der

seit dem 18. Februar vermissten 15-

Jährigen sucht die Mordkommission

seit Dienstagnachmittag erneut in

einem Wald bei Kummersdorf, südöstlich

vonBerlin. Nach Angaben eines

Polizeisprechers sind etwa 100

Bereitschaftspolizisten im Einsatz.

Unterstützt werden sie vonfünf

Suchhunden. Ob die Beamten einem

neuen Hinweis nachgehen,

konnte der Polizeisprecher nicht sagen.

Kurz nach dem Verschwinden

vonRebecca will ein Zeuge in dem

Wald das Auto des tatverdächtigen

Schwagers des Mädchens gesehen

haben. DerMann saß zeitweise in

Untersuchungshaft, musste dann jedoch

entlassen werden. (kop.)

Der angeklagte Küchenhelfer verbirgt vor

Gericht sein Gesicht.

PRESSFOTO WAGNER

Angriff mit Küchenbeil.

Ein51-Jähriger,der mit einem Küchenbeil

auf einen Kollegen in einem

Restaurant in Berlin-Mitte eingeschlagen

und ihn verletzt haben soll,

hat vordem Landgericht eine Tötungsabsicht

zurückgewiesen. In einem

Streit habe er aus Angst voreinem

Angriff des gleichaltrigen Kollegen

zu dem Beil gegriffen, erklärte der

Angeklagte zu Prozessbeginn. Er

habe den Mann abschrecken, aber

nicht angreifen wollen. Als ihn der

Kontrahent attackierthabe,müsse es

zu denVerletzungen gekommen sein.

DieAnklage lautet auf versuchten

Totschlag. Diebeiden ausVietnam

stammenden Männer waren laut Ermittlungen

als Küchenhilfen in dem

Sushi-Restaurant tätig, als es im März

2019 zu einer Auseinandersetzung

kam. Auslöser seien 50 Euro gewesen,

die er an dem Tagfür Einkäufe ausgelegt

hatte,soder Angeklagte.Entgegen

der Absprache mit dem Geschädigten

sei am Abend aber kein Bargeld

verfügbar gewesen. Als er nach

dem Geld fragte,habe ihn der Kollege

angeschrien. Er habe sich betrogen

und beleidigt gefühlt.„Aber ich hatte

nicht die Absicht, ihn zu verletzen

oder umzubringen.“ An dem Abend

sei er angetrunken gewesen. DerGeschädigten

hatteVerletzungen am

Kopf erlitten. (dpa)

Nacht der Solidarität

Im Januar sollen Obdachlose gezählt werden. In diesem Winter öffnen wieder zwei BVG-Bahnhöfe

VonMelanie Reinsch

Keiner weiß, wie viele Menschen

in Berlin auf der

Straße leben, also ohne eigene

Wohnung sind. Je

nach Schätzung spricht man von

6000 bis 10 000 Menschen. Um verlässliche

Zahlen zu bekommen, startet

daher im kommenden Jahr ein

bundesweit einmaliges Modellprojekt

in der Hauptstadt. Obdachlose

sollen gezählt werden. Undzwar vom

29. auf den 30. Januar 2020, in der

„Nacht der Solidarität“, wie Sozialsenatorin

Elke Breitenbach (Linke) den

Zeitpunkt der Zählung nannte. Mehr

alsTausend ehrenamtliche Helfer sollen

mindestens in Zweierteams in 447

Teilen der Stadt mit wohnungslosen

Menschen ins Gespräch kommen.

Regelmäßig soll die Zählung künftig

durchgeführt werden. „Diese Menschen

gehören zu unserer Stadtgesellschaft.

Und sie brauchen unsere

Unterstützung“, sagte Breitenbach

am Dienstag.

Gang zum Amt überfordertviele

Obdachlose sollen mehr Unterstützung bekommen.

Deutschland:Laut jüngsten

Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft

Wohnungslosenhilfe

(BAGW) leben

deutschlandweit

650 000 wohnungslose

Menschen. In Berlin werden

sie nun zum ersten Mal gezählt.

Vorbild für das Projekt

ist Paris, wo die Zählung

ebenfalls „Nacht der Solidarität“

heißt.

OBDACHLOSIGKEIT

Berlin: Die Aktion ist eine

Mitmach-Aktion. In 447 Teilen

der Stadt sollen Zweieroder

sogar Dreier- und Viererteams

mit Fragebögen unterwegs

sein. Studierende

der Alice-Salomon Hochschule

Berlin (ASH) werden

das Projekt begleiten. Die

Verwaltung wird ein Portal

freischalten, über das sich

Freiwilligemelden können.

Hilfe: Der Senatsverwaltung

liegen 75 Anträgevon Unternehmen,

kommunalen Betrieben

und Verwaltungen

vor, die über das Solidarische

Grundeinkommen

(SGE) Obdachlosen-Lotsen

einstellen möchten. Diese

sollen Wohnungslose zum

Beispiel bei Behördengängenbegleiten.

Nun müssen

Bewerber gefunden werden.

Teures Panda-Glück

IMAGO

Das Pilotprojekt ist Teil der neuen

Leitlinien der Wohnungslosenpolitik

in Berlin, die der Senat am Dienstag

beschlossen hat. Es geht bei der Zählung

darum, Zahlen und Daten zu bekommen,

damit Unterstützungsangebote

individuell auf die Menschen

zugeschnitten werden können. Denn

vielen Betroffenen stehen Leistungen

wie zum Beispiel Mietzuschüsse zu,

die sie bisher nicht annehmen. Oft,

weil sie der Gang zum Amt schlichtweg

überfordert. Mit Hilfe eines Fragebogens

soll herausgefunden werden,

wer die Menschen sind, woher

sie kommen, welche Sprache sie sprechen,

damit ihnen geholfen werden

kann. Die letzten Leitlinien seien 20

Jahre alt, sagte Breitenbach. Inzwischen

hätte sich die Zielgruppe aber

verändert: Sie sei internationaler, es

gebe mehr Frauen und Familien mit

Kindern oder Menschen mit Behinderungen,

die auf der Straße lebten.

„Das ist nicht mehr nur der deutsche

Mann zwischen 35 und 45 Jahren.“

Insgesamt wird das gesamte Hilfesystem

ausgebaut: Es soll mehr

Trägerwohnungen geben, die Unterbringung

bedarfsgerechter sein und

die Kältehilfe ganzjährig besser koordiniert

werden. Zudem arbeitet

man an einem modellhaften Angebot

einer „Krankenwohnung“ für erkrankte

Wohnungslose. Auch soll es

niedrigschwellige Angebote für die

medizinische Versorgung und für

Notunterkünfte für Frauen und Familien

mit Kindern geben. Insgesamt

stehen für den kommenden

Winter 1162 Notübernachtungsplätze

der Kältehilfe zur Verfügung.

Die Sozialsenatorin will künftig 600

dieser Plätze für das ganze Jahr etablieren

–bisher sind es lediglich 230.

Viele Anwohnerbeschwerden

Mindestens zwei Kältebahnhöfe sollen

auch in diesem Winter wieder für

Obdachlose geöffnet werden. Im vorigen

Winter waren der Bahnhof

Lichtenberg (U5) und Moritzplatz

(U8) für Obdachlose zum Schlafen

offen. DieBVG hatte sich damals zunächst

geweigert, die Bahnhöfe

nachts den Obdachlosen zur Verfügung

zu stellen –auf Grund von Sicherheitsbedenken.

Breitenbach appellierte

damals an die „soziale Verantwortung“,

die die BVG als Landesbetrieb

habe. Am Ende

schwenkte die BVGum.

Vorallem am Moritzplatz gab es

aber im letzten Winter viele Anwohnerbeschwerden

–wegen Müll, Fäkalien,

Scherben und Drogen. Biszu

25 Menschen übernachteten zeitweise

auf der Zwischenetage des

Bahnhofs in Kreuzberg. „Diese beiden

Bahnhöfe werden es nicht mehr

sein“, erklärte Breitenbach. Der Moritzplatz

sei dafür nicht geeignet, da

die Junkie- und Dealerszene am

Bahnhof groß sei. Aktuell sei man

mit der BVG im Gespräch, welche

Bahnhöfe sich eignen könnten. Voraussetzung:

Ein Zwischendeck und

die Möglichkeit, Toiletten und Wärmecontainer

aufstellen zu können.

„Das Recht auf Selbstbestimmung

beinhaltet auch das Recht,

Hilfe abzulehnen“, betonte Breitenbach.

Es gebe immer Menschen, die

man mit dem Angebot von Notunterkünften

nicht erreiche. „Auch

wenn das für einige BVG-Gäste nicht

einfach ist. MankannWohnungslose

nicht unsichtbar machen“, sagte sie.

Man werde alles tun, diesen Menschen

zu helfen. Zu Irritationen

hatte Anfang des Jahres auch der

Vorschlag Breitenbachs geführt,

Zeltstädte als neue Form der Unterbringung

für eine begrenzte Zeit zuzulassen.

Das ist inzwischen vom

Tisch. Allerdings sei man mit den Bezirken

im Gespräch, sogenannte

Safe Planes zu finden. Orte also, wo

„Obdachlose einen geschützten

Raum“ vorfänden, wo sie beraten

werden könnten und Infrastruktur

vorfänden. Man suche aktuell nach

solchen kleinen, überschaubaren

Plätzen in allen Bezirken. Statt Zelte,

so die Idee der Senatorin, sollen dort

Tiny Houses aufgestellt werden –

Mini-Häuser also.

Viele Fragen gibt es zum doppelten Nachwuchs zu klären, für den der Zoo auch eine Gebühr an China zahlen muss

VonNorbertKoch-Klaucke

ZuRecht freuen sich die Berliner

mit dem Zoologischen Garten

über das neue, doppelte Panda-

Glück. Weibchen Meng Meng hatte

am Sonnabend Zwillinge zur Welt

gebracht. „Sie ist nach der Geburt

noch immer recht erschöpft“, sagte

Zoo-Sprecherin Christiane Reiss der

Berliner Zeitung am Dienstag. „Dennoch

kuschelt das Muttertier sehr

liebevoll mit ihren Babys.“ Alle zwei

bis drei Stunden wechseln sich die

Jungtiere beim Trinken bei Meng

Meng ab. Mit der Aufzucht des

Panda-Nachwuchses kommt auch

viel Arbeit auf die Pfleger zu. Dabei

gibt es jede Menge Fragen zu klären.

Wie geht es mit den Jungen weiter?

Noch sehen sie wie Nacktmolche

aus, sind blind und taub. Doch bald

beginnt das Fell zu wachsen. In etwa

einem Monat ist die schwarz-weiße

Fellzeichnung ausgeprägt, so Reiss.

In dieser Zeit entwickelt sich bei den

Jungen auch das Gehör, die Augen

öffnen sich.

Welche Risiken bestehen noch? Das

Immunsystem der Jungen muss sich

noch stärken, um gegen Infektionen

gewappnet zu sein. Dafür sorgt die

Muttermilch. Um das Keimrisiko zu

minimieren, tragen die Pfleger

Schutzkittel und Mundschutz. Sie

benutzen Desinfektionsmittel. Der

Standard der Panda-Kinderstube

entspricht einer Neugeborenen-Station,

so der Zoo.

Warum ist es so schwierig, das Geschlecht

festzustellen?

Im Gegensatz zu anderen Tierarten

kommen Panda-Junge unreif zur

Welt. Viele Körpermerkmale müssen

sich erst noch entwickeln. „Daher ist

es nicht so einfach, ihr Geschlecht

absolut sicher zu erkennen“, sagt

Sprecherin Reiss.

Wer vergibt die Namen? „Die Details

sind noch nicht geklärt“, sagt Reiss.

Aufjeden Fall werden es chinesische

Namen sein, die wohl auch die Chinesen

festlegen werden. Denn Meng

Mengs Nachwuchs ist Eigentum der

Volksrepublik.

Panda-Dame Meng Meng IMAGO-IMAGES/WAGNER

Muss der Zoo für die Babys zahlen?

Ja. Die Pandas und damit auch

ihre Jungen sind Eigentum Chinas.

DieVolksrepublik verleiht die Bären

seit 2007 an westliche Zoos gegen

eine Gebühr, umsich so deren Ländern

auch politisch anzunähern –

die sogenannte Panda-Diplomatie.

Der Zoo Berlin zahlt jährlich für

Meng Meng und Jiao Qing eine Ge-

bühr von einer Million Dollar (etwa

914 000 Euro)aus dem eigenen Etat.

DieSumme für die Jungen wirdnicht

genannt. Laut Berichten anderer

Zoos sind jährlich etwa 174 000 Euro

für ein Jungtier fällig. Der Zoo Berlin

erhofft sich durch die Panda-Babys

einen Besucheransturm und damit

Mehreinnahmen, die ein Teil der

Kosten decken sollen.

Werlegt die Gebühr fest?

China bestimmt sie. Auch die

Strafgebühr von 434 000 Euro, sollte

ein Panda-Baby im ersten halben

Jahr aus Gründen menschlichenVersagens

sterben.

Wer erhält das Geld? Es fließt in das

Förderprogramm„Giant Panda Conservation

Fund“ in China. 70 Prozent

gehen in den Artenschutz wildlebender

Pandas, 20 Prozent erhält die

Aufzuchtstation. Der Rest deckt Verwaltungskosten.

DieBerliner Panda-

Jungen können laut Vertrag bis zu

vier Jahren im Zoo bleiben. Das chinesische

Zuchtmanagement entscheidet,

wohin sie dann kommen.

Der Mond

ist ein

Berliner

Neues Buch mit Glossen

von Torsten Harmsen

Seltsame Dinge passieren in Berlin.

King Kong besucht die Stadt und

klettert auf den Fernsehturm. Leider

rutscht er an der Kugel ab und liegt

am Ende vorder Alex-Wache.Die verschlufften

Berliner sind ratlos: Was

sollen sie mit ihm machen? Plötzlich

beginnen auch noch die Biber,Kaninchen

und Füchse der Stadt zu sprechen

und sich über die Eigenarten

der Menschen dieser Stadt aufzuregen.

Ja,sogar der Mond überrascht im

Interview damit, dass er heftig berlinert.

Kein Wunder, denn so richtig

aufregen kann man sich eben nur auf

Berlinisch.

„Der Mond ist ein Berliner“ heißt

das neue Buch unseres langjährigen

Redakteurs Torsten Harmsen. Es versammelt

etwa hundert Geschichten,

die zum großen Teil in der Sonnabend-Kolumne

„Harmsens Berlin“

entstanden sind, und erscheint beim

be.bra Verlag Berlin. Premiere hat es

am 26. September, 20Uhr, bei Thalia

im ForumKöpenick.

EinFunken Welterkenntnis

Das Buch setzt den ersten Band

„Neulich in Berlin“ (2018) fort, der

unzählige Beobachtungen an vielen

Orten der Stadt enthält. „Es sind alles

Momentaufnahmen“, sagte Thomas

Böhm, Literaturkritiker bei radio eins,

„doch in der Summe werden die so

etwas wie ein Großstadtroman. Langzeitstudien

unseres Großstadtlebens

en miniature.“

Dasneue Buch „Der Mond ist ein

Berliner“ schildertBegebenheiten in

der U-Bahn, am Strand, auf dem

Flugplatz, im Stadttheater, imEdelrestaurant,

im Kaufhaus, auf der

Grünen Woche und anderswo. Aber

es geht auch noch ein Stück weiter.

„Was ist Berlin eigentlich? Was

macht diese Stadt aus? Wirwissen es

nicht genau“, lauten die ersten Sätze

des Buchs.Essei ein Mixvon Dingen,

die im Grunde nicht zusammenpassen.

Undweil eine eindeutige Definition

der Stadt kaum zu leisten ist,

macht sich der Autor ein Vergnügen

daraus,sich den Besonderheiten auf

höchst verschiedenen Wegen zu nähern.

„Ob es um geheime Raumstationen

geht, um undankbareMöwen

oder kuriose S-Bahngespräche –

nichts ist ihm zu abseitig, um nicht

einen FunkenWelterkenntnis daraus

zu schlagen“, heißt es in der Verlagsankündigung.

Man findet kleine ernsthafte Geschichten

über den Krieg und das

Schicksal einstiger Zuwanderer genauso

wie Betrachtungen darüber,

was eine „ehrliche Stulle“ ist und

warum sich ein Bahnhofsklo eine

„Philosophie“ geben muss. Auch

gibt es kleine Fabeln, in denen sich

fremde Wesen in die Stadt verirren

und Tiere plötzlich anfangen zu

sprechen. Der unerwartete Perspektivwechsel

ist ein Mittel der Komik.

Und wenn man als Stadtbewohner

den oft verständlichen Dauer-Ärger

mal abstreift – über zunehmende

Rücksichtlosigkeit, Chaos undWurstigkeit

–, dann sieht man: Es geht zuweilen

ganz schön komisch zu in

dieser Stadt.

Eine zentrale Rolle spielt die Sprache.Torsten

Harmsen findet im Berlinischen

die Essenz für das, was den

Geist der Stadt ausmacht –ihre lakonische

Kürze, ihre Schnodderigkeit,

ihren Witz, ihre Frechheit und ihre

Art, übertriebene und erhabene

Dinge zu ironisieren. Auch beim Autor

selbst funkt immer wieder der„innereBerliner

dazwischen. (BLZ)

Torsten Harmsen: Der Mond

ist ein Berliner.Wunderliches

aus dem Hauptstadt-Kaff,

be.braVerlag,Berlin (19.

Sept. 2019). 224 S.,14Euro.

Buchpremiere: 26. September,20Uhr,Forum

Köpenick,

Bahnhofstr.33-38, 12555

Berlin. Kartenvorverkauf vor

OrtinderThalia-Filiale.


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Krastoffverbrauchinnerorts/außerorts/kombiniert

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*Die angegebenen Wertewurden nachdem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sichumdie „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2Nr. 1Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Krastoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Die Angaben beziehen sich

nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Die Werte variieren in Abhängigkeit der gewählten Sonderausstattungen. Weitere Informationen zum offiziellen Krastoffverbrauchund den

offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkrawagen können dem „Leitfaden über den Krastoffverbrauchund die CO₂-Emissionen neuer Personenkrawagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de

unentgeltlicherhältlichist. |13.000,– €Eintauschprämie bei Inzahlungnahme Ihres gebrauchten Transporters, Vans oder Pkws und Kauf eines Citan, Vito, Sprinter oder V-Klasse bzw.X-Klasse Neuwagens. Eintauschprämie gemäß den Richtlinien der Mercedes-Benz Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme.

Im Aktionszeitraum vom2.bis 7. September 2019: 5.000,– €Eintauschprämie bei Inzahlungnahme Ihres Gebrauchten und Kaufeines Sprinter Neuwagens oder 4.000,– €Eintauschprämie bei Inzahlungnahme Ihres Gebrauchten und Kauf eines neuen Vito.|²Ein ServiceCareLeasing mit

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Verbraucher,besteht nachVertragsschluss ein gesetzliches Widerrufsrecht nach§495 BGB. |⁴Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, zzgl. lokaler Überführungskosten. |Die Angebote gelten nur solange der Vorrat reicht, und sind nicht kombinierbar mit anderen Aktionen oder

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Bundesminister Jens Spahn

Beim politischen Talkformat des Redaktionsnetzwerk

Deutschland wird

am Dienstag, den 17. September um

18.30 UhrBundesgesundheitsminister

Jens Spahn im Adlon (Berlin-

Mitte) zu Gast sein. Interessierte Leserinnen

und Leser der Berliner Zeitung

haben exklusiv die Gelegenheit,

daran teilzunehmen und Fragen zu

stellen. Möchten Sieauch dem Bundesminister

eine persönliche Frage

stellen? Dann schreiben Siebitte mit

IhrenKontaktdaten und der Telefonnummer,

unter der Sie tagsüber zu

erreichen sind, sowie Ihrer Frage an

Jens Spahn an diese Adresse:

leser-blz@dumont.de

West und Ost, sie empfinden unterschiedlich in Deutschland.

Gefühle als Bürger zweiter Klasse

Meinung: „Der Osten hat die alten Lager satt“ von Sabine Rennefanz

(2. September)

Für die Demokratie sind wir längst reif genug, heute nach 30 Jahren

geht es uns vorallem um„Gleichheit vordem Gesetz“, wie im Grundgesetz

Artikel 3festgeschrieben: Alle Menschen sind vor dem Gesetz

gleich! Dashat mit Artikel 1zutun: DieWürde des Menschen ist unantastbar.

Inder heutigen Bundesrepublik gibt es ein einheitliches gültiges

Grundgesetz für dieWest- wie für die Ostdeutschen. Es geht darum,

IMAGO IMAGES/RALPH PETERS

die Wende zu vollziehen. Das hängt damit zusammen, dass wir „Ostdeutsche“

seit nunmehr 30 Jahren immer noch als Bundesbürger zweiter

Klasse hingestellt werden. Wie sonst sollten wir es verstehen, dass

immer noch West- und Osttarife,West- und Ostrenten, West- und Ostarbeitszeiten

zementiert werden. Für das Wahlverhalten in Sachsen

und Brandenburghaben gerade diese andauernden Ungerechtigkeiten

mit ihren Gefühlen als Bürger zweiter Klasse tiefe Spuren hinterlassen.

Günter Marsch, Berlin-Friedrichsfelde

Versorgung der Patienten im

Einzugsbereichist gefährdet

Berlin: „Samwer-Brüder werfen Ärzte

raus“ von Maritta Tkalec

(2. September)

Es ist ein Skandal, was mit dem Haus

der Gesundheit am Alexanderplatz

geschieht, eine Blamage, was sich

die AOK und der Berliner Senat hier

geleistet haben. Schon mit der Verlegung

von Arztpraxen hat man die

Versorgung der vielen Patienten im

Einzugsgebiet des Hauses gefährdet.

Es ist beschämend, was man aus dieser

einst vorbildlichen und fortschrittlichen

Gesundheitseinrichtung

gemacht hat.

Detlef Krastel, Berlin-Köpenick

Man kann jede Menge Freude

haben, ohne zu belästigen

Facebook: „Vergleich mit Fußballfans:

Türkei-Experte wirbt um Verständnis

für Hochzeitscorsos“

(2. September)

Die Freiheit des Einzelnen endet da,

wo er in Freiheiten der anderen Bürger

eingreift. Sollten unsere Mitbürger

mit feierfreudigen Wurzeln einfach

mal drüber nachdenken. Man

kann jede Menge Freude haben,

ohne die ganzeNachbarschaft zu belästigen.

Jörg Engmann

Straßen dienen dazu, von Anach B

zu gelangen, Güter zu transportieren,

Pendler zur Arbeit zu bringen.

Sie dienen nicht dazu, Hochzeiten

mit Trallala anzukündigen.

Heidi Helmer

Das ändert doch nichts daran, dass

sie sich grob rücksichtslos und verkehrswidrig

verhalten.

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Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 19 *

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Brandenburg

Frauen ohne Macht

Brandenburg hat das bundesweit erste Parité-Gesetz, das mehr Frauen ins Parlament bringen sollte. Dieses Mal galt es noch nicht. Die Quote sank um acht Prozent

VonJens Blankennagel, Potsdam

Eine rot-rot-grüne Mehrheit

im Potsdamer Landtag hat

Anfang des Jahres für ein

bundesweites Novum gesorgt:

das erste Parité-Gesetz in

Deutschland. Damit sind die Parteien

bei Landtagswahlen verpflichtet,

ihreWählerlisten so aufzustellen,

dass sich Männer und Frauen in der

Reihenfolge abwechseln, damit aus

jeder Partei möglichst gleich viele

Frauen und Männer über die Liste

als Abgeordnete ins Parlament einziehen.

Gegen diese Geschlechterquote

stimmten CDU und AfD.

Die neue Regelung gilt allerdings

erst ab der nächsten Landtagswahl:

Beider Wahl am vergangenen Sonntag

hatten die Parteien noch freie

Hand, wensie auf die Liste setzen.

Acht Prozent weniger Frauen

7. Brandenburger Landtag Gesamt 88 Abgeordnete, davon 28 Frauen

Gesamt 25

Frauen 7

Gesamt 23 Gesamt 15 Gesamt 10 Gesamt 10 Gesamt 5

Frauen 5

Frauen 4

Brandenburg war im Januar

das erste Bundesland, das

eine gesetzlich Frauenquote

für die Wahllisten eingeführt

hat. NPD und Piratenpartei

reichten dagegen beim Landesverfassungsgericht

Beschwerde

ein. Im Juli folgte

Thüringen, dortbeschloss

die rot-rot-grüne Regierungsmehrheit

ein Parité-Gesetz.

PARITÉ-GESETZ

Das Gesetz in Brandenburg

sieht vor, dass Parteien, die

laut Satzung nur für ein Geschlecht

offen sind, keine

quotierten Listen aufstellen

müssen. Wersich weder als

männlich noch als weiblich

einstuft, muss trotzdem festlegen,

ob der eigene Name

auf einem Listenplatz für

Männer oder Frauen steht.

Frauen 5 Frauen 5

Sanktionen sind auch vorgesehen.

Zuerst wählt die

Partei eine Frauen- und eine

Männerliste. Dann entscheidet

sie, ob eine Frau oder ein

Mann den ersten Platz einnimmt.

Dann werden die Listen

zusammengeführt. Wird

gegendas Gesetz verstoßen,

muss der Wahlausschuss die

Liste zurückweisen.

Frauen 2

BLZ/GALANTY

Das Ergebnis ist nun, dass von den

88 Abgeordneten des neuen Landtags

nur 28 weiblich sind. Diese

knapp 32 Prozent sind weit von der

Hälfte aller Abgeordneten entfernt.

Zudem sind es auch noch acht Prozent

weniger als im bisherigen Landtag,

in dem 35 Frauen saßen.

Damit ist der Brandenburger

Frauenanteil sogar noch unter den

des Berliner Abgeordnetenhauses

gesunken: Dort liegt er bei 33. Im

Bund sind es 31 Prozent –der niedrigste

Stand seit 20 Jahren. Das liegt

vor allem daran, dass der Frauenanteil

in der AfD sehr niedrig ist, aber

auch bei der FDP und der CDU.

Erschwerend kommt für die Idee

der Parität hinzu, dass die Geschlechterquote

nur für die Wahllisten

gilt, aber nicht bei jenen Kandidaten,

die per Direktmandaten ins

Parlament einziehen. Bei denen gab

es zu viele verfassungsrechtliche Bedenken.

Dasheißt für künftige Wahlen:

Vonden 88 Sitzen werden 44 direkt

und ohne Vorgaben vergeben,

und nur die andere44über dieWahllisten

mit der Frauenquote.

Bei der aktuellen Wahl hatte die

Sache mit den Direktkandidaten interessante

Folgen, wie sich am Beispiel

der SPD zeigt. DieSozialdemokraten

stellten schon für diese Wahl

eine fast vorbildliche Parité-Liste

auf: Dort stehen 72 Namen und bis

zu Platz 67 wird auch immer zwischen

Männern und Frauen gewechselt.

Die SPD hat nun 25 Abgeordnete

im neuen Landtag. Ginge es

nach der Liste, wären zwölf Frauen

dabei – doch es sind nur sieben.

Denn die Liste spielte gar keine Rolle,

weil bei der SPD ausschließlich Direktkandidaten

in den Landtag einziehen.

Geradezu tragisch ist der Wahlausgang

für Klara Geywitz von der

SPD, die sich mit Bundesfinanzminister

Olaf Scholz für den Bundesvorsitz

der Partei bewirbt. Die frühere

Brandenburger Generalsekretärin

war eine der wichtigsten Initiatorinnen

des Parité-Gesetzes. Ihr

Name stand dieses Mal auf Platz

zehn der Landesliste. Sie zieht nun

nicht ins Parlament ein, weil sie ihren

Wahlkreis in Potsdam an Marie

Schäffer verloren hat, die das einzige

Direktmandat für die Grünen mit

144 Stimmen Vorsprung vorGeywitz

gewann. Auch Britta Stark, die bisherige

Landtagspräsidentin, die auf

Listenplatz 2der SPD stand, kommt

nun nicht mehr in den Landtag.

Klara Geywitz sagte der Berliner

Zeitung:„Es war vonvornherein klar,

dass das Parité-Gesetz nur 44 der 88

Parlamentssitze quotiert.“ Dass nun

der Frauenanteil so niedrig ist, liege

vor allem daran, dass bei der AfD

und der CDU kaum Frauen dabei

seien. Es sei nun mal entschieden

worden, es bei den Direktmandaten

so wie bisher zu belassen. „Aus meiner

Sicht sollten wir die nächste

Landtagswahl erst einmal abwarten

und schauen, ob sich etwas verbessert,

wenn dann das Parité-Gesetz

zurWirkungkommt.“ Siewarnt auch

vor zuvielen Änderungen bei den

Direktmandaten. „Das Wahlrecht

darf nicht so kompliziert werden,

dass die Wahlbeteiligung sinkt.“

Grüne wollten „Wahlkreis-Duos“

Die Grünen-Spitzenkandidatin Ursula

Nonnemacher sieht es anders.

