Verfahrenstechnik 9/2019
Verfahrenstechnik 9/2019
Verfahrenstechnik 9/2019
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19098<br />
9<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
September <strong>2019</strong><br />
Gründlich sauber<br />
Ex-Sauger in der<br />
Automobillack-Produktion<br />
Armaturen und Rohre<br />
Fördersysteme effizient und<br />
kostengünstig betreiben<br />
Abfüllsystem<br />
Ergonomisches Handling,<br />
geräuscharme Umgebung<br />
Verschleißschutz<br />
Kombination aus<br />
Beschichtung und Härtung
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Flexible und staubdichte Tablettenproduktion<br />
der nächsten Generation
EDITORIAL<br />
Kreativ verpackt<br />
Eigentlich ist Einwegplastik ein Traum – es ist leicht, robust und<br />
billig. Aber der Traum wird schnell zum Alptraum, wenn Plastik die<br />
Umwelt vermüllt und als Mikroplastik in unserer Nahrungskette<br />
landet. Komplett darauf zu verzichten, ist schwer. Es ist aber möglich,<br />
den Gebrauch von Wasserflaschen, To-go-Snacks- und -Getränken,<br />
Tüten und Strohhalmen deutlich zu reduzieren. Schließlich gibt es<br />
mittlerweile viele kreative und wiederverwendbare (oder gar<br />
essbare) Alternativen.<br />
Auch die Unternehmen der Verpackungsbranche sind kreativ. Wenn<br />
es unbedingt Plastik sein muss, sind die Verpackungen mittlerweile<br />
deutlich dünner und damit leichter, die Packungsgrößen sind<br />
angepasster, und es stehen Nachfülllösungen im Regal. Es gibt Papier<br />
mit Funktionsschichten, das sich optimal für Lebensmittel eignet<br />
und anschließend recycelt werden kann. Sogenanntes Hochbarrierepapier<br />
kommt sogar ganz ohne zusätzliche Spezialbeschichtungen<br />
und Laminierungen aus und wird beispielsweise für Teebeutel<br />
verwendet. Ein gutes Beispiel für einen nachwachsenden Rohstoff ist<br />
Gras, das sich nach der Verarbeitung zu Pellets wunderbar zum<br />
Ausfüllen von Hohlräumen in Verpackungen eignet. Graspapier, das<br />
zu 40 Prozent aus getrocknetem Gras und zu 60 Prozent aus<br />
Holz-Frischfasern besteht, kann als Schale für Obst und Gemüse<br />
oder als Karton für Eier und Müsli genutzt werden. Selbst<br />
ein Coffee-to-go-Becher kann aus diesem Graspapier<br />
hergestellt werden.<br />
Mehr kreative Anregungen zu umweltgerechtem<br />
Verpacken und intelligente Lösungen für nachhaltiges<br />
und effizientes Abfüllen, Lagern und<br />
Transportieren gibt es auf der Fachpack, die am<br />
24. September in Nürnberg beginnt, und in<br />
unserem Top-Thema ab Seite 42.<br />
Eva Linder<br />
Chefredakteurin<br />
e.linder@vfmz.de
INHALT<br />
12 22 42<br />
Sauberkeit: Mit einem neuen Verfahren<br />
lassen sich gerade Innenrohre von<br />
Rohrbündel-Wärmeübertragern reinigen<br />
Sicherheit: Sonderkugelhähne verfügen<br />
standardmäßig über sicherheitsgerichtete<br />
Funktionen und Konstruktionsmerkmale<br />
Service: Durch die Nachrüstung mit einer<br />
Kamera lässt sich ein halbautomatisches<br />
Abfüllsystem automatisieren<br />
AKTUELLES<br />
6 Personen, Märkte, Unternehmen<br />
7 Seminare, Tagungen, Kurse<br />
8 100 Jahre Kaeser Kompressoren<br />
10 50 Jahre Bühler Technologies Mess- und Regeltechnik<br />
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
12 Rohrbündel-Wärmeübertrager effektiv reinigen<br />
14 Coaten von Schüttgütern am Beispiel von Feststoffdünger<br />
16 Biofeuchtreaktor optimiert Entschwefelung von Gas<br />
17 Produktinformationen<br />
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
20 Raue Innenoberflächen für die Fördertechnik<br />
22 Spezialkugelhähne für extreme Prozessbedingungen<br />
24 Freilaufrückschlagventile sichern die Pumpen im Kraftwerk<br />
„Hermann Wenzel“<br />
26 Schüttgut-Förderbänder mit wirtschaftlicher Antriebstechnik<br />
28 Produktinformationen<br />
TOP-THEMA CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />
42 Mit Retrofit von der halbautomatischen zur<br />
vollautomatischen Abfüllanlage<br />
44 Eichgenaues Abfüllen mit System<br />
46 Korrosionsfreie Energieführung trotzt Salzsäure-Belastung<br />
in Feuerverzinkerei<br />
48 Fachpack: Umweltgerechtes Verpacken im Fokus<br />
49 Produktinformationen<br />
BETRIEBSTECHNIK<br />
52 TITEL Ex-Sauger in der Automobillack-Produktion<br />
54 Verschleißschutzkonzept für Schraubenspindelpumpen<br />
56 Produktinformationen<br />
RUBRIKEN<br />
3 Editorial<br />
56 Impressum<br />
58 <strong>Verfahrenstechnik</strong> im Alltag<br />
59 Vorschau<br />
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
34 Redundante Stromversorgungen schützen vor Überspannung<br />
36 Effiziente Überwachung des Schichtbetriebs<br />
38 Produktinformationen<br />
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TITELBILD<br />
Ruwac Industriesauger GmbH,<br />
Melle<br />
4 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
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Wenn Kollegen oder Teams zusammen<br />
arbeiten, dann ist diese<br />
Zusammenarbeit viel mehr als das<br />
bloße Zusammenwirken fachlicher<br />
Fähigkeiten. Es ist immer eine Begegnung<br />
auf Augenhöhe. Geprägt<br />
von gegenseitigem Respekt. Ob<br />
innerhalb unseres Unternehmens,<br />
oder gemeinsam mit unseren<br />
Zulieferern und Kunden.<br />
Dabei sind wir immer verbindliche,<br />
vertrauenswürdige, loyale Partner.<br />
Und so erreichen wir, was sich alle<br />
wünschen: ein exzellentes Ergebnis,<br />
das alle weiterbringt. Denn<br />
Weltmarktführer für pneumatische<br />
Hebezeuge sind wir nicht mit<br />
Dienst nach Vorschrift geworden.<br />
Weltmarktführer wird und bleibt<br />
man mit Teamplayern, die gezielt<br />
gefördert werden. Die in einem intelligenten,<br />
lernenden System mehr<br />
als nur ihren Job machen. Die<br />
begeistert, leidenschaftlich und<br />
beständig nach immer besseren<br />
Lösungen suchen, um gemeinsam<br />
erfolgreich zu sein.<br />
Das macht uns so stark wie wir sind.<br />
Das ist der Spirit von J.D. Neuhaus.<br />
Er treibt uns an, den JDN-Weg in die<br />
Zukunft zu gehen. Mutig, energisch<br />
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AKTUELLES<br />
20 Jahre PDE<br />
Die Process Data Engineering GmbH (kurz PDE) feiert in diesem<br />
Jahr ihr 20-jähriges Firmenjubiläum. 1999 von Jörg Wolf (Bild) gegründet,<br />
hat sich das Unternehmen mit Sitz in Aschaffenburg zu<br />
einem leistungsstarken Partner der Prozessindustrie entwickelt.<br />
Einen Grund für den Erfolg sieht Jörg Wolf in der Kompetenz seiner<br />
Mitarbeiter und einem besonderen Know-how-Mix. „Wir verfügen<br />
über jahrzehntelange Erfahrung aus den Bereichen Datenanalyse,<br />
IT, <strong>Verfahrenstechnik</strong> und Automatisierung. Das unterscheidet<br />
unser Angebot von reinen IT-Dienstleistern oder Automatisierungstechnikern.“<br />
Die Kunden von<br />
PDE kommen aus unterschiedlichen<br />
Bereichen: Öl und Gas, Chemie,<br />
Metallurgie, Umwelttechnik<br />
und Kraftwerken. Seit der Gründung<br />
ist das Unternehmen international<br />
tätig; derzeit u. a. für eine<br />
Anlage zur Klärschlammverbrennung<br />
in der Schweiz.<br />
www.pde-gmbh.de<br />
Veränderungen bei Samson<br />
Der Aufsichtsrat der Samson<br />
AG hat Dr. Andreas Widl<br />
(Bild) als Vorstandsvorsitzenden<br />
für weitere fünf Jahre<br />
bestätigt. Er wird als Chief<br />
Executive Officer (CEO)<br />
nach wie vor den globalen<br />
Produktionsbereich mit verantworten.<br />
Dr. Thomas<br />
Steckenreiter wurde zum<br />
stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden<br />
ernannt und<br />
wird als Chief Technology Officer (CTO) zusätzlich den Bereich<br />
Human Resources und Services übernehmen. Für die Bereiche<br />
Vertrieb und Marketing ist Raul Fuchs weiterhin zuständig. Dr. Ingo<br />
Koch verlässt das Unternehmen nach sieben Jahren; seine Aufgaben<br />
als Finanzvorstand werden mit sofortiger Wirkung von<br />
Dr. Mathias Kretzschmar wahrgenommen.<br />
www.samson.de<br />
Denios bekommt Auszeichnung<br />
Die Denios AG, Spezialist für betrieblichen Umweltschutz und Arbeitssicherheit,<br />
gehört auch in diesem Jahr zu den Innovationsführern des deutschen Mittelstands.<br />
Das Top-100-Siegel wurde von Mentor Ranga Yogeshwar an Denios Vorstand<br />
Horst Rose (Bild l.) sowie an Ingo Schlutter (Bild r.), Leiter Qualitätsmanagement,<br />
überreicht. Denios schaffte damit bereits zum dritten Mal den<br />
Sprung in diese Innovationselite. In dem unabhängigen Auswahlverfahren überzeugte<br />
der Mittelständler mit über 850 Mitarbeitern besonders in den Bereichen<br />
„Innovative Prozesse/Organisation“ sowie „Innovationsklima“. Ausschlaggebend<br />
waren das professionelle Innovationsmanagement und die daraus resultierenden<br />
richtungsweisenden Entwicklungen. Dazu zählen u. a. die individuell konfigurierbaren<br />
begehbaren Gefahrstofflager, die kritische Situationen mithilfe modernster<br />
Sensorik erkennen und selbstständig Gegenmaßnahmen ergreifen. Ein<br />
weiterer Pluspunkt war auch eine neu entwickelte IT-Anwendung für Gefahrstoffmanagement:<br />
Mithilfe einer App werden Bedienungsanleitungen oder wichtige<br />
Statusmeldungen an das Bedienungs- und Überwachungspersonal gesendet.<br />
www.denios.de<br />
55 Jahre Steuler Anlagenbau<br />
Das mittelständische Traditionsunternehmen Steuler ist weltweiter<br />
Spezialist für säure- und feuerfeste Auskleidungen. Mit dem Erfolg<br />
im Markt mehrten sich schon früh Anfragen nach kompletten verfahrenstechnischen<br />
Anlagen im Bereich Oberflächenbehandlungstechnik.<br />
Aus dem Geschäftsbereich Säurebau heraus erwuchs daher<br />
um 1964 der Anlagenbau. Seit 55 Jahren steuert nun der Steuler<br />
Anlagenbau mit mehr als 60 erfahrenen Experten vom Stammsitz in<br />
Höhr-Grenzhausen aus die Geschäfte. Unterstützt wird das Unternehmen<br />
durch ein weltweites Netzwerk aus vier Tochtergesellschaften<br />
mit ca. 20 Ingenieuren und Technikern sowie internationale<br />
Kooperationspartner und Vertretungen. Der Geist des Gründers<br />
Georg Steuler lebt gerade<br />
im Anlagenbau weiter: Chancen<br />
erkennen, Probleme lösen,<br />
neue Entwicklungen vorantreiben<br />
– Fortschritt hat bei Steuler<br />
Tradition.<br />
www.steuler.de<br />
Kongress: Digitalisierung in der Hydraulik<br />
Am 29. Oktober <strong>2019</strong> findet in<br />
der Stadthalle Sindelfingen<br />
der 1. Fachkongress Hydraulix<br />
zum Thema Digitalisierung in<br />
der Hydraulik statt. Der<br />
VDMA Fachverband Fluidtechnik<br />
und die Vereinigte<br />
Fachverlage GmbH haben gemeinsam<br />
mit der Redaktion<br />
O+P Fluidtechnik die Veranstaltung ins Leben gerufen, um allen<br />
beteiligten Akteuren eine Plattform für den informellen Austausch<br />
zu bieten. Die Teilnehmer erwarten hochkarätige Vorträge und<br />
Präsentationen im Kongress und eine Ausstellung, die zusätzlich<br />
anwenderbezogene Impulse geben soll. Informationen und Anmeldung<br />
unter nachfolgendem Link.<br />
Foto: Bosch Rexroth<br />
www.hydraulix-congress.de<br />
6 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
AKTUELLES<br />
Michell ergänzt Gasanalysatorensparte<br />
Vor Kurzem hat Michell Instruments<br />
den internationalen<br />
Vertrieb und Support für die<br />
auf Gaschromatografie basierenden<br />
Gasanalysatoren<br />
des Schwesterunternehmens<br />
LDetek übernommen. Das in<br />
Kanada ansässige Unternehmen<br />
LDetek entwickelt<br />
und produziert Online-Analysatoren<br />
und Gaschromatografie-Systeme<br />
basierend auf ihrer<br />
patentierten Plasma-Emission-<br />
Detektor-Technologie (PED).<br />
Die Geräteserien ergänzen<br />
Michells Angebot in den Bereichen<br />
Luft- und Gasaufbereitung,<br />
Luftzerlegungsanlagen<br />
und industrielle<br />
Gasproduk tion.<br />
www.michell.de<br />
SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE<br />
Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung<br />
MESSE MSR-Spezialmesse Südwest 18.09.19,<br />
Ludwigshafen<br />
FORUM Quality Cleanroom 18./19.09.19,<br />
Wangen, Schweiz<br />
SEMINAR Inbetriebnahme eines Clamp-on-<br />
Ultraschallsystems<br />
PRAXISTAG Check-up für Krisen- und<br />
Issue-Management<br />
TAGUNG Brandschutz im Tank- und<br />
Gefahrgutlager<br />
KOMPAKTSCHULUNG Messen, regeln,<br />
aufzeichnen<br />
SYMPOSIUM Process Development<br />
Symposium Europe<br />
19.09.19,<br />
Olbendorf, Österr.<br />
24.09.19,<br />
Dortmund<br />
24.09.19,<br />
Essen<br />
24.–26.09.19,<br />
Fulda<br />
25./26.09.19,<br />
Frankfurt/M.<br />
PRAXISSCHULUNG Durchflussmesstechnik 25./26.09.19,<br />
Hamburg<br />
GRUNDLAGENSEMINAR Abfallseminar für<br />
Einsteiger<br />
WEITERBILDUNG Wasserrecht und<br />
Gewässerschutz<br />
30.09.19,<br />
Offenbach<br />
07.–10.10.19,<br />
Essen<br />
KURS Projektmanagement im Anlagenbau 10./11.10.19,<br />
Altdorf b. Nürnberg<br />
Meorga, Tel. 06838/8960035,<br />
www.meorga.de<br />
Cleanroom Future, Tel. +41(0)32/631-3233,<br />
www.cleanroomfuture.com<br />
Flexim, Tel. 030/93667660,<br />
www. flexim.com<br />
Akademie Fresenius, Tel. 040/41909303,<br />
www.akademie-fresenius.de<br />
Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />
www.hdt-essen.de<br />
Jumo, Tel. 0661/6003-0,<br />
www.jumo.net<br />
Dechema, Tel. 069/7564-0,<br />
www.dechema.de<br />
Endress + Hauser, Tel. 07621/975-610,<br />
www.de.endress.com<br />
Umweltinstitut Offenbach, Tel. 069/810679,<br />
www.umweltinstitut.de<br />
Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />
www.hdt-essen.de<br />
Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />
www.taw.de<br />
Fachtagung Schüttgutfördertechnik<br />
Die 24. Fachtagung Schüttgutfördertechnik<br />
findet am 25.<br />
und 26. September im Hotel<br />
Ratswaage in Magdeburg statt<br />
und richtet sich an Fachleute<br />
aus Forschung und Praxis. Veranstalter<br />
der Tagung ist der<br />
Lehrstuhl Förder- und Materialflusstechnik<br />
der Otto-von-<br />
Guericke-Universität in Kooperation<br />
mit dem Lehrstuhl<br />
Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München. In diesem<br />
Jahr steht die Tagung unter dem Motto „Digitalisierung in der<br />
Schüttgutfördertechnik“. Infos und Anmeldung unter<br />
Tel. 0391/6758603 oder per E-Mail: dagmar.pfeiffer@ovgu.de<br />
www.ilm.ovgu.de/schuettgut<br />
25 Jahre Renner Kompressoren<br />
