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Verfahrenstechnik 9/2019

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19098<br />

9<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

September <strong>2019</strong><br />

Gründlich sauber<br />

Ex-Sauger in der<br />

Automobillack-Produktion<br />

Armaturen und Rohre<br />

Fördersysteme effizient und<br />

kostengünstig betreiben<br />

Abfüllsystem<br />

Ergonomisches Handling,<br />

geräuscharme Umgebung<br />

Verschleißschutz<br />

Kombination aus<br />

Beschichtung und Härtung


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Flexible und staubdichte Tablettenproduktion<br />

der nächsten Generation


EDITORIAL<br />

Kreativ verpackt<br />

Eigentlich ist Einwegplastik ein Traum – es ist leicht, robust und<br />

billig. Aber der Traum wird schnell zum Alptraum, wenn Plastik die<br />

Umwelt vermüllt und als Mikroplastik in unserer Nahrungskette<br />

landet. Komplett darauf zu verzichten, ist schwer. Es ist aber möglich,<br />

den Gebrauch von Wasserflaschen, To-go-Snacks- und -Getränken,<br />

Tüten und Strohhalmen deutlich zu reduzieren. Schließlich gibt es<br />

mittlerweile viele kreative und wiederverwendbare (oder gar<br />

essbare) Alternativen.<br />

Auch die Unternehmen der Verpackungsbranche sind kreativ. Wenn<br />

es unbedingt Plastik sein muss, sind die Verpackungen mittlerweile<br />

deutlich dünner und damit leichter, die Packungsgrößen sind<br />

angepasster, und es stehen Nachfülllösungen im Regal. Es gibt Papier<br />

mit Funktionsschichten, das sich optimal für Lebensmittel eignet<br />

und anschließend recycelt werden kann. Sogenanntes Hochbarrierepapier<br />

kommt sogar ganz ohne zusätzliche Spezialbeschichtungen<br />

und Laminierungen aus und wird beispielsweise für Teebeutel<br />

verwendet. Ein gutes Beispiel für einen nachwachsenden Rohstoff ist<br />

Gras, das sich nach der Verarbeitung zu Pellets wunderbar zum<br />

Ausfüllen von Hohlräumen in Verpackungen eignet. Graspapier, das<br />

zu 40 Prozent aus getrocknetem Gras und zu 60 Prozent aus<br />

Holz-Frischfasern besteht, kann als Schale für Obst und Gemüse<br />

oder als Karton für Eier und Müsli genutzt werden. Selbst<br />

ein Coffee-to-go-Becher kann aus diesem Graspapier<br />

hergestellt werden.<br />

Mehr kreative Anregungen zu umweltgerechtem<br />

Verpacken und intelligente Lösungen für nachhaltiges<br />

und effizientes Abfüllen, Lagern und<br />

Transportieren gibt es auf der Fachpack, die am<br />

24. September in Nürnberg beginnt, und in<br />

unserem Top-Thema ab Seite 42.<br />

Eva Linder<br />

Chefredakteurin<br />

e.linder@vfmz.de


INHALT<br />

12 22 42<br />

Sauberkeit: Mit einem neuen Verfahren<br />

lassen sich gerade Innenrohre von<br />

Rohrbündel-Wärmeübertragern reinigen<br />

Sicherheit: Sonderkugelhähne verfügen<br />

standardmäßig über sicherheitsgerichtete<br />

Funktionen und Konstruktionsmerkmale<br />

Service: Durch die Nachrüstung mit einer<br />

Kamera lässt sich ein halbautomatisches<br />

Abfüllsystem automatisieren<br />

AKTUELLES<br />

6 Personen, Märkte, Unternehmen<br />

7 Seminare, Tagungen, Kurse<br />

8 100 Jahre Kaeser Kompressoren<br />

10 50 Jahre Bühler Technologies Mess- und Regeltechnik<br />

VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

12 Rohrbündel-Wärmeübertrager effektiv reinigen<br />

14 Coaten von Schüttgütern am Beispiel von Feststoffdünger<br />

16 Biofeuchtreaktor optimiert Entschwefelung von Gas<br />

17 Produktinformationen<br />

KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

20 Raue Innenoberflächen für die Fördertechnik<br />

22 Spezialkugelhähne für extreme Prozessbedingungen<br />

24 Freilaufrückschlagventile sichern die Pumpen im Kraftwerk<br />

„Hermann Wenzel“<br />

26 Schüttgut-Förderbänder mit wirtschaftlicher Antriebstechnik<br />

28 Produktinformationen<br />

TOP-THEMA CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />

42 Mit Retrofit von der halbautomatischen zur<br />

vollautomatischen Abfüllanlage<br />

44 Eichgenaues Abfüllen mit System<br />

46 Korrosionsfreie Energieführung trotzt Salzsäure-Belastung<br />

in Feuerverzinkerei<br />

48 Fachpack: Umweltgerechtes Verpacken im Fokus<br />

49 Produktinformationen<br />

BETRIEBSTECHNIK<br />

52 TITEL Ex-Sauger in der Automobillack-Produktion<br />

54 Verschleißschutzkonzept für Schraubenspindelpumpen<br />

56 Produktinformationen<br />

RUBRIKEN<br />

3 Editorial<br />

56 Impressum<br />

58 <strong>Verfahrenstechnik</strong> im Alltag<br />

59 Vorschau<br />

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

34 Redundante Stromversorgungen schützen vor Überspannung<br />

36 Effiziente Überwachung des Schichtbetriebs<br />

38 Produktinformationen<br />

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TITELBILD<br />

Ruwac Industriesauger GmbH,<br />

Melle<br />

4 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


MEHR SICHERHEIT<br />

FÜR SIE!<br />

WEIL KUNDEN VON UNS<br />

MEHR ERWARTEN KÖNNEN ALS<br />

VON DEN MEISTEN ANDEREN.<br />

Wenn Kollegen oder Teams zusammen<br />

arbeiten, dann ist diese<br />

Zusammenarbeit viel mehr als das<br />

bloße Zusammenwirken fachlicher<br />

Fähigkeiten. Es ist immer eine Begegnung<br />

auf Augenhöhe. Geprägt<br />

von gegenseitigem Respekt. Ob<br />

innerhalb unseres Unternehmens,<br />

oder gemeinsam mit unseren<br />

Zulieferern und Kunden.<br />

Dabei sind wir immer verbindliche,<br />

vertrauenswürdige, loyale Partner.<br />

Und so erreichen wir, was sich alle<br />

wünschen: ein exzellentes Ergebnis,<br />

das alle weiterbringt. Denn<br />

Weltmarktführer für pneumatische<br />

Hebezeuge sind wir nicht mit<br />

Dienst nach Vorschrift geworden.<br />

Weltmarktführer wird und bleibt<br />

man mit Teamplayern, die gezielt<br />

gefördert werden. Die in einem intelligenten,<br />

lernenden System mehr<br />

als nur ihren Job machen. Die<br />

begeistert, leidenschaftlich und<br />

beständig nach immer besseren<br />

Lösungen suchen, um gemeinsam<br />

erfolgreich zu sein.<br />

Das macht uns so stark wie wir sind.<br />

Das ist der Spirit von J.D. Neuhaus.<br />

Er treibt uns an, den JDN-Weg in die<br />

Zukunft zu gehen. Mutig, energisch<br />

und entschlossen.<br />

HEISST FÜR SIE:<br />

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AKTUELLES<br />

20 Jahre PDE<br />

Die Process Data Engineering GmbH (kurz PDE) feiert in diesem<br />

Jahr ihr 20-jähriges Firmenjubiläum. 1999 von Jörg Wolf (Bild) gegründet,<br />

hat sich das Unternehmen mit Sitz in Aschaffenburg zu<br />

einem leistungsstarken Partner der Prozessindustrie entwickelt.<br />

Einen Grund für den Erfolg sieht Jörg Wolf in der Kompetenz seiner<br />

Mitarbeiter und einem besonderen Know-how-Mix. „Wir verfügen<br />

über jahrzehntelange Erfahrung aus den Bereichen Datenanalyse,<br />

IT, <strong>Verfahrenstechnik</strong> und Automatisierung. Das unterscheidet<br />

unser Angebot von reinen IT-Dienstleistern oder Automatisierungstechnikern.“<br />

Die Kunden von<br />

PDE kommen aus unterschiedlichen<br />

Bereichen: Öl und Gas, Chemie,<br />

Metallurgie, Umwelttechnik<br />

und Kraftwerken. Seit der Gründung<br />

ist das Unternehmen international<br />

tätig; derzeit u. a. für eine<br />

Anlage zur Klärschlammverbrennung<br />

in der Schweiz.<br />

www.pde-gmbh.de<br />

Veränderungen bei Samson<br />

Der Aufsichtsrat der Samson<br />

AG hat Dr. Andreas Widl<br />

(Bild) als Vorstandsvorsitzenden<br />

für weitere fünf Jahre<br />

bestätigt. Er wird als Chief<br />

Executive Officer (CEO)<br />

nach wie vor den globalen<br />

Produktionsbereich mit verantworten.<br />

Dr. Thomas<br />

Steckenreiter wurde zum<br />

stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden<br />

ernannt und<br />

wird als Chief Technology Officer (CTO) zusätzlich den Bereich<br />

Human Resources und Services übernehmen. Für die Bereiche<br />

Vertrieb und Marketing ist Raul Fuchs weiterhin zuständig. Dr. Ingo<br />

Koch verlässt das Unternehmen nach sieben Jahren; seine Aufgaben<br />

als Finanzvorstand werden mit sofortiger Wirkung von<br />

Dr. Mathias Kretzschmar wahrgenommen.<br />

www.samson.de<br />

Denios bekommt Auszeichnung<br />

Die Denios AG, Spezialist für betrieblichen Umweltschutz und Arbeitssicherheit,<br />

gehört auch in diesem Jahr zu den Innovationsführern des deutschen Mittelstands.<br />

Das Top-100-Siegel wurde von Mentor Ranga Yogeshwar an Denios Vorstand<br />

Horst Rose (Bild l.) sowie an Ingo Schlutter (Bild r.), Leiter Qualitätsmanagement,<br />

überreicht. Denios schaffte damit bereits zum dritten Mal den<br />

Sprung in diese Innovationselite. In dem unabhängigen Auswahlverfahren überzeugte<br />

der Mittelständler mit über 850 Mitarbeitern besonders in den Bereichen<br />

„Innovative Prozesse/Organisation“ sowie „Innovationsklima“. Ausschlaggebend<br />

waren das professionelle Innovationsmanagement und die daraus resultierenden<br />

richtungsweisenden Entwicklungen. Dazu zählen u. a. die individuell konfigurierbaren<br />

begehbaren Gefahrstofflager, die kritische Situationen mithilfe modernster<br />

Sensorik erkennen und selbstständig Gegenmaßnahmen ergreifen. Ein<br />

weiterer Pluspunkt war auch eine neu entwickelte IT-Anwendung für Gefahrstoffmanagement:<br />

Mithilfe einer App werden Bedienungsanleitungen oder wichtige<br />

Statusmeldungen an das Bedienungs- und Überwachungspersonal gesendet.<br />

www.denios.de<br />

55 Jahre Steuler Anlagenbau<br />

Das mittelständische Traditionsunternehmen Steuler ist weltweiter<br />

Spezialist für säure- und feuerfeste Auskleidungen. Mit dem Erfolg<br />

im Markt mehrten sich schon früh Anfragen nach kompletten verfahrenstechnischen<br />

Anlagen im Bereich Oberflächenbehandlungstechnik.<br />

Aus dem Geschäftsbereich Säurebau heraus erwuchs daher<br />

um 1964 der Anlagenbau. Seit 55 Jahren steuert nun der Steuler<br />

Anlagenbau mit mehr als 60 erfahrenen Experten vom Stammsitz in<br />

Höhr-Grenzhausen aus die Geschäfte. Unterstützt wird das Unternehmen<br />

durch ein weltweites Netzwerk aus vier Tochtergesellschaften<br />

mit ca. 20 Ingenieuren und Technikern sowie internationale<br />

Kooperationspartner und Vertretungen. Der Geist des Gründers<br />

Georg Steuler lebt gerade<br />

im Anlagenbau weiter: Chancen<br />

erkennen, Probleme lösen,<br />

neue Entwicklungen vorantreiben<br />

– Fortschritt hat bei Steuler<br />

Tradition.<br />

www.steuler.de<br />

Kongress: Digitalisierung in der Hydraulik<br />

Am 29. Oktober <strong>2019</strong> findet in<br />

der Stadthalle Sindelfingen<br />

der 1. Fachkongress Hydraulix<br />

zum Thema Digitalisierung in<br />

der Hydraulik statt. Der<br />

VDMA Fachverband Fluidtechnik<br />

und die Vereinigte<br />

Fachverlage GmbH haben gemeinsam<br />

mit der Redaktion<br />

O+P Fluidtechnik die Veranstaltung ins Leben gerufen, um allen<br />

beteiligten Akteuren eine Plattform für den informellen Austausch<br />

zu bieten. Die Teilnehmer erwarten hochkarätige Vorträge und<br />

Präsentationen im Kongress und eine Ausstellung, die zusätzlich<br />

anwenderbezogene Impulse geben soll. Informationen und Anmeldung<br />

unter nachfolgendem Link.<br />

Foto: Bosch Rexroth<br />

www.hydraulix-congress.de<br />

6 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


AKTUELLES<br />

Michell ergänzt Gasanalysatorensparte<br />

Vor Kurzem hat Michell Instruments<br />

den internationalen<br />

Vertrieb und Support für die<br />

auf Gaschromatografie basierenden<br />

Gasanalysatoren<br />

des Schwesterunternehmens<br />

LDetek übernommen. Das in<br />

Kanada ansässige Unternehmen<br />

LDetek entwickelt<br />

und produziert Online-Analysatoren<br />

und Gaschromatografie-Systeme<br />

basierend auf ihrer<br />

patentierten Plasma-Emission-<br />

Detektor-Technologie (PED).<br />

Die Geräteserien ergänzen<br />

Michells Angebot in den Bereichen<br />

Luft- und Gasaufbereitung,<br />

Luftzerlegungsanlagen<br />

und industrielle<br />

Gasproduk tion.<br />

www.michell.de<br />

SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE<br />

Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung<br />

MESSE MSR-Spezialmesse Südwest 18.09.19,<br />

Ludwigshafen<br />

FORUM Quality Cleanroom 18./19.09.19,<br />

Wangen, Schweiz<br />

SEMINAR Inbetriebnahme eines Clamp-on-<br />

Ultraschallsystems<br />

PRAXISTAG Check-up für Krisen- und<br />

Issue-Management<br />

TAGUNG Brandschutz im Tank- und<br />

Gefahrgutlager<br />

KOMPAKTSCHULUNG Messen, regeln,<br />

aufzeichnen<br />

SYMPOSIUM Process Development<br />

Symposium Europe<br />

19.09.19,<br />

Olbendorf, Österr.<br />

24.09.19,<br />

Dortmund<br />

24.09.19,<br />

Essen<br />

24.–26.09.19,<br />

Fulda<br />

25./26.09.19,<br />

Frankfurt/M.<br />

PRAXISSCHULUNG Durchflussmesstechnik 25./26.09.19,<br />

Hamburg<br />

GRUNDLAGENSEMINAR Abfallseminar für<br />

Einsteiger<br />

WEITERBILDUNG Wasserrecht und<br />

Gewässerschutz<br />

30.09.19,<br />

Offenbach<br />

07.–10.10.19,<br />

Essen<br />

KURS Projektmanagement im Anlagenbau 10./11.10.19,<br />

Altdorf b. Nürnberg<br />

Meorga, Tel. 06838/8960035,<br />

www.meorga.de<br />

Cleanroom Future, Tel. +41(0)32/631-3233,<br />

www.cleanroomfuture.com<br />

Flexim, Tel. 030/93667660,<br />

www. flexim.com<br />

Akademie Fresenius, Tel. 040/41909303,<br />

www.akademie-fresenius.de<br />

Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />

www.hdt-essen.de<br />

Jumo, Tel. 0661/6003-0,<br />

www.jumo.net<br />

Dechema, Tel. 069/7564-0,<br />

www.dechema.de<br />

Endress + Hauser, Tel. 07621/975-610,<br />

www.de.endress.com<br />

Umweltinstitut Offenbach, Tel. 069/810679,<br />

www.umweltinstitut.de<br />

Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />

www.hdt-essen.de<br />

Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />

www.taw.de<br />

Fachtagung Schüttgutfördertechnik<br />

Die 24. Fachtagung Schüttgutfördertechnik<br />

findet am 25.<br />

und 26. September im Hotel<br />

Ratswaage in Magdeburg statt<br />

und richtet sich an Fachleute<br />

aus Forschung und Praxis. Veranstalter<br />

der Tagung ist der<br />

Lehrstuhl Förder- und Materialflusstechnik<br />

der Otto-von-<br />

Guericke-Universität in Kooperation<br />

mit dem Lehrstuhl<br />

Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München. In diesem<br />

Jahr steht die Tagung unter dem Motto „Digitalisierung in der<br />

Schüttgutfördertechnik“. Infos und Anmeldung unter<br />

Tel. 0391/6758603 oder per E-Mail: dagmar.pfeiffer@ovgu.de<br />

www.ilm.ovgu.de/schuettgut<br />

25 Jahre Renner Kompressoren<br />

Die Renner Kompressoren GmbH aus Güglingen wurde vor 25 Jahren<br />

von Bernt und Annette Renner gegründet. Heute hat das<br />

Familienunternehmen<br />

165 Mitarbeiter, und<br />

die Kompressoren<br />

sind in der ganzen Welt<br />

präsent. Das Druckluftprogramm<br />

um fasst<br />

öl- und wassereingespritzte<br />

Schraubenkompressoren,<br />

Kolbenkompressoren und ölfreie Scroll-Kompressoren<br />

– Anlagen mit Frequenzregelung oder Direktantrieb im<br />

Leistungsbereich von 1,5 bis 355 kW.<br />

www.renner-kompressoren.de<br />

Allianz für Industrie 4.0<br />

Auf der Hannover Messe<br />

<strong>2019</strong> haben sieben führende<br />

Unternehmen aus Maschinenbau,<br />

Industrieautomatisierung<br />

und Software die<br />

Gründung der Open Industry<br />

4.0 Alliance angekündigt.<br />

Sie wollen mit dieser<br />

Kooperation proprietäre<br />

Insellösungen überwinden und der digitalen Transformation der<br />

europäischen Industrie den entscheidenden Schub geben. Gründungsmitglieder<br />

sind die Firmen Beckhoff, Endress+Hauser,<br />

Hilscher, ifm, Kuka, Multivac und SAP. Die Allianz steht grundsätzlich<br />

allen Unternehmen offen. So sind bspw. Balluff, Gebhardt,<br />

Pepperl+Fuchs, Schmidtsche Schack, Samson oder Wika bereits als<br />

Mitglieder der Allianz beigetreten. Sie alle verpflichten sich gegenseitig<br />

zur Schaffung eines standardisierten und offenen Ökosystems<br />

zum Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen unter Einbindung<br />

von Logistik und Services.<br />

www.endress.com<br />

Meorga mit MSR-Spezialmesse in Landshut<br />

Sie möchten interessante Gespräche zu den Themen Mess-, Steuerungs-<br />

und Regeltechnik führen? Sich austauschen zu den neuesten<br />

Trends im Bereich der Prozessleitsysteme und der Automatisierungstechnik?<br />

Dann kommen Sie am 23. Oktober nach Landshut,<br />

dort findet in der Sparkassen-Arena die MSR-Spezialmesse Südost<br />

statt. 160 Fachfirmen zeigen dort von 8 bis 16 Uhr Geräte und Systeme,<br />

Engineering- und Serviceleistungen sowie neue Trends im<br />

Bereich der Automatisierung. 36 begleitende Fachvorträge informieren<br />

den Besucher.<br />

www.meorga.de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 7


AKTUELLES I INTERVIEW<br />

Durchhaltevermögen<br />

und Humor<br />

100 Jahre Kaeser Kompressoren<br />

Frau Vlantoussi-Kaeser, nicht viele Firmen können ihren<br />

100. Geburtstag feiern. Worauf sind Sie persönlich besonders stolz?<br />

Mich macht besonders stolz, dass wir nach 100 Jahren immer<br />

noch ein äußerst erfolgreiches, unabhängiges und international<br />

tätiges Familienunternehmen sind.<br />

Was hat sich am Produktspektrum und an der Firmenphilosophie<br />

in der langen Zeit verändert und was ist geblieben?<br />

Von Anfang an haben wir uns an den Bedürfnissen unserer Kunden<br />

orientiert und haben unser Produktspektrum kontinuierlich<br />

erweitert. Zunächst als Autowerkstatt und Zahnradfertiger und<br />

ab 1949 als Kompressoren-Hersteller. Seitdem lautet unser Leistungsversprechen<br />

den Kunden gegenüber: Verfügbarkeit der<br />

Druckluft und Energieeffizienz. Unsere Firmenphilosophie war<br />

und ist die Erfüllung der Kundenbedürfnisse mithilfe von hochmotivierten<br />

und höchstqualifizierten Mitarbeitern.<br />

Was ist das „Geheimnis“ Ihres Unternehmens?<br />

Die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und kontinuierlich an<br />

deren Erfüllung zu arbeiten.<br />

Das Thema „Frauen in Führungspositionen“ ist immer wieder<br />

sehr präsent. Welche Erfahrungen machen Sie als Frau im<br />

Unternehmen und generell in der Branche?<br />

Meine Erfahrungen sind sehr positiv. Ich bin nach meinem Studium<br />

und vor nun mehr als 35 Jahren ins Unternehmen eingestiegen.<br />

Seit 1994 bin ich in einer Führungsposition. Kollegen und Mitarbeiter<br />

haben mich stets respektiert und voll akzeptiert. Auch in<br />

der Branche bin ich ein gleichberechtigter Gesprächspartner. Die<br />

Firma Kaeser ist immer wieder als bester Arbeitgeber und frauenfreundlicher<br />

Betrieb ausgezeichnet worden.<br />

Ihr Sohn steigt gerade in das Unternehmen ein. Was glauben Sie,<br />

dass er mal anders machen wird als die jetzige Generation?<br />

In diesem Jahr feiert die Firma Kaeser<br />

Kompressoren ihr hundertjähriges Bestehen.<br />

Als Maschinenbauwerkstatt 1919 von Carl Kaeser<br />

Senior in Coburg gegründet, hat sich das<br />

Unternehmen zu einem weltweit erfolgreichen<br />

Kompressoren-Hersteller und Druckluft-<br />

Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser<br />

ist Vorstandsmitglied der<br />

Firma Kaeser<br />

Systemanbieter entwickelt. Wir sprachen mit<br />

Vorstandsmitglied Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser.<br />

Noch nie gab es in technologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher<br />

Hinsicht so schnelle Veränderungen wie heute. In der<br />

Zukunft werden die Veränderungen noch gravierender und noch<br />

schneller sein. Er wird in noch kürzeren Zeitabschnitten mehr<br />

Informationen sammeln müssen, um noch schneller gute Entscheidungen<br />

zu treffen.<br />

Was lesen wir über die Firma Kaeser in zehn Jahren?<br />

„Das Familienunternehmen Kaeser Kompressoren hat sich in den<br />

letzten zehn Jahren ständig neu erfunden und sich dadurch den<br />

rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen<br />

angepasst.“<br />

Gibt es eine lustige Anekdote aus Ihrer Zeit bei der Firma Kaeser?<br />

Unsere Söhne hatten schon mit drei und fünf Jahren einen fachmännischen<br />

Blick für gutes Design und gute Qualität entwickelt.<br />

8 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Jeder „Nicht-Kaeser-Kompressor“ wurde sofort erkannt und mit<br />

„Bubu-Kompressor“ bezeichnet.<br />

Was ist Ihr Lebensmotto?<br />

Respekt und Disziplin. Nur wenn man respektvoll zu sich selbst<br />

und zu den anderen und gleichzeitig diszipliniert ist, kann man<br />

allen moralischen Grundsätzen unserer Gesellschaft gerecht<br />

werden.<br />

Was macht Sie besonders glücklich bei der Arbeit?<br />

Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern aus dem In- und Ausland<br />

Lösungen zu erarbeiten, die jeder mitträgt und das Unternehmen<br />

weiterbringen. International tätige Unternehmen lassen die Welt<br />

zusammenrücken und haben einen großen Anteil an der<br />

Völkerverständigung.<br />

Welchen Rat würden Sie einer jungen Frau geben, die eine<br />

Führungsposition übernimmt?<br />

Ich würde jedem jungen Menschen – egal ob Frau oder Mann –<br />

raten, die persönlichen und beruflichen Ziele immer im Auge zu<br />

behalten. Man braucht Durchhaltevermögen – das Leben ist kein<br />

Sprint, sondern ein Marathon. Außerdem braucht man eine gute<br />

Portion Humor.<br />

(eli)<br />

Fotos: Kaeser<br />

www.kaeser.de<br />

anz-90-130-vfm_Layout 1 18.02.18 14:00 Seite 1<br />

TECHNIKWISSEN<br />

FÜR INGENIEURE<br />

Dieses Buch erleichtert durch eine möglichst anschauliche<br />

und anwendungsorientierte Darstellung der Zusammenhänge<br />

dem Leser den Zugang zu dem interessanten Fachgebiet<br />

der elektrohydraulischen Antriebe und Steuerungen, ohne<br />

allerdings auf die notwendigen physikalischen und<br />

mathematischen Grundlagen zu verzichten.<br />

Grundlagen elektrohydraulischer<br />

Antriebe und Steuerungen<br />

von Prof. Dr.-Ing. Siegfried Helduser<br />

380 Seiten, zahlreiche Abbildungen,<br />

broschiert, ISBN 978-3-7830-0387-1<br />

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AKTUELLES I INTERVIEW<br />

„Erfolg wird von<br />

Menschen getragen“<br />

50 Jahre Bühler Technologies Mess- und Regeltechnik in Ratingen<br />

Im Jahr 1969 hatten der Konstrukteur und<br />

Maschinenbauingenieur Herbert Bühler und der<br />

Elektroingenieur Friedrich von Ameln die Idee zur<br />

Gründung der Firma Bühler & Co. in Ratingen.<br />

Mittlerweile hat sich das Unternehmen unter der<br />

Leitung von Frank Pospiech und Stefan Eschweiler<br />

mit über 150 Mitarbeitern zu einem Spezialisten<br />

im Bereich Mess- und Regeltechnik entwickelt.<br />

Frank Pospiech, Geschäftsführer der Bühler Technologies GmbH;<br />

im Bild rechts Firmengründer Herbert Bühler<br />

Herr Pospiech, die Firma Bühler & Co.<br />

wurde vor 50 Jahren gegründet. Was hat<br />

sich seitdem grundlegend verändert und<br />

was ist geblieben?<br />

Die Gründer des Unternehmens Friedrich<br />

von Ameln und Herbert Bühler kamen aus<br />

zwei unterschiedlichen Fachgebieten.<br />

Herbert Bühler als Maschinenbaukonstrukteur<br />

hatte seine Expertise in der Hydraulik,<br />

hingegen beschäftigte sich Friedrich von<br />

Ameln, eher aus der Analysenmesstechnik<br />

kommend, mit der Prozess-Gas analyse.<br />

Aus diesen Gründen entstanden zwei<br />

Geschäftsbereiche mit den Namen „Fluid­<br />

control“ und „Gasanalyse“. Bis heute prägen<br />

die beiden Geschäftsbereiche die<br />

Bühler Technologies GmbH und sichern<br />

nunmehr 150 Arbeitsplätze in der Region<br />

NRW und darüber hinaus ab. Die damalige<br />

Markteintrittsstrategie, sich als<br />

Nischenanbieter zu positionieren, ist bis<br />

zum heutigen Tag beibehalten worden.<br />

Durch das starke Handelsgeschäft getrieben,<br />

lag der Fokus allerdings zuerst auf<br />

dem Heimatmarkt. Erst Mitte der 90er-<br />

Jahre erkannte man, dass die Zukunft des<br />

Unternehmens nur abgesichert werden<br />

kann, wenn dessen Sichtbarkeit und somit<br />

die Geschäftsaktivitäten weltweit signifikant<br />

verstärkt werden und wenn das<br />

eigene Produktprogramm durch Neuund<br />

Weiterentwicklungen den internationalen<br />

Anforderungen angepasst wird.<br />

Heute ist das Unternehmen global aufgestellt<br />

mit Tochterunternehmen in den<br />

USA und Frankreich sowie mit Vertriebsniederlassungen<br />

zum Beispiel in China<br />

und in Russland. Weltweit kooperiert<br />

Bühler Technologies mit vielen Vertriebspartnern<br />

und deckt somit nahezu den<br />

gesamten Erdball ab. Das Produktportfolio<br />

ist in vielen Regionen dieser Welt mit tausenden<br />

von Installationen eingeführt und<br />

wird von der Kundschaft sehr geschätzt.<br />

Wie hat sich das Produktspektrum in<br />

dieser Zeit entwickelt?<br />

Als wir Mitte der 90er-Jahre anfingen, das<br />

Unternehmen umzukrempeln und auf die<br />

nächste höhere Stufe zu stellen, wurde<br />

auch die Frage gestellt, welchen Nutzen<br />

wir unserer Kundschaft in Zukunft mit<br />

unseren Produkten bieten können. Bei der<br />

sehr intensiven Marktanalyse im Vorfeld<br />

fanden wir heraus, dass es viele Regionen<br />

im Markt gab, deren Kunden sich mit zum<br />

Teil haarsträubenden Produktlösungen in<br />

10 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


ihren Anlagen herumquälten, diese Situation<br />

aber in Kauf nahmen. Der Grund<br />

dafür war oftmals das Fehlen von intelligenten,<br />

maßgeschneiderten Produktideen<br />

für die Marktnischen Fluidcontrol und<br />

Gasanalyse. Aus diesen Analysen heraus<br />

entstand in den laufenden Jahren ein<br />

nahezu komplett neues Produktprogramm<br />

– basierend auf einem modularen<br />

Baukastensystem. Wartungsfreundlichkeit,<br />

leichte und verständliche Bedienbarkeit,<br />

platzsparend, aber mit hoher Funktionsdichte,<br />

sowie Zuverlässigkeit gepaart mit<br />

Langlebigkeit waren die Schlüsselmerkmale,<br />

die uns bei den Produktneuentwicklungen<br />

antrieben. Wenn wir heute das Produktprogramm<br />

von Bühler Technologies<br />

betrachten, so erkennt man die Produktphilosophie<br />

eines Komplettsortimenters.<br />

Es ist genau diejenige Philosophie, die<br />

jetzt und auch in absehbarer Zukunft weiter<br />

vorangetrieben wird, um jede weitere<br />

Programmlücke schließen zu können.<br />

Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihres<br />

Unternehmens?<br />

Ich glaube, wenn es ein Erfolgsgeheimnis<br />

in unserem Unternehmen gibt, dann sind<br />

es unsere engagierten Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter, die sich in einem sozialen<br />

Umfeld mit einer angenehmen Firmenkultur<br />

als Dach entfalten können. Selbstständiges<br />

und flexibles Arbeiten gehören<br />

genauso zu unserem Verständnis wie der<br />

Teamgedanke, Verantwortlichkeit und der<br />

respektvolle Umgang miteinander. Der<br />

Umgang mit Rechten und Pflichten beruht<br />

schlicht und einfach auf Vertrauen. Diese<br />

Kultur versuchen wir hier miteinander zu<br />

leben, und ich denke das ist auch die Basis<br />

und das Erfolgsrezept für alle neuen<br />

Herausforderungen in der Zukunft.<br />

Was war Ihr größter persönlicher Erfolg?<br />

Es ist immer schwierig, einen persönlichen<br />

Erfolg im Unternehmen darzustellen, da<br />

jeder Erfolg auch von anderen Personen mit<br />

beeinflusst wird. Wenn ich aber auf die Frage<br />

antworten soll, dann würde ich sagen, es<br />

macht mich schon persönlich stolz, dass ich<br />

entscheidend mithelfen und mitgestalten<br />

durfte, das Unternehmen erfolgreich aus<br />

den 90er-Jahren zu begleiten, es als stabiles<br />

und gesundes Unternehmen bis hierher<br />

gebracht zu haben und dafür mitverantwortlich<br />

zu sein, dass 150 Arbeitsplätze auch in<br />

Zukunft sicher gestaltet werden können.<br />

Wie gehen Sie mit den Themen Globalisierung<br />

und Digitalisierung um?<br />

Wir agieren im Ausland immer stärker mit<br />

eigenen lokalen Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeitern. Das hilft uns, die verschiedensten<br />