Siesagte: „Der niedrige Frauenanteil

beweist, dass jetzt genau das passiert

ist, was wir Bündnisgrüne immer

kritisiert hatten: Ohne konsequente

paritätische Quotierung sind Frauen

in den Parlamenten nicht angemessen

repräsentiert.“

Die Grünen hatten ursprünglich

eine andere Idee: Die Zahl der 44

Wahlkreise sollte halbiert werden,

dort sollten dann Männer und

Frauen „Wahlkreis-Duos“ bilden

und als Direktkandidaten antreten.

Daswollten SPD und Linke nicht.

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20 Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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B r andenburg

LANDTAGSWAHL ’19

Brandenburg

Im 7.Brandenburger Landtag sitzen 88 Abgeordnete

–sowie in allen Parlamenten seit 1990. Noch

gibt es kein offizielles Datum für die konstituierende

Sitzung, darüber entscheidet das Präsidium

des alten Landtags.Geplant ist der 25. September.

Das Präsidium berät auch darüber, wodie Fraktionen

im Plenarsaal sitzen werden. DieUmbauarbeiten sollen

bald beginnen. Dabei werden die Stühle so gruppiert,

Die Neuen

Nun wird der Plenarsaal für den Brandenburger Landtag umgebaut

dass die Fraktionen in einem geschlossenen Block mit

vier Reihen zusammensitzen. Geplant ist, dass wieder

die AfD-Fraktion auf der rechten Seite sitzt, dann könnten

die Freien Wähler folgen. Die restliche Reihenfolge

hängt auch davon ab, inwelche Richtung die Regierungsbildung

geht, also ob Rot-Rot-Grün nebeneinander

gruppiertwirdoder SPD,CDU und Grüne –und die

Linken ganz links daneben. (bla.)

26,2 Prozent

(–5,7)

25 Sitze, davon

25 Direktmandate

UweAdler

Jahrgang 1974

Kriminalbeamter

Direktkandidat

Günter Baaske

Jahrgang 1957

Abgeordneter

Direkt

Ortwin Baier

Jahrgang 1958

Verwaltungswirt

Direkt

Helmut Barthel

Jahrgang 1953

Lehrer

Direkt

MikeBischoff

Jahrgang 1965

Abgeordneter

Direkt

Tina Fischer

Jahrgang 1971

Juristin

Direkt

Johannes Funke

Jahrgang 1969

Geschäftsführer

Direkt

Inka Gossmann-

Reetz, geb. 1969

Abgeordnete

Direkt

ElskeHildebrandt

Jahrgang 1974

Kita-Beraterin

Direkt

Daniel Keller

Jahrgang 1986

Jugendtrainer

Direkt

Britta Kornmesser

Jahrgang 1968

Bauingenieurin

Direkt

Katrin Lange

Jahrgang 1971

Verwaltungsfachwirtin,

Direkt

UlrikeLiedtke

Jahrgang 1958

Musikwissenschaftlerin,

Direkt

BjörnLüttmann

Jahrgang 1975

Abgeordneter

Direkt

Hardy Lux

Jahrgang 1971

Sozialwissenschaftler,Direkt

Andreas Noack

Jahrgang 1965

Technischer Fachwirt,

Direkt

Harald Pohle

Jahrgang 1950

Rentner

Direkt

Katja Poschmann

Jahrgang 1980

Angestellte im öff.

Dienst, Direkt

Wolfgang Roick

Jahrgang 1968

Ingenieur

Direkt

Sebastian Rüter

Jahrgang 1976

Geschäftsstellenleiter,Direkt

Ludwig Scheetz

Jahrgang 1986

Kaufmänn. Angestellter,Direkt

Erik Stohn

Jahrgang 1983

Rechtsassesor

Direkt

Jörg Vogelsänger

Jahrgang 1964

Ingenieur

Direkt

Udo Wernitz

Jahrgang 1968

Außendienstmitarbeiter,Direkt

Dietmar Woidke

Jahrgang 1961

Agrar-Ingenieur

Direkt

23,5 Prozent

(+11,3)

23 Sitze, davon

15 Direktmandate

Sabine Barthel

Jahrgang 1962

Versicherungsmaklerin,

Direkt

Hans-Christoph

Berndt, geb. 1956

Laborarzt

Direkt

Birgit Bessin

Jahrgang 1978

Abgeordnete

Landesliste

Peter Drenske

Jahrgang 1960

Ingenieur f. Fleischwirtschaft,

Direkt

Lena Duggen

Jahrgang 1987

Rechtsanwältin

Landesliste

Daniel Freiherrvon

Lützow,geb. 1974

Selbstständig

Landesliste

Andreas Galau

Jahrgang 1967

Beamter

Landesliste

LarsGünther

Jahrgang 1976

Immobilienkaufmann,

Direkt

Michael Hanko

Jahrgang 1964

Fliesenlegermeister,Direkt

Dennis Hohloch

Jahrgang 1989

Lehrer

Liste

Rolf-Peter Hooge

Jahrgang 1952

Rentner

Direkt

LarsHünich

Jahrgang 1971

AfD-Landesgeschäftsführer,Liste

Jan-Steffen John

Jahrgang 1964

Finanzfachwirt

Direkt

Andreas Kalbitz

Jahrgang 1974

Abgeordneter

Liste

Steffen Kubitzki

Jahrgang 1964

Richtmeister

Liste

WilkoMöller

Jahrgang 1966

Polizeibeamter

Direkt

Daniel Münschke

Jahrgang 1980

Vermögensberater

Direkt

Kathleen Muxel

Jahrgang 1971

Einrichtungsberaterin,

Direkt

Volker Nothing

Jahrgang 1965

Industriemechaniker,

Direkt

LarsSchieske

Jahrgang 1977

Rettungssanitäter

Direkt

Marianne Spring-

Raumschüssel

geb. 1946

Ökonomin, Direkt

Felix Teichner

Jahrgang 1991

Industriemechaniker,

Direkt

Franz Josef Wiese

Jahrgang 1952

Abgeordneter

Direkt

15,6 Prozent

(–7,4)

15 Sitze, davon

2Direktmandate

Kristy Augustin

Jahrgang 1979

Kommunikationswiss.,

Liste

Frank Bommert

Jahrgang 1961

Metallbauer

Liste

Steeven Bretz

Jahrgang 1976

Abgeordneter

Liste

Julian Brüning

Jahrgang 1994

Student

Liste

DannyEichelbaum

Jahrgang 1973

Jurist

Liste

Rainer Genilke

Jahrgang 1968

Abgeordneter

Liste

Gordon Hoffmann

Jahrgang 1978

Erzieher

Liste

BjörnLakenmacher

Jahrgang 1975

Kriminalbeamter

Liste

Saskia Ludwig

Jahrgang 1968

Kauffrau

Liste

Jan LarsRedmann

Jahrgang 1979

Rechtsanwalt

Liste

Barbara Richstein

Jahrgang 1965

Rechtsanwältin

Direkt

André Schaller

Jahrgang 1973

Rechtsanwalt

Liste

Roswitha Schier

Jahrgang 1962

Abgeordnete

Liste

Michael Schierack

Jahrgang 1966

Arzt

Liste

Ingo Senftleben

Jahrgang 1974

Hochbautechniker

Direkt

10,8 Prozent

(+4,6)

10 Sitze, davon

1Direktmandat

Petra Budke

Jahrgang 1958

Lehrerin

Liste

Sahra Damus

Jahrgang 1982

Uni-Angestellte

Liste

Thomas von Gizycki

Jahrgang 1963

Haushaltsreferent

Liste

Isabel Hiekel

Jahrgang 1963

Landschaftsplanerin,

Liste

Heiner Klemp

Jahrgang 1963

Berater

Liste

Ursula Nonnemacher,geb.

1957

Ärztin

Liste

Benjamin Raschke

Jahrgang 1982

Politologe

Liste

Clemens Rostock

Jahrgang 1984

Volkswirt

Liste

Marie Schäffer

Jahrgang 1990

Informatikerin

Direkt

Axel Vogel

Jahrgang 1956

Kaufmann

Liste

10,7 Prozent

(–7,9)

10 Sitze,

kein Direktmandat

Marlen Block

Jahrgang 1980

Rechtsanwältin

Liste

Andreas Büttner

Jahrgang 1973

Staatssekretär

Liste

Kathrin Dannenberg,geb.

1966

Lehrerin

Liste

Thomas Domres

Jahrgang 1970

Altenpfleger

Liste

Bettina Fortunato

Jahrgang 1957

Agronomin

Liste

Christian Görke

Jahrgang 1962

Abgeordneter

Liste

Andrea Johlige

Jahrgang 1977

Medienfachwirtin

Liste

RonnyKretschmer

Jahrgang 1975

Krankenpfleger

Liste

Isabelle Vandre

Jahrgang 1989

Politikwissenschaftlerin,

Liste

Sebastian Walter

Jahrgang 1990

Gewerkschaftssekretär,Liste

5,0 Prozent

(–2,3)

5Sitze, davon

1Direktmandat

Ilona Nicklisch

Jahrgang 1958

Bürofachangestellte,

Liste

Matthias Stefke

Jahrgang 1963

Kommunikationstrainer,Liste

Pèter Vida

Jahrgang 1983

Rechtsanwalt

Direkt

Christine Wernicke

Jahrgang 1960

Agraringenieurin

Liste

Philip Zeschmann

Jahrgang 1967

Volkswirt

Liste


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 21 *

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Wissenschaft

Klimawandel

bedroht

Bananenernten

Anbaubedingungen werden

vielerorts schlechter

Mit dem Klimawandel drohen

vielerorts die Bananenernten

zu schwinden. In wichtigen Anbauländern

wie Indien und Brasilien

werde esimZuge der prognostizierten

Klimaveränderungen in den

nächsten Jahrzehnten wohl starke

Rückgänge der Erträge geben, berichten

Wissenschaftler im Fachjournal

Nature Climate Change. Indien

ist der größte Produzent weltweit,

Brasilien liegt auf Rang vier.Andere

Länder wie Ecuador –

weltgrößter Exporteur –und Honduras

könnten der Analyse zufolge

ebenso wie einige afrikanische Länder

bessereErnten erreichen.

Seit den 60er-Jahren stiegen die

Erträge im Zuge des Klimawandels

in 21 von 27berücksichtigten Ländern,

auf die 86 Prozent der Obstbananen-Ernte

entfallen, wie die Wissenschaftler

berichten. Im Mittel

werden dort demnach 1,37 Tonnen

pro Hektar mehr geerntet. Bis 2050

könnten diese Zuwächse der Analyse

zufolge deutlich reduziert oder ganz

geschwunden sein. Betroffen seien

vorallem zehn Länder,neben Indien

und Brasilien etwa auch Kolumbien,

Costa Rica, Guatemala, Panama und

die Philippinen.

Pilzkrankheit breitet sich aus

Die Forscher um Daniel Bebber von

der University of Exeter in Großbritannien

hatten in ihre Modellrechnung

Daten zum Anbau in 27 Ländern,

zu den idealen Temperaturund

Niederschlagsbedingungen und

zur prognostizierten Klimaentwicklung

in der jeweiligen Region einbezogen.

Besonders große Verluste haben

demnach Brasilien und Kolumbien

zu befürchten. „Wir sind sehr

besorgt über den Einfluss vonKrankheiten

wie der Fusariose auf die Bananen,

der Einfluss des Klimawandels

aber wurde bisher weitgehend

ignoriert“, sagt Bebber.

Allerdings könnten sich mit der

globalen Erwärmung auch Pflanzenkrankheiten

weiter ausbreiten. Erst

kürzlich hatte das kolumbianische

Landwirtschaftsinstitut berichtet,

dass eine bisher vor allem in Asien

und Afrika auftretende Variante der

Pilzkrankheit Fusariose nun auch

Plantagen des fünftgrößten

Bananenexporteurs befallen hat. Die

Pflanzen sind mit der virulentenVariante

Tropical Race 4des Fusarium-

Pilzes infiziert, die die Stauden absterben

lässt. Betroffen ist die Sorte

„Cavendish“, die auch nach Deutschland

exportiertwird. (dpa)

Frühe Umgestaltung der Erde: Pflügender Bauer im alten Ägypten aus der Grabkammer des Sennedjem, um 1200 vor Christus.

Die Welt-Veränderer

Die Menschheit verwandelt die Erde tiefgreifend –und das schon viel länger als gedacht

VonStefan Parsch

Abholzung vonWäldern, Artensterben,

Plastikvermüllung,

Klimawandel durch

Ausstoß von Treibhausgasen:Der

Mensch hat die Erde gründlich

verändert –bis in die entlegensten

Winkel und insbesondere seit

dem Beginn der Industrialisierung.

Nunzeigt eine große Studie: Die globale

Umgestaltung der Natur begann

viel früher als gemeinhin angenommen.

Schon vorspätestens 3000 Jahrenhatte

der Mensch der Erde in vielen

Weltregionen seinen Stempel aufgedrückt.

Dasberichtet ein Team um

Lucas Stephens vom Jenaer Max-

Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

im Fachjournal Science.

Die Studie entstand im Rahmen

des weltweiten Archaeo-Globe-Projekts,indem

die Daten vonArchäologen

ausgewertet wurden. Diese sollten

sich auf Fragebögen zur Landnutzung

in 146 Regionen äußern. Alle

Kontinente wurden dabei erfasst, mit

Ausnahme der Antarktis. Dabei ging

es um den Zeitraum von vor 10000

Jahren bis 1850. Aus den Antworten

von255 Archäologen erarbeiteten die

Wissenschaftler Weltkarten, die die

Entwicklung der Landnutzung durch

den Menschen im Laufe der Zeit aufzeigen.

Diese änderte sich demnach

grundlegend mit dem Aufkommen

und der Verbreitung von Viehwirtschaft

und vor allem der Landwirtschaft.

Menschen begannen, Wälder

für Felder zu roden, Feuer dafür zu

nutzen, Tiere zudomestizieren und

Anthropozän: Der Begriff

steht für eine Epocheder Erdgeschichte,

in der der Mensch

zum entscheidenden geologischen

Faktor geworden ist. Der

Beginn wird unterschiedlich

angesetzt, frühestens 1610,

spätestens 1950.

Städte anzulegen. DerMensch prägte

seine Umwelt zunehmend.

Vorrund 10000 Jahren gab es nur

in Vorderasien Gebiete, in denen

Menschen Haustiere hielten und

Landwirtschaft betrieben. Diese

Wirtschaftsformen verbreiteten sich

dann allmählich immer weiter, nach

Europa, in andere Teile Asiens, nach

Afrika, Amerika und Ozeanien. Vor

6000 Jahren gab es der Studie zufolge

bereits in 42 Prozent der Regionen zumindest

extensive Landwirtschaft.

Intensiver, also auf möglichst hohe

Erträge ausgerichteter Ackerbau

blieb zu jener Zeit noch auf wenige

Regionen im Mittelmeerraum, Vorderasien,

Südasien und Ostchina beschränkt.

Vor2000 Jahren war intensiveLandwirtschaft

dann schon in 65

der 146 Regionen üblich.

Weltweit, so das Urteil der Forscher,

fanden Vieh- und Landwirtschaft

schon vor etwa 3000 Jahren

DAS ARCHAEO-GLOBE-PROJEKT

Globale Studie: Für dasArchaeo-Globe-Projekt

konnten

weltweit 255Archäologendafür

gewonnen werden, ihrWissen

über die lokale Siedlungsgeschichte

des Menschen in

eine große Datenbank einfließen

zu lassen.

Neue Ergebnisse: Die jetzt

veröffentlichte Studie lässt

Forscher schlussfolgern,

dass tiefgreifende „anthropogene“

Veränderungen

nicht erst mit der Eroberung

der „NeuenWelt“ oder der Industrialisierung

begannen.

weite Verbreitung. Damals habe der

Mensch damit begonnen, die Erde erheblich

umzugestalten, folgert das

Team. Dasist erheblich früher,als die

frühere Analyse der Datenbank

History Database of the Global Environment

(Hyde) ergeben hatte. Das

Hayde-Modell zeigt in Europa und

Nordosten Chinas einen deutlichen

Anstieg der Agrar- und Weideflächen

erst voretwa 1000 Jahren. DieResultate

der aktuellen Studie stellen nach

Einschätzung der Autoren das „Anthropozän-Paradigma“

infrage, „demzufolge

die großflächige Umgestaltung

der globalen Umwelt ein überwiegend

junges Phänomen ist“.

„Vor etwa 12 000 Jahren waren die

Menschen weitgehend Wildbeuter,

was heißt, dass sie nicht so intensiv

mit ihrer jeweiligen Umgebung interagierten,

wie das Bauerngewöhnlich

tun“, sagt Ko-Autor Gary Feinman

vonField Museum of Natural History

THE YORCK PROJECT/2002

in Chicago.„Undnun sehen wir,dass

Menschen vor 3000 Jahren in vielen

Teilen der Erde massiv Landwirtschaft

betreiben. Zu jener Zeit begannen

Menschen, Wälder zu roden, um

Nahrung zu pflanzen und Pflanzen

und Tierezudomestizieren und vom

Menschen abhängig zu machen.“ Allerdings

habe sich der Einfluss des

Menschen auf seine natürliche Umgebung

seitdem deutlich beschleunigt,

betonen die Forscher.

Wie Neil Roberts von der britischen

Universität Plymouth in einem

Science-Kommentar schreibt, passe

die Erkenntnis, dass „anthropogene

Veränderungen der Bodenbedeckung“

bereits vor 3000 Jahren stattfanden,

zu anderen Beispielen –etwa

Rekonstruktionen des Waldverlusts

im gemäßigten Europa. Allerdings

enthalte die Studie eine grundlegende

Verzerrung: Die archäologischen

Daten stammen laut Roberts

hauptsächlich aus jenen Erdregionen,

die von vielen Menschen bewohnt

wurden, weniger dagegen aus

dünn besiedelten Gebieten. „Daher

ist es vielleicht nicht überraschend,

dass Stephens und Kollegen folgern,

die menschliche Transformation der

Erdoberfläche habe schon früh stattgefunden.“

Dennoch spricht Roberts

vonbeeindruckenden Resultaten.

Andrea Kay, eine der Autorinnen

der Stude, sagt: „Selbst kleinräumige

Landwirtschaft oder Wanderfeldbau

können globale Veränderungen verursachen,

wenn sie in großem Rahmen

und über lange Zeiträume betrachtet

werden.“ (dpa/fwt/BLZ)

Viel EU-Geld

für Berliner

Forscher

Gut 13 Millionen Euro für

neun innovative Vorhaben

Bei den Auszeichnungen des Europäischen

Forschungsrats

(ERC) war Berlin erneut erfolgreich.

Vier Forscherinnen und fünf Forscher

erhalten in der aktuellen Förderrunde

Starting Grants.Mit diesen

begehrten Auszeichnungen werden

innovative Vorhaben mit bis zu 2,5

Millionen Euro gefördert. Sie sind

gedacht für Wissenschaftler, die sich

in der frühen Phase ihrer Karrierebefinden.

Die Preisträger sollen mit

dem Geld eigene Teams aufbauen

können. Die neun Berliner erhalten

insgesamt 13,15 Millionen Euro.

Einer der Ausgezeichneten ist Nicola

Wilck von der Charité Universitätsmedizin.

Er erhält 1,5 Millionen

Euro, uminden nächsten fünf Jahren

den Zusammenhang zwischen

Bluthochdruck und Darmbakterien

zu erforschen. Sein Ziel ist es, mithilfe

vonpersonalisierten Therapien

die Funktionen von Darmbakterien

derartzuverbessern, dass Bluthochdruck

und Organschäden verhindert

werden.

Ebenfalls im biomedizinischen

Bereich forscht Jane Reznick vom

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare

Medizin. Sie erhält 1,55 Millionen

Euro,umvon Nacktmullen zu

lernen und neue Therapien gegen

Herzleiden und Schlaganfall zu entwickeln.

Wermutstropfen für Berlin:

Sie wird das MDC verlassen, um anderswo

eine eigene Arbeitsgruppe

aufzubauen.

Die übrigen Preisträger: Özlem

Bedre-Defolie von der European

School of Management and Technology,die

über Preisgestaltung auf digitalen

Plattformen forscht. Kaspars

Dadzis vom Leibniz-Institut für Kristallzüchtung,

der neue Ansätzeinder

Kristallzüchtung verfolgt. Jan Jansen

von der Freien Universität, der das

Thema Flüchtlinge und Revolutionen

in der Zeit um 1800 ergründet. Genia

Kostka vonder Freien Universität, die

sich mit dem autoritären China befasst.

Anne-Marie McManus vomForum

Transregionale Studien, die Gefängniserlebnisse

von Syrern unter

Assad als Thema hat. Tim Schröder

von der Humboldt-Universität, der

im Bereich Quantenphotonik arbeitet.

Und Nicolas Schuck vom Max-

Planck-Institut für Bildungsforschung,

der das Gedächtnis erforscht.

In diesem Jahr erhalten europaweit

408 Wissenschaftler die begehrte

Förderung, es gab 3106 Bewerbungen.

Im vergangenen Jahr

gingen ebenfalls neun Starting

Grants nach Berlin. (abg.)

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22 * Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Sport

NACHRICHTEN

Füchse wollen gegen

Minden nachlegen

HANDBALL. NurdreiTage nach dem

ersten Saisonsieg gegen Erlangen

stehen die Füchse in der Bundesliga

vorder nächsten Pflichtaufgabe.Gegen

die GWD Minden sind die Berliner

am Mittwoch in der heimischen

Max-Schmeling-Halle (19 Uhr) Favorit.

„Das ist klar,das Spiel müssen

wir gewinnen“, fordertdeshalb auch

Nationalspieler Paul Drux.

Coleman darf bei WM trotz

verpasster Tests starten

LEICHTATHLETIK. US-Sprinter

Christian Coleman darftrotz drei

verpasster Dopingtests nach derzeitigem

Stand an der WM in Doha (27.

September bis 6. Oktober) teilnehmen.

DieUS-Anti-Doping-Behörde

Usada stellte die Ermittlungen gegen

den Vize-Weltmeister über 100 m

ein. Wiedie Usada mitteilte,müsse

das Datum vonColemans erstem

verpassten Test vom6.Juni 2018 auf

den ersten Tagdes Quartals,den 1.

Aprilrückdatiertwerden. Damit liegen

die Daten der drei so genannten

„missed tests“ nicht mehr innerhalb

vonzwölf Monaten. Dieweiteren

verpassten Tests passierten am 16.

Januar 2019 und am 26. April2019.

Erst bei drei Meldepflichtverstößen

droht eine Sperre. DerGrund für die

Rückdatierung des ersten Tests ist

ein sogenannter „Filing Failure“ −

Coleman hatte sich nicht an dem Ort

aufgehalten, den er für einen möglichen

Test angegeben hatte.

Sportgericht schließt den

Fall Jatta ab

FUSSBALL. Nach den zurückgezogenen

Einsprüchen der Zweitligisten

Nürnberg, Bochum und Karlsruhe

gegen die Wertung der Spiele gegen

den Hamburger SV hat auch das

Sportgericht des Deutschen Fußball-

Bundes die Einspruchsverfahren abgeschlossen.

Stagnation als Fortschritt

Obwohl Alexander Zverev im Achtelfinale der US Open scheitert, scheint die tiefgreifende Krise überwunden

VonKarin Bühler,New York

Schwer zu sagen, ob es wirklich

ein Trost für Alexander

Zverev nach dem letzten

Grand-Slam-Turnier des

Jahres war, dass er Ansätze zur Besserung

sah. Am Ende stand eine Niederlage

in Runde vier,und die Tatsache,

dass er bei diesem Turnier zum

ersten Malinder zweiten Woche angekommen

war. Erweiß noch nicht

genau, wie er es anstellen soll, aber

noch hat dieses komplizierte Jahr ein

paar Chancen im Angebot.

Mangelnden Einsatz musste er

sich nicht vorwerfen. In den vier Sätzen

gegen Diego Schwartzman versuchte

er alles,als die Sache schon so

gut wie entschieden war. Seine

Chancen auf einen Sieg beim 6:4, 2:6,

4:6, 3:6 wären größer gewesen, wenn

er nach dem gewonnenen ersten

Satz einen frühen Breakball im zweiten

genutzt hätte. Doch stattdessen

ging der Argentinier in Führung,

glich aus, und damit war klar, dass

Zverev wieder mindestens vier Sätze

spielen musste. Mit Schmerzen und

einer Prellung im Kreuz nach einer

Rolle auf dem harten Boden zwei

Tage zuvor.

Zu viele Doppelfehler

Wieder hatte er zu viele Probleme

mit dem zweiten Aufschlag, die zu 17

Doppelfehlern führten. Der Abschluss-Wert

bei den vier Grand-

Slam-Turnieren zusammen steht damit

bei 131; geteilt durch insgesamt

14 Spiele in Melbourne, Paris,Wimbledon

und NewYorkergibt sich daraus

eine Durchschnittsquote von

fast zehn in jeder Partie. Keiner der

Konkurrenten aus der Spitzekommt

in die Nähe eines solchen Wertes.

Schaut man sich die Sache genau

an, dann sieht seine Bilanz bei den

Grand-Slam-Turnieren 2019 genauso

wie die des vergangenen Jahres

aus: Insgesamt gewann er zehn

Spiele. Wenn man will, kann man

den Status Quoals Steigerung sehen

angesichts all der Verwicklungen, in

Enttäuscht nach der NewYorkerAchtelfinalpremiere: Alexander Zverev.

GETTY/BRUNSKILL

die er sich in diesem Jahr verstrickt

hatte: von der gerichtlichen Auseinandersetzung

mit seinem ehemaligen

Manager Patricio Apey, den

Schwierigkeiten, Ivan Lendl als

Coach neben und mit seinem Vater

Alexander senior zu etablieren und

privaten Turbulenzen.

Ob Zverev eine Chance bekommen

wird, bei den ATPFinals im November

in London den größten Titel

seiner Karriere zuverteidigen? Die

acht Besten jedes Jahres qualifizieren

sich für dieses Turnier, imMoment

steht er auf Platz neun, kann

aber noch in NewYorküberholt werden.

Doch auch Zverev wird bei den

Turnieren in Asien noch mal nachlegen

können.

Zunächst steht allerdings eine

Station auf dem Programm, bei der

es ihm so gutgehen könnte wie vermutlich

lange nicht mehr, der Laver

Cup inGenf. Die ersten beiden Ausgaben

des Mannschaftswettbewerbes

Europa gegen den Rest der Welt,

zuerst in Prag, dann in Chicago,

hatte er als große Bereicherung erlebt.

Knapp eine Woche mit den besten

Spielernder Welt und mit Legenden

wie den Kapitänen Björn Borg

und John McEnroe zu verbringen,

gibt ihm ein extrem gutes Gefühl.

Kritik an Kollegen

Wobei −wer weiß, ob das Zusammensein

ungetrübt verlaufen wird.

Zum Team Europa wird auch Stefanos

Tsitsipas gehören, der nicht zu

seinen engsten Freunden zählt.

Auch in NewYorkkonnte es sich Zverev

nicht verkneifen, den Griechen

öffentlich zu kritisieren. Bereits in

der ersten Woche der US Open hatte

er gesagt, es gebe viele junge Spieler,

die auf dem Platz Dinge täten, die sie

nicht tun sollten und die der jungen

Generation, zu der er sich auch zählt,

ein schlechtes Image gäben.

Aber vielleicht könnte er erst mal

die eigenen Probleme lösen, bevor er

den anderen mit dicker Tinte ins

Heft schreibt, was sie tun sollten

oder besser nicht.