Die Renner Kompressoren GmbH aus Güglingen wurde vor 25 Jahren<br />
von Bernt und Annette Renner gegründet. Heute hat das<br />
Familienunternehmen<br />
165 Mitarbeiter, und<br />
die Kompressoren<br />
sind in der ganzen Welt<br />
präsent. Das Druckluftprogramm<br />
um fasst<br />
öl- und wassereingespritzte<br />
Schraubenkompressoren,<br />
Kolbenkompressoren und ölfreie Scroll-Kompressoren<br />
– Anlagen mit Frequenzregelung oder Direktantrieb im<br />
Leistungsbereich von 1,5 bis 355 kW.<br />
www.renner-kompressoren.de<br />
Allianz für Industrie 4.0<br />
Auf der Hannover Messe<br />
<strong>2019</strong> haben sieben führende<br />
Unternehmen aus Maschinenbau,<br />
Industrieautomatisierung<br />
und Software die<br />
Gründung der Open Industry<br />
4.0 Alliance angekündigt.<br />
Sie wollen mit dieser<br />
Kooperation proprietäre<br />
Insellösungen überwinden und der digitalen Transformation der<br />
europäischen Industrie den entscheidenden Schub geben. Gründungsmitglieder<br />
sind die Firmen Beckhoff, Endress+Hauser,<br />
Hilscher, ifm, Kuka, Multivac und SAP. Die Allianz steht grundsätzlich<br />
allen Unternehmen offen. So sind bspw. Balluff, Gebhardt,<br />
Pepperl+Fuchs, Schmidtsche Schack, Samson oder Wika bereits als<br />
Mitglieder der Allianz beigetreten. Sie alle verpflichten sich gegenseitig<br />
zur Schaffung eines standardisierten und offenen Ökosystems<br />
zum Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen unter Einbindung<br />
von Logistik und Services.<br />
www.endress.com<br />
Meorga mit MSR-Spezialmesse in Landshut<br />
Sie möchten interessante Gespräche zu den Themen Mess-, Steuerungs-<br />
und Regeltechnik führen? Sich austauschen zu den neuesten<br />
Trends im Bereich der Prozessleitsysteme und der Automatisierungstechnik?<br />
Dann kommen Sie am 23. Oktober nach Landshut,<br />
dort findet in der Sparkassen-Arena die MSR-Spezialmesse Südost<br />
statt. 160 Fachfirmen zeigen dort von 8 bis 16 Uhr Geräte und Systeme,<br />
Engineering- und Serviceleistungen sowie neue Trends im<br />
Bereich der Automatisierung. 36 begleitende Fachvorträge informieren<br />
den Besucher.<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 7
AKTUELLES I INTERVIEW<br />
Durchhaltevermögen<br />
und Humor<br />
100 Jahre Kaeser Kompressoren<br />
Frau Vlantoussi-Kaeser, nicht viele Firmen können ihren<br />
100. Geburtstag feiern. Worauf sind Sie persönlich besonders stolz?<br />
Mich macht besonders stolz, dass wir nach 100 Jahren immer<br />
noch ein äußerst erfolgreiches, unabhängiges und international<br />
tätiges Familienunternehmen sind.<br />
Was hat sich am Produktspektrum und an der Firmenphilosophie<br />
in der langen Zeit verändert und was ist geblieben?<br />
Von Anfang an haben wir uns an den Bedürfnissen unserer Kunden<br />
orientiert und haben unser Produktspektrum kontinuierlich<br />
erweitert. Zunächst als Autowerkstatt und Zahnradfertiger und<br />
ab 1949 als Kompressoren-Hersteller. Seitdem lautet unser Leistungsversprechen<br />
den Kunden gegenüber: Verfügbarkeit der<br />
Druckluft und Energieeffizienz. Unsere Firmenphilosophie war<br />
und ist die Erfüllung der Kundenbedürfnisse mithilfe von hochmotivierten<br />
und höchstqualifizierten Mitarbeitern.<br />
Was ist das „Geheimnis“ Ihres Unternehmens?<br />
Die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und kontinuierlich an<br />
deren Erfüllung zu arbeiten.<br />
Das Thema „Frauen in Führungspositionen“ ist immer wieder<br />
sehr präsent. Welche Erfahrungen machen Sie als Frau im<br />
Unternehmen und generell in der Branche?<br />
Meine Erfahrungen sind sehr positiv. Ich bin nach meinem Studium<br />
und vor nun mehr als 35 Jahren ins Unternehmen eingestiegen.<br />
Seit 1994 bin ich in einer Führungsposition. Kollegen und Mitarbeiter<br />
haben mich stets respektiert und voll akzeptiert. Auch in<br />
der Branche bin ich ein gleichberechtigter Gesprächspartner. Die<br />
Firma Kaeser ist immer wieder als bester Arbeitgeber und frauenfreundlicher<br />
Betrieb ausgezeichnet worden.<br />
Ihr Sohn steigt gerade in das Unternehmen ein. Was glauben Sie,<br />
dass er mal anders machen wird als die jetzige Generation?<br />
In diesem Jahr feiert die Firma Kaeser<br />
Kompressoren ihr hundertjähriges Bestehen.<br />
Als Maschinenbauwerkstatt 1919 von Carl Kaeser<br />
Senior in Coburg gegründet, hat sich das<br />
Unternehmen zu einem weltweit erfolgreichen<br />
Kompressoren-Hersteller und Druckluft-<br />
Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser<br />
ist Vorstandsmitglied der<br />
Firma Kaeser<br />
Systemanbieter entwickelt. Wir sprachen mit<br />
Vorstandsmitglied Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser.<br />
Noch nie gab es in technologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher<br />
Hinsicht so schnelle Veränderungen wie heute. In der<br />
Zukunft werden die Veränderungen noch gravierender und noch<br />
schneller sein. Er wird in noch kürzeren Zeitabschnitten mehr<br />
Informationen sammeln müssen, um noch schneller gute Entscheidungen<br />
zu treffen.<br />
Was lesen wir über die Firma Kaeser in zehn Jahren?<br />
„Das Familienunternehmen Kaeser Kompressoren hat sich in den<br />
letzten zehn Jahren ständig neu erfunden und sich dadurch den<br />
rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen<br />
angepasst.“<br />
Gibt es eine lustige Anekdote aus Ihrer Zeit bei der Firma Kaeser?<br />
Unsere Söhne hatten schon mit drei und fünf Jahren einen fachmännischen<br />
Blick für gutes Design und gute Qualität entwickelt.<br />
8 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Jeder „Nicht-Kaeser-Kompressor“ wurde sofort erkannt und mit<br />
„Bubu-Kompressor“ bezeichnet.<br />
Was ist Ihr Lebensmotto?<br />
Respekt und Disziplin. Nur wenn man respektvoll zu sich selbst<br />
und zu den anderen und gleichzeitig diszipliniert ist, kann man<br />
allen moralischen Grundsätzen unserer Gesellschaft gerecht<br />
werden.<br />
Was macht Sie besonders glücklich bei der Arbeit?<br />
Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern aus dem In- und Ausland<br />
Lösungen zu erarbeiten, die jeder mitträgt und das Unternehmen<br />
weiterbringen. International tätige Unternehmen lassen die Welt<br />
zusammenrücken und haben einen großen Anteil an der<br />
Völkerverständigung.<br />
Welchen Rat würden Sie einer jungen Frau geben, die eine<br />
Führungsposition übernimmt?<br />
Ich würde jedem jungen Menschen – egal ob Frau oder Mann –<br />
raten, die persönlichen und beruflichen Ziele immer im Auge zu<br />
behalten. Man braucht Durchhaltevermögen – das Leben ist kein<br />
Sprint, sondern ein Marathon. Außerdem braucht man eine gute<br />
Portion Humor.<br />
(eli)<br />
Fotos: Kaeser<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 9<br />
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AKTUELLES I INTERVIEW<br />
„Erfolg wird von<br />
Menschen getragen“<br />
50 Jahre Bühler Technologies Mess- und Regeltechnik in Ratingen<br />
Im Jahr 1969 hatten der Konstrukteur und<br />
Maschinenbauingenieur Herbert Bühler und der<br />
Elektroingenieur Friedrich von Ameln die Idee zur<br />
Gründung der Firma Bühler & Co. in Ratingen.<br />
Mittlerweile hat sich das Unternehmen unter der<br />
Leitung von Frank Pospiech und Stefan Eschweiler<br />
mit über 150 Mitarbeitern zu einem Spezialisten<br />
im Bereich Mess- und Regeltechnik entwickelt.<br />
Frank Pospiech, Geschäftsführer der Bühler Technologies GmbH;<br />
im Bild rechts Firmengründer Herbert Bühler<br />
Herr Pospiech, die Firma Bühler & Co.<br />
wurde vor 50 Jahren gegründet. Was hat<br />
sich seitdem grundlegend verändert und<br />
was ist geblieben?<br />
Die Gründer des Unternehmens Friedrich<br />
von Ameln und Herbert Bühler kamen aus<br />
zwei unterschiedlichen Fachgebieten.<br />
Herbert Bühler als Maschinenbaukonstrukteur<br />
hatte seine Expertise in der Hydraulik,<br />
hingegen beschäftigte sich Friedrich von<br />
Ameln, eher aus der Analysenmesstechnik<br />
kommend, mit der Prozess-Gas analyse.<br />
Aus diesen Gründen entstanden zwei<br />
Geschäftsbereiche mit den Namen „Fluid<br />
control“ und „Gasanalyse“. Bis heute prägen<br />
die beiden Geschäftsbereiche die<br />
Bühler Technologies GmbH und sichern<br />
nunmehr 150 Arbeitsplätze in der Region<br />
NRW und darüber hinaus ab. Die damalige<br />
Markteintrittsstrategie, sich als<br />
Nischenanbieter zu positionieren, ist bis<br />
zum heutigen Tag beibehalten worden.<br />
Durch das starke Handelsgeschäft getrieben,<br />
lag der Fokus allerdings zuerst auf<br />
dem Heimatmarkt. Erst Mitte der 90er-<br />
Jahre erkannte man, dass die Zukunft des<br />
Unternehmens nur abgesichert werden<br />
kann, wenn dessen Sichtbarkeit und somit<br />
die Geschäftsaktivitäten weltweit signifikant<br />
verstärkt werden und wenn das<br />
eigene Produktprogramm durch Neuund<br />
Weiterentwicklungen den internationalen<br />
Anforderungen angepasst wird.<br />
Heute ist das Unternehmen global aufgestellt<br />
mit Tochterunternehmen in den<br />
USA und Frankreich sowie mit Vertriebsniederlassungen<br />
zum Beispiel in China<br />
und in Russland. Weltweit kooperiert<br />
Bühler Technologies mit vielen Vertriebspartnern<br />
und deckt somit nahezu den<br />
gesamten Erdball ab. Das Produktportfolio<br />
ist in vielen Regionen dieser Welt mit tausenden<br />
von Installationen eingeführt und<br />
wird von der Kundschaft sehr geschätzt.<br />
Wie hat sich das Produktspektrum in<br />
dieser Zeit entwickelt?<br />
Als wir Mitte der 90er-Jahre anfingen, das<br />
Unternehmen umzukrempeln und auf die<br />
nächste höhere Stufe zu stellen, wurde<br />
auch die Frage gestellt, welchen Nutzen<br />
wir unserer Kundschaft in Zukunft mit<br />
unseren Produkten bieten können. Bei der<br />
sehr intensiven Marktanalyse im Vorfeld<br />
fanden wir heraus, dass es viele Regionen<br />
im Markt gab, deren Kunden sich mit zum<br />
Teil haarsträubenden Produktlösungen in<br />
10 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
ihren Anlagen herumquälten, diese Situation<br />
aber in Kauf nahmen. Der Grund<br />
dafür war oftmals das Fehlen von intelligenten,<br />
maßgeschneiderten Produktideen<br />
für die Marktnischen Fluidcontrol und<br />
Gasanalyse. Aus diesen Analysen heraus<br />
entstand in den laufenden Jahren ein<br />
nahezu komplett neues Produktprogramm<br />
– basierend auf einem modularen<br />
Baukastensystem. Wartungsfreundlichkeit,<br />
leichte und verständliche Bedienbarkeit,<br />
platzsparend, aber mit hoher Funktionsdichte,<br />
sowie Zuverlässigkeit gepaart mit<br />
Langlebigkeit waren die Schlüsselmerkmale,<br />
die uns bei den Produktneuentwicklungen<br />
antrieben. Wenn wir heute das Produktprogramm<br />
von Bühler Technologies<br />
betrachten, so erkennt man die Produktphilosophie<br />
eines Komplettsortimenters.<br />
Es ist genau diejenige Philosophie, die<br />
jetzt und auch in absehbarer Zukunft weiter<br />
vorangetrieben wird, um jede weitere<br />
Programmlücke schließen zu können.<br />
Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihres<br />
Unternehmens?<br />
Ich glaube, wenn es ein Erfolgsgeheimnis<br />
in unserem Unternehmen gibt, dann sind<br />
es unsere engagierten Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter, die sich in einem sozialen<br />
Umfeld mit einer angenehmen Firmenkultur<br />
als Dach entfalten können. Selbstständiges<br />
und flexibles Arbeiten gehören<br />
genauso zu unserem Verständnis wie der<br />
Teamgedanke, Verantwortlichkeit und der<br />
respektvolle Umgang miteinander. Der<br />
Umgang mit Rechten und Pflichten beruht<br />
schlicht und einfach auf Vertrauen. Diese<br />
Kultur versuchen wir hier miteinander zu<br />
leben, und ich denke das ist auch die Basis<br />
und das Erfolgsrezept für alle neuen<br />
Herausforderungen in der Zukunft.<br />
Was war Ihr größter persönlicher Erfolg?<br />
Es ist immer schwierig, einen persönlichen<br />
Erfolg im Unternehmen darzustellen, da<br />
jeder Erfolg auch von anderen Personen mit<br />
beeinflusst wird. Wenn ich aber auf die Frage<br />
antworten soll, dann würde ich sagen, es<br />
macht mich schon persönlich stolz, dass ich<br />
entscheidend mithelfen und mitgestalten<br />
durfte, das Unternehmen erfolgreich aus<br />
den 90er-Jahren zu begleiten, es als stabiles<br />
und gesundes Unternehmen bis hierher<br />
gebracht zu haben und dafür mitverantwortlich<br />
zu sein, dass 150 Arbeitsplätze auch in<br />
Zukunft sicher gestaltet werden können.<br />
Wie gehen Sie mit den Themen Globalisierung<br />
und Digitalisierung um?<br />
Wir agieren im Ausland immer stärker mit<br />
eigenen lokalen Mitarbeiterinnen und<br />
Mitarbeitern. Das hilft uns, die verschiedensten<br />
Mentalitäten, Philosophien und<br />
Herangehensweisen besser zu verstehen.<br />
Denn all diese Faktoren beeinflussen<br />
letztendlich auch unsere Arbeitsweisen<br />
hier in Deutschland. Es ist ein großer<br />
Unterschied für ein Produkt, ob es während<br />
der Winterzeit in Russland bei –40 °C<br />
zuverlässig funktionieren muss oder in<br />
Indien während der heißesten Jahreszeit<br />
in der Nähe einer Produktionsanlage.<br />
Wenn man global agieren möchte, muss<br />
man auf solche Fragen eine smarte Antwort<br />
haben. Globalisierung besteht für<br />
uns aber nicht nur aus Vertriebssicht.<br />
Auch die internationalen Beschaffungsmärkte<br />
spielen eine immer größer werdende<br />
Rolle. Allerdings behalten wir uns<br />
vor, bis zum heutigen Tag ausschließlich<br />
in Deutschland zu produzieren.<br />
Wir wissen, dass die Digitalisierung unser<br />
Unternehmen in Zukunft auch entscheidend<br />
prägen wird. Vor allen Dingen müssen<br />
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />
in diesem Veränderungsprozess mitgenommen<br />
werden. Gerade im Vertrieb<br />
werden sich viele liebgewonnene Gewohnheiten<br />
in Zukunft verändern. Der Verkäufer,<br />
so wie wir ihn definieren, wird sich zu<br />
einem Lösungsanbieter entwickeln müssen.<br />
Auch arbeiten wir daran, wie Produkte<br />
smarter gestaltet werden können, sodass<br />
sie einen höheren Nutzen für den Anwender<br />
bieten können. Denn nur wenn der<br />
Anwender diesen Nutzen erkennt, wird er<br />
bereit sein, auch dafür zu investieren. Für<br />