Mentalitäten, Philosophien und<br />

Herangehensweisen besser zu verstehen.<br />

Denn all diese Faktoren beeinflussen<br />

letztendlich auch unsere Arbeitsweisen<br />

hier in Deutschland. Es ist ein großer<br />

Unterschied für ein Produkt, ob es während<br />

der Winterzeit in Russland bei –40 °C<br />

zuverlässig funktionieren muss oder in<br />

Indien während der heißesten Jahreszeit<br />

in der Nähe einer Produktionsanlage.<br />

Wenn man global agieren möchte, muss<br />

man auf solche Fragen eine smarte Antwort<br />

haben. Globalisierung besteht für<br />

uns aber nicht nur aus Vertriebssicht.<br />

Auch die internationalen Beschaffungsmärkte<br />

spielen eine immer größer werdende<br />

Rolle. Allerdings behalten wir uns<br />

vor, bis zum heutigen Tag ausschließlich<br />

in Deutschland zu produzieren.<br />

Wir wissen, dass die Digitalisierung unser<br />

Unternehmen in Zukunft auch entscheidend<br />

prägen wird. Vor allen Dingen müssen<br />

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

in diesem Veränderungsprozess mitgenommen<br />

werden. Gerade im Vertrieb<br />

werden sich viele liebgewonnene Gewohnheiten<br />

in Zukunft verändern. Der Verkäufer,<br />

so wie wir ihn definieren, wird sich zu<br />

einem Lösungsanbieter entwickeln müssen.<br />

Auch arbeiten wir daran, wie Produkte<br />

smarter gestaltet werden können, sodass<br />

sie einen höheren Nutzen für den Anwender<br />

bieten können. Denn nur wenn der<br />

Anwender diesen Nutzen erkennt, wird er<br />

bereit sein, auch dafür zu investieren. Für<br />

all diese und weitere Fragestellungen und<br />

Herausforderungen haben wir in diesem<br />

Jahr die Bühler Innovation GmbH gegründet.<br />

Hier werden neue Impulse für die<br />

Bühler Technologies GmbH entstehen, die<br />

das Unternehmen auch für die Zukunft fit<br />

machen werden.<br />

Was lesen wir über die Firma Bühler<br />

Technologies in zehn Jahren?<br />

Es ist sehr schwer, zehn Jahre in die Zukunft<br />

zu blicken. Dafür ändern sich die<br />

Dinge und das Umfeld zu schnell. Wenn<br />

ich aber ein Bild malen sollte, dann wird es<br />

eine Firma Bühler Technologies GmbH<br />

geben, die sich innerhalb der von ihr definierten<br />

Marktnischen mit den drängenden<br />

Zukunftsthemen beschäftigen wird. In<br />

diesen Segmenten wird sie sich mit cleveren<br />

Geschäftsmodellen und smarten Produktideen<br />

weiterhin durchsetzen, ihre<br />

führende Rolle sichern und vielen Menschen<br />

als mittelständisches Unternehmen<br />

eine sichere Zukunft bieten. (eli)<br />

Fotos: Bühler Technologies<br />

www.buehler-technologies.com


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Weg mit der harten Kruste<br />

Rohrbündel-Wärmeübertrager effektiv reinigen<br />

Betreiber von Rohrbündel-<br />

Wärmeübertragern haben immer<br />

wieder Probleme mit harten<br />

Krusten und Verschlüssen auf den<br />

Wärmeübertragungsflächen.<br />

Abhilfe soll ein leistungsfähiges<br />

Verfahren zur Reinigung gerader<br />

Innenrohre schaffen.<br />

Bei dem Verfahren handelt es sich um<br />

eine Ergänzung der üblichen Reinigungsverfahren,<br />

die beim Betreiber der<br />

Rohrbündel-Wärmeübertrager unnötige<br />

hohe Kosten verursachen, die Inbetriebnahme<br />

verzögern und schlechte Reinigungsergebnisse<br />

erzielen.<br />

Auch wenn bereits bei Konstruktion, Auslegung<br />

und Ausführung von Rohrbündel-<br />

Wärmeübertragerapparaten ein störungsarmer<br />

Betrieb angestrebt wurde, gelingt es<br />

in der Praxis selten, die projektierte Leistung<br />

der Wärmeübertragung dauerhaft aufrecht<br />

zu halten. Eine Ursache dafür sind<br />

Verschmutzungen, Verkrustungen und Verschlüsse<br />

(Fouling) auf den Wärmeübertragungsflächen<br />

– insbesondere der Innenrohre.<br />

Eine technisch und wirtschaftlich<br />

optimale Anlagenführung ist damit nicht<br />

mehr möglich.<br />

Schnell reagieren<br />

Bei einem unvorhergesehenen Ausfall des<br />

Wärmeübertragers durch eine sich kurzfristig<br />

ergebende kritische Verschlechterung<br />

der Wärmeübertragung steht die<br />

schnelle Wiederverfügbarkeit im Vordergrund.<br />

Es wird deshalb zu oft auf die örtlich<br />

verfügbare Reinigungstechnik zurückgegriffen,<br />

auch wenn die verfügbare Reinigungstechnik<br />

gerade beim Vorliegen harter<br />

Verschmutzungen und Verschlüsse keine<br />

optimale Reinigung erlaubt.<br />

Ein österreichischer Hersteller bietet ein<br />

leistungsfähiges und wirtschaftlich einsetzbares<br />

Verfahren unter der Bezeichnung RTC<br />

(Rädler Tube Cleaning) an, mit dem mit<br />

hartem Material zugesetzte ge rade Rohre<br />

effizient, wirtschaftlich, material- und<br />

umweltschonend gereinigt werden können.<br />

Verbrauch von Ressourcen<br />

(alle Angaben annähernd)<br />

Spezifischer Verbrauch<br />

(elektr. kWh/Kraftstoff l/h)<br />

Kosten pro 100 Stunden<br />

(Dieselpreis)<br />

RTC-Anwendung mit<br />

12 bar Wasserdruck<br />

5 kWh entspricht<br />

ca. 0,5 l/h Diesel<br />

Hochdruckanwendungen<br />

mit 1 000 bar<br />

Wasserdruck<br />

Hochdruckanwendungen<br />

mit 3 000 bar<br />

Wasserdruck<br />

24 l/h Diesel 12,5 l/h Diesel<br />

ca. 73 Euro 3 024 Euro 1 575 Euro<br />

Spezifischer Wasserverbrauch 0,01 m 3 /min 0,25 m 3 /min 0,05 m 3 /min<br />

Wasserverbrauch in 100 h 60 m 3 1 500 m 3 300 m 3<br />

Kosten Wasserverbrauch in<br />

100 Stunden<br />

Kosten aus der Anwendung<br />

(ohne Abwasserbehandlung)<br />

Eigentlich „schrottreife“ Wärmeübertrager<br />

können so weiter genutzt werden.<br />

Das beim Vorliegen harter Krusten und<br />

Verschlüsse oft eingesetzte Hochdruckreinigungsverfahren<br />

ist mit beträchtlichem<br />

Zeitaufwand und großer persönlicher<br />

Belastung des Ausführenden verbunden.<br />

Das mobile RTC-Reinigungsgerät ist für den<br />

horizontalen oder vertikalen Reinigungseinsatz<br />

direkt am geöffneten Wärmeübertrager<br />

oder stationär am Waschplatz konzipiert.<br />

Blanke Rohrinnenflächen<br />

Das RTC-Reinigungsverfahren ist zwar ein<br />

Bohrverfahren, eine Beschädigung der<br />

Rohrinnenflächen ist aber ausgeschlossen,<br />

da der geführte Fräser einen geringeren<br />

Durchmesser als das Innenrohr hat. Die Führung<br />

gegenüber der Rohrinnenfläche erfolgt<br />

120 Euro 3 000 Euro 600 Euro<br />

193 Euro 6 024 Euro 2 063 Euro<br />

Reinigungsleistung sehr gut weniger gut gut<br />

Zeitaufwand gering hoch weniger hoch<br />

Autor: Dipl-Ing. Hans-Jürgen Kastner, Senior<br />

Consulting Engineer, Umwelt-Technik-Marketing,<br />

Brake, umwelt-technik-marketing@technik-b2b.com<br />

CO 2<br />

-Emission in 100 h aus dem<br />

Verbrauch von Diesel<br />

Vergleich der Reinigungsverfahren: RTC versus Hochdruck<br />

66 kg 6 336 kg 3 300 kg<br />

12 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Ingenieur (m/w/d)<br />

Oderstraße 51, 24539 Neumünster, Deutschland<br />

Mit Berufserfahrung<br />

durch einen Führungsring. Der Fräser ist so gestaltet, dass er das abgereinigte<br />

Material entgegen der Vortriebsrichtung bewegt. Aus dem Führungsring<br />

tritt seitlich Wasser aus. Dadurch bildet sich zwischen der Innenfläche<br />

des Innenrohres und dem Führungsring ein hydraulisches<br />

Polster aus. Das Wasser nimmt das ent fernte Material auf und schwemmt<br />

es entgegen der Vortriebsrichtung aus. Dabei wird die Rohrinnenfläche<br />

geglättet und es entsteht eine blanke Oberfläche.<br />

Durch die hohe Reinigungsqualität wird die erneute Verschmutzung<br />

erschwert und die Einsatzzeit verlängert sich bis zur nächsten<br />

notwendigen Reinigung.<br />

Vorteile für den Betreiber<br />

Bei einem Vergleich der für die Bewertung der Verfahren wesentlichen<br />

Parameter, er geben sich für den Betreiber beim Einsatz des RTC-Reinigungsverfahrens<br />

gegenüber den zurzeit bevorzugt eingesetzten Hochdruckverfahren<br />

bedeutende Vorteile, die eine Entscheidung für die verstärkte<br />

Anwendung dieses Verfahrens beim Vorliegen harter Krusten<br />

und Verschlüsse ergeben sollten.<br />

Der Vergleich wurde an typgleichen Wärme übertragern, die im vergleichbaren<br />

Verschmutzungszustand vorlagen, durchgeführt. Die in<br />

der Tabelle ausgewiesenen Kosten für die Ressourcen Diesel und<br />

Wasser sind unsicher, weil die zur Rechnung benutzten Preise, besonders<br />

beim Preis für Industriewasser, abhängig von der Menge und von<br />

den örtlichen Bedingungen stark abweichen können. Auch die Entsorgungskosten<br />

konnten deshalb nicht berücksichtigt werden. Der Vergleich<br />

kann also nur eine tendenzielle Aussage darstellen.<br />

Fazit: Das RTC-Verfahren hat aufgrund des geringeren Energie-,<br />

Wasser- und Zeitaufwands im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren<br />

nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern es sichert die<br />

Reinigungsqualität, senkt die Belastung des Betreibers und erhöht<br />

die Arbeitssicherheit. z<br />

Fotos: ACR<br />

Das mobile RTC-Reinigungsgerät<br />

im Einsatz am Waschplatz<br />

„Technische Lösungen sind keine Allround-<br />

Anwendungen, sie müssen wirtschaftlich<br />

und funktionell passen.“<br />

Die Markert Gruppe ist ein innovatives Technologieunternehmen<br />

mit mehr als 140 Mitarbeitern im In- und Ausland.<br />

Mit unseren Marken marsyntex ® und marsoflex ® sind wir<br />

einer der führenden Spezialanbieter von textiler Filtertechnik<br />

und Schlauchsystemen. Zu unseren Kunden gehören<br />

nationale und internationale Unternehmen aus der Chemie,<br />

dem Bergbau und der Metallurgie, der Pharma- und Lebensmittelindustrie<br />

sowie dem Maschinen- und Anlagenbau.<br />

Im Zuge des weiteren Wachstums suchen wir zum nächstmöglichen<br />

Zeitpunkt für die Filtertechnik einen<br />

Ingenieur <strong>Verfahrenstechnik</strong>/<br />

Chemietechnik (m/w/d)<br />

Ihre Aufgaben<br />

• Technische Analyse und Unterstützung des Vertriebs bei<br />

Reklamationen und Qualitätsfragen<br />

• Entwicklung sowie Optimierung von technischen Geweben<br />

gemäß Kundenanforderungen<br />

• Aufbau und Betreuung von Produkttest bei unseren<br />

Kunden vor Ort<br />

• Aufbau eines Wissen-Managements/einer Datenbank im<br />

vorhandenen CRM<br />

Ihre Qualifikationen<br />

• Erfolgreich abgeschlossenes Studium der <strong>Verfahrenstechnik</strong>/Chemietechnik/Maschinenbau<br />

• Berufserfahrungen innerhalb der Prozess-/<strong>Verfahrenstechnik</strong>/Chemietechnik,<br />

idealerweise im Bereich<br />

Mineral & Mining<br />

• Gute Englischkenntnisse und sicherer Umgang mit moderner<br />

EDV-Technik (MS Office, ERP-Systeme etc.)<br />

Ihre Perspektive<br />

Es erwarten Sie vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben<br />

in einem angenehmen Arbeitsumfeld. Wir bieten Ihnen<br />

flexible Arbeitszeiten, einen modernen Arbeitsplatz mit den<br />

entsprechenden technischen Arbeitsmitteln und fachliche<br />

Entwicklungsmöglichkeiten. Eine weitere Option ist die Aufnahme<br />

in den Führungskreis des Unternehmens. Eine leistungsgerechte<br />

Vergütung ist für uns ebenso selbstverständlich<br />

wie attraktive Sozialleistungen. Wenn Sie in einem<br />

erfolgreichen und wachsenden Unternehmen mitarbeiten<br />

möchten, senden Sie uns bitte Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen<br />

unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen<br />

und dem möglichen Eintrittstermin.<br />

Kontakt:<br />

Otto Markert & Sohn GmbH | Doreen Friese-Müller<br />

bewerbungen@markert.de | www.markert.de/karriere<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 13<br />

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Markert.indd 1 03.09.<strong>2019</strong> 11:54:15


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Runde Sache<br />

Coaten von Schüttgütern am Beispiel von Feststoffdünger<br />

01<br />

In den vergangenen Jahren gewinnt<br />

das Beschichten in speziellen Mischern<br />

als wirtschaftliches Verfahren immer<br />

mehr an Bedeutung. Es arbeitet nicht<br />

nur effizient, sondern auch sparsam,<br />

weil der Verbrauch an Polymeren<br />

bei der Düngerherstellung reduziert<br />

werden kann.<br />

Feststoffdünger werden zunehmend als<br />

Langzeitdünger angeboten. Mit einer<br />

einzigen Ausbringung des Düngers können<br />

Pflanzen über mehrere Monate versorgt<br />

werden, mit löslichen Düngern wäre eine<br />

mehrfache Düngerausbringung notwendig.<br />

Zugleich soll verhindert werden, dass die<br />

Düngerbestandteile ins Grundwasser ausgewaschen<br />

werden. Um dies zu erreichen,<br />

werden die Düngemittelkörner mit einer<br />

Schicht überzogen. Diese Schicht, die heute<br />

meist aus organischen Polymeren besteht,<br />

wird als Coating bezeichnet. Das Material ist<br />

unschädlich für Mensch und Umwelt und<br />

wird durch Bodenorganismen abgebaut.<br />

Weitere Gründe, Düngemittel zu coaten,<br />

können sein:<br />

n Verminderung der Wasseraufnahme an<br />

feuchter Luft<br />

n Anlagern von Mikronährstoffen/Spurenelementen<br />

an das Düngemittelkorn<br />

n Schutz von Gras gegen Verbrennen beim<br />

Kontakt mit Düngemittel und Feuchte<br />

n Aufbringen eines Farbstoffs – zur Kennzeichnung<br />

und Sortenunterscheidung<br />

Autor: Marcus Müller, Maschinenfabrik Gustav<br />

Eirich GmbH & Co. KG, Hardheim<br />

Beim Langzeitdünger muss die Coating-<br />

Schicht das gesamte Korn umschließen, da<br />

nur so die kontrolliert langsame Nährstoffabgabe<br />

gewährleistet ist. Der Bedarf an<br />

Düngemitteln ist groß, die zu behandelnden<br />

Mengen verlangen ein verhältnismäßig<br />

einfaches und kostengünstiges Verfahren<br />

der Beschichtung.<br />

Vielseitige Möglichkeiten<br />

Auch im Bereich Food und Pharma ist das<br />

Coating von Feststoffteilchen Standard.<br />

Hier kommt oft als Goldstandard die<br />

Wirbelschichttechnologie zum Einsatz.<br />

Mehrere Gründe sprechen gegen einen Einsatz<br />

bei Düngemitteln. Einer ist, dass das<br />

Verfahren aufwändig ist, für große Durchsätze<br />

nicht wirtschaftlich zu gestalten. Ein<br />

anderer Grund ist, dass die Korngröße von<br />

Düngemittelgranulaten oft die Nutzung<br />

dieser Technologie verbietet.<br />

Ein weiteres Verfahren in Food und Pharma<br />

basiert auf dem Einsatz von Einwellenaxialmischern<br />

bzw. Pflugscharmischern. Dabei<br />

kann es wegen der hohen mechanischen<br />

Krafteinwirkung der Mischelemente bei<br />

längeren Prozesszeiten – z. B. wenn eine<br />

Trocknung erforderlich ist – zu einer Beschädigung<br />

der Coatingschicht kommen,<br />

damit verliert der Langzeitdünger seine<br />

eigentliche Funktionalität.<br />

Außerdem können Partikel durch eine<br />

Trommel beschichtung behandelt werden.<br />

Damit werden z. B. bitter schmeckende<br />

Arzneimittel mit einer Zuckerschicht umhüllt.<br />

Die Gewichtszunahme ist hoch, sie<br />

kann mehr als 100 % betragen. Bei Düngemitteln<br />

ist dieses Verfahren deshalb nicht<br />

wirtschaftlich zu betreiben.<br />

In den vergangenen Jahren gewinnt Coaten<br />

im sogenannten Eirich-Mischer als<br />

wirtschaftliches Verfahren immer mehr an<br />

Bedeutung. Es arbeitet nicht nur effizient,<br />

sondern auch sparsam (weniger Verbrauch<br />

an Polymeren).<br />

Das Arbeitsprinzip<br />

Beim Eirich-Mischer wird das Mischgut<br />

durch einen drehenden Behälter transportiert<br />

und so dem Mischwerkzeug zugeführt.<br />

Daraus ergeben sich Vorteile: In<br />

Baugrößen von 1 bis 3 000 l braucht man<br />

nur ein einziges bewegtes Mischwerkzeug,<br />

Wirbler genannt. Dieser kann, je nach Aufgabenstellung,<br />

langsam bis schnell (bis<br />

> 30 m/s) laufen. Und es ist möglich, hohe<br />

Scherkräfte zu erzeugen und Flüssigkeiten<br />

schnell zu verteilen. Da das Wirblerwerkzeug<br />

nur noch mischen muss, kann es der<br />

jeweiligen Aufgabe angepasst werden. In<br />

der Folge können diese Mischer nicht nur<br />

mischen, sondern auch granulieren, coaten,<br />

kneten und dispergieren.<br />

Weitere Merkmale sind: während einer<br />

Umdrehung des Behälters ergibt sich eine<br />

vollständige Materialumwälzung; der Mischer<br />

mischt damit ohne Entmischen. Optimale<br />

Misch- und Dispergiereffekte werden<br />

ohne Messerköpfe erreicht. Verschiedene<br />

Konsistenzen sind in ein und demselben<br />

Mischer verarbeitbar. Das Scale-up ist einfach.<br />

Es werden Mischgüten erreicht, die<br />

meist anderen Systemen nicht zugänglich<br />

sind. Weil Flüssigkeiten besser verteilt werden,<br />

reichen beim Coaten geringere Mengen<br />

aus, Körner gleichmäßig zu umhüllen.<br />

Diese Mischer kommen in einer Vielzahl<br />

von Branchen zum Einsatz, wenn andere<br />

Aggregate ihre Grenzen erreichen, wenn<br />

hohe Produktqualitäten gefordert sind,<br />

oder wenn man damit wirtschaftlicher produzieren<br />

kann, z. B. indem man mehrere<br />

Prozessschritte (z. B. Mischen und Kneten)<br />

in einem einzigen Aggregat zusammenlegt.<br />

14 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

01 Das Mischgut wird durch einen<br />

drehenden Behälter transportiert und so<br />

dem Mischwerkzeug zugeführt<br />

02 Verzögerte Nährstoffabgabe beim<br />

Langzeitdünger<br />

Beispiel Feststoffdünger<br />

02<br />

Zur Herstellung der Granulate kommen<br />

zwei Verfahren zum Einsatz, die Aufbaugranulation<br />

sowie die Granulaterzeugung<br />

aus Filterkuchen oder Schlämmen unter<br />

Zu gabe von Trockenstoff. Durch Wahl der<br />

Maschinenparameter sind Korngrößen und<br />

Kornband innerhalb weiter Grenzen einstellbar.<br />

Die Granulate können ohne Umfüllen<br />

direkt im Granuliermischer beschichtet<br />

werden. Dabei zeigt sich als<br />

Vorteil, dass die Materialbewegung im<br />

Mischbehälter das Entstehen größerer<br />

Agglomerate weitgehend verhindert. Systembedingt<br />

braucht die Eirich-Technik<br />

keine schnell drehenden Messerköpfe, die<br />

gröbere Agglomerate zerteilen und dabei<br />

unerwünschten Feinanteil erzeugen.<br />

Zum Coaten wird auf das Granulat eine<br />

Flüssigkeit aufgegeben, die sich sehr schnell<br />

auf allen Oberflächen verteilt. Durch Zugabe<br />

eines Härters erfolgt die Aushärtung,<br />

die Strömungs- und Abrollvorgänge im<br />

Mischer verhindern dabei ein Zusammenbacken<br />

von Granulaten zu brombeerähnlichen<br />

Agglomeraten. Aneinanderklebende<br />

Partikel werden sanft getrennt. Sind mehrere<br />

Schichten gewünscht, wird wieder Flüssigkeit<br />

aufgegeben, dann wieder Härter. Es<br />

sind beliebig viele Schichten möglich, bei<br />

Bedarf mehr als zehn.<br />

Kundenuntersuchungen bestätigen, dass<br />

damit Schichtdicken bis zu neunmal<br />

dünner als bei anderen Verfahren erreicht<br />

werden, und dennoch die gewünschte<br />

verzögerte Nährstoffabgabe sichergestellt<br />

wird. Auch Zwischenschichten aus Pulvern<br />

sowie aus Natrium- oder Kaliumsilikat sind<br />

möglich; die Silikate werden thermisch<br />

oder über CO 2<br />

-Zugabe ausgehärtet. Die<br />

Prozesstemperaturen sind beliebig einstellbar,<br />

von Raumtemperatur bis zu 250 °C.<br />

Für Trocknungsprozesse bietet sich die<br />

Einleitung von Warmluft an.<br />

Fotos: Eirich, Fotolia (#265775360, maykal)<br />

www.eirich.com<br />

90 JAHRE<br />

VOGELSANG<br />

Gestern... heute... und an der Zukunft arbeiten wir.<br />

In diesem Jahr feiern wir unser 90. Firmenjubiläum. Als Erfinder der elastomerbeschichteten<br />

Drehkolbenpumpe nehmen wir seit Jahren eine Weltmarktstellung ein.<br />

Diese Position zu halten und in der Zukunft auszubauen, ist unser Ziel und Ansporn.<br />

Wir danken unseren Kunden und unseren Geschäftspartnern für ihr<br />

entgegengebrachtes Vertrauen.<br />

vogelsang.info


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Verblockung ausgeschlossen<br />

Biofeuchtreaktor optimiert Entschwefelung von Gas<br />

Ein wartungs- und kostenarmer<br />

Biofeuchtreaktor soll Schwefelwasserstoff<br />

nahezu vollständig in<br />

elementaren Schwefel umwandeln<br />

und dabei bis zu 90 Prozent<br />

weniger Wasser und 80 Prozent<br />

weniger Energie benötigen als eine<br />

herkömmliche Anlage.<br />

In Deponien, Biogas- oder Kläranlagen<br />

entstehen Gase, die bspw. für die Verstromung<br />

nutzbar gemacht werden. Allerdings<br />

besitzen die Gemische häufig einen<br />

hohen Anteil an Schwefelwasserstoff (H 2<br />

S),<br />

der – falls er nicht entsprechend abgetrennt<br />

wird – seine korrosive Wirkung entfaltet<br />

und Motorkomponenten angreift oder das<br />

dort eingesetzte Öl versauern lässt. Deshalb<br />

wird das Gas vor der Weiterverarbeitung<br />

einer biologischen Entschwefelung unterzogen,<br />

bei der sich Bakterien in einem<br />

Rieselbettreaktor auf Füllkörpern, die die<br />

Nährfläche bilden, ansiedeln und das Gas<br />

beim Durchströmen vom H 2<br />

S befreien.<br />

Jedoch führen falsche Auslegungsparameter<br />

oder eine unzureichende Sauerstoffzufuhr<br />

schnell zur Verblockung der Anlage.<br />

Der bei den Prozessen gebildete elementare<br />

Schwefel setzt sich in diesen Fällen auf die<br />

Füllkörper und verschließt sie immer weiter,<br />

bis ein Austausch notwendig wird.<br />

Spezielle Kunststoffstreifen<br />

Deshalb wurde jetzt der Biofeuchtbettreaktor<br />

Sulphpur entwickelt, der auf klassische<br />

Füllkörper verzichtet. Er nutzt stattdessen<br />

spezielle Kunststoffstreifen, die eine<br />

Verblockung ausschließen. Außerdem wird<br />

für die Entschwefelung mit 0,3 % ein Bruchteil<br />

der herkömmlichen Sauerstoffmenge<br />

benötigt. Der sonst hohe Wasserverbrauch,<br />

der durch die kontinuierliche Befeuchtung<br />

des Reaktors anfällt, kann um nahezu 90 %<br />

reduziert werden.<br />

„Verfügt die Anlage nicht über genügend<br />

Besiedlungsoberfläche, eine vollautomatische<br />

Reinigung im laufenden Betrieb oder<br />

schwankt die zugeführte Sauerstoffmenge,<br />

legt sich bereits nach einer Stunde eine<br />

feste Schicht Schwefel auf die Füllkörper,<br />

die nicht einfach abgespült werden kann“,<br />

erklärt Thomas Springer, Leiter Vertrieb der<br />

SH Sulphtec GmbH, die den Biofeuchtbettreaktor<br />

entwickelt hat. „Die notwendige<br />

Verblockung bei Entschwefelungsanlagen:<br />

Der bei den Prozessen gebildete elementare<br />

Schwefel setzt sich auf die Kunststofffüllkörper,<br />

verschließt diese immer weiter und<br />

macht schließlich einen Austausch notwendig<br />

Reinigung der Anlage und der Austausch<br />

der Füllkörper kosten schnell Summen im<br />

fünfstelligen Bereich.“<br />

Die Kombination aus reduzierten Betriebskosten,<br />

hochwertigen Materialien<br />

und effizienter Biologie sorgt letztendlich<br />

für die Beständigkeit und Langlebigkeit der<br />

Anlage, sodass sie auch bei hohen Volumenströmen<br />

dauerhaft die gewünschten<br />

Umwandlungsraten erreicht. Einmal aufgebaut,<br />

wird lediglich eine jährliche Inspektion<br />

empfohlen; der regelmäßige Austausch<br />

von Teilen oder des Füllmaterials entfällt.<br />

„Investitionssicherheit ist für uns ein ganz<br />

wichtiger Punkt“, erklärt Springer. „Die<br />

Sulphpur-Anlagen, aber auch unsere klassischen<br />

Biorieselbettreaktoren sind so ausgelegt,<br />

dass sie nicht verblocken, kaum Wartung<br />

benötigen und die Betriebskosten<br />

dauerhaft gering bleiben, ohne dass die<br />

Effizienz leidet.“<br />

Fotos: SH Sulphtec<br />

www.sulphtec.com<br />

16 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Manuelles Wiegezentrum verarbeitet<br />

Kleinstmengen<br />

Das bedienergeführte, manuelle Wiegezentrum ManDos ist<br />

sinnvoll, wenn Kleinstmengen gebraucht werden, die durch ihre<br />

Konsistenz oder durch ihren Produktionsbedarf nicht rentabel<br />

vollautomatisiert dosiert werden können. ManDos kann als<br />

Stand-alone-System eingesetzt werden, ist aber auch ausbaufähig<br />

zu einem umfassenden, vernetzten Chargen-Produktions-System<br />

mit Hostkopplung. Die konsequente Benutzerführung sichert<br />

dem Bediener maximale Unterstützung und minimiert<br />

Fehlchargen. Durch die Rohstoff-Identifikation mittels Barcode<br />

und die Dokumentation aller Arbeitsschritte und Wiegeergebnisse<br />

ist eine Chargenrückverfolgung jederzeit möglich. Das<br />

System verfügt über eine eigenständige Stammdatenverwaltung<br />

(Auftrags,- Rezeptur- und Artikel-, Lagerverwaltung). Die Anlage<br />

erfüllt alle Forderungen der EU-Verordnung 178/2002, ist validierfähig<br />

und kann auch in Ex-Umgebungen eingesetzt werden.<br />

ManDos ist ein modulares Baukastensystem, das die erforderlichen<br />

Baugruppen wie Waagen, Vorratsbehälter, Arbeitstische,<br />

Absaugsysteme, Barcode-Leser oder Etikettendrucker und die<br />

dafür erforderliche Softwarelösung<br />

miteinander kombiniert. Das<br />

System bietet ein einheitliches<br />

Bedienkonzept auf den verschiedensten<br />

Endgeräten. Dabei erfolgt<br />

die Benutzerführung über Icons<br />

und grafische Elemente.<br />

www.azo.com<br />

Filter statt Fouling<br />

Diese selbstreinigenden Automatikfilter sollen in der Filtration<br />

niedrig viskoser Flüssigkeiten durch hohe Reinheitsgrade und<br />

hohen Flüssigkeitsdurchsatz überzeugen und einen kontinuierlichen<br />

Filterbetrieb bei vollautomatischer Überwachung gewährleisten.<br />

Steigende Leistungsfähigkeiten moderner technischer<br />

Anlagen und wachsenden Anforderungen in Bezug auf Einbauraum,<br />

Standzeiten, Wartungsfreundlichkeit und Betriebskosten<br />

erfordern neue Filterkonstruktionen, da die meisten Ausfälle in<br />

Systemen auf Verschmutzung zurückzuführen sind. Die neue<br />

F451 Automatikfilterserie überzeugt durch eine deutlich kompaktere<br />

Konstruktion und die erstmalige Verwendung von Gehäusematerialien<br />

aus 1.4581, 1.4557 oder GGG 40. Durch intelligentes<br />

Design werden ca. 30 bis 40 % Einbauraum im Vergleich zu<br />

bauähnlichen Filtermodellen eingespart. Ein Leckage-Schutzsystem<br />

im Filterdeckel verhindert im Verschleißfall, dass Wasser<br />

in den Rückspülzylinder eintritt und diesen<br />

korrodiert. Der Verschmutzungsgrad kann über<br />

eine optische Anzeige am Differenzdruckschalter<br />

abgelesen werden. Filter der<br />

F451 Serie garantieren sicheren Schutz vor<br />

Verblockung und Fouling. Der Hersteller<br />

garantiert einen kontinuierlichen Filterbetrieb<br />

bereits ab einem Volumenstrom von 5 m³/h,<br />

einer Filterfeinheit von 20 µm und einem<br />

Betriebsdruck von mind. 0,7 bar. Die Filter<br />

können nach diversen Richtlinien wie Asme<br />

oder Atex ausgelegt werden.<br />

www.sab-bremen.de<br />

Prozessdampf für die Produktion<br />

Effizient. Langlebig. Zuverlässig.<br />

www.bosch-industrial.com<br />

Drei gute Gründe für Qualitäts-Kesselsysteme von Bosch:<br />

Niedrige Energiekosten als Wettbewerbsvorteil<br />

Module zur Effizienzsteigerung für Neu- und Bestandsanlagen<br />

Branchenspezifische Expertise und über 150 Jahre Erfahrung<br />

Besuchen Sie uns!<br />

BrauBeviale<br />

in Nürnberg<br />

vom 12.–14.11.<strong>2019</strong><br />

Halle 7, Stand 7-630<br />

17 VERFAHRENSTECHNIK 4/2018


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Granulate optimal dosieren<br />