ZAHLEN

Basketball

WM in China

Deutschland -Dominik. Republik 68:70

Jordanien -Frankreich 64:103

1. Frankreich 2 181:138 4

2. Dominikanische Republik 2 150:144 4

3. Deutschland 2 142:148 2

4. Jordanien 2 140:183 2

Fussball

EM-Qualifikation, Männer

Gruppe C

Estland -Weißrussland Fr., 18.00

Deutschland -Niederlande Fr., 20.45

1. Nordirland 4 7: 2 12

2. Deutschland 3 13: 2 9

3. Niederlande 2 6: 3 3

4. Weißrussland 4 1: 9 0

5. Estland 3 1:12 0

EM-Qualifikation, Frauen

Ukraine -Deutschland 0:8 (0:3)

Tore: 0:1 Däbritz (5.), 0:2 Magull (28.), 0:3 Rauch

(32.), 0:4 Oberdorf (54.), 0:5 Däbritz (80.), 0:6

Huth (85.), 0:7 Däbritz (88.), 0:8 Maier (90.+2)

Irland -Montenegro

1. Deutschland 2 18: 0 6

2. Irland 0 0: 0 0

2. Griechenland 0 0: 0 0

2. Ukraine 1 0: 8 0

5. Montenegro 1 0:10 0

Tennis

US Open in New York

Frauen, Einzel,Achtelfinale: DonnaVekic (Kroatien/23)

-Julia Görges (Bad Oldesloe/26) 6:7

(5:7), 7:5, 6:3; Belinda Bencic (Schweiz/13) -

Naomi Osaka (Japan/1) 7:5, 6:4; Bianca Andreescu

(Kanada/15) -Taylor Townsend (USA) 6:1,

4:6, 6:2; Elise Mertens (Belgien/25) -Kristie Ahn

(USA) 6:1, 6:1

Viertelfinale: Jelina Switolina (Ukraine/5) -Johanna

Konta (Großbritannien/16) 6:4, 6:4

Männer,Einzel, Achtelfinale: DiegoSebastian

Schwartzman (Argentinien/20) -Alexander Zverev

(Hamburg/6) 3:6, 6:2, 6:4, 6:3; Rafael Nadal

(Spanien/2) -Marin Cilic (Kroatien/22) 6:3, 3:6,

6:1, 6:2; Gael Monfils (Frankreich/13) -Pablo Andujar

(Spanien) 6:1, 6:2, 6:2; Matteo Berrettini

(Italien/24) -Andrej Rubljow(Russland) 6:1, 6:4,

7:6 (8:6)

Männer,Doppel, Viertelfinale: Kevin Krawietz/Andreas

Mies (Coburg/Köln) -Leonardo

Mayer/Joao Sousa (Argentinien/Portugal) 7:6

(7:4)

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*14. Dezember 1934 †25. August 2019

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Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 23 *

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Sport

Die mit der Schnapsidee

Die hochgelobten deutschen Basketballer blamieren sich bei der WM gegen die Dominikanische Republik und verpassen durch das 68:70 die Zwischenrunde

VonChristian Kattner

Es war so eine Szene, über

die man hinterher in zwei

Richtungen argumentieren

kann. Gelingt das Alley-

Oop-Anspiel von Dennis Schröder

auf Daniel Theis 73 Sekunden vor

dem Ende des Spiels, spricht jeder

vonder Kaltschnäuzigkeit, der Coolness

und spielerischen Klasse der

deutschen Basketball-Nationalmannschaft.

Wenn sie aber, wie in

diesem Fall geschehen, misslingt

und das Team damit unnötig den

70:70-Ausgleich verspielt, sorgt diese

Szene für Kopfschütteln, Enttäuschung,

Frustration. Und daweder

Deutschland noch die Dominikanische

Republik in der verbleibenden

Spielzeit treffen konnten, es also

beim 68:70 blieb, hat das so hoch

eingeschätzte, deutsche Team die

Zwischenrunde bereits verpasst.

Hochgelobt und jetzt tief gefallen.

Diezweite Niederlage im zweiten

Spiel der WM in China lediglich an

dieser einen Szene festzumachen,

wärenatürlich falsch. Doch steht sie

sinnbildlich für eine Reihe vonFehlentscheidungen

dieser Mannschaft,

die bereits im erstenWM-Spiel gegen

Frankreich zu beobachten waren.

„Wir haben die ersten beiden Spiele

nicht so gut gespielt, wie wir es können“,

sagte Bundestrainer Henrik

Rödl. Die Enttäuschung war seinem

Gesicht abzulesen.

Gegen Frankreich leisteten sich

seine Spieler einen 0:14-Fehlstart,

am Dienstag ging es mit einem 0:8

Dennis Schröder nimmt gegen Eulis Baez erneut einen riskanten Wurf.

los.Rödl hatte dabei der selben Startformation

wie im ersten WM-Spiel

vertraut und wurde wieder enttäuscht.

Die ersten Würfe gingen erneut

daneben, in der Verteidigung

hatten seine großen Spieler Probleme

mit Eloy Vargas.

Konnte sich die deutsche Mannschaft

diesmal schneller fangen und

noch im ersten Viertel zum ersten

Malimgesamten Turnier in Führung

gehen, so wirkte das alles andere als

„Wir haben immer gesagt, wir wollen unter

die besten 16 kommen. Das haben wir nicht

geschafft. Das ist traurig, das ist bedauerlich.

Wenn man es auf deutsch sagen will:

Das ist großer Mist.“

DBB-Präsident Ingo Weiss redet Tacheles.

GETTY IMAGES/ZHI

sicher. Paul Zipser zeigte sich auch

diesmal offensiv völlig vonder Rolle,

traf keinen seiner vierWürfe aus dem

Feld. Auch Ismet Akpinar, neben

Schröder für den Aufbau zuständig,

verwandelte nur einen seiner vier

Wurfversuche.NBA-Spieler Maximilian

Kleber hatte beim Erwärmen

noch gut getroffen, nahm während

seiner gesamten Einsatzzeit aber

keinen Wurf. Dass 34 der insgesamt

57 deutschen Feldwürfe auf das

Konto vonDennis Schröder (18) und

Daniel Theis (16) gingen, ist an sich

kein Vorwurf. Wenn sie davon aber

lediglich elf treffen, kann und muss

ihnen das negativ angekreidet werden.

Der gebürtige Berliner Maodo

Lo war dagegen perfekt aus dem

Feld, traf alle vier Würfe.Doch als die

Partie in ihre entscheidende Phase

ging, saß der 26-Jährige auf der Bank.

Nureiner vonneun Dreiernsitzt

Dort verbrachten Albas Johannes

Thiemann und Ulms Andreas Obst

die komplette Spielzeit. Beide Spieler

wären Alternativen gewesen, um

das Spiel in eine andereRichtung zu

lenken. Thiemann mit seinem Einsatzwillen

und seiner Physis unter

dem Korb, Obst mit seiner Gefahr

von der Dreierlinie. Schlechter als

Daniel Theis und Dennis Schröder,

die zusammen nur einen von neun

Dreiern trafen, hätte es Obst auch

nicht machen können.

Die Niederlage und das damit

verbundene Verpassen der Zwischenrunde

an den beiden NBA-

Spielern festzumachen, wäre genauso

falsch, wie ihren missglückten

Alley Oopkurzvor Spielende als entscheidende

Szene für die Niederlage

zu sehen. Allein das Wissen, dass vor

allem sie zu mehr imstande sind, als

sie es bei den bisherigen Auftritten

gezeigt haben, lässt einen aber kritischer

auf ihre Leistung blicken.

Auch, weil sie selbst ganz andereAnsprüche

an sich stellen und diese

auch vordem Turnier formulierthaben.

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Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 – S eite 24 **

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Sport

Marcel Hirscher

Genie

auf Ski

Markus Lotter

bedauertden Rücktritt des

Österreichers.

Was den Österreicher Marcel

Hirscher zum besten Skirennläufer

der vergangenen zehn Jahre

gemacht hat? Nun, bei dem Versuch,

eine Antwort auf diese Frage zu finden,

ist die Lektüre eines Interviews

hilfreich, welches Marcel Hirschers

Vater Ferdinand im November 2018

gegeben hat. In seinen Ausführungen

liefert Hirscher senior wertvolle

Rückblenden in die Kindheitstage.

Er führt uns in Gedanken hinauf zur

1500 Meter hoch gelegenen Stuhlalm

in den Salzburger Alpen, wo die

Hirschers eine Hütte bewirtschafteten.

„Wenn ich als Kind in so einem

schweren Gelände meine ersten

Schritte mache –alles uneben, lauter

große Steine, das Fußgewölbe muss

bei jedem Schritt arbeiten, die Balance

ist ständig gefordert –, entwickle

ich einen Gleichgewichtssinn

(...) Und dann sind wir oft den Berg

raufgesaust. Und runter sind wir

durch die Schotterrinnen, in großen

Sätzen, dass dir das ganze Steinmaterial

nachrutscht (...) Dass man da

motorische Fähigkeiten entwickelt,

Konzentrationsfähigkeit entwickelt,

na logisch“, so Ferdinand Hirscher,

der aber in Zusammenhang noch

eine andere Anekdote parat hatte,

und die geht so: „Mit vier oder fünf

Jahren hat er über den Sommer einen

riesigen Stein ausgegraben. Mit

seinem kleinen Kinderpickel hat er

im Frühjahr angefangen, und irgendwann

im Herbst hat er ihn draußen

gehabt.“

Aufeiner Stufe mit Federer

Hirscher war also das Talent gleich in

zweierlei Hinsicht von Natur ausgegeben.

Wobei sein unbändiger Wille

wohl der entscheidende Faktor war,

um zum genialischen Artisten zu

werden. Zu einem, der über seine

Sportart hinaus in einer Reihe mit

anderen Einzelkönnern wie Tiger

Woods, Roger Federer, Shaun White

oder Kelly Slater steht. Im Skirennsport

steht er wiederum auf einer

Stufe mit Jean-Claude Killy und Ingemar

Stenmark, und das nicht nur

wegen der Erfolge. Kein anderer aus

seiner Generation war der skifahrerischen

Perfektion so nahe,kein andererhatte

so ein ausgeprägtes Gespür

für Schnee und Berg,lieferte deshalb

Rennen ab, die einen nur staunen

ließen. Hirscher war eine Klasse für

sich, strahlte das Faszinosum der unschlagbaren

Andersartigkeit aus.

Warum die Vergangenheitsform?

Nun, Marcel Hirscher hat seine Karrierebeendet,

was aus Mangel an einem

legitimen Nachfolger für seinen

Sport ein großes Problem darstellt.

Die Geburt seines Sohnes habe ihn

unter anderem zu dieser Entscheidung

verleitet, erklärte der 30-Jährige.Erhabe

nun –inAnspielung auf

die Slalom-Stangen –die Überzeugung,

„dass Blau und Rot nicht das

Wichtigste ist“.

Familie statt Stangenwald:

Marcel Hirscher

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Ein ganz

Starkes Ding

VonMichael Jahn

Das war tatsächlich ein

starkes Stück, das Hertha

auf Schalke aufführte!

Niklas Stark und Karim

Rekik, die beiden trefflichen Innenverteidiger,

konnten ein tolles Erfolgserlebnis

feiern. Beide schossen

ihre ersten Tore in der noch so jungen

Saison. Bravo! Nach 90 Minuten

– auch ein Schalker traf übrigens

noch –hatte Hertha BSC mehr Tore

geschossen und dennoch verloren.

Schalke 3, Hertha 0–leuchtete es

vomAnzeigenwürfel in der Arena.

Für Stark, der zuerst

Keeper Rune Jarstein

überwand, war es bereits

das vierte Eigentor

in der Bundesliga –drei

gelangen ihm für Hertha,

eines Jahre zuvor

für Nürnberg. Die

Franken könnten vielleicht

sogar neidisch

werden.

Ich fragte mich:

Kann man solch spektakuläre

Aktionen,

sprich Selbsttore, eigentlich

trainieren?

Meine Antwort: Ja!Das

sollte so funktionieren:

a) Man postiert sich

zentral im eigenen

Strafraum und ignoriert

seinen Torwart,

der vergeblich„Leo“ ruft; b) man wartet

auf Flanken des Gegners, verliert

die Orientierung und lässt den Ball locker

Richtung eigenes Torlaufen, c)

man setzt zur entscheidenden Aktion

an, irritiert seine Mitspieler, grätscht,

köpft oder bugsiert den Ball mit letztem

Einsatz ins eigene Tor!

An Vorbildern imeigenen Verein

mangelt es den beiden Protagonisten

nicht. Es blieb leider geheim, ob Ante

Covic einige Szenen von ehemaligen

Hertha-Profis wie Hans-Günter

Schimmöller (erstes Selbsttor in Liga

eins 1963) oder Dick van Burik, Roman

Hubnik, Michael Hartmann und

UweWitt (je zweimal ins eigene Netz)

im klubeigenen Heim-Kino vorgeführt

hatte. Die Treffer von Stark und

Rekik jedenfalls waren bereits die

Selbsttore Nummer 41 und 42 in der

„Schade für

Hertha, dass

Noveski

schon vor

vier Jahren

seine

Karriere

beendet hat.“

Bundesliga-Geschichte von Hertha

BSC. DenVogel schoss dabei Abwehrrecke

UweKliemann ab.Inden 70er-

Jahren versenkte der Hertha-Mann

mit der prächtigen Lockenmähne

insgesamt stattliche vier Tore im eigenen

Kasten. 1978, bei einem Sieg für

den 1.FCKaiserslautern, fragte ihn

die spätere Reporter-Legende Rolf

Töpperwien nach dem Spiel: „Herr

Kliemann, wie fühlt es sich an, das

einzige Tordes Spiels geschossen zu

haben?“ Der „Funkturm“ blaffte ins

Mikrofon zurück: „Blöde Frage! Beschissen,

wie denn sonst!“

Aber man muss nicht bis in die

70er-Jahre zurückgehen,

um den Profis von

heute Anschauungsunterricht

zu geben.

Michael Preetz machte

1998 das Duell gegen

Bayern München im

Olympiastadion äußerst

spannend. Beim

2:1-Sieg für Hertha traf

er zuerst gegen Oliver

Kahn, schob dem Titan

den Ball locker durch

die Beine.Später verlor

er die Orientierung

und köpfte ein schönes

Eigentor.

Zurück in die Gegenwart.

Am 14. September

muss Trainer

Covicmit seinemTeam

zum Tabellenletzten

Mainz 05. BeiMainz besitzt ein gewisser

Nikolce Noveski Kultstatus. Dem

Mazedonier gelang 2005 gegen Eintracht

Frankfurt ein Kunststück. Bis

zur 6. Spielminute versenkte er binnen

132 Sekunden gleich zweimal

den Ball im eigenen Tor. Dann traf er

sogar zum 1:2 ins richtige –das Duell

endete 2:2. Noveski nahm es mit Humor:„Mein

erster Hattrick!“

Nur schade für Hertha, dass der

Abwehrmann schon vor vier Jahren

seine Karriere beendet hat. Doch für

Niklas Stark sollte Noveski durchaus

als Vorbild taugen. Der kam insgesamt

auf sechs Selbsttoreinder Bundesliga

(Spitzenplatz mit Manni „Bananenflanke“

Kaltz vomHSV)und ist

sogar zum Ehrenspielführer bei

Mainz 05 ernannt worden. Wann ist

es bei Starkund der Hertha soweit?

Der Weisheit letzter Schuss

Urs, der

Schweizer Meister

VonAndreas Baingo

Ey, da isch ääänig geil! Dassagen

die Eidgenossen auf

Schwyzerdütsch dazu, was

UrsFischer bisher mit dem

1. FC Union in der Bundesliga angestellt

hat. Mega sei das,was ihr Landsmann

in Köpenick gerade vomStapel

lässt, krass auch und hammermäßig

sowieso. Gerechnet hat damit wahrlich

niemand bei diesem Programm,

das die Eisernen zum Saisonstartvor

der Brust haben. Umso stolzer sind

sie auf den Fischer, Urs und auf die

Jungs, die er mit dem 3:1 gegen Borussia

Dortmund zum

ersten Sieg in der Bundesliga

geführthat.

Sind die Ansetzungen

für die Eisernen

schon so heftig, dass

manchem Fan durchaus

angst und bange

geworden ist beim bloßen

Anblick der Paarungen,

so sind sie gerade

für ihren Steuermann

ganz besonders.

Drei Trainer aus der

Eidgenossenschaft stehen

in der Bundesliga

in der Verantwortung,

Martin Schmidt mit

dem FC Augsburg, Lucien

Favremit Borussia

Dortmund und eben

Fischer mit Union.

Während sowohl Schmidt (zuvor in

Mainzund Wolfsburg) als auch Favre

(zuvor bei Hertha BSC und Gladbach)

bereits das dritte Team in Deutschlands

Eliteliga betreuen, hat Fischer

mit den Eisernen gerade mal das

dritte Spielabsolviert.

Wieesder Zufall so will, gab es an

jedem der bisherigen drei Spieltage

jeweils ein Schweizer Duell an derLinie.

Oder wenn man sowill auf der

Bank. Auf jeden Fall aber inder Coaching-Zone.

Am ersten Spieltag das

zwischen Favre und Schmidt, das

Lulu mit 5:1 für sich entschied, am

zweiten das zwischen Schmidt und

Fischer, das beim 1:1 keinen Sieger

sah, und nun das zwischen Fischer

und Favre, das der eiserne Coach gegen

den vermeintlichen Meistermacher

sensationell mit 3:1 gewann.

Zwei Berliner Teams in der

Bundesliga, zwei Kenner des Berliner Fußballs:

Michael Jahn und

Andreas Baingogeben

immer mittwochs ihre Expertise ab.

Michael Jahn für Hertha BSC, seine Hertha,

die er seit mehr als zwei Jahrzehnten

als Reporter begleitet.

Und Andreas Baingofür den 1. FC Union,

seine Eisernen, für die er selbst früher am Ball war.

Vordem zweiten Spieltag geht es um Stimmungen:

Einerseits im Stadion, andererseits im Team.

Lulu muss dieses Spiel so vorgekommen

sein, wie ich ihn einst während

seines Engagements in Charlottenburg

erlebt habe. Nach einer

Übungseinheit war ich mit meinem

Kolumnenkollegen Michael Jahn auf

dem Wegzur U-Bahn und zurück in

die Redaktion. Favre verließ in seinem

Auto das Trainingsgelände und

hilfsbereit, wie er sein kann, wenn er

nicht unter Drucksteht (ersteht aber

meistens total unter Druck, weil er

sich den selbst macht), hielt an und

nahm uns ein Stück mit. Nur kannte

er sich im Gewirr der Berliner Straßen

nicht sonderlich gut aus und bog

doch glatt verkehrt in

„Lucien Favre

kann auch

locker sein,

wenn es

nicht gerade

um Punkte

und Titel

geht.“

ISTOCKPHOTO

eine Einbahnstraße

ein. Sein launiger

Kommentar, er kann

also auch locker sein,

wenn es nicht gerade

um Punkte und Titel

geht: „Oh, da hat der

Trainer gerade einen

taktischen Fehler gemacht

…“

Denn als Union mit

zunehmender Spieldauer

die Dortmunder

gekonnt auskonterte

und Favre den Eindruck

gewann, als sei

in der BVB-Hälfte Torhüter

Roman Bürki der

Einzige, der die pfeilschnellen

Angriffe der

Rot-Weißen stoppen

könnte,kamen mir die verkehrteEinbahnstraße

und des Trainers taktischer

(Fahr-) Fehler in den Sinn …

Auf jeden Fall ist klar: Fischer ist

mit vier Zählern aus den Spielen gegen

seine Trainer-Landsleute der

kleine Schweizer Meister. Der in der

Hinrunde zumindest. In seiner bescheidenen

Artsagtder Eisern-Coach

aber: „Budgetiert waren die drei

Punkte nicht.“ Um im gleichen Atemzug

fortzufahren: „Wir sind aber froh,

dass wir sie haben.“

So indes sagen seine Zürcher Kollegen

in diesem Fall und speziell zum

3:1 nach einem Spiel, in dem David

den Goliath aufs Kreuz gelegt hat:

„Das klingt ja bäumig!“Wasnichtsanderes

heißt als„riesig“,„toll“,„super“,

„ausgezeichnet“. Siehaben recht, genaudas

istes!

Brisantes

zum

Geburtstag

Staatsanwaltschaft eröffnet

Verfahren gegen J. Boateng

AmMorgen tanzte Jérôme Boateng

mit seinen Töchtern Lamia

und Soley fröhlich in seinen 31. Geburtstag

hinein. Am Nachmittag traf

ihn die Realität hart. WDR und Süddeutsche

Zeitung veröffentlichten

am Dienstag nämlich Brisantes: Die

Staatsanwaltschaft München I ermittelt

gegen den gebürtigen Berliner

wegen des Verdachts der gefährlichen

Körperverletzung an seiner

ehemaligen Lebenspartnerin.

„Die Staatsanwaltschaft München

Ihat seit Herbst 2018 ein Verfahren

gegen Jérôme Boateng wegen

gefährlicher Körperverletzung geführt

und nach umfangreichen Ermittlungen

am 11.02.2019 Anklage

zum Amtsgericht München (Geschäftsstelle

833) erhoben“, bestätigte

Oberstaatsanwältin Anne Leiding.

Stand sei, „dass das Verfahren

noch nicht eröffnet wurde,dass aber

die Nebenklage der Geschädigten S.

zugelassen wurde“. Offensichtlich,

so berichten WDR und SZ, hat das

Amtsgericht weitere Ermittlungen

angeordnet. Boateng und seine frühere

Partnerin haben zwei gemeinsame

Kinder.

In einem weiteren Fall ermittelt

die Polizei der Staatsanwaltschaft

zufolge wegen des Verdachts der

Körperverletzung anlässlich eines

Vorfalls „von vor zwei Wochen“. Ein

drittes Verfahren wegen Sachbeschädigung

sei „im Hinblick auf das

Verfahren bei Gericht vorläufig eingestellt“

worden.

Schon in den Tagen zuvor war

Boateng in aller Munde gewesen –allerdings

aus sportlichem Grunde. Er

hätte seinen Geburtstag gerne in

England oder Italien gefeiert, nicht

auf dem Gelände des FC Bayern.

Doch schon im zweiten Jahr in Folge

platzte der erhoffte Transfer des Abwehrspielers,

der vom einst gefeierten

Weltmeister zum Ladenhüter geworden

ist. Nachdem die Münchner

im vergangenen Sommer trotz eines

konkreten Angebots von Paris St.

Germain noch ihrVeto eingelegt hatten,

gab es diesmal schlicht nicht

den passenden Abnehmer für den

ehemaligen Nationalspieler. Kurz

vor Transferschluss hatte auch Juventus

Turinabgewunken.

Dabei ist es noch keine drei Jahre

her, da gehörte Boateng als All-Star

der EM in Frankreich und Deutschlands

„Fußballer des Jahres“ zuden

Führungsfiguren. „Boss“ Boateng

war bei den Bayern der Abwehrchef,

er war einer der Stars der Szene,eine

Marke mit eigener Sonnenbrillenund

Kopfhörer-Edition.

Und jetzt? In der Nationalmannschaft

wurde Boateng im Frühjahr

nach 76 Länderspielen von Bundestrainer

Joachim Löw auf wenig elegante

Weise ausgebootet. Und beim

FC Bayern kommt der Innenverteidiger

schon länger nicht mehr über

eine Nebenrolle hinaus. Nun droht

es auch noch juristisch brenzlig zu

werden. (sid)

In der Bredouille:

Jérôme Boateng

AFP/STACHE


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 – S eite 25

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Feuilleton

Als Merkel Europas

Seele rettete:

„Stunden der

Entscheidung“

Seite 27

„Weil ich die Idee von Sun Ra liebe.“

Christoph Tannert verteidigt seine Bethanien-Ausstellung „Milchstraßenverkehrsordnung“. Seite 26

Stehen,

gehen, sitzen

Der

Literaturnobelpreisträger

Elias Canetti hat in seiner großen

Studie „Masse und Macht“ auf

die Bedeutung der Stellung im buchstäblichen

Sinn aufmerksam gemacht.

Ob einer steht, geht oder

sitzt, sagt etwas aus über dessen Verhältnis

zur Macht, was auf eindrucksvolle

Weise in der Kulturgeschichte

eines Möbels zu besichtigen

ist –dem Thron. Werthront, zu

dem müssen andere sich herablassen,

und es gibt zahlreiche Berichte

vonschlimmen Unterwerfungen vor

Mächtigen, die sitzen. Wohl auch,

um diese Differenz sichtbar zu machen,

hat sich im mittelalterlichen

Amtswesen der Begriff des Vorstehers

durchgesetzt und erhalten, im

Grimm’schen Wörterbuch ist auch

ein Verweis auf den Fürsteher angegeben.

Gelebte Sprache ist, auch wenn in

ihr schon einmal etwas verloren

geht, dazu geeignet, etwas aufzubewahren.

Karin Schmidt-Friderichs,

die neue Leiterin des Börsenvereins

des Deutschen Buchhandels,

möchte die ihr angetragene traditionelle

Bezeichnung Vorsteher oder

auch Vorsteherin für ihr neues Amt

aber nicht übernehmen. „Ich werde

nicht mit dem Kopf durch die Wand

rennen“, sagte sie der Nachrichtenagentur

dpa, „möchte aber diese Bezeichnung

zur Diskussion stellen.“

Da es um eine gemeinschaftliche

Leitungsaufgabe gehe, halte sie die

Bezeichnung einer Vorstandssprecherin

oder einer Vorstandsvorsitzenden

für sinnvoller,zumal es auch

im internationalen Austausch

schwierig sei, den Titel des Vorstehers

zu vermitteln.

Karin Schmidt-Friderichs tritt

ihre neues Amt also mit einer

sprachlichen Intervention an, die

zum Nachdenken auffordert. Spontan

lag mir ein zustimmender Satz

auf der Zunge wie: „Das kann ich gut

verstehen.“ Kaum aber war es hingeschrieben,

fiel mir die sprachliche

Verwandtschaft von„verstehen“ und

„vorstehen“ auf –man möge mich

also nicht missverstehen.

Buchhandel

Harry Nutt

denkt über gesellschaftliche

Stellung nach.

Können Menschen einander verstehen?

Hier entsteht ein Bild. Der Maler in Jan Peter BremersRoman möchte endlich als großer Künstler erkannt werden.

Mit diesem Buch durchläuft

man als Leser

verschiedene Phasen.

Das liegt nicht allein

daran, dass das wenige Geschehen

darin (das Wort „Handlung“ scheint

übertrieben) einige Wendungen bereithält.

Der eigentliche Grund lässt

sich in der Schreibweise des Autors

finden. Jan Peter Bremer stiftet mit

„Der junge Doktorand“ zur Selbstbefragung

an. Überaus geschickt inszeniert

erein Kammerspiel, bei dem

Selbst- und Fremdbilder aufeinandertreffen.

Im Verlauf steht die Leserin

als unsichtbare vierte Person dazwischen.

Das macht die große Wirkung

des schmalen Romans aus.

Folgende Anordnung hat Jan Peter

Bremer errichtet: Beidem abseits

von einem Städtchen wohnenden

Maler Günter Greilach und seiner

Frau Natascha taucht eines Abends

lang erwarteter Besuch auf. Es handelt

sich um den titelgebenden jungen

Doktoranden. Der Maler erhofft

vonihm die umfassende Würdigung

seines Werks. („Schon immer war

ihm bewusst gewesen, dass er keine

Ausnahme darstellte, dass er einer

von diesen schicksalhaft erwählten

Künstlern war, die ihre Grenzen

sprengende Bedeutung erst lange

nach ihrem Todentfalteten.“) Dessen

Frau spekuliert auf die Aufwertung

ihrer selbst, wenigstens in ihremWohnort.

(„Tief in sich hatte sie

Jan Peter Bremers buchpreisnominierter Roman „Der junge Doktorand“

das junge Mädchen wieder aufgespürt,

das sie einst gewesen war,und

jetzt winkte dieses junge Mädchen

immerzu strahlend zu ihr hin.“)

Während am nächsten Tagaus ihren

ineinander übergehenden Perspektiven

Herr und Frau Greilich

über die Bedeutung des Doktoranden

streiten, stellt sich heraus, dass

er selbst auch nur von anderen in

seine Rolle gedrängt wurde. Ertritt

sie mit dem Besuch zwar an, ist aber

nicht bereit, sie auszufüllen.

Dann bricht die Gegenwartein

Zeit und Ortbleiben lange im Vagen,

das Kammerspiel um Sehen und Gesehenwerden

könnte zunächst in jedem

Land und zu vielen Zeiten stattfinden.

Mit der Aufgabe aber, worin

der junge Mann seine eigentliche

Bestimmung gefunden hat, bricht

unsere unmittelbare Gegenwart in

den Roman ein. Nicht die Kunst

macht ihn glücklich, sondern eine

soziale Arbeit, aus der sogar Freundschaft

erwachsen ist. Unddie ist politisch

brisant.

In seinem letzten Roman, „Der

amerikanische Investor“, wählte Jan

Peter Bremer eine realistische Ausgangsbasis,

nämlich die Tatsache,

dass in Berlin Wohnungen aufgekauft,

saniertund teurer neu vermietet

werden, um dann mit seiner Figur

des Investors ins Fantastische abzudrehen.

Diesmal baut er zunächst

VonCornelia Geißler

eine parabelhafte Geschichte über

das Aushalten eines Miteinanders,

um sie mit einem konkreten Problem

aus der Gegenwart, nämlich

dem Umgang mit Geflüchteten, aufzubrechen.

Hervorzuheben ist vor allem Jan

Peter Bremers Sprache, die sehr genau

die Unterschiede und Ähnlichkeiten

seiner drei Figuren zeigt. Gerade

die beiden, die sich schon so

lange kennen, Natascha und Günter

Greilach, finden keine Ebene, um

ohne Missverständnisse miteinander

zu kommunizieren. So rumpelstilzchenkomisch

sich das liest, so

traurig ist es auch.„,Vielleicht geht es

gar nicht darum, dass er auf Siehört‘,

sagte der junge Doktorand“, fasst

Bremer diese Tragik. Und während

sich der Maler durch eine Projektion

aufrecht hält, wirdder Besucher von

dem Anspruch seiner Mutter, „dass

er sich seine Träume erfülle und

Künstler werde“ bis zur Depression

niedergedrückt.