all diese und weitere Fragestellungen und<br />
Herausforderungen haben wir in diesem<br />
Jahr die Bühler Innovation GmbH gegründet.<br />
Hier werden neue Impulse für die<br />
Bühler Technologies GmbH entstehen, die<br />
das Unternehmen auch für die Zukunft fit<br />
machen werden.<br />
Was lesen wir über die Firma Bühler<br />
Technologies in zehn Jahren?<br />
Es ist sehr schwer, zehn Jahre in die Zukunft<br />
zu blicken. Dafür ändern sich die<br />
Dinge und das Umfeld zu schnell. Wenn<br />
ich aber ein Bild malen sollte, dann wird es<br />
eine Firma Bühler Technologies GmbH<br />
geben, die sich innerhalb der von ihr definierten<br />
Marktnischen mit den drängenden<br />
Zukunftsthemen beschäftigen wird. In<br />
diesen Segmenten wird sie sich mit cleveren<br />
Geschäftsmodellen und smarten Produktideen<br />
weiterhin durchsetzen, ihre<br />
führende Rolle sichern und vielen Menschen<br />
als mittelständisches Unternehmen<br />
eine sichere Zukunft bieten. (eli)<br />
Fotos: Bühler Technologies<br />
www.buehler-technologies.com
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Weg mit der harten Kruste<br />
Rohrbündel-Wärmeübertrager effektiv reinigen<br />
Betreiber von Rohrbündel-<br />
Wärmeübertragern haben immer<br />
wieder Probleme mit harten<br />
Krusten und Verschlüssen auf den<br />
Wärmeübertragungsflächen.<br />
Abhilfe soll ein leistungsfähiges<br />
Verfahren zur Reinigung gerader<br />
Innenrohre schaffen.<br />
Bei dem Verfahren handelt es sich um<br />
eine Ergänzung der üblichen Reinigungsverfahren,<br />
die beim Betreiber der<br />
Rohrbündel-Wärmeübertrager unnötige<br />
hohe Kosten verursachen, die Inbetriebnahme<br />
verzögern und schlechte Reinigungsergebnisse<br />
erzielen.<br />
Auch wenn bereits bei Konstruktion, Auslegung<br />
und Ausführung von Rohrbündel-<br />
Wärmeübertragerapparaten ein störungsarmer<br />
Betrieb angestrebt wurde, gelingt es<br />
in der Praxis selten, die projektierte Leistung<br />
der Wärmeübertragung dauerhaft aufrecht<br />
zu halten. Eine Ursache dafür sind<br />
Verschmutzungen, Verkrustungen und Verschlüsse<br />
(Fouling) auf den Wärmeübertragungsflächen<br />
– insbesondere der Innenrohre.<br />
Eine technisch und wirtschaftlich<br />
optimale Anlagenführung ist damit nicht<br />
mehr möglich.<br />
Schnell reagieren<br />
Bei einem unvorhergesehenen Ausfall des<br />
Wärmeübertragers durch eine sich kurzfristig<br />
ergebende kritische Verschlechterung<br />
der Wärmeübertragung steht die<br />
schnelle Wiederverfügbarkeit im Vordergrund.<br />
Es wird deshalb zu oft auf die örtlich<br />
verfügbare Reinigungstechnik zurückgegriffen,<br />
auch wenn die verfügbare Reinigungstechnik<br />
gerade beim Vorliegen harter<br />
Verschmutzungen und Verschlüsse keine<br />
optimale Reinigung erlaubt.<br />
Ein österreichischer Hersteller bietet ein<br />
leistungsfähiges und wirtschaftlich einsetzbares<br />
Verfahren unter der Bezeichnung RTC<br />
(Rädler Tube Cleaning) an, mit dem mit<br />
hartem Material zugesetzte ge rade Rohre<br />
effizient, wirtschaftlich, material- und<br />
umweltschonend gereinigt werden können.<br />
Verbrauch von Ressourcen<br />
(alle Angaben annähernd)<br />
Spezifischer Verbrauch<br />
(elektr. kWh/Kraftstoff l/h)<br />
Kosten pro 100 Stunden<br />
(Dieselpreis)<br />
RTC-Anwendung mit<br />
12 bar Wasserdruck<br />
5 kWh entspricht<br />
ca. 0,5 l/h Diesel<br />
Hochdruckanwendungen<br />
mit 1 000 bar<br />
Wasserdruck<br />
Hochdruckanwendungen<br />
mit 3 000 bar<br />
Wasserdruck<br />
24 l/h Diesel 12,5 l/h Diesel<br />
ca. 73 Euro 3 024 Euro 1 575 Euro<br />
Spezifischer Wasserverbrauch 0,01 m 3 /min 0,25 m 3 /min 0,05 m 3 /min<br />
Wasserverbrauch in 100 h 60 m 3 1 500 m 3 300 m 3<br />
Kosten Wasserverbrauch in<br />
100 Stunden<br />
Kosten aus der Anwendung<br />
(ohne Abwasserbehandlung)<br />
Eigentlich „schrottreife“ Wärmeübertrager<br />
können so weiter genutzt werden.<br />
Das beim Vorliegen harter Krusten und<br />
Verschlüsse oft eingesetzte Hochdruckreinigungsverfahren<br />
ist mit beträchtlichem<br />
Zeitaufwand und großer persönlicher<br />
Belastung des Ausführenden verbunden.<br />
Das mobile RTC-Reinigungsgerät ist für den<br />
horizontalen oder vertikalen Reinigungseinsatz<br />
direkt am geöffneten Wärmeübertrager<br />
oder stationär am Waschplatz konzipiert.<br />
Blanke Rohrinnenflächen<br />
Das RTC-Reinigungsverfahren ist zwar ein<br />
Bohrverfahren, eine Beschädigung der<br />
Rohrinnenflächen ist aber ausgeschlossen,<br />
da der geführte Fräser einen geringeren<br />
Durchmesser als das Innenrohr hat. Die Führung<br />
gegenüber der Rohrinnenfläche erfolgt<br />
120 Euro 3 000 Euro 600 Euro<br />
193 Euro 6 024 Euro 2 063 Euro<br />
Reinigungsleistung sehr gut weniger gut gut<br />
Zeitaufwand gering hoch weniger hoch<br />
Autor: Dipl-Ing. Hans-Jürgen Kastner, Senior<br />
Consulting Engineer, Umwelt-Technik-Marketing,<br />
Brake, umwelt-technik-marketing@technik-b2b.com<br />
CO 2<br />
-Emission in 100 h aus dem<br />
Verbrauch von Diesel<br />
Vergleich der Reinigungsverfahren: RTC versus Hochdruck<br />
66 kg 6 336 kg 3 300 kg<br />
12 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Ingenieur (m/w/d)<br />
Oderstraße 51, 24539 Neumünster, Deutschland<br />
Mit Berufserfahrung<br />
durch einen Führungsring. Der Fräser ist so gestaltet, dass er das abgereinigte<br />
Material entgegen der Vortriebsrichtung bewegt. Aus dem Führungsring<br />
tritt seitlich Wasser aus. Dadurch bildet sich zwischen der Innenfläche<br />
des Innenrohres und dem Führungsring ein hydraulisches<br />
Polster aus. Das Wasser nimmt das ent fernte Material auf und schwemmt<br />
es entgegen der Vortriebsrichtung aus. Dabei wird die Rohrinnenfläche<br />
geglättet und es entsteht eine blanke Oberfläche.<br />
Durch die hohe Reinigungsqualität wird die erneute Verschmutzung<br />
erschwert und die Einsatzzeit verlängert sich bis zur nächsten<br />
notwendigen Reinigung.<br />
Vorteile für den Betreiber<br />
Bei einem Vergleich der für die Bewertung der Verfahren wesentlichen<br />
Parameter, er geben sich für den Betreiber beim Einsatz des RTC-Reinigungsverfahrens<br />
gegenüber den zurzeit bevorzugt eingesetzten Hochdruckverfahren<br />
bedeutende Vorteile, die eine Entscheidung für die verstärkte<br />
Anwendung dieses Verfahrens beim Vorliegen harter Krusten<br />
und Verschlüsse ergeben sollten.<br />
Der Vergleich wurde an typgleichen Wärme übertragern, die im vergleichbaren<br />
Verschmutzungszustand vorlagen, durchgeführt. Die in<br />
der Tabelle ausgewiesenen Kosten für die Ressourcen Diesel und<br />
Wasser sind unsicher, weil die zur Rechnung benutzten Preise, besonders<br />
beim Preis für Industriewasser, abhängig von der Menge und von<br />
den örtlichen Bedingungen stark abweichen können. Auch die Entsorgungskosten<br />
konnten deshalb nicht berücksichtigt werden. Der Vergleich<br />
kann also nur eine tendenzielle Aussage darstellen.<br />
Fazit: Das RTC-Verfahren hat aufgrund des geringeren Energie-,<br />
Wasser- und Zeitaufwands im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren<br />
nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern es sichert die<br />
Reinigungsqualität, senkt die Belastung des Betreibers und erhöht<br />
die Arbeitssicherheit. z<br />
Fotos: ACR<br />
Das mobile RTC-Reinigungsgerät<br />
im Einsatz am Waschplatz<br />
„Technische Lösungen sind keine Allround-<br />
Anwendungen, sie müssen wirtschaftlich<br />
und funktionell passen.“<br />
Die Markert Gruppe ist ein innovatives Technologieunternehmen<br />
mit mehr als 140 Mitarbeitern im In- und Ausland.<br />
Mit unseren Marken marsyntex ® und marsoflex ® sind wir<br />
einer der führenden Spezialanbieter von textiler Filtertechnik<br />
und Schlauchsystemen. Zu unseren Kunden gehören<br />
nationale und internationale Unternehmen aus der Chemie,<br />
dem Bergbau und der Metallurgie, der Pharma- und Lebensmittelindustrie<br />
sowie dem Maschinen- und Anlagenbau.<br />
Im Zuge des weiteren Wachstums suchen wir zum nächstmöglichen<br />
Zeitpunkt für die Filtertechnik einen<br />
Ingenieur <strong>Verfahrenstechnik</strong>/<br />
Chemietechnik (m/w/d)<br />
Ihre Aufgaben<br />
• Technische Analyse und Unterstützung des Vertriebs bei<br />
Reklamationen und Qualitätsfragen<br />
• Entwicklung sowie Optimierung von technischen Geweben<br />
gemäß Kundenanforderungen<br />
• Aufbau und Betreuung von Produkttest bei unseren<br />
Kunden vor Ort<br />
• Aufbau eines Wissen-Managements/einer Datenbank im<br />
vorhandenen CRM<br />
Ihre Qualifikationen<br />
• Erfolgreich abgeschlossenes Studium der <strong>Verfahrenstechnik</strong>/Chemietechnik/Maschinenbau<br />
• Berufserfahrungen innerhalb der Prozess-/<strong>Verfahrenstechnik</strong>/Chemietechnik,<br />
idealerweise im Bereich<br />
Mineral & Mining<br />
• Gute Englischkenntnisse und sicherer Umgang mit moderner<br />
EDV-Technik (MS Office, ERP-Systeme etc.)<br />
Ihre Perspektive<br />
Es erwarten Sie vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben<br />
in einem angenehmen Arbeitsumfeld. Wir bieten Ihnen<br />
flexible Arbeitszeiten, einen modernen Arbeitsplatz mit den<br />
entsprechenden technischen Arbeitsmitteln und fachliche<br />
Entwicklungsmöglichkeiten. Eine weitere Option ist die Aufnahme<br />
in den Führungskreis des Unternehmens. Eine leistungsgerechte<br />
Vergütung ist für uns ebenso selbstverständlich<br />
wie attraktive Sozialleistungen. Wenn Sie in einem<br />
erfolgreichen und wachsenden Unternehmen mitarbeiten<br />
möchten, senden Sie uns bitte Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen<br />
unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen<br />
und dem möglichen Eintrittstermin.<br />
Kontakt:<br />
Otto Markert & Sohn GmbH | Doreen Friese-Müller<br />
bewerbungen@markert.de | www.markert.de/karriere<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 13<br />
MARK_1900_IP_035 Formatanpassung Stellenanzeige 2808<strong>2019</strong>.indd 1 30.08.19 13:21<br />
Markert.indd 1 03.09.<strong>2019</strong> 11:54:15
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Runde Sache<br />
Coaten von Schüttgütern am Beispiel von Feststoffdünger<br />
01<br />
In den vergangenen Jahren gewinnt<br />
das Beschichten in speziellen Mischern<br />
als wirtschaftliches Verfahren immer<br />
mehr an Bedeutung. Es arbeitet nicht<br />
nur effizient, sondern auch sparsam,<br />
weil der Verbrauch an Polymeren<br />
bei der Düngerherstellung reduziert<br />
werden kann.<br />
Feststoffdünger werden zunehmend als<br />
Langzeitdünger angeboten. Mit einer<br />
einzigen Ausbringung des Düngers können<br />
Pflanzen über mehrere Monate versorgt<br />
werden, mit löslichen Düngern wäre eine<br />
mehrfache Düngerausbringung notwendig.<br />
Zugleich soll verhindert werden, dass die<br />
Düngerbestandteile ins Grundwasser ausgewaschen<br />
werden. Um dies zu erreichen,<br />
werden die Düngemittelkörner mit einer<br />
Schicht überzogen. Diese Schicht, die heute<br />
meist aus organischen Polymeren besteht,<br />
wird als Coating bezeichnet. Das Material ist<br />
unschädlich für Mensch und Umwelt und<br />
wird durch Bodenorganismen abgebaut.<br />
Weitere Gründe, Düngemittel zu coaten,<br />
können sein:<br />
n Verminderung der Wasseraufnahme an<br />
feuchter Luft<br />
n Anlagern von Mikronährstoffen/Spurenelementen<br />
an das Düngemittelkorn<br />
n Schutz von Gras gegen Verbrennen beim<br />
Kontakt mit Düngemittel und Feuchte<br />
n Aufbringen eines Farbstoffs – zur Kennzeichnung<br />
und Sortenunterscheidung<br />
Autor: Marcus Müller, Maschinenfabrik Gustav<br />
Eirich GmbH & Co. KG, Hardheim<br />
Beim Langzeitdünger muss die Coating-<br />
Schicht das gesamte Korn umschließen, da<br />
nur so die kontrolliert langsame Nährstoffabgabe<br />
gewährleistet ist. Der Bedarf an<br />
Düngemitteln ist groß, die zu behandelnden<br />
Mengen verlangen ein verhältnismäßig<br />
einfaches und kostengünstiges Verfahren<br />
der Beschichtung.<br />
Vielseitige Möglichkeiten<br />
Auch im Bereich Food und Pharma ist das<br />
Coating von Feststoffteilchen Standard.<br />
Hier kommt oft als Goldstandard die<br />
Wirbelschichttechnologie zum Einsatz.<br />
Mehrere Gründe sprechen gegen einen Einsatz<br />
bei Düngemitteln. Einer ist, dass das<br />
Verfahren aufwändig ist, für große Durchsätze<br />
nicht wirtschaftlich zu gestalten. Ein<br />
anderer Grund ist, dass die Korngröße von<br />
Düngemittelgranulaten oft die Nutzung<br />
dieser Technologie verbietet.<br />
Ein weiteres Verfahren in Food und Pharma<br />
basiert auf dem Einsatz von Einwellenaxialmischern<br />
bzw. Pflugscharmischern. Dabei<br />
kann es wegen der hohen mechanischen<br />
Krafteinwirkung der Mischelemente bei<br />
längeren Prozesszeiten – z. B. wenn eine<br />
Trocknung erforderlich ist – zu einer Beschädigung<br />
der Coatingschicht kommen,<br />
damit verliert der Langzeitdünger seine<br />
eigentliche Funktionalität.<br />
Außerdem können Partikel durch eine<br />
Trommel beschichtung behandelt werden.<br />
Damit werden z. B. bitter schmeckende<br />
Arzneimittel mit einer Zuckerschicht umhüllt.<br />
Die Gewichtszunahme ist hoch, sie<br />
kann mehr als 100 % betragen. Bei Düngemitteln<br />
ist dieses Verfahren deshalb nicht<br />
wirtschaftlich zu betreiben.<br />
In den vergangenen Jahren gewinnt Coaten<br />
im sogenannten Eirich-Mischer als<br />
wirtschaftliches Verfahren immer mehr an<br />
Bedeutung. Es arbeitet nicht nur effizient,<br />
sondern auch sparsam (weniger Verbrauch<br />
an Polymeren).<br />
Das Arbeitsprinzip<br />
Beim Eirich-Mischer wird das Mischgut<br />
durch einen drehenden Behälter transportiert<br />
und so dem Mischwerkzeug zugeführt.<br />
Daraus ergeben sich Vorteile: In<br />
Baugrößen von 1 bis 3 000 l braucht man<br />
nur ein einziges bewegtes Mischwerkzeug,<br />
Wirbler genannt. Dieser kann, je nach Aufgabenstellung,<br />
langsam bis schnell (bis<br />
> 30 m/s) laufen. Und es ist möglich, hohe<br />
Scherkräfte zu erzeugen und Flüssigkeiten<br />
schnell zu verteilen. Da das Wirblerwerkzeug<br />
nur noch mischen muss, kann es der<br />
jeweiligen Aufgabe angepasst werden. In<br />
der Folge können diese Mischer nicht nur<br />
mischen, sondern auch granulieren, coaten,<br />
kneten und dispergieren.<br />