Eine neue Dosiererlinie von Brabender Technologie kommt in<br />

zwei Versionen und vier Größen auf den Markt. Sie zeichnet sich<br />

laut Hersteller durch eine einfache Handhabung aus. Auf der<br />

Powtech stellte Brabender Technologie die neue DS-Reihe für<br />

Granulate vor. Sie richtet sich vor allem an Anwender, die ein oder<br />

mehrere Produkte im<br />

Dauerbetrieb oder im<br />

Wechsel dosieren möchten.<br />

Für beide Bedürfnisse steht<br />

eine optimierte Ausführung<br />

in vier Baugrößen bereit<br />

(10, 50, 100 und<br />

200 Literbehälter für<br />

Leistungsbereiche<br />

zwischen 5 und 150 dm 3 /h,<br />

15–750 dm 3 /h, 50–1 500 dm 3 /h und 100–3 000 dm 3 /h). Die Geräte<br />

sind mit einer Single-Schnecke und Trichterbehältern ausgestattet<br />

und so für Granulate geeignet.<br />

Die Gerätetypen unterscheiden sich vor allem im Handling von<br />

Motor und Schnecke. Während bei der Standardvariante (S)<br />

Motor und Schnecke verbunden bleiben und nur zusammen nach<br />

hinten herausgezogen werden können, erfolgt bei der erweiterten<br />

Variante (E) eine Trennung von Motor und Schnecke. Damit<br />

eignet sich die Standardvariante eher für den Dauerbetrieb mit<br />

einem Produkt, während mit der erweiterten Version häufige<br />

Produktwechsel mit höherem Reinigungsaufwand leicht zu<br />

handhaben sind.<br />

www.brabender-technologie.com<br />

Hohe Mischgüten durch das richtige<br />

Mischsystem<br />

Eine Kernkompetenz der Liebherr-Mischtechnik sind Lösungen<br />

für Aufgaben, bei denen die feste Phasen den Hauptanteil einer<br />

Rezeptur bilden. Dabei ermöglichen die Systeme hohe<br />

Mischgüten sowohl für das distributive Mischen schwierig zu<br />

vermischender Komponenten als auch für das dispersive Mischen<br />

mit intensivem Materialaufschluss. Für Aufgabenstellungen mit<br />

Schwerpunkt dispersivem Mischen (Feinaufschluss und Fein -<br />

verteilung), eignet sich der Ringtellermischer mit integriertem<br />

Wirblersystem. Bei diesem Mischsystem haben die in einem<br />

Ringtrog umlaufenden Mischschaufeln die Aufgaben einer<br />

Grobvermischung, des<br />

Materialtransportes und des<br />

Entleerens. Weiterhin<br />

rotieren auf einer Umlaufbahn<br />

innerhalb des Ringtrogs<br />

ein bis zwei Wirblersysteme.<br />

Der Doppelwellenmischer hat<br />

seinen Schwerpunkt im distributiven<br />

Mischen, das bedeutet<br />

in der gleichmäßigen<br />

Verteilung schwierig zu vermischender<br />

Komponenten. Dabei wird er hohen Ansprüchen bezüglich<br />

der statistischen Mischgüte gerecht. Dies wird erreicht durch<br />

eine asymmetrische spiralförmige Anordnung der Mischwerkzeuge<br />

auf den beiden Mischwellen. Durch die Bewegungskombination<br />

ergibt sich ein echter dreidimensionaler Prozess und damit eine<br />

hohe statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein beliebiges Teilchen<br />

zu jeder beliebigen Position im Mischtrog bewegt wird.<br />

www.liebherr.com<br />

Dampfbetriebene Lufterhitzer<br />

Strömungsoptimierte elliptische Rippenrohre als dampfbetriebene<br />

Lufterhitzer – wahlweise auch bestehend aus Rundrippenrohren<br />

– werden zur<br />

Erwärmung der Prozessluft<br />

eingesetzt. Die in der Hauben-<br />

Abluft enthaltene Energie<br />

wird im Abluftstrom über<br />

Luft/Luft- bzw. Luft/Wasser-<br />

Edelstahl-Economizer<br />

zurückgewonnen und dem<br />

Produktionsprozess direkt,<br />

u. a. für die Siebwassererwärmung,<br />

wieder zugeführt. Damit tragen die Wärmeübertrager von<br />

Kelvion laut Hersteller in hohem Maße zur Energieeffizienz und<br />

Nachhaltigkeit im Produktionsprozess bei.<br />

www.kelvion.com<br />

Saubere Luft – innen und außen<br />

Die aktualisierte Air Filtration Website von Mann+Hummel Life<br />

Sciences & Environment zeigt Lösungen für saubere Luft in<br />

Innenräumen und für<br />

saubere Außenluft. Dabei<br />

werden die Segmente<br />

HVAC, Cleanroom,<br />

Indus trial, Power Generation<br />

und Operating Theatre<br />

abgedeckt.<br />

Modulares Dosiererkonzept<br />

Die Dosiererfamilie Feedos von Gericke eignet sich für hygienische<br />

und einfache Anwendungen in der Chemie-, Lebensmittelund<br />

Pharmaindustrie. Neben den volumetrischen Versionen<br />

gehören nun auch gravimetrische Dosierer für noch höhere<br />

Genauigkeit zum Standardprogramm. Das modulare Konzept<br />

weist minimale Totbereiche auf, mit guter Zugänglichkeit für<br />

Reinigung und Wartung. Mit Easyclean können selbst höchste<br />

Anforderungen in hygienischen Anwendungen oder häufige<br />

Produktwechsel erfüllt werden.<br />

Die aufklappbare Behälterform<br />

ermöglicht einen noch<br />

besseren Zugang zur Dosiermulde<br />

und zum Auflockerer.<br />

Das Design wurde laut<br />

Hersteller rasch vom Markt<br />

akzeptiert und wird bereits in<br />

verschiedenen anspruchsvollen<br />

Anwendungen wie<br />

Säuglingsnahrung, Back -<br />

zutaten, pharmazeutischen<br />

Formulierungen und für die Batterieproduktion eingesetzt. Für<br />

eine höhere Dosiergenauigkeit können die Vorteile der Feedos-<br />

Palette auch mit verschiedenen Gericke Wägesystemen<br />

kombiniert werden. Die Easydos Pro Steuerung kommt bei<br />

Plattform- und Hängewiegevorrichtungen zum Einsatz und<br />

ermöglicht eine hohe Wiegegenauigkeit.<br />

www.gerickegroup.com<br />

www.mann-hummel.com<br />

18 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


®<br />

Schneller Dampf auf engem Raum<br />

Die Leistung eines Clayton Schnelldampferzeugers vom Typ Steam<br />

Master lässt sich laut Hersteller innerhalb von 5 min nach dem<br />

Kaltstart abrufen, während Großwasserraumkessel zur Herstellung<br />

des erforderlichen Dampfdrucks zwischen 60 bis 90 min benötigen<br />

können. Gerade im Falle einer Betriebsunterbrechung oder bei<br />

diskontinuierlichen Abnahmemengen haben Schnelldampferzeuger<br />

die Nase vorn.<br />

Vor Kurzem wurde die Steam Master Serie um drei neue Modelle<br />

erweitert. Damit stehen jetzt insgesamt sechs unterschiedliche<br />

Einheiten zur Dampfproduktion innerhalb einer Spanne von 60 bis<br />

1 956 kg/h zur Verfügung. Clayton hat sich bei den neuen Modellen<br />

CSM75, CSM100 und CSM125 auf die Einhaltung spezifischer<br />

Größen in vertikaler Bauform konzentriert: Ohne Wasseraufbereitungspaket liegen die Maße der<br />

neuen Modelle bei max. 2 100 × 1 600 × 2 497 mm (L × B × H), was vor allem der Unterbringung in<br />

besonders beengten Produktionsräumlichkeiten entgegenkommt.<br />

www.clayton-deutschland.de<br />

Fallfilmverdampfer konzentriert Kontrastmittel<br />

Das italienische Unternehmen Bracco in Torviscosa, Provinz Udine, hat Gea mit der Lieferung eines<br />

Fallfilmverdampfers beauftragt. Diese Anlage ist ein entscheidender Baustein für die Konzentrierung<br />

der Flüssigkeiten und Lösungen im Herstellungsprozess von medizinischen Kontrastmitteln. Die<br />

Anlage konzentriert eine Lösung von 10 % auf 23–25 % Trockensubstanz bei einer Verdampfleistung<br />

von ca. 3 000 kg/h. Durch den Einsatz eines mechanischen Verdichters zur Wärmerückgewinnung<br />

arbeitet die Anlage höchst energieeffizient.<br />

Die zu konzentrierende Flüssigkeit wird über ein spezielles Verteilersystem oben auf die Heizrohre<br />

aufgegeben und läuft als dünner Film an den Innenwänden nach unten. Durch die äußere Beheizung<br />

der Rohre beginnt der Flüssigkeitsfilm zu sieden und verdampft dabei<br />

teilweise. Die zunächst durch die Schwerkraft erzeugte Abwärtsbewegung<br />

wird zunehmend durch die Schubwirkung der entstehenden Brüden, die<br />

ebenfalls nach unten strömen, unterstützt.<br />

Im Heizkörperunterteil und dem nachgeschalteten Zentrifugalabscheider<br />

werden Restflüssigkeit und Brüden voneinander getrennt. Für die Funktion<br />

des Fallstromverdampfers ist entscheidend, dass die gesamte Heizfläche<br />

insbesondere auch im unteren Bereich gleichmäßig und ausreichend mit<br />

Flüssigkeit benetzt ist. Ist dies nicht der Fall, bilden sich trockene Stellen<br />

und dadurch starke Verkrustungen.<br />

Innovationen rund ums<br />

Heizen und Beheizen<br />

Flexible<br />

elektrische<br />

Heiztechnik<br />

• Heizschläuche<br />

• Rohrbegleitheizungen<br />

• Behälter- / Fassheizungen<br />

• Heizplatten<br />

• Heiztische<br />

• Sonderlösungen<br />

www.gea.com<br />

Entwesung und Veredelung<br />

Bei der Verarbeitung von Getreideprodukten ist im ersten Schritt die Entwesung wichtig, um<br />

Keimfreiheit und Haltbarkeit zu garantieren und im zweiten Schritt die Veredelung zu einem<br />

hochwertigen, gesunden und unverwechselbaren Nahrungsmittel. Das FoodSafety-IRD (Infrarot-<br />

Drehrohr) kann für beide Schritte eingesetzt werden und arbeitet dabei nicht nur kontinuierlich,<br />

sondern auch sehr platzsparend und kosteneffizient. Während<br />

das Getreide in dem rohrförmigen Aggregat konstant<br />

durchmischt wird, sorgt IR-Licht für das Abtöten etwaiger<br />

Schädlinge, was einen sicheren Vorratsschutz gewährleistet.<br />

Vor der weiteren Verarbeitung kann mit dem FS-IRD eine<br />

log-5-Keimreduktion, bspw. in Bezug auf Salmonellen, erfolgen,<br />

sodass das Getreide nach der Behandlung die erforderlichen<br />

Grenzwerte unterschreitet. Die Behandlungszeit liegt im<br />

Minutenbereich und ist individuell anpassbar.<br />

Es übernimmt auch die Trocknung von nassem Aufgabegut. Selbst eine Produkteingangsfeuchte von<br />

bis zu 20 % bringt das FoodSafety-IRD innerhalb von Minuten auf eine Endfeuchte von unter 1 %.<br />

Im umgekehrten Fall lässt sich durch eine leichte Erwärmung von bspw. Hafer oder Buchweizen bei<br />

gleichzeitiger Eindüsung von Wasser, der Feuchtegehalt auf 20 % anreichern.<br />

www.kreyenborg.com<br />

Hillesheim GmbH<br />

Am Haltepunkt 12<br />

D-68753 Waghäusel<br />

Tel.: 0 72 54 / 92 56-0<br />

E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de<br />

www.hillesheim-gmbh.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Gut strukturiert<br />

Raue Innenoberflächen für die Fördertechnik<br />

Für die Zuverlässigkeit einer Förderanlage ist der schonende<br />

Transport des Schüttgutes – ohne Abrieb und Zerkleinerung – von<br />

entscheidender Bedeutung.<br />

Auf kilometerlangen Wegen von der Verladestation bis zur<br />

Weiterverarbeitungsanlage werden Kunststoff-Granulate durch<br />

Leitungen aus Edelstahl und Leichtmetall befördert. Bei der Berührung<br />

mit der glatten Rohrwand können Reibungsdruck und erhöhte<br />

Temperaturen zu einer Teilplastifizierung der Granulatkörner<br />

führen. Es kommt zu einer Film- und nachfolgend zur<br />

Fadenbildung in den Rohren und Rohrbogen. Materialverluste und<br />

Verunreinigungen bis zur kompletten Verstopfung der Rohrleitungen<br />

sind die Folge. Ziel ist es daher, die Entstehung von sogenanntem<br />

„Sauerkraut“ oder „Engelshaar“, englisch Streamer, zu vermeiden.<br />

Denn durch gezielte Aufrauung der Oberfläche kann dieser<br />

Prozess verhindert werden.<br />

Damit ein Fördersystem effizient und damit<br />

kostengünstig betrieben werden kann, ist der<br />

produktschonende Transport mit vertretbarem<br />

Druckverlust von zentraler Bedeutung. So kommen<br />

auch mehr verkaufsfähige Granulate und weniger<br />

Staub an der Verladestation an.<br />

Erste pneumatische Förderanlagen wurden kurz vor der Jahrhundertwende<br />

des 19. Jahrhunderts zur Entladung von Getreide<br />

aus Überseeschiffen eingesetzt. Diese Anlagen wurden mit einer<br />

Saugförderung betrieben. Heute werden pneumatische Förderanlagen<br />

in vielen Bereichen der Industrie für den Transport von<br />

Schüttgütern jeglicher Art eingesetzt. Die Liste der zu fördernden<br />

Güter reicht von staubförmigen oder großkörnigen Feststoffen bis<br />

hin zu kompletten kleinen Formteilen.<br />

Nach dem Förderprinzip teilt man ein in Flugförderung<br />

(Dünnstromförderung) und Schubförderung (Dichtstrom- oder<br />

Pfropfenförderung). Mit den verschiedenen Förderprinzipien und<br />

Fördermedien haben sich im Laufe der Jahre durch Versuche und<br />

Berechnungen auch die Anforderungen an das Rohrleitungssystem<br />

geändert. Vom schnellen Schüttguttransport bei der Schiffsentladung<br />

bis zur schonenden Zulieferleitung einer Kaffeerösterei werden<br />

Förderrohre in sehr unterschiedlichen Bereichen verwendet,<br />

um das Transportgut effizient und sicher zu befördern.<br />

Autorin: Andrea Kiel, Leiterin Marketing,<br />

H. Butting GmbH & Co. KG, Knesebeck<br />

Strukturierte Oberflächen<br />

Butting hat sich dieser Aufgabe gestellt und bereits in den 1980er-<br />

Jahren spezielle Rohre, Bogen und Rohrverbindungen entwickelt.<br />

Eine entsprechende Behandlung der Innenoberfläche wirkt dabei<br />

der Bildung von Verunreinigungen entgegen.<br />

Die Produktionsverfahren geben der Innenoberfläche eine raue<br />

Struktur, die eine Filmbildung durch das Fördergut verhindert.<br />

Grenzschichtturbulenzen führen zudem zu einer verminderten Berührung<br />

von Fördergut und Rohr. Damit erfolgt die Förderung für<br />

das Transportgut schonend, während das Rohr durch deutlich geringere<br />

Abnutzung dauerhafter einzusetzen ist.<br />

In Abhängigkeit von der Beschaffenheit und Menge des Fördergutes,<br />

der Förderart und der Fördergeschwindigkeit sind unterschiedliche<br />

Oberflächenzustände erforderlich. Dabei haben die<br />

Kunden die Möglichkeit, verschiedene Oberflächenzustände und<br />

Rautiefen zu wählen.<br />

Verschleiß reduzieren<br />

In der Vergangenheit wurden die Rohre und Bogen im einfachsten<br />

Fall kugelgestrahlt, um die Oberfläche aufzurauen. Diese Oberfläche<br />

zerkleinert jedoch (zu viel) verkaufsfähiges Granulat zu<br />

Staub. Außerdem ist die aufgeraute Oberfläche relativ schnell abgetragen<br />

(abrasiver Verschleiß), da es sich um relativ kleine<br />

„Spitzen“ handelt.<br />

Hochwertiger, weil produktschonender, wurde eine Textur in die<br />

Rohroberfläche geprägt: das sogenannte Raumatik-Rohr. Unterschiedliche<br />

Texturen konnten hergestellt werden. Nachteil dieser<br />

Texturen auf der Oberfläche war häufig ein zu großer Druckverlust<br />

im Rohrleitungssystem. Bei Neuanlagen konnte dies berücksichtigt<br />

werden; beim Austausch von bestehenden Rohrleitungssystemen<br />

mit glatten Oberflächen schied diese Variante jedoch häufig aus, da<br />

die Leistung des Gesamtsystems nicht ausreichend bemessen war.<br />

Die neue Textur – Raumatik easy groove – besteht aus rechteckigen<br />

Vertiefungen in Längsrichtung des Rohrleitungssystems, also in<br />

20 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Zwei Fragen an …<br />

Markus Hahn,<br />

Geschäftsführer<br />

von Butting Canada<br />

Staubentwicklung bei Polypropylen in unterschiedlich<br />

strukturierten Rohren<br />

der Strömungsrichtung der Luft und des Granulats. Versuche haben<br />

gezeigt, dass damit der Druckverlust im Rohrleitungssystem besser<br />

ist als bei den alten Texturen, und sogar noch besser als bei den<br />

kugelgestrahlten Oberflächen. Damit kann das Fördersystem energieeffizienter<br />

und kostengünstiger betrieben werden. Außerdem kommen<br />

mehr verkaufsfähige Granulate und weniger Staub an der Verladestation<br />

an. Und vor allem muss die Anlage deutlich weniger wegen<br />

Störungen (Verstopfungen) abgeschaltet und gereinigt werden.<br />

Bogen nach Maß<br />

Besonders wichtig in der pneumatischen Fördertechnik ist, dass die<br />

eingesetzten Rohrbogen große Radien besitzen. Diese mindern den<br />

Aufprall von Granulaten am Bogenrücken und beugen einer Beschädigung<br />

des Fördergutes, aber auch der Rohrwandungen vor.<br />

Die Förderung wird so sicherer und zugleich sauberer.<br />

Zusätzlich wird durch schlanke Bogen die transportbedingte<br />

Entmischung von tragender Luft und Fördergut reduziert. Der<br />

gleichmäßige Transport verhindert Pfropfenbildung und daraus<br />

resultierende Druckverluste.<br />

Unter Berücksichtigung der genannten Mindestbiegeradien können<br />

Bogen in jedem Radius und mit allen gewünschten Gradzahlen<br />

geformt werden. Üblich sind Bogenradien vom 5- bis 10-Fachen des<br />

Rohrdurchmessers. Definierte einseitige oder beidseitige gerade<br />

Schenkelverlängerungen können bei der Produktion bis zu einer<br />

Rohrnutzlänge von ca. 5 800 mm berücksichtigt werden.<br />

Butting bietet auch für Rohrbogen Ausführungen von der glatten<br />

bis zur speziell aufgerauten Innenoberfläche. Die Fertigung von Bogen<br />

ab DN100 erfolgt durch ein spezielles Walzverfahren. Herstellungsbedingt<br />

ist bei diesem Fertigungsverfahren im Bogenrücken<br />

gegenüber dem Ausgangsrohr eine Wanddickenverschwächung<br />

von 15 bis 30 % zu berücksichtigen. Die neutrale Phase des Bogens<br />

liegt im Innenradius. Nach außen hin wird das Material verdichtend<br />

gestreckt und verfestigt. Bei Flüssigkeitsförderung kann wegen<br />

Sie kennen den Markt der Fördertechnik. Was sind aus Ihrer<br />

Sicht die aktuellen Herausforderungen in dieser Branche?<br />

Ich treffe regelmäßig Produktions- und Instandhaltungsleiter<br />

in Unternehmen der Fördertechnik, die über Verstopfungen<br />

der Förderleitungen durch Engelshaar klagen. Zudem müssen<br />

kugelgestrahlte Rohre nach einer gewissen Einsatzzeit aufgrund<br />

von Abnutzung um 90° gedreht werden. Das bedeutet<br />

Stillstand der Anlage und somit Produktionsausfall.<br />

Was empfehlen Sie in diesen Fällen?<br />

Ich biete den Kunden unsere bewährten Raumatik-Produkte an.<br />

Die Gesamtqualität des Rohrleitungssystems kann durch diese<br />

spezielle Ausführung der Innenoberflächen unterstützt werden.<br />

Menge und Beschaffenheit des Granulats sowie Art und<br />

Geschwindigkeit des Transports erfordern individuelle Rautiefen.<br />

Um Reinheit und Unversehrtheit des Transportgutes zu<br />

gewährleisten, haben sich die unterschiedlichen Oberflächen<br />

bewährt. Ein Instandhaltungsleiter eines Kunden sagte einmal,<br />

es sei nach dem Umbau auf Raumatik-Rohrleitungen ein Unterschied<br />

wie Tag und Nacht gewesen. Er hatte vorher täglich<br />

mehrere Stunden Stillstand in seiner Anlage wegen Verstopfung<br />

an der Verladestation der fertigen Kunststoffgranulate.<br />

der Gefahr von Spannungsrisskorrosion eine Wärmebehandlung<br />

notwendig sein. Diese erübrigt sich jedoch bei pneumatischer Förderung.<br />

Im Gegenteil: Einer Abrasion der Innenoberfläche wird<br />

durch die aufgehärtete Bogenwandung entgegengewirkt.<br />

Fotos: Butting, Zeppelin<br />

www.butting.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 21


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

01<br />

Sicher absperren<br />

Spezialkugelhähne für extreme Prozessbedingungen<br />

Steigende Anforderungen an die Betriebssicherheit, insbesondere bei<br />

aggressiven Medien und anspruchsvollen Prozessbedingungen, erfordern<br />

speziell angefertigte Absperrungen. Ausgelegt auf einen langlebigen<br />

Einsatz und reduzierte Betriebskosten sind Sonderkugelhähne bereits<br />

standardmäßig mit sicherheitsgerichteten Funktionen und<br />

Konstruktionsmerkmalen ausgestattet.<br />

Insbesondere im Hochleistungsbereich<br />

haben sich Kugelhähne als besonders zuverlässig<br />

und wartungsarm erwiesen, da<br />

sie im Vergleich zu klassischen Absperrklappen<br />

und Ventilen verschiedene Vorteile<br />

bieten. So treten durch den vollen Durchgang<br />

bspw. keine nennenswerten Turbulenzen<br />

im Medium auf, wodurch Druckverluste<br />

in der Leitung minimiert werden.<br />

Gegenüber Küken hähnen weisen sie zudem<br />

geringere Drehmomente auf.<br />

Überall dort, wo die Anforderungen<br />

an die Absperrung über den „Standard“<br />

hinausgehen, kommen kundenindividuell<br />

angefertigte Spezialkugelhähne, bspw. von<br />

Hartmann Valves, ins Spiel. Dies betrifft<br />

Anwendungen mit Drücken bis 690 bar,<br />

Temperaturen von –200 bis über +550 °C<br />

und Schalthäufigkeiten von bis zu<br />

200 000 Schaltungen pro Jahr. Darüber<br />

hinaus werden spezielle Schnellschluss­<br />

Armaturen, Reaktor-/Austragshähne, Mehrwege-Kugelhähne<br />

oder Armaturen in Blockbauweise<br />

entwickelt und gefertigt. Auch für<br />

Feststoffeinsätze mit abrasiven und/oder<br />

korrosiven Medien, wie bei der Kohlevergasung<br />

oder PE/PP-Herstellung, sind entsprechende<br />

Spezialkugelhähne im Einsatz.<br />

Kugelhähne mit rein metallischer Abdichtung<br />

zwischen Kugel und Sitzring sind zudem<br />

widerstandsfähiger und damit langlebiger<br />

als weichdichtende Systeme. Auch<br />

bei dem Medium Gas, hohen Drücken und<br />

extrem häufiger Betätigung erfüllen sie eine<br />

Leckrate A. Entscheidend sind außerdem<br />

diee Materialauswahl und -kombination<br />

sowie Oberflächenbehandlungen und Sonderbeschichtungen,<br />

bspw. gegen Korrosion.<br />

Wasserstoff und Sauerstoff<br />

Die Medien reiner Wasser- oder Sauerstoff<br />

stellen besondere Anforderungen an Absperrarmaturen.<br />

Hartmann Wasserstoffkugelhähne<br />

sind bspw. in Power-to-Gas-<br />

Anlagen im Einsatz. Mittels Elektrolyse wird<br />

dabei aus Strom und Wasser bis zu 360 Nm 3 /h<br />

Wasserstoff hergestellt, der in das Erdgasnetz<br />

eingespeist wird. Eine zusätzliche Anforderung<br />

war dabei die Wartungsarmut<br />

der Absperrarmaturen.<br />

Auch für eine Life-Sciences-Anwendung<br />

wurde ein wasserstofftauglicher Kugelhahn<br />

entwickelt, der die hohen Reinheitsanforderungen<br />

der FDA erfüllt. Im Rahmen der<br />

Herstellung eines speziellen Lösungsmediums<br />

konnten weichdichtende Absperrungen<br />

bei dem Kontakt mit Feststoffen keine<br />

Wasserstoffdichtheit mehr gewährleisten.<br />

Der neu entwickelte Hartmann Kugelhahn<br />

verfügt über ein rein metallisches Dichtsystem,<br />

das eine Leckrate von A erfüllt.<br />

In der Petrochemie wurden Spezialkugelhähne<br />

für eine besonders anspruchsvolle<br />

Autor: Dipl.-Ing. Peter Wegjan, Sales Manager<br />

Sonderkugelhähne, Hartmann Valves GmbH,<br />

Burgdorf-Ehlershausen<br />

22 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Kombination aus reinem Sauerstoff, Dampf und<br />