Jan Peter Bremer hat seinem Roman

als Motto ein Zitat vonReinhard

Lettau vorangestellt: „Ein Schriftsteller

ist eine Person, die sich der Illusion

hingibt, es werde ein weiteres

Buch von ihr erwartet.“ Das passt

perfekt, man braucht nur das Wort

Schriftsteller durch Maler zu ersetzen

und Buch durch Gemälde.„Der

junge Doktorand“ ist ja auf besondere

Weise ein Künstlerroman. Er

GETTY IMAGES

beschäftigt sich mit der Abhängigkeit

des Künstlers von Aufmerksamkeit.

Anders als in Daniel Kehlmanns

Roman „Ich und Kaminski“, in dem

ein ehrgeiziger Kunstkritiker durch

den Künstler eigene Bedeutung erlangen

will, hofft hier der Maler auf

den Kritiker.

EinVerwandterimSchreiben

Reinhard Lettau passt als Zitatgeber

auch deshalb, weil man Jan Peter

Bremer gut als Nachfahre Lettaus

(1929–1996) lesen kann. Gemeinsam

ist ihnen die stilistische Sorgfalt, unter

der die Erzählungen und Romane

kurz bleiben, ausschweifende Beschreibungen

sind ihnen fremd. Und

auch Lettau spitzte gernmissglückte

Begegnungen ins Absurde. Obwohl

hier nicht zu viel verglichen werden

soll. Jan Peter Bremer lässt seinen

Maler sagen: „Ein regelrechter Fluch

unserer Zeit ist es, dass man meint,

immer alles miteinander vergleichen

zu müssen.“ Sein gedankenanregender

Roman kann gut für sich allein

stehen. Die Nominierung für

den Deutschen Buchpreis trägt hoffentlich

dazu bei, dass er sein Publikum

findet.

JanPeter Bremer: Der junge Doktorand. Roman.Berlin

Verlag,Berlin2019. 176 S.,20Euro

Lesungen 5.9.,19.30 Uhr, Literaturhaus Berlin

14.11.,20Uhr,LiteraturforumimBrecht-Haus

NACHRICHTEN

Nina Hoss wird Jurorin bei

den Autorentheatertagen

DieSchauspielerin Nina Hoss bildet

zusammen mit der Dramatikerin

DeaLoher und dem englischen Dramaturgen

und Übersetzer David

Tushingham die Jury der Autorentheatertage

2020. Dies teilt das Deutsche

Theater alsVeranstalter mit. Die

Jury wählt drei Texte aus,die in der

Langen Nacht der Autoren im Juni

2020 im DT zur Uraufführung kommen

und in den koproduzierenden

TheaterninGrazund Leipzig gezeigt

werden. Noch nicht uraufgeführte

Stücke können bis zum 14. September

eingereicht werden. (BLZ)

Der Filmhistoriker

Gero Gandertist gestorben

DerFilmhistoriker Gero Gandertist

tot. DerMitbegründer des Vereins

Freunde der Deutschen Kinemathek,

aus der das Kino Arsenal hervorging,

und des Internationalen Forums

der Berlinale starb am Donnerstag

im Alter von90Jahren, wie

die Deutsche Kinemathek am Dienstag

mitteilte.Der künstlerische Direktor

der Kinemathek, Rainer Rother,würdigte

Gandertals begeisterten

Cineasten und sehr beharrlichen

Rechercheur.ZuGanderts Schwerpunkten

gehörten die Filme derWeimarer

Republik sowie die Geschichte

zum Filmexil. Geboren in

Görlitz, studierte er Zeitungs- und

Theaterwissenschaft in München.

Seit 1952 lebte er in Berlin. (BLZ)

Lasker-Wallfisch erhält

Nationalpreis

DieAuschwitz-Überlebende Anita

Lasker-Wallfisch ist am Dienstag in

Berlin„als eine starke Streiterin gegen

den Antisemitismus“ mit dem Nationalpreis

ausgezeichnet worden. Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier

überreichte die mit 30000 Euro

dotierte Auszeichung der Deutschen

Nationalstiftung.Die 94-Jährige war

zusammen mit ihrer Schwester Renate

in denVernichtungslagern

Auschwitz und Bergen-Belsen, die sie

vorallem dank ihres Mitwirkens im

Frauen-Orchester überlebten. Nach

dem Krieg emigrierte Lasker-Wallfisch

nach Großbritannien, wo sie bis

heute lebt. (dpa)

UNTERM

Strich

Meine Tiere

Hinter Stäben

keine Welt

VonHilal Sezgin

Wildtiere inder Zirkusmanege sind zunehmend

umstritten. Als der Zirkus

Krone in Lüneburggastiert, verteilen protestierende

Tierrechtler Flugblätter;recht unbeeindruckt

davon gehen Familien ein und

aus, und hinterm Zelt kampieren Tiger und

Löwen. Wasist eigentlich das Problem?

Das letzte Mal habe ich hier vor etlichen

Jahren die Runde gemacht, als der Zirkus

Knie zu Gast war.Der hatte neben Ponys und

Lamas ein einzelnes Watussirind mit langen

HENDRIK JONAS

Hörnerndabei. Dieses Frühjahr hat derselbe

Zirkus in Hannover ein Känguruh ausgestellt.

Man wusste überhaupt nicht, was das

arme Tier dortsollte,und ganz offensichtlich

wusste es das auch nicht.

Beim Zirkus Krone ähneln die Tierquartieresolchen

im Zoo, mit drei Gehegen für die

Löwengruppen plus einem für die Tiger.Eine

ganzeBroschürehat Krone zum Thema Tierschutz

im Zirkus gedruckt, und der Pressesprecher

wirdnicht müde,all die Vorzüge zu

betonen: Krone setzt eigener Aussage nach

„luftgefederte Spezialtransporter“ ein, um

die Tiere zutransportieren, und baut während

ihres Umzugs bereits am nächsten

Standort die Gehege auf, um unnötige Wartezeiten

im Transporter zu vermeiden. Man

tue alles,damit sich die Tierewohl fühlen.

Und tatsächlich, während wir zwischen

den Gittern umherspazieren, tun die Löwen

das, was alle Katzen meistens tun: Sie schlafen.

Wasalso kann schlimm daran sein, satt

und entspannt hinter Gittern zuschlafen?

Nun, erstens schlafen die Tiere halt doch

nicht immer; amVortrag noch wurde ein

Löwe amAußengitter bei diesem typischen

Auf und Ab gefilmt, das schon Rilke beschrieb:

„Sein Blick ist vomVorübergehn der

Stäbe/so müd geworden, dass er nichts mehr

hält./Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe/

und hinter tausend Stäben keine Welt.“

Zweitens ist das, was Tiere während ihrer

Zirkusnummer tun müssen, nicht Ausdruck

ihrer eigenen Lust an der Bewegung, sondern

dient als Nachweis ihres gebrochenen

Willens.Bewundernswertist nicht der Löwe,

der auf seinen Hinterbacken sitzt und die

Pfoten hochreckt, sondernbewundernswert

ist der Mensch, der den Löwen dazu gebracht

hat, solches zu tun. In der Zirkuskunst

spiegelt der Mensch sich selbst, beweist sich

seine Macht über die übrige Natur. Sowie

der Bonsai-Gärtner den mächtigen Baum in

ein kleines Gefäß zwängt, so fordert der

Dompteur von starken Tieren anmutige Posen,

die den Zuschauer beeindrucken, gerade

weil sie zu Anatomie und Verhalten der

TiereimGrunde nicht passen.

Allerdings denke ich nach meinem kleinen

Rundgang, dass es am bedauernswertesten

im Zirkus Krone wohl nicht die Löwen,

sondern die Pferde getroffen haben.

Vielleicht ein Dutzend von ihnen stehen da

in langer Reihe, jedes in seiner Box. Es sind

wunderschöne Tiere, gepflegt, das Fell glänzt

schwarz, sie strotzen nur so vor Kraft und

Muskeln. Leider dürfen sie beides nicht einsetzen,

um in großem Bogen über Steppen

undWiesen zu galoppieren, sondernmüssen

sich mit dem kleinen Rund der Manege und

mit einstudierten Schritten begnügen.

Diese Hengste sind keine Wildtiere, ihr

Leid hat nicht speziell mit Zirkus zu tun −

auch die Hengste auf normalen Gestüten

stehen oft den ganzen Tagund ganz legal in

Boxen. DasProblem mit dem Zirkus istnicht

ein Problem des Zirkus’ allein, sondern es

besteht im Bezwingen, Unterwerfen und

Vorführenvon unfreien Tieren.


26 Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Feuilleton

Kampf der Lesarten

Im Künstlerhaus Bethanien sprach Christoph Tannert mit den Kritikern seiner Ausstellung „Milchstraßenverkehrsordnung (space is the place)“

VonPetraKohse

Showdown im Schauraum

des Künstlerhauses Bethanien

an der Kottbusser

Straße. Und zwar mitten in

der fraglichen Ausstellung „Milchstraßenverkehrsordnung

(space is

the place)“. Kurz vorihrer Eröffnung

Anfang August war diese von einem

Kollektiv „Soap de Jour“ dafür angegriffen

worden, fast ausschließlich

männliche und weiße Perspektiven

auf das Thema Weltraumvisionen zu

zeigen, sogar noch mit der Idee der

Weltraumkolonisierung von Elon

Musk zu kokettieren, sich mit dem

Titel-Bezug auf den Film „Space is

the place“ von Sun Ra dann aber

trotzdem frech den Aspekt des Afrofuturismus

anzuheften.

Dieser Vorwurfprovozierte offenbar

heftige Gegenvorwürfe aus der

Kunstszene. Zwei Kritiker der Kritiker

hatte der Kurator der Ausstellung

und Leiter des Künstlerhauses Bethanien

Christoph Tannert eingeladen,

beim öffentlichen Streitgespräch

zum Thema am Montagabend

ein Eingangsstatement abzugeben.

Seitens Soap de Jour gab es

keine flankierenden Statements.

Warum, erklärte Michael Küppers-

Adebisi,Wortführer vonSoap de Jour

und Gesprächspartner von Tannert,

etwas später: Seine Gewährsleute

hätten auf einem Honorar bestanden,

was das Budget des Künstlerhauses

aber nicht hergegeben hätte.

Kosten im Imagebereich

Künstlerische Ankündigung des Streitgesprächs von Kritikerseite, die Denkblase „Und wieder Aneignung“ führtzum Konterfei von Sun Ra.

So jedoch entstanden natürlich Kosten

im Imagebereich. Denn jetzt gingen

dem Auftritt des Institutionsleiters

im eigenen Haus zwei Wortmeldungen

von außen voran, die ihn

verteidigten, indem sie seine Angreifer

angriffen, was,auch wenn die Argumente

beider Redner (zu Wort kamen

der peruanische Musiker Diego

Hernandezund der iranisch-kanadische

Künstler Mohammad Salemy)

absolut diskutabel waren, wie eine

Diskreditierungsstrategie wirkte.

Aber Küppers-Adebisi, afrodeutscher

Künstler, Akademiker und Aktivist,

nahm das mit Gelassenheit

und projezierte ein vonihm gestaltetes

Plakat an die Wand, mit dem er

(siehe Abbildung) das bevorstehende

Gespräch als „Battle of Narratives“

ankündigte,als Kampf der Geschichten,

der Lesarten.

Dass es ein Fehler gewesen sei, in

einer Ausstellung mit 22 künstlerischen

Positionen 18 Arbeiten von

weißen Männern zu zeigen, gab

Christoph Tannert überraschend

schnell zu. Dabei hätte hier das

Recht auf eine nicht-repräsentative,

weil künstlerische Auswahl durchaus

verteidigt werden können. Auch,

dass sich die Ausstellung zwar des

Filmtitels vonSun Ra bediene,esinhaltlich

tatsächlich in keiner Weise

(zwei Plattencover Sun Ras ineiner

Installation von Nik Raicevic zählen

da nicht) um Afrofuturismus gehe.

Warum aber habe er denn dann

denVerweis auf diesen Film, der eine

„philosophische, schwarze Einmischung“

in das „weiß besetzte“

Thema Weltraumvisionen sei, überhaupt

benutzt, fragte Küppers-Adebisi.

Dassei doch „intellektuell nicht

integer“, sich das einfach so anzueignen.

Und dasagte Tannert, der dem

bunt gewandeten und immer wieder

in Spoken-Word-Artistik fallenden

Küppers-Adebisi in einem kurzärmeligen

Karohemd gegenübersaß,

schlicht: „Weil ich die Idee von Sun

Ra liebe.“ Küppers-Adebisi schwieg

einen wirkungsvollen Moment lang

und entgegnete dann: „Aus Liebe

gingen die Weißen in die Karibik und

nach Afrika. Aus Liebe nahmen sie

mit, was ihnen gefiel.“

Gleich darauf entschuldigte sich

Küppers-Adebisi für diese Bemerkung,

sie sei unfair gewesen, man sei

sich doch in Freundschaft verbunden

und hätte vor diesem Auftritt

lange Gespräche geführt (sogar mit

MICHAEL KÜPPERS-ADEBISI/AFROTAK TV CYBERNOMADS

Kuchen, wie Tannert einwarf).Aber

der Kern des Diskurses,das Herz der

Finsternis gewissermaßen, war an

dieser Stelle erreicht worden. Als

Tannert imAnschluss auf die Tradition

von Zitat und Rezeption in der

Kunstgeschichte verwies,antwortete

Küppers-Adebisi, dass kultureller

Austausch und Übernahmen für ihn

durchaus in Ordnung seien –wenn

sie zwischen Partnern auf Augenhöhe

stattfinden. „Aber wir sprechen

von über 600 Jahren von Unterdrückung,

Ausbeutung und Wegnehmen

kultureller Inhalte.“ Ist esam

Ende so, dass –ähnlich wie in der

MeToo-Debatte – die Gefühlsparameter

völlig neu justiert werden

müssen? Dass es nicht reicht, keine

böse Absicht zu haben, sonderndass

vielleicht gerade die gute hinterfragt

werden muss? Und was bleibt wohl

vom weißen akademischen Selbstverständnis,

wenn man auch nur

mal versuchsweise alles wegnimmt,

was an Identitätsbildendem aus anderen

Kontexten stammt?

„Bist du real?“

In dem Experimental-Musikfilm

„Space is the place“ von 1972, einer

Art philosophischer Übermalung

des Sex-and-Crime-and-Gangster-

Genres der Blaxploitation-Filme,

landet der Musiker Sun Ra, prächtig

kostümiert als ägyptischer Sonnengott,

auf einem fernen Planeten, und

träumt davon, ganz Afroamerika hier

anzusiedeln –und zwar durch seine

Musik. FreeJazz alsWeginden Outer

Space, wo„alles, was du dir von diesem

Planeten wünschst und nie bekommen

hast“, verfügbar sein wird.

„Bist du real“, fragen junge Schwarze,

denen er mit seiner Botschaft auf der

Erde erscheint, und er antwortet:„Ich

komme nicht als Realität. Ichkomme

als Mythos. Denn genau das ist das

Volk der Schwarzen: ein Mythos.“

Später,inder offenen Diskussion,

die sich imWesentlichen um die Eingangsstatements

drehte, die die Kritik

an der Ausstellung als kunstfeindlich

(Hernandez) und strategisch unklug

(Salemy) bezeichnet hatten

(und zu denen sich Christoph Tannert

imübrigen nicht positionierte),

meldete sich auch Allan Onwuka zu

Wort, der im Yaam einen Refugee-

Treff betreut. Er wundere sich, sagte

er,dass die Deutschen so wenig über

afrikanische Geschichte und Kultur

wüssten. Pythagoras etwa gelte als

größter Wissenschaftler des Abendlandes.

Aber wo habe er gelernt? In

Ägypten, in Afrika! „Fragt uns doch

mal“, sagte er. „Fragt uns doch mal

nach unseren Geschichten.“

Dem konnte das Publikum nur

zustimmen. „Warum gibt es so eine

Veranstaltung erst jetzt und nicht vor

der Ausstellungsplanung?“, fragte

eine Frau aus der ersten Reihe. Eine

andere sagte: „Wenn Sie keine afrodeutschen

Positionen gefunden haben,

warum haben Sie denn nicht

beispielsweise das Ehepaar Adebisi

gefragt?“ insistierte eine andere. Da

wandte sich Christoph Tannert seinem

Gesprächspartner zu und fragte

erschöpft: „Hättest du denn etwas

gehabt?“

Dörte in Weimar

Lars Kraumes Fernsehserie „Die neue Zeit“ (Arte/ZDF)verkuppelt die Bauhaus-Rebellin Dörte Helm mit Walter Gropius

VonTorsten Wahl

Wieder provozieren Bauhaus-

Studenten mit ausgelassenem

Nacktbaden in der Ilmdie Weimarer

Provinzler,wieder streitet eine junge

Künstlerin vehement um ihren Platz

in einer Männerdomäne. Wie das

ARD-Drama „Lotte am Bauhaus“

will nun auch die Miniserie „Die

neue Zeit“ die legendären Gründerjahre

aus weiblicher Sicht erzählen.

Der ARD-Film, der im Februar lief,

hatte aus realen Vorbildern eine fiktiveHeldin

kreiert.

Das Pendant, das erst von Arte,

dann vom ZDF gezeigt wird, lässt

nun ausschließlich historische Figuren

auftreten. Dörte Helm (diesmal

gespielt von Anna Maria Mühe) war

im ARD-Film schon eine Nebenfigur

–sie hatte eine Affäremit dem Mann

der Titelheldin Lotte.Diesmal stehen

sowohl die junge Malerin als auch

ihreAffäreganz im Mittelpunkt. Kein

anderer als Bauhaus-Gründer Walter

Gropius (August Diehl) ist erst ihr

Dauerduellant beim Kampf um

Frauenrechte, dann ihr heimlicher

Geliebter. Regisseur Lars Kraume,

der mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin

Lena Kiessler, und Judith Angerbauer

auch das Drehbuch

schrieb,betont zwar,die Seriebleibe

eng am Original. Doch im privaten

Bereich habe man fabuliert, denn

„niemandem sei mit einer wahren,

aber langweiligen Geschichte gedient“.

Sowohl Bauhaus-Experten

als auch Dörte Helms Tochter halten

diese herbeifabulierte Affäreaber für

abwegig und unwahrscheinlich –das

Spiel mit dem realen Vorbild bleibt

mehr als fragwürdig.

Die sechsteilige Serie hat dreimal

soviel Zeit wie der ARD-Film

und kann darum sowohl die politischen

Hintergründe als auch die

künstlerischen Differenzen der

Bauhaus-Initiatoren viel stärker

ausbreiten. Lars Kraume hat nicht

nur 3500 Kostüme anfertigen und

Gunta (Valerie Pachner,3.v.l.) und Dörte (Anna Maria Mühe)

diverse klassische Bauhaus-Werke

nachbauen lassen, sondernerfährt

in seinem Film eine regelrechte

Künstler-Parade auf. Else Lasker-

Schüler, Alma Mahler, Paul Klee,

László Moholy-Nagy, Oskar

Schlemmer, Theo van Doesburg

und Lyonel Feininger haben markante

Kurzauftritte, Zeichenlehrer

ANKE NEUGEBAUER

Johannes Itten (Sven Schelker), der

seine Jünger zu einer Art Sekte zusammenführen

will, sowie die Studenten

Gunta Stölzl (Valerie Pachner)

und Marcel Breuer (Ludwig

Trepte) werden zu wichtigen Figuren.

Formal arbeitet Regisseur

Kraume etwas freier als ARD-Kollege

Gregor Schnitzler, lässt immer

wieder Szenen zu Schwarz-Weiß-

Fotos einfrieren. Wenn die Serie

sich schwungvoll in das Bauhaus-

Universum hineinstürzt, bietet sie

anschaulichen Kunst-Unterricht.

Walter Gropius, ineiner neueren

Biografie als Hochstapler verunglimpft,

ist hier kein Überheld, aber

ein Mann, der das gesamte Projekt

zusammenhält, es politisch, wirtschaftlich

wie künstlerisch auf Kurs

hält und die besten Talente anzieht

und einspannt. August Diehl führt

die vielen Facetten des Bauhaus-Direktors,

der sowohl begeistern

konnte als auch lavieren musste,gekonnt

zusammen. Als greiser Gropius

muss er einer amerikanischen

Reporterin Auskunft darüber geben,

warum die Emanzipation am Bauhaus

nicht weiter voran gekommen

ist –diese an sich überflüssige Rahmenhandlung

richtet sich offenbar

an Interessenten in Übersee.

Die herausfordernd-penetrante

Dörte Helm, die sich nicht in die rein

weibliche Textilklasse abschieben

lassen will, wirdzur gleichberechtigten

Partnerin –esist eine Paraderolle

für Anna Maria Mühe, die hier alle

Energien hineinlegen kann. Doch

die offenbar erfundene Affäremacht

die Serie nicht etwa attraktiver, sondern

entwickelt sich zur Hypothek:

Die vorletzte Folge etwa driftet stark

in Richtung ZDF-Herzkino ab, Walter

Gropius hält sogar bei Dörtes Vater

(Hanns Zischler), einem Philologie-Professor,

um die Hand seiner

Tochter an. Da können Mühe und

Diehl spielen, wie sie wollen –mit

dieser verkitschten Affäre reduziert

die Serie ihre rebellische Heldin auf

eine verlassene Geliebte.

Dieneue Zeit sechs Folgen, jeweils drei Folgen

am Do,5.9. und 12.9., ab 20.15auf Arte,

jeweils zwei Folgenvom So, 8.9.bis Die, 10.9.,

um 22.15 im ZDF

Die erstendrei Folgen der Serie sind bereits in

der Arte-Mediathekzusehen


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 27

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Feuilleton

Frieden

mit den

Vorfahren

Das Royal Concertgebouw

Orchestra beim Musikfest

Kintopp

im

Kopf

Der Filmproduzent

TomZickler ist gestorben

VonPeter Uehling

Die Gastspiele des Royal Concertgebouw

Orchestra gehören traditionell

zu den Höhepunkten des

Musikfests. Seit es seinem letzten

Chefdirigenten Daniele Gatti wegen

libidinöser Kontrollverluste gekündigt

hat, ist es ohne Führung, was eines

der besten Orchester der Welt sicherlich

aushält. Danach klang es

am Montag in der Philharmonie unter

der Leitung Tugan Sokhievs keineswegs.

Aber das lag weniger am

Dirigenten oder an den Musikern –

die Bläsersoli klingen ganz anders als

die der Berliner Philharmoniker,

aber nicht weniger bestechend –,

sondern am Programm. Sokhiev

schloss mit der Ersten Symphonie

von Peter Tschaikowksy. Kein

schlechtes Stück, aber nicht zu vergleichen

mit der Publikumseffizienz

symphonischer Erstschläge von

Brahms, Mahler oder Schostakowitsch

– auch wenn Tschaikowsky

mit einem angehängten Operettenschluss

noch einmalWirkung zu machen

versucht.

Sokhiev arbeitet sorgfältig an den

motivischen Ableitungen und an einem

gleichsam novellistischen Tonfall.

Der Beiname des Werks, „Winterträume“,

verführt zuderartig erzählerischen

Assoziationen – man

erkennt Auftritte, Monologe, Liebesszenen,

Melancholie –, die gleichwohl

strikt musikalisch bleiben. Der

erste Satz dankt Sokhievs Sorgfalt

mit schwebender Spannung aus Ableitung

und Assoziation. Im zweiten

Satz schon bleiben die intensivsten

Momente der solistischen Initiative

Alexei Ogrintchouks auf der Oboe

vorbehalten. Dasalles ist wunderbar

ausgehört–aber nicht richtig stark.

Aber immer noch viel stärker als

die erste Hälfte des Konzerts! In

Louis Andriessens „Mysteriën“

wirkte Sokhiev gestisch gehemmt. Er

konnte mit dieser Partitur sichtlich

wenig anfangen, und das Concertgebouw,

für das Andriessen das Stück

nach Jahrzehnten der sozialkritischen

Orchester-Absenz schließlich

doch noch schrieb, half ihm nicht

Tugan Sokhievkann mit Andriessens

„Mysteriën“ weniger anfangen. PATRICE NIN

wirklich auf den Sprung. Andriessen

schrieb sechs Sätze auf Kapitelüberschriften

aus „Deimitatione Christi“

des niederländischen Mönchs Thomas

aKempis,„Vonder Betrachtung

des Elends der Menschheit“ oder

„Von den Prüfungen eines wahren

Liebhabers“. Daraus entsteht sehr

strikte Musik, in der die Impulse der

Minimal Music in dissonanter Weise

aufgegriffen und verfremdet werden.

Das geschieht technisch souverän,

aber auch spannungsfrei.

Gewidmet hat Andriessen das

Werk seinem Vater Hendrik, der Kirchenmusiker

und ebenfalls Komponist

war. All das erweckt den Eindruck

einer zahnlosen Bußübung:

Fiel Andriessen in seinen wichtigsten

Jahren durch raue, der Zukunft

zugewandte Musik politischen Charakters

auf, widmet er sich hier dem

Frieden mit den Vorfahren und den

Institutionen der Welt, wie sie ist. So

vergeblich das Engagement für eine

bessere Welt war, soflau wirkt nun

die Akzeptanz ihrer Schlechtigkeit.

Am 4. September 2015 machten sich geflohene Syrer von Budapest aus zu Fuß auf den WeginRichtung österreichische Grenze (Szene nachgestellt).

Seehofer ging nicht ans Telefon

Der ZDF-Film „Stunden der Entscheidung“ rekonstruiert das Flüchtlingsdrama vom September 2015

VonTorsten Wahl

Am Morgen des 4. September

2015 verspricht der Referent

BernhardKotsch der

Bundeskanzlerin: „Heute

wird esnicht so anstrengend.“ Auf

Angela Merkels Tagesplan stehen

Routine-Auftritte in Bayern und

Nordrhein-Westfalen. Zurselben Zeit

beschließen auf einem völlig überfüllten

Budapester Bahnhof zwei

Flüchtlinge aus Syrien, in Richtung

Deutschland aufzubrechen. Hunderte

folgen ihnen auf die Autobahn.

Hinter den Kulissen

Mit dem Dokudrama „Stunden der

Entscheidung –Angela Merkel und

die Flüchtlinge“ rekonstruiert das

ZDF die Zeit vomMorgen des 4. September

bis zum 5. September. Obwohl

das Drama schon seit einigen

Monaten anhielt, gilt dieser Tagmit

dem Entschluss Angela Merkels, die

marschierenden Flüchtlinge aufzunehmen,

als Zäsur.„Manchmal wirken

solche Umbrüche gefühlt noch

stärker als sie eigentlich waren,

wenn sie sich mit Bildernund Begriffen

von hoher Symbolkraft verbinden“,

schreiben die ZDF-Verantwortlichen

Peter Arens und Stefan

Brauburger in ihrer Erklärung.

In Dokumentationen sind die

entscheidenden Stunden schon

mehrfach aufgearbeitet worden, so

in der ARD mit „Drei Tage im September“

vor zwei Jahren. Das ZDF

hat nun eine Kombination von Dokumentarischem,

Interviews und

Spielszenen gewählt, „um Geschichte

hinter den Kulissen und

jenseits bekannter Bilder erfahrbar

zu machen“, wie das ZDF erklärt. In

den Szenen des Marsches gehen

nachgestellte und dokumentarische

Bilder nahtlos ineinander über, bei

den Szenen aus Deutschland dagegen

bleibt die Trennung klar,belegen

Einblendungen, von welcher Quelle

die Bilder stammen.

Während sich der sogenannte

„March of Hope“, der Marsch der

Hoffnung, in Richtung Österreich

bewegt, versucht der Film bei den

Spielszenen mit Angela Merkel, einen

Einblick zu geben, wie Politik

wirklich funktioniert, erklärt Marc

Brost. DerLeiter des Hauptstadtbüros

der Wochenzeitung Die Zeit ist

neben Sandra Stöckmann Co-Autor

des Drehbuchs. Politik funktionierte

an diesem Tagmittels diverser

Telefonate, die Angela Merkel

zwischen all ihren Terminen und

unterwegs im Auto führte, ummit

ihrer Büroleiterin Beate Baumann,

mit Mitgliedern ihrer Regierung

und mit dem Bundeskanzler Österreichs

eine Haltung abzustimmen.

Einen ihrer Minister erreichte sie

trotz vieler Versuche nicht: Horst

Seehofer,damals CSU-Chef und Ministerpräsident

des unmittelbar betroffenen

Bundeslandes Bayern,

ging einfach nichts ans Telefon.

„Manch einer glaubt, wenn man

nicht ans Telefon geht, sei man kein

Teil der Folgen einer Entscheidung“,

kommentiert Thomas de

Maiziere diese Verweigerung –der

damalige Innenminister ist neben

Sigmar Gabriel der hochrangigste

Interviewpartner im Film. Mit der

Berlinerin Heike Reichenwallner hat

der Regisseur Christian Twente eine

überzeugende Darstellerin für die

Rolle der Angela Merkel gefunden,

die die Bundeskanzlerin nicht karikiert,

sondern vielmehr deren trockenen

Humor andeutet. Sie wollte

in den Menschen Angela Merkel eintauchen

–nicht in die Bundeskanzlerin,

sagt die Schauspielerin.