Weitere Merkmale sind: während einer<br />
Umdrehung des Behälters ergibt sich eine<br />
vollständige Materialumwälzung; der Mischer<br />
mischt damit ohne Entmischen. Optimale<br />
Misch- und Dispergiereffekte werden<br />
ohne Messerköpfe erreicht. Verschiedene<br />
Konsistenzen sind in ein und demselben<br />
Mischer verarbeitbar. Das Scale-up ist einfach.<br />
Es werden Mischgüten erreicht, die<br />
meist anderen Systemen nicht zugänglich<br />
sind. Weil Flüssigkeiten besser verteilt werden,<br />
reichen beim Coaten geringere Mengen<br />
aus, Körner gleichmäßig zu umhüllen.<br />
Diese Mischer kommen in einer Vielzahl<br />
von Branchen zum Einsatz, wenn andere<br />
Aggregate ihre Grenzen erreichen, wenn<br />
hohe Produktqualitäten gefordert sind,<br />
oder wenn man damit wirtschaftlicher produzieren<br />
kann, z. B. indem man mehrere<br />
Prozessschritte (z. B. Mischen und Kneten)<br />
in einem einzigen Aggregat zusammenlegt.<br />
14 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
01 Das Mischgut wird durch einen<br />
drehenden Behälter transportiert und so<br />
dem Mischwerkzeug zugeführt<br />
02 Verzögerte Nährstoffabgabe beim<br />
Langzeitdünger<br />
Beispiel Feststoffdünger<br />
02<br />
Zur Herstellung der Granulate kommen<br />
zwei Verfahren zum Einsatz, die Aufbaugranulation<br />
sowie die Granulaterzeugung<br />
aus Filterkuchen oder Schlämmen unter<br />
Zu gabe von Trockenstoff. Durch Wahl der<br />
Maschinenparameter sind Korngrößen und<br />
Kornband innerhalb weiter Grenzen einstellbar.<br />
Die Granulate können ohne Umfüllen<br />
direkt im Granuliermischer beschichtet<br />
werden. Dabei zeigt sich als<br />
Vorteil, dass die Materialbewegung im<br />
Mischbehälter das Entstehen größerer<br />
Agglomerate weitgehend verhindert. Systembedingt<br />
braucht die Eirich-Technik<br />
keine schnell drehenden Messerköpfe, die<br />
gröbere Agglomerate zerteilen und dabei<br />
unerwünschten Feinanteil erzeugen.<br />
Zum Coaten wird auf das Granulat eine<br />
Flüssigkeit aufgegeben, die sich sehr schnell<br />
auf allen Oberflächen verteilt. Durch Zugabe<br />
eines Härters erfolgt die Aushärtung,<br />
die Strömungs- und Abrollvorgänge im<br />
Mischer verhindern dabei ein Zusammenbacken<br />
von Granulaten zu brombeerähnlichen<br />
Agglomeraten. Aneinanderklebende<br />
Partikel werden sanft getrennt. Sind mehrere<br />
Schichten gewünscht, wird wieder Flüssigkeit<br />
aufgegeben, dann wieder Härter. Es<br />
sind beliebig viele Schichten möglich, bei<br />
Bedarf mehr als zehn.<br />
Kundenuntersuchungen bestätigen, dass<br />
damit Schichtdicken bis zu neunmal<br />
dünner als bei anderen Verfahren erreicht<br />
werden, und dennoch die gewünschte<br />
verzögerte Nährstoffabgabe sichergestellt<br />
wird. Auch Zwischenschichten aus Pulvern<br />
sowie aus Natrium- oder Kaliumsilikat sind<br />
möglich; die Silikate werden thermisch<br />
oder über CO 2<br />
-Zugabe ausgehärtet. Die<br />
Prozesstemperaturen sind beliebig einstellbar,<br />
von Raumtemperatur bis zu 250 °C.<br />
Für Trocknungsprozesse bietet sich die<br />
Einleitung von Warmluft an.<br />
Fotos: Eirich, Fotolia (#265775360, maykal)<br />
www.eirich.com<br />
90 JAHRE<br />
VOGELSANG<br />
Gestern... heute... und an der Zukunft arbeiten wir.<br />
In diesem Jahr feiern wir unser 90. Firmenjubiläum. Als Erfinder der elastomerbeschichteten<br />
Drehkolbenpumpe nehmen wir seit Jahren eine Weltmarktstellung ein.<br />
Diese Position zu halten und in der Zukunft auszubauen, ist unser Ziel und Ansporn.<br />
Wir danken unseren Kunden und unseren Geschäftspartnern für ihr<br />
entgegengebrachtes Vertrauen.<br />
vogelsang.info
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Verblockung ausgeschlossen<br />
Biofeuchtreaktor optimiert Entschwefelung von Gas<br />
Ein wartungs- und kostenarmer<br />
Biofeuchtreaktor soll Schwefelwasserstoff<br />
nahezu vollständig in<br />
elementaren Schwefel umwandeln<br />
und dabei bis zu 90 Prozent<br />
weniger Wasser und 80 Prozent<br />
weniger Energie benötigen als eine<br />
herkömmliche Anlage.<br />
In Deponien, Biogas- oder Kläranlagen<br />
entstehen Gase, die bspw. für die Verstromung<br />
nutzbar gemacht werden. Allerdings<br />
besitzen die Gemische häufig einen<br />
hohen Anteil an Schwefelwasserstoff (H 2<br />
S),<br />
der – falls er nicht entsprechend abgetrennt<br />
wird – seine korrosive Wirkung entfaltet<br />
und Motorkomponenten angreift oder das<br />
dort eingesetzte Öl versauern lässt. Deshalb<br />
wird das Gas vor der Weiterverarbeitung<br />
einer biologischen Entschwefelung unterzogen,<br />
bei der sich Bakterien in einem<br />
Rieselbettreaktor auf Füllkörpern, die die<br />
Nährfläche bilden, ansiedeln und das Gas<br />
beim Durchströmen vom H 2<br />
S befreien.<br />
Jedoch führen falsche Auslegungsparameter<br />
oder eine unzureichende Sauerstoffzufuhr<br />
schnell zur Verblockung der Anlage.<br />
Der bei den Prozessen gebildete elementare<br />
Schwefel setzt sich in diesen Fällen auf die<br />
Füllkörper und verschließt sie immer weiter,<br />
bis ein Austausch notwendig wird.<br />
Spezielle Kunststoffstreifen<br />
Deshalb wurde jetzt der Biofeuchtbettreaktor<br />
Sulphpur entwickelt, der auf klassische<br />
Füllkörper verzichtet. Er nutzt stattdessen<br />
spezielle Kunststoffstreifen, die eine<br />
Verblockung ausschließen. Außerdem wird<br />
für die Entschwefelung mit 0,3 % ein Bruchteil<br />
der herkömmlichen Sauerstoffmenge<br />
benötigt. Der sonst hohe Wasserverbrauch,<br />
der durch die kontinuierliche Befeuchtung<br />
des Reaktors anfällt, kann um nahezu 90 %<br />
reduziert werden.<br />
„Verfügt die Anlage nicht über genügend<br />
Besiedlungsoberfläche, eine vollautomatische<br />
Reinigung im laufenden Betrieb oder<br />
schwankt die zugeführte Sauerstoffmenge,<br />
legt sich bereits nach einer Stunde eine<br />
feste Schicht Schwefel auf die Füllkörper,<br />
die nicht einfach abgespült werden kann“,<br />
erklärt Thomas Springer, Leiter Vertrieb der<br />
SH Sulphtec GmbH, die den Biofeuchtbettreaktor<br />
entwickelt hat. „Die notwendige<br />
Verblockung bei Entschwefelungsanlagen:<br />
Der bei den Prozessen gebildete elementare<br />
Schwefel setzt sich auf die Kunststofffüllkörper,<br />
verschließt diese immer weiter und<br />
macht schließlich einen Austausch notwendig<br />
Reinigung der Anlage und der Austausch<br />
der Füllkörper kosten schnell Summen im<br />
fünfstelligen Bereich.“<br />
Die Kombination aus reduzierten Betriebskosten,<br />
hochwertigen Materialien<br />
und effizienter Biologie sorgt letztendlich<br />
für die Beständigkeit und Langlebigkeit der<br />
Anlage, sodass sie auch bei hohen Volumenströmen<br />
dauerhaft die gewünschten<br />
Umwandlungsraten erreicht. Einmal aufgebaut,<br />
wird lediglich eine jährliche Inspektion<br />
empfohlen; der regelmäßige Austausch<br />
von Teilen oder des Füllmaterials entfällt.<br />
„Investitionssicherheit ist für uns ein ganz<br />
wichtiger Punkt“, erklärt Springer. „Die<br />
Sulphpur-Anlagen, aber auch unsere klassischen<br />
Biorieselbettreaktoren sind so ausgelegt,<br />
dass sie nicht verblocken, kaum Wartung<br />
benötigen und die Betriebskosten<br />
dauerhaft gering bleiben, ohne dass die<br />
Effizienz leidet.“<br />
Fotos: SH Sulphtec<br />
www.sulphtec.com<br />
16 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Manuelles Wiegezentrum verarbeitet<br />
Kleinstmengen<br />
Das bedienergeführte, manuelle Wiegezentrum ManDos ist<br />
sinnvoll, wenn Kleinstmengen gebraucht werden, die durch ihre<br />
Konsistenz oder durch ihren Produktionsbedarf nicht rentabel<br />
vollautomatisiert dosiert werden können. ManDos kann als<br />
Stand-alone-System eingesetzt werden, ist aber auch ausbaufähig<br />
zu einem umfassenden, vernetzten Chargen-Produktions-System<br />
mit Hostkopplung. Die konsequente Benutzerführung sichert<br />
dem Bediener maximale Unterstützung und minimiert<br />
Fehlchargen. Durch die Rohstoff-Identifikation mittels Barcode<br />
und die Dokumentation aller Arbeitsschritte und Wiegeergebnisse<br />
ist eine Chargenrückverfolgung jederzeit möglich. Das<br />
System verfügt über eine eigenständige Stammdatenverwaltung<br />
(Auftrags,- Rezeptur- und Artikel-, Lagerverwaltung). Die Anlage<br />
erfüllt alle Forderungen der EU-Verordnung 178/2002, ist validierfähig<br />
und kann auch in Ex-Umgebungen eingesetzt werden.<br />
ManDos ist ein modulares Baukastensystem, das die erforderlichen<br />
Baugruppen wie Waagen, Vorratsbehälter, Arbeitstische,<br />
Absaugsysteme, Barcode-Leser oder Etikettendrucker und die<br />
dafür erforderliche Softwarelösung<br />
miteinander kombiniert. Das<br />
System bietet ein einheitliches<br />
Bedienkonzept auf den verschiedensten<br />
Endgeräten. Dabei erfolgt<br />
die Benutzerführung über Icons<br />
und grafische Elemente.<br />
www.azo.com<br />
Filter statt Fouling<br />
Diese selbstreinigenden Automatikfilter sollen in der Filtration<br />
niedrig viskoser Flüssigkeiten durch hohe Reinheitsgrade und<br />
hohen Flüssigkeitsdurchsatz überzeugen und einen kontinuierlichen<br />
Filterbetrieb bei vollautomatischer Überwachung gewährleisten.<br />
Steigende Leistungsfähigkeiten moderner technischer<br />
Anlagen und wachsenden Anforderungen in Bezug auf Einbauraum,<br />
Standzeiten, Wartungsfreundlichkeit und Betriebskosten<br />
erfordern neue Filterkonstruktionen, da die meisten Ausfälle in<br />
Systemen auf Verschmutzung zurückzuführen sind. Die neue<br />
F451 Automatikfilterserie überzeugt durch eine deutlich kompaktere<br />
Konstruktion und die erstmalige Verwendung von Gehäusematerialien<br />
aus 1.4581, 1.4557 oder GGG 40. Durch intelligentes<br />
Design werden ca. 30 bis 40 % Einbauraum im Vergleich zu<br />
bauähnlichen Filtermodellen eingespart. Ein Leckage-Schutzsystem<br />
im Filterdeckel verhindert im Verschleißfall, dass Wasser<br />
in den Rückspülzylinder eintritt und diesen<br />
korrodiert. Der Verschmutzungsgrad kann über<br />
eine optische Anzeige am Differenzdruckschalter<br />
abgelesen werden. Filter der<br />
F451 Serie garantieren sicheren Schutz vor<br />
Verblockung und Fouling. Der Hersteller<br />
garantiert einen kontinuierlichen Filterbetrieb<br />
bereits ab einem Volumenstrom von 5 m³/h,<br />
einer Filterfeinheit von 20 µm und einem<br />
Betriebsdruck von mind. 0,7 bar. Die Filter<br />
können nach diversen Richtlinien wie Asme<br />
oder Atex ausgelegt werden.<br />
www.sab-bremen.de<br />
Prozessdampf für die Produktion<br />
Effizient. Langlebig. Zuverlässig.<br />
www.bosch-industrial.com<br />
Drei gute Gründe für Qualitäts-Kesselsysteme von Bosch:<br />
Niedrige Energiekosten als Wettbewerbsvorteil<br />
Module zur Effizienzsteigerung für Neu- und Bestandsanlagen<br />
Branchenspezifische Expertise und über 150 Jahre Erfahrung<br />
Besuchen Sie uns!<br />
BrauBeviale<br />
in Nürnberg<br />
vom 12.–14.11.<strong>2019</strong><br />
Halle 7, Stand 7-630<br />
17 VERFAHRENSTECHNIK 4/2018
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Granulate optimal dosieren<br />
Eine neue Dosiererlinie von Brabender Technologie kommt in<br />
zwei Versionen und vier Größen auf den Markt. Sie zeichnet sich<br />
laut Hersteller durch eine einfache Handhabung aus. Auf der<br />
Powtech stellte Brabender Technologie die neue DS-Reihe für<br />
Granulate vor. Sie richtet sich vor allem an Anwender, die ein oder<br />
mehrere Produkte im<br />
Dauerbetrieb oder im<br />
Wechsel dosieren möchten.<br />
Für beide Bedürfnisse steht<br />
eine optimierte Ausführung<br />
in vier Baugrößen bereit<br />
(10, 50, 100 und<br />
200 Literbehälter für<br />
Leistungsbereiche<br />
zwischen 5 und 150 dm 3 /h,<br />
15–750 dm 3 /h, 50–1 500 dm 3 /h und 100–3 000 dm 3 /h). Die Geräte<br />
sind mit einer Single-Schnecke und Trichterbehältern ausgestattet<br />
und so für Granulate geeignet.<br />
Die Gerätetypen unterscheiden sich vor allem im Handling von<br />
Motor und Schnecke. Während bei der Standardvariante (S)<br />
Motor und Schnecke verbunden bleiben und nur zusammen nach<br />
hinten herausgezogen werden können, erfolgt bei der erweiterten<br />
Variante (E) eine Trennung von Motor und Schnecke. Damit<br />
eignet sich die Standardvariante eher für den Dauerbetrieb mit<br />
einem Produkt, während mit der erweiterten Version häufige<br />
Produktwechsel mit höherem Reinigungsaufwand leicht zu<br />
handhaben sind.<br />
www.brabender-technologie.com<br />
Hohe Mischgüten durch das richtige<br />
Mischsystem<br />
Eine Kernkompetenz der Liebherr-Mischtechnik sind Lösungen<br />
für Aufgaben, bei denen die feste Phasen den Hauptanteil einer<br />
Rezeptur bilden. Dabei ermöglichen die Systeme hohe<br />
Mischgüten sowohl für das distributive Mischen schwierig zu<br />
vermischender Komponenten als auch für das dispersive Mischen<br />
mit intensivem Materialaufschluss. Für Aufgabenstellungen mit<br />
Schwerpunkt dispersivem Mischen (Feinaufschluss und Fein -<br />
verteilung), eignet sich der Ringtellermischer mit integriertem<br />
Wirblersystem. Bei diesem Mischsystem haben die in einem<br />
Ringtrog umlaufenden Mischschaufeln die Aufgaben einer<br />
Grobvermischung, des<br />
Materialtransportes und des<br />
Entleerens. Weiterhin<br />
rotieren auf einer Umlaufbahn<br />
innerhalb des Ringtrogs<br />
ein bis zwei Wirblersysteme.<br />
Der Doppelwellenmischer hat<br />
seinen Schwerpunkt im distributiven<br />
Mischen, das bedeutet<br />
in der gleichmäßigen<br />
Verteilung schwierig zu vermischender<br />
Komponenten. Dabei wird er hohen Ansprüchen bezüglich<br />
der statistischen Mischgüte gerecht. Dies wird erreicht durch<br />
eine asymmetrische spiralförmige Anordnung der Mischwerkzeuge<br />
auf den beiden Mischwellen. Durch die Bewegungskombination<br />
ergibt sich ein echter dreidimensionaler Prozess und damit eine<br />
hohe statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein beliebiges Teilchen<br />
zu jeder beliebigen Position im Mischtrog bewegt wird.<br />
www.liebherr.com<br />
Dampfbetriebene Lufterhitzer<br />
Strömungsoptimierte elliptische Rippenrohre als dampfbetriebene<br />
Lufterhitzer – wahlweise auch bestehend aus Rundrippenrohren<br />
– werden zur<br />
Erwärmung der Prozessluft<br />
eingesetzt. Die in der Hauben-<br />