Temperaturen bis 400 °C entwickelt. Sie sind aus<br />

Inconel 625 (Vollmaterial) gefertigt und verfügen<br />

über spezielle Sicherheitsfunktionen und Konstruktionsmerkmale.<br />

Die Eiga- und BAM-konformen,<br />

Ex-Zone-2-zugelassenen Armaturen sind mit<br />

zwei Barrieren (Sitzringen) ausgestattet. Aufgrund<br />

des eingeschränkten Platzangebots ist die Hauptarmatur<br />

extrem kompakt konstruiert und einseitig<br />

mit einem integrierten Flansch ausgeführt.<br />

Gasdichte Ethylen-Kugelhähne<br />

Spezielle Armaturen erfordern auch das<br />

Medium Ethlyen, das als wichtiger Grundstoff<br />

für die chemische Industrie u. a. zur Herstellung<br />

von Polyethylen, Ethylenoxid oder Styrol verwendet<br />

wird. Die Förderung von Ethylen findet<br />

häufig bei hohen Drücken statt. Die in verschiedenen<br />

An lagen weltweit eingesetzten Hartmann<br />

Kugelhähne verfügen über ein rein metallisches<br />

Dichtsystem und enthalten geeignete qualitativ<br />

hochwertige Beschichtungen. Die spezielle Bearbeitung<br />

der beschichteten Teile stellt sicher,<br />

dass die Armaturen auch bei hohen Ethylendrücken<br />

von 210 bar gasdicht sind. In einigen<br />

Anlagen liegt das Ethylen bei –110 °C vor. Hier<br />

kommen entsprechend tieftemperaturgeeignete<br />

Werkstoffe zum Einsatz. Um die Abdichtung<br />

über die Schaltwelle zu gewährleisten, ist dann<br />

zusätzlich eine Spindelverlängerung integriert,<br />

sodass die eigentliche Abdichtung aus dem „kalten<br />

Bereich“ herausgezogen wird.<br />

Aufgrund der hohen Entzündbarkeit von Ethylen<br />

werden die Hartmann Kugelhähne als Fire<br />

Safe geprüfte Armaturen geliefert, außerdem ist<br />

eine Anti-Statik-Ableitung innerhalb der Armatur<br />

zu gewährleisten, die bei allen Hartmann<br />

Armaturen bereits im Standard vorhanden ist.<br />

Kompakt und sicher<br />

Spezialkugel hähne in integrierter Bauweise bieten<br />

eine sichere, platzsparende und wirtschaftliche<br />

Alternative als Ersatz für die Verschaltung mehrerer<br />

Einzelarmaturen. Durch die Zusammenführung<br />

von mehreren Bauteilen oder Funktionen in<br />

einem Gehäuse lassen sich nicht nur Maße und<br />

Gewicht reduzieren, sondern das Einsparen von<br />

Flanschverbindungen sorgt auch für zusätzliche<br />

Sicherheit durch die Minimierung von Leckage-<br />

Möglichkeiten zur Umgebung.<br />

Mit einem 3- oder 4-Wege-Kugelhahn kann<br />

man flexibel zwischen Leitungen schalten oder<br />

einzelne Leitungen für Wartungszwecke absperren.<br />

Ein Anwendungsbeispiel für die Verschaltung<br />

von Mehrwege-Kugelhähnen ist das<br />

Redundantschalten von Sicherheitsventilen<br />

oder Filtern mittels einer Kombination von<br />

Mehrwegekugelhähnen.<br />

Auch bei Blockbauweisen sind die Kombinationsmöglichkeiten<br />

vielfältig und reichen von<br />

klassischen Twin Ball Valves, einem doppelten<br />

Kugelhahn in Länge einer Standardarmatur, bis hin<br />

zum Solidblock-Design, einer Integralbauweise, die<br />

sich auch bei Bohrlochkopf-Komponenten in der<br />

Öl- und Gasindustrie sowie der tiefen Geothermie<br />

bereits als erfolgreich bewährt hat.<br />

Maßgeschneiderter Ersatz<br />

02<br />

01 FDA-konformer Wasserstoffkugelhahn<br />

mit rein metallischer Abdichtung<br />

02 Metallisch dichtender Ethylen-Kugelhahn<br />

mit integrierter Spindelverlängerung der<br />

Schaltwelle für Tieftemperatureinsatz<br />

Auch der Ersatz von bestehenden Armaturen<br />

bringt oftmals besondere Herausforderungen<br />

mit sich. Auf der einen Seite sind meist begrenzte<br />

Platzverhältnisse oder ähnliche Vorgaben einzuhalten,<br />

auf der anderen Seite aber erhöhte<br />

Sicherheits anforderungen zu realisieren.<br />

Maßgeschneiderte Qualitätsarmaturen können<br />

eine passende Lösung bieten. So sind bspw.<br />

in dem bayerischen Speicherbetrieb Wolfersberg<br />

seit Jahrzehnten metallisch dichtende Kugelhähne<br />

von Hartmann Valves im Einsatz. Bei besonders<br />

hohen Prozessanforderungen an die Sicherheit<br />

kommen Twin Ball Valves (TBV) als doppelte Leitungsabsperrung<br />

zum Einsatz. Eine besonders<br />

kompakte TBV-Lösung entstand, als die Erneuerung<br />

einer alten Sperrstrecke aus einem eingeschweißten<br />

und einem geflanschten Kugelhahn<br />

an der Haupteinpressleitung anstand. Daher entwickelte<br />

Hartmann Valves eine TBV-Variante in<br />

der gleichen Baulänge der zuvor eingesetzten<br />

Standardarmatur. Auf diese Weise konnten die<br />

alten Sperr strecken problemlos und ohne<br />

Anlagen stillstand erneuert werden.<br />

Fotos: Hartmann Valves<br />

www.hartmann-valves.com


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Unter Hochdruck<br />

Freilaufrückschlagventile sichern die Pumpen<br />

im Kraftwerk „Hermann Wenzel“<br />

Hütte AG zu decken. Heute stellt es gemeinsam<br />

mit dem Heizkraftwerk Hamborn die<br />

Versorgung der Thyssenkrupp-Werke in<br />

Duisburg sicher.<br />

Im Kraftwerk „Hermann Wenzel“ werden<br />

zur Energieerzeugung Koppelgase aus der<br />

Roheisenerzeugung sowie Kokereigas aus<br />

der nahegelegenen Kokerei Schwelgern<br />

verbrannt. Im Gegenzug versorgt das Kraftwerk<br />

Hütte und Kokerei mit Strom und Prozessdampf.<br />

Elektrische Überschüsse werden<br />

in das öffentliche Netz eingespeist. Das<br />

Kraftwerk verfügt über eine Leistung von<br />

insgesamt 344 MW.<br />

Mit einer neuen Pumpenschutzarmatur<br />

verhindert ein Kraftwerksbetreiber<br />

Schäden an seinen<br />

Kreiselpumpen: Sobald der Haupt-<br />

förderstrom einen vorbestimmten<br />

Wert unterschreitet, öffnet das<br />

Ventil seinen Bypass und führt die<br />

Mindestmenge sicher ab, insbesondere<br />

wenn die Förderung in Hauptstromrichtung<br />

auf null zurück geht.<br />

Autorin: Anne Dörseln, Fachjournalistin,<br />

PR-Atelier, Engelskirchen<br />

Generalüberholungen von Industrieanlagen<br />

sind komplexe Projekte. Selten<br />

geht es dabei um den einfachen 1:1-Austausch<br />

der einzelnen Anlagenteile. Meist<br />

hat sich die Technik weiterentwickelt. Aufgaben,<br />

für die man vor Jahrzehnten zwingend<br />

mehrere Komponenten benötigte,<br />

übernimmt heute mitunter eine einzige.<br />

Hinzu kommt, dass bei der Auswahl der<br />

Komponenten Anforderungen wie Nachhaltigkeit<br />

und Energieeffizienz berücksichtigt<br />

werden müssen, die in früheren Zeiten<br />

kaum eine Rolle spielten.<br />

Diese Erfahrungen hat auch Ralf Poot<br />

gemacht. Der 55-Jährige begleitet die<br />

Generalüberholung von Block 4 in dem zur<br />

Thyssenkrupp Steel Europe AG gehörenden<br />

Kraftwerk „Hermann Wenzel“ in Duisburg.<br />

Das Kraftwerk wurde in den Jahren 1953<br />

bis 1955 erbaut, um den Eigenbedarf an<br />

Elek trizität der damaligen August Thyssen<br />

50 Jahre in Betrieb<br />

„Eine Generalüberholung des aus dem Jahr<br />

1969 stammenden Blocks 4 war erforderlich<br />

geworden“, berichtet Ralf Poot. „Ein Teil der<br />

Komponenten, wie die zwei elektrisch betriebenen<br />

Speisewasserpumpen zum Anund<br />

Abfahren des Blocks, war noch verkehrstüchtig<br />

und musste nicht ersetzt<br />

werden. Anders sah es bei der dampfbetriebenen<br />

Turbopumpe für den Betrieb und<br />

bei den Ventilen zum Schutz der Pumpen<br />

aus.“ Die Turbopumpe ersetzten Poot und<br />

seine Kollegen durch ein baugleiches Produkt<br />

desselben Herstellers.<br />

Bei den Ventilen entschieden sie sich für<br />

eine neue Lösung eines anderen Anbieters.<br />

Der Grund? In der alten Anlage bestand die<br />

Mindestmengenregelung aus zwei Ventilen.<br />

Einerseits aus dem Impulsgeber (die Impulsgabe<br />

erfolgte durch das Rückschlagventil<br />

am Pumpendruckstutzen) und andererseits<br />

aus dem Mindestmengenventil mit<br />

Stellkolben und Drossel. „Mit diesen Ventilen<br />

war es in der Vergangenheit immer wieder zu<br />

Problemen bei der Mindestmengenregulierung<br />

gekommen, was dazu führte, dass sich<br />

der Antriebsleistungsbedarf erhöhte und<br />

der Gesamtwirkungsgrad sank“, erläutert<br />

Poot. „Außerdem war der Hersteller der<br />

Ventile vor einigen Jahren von einem anderen<br />

Unternehmen übernommen worden<br />

und in der Folge war es für uns immer<br />

schwieriger geworden, Ersatzteile oder<br />

Monteure für die Ventile zu bekommen.“<br />

Also machte man sich bei Thyssenkrupp<br />

Steel Europe mittels Ausschreibung auf die<br />

Suche nach einer besseren Lösung. Die geforderten<br />

Ventile mussten eine Nennweite<br />

von 125 mm (für die E-Pumpen) bzw.<br />

200 mm (für die Turbopumpe) und einen<br />

Nenndruck von PN630 aufweisen. Zum<br />

Zuge kamen schließlich die Freilaufrückschlagventile<br />

vom Typ SMA des Herstellers<br />

Schroeder Valves. Dabei handelt es sich<br />

um Hochdruckventile, die Kreiselpumpen<br />

selbsttätig vor Schäden schützen, die<br />

beim Fahren im Schwachlastbereich durch<br />

Teilverdampfung des Pumpeninhalts auftreten<br />

können.<br />

Sobald der Hauptförderstrom einen vorbestimmten<br />

Wert unterschreitet, öffnet<br />

24 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

das Ventil seinen Bypass und führt die<br />

Mindestmenge sicher ab, insbesondere<br />

wenn die Förderung in Hauptstromrichtung<br />

auf null zurückgeht. Der Bypass wird<br />

über einen vorgesteuerten Ventilkolben jeweils<br />

komplett geöffnet oder geschlossen.<br />

Diese „Auf/Zu“-Steuerung ermöglicht<br />

einen Einsatz der Ventile bis zu einer<br />

Lastgrenze von 630 bar. Die Mindest menge<br />

kann bis zu 10–12 % der Volllastfördermenge<br />

betragen.<br />

01 Block 4 des Kraftwerks: Unten im Bild<br />

die Pumpen und Vorwärmer, oben der<br />

300 000 l fassende Speisewasserkessel<br />

Aus zwei mach eins<br />

„Das SMA-Ventil ist eine Kompaktanlage,<br />

die alleine das leistet, was zuvor von den<br />

zwei eingebauten Ventilen erbracht wurde“,<br />

so Poot. „Eine zweite Armatur ist also nicht<br />

mehr notwendig.“ Die Schroeder-Ventile<br />

überzeugten auch, weil sie sich aufgrund<br />

ihrer Konstruktion und der verwendeten<br />

hochwertigen Materialien in anderen Anlagen<br />

als sehr zuverlässig, äußerst wartungsarm<br />

und extrem langlebig erwiesen haben.<br />

Für den Fall, dass Wartungsarbeiten doch<br />

einmal notwendig werden, hat der Hersteller<br />

auf Wartungsfreundlichkeit besonderen<br />

Wert gelegt: So ist für den Austausch<br />

der Verschleißteile, wie bspw. Kolben und<br />

Sitzringe, der Ausbau der Mindestmengenleitung<br />

oder gar der kompletten Armatur<br />

nicht notwendig.<br />

Mit ihren Attributen sorgen die SMA-<br />

Ventile für geringere Stillstandzeiten und<br />

höhere Anlagen-Effizienz. Da sie zudem<br />

keinerlei Hilfsenergie und Messtechnik bedürfen,<br />

garantieren sie günstigere Anlagenund<br />

Betriebskosten. „Für uns war auch<br />

wichtig, dass die Ventile – anders als ihre<br />

Vorgänger – über einen Handfahrstutzen<br />

„Das SMA-Ventil ist eine Kompaktanlage, die alleine das<br />

leistet, wofür zuvor zwei Ventile notwendig waren.“<br />

verfügen. Im Zweifelsfall können wir darüber<br />

auch selbst die Mindestmenge abführen“,<br />

sagt Poot.<br />

Die Dimensionen und Gewichte der<br />

neuen Ventile stellten Poot und seine<br />

Kollegen vor eine neue Herausforderung:<br />

02 Das neue SMA-Ventil für die Turbopumpe<br />

wiegt 4 t<br />

Mit 4 t (Ventil an der Turbopumpe) und<br />

jeweils 1,8 t (Ventile an den E-Pumpen)<br />

Reingewicht ohne Flansche bringen sie<br />

ein Mehrfaches der alten Ventile auf die<br />

Waage. Da die SMA unmittelbar auf dem<br />

Pumpendruckstutzen eingebaut werden<br />

mussten, die Pumpen alleine eine solche<br />

Last aber nicht hätten tragen können,<br />

baute Thyssenkrupp Steel Europe eigens<br />

für die neuen Ventile eine Stahlkonstruktion<br />

zum Halt der Schwergewichte. Beim<br />

Betreiber ist man zuversichtlich, dass sich<br />

dieser Aufwand gelohnt hat. Schließlich<br />

soll Block 4 auch die nächsten 20 Jahre<br />

einwandfrei laufen.<br />

Fotos: Schroeder Valves<br />

www.schroeder-valves.com<br />

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führen, Energie effizient zu nutzen sind unsere Themen.<br />

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VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 25


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Hohe Transportleistung<br />

Schüttgut-Förderbänder mit wirtschaftlicher Antriebstechnik<br />

Der Transport von Schüttgütern stellt hohe Anforderungen an<br />

die Antriebstechnik, weil Bänder und Antriebe meist rauen<br />

Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind. Ein Getriebehersteller<br />

hat für dieses Branchensegment drei Standard-Baureihen auf<br />

Basis von Stirnrad- und Kegelstirnradgetrieben im Portfolio. Ein<br />

besonderes Highlight: Die Wärmegrenzleistung konnte in diesem<br />

Baukasten nochmal um etwa 20 Prozent ohne externe Kühlung<br />

erhöht werden.<br />

Bei der Schüttgut-Fördertechnik zeichnet sich ein Trend zu höheren<br />

Transportleistungen ab – wirtschaftliche Antriebslösungen<br />

sind gefragt. Entscheidend ist neben Leistungsfähigkeit und Qualitätsanspruch<br />

die Wärmegrenzleistung. Flender setzt deshalb sein<br />

Know-how dafür ein, Getriebelösungen zu entwickeln, die eine<br />

geringe Verlustleistung aufweisen und hohe Leistungen übertragen<br />

können. Die B3SE-Getriebe erfüllen diese Forderung, ohne dass<br />

eine externe Kühlung notwendig ist. Es gibt sie standardmäßig in<br />

zehn Baugrößen, und sie sind für Antriebsaufgaben mit sehr großen<br />

Leistungsaufnahmen – auch als Mehrfachantriebe – einsetzbar.<br />

Ohne externe Kühlung<br />

Die jüngste Generation dieser Stirnrad- und Kegelstirnradgetriebe<br />

beweist, was alles möglich ist. Bis zum Bereich zwischen 2 500 und<br />

3 000 kW ist abhängig von den Umgebungsbedingungen und der<br />

Getriebeausführung ein Verzicht auf externe Kühlanlagen möglich.<br />

Der Grund für deren außergewöhnlich hohe Wärmegrenzleistung<br />

ist eine weitere Effizienzsteigerung bei Wirkungsgrad und Wärmeableitung.<br />

Allein die Erweiterung der Gehäuseoberfläche in Verbindung<br />

mit der Neugestaltung der Luftleithaube mit drehrichtungsunabhängigem<br />

Lüfter sorgt für etwa 20 % höhere Wärmeabfuhr.<br />

Hinzu kommen Optimierungen in der Getriebegestaltung für<br />

weniger Verlustleistung, sodass sich mit den Getrieben standardmäßig<br />

Drehmomente bis 490 000 Nm übertragen lassen. Dadurch<br />

gibt es in der Praxis Situationen, in denen wegen der hohen Wärmegrenzleistung<br />

eine Baugröße kleiner gewählt werden kann als früher.<br />

Projektspezifische Auslegung<br />

Drei Baureihen stehen für die antriebstechnische Ausrüstung von<br />

Schüttgut-Förderbändern zur Verfügung. Neben den Förderbandantrieben<br />

der E-Reihe, die ohne externe Kühlung auskommen, gibt<br />

es die kompakte A-Serie sowie die Hochleistungsgetriebelösungen<br />

der H-Serie mit Drehmomenten bis 1,4 Mio. Nm und Leistungen bis<br />

zu 4 500 kW. Allen gemeinsam ist, dass für jeden Anwender schnell<br />

projektspezifische Auslegungen möglich sind.<br />

Immer dann, wenn wenig Platz vorhanden ist, spielt die A-Reihe<br />

ihren größten Vorteil aus: Dieses komplett vormontierte Antriebssystem<br />

benötigt keine Schwinge und muss vor Ort nicht aufwändig<br />

ausgerichtet werden. Der Grund für ein solches Plug & Play ist das<br />

patentierte Self-Aligning-System, wodurch das Antriebssystem sehr<br />

einfach in der Handhabung ist. Es muss lediglich aufgesteckt und<br />

anschließend das Drehmoment über eine Drehmomentstütze abgefangen<br />

werden.<br />

Bei der H-Getriebereihe handelt es sich um einen klassischen<br />

Bandantrieb auf Schwinge. Das Besondere hier ist der Umfang:<br />

28 Baugrößen, verschiedene Ausführungen, Wellenformen und<br />

Anbauteile decken einen Drehmomentbereich von 2 300 bis<br />

1 400 000 Nm aus dem Standard ab.<br />

Neben den Getrieben und Kupplungen baut die Firma Flender<br />

auch die Kühlanlagen selbst. Für Anwender hat das den Vorteil,<br />

dass auch bei der thermischen Anpassung weitere Optimierungen<br />

vorgenommen werden können.<br />

Fotos: Flender, Fischertechnik<br />

www.flender.com<br />

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Beitrag vorgestellten Antriebslösungen und<br />

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26 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


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Schüttgut-Förderbandanlagen unterliegen<br />

rauesten Umgebungsbedingungen; die<br />

Antriebs- und Getriebetechnik muss hier<br />

höchsten Anforderungen genügen<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 27


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Safetypalette in der Prozesstechnik<br />

Ein Hersteller bietet seinen Kunden in der Prozessindustrie mit<br />

seinem Pneumatikprogramm eine komplette Safety-Palette, die<br />

einen Anschlussbereich von G 1/8 bis G 3 abdeckt. Die Ventile<br />

sind zum Teil auch in Edelstahl- und Ex-Ausführung erhältlich.<br />

Alle Produkte erfüllen die Einsatzvoraussetzungen bis Kategorie 4,<br />

Performance Level e – selbstverständlich mit den erforderlichen<br />

Zertifizierungen.<br />

Die redundante<br />

Ventilserie M35 ist<br />

ein 3/2-Wege-Ventil<br />

zur sicheren Beund<br />

Entlüftung von<br />

Pneumatikanlagen<br />

und muss extern<br />

überwacht werden.<br />

Das Ventil ist<br />

wahlweise mit und<br />

ohne Sanft-Anlauf<br />

erhältlich und kann direkt in Wartungseinheiten integriert<br />

werden. Durch die M12-Stecker, die in unterschiedlichen<br />

Belegungen verfügbar sind, wird eine einfache Integration in die<br />

Steuerungssysteme unterstützt. Mit dem Ventil Crosscheck CC4<br />

stellt der Hersteller eine patentierte Neuheit zum sicheren<br />

Ansteuern und Stoppen von Zylindern vor. Vereinfacht gesprochen<br />

handelt es sich hierbei um ein redundantes 5/3-Wege-Ventil<br />

mit externer Überwachung. Das CC4 ersetzt in Summe fünf<br />

Ventile, die heute für die Funktion „sicherer Zylinderstopp“<br />

benötigt werden. Dies reduziert nicht nur die Komponentenkosten,<br />

sondern vereinfacht auch die Installation und Fehlersuche.<br />

Durch die reduzierten Komponenten und die robuste<br />

Sitzventilkonstruktion wird nebenbei noch die Systemleckage auf<br />

ein Minimum reduziert.<br />

www.rosseuropa.com<br />

Vielfältige Pumpenlösungen<br />

Xylem präsentiert sich mit seinen Marken auf der diesjährigen<br />

Brau Beviale. Das reicht von der Brunnenpumpe für die Wassergewinnung<br />

(Lowara-Serie Z) über die chemiefreie Wasseraufbereitung<br />

mit Ozon und<br />

UV-Desinfektion (Wedeco)<br />

sowie die Aggregate von<br />

Jabsco für den Transport von<br />

Flüssigkeiten unterschiedlicher<br />

Viskosität oder Schankanlagenpumpen<br />

von Flojet<br />

bis zu Abwasserpumpen<br />

(Flygt). Hinzu kommen die<br />

OEM-Angebote für Erstausrüster für Flaschenreinigungs-, Pasteurisierungs-<br />

oder Schankanlagen. Abgerundet wird das Messe-<br />

Angebot mit den Services von Xylem.<br />

Die Systeme der Xylem-Marken lassen sich dabei individuell auf<br />

die Größe der Braustätte abstimmen. Die Lösungen beginnen bei<br />

der Trinkwasserversorgung für Brauereien mit eigenen Brunnen.<br />

Weiter geht es mit Systemen für alle Stufen im Produktionsprozess,<br />

z. B. auch zur effizienten Förderung von Maische und<br />

Bier, inklusive der Würzvorgänge mit Drehkolbenpumpen beim<br />

Brauen. Der ganzheitliche Ansatz reicht bis zu einsatzfähigen<br />

Konzepten für eigene Kläranlagen, wie es bspw. bei großen<br />

Brauereien häufig vorkommt. Die Reinigungsstufen erfolgen<br />

dabei wie in kommunalen Kläranlagen.<br />

www.xylem.de<br />

Neue Ventilserie – vermischungssicher<br />

und modular<br />

Alfa Laval ergänzt sein Portfolio vermischungssicherer Ventile um<br />

ein aseptisches Doppelsitzventil. Das neue Aseptic Mixproof<br />

Ventil eignet sich für sterile Verfahrensprozesse und basiert auf<br />

demselben modularen Aufbau wie die bewährte aseptische<br />

Version der Alfa Laval Einzelsitzventile (Unique Single Seat Valve,<br />

SSV). Das moderne vermischungssichere Doppelsitzventil ist<br />

vollständig gegen das Eindringen von schädlichen Mikroorganismen<br />

abgedichtet und gewährleistet somit Produktsicherheit<br />

selbst bei unerwünschten Druckspitzen. Darüber hinaus punktet<br />

es durch längere Betriebszeiten, sehr gute Hygiene, höhere<br />

Produktsicherheit, einen minimierten Produktverlust sowie einen<br />

einfachen und kostengünstigen Service.<br />

Die Strömungseigenschaften bei der Reinigung und der Sterilisation<br />

wurden anhand von CFD-Strömungssimulationen getestet.<br />

Vorerst ist die Ventilserie in den Größen 2", 2,5" und 3" erhältlich.<br />

Das Ventil ist wahlweise mit einem<br />

Standard- und Tagentialventilkörper<br />

oder zwei Standardventilkörpern<br />

erhältlich. Das aseptische<br />

Doppelsitzventil basiert auf<br />

derselben Plattform wie Alfa Laval<br />

Unique SSV und lässt sich sowohl<br />

horizontal als auch vertikal<br />

montieren. Es gibt drei Sitzhubversionen,<br />

fünf Dampfventiltypen<br />

und mehrere Optionen zur<br />

Dampftemperaturüberwachung.<br />

www.alfalaval.de<br />

Robuste Magnetventile für Brenngase<br />

Magnetventile, die im Gasbereich eingesetzt werden, müssen der<br />

EU-Verordnung 2016/426 entsprechen, darüber hinaus aber recht<br />

unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Neben der klassischen<br />

Sicherheitseinrichtung für Brenngase, z. B. bei Gasbrennern und<br />

Gasgeräten, gehört auch der Einsatz als Absperreinrichtung bei<br />

der Gaszuführung in industriellen Gastableaus, aber auch bei<br />

Labortischen oder Unterrichtsräumen dazu.<br />

Für die Gasanwendungen werden die Ventile mit PTFE-Gleitringen<br />

ausgestattet, die auch bei trockenen Medien einen verschleißarmen<br />

Betrieb mit langen Wartungsintervallen sichern.<br />

In der Ausführung „öl- und fettfrei“ können sie in Sauerstoffanwendungen<br />

eingesetzt werden.<br />

Für Prüfstands- oder Analyseeinrichtungen<br />

sind außerdem hochdichte, per<br />

Heliumlecktest geprüfte Ausführungen<br />

verfügbar.<br />

Durch anwendungsorientierte Systemlösungen<br />

lassen sich die Magnetventile<br />

gemeinsam mit anderen standardisierten<br />

und normkonformen Geräten<br />

kombinieren. Das Resultat sind<br />

komplette „intelligente“ Einheiten, die<br />

der Anwender je nach gewünschtem<br />

Mischungsverhältnis programmieren<br />

kann. Bürkert hat hierfür im Rahmen der Geräteplattform EDIP<br />

(Efficient Device Integration Platform) eine praxisgerechte<br />

Lösung geschaffen, die dem steigenden Marktbedarf nach elektrischen<br />

Integrationslösungen gerecht wird.<br />

www.buerkert.de<br />

28 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


MIT SICHERHEIT<br />

EDELSTAHL<br />

VERBINDUNGS-<br />

TECHNIK<br />

VON PH.<br />

PH-Katalog<br />

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Android<br />

oder iPad<br />

PH Industrie-Hydraulik GmbH & Co. KG<br />

Wuppermannshof 8, 58256 Ennepetal, Germany<br />

Tel. +49 (0) 2339 6021, Fax +49 (0) 2339 4501<br />

info@ph-hydraulik.de, www.ph-hydraulik.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Bedarfsgerechte Druckluftversorgung<br />

spart Energie<br />

Seit gut einem Jahr versorgen drei drehzahlgeregelte Schraubenkompressoren<br />

von Atlas Copco die Wertstoffsortieranlage der<br />

Böhme GmbH in Neukühschwitz bei Rehau mit Druckluft.<br />

Aufgrund der rauen Umgebungsbedingungen entschied man sich<br />

dort für eine Containerlösung. Diese schützt die Maschinen,<br />

minimiert Ausfallzeiten und<br />

stellt die benötigte Druckluftqualität<br />

sicher.<br />

Mit steigendem Automatisierungsgrad<br />

ist auch der<br />

Druckluftbedarf bei Böhme<br />

stetig gestiegen. Ende 2017<br />

kamen die vier vorhandenen<br />

Kompressoren, die in einem<br />

offenen Container untergebracht waren, endgültig an ihre<br />

Grenzen. Bei den drei Maschinen der neuen Druckluftstation<br />

handelt es sich um öleingespritzte Schraubenkompressoren vom<br />

Typ GA 75 VSD+, wovon einer als Redundanz dient. Die erzeugte<br />

Druckluft gelangt in eine Sammelleitung und durchläuft mehrere<br />

Aufbereitungsstufen. Wegen der extrem kalten Winter lag ein<br />

besonderes Augenmerk auf der Drucklufttrocknung.<br />

www.atlascopco.com<br />

Kunststoff-Ventilator bionisch profiliert<br />

Bei der Neuentwicklung eines Kunststoff-Ventilators stand der<br />

Buckelwal Pate. Dazu kommen bionische Aspekte von Eule und<br />

Baum. Dies verbessert die CO 2<br />

-Bilanz gleich zweifach: Durch<br />

eine signifikante Reduzierung des verwendeten Materials und<br />

durch eine Senkung des Energieverbrauchs<br />

im laufenden Betrieb<br />

in Klimazentralgeräten und bei<br />

Industriebelüftungsanlagen.<br />

Ziehl-Abegg liegt mit dem Spitzenwirkungsgrad<br />

von Radialventilatoren<br />

bereits jetzt bei mehr als 70 %. Daher<br />

muss jeder Ansatz zur Optimierung<br />

genutzt werden. Das neue Radiallaufrad<br />

weist Merkmale von drei völlig<br />

unterschiedlich bionischen Ansätzen auf: Sowohl von der Aero -<br />

dynamik als auch von der Hydrodynamik und der Biomechanik.<br />

Materialeinsparung und eine verbesserte Aerodynamik halbieren<br />

den CO 2<br />

-Verbrauch beim Materialaufwand bei gleicher Luftleistung.<br />

Die Hinterkanten der Ventilatorschaufeln sind dem<br />

Eulenflügel nachempfunden. Mittlerweile gelten gezackte Hinterkanten<br />

von Ventilatoren als ein Markenzeichen von Ziehl-Abegg.<br />

Bei dem neuen Ventilator wurden die Zacken allerdings etwas<br />

weicher gezeichnet.<br />

www.ziehl-abegg.de<br />

Kupplungen: Einsätze aus Edelstahlgewebe<br />

Resistente Edelstahlrohre<br />

Präzisionskupplungen mit Elastomereinsatz bieten technische Vorteile bei einer<br />

Vielzahl von Anwendungsgebieten. Durch die feste Klemmgeometrie, die aus den<br />

Vollen gefräst werden, kann die Drehmomentdichte in Abhängigkeit von der Steifigkeit<br />

des verwendeten Elastomereinsatzes nahezu an jede Applikation angepasst<br />

werden. Meistens werden die Präzisions-Elastomereinsätze aus spritzgegossenem<br />

Polyurethan gefertigt, das in einer Vielzahl von Shorehärten erhältlich ist.<br />

Durch die Herstellung aus hartgezogenem AISI 316L-Draht sind die neuen elas -<br />

tischen Einsätze korrosionsbeständig und bieten weitere Vorteile. Sie eignen sich<br />

für den Einsatz in einem Temperaturbereich<br />

von –30 bis +500 °C – für<br />

besondere Anwendungen sogar bis<br />

600 °C. Die Kapazitäten reichen von 2 Nm<br />

bis zu einem maximalen Beschleunigungsmoment<br />

von 1 350 Nm und einem<br />

maximalen Bohrungsdurchmesser von<br />

60 mm.<br />

www.rw-kupplungen.de<br />

Schöller fertigt u. a. hochwertige Edelstahlrohre,<br />

die in der Nahrungsmittelindustrie zum<br />

Einsatz kommen. Dabei sind vor allem<br />

höchste Korrosionsbeständigkeit,<br />

Funktionalität und<br />

Prozesssicherheit<br />

gefordert. Enge<br />

geometrische<br />

Toleranzen, einwandfreie<br />

Oberflächen<br />

und eine<br />

gleichbleibend<br />

hohe, reproduzierbare<br />

Qualität zeichnen die Produkte laut<br />

Hersteller aus.<br />

www.schoellerwerk.de<br />

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30 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Zuverlässige und robuste<br />

Anschlusstechnik<br />

Eine komplette Neukonstruktion präsentiert Eisele mit dem<br />

neuen Druckregler aus Edelstahl 1.4301. Dieser wird als<br />

Druckminderer eingesetzt und regelt den Leitungsdruck<br />

konstant auf den gewünschten Arbeitsdruck. Der Einschraubanschluss<br />

aus der Inoxline hat<br />

einen Regeldruckbereich von<br />

2 bis 8 bar und lässt sich sehr<br />

fein und schwankungsarm<br />

einstellen. Zudem ermöglicht<br />

der strömungsoptimierte<br />

Druckregler ein reduziertes<br />

Schwingungsverhalten der<br />

Regelsysteme.<br />

Auch die Liquidline-Serie 2500<br />

aus entzinkungsbeständigem<br />

Messing erhält Zuwachs. Eisele hat die Steckverschraubungen<br />

mit voller Nennweite jetzt um eine Version mit 28 mm Außendurchmesser<br />

ergänzt. Sie ist zunächst in drei Bauformen<br />

lieferbar. Passend dazu stehen auch die flammhemmenden<br />

ProWeld-Schläuche aus Polyether-Polyurethan für Schweißanwendungen<br />

mit einem Innendurchmesser von 19 mm zur<br />

Verfügung. Mit dem bisher größten Anschluss der Serie 2500<br />

können die Vorteile der Eisele-Steckverschraubungen auch für<br />

größere Kühlwasserversorgungsleitungen an Automationsanlagen<br />

genutzt werden.<br />

www.eisele.eu<br />

Ventilantriebe reduzieren<br />

Installationskosten<br />

Der neue Ventilantrieb AKS kombiniert ein Gehäuse aus<br />

Kunststoff mit einer Membranschnittstelle aus Edelstahl. Er<br />

wurde speziell für Einsätze in Biotechnologie und pharmazeutischer<br />

Industrie entwickelt. Dieser neue Antrieb von Asepco ist<br />

GMP-konform und benötigt bei<br />

der Installation wenig<br />

Halterungen und Zubehör. Er<br />

bietet ein hygienisches Design<br />

sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit<br />

durch lasergravierte<br />

Seriennummern, ist einfach zu<br />

bedienen und zu warten und<br />

verfügt über einen branchenführenden<br />

Garantieschutz von<br />

drei Jahren.<br />

Weirless Radial Diaphragm<br />

Inline-Ventile mit freiem<br />

Durchgang bieten eine hohe<br />

Prozesskonsistenz bei gleichzeitiger<br />

Reduzierung der Wartungsdauer um bis zu 80 %. Ihre<br />

Bauweise, die einfache Tri-Clamp-Montage und das Design der<br />

Radialmembran machen sie vollständig entleerbar und<br />

beseitigen praktisch das Risiko von Verunreinigungen.<br />

Das komplette Sortiment an Durchgangs- und Tankbodenventilen<br />

wurde speziell auf eine Senkung der Betriebskosten<br />

ausgelegt. Das Auswechseln einer Membran dauert nur wenige<br />

Sekunden. Dadurch erleichtern die Ventile Einsatz, Kontrolle<br />

und Reinigung.<br />

Mischen, teilen und leiten<br />

auf kleinstem Raum<br />

Immer dann, wenn Platz knapp wird,<br />

bietet der GEMÜ M-Block aus Kunststoff<br />

den entscheidenden Vorteil<br />

• weniger Fittings, Schweißund<br />

Klebestellen<br />

• kundenindividuelle Lösung<br />

• schnelle und einfache Montage<br />

• breite Auswahl an hochwertigen<br />

Kunststoffen<br />

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www.gemu-group.com


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Absperrklappen im Hygienic Design<br />

Anfang Mai <strong>2019</strong> hat die zur KSB-Gruppe gehörende KSB SAS für<br />

ihre Absperrklappen-Baureihe Isoria einen neuen Ringbalgtyp auf<br />

den Markt gebracht. Dieser wird aus hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk<br />

(HNBR) hergestellt und ist gemäß den Vorgaben<br />

der europäischen Lebensmittelverordnung<br />

(EG) 1935/2004 zertifiziert. Die neue<br />

Zulassung erweitert die Einsatzmöglichkeiten<br />

der Baureihe, die bereits nach FDA<br />

zugelassen ist.<br />

Der Ringbalg NH (HNBR) eignet sich für<br />

alle Lebensmittelanwendungen, bei denen<br />

tierische, pflanzliche oder mineralische Öle<br />

sowie saure flüssige Produkte verarbeitet<br />

werden. Er ist kohlenwasserstoffbeständig<br />

und auch für den Einsatz in feststoffhaltigen<br />

Flüssigkeiten geeignet, da er sehr abrasionsfest<br />

ist. Durch die selektive Hydrierung von<br />

Nitril-Kautschuk (NBR) wird die Temperaturbeständigkeit des<br />

HNBR deutlich erhöht. Absperrklappen, die über Ringbälge<br />

verfügen, die nach der neuen Rezeptur (NH) hergestellt wurden,<br />

kann man in flüssigen Medien bis zu einer Maximaltemperatur<br />

von 150 °C einsetzen. Die zentrisch gelagerte weichdichtende<br />

Baureihe Isoria ist in den Nennweiten DN40 bis DN1000 lieferbar.<br />

www.ksb.com<br />

Maximale Prozesssicherheit<br />

Alle Varianten dieser Prozesspumpen-Baureihe mit Edelstahlund<br />

Kunststoff-Dosiereinheit sowie mit Kolben-Dosierkopf sind<br />

modular aufgebaut. Sie können flexibel als Einzel- und Mehrfachpumpen-Versionen<br />

ausgeführt werden. Bei Mehrfachpumpensystemen<br />

lassen sich bis zu vier Dosiereinheiten, auch mit unter ­<br />

schiedlichen Förderleistungen, kombinieren. Das Besondere ist<br />

die lageunabhängige, stehende oder liegende Anordnung der<br />

Antriebe. Für maximale Flexibilität sorgen sieben frei wählbare<br />

unterschiedliche Getriebe-Untersetzungen. Zwei Modelle der<br />

Kolbendosierpumpen erlauben präzise Förderleistungen auch bei<br />

höchsten Drücken und Temperaturen bis +200 °C. Als extrem<br />

robuste Hydraulik-Membrandosierpumpen erfüllen die Modelle<br />

höchste Sicherheitsanforderungen. Sie zeichnen sich u. a. durch<br />

eine PTFE-Mehrschichtmembran mit integrierter Membranbruchwarnung/-signalisierung<br />

sowie eine Membranpositionsregelung<br />

aus. Sämtliche<br />

Pumpen sind nach API 675<br />

ausgeführt. Mit einer<br />

großen Vielfalt an Antriebsvarianten<br />

ist auch der<br />

Einsatz im Ex-Bereich<br />

Zone 1 und Zone 2 mit<br />

Atex-Zulassung möglich.<br />

www.prominent.com<br />

Ventil bis – 196 °C einsetzbar<br />

Das neue Tieftemperaturventil Typ 3598 von Samson wurde speziell für die Anforderungen in der Kryotechnik<br />

entwickelt. Seine Ausführungen bis NPS 8 und Class 900 sind für Temperaturen bis –196 °C einsetzbar. Eine Tief ­<br />

temperaturverlängerung und die Zirkulationssperre sorgen bei dem für hohe Druckstufen optimierten Ventil für<br />

eine optimale Temperaturverteilung und minimalem Energieverlust an die Umgebung. Die Top-Entry-Bauweise<br />

sorgt dafür, dass das Ventil besonders leicht zu handhaben ist: Wartungsarbeiten am Ventil können durchgeführt<br />

werden, ohne dass das Ventil aus der Einhausung oder Isolierung ausgebaut werden muss. Durch Demontage des<br />

Antriebs sind Ventilsitz, Kolben und Zirkulationssperre direkt erreichbar.<br />

Die standardmäßig installierte Kolben-Druckentlastung reduziert die erforderlichen Antriebskräfte und somit auch<br />

die Antriebsgröße. Dies führt auf Kundenseite zu Einsparungen bei Erstinvestition sowie bei Montage und Wartung<br />

des Antriebs im Laufe des Lebenszyklus.<br />

www.samsongroup.com<br />

Flexible Schraubenspindelpumpe<br />

Die neue Schraubenspindelpumpe Allweiler SNA<br />

eignet sich für verschiedene API-676/682-Schmierölanwendungen.<br />

Die SNA-Serie ermöglicht kundenspezifische<br />

Konfigurationen auf zwölf verschiedene<br />

Arten, verfügt über eine Auswahl an Fuß- oder<br />

Flanschbefestigungen und bietet die Möglichkeit,<br />

Saug- und Druckstutzen jederzeit anzupassen.<br />

Das Modell ist als Flanschpumpe, aber auch als<br />

Fußpumpe mit Grundplatte, Kupplung, Laterne und<br />

Motor erhältlich. Die selbstansaugende Pumpe erfüllt<br />

die Richtlinie API 676 und verfügt über Stahlspindeln<br />

und -gehäuse.<br />

Zu den Dichtungsvarianten gehört eine hochwertige<br />

Gleitringdichtung in Standardausführung. Wenn<br />

Dichtungen nach API 682 gefordert sind, bietet<br />

Allweiler mit zwei optionalen Patronendichtungsvarianten<br />

bis 100 % API-682-Konformität.<br />

www.allweiler.de<br />

Verbundlösungen reduzieren Wartungsaufwand<br />

Die von Parker Prädifa angebotenen Verbundlösungen für Dichtelemente<br />

greifen auf eine umfangreiche Palette von Werkstoffen zur Herstellung von<br />

Materialkombinationen wie Gummi-Kunststoff, Gummi-Metall oder<br />

Kunststoff-Kunststoff zurück. Durch die Kombination der spezifischen<br />

Vorteile verschiedener Werkstoffe in einem Bauteil können völlig neue<br />

Entwicklungspotenziale realisiert werden.<br />

Dadurch ergeben sich zum Teil erhebliche Kostenvorteile, z. B. bei der<br />

Montage durch Formstabilisierung der Weichkomponente bzw. Dichtgeometrie.<br />

Handlingvorteile ergeben sich durch die Stabilisierung kleiner und<br />

filigraner Teile. Auch das Risiko von Montagefehlern ist bei Verbundlösungen<br />

geringer, während angebundene Dichtgeometrien zudem das Leckagepotenzial<br />

senken.<br />

Dank spezieller Fertigungsverfahren bietet Parker Prädifa fortschrittliche,<br />

besonders langlebige und kostengünstige 2K-Gummi-Kunststoff-Direkt-<br />

Verbundlösungen an, die ohne umwelt- und gesundheitsbelastende Haftvermittler<br />

und daraus resultierende Lösemittelemissionen auskommen. Durch<br />

den Entfall der entsprechenden Prozessschritte ergeben sich Kostenvorteile.<br />

www.parker.com<br />

32 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Hygienische Aluminiumantriebe<br />