Angst vorunschönen Bildern

Getragen wird der Film auch von

Mohammad Zatareih, dem realen

Anführer des Marsches und seinem

Schauspiel-Double Aram Arami.

Produzent Walid Nakschbandi

konnte den Syrer nur mit viel Mühe

überzeugen, noch einmal vordie Kamera

zu treten. Der Mann, der in

Zwickau lebt, wie sein sächsisch eingefärbtes

Deutsch beweist, hatte

Angst vor rechten Drohungen, zeigt

aber noch einmal jene Courage, die

ihn schon im September 2015 auszeichnete,

als er für Hunderte Mitmarschierer

Verantwortung übernahm

und mit der Polizei aus Ungarnund

Österreich verhandelte.

Der böse Onkel

Die Frage, obAngela Merkel erwogen

hatte,die Flüchtlinge notfalls

mit Waffengewalt aufhalten zu lassen,

bleibt hier unbeantwortet. Es ist

aber unwahrscheinlich. Die Film-

Kanzlerin assoziiert mit den Bildern

von 2015 Szenen von DDR-Flüchtlingen

1989. DerEinzige,der im Film

eine andereEntscheidung befürwortet,

ist der damalige BND-Chef Gerhard

Schindler, der im Interview der

Bundesregierung unterstellt, sie

hätte vorallem Angst vorunschönen

Bildern gehabt und der betont: „Die

Durchsetzung des Rechtsstaats produziertimmer

unschöne Bilder!“

„Stunden der Entscheidung“ endet

mit dem Morgen des 5. September,

als Angela Merkel auf der Fahrt

ins Kanzleramt bereits den Gegenwind

der kommenden Monate

erahnt. Zitiert werden Drohungen

wie „Wir werden sie jagen!“

Das Resümee überlässt der Film

aber Gerald Knaus,Vorsitzender der

„Europäischen Stabilitätsinitiative“.

Er zitiertEmmanuel Marcrons

Äußerung, Angela Merkel habe die

Seele Europas gerettet.

Stunden der Entscheidung–Angela Merkel

und die Flüchtlinge Mi, 20.15Uhr,ZDF

Deutschland und die Flüchtlinge. Die große

Bürgermeister-Bilanz Do,19.00 UhrZDFinfo

Migration–Das großeMissverständnis

Do, 20.15 Uhr,ZDFinfo

Lauwarme Medienparabel: In „Hot Air“ spielt der Brite Steve Coogan einen rechten Radiomoderator

VonPhilipp Bühler

Der Traum von einer besseren

Welt kleidet sich in Märchen.

Dass die Reichen, Mächtigen und sogar

die Bösen ein Einsehen haben

mögen, steckt als Wunsch etwa in

der Erzählung vom „Kleinen Lord“.

Der gleichnamige Film ist im englischsprachigen

Raum so gut wie unbekannt,

doch der Traum lebt auch

in Hollywood, wie nun in der Geschichte

vomLionel Macomb (Steve

Googan) zu sehen ist. Der fiese US-

Radiokommentator beschallt den

Äther Tagfür Tagmit seinen menschenfeindlichen

Botschaften, bis

eines Tages seine kleine Nichte Tess

(Taylor Russell) vor der Tür steht.

Wird sie den bösen Onkel läutern?

Macomb zählt zu jenen reaktionären

Talk-Radio-Hosts, die nicht

durch Trump zu Macht und Einfluss

gekommen sind, sondern ihn vielmehr

hervorgebracht haben. Im

Grunde macht er ihnen das Geschäft

streitig. Eben das bekommt Macomb

zu spüren. Ausgerechnet sein ehemaliger

Assistent empfiehlt sich als

softere Ausgabe und jagt ihm damit

Quoten ab. Umso heftiger drischt

der Filmbösewicht auf Einwanderer

und andereangeblich benachteiligte

Gruppen ein, als Stimme der gebeutelten

Mehrheit, die das alles satt hat.

„Gebt mir euren Zorn!“ Tatsächlich

bringt er Gegendemonstranten auf

den Plan, mit einer linken Senatorin

liefertersich eine Privatfehde.

Das Ekelpaket ist indes viel zu

sympathisch geraten und, für einen

bärbeißigen Patrioten, auch noch

verdächtig britisch. Wer den famosen

Steve Coogan –erspielte zuletzt

Stan Laurel, den genialen Komiker –

nur einmal gesehen hat, erkennt die

kleinen Marotten und Spitzfindigkeiten

sofort. Jenseits des Mikrofons

ist Macomb ein begnadeter Selbstironiker,

der um die Brüchigkeit seiner

Argumente weiß. Statt seiner

Überzeugung, denkt man, könnte er

auch jede andere vortragen. Das ist

aber nur einer der vielen Gründe,

weshalb die Läuterung durch Tess,

Tochter seiner ihm verhassten

Schwester, niemanden überrascht.

VonAnfang an ist Frank Coracis Me-

ZDF/HANS-JOACHIM PFEIFFER

dienparabel auf Sentimentalität gebürstet.

Die Motive für Macombs

Ansichten findet er tatsächlich in einer

schwierigen Kindheit. Eine Wutrede,inder

Macomb seine Hörer attackiert,

taugt als Balsam fürs liberale

Publikum. Aber eigentlich wird

in dieser reichlich altmodischen Inszenierung

keines der angerissenen

Themen substanziell angegangen.

Als politischer Beitrag zur Debattenkultur

ist „Hot Air“ nur warme Luft.

EinMärchen, das lieber verschleiert,

als etwas auszusagen.

Doch auch die Filmkritik ist nur

Schall und Rauch gegen die seherische

Gabe Hollywoods! Vorwenigen Tagen

erst ging der gefürchtete Republikaner

und Radiomoderator Joe Walsh ins

Präsidentschaftsrennen – und gibt

sich geläutert. Er habe viele Fehler eingesehen

und denke nun, Trump gehe

zu weit. Allein, er gilt als chancenlos.

Aber das galt Trump auch.

Wird der böse Onkel Lionel (Steve Coogan) von seiner Nichte geläutert? KINOSTAR

TOP 10

Hot Air USA 2019. Regie: Frank Coraci,

Drehbuch: Will Reichel, Darsteller:Steve Coogan,

Taylor Russell, Neve Campbell,Skylar Astinu.a.;

99 Min., Farbe.FSK ab 6Jahren

Der Film kommt am Donnerstagindie Kinos.

VonRalf Schenk

DPA/BRITTA PEDERSEN

Tom Zickler liebte das Kino in seiner

ursprünglichen Bedeutung:

als Spektakel, Gefühlsschleuder,

Jahrmarktsattraktion. Möglichst

bunt sollte es sein und komödiantisch,

mit satten Geschichten vonLeben,

Liebe und Tod. Zicklers Kino

war das glatte Gegenteil der Berliner

Schule,ein Kino für Majoritäten. Unbedingt

notwendig für die innereBalance

einer jeden Kinematographie.

Die Defa war seine Kinderstube,

hier fing er in der Aufnahmeleitung

an, bevor er an der Babelsberger

Filmhochschule Produktion studierte.Inden

90er-Jahren stieß er auf

TilSchweiger,gemeinsam stemmten

sie das Projekt„Knockin’onHeaven’s

Door“, und die Tränen, die die Zuschauer

über die Story von zwei

schwer kranken Jungs auf ihrem letzten

Trip ans Meer lachten und weinten,

hatte zuvor auch schon Zickler

gelacht und geweint:

Er lebte

seine Emotionen

ohne Scham aus.

Nunkam gestern

die Nachricht,

dass Zickler

mit 55 Jahren,

nach kurzer

Krankheit gestorben

ist. Stu-

TomZickler

(1964–2019)

dio Babelsberg

trauert„um einen der größten Filmproduzenten

und leidenschaftlichsten

Geschichtenerzähler“, und uns

fallen Titel ein wie die gemeinsam

mit Schweiger produzierten Erfolgsfilme

„Barfuß“ (2005), „Keinohrhasen“

(2007) oder „Honig im Kopf“

(2014). In „Friendship!“ (2010)

schickte er Friedrich Mücke und

Matthias Schweighöfer auf die Reise

von Ost-Berlin nach San Francisco

und erzählte damit von sich selbst:

Unmittelbar nach dem Mauerfall

war er durch die USA getrampt, ohne

viel Englisch zu können und mit fast

keinem Geld. Schweighöfer als Tom:

eine Reminiszenz an die wilden Zeiten

der Anarchie.

Sein Herzblut investierte Zickler

auch in „Traumfabrik“ (2019). Die

Imagination eines großen, prosperierenden

Studios, in dem parallel

Dutzende Filme entstehen. Zickler

nannte das Studio Defa, obwohl er

wusste, dass sein Traumgebilde so

viel mit der Defa zu tun hat wie

Schneewittchen und die sieben

Zwerge mit einer wissenschaftlichen

Studie über Kleinwüchsige. Aber er

wollte seiner Leidenschaft freien

Lauf lassen: der Liebe zur Fantasie.

Das Publikum zog leider nicht mit,

die Kritik sowieso nicht. Dass die Fabel

in eine Rahmenhandlung eingebaut

war, inder ein Großvater seinem

Enkel die ganzeGeschichte vorflunkert,

spielte als Entlastung keine

Rolle, das Augenzwinkern wurde

nicht wahrgenommen. DenGroßvater

gab übrigens Michael Gwisdek,

noch so ein Bruder in Zicklers Geiste.

Ein Dreamteam für künftige Projekte.

Es hätte schön werden können.

Es ist vorbei.

Montag,3.August

1 Wer wird Millionär RTL 5,94 22 %

2 Spuren des Bösen ZDF 4,46 15 %

3 Tagesschau ARD 4,10 15 %

4 heute-journal ZDF 3,42 12 %

5 heute ZDF 3,18 16 %

6 Extra RTL 3,17 21 %

7 RTL aktuell RTL 2,79 15 %

8 SokoMünchen ZDF 2,78 17 %

9 GZSZ RTL 2,66 10 %

10 Gefragt –gejagt ARD 2,48 16 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


28 Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Akademie der Künste Hanseatenweg

(& 200 57 20 00) 19.00 Studio: Wasder Körper erinnert.

Zur Aktualität des Tanzerbes: Ernest Berk –The

Complete Expressionist (Tänzer*innen Musiker*innen

vongroupA, TOMMI TOKYO&SAyAkA BOTANIC)

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Die Therapie

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

19.30: Onkel Wanja

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

19.00 Box: Kompass ohne Norden (Junges DT)

Figurentheater Grashüpfer (& 536 95 15 0/ 52)

10.00: Cocolori Schattentheaterfestival: Die Bremer

Stadtmusikanten (Theater o.N.)

Flughafengebäude Tempelhof (Columbiadamm 10)

19.30: Die Schauspieler (aufBruch –Kunst Gefängnis

Stadt)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: Männerschlussverkauf

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(& 54 90 51 92) 19.30: Nach dem Kuss (Globe

Ensemble Berlin)

Kleines Theater (& 821 20 21)

20.00: Alte Liebe

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Im Weißen Rössl

Schaubühne (& 89 00 23)

20.00 Studio: The Human Condition

20.30: Ich ist ein anderer dieses wir bin nicht eine

Pfeife (Metaware) (Mark Waschke)

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Adel verpflichtet

Shakespeare CompanyBerlin (& 21 75 30 35)

20.00: Maß für Maß!

Theaterforum Kreuzberg (& 70 07 17 10)

20.30: PercussiveDance Theatre (Gastspiel GUT

Reaction). Anm. erf.

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Liebén (Vladimir Korneev)

BKA (& 202 20 07)

20.00: Fly, Edith, Fly –Vom Ballermann zum BER

(Ades Zabel &Company)

BühnenRausch (& 44 67 32 64)

20.00: StarTravel(Tante EDMAs ImproLounge&

Raketos)

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

19.30: Die Ding-Show(ImproBerlin)

20.00: Zirkus Angela

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

20.30: Elvis –Das Musical (Grahame Patrick &The

Stamps Quartet)

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: DerUn-Sinn des Lebens (SanjayShihora &

Gäste)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté(Helene Mierscheid (Mod.)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

18.30: The Band –Das Musical

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: Cabaret –Das Berlin-Musical

Washingtonplatz

15.00: Berlin lacht! Kulturbahnhof am Hauptbahnhof

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Morgen war gesternalles besser (Bernhard

Hoecker)

KLASSIK

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Orchester und Chor der Deutschen Oper

Berlin, Solist*innen:Yusif Eyvazov, Patrick Guetti, Anna

Netrebkou.a., Ltg.Michelangelo Mazza, Francesco

Cilea: „Adriana Lecouvreur“, Oper in vier Akten,

konzertant

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

14.00: Espresso-Konzert

Martin-Luther-Kirche Lichterfelde (& 832 30 77)

19.30: J.W. Küsgen, Orgelvesper,Werkevon Wilhelm

Friedemann Bach

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Ensemble Modern, Ltg.Brad Lubman,

Chorwerk Ruhr,CathyMilliken (Sprecherin), Hermann

Kretzschmar (Klavier), NorbertOmmer (Klangregie),

Musikfest Berlin –Louis Andriessen zu Ehren II,

OlgaNeuwirth: „locus…doublure…solus“ für Klavier

und Ensemble; Edgard Varèse: Déserts für 15

Instrumentalisten, 5Schlagzeuger und Tonband; Louis

Andriessen: „De Stjil“ für vierFrauenstimmen, Sprecherin

und großes Ensemble aus dem Musiktheater

De Materie 3. Teil

Schloss Charlottenburg –Große Orangerie

(& 25 81 03 50) 20.00: Berliner Residenz Orchester,

Königliche Schlosskonzerte, Werkevon Mozart, Haydn

&Salieri, mit Menü

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (& 902 26 -0)

10.00 Kinderbibliothek: Gans der Bär,Nicole Gospodarek,

Puppentheater (ab 3J.). Anm. erf.

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00 Studio: Oh wie schön istPanama (ab 4bis

8J.)

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

15.00: Offenes Atelier (ab 6J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

10.30: CheMagie-Show, Oliver Grammel (ab 10 J.)

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global.The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Klax-Kinderkunstgalerie (& 34 74 53 46)

14.00: Das ist ein Gewächshaus, Buchkinder Leipzig

e.V., Kinderkunst

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: DäumelinchensReise, Maria Mägdefrau (ab

4bis 8J.)

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

10.00: Lunaris.Ein Weltraummärchen, United Puppets

(ab 4bis 9J.)

10.00: Unterscheidet euch!, Turbo Pascal, Ein

Gesellschaftsspiel –interaktiveInszenierung (ab 10

bis 14 J.)

theater strahl probebühne (& 69 59 92 22)

9.00, 11.00, 20.00: Spaaaß! (für Teenies), Inter-

Aktives Theater zum Thema Mobbing (ab 8. Klasse)

(ab 13 J.)

Wabe (& 902 95 38 50)

10.00: Zebrastreifen,

LITERATUR/VORTRAG

Begine (& 215 14 14)

20.00: 56. Lesbische Auslese. Ein literarisches Quartett,

M. Albrecht, L. Méritt, K.Raum und T.Christopeit,

Brotfabrik (& 471 40 01)

19.30: Die milchfarbene Haut der Türen, Jonas-Philipp

Dallmann, Buchpremiere

Café Manstein (& 54 46 49 86)

20.00: Textetisch: Fantasie

Literatur

Lob

der

Differenz

Die soziale Spaltung ist ein

Dauerbrenner der politischen

Berichterstattung, und

es ging dabei zuletzt häufig um

die Frage, wer mit wem noch

und mit wem nicht mehr redet.„Get

together“ lautet indes

die Überschrift zur Auftaktveranstaltung

zu den Deutsch-Israelischen

Literaturtagen, die

diesmal am 4. und 8. September

im Deutschen Theater und

in der Heinrich-Böll-Stiftung

stattfinden. In den diversen

Gesprächspaarungen treffen

israelische und deutschsprachige

Autoren aufeinander

und tauschen sich über die gesellschaftlichen

Gemeinsamkeiten

und Unterschiede aus.

Den Auftakt macht der österreichische

Schriftsteller Franzobel,

der zuletzt mit „Rechtswalzer“

eine Krimifarce auf

sein Land geschrieben hat.

Sein Partner ist Sami Berdugo,

der als Sohn marokkanischer

Einwanderer in Israel geboren

wurde. HarryNutt

Deutsch-israelische Literaturtage

20Uhr, Deutsches Theater(Kammersp.)

Hymne für

japsende Hörner

Neue Musik spielt beim Musikfest

Berlin traditionell eine große Rolle,

Wie erlangt ein Komponist

Unsterblichkeit?

Beobachten wir an

noch lebenden oder

jüngst gestorbenen Beispielen: Am

Montag wird Daniel Barenboim, der

an denTagen zuvor noch„Rheingold“

und „Walküre“ dirigiert hat, im

Pierre-Boulez-Saal mit dem Boulez-

Ensemble „Sur Incises“ von Pierre

Boulez aufführen. Der Name Boulez

wirdsobald nicht vergessen werden;

ein dichtes Netz von Freunden wie

Barenboim und inoffiziellen Dirigier-

Schülern wie Matthias Pintscher sowie

vonBoulezangeregten Institutionen

wie das von Pintscher geleitete

Ensemble Intercontemporain sorgt

für Aufführungen und Ehrungen. Gerade

„Sur Incises“, eine halbe Stunde

fast ununterbrochenen und relativ

öd-gleichförmigen Virtuosengeratters

für je drei Klaviere, Harfen und

Schlagzeuger,wirdergriffen als Meisterwerk

gewertet, wie angeblich alles

vonBouleznur mit den größten Werken

der größten Meister verglichen

werden kann –zum Beweis wird im

selben KonzertBeethovens Horn-Sonate

aufgeführt, die nun allerdings

voneher geringem Gewicht ist.

allerdings geht es nicht um

Uraufführungen, sondern ihre

Tauglichkeit fürs Repertoire

Helmut Lachenmann wird sich

eine vergleichbare Wirkung von seinen

zahlreichen Kompositionsschülern

nicht erhoffen können. Auch

sind die Orchester nur selten scharf

darauf, sich in die ungewohnten

Spieltechniken und Notationen seiner

Partituren einzuarbeiten. Da mag

Lachenmann so bedeutend sein wie

er will: Er bedarf der Unterstützung

durch Veranstalter und Intendanten

und des Flankenschutzes vonMusikwissenschaft

und Feuilleton, die ihm

seit Jahren die Treuehalten.

Zu ihnen gehört auch Winrich

Hopp, der als Künstlerischer Leiter

des Musikfests Berlin einen kleinen

Lachenmann-Schwerpunkt ins Festivalgesetzt

hat. In demmussdas Spätwerk

des 83-Jährigen gegen die letzten,

transzendentalen Manifeste der

Wiener Klassik bestehen: Pierre-Laurent

Aimard lässt die „Serynade“ gegen

Beethovens Hammerklaviersonate

antreten und das Gesangsstück

„GOTLOST“ gegen Schuberts G-Dur-

Sonate. Ist diese Konkurrenz nicht

doch etwas hoch gegriffen für diese

beiden bei übersichtlichem Anspruch

sehr lang geratenen Stücke?

Interessanter ist da schon die Kombi-

Peter Uehling

will Musik hören und keine Interpreten.

Im Berliner Musikleben sucht er nach

Veranstaltungen, die musikalische

Erfahrungen bieten könnten –neuartige,

begeisternde, interessante oder

herzerwärmende. Ob sie sich

tatsächlich einstellen, ist allerdings eine

Fragedes Glücks.

Veranstalter und Feuilleton halten ihm die Treue: De

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Blinded bythe

Light 14.30; Once Upon a Time in... Hollywood

17.00,20.30

Cinema Paris (& 881 31 19) Late Night –Die

Show ihres Lebens 15.30,18.00,20.30

Delphi Filmpalast (& 312 1026) Once Upon a

Time in...Hollywood 16.30,20.00

Delphi LUX (& 322 93 10 40) Once Upon aTime

in... Hollywood (OF) 13.30, 17.00, 20.30, 21.15;

First Steps–Die langeNacht desjungen Films: Freigang

/Abmorgen werde ich... 18.00; First Steps

–Die lange Nacht des jungen Films: Sag du es mir

20.00; First Steps –Die lange Nacht des jungen

Films: Hörst du, Mutter? /Die Grube 22.00; Es–

It (OF) /Preview: Es: Kapitel II(OF) 20.00; Frau

Stern 14.45, 19.15; Die Agentin 16.40,21.15; Paranza:

Der Clan der Kinder 17.30; Und wer nimmt

den Hund? 13.30, 17.50, 20.00; AGschicht über

d‘Lieb 15.30; Late Night –Die Show ihres Lebens

(OmU) 13.40, 16.00, 18.20, 20.40; Ich war zuhause,

aber... 14.15; Gloria: Das Leben wartet nicht –

Gloria Bell (OmU) 16.30,18.50

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Und wer nimmt den

Hund? 18.00; Die Agentin 20.00; Fisherman‘s

Friends –Vom Kutter indie Charts 17.45; Blinded

by the Light 20.15

Kant Kino (& 319 98 66) Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 13.45, 15.50; Prelude 15.15,

18.15, 20.30; AToy Story 13.30, 15.45; Gloria:

Das Leben wartet nicht 15.15, 18.00, 20.30; Golden

Twenties 17.30, 20.00; Leid und Herrlichkeit

17.30, 20.00; Das zweite Lebendes MonsieurAlain

15.15, 20.00; Photograph –Ein Foto verändert ihr

Leben für immer 17.30

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) AToy Story

14.00; Once Upon aTime in...Hollywood 16.30; Es

/Preview: Es: Kapitel II 20.00; Playmobil: Der Film

14.20; Angel Has Fallen 16.40,19.30; Preview: Es:

Kapitel II 22.30; 3D: Der König der Löwen 15.00;

Leberkäsjunkie 18.00; Late Night –Die Show ihres

Lebens 20.30;Angel Has Fallen 23.00; Once Upon

aTime in... Hollywood 13.40, 19.30; Late Night –

Die Show ihres Lebens 17.00; Crawl 23.00; Late

Night –Die Show ihres Lebens 14.30; Playmobil:

Der Film 17.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 19.30; Angel Has Fallen 23.00; Die drei !!!

15.15; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 17.35; IAm

Mother 20.40, 23.15; Yesterday 15.00; AToy Story

17.40;Fast &Furious: Hobbs &Shaw20.00, 23.10

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Little Monsters

(OmU) 11.00, 22.45; Electric Girl 13.00; Das

schönste Paar 14.30; Made in China 16.00; Unsere

große kleine Farm 17.30; Berlin, ILove You

(OmU) 19.00; The Dead Don‘t Die (OmU) 21.00;

Cleo (OmenglU) 11.00; Nur eine Frau (DFmenglU)

12.45; Ray & Liz (OmU) 14.15; Der unverhoffte

Charme des Geldes 16.15; Yesterday (OmU)

18.15; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU)

20.15; Burning –Beoning (OmU) 22.15; Der Goldene

Handschuh11.00; Sunset –Napszallta (OmU)

12.45; Yoga: Die Kraft des Lebens –Debout (OmU)

15.15; Pets II16.45; Endzeit 18.15; Once Upon a

Time in...Hollywood (OmU) 19.45,22.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 8129) Ich war zuhause,

aber...16.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 18.00;Und wernimmtden Hund? 20.15;

Rocketman (OmU) 22.00; Lord of the Toys 16.15;

CongoCalling (OmU) 18.00;CarmineStreet Guitars

(OmU) 19.45; Becoming Animal (OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Once Upon aTime

in... Hollywood 13.45, 20.15, 21.40; Golden Twenties

13.45; IMAX 3D: Der König der Löwen 13.45;

Playmobil: Der Film 14.00; Good Boys 14.15,

17.00, 19.20, 22.00; Der König der Löwen 14.15,

20.40; Monsieur Claude II 14.30; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.45, 17.00, 20.10, 22.00; Blinded

bythe Light 14.45; Stuber –5Sterne Undercover

15.00,17.50,20.20;AToy Story 15.00,17.40,

19.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

15.10, 18.00; Benjamin Blümchen 15.30;

Good Boys (OF) 15.40; Spider-Man: Far From

Home 16.00; IMAX: Once Upon aTime in... Hollywood

16.30; Angel Has Fallen (OF) 16.30; Late

Night –Die Show ihres Lebens 16.40, 19.10; Paradise

Hills 17.10; 3D: Der König der Löwen 17.40,

21.15;Angel HasFallen 17.40, 20.40;3D: Playmobil:

Der Film 18.00; Gloria: Das Leben wartet nicht

18.20; Crawl 19.00,21.30; Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 19.30; IMAX: Es 20.00; Die Agentin

20.30; Little Monsters 21.00; IMAX: Preview: Es:

Kapitel II 22.30

Zukunft (& 01 76/57 861079) OBeautiful Night

18.00; Yesterday (OmU) 19.45; The Dead Don‘t

Die (OmU) 22.00; Das melancholische Mädchen

18.00; AGschicht über d‘Lieb (OmU) 19.45; Cleo

(OmenglU) 21.45

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) A Toy Story

13.30, 17.10, 20.15; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 13.40, 16.40; Benjamin

Blümchen 13.50; 3D: Der König der Löwen 14.00,

19.40; Playmobil: Der Film 14.10, 17.15; Pets II

14.15; Good Boys 14.20, 17.00, 20.10, 22.40;

Once Upon aTime in... Hollywood 16.30, 19.30,

22.30; Der König der Löwen 16.50; Angel Has Fallen

17.00, 19.50, 22.50; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 19.20; Es 20.00; Preview: Es: Kapitel II

22.30; Stuber –5SterneUndercover22.50; Child‘s

Play 23.00

Kino Kiste (& 998 7481) Fisherman‘s Friends –

VomKutter indie Charts14.00; TKKG–JedeLegende

hat ihren Anfang 16.05; Yesterday 17.50; Und

wer nimmt den Hund? 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 41 09) Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.15, 19.50; 3D: Der König

der Löwen 14.20, 17.10; Playmobil: Der Film

14.30, 17.15; Benjamin Blümchen 14.40; 3D:

AToy Story 14.45; Der König der Löwen 14.50,

16.50, 20.00; Good Boys 15.00, 17.40, 19.40; A

Toy Story 15.00, 17.30; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 15.10, 17.20; Once Upon a

Time in...Hollywood 17.00, 19.30; AngelHas Fallen

17.20,19.50; Die Agentin 17.30, 20.10; Es/Preview:Es:

Kapitel II 20.00; Crawl 20.15; Little Monsters

20.20; Preview: Es: Kapitel II 22.30

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Once UponaTime in...

Hollywood (OmU) 15.30, 19.00, 22.30; B Blinded

by the Light (OmU) 17.00,22.00;Yesterday (OmU)

19.30

fsk am Oranienplatz (& 614 24 64) Ichwar zuhause,

aber... (OmenglU) 17.45; Carmine StreetGuitars

(OmU) 18.00; Prelude (OmenglU) 19.45; Golden

Twenties (OmenglU) 20.00, 22.00; Die Einzelteile

der Liebe (OmenglU) 21.45

Moviemento (& 692 4785) Gregs Tagebuch: Von

Idioten umzingelt! 10.00; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 12.15,15.30;Seret Berlin: Geula

–Redemption (OmU) 19.00; TelAviv OnFire (OmU)

22.00; Benjamin Blümchen 13.45; Prelude 16.00,

18.15, 20.30, 22.45; Thilda &die beste Band der

Welt 10.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

12.45,15.00,17.15;Frau Stern(OmenglU)

19.30; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

21.30

Sputnik (& 694 11 47)Cleo(OmenglU)18.00; Paranza:Der

Clan derKinder –Laparanza deibambini

(OmU) 19.45; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 21.45; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter

in die Charts (OmU) 18.00; Paradise Hills (OmU)

20.00; Burning –Beoning (OmU) 21.45; Kinobar

im Sputnik B-Movie: Lust &Sound inWest-Berlin

(OmenglU) 21.45

Yorck (& 78 91 32 40) Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 14.20; Once Upon aTime in...

Hollywood 16.30, 20.00; New Late Night – Die

Show ihres Lebens 15.50, 18.10, 20.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 95 90) Good Boys 14.00,

18.15, 20.30; Der König der Löwen 14.30, 17.15,

20.00; Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

14.45, 16.00; Playmobil: Der Film 15.15;

AToy Story 15.15, 17.30; Once Upon aTime in...