Abluft enthaltene Energie<br />
wird im Abluftstrom über<br />
Luft/Luft- bzw. Luft/Wasser-<br />
Edelstahl-Economizer<br />
zurückgewonnen und dem<br />
Produktionsprozess direkt,<br />
u. a. für die Siebwassererwärmung,<br />
wieder zugeführt. Damit tragen die Wärmeübertrager von<br />
Kelvion laut Hersteller in hohem Maße zur Energieeffizienz und<br />
Nachhaltigkeit im Produktionsprozess bei.<br />
www.kelvion.com<br />
Saubere Luft – innen und außen<br />
Die aktualisierte Air Filtration Website von Mann+Hummel Life<br />
Sciences & Environment zeigt Lösungen für saubere Luft in<br />
Innenräumen und für<br />
saubere Außenluft. Dabei<br />
werden die Segmente<br />
HVAC, Cleanroom,<br />
Indus trial, Power Generation<br />
und Operating Theatre<br />
abgedeckt.<br />
Modulares Dosiererkonzept<br />
Die Dosiererfamilie Feedos von Gericke eignet sich für hygienische<br />
und einfache Anwendungen in der Chemie-, Lebensmittelund<br />
Pharmaindustrie. Neben den volumetrischen Versionen<br />
gehören nun auch gravimetrische Dosierer für noch höhere<br />
Genauigkeit zum Standardprogramm. Das modulare Konzept<br />
weist minimale Totbereiche auf, mit guter Zugänglichkeit für<br />
Reinigung und Wartung. Mit Easyclean können selbst höchste<br />
Anforderungen in hygienischen Anwendungen oder häufige<br />
Produktwechsel erfüllt werden.<br />
Die aufklappbare Behälterform<br />
ermöglicht einen noch<br />
besseren Zugang zur Dosiermulde<br />
und zum Auflockerer.<br />
Das Design wurde laut<br />
Hersteller rasch vom Markt<br />
akzeptiert und wird bereits in<br />
verschiedenen anspruchsvollen<br />
Anwendungen wie<br />
Säuglingsnahrung, Back -<br />
zutaten, pharmazeutischen<br />
Formulierungen und für die Batterieproduktion eingesetzt. Für<br />
eine höhere Dosiergenauigkeit können die Vorteile der Feedos-<br />
Palette auch mit verschiedenen Gericke Wägesystemen<br />
kombiniert werden. Die Easydos Pro Steuerung kommt bei<br />
Plattform- und Hängewiegevorrichtungen zum Einsatz und<br />
ermöglicht eine hohe Wiegegenauigkeit.<br />
www.gerickegroup.com<br />
www.mann-hummel.com<br />
18 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
®<br />
Schneller Dampf auf engem Raum<br />
Die Leistung eines Clayton Schnelldampferzeugers vom Typ Steam<br />
Master lässt sich laut Hersteller innerhalb von 5 min nach dem<br />
Kaltstart abrufen, während Großwasserraumkessel zur Herstellung<br />
des erforderlichen Dampfdrucks zwischen 60 bis 90 min benötigen<br />
können. Gerade im Falle einer Betriebsunterbrechung oder bei<br />
diskontinuierlichen Abnahmemengen haben Schnelldampferzeuger<br />
die Nase vorn.<br />
Vor Kurzem wurde die Steam Master Serie um drei neue Modelle<br />
erweitert. Damit stehen jetzt insgesamt sechs unterschiedliche<br />
Einheiten zur Dampfproduktion innerhalb einer Spanne von 60 bis<br />
1 956 kg/h zur Verfügung. Clayton hat sich bei den neuen Modellen<br />
CSM75, CSM100 und CSM125 auf die Einhaltung spezifischer<br />
Größen in vertikaler Bauform konzentriert: Ohne Wasseraufbereitungspaket liegen die Maße der<br />
neuen Modelle bei max. 2 100 × 1 600 × 2 497 mm (L × B × H), was vor allem der Unterbringung in<br />
besonders beengten Produktionsräumlichkeiten entgegenkommt.<br />
www.clayton-deutschland.de<br />
Fallfilmverdampfer konzentriert Kontrastmittel<br />
Das italienische Unternehmen Bracco in Torviscosa, Provinz Udine, hat Gea mit der Lieferung eines<br />
Fallfilmverdampfers beauftragt. Diese Anlage ist ein entscheidender Baustein für die Konzentrierung<br />
der Flüssigkeiten und Lösungen im Herstellungsprozess von medizinischen Kontrastmitteln. Die<br />
Anlage konzentriert eine Lösung von 10 % auf 23–25 % Trockensubstanz bei einer Verdampfleistung<br />
von ca. 3 000 kg/h. Durch den Einsatz eines mechanischen Verdichters zur Wärmerückgewinnung<br />
arbeitet die Anlage höchst energieeffizient.<br />
Die zu konzentrierende Flüssigkeit wird über ein spezielles Verteilersystem oben auf die Heizrohre<br />
aufgegeben und läuft als dünner Film an den Innenwänden nach unten. Durch die äußere Beheizung<br />
der Rohre beginnt der Flüssigkeitsfilm zu sieden und verdampft dabei<br />
teilweise. Die zunächst durch die Schwerkraft erzeugte Abwärtsbewegung<br />
wird zunehmend durch die Schubwirkung der entstehenden Brüden, die<br />
ebenfalls nach unten strömen, unterstützt.<br />
Im Heizkörperunterteil und dem nachgeschalteten Zentrifugalabscheider<br />
werden Restflüssigkeit und Brüden voneinander getrennt. Für die Funktion<br />
des Fallstromverdampfers ist entscheidend, dass die gesamte Heizfläche<br />
insbesondere auch im unteren Bereich gleichmäßig und ausreichend mit<br />
Flüssigkeit benetzt ist. Ist dies nicht der Fall, bilden sich trockene Stellen<br />
und dadurch starke Verkrustungen.<br />
Innovationen rund ums<br />
Heizen und Beheizen<br />
Flexible<br />
elektrische<br />
Heiztechnik<br />
• Heizschläuche<br />
• Rohrbegleitheizungen<br />
• Behälter- / Fassheizungen<br />
• Heizplatten<br />
• Heiztische<br />
• Sonderlösungen<br />
www.gea.com<br />
Entwesung und Veredelung<br />
Bei der Verarbeitung von Getreideprodukten ist im ersten Schritt die Entwesung wichtig, um<br />
Keimfreiheit und Haltbarkeit zu garantieren und im zweiten Schritt die Veredelung zu einem<br />
hochwertigen, gesunden und unverwechselbaren Nahrungsmittel. Das FoodSafety-IRD (Infrarot-<br />
Drehrohr) kann für beide Schritte eingesetzt werden und arbeitet dabei nicht nur kontinuierlich,<br />
sondern auch sehr platzsparend und kosteneffizient. Während<br />
das Getreide in dem rohrförmigen Aggregat konstant<br />
durchmischt wird, sorgt IR-Licht für das Abtöten etwaiger<br />
Schädlinge, was einen sicheren Vorratsschutz gewährleistet.<br />
Vor der weiteren Verarbeitung kann mit dem FS-IRD eine<br />
log-5-Keimreduktion, bspw. in Bezug auf Salmonellen, erfolgen,<br />
sodass das Getreide nach der Behandlung die erforderlichen<br />
Grenzwerte unterschreitet. Die Behandlungszeit liegt im<br />
Minutenbereich und ist individuell anpassbar.<br />
Es übernimmt auch die Trocknung von nassem Aufgabegut. Selbst eine Produkteingangsfeuchte von<br />
bis zu 20 % bringt das FoodSafety-IRD innerhalb von Minuten auf eine Endfeuchte von unter 1 %.<br />
Im umgekehrten Fall lässt sich durch eine leichte Erwärmung von bspw. Hafer oder Buchweizen bei<br />
gleichzeitiger Eindüsung von Wasser, der Feuchtegehalt auf 20 % anreichern.<br />
www.kreyenborg.com<br />
Hillesheim GmbH<br />
Am Haltepunkt 12<br />
D-68753 Waghäusel<br />
Tel.: 0 72 54 / 92 56-0<br />
E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de<br />
www.hillesheim-gmbh.de
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Gut strukturiert<br />
Raue Innenoberflächen für die Fördertechnik<br />
Für die Zuverlässigkeit einer Förderanlage ist der schonende<br />
Transport des Schüttgutes – ohne Abrieb und Zerkleinerung – von<br />
entscheidender Bedeutung.<br />
Auf kilometerlangen Wegen von der Verladestation bis zur<br />
Weiterverarbeitungsanlage werden Kunststoff-Granulate durch<br />
Leitungen aus Edelstahl und Leichtmetall befördert. Bei der Berührung<br />
mit der glatten Rohrwand können Reibungsdruck und erhöhte<br />
Temperaturen zu einer Teilplastifizierung der Granulatkörner<br />
führen. Es kommt zu einer Film- und nachfolgend zur<br />
Fadenbildung in den Rohren und Rohrbogen. Materialverluste und<br />
Verunreinigungen bis zur kompletten Verstopfung der Rohrleitungen<br />
sind die Folge. Ziel ist es daher, die Entstehung von sogenanntem<br />
„Sauerkraut“ oder „Engelshaar“, englisch Streamer, zu vermeiden.<br />
Denn durch gezielte Aufrauung der Oberfläche kann dieser<br />
Prozess verhindert werden.<br />
Damit ein Fördersystem effizient und damit<br />
kostengünstig betrieben werden kann, ist der<br />
produktschonende Transport mit vertretbarem<br />
Druckverlust von zentraler Bedeutung. So kommen<br />
auch mehr verkaufsfähige Granulate und weniger<br />
Staub an der Verladestation an.<br />
Erste pneumatische Förderanlagen wurden kurz vor der Jahrhundertwende<br />
des 19. Jahrhunderts zur Entladung von Getreide<br />
aus Überseeschiffen eingesetzt. Diese Anlagen wurden mit einer<br />
Saugförderung betrieben. Heute werden pneumatische Förderanlagen<br />
in vielen Bereichen der Industrie für den Transport von<br />
Schüttgütern jeglicher Art eingesetzt. Die Liste der zu fördernden<br />
Güter reicht von staubförmigen oder großkörnigen Feststoffen bis<br />
hin zu kompletten kleinen Formteilen.<br />
Nach dem Förderprinzip teilt man ein in Flugförderung<br />
(Dünnstromförderung) und Schubförderung (Dichtstrom- oder<br />
Pfropfenförderung). Mit den verschiedenen Förderprinzipien und<br />
Fördermedien haben sich im Laufe der Jahre durch Versuche und<br />
Berechnungen auch die Anforderungen an das Rohrleitungssystem<br />
geändert. Vom schnellen Schüttguttransport bei der Schiffsentladung<br />
bis zur schonenden Zulieferleitung einer Kaffeerösterei werden<br />
Förderrohre in sehr unterschiedlichen Bereichen verwendet,<br />
um das Transportgut effizient und sicher zu befördern.<br />
Autorin: Andrea Kiel, Leiterin Marketing,<br />
H. Butting GmbH & Co. KG, Knesebeck<br />
Strukturierte Oberflächen<br />
Butting hat sich dieser Aufgabe gestellt und bereits in den 1980er-<br />
Jahren spezielle Rohre, Bogen und Rohrverbindungen entwickelt.<br />
Eine entsprechende Behandlung der Innenoberfläche wirkt dabei<br />
der Bildung von Verunreinigungen entgegen.<br />
Die Produktionsverfahren geben der Innenoberfläche eine raue<br />
Struktur, die eine Filmbildung durch das Fördergut verhindert.<br />
Grenzschichtturbulenzen führen zudem zu einer verminderten Berührung<br />
von Fördergut und Rohr. Damit erfolgt die Förderung für<br />
das Transportgut schonend, während das Rohr durch deutlich geringere<br />
Abnutzung dauerhafter einzusetzen ist.<br />
In Abhängigkeit von der Beschaffenheit und Menge des Fördergutes,<br />
der Förderart und der Fördergeschwindigkeit sind unterschiedliche<br />
Oberflächenzustände erforderlich. Dabei haben die<br />
Kunden die Möglichkeit, verschiedene Oberflächenzustände und<br />
Rautiefen zu wählen.<br />
Verschleiß reduzieren<br />
In der Vergangenheit wurden die Rohre und Bogen im einfachsten<br />
Fall kugelgestrahlt, um die Oberfläche aufzurauen. Diese Oberfläche<br />
zerkleinert jedoch (zu viel) verkaufsfähiges Granulat zu<br />
Staub. Außerdem ist die aufgeraute Oberfläche relativ schnell abgetragen<br />
(abrasiver Verschleiß), da es sich um relativ kleine<br />
„Spitzen“ handelt.<br />
Hochwertiger, weil produktschonender, wurde eine Textur in die<br />
Rohroberfläche geprägt: das sogenannte Raumatik-Rohr. Unterschiedliche<br />
Texturen konnten hergestellt werden. Nachteil dieser<br />
Texturen auf der Oberfläche war häufig ein zu großer Druckverlust<br />
im Rohrleitungssystem. Bei Neuanlagen konnte dies berücksichtigt<br />
werden; beim Austausch von bestehenden Rohrleitungssystemen<br />
mit glatten Oberflächen schied diese Variante jedoch häufig aus, da<br />
die Leistung des Gesamtsystems nicht ausreichend bemessen war.<br />
Die neue Textur – Raumatik easy groove – besteht aus rechteckigen<br />
Vertiefungen in Längsrichtung des Rohrleitungssystems, also in<br />
20 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Zwei Fragen an …<br />
Markus Hahn,<br />
Geschäftsführer<br />
von Butting Canada<br />
Staubentwicklung bei Polypropylen in unterschiedlich<br />
strukturierten Rohren<br />
der Strömungsrichtung der Luft und des Granulats. Versuche haben<br />
gezeigt, dass damit der Druckverlust im Rohrleitungssystem besser<br />
ist als bei den alten Texturen, und sogar noch besser als bei den<br />
kugelgestrahlten Oberflächen. Damit kann das Fördersystem energieeffizienter<br />
und kostengünstiger betrieben werden. Außerdem kommen<br />
mehr verkaufsfähige Granulate und weniger Staub an der Verladestation<br />
an. Und vor allem muss die Anlage deutlich weniger wegen<br />
Störungen (Verstopfungen) abgeschaltet und gereinigt werden.<br />
Bogen nach Maß<br />
Besonders wichtig in der pneumatischen Fördertechnik ist, dass die<br />
eingesetzten Rohrbogen große Radien besitzen. Diese mindern den<br />
Aufprall von Granulaten am Bogenrücken und beugen einer Beschädigung<br />
des Fördergutes, aber auch der Rohrwandungen vor.<br />
Die Förderung wird so sicherer und zugleich sauberer.<br />
Zusätzlich wird durch schlanke Bogen die transportbedingte<br />
Entmischung von tragender Luft und Fördergut reduziert. Der<br />
gleichmäßige Transport verhindert Pfropfenbildung und daraus<br />
resultierende Druckverluste.<br />
Unter Berücksichtigung der genannten Mindestbiegeradien können<br />
Bogen in jedem Radius und mit allen gewünschten Gradzahlen<br />
geformt werden. Üblich sind Bogenradien vom 5- bis 10-Fachen des<br />
Rohrdurchmessers. Definierte einseitige oder beidseitige gerade<br />
Schenkelverlängerungen können bei der Produktion bis zu einer<br />
Rohrnutzlänge von ca. 5 800 mm berücksichtigt werden.<br />
Butting bietet auch für Rohrbogen Ausführungen von der glatten<br />
bis zur speziell aufgerauten Innenoberfläche. Die Fertigung von Bogen<br />
ab DN100 erfolgt durch ein spezielles Walzverfahren. Herstellungsbedingt<br />
ist bei diesem Fertigungsverfahren im Bogenrücken<br />
gegenüber dem Ausgangsrohr eine Wanddickenverschwächung<br />
von 15 bis 30 % zu berücksichtigen. Die neutrale Phase des Bogens<br />
liegt im Innenradius. Nach außen hin wird das Material verdichtend<br />
gestreckt und verfestigt. Bei Flüssigkeitsförderung kann wegen<br />
Sie kennen den Markt der Fördertechnik. Was sind aus Ihrer<br />
Sicht die aktuellen Herausforderungen in dieser Branche?<br />
Ich treffe regelmäßig Produktions- und Instandhaltungsleiter<br />
in Unternehmen der Fördertechnik, die über Verstopfungen<br />
der Förderleitungen durch Engelshaar klagen. Zudem müssen<br />
kugelgestrahlte Rohre nach einer gewissen Einsatzzeit aufgrund<br />
von Abnutzung um 90° gedreht werden. Das bedeutet<br />
Stillstand der Anlage und somit Produktionsausfall.<br />
Was empfehlen Sie in diesen Fällen?<br />
Ich biete den Kunden unsere bewährten Raumatik-Produkte an.<br />
Die Gesamtqualität des Rohrleitungssystems kann durch diese<br />
spezielle Ausführung der Innenoberflächen unterstützt werden.<br />
Menge und Beschaffenheit des Granulats sowie Art und<br />