Die Oberflächenveredelung nsd tupH ist eine leistungsstarke<br />

Antikorrosionsbehandlung für Getriebe, Glattmotoren, Frequenzumrichter<br />

und Motorstarter im wash-down-optimierten Alu -<br />

miniumgussgehäuse. Sie erzeugt eine permanent mit dem<br />

Grundwerkstoff verbundene Schutzschicht und macht Antriebe<br />

im Aluminiumgehäuse ähnlich robust und langlebig wie<br />

Varianten aus Edelstahl. Im Gegensatz zu Lacken oder Beschichtungen<br />

kann nichts abplatzen oder abblättern. Etwaige Beschädigungen<br />

bleiben lokal und breiten sich nicht aus. Die Oberfläche<br />

lässt sich leicht reinigen und ist weitgehend unempfindlich<br />

gegenüber Säuren und Laugen. Selbst der Einsatz von Hochdruck-<br />

Reinigungsgeräten oder der Kontakt mit vielen aggressiven<br />

Medien ist ohne<br />

weiteres möglich.<br />

Anders als Edelstahlantriebe,<br />

die oft nur<br />

in wenigen Ausführungen<br />

am Markt<br />

verfügbar sind, ist die<br />

Veredelung für fast<br />

alle Nord-Produkte aus Aluminium realisierbar. DIN- und Normteile<br />

sowie die Abtriebswellen sind bei diesen Antrieben aus<br />

Edelstahl ausgeführt. Die lüfterlosen Glattmotoren verhindern<br />

die Verbreitung von Keimen und gewährleisten zudem eine<br />

hohe Laufruhe. Sie sind als Synchron- und Asynchronmotoren<br />

erhältlich und erfüllen die Effizienzklassen IE2 und IE3 sowie<br />

IE4. Nord-Antriebe mit nsd tupH sind konform nach FDA<br />

Title 21 CFR 175.300 und eignen sich deshalb für Lebensmittelanwendungen.<br />

Unsere Erfahrung<br />

für Ihr Mehr an Erfolg!<br />

Die Ventiltechnologie von<br />

Schubert &Salzer Control<br />

Systems bietet die ideale<br />

Lösung für Ihre individuellen<br />

Regelaufgaben.<br />

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Frequenzumrichter für Pumpen in<br />

Schutzklasse IP66<br />

Die Hyghspin-Pumpenserie gibt es jetzt auch mit Frequenzumrichtern<br />

in Schutzklasse IP66. Damit wird die Sicherheit<br />

gerade bei mobilen Anwendungen weiter erhöht. Die seit 2009<br />

weltweit angebotenen Schraubenspindelpumpen sind totraumfrei<br />

konstruiert. Alle medienberührenden Teile werden aus<br />

Edelstahl-Vollmaterial gespant. Schraubenspindelpumpen<br />

zeichnen sich durch einen sehr hohen Viskositätsbereich und<br />

eine schonende, nahezu pulsa -<br />

tionsfreie Förderung aus. Sie<br />

erfüllen die hohen Hygieneansprüche<br />

der Getränke- und<br />

Lebensmittelindustrie, der<br />

Pharmazie, Kosmetikindustrie<br />

und Chemie. Als mobiles<br />

Pumpenaggregat mit Schutzschalter<br />

und FU in Schutzklasse<br />

IP66 eignet sich die Pumpe für<br />

unterschiedlichste Transferaufgaben.<br />

Die kompakte Block -<br />

bauweise ist platzsparend,<br />

erhöht zusätzlich die Betriebssicherheit<br />

und verhindert<br />

Schmutzansammlungen. Durch die integrierte CIP- und<br />

SIP-Funktion lassen sich Medienwechsel schnell und ohne Gefahr<br />

von Kontamination vollziehen. Die Pumpe muss dafür nicht<br />

auseinander genommen werden, ein Bypass ist nicht erforderlich.<br />

www.jung-process-systems.de<br />

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VERFAHRENSTECHNIK 4/2018 33


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Höhere Anlagenverfügbarkeit<br />

Redundante Stromversorgungen schützen vor Überspannung<br />

Verfügbarkeit spielt generell –<br />

und ganz besonders bei<br />

verfahrenstechnischen Anlagen –<br />

eine übergeordnete Rolle. Wird die<br />

Hilfsspannungsversorgung in<br />

Anlagenteilen oder bei einzelnen<br />

Komponenten unterbrochen, kann<br />

es zu langen und damit kostenintensiven<br />

Produktionsausfällen<br />

kommen. Für einen sicheren<br />

Betrieb sorgen entsprechende<br />

Redundanzkonzepte.<br />

Autor: Alexander Haneke, B. Eng., Produktmanager<br />

Redundanzmodule, Phoenix Contact<br />

Power Supplies GmbH, Paderborn<br />

Wirft man einen genaueren Blick auf<br />

die gängigen Lasten in der Prozessindustrie,<br />

rücken DCS-Systeme (Distribution<br />

Control System), Remote I/O-Stationen sowie<br />

aktive Rangier-Verteiler, die oft über<br />

zwei voneinander entkoppelte Einspeiseklemmen<br />

versorgt werden, in den Fokus.<br />

Daher sind redundante Systeme in vielen<br />

Fällen ein probates Mittel zur Vermeidung<br />

des sogenannten Single Point of Failure.<br />

Dies gilt auch für die überall erforderliche<br />

Hilfsspannungs-Versorgung, für die sich<br />

in den meisten Anwendungsbereichen<br />

24 V DC durchgesetzt hat. Zur Realisierung<br />

der Redundanz für die 24-V-Versorgung<br />

werden zwei Hilfsspannungsnetze parallelgeschaltet<br />

und mithilfe von Redundanzmodulen<br />

voneinander entkoppelt.<br />

Die einfachste Art der Entkopplung sind<br />

passive Diodenmodule. Dabei muss im<br />

gesamten Anlagenlebenszyklus darauf geachtet<br />

werden, dass Redundanz nur dann<br />

gegeben ist, wenn die Summe der Lastströme<br />

aller Lasten nicht größer ist als der<br />

maximale Strom eines einzelnen Netzteils.<br />

Denn nur so ist sichergestellt, dass bei Ausfall<br />

eines Pfades der jeweils andere die Versorgung<br />

vollständig übernehmen kann.<br />

Aktive Redundanzmodule – wie etwa vom<br />

Typ Quint Oring – übernehmen die Überwachungsfunktion<br />

des Summenstroms und<br />

schlagen Alarm, wenn die Stromentnahme<br />

zu hoch wird. Diese Funktion erleichtert Erweiterungen<br />

und identifiziert schleichende<br />

Fehler im Rahmen einer vorausschauenden<br />

Wartung (Predictive Maintenance). Zudem<br />

sorgen diese intelligenten Module durch<br />

die ACB-Technologie (Auto Current Balancing)<br />

für eine gleichmäßige Belastung<br />

der beiden Netzpfade. Die Geräte regeln<br />

und signalisieren aktiv die Stromaufteilung<br />

beider Versorgungspfade, was die Lebensdauer<br />

von Netzteilen und DC/DC-Wandlern<br />

maximiert.<br />

Driftet eine Stromversorgung ausgangsspannungsseitig<br />

zu stark ab, wird auch dieses<br />

Verhalten rechtzeitig gemeldet. Oft folgt<br />

nach dem Entkopplungsmodul ein Sicherungsverteiler.<br />

Der Versorgungsstrang ist ab<br />

hier jedoch nicht mehr redundant, auch<br />

wenn man Lasten mit redundanten Einspeiseklemmen<br />

über zwei unterschiedliche<br />

34 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

01<br />

01 Redundanzkonzepte im Überblick: Entkopplung mit<br />

Diodenmodul (oben), Entkopplung mit<br />

Mosfet-Modul (Mitte) sowie Entkopplung mit<br />

zwei separaten Mosfet-Modulen (unten)<br />

02 OVP-Schwellwerte sind gerade für die Prozessindustrie<br />

bedeutsam – Leitsystemhersteller haben hier<br />

unterschiedlichste Anforderungen<br />

02<br />

Sicherungen versorgt. Auftretende Fehler<br />

am Strang oder am Sicherungsverteiler<br />

können hier immer noch zum Ausfall der<br />

Anlage führen.<br />

Redundante Versorgung<br />

Das optimale Redundanzkonzept mit vollständigem<br />

Monitoring besteht durchgängig<br />

aus zwei räumlich getrennten Strompfaden.<br />

Diese setzen sich jeweils aus dem Versorgungsnetz,<br />

einem Netzteil oder einem<br />

DC/DC-Wandler sowie aus einem intelligenten<br />

Quint-4-S-Oring-Modul zusammen,<br />

das die Pfade voneinander entkoppelt.<br />

Dadurch wird ein Single Point of Failure<br />

vermieden. Auch hier sorgen Mosfet-Transistoren<br />

für eine geringe Verlustleistung,<br />

und eine redundante Verdrahtung bis zur<br />

Last erzeugt für ein System mit maximaler<br />

Prozesssicherheit.<br />

In Verbindung mit den passenden Stromversorgungen<br />

aus der Baureihe Quint 4 werden<br />

auch die einzelnen Hilfsspannungsnetze<br />

gleichmäßig belastet, und die intelligente<br />

Funktionsüberwachung erlaubt ein<br />

vollständiges Monitoring der Entkopplung<br />

an allen Punkten des Versorgungssystems.<br />

Noch mehr Sicherheit<br />

Prozessleitsysteme sind immer<br />

auf eine maximale Verfügbarkeit<br />

ausgelegt. Um die empfindliche<br />

Hardware gegen Überspannung<br />

zu schützen, begrenzen die<br />

Stromversorgungssysteme die<br />

Ausgangsspannung sicher auf<br />

ein schützendes Niveau. Die<br />

Over-Voltage-Protection-Schaltung<br />

(OVP) verhindert, dass bei<br />

einem internen Fehler der<br />

Stromver sorgung Spannungen<br />

oberhalb der OVP-Schwelle das<br />

Modul verlassen. Um hier einen<br />

vollständigen Schutz zu ermöglichen, fordern<br />

viele Leitsystemhersteller denn auch<br />

eine doppelte OVP.<br />

Die Quint-4-Stromversorgungen in Verbindung<br />

mit den Varianten S-Oring/Plus<br />

und S-Oring/VP aus der gleichen Baureihe<br />

sichern Prozessleitsysteme auf diese Weise<br />

Over Voltage Protection (OVP)<br />

schützt empfindliche Lasten<br />

vor Überspannungen. Durch die<br />

Zertifizierung der doppelten OVP<br />

des Gesamtsystems nach SIL3 ist<br />

auch ein Einsatz in sicherheitsrelevanten<br />

Anwendungen möglich.<br />

Alexander Haneke<br />

doppelt ab. Durch die Zertifizierung der<br />

doppelten OVP des Gesamtsystems nach<br />

SIL3 (Safety Integrated Level 3) ist auch ein<br />

Einsatz in sicherheitsrelevanten Anwendungen<br />

möglich. Verschiedene Anwendungsfälle<br />

und Prozessleitsysteme erfordern<br />

verschiedene OVP-Schwellen für eine<br />

hohe Prozesssicherheit.<br />

Fotos: Phoenix Contact<br />

www.phoenixcontact.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 35


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Digitale Dokumentation<br />

Effiziente Überwachung des Schichtbetriebs<br />

Mit einem interaktiven Schichtbuch<br />

gelingt Roche Diagnostics in Penzberg<br />

eine lückenlose Dokumentation des<br />

Schichtbetriebs.<br />

Roche in Penzberg ist bekannt für seine<br />

große Expertise im Bereich der Proteinproduktion.<br />

Die Fermentation, Aufreinigung<br />

und Qualitätskontrolle der empfindlichen<br />

Protein-Wirkstoffe sind äußerst<br />

komplexe und spezialisierte Schritte – für<br />

die Marktzulassung eines therapeutischen<br />

Wirkstoffs kann ein Reinheitsgrad von mehr<br />

als 99 % erforderlich sein. „Wir stellen diagnostische<br />

Einsatzstoffe her“, so Dr. Holger<br />

Wünsche, Leiter der Enzymproduktion bei<br />

Roche in Penzberg. Primär sind das Reagenzien,<br />

wie sie bspw. als Grundsubstanz<br />

auf den Teststreifen für die Blutdiagnose<br />

zum Einsatz kommen. Schichtleiter Marvin<br />

Weber ergänzt: „Wir gewinnen aus tieri­<br />

schen oder pflanzlichen Rohstoffen wie<br />

beispielsweise Zucchini aktive Eiweißmoleküle.<br />

Diese Enzyme sind äußerst empfindlich<br />

und müssen umgehend in eine stabile<br />

Form gebracht werden. Deshalb arbeiten<br />

wir von Montag bis Freitag rund um die Uhr<br />

im Dreischichtbetrieb.“<br />

Eine ganze Reihe von Arbeitsschritten ist<br />

notwendig, um ein Protein für diagnostische<br />

Anwendungen aus dem biologischen<br />

Rohmaterial zu isolieren. „Wir bedienen ein<br />

extrem großes Spektrum, in unserer Hauptabteilung<br />

fertigen wir circa 400 bis 500 verschiedene<br />

Produkte aus ganz unterschiedlichen<br />

Rohstoffquellen“, erläutert Dr. Holger<br />

Wünsche.<br />

Für mikrobielle Rohstoffe verfügt Roche<br />

bspw. über eine eigene Fermentation mit<br />

verschiedenen Starterkulturen. „Wir haben<br />

Fermenter von 10 l, aber auch von bis zu<br />

30 000 l, das variiert je nach einzelnen<br />

Chargen“, klärt Marvin Weber auf. „In der<br />

Enzymproduktion haben wir ungefähr<br />

80 verschiedene Rohstoffe. Damit stellen<br />

wir 300 bis 400 Chargen pro Jahr her. Es gibt<br />

Stoffe, die wir wöchentlich produzieren,<br />

und dann gibt es welche, die kommen alle<br />

drei bis vier Jahre nur einmal vor.“<br />

Transparenz der Abläufe<br />

Um bei diesem Pensum effizient zu produzieren,<br />

müssen sämtliche Informationen<br />

zu betrieblichen Vorkommnissen oder Störungen<br />

im Ablauf einheitlich und lückenlos<br />

erfasst und weitergegeben werden. Grundsätzlich<br />

erfolgt bei Roche die Schichtübergabe<br />

so, dass der jeweilige Schichtleiter<br />

einen Report für die Folgeschicht schreibt.<br />

Bei der Übergabe werden dann alle Ereignisse<br />

einzeln abgehandelt. Mithilfe des Reports<br />

sieht er genau, welche Mitarbeitende<br />

an welcher Anlage gearbeitet haben und sie<br />

nun wo weiterarbeiten sollen.<br />

Dr. Holger Wünsche erinnert sich: „Bevor<br />

wir mit dem Shiftconnector eine digitale<br />

36 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Schichtbuchlösung eingeführt haben, haben<br />

wir lediglich ein kariertes Heft genutzt, in<br />

dem wir alles handschriftlich erfassten.<br />

Wenn man Glück hatte, konnte man die<br />

Schrift seines Vorgängers lesen. Und damit<br />

das Ganze nicht ausuferte, haben wir versucht,<br />

die Ereignismitteilung auf eine Seite<br />

pro Schicht zu begrenzen. Das war natürlich<br />

relativ knapp bemessen und hatte den<br />

Nachteil, dass im Nachhinein wichtige Ereignisse<br />

oftmals nicht erfasst wurden.<br />

2015 führte das Team um Dr. Holger<br />

Wünsche deshalb das interaktive Schichtbuch<br />

der Firma Eschbach ein. „Wir starteten<br />

noch recht zögerlich mit einer Pilotphase.<br />

Die intuitive Systemoberfläche des<br />

Schichtbuchs sowie das schnelle Adaptieren<br />

unserer Wünsche seitens Eschbach hat<br />

uns aber alle binnen kürzester Zeit restlos<br />

überzeugt, sodass wir direkt vom Piloten in<br />

den Go-live gegangen sind.“<br />

Reibungslose Übergabe<br />

In der Roche-Enzymproduktion werden<br />

i. d. R. zehn bis zwölf Produkte parallel verarbeitet.<br />

Ganz wichtig ist dabei, dass der<br />

Produktionsstand vernünftig dokumentiert<br />

wird, gerade zu den Ablösezeiten. Im Schnitt<br />

sind die Mitarbeiter 8,5 h an den Anlagen<br />

beschäftigt, dann wird die Übergabe gemacht<br />

und der Ist-Stand im Schichtbuch<br />

festgehalten. Erfasst wird dabei so gut wie<br />

alles: welche Anlagenteile für welches Produkt<br />

gerade in Bewegung sind, wie der<br />

Einigungsfortschritt ist, was für Reparaturen<br />

anstehen, welche Anlagen momentan außer<br />

Betrieb sind, etc. Das interaktive Schichtbuch<br />

sei dabei nun eine große Unterstützung.<br />

Marvin Weber: „Die Lösung bildet alle<br />

Vorgänge übersichtlich ab und wiederkehrende<br />

Ereignisse müssen nicht mehr neu erfasst<br />

werden, sondern werden automatisiert<br />

in den neuen Report übernommen. Das<br />

entlastet uns in der Erfassungsarbeit.“<br />

Auch lassen sich zurückliegende Ereignisse<br />

nun komfortabel mit wenigen Mausklicks<br />

recherchieren. „Durch den Shiftconnector<br />

haben wir an Transparenz gewonnen und<br />

es ist gewährleistet, dass die Übergabe<br />

reibungslos funktioniert“, konstatiert auch<br />

Dr. Holger Wünsche. „Bei Schichtwechsel<br />

kann jetzt jeder Verantwortliche einen persönlichen<br />

Report aus dem Shiftconnector<br />

erhalten, der ihn genau über den Ist­<br />

Zustand seiner Produkte informiert.“<br />

Detailliertes Reporting<br />

Das Reporting selbst läuft bei Roche nach<br />

einem ausgeklügeltem System: So enthält<br />

jeder Schichtreport den gesammelten<br />

aktuellen Produktionsstand des Enzymherstellungsbereichs.<br />

Dazu gehören sämtliche<br />

Produkte, die Produktionsanlagen sowie<br />

die beteiligten Mitarbeiter. Weiter unten im<br />

Bericht sind zudem alle aktuellen Störungen<br />

und Zusatzweisungen aufgelistet. „Diese<br />

Reports sind stets aktuell und werden an<br />

die entsprechenden Mitarbeiter ausgegeben“,<br />

erklärt Dr. Holger Wünsche. Etwaige<br />

Störmeldungen werden darüber hinaus<br />

direkt an die interne Servicebereitschaft<br />

weitergeleitet, damit diese sich mit dem<br />

Schichtleiter kurzschließen können und<br />

ggf. einen Instandhaltungs- oder Reparaturvorgang<br />

anstoßen können. Falls kleinere<br />

Reparaturen von den Schichtmitarbeitern<br />

selbst vorgenommen werden, werden diese<br />

ebenfalls im Schichtbuch dokumentiert.<br />

Im Shiftconnector selbst können beliebig<br />

viele Schichtbücher angelegt werden, die<br />

unterschiedliche Informationen vorhalten.<br />

Diesen Vorteil hat sich Roche gleich mehrfach<br />

zunutze gemacht: Zusammen mit<br />

Eschbach wurde bspw. ein Technik-Schichtbuch<br />

generiert. Alle aufkommenden Störungen<br />

erhalten nun auch automatisch<br />

einen Eintrag im Technik-Schichtbuch, sodass<br />

z. B. derjenige Mitarbeiter, der die<br />

Herstellungsprozesse tagsüber koordiniert,<br />

auch gleich eine gesammelte Übersicht über<br />

alle Störungen erhält.<br />

Auf ähnlich einfache Weise wurde auch<br />

ein separates Ablieferbuch generiert, in dem<br />

nun alle fertigen Erzeugnisse sowie deren<br />

Fälligkeitsdaten verzeichnet werden. „Unser<br />

Hauptbuch würde sonst ellenlang werden,<br />

deshalb haben wir gesagt, dass wir diese<br />

Informationen in einem externen Buch<br />

sammeln wollen“, klärt Marvin Weber auf.<br />

Roche nutzt den Shiftconnector als reines<br />

Informationstool, d. h., er funktioniert losgelöst<br />

vom ERP-System und muss auf diese<br />

Weise nicht – wie in der Pharmabranche<br />

„Wir wollen die Schichtübergabe nicht überfrachten, deshalb<br />

zeigen wir tagesaktuelle Aufgaben auf unserem Infoboard an.“<br />

üblich – für jeden Arbeitsplatz zeitaufwändig<br />

validiert werden. Dementsprechend verkürzt<br />

sich der Einführungsaufwand erheblich.<br />

Roll-out auf andere Abteilungen<br />

Die positive Resonanz von Dr. Wünsche<br />

und seinen Kollegen machte schließlich<br />

auch andere Unternehmensbereiche auf<br />

die Lösung aufmerksam. Mittlerweile gibt<br />

es zwei weitere Abteilungen auf dem Roche-<br />

Werksgelände, die den Shiftconnector für<br />

ihre Zwecke einsetzen. „Das intuitiv zu<br />

handhabende Customizing sowie die Möglichkeit,<br />

in einer Lösung gleich mehrere<br />

Schichtbücher unterschiedlichen Inhalts zu<br />

generieren, haben uns sofort überzeugt“,<br />

verrät Christian Allinger, Schichtmeister im<br />

Bereich Energieversorgung bei Roche.<br />

So überwacht der Shiftconnector nun<br />

auch die gesamte Energieversorgung, Rückgewinnung<br />

und -entsorgung des Biotechnologieunternehmens.<br />

Störungen im Ablauf<br />

werden einheitlich und lückenlos erfasst.<br />

Über separate Aufgabenfelder können<br />

Störungen an der Kesselanlage oder am<br />

Tanklager direkt an die Servicemonteure<br />

weitergegeben werden. Früher mussten<br />

diese Informationen in Word-Listen angelegt<br />

werden, die dann pro Schicht für die<br />

Verantwortlichen ausgedruckt wurden.<br />

„Wir wollen den Shiftconnector nicht mehr<br />

missen, allein schon wegen des ganzen<br />

Papiers, das wir durch ihn einsparen.“<br />

Fotos: Eschbach, Roche<br />

Shiftconnector im Einsatz bei der Roche-Enzymproduktion in Penzberg –<br />

Marvin Weber (links) und Dr. Holger Wünsche besprechen Details<br />

www.eschbach.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 37


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Ventilinsel für Siemens-Peripheriesystem<br />

Die aktuell vierte Generation der Ventilinsel Airline SP Typ 8647<br />

ist nahtlos in das neue dezentrale Peripheriesystem<br />

Simatic ET 200SP HA von Siemens integriert. Erstmals können<br />

dadurch Ventilinseln in hochverfügbaren<br />

und bis zu R1 redundanten Profinet-<br />

Umgebungen direkt an einem dezentralen<br />

Peripheriesystem betrieben werden.<br />

Die flexibel einsetzbare Ventilinsel wurde<br />

für Anlagen entwickelt, die 365 Tage im<br />

Jahr rund um die Uhr mit höchsten<br />

Anforderungen an Verfügbarkeit und<br />

Zuverlässigkeit laufen müssen.<br />

Zusammen mit den Siemens-Modulen<br />

lässt sie sich platzsparend in einen<br />

Schaltschrank montieren. Dank der<br />

vollständigen Softwareintegration in das<br />

Siemens-Prozessleitsystem PCS7 lassen sich alle Diagnoseinformationen<br />

und Prozessparameter der Ventilinsel überwachen.<br />

Somit können vorbeugende und verschleißorientierte Wartungen<br />

der Anlage eingeleitet und Stillstandzeiten minimiert werden.<br />

Redundante Profinet-Interfaces sorgen dafür, dass die Anlage<br />

auch dann weiterarbeitet, wenn ein Kommunikationsteilnehmer<br />

ausfällt. Zur hohen Verfügbarkeit des gesamten Systems tragen<br />

auch die bis zu 64 hot-swap-fähigen Ventile pro Insel bei, die sich<br />

im laufenden Betrieb ohne Anlagenstillstand und Beeinflussung<br />

der Nachbarventile wechseln lassen. Eine zusätzliche Sicherheitsfunktion<br />

sind Rückschlagventile im Entlüftungskanal.<br />

www.buerkert.de<br />

Differenzdruck-Messumformer in der<br />

Entstaubung<br />

Mit dem neuen Differenzdruck-Messumformer HE 5411 von<br />

Hesch haben Unternehmen den Filter-Verschmutzungsgrad ihrer<br />

Entstaubungsanlagen, den Füllstand von Behältern oder die<br />

Volumenströme von Lüftungs- und Klima-Anlagen immer im<br />

Blick. Dank der Zulassung für die Atex-Zone 22 eignet sich der<br />

Messumformer auch für Anwendungen, in denen herkömmliche<br />

Druckmessumformer nicht<br />

verwendet werden können.<br />

Der Differenzdruck-<br />

Messumformer misst<br />

kleinere und mittlere Drücke<br />

aller trockenen, nichtaggressiven<br />

Gase in den<br />

Bereichen von ±1,25 (ohne Atex-Zulassung), ±10, ±25, ±50 und<br />

±100 mbar. Schnell und präzise werden laut Hersteller selbst<br />

kleine Abweichungen genau angezeigt. So kann rechtzeitig ein<br />

Druckstoß (Jet-Pulse) zur Reinigung des Filters ausgelöst werden.<br />

Das Gehäuse ist mit Scharnierverschlüssen ausgestattet, die bei<br />

der Installation im Vergleich zu herkömmlichen Geräten Zeit<br />

sparen. Über zwei Tasten kann der Anwender den Grenzwert<br />

definieren. Den Status des Grenzwertrelais zeigt die LED an der<br />

Gehäusefront durch Farbwechsel an. Der Messumformer ist in<br />

drei Ausführungen erhältlich, die sowohl ein 0–10-V-Spannungssignal<br />

als auch ein 0(4)–20-mA-Stromsignal als Ausgangssignal<br />

zur Messwertübertragung bieten.<br />

www.hesch.de<br />

Skalierbare Hard- und Softwareplattform<br />

Im Jumo Varitron 500 kommt eine neue Hard- und Softwareplattform<br />

zum Einsatz, bei deren Entwicklung das Thema „Skalierbarkeit“<br />

ganz oben auf der Agenda stand. Das Ergebnis ist modular,<br />

flexibel und laut Hersteller vor allen Dingen<br />

zukunftsfähig. Basis ist eine Hardware-Plattform mit<br />

einem 800-MHz-Prozessor, der je nach Anwendung<br />

als Single-, Dual- oder Quad-Core-Variante<br />

eingesetzt werden kann.<br />

Die Software ist auf Basis einer Linux-Plattform<br />

modular aufgebaut und ermöglicht eine sehr gute<br />

Skalierbarkeit der Performance, Speicher und<br />

Schnittstellen. Eine weitere Besonderheit ist ein kundenspezifischer<br />

Konfigurations- und Prozess-Dateneditor.<br />

In das System können mehrere Bedienstationen via Codesys-<br />

Remote-Target- oder Web-Visualisierung sowie bis<br />

zu 64 intelligente Anschaltmodule integriert werden.<br />

Über eine Profinet-IO-Device-Schnittstelle ist<br />

zukünftig eine Anbindung an übergeordnete<br />

Steuerungssysteme alternativ via Modbus TCP<br />

möglich.<br />

www.jumo.net<br />

Tragbarer Prozesskalibrator<br />

Der portable Prozesskalibrator<br />

CPH7000 von Wika hat die<br />

Atex-Zulassung erhalten. Er eignet<br />

sich damit auch für Einsätze in<br />

explosionsgefährdeten Bereichen. Das<br />

Gerät ermöglicht eine höchst flexible<br />

Vor-Ort-Kalibrierung von Drucktransmittern<br />

und Manometern. Eine<br />

Höchstdruckausführung prüft selbst Messbereiche bis 10 000 bar.<br />

In dem tragbaren Multifunktionsgerät sind ein Elektronikmodul,<br />

eine Handpumpe zur Erzeugung von Prüfdrücken bis 25 bar und<br />

ein leistungsstarker Datenlogger integriert. Der CPH7000 erfüllt<br />

aufgrund seiner Ausstattung auch Prüfaufgaben für die<br />

Messgrößen Temperatur, Spannung und Strom.<br />

www.wika.de<br />

Durchflüsse in Echtzeit messen<br />

Der SLF3x ist Sensirions Neuheit im Bereich der Flüssigkeitsdurchflusssensoren.<br />

Der Sensor erlaubt nicht nur im Falle von<br />

Wasser, sondern auch bei kohlenwasserstoffbasierten Flüssigkeiten<br />

die bidirektionale Messung von Durchflussraten bis zu<br />

40 ml/min. In Kombination mit seinem guten Signal-Rausch-<br />

Verhältnis und einem dynamischen Bereich von 200:1 ermöglicht<br />

der Sensor die Echtzeit-Überwachung eines jeden Flüssigkeitssystems,<br />

was die Prozesskontrolle verbessert und eine fortschrittliche<br />

Fehlererkennung gewährleistet. Der gerade, hindernisfreie<br />

Durchflusskanal enthält keine beweglichen Teile und besteht aus<br />

inerten, benetzten Materialien, die<br />

eine hohe chemische Widerstandsfähigkeit<br />

und Medienverträglichkeit<br />

bieten.<br />

www.sensirion.com<br />

38 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Korrosive Umgebungen.<br />

Teure Ausfallzeiten durch Entleerung.<br />

Versteckte Kosten.<br />

Lassen Sie Ihren<br />

Wirkungsgrad nicht verdunsten.<br />

Deshalb kommt es<br />

auf den Füllstand an.<br />

Die Dampfproduktion ist für bis zu 60 % Ihres gesamten<br />

Energieverbrauchs verantwortlich. Das heißt, jede Ineffizienz<br />

kann Sie ein kleines Vermögen kosten. Deshalb ist<br />

Magnetrol® wichtig. Wir helfen Ihnen, versteckte Kosten<br />

zu erkennen, die Produktion zu verbessern und Ausfallzeiten<br />

zu reduzieren. Und wir haben das breiteste Portfolio<br />

an Füllstandmessgeräten, um Ihren gesamten Prozess der<br />

Dampferzeugung und Kondensatrückgewinnung zu optimieren.<br />

Das ist entscheidend. Denn in Ihrem Werk kommt<br />

es auf den Füllstand an.<br />

©<strong>2019</strong> Magnetrol International<br />

Laden Sie das Kit zur Optimierung der Dampferzeugung<br />

unter steamgen.magnetrol.com herunter


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Stromversorgung mit SIL-Zertifizierung<br />