Hollywood 17.00, 19.45; Angel Has Fallen 17.30,

20.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 20.15

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Frau Stern

10.00, 18.15; Das zweite Lebendes Monsieur Alain

10.15, 18.15; Die Agentin 10.30, 15.45, 20.30;

Gloria: Das Leben wartet nicht 13.00, 20.15; Der

Klavierspieler vomGare du Nord 13.15; MeinLotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 13.30, 15.15;

Berlin, ILove You 15.40; Es gilt das gesprochene

Wort 17.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 20.15

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60)

Playmobil: Der Film 14.00, 17.15; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.00, 16.30, 19.45, 23.00; Der

König der Löwen 14.00, 16.55; Pets II 14.15; Monsieur

Claude II 14.30; AToy Story 14.30, 17.00,

20.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!15.00,

17.30;Good Boys 15.00,17.30,20.15,

23.00; Once Upon aTime in... Hollywood 16.30,

19.45, 22.30; Angel Has Fallen 17.15, 20.00,

23.00; 3D: Der König der Löwen 19.45; Crawl

19.45; Es /Preview: Es: Kapitel II 20.00; Preview:

Es: Kapitel II22.30

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Mittendrin (m. Gast u. Gespräch)

19.00; Shorts Attack –Animation Attack

(OmenglU) 21.15; Cleo (OmenglU) 18.00; Und wer

nimmt den Hund?20.00; Endzeit (OmenglU) 21.45

Babylon (& 242 59 69) KinderwagenKino: Leidund

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 11.00; KinderwagenKino:

Leid und Herrlichkeit 11.05; Leid und

Herrlichkeit –Dolor y gloria (OmU) 17.45; 1929!:

Der Kuss –The Kiss (OV; m. Live-Musikbegleitung)

18.00; 1929!: Die Frau, nach der man sich sehnt

(m.Live-Musikbegleitung)18.15; 1929!:Menschen

am Sonntag (m.Live-Musikbegleitung) 19.30;Seret

Berlin: Good Morning Son (OmenglU) 20.00; Ein

Beckenvoller Männer –Legrand bain (OmU) 20.00;

1929!: Die wunderbare Lügeder Nina Petrowna (m.

Live-Musikbegleitung) 21.00; 1929!: Nachtgestalten

(m. Live-Musikbegleitung) 22.00; Woodstock

50!: Jimi Hendrix (OF) 22.15

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Jugend

ohne Gott 10.00; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 13.00, 15.00, 17.00; Yesterday

(OmU) 19.00; Rocketman (OmU) 21.30; IAm

Mother (OF) 13.15, 19.45; Pets II 15.30; Yesterday

(OmU) 17.15, 22.15

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) Yesterday

11.00; Pets II 11.00, 13.15, 15.30; Playmobil:

Der Film 11.10, 13.50, 16.20; Good Boys 11.10,

14.30, 16.10, 20.15; Benjamin Blümchen 11.20;

Der König der Löwen 11.30, 17.15, 19.10; Mein

Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 11.40,

14.10, 16.40; Die drei !!! 11.40; A Toy Story

11.45,14.15, 18.30; 3D: AToy Story13.30, 17.00;

Once Upon aTime in... Hollywood 13.40, 16.50,

19.15, 20.30, 22.45; 3D: Der König der Löwen

13.45; Spider-Man: Far From Home 14.10; Fast &

Furious: Hobbs&Shaw16.50, 19.50,23.00; Angel

Has Fallen 17.15, 20.15, 23.15; Stuber –5Sterne

Undercover 17.45, 22.50; Es 20.00; Die Agentin

20.10; Crawl 21.00; Preview: Es: Kapitel II 22.30;

Little Monsters 23.10; Annabelle III 23.15

Hackesche Höfe (& 283 46 03) Berlin Babylon

(DFmenglU) 15.00; Gloria: Das Leben wartet nicht

–Gloria Bell (OmU) 17.45; Preview: Idioten der

Familie 20.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 14.45, 18.00; Shape of Water –Das Flüstern

des Wassers (OmU) 21.30; Golden Twenties

(DFmenglU) 15.30; Paranza: Der Clan der Kinder

–Laparanzadei bambini (OmU) 17.30; OnceUpon

aTime in... Hollywood (OmU) 20.00; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 14.30; Frau Stern

(DFmenglU) 17.00, 21.30; Blinded by the Light

(OmU) 19.00; Ich war zuhause, aber... (DFmenglU)

15.00; Late Night –Die Show ihres Lebens (OmU)

17.00, 19.15; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 21.30

International (& 24 75 60 11) Preview: Und der

Zukunft zugewandt 19.30

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Ekstase –Symphonie

der Liebe (OF) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (& 01 80/505 06 44)

Der König der Löwen 14.00, 17.25, 19.45; AToy

Story 14.10, 16.50; Die drei !!! 14.15; Spider-

Man: Far From Home 14.30; Mein Lotta-Leben

14.30, 17.20; Good Boys 14.30, 17.00, 19.30;

Playmobil: Der Film 14.40, 17.15, 19.45; Pets II

14.45; Der Klavierspieler vom Gare du Nord 15.00;

Fast &Furious: Hobbs &Shaw 16.40, 19.45; Once

Upon aTime in... Hollywood 16.45, 19.30; Aladdin

16.55; Angel Has Fallen 17.00, 20.00; Once Upon

aTime in... Hollywood (OF) 20.00; Stuber –5Sterne

Undercover 20.10; Crawl 20.15

IL KINO (& 91 70 29 19)Apollo 11 (OmU) 10.00;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 11.40;

Paranza: Der Clan der Kinder –Laparanza dei bambini

(OmU) 13.45, 21.00; Aladdin (OmU) 15.40;

Gloria: Das Leben wartet nicht –Gloria Bell (OmU)

18.00

Neues Off (& 62 70 95 50)Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 17.00, 20.30

Passage (& 68 23 70 18) Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 16.30, 20.00; Frau Stern 16.30,

18.30, 20.30; Paranza: Der Clan der Kinder –La

paranza dei bambini (OmU) 18.30; Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 21.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Late Night –Die Show

ihres Lebens (OmU) 17.10, 19.30, 21.50; Es –It

(OF) /Preview: Es: Kapitel II –It: Chapter Two (OF)

20.00; Once Upon a Time in... Hollywood (OF)

17.45,21.15; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 18.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmenglU) 20.00; Gloria: Das Leben wartet nicht –

Gloria Bell (OmU) 17.20; Blinded by the Light (OF)

17.30, 22.30; Late Night –Die Show ihres Lebens

(OF) 20.10, 22.30

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34) Der

König der Löwen 14.15, 17.00; Playmobil: Der Film

14.25, 17.10; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo!14.25, 17.35; MonsieurClaude II 14.30;

AToy Story 14.50, 17.20; Good Boys 15.15, 17.45,

20.30; Once Upon aTime in... Hollywood 16.45,

19.50; 3D: Der König der Löwen 19.45; Es /Preview:

Es: Kapitel II20.00; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 20.10; Crawl 20.20; Preview: Es: Kapitel

II 22.30

Wolf (& 921 03 93 33) Once UponaTime in... Hollywood

(OmU) 12.00, 21.00; Carmine Street Guitars

(OmU) 12.10, 19.20; Die Einzelteile der Liebe

(OmenglU) 13.50, 17.20; The Dead Don‘t Die (OF)

15.10; Wir Kinder aus Bullerbü 16.00; Wilden: Simon

Gush: Kurzfilmprogramm (OV; m. Gast) 19.00;

Leid und Herrlichkeit –Dolor y gloria (OmU) 21.10


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 29

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

r Komponist Helmut Lachenmann bekommt einen kleinen Schwerpunkt beim Musikfest.

KONZERTE

Lachenmann &Beethoven:

6.9., 20 Uhr,Kammermusiksaal,

Herbert-von-Karajan-Str.1

Xenakis &Varèse: 7. &8.9., 19 Uhr,

Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Str.1

Lachenmanns Marche fatale:

8.9., 17Uhr,Kammermusiksaal

Boulez: 9.9., 19.30 Uhr,Pierre-Boulez-

Saal, Französische Str.33d

Rihm: 9.9., 20 Uhr,Kammermusiksaal

Lachenmann &Schubert:

12.9., Kammermusiksaal

Lachenmanns Tanzsuite:

15.9., 11 Uhr,Philharmonie

IMAGO IMAGES/ZENTRIXX

nation von Strauss’ „Heldenleben“

mit der „Tanzsuite mit Deutschlandlied“

im Konzert der Jungen deutschen

Philharmonie. Mit ihr hat Lachenmann

ausnahmsweise ein äußerst

buntes Werk geschaffen: mit

rasch umschlagenden Charakteren,

in denen die deutsche Hymne nur in

einer skurril überschnappenden Fassung

für hohe japsende Hörner greifbar

wird –ein großartiger, witziger

Moment in einem großartigen Stück.

Das Ensemble MusikFabrik wird

schließlich noch Lachenmanns tonale

Spielereien der letzten Jahre dokumentieren,

die Bearbeitung eines

japanischen Kirschblütenlieds und

den bei seiner Stuttgarter Uraufführung

Neujahr2018 mit großem Hallo

aufgenommenen „Marche fatale“,

der als ironischer Exorzismus einer

offiziösen Musikgeste witzig ist, aber

mit der luxurierenden Ambivalenz eines

Werks ähnlicher Stoßrichtung –

Ravels„LaValse“ –nicht mithält.

Wolfgang Rihm hat das Glück,

nicht nur vonVeranstaltern, sondern

auch von großen Interpreten immer

wieder zu neuen Werken herausgefordert

zuwerden. Für den Bariton

GeorgNigl, den grandiosen Interpreten

seines „Jakob Lenz“, schrieb er

„Vermischter Traum“ nach Andreas

Gryphius, der am Montag im Rahmen

des Musikfests uraufgeführt

wird neben Liedern von Schubert

undBeethoven –hier macht mansich

wenigSorgenüber ein mögliches Gefälle:

Es ist Rihms eingeborene geistige

Souveränität, die ihn neben die

Größten stellt, auch wenn nicht jedes

Stück seines gewaltigen Schaffens in

gleicherWeise gelungen sein mag.

Neben dem Engagement für die

Lebenden setzt Winrich Hopp sich

auch für tote Komponisten ein, die er

nicht zu Unrecht fürs sinfonische

Repertoire reklamiert: Iannis Xenakis

und Edgar Varèse, deren Orchesterwerke

dem Universalklangkörper

des 19. Jahrhunderts noch einmal

neue Klänge abgewonnen haben:

Peter Eötvös wird mit den Philharmonikern

nicht nur sein Violinkonzert

„Alhambra“ aufführen, sondern

vor allem Xenakis’ weißglühende,

den Raum zwischen Rhythmus,

Klang und Geräusch vielfältig ausmessende

Streicherstudie „Shaar“

und Varèses „Ameriques“ –seit Beginn

der Ära Hopp fast ein Musikfest-Pflichtstück.

100 Jahre Bauhaus

Utopien

im

Schaufenster

Schwellenfrei und mitten im

Stadtalltag begegnen wir in

der derzeitigen Bauhauswoche

Berlin den Utopien all jener

Meister und Meisterinnen,

die seit 1919 in Weimar, ab

1925 in Dessau, zuletzt 1932 in

Berlin bis zum Verbot durch

die Nazis Kunst und Leben zu

einen versuchten. Eine Schaufensterausstellung

zieht sich

durch die Kantstraße,rund um

den Savignyplatz und durch

die Potsdamer Straße. „Bauhaus

in 16 Collagen“ der Theatermalerin

Jacqueline Teschner

erzählt vom Leben und

Lernen am Bauhaus, von den

Werkstätten, Design-Entwürfen,

Produkten, ebenso von

den Direktoren Walter Gropius,

Hannes Meyer und Ludwig

Mies van der Rohe. Viele

Schaufenster der Großstadt

werden so zurTag-und Nacht-

Bühne. Ingeborg Ruthe

Schaufensterschau bis 8. September,

tgl. kostenlose Führungen 16 +18Uhr,

StartamStilwerk (Kantstr.17) und Hering

Berlin, Potsdamer Str. www.bauhaus100berlin/de/bauhauswoche

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

19.30: Deutsch-Israelische Literaturtage2019:

Lauter,immer lauter?, DovAlfon, Friedrich Ani, Sami

Berdugo, MaayanBen Hagai, Franzobel, Dilek Güngör,

Mati Shemoelof und Tijan Sila, Eröffnung –Lesungen

und Gespräche mit DovAlfon, Friedrich Ani, Sami

Berdugo, MaayanBen Hagai, Franzobel, Dilek Güngör,

Mati Shemoelof und Tijan Sila

Ephraim-Palais (& 240 02 -1 62)

18.00: Ost-Berlin erlesen: „Kiezgeschichte:Friedrichshain

und Kreuzberg im geteilten Berlin“, Hanno

Hochmuth

Kohlenquelle (Kopenhagener Str.16)

20.00: Schuld und Bühne Berlin, Ruth Herzberg,

Jacinta Nandi, Clint Lukas, Livetalk mit Texten

Literaturforum im Brecht-Haus (& 282 20 03)

20.00: Das Giftder Bienen, Isabel FargoCole,

Buchpremiere. Annett Gröschner im Gespräch mit

der Autorin

Literaturhaus Berlin (& 887 28 60)

19.30: „Wir sind ein Volk?!“ Eindeutsch-deutscher

Lyrikabend, Carl-Christian Elze, Kerstin Hensel,

Dagmara Kraus, André Schinkel, MirkoBonné, Ruth

Johanna Benrath, Lutz Steinbrück, Mara Genschel,

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Sprengt die Charts! Wiewerde

ich Popstar –und warum?, Linus Volkmann

REH Raumerweiterungshalle

(Kopenhagener Str.17) 20.00: Das REH liest: Ein

Haus auf dem Land. Eine Wohnung in derStadt, Jan

Brandt

FÜHRUNG

AlliiertenMuseum (& 818 19 90)

15.00 Cafeteria,Nicholson-Gedenkbibliothek:

Innenansichten des Kalten Krieges

BerlinSicht (& /3 05 57 96)

16.00: Kulturhistorischer Spaziergang überden Waldfriedhof

Heerstraße, Ulrich Thom, Treff: Waldfriedhof

Heerstr., Haupteingang Trakehner Allee 1

Bärentouren (& 015 20 -5 22 67)

14.00: Das Berliner Schloss und seine Peripherie:

Schlossführung über Geschichte, Ausgrabung und

Wiederaufbau, Treff: Granitschale,Lustgarten. Anm.

erf.

16.00: Architektursprache und Geomantie: Historische

Bauten als Brückeindie Vergangenheit und ihre

Wirkung aufuns, Treff: Reiterstandbild „Friedrich der

Große“, Unter d. Linden. Anm. erf.

20.00: „Ghostwalk“ Berlin auf dem Geisterpfad:

Mystikführung zu Parapsychologie, Gespensternund

Spukerscheinungen, Treff: Kl. Springbrunnen, Oranienburger

/EckeMonbijoustr.. Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

14.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

Treff: Ausstellungshalle

Gipsformerei (& 32 67 69 11)

10.00: Die Produktions- undLagerstätten im

historischen Stammhaus der Gipsformerei, Treff:

Verkaufsraum

Gropius Bau (& 25 48 60)

17.30: Garten der irdischen Freuden

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (& 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Kunstund

Politik, Treff: Foyer

Individuelle Stadtspaziergänge (& 892 13 38)

14.00: Kurfürstendamm –Von Halensee zum Olivaer

Platz: E. Lasker-Schüler,S.Kracauer,E.Kästner u.a.,

JennySchon, Treff: Eingang S-Bhf. Halensee

Neukölln Reinhold Steinle (& /85 73 23 61)

17.00: Rathaus(turm) Neukölln, Reinhold Steinle,

Treff: Neukölln-Info-Center (im Rathaus)

PalaisPopulaire (& 202 09 30)

13.00: Lunch+, PalaisLecture

Stadt im Ohr (& 20 07 88 41)

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

11.00: Werkstatt Wedding.Hörspaziergang durchdie

Bilder einer Stadt, stadt im ohr,Treff und Ausgabe der

Audioguides. Rosa Parks Café, SoldinerStraße 32,

13359 Berlin

12.00: Audiotour Mitte-Schritte –Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

KONZERT

Acud (& 44 35 94 97)

20.00: Shannon Sullivan (Spoken Word Poetry),

André Matov (Gitarre, Electronics), Bernd Oezsevim

(Schalgzeug,Percussion), The Difference Between

F. &F.

Anzeige

DIEGRÜNE

LESUNG &DISKUSSION

BUNDESTAGS-

AM 10.9.UM18.30 UHR

FRAKTION LÄDTEIN

TAZKANTINE

RADIX-BLÄTTER

REVISITED

DDR-SUBKULTURUND

FRIEDLICHE REVOLUTION

Info/Anmeldung: gruene-bundestag.de/termine

Arcanoa (& 67 96 26 51)

21.00: Spielleute-Session

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Robins Nest Jam Session

Café Lyrik (& 44 31 71 91)

19.30: Django’sMusic mit Bernd Huber &Gästen

Café Olé (& 75 50 31 20)

20.00: Michael Gechter’sVocal-Jazz-Project, cool

wednesday

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano Series: Thibault Falk

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: Thompson Square, support: Sean McConnell,

Masterpiece

Quasimodo (& 318 04 56 70)

22.30: Shayna Steele

RBB Haus des Rundfunks (& 97 99 30)

20.30 Gr.Sendesaal: John Prine

19.00: OMG! It’sthe Old Men Group! +Mind Kiosk,

Lofi Lounge

Waldbühne (& 018 06 57 00 70)

19.30: Herbert Grönemeyer

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00: Clärchen swingt, Evan &Friends

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

19.00: El Ocaso –TangoArgentino

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Argentinischer Tango, Michael Rühl &friends

KINO

PANKOW

BlauerStern Pankow (& 47 61 18 98) Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 13.45, 15.50;

Und wer nimmt den Hund? 18.00, 20.30; Once

Upon aTime in... Hollywood 20.00; AToy Story

13.50,16.00; Gloria: DasLeben wartet nicht 18.10

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Once

Upon aTime in... Hollywood 17.30, 20.00, 21.00;

AToy Story 13.50, 16.00; Late Night 15.10, 18.10,

20.30; Gloria: Das Leben wartet nicht 14.20,

18.40; Und wer nimmt den Hund? 16.40; Late

Night (OmU) 21.00; Prelude 15.30, 17.45, 20.00;

Mein Lotta-Leben 13.40,15.50; Frau Stern 18.00

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 0200)

Once Upon aTime in... Hollywood 14.00, 19.30;

Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

14.00, 16.45; Prelude 14.15, 19.20; Berlin, I

Love You (OmU) 14.15; AToy Story 14.20, 17.30;

Playmobil: Der Film 14.30, 17.00; Blinded by the

Light (OmU) 14.45; Golden Twenties 15.15; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 16.20, 20.30,

21.45; So wie du mich willst –Celle que vous croyez

(OmU)16.30;Der König der Löwen 17.00;Leid und

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 17.30; Preview:

Gut gegen Nordwind 19.30; Leid und Herrlichkeit

19.45; Es/Preview: Es: Kapitel II 20.00; Die Agentin

–The Operative (OmU) 20.00, 22.45; Late Night

–Die Show ihres Lebens (OmU) 20.15,22.45; Preview:

Es: KapitelII–It: ChapterTwo (OF)22.30; Der

König der Löwen –The Lion King (OmU) 22.40; The

Dead Don‘t Die (OmU) 23.00

Krokodil (& 44 04 92 98) Acid –Kislota (OmU)

19.00; Kaviar (OmU) 20.45

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Cleo 16.30; Leid

und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 18.15; Frau

Stern 20.15; The Dead Don‘t Die (OmU) 22.15

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Good

Boys 14.15, 17.05, 19.45, 22.35; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.15, 20.10, 22.30; AToy Story

14.20, 17.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo! 14.25, 16.45; Der König der Löwen

14.25, 17.10; Die drei !!! 14.30; Benjamin Blümchen

14.30; Playmobil: Der Film 14.35, 17.00;

Paradise Hills 14.35; Once Upon aTime in... Hollywood

15.00, 16.30, 19.30, 22.15;Spider-Man:Far

From Home 16.50;Angel Has Fallen 16.50, 19.55,

22.45; Late Night –Die Show ihres Lebens 17.20,

19.40;3D: DerKönigder Löwen19.35; Die Agentin

19.40,22.30; Berlin, ILove You19.40; IAmMother

19.50; Es/Preview: Es: Kapitel II20.00; Preview:

Es: Kapitel II 22.30; Little Monsters 22.40

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) Der König

der Löwen 13.40, 16.35, 19.30; Benjamin Blümchen

14.00; 3D: AToy Story 14.00; Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 14.10, 16.45;

Playmobil: Der Film 14.15, 17.00; Good Boys

14.20, 17.30, 19.45, 23.00; AToy Story 14.30,

17.10; Pets II 15.00; Once Upon aTime in... Hollywood

15.10, 16.30, 19.15, 19.50, 22.30; Fast &

Furious: Hobbs&Shaw16.30, 19.45, 22.30; Angel

Has Fallen 17.00,20.10, 23.10; Stuber –5Sterne

Undercover 20.00, 23.15; Es 20.00; 3D: Der König

der Löwen 20.10; Preview: Es: Kapitel II22.30;

Crawl 23.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Und wer nimmt den Hund? 15.00; Gloria: Das Leben

wartet nicht 17.45, 20.30

Cosima (& 85 07 58 02) Yesterday 18.00; Green

Book –Eine besondere Freundschaft 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 16.30,20.00

Xenon (& 78 00 15 30) Carmine Street Guitars

(OmU) 18.15; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 0211) Playmobil:

Der Film 10.00, 12.10, 14.30, 17.10; Mein

Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo! 10.00,

12.40, 14.50; Der König der Löwen 10.00, 12.00,

17.00, 19.30; Benjamin Blümchen 10.00; AToy

Story 10.00, 12.30, 15.00, 16.30; Pets II 12.00;

Good Boys 13.55, 17.30, 20.00; Der Klavierspieler

vom Gare du Nord 15.00; Late Night –Die Show

ihres Lebens 17.40, 19.40; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 19.50; Once Upon aTime in... Hollywood

20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81) Und

wer nimmt den Hund? 16.00, 20.15; Geheimnis

eines Lebens 18.00

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 0711) Late Night –Die Show

ihres Lebens 14.30, 17.15, 20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

Playmobil: Der Film 10.00, 12.10, 14.30, 17.00;

Pets II 10.00, 12.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 10.00, 12.05, 14.25, 16.10; Die

drei !!! 10.00,12.00; Der König der Löwen 10.00,

14.15, 16.50, 19.40; Benjamin Blümchen 10.00,

12.05; AToy Story 10.00, 12.00, 14.15, 16.40;

Good Boys 11.50, 13.55, 18.30, 20.25, 23.10;

Fast & Furious: Hobbs & Shaw 14.05, 17.10,

19.45, 22.45; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

15.00; Spider-Man: Far From Home 16.50, 20.45;

Once Upon aTime in... Hollywood 17.05, 19.30,

23.00; Es /Preview: Es: Kapitel II19.45; Once

Upon aTime in...Hollywood (OF) 20.45; Annabelle

III 23.00

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Der König

der Löwen 15.30, 18.00, 20.30; Playmobil 15.45,

18.00; AToy Story 15.45,18.00; Mein Lotta-Leben

16.00; GoodBoys18.00,20.30;Once UponaTime

in...Hollywood 20.15; Es /Preview: EsII20.15

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Frank Borzage: Das

Glück in der Mansarde –7th Heaven (rest. Fassung)

20.00; Magical History Tour: Dokfah nai meu maan

–Mysterious Object at Noon (OmenglU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 806969)

Pets II 12.30, 14.00; Der König der Löwen 12.30,

14.00, 17.20, 20.30; Benjamin Blümchen 12.30;

Rocketman 12.45; AToy Story 12.45, 17.00; Once

Upon aTime in... Hollywood 13.00, 13.45, 15.10,

18.00, 19.00, 22.10; 3D: Der König der Löwen

13.10, 16.15, 20.15; Leid und Herrlichkeit 13.25;

Angel Has Fallen 13.30, 16.40, 19.45, 22.50; Fast

&Furious 13.50,15.40, 20.30,22.50; Die drei !!!

13.50; Mein Lotta-Leben 14.10, 16.40; Playmobil

14.15; Good Boys 14.45, 17.30, 19.20, 22.20;

Late Night 15.00, 17.40, 19.45, 23.00; Gloria

15.50, 18.30; Drei Schritte zu Dir 16.00, 19.10;

Spider-Man 16.30, 19.45; Yesterday 16.40,19.40;

Paranza 16.45; Crawl 16.45, 21.15, 22.20; 3D:

Playmobil 17.00; Stuber 17.15, 19.50, 22.30; 3D:

AToy Story 17.40, 19.30; Prelude 19.10; Aladdin

19.30; Die Agentin 19.45, 22.40; Preview: Es II

20.00, 22.30; Little Monsters 20.20, 23.00; Avengers:

Endgame 22.00; 3D: Spider-Man 22.40; John

Wick III 22.40; IAmMother 22.40

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 02 00)

Once Upon a Time in... Hollywood (OF) 13.30,

15.50, 19.30, 22.15; Spider-Man: Far From Home

(OF) 13.50, 16.30; Good Boys (OF) 13.50, 17.05,

19.45, 22.20; Late Night –Die Show ihres Lebens

(OF) 14.00, 20.00,23.15;3D: DerKönig derLöwen

–The Lion King (OF) 14.00; Playmobil: Der Film –

Playmobil: TheMovie (OF) 14.10, 16.50; AToy Story

–Toy Story IV (OF) 14.30, 16.45,19.30; Angel Has

Fallen (OF) 17.00, 20.00,23.00; Der König der Löwen

–The Lion King (OF) 17.20; The Lodge 19.30;

Es –It(OF) 20.00; DieAgentin –The Operative (OF)

20.20; Riot Girls 22.15; Preview: Es: Kapitel II –It:

Chapter Two(OF) 22.30; Little Monsters (OF) 23.15

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) Once Upon

aTime in... Hollywood (OF) 12.00, 16.00; Es –It

(OF) /Preview: Es: Kapitel II–It: Chapter Two (OF)

20.00

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 19.00;Holiday –Sonne,

Schmerz &Sinnlichkeit (OmU) 22.00

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Playmobil: Der Film 10.00,

12.00, 14.00, 16.00; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 10.00, 12.00, 14.00, 16.00;

Good Boys 10.00, 12.00, 16.00, 18.00, 20.00,

22.30; Angel Has Fallen 10.00, 12.30, 18.00,

20.00, 22.30; AToy Story 10.00, 12.15, 14.30,

17.15; Benjamin Blümchen 14.00; Der König der

Löwen 15.00, 17.30; Stuber –5Sterne Undercover

18.00; Once Upon aTime in... Hollywood 20.00,

22.00; Es/tip-Preview: Es: Kapitel II 20.00; Es

20.00; Preview: Es: Kapitel II22.30

Casablanca (& 677 57 52) Cleo 16.00; Traumfabrik

18.00; Leberkäsjunkie 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 0200)

3D: Spider-Man: Far From Home 14.00; Pets II

14.15; Good Boys 14.15, 17.15, 19.45, 23.00; A

ToyStory 14.15, 16.45; Playmobil: Der Film 14.30,

17.10; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

14.30, 17.00; Der König der Löwen 14.30,

17.20, 19.45; 3D: AToy Story 14.45; Once Upon

aTime in...Hollywood 15.00, 16.30, 18.45, 20.00,

22.20; Fast & Furious: Hobbs & Shaw 16.45,

19.30; Angel Has Fallen 17.00, 19.50, 23.00; Es

20.00; Crawl 20.00, 22.45; IAmMother 20.15,

22.45; Preview: Es: Kapitel II22.30; Stuber –5

Sterne Undercover 23.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) Der

König der Löwen 10.00, 14.10, 17.00, 19.40; Playmobil:

Der Film 14.00, 17.30; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 14.10, 17.00; Good

Boys 14.30, 17.00, 19.30; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 14.30, 19.50; AToy Story 14.30, 17.20;

Der Klavierspieler vom Gare du Nord 15.00; Once

Upon aTime in... Hollywood 16.10, 19.40; Angel

Has Fallen 17.00, 20.00; Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 19.45; Crawl 20.10

City Kino Wedding (& 01 77/270 1976) Die

Einzelteile der Liebe 19.00; Leid und Herrlichkeit

21.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 40 01) Die Einzelteile der

Liebe 19.00; Carmine Street Guitars (OmU) 21.00

Toni & Tonino (& 92 79 12 00)Mein Lotta-Leben –

Alles Bingomit Flamingo!13.30,15.45;AToy Story

10.15, 12.30, 14.45, 17.00; Und wer nimmt den

Hund? 19.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Der unverhoffte

Charme des Geldes 15.30; Leid und Herrlichkeit

18.00; So wie dumich willst 20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05)Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 13.15; Der alte deutsche

Film: Wiener Mädeln 15.45; Carmine Street

Guitars (OmU) 18.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor

ygloria (OmU) 20.30

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Unsere große kleine Farm

18.00; Erde 20.30

Capitol (& 831 6417) Late Night–Die Showihres

Lebens 15.45, 20.30; Und wer nimmt den Hund?