Geschwindigkeit des Transports erfordern individuelle Rautiefen.<br />
Um Reinheit und Unversehrtheit des Transportgutes zu<br />
gewährleisten, haben sich die unterschiedlichen Oberflächen<br />
bewährt. Ein Instandhaltungsleiter eines Kunden sagte einmal,<br />
es sei nach dem Umbau auf Raumatik-Rohrleitungen ein Unterschied<br />
wie Tag und Nacht gewesen. Er hatte vorher täglich<br />
mehrere Stunden Stillstand in seiner Anlage wegen Verstopfung<br />
an der Verladestation der fertigen Kunststoffgranulate.<br />
der Gefahr von Spannungsrisskorrosion eine Wärmebehandlung<br />
notwendig sein. Diese erübrigt sich jedoch bei pneumatischer Förderung.<br />
Im Gegenteil: Einer Abrasion der Innenoberfläche wird<br />
durch die aufgehärtete Bogenwandung entgegengewirkt.<br />
Fotos: Butting, Zeppelin<br />
www.butting.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 21
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
01<br />
Sicher absperren<br />
Spezialkugelhähne für extreme Prozessbedingungen<br />
Steigende Anforderungen an die Betriebssicherheit, insbesondere bei<br />
aggressiven Medien und anspruchsvollen Prozessbedingungen, erfordern<br />
speziell angefertigte Absperrungen. Ausgelegt auf einen langlebigen<br />
Einsatz und reduzierte Betriebskosten sind Sonderkugelhähne bereits<br />
standardmäßig mit sicherheitsgerichteten Funktionen und<br />
Konstruktionsmerkmalen ausgestattet.<br />
Insbesondere im Hochleistungsbereich<br />
haben sich Kugelhähne als besonders zuverlässig<br />
und wartungsarm erwiesen, da<br />
sie im Vergleich zu klassischen Absperrklappen<br />
und Ventilen verschiedene Vorteile<br />
bieten. So treten durch den vollen Durchgang<br />
bspw. keine nennenswerten Turbulenzen<br />
im Medium auf, wodurch Druckverluste<br />
in der Leitung minimiert werden.<br />
Gegenüber Küken hähnen weisen sie zudem<br />
geringere Drehmomente auf.<br />
Überall dort, wo die Anforderungen<br />
an die Absperrung über den „Standard“<br />
hinausgehen, kommen kundenindividuell<br />
angefertigte Spezialkugelhähne, bspw. von<br />
Hartmann Valves, ins Spiel. Dies betrifft<br />
Anwendungen mit Drücken bis 690 bar,<br />
Temperaturen von –200 bis über +550 °C<br />
und Schalthäufigkeiten von bis zu<br />
200 000 Schaltungen pro Jahr. Darüber<br />
hinaus werden spezielle Schnellschluss<br />
Armaturen, Reaktor-/Austragshähne, Mehrwege-Kugelhähne<br />
oder Armaturen in Blockbauweise<br />
entwickelt und gefertigt. Auch für<br />
Feststoffeinsätze mit abrasiven und/oder<br />
korrosiven Medien, wie bei der Kohlevergasung<br />
oder PE/PP-Herstellung, sind entsprechende<br />
Spezialkugelhähne im Einsatz.<br />
Kugelhähne mit rein metallischer Abdichtung<br />
zwischen Kugel und Sitzring sind zudem<br />
widerstandsfähiger und damit langlebiger<br />
als weichdichtende Systeme. Auch<br />
bei dem Medium Gas, hohen Drücken und<br />
extrem häufiger Betätigung erfüllen sie eine<br />
Leckrate A. Entscheidend sind außerdem<br />
diee Materialauswahl und -kombination<br />
sowie Oberflächenbehandlungen und Sonderbeschichtungen,<br />
bspw. gegen Korrosion.<br />
Wasserstoff und Sauerstoff<br />
Die Medien reiner Wasser- oder Sauerstoff<br />
stellen besondere Anforderungen an Absperrarmaturen.<br />
Hartmann Wasserstoffkugelhähne<br />
sind bspw. in Power-to-Gas-<br />
Anlagen im Einsatz. Mittels Elektrolyse wird<br />
dabei aus Strom und Wasser bis zu 360 Nm 3 /h<br />
Wasserstoff hergestellt, der in das Erdgasnetz<br />
eingespeist wird. Eine zusätzliche Anforderung<br />
war dabei die Wartungsarmut<br />
der Absperrarmaturen.<br />
Auch für eine Life-Sciences-Anwendung<br />
wurde ein wasserstofftauglicher Kugelhahn<br />
entwickelt, der die hohen Reinheitsanforderungen<br />
der FDA erfüllt. Im Rahmen der<br />
Herstellung eines speziellen Lösungsmediums<br />
konnten weichdichtende Absperrungen<br />
bei dem Kontakt mit Feststoffen keine<br />
Wasserstoffdichtheit mehr gewährleisten.<br />
Der neu entwickelte Hartmann Kugelhahn<br />
verfügt über ein rein metallisches Dichtsystem,<br />
das eine Leckrate von A erfüllt.<br />
In der Petrochemie wurden Spezialkugelhähne<br />
für eine besonders anspruchsvolle<br />
Autor: Dipl.-Ing. Peter Wegjan, Sales Manager<br />
Sonderkugelhähne, Hartmann Valves GmbH,<br />
Burgdorf-Ehlershausen<br />
22 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Kombination aus reinem Sauerstoff, Dampf und<br />
Temperaturen bis 400 °C entwickelt. Sie sind aus<br />
Inconel 625 (Vollmaterial) gefertigt und verfügen<br />
über spezielle Sicherheitsfunktionen und Konstruktionsmerkmale.<br />
Die Eiga- und BAM-konformen,<br />
Ex-Zone-2-zugelassenen Armaturen sind mit<br />
zwei Barrieren (Sitzringen) ausgestattet. Aufgrund<br />
des eingeschränkten Platzangebots ist die Hauptarmatur<br />
extrem kompakt konstruiert und einseitig<br />
mit einem integrierten Flansch ausgeführt.<br />
Gasdichte Ethylen-Kugelhähne<br />
Spezielle Armaturen erfordern auch das<br />
Medium Ethlyen, das als wichtiger Grundstoff<br />
für die chemische Industrie u. a. zur Herstellung<br />
von Polyethylen, Ethylenoxid oder Styrol verwendet<br />
wird. Die Förderung von Ethylen findet<br />
häufig bei hohen Drücken statt. Die in verschiedenen<br />
An lagen weltweit eingesetzten Hartmann<br />
Kugelhähne verfügen über ein rein metallisches<br />
Dichtsystem und enthalten geeignete qualitativ<br />
hochwertige Beschichtungen. Die spezielle Bearbeitung<br />
der beschichteten Teile stellt sicher,<br />
dass die Armaturen auch bei hohen Ethylendrücken<br />
von 210 bar gasdicht sind. In einigen<br />
Anlagen liegt das Ethylen bei –110 °C vor. Hier<br />
kommen entsprechend tieftemperaturgeeignete<br />
Werkstoffe zum Einsatz. Um die Abdichtung<br />
über die Schaltwelle zu gewährleisten, ist dann<br />
zusätzlich eine Spindelverlängerung integriert,<br />
sodass die eigentliche Abdichtung aus dem „kalten<br />
Bereich“ herausgezogen wird.<br />
Aufgrund der hohen Entzündbarkeit von Ethylen<br />
werden die Hartmann Kugelhähne als Fire<br />
Safe geprüfte Armaturen geliefert, außerdem ist<br />
eine Anti-Statik-Ableitung innerhalb der Armatur<br />
zu gewährleisten, die bei allen Hartmann<br />
Armaturen bereits im Standard vorhanden ist.<br />
Kompakt und sicher<br />
Spezialkugel hähne in integrierter Bauweise bieten<br />
eine sichere, platzsparende und wirtschaftliche<br />
Alternative als Ersatz für die Verschaltung mehrerer<br />
Einzelarmaturen. Durch die Zusammenführung<br />
von mehreren Bauteilen oder Funktionen in<br />
einem Gehäuse lassen sich nicht nur Maße und<br />
Gewicht reduzieren, sondern das Einsparen von<br />
Flanschverbindungen sorgt auch für zusätzliche<br />
Sicherheit durch die Minimierung von Leckage-<br />
Möglichkeiten zur Umgebung.<br />
Mit einem 3- oder 4-Wege-Kugelhahn kann<br />
man flexibel zwischen Leitungen schalten oder<br />
einzelne Leitungen für Wartungszwecke absperren.<br />
Ein Anwendungsbeispiel für die Verschaltung<br />
von Mehrwege-Kugelhähnen ist das<br />
Redundantschalten von Sicherheitsventilen<br />
oder Filtern mittels einer Kombination von<br />
Mehrwegekugelhähnen.<br />
Auch bei Blockbauweisen sind die Kombinationsmöglichkeiten<br />
vielfältig und reichen von<br />
klassischen Twin Ball Valves, einem doppelten<br />
Kugelhahn in Länge einer Standardarmatur, bis hin<br />
zum Solidblock-Design, einer Integralbauweise, die<br />
sich auch bei Bohrlochkopf-Komponenten in der<br />
Öl- und Gasindustrie sowie der tiefen Geothermie<br />
bereits als erfolgreich bewährt hat.<br />
Maßgeschneiderter Ersatz<br />
02<br />
01 FDA-konformer Wasserstoffkugelhahn<br />
mit rein metallischer Abdichtung<br />
02 Metallisch dichtender Ethylen-Kugelhahn<br />
mit integrierter Spindelverlängerung der<br />
Schaltwelle für Tieftemperatureinsatz<br />
Auch der Ersatz von bestehenden Armaturen<br />
bringt oftmals besondere Herausforderungen<br />
mit sich. Auf der einen Seite sind meist begrenzte<br />
Platzverhältnisse oder ähnliche Vorgaben einzuhalten,<br />
auf der anderen Seite aber erhöhte<br />
Sicherheits anforderungen zu realisieren.<br />
Maßgeschneiderte Qualitätsarmaturen können<br />
eine passende Lösung bieten. So sind bspw.<br />
in dem bayerischen Speicherbetrieb Wolfersberg<br />
seit Jahrzehnten metallisch dichtende Kugelhähne<br />
von Hartmann Valves im Einsatz. Bei besonders<br />
hohen Prozessanforderungen an die Sicherheit<br />
kommen Twin Ball Valves (TBV) als doppelte Leitungsabsperrung<br />
zum Einsatz. Eine besonders<br />
kompakte TBV-Lösung entstand, als die Erneuerung<br />
einer alten Sperrstrecke aus einem eingeschweißten<br />
und einem geflanschten Kugelhahn<br />
an der Haupteinpressleitung anstand. Daher entwickelte<br />
Hartmann Valves eine TBV-Variante in<br />
der gleichen Baulänge der zuvor eingesetzten<br />
Standardarmatur. Auf diese Weise konnten die<br />
alten Sperr strecken problemlos und ohne<br />
Anlagen stillstand erneuert werden.<br />
Fotos: Hartmann Valves<br />
www.hartmann-valves.com
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Unter Hochdruck<br />
Freilaufrückschlagventile sichern die Pumpen<br />
im Kraftwerk „Hermann Wenzel“<br />
Hütte AG zu decken. Heute stellt es gemeinsam<br />
mit dem Heizkraftwerk Hamborn die<br />
Versorgung der Thyssenkrupp-Werke in<br />
Duisburg sicher.<br />
Im Kraftwerk „Hermann Wenzel“ werden<br />
zur Energieerzeugung Koppelgase aus der<br />
Roheisenerzeugung sowie Kokereigas aus<br />
der nahegelegenen Kokerei Schwelgern<br />
verbrannt. Im Gegenzug versorgt das Kraftwerk<br />
Hütte und Kokerei mit Strom und Prozessdampf.<br />
Elektrische Überschüsse werden<br />
in das öffentliche Netz eingespeist. Das<br />
Kraftwerk verfügt über eine Leistung von<br />
insgesamt 344 MW.<br />
Mit einer neuen Pumpenschutzarmatur<br />
verhindert ein Kraftwerksbetreiber<br />
Schäden an seinen<br />
Kreiselpumpen: Sobald der Haupt-<br />
förderstrom einen vorbestimmten<br />
Wert unterschreitet, öffnet das<br />
Ventil seinen Bypass und führt die<br />
Mindestmenge sicher ab, insbesondere<br />
wenn die Förderung in Hauptstromrichtung<br />
auf null zurück geht.<br />
Autorin: Anne Dörseln, Fachjournalistin,<br />
PR-Atelier, Engelskirchen<br />
Generalüberholungen von Industrieanlagen<br />
sind komplexe Projekte. Selten<br />
geht es dabei um den einfachen 1:1-Austausch<br />
der einzelnen Anlagenteile. Meist<br />
hat sich die Technik weiterentwickelt. Aufgaben,<br />
für die man vor Jahrzehnten zwingend<br />
mehrere Komponenten benötigte,<br />
übernimmt heute mitunter eine einzige.<br />
Hinzu kommt, dass bei der Auswahl der<br />
Komponenten Anforderungen wie Nachhaltigkeit<br />
und Energieeffizienz berücksichtigt<br />
werden müssen, die in früheren Zeiten<br />
kaum eine Rolle spielten.<br />
Diese Erfahrungen hat auch Ralf Poot<br />
gemacht. Der 55-Jährige begleitet die<br />
Generalüberholung von Block 4 in dem zur<br />
Thyssenkrupp Steel Europe AG gehörenden<br />
Kraftwerk „Hermann Wenzel“ in Duisburg.<br />
Das Kraftwerk wurde in den Jahren 1953<br />
bis 1955 erbaut, um den Eigenbedarf an<br />
Elek trizität der damaligen August Thyssen<br />
50 Jahre in Betrieb<br />
„Eine Generalüberholung des aus dem Jahr<br />
1969 stammenden Blocks 4 war erforderlich<br />
geworden“, berichtet Ralf Poot. „Ein Teil der<br />
Komponenten, wie die zwei elektrisch betriebenen<br />
Speisewasserpumpen zum Anund<br />
Abfahren des Blocks, war noch verkehrstüchtig<br />
und musste nicht ersetzt<br />
werden. Anders sah es bei der dampfbetriebenen<br />
Turbopumpe für den Betrieb und<br />
bei den Ventilen zum Schutz der Pumpen<br />
aus.“ Die Turbopumpe ersetzten Poot und<br />
seine Kollegen durch ein baugleiches Produkt<br />
desselben Herstellers.<br />
Bei den Ventilen entschieden sie sich für<br />
eine neue Lösung eines anderen Anbieters.<br />
Der Grund? In der alten Anlage bestand die<br />
Mindestmengenregelung aus zwei Ventilen.<br />
Einerseits aus dem Impulsgeber (die Impulsgabe<br />
erfolgte durch das Rückschlagventil<br />
am Pumpendruckstutzen) und andererseits<br />
aus dem Mindestmengenventil mit<br />
Stellkolben und Drossel. „Mit diesen Ventilen<br />
war es in der Vergangenheit immer wieder zu<br />
Problemen bei der Mindestmengenregulierung<br />
gekommen, was dazu führte, dass sich<br />
der Antriebsleistungsbedarf erhöhte und<br />
der Gesamtwirkungsgrad sank“, erläutert<br />
Poot. „Außerdem war der Hersteller der<br />
Ventile vor einigen Jahren von einem anderen<br />
Unternehmen übernommen worden<br />
und in der Folge war es für uns immer<br />
schwieriger geworden, Ersatzteile oder<br />
Monteure für die Ventile zu bekommen.“<br />
Also machte man sich bei Thyssenkrupp<br />
Steel Europe mittels Ausschreibung auf die<br />
Suche nach einer besseren Lösung. Die geforderten<br />
Ventile mussten eine Nennweite<br />
von 125 mm (für die E-Pumpen) bzw.<br />
200 mm (für die Turbopumpe) und einen<br />
Nenndruck von PN630 aufweisen. Zum<br />
Zuge kamen schließlich die Freilaufrückschlagventile<br />
vom Typ SMA des Herstellers<br />
Schroeder Valves. Dabei handelt es sich<br />
um Hochdruckventile, die Kreiselpumpen<br />
selbsttätig vor Schäden schützen, die<br />
beim Fahren im Schwachlastbereich durch<br />
Teilverdampfung des Pumpeninhalts auftreten<br />
können.<br />
Sobald der Hauptförderstrom einen vorbestimmten<br />
Wert unterschreitet, öffnet<br />
24 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
das Ventil seinen Bypass und führt die<br />
Mindestmenge sicher ab, insbesondere<br />
wenn die Förderung in Hauptstromrichtung<br />
auf null zurückgeht. Der Bypass wird<br />
über einen vorgesteuerten Ventilkolben jeweils<br />
komplett geöffnet oder geschlossen.<br />
Diese „Auf/Zu“-Steuerung ermöglicht<br />
einen Einsatz der Ventile bis zu einer<br />
Lastgrenze von 630 bar. Die Mindest menge<br />
kann bis zu 10–12 % der Volllastfördermenge<br />
betragen.<br />
01 Block 4 des Kraftwerks: Unten im Bild<br />
die Pumpen und Vorwärmer, oben der<br />
300 000 l fassende Speisewasserkessel<br />
Aus zwei mach eins<br />
„Das SMA-Ventil ist eine Kompaktanlage,<br />
die alleine das leistet, was zuvor von den<br />
zwei eingebauten Ventilen erbracht wurde“,<br />
so Poot. „Eine zweite Armatur ist also nicht<br />
mehr notwendig.“ Die Schroeder-Ventile<br />
überzeugten auch, weil sie sich aufgrund<br />