Die neue Stromversorgung Quint<br />

Power von Phoenix Contact bietet<br />

eine hohe Betriebssicherheit für<br />

anspruchsvolle Applikationen. Die<br />

Plusvariante mit Schutzlackierung<br />

und Atex-/IECEx-Zulassung erlaubt<br />

den Einsatz in explosionsgefährdeten<br />

Bereichen (Zone 2). Sie verfügt über<br />

einen integrierten Entkopplungs-<br />

Mosfet und eine doppelte Overvoltage<br />

Protection mit SIL3-Zertifizierung.<br />

Der statische Boost mit dauerhaft bis<br />

zu 125 % des Nennstroms ermöglicht eine einfache Anlagenerweiterung.<br />

Durch den dynamischen Boost von bis zu 150 % des<br />

Nennstroms für 5 s ist auch das Starten schwerer Lasten einfach<br />

möglich. Mit einer Netzausfall-Überbrückungszeit von mindestens<br />

20 ms und einem integrierten Gasableiter für eine hohe<br />

elektrische Störfestigkeit von bis zu 6 kV verfügt das Gerät über<br />

eine robuste Eingangsseite. Die umfangreiche Signalisierung mit<br />

Analog-, Digital- und Relaiskontakten bietet eine präventive<br />

Funktionsüberwachung. Sie meldet kritische Betriebszustände,<br />

bevor Fehler auftreten. Durch den weiten Temperaturbereich von<br />

–40 bis +75 °C eignet sich die Plusvariante auch für den Einsatz<br />

unter extremen Umweltbedingungen.<br />

www.phoenixcontact.com<br />

Kältemittelkalibrierung<br />

Die Hauptapplikationen der LiquiSonic OCR Messysteme ist die<br />

Überwachung der Kältemittelkonzentration beim Testen von<br />

Komponenten in stationären Klimaanlagen. Das perfekte<br />

Mischverhältnis zwischen Öl<br />

und Kältemittel sorgt für eine<br />

maximale Lebensdauer bei<br />

einem optimalen Wirkungsgrad.<br />

Die wartungsfreie<br />

LiquiSonic Messtechnik<br />

bestimmt den Ölgehalt in einer<br />

Vielzahl verschiedener<br />

Kältemittel sehr präzise und<br />

schnell und sorgt für eine kontinuierliche Überwachung der<br />

Klimakreisläufe direkt im System.<br />

Die Messgeräte erfassen die absolute Schallgeschwindigkeit, eine<br />

rückführbare und bewährte physikalische Größe, sowie die<br />

Temperatur und ermitteln daraus hochpräzise die temperaturkompensierte<br />

Konzentration des Kompressoröls im Kältemittel.<br />

www.sensotech.com<br />

Doppelstockklemmen inklusive Drücker<br />

Wago hat seine Doppelstockklemmen um die Betätigungsvariante<br />

Drücker ergänzt. Die Erweiterung der Doppelstockklemmen<br />

Tobjob S mit senkrechter Leitereinführung ermöglicht es dem<br />

Anwender, ein komplettes System mit einfacher Betätigungsart zu<br />

nutzen.<br />

Wie bei den bestehenden Doppelstockklemmen mit gerader<br />

Leitereinführung mit Betätigungsöffnung erfolgt sowohl der<br />

Leiteranschluss als auch die Betätigung des Drückers senkrecht.<br />

Dadurch ist die Verdrahtung der Reihenklemmen, z. B. in engen<br />

Klemmenkästen, die wenig Platz für das Betätigungswerkzeug<br />

bieten, immer noch komfortabel. Die Drücker sind orangefarben<br />

und deutlich zu erkennen. Wie bei allen Klemmen mit Drücker<br />

lässt sich auch bei den Doppelstockklemmen<br />

das Betätigungswerkzeug<br />

frei wählen. Dank der<br />

Push-in Cage-Clamp-Anschlusstechnik<br />

können eindrähtige,<br />

mehrdrähtige sowie feindrähtige<br />

Leiter mit Aderendhülse auch<br />

direkt gesteckt werden.<br />

www.wago.com<br />

Durchflussmesser für Abgase<br />

Thermische Gas-Durchflussmesser reagieren empfindlich auf<br />

kleinste Verschmutzungen, insbesondere Ölreste „ölfreier“<br />

Kompressoren. Auch geringfügiger Kondensatanfall, Staub und<br />

Rohrleitungsabrieb erfordern Kalibrierintervalle von zwölf oder<br />

gar sechs Monaten. In stark verschmutzten Medien wie Abgasen<br />

verbietet sich der Einsatz thermischer Durchflussmesser von<br />

vornherein. Unter derartigen Bedingungen arbeiten die<br />

Durchflussmesser der Deltaflow-C-Baureihe. Das empfohlene<br />

Re-Kalibrierintervall dieser Differenzdruck-Durchflussmesser<br />

beträgt 60 Monate.<br />

Der Durchflussmesser deckt einen Einsatzbereich bis 14 bar und<br />

160 °C bereits ab 10 g/min ab und ist nach oben für praktisch alle<br />

Rohrdimensionen und Durchflüsse einsetzbar. Das Messprinzip<br />

basiert auf dem Differenzdruckprinzip. Um präzise Messungen<br />

trotz Veränderungen von Prozessdaten<br />

zu gewährleisten, erfolgt<br />

automatisch eine Kompensation<br />

durch die hochgenauen, integrierten<br />

Temperatur- und Drucksensoren. Die<br />

Genauigkeit liegt bei der Standardausführung<br />

bei 4 %, die Präzisionsausführung<br />

liefert Genauigkeiten besser 2 %.<br />

www.systec-controls.de<br />

Füllstandmanagement im Internet der Dinge<br />

Pepperl+Fuchs präsentiert einen Füllstandsensor,<br />

der seine Daten an eine sichere Gegenstelle im<br />

industriellen Internet der Dinge funkt. Der<br />

IoT-Sensor Wilsen.sonic.level wird zusammen mit<br />

dem Wilsen.service und einer Geschäftsdatenplattform<br />

zu einem Starterpaket gebündelt. Darin sind<br />

alle notwendigen Komponenten für ein lauffähiges<br />

IoT-System gebündelt. Dieses zeit- und kostenbegrenzte Paket<br />

ermöglicht es Interessierten, auch ohne Vorkenntnisse mit dem<br />

Internet der Dinge zu starten, um damit möglichst schnell<br />

Erfahrungen im eigenen Prozessumfeld sammeln<br />

zu können. Der Ultraschall-Funksensor eignet sich<br />

zur Überwachung von Füllständen in mobilen<br />

Containern, Tanks oder Silos. Daneben ermittelt das<br />

batteriebetriebene Gerät auch die Geoposition des<br />

Behälters und funkt die erfassten Daten über eine<br />

GSM oder Lorawan-Verbindung an eine definierte<br />

Annahmestelle im Internet.<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

40 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Filtergeräte überwachen und steuern<br />

Mit der Abschaltautomatik inklusive Signalleuchten für Pumpen-<br />

Filtereinheiten lassen sich laut Hersteller ohne großen Aufwand<br />

und Investitionen die Effizienz des Filterprozesses steigern und<br />

gleichzeitig die Betriebskosten<br />

senken. Ein säurefester Wächter aus<br />

PVDF/FKM überwacht den Druck im<br />

Filter kontinuierlich und steuert den<br />

Betrieb der Pumpe. Die Pumpe stoppt<br />

automatisch nach Erreichen des<br />

vorher eingestellten maximalen Filterdrucks.<br />

Heiß- oder gar Trockenlauf,<br />

die häufigsten Ausfallursachen bei<br />

Pumpen, werden so vermieden. Die<br />

Kosten für Instandhaltung und<br />

zeitaufwändige Reparaturen<br />

reduzieren sich deutlich. Durch<br />

Veränderung des maximalen Filterdrucks<br />

kann der Verschmutzungsgrad<br />

des Filters entsprechend der Anwendung flexibel angepasst und<br />

die Qualität des Filterprozesses verbessert werden.<br />

Mithilfe der Signalleuchten kann der Bediener den aktuellen<br />

Betriebszustand ständig und einfach erfassen. Der Über -<br />

wachungsaufwand wird minimiert, ein vorzeitiger Filterwechsel<br />

unterbunden, das Filtermedium besser ausgenutzt und der<br />

Verbrauch verringert.<br />

Robust langlebig.<br />

erweiterter Einsatztemperaturbereich<br />

bis 250 °C<br />

hohe Temperaturzyklenbeständigkeit<br />

hochreine und ebenmäßige Kontaktschicht<br />

für eine bessere Lötverbindung<br />

(Longlife-Rundumkontakt)<br />

geeignet für Lötprozesse mit Temperaturen<br />

über 300 °C<br />

patentiertes Herstellungsverfahren<br />

Platin-Chip-Temperatursensoren<br />

in SMD-Bauform nach DIN EN 60751<br />

90024<br />

www.wuflex.de<br />

Frequenzumrichter mit Profisafe<br />

Willkommen bei JUMO.<br />

www.jumo.net<br />

Besuchen Sie uns am<br />

18. September <strong>2019</strong><br />

in Ludwigshafen<br />

Funktionale Sicherheit gewinnt immer mehr an Bedeutung als ein<br />

grundlegender Bestandteil im zeitgemäßen Maschinen- und<br />

Anlagendesign. Aktuell liefert Nord Drivesystems in diesem<br />

Umfeld Frequenzumrichter mit integriertem STO und SS1. Sicherheitsgerichtete<br />

Kommunikation sowie sichere Bewegungsfunktionen<br />

gemäß der IEC 61800-5 bedient der Antriebsspezialist mit<br />

der Profisafe-Baugruppe SK TU4-PNS. Funktionen wie SLS (Safety<br />

Limited Speed), SSR (Safe<br />

Speed Range), SDI (Safe<br />

Direction), SOS (Safe<br />

Operation Stop) und SSM<br />

(Safe Speed Monitor)<br />

lassen sich integrieren und<br />

erweitern die sicheren<br />

Stoppfunktionen der<br />

Antriebe.<br />

Die Profisafe-Busschnittstelle<br />

SK TU4-PNS<br />

überwacht die sichere Einhaltung der Grenzwerte und stellt die<br />

sicheren Ein- und Ausgänge bereit. Bei Über- oder Unterschreiten<br />

eines Grenzwerts schaltet die Busschnittstelle in einen sicheren<br />

Zustand. Alle Ausgänge werden spannungsfrei geschaltet,<br />

Eingangsinformationen werden zurückgesetzt und an die übergeordnete<br />

sicherheitsgerichtete Steuerung übertragen. Diese ist für<br />

den Einsatz der Profisafe-Baugruppe grundsätzlich erforderlich.<br />

www.nord.com<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

Berührungslose und schnelle<br />

Temperaturmessung<br />

Jumo.indd 1 26.08.<strong>2019</strong> 10:38:56<br />

Mit dem neuen Infrarotthermometer PCE-TC 24 bringt PCE<br />

Instruments ein Wartungstool auf den Markt, das Temperaturen<br />

im Bereich von –20 bis +380 °C messen kann und eine Bild-in-<br />

Bild-Funktion bietet. Die deckungsgleiche<br />

Darstellung erfolgt in Realbildern mit<br />

einer Auflösung von 240 × 320 Pixeln und<br />

IR-Bildern (Infrarot-Bilder) mit einer<br />

Auflösung von 33 × 33 Pixeln. Das<br />

beleuchtete LCD erlaubt Messungen bei<br />

Dunkelheit.<br />

Das Infrarotthermometer misst kontinuierlich<br />

die maximale und die minimale<br />

Temperatur vom untersuchten Objekt<br />

und zeigt ihre genaue Position an. Der<br />

Emissionsgrad ist bei der PCE-TC 24 im<br />

Bereich von 0,1 bis 1 einstellbar und<br />

gewährleistet somit die exakte Temperaturbestimmung<br />

der unterschiedlichen<br />

Materialien. Weiterhin sind durch die<br />

integrierte Speicherfunktion die Dokumentation und Archivierung<br />

gewährleistet. Die BMP-Dateien können dann mittels Micro-<br />

SD-Karte oder USB ausgelesen werden.<br />

Das IR-Thermometer liefert schnell und kontaktlos Messergebnisse,<br />

ohne dass durch mangelnden Wärmekontakt Fehler<br />

entstehen. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Thermometern<br />

ist, dass bewegte Messobjekte erfasst und analysiert<br />

werden können.<br />

www.pce-instruments.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 41


TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />

Alles im Blick<br />

Mit Retrofit von der halbautomatischen<br />

zur vollautomatischen Abfüllanlage<br />

Die effiziente und zuverlässige<br />

Abfüllung von Flüssigkeiten aus<br />

den Bereichen Chemie, Petrochemie<br />

und Baustoffe stellt viele<br />

individuelle Anforderungen. Durch<br />

die Nachrüstung mit einer Kamera<br />

lässt sich ein halbautomatisches<br />

System vollständig automatisieren.<br />

Autor: Ralph Arndt, Sales Engineer Spare Parts<br />

and Retrofit, Greif-Velox Maschinenfabrik GmbH,<br />

Lübeck<br />

Mit der halbautomatischen Koordinatenabfüllanlage<br />

K-Dos können z. B.<br />

bis zu 60 Fass oder 18 IBC pro Stunde befüllt<br />

werden. Dabei werden die Leergebinde auf<br />

Paletten gestellt und auf der Palette stehend<br />

befüllt. Das spart teure Palettiertechnik für<br />

Vollgebinde. Da die Investitionskosten für<br />

die Anlage gering sind, rechnet sich die<br />

Maschine vor allem für den Einstieg in die<br />

Abfüllung oder für Abfüllmengen in kleineren<br />

Chargen. Im Produktionsfluss werden<br />

allerdings verschiedene Verfahren manuell<br />

bedient, sodass dieser nicht durchautomatisiert<br />

ist und durchgängig getrackt werden<br />

kann. Beispielsweise kümmert sich das<br />

Bedienpersonal um die gewünschte Abfüllposition<br />

und muss die Gebinde manuell<br />

öffnen und schließen.<br />

Gerade im Rahmen des technologischen<br />

Wandels automatisieren und digitalisieren<br />

eine große Zahl von Industrieunternehmen<br />

ihre Produktion. Gute Maschinen und Anlagen<br />

wie die halbautomatische K-Dos werden<br />

neuen Anforderungen zum Teil nicht<br />

gerecht. Das ist aber noch lange kein Grund,<br />

sie durch einen komplett neuen, modernen<br />

Maschinenpark auszutauschen. Denn damit<br />

wären für Unternehmen sehr hohe<br />

Kosten verbunden. Insbesondere wenn die<br />

Anlagen noch einwandfrei laufen, besteht<br />

die Möglichkeit, die Maschine nachzurüsten:<br />

Retrofit-Lösungen setzen hier an und<br />

werten die Maschinen auf, machen sie zeitgemäßer<br />

und sind eine kostengünstige Investition<br />

in die Zukunft.<br />

Dank Kameratechnik Produktion<br />

automatisieren<br />

Die Standard-Abfüllanlage K-Dos kann durch<br />

ein Kamerasystem vollautomatisiert werden<br />

– bei gleichbleibender Leistung. Die Integration<br />

neuer Kameratechnik eröffnet vielschichtige<br />

und differenzierte Einsatzmöglichkeiten.<br />

Die vorhandene Anlage wird mit<br />

einem Kameragestell, bestehend aus Kamera<br />

und Beleuchtungseinrichtung, nachgerüstet.<br />

Die neue Digital-Vollbild-Kamera erstellt dann<br />

ein Bild der Gebinde, die auf der Palette stehen.<br />

Die dazugehörige Software findet auf<br />

einem Industrie-PC hinterlegte Konturen<br />

und identifiziert diese als Ziel. Die Steuerung<br />

erhält dann die passenden Ko ordinaten der<br />

Gebindeöffnungen, sodass die Behälter<br />

automatisch an die berechnete Position der<br />

Abfüllung gefahren werden.<br />

Die Umrüstung hat zur Folge, dass das<br />

Personal entlastet wird. So benötigt die ge-<br />

42 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />

Abfüllanlage mit Kamerasystem<br />

samte Anlage nur noch einen Bediener<br />

für den effektiven Betrieb, der das richtige<br />

Produkt im Panel auswählt. Dort sind die<br />

Gewichtswerte und Gebindedaten hinterlegt<br />

sowie die Informationen für die<br />

Kamera. Alternativ ist es auch möglich, die<br />

Umstellung der Sorten vollautomatisch<br />

durch ein Leitsystem durchzuführen. Die<br />

K-Dos-A meldet automatisch die einzelnen<br />

Gewichtsdaten zurück. Nach der Befüllung<br />

aller Gebinde fährt die Palette entweder<br />

vollautomatisch heraus oder wird vom Bedienpersonal<br />

mit dem Gabelstapler entnommen.<br />

Durch die Modernisierung und<br />

Nachrüstung mit einem Kamerasystem besteht<br />

außerdem die Möglichkeit, die Anlage<br />

mit einem Schrauber auszurüsten, um<br />

bspw. Stahlfässer, die 200 l fassen, automatisch<br />

auf- und zuzuschrauben. So kann<br />

noch eine weitere Automatisierungsebene<br />

realisiert werden.<br />

Mit Vernetzung und Remote-<br />

Anbindung zu besserem Service<br />

Im Zuge der Retrofit-Maßnahmen wird<br />

auch das Bediengerät der Anlage erneuert<br />

und auf ein TP 1200 vergrößert. Das erleichtert<br />

den Service und die Bedienung<br />

der Anlage. Hinzu kommt die Ausrüstung<br />

mit einem VPN oder GSM-Router. Daraus<br />

ergeben sich entscheidende Service-Vorteile<br />

für einen reibungslosen Betrieb: Über<br />

das System kann Greif-Velox jederzeit in<br />

die Funktion der Anlage sicher eingreifen<br />

und direkt von Lübeck aus weltweit bei<br />

Störungen, Optimierungswünschen oder<br />

sonstigen Fragen assistieren. So können<br />

z. B. auch in Zusammenarbeit neue Gebinde<br />

hinterlegt werden. Diese Herangehensweise<br />

minimiert die erforderlichen<br />

Serviceeinsätze auf ein Minimum, wodurch<br />

die Anlagenverfügbarkeit fast in Echtzeit<br />

sichergestellt wird.<br />

Bevor Retrofit-Maßnahmen ergriffen<br />

werden, evaluiert das Service-Team von<br />

Greif-Velox das Erweiterungspotenzial. Damit<br />

wird geprüft, ob die Anlage überhaupt<br />

erweitert werden kann. Die Erfahrung zeigt,<br />

dass dies meistens der Fall ist. Besonders<br />

geeignet sind Anlagen im ex-freien Bereich,<br />

wobei eine Deckenhöhe von über 4,1 m gewährleistet<br />

sein sollte. Jedoch lässt sich jede<br />

K-Dos auch zu einer Anlage für den Ex-<br />

Bereich Zone 1 umbauen. Sollte sich eine<br />

Anlage zum Einsatz von Retrofit-Lösungen<br />

eignen, prüfen die Experten, inwieweit vorhandene<br />

Komponenten wie Steuerung oder<br />

Wägetechnik weitergenutzt werden können.<br />

Daraufhin wird in enger Zusammenarbeit<br />

mit dem Kunden ein Konzept für die<br />

Realisierung erstellt, das die Wirtschaftlichkeit<br />

und Nachhaltigkeit überprüft. Bei einem<br />

positiven Resultat wird eine maßgeschneiderte<br />

Lösung bereitgestellt.<br />

Fotos: Greif-Velox<br />

www.greif-velox.com<br />

Meorga.indd 1 13.08.<strong>2019</strong> 09:40:44<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 43


TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />

Vor fast 70 Jahren wurde die erste elektrische<br />

Fasspumpe entwickelt. Viele Produktgenerationen<br />

später leisten Fass- und<br />

Exzenterschneckenpumpen bei der Abund<br />

Umfüllung noch immer gute Dienste.<br />

Dabei können neben niedrig- und hochviskosen<br />

Medien auch aggressive oder<br />

brennbare Fluide abgefüllt werden. Die<br />

axial wirkenden Kreiselpumpen sorgen für<br />

einen pulsationsfreien, die Exzenterschneckenpumpe<br />

für einen scherarmen, pulsationsarmen<br />

Fördervorgang.<br />

Doch die einfache Pumpe war gestern:<br />

„Kundenspezifische Gesamtlösungen werden<br />

immer wichtiger“, sagt Jürgen Rabenseifner,<br />

Vertriebsleiter bei der Flux Geräte GmbH.<br />

„Daher haben wir uns Gedanken gemacht,<br />

wie wir Anwendern eine optimale Abfüllstation<br />

anbieten können.“ Ergebnis ist ein<br />

Baukastensystem, das neben unterschiedlichen<br />

Fasspumpen mit Motor und Schlauch<br />

auf der Zuführseite auch verschiedene<br />

Waagen, eine Steuerung und bei Bedarf<br />

auch Rollenbahnelemente auf der Abfüllseite<br />

enthält. „Auf der Achema haben wir<br />

letztes Jahr einen ersten Prototypen gezeigt,<br />

der zur Serienreife weiterentwickelt wurde“,<br />

so Rabenseifner.<br />

Flexible Auswahl<br />

Aus einer Hand<br />

Eichgenaues Abfüllen mit System<br />

Öl, Essig und Aromen – in der Lebensmittelund<br />

Kosmetikindustrie ist die Abfüllung von<br />

unterschiedlichsten Medien ein essenzieller<br />

Bestandteil aller Prozesse. Ein neues Abfüllsystem<br />

optimiert das Handling und bietet eine ergonomische<br />

und vor allem geräuscharme Arbeitsumgebung.<br />

Zum Start fokussiert sich Flux auf einen<br />

modularen Baukasten mit zwei Grundvarianten:<br />

für nieder- und hochviskose<br />

Medien. Die Behälterhöhen können je nach<br />

Vorgabe maximal 250 mm oder 400 mm betragen.<br />

Mit den Waagen lassen sich Maximalgewichte<br />

bis 15, bis 30 und bis 50 kg abdecken.<br />

„Wenn man alles durchmultipliziert,<br />

kommt man auf 26 Varianten“, erklärt der<br />

Vertriebsleiter. „Davon haben wir einige gestrichen,<br />

von denen wir dachten, die werden<br />

nicht bestellt, denn die Kombinationen<br />

machen nicht viel Sinn.“<br />

Doch natürlich kam es anders: „Die erste<br />

Kombi, die wir verkauft haben, war genau<br />

eine, die wir ausgeschlossen hatten – für<br />

schmale, aber hohe Behältnisse“, erzählt<br />

Rabenseifner schmunzelnd. Durch den<br />

modularen Aufbau des Systems war jedoch<br />

auch dieser Kundenwunsch einfach zu<br />

erfüllen: „Wir mussten die Waage austauschen<br />

und dann hat alles gepasst.“<br />

Viele Möglichkeiten<br />

Autorin: Dipl.-Chem. Katja Friedl, Redakteurin,<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH, Mainz<br />

Das System kann niedrigviskose Flüssigkeiten<br />

bis 1 000 mPas, hochviskose Flüssigkeiten<br />

bis 25 000 mPas sowie schäumende


01 Es können Gebinde mit einer Höhe von<br />

bis zu 400 mm befüllt werden<br />

02 Ein mechanischer Anschlag sorgt für die<br />

richtige Positionierung der Behälter<br />

03 Sebastian Morning startet die Abfüllung<br />

mit einem Klick<br />

Medien abfüllen. Bei den Gebinden können<br />

Weithalsflaschen, Schraubdosen, Klemmdeckeldosen,<br />

Kanister, Eimer usw. bis zu<br />

einer Höhe von maximal 400 mm, mit<br />

einem minimalen Spundloch-Durchmesser<br />

von 40 mm befüllt werden.<br />

Als Abfüllverfahren stehen drei Varianten<br />

zur Verfügung: Die Über spiegel-Abfüllung<br />

eignet sich für unproblematische, nicht<br />

schäumende Medien in offene Gebinde<br />

ebenso wie die Unterspundloch-Abfüllung,<br />

wenn in Spundlochgebinde abgefüllt werden<br />

soll. Schäumende und problematische<br />

Medien lassen sich unterspiegel abfüllen.<br />

Momentan ist das Abfüllsystem auf ca.<br />

30 l/min ausgelegt – bei dickflüssigen Medien<br />

kann dieser Wert auf 10–15 l/min sinken.<br />

„Natürlich gehen auch die Verfahrwege in<br />

die Zykluszeiten ein, aber wir rechnen mit<br />

etwa 100 bis 500 Gebinden pro Tag“, schätzt<br />

Morning. Gerade wenn viele unterschiedliche<br />

Gebinde befüllt werden müssen, spielt<br />

die Anlage ihre Stärke aus.<br />

Durch die Kombination von Grob- und<br />

Feindosierung lassen sich kurze und präzise<br />

Abfüllzyklen realisieren. So ist ein<br />

exaktes, eichgenaues Abfüllen gemäß Fertig-<br />

PackV möglich – je nach Systemkonfiguration<br />

von 0,5–50 kg. Sehr wichtig war den Entwicklern<br />

von Flux auch das automatische<br />

Ein- und Ausschalten der zuführenden<br />

Pumpe über das System. „Wenn die Pumpe<br />

abgeschaltet wird, solange sie nicht fördern<br />

muss, sorgt das einfach für weniger Geräuschbelastung<br />

am Arbeitsplatz“, erklärt<br />

Jürgen Rabenseifner.<br />

Alles in Edelstahl<br />

Um die Variantenzahl zu reduzieren und<br />

den Kunden eine hochwertige Anlage zu<br />

bieten, die sich gut reinigen lässt, setzt<br />

Flux auf Edelstahl. Sebastian Morning,<br />

projektverantwortlicher Produkt entwickler<br />

betont, dass das natürlich nicht alles sei:<br />

„Wir haben das System mit Sicherheitsfeatures<br />

ausgestattet – zum Beispiel mit<br />

einer Tara-Kontrolle. Damit ist die Anlage in<br />

der Lage, das Gebinde zu erkennen. Der<br />

Abfüllvorgang startet nur, wenn Gebinde<br />

und Programm zusammenpassen.“<br />

Die Programme selbst können individuell<br />

in der Steuerung hinterlegt werden.<br />

„Für die Einrichtung gibt es andere Berechtigungen<br />

als für die Bedienung“, führt<br />

Morning aus. „Der Bediener muss nur den<br />

Startknopf drücken und sich um die Zuführung<br />

der Gebinde kümmern. Sollte er das<br />

Gebinde aus Versehen so unter die Fülllanze<br />

positionieren, dass diese nicht das<br />

Spundloch, sondern den Kanister selbst<br />

trifft, wird die Abfüllung erst gar nicht gestartet<br />

und das Dosierventil fährt wieder in<br />

den Ausgangszustand zurück.“<br />

Einfache Reinigung<br />

Das System kann dauerhaft bei 100 °C betrieben<br />

werden, kurzfristig auch bis 130 °C.<br />

Die Reinigung der medienberührten Teile<br />

erfolgt auf Wunsch per CIP, aber auch die<br />

Demontage und manuelle Reinigung ist mit<br />

wenigen Handgriffen zu bewältigen.<br />

Das einfache Handling von Motor und<br />

Fasspumpe ermöglicht kurze Umrüstzeiten.<br />

Zur Auswahl stehen verschiedene Fasspumpen<br />

mit und ohne Gleitringdichtung,<br />

Versionen für größere Eintauchtiefen, horizontale<br />

Pumpen sowie Mischpumpen. Die<br />

Fass- und Containerpumpen von Flux gibt<br />

es in Ausführungen mit Ex-Schutz, mit<br />

3A-Zertifizierung sowie als Food-Pumpen<br />

„Durch die Kombination von Grob- und Feindosierung<br />

lassen sich kurze und präzise Abfüllzyklen realisieren.“<br />

(konform gemäß Verordnung (EG) 1935/<br />

2004 sowie FDA CFR 21).<br />

Für typische Anwendungen sind bereits<br />

vorkonfektionierte Pumpen-Sets erhältlich.<br />

Auch bisher lassen sich schon halbautomatische<br />

Abfüllsysteme konfigurieren –<br />

allerdings in Kombination mit einem<br />

Durchflussmesser.<br />

Als nächstes Feature steht für das halbautomatische<br />

Abfüllsystem mit Wägetechnik<br />

– Flux-Fill WT – der Ex-Schutz auf dem<br />

Programm. Aber auch Absaugeinrichtungen<br />

oder die automatische Verschließung von<br />

Behältern sind denkbare Optionen. Jürgen<br />

Rabenseifner: „Denkbar sind zum Beispiel<br />

Zu- und Abführeinheiten, die auch noch angetrieben<br />

werden könnten, wenn der Kunde<br />

das möchte. Momentan bieten wir schon<br />

Rollenbahnmodule, mit denen man die Gebinde<br />

zuführen oder weitertransportieren<br />

kann – einfach um das Handling zu erleichtern<br />

– vor allem bei großen Abfüllgewichten.“<br />

Fachpack: Halle 3, Stand 521<br />

Fotos: Flux, Fotolia (#77520811, Okea)<br />

www.flux-pumps.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 7-8/<strong>2019</strong> 9/<strong>2019</strong> 45


Hart im Nehmen<br />

Korrosionsfreie Energieführung trotzt<br />

Salzsäure-Belastung in Feuerverzinkerei<br />

In der Vorbehandlungslinie einer Feuerverzinkerei herrschen schwierige<br />

Bedingungen: Damit die Werkstücke so rein wie möglich werden,<br />

müssen sie zuvor unter anderem in verdünnter Salzsäure gereinigt<br />

werden. Dies bedeutet vor allem für die Hallenkrane und die<br />

dazugehörigen Komponenten eine außergewöhnliche Säurebelastung.<br />

Die Feuerverzinkung ist das effektivste<br />

Korrosionsschutzverfahren, das industriell<br />

angewendet wird, um Stahl extrem<br />

langlebig und zugleich umweltfreundlich<br />

vor Korrosion zu schützen. Dabei wird<br />

durch das Eintauchen der Werkstücke in<br />

eine metallische Zinkschmelze ein mit dem<br />

Stahl unlösbarer Zinküberzug aufgebracht.<br />

An der Stahloberfläche bilden sich Eisen-<br />

Zink-Legierungen unterschiedlicher Zusammensetzung.<br />

Nach außen hin wird die<br />

Oberfläche durch einen Überzug aus Reinzink<br />

abgeschlossen.<br />

Für eine dauerhafte und lückenlose<br />

Eisen-Zink-Reaktion müssen die Werkstücke<br />

jedoch vorbehandelt werden. Durch das<br />

Eintauchen in eine Reihe von Vorbehandlungsbädern<br />

müssen die Werkstücke vor<br />

dem eigentlichen Feuerverzinken metallisch<br />

blank sein. Um Produktionsrückstände wie<br />

Fette und Öle zu entfernen, werden die Teile<br />

zuerst in einem Entfettungsbad gereinigt und<br />

anschließend gebeizt. Hier werden weitere<br />

arteigene Verunreinigungen wie Rost und<br />

Autor: Jörg Ottersbach, Leiter Geschäftsbereich<br />

E-Ketten, Igus GmbH, Köln<br />

Zunder von der Oberfläche entfernt. Beides<br />

findet i. d. R. in verdünnter Salzsäure statt.<br />

Anschließend folgen zwei Spülgänge, um<br />

die Verschleppung von Säure- und Salzresten<br />

mit dem Verzinkungsgut so weit wie<br />

möglich zu minimieren. Im vorletzten<br />

Schritt werden die Werkstücke in ein Flussmittelbad<br />

getaucht, was der sehr feinen<br />

Reinigung der Stahloberfläche dient. Danach<br />

werden die Teile getrocknet, bevor sie in die<br />

flüssige Zinkschmelze getaucht werden.<br />

Die Betriebstemperatur eines Verzinkungsbades<br />

liegt in den meisten Betrieben<br />

zwischen 440 und 460 °C. Die Stahloberfläche<br />

geht mit dem Zink im Schmelzbad<br />

durch gegenseitige Diffusion eine feste<br />

Verbindung ein, die in dieser Qualität mit<br />

keinem anderen Schutzverfahren erreicht<br />

wird. Danach werden die Werkstücke an<br />

der Luft abgekühlt.<br />

Schwierige Bedingungen<br />

Durch die offenen, aber von der weiteren<br />

Umgebung vollständig eingehausten Prozessbäder<br />

herrscht in der Luft im Bereich<br />

der Vorbehandlungslinie ein HCl-Kondensat<br />

von etwa 2 %. Dies bedeutet, dass es<br />

wichtig ist, im Inneren der Vorbehandlungslinie<br />

chemikalienresistente Komponenten<br />

einzusetzen.<br />

Für die Energiezuführung der Prozesskrane<br />

kam in der Vergangenheit an sämtlichen<br />

Standorten von Wiegel ein sogenanntes<br />

Festoon-System zum Einsatz. Leitungen<br />

und Schläuche werden hier wie bei einer<br />

Girlande aufgehängt und mit kleinen Rollwagen<br />

bewegt. Nachteilig an dieser Technologie<br />

ist jedoch, dass am Ende des Verfahrweges<br />

ein Kabelbahnhof einiges an<br />

Platz in Anspruch nimmt und so außerdem<br />

der Raum der Vorbehandlungslinie nicht<br />

komplett abgeschottet werden kann. Auch<br />

fallen die Rollen der Leitungswagen mitunter<br />

nach einiger Zeit aus, da die C-Profile,<br />

in denen sie geführt werden, aufgrund der<br />

Säurebelastung korrodieren und scharfkantig<br />

werden. Dadurch nutzen sich die<br />

Rollen schnell daran ab.<br />

Peter Zorn, Projektleiter Abteilung Technik<br />

bei der Wiegel Verwaltung GmbH &<br />

Co KG, erklärt die damalige Entwicklung:<br />

„Sehr wichtig waren zwei Dinge für uns:<br />

Eine dichte Lösung für den Raum der<br />

Materialvorbereitung, was zuvor bei einem<br />

Festoon-System nicht gegeben war, sowie<br />

eine hohe Verschleißfestigkeit. Von der<br />

Firma Meissner Krane kam daraufhin damals<br />

die Frage ‚Wollen wir nicht mal was<br />

ausprobieren?‘ Und unsere Antwort lautete:<br />

‚Ja, gerne!‘ Denn was mich letztendlich von<br />

den Igus Energiekettensystemen überzeugt<br />

hat, waren die Bilder aus Kompostieran lagen<br />

oder Zementwerken, wo durch die Verschmutzung<br />

kaum noch die Kette zu erkennen<br />

war und das System immer noch lief.“<br />

46 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />

Gemeinsam mit der Firma Wiegel begann<br />

Meissner Krane vor einigen Jahren, die<br />

Energiezuführung der Krane zu modernisieren<br />

und Energiekettensysteme von Igus<br />

einzusetzen<br />

als auch die Rinne im Komplettsystem aus<br />

dem chemikalienbeständigen Material bestehen,<br />

sind sie sehr gute Gleitpartner.<br />

Das komplette System, bestehend aus<br />

Kette und Rinne mit dem Namen Guidelite<br />

plus EG, kommt inzwischen in vier Werken<br />

von Wiegel zum Einsatz. „Zurzeit modernisieren<br />

wir circa zwei Wiegel-Werke pro Jahr<br />

und setzen dabei Energiekettensysteme von<br />

Igus ein“, erklärt Ronny Horn, Projektleiter<br />

der Meissner Krane GmbH. „Ein weiterer<br />

großer Vorteil der Energiekette ist, dass wir<br />

mehr Möglichkeiten haben, die Leitungen<br />

Energiekettensystem keine große Herausforderung<br />

dar. Igus realisierte bereits erfolgreich<br />

Anwendungen mit Geschwindigkeiten<br />

von ca. 10 m/s. Viel entscheidender<br />

ist hier die Haltbarkeit in der aggressiven<br />

Umgebung. Peter Zorn von Wiegel: „Wir<br />

haben die Kette aus dem chemikalienbeständigen<br />

Werkstoff circa sechs bis acht<br />

Wochen am Kran mitlaufen lassen, um zu<br />

prüfen, ob der Werkstoff mit der Umgebung<br />

zurechtkommt. Jetzt erwarten wir<br />

eine Lebensdauer von mindestens zehn<br />

Jahren, damit sich die höheren Anschaffungskosten<br />

im Vergleich zu einem Festoon-<br />

System rechnen.“<br />

„Die seit 2015 vorliegenden Erfahrungen<br />

zeigen auf, dass der Einsatz einer säurebeständigen<br />

Energiekette im Bereich der<br />

Vorbehandlungslinie für die Energie- und<br />

Seit vier Jahren im Einsatz<br />

2015 wurde die erste Energiekette von Igus<br />

im Wiegel-Werk Lauchhammer eingesetzt.<br />

„Erst Ende 2014 haben wir das Produkt der<br />

Firma Meissner Krane vorgestellt“, erinnert<br />

sich Christian Richter, zuständiger technischer<br />

Verkaufsberater im Außendienst.<br />

„Meissner war sofort bereit, diese Neuheit<br />

zu testen.“ Ein Jahr später folgte am Standort<br />

in Feuchtwangen der nächste Einsatz,<br />

wo Igus sowohl Energiekette der Serie E4/4<br />

als auch die neue Kunststoffrinne aus dem<br />

chemikalienresistenten Werkstoff Igumid<br />

EG+ lieferte. Dieser sorgt für eine hohe<br />

Chemikalienbeständigkeit, sodass sich der<br />

Einsatz der Führungsrinne ideal in der<br />

Feuerverzinkung oder auch bspw. der Düngemittelherstellung<br />

anbietet.<br />

Der Werkstoff Igumid EG+ ist gekennzeichnet<br />

durch eine sehr geringe Wasseraufnahme.<br />

Dies ermöglicht die erhöhte Resistenz<br />

gegen aggressive Chemikalien. Das<br />

Material ist mit seinen deutlich optimierten<br />

Gleiteigenschaften für die Führungsrinne<br />

und auch für die meisten E-Ketten-Serien<br />

in einem Temperaturbereich von 0 bis<br />

+100 °C einsetzbar. Da sowohl die E-Kette<br />

„Verschmutzung und Korrosion können<br />

der Energiekette nichts anhaben.“<br />

und Schläuche – auch mit größeren Querschnitten<br />

– sicher führen zu können. Oder<br />

auch, sie nachträglich hinzufügen und verändern<br />

zu können.“<br />

Bei der ersten Ausrüstung stand den<br />

Monteuren von Meissner Krane zusätzlich<br />

zur Montageanleitung ein Mitarbeiter von<br />

Igus zur Seite. Seitdem erledigen i. d. R.<br />

drei Monteure von Meissner Krane die Installation<br />

des Energiekettensystems alleine.<br />

Dabei hilft das überarbeitete Verschluss-<br />

Prinzip der Führungsrinne. Die Seitenteile<br />

werden durch Einclipsen und Einrasten<br />

per Hand und ohne Werkzeug verbunden.<br />

Der eigens für das System konstruierte<br />

Klemmmechanismus hält sie sicher und<br />

belastbar zusammen.<br />

Geforderte Standzeit: zehn Jahre<br />

Die verhältnismäßig moderate Krangeschwindigkeit<br />

von 40 m/min stellt für das<br />

Signalübertragung die richtige Entscheidung<br />

war“, erklärt Ronny Horn von Meissner<br />

Krane abschließend. „In allen Werken laufen<br />

die Systeme seit der Inbetriebnahme<br />

störungsfrei.“ Und Peter Zorn von Wiegel<br />

ergänzt: „Die Kunststoffrinne war uns sehr<br />

wichtig. Weder Edelstahl in V2A noch V4A<br />

hätten bei diesen Umgebungsbedingungen<br />

standgehalten. Ebenso wichtig war uns,<br />

dass sich die Wand zur Vorbehandlungslinie<br />

nun komplett schließen lässt und wir<br />

außerdem mit dem neuen System viel<br />

weniger Wartung haben.“ Diese Anforderungen<br />

haben sich bisher vollständig erfüllt.<br />

So werden auch in den nächsten Wiegel-<br />

Werken, die Meissner Krane umrüsten wird,<br />

Energiekettensysteme von Igus dabei sein.<br />

Fachpack: Halle 3, Stand 231<br />

Fotos: Igus<br />

www.igus.de<br />

Uni-Fördertechnik.indd 1 23.01.2018 15:39:25<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 47


TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />

Menschen, Macher, Möglichkeiten<br />

Fachpack: Umweltgerechtes Verpacken im Fokus<br />

Auf einen Blick<br />

Termin: 24. – 26.09.19<br />

Öffnungszeiten: DI, MI:<br />

9–18 Uhr, DO: 9–17 Uhr<br />

Eintrittspreise: Tageskarte<br />

48 EUR, Dauerkarte 52 EUR<br />

Ort: Messezentrum Nürnberg<br />

Aussteller: ca. 1 600<br />

Internet: www.fachpack.de<br />

Die Fachpack ist die europäische<br />

Fachmesse für Verpackungen,<br />

Prozesse und Technik. An drei<br />

Messetagen präsentiert sie Ende<br />

September <strong>2019</strong> in Nürnberg ihr<br />

umfassendes Fachangebot rund um<br />

die Prozesskette Verpackung für<br />

Industrie- und Konsumgüter.<br />

Rund 1 600 Aussteller präsentieren 45 000<br />

erwarteten Fachbesuchern ihre Neuheiten<br />

in zwölf Messehallen. Das Messeangebot<br />

wird durch ein breit gefächertes Rahmenprogramm<br />

mit zahlreichen Fachvorträgen,<br />

Sonderschauen und Preisverleihungen ergänzt.<br />

Das beliebte Forum Packbox (Halle 7)<br />

wird nach dem Ersterfolg im letzten Jahr<br />

erneut durch das Forum Techbox (Halle 4) verstärkt.<br />

Zusammen finden dort rund 70 verschiedene<br />

Fachvorträge, Workshops und<br />

Diskussionen statt. Zahlreiche Sonderschauen<br />

und Themenparks setzen Schwerpunkte auf<br />

unterschiedliche Interessengebiete.<br />

Auch außerhalb der beiden Fachforen<br />

sind spezielle Verpackungsthemen auf<br />

Sonderschauen in den Messehallen zu<br />

finden. In Halle 9 wird es erneut den<br />

Themenpark „Verpackung in der Medizintechnik,<br />

Pharmazie und Chemie“ geben.<br />

Recycelte Verpackungen<br />

Die Fachpack <strong>2019</strong> steht unter dem Leitthema<br />

„Umweltgerechtes Verpacken“. Die<br />

Wünsche der Verbraucher nach umweltfreundlicheren<br />

Verpackungen und nicht zuletzt<br />

die steigenden Anforderungen an ihre<br />

Recyclingfähigkeit durch das novellierte<br />

Verpackungsgesetz sind bei diesem Thema<br />

die wichtigsten Treiber.<br />

Das novellierte Verpackungsgesetz sieht<br />

eine höhere Recyclingquote von Verpackungsabfällen<br />

vor. So steigt z. B. die<br />

Quote für Kunststoffverpackungen von 36<br />

auf 58,5 % und bis zum Jahr 2022 auf 63 %.<br />

Auch bei Metallen, Glas und Papier wurden<br />

die Anforderungen deutlich auf 90 %<br />

erhöht. Mit erfolgreichem Recycling bringt<br />

man in Deutschland insbesondere die<br />

Wiederverwertung von Papier, Pappe und<br />

Karton in Verbindung. Über 17 Mio. t<br />

Altpapier wurden laut dem Verband<br />

Deutscher Papierfabriken 2017 wieder zu<br />

neuem Papier verarbeitet. Das entspricht<br />

einer Altpapiereinsatzquote von 74 %.<br />

Vor diesem Hintergrund sind Verpackungshersteller<br />

und Maschinenbauer bemüht,<br />

Papier, Pappe und Karton als Alternative<br />

zu diesen Materialien zu verwenden.<br />

Dazu gehören u. a. versiegelte Lebensmittel-Schalen.<br />

Der Verbraucher kann<br />

die beiden Verpackungstypen leicht trennen<br />

und wieder dem Recyclingkreislauf<br />

zuführen. Durchschnittlich sechs Mal werden<br />

die Fasern dann zu neuen Schalen,<br />

Tüten, Kartons oder Papier produkten<br />

verarbeitet. Aber auch danach muss die<br />

Nutzung noch nicht am Ende angekommen<br />

sein: Zerkleinerte Kartonagen finden<br />

z. B. als Füllmaterial und Produkt schutz in<br />

Versandkartons noch einmal eine sinnvolle<br />

Verwendung.<br />

Lange stand die Branche recycelten<br />

Kunststoffen aufgrund von Verunreinigungen,<br />

Fehlgerüchen und anderen<br />

Qualitätsmängeln kritisch gegenüber.<br />

Mittlerweile liefern chemische Recyclingprozesse<br />

aus Post-Consumer-Abfällen<br />

sauber getrennte Grundstoffe, die sogar<br />

wieder für Lebensmittelverpackungen<br />

eingesetzt werden können. Nichtsdestotrotz<br />

müssen Hersteller zusätzlich darauf<br />

achten, dass sich ihre Verpackungen leicht<br />

recyceln lassen.<br />

Foto: Nürnberg Messe<br />

www.nuernbergmesse.de<br />

48 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />

Recyclingfähige Verpackungen beurteilen<br />

Mit einem All-in-one-Service unterstützt das Fraunhofer-Institut<br />

IVV bei den Herausforderungen rund um den Einsatz und die<br />

Entwicklung recyclingfähiger Verpackungen. Auf der Fachpack<br />

zeigt das Fraunhofer-Institut für <strong>Verfahrenstechnik</strong> und<br />

Verpackung IVV, wie recyclingfähige Verpackungen<br />

exakt auf die jeweiligen Erfordernisse<br />

von Produkten ausgerichtet werden. Dafür<br />

hat das IVV Simulations-Modelle entwickelt.<br />

Die Verpackungsexperten bewerten zudem die<br />

mechanische Belastbarkeit und Maschinengängigkeit<br />

recyclingfähiger Packstoffe und führen<br />

Analysen zur Konformität und Sensorik durch.<br />

Wie lange ein Lebensmittel in einer bestimmten,<br />

recyclingfähigen Verpackung haltbar ist, kann so schnell und<br />

zuverlässig beantwortet werden. Die im Institut eigens dafür<br />

entwickelten Shelf-Life-Modelle erleichtern die Umstellung von<br />

Verpackungsmaterialien. Die Simulations-Modelle ersparen<br />

aufwändige Tests und ermitteln die für das<br />

jeweilige Lebensmittel erforderlichen Barriereeigenschaften<br />

der Verpackungsmaterialien. Dabei<br />

können wichtige chemische Verderbsprozesse wie<br />

Autoxidation, Fotooxidation oder Wasseraufnahme<br />

bzw. -verlust berücksichtigt werden.<br />

Fachpack: Halle 7, Stand 440<br />

www.ivv.fraunhofer.de<br />

Bistabile Türzuhaltung<br />

Die neue Türzuhaltung CTM von Euchner lässt sich dank ihrer<br />

äußerst geringen Abmessungen von lediglich 120 × 36 × 25 mm<br />

besonders leicht in das Maschinendesign integrieren. Der<br />

Elastomer-gelagerte Kugelbetätiger gestattet selbst die Absicherung<br />

von Türen mit extrem kleinen Schwenkradien. Die bistabile<br />

Zuhaltefunktion des Sicherheitsschalters CTM sorgt dafür, dass<br />

die Zuhaltung bei Stromausfall oder beim Abschalten der Anlage<br />

in ihrem aktuellen Zustand verbleibt: So bleibt die Tür<br />

zugehalten, wenn sie vorher bereits zugehalten war. War die<br />

Zuhaltung vorher nicht aktiviert, lässt sich die Tür ebenso beliebig<br />

öffnen und schließen. Ein unbeabsichtigtes Einschließen von<br />

Personen bei Stromausfall ist somit nicht mehr möglich.<br />

Für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie gibt es eine Hygieneausführung<br />

des CTM. Bei dieser Variante werden ausschließlich<br />

lebensmittelkonforme Materialien<br />

verbaut, sämtliche Kunststoffe sind<br />

bspw. nach der EU-Verordnung<br />

Nr. 10/2011 zugelassen. Mit ihren<br />

glatten Oberflächen, abgerundeten<br />

Kanten und gegenüber Reinigungsmedien<br />

resistenten Materialien eignet<br />

sich diese Variante speziell für den<br />

Einsatz in der Lebensmittel- und<br />

Verpackungsbranche.<br />

Fachpack: Halle 3A, Stand 206<br />

www.euchner.de<br />

Exakte Schüttgut-Abfüllung<br />

Schüttgüter wie Zement oder Baustoffe und andere industrielle<br />

pulverförmige Güter füllt die Abfüllmaschine Beumer Fillpac R<br />

effizient und schonend in Säcke. Dabei kann es sich um Materialien<br />

von sehr feiner bis sehr grober Struktur handeln. Möglich<br />

sind unterschiedliche Sackformate und -typen wie Ventilbodenund<br />

Ventilflachsäcke. Die Beumer Group bietet für die nach dem<br />

Turbinenprinzip arbeitende<br />

Rundabfüllmaschine auch den<br />

Sackaufstecker Beumer Bag<br />

Placer und ein Sackbündelmagazin<br />

an. Wegen seines<br />

modularen Aufbaus kann der<br />

Fillpac R gut in bereits<br />

bestehende Verpackungslinien<br />

integriert und angepasst werden.<br />

In der chemischen und petrochemischen Industrie kommt die<br />

hocheffiziente Form-Fill-Seal-Anlage Fillpac FFS zum Einsatz. Sie<br />

formt Säcke aus vorgefertigten PE-Schlauchfolien, befüllt diese<br />

mit dem Kundenprodukt und verschweißt die Säcke anschließend.<br />

Der Hersteller bietet diese Anlage sowohl für den Hochleistungsbereich<br />

für bis zu 2 600 Säcke in der Stunde als auch für<br />

geringere Durchsätze bis 1 800 oder 2 500 Säcke in der Stunde an.<br />

Fillpac R und FFS sind beide mit einer speziellen Wägeeinrichtung<br />

ausgerüstet. Diese stellt stets die exakte Abfüllmenge sicher.<br />

Fachpack: Halle 4, Stand 246<br />

www.beumer.com<br />

Vertikale Verpackungsmaschine<br />

Die Rovema BVC Flexible wurde mit dem Ziel entwickelt, einen<br />

Doypack-ähnlichen Beutel auf einer vertikalen Verpackungsmaschine<br />

herzustellen, der so optisch ansprechend wie ein vergleichbarer<br />

horizontal gefertigter Beutel ist, jedoch alle Vorteile<br />

des vertikalen Verpackens bietet: z. B. niedrigere Betriebskosten,<br />

höhere Flexibilität, geringere Aufstellfläche,<br />

schnellere Formatwechselzeiten und die Möglichkeit<br />

der Produktbegasung.<br />

Dabei verfügt die Maschine über einen hohen<br />

Wirkungsgrad im Vergleich zu horizontalen<br />

Verpackungsanlagen – bei überzeugender Beutelqualität.<br />

Ausschließlich Produkt, Beutelform und<br />

Packstoff limitieren die Maschinenausbringung. Je<br />

nach Anwendungsbereich sind bis zu 105 Ropack-<br />

Beutel mit Längszip pro Minute möglich. Die<br />

Maschine eignet sich z. B. für Süßwaren, Trocken-<br />

früchte, Cerealien sowie Nüsse und verarbeitet nahezu alle<br />

Verbundfolien, auch der Einsatz dünnerer Packstoffe ist möglich.<br />

Die kontinuierlich arbeitende Maschine ist auf höchste Ausbringleistung<br />

ausgelegt, wobei sie auch bei hohen Geschwindigkeiten<br />

über die Produkterkennung Sense & Seal verfügt, deren sensible<br />

Elektronik auch kleine Produktteile in der Siegelnaht<br />

erkennt. In diesem Fall wird der Siegel- und<br />

Schneidvorgang unterbrochen, die Siegelbacken<br />

werden angehalten und zurückgezogen. Die<br />

Maschine produziert einen Doppelbeutel, der<br />

ausgeschleust werden kann und startet automatisch<br />

wieder den Verpackungsvorgang – Schneidmesser<br />

und Siegelwerkzeuge bleiben sauber.<br />

Fachpack: Halle 4a, Stand 411<br />

www.rovema.de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 49


TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />

Sammelpacker für eine sichere<br />

Aggregation<br />

Der halbautomatische<br />

Sammelpacker<br />

Pak 130 von Romaco<br />

Promatic verpackt<br />

Faltschachteln in<br />

Versandkartons und<br />

erfüllt höchste<br />

Standards bei der<br />

Produktion<br />

fälschungssicherer<br />

Pharmaverpackungen.<br />

Hierzu ist die Maschine für eine Anbindung an<br />

Softwarelösungen konzipiert, die eine sichere Aggregation<br />

ermöglichen. Die Wahl des Systems zur Aggregation erfolgt durch<br />

den Pharmahersteller selbst und Romaco Promatic konfiguriert<br />

das Gerät dann entsprechend.<br />

Nach der Serialisierung der Sekundärverpackungen übernimmt<br />

die Maschine die Aggregation bei der Verpackung der Faltschachteln<br />

in Versandkartons. Damit wird der Originalitätsnachweis<br />

sowohl für die Sekundär- als auch die Tertiärverpackungen<br />

erbracht. Die Track&Trace-Maßnahmen sollen das Eindringen von<br />

gefälschten Medikamenten in die legale Lieferkette verhindern. Als<br />

integrierte Lösung zur Fälschungssicherheit aus einer Hand bietet<br />

Romaco den Sammelpacker in Linie mit der vorgeschalteten<br />

Track&Trace-Plattform Promatic PTT an. Die Arbeitsschritte<br />

Gruppierung, Stapelung, Aggregation und Einschieben der<br />

Faltschachteln in die Versandkartons sind voll automatisiert.<br />

Fachpack: Halle 3A, Stand 529<br />

www.romaco.com<br />

Recyclingfähigkeit verbessert<br />

Dieser Aussteller präsentiert auf der Fachpack flexible<br />

Verpackungen im Fokus von Design for Recycling, Einsatz<br />

von Regranulaten sowie nachwachsenden Rohstoffen. Den<br />

Schwerpunkt bilden dabei die Neuentwicklungen rein poly -<br />

olefiner Verpackungslösungen als Ersatz bisher bevorzugt<br />

eingesetzter Mischlaminate. Des Weiteren werden anhand von<br />

verschiedenen Anwendungen die Möglichkeiten des Einsatzes<br />

von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) und nachwachsenden<br />