18.15

FREILUFTKINOS

B-ware! Open Air FMP1 (& 63 41 31 15) Free

Solo (OmU) 20.15

Freiluftkino Hasenheide (& 283 46 03) Shape of

Water –Das Flüstern des Wassers (OmU) 20.15

Freiluftkino Rehberge Yuli 20.00

Open-Air-KinoSchlossparkBiesdorf (& 998 74 81)

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts

20.15

Openair Kino Spandau (& 333 60 81) Gundermann

20.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (& 01 76/56 70 92 98)

Shoplifters:Familienbande–Manbikikazoku(OmU)

20.15

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Green

Book –Eine besondere Freundschaft 20.00

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12) Das

melancholische Mädchen 17.00; Greif zur Kamera,

gib der Freizeit einen Sinne –Amateurfilme inder

DDR: Kurzfilmprogramm (m. Gästen u. Gespräch)

19.00

Thalia Potsdam (& 03 31/7437020) Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 14.15, 16.30;

Frau Stern 14.30, 18.45; Gloria: Das Leben wartet

nicht 14.45; Carmine Street Guitars (OmU) 16.30;

Prelude 16.30, 20.45; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 17.00, 20.15; The Whale and the

Raven (m. Gast) 18.30; Und wer nimmt den Hund?

18.45; Golden Twenties 20.45; DieAgentin 21.15

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 72 33)

Fast & Furious: Hobbs & Shaw 13.40, 16.30,

19.30; Pets II 13.50; Playmobil: Der Film 14.00;

Benjamin Blümchen 14.00; Der König der Löwen

14.10, 17.00;AToy Story 14.10,16.50; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 14.20, 17.10;

GoodBoys14.20, 17.20, 20.00; OnceUpon aTime

in... Hollywood 16.15, 19.40; 3D: Playmobil: Der

Film 16.40; Angel Has Fallen 17.00, 20.00; 3D:

Der König der Löwen 19.50; Late Night –Die Show

ihres Lebens 20.10; Stuber –5Sterne Undercover

20.15; Crawl 20.15

UMLAND

ALA Falkensee (& 03322/279 88 77) DerKlavierspieler

vomGare du Nord15.00; AToy Story17.30;

Der König der Löwen 20.00

Capitol KönigsWusterhausen (& 03375/46 97 77)

Und wer nimmt den Hund? 17.15; Fisherman‘s

Friends –Vom Kutter indie Charts 20.00

CineStar Wildau (& 04 51/703 02 00) Pets

II 14.20; Die drei !!! 14.20; AToy Story 14.20,

17.00; Playmobil: Der Film 14.30, 17.10; Der

König der Löwen 14.30, 17.15; 3D: AToy Story

14.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

14.50, 17.30; Angel Has Fallen 15.00, 17.30,

19.50, 22.50; Once Upon aTime in... Hollywood

16.30, 20.00, 22.30; Good Boys 16.50, 20.30,

23.40; Golden Twenties 17.00; Fast & Furious:

Hobbs &Shaw17.00, 19.40, 23.00; 3D: Der König

der Löwen 17.45, 20.15; 3D: Avengers: Endgame

19.30; Die Agentin 19.50; Es20.00; Crawl 20.10;

Stuber –5Sterne Undercover 20.30, 23.30; Preview:

Es: Kapitel II 22.30;3D: Spider-Man: FarFrom

Home 22.45; John Wick: Kapitel III 23.00; Child‘s

Play 23.15

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Der König

der Löwen 15.15, 17.45; Playmobil: Der Film

15.30, 18.00; Pets II 15.45; Good Boys 18.00,

20.30; Es20.15; Once Upon aTime in... Hollywood

20.15; Preview: Es: Kapitel II23.00

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 48 28)

Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

14.00,16.00;AToy Story 15.15, 17.30; Der König

der Löwen 15.20, 20.30; 3D: Der König der Löwen

17.45; Angel Has Fallen 18.00, 19.45, 23.15; Es

20.00; Once Upon aTime in... Hollywood 20.15;

Preview: Es: Kapitel II 22.30, 22.45; Child‘s Play

23.30

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) AToy Story

15.30, 17.45; Benjamin Blümchen 16.30; Und wer

nimmt den Hund? 18.30; Once Upon aTime in...

Hollywood 20.00; Leid und Herrlichkeit 20.30


30 * Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019

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Netzwerk

NACHRICHTEN

YouTube löscht Rekordzahl

an Hass-Videos

UPGRADE

Sozialer

Frieden in der

Nähgruppe

VonDajana Rubert

Wenn mein Mann sich mein

Wehklagen über Ungerechtigkeit

und Hinterlist in der Welt anhören

muss, dann antwortet er: „Das

Leben ist nicht immer eine heile

Welt.“ Nein, natürlich ist es das

nicht. Aber ich habe zumindest eine

Nische gefunden, in der ich mich pudelwohl

fühle. Zugegeben, manchmal

muss ich auch schmunzeln,

aber im Grunde finde ich es gut, dass

es eine kleine heile Welt für mich

gibt. Willkommen im digitalen Zeitalter

des Selbernähens.

Nähen macht längst nicht mehr

einsam. In sozialen Netzwerken wird

gepostet und geliked, was das Zeug

hält. Jede noch so kleine Rüsche wird

dem geneigten Nähfan präsentiert.

In wie vielen Näh-Gruppen ich auf

Facebook bin, weiß ich nicht. Dreißig

sind es bestimmt. Und damit

schon ein paar weniger als noch vor

drei Jahren. Wie vielen Näh-Influencern

ich auf Instagram folge? So vielen,

dass ihre Posts einen Großteil

meiner Timeline ausmachen. Ich

liebe die Bilder von„Missichen“ oder

„Muckelie“. Dazu die maßgeschneiderte

Werbung mit neusten Stoffen –

ein Traum, nur nicht für mein Bankkonto.Eine

selbstgenähte Bluse hier,

ein neues Stöffchen da. Social Media

ist meine Inspiration und Wohlfühloase.

Hier ist es noch friedlich. Hier

gibt es keinen Neid. Hier wird über

vermeintliche No-Gos auch mal hinweggesehen.

Da zeigt sich jemand in einem engen

Sommerkleid – obwohl beim

Ausmessen was schiefgegangen ist

und ein, zwei Nummerngrößer dem

Fummel gut getan hätten. Und was

macht die Community? Lobt den

Stoff, den Mut zur Farbe, den tollen

Schnitt. Kein Wort, nichts darüber,

dass sich die Näherin in der Größe

vertan hat. Friede, Freude, Eierkuchen.

Und verirrt sich ein Neuling

der Gruppe doch mal in die Welt der

aufrichtigen, schmerzhaften Wahrheit,

wird erdirekt und ohne Umwege

in seine Schranken gewiesen.

Wemdas alles hilft? Vorallem der

Seele. Esfühlt sich gut an, Komplimente

zu bekommen. Und damit

wird man im Internet überschüttet.

EinDaumen hier,ein Herzchen dort,

drei liebe Worte–oder mehr.

Und dann, dann wandert das digitale

Nähen so ganz allmählich zurück

ins Hier und Jetzt. Bei Näh-

Events trifft man sich persönlich,

lernt neue Freunde kennen, die vor

einem völlig überfüllen Stoffschrank

mit großen Augen stehen. Genauso

wie im Internet ist es auch in der

Realität bloßes Staunen. „Wow“!

„Toll“! „Wie schön!“ Mein Mann ist

da natürlich anders, der schlägt

beim Anblick der Stoffmassen die

Hände über dem Kopf zusammen.

„Wenn ich im Lotto gewinne, bekommst

du dein eigenes Näh-Zimmer“,

sagt er. Dadarf der 2,36 Meter

hohe und ein Meter breite Kleiderschrank

voll mit unvernähter Meterware

stehen. Und danerve ich ihn

auch nicht, wenn mein Nähmaschinen-Geratter

mal wieder seine Vorabend-Serie

stört. Bis dahin ziehe

ich mich –wenn’s ihm zu viel wird –

zurück in meine kleine heile digitale

Näh-Welt.

Dajana Rubert

schreibt ab dem

22. Oktober auf berlinerzeitung.de

übers Nähen.

DenTraum vom Straßenverkehr stellten Grafiker sich 1961 so vor:Große Autos sind bei wenig Verkehr auf sehr breiten Straßen unterwegs.

Langsamer in die Zukunft

Selbstfahrende Taxis sollen den Straßenverkehr revolutionieren, doch bei der Umsetzung hapert es

VonAndrej Sokolow

Die Vision für die Zukunft

des Straßenverkehrs

schien schon vor Jahren

vorgezeichnet: Selbstfahrende

Autos vermeiden den

Großteil der Unfälle, selbstfahrende

Autos sind ständig unterwegs,

selbstfahrende Autos benötigen deshalb

selten kostbaren Parkraum und

ersparen den Nutzern, selbst ein

Auto kaufen zu müssen, wenn man

gerne auf vier Rädernunterwegs sein

möchte. Noch so fünf Jahre, hieß es

immer wieder, bis autonome Fahrzeuge

tatsächlich im Alltag auftauchen.

Nachdem seit den ersten optimistischen

Prognosen schon deutlich

mehr Zeit verstrichen ist, scherzt

man in der Branche manchmal, dass

selbstfahrende Autos immer fünf

Jahreentfernt sind.

Prognosen gesenkt

Und soist es auch mit der gemeinschaftlichen

Fortbewegung in selbstfahrenden

Taxis, sogenannten Robotaxis.

Der US-Autoriese General Motors

musste vorwenigenWochen einräumen,

dass er doch nicht schon in

diesem Jahr seinen ersten Robotaxi-

Service starten wird. Stattdessen sollen

zunächst die Testfahrten mit

selbstfahrenden Autos in San Francisco

weiter ausgebaut werden, erklärte

der Chef der GM-Roboterwagenfirma

Cruise, Dan Ammann. Auf einen

neuen Termin wollte sich der

Konzernnicht mehr festlegen.

Bei Volkswagen machte sich der

zuständige Manager Thomas Sedran

im Frühjahr daran, den Zeithorizont

zu entzerren. Diebisherigen Prognosen

seien zu optimistisch gewesen,

erklärte er in Interviews. Und versuchte,

Entwarnung für die Branche

zu geben: „Mindestens bis 2030 wird

das Robotertaxi das eigentliche Geschäftsmodell

der Autoindustrie

nicht wesentlich verändern“, sagte er

dem Manager-Magazin.

Kommt es so, würden die Hersteller

mehr Zeit bekommen, sich

anzupassen. Denn als sicher gilt,

dass beim Robotaxi der Betreiber

des Fahrdienstes den Großteil der

Umsätze macht –und nicht derjenige,

der sie baut. So verkündete

Cruise noch im vergangenen Jahr,

jedes Robotaxi solle über seine Lebenszeit

mehrere Hunderttausend

Dollar einbringen. Das lässt die Beträge,

die ein gebautes Auto heute

einem Hersteller einbringt, klein

aussehen.

Außerdem rätselt die Branche,

mitwie viel weniger Fahrzeugen auf

den Straßen man dank Robotaxis

auskommen kann. So kamen die

Analysten der Bank UBS zu dem

Schluss, dass man in New York mit

einem Drittel der heutigen Taxi-

Flotte auskommen könnte, wenn

„Wir werden in 20 Jahren nur noch mit

Sondererlaubnis selbstständig Auto fahren

dürfen. Wir sind das größte Risiko.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin, vor zwei Jahren während eines

Staatsbesuchs in Argentinien.

man selbstfahrende Autos einsetzt.

Zugleich rechnen sie aber durch höheren

Verschleiß damit, dass ein Auto

nur um die drei Jahre hält –also der

Ersatzbedarf wiederum die Produktion

ankurbeln könnte.Die UBS-Analysten

senkten allerdings ihre Prognose

für das Jahr 2030 auf elf Millionen

Robotaxis weltweit –von zuvor

26 Millionen. DerGrund: DieTechnologie

zur Marktreife zu bringen

dauerelänger als geplant.

Regierung soll Cyberattacken unterlassen

GRAPHICAARTIS

Die Erfahrungen der Google-

SchwesterfirmaWaymo,die testweise

einen ersten Robotaxi-Service in einem

Vorort der Stadt Phoenix in Arizona

betreibt, zeigen, wo es hakt. Die

Silicon-Valley-Website The Information

veröffentlichte jüngst Kommentare

von Passagieren zu ihren Robotaxi-Fahrten.

Wer unzufrieden war,

führte es meist auf die Fahrweise der

weißen Minivans oder schlecht gewählte

Routen zurück. So beschwerten

sich Leute unter anderem darüber,

dass die Wagen zu unruhig gefahren

seien –oder zu langsam.

Ärger um Kakteen-Hecke

Waymo testet in Arizona auch schon

Robotaxis ohne Sicherheitsfahrer

am Steuer. Beim Großteil der Fahrtenhältaber

weiterhin ein Mitarbeiter

seine Hände in die Nähe des

Lenkrads. Bei der Firma, in der

Googles Roboterwagen-Programm

aufging, müssen zwar Sicherheitsfahrer

mit Abstand am seltensten in

der Branche inGeschehen eingreifen.

Aber es gibt auch andere Situationen,

mit denen ein Computer immer

noch schlechter zurechtkommt

als ein Mensch. So erzählt man bei

Waymo von einem Fall, in dem ein

Roboterwagen eigentlich direkt vor

einem Fahrgast aufkreuzte, der ihn

bestellt hat. Nur: Zwischen dem

Menschen und dem Auto war eine

Kakteen-Hecke, umdie er mehrere

Minuten hätte laufen müssen. (dpa)

Bundestagsgutachten warnt vor den unabsehbaren Folgen eines digitalen Angriffs auf ein anderes Land

Der Wissenschaftliche Dienst des

Deutschen Bundestages hat in

einem Gutachten vor den Folgen einer

offensiv ausgerichteten Cyber-Sicherheitsstrategie

gewarnt. Das als

„Nur für den Dienstgebrauch“ eingestufte

Papier wurde am Dienstag vom

Portal Netzpolitik.orgveröffentlicht.

Bei einem Einsatz digitaler Waffen

könne das anvisierte Ziel grundsätzlich

nicht so ausgeschaltet werden,

dass unbeabsichtigte Schäden

ausgeschlossen werden könnten,

heißt es in dem Gutachten. Systeme,

die an das eigentliche Ziel angeschlossen

sind, könnten bei einem

Angriff entweder direkt mitbetroffen

oder über einen Kaskadeneffekt in

Mitleidenschaft gezogen werden.

Beim „Hackback“ geht es darum,

bei großangelegten Attacken –etwa

auf Stromnetze oder andere Teile

wichtiger Infrastruktur –inausländische

Server einzudringen, um diese

lahmzulegen. Dieschwarz-rote Koalition

im Bund streitet seit Monaten

darüber, ob und wie deutsche Sicherheitsbehörden

bei Cyberangriffen

aus dem Ausland zurückschlagen

dürfen.

Das Bundestagsgutachten warnt

eindringlich vor dem „Risiko eines

Rüstungswettlaufes und einer Militarisierung

des Internets –was mehr

neue Probleme schaffen als bestehende

lösen würde“. Als Alternative

befürwortet der Gutachter eine Verstärkung

der Abwehrfähigkeiten im

Cyberraum. „Anstatt in einen (...)

Wettlauf einzutreten, werden stattdessen

Investitionen in die Hochtechnologie

empfohlen, die im Ergebnis

zu resilienteren Systemen

führen, deren defensive Kraft ausreicht,

um vor Schäden zu schützen.“

Ausführlich beschäftigt sich das

Gutachten mit der Frage, welche Institution

in Deutschland überhaupt

technisch und rechtlich in der Lage

sei, sogenannte „Hackbacks“ durchzuführen.

Der Wissenschaftliche

Dienst des Bundestags ordnet diese

Fähigkeit vor allem der Bundeswehr

und seinem Zentrum Cyberoperationen

(ZCO) zu. Für den Einsatz

deutscher Streitkräfte bestünden al-

lerdings hohe verfassungsrechtliche

Hürden. „Der Einsatz der Bundeswehr

zum ‚Hackback‘ müsste folglich

einen Verteidigungsfall voraussetzen,

also die Reaktion auf eine militärische

Gewaltanwendung, die

von außen kommt.“ Außerdem entscheide

über den Einsatz der Bundeswehr

allein der Bundestag.

Für „Hackbacks“ durch den Auslandsgeheimdienst

BND, der vor allem

von der Union ins Gespräch gebracht

wurde, sieht der Gutachter

starke Zweifel an der rechtlichen Zuständigkeit.

„Abgesehen davon wird

bezweifelt, dass (beim BND) überhaupt

die technische Kompetenz

vorliegt, um ‚Hackbacks‘ zu realisieren.“

(dpa)

YouTube geht verstärkt gegen Hassreden

und Hasskommentareauf der

Videoplattformvor.Die Zahl der wegen

Hate Speech gelöschten Videos

habe sich im vergangenen Quartal

auf über 100 000 mehr als verfünffacht,

teilte YouTube-Chefin Susan

Wojcicki am Dienstag in einem Blogeintrag

mit. Im selben Zeitraum

seien über 17 000 Youtube-Kanäle

wegen Hassinhalten gesperrtund

mehr als 500 Millionen Kommentare

unter Videos entfernt worden. Insgesamt

setzedie YouTube-Mutter Google

mehr als 10 000 Mitarbeiter ein,

um Inhalte zu löschen, die gegen die

Richtlinien der Videoplattformverstoßen.

Beim Erkennen und Entfernen

vonverbotenen Inhalten erhalten

die Google-Mitarbeiter Unterstützung

voneinem Computerprogramm.

87 Prozent der insgesamt

neun Millionen Videos,die YouTube

im vergangenen Quartal entfernt

habe,seien vondem Algorithmus

identifiziertund erst danach von

Mitarbeiterngeprüft worden, hieß es

in dem Blogeintrag. (dpa)

Home24 rutscht

weiter ins Minus

DieInvestitionen in Softwareund

ein neuesWarenlager haben den Online-Möbelversender

Home24 im

ersten Halbjahr belastet. DeroperativeVerlust,

gemessen am bereinigten

Ergebnis vorZinsen, Steuernund

Abschreibungen (Ebitda), erhöhte

sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

um 9,5 Millionen Euro auf 23,4

Millionen Euro,wie das Unternehmen

am Dienstag in Berlin mitteilte.

Biszum Jahresende will Home24 bei

dieser Kennziffer aber weiterhin die

Gewinnschwelle erreichen. 2020

könnte das Unternehmen auf dieser

Basis profitabel sein. (dpa)

Samsung plant günstigeres

Auffalt-Smartphone für 2020

Ein großes Auffalt-Smartphone hatte Samsung

schon vor Monaten vorgestellt. DPA

Samsung hat laut einem Medienbericht

trotz des Fehlstarts bei seinem

ersten Auffalt-Smartphone noch größerePläne

für die Geräteklasse.Der

Smartphone-Marktführer wolle Anfang

kommenden Jahres ein kleineres

und günstigeres Modell vorstellen,

schrieb der Finanzdienst Bloomberg.

Aufgefaltet solle der Bildschirmeine

Diagonale von6,7 Zoll (17 Zentimeter)

im Format einesherkömmlichen

Smartphoneshaben, zusammengeklappt

solle das Telefon als handliches

Quadratindie Tasche passen,

hieß es unter Berufung auf informierte

Personen. (dpa)

Smarthome: Xiaomi plant

mehr Umsatz in Deutschland

Derchinesische Smartphone-Anbieter

Xiaomi will sein Geschäft in

Deutschland schnell auch auf vernetzte

Haushaltstechnik ausweiten.

Üblicherweise führedas Unternehmen

in europäischen Ländernpro

Monat fünf bis acht neue

Smart-Home-Produkte ein –in

Deutschland dürften es sogar mehr

sein, sagte ein Sprecher.InChina

ist Xioami mit mehr als 2000 Elektronik-Geräten

auf dem Markt, in

einigen europäischen Ländern

sind davon bisher rund 200 erhältlich.

(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 31

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) LivenachNeun 9.55 (für

HG) Sturmder Liebe 10.45 (fürHG) Meister des

Alltags 11.15 (für HG)Gefragt –Gejagt 12.00 (für

HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00

(für HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.10 (für HG)Rote Rosen 15.00 (für HG)

Tagesschau 15.10 (für HG) Sturmder Liebe 16.00

(für HG) Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach

Meer. Der Zuckerbäcker vonStockholm 17.00 (für

HG) Tagesschau 17.15 Brisant 18.00 (für HG)Gefragt

–Gejagt 18.50 (für HG)Hubertund Staller.

Der letzte Tango. Krimiserie 19.45 (für HG) Wissen

voracht–Werkstatt 19.55 (für HG)Börse voracht

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Nimm Duihn

TV-Komödie, D2019

Mit Branko Samarowski, Andrea

Sawatzki, Simon Schwarz u.a.

21.45 (für HG) Plusminus

Das Wirtschaftsmagazin

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Maischberger

Maischberger: die Woche

0.00 (für HG) Nachtmagazin

0.20 (für HG) Eine mörderische

Entscheidung

TV-Dokudrama,D2013

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Wolfram Kons,Roberta Bieling 8.30 (für HG)

Gute Zeiten,schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12 14.00

Die Superhändler –4Räume,1Deal 15.00

Ran an den Speck –Familien nehmen ab

16.00 Mensch Papa! Väter allein zu Haus

17.00 Herz über Kopf. Krimiserie 17.30 Unter

uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin.

Mod.: Sandra Kuhn 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin. Mod.: Frauke Ludowig 18.45

aktuell 19.05 (für HG) Alles was zählt 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Die Bachelorette

Das große Finale

Vor der Vergabe der letzten Rose ist

Gerdas Mama angereist, um ihre

Tochter bei ihrer Entscheidung zu

unterstützen.

22.15 sternTVZwei 16-Jährige vor S-Bahn

gestoßen: Väter der getöteten

Jugendlichen live bei stern TV

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) CSI: Den Tätern auf der

Spur

Bestrafung nach Modell. Krimiserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Arte

12.30 (für HG) Liebe auf Persisch. Komödie, D

2018 14.00 (für HG) MDR um zwei 15.15 (für

HG)Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG) MDR

um vier 17.45 (für HG)Aktuell 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für

HG) MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG)Tierisch, tierisch 20.15 (für HG) Exakt

extra 21.15 (für HG) Echt 21.45 (für HG) Aktuell

22.05 (für HG) Tatort. Quartett in Leipzig. TV-Kriminalfilm,

D2000 23.35 (für HG)Olaf macht

Mut 0.20 (für HG) extra 3 1.05 (für HG) Lindenstraße

1.35 (für HG) Exakt extra

Bayern

17.30 Regional 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Freiwillig

einsam 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Münchner Runde 21.00 (für HG)Allgäu –

Im Land des Märchenkönigs 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 (für HG) König Ludwig

II. von Bayern –Der einzig wahre König

22.45 (für HG) Theodor Hierneis oder: wie man

ehem. Hofkoch wird. Dokumentarfilm,D1973

0.10 Gloria. Tragikomödie,CHI/E 2013 1.55

Hollywood Skandale. Dokumentarfilm, D2010

Vox

14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten

und eine Traumreise 17.00 Zwischen Tüll

und Tränen 18.00 First Dates –EinTisch für

zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.15 (für

HG) Magnum P.I. 21.15 (für HG) Magnum P.I.

22.10 (für HG) The Good Doctor 23.05 (für

HG) The Good Doctor 0.00 nachrichten 0.20

(für HG) Medical Detectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Russisch Roulette 1.15 (für

HG) Medical Detectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Mord ohne Motiv

Super RTL

14.55 Dragons –Auf zu neuen Ufern 15.20 Mr.

Bean –Die Cartoon-Serie 15.50 ALVINNN!!!

und die Chipmunks 16.20 Zig &Sharko –

Meerjungfrauen frisst man nicht! 16.45 Hotel

Transsilvanien –Die Serie 17.10 Inspector

Gadget 17.40 Zak Storm –Super Pirat 18.10

Die Tomund Jerry Show 18.40 Woozle Goozle

und die Weltentdecker 19.10 ALVINNN!!! und

die Chipmunks 19.40 Angelo! 20.15 (für HG)

Dr.House 21.10 (für HG) Dr.House 22.05 (für

HG) Dr.House 23.00 (für HG) Dr.House 23.50

Comedy total

Sport1

9.00 Teleshopping 15.30 Pfandhaus –Louisiana.

Musik und Trank 16.00 Pfandhaus –Louisiana.

Trauerflor 16.30 Container Wars. Acht

Tonnen Spaß 17.00 Container Wars. Das Geheimversteck

17.30 StorageWars –Geschäfte

in Texas. Victors Schatten 17.55 Volleyball:

Europameisterschaft der Damen. Viertelfinale

20.00 Sport1 News 20.25 Volleyball: Europameisterschaft

der Damen. Viertelfinale 22.30

Kick-off –Das GFL-Magazin 23.30 Sport1

News 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

heuteXpress 9.05 (für HG) Volle Kanne –Service

täglich 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Vertrauensfrage

11.15 (für HG) SOKO Wismar. GrönertsGeburtstag

12.00 heute 12.10 drehscheibe

13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00

heute–inDeutschland 14.15 Die Küchenschlacht

15.00 (für HG) heute Xpress 15.05 (für

HG) Bares für Rares 16.00 (für HG) heute–in

Europa 16.10 (für HG)Die Rosenheim-Cops.

Abgehängt 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SOKO Wismar. Knock-out 19.00

(fürHG) heute 19.25 (für HG) DieSpezialisten –

Im Namen derOpfer. Die Engelmacherin

20.15 (für HG) Stunden der Entscheidung –

Angela Merkel und die Flüchtlinge

TV-Dokudrama, D2019

Mit Heike Reichenwallner, Aram Arami,

Emre Aksizoglu u.a.

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) Dunja Hayali

Die AfD nach den Wahlerfolgen /

Proteste inHongkong

23.45 (für HG) Markus Lanz

Talk

0.55 heute+

5.30 Frühstücksfernsehen. Nathalie Weidenfeld,

Daniel Engelbarts. Moderation: Marlene Lufen,

Daniel Boschmann 10.00 Im Namen der Gerechtigkeit

–Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens, Isabella

Schulien 11.00 Im Namen der Gerechtigkeit

–Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander Hold,

Stephan Lucas, Alexander Stephens, Isabella

Schulien 12.00 Anwälte im Einsatz 13.00 Anwälte

im Einsatz 14.00 Auf Streife. Reportagereihe

15.00 Auf Streife –Die Spezialisten. Reportagereihe

16.00 Klinik am Südring 17.30

Ungelogen –das ehrlichste Gespräch deines

Lebens 18.00 Nächste Ausfahrt Liebe 19.00

Genial daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Die Unglaublichsten ...

Augenblicke

Moderation: Sonya Kraus

Derek Amato füllt mit seiner Musik am

Piano ganze Hallen –ohne jemals

Klavierunterricht gehabt zu haben!

22.50 SAT.1 Reportage

Die Eisenbahnstraße –Schlimmste

Straße Deutschlands? Reportagereihe

23.50 SpiegelTV–Reportage

Gewalt auf der Straße: Wie schütze ich

mich vorAngreifern? Reportagereihe

0.50 Die Unglaublichsten ... Augenblicke

14.05 (für HG) Papageien, Palmen &Co.

14.30 (für HG) In aller Freundschaft 15.15 (für

HG) In aller Freundschaft 16.00 (für HG) Aktuell

16.15 Hier und heute 18.00 (für HG) aktuell

/Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit 18.45

(für HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Markt

21.00 (für HG) das experiment 21.45 (für HG)

Aktuell 22.10 (für HG) Wie geht es besser?

22.55 (für HG) sport inside 23.25 (für HG) Wir

sind 18 Millionen 0.10 (für HG) Wir sind 18

Millionen 0.55 (für HG) Maischberger

NDR

17.10 (für HG) Leopard, Seebär &Co. 18.00

Ländermagazine 18.15 (für HG) Wie geht das?

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Expeditionen ins Tierreich 21.00 (für HG) Heimatküche

21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für

HG) Wenn die Deiche brechen. Ruhe nach dem

Sturm 22.50 (für HG) Wenn die Deiche brechen.

Auf dem Trockenen 23.35 (für HG) Zapp

0.05 (für HG) 7Tage ... 0.35 Kümo „Henriette”

1.00 (für HG) Visite 2.00 (für HG) Weltbilder

2.45 (für HG) Hallo Niedersachsen

Kabel eins

9.30 Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.15

Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.10 Castle

14.05 The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal,Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Quiz mit Biss 20.15

Stephen Kings „Es”. TV-Horrorfilm, USA/CDN

1990 22.20 Stephen Kings „Es”. TV-Horrorfilm,

USA/CDN 1990 0.05 Die Stephen King

Story. Dokumentarfilm, D2019 1.10 Watch

Me –das Kinomagazin 1.25 Stephen Kings

„Es”. TV-Horrorfilm, USA/CDN 1990

RTL 2

12.00 Hartz und herzlich 14.00 Die Reimanns

–Ein außergewöhnliches Leben 15.00

Hartz und herzlich –Tag für TagBenz-Baracken

17.00 News 17.05 Krass Schule –Die jungen

Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag

&Nacht 20.15 Die Wollnys –Eine schrecklich

große Familie! 21.15 Die Wollnys –Eine

schrecklich große Familie! 22.15 Babys! Kleines

Wunder –Großes Glück 23.15 Autopsie –

Mysteriöse Todesfälle 0.10 Autopsie –Mysteriöse

Todesfälle 1.10 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

2.00 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

14.00 Radsport: Vuelta aEspaña 15.00 Radsport:

Vuelta aEspaña. 11. Etappe: Saint Palais

–Urdax (180 km) 17.45 Radsport: Vuelta

extra 18.00 Eurosport News 18.05 Tennis: US

Open. Viertelfinale Damen 20.00 Tennis. US

Open –Matchball Becker 20.15 Tennis: US

Open. Viertelfinale Herren 23.00 Tennis. US

Open –Matchball Becker 23.15 Tennis: US

Open. Viertelfinale Damen 0.45 Tennis. US

Open –Matchball Becker 1.00 Tennis: US

Open. Viertelfinale Damen

DAS ERSTE, 20.15 UHR TV-KOMÖDIE

Nimm Du ihn

Die GeschwisterMareike (Andrea Sawatzki, l.), Dietrich und Felicitas Reber

(Jule Böwe,r.) staunen nichtschlecht, als eines Tagesnachüber 50 Jahren

ihr verschollen geglaubter Vater Xaver(BrankoSamarovski, M.)vor der Türsteht.