ihrer Konstruktion und der verwendeten<br />
hochwertigen Materialien in anderen Anlagen<br />
als sehr zuverlässig, äußerst wartungsarm<br />
und extrem langlebig erwiesen haben.<br />
Für den Fall, dass Wartungsarbeiten doch<br />
einmal notwendig werden, hat der Hersteller<br />
auf Wartungsfreundlichkeit besonderen<br />
Wert gelegt: So ist für den Austausch<br />
der Verschleißteile, wie bspw. Kolben und<br />
Sitzringe, der Ausbau der Mindestmengenleitung<br />
oder gar der kompletten Armatur<br />
nicht notwendig.<br />
Mit ihren Attributen sorgen die SMA-<br />
Ventile für geringere Stillstandzeiten und<br />
höhere Anlagen-Effizienz. Da sie zudem<br />
keinerlei Hilfsenergie und Messtechnik bedürfen,<br />
garantieren sie günstigere Anlagenund<br />
Betriebskosten. „Für uns war auch<br />
wichtig, dass die Ventile – anders als ihre<br />
Vorgänger – über einen Handfahrstutzen<br />
„Das SMA-Ventil ist eine Kompaktanlage, die alleine das<br />
leistet, wofür zuvor zwei Ventile notwendig waren.“<br />
verfügen. Im Zweifelsfall können wir darüber<br />
auch selbst die Mindestmenge abführen“,<br />
sagt Poot.<br />
Die Dimensionen und Gewichte der<br />
neuen Ventile stellten Poot und seine<br />
Kollegen vor eine neue Herausforderung:<br />
02 Das neue SMA-Ventil für die Turbopumpe<br />
wiegt 4 t<br />
Mit 4 t (Ventil an der Turbopumpe) und<br />
jeweils 1,8 t (Ventile an den E-Pumpen)<br />
Reingewicht ohne Flansche bringen sie<br />
ein Mehrfaches der alten Ventile auf die<br />
Waage. Da die SMA unmittelbar auf dem<br />
Pumpendruckstutzen eingebaut werden<br />
mussten, die Pumpen alleine eine solche<br />
Last aber nicht hätten tragen können,<br />
baute Thyssenkrupp Steel Europe eigens<br />
für die neuen Ventile eine Stahlkonstruktion<br />
zum Halt der Schwergewichte. Beim<br />
Betreiber ist man zuversichtlich, dass sich<br />
dieser Aufwand gelohnt hat. Schließlich<br />
soll Block 4 auch die nächsten 20 Jahre<br />
einwandfrei laufen.<br />
Fotos: Schroeder Valves<br />
www.schroeder-valves.com<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 25
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Hohe Transportleistung<br />
Schüttgut-Förderbänder mit wirtschaftlicher Antriebstechnik<br />
Der Transport von Schüttgütern stellt hohe Anforderungen an<br />
die Antriebstechnik, weil Bänder und Antriebe meist rauen<br />
Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind. Ein Getriebehersteller<br />
hat für dieses Branchensegment drei Standard-Baureihen auf<br />
Basis von Stirnrad- und Kegelstirnradgetrieben im Portfolio. Ein<br />
besonderes Highlight: Die Wärmegrenzleistung konnte in diesem<br />
Baukasten nochmal um etwa 20 Prozent ohne externe Kühlung<br />
erhöht werden.<br />
Bei der Schüttgut-Fördertechnik zeichnet sich ein Trend zu höheren<br />
Transportleistungen ab – wirtschaftliche Antriebslösungen<br />
sind gefragt. Entscheidend ist neben Leistungsfähigkeit und Qualitätsanspruch<br />
die Wärmegrenzleistung. Flender setzt deshalb sein<br />
Know-how dafür ein, Getriebelösungen zu entwickeln, die eine<br />
geringe Verlustleistung aufweisen und hohe Leistungen übertragen<br />
können. Die B3SE-Getriebe erfüllen diese Forderung, ohne dass<br />
eine externe Kühlung notwendig ist. Es gibt sie standardmäßig in<br />
zehn Baugrößen, und sie sind für Antriebsaufgaben mit sehr großen<br />
Leistungsaufnahmen – auch als Mehrfachantriebe – einsetzbar.<br />
Ohne externe Kühlung<br />
Die jüngste Generation dieser Stirnrad- und Kegelstirnradgetriebe<br />
beweist, was alles möglich ist. Bis zum Bereich zwischen 2 500 und<br />
3 000 kW ist abhängig von den Umgebungsbedingungen und der<br />
Getriebeausführung ein Verzicht auf externe Kühlanlagen möglich.<br />
Der Grund für deren außergewöhnlich hohe Wärmegrenzleistung<br />
ist eine weitere Effizienzsteigerung bei Wirkungsgrad und Wärmeableitung.<br />
Allein die Erweiterung der Gehäuseoberfläche in Verbindung<br />
mit der Neugestaltung der Luftleithaube mit drehrichtungsunabhängigem<br />
Lüfter sorgt für etwa 20 % höhere Wärmeabfuhr.<br />
Hinzu kommen Optimierungen in der Getriebegestaltung für<br />
weniger Verlustleistung, sodass sich mit den Getrieben standardmäßig<br />
Drehmomente bis 490 000 Nm übertragen lassen. Dadurch<br />
gibt es in der Praxis Situationen, in denen wegen der hohen Wärmegrenzleistung<br />
eine Baugröße kleiner gewählt werden kann als früher.<br />
Projektspezifische Auslegung<br />
Drei Baureihen stehen für die antriebstechnische Ausrüstung von<br />
Schüttgut-Förderbändern zur Verfügung. Neben den Förderbandantrieben<br />
der E-Reihe, die ohne externe Kühlung auskommen, gibt<br />
es die kompakte A-Serie sowie die Hochleistungsgetriebelösungen<br />
der H-Serie mit Drehmomenten bis 1,4 Mio. Nm und Leistungen bis<br />
zu 4 500 kW. Allen gemeinsam ist, dass für jeden Anwender schnell<br />
projektspezifische Auslegungen möglich sind.<br />
Immer dann, wenn wenig Platz vorhanden ist, spielt die A-Reihe<br />
ihren größten Vorteil aus: Dieses komplett vormontierte Antriebssystem<br />
benötigt keine Schwinge und muss vor Ort nicht aufwändig<br />
ausgerichtet werden. Der Grund für ein solches Plug & Play ist das<br />
patentierte Self-Aligning-System, wodurch das Antriebssystem sehr<br />
einfach in der Handhabung ist. Es muss lediglich aufgesteckt und<br />
anschließend das Drehmoment über eine Drehmomentstütze abgefangen<br />
werden.<br />
Bei der H-Getriebereihe handelt es sich um einen klassischen<br />
Bandantrieb auf Schwinge. Das Besondere hier ist der Umfang:<br />
28 Baugrößen, verschiedene Ausführungen, Wellenformen und<br />
Anbauteile decken einen Drehmomentbereich von 2 300 bis<br />
1 400 000 Nm aus dem Standard ab.<br />
Neben den Getrieben und Kupplungen baut die Firma Flender<br />
auch die Kühlanlagen selbst. Für Anwender hat das den Vorteil,<br />
dass auch bei der thermischen Anpassung weitere Optimierungen<br />
vorgenommen werden können.<br />
Fotos: Flender, Fischertechnik<br />
www.flender.com<br />
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26 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
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Schüttgut-Förderbandanlagen unterliegen<br />
rauesten Umgebungsbedingungen; die<br />
Antriebs- und Getriebetechnik muss hier<br />
höchsten Anforderungen genügen<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 27
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Safetypalette in der Prozesstechnik<br />
Ein Hersteller bietet seinen Kunden in der Prozessindustrie mit<br />
seinem Pneumatikprogramm eine komplette Safety-Palette, die<br />
einen Anschlussbereich von G 1/8 bis G 3 abdeckt. Die Ventile<br />
sind zum Teil auch in Edelstahl- und Ex-Ausführung erhältlich.<br />
Alle Produkte erfüllen die Einsatzvoraussetzungen bis Kategorie 4,<br />
Performance Level e – selbstverständlich mit den erforderlichen<br />
Zertifizierungen.<br />
Die redundante<br />
Ventilserie M35 ist<br />
ein 3/2-Wege-Ventil<br />
zur sicheren Beund<br />
Entlüftung von<br />
Pneumatikanlagen<br />
und muss extern<br />
überwacht werden.<br />
Das Ventil ist<br />
wahlweise mit und<br />
ohne Sanft-Anlauf<br />
erhältlich und kann direkt in Wartungseinheiten integriert<br />
werden. Durch die M12-Stecker, die in unterschiedlichen<br />
Belegungen verfügbar sind, wird eine einfache Integration in die<br />
Steuerungssysteme unterstützt. Mit dem Ventil Crosscheck CC4<br />
stellt der Hersteller eine patentierte Neuheit zum sicheren<br />
Ansteuern und Stoppen von Zylindern vor. Vereinfacht gesprochen<br />
handelt es sich hierbei um ein redundantes 5/3-Wege-Ventil<br />
mit externer Überwachung. Das CC4 ersetzt in Summe fünf<br />
Ventile, die heute für die Funktion „sicherer Zylinderstopp“<br />
benötigt werden. Dies reduziert nicht nur die Komponentenkosten,<br />
sondern vereinfacht auch die Installation und Fehlersuche.<br />
Durch die reduzierten Komponenten und die robuste<br />
Sitzventilkonstruktion wird nebenbei noch die Systemleckage auf<br />
ein Minimum reduziert.<br />
www.rosseuropa.com<br />
Vielfältige Pumpenlösungen<br />
Xylem präsentiert sich mit seinen Marken auf der diesjährigen<br />
Brau Beviale. Das reicht von der Brunnenpumpe für die Wassergewinnung<br />
(Lowara-Serie Z) über die chemiefreie Wasseraufbereitung<br />
mit Ozon und<br />
UV-Desinfektion (Wedeco)<br />
sowie die Aggregate von<br />
Jabsco für den Transport von<br />
Flüssigkeiten unterschiedlicher<br />
Viskosität oder Schankanlagenpumpen<br />
von Flojet<br />
bis zu Abwasserpumpen<br />
(Flygt). Hinzu kommen die<br />
OEM-Angebote für Erstausrüster für Flaschenreinigungs-, Pasteurisierungs-<br />
oder Schankanlagen. Abgerundet wird das Messe-<br />
Angebot mit den Services von Xylem.<br />
Die Systeme der Xylem-Marken lassen sich dabei individuell auf<br />
die Größe der Braustätte abstimmen. Die Lösungen beginnen bei<br />
der Trinkwasserversorgung für Brauereien mit eigenen Brunnen.<br />
Weiter geht es mit Systemen für alle Stufen im Produktionsprozess,<br />
z. B. auch zur effizienten Förderung von Maische und<br />
Bier, inklusive der Würzvorgänge mit Drehkolbenpumpen beim<br />
Brauen. Der ganzheitliche Ansatz reicht bis zu einsatzfähigen<br />
Konzepten für eigene Kläranlagen, wie es bspw. bei großen<br />
Brauereien häufig vorkommt. Die Reinigungsstufen erfolgen<br />
dabei wie in kommunalen Kläranlagen.<br />
www.xylem.de<br />
Neue Ventilserie – vermischungssicher<br />
und modular<br />
Alfa Laval ergänzt sein Portfolio vermischungssicherer Ventile um<br />
ein aseptisches Doppelsitzventil. Das neue Aseptic Mixproof<br />
Ventil eignet sich für sterile Verfahrensprozesse und basiert auf<br />
demselben modularen Aufbau wie die bewährte aseptische<br />
Version der Alfa Laval Einzelsitzventile (Unique Single Seat Valve,<br />
SSV). Das moderne vermischungssichere Doppelsitzventil ist<br />
vollständig gegen das Eindringen von schädlichen Mikroorganismen<br />
abgedichtet und gewährleistet somit Produktsicherheit<br />
selbst bei unerwünschten Druckspitzen. Darüber hinaus punktet<br />
es durch längere Betriebszeiten, sehr gute Hygiene, höhere<br />
Produktsicherheit, einen minimierten Produktverlust sowie einen<br />
einfachen und kostengünstigen Service.<br />
Die Strömungseigenschaften bei der Reinigung und der Sterilisation<br />
wurden anhand von CFD-Strömungssimulationen getestet.<br />
Vorerst ist die Ventilserie in den Größen 2", 2,5" und 3" erhältlich.<br />
Das Ventil ist wahlweise mit einem<br />
Standard- und Tagentialventilkörper<br />
oder zwei Standardventilkörpern<br />
erhältlich. Das aseptische<br />
Doppelsitzventil basiert auf<br />
derselben Plattform wie Alfa Laval<br />
Unique SSV und lässt sich sowohl<br />
horizontal als auch vertikal<br />
montieren. Es gibt drei Sitzhubversionen,<br />
fünf Dampfventiltypen<br />
und mehrere Optionen zur<br />
Dampftemperaturüberwachung.<br />
www.alfalaval.de<br />
Robuste Magnetventile für Brenngase<br />
Magnetventile, die im Gasbereich eingesetzt werden, müssen der<br />
EU-Verordnung 2016/426 entsprechen, darüber hinaus aber recht<br />
unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Neben der klassischen<br />
Sicherheitseinrichtung für Brenngase, z. B. bei Gasbrennern und<br />
Gasgeräten, gehört auch der Einsatz als Absperreinrichtung bei<br />
der Gaszuführung in industriellen Gastableaus, aber auch bei<br />
Labortischen oder Unterrichtsräumen dazu.<br />
Für die Gasanwendungen werden die Ventile mit PTFE-Gleitringen<br />
ausgestattet, die auch bei trockenen Medien einen verschleißarmen<br />
Betrieb mit langen Wartungsintervallen sichern.<br />
In der Ausführung „öl- und fettfrei“ können sie in Sauerstoffanwendungen<br />
eingesetzt werden.<br />
Für Prüfstands- oder Analyseeinrichtungen<br />
sind außerdem hochdichte, per<br />
Heliumlecktest geprüfte Ausführungen<br />
verfügbar.<br />
Durch anwendungsorientierte Systemlösungen<br />
lassen sich die Magnetventile<br />
gemeinsam mit anderen standardisierten<br />
und normkonformen Geräten<br />
kombinieren. Das Resultat sind<br />
komplette „intelligente“ Einheiten, die<br />
der Anwender je nach gewünschtem<br />
Mischungsverhältnis programmieren<br />
kann. Bürkert hat hierfür im Rahmen der Geräteplattform EDIP<br />
(Efficient Device Integration Platform) eine praxisgerechte<br />
Lösung geschaffen, die dem steigenden Marktbedarf nach elektrischen<br />
Integrationslösungen gerecht wird.<br />
www.buerkert.de<br />
28 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
MIT SICHERHEIT<br />
EDELSTAHL<br />
VERBINDUNGS-<br />
TECHNIK<br />
VON PH.<br />
PH-Katalog<br />
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Android<br />
oder iPad<br />
PH Industrie-Hydraulik GmbH & Co. KG<br />
Wuppermannshof 8, 58256 Ennepetal, Germany<br />
Tel. +49 (0) 2339 6021, Fax +49 (0) 2339 4501<br />
info@ph-hydraulik.de, www.ph-hydraulik.de
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Bedarfsgerechte Druckluftversorgung<br />
spart Energie<br />
Seit gut einem Jahr versorgen drei drehzahlgeregelte Schraubenkompressoren<br />
von Atlas Copco die Wertstoffsortieranlage der<br />
Böhme GmbH in Neukühschwitz bei Rehau mit Druckluft.<br />
Aufgrund der rauen Umgebungsbedingungen entschied man sich<br />
dort für eine Containerlösung. Diese schützt die Maschinen,<br />
minimiert Ausfallzeiten und<br />
stellt die benötigte Druckluftqualität<br />
sicher.<br />
Mit steigendem Automatisierungsgrad<br />
ist auch der<br />
Druckluftbedarf bei Böhme<br />
stetig gestiegen. Ende 2017<br />
kamen die vier vorhandenen<br />
Kompressoren, die in einem<br />
offenen Container untergebracht waren, endgültig an ihre<br />
Grenzen. Bei den drei Maschinen der neuen Druckluftstation<br />
handelt es sich um öleingespritzte Schraubenkompressoren vom<br />
Typ GA 75 VSD+, wovon einer als Redundanz dient. Die erzeugte<br />
Druckluft gelangt in eine Sammelleitung und durchläuft mehrere<br />
Aufbereitungsstufen. Wegen der extrem kalten Winter lag ein<br />
besonderes Augenmerk auf der Drucklufttrocknung.<br />
www.atlascopco.com<br />
Kunststoff-Ventilator bionisch profiliert<br />
Bei der Neuentwicklung eines Kunststoff-Ventilators stand der<br />
Buckelwal Pate. Dazu kommen bionische Aspekte von Eule und<br />
Baum. Dies verbessert die CO 2<br />
-Bilanz gleich zweifach: Durch<br />