Rohstoffen vorgestellt.<br />

Die Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungsfolien ist<br />

im Wesentlichen abhängig von den Kunststoffsorten, aus denen<br />

sie gefertigt wurden.<br />

Die Polyolefine<br />

Polyethylen (PE) und<br />

Polypropylen (PP)<br />

bilden dabei die<br />

rechtlich relevante<br />

Zielfraktion. In der<br />

Vergangenheit<br />

wurden jedoch häufig<br />

bestimmte Eigenschaften einer Verpackung durch die Kombination<br />

polyolefiner Kunststofftypen mit Polyamid (PA) oder<br />

Polyethylenterephthalat (PET) gelöst.<br />

Mit dieser Zielsetzung hat die ppg > für einen Kunden aus der<br />

Molkereiindustrie eine recyclingfähige Folie für jungen Käse<br />

entwickelt, die einen Ausgasungsprozess ermöglicht. Die Herausforderung<br />

dabei bestand darin, das PA durch ein PP zu ersetzen<br />

und gleichzeitig eine Möglichkeit zu finden, eine mittelstarke<br />

Gasbarriere aufrecht zu erhalten.<br />

Fachpack: Halle 7, Stand 341<br />

www.prepacgroup.de<br />

Verpackungen sparen fossile Rohstoffe ein<br />

Nachhaltig, recyclebar und hergestellt aus erneuerbaren<br />

Rohstoffen: Die modernen Verpackungspapiere von Sappi<br />

erfüllen genau diese Kriterien. „Den Verbrauch fossiler Rohstoffe<br />

bei Verpackungen zu reduzieren, ist uns ein großes Anliegen.<br />

Deshalb haben wir mit Sappi Seal ein Functional Paper<br />

entwickelt, dessen<br />

integrierte Heißsiegelfähigkeit<br />

als Disper -<br />

sionsbeschichtung<br />

auf der Papierrückseite<br />

realisiert ist<br />

und Papiere mit<br />

PE-Beschichtung<br />

ersetzen kann“,<br />

erläutert René Köhler, Head of Business Development Packaging<br />

and Speciality Papers bei Sappi. Im Vergleich zu bestehenden<br />

Verpackungslösungen seien mit Sappi Seal bis zu 75 % weniger<br />

fossile Rohstoffe nötig. Weitere Vorteile sind die passable<br />

Feuchtigkeitsbarriere gegen Wasserdampf. Sappi Seal eignet sich<br />

für Primärverpackungen und für Sekundärverpackungen. Auf der<br />

Fachpack werden verschiedene Anwendungsbeispiele präsentiert,<br />

etwa für Zucker- und Teeverpackungen.<br />

Daneben zeigt Sappi sein erweitertes Portfolio an Guard-Barrierepapieren.<br />

Diese Verpackungspapiere haben je nach Typ Barrieren<br />

gegen Fett, Sauerstoff, Wasserdampf, Mineralöl und Aromen.<br />

Größtenteils sind diese Papiere zusätzlich auch siegelfähig.<br />

Fachpack: Halle 9, Stand 260<br />

www.sappi.com<br />

Flexibles und präzises Fill/Finish-System<br />

Das neue hochpräzise peristaltische Fill/Finish-System Flexicon<br />

FPC60 bietet eine präzise Abfüllung bei einem Füllvolumen von<br />

unter 0,2 bis 100 ml. Die Maschine befüllt und verschließt bis zu<br />

45 Vials pro Minute und ist für die Verarbeitung von Vial-Größen<br />

von 2R bis 100H ausgelegt.<br />

Dank einer optionalen<br />

Inline-Gewichtskontrolle<br />

bietet das Gerät ein<br />

dynamisches Entlüften des<br />

Schlauchs bei der Chargeneinrichtung,<br />

eine Erstkalibrierung<br />

ohne manuellen<br />

Eingriff und eine dynamische<br />

Rekalibrierung.<br />

Dadurch erfüllt jedes Vial<br />

zuverlässig die festgelegten<br />

Füllparameter. Dank des dynamischen Entlüftens wird ein Verlust<br />

des wertvollen Abfüllmediums beim Start einer neuen Charge<br />

verhindert.<br />

Zu den wichtigsten Funktionen gehören eine hochentwickelte<br />

Datenverwaltung und -abrufbarkeit. Durch ein sicheres, internetbasiertes<br />

Tool erlaubt die FPC60 eine Fernbedienung von<br />

außerhalb eines Reinraums oder einem entfernten Standort. Da<br />

jede Charge vollständig gemäß 21 CFR Part 11 protokolliert wird,<br />

eignet sich die FPC60 für Einsätze bei Lohnabfüllern und<br />

Vertragsentwicklern.<br />

Fachpack: Halle 3A, Stand 305<br />

www.wmftg.de<br />

50 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />

Handling-Roboter im Food-Bereich<br />

Speziell für die Lebensmittelindustrie hat<br />

Yaskawa aktuell die Roboterserie<br />

Motoman GP FGG entwickelt. FGG steht<br />

dabei für „Food Grade Grease“. Dabei<br />

handelt es sich um eine branchenspezifische<br />

Ausführung der GP-Reihe, die<br />

kompakte und extrem leistungsfähige<br />

Handling-Roboter für Verpackungs- und<br />

allgemeine Handhabungsapplikationen<br />

umfasst. In der neuen FGG-Variante<br />

werden ausschließlich Schmierstoffe<br />

verwendet, die für den Einsatz in der<br />

Nahrungsmittelproduktion zugelassen<br />

sind. Darüber hinaus gewährleistet das<br />

geradlinige Design der komplett in Schutzklasse IP67 ausgeführten<br />

Roboter den problemlosen Ablauf von Flüssigkeiten an<br />

der Oberfläche. Damit sind die vier verfügbaren Modelle an<br />

6-Achsern, die aktuell für Traglasten von 7–25 kg verfügbar sind,<br />

für Sekundär- und Tertiärverpackungsschritte geeignet.<br />

Fachpack: Halle 3, Stand 327<br />

www.yaskawa.eu.com<br />

Flexible Verpackungslösung<br />

www.optima-packaging.com<br />

Palettierroboter und Greifer<br />

Mit dem Multipack-Bagger-<br />

Konzept bietet Optima eine<br />

Maschine mit großem<br />

Einsatzbereich. Das Maschinenkonzept<br />

beherrscht<br />

unterschiedlichste<br />

Produkte – von Tiernahrung<br />

über Papierhygieneprodukte<br />

bis hin zu vorverpackten,<br />

mehrlagigen Pancakes.<br />

Fachpack: Halle 2, Stand 213<br />

Zwei Paro Palettierroboter, zwei Greifsysteme, Packstück- und<br />

Palettenfördertechnik – damit reist die Roteg AG zur Fachpack.<br />

Der neue Multifunktionsgreifer kann sowohl Kartons als auch<br />

Zwischenlagen per Vakuumsauger palettieren. Zusätzlich dazu<br />

verfügt er über Klemmzangen, mit denen er Kisten und Leer -<br />

paletten greifen kann. Somit übernimmt dieser Greifer zahlreiche<br />

Aufgaben im Palettierprozess: Er kann unterschiedliche Packstückarten<br />

handeln, durch Zwischenlagen aus Papier oder Pappe für<br />

mehr Ladungsstabilität sorgen und außerdem Leerpaletten zur<br />

Palettierung bereitstellen. So läuft der Palettierprozess noch<br />

schneller und reibungsloser ab.<br />

Als zweites Greifsystem präsentiert die Firma einen Sackgreifer<br />

auf der Messe. Dieser ist speziell auf die Gegebenheiten der<br />

Sackpalettierung eingestellt. Dank seiner zahlreichen Greifzinken,<br />

die auf einer programmierbaren<br />

Bahn laufen, werden Säcke einfach<br />

und ohne Risiko von Beschädigungen<br />

palettiert.<br />

Fachpack: Halle 3, Stand 123<br />

www.roteg.de<br />

Ballen aus Kartonage oder Folie stark<br />

verdichten<br />

Eine Neuheit im Segment der vertikalen Ballenpressen ist die<br />

HSM V-Press 860 plus B. Dank der breiten Einfüllöffnung von<br />

1 500 mm produziert sie besonders große, hochverdichtete Ballen<br />

aus Kartonage oder Folie, die ohne weiteres Umpressen vermarktungsfähig<br />

sind. Mit einer Presskraft von 594 kN und der<br />

geräuscharmen und<br />

energiesparenden Eilgang-<br />

Technologie ist sie die<br />

wirtschaftliche und<br />

umweltgerechte Lösung für<br />

viele Entsorgungsaufgaben.<br />

Dank des speziellen<br />

HSM TCS (TorsionControl-<br />

System) wird die Neigung<br />

der Pressplatte in alle<br />

Richtungen kontinuierlich überwacht. Das verhindert einseitige<br />

Belastungen, optimiert den Pressvorgang und sorgt so für eine<br />

lange Lebensdauer sowie eine hohe Prozessgewährleistung.<br />

Gesteuert und bedient wird die Maschine anhand einer<br />

modernen Mikroprozessor-Steuerung und einer komfortablen<br />

Folientastatur mit grafikfähigem Textdisplay, das den jeweiligen<br />

Ist-Zustand der Maschine anzeigt. Die Ballen, mit den maximalen<br />

Abmessungen 1 200 × 780 × 1 500 mm, erreichen ein materialabhängiges<br />

Gewicht von bis zu 550 kg und werden von einer<br />

4-fachen Drahtumreifung zusammengehalten.<br />

Fachpack: Halle 4, Stand 229<br />

www.hsm.eu<br />

Industriesauger und<br />

Scheuersaugmaschine<br />

Hohe Power und Laufruhe sowie seine Ausstattung zeichnen<br />

einen neuen Industriesauger aus. Das Verschlusssystem für<br />

Deckel und Behälter vereinfacht das Entleeren. Die<br />

GMP-konforme Maschine VHW421 HC XXX 5PP ist durch ihre<br />

modulare Bauweise leicht zu reinigen und zu desinfizieren.<br />

Die PullClean-Technologie wiederum<br />

ermöglicht eine effiziente Abreinigung<br />

der Klasse-M-Patronenfilteranlage im<br />

laufenden Betrieb. Die Aufnahmeleistung<br />

des Geräts beträgt 2,2 kW, der<br />

Behälter fasst 48 l. Für besonders hohe<br />

Arbeits sicherheit ist er für die Staubklasse<br />

H zugelassen (hält auch krebs -<br />

erregende Stäube sowie Krankheitserreger<br />

zurück) und verfügt über einen<br />

Hepa-Saugluftfilter.<br />

Die kompakte Scheuersaugmaschine<br />

SC250 eignet sich für die schnelle und<br />

effiziente Reinigung von Hartböden. Mit einem Arbeitsgeräusch<br />

von 66 dB reinigt sie leise und gründlich in beide Richtungen und<br />

erreicht problemlos auch Ecken sowie Flächen unter Inventar. Die<br />

zylindrische Bürste mit einer Breite von 34 cm, maximal 1 000 rpm<br />

sowie bis 12 kg Anpressdruck beseitigt nicht nur feinen Staub,<br />

sondern auch grobe Verschmutzungen. In Kombination mit einer<br />

leistungsfähigen Lithiumbatterie bietet die SC250 unterbrechungsfreie<br />

Reinigungsprozesse von bis zu 40 min.<br />

Fachpack: Halle 3A, Stand 516<br />

www.nilfisk.de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 51


BETRIEBSTECHNIK I TITEL<br />

Sauberkeit als Qualitätsmerkmal<br />

Ex-Sauger in der Automobillack-Produktion<br />

Gerade bei stark färbenden<br />

Pigmenten ist eine gründliche<br />

Reinigung der produktberührenden<br />

Teile von Anlagen nach einem<br />

Farbwechsel zwingend erforderlich.<br />

Ein Industriesauger wird deshalb<br />

zur Innenreinigung der<br />

Förderanlage eingesetzt.<br />

Farbwechsel von Anlagen sind in der<br />

Lackierindustrie an der Tagesordnung.<br />

In der Autoserienlackproduktion und insbesondere<br />

bei der Pigmentverarbeitung<br />

stellen sie eine besondere Herausforderung<br />

dar, weil die Qualitätsanforderungen hoch<br />

und die Pigmente nachhaltig farbstark sind.<br />

Das Axalta-Werk in Wuppertal nutzt für die<br />

Farbwechsel in der Elektrotauchlack-Produktion<br />

einen Ex-Sauger von Ruwac.<br />

Elektrotauchlack, Füller, Basislack, Klarlack:<br />

Aus diesen Schichten besteht üblicherweise<br />

die Lackierung einer Autokarosserie.<br />

Während der Füller, der farbgebende<br />

Basislack und der Klarlack per Roboter und<br />

Zerstäuber aufgebracht werden, erfolgt die<br />

kathodische Tauchlackierung in einem<br />

Tauchbad. Hier wird bei Gleichspannungen<br />

von 200 bis 260 V ein elektrischer Stromfluss<br />

von einer äußeren Elektrode (Anode)<br />

über den leitfähigen Lack zum Lackiergut<br />

(Kathode) erzeugt. Durch den anliegenden<br />

Strom entstehen an der Kathode (d. h. der<br />

Karosse) Hydroxidionen, die das Bindemittel<br />

neutralisieren und somit zur Koagulation<br />

bringen. So verbinden sich die Lackpartikel<br />

dauerhaft mit dem Untergrund,<br />

und auch Hohlräume werden zuverlässig<br />

vor Korrosion geschützt.<br />

Grundlage der Automobillackierung:<br />

Elektrotauchlack<br />

Elektrotauchlack und Füller sind die<br />

Grundlage für die oberen Lackschichten,<br />

die letztlich die „Appearance“, d. h. das Erscheinungsbild<br />

des Fahrzeugs, ausmachen.<br />

In diesem sehr anspruchsvollen Bereich<br />

der Oberflächentechnik gehört Axalta zu<br />

den Weltmarktführern und kann auf eine<br />

Tradition zurückblicken, die älter ist als<br />

das Auto. Bereits 1866 wurden am Standort<br />

Wuppertal die ersten Lacke für Pferdekutschen<br />

entwickelt, 1920 der erste Lack<br />

speziell für Automobile. Heute ist – statistisch<br />

gesehen – jedes zweite Auto in Europa<br />

mit mindestens einer Lackschicht von<br />

Axalta unterwegs.<br />

In Wuppertal, in einem der zentralen<br />

Produktionsstandorte, befindet sich das<br />

europäische Technologiezentrum für Automobilserienlacke,<br />

und die rund 2 000 Mitarbeiter<br />

produzieren jährlich etwa 90 000 t<br />

Flüssiglacke und Beschichtungen überwiegend<br />

für die Automobilindustrie. Neben<br />

den Serienlacken gehören auch Autoreparaturlacke<br />

zum Portfolio.<br />

Entscheidender Prozessschritt:<br />

Zugabe der Pigmente<br />

Im Werk Wuppertal werden u. a. die Aqua-<br />

EC-Elektrotauchlacke für diverse Autohersteller<br />

produziert. Ein entscheidender<br />

Prozessschritt ist dabei die Zugabe der Pigmente,<br />

d. h. der farbgebenden Inhaltsstoffe.<br />

Autor: Gerald Scheffels M.A., Fachjournalist,<br />

Wuppertal<br />

52 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


TITEL I BETRIEBSTECHNIK<br />

01 Axalta setzt den Sauger an der Pigment-<br />

Abfüllung für „ganz normale“ Reinigungsarbeiten<br />

ein, aber auch zur Innenreinigung der<br />

Förderanlage<br />

Sie werden von spezialisierten Herstellern<br />

in Big-Bags angeliefert und in eine flüssige<br />

Dispersionsvorlage eingestreut. Nach Beendigung<br />

der Einstreuphase verrührt ein<br />

Highspeed-Rührwerk das Pigment mit den<br />

Flüssigstoffen. Anschließend fördert eine<br />

Transferpumpe die Dispersion in einen<br />

Pufferbehälter, wo sie für den nächsten Prozessschritt<br />

bereitgehalten wird.<br />

Um flexibel zu bleiben, erledigt Axalta<br />

diese Aufgabe – das Entleeren der Big-Bags<br />

und Vordosieren der Pigmente – manuell.<br />

Die entsprechende Station befindet sich auf<br />

einer Empore oberhalb der eigentlichen<br />

Produktion: So kann man die Schwerkraft<br />

für das Ab- und Umfüllen nutzen.<br />

Vielseitiger Ex-Sauger für die<br />

Big-Bag-Entleerung<br />

Auf der Empore ist ein Ruwac-Sauger vom<br />

Typ DS 1220 M installiert. Er wird für „ganz<br />

normale“ Reinigungsarbeiten eingesetzt,<br />

aber auch zur Innenreinigung der Förderanlage.<br />

Sie muss – das ist Routinearbeit bei<br />

den stark färbenden Materialien – nach<br />

jedem Produktwechsel sehr gründlich von<br />

Rückständen befreit werden.<br />

Es ist fast unnötig zu erwähnen, dass der<br />

Sauger den Anforderungen des Explosionsschutzes<br />

– in diesem Falle Zone 22 – entspricht.<br />

Tony Masannek, stellvertretender<br />

Fertigungsleiter Elektrotauchlacke: „Unsere<br />

Fahrzeugserienlacke sind zwar überwiegend<br />

wasserbasiert und damit nicht<br />

entzündlich. Aber die pulverförmigen, zum<br />

Teil organischen Pigmente können in einem<br />

Gemisch eine explosionsfähige Atmosphäre<br />

bilden, wenn sie in einer bestimmten Konzentration<br />

mit Luftsauerstoff vorliegen und<br />

eine Zündquelle vorhanden ist.“<br />

Ex-gerechte Konstruktion, Bedienkomfort<br />

und Zuverlässigkeit<br />

Der Sauger ist mit verschiedenen Saugorganen<br />

und Düsen ausgestattet und damit auch auf<br />

die Innenreinigung von Komponenten sowie<br />

auf den Einsatz bei Instandhaltungsarbeiten<br />

bestens vorbereitet. Zu den entscheidenden<br />

Kriterien bei der Anschaffung gehörten, so Tony<br />

Masannek, die von Grund auf ex-gerechte<br />

Konstruktion sowie eine komfortable Bedienung.<br />

Dazu gehört ein Differenzdruckmanometer,<br />

das einen anstehenden Filterwechsel<br />

anzeigt – was aufgrund der großen Filterfläche<br />

von 1,2 m 2 und der hohen Schmutzaufnahmekapazität<br />

nur selten vorkommt.<br />

Außerdem ist die Zuverlässigkeit entscheidend.<br />

Tony Masannek: „Unsere Produktion<br />

ist streng durchgetaktet und auf die Zuführung<br />

der Pigmente angewiesen. Eine<br />

Reinigung der Förderanlage nach jedem<br />

Produktwechsel gehört zu unseren Qualitätsstandards.<br />

Deshalb können wir an<br />

dieser Station nicht auf einen Sauger verzichten.“<br />

Aus diesem Grund zählt hier die<br />

Robustheit, für die Ruwac-Sauger bekannt<br />

sind, und auch ein leistungsfähiger Service<br />

ist gerade in Ex-Bereichen ein echtes Plus,<br />

denn hier darf nur entsprechend geschultes<br />

Personal tätig werden. Dies wird bei Ruwac<br />

durch ein Netzwerk von eigenen lokalen<br />

Servicestützpunkten gewährleistet.<br />

Für den Fall, dass der Sauger tatsächlich<br />

einmal ausfallen sollte und der Service<br />

nicht sofort reagieren kann, hat Axalta aber<br />

vorgesorgt: Ein baugleiches Gerät befindet<br />

sich in „Stand-by“-Position.<br />

Produktionsprozess nach der<br />

Pigmentzugabe<br />

Nach der Pigmentzugabe und der anschließenden<br />

Dispergierung, bei dem jeder<br />

einzelne Pigmentpartikel mit Bindemittel<br />

umhüllt wird, erfolgt als nächster Prozessschritt<br />

die Hauptdispergierung in Perlmühlen.<br />

Dabei wird das pastöse Substrat<br />

auf die gewünschte Korngröße gebracht.<br />

Das dabei entstehende Zwischenprodukt<br />

wird verdünnt und mit Additiven vermischt,<br />

die nicht dispergiert werden sollen. Abschließend<br />

folgen die Endkontrolle und –<br />

nach der Freigabe – das Filtrieren und die<br />

Abfüllung in IBCs oder Tankwagen.<br />

Der letzte Arbeits- oder besser Verarbeitungsschritt<br />

des Elektrotauchlacks findet<br />

dann in der Lackiererei des Autoherstellers<br />

02 Die DS-1220-Baureihe wurde von Grund<br />

auf für die Anforderungen des (Staub-)<br />

Explosionsschutzes entwickelt<br />

statt. Mit der Beschichtung im Tauchbad<br />

wird die Grundlage für eine korrosionsfreie<br />

Karosserie und ein dauerhaft perfektes<br />

Finish des Fahrzeugs in der vom Kunden<br />

gewünschten Farbe geschaffen. Dazu leisten<br />

letztlich auch die Ruwac-Sauger einen<br />

kleinen Beitrag – nicht nur bei der Eindosierung<br />

der Pigmente, sondern auch in anderen<br />

Produktionsbereichen des Wuppertaler<br />

Axalta-Werks. Dort sind weitere Ex-Sauger<br />

im Einsatz.<br />

Fotos: Axalta Coating Systems Germany GmbH &<br />

Co. KG, Ruwac Industriesauger GmbH<br />

www.ruwac.de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 53


BETRIEBSTECHNIK<br />

Der Abnutzung entgegen<br />

Verschleißschutzkonzept für Schraubenspindelpumpen<br />

Mit einem ausgeklügelten Konzept gegen Verschleiß<br />

gelingt einem Hersteller eine Verlängerung der<br />

Standzeiten seiner Schraubenspindelpumpen<br />

um das Fünffache.<br />

Autor: Jens Dralle, Global Sales & Product<br />

Manager Industrial, ITT Bornemann GmbH,<br />

Obernkirchen<br />

Schraubenspindelpumpen sind mit die<br />

verschleißärmsten Pumpen auf dem<br />

Markt – und doch erzwingen gewisse<br />

Fördermedien häufige Wartungen. ITT<br />

Bornemann hat nun ein neuartiges Verschleißschutzkonzept<br />

für seine Pumpen<br />

vorgestellt.<br />

Alle sechs Monate droht bei der Ölförderung<br />

in Venezuela das gleiche Prozedere:<br />

Dank des hohen Sandanteils im Öl sind die<br />

Förderelemente so stark verschlissen, dass<br />

ein Austausch nötig wird. „Nicht nur die<br />

Ersatzteile kosten Geld, sondern auch<br />

die Ausfallzeiten“, bemerkt Jens Dralle,<br />

Global Product Manager Industrial bei<br />

ITT Bornemann, „also bat man uns, eine<br />

Lösung zu finden.“ Das Unternehmen aus<br />

Obernkirchen arbeitet seit über 15 Jahren<br />

intensiv am Thema Verschleiß – und hatte<br />

auf das Problem eine Antwort. Auf der<br />

Powtech <strong>2019</strong> in Nürnberg konnten die Ingenieure<br />

nun auch der großen Öffentlichkeit<br />

ein neuartiges Verschleißschutzkonzept präsentieren,<br />

das die Standzeiten der Schraubenspindelpumpen<br />

deutlich verlängert.<br />

Der Verschleiß von strömungsbeaufschlagten<br />

Bauteilen stellt in der <strong>Verfahrenstechnik</strong><br />

grundsätzlich ein großes Problem<br />

dar. Eine Kombination von Abrasion und<br />

Korrosion bedeutet für eine Vielzahl der in<br />

der Pumpentechnik gängigen Werkstoffe<br />

eine äußerst kritische Belastung. Schraubenspindelpumpen<br />

haben hier einen Vorteil:<br />

Weil sich die Förderelemente nicht berühren<br />

und ihre Förderkammergeometrie<br />

sich nicht ändert, ist die Technologie an<br />

sich bereits verschleiß- und wartungsarm.<br />

Auf Basis dieser Technologie hat ITT<br />

Bornemann seine Multiphasenpumpen<br />

entwickelt, 1993 zum Patent angemeldet<br />

und damit einen Paradigmenwechsel in der<br />

Ölförderung begründet. Mit der gleichen<br />

Technologie wurde 2004 die SLH-Baureihe<br />

vorgestellt, die seitdem erfolgreich in der<br />

Lebensmittelbranche eingesetzt wird.<br />

Abrasion und Erosion im Blick<br />

„Dennoch bleibt es auch hier nicht aus,<br />

dass Bauteile sich abnutzen“, bemerkt Jens<br />

Dralle. „Wir haben deswegen im Versuchsstand<br />

damit experimentiert, wie die Pumpe<br />

beschaffen sein muss, um den Verschleiß so<br />

gering wie möglich zu halten.“ Während<br />

adhäsiver Verschleiß aufgrund der sich<br />

nicht berührenden Schrauben grundsätzlich<br />

ausgeschlossen ist, lagen vor allem<br />

„Unser Entwicklungsteam ist stets dabei, aktuelle<br />

Entwicklungen für den Bedarf unserer Kunden umzusetzen.“<br />

Abrasion und Erosion im Fokus der Ingenieure.<br />

„Voraussetzung für Verschleiß ist<br />

zunächst, dass die Partikel härter sind als<br />

das Pumpenmaterial“, stellt Dralle fest.<br />

Nahezu kein Verschleiß ist zudem zu erwarten,<br />

wenn die Partikel größer sind als<br />

der Spalt zwischen den Förderelementen.<br />

Sie gelangen dann nicht in die Spalte der<br />

Pumpe, sondern werden durch die Förderkammern<br />

im Medium mittransportiert und<br />

richten deshalb keinen Schaden an. Sind<br />

die Partikel in ihrer Größe fast identisch<br />

zum Spalt, droht Abrieb. Sind sie kleiner als<br />

der Spalt, ist Erosion eine mögliche Folge.<br />

„Um unter möglichst reellen Bedingungen<br />

agieren zu können, wurde im ersten<br />

Schritt ein Prüfstand aufgebaut, der reproduzierbar<br />

und realitätsnah ist“, erklärt<br />

Dralle. Der Ingenieur beschäftigte sich<br />

schon in seiner Diplomarbeit mit dem Thema<br />

Verschleiß und hat die einzelnen Schritte der<br />

Entwicklung bei ITT Bornemann intensiv<br />

verfolgt. Als Problem verursachendes Material<br />

verwendeten die Mitarbeiter der Forschungsabteilung<br />

einen Quarzsand, der kontinuier-<br />

54 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


BETRIEBSTECHNIK<br />

lich in das Fördermedium hinzugeben<br />

wurde – es galt schließlich, eine perfekte<br />

Simulation der Realität zu erzeugen.<br />

„Uns ging es zunächst darum, den Verschleiß<br />

zu verstehen und zu sehen, welche<br />

Parameter überhaupt Auswirkungen auf<br />

den Verschleiß haben: Drehzahl, Differenzdruck<br />

oder aber die Fördergeometrie.“ Aus<br />

diesem Grund wird dem Medium nach der<br />

Passage durch die Pumpe der Sand entzogen<br />

und die gleiche Menge an frischem<br />

Sand vor der Pumpe wieder zugegeben.<br />

Kein Korn passiert die Pumpe zweimal und<br />

nutzt sich ab – die Bedingungen entsprechen<br />

nahezu der Realität. Die Erkenntnisse<br />

flossen stets direkt in die Weiterentwicklung<br />

der Pumpen mit ein. Das Wissen nutzen<br />

die Experten auch zur Selektion der richtigen<br />

Pumpe: „Die Drehzahl zum Beispiel ist<br />

ein wichtiger Einflussfaktor auf den Verschleiß.<br />

Es gelten bestimmte Grenzwerte,<br />

die im Allgemeinen nicht überschritten<br />

werden sollten. Aber auch hier gibt es<br />

wiederum Anwendungen, bei denen eine<br />

höhere Drehzahl Vorteile bringt, da sich<br />

Partikel nicht am Grund und somit im Spalt<br />

absetzen können.“<br />

Über die Jahre zeigte sich aber, dass die<br />

Auslegung der richtigen Pumpe allein<br />

mitunter nicht ausreicht. Die Ingenieure<br />

begannen, mit Materialien zu experimentieren,<br />

Härtungsverfahren und Beschichtungen<br />

zu testen. Die beste Lösung sei, ist<br />

sich Dralle sicher, die komplette Fördergeometrie<br />

aus Keramik oder Hartmetall<br />

herzustellen – was den Kostenrahmen aber<br />

in aller Regel sprenge und selbst im Hinblick<br />

auf die Lebenszykluskosten nicht zu<br />

rechtfertigen sei. „Eine Kombination aus<br />

Randschichthärtung und Dünnschichtbeschichtung<br />

des Grundmaterials aber<br />

zeigte sich als besonders vielversprechend“,<br />

erklärt Dralle. Gleichzeitig bleibe die<br />

Korrosionsbeständigkeit bei Verwendung<br />

von austenitischen Werkstoffen sowie bei<br />

Duplex-Werkstoffen erhalten. „Wir können<br />

so eine Standzeitverlängerung um den Faktor<br />

vier bis fünf erzielen und bleiben preislich<br />

dennoch mit 20–30 % Aufpreis attraktiv.“<br />

Das neue Verschleißschutzkonzept wurde<br />

bereits in mehreren Feldversuchen und<br />

unter verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten<br />

getestet. „Wir freuen uns, dass<br />

unsere Versuchsergebnisse auf dem Prüfstand<br />

in der Realität reproduzierbar sind“,<br />

sagt Dralle. Während der Einsatz im venezolanischen<br />

Ölfeld zeigte, dass sich die<br />

Abstände des nötigen Austauschs auf<br />

über zwei Jahre gestreckt haben, konnte<br />

das Konzept auch in der Lebensmittelbranche<br />

überzeugen. Die Standzeit der<br />

hier eingesetzten Schraubenspindelpumpe<br />

SLH konnte mit Verschleißschutz<br />

je nach Fördermedium – mal Zahnpasta<br />

mit Putz partikeln für saubere Zähne, mal<br />

scharfe Chilisoße mit Kernen – deutlich<br />

verlängert werden.<br />

Lebenszykluskosten betrachten<br />

Vor allem unter dem Aspekt der Total Cost<br />

of Ownership (TCO) und der Life Cycle<br />

Cost (LCC) überzeugt das neue Verschleißschutzkonzept<br />

von ITT Bornemann. So<br />

muss die Anschaffung einer neuen Pumpe<br />

stets auch im Hinblick auf die gesamten<br />

Kosten – von der Anschaffung über die<br />

Betriebskosten bis hin zur Verwertung<br />

über einen gewissen Zeitraum – betrachtet<br />

werden. Der Wert für die höhere Stand-<br />

zeit geht direkt in die Wirtschaftlichkeitsberechnung<br />

mit ein. Da anfallende Reparaturen<br />

und absehbare Ausfallzeiten deutlich<br />

teurer ausfallen, ist die Mehrinvestition in<br />

Pumpen mit Beschichtung i. d. R. sehr<br />

viel wirtschaftlicher.<br />

Mit einem ausgefeilten Predictive Maintenance-Konzept<br />

will ITT Bornemann<br />

darüber hinaus die Meantime-Between­<br />

Failure (MTBF) erhöhen. Die mit einem<br />

Sensor ausgestatteten Systeme werden über<br />

den so genannten i-Alert überwacht und<br />

senden Daten über Vibrationen, Temperaturen<br />

und Betriebsstunden. Bei auffälligen<br />

Maschinenparametern sendet die datensammelnde<br />

Applikation schon jetzt Informationen.<br />

Künftig werden sich die Daten<br />

nutzen lassen, um anstehende Wartungen<br />

sinnvoll zu terminieren – und Ausfallzeiten<br />

noch weiter zu minimieren.<br />

Fotos: ITT Bornemann<br />

www.bornemann.com<br />

Die Kombination macht’s<br />

Große Partikel, hier grün dargestellt, geraten nicht in den Spalt zwischen Gehäuse und Fördergeometrie<br />

– sie stellen deshalb kein Problem dar; mittlere und kleine Partikel hingegen können<br />

abrasiven und erosiven Verschleiß verursachen<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 55


BETRIEBSTECHNIK<br />

Digitaler Service mit<br />

Bewegungskurvenmessung<br />

Mit den neuen Funktionen der Allgaier ProcessApp im Bereich<br />

von Schüttgut verarbeitenden Maschinen macht Allgaier Process<br />

Technology einen weiteren Schritt in die Digitalisierung. Kunden<br />

können mit dem digitalen Service direkt an ihrer Maschine<br />

Ersatzteile anfragen oder mit dem Hersteller in Kontakt treten. Mit<br />

der ProcessApp haben<br />

Kunden einen digitalen<br />

Zwilling ihrer Maschine<br />

praktisch in der Hosentasche.<br />

Die App ist für mehrere<br />

Maschinentypen verfügbar<br />

wie z. B. Taumelsiebmaschine<br />

und Vibrationssiebmaschine.<br />

Jede Neumaschine ist mit<br />

einem eigenen QR-Code<br />

ausgestattet. Durch das<br />

Abscannen des Codes kann die Maschine sofort eindeutig identifiziert<br />

werden. Ein digitaler Zwilling, eine interaktive Zeichnung<br />

der eigenen Maschine, führt den Nutzer der App komfortabel zu<br />

den passenden Ersatzteilen. Durch einen einfachen Klick kann er<br />

diese dann auswählen und direkt bei Allgaier Process Technology<br />

bestellen. Darüber hinaus können Kunden direkt am mobilen<br />

Endgerät am Ort der Produktion die Dokumentation der<br />

konkreten Maschine ansehen. Auch bei einer geplanten Wartung<br />

oder im Störungsfall genügt ein Klick, um einen Kontakt zum<br />

Allgaier-Service herzustellen.<br />

www.allgaier-group.com<br />

Algorithmen zur vorrausschauenden<br />

Wartung<br />

Die vorrausschauende Wartung ist eine der Schlüsseltechnologien<br />

der Industrie 4.0. Doch es ist nicht ganz einfach, diese<br />

Technik effizient und produktiv einzusetzen. So ist es z. B. wichtig,<br />

die Implementierung durch geeignete Anwendungen und Tools<br />

zu beschleunigen und zu vereinfachen. Ein vorausschauender<br />

Wartungsplan richtet sich nicht nach einem bestimmten Zeitplan.<br />

Er wird von Algorithmen bestimmt, die Daten von Sensoren<br />

sammeln und auswerten.<br />

Ein Modell kann verwendet werden, um Veränderungen im<br />

Zustand der Anlage zu verfolgen und deren Restnutzungsdauer<br />

oder „Remaining Useful Life“ (RUL) vorherzusagen. Die Wartung<br />

und der Austausch von Teilen finden erst dann statt, wenn es<br />

notwendig ist. Darüber hinaus kann auch der Produktionsprozess<br />

effizienter gestaltet werden, wenn alle Faktoren berücksichtigt<br />

werden.<br />

Matlab- und Simulink-Anwendungen bieten einen schnellen<br />

Einstieg und helfen Anwendern u. a. dabei, Daten interaktiv zu<br />

erschließen, die wichtigsten Variablen für ein Modell zu<br />

bestimmen, gängige prädiktive Modelle parallel zu trainieren oder<br />

mehrere Modelle zu bewerten und zu vergleichen.<br />

So können Ingenieure mit der Predictive Maintenance Toolbox<br />

ihre Anwendung für die vorausschauende Wartung einfacher<br />

entwickeln und implementieren. Sie können große Mengen von<br />

Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen,<br />

analysieren und visualisieren und fortgeschrittene Machine-<br />

Learning-Algorithmen implementieren.<br />

www.mathworks.com<br />

IMPRESSUM<br />

vereinigt mit BioTec<br />

erscheint <strong>2019</strong> im 53. Jahrgang, ISSN 0175-5315<br />

Redaktion<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli)<br />

Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Redakteurin: Dipl.-Chem. Katja Friedl (kf),<br />

Tel.: 06131/992-336, E-Mail: k.friedl@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Angelina Haas,<br />

Tel.: 06131/992-361, E-Mail: a.haas@vfmz.de,<br />

Doris Buchenau, Melanie Lerch,<br />

Petra Weidt, Ulla Winter<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Gestaltung<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Anna Schätzlein,<br />

Mario Wüst<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Anzeigen<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Heike Rauschkolb, Anzeigenverwaltung<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 52: gültig ab 1. Oktober 2018<br />

Leserservice<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige<br />

Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

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Jahresabonnement: Inland: € 96,- (inkl. Versandkosten)<br />

Ausland: € 111,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

Verlag<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-100<br />

E-Mail: info@vfmz.de,<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Handelsregister-Nr. HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteur-ID: DE 149063659<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Gesamtanzeigenleiterin: Beatrice Thomas-Meyer,<br />

Tel.: 06131/992-265, E-Mail: b.thomas-meyer@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.grazin@vfmz.de<br />

Druck und Verarbeitung<br />

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Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige<br />

Informationen zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise<br />

von ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie<br />

über berufsbezogene Produkte und Dienstleistungen zu<br />

informieren. Dieser Speicherung und Nutzung kann<br />

jederzeit schriftlich beim Verlag widersprochen werden<br />

(vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der Annahme<br />

des redaktionellen Contents (Texte, Fotos, Grafiken<br />

etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser Zeitschrift<br />

geht das umfassende, ausschließliche, räumlich, zeitlich<br />

und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht auf den Verlag<br />

über. Dies umfasst insbesondere das Recht zur Veröffentlichung<br />

in Printmedien aller Art sowie entsprechender<br />

Vervielfältigung und Verbreitung, das Recht zur Bearbeitung,<br />

Umgestaltung und Übersetzung, das Recht zur<br />

Nutzung für eigene Werbezwecke, das Recht zur elektronischen/digitalen<br />

Verwertung, z. B. Einspeicherung und<br />

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in Datennetzen sowie Datenträger jedweder Art,<br />

wie z. B. die Darstellung im Rahmen von Internet- und Online-Dienstleistungen,<br />

CD-ROM, CD und DVD und der Datenbanknutzung<br />

und das Recht, die vorgenannten Nutzungsrechte<br />

auf Dritte zu übertragen, d. h. Nachdruckrechte<br />

einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit des<br />

redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger Prüfung<br />

durch die Redaktion nicht übernommen werden. Signierte<br />

Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion<br />

dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte kann<br />

keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich dürfen<br />

nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte<br />

der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig an<br />

anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder bereits<br />

veröffent licht wurden.<br />

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Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

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zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

56 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


Optische Gasdetektionskamera<br />

Die tragbare, optische Gasdetektionskamera (OGI) wurde speziell<br />

für Öl- und Gasindustrieexperten entwickelt. Sie dient der<br />

Erkennung und Visualisierung unsichtbarer Kohlenwasserstofflecks<br />

wie Methan und<br />

anderer, häufig vorkommender<br />

flüchtiger organischer<br />

Verbindungen<br />

(VOCs). Mit ihrer<br />

HD-Auflösung bietet die<br />

GF620 die vierfache<br />

Pixelanzahl gegenüber den<br />

Vorgängermodellen. Damit<br />

können die Inspektoren flüchtige Kohlenwasserstoffemissionen<br />

aus größerer und sicherer Entfernung aufspüren als mit geringer<br />

auflösenden OGI-Kameras.<br />

Die Kamera ist mit einem Infrarotdetektor mit einer Auflösung<br />

von 640 × 480 Pixeln ausgestattet und für Temperaturmessungen<br />

kalibriert. Zusätzlich ist die Kamera mit dem Q-Modus<br />

ausgestattet – einer automatischen Voreinstellung, mit der sich<br />

das optionale QL320-Gasquantifizierungssystem von Providence<br />

Photonics effizienter einrichten und nutzen lässt. Dieses System<br />

quantifiziert Kohlenwasserstofflecks mit Massen- oder Volumenmessungen<br />

und hebt Emissionen zur besseren Beurteilung farbig<br />

hervor.<br />

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Wiederverwendbarer Abschluss-Adapter<br />

Ein neuer Adapter erweitert das Sortiment rund um den Wellrohranschluss<br />

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Leitungen sowie Kabelbäume dicht und<br />

fest für den Transport. Über eine zusätzliche<br />

Öse am Adapter lassen sich die<br />

Rohre außerdem komfortabel aufhängen<br />

und sicher befördern.<br />

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PE-Schaumstoffe recyceln<br />

Schaumstoffreste sollten<br />

möglichst umweltschonend<br />

wiederverwertet werden.<br />

Im Recyclingprozess<br />

werden die im Unternehmen<br />

anfallenden Schaumstoffreste<br />

zerkleinert und<br />

anschließend granuliert.<br />

Die Verwendung von<br />

Resten aus der PE-Schaumstoffverarbeitung<br />

garantiert, dass sich nahezu keine Fremdstoffe<br />

im Material befinden. Durch die Vorsortierung wird eine Reinheit<br />

von 97 % angestrebt, sodass die Qualität des Recycling-Materials<br />

nur minimal von der des ursprünglichen Thermoplasts abweicht.<br />

Pro Schicht wird auf diese Weise 1 t Granulat erzeugt, das<br />

gesammelt und anschließend von einem Partnerunternehmen zu<br />

PE-LD-Platten aufgeschäumt wird.<br />

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VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG I SERIE<br />

Vom Keim zum Zahn<br />

Nachwachsende Zähne aus dem Labor<br />

Haie können es, Krokodile können<br />

es, Nagetiere können es und<br />

Menschen – theoretisch – auch.<br />

Die Rede ist von nachwachsenden<br />

Zähnen. Ein Hai muss sich keine<br />

Sorgen um mögliche Zahnlücken<br />

machen. Fällt ihm ein Zahn aus,<br />

wachsen nahezu beliebig oft Zähne<br />

nach. Und wie sieht es beim<br />

Menschen aus? Fallen die<br />

bleibenden Zähne aus, hilft nur<br />

noch ein Implantat oder die<br />

sogenannten „Dritten“, um auch<br />

künftig herzhaft zubeißen zu<br />

können.<br />

Die Wissenschaft geht prinzipiell davon<br />

aus, dass auch der menschliche Kiefer<br />

lebenslang über die Informationen verfügt,<br />

die für das Wachstum neuer Zähne notwendig<br />

sind. Dr. Jennifer Rosowski hat sich mit<br />

dem Thema der nachwachsenden Zähne in<br />

ihrer Doktorarbeit beschäftigt. Die Frage ist,<br />

wodurch dieser Prozess getriggert wird.<br />

Natürlicherweise entstehen Haare, Zähne<br />

oder auch Nägel als Folge der sogenannten<br />

mesenchymalen Kondensation. Im Falle<br />

des Zahnwachstums sammeln sich bestimmte<br />

Vorläuferzellen im Kiefer unterhalb<br />

der äußeren Hautschicht. Diese Zellen<br />

kondensieren und bilden eine Art Zahnkeim.<br />

Als Folge dieser Kondensation beginnen<br />

sie über spezifische Botenstoffe mit<br />

den umliegenden Zellschichten im Kiefer<br />

zu interagieren. „Innerhalb der so gebildeten<br />

Zahnknospe kommt es zur Differenzierung<br />

verschiedener Zelltypen: dem Zahnschmelz-Organ,<br />

der Zahnpapille und der<br />

Zahnleiste. Diese Gewebe differenzieren<br />

nach und nach zu einem kompletten Zahn“,<br />

beschreibt Rosowski.<br />

Der Ansatz der Forscher für die natürlichen<br />

dritten Zähne klingt ebenso simpel<br />

wie genial: Sie gewinnen aus dem Inneren<br />

eines extrahierten Zahnes sogenannte dentale<br />

Pulpa-Zellen, die sie so kultivieren und<br />

de-differenzieren, dass sich daraus ein aktiver<br />

Zahnkeim bildet. Würde man diesen<br />

Zahnkeim einem Patienten einpflanzen, so<br />

die Idee, beginnt er mit dem umliegenden<br />

Gewebe zu kommunizieren und löst damit<br />

die gesamte Kaskade an Botenstoffen aus,<br />

die die Zahnbildung initiiert.<br />

Körpereigenes Material<br />

Andere Arbeitsgruppen haben im Tiermodell<br />

bereits den konzeptionellen Beweis<br />

erbracht: Sie konnten zeigen, dass ein in<br />

den Kiefer implantierter Zahnkeim tatsächlich<br />

wieder zu einem kompletten Zahn auswächst.<br />

Grundlage hierfür waren jedoch<br />

embryonale Stammzellen. Das Berliner<br />

Team sieht deshalb in der eigenen Methode<br />

einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil:<br />

„Wir würden ausschließlich Zellmaterial<br />

aus patienteneigenen Zähnen nutzen. So<br />

vermeiden wir alle ethischen und rechtlichen<br />

Bedenken und haben dazu den entscheidenden<br />

Vorteil, dass es sich im Falle<br />

einer realen Anwendung um körpereigenes<br />

Gewebe handelt: Der neue Zahn würde also<br />

keine Abstoßungsreaktion hervorrufen.“<br />

Zur Kultivierung werden dentale Pulpazellen<br />

vereinzelt, gereinigt und anschließend<br />

in Mikro-Titerplatten kultiviert, deren<br />

Oberfläche mit einem Hydrogel beschichtet<br />

wurde. Das Hydrogel verhindert, dass sich<br />

die Zellen an der Wand der Titerplatten<br />

anheften. Sie schwimmen frei in dem<br />

Medium, sind aber eigentlich so programmiert,<br />

dass sie eine dreidimensionale Struktur<br />

anstreben. Als Folge kondensieren sie<br />

selbstständig, ohne äußeren Druck, zu<br />

einer Art Zell-Ball. Dieser Prozess dauert<br />

24 Stunden und der entstehende Zell-Ball<br />

ist rund 200 bis 500 µm groß.<br />

Um die sogenannte Induktivität zu beweisen,<br />

haben die Wissenschaftler die<br />

Zahnkeime zusammen mit Zellen aus dem<br />

Zahnfleisch ko-kultiviert. Bei der embryonalen<br />

Zahnentwicklung interagieren diese<br />

beiden Zelltypen und lösen so die Zahnbildung<br />

aus. Genau diese Interaktion konnte<br />

die Wissenschaftlerin nachweisen.<br />

Nachdem alle in-vitro-Versuche erfolgreich<br />

abgeschlossen wurden, stehen die<br />

Zahnkeime jetzt vor den ersten präklinischen<br />

Tests.<br />

Foto: Technische Universität Berlin<br />

www.tu-berlin.de<br />

Autorin: Katharina Jung, Referentin für<br />

Wissenschaftskommunikation, Technische<br />

Universität Berlin<br />

58 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 10/<strong>2019</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 04. 10. <strong>2019</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 18. 09. <strong>2019</strong><br />

01<br />

02<br />

03<br />

04<br />

01 Die Behandlung von Prozesswasser, Luftreinhaltung und produktionsintegrierter<br />

Umweltschutz sind nur einige der Themen im<br />

Supplement UMWELTTECHNIK (Foto: Fotolia/Antiksu)<br />

02 Durch den Umstieg auf eine neue Pumpe profitiert ein Lebensmittelhersteller<br />

nicht nur von einer hygienischeren Förderung, sondern vor<br />

allem von einer Reduzierung des Wartungs- und Reinigungsaufwands<br />

(Foto: Watson-Marlow)<br />

03 Mit speziellen Lösemittelpumpen lassen sich die gefährlichen<br />

Medien sicher abfüllen und genau dosieren (Foto: Bürkle)<br />

Der direkte Weg<br />

Internet:<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

E-Paper:<br />

digital.verfahrenstechnik.de<br />

Redaktion:<br />

redaktion@verfahrenstechnik.de<br />

04 Um Brände vorbeugend zu verhindern, werden gefährdete Bereiche<br />

bei einem Hygieneproduktehersteller mit Funkenlöschanlagen<br />

überwacht (Foto: Grecon)<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 59


FLUIDTECHNIK

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