Die Versuche, den mittellosen Senior im Sozialamt, im Altenheim oder sogaran

einer Autobahnraststätte loszuwerden, scheitern allesamt. Undsomachtsich

Xaver allmählich im Lebenseiner Kinder breit und bringt dabeiden Familienund

Berufsalltagaller Beteiligten gehörig durcheinander. Nichtunbedingt immer

zum Nachteil derdreiGeschwister und ihrer Liebsten, denn wie sich herausstellt,

liegt beidenen so einigesimArgen. Sentimentale Ensemblekomödie vonRegisseur

und DrehbuchautorMichael Hofmann („Seit du da bist“), die bis in die Nebenrollen

(Katharina Schüttler,Martin Brambach) hervorragend besetztist.

(Dtl./2019)

Foto: DasErste

Anzeige

ARTE, 22.50 UHR

berliner-zeitung.de/swipe

NORMALVARIANTE –MITTEL

SUDOKU

2

9 6 1 3

8 4 9

7

5 8

4 9 6

7

1 3 5

2 3 4 6

MIT DIAGONALEN –SCHWER

Swipe

durch Berlin.

DIGITAL

SO SCHREIBTMAN BERLIN.

2 8

5 9

6 8

7 4 6

5 7 3

4 2 9

7

1

AUFLÖSUNG

VOM 3. 9. 2019

MITTEL

AUFLÖSUNG

VOM 3. 9. 2019

SCHWER

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Der Winzerkönig 12.55

Landschleicher 13.00 rbb24 13.10 Verrückt

nach Meer 14.00 Land –Liebe –Luft 14.45

made in Südwest 15.15 Bayern erleben 16.00

rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00

rbb24 17.05 Panda, Gorilla &Co. 17.55

Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 rbb Praxis

Reportage: Medizin-Profis auf dem

Land: Die Herz-Docs –Bernau

21.15 Kontraste –Die Reporter

Drogenpolitik inBerlin

21.45 rbb24

22.00 Überleben

Die Welt entdecken

22.45 50Jahre „Wildnis imWohnzimmer”

Tierfilme im NDR Fernsehen

23.30 Talk aus Berlin

0.00 rbb Praxis

1.00 Brandenburg aktuell /Abendschau

ProSieben

12.00 2BrokeGirls. Der schöneIre/Das kindische

Problem. Comedyserie 12.55 Mom. Feuern

verboten! Comedyserie 13.20 Twoand aHalf

Men. Alan hat ein Kinderschossen/Die sieben

Zwergedes Ekels/Hier kommt der Weihnachtsmann.

Comedyserie 14.40 The Middle. Die Zeit

heilt/Der neue Führerschein. Comedyserie 15.40

The Big Bang Theory. Die Entspannungs-Enttäuschung/DieFührerschein-Frage/Das

Erziehungs-

Experiment.Comedyserie 17.00 taff. Currywurst

wird 70! Moderation: Annemarie Carpendale

18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. Der lächelnde

Buddha/HomerMobil. Zeichentrickserie

19.05 Galileo. 10 Fragen an einen Pflichtverteidiger.

Moderation: Stefan Gödde

20.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Das besondere Blut.Krankenhausserie

Mit Ellen Pompeo, Justin Chambers,

James Pickens jr.u.a.

21.15 Seattle Firefighters –Die jungen

Helden Glockenläuten. Actionserie

22.15 9-1-1 Notruf L.A.

Mieses Karma. Krimiserie

23.15 Two and aHalf Men

Bereit für die Großaufnahme /Ich

kümmere mich um Prudence

0.10 Two and aHalf Men

Alan hat ein Kind erschossen

13.45 Unter dem Sand. Psychodrama, F/J

2000 15.45 Auf den Dächern der Stadt 16.40

X:enius 17.10 Wie das Land, so der Mensch

17.40 Tonga –Ein Königreich für die freie Entfaltung

18.30 (für HG) Faszination Afrika

19.20 Arte Journal 19.40 (für HG) Re:

Schwerpunkt: Vor 80Jahren –Überfall auf

Polen 20.15 Jeder stirbt für sich allein. Literaturverfilmung,D1976

21.55 (für HG) 100 Millionen

Views 22.50 Jung &schön. Drama,F

2013 0.20 Fallada –ImRausch des Schreibens

1.15 Arte Journal 1.35 Zurück zu Stalin

3 Sat

13.20 Der Rhein –Von der Quelle bis zur Mündung

14.50 Flüsse des Lichts 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00

(für HG)Tagesschau 20.15 (für HG)Vater,Mutter,Hitler

–VierTagebücher und eine Spurensuche.

Dokumentarfilm, D2015 21.45 Island

–Geysir,Gletscher,Götterfall 22.10 (für

HG) ZIB 2 22.35 (für HG) Schuld nach Ferdinand

von Schirach 23.20 Ferdinand von Schirach

–DieWürde des Menschen 0.10 (für HG)

Die Nordreportage 0.40 10vor10 1.10 ECO

1.40 (für HG) Reisezeit –Traumhafte Ziele

Phoenix

12.45 phoenix plus. Energiewende –Eine Zwischenbilanz

14.00 phoenix vorort 14.45 phoenix

plus. Naturkatastrophen 16.00 Provinz auf Probe:

Görlitz wirbt um Großstädter 16.15 45 Min 17.00

Das Ende der Volksparteien? 17.30 phoenix der

tag 18.00 Werführtdie SPD?Auftakt der KandidatInnen-Tour

20.30 (für HG) Wildes Indochina 21.15

Die Hymne der Freiheit 21.30 Das Ende der Sparpolitik

–Portugal kommt aus derKrise 21.45 (für

HG) heute-journal 22.15 phoenix runde 23.00

phoenixder tag 0.00 phoenix runde 0.45 (für HG)

Unterwegs auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad

Kika

13.25 (für HG) 4½Freunde 13.50 (für HG)

Die Regeln von Floor 14.10 Schloss Einstein

15.00 Lockie Leonard 15.45 Stoked 16.10

(für HG) Lenas Ranch 16.55 Kein Keks für Kobolde

17.40 (für HG) Belle und Sebastian

18.05 Der kleine Nick 18.20 Ben &Hollys

kleines Königreich 18.40 Löwenzähnchen –

Eine Schnüffelnase auf Entdeckungstour

18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Robin

Hood –Schlitzohr von Sherwood 19.25 (für

HG) Wissen macht Ah! 19.50 (für HG) logo!

20.00 (für HG) KiKA Live 20.10 Du bist STYLE!

Dmax

19.45 Border Control –Spaniens Grenzschützer

20.15 Auction Hunters –Zwei Asse machen

Kasse 20.45 Hardcore Pawn: Das härteste

Pfandhaus Detroits 21.15 American Chopper

22.15 VintageTech Hunters –Technik mit Kultfaktor!

22.45 Slobby's World –Verrückte Retro-Welt

23.10 DMAX News 23.15 Bad Buddies

–Echte Schadenfreu(n)de 23.40 Bad

Buddies –Echte Schadenfreu(n)de 0.13 American

Chopper 1.10 1000 Wege,ins Gras zu

beißen 1.40 1000Wege, ins Gras zubeißen

5.02 hessenschau 5.30 Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Menschen hautnah

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 betrifft

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15

Markt 20.00 Tagesschau 20.15 FAKT.Das MDR-

Magazin 21.17 Fakt ist! 21.45 Panorama3.Magazin

22.15 Markt. Moderation: Anna Planken

23.00 Tagesthemen 23.30 Rabiat 0.15 defacto

1.00 Nachtmagazin 1.20 Staatsfeind Wildschwein

1.50 Extra 2.02 Die Tagesschau vor 20 Jahren

2.18 Thüringen-Journal 2.47 Extra 3.02 Aktuelle

Stunde 3.47 Extra 4.02 Brandenburg aktuell 4.30

buten un binnen

ONE

9.20 Brisant 10.00 Dawson's Creek 11.30 Lindenstraße

12.00 Sturmder Liebe 12.45 Sturm

der Liebe 13.35 Um Himmels Willen 14.25 Club

der einsamen Herzen. TV-Drama,D2019 15.55

Dawson'sCreek 16.35 Dawson'sCreek 17.20

Lindenstraße 17.50 Falk 18.40 Sturmder Liebe

19.25 Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies

Poirot. Das Haus auf der Klippe (1+2). TV-Kriminalfilm,

GB 1990 22.00 DonMariano weiß von

nichts. Mafiafilm, I/F 1968 23.45 Agatha Christies

Poirot. Das Haus auf der Klippe (1+2). TV-Kriminalfilm,

GB 1990 1.25 Don Mariano weiß von nichts.

Mafiafilm, I/F 1968 3.15 Startrampe 3.45 Falk

4.35 Lindenstraße

ZDF NEO

5.30 Frag den Lesch 5.50 Terra X 6.35 Terra X

7.20 TerraX8.05 Topfgeldjäger 9.00 Lafer!Lichter!Lecker!

9.40 Baresfür Rares 10.35 Bares für

Rares 11.30 Bares für Rares –Lieblingsstücke

12.15 Monk 13.35 Psych 14.15 Psych 15.00

Monk 15.40 Monk 16.20 Psych 17.00 Psych

17.45 Bares für Rares –Lieblingsstücke 18.30

Bares fürRares 19.20 Bares für Rares 20.15 (für

HG)Wilsberg. Gefahr im Verzug.TV-Kriminalfilm, D

2010 21.45 (für HG)Ein starkesTeam. Geschlechterkrieg.TV-Kriminalfilm,

D2009 23.10 EineFrage

der Ehre. Drama, USA 1992 1.20 (für HG)Wilsberg.

Gefahr im Verzug.TV-Kriminalfilm, D2010

2.50 TerraX3.35 TerraX4.20 TerraX

ZDF INFO

9.45 Die Paten von derRuhr–Mafia-Paradies

Deutschland 10.30 SündenbabelBerlin 12.00

Mafia –Die Paten von Chicago 13.30 Ermittler!

15.00 (fürHG) Zeugenschutz –Abschied vom alten

Leben 15.45 Stalking –Die unterschätzte Gefahr

16.30 Kampfumdie Wahrheit–Der mysteriöse

Toddes Jeremiah Duggan 17.15 Scientology: Auf

der Spur mysteriöser Todesfälle 18.00 Die Geheimnisseder

Toten 18.45 Machtund Machenschaften

19.30 Amazon –gnadenlos erfolgreich

20.15 Abgezockt! 21.45 Milliardenspiel in Monaco

–Ein Oligarch kauftdie Justiz 22.30 Kriminelle

Karrieren 0.45 (für HG)heute-journal 1.15 Undercover

in Nordkorea –ImReich desKim JongUn

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Giuseppe Verdi: „Die Macht des

Schicksals”.,ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Uckermärkische Musikwochen Vokalmusik

von Hildegard von Bingen, Jacobus Handl Gallus,

Andrea Basevi Gambarana, PeterTschaikowsky,

Zoltan Kodály u.a., ca. 87 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Sommerliche Musiktage Hitzacker Werke u.a.

von Johann Sebastian Bach, György Kurtág,

Robert Schumann und Thomas Ades sowie

Lieder aus der ehemaligen DDR und syrische

Lieder., ca. 146 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Alte Musik Singet dem Herrn ein neues Lied.

Zum Abschluss der Heinrich-Schütz-Gesamtedition

auf CD., ca. 30 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Wittener Tage für neue Kammermusik,

ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Hanya Yanagihara: „Das Volk der Bäume”

(38/38).,ca. 30 Minuten

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Sibylle Lewitscharoff liest aus ihrem

Roman „Von oben” (1/2), ca. 30 Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Zeugnis ablegen” Die Tagebücher desVictor

Klemperer.ErsterTeil: Die Jahre 1933 und

1934. Mit Udo Samel.,ca. 57 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Rafik Schami: „Die geheime Mission

des Kardinals”(33/40). Mit Udo Schenk, JürgenTarrach,ca.

26 Minuten

MAGAZIN

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Wem gehört die Vergangenheit?

Der Streit um die Zukunft der ehemaligen Berliner

Stasi-Zentrale., ca. 26 Minuten

22.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Gespräch Mit Sandra Richter (Direktorin des

Deutschen Literaturarchivs)., ca. 30 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice China Forbes., ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett,Comedy &schräge Lieder.Der

Kabarettist Florian Schroeder.Nett,

bis er blutet. Von Luigi Lauer,ca. 55 Minuten

23.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Jazz „Aguas” –Omar Sosa &Yilian Cañizares

in der Elbphilharmonie.,ca. 30 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 205 · M ittwoch, 4. September 2019 – S eite 32 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

Dan Rehill ist vonallen guten Geisternverlassen.

Anders können wir

uns nicht erklären, dass der Schulgeistliche

an der katholischen St.EdwardSchool

im US-Bundesstaat

Tennessee alle „Harry-Potter“-Bücher

aus der Bibliothek verbannt hat.

In einer E-Mail schreibt Rehill: „Die

in den Bücherngebräuchlichen Flüche

und Zaubersprüche sind tatsächlich

Flüche und Zaubersprüche;

werden sie voneinem Menschen gelesen,

besteht die Gefahr,dass sie

böse Geister in der Umgebung desjenigen

heraufbeschwören, der den

Text liest.“ Es kommentiertAlbus

Dumbledore: „Es sind nicht unsere

Fähigkeiten, die zeigen, werwir sind,

sondernunsereEntscheidungen.“

Serena Williams (37) sammelt Grand-

Slam-Titel wie andereHarry-Potter-

Devotionalien. Doch kein Pokal der

Welt reicht an die Freuden heran, die

Tochter Alexis Olympia (2) in ihr Leben

brachte:„Die letzten zwei Jahre

sind meine größte Errungenschaft“,

schriebWilliams zu einem Foto auf

Instagram, das sie und ihren Mann im

Kreißsaal zeigt. Ganz großes Tennis!

Jan Stroh (35) kann zwar nicht zaubern,

hat aber ein gutes Gedächtnis.

Undsokam es dem Juristen zupass,

dass im „Wer wirdMillionär“-Jubiläumsspecial

am Montagabend ausschließlich

Fragen gestellt wurden,

die in der 20-jährigen Geschichte

der Sendung schon mal

gestellt wurden. Für

Stroh, der keine Folge

verpasst und in seinem

Keller sogar ein

WWM-Pult für heimische

Knobelabende

nachgebaut hat, ein

Heimspiel. Er beantwortete

alle Fragen

richtig, ist jetzt Millionär

und kann auf

mangelnde Sympathiewerte,die

ihm in

den sozialen Medien

attestiertwurden, pfeifen.

Konfetti! (avo.)

Geht zum Raten in den

Keller:Jungmillionär

Jan Stroh.

DPA

TIERE

Echtes Gummi, echter Fake:vielleicht

bald im Museum.

DPA

Die Giftkobra aus Herne, die in der

letztenWoche ein Reihenhaus in

Schrecken versetzte und für einige frivole

Tage ein gespenstisches Sommerlochtier-Dasein

führte –diese Kobrahat

uns sehr enttäuscht, weil sie

sich am Freitag allzu bereitwillig gefangen

nehmen ließ.Wasfür ein Underperformer!

Dasreicht nicht mal

für die Top1000 der Sommerlochtiere…Wasbleibt

also? Es ist wohl ein

Fake-Krokodil aus Baden-Württemberg,

das im Juni für einigen Alarman

mehreren GewässerninKirchheim

unter Teck sorgte.Leider war die

Sommerloch-Hysterie auch hier

nach wenigen Tagen vorbei. Aber:

DasStädtische Museum plant, den

Fake –den Krokodilsgummikopf –

auszustellen. Dassagte Stadtsprecher

Dennis Koep am Dienstag. In Kirchheim

hat man ein Gespür für die Bedeutung

des Sommerlochs und seiner

Bewohner. (schl.)

Bangen vor dem Monstersturm

Nach den Bahamas wird Hurrikan „Dorian“ an der US-Ostküste erwartet. Doch Präsident Trump spielt Golf

VonKarlDoemens, Washington

Die Stimme des Politikers

klang eindringlich.

„Warten Sie nicht! Jetzt

ist der Zeitpunkt, Häuser

in gefährdeten Regionen zu verlassen“,

mahnte Rick Scott, der republikanische

Senator von Florida, am

Montag beim Fernsehsender CNN.

Selbst wenn der gefährliche Hurrikan

„Dorian“ nicht direkt auf die

amerikanische Küste treffen sollte,

drohten meterhohe Sturmfluten:

„Wenn die in ihr Haus eindringen,

werden Siedas nicht überleben.“

Mit Zwangsevakuierungen, improvisierten

Schutzwällen und

Hamsterkäufen bereiten sich Behörden

und Bewohner entlang der Ostküste

der USA auf die drohende Verwüstung

durch den Monstersturm

vor, der auf den Bahamas mit Geschwindigkeiten

von fast 300 Stundenkilometern

gewaltige Schäden

verursacht und mehrere Menschenleben

geforderthat.

Beispiellose Verwüstung

Zwar wurde der Hurrikan inzwischen

von der zweithöchsten Kategorie

auf die Stufe 3 herabgestuft

und soll nach den jüngsten Prognosen

an der Küste von Florida abdrehen

und über dem Meer entlang

der Bundesstaaten Georgia,

South Carolina und North Carolina

bis zum Ende der Woche

nordwärts abziehen. Doch wird

sein Pfad nach Einschätzung

des Nationalen US-Hurrikanzentrums

immer noch gefährlich

nahe am Land vorbeiführen

und heftige Regenfälle und

Sturmfluten auslösen. Bereits

„geringste Abweichungen“ vom

Kurs könnten noch deutlich

schlimmere Schäden verursachen.

Erste Videoaufnahmen von

den Bahamas, die am amerikanischen

Montagabend ausgestrahlt

wurden, vermittelten einen Eindruck

vonder Gefahr.Die Bilder zeigen

überflutete und abgedeckte

Häuser, zerstörte Autos und umgeknickte

Bäume.Bis zu 13 000 Häuser

könnten schwer beschädigt sein,

warnte das Rote Kreuz.

Nach Angaben vonMinisterpräsident

HubertMinnis sind mindestens

fünf Menschen ums Leben gekommen.

Die Todesfälle ereigneten sich

nach seinen Angaben auf den

Abaco-Inseln, wo „Dorian“ am

Sonntag mit der höchsten Hurrikanstärke

fünf auf Land getroffen war.

Weil Straßen überflutet, der Strom

teilweise ausgefallen und einige Regionen

nicht zu erreichen sind, lässt

sich das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe

noch gar nicht abschätzen.„DieVerwüstung

ist beispiellos“,

sagte Minnis.

Während alleine im US-Bundesstaat

South Carolina rund 800 000

Quälend langsam zieht der zerstörerische Hurrikan über die Bahamas.

Hurrikan „Dorian“

USA

Golf von

Mexiko

MEXIKO

200 km

voraussichtliche Zugbahn

Georgia

Donnerstag,8Uhr

Mittwoch, 8Uhr

North

Carolina

South

Carolina

Florida

Dienstag,8Uhr

KUBA

Montag,11 Uhr

Bahamas

Stand: Montag,11Uhr (MESZ)

Sonnabend, 8Uhr

Freitag,8Uhr

voraussichtlicher Weg

Tödlicher Unfall

Atlantik

AP/TIM AYLEN

BLZ/GALANTY; QUELLE: NOAA, DPA

Einwohner auf behördliche Anordnung

vorsorglich ihre küstennahen

Häuser räumen mussten, zeigte sich

US-Präsident Donald Trump über

das durch den montäglichen Labor

Day verlängerte Wochenende merkwürdig

unbeteiligt an der dramatischen

Entwicklung.

Zwar hatteTrump am Donnerstag

noch eindringlich vordem Hurrikan

gewarnt: „Es sieht so aus,als wenn es

ein absolutes Monster sein könnte.“

Auch hatte er eigens seinen seit langem

für Sonntag und Montag geplanten

Staatsbesuch in Polen abgesagt,

um in der gefährlichen Lage zu

Hause vorOrt sein zu können. Dann

brach er jedoch am Freitag zu seinem

Landsitz in Camp David auf.

Am Montagmorgen verschickte er

per Twitter zunächst die aktuellen

Warnhinweise des Hurrikanzentrums,

umdann in mehreren Tweets

die NewYork Times, die Washington

Post und Gewerkschaftschef Richard

Trumka zu attackieren, die ihn aus

unterschiedlichen Gründen kritisiert

hatten. Anschließend ließ sich der

Präsident zu seinem privaten Golfplatz

in Virginia fahren. Am Abend

meldete er sich wieder bei Twitter

und beschwerte sich über einen ABC-

Korrespondenten, der darüber berichtet

hatte, dass Trump fälschlich

vor Hurrikan-Gefahren im Bundesstaat

Alabama warnte und dafür ausdrücklichen

Widerspruch vomNationalenWetterdienst

geerntet hatte.

Fehlendes Einfühlungsvermögen

Es war nicht die einzige befremdliche

Äußerung des Präsidenten. Am

Sonntag hatte er vor laufenden Kameras

voller Respekt die gewaltige

Kraft des Hurrikans beschrieben:

„Kategorie 5ist etwas, das …uh …

Ichglaube nicht, dass ich den Begriff

jemals vorher gehörthabe.“ Tatsächlich

hat Trump in seiner Amtszeit

schon drei Kategorie-5-Hurrikans

erlebt. Jedes Malerklärte er,eine solche

Naturkatastrophe sei ihm zuvor

unbekannt gewesen.

In der amerikanischen Öffentlichkeit

dürfte genau beobachtet

werden, wie sich Trump in den

nächsten Tagen verhält. Beifrüheren

Krisen hat der Präsident mehrfach

mangelnde Teilnahme und fehlendes

Einfühlungsvermögen bewiesen.

So pöbelte er während des verheerenden

Hurrikans Maria 2017,

der allein auf Puerto Rico etwa 3000

Menschenleben forderte, vor allem

gegen die Politiker in dem US-Außengebiet.

Bei einem späteren Besuch

in dem Katastrophengebiet

brüstete er sich vorallem damit, dass

er bei der Bevölkerung sehr beliebt

sei. In einem Zentrum für Hilfsgüter

warf erKüchenrollen in die Menge

und erklärte schließlich:„Das ist eine

tolle Reise.Euer Wetter ist so gut wie

nirgendwo sonst, aber hin und wieder

erwischt es euch.“

Drei Mitarbeiter einer Berliner Firma sterben beim Absturz einer Wartungsgondel an einem Sendemast in Hessen

Beim Absturzeiner Wartungsgondel

an einem Sendemast auf

dem Hohen Meißner in Nordhessen

sind am Dienstag drei Menschen

ums Leben gekommen. Die Gondel

sei aus einer Höhe von50Meternabgestürzt,

die Opfer eingeklemmt

worden, teilte die Polizei in Eschwege

mit. Nach Informationen des

Hessischen Rundfunks (HR) könnten

Probleme mit einer Seilwinde die

Unglücksursache gewesen sein.

Die Unglücksstelle wurde für die

Ermittlungen gesperrt, das Amt für

Arbeitsschutz und Sicherungstechnik

des Regierungspräsidiums Kassel

übernahm die Ermittlungen, wie

die Polizei mitteilte.Laut einem Polizeisprecher

ereignete sich das Unglück

am mit rund 220 Metern

höchsten Turm der Anlage.Die Gondel

sei an einer Seilbahnkonstruktion

befestigt gewesen, als sie aus

etwa 50 Metern abgestürzt sei, sagte

der Sprecher.

Zur möglichen Unglücksursache

äußerte er sich nicht. Die Sendeanlage

auf dem Hohen Meißner,einem

Mittelgebirge im Fulda-Werra-Bergland,

wird vom HR betrieben. Der

Berg liegt in der Nähe von Hessisch

Lichtenau, rund 40 Kilometer südöstlich

von Kassel. Mit einer Höhe

von 753,6 Metern gehört erzuden

höchsten Bergen Hessens. Bekannt

ist der Hohe Meißner für zahlreiche

Wanderwege. Insgesamt gibt es dort

vier aktiveMasten.

Nach HR-Angaben wurde an der

Anlage seit Freitag eine neue Antenne

aufgebaut. Siesollte demnach

Ende September fertig sein. Die Arbeiten

seien von einer Berliner

Fremdfirma ausgeführt worden,

teilte der Sender mit. DasUnternehmen

arbeite seit Jahren mit dem HR

zusammen und habe in diesem Fall

im Auftrag einer weiteren Firma gehandelt,

die als Generalunternehmer

fungiert.

In einer ersten Stellungnahme

drückte der HR seine Anteilnahme

aus. Der Intendant des Senders,

Manfred Krupp, sagte im HR-Programm,

dass der Unfall „große Bestürzung“

ausgelöst habe. „Wir

werden alles dazu beitragen, dass

der Sachverhalt so umfassend wie

möglich aufgeklärt wird“, fügte er

hinzu. (BLZ, AFP)

NACHRICHTEN

Bootsbrand in Kalifornien

mit Dutzenden Toten

Beidem Feuer auf einem Schiff vor

der Küste Kaliforniens sind vermutlich

34 Menschen ums Leben gekommen.

DieUS-Küstenwache

stellte am Dienstag ihreSuche nach

Überlebenden ein. An Bord des

Boots mit Tauchtouristen hatten sich

39 Menschen befunden, fünf Crew-

Mitglieder konnten sich retten. Bis

Dienstagvormittag (Ortszeit) bargen

die Rettungskräfte 20 Leichen. Vier

bis sechs weitereLeichen wurden im

Wrack des Schiffes gesichtet. Die

„Conception“ war am Montagmorgen

knapp 20 Meter vorder Küste

der Insel Santa Cruz –einem beliebten

Tauchgebiet –inFlammen aufgegangen

und gesunken. DieUrsache

blieb bisher unklar. (AFP)

Zwei Explosionen in

Antwerpen

Beieiner Explosion im belgischen

Antwerpen sind mehrereMenschen

verletzt worden. Noch immer seien

Menschen unter den Trümmernbegraben,

teilte die Polizei am Dienstagmittag

auf Twitter mit. Hunde suchten

nachVermissten. Zwei Menschen

seine bereits lebend gerettet worden.

ZurUrsache der Explosion machte

die Polizei zunächst keine Angaben.

Bereits in der Nacht zum Montag

hatte es in Antwerpen eine Explosion

gegeben, bei der mehrereAutos und

Gebäude beschädigt wurden. Ersten

Informationen zufolge habe es sich

um eine Granate gehandelt, berichtete

die Nachrichtenagentur Belga.

DiePolizei prüfeVerbindungen zum

Drogenmilieu. (dpa)

Banksy-KunstwerkinParis

gestohlen

Herausgeschnitten: Die Banksy-Ratte vor

dem Centre Pompidou.

DPA

Vordem Pariser Kunstmuseum CentrePompidou

ist ein Werk des britischen

Graffiti-Künstlers Banksy gestohlen

worden. DieDiebe nutzten

offenbar eine Säge,umdas Sprühbild

an der Rückseite eines Parkschildes

herauszuschneiden, teilte

das CentrePompidou am Dienstag

mit. „Wir sind nicht die Besitzer des

Werks“, sagte ein Museumssprecher.

Dennoch sei der Diebstahl der Polizeigemeldet

worden. Beidem Bild

handelt es sich um eine mit einer

Schablone aufgesprühte Ratte. (AFP)

Großteil der Alsterschwäne

muss ins Winterquartier

Nach dem Todvon neun Schwänen

ist ein Großteil der Hamburger Alsterschwäne

vorübergehend ins Winterquartier

gebracht worden. Hitze,

Trockenheit und die damit verbundene

Algenbildung in den Gewässernseien

zum Problem für die Tiere

geworden, sagte Daniel Gritz, Sprecher

des Bezirksamtes Hamburg-

Nord,amDienstag zu entsprechenden

Medienberichten. Schwanenvater

Olaf Nieß habe 90 der 120

Schwäne zum Eppendorfer Mühlenteich

gebracht. Dieanderen Tiere

brauchten nicht umzuziehen, weil

sie sich an Stellen aufhalten, die als

nicht so problematisch gelten. (dpa)

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