eine signifikante Reduzierung des verwendeten Materials und<br />
durch eine Senkung des Energieverbrauchs<br />
im laufenden Betrieb<br />
in Klimazentralgeräten und bei<br />
Industriebelüftungsanlagen.<br />
Ziehl-Abegg liegt mit dem Spitzenwirkungsgrad<br />
von Radialventilatoren<br />
bereits jetzt bei mehr als 70 %. Daher<br />
muss jeder Ansatz zur Optimierung<br />
genutzt werden. Das neue Radiallaufrad<br />
weist Merkmale von drei völlig<br />
unterschiedlich bionischen Ansätzen auf: Sowohl von der Aero -<br />
dynamik als auch von der Hydrodynamik und der Biomechanik.<br />
Materialeinsparung und eine verbesserte Aerodynamik halbieren<br />
den CO 2<br />
-Verbrauch beim Materialaufwand bei gleicher Luftleistung.<br />
Die Hinterkanten der Ventilatorschaufeln sind dem<br />
Eulenflügel nachempfunden. Mittlerweile gelten gezackte Hinterkanten<br />
von Ventilatoren als ein Markenzeichen von Ziehl-Abegg.<br />
Bei dem neuen Ventilator wurden die Zacken allerdings etwas<br />
weicher gezeichnet.<br />
www.ziehl-abegg.de<br />
Kupplungen: Einsätze aus Edelstahlgewebe<br />
Resistente Edelstahlrohre<br />
Präzisionskupplungen mit Elastomereinsatz bieten technische Vorteile bei einer<br />
Vielzahl von Anwendungsgebieten. Durch die feste Klemmgeometrie, die aus den<br />
Vollen gefräst werden, kann die Drehmomentdichte in Abhängigkeit von der Steifigkeit<br />
des verwendeten Elastomereinsatzes nahezu an jede Applikation angepasst<br />
werden. Meistens werden die Präzisions-Elastomereinsätze aus spritzgegossenem<br />
Polyurethan gefertigt, das in einer Vielzahl von Shorehärten erhältlich ist.<br />
Durch die Herstellung aus hartgezogenem AISI 316L-Draht sind die neuen elas -<br />
tischen Einsätze korrosionsbeständig und bieten weitere Vorteile. Sie eignen sich<br />
für den Einsatz in einem Temperaturbereich<br />
von –30 bis +500 °C – für<br />
besondere Anwendungen sogar bis<br />
600 °C. Die Kapazitäten reichen von 2 Nm<br />
bis zu einem maximalen Beschleunigungsmoment<br />
von 1 350 Nm und einem<br />
maximalen Bohrungsdurchmesser von<br />
60 mm.<br />
www.rw-kupplungen.de<br />
Schöller fertigt u. a. hochwertige Edelstahlrohre,<br />
die in der Nahrungsmittelindustrie zum<br />
Einsatz kommen. Dabei sind vor allem<br />
höchste Korrosionsbeständigkeit,<br />
Funktionalität und<br />
Prozesssicherheit<br />
gefordert. Enge<br />
geometrische<br />
Toleranzen, einwandfreie<br />
Oberflächen<br />
und eine<br />
gleichbleibend<br />
hohe, reproduzierbare<br />
Qualität zeichnen die Produkte laut<br />
Hersteller aus.<br />
www.schoellerwerk.de<br />
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30 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Zuverlässige und robuste<br />
Anschlusstechnik<br />
Eine komplette Neukonstruktion präsentiert Eisele mit dem<br />
neuen Druckregler aus Edelstahl 1.4301. Dieser wird als<br />
Druckminderer eingesetzt und regelt den Leitungsdruck<br />
konstant auf den gewünschten Arbeitsdruck. Der Einschraubanschluss<br />
aus der Inoxline hat<br />
einen Regeldruckbereich von<br />
2 bis 8 bar und lässt sich sehr<br />
fein und schwankungsarm<br />
einstellen. Zudem ermöglicht<br />
der strömungsoptimierte<br />
Druckregler ein reduziertes<br />
Schwingungsverhalten der<br />
Regelsysteme.<br />
Auch die Liquidline-Serie 2500<br />
aus entzinkungsbeständigem<br />
Messing erhält Zuwachs. Eisele hat die Steckverschraubungen<br />
mit voller Nennweite jetzt um eine Version mit 28 mm Außendurchmesser<br />
ergänzt. Sie ist zunächst in drei Bauformen<br />
lieferbar. Passend dazu stehen auch die flammhemmenden<br />
ProWeld-Schläuche aus Polyether-Polyurethan für Schweißanwendungen<br />
mit einem Innendurchmesser von 19 mm zur<br />
Verfügung. Mit dem bisher größten Anschluss der Serie 2500<br />
können die Vorteile der Eisele-Steckverschraubungen auch für<br />
größere Kühlwasserversorgungsleitungen an Automationsanlagen<br />
genutzt werden.<br />
www.eisele.eu<br />
Ventilantriebe reduzieren<br />
Installationskosten<br />
Der neue Ventilantrieb AKS kombiniert ein Gehäuse aus<br />
Kunststoff mit einer Membranschnittstelle aus Edelstahl. Er<br />
wurde speziell für Einsätze in Biotechnologie und pharmazeutischer<br />
Industrie entwickelt. Dieser neue Antrieb von Asepco ist<br />
GMP-konform und benötigt bei<br />
der Installation wenig<br />
Halterungen und Zubehör. Er<br />
bietet ein hygienisches Design<br />
sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit<br />
durch lasergravierte<br />
Seriennummern, ist einfach zu<br />
bedienen und zu warten und<br />
verfügt über einen branchenführenden<br />
Garantieschutz von<br />
drei Jahren.<br />
Weirless Radial Diaphragm<br />
Inline-Ventile mit freiem<br />
Durchgang bieten eine hohe<br />
Prozesskonsistenz bei gleichzeitiger<br />
Reduzierung der Wartungsdauer um bis zu 80 %. Ihre<br />
Bauweise, die einfache Tri-Clamp-Montage und das Design der<br />
Radialmembran machen sie vollständig entleerbar und<br />
beseitigen praktisch das Risiko von Verunreinigungen.<br />
Das komplette Sortiment an Durchgangs- und Tankbodenventilen<br />
wurde speziell auf eine Senkung der Betriebskosten<br />
ausgelegt. Das Auswechseln einer Membran dauert nur wenige<br />
Sekunden. Dadurch erleichtern die Ventile Einsatz, Kontrolle<br />
und Reinigung.<br />
Mischen, teilen und leiten<br />
auf kleinstem Raum<br />
Immer dann, wenn Platz knapp wird,<br />
bietet der GEMÜ M-Block aus Kunststoff<br />
den entscheidenden Vorteil<br />
• weniger Fittings, Schweißund<br />
Klebestellen<br />
• kundenindividuelle Lösung<br />
• schnelle und einfache Montage<br />
• breite Auswahl an hochwertigen<br />
Kunststoffen<br />
www.wmftg.de<br />
www.gemu-group.com
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Absperrklappen im Hygienic Design<br />
Anfang Mai <strong>2019</strong> hat die zur KSB-Gruppe gehörende KSB SAS für<br />
ihre Absperrklappen-Baureihe Isoria einen neuen Ringbalgtyp auf<br />
den Markt gebracht. Dieser wird aus hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk<br />
(HNBR) hergestellt und ist gemäß den Vorgaben<br />
der europäischen Lebensmittelverordnung<br />
(EG) 1935/2004 zertifiziert. Die neue<br />
Zulassung erweitert die Einsatzmöglichkeiten<br />
der Baureihe, die bereits nach FDA<br />
zugelassen ist.<br />
Der Ringbalg NH (HNBR) eignet sich für<br />
alle Lebensmittelanwendungen, bei denen<br />
tierische, pflanzliche oder mineralische Öle<br />
sowie saure flüssige Produkte verarbeitet<br />
werden. Er ist kohlenwasserstoffbeständig<br />
und auch für den Einsatz in feststoffhaltigen<br />
Flüssigkeiten geeignet, da er sehr abrasionsfest<br />
ist. Durch die selektive Hydrierung von<br />
Nitril-Kautschuk (NBR) wird die Temperaturbeständigkeit des<br />
HNBR deutlich erhöht. Absperrklappen, die über Ringbälge<br />
verfügen, die nach der neuen Rezeptur (NH) hergestellt wurden,<br />
kann man in flüssigen Medien bis zu einer Maximaltemperatur<br />
von 150 °C einsetzen. Die zentrisch gelagerte weichdichtende<br />
Baureihe Isoria ist in den Nennweiten DN40 bis DN1000 lieferbar.<br />
www.ksb.com<br />
Maximale Prozesssicherheit<br />
Alle Varianten dieser Prozesspumpen-Baureihe mit Edelstahlund<br />
Kunststoff-Dosiereinheit sowie mit Kolben-Dosierkopf sind<br />
modular aufgebaut. Sie können flexibel als Einzel- und Mehrfachpumpen-Versionen<br />
ausgeführt werden. Bei Mehrfachpumpensystemen<br />
lassen sich bis zu vier Dosiereinheiten, auch mit unter <br />
schiedlichen Förderleistungen, kombinieren. Das Besondere ist<br />
die lageunabhängige, stehende oder liegende Anordnung der<br />
Antriebe. Für maximale Flexibilität sorgen sieben frei wählbare<br />
unterschiedliche Getriebe-Untersetzungen. Zwei Modelle der<br />
Kolbendosierpumpen erlauben präzise Förderleistungen auch bei<br />
höchsten Drücken und Temperaturen bis +200 °C. Als extrem<br />
robuste Hydraulik-Membrandosierpumpen erfüllen die Modelle<br />
höchste Sicherheitsanforderungen. Sie zeichnen sich u. a. durch<br />
eine PTFE-Mehrschichtmembran mit integrierter Membranbruchwarnung/-signalisierung<br />
sowie eine Membranpositionsregelung<br />
aus. Sämtliche<br />
Pumpen sind nach API 675<br />
ausgeführt. Mit einer<br />
großen Vielfalt an Antriebsvarianten<br />
ist auch der<br />
Einsatz im Ex-Bereich<br />
Zone 1 und Zone 2 mit<br />
Atex-Zulassung möglich.<br />
www.prominent.com<br />
Ventil bis – 196 °C einsetzbar<br />
Das neue Tieftemperaturventil Typ 3598 von Samson wurde speziell für die Anforderungen in der Kryotechnik<br />
entwickelt. Seine Ausführungen bis NPS 8 und Class 900 sind für Temperaturen bis –196 °C einsetzbar. Eine Tief <br />
temperaturverlängerung und die Zirkulationssperre sorgen bei dem für hohe Druckstufen optimierten Ventil für<br />
eine optimale Temperaturverteilung und minimalem Energieverlust an die Umgebung. Die Top-Entry-Bauweise<br />
sorgt dafür, dass das Ventil besonders leicht zu handhaben ist: Wartungsarbeiten am Ventil können durchgeführt<br />
werden, ohne dass das Ventil aus der Einhausung oder Isolierung ausgebaut werden muss. Durch Demontage des<br />
Antriebs sind Ventilsitz, Kolben und Zirkulationssperre direkt erreichbar.<br />
Die standardmäßig installierte Kolben-Druckentlastung reduziert die erforderlichen Antriebskräfte und somit auch<br />
die Antriebsgröße. Dies führt auf Kundenseite zu Einsparungen bei Erstinvestition sowie bei Montage und Wartung<br />
des Antriebs im Laufe des Lebenszyklus.<br />
www.samsongroup.com<br />
Flexible Schraubenspindelpumpe<br />
Die neue Schraubenspindelpumpe Allweiler SNA<br />
eignet sich für verschiedene API-676/682-Schmierölanwendungen.<br />
Die SNA-Serie ermöglicht kundenspezifische<br />
Konfigurationen auf zwölf verschiedene<br />
Arten, verfügt über eine Auswahl an Fuß- oder<br />
Flanschbefestigungen und bietet die Möglichkeit,<br />
Saug- und Druckstutzen jederzeit anzupassen.<br />
Das Modell ist als Flanschpumpe, aber auch als<br />
Fußpumpe mit Grundplatte, Kupplung, Laterne und<br />
Motor erhältlich. Die selbstansaugende Pumpe erfüllt<br />
die Richtlinie API 676 und verfügt über Stahlspindeln<br />
und -gehäuse.<br />
Zu den Dichtungsvarianten gehört eine hochwertige<br />
Gleitringdichtung in Standardausführung. Wenn<br />
Dichtungen nach API 682 gefordert sind, bietet<br />
Allweiler mit zwei optionalen Patronendichtungsvarianten<br />
bis 100 % API-682-Konformität.<br />
www.allweiler.de<br />
Verbundlösungen reduzieren Wartungsaufwand<br />
Die von Parker Prädifa angebotenen Verbundlösungen für Dichtelemente<br />
greifen auf eine umfangreiche Palette von Werkstoffen zur Herstellung von<br />
Materialkombinationen wie Gummi-Kunststoff, Gummi-Metall oder<br />
Kunststoff-Kunststoff zurück. Durch die Kombination der spezifischen<br />
Vorteile verschiedener Werkstoffe in einem Bauteil können völlig neue<br />
Entwicklungspotenziale realisiert werden.<br />
Dadurch ergeben sich zum Teil erhebliche Kostenvorteile, z. B. bei der<br />
Montage durch Formstabilisierung der Weichkomponente bzw. Dichtgeometrie.<br />
Handlingvorteile ergeben sich durch die Stabilisierung kleiner und<br />
filigraner Teile. Auch das Risiko von Montagefehlern ist bei Verbundlösungen<br />
geringer, während angebundene Dichtgeometrien zudem das Leckagepotenzial<br />
senken.<br />
Dank spezieller Fertigungsverfahren bietet Parker Prädifa fortschrittliche,<br />
besonders langlebige und kostengünstige 2K-Gummi-Kunststoff-Direkt-<br />
Verbundlösungen an, die ohne umwelt- und gesundheitsbelastende Haftvermittler<br />
und daraus resultierende Lösemittelemissionen auskommen. Durch<br />
den Entfall der entsprechenden Prozessschritte ergeben sich Kostenvorteile.<br />
www.parker.com<br />
32 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Hygienische Aluminiumantriebe<br />
Die Oberflächenveredelung nsd tupH ist eine leistungsstarke<br />
Antikorrosionsbehandlung für Getriebe, Glattmotoren, Frequenzumrichter<br />
und Motorstarter im wash-down-optimierten Alu -<br />
miniumgussgehäuse. Sie erzeugt eine permanent mit dem<br />
Grundwerkstoff verbundene Schutzschicht und macht Antriebe<br />
im Aluminiumgehäuse ähnlich robust und langlebig wie<br />
Varianten aus Edelstahl. Im Gegensatz zu Lacken oder Beschichtungen<br />
kann nichts abplatzen oder abblättern. Etwaige Beschädigungen<br />
bleiben lokal und breiten sich nicht aus. Die Oberfläche<br />
lässt sich leicht reinigen und ist weitgehend unempfindlich<br />
gegenüber Säuren und Laugen. Selbst der Einsatz von Hochdruck-<br />
Reinigungsgeräten oder der Kontakt mit vielen aggressiven<br />
Medien ist ohne<br />
weiteres möglich.<br />
Anders als Edelstahlantriebe,<br />
die oft nur<br />
in wenigen Ausführungen<br />
am Markt<br />
verfügbar sind, ist die<br />
Veredelung für fast<br />
alle Nord-Produkte aus Aluminium realisierbar. DIN- und Normteile<br />
sowie die Abtriebswellen sind bei diesen Antrieben aus<br />
Edelstahl ausgeführt. Die lüfterlosen Glattmotoren verhindern<br />
die Verbreitung von Keimen und gewährleisten zudem eine<br />
hohe Laufruhe. Sie sind als Synchron- und Asynchronmotoren<br />
erhältlich und erfüllen die Effizienzklassen IE2 und IE3 sowie<br />
IE4. Nord-Antriebe mit nsd tupH sind konform nach FDA<br />
Title 21 CFR 175.300 und eignen sich deshalb für Lebensmittelanwendungen.<br />
Unsere Erfahrung<br />
für Ihr Mehr an Erfolg!<br />
Die Ventiltechnologie von<br />
Schubert &Salzer Control<br />
Systems bietet die ideale<br />
Lösung für Ihre individuellen<br />
Regelaufgaben.<br />
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Frequenzumrichter für Pumpen in<br />
Schutzklasse IP66<br />
Die Hyghspin-Pumpenserie gibt es jetzt auch mit Frequenzumrichtern<br />
in Schutzklasse IP66. Damit wird die Sicherheit<br />
gerade bei mobilen Anwendungen weiter erhöht. Die seit 2009<br />
weltweit angebotenen Schraubenspindelpumpen sind totraumfrei<br />
konstruiert. Alle medienberührenden Teile werden aus<br />
Edelstahl-Vollmaterial gespant. Schraubenspindelpumpen<br />
zeichnen sich durch einen sehr hohen Viskositätsbereich und<br />
eine schonende, nahezu pulsa -<br />
tionsfreie Förderung aus. Sie<br />
erfüllen die hohen Hygieneansprüche<br />
der Getränke- und<br />
Lebensmittelindustrie, der<br />
Pharmazie, Kosmetikindustrie<br />
und Chemie. Als mobiles<br />
Pumpenaggregat mit Schutzschalter<br />
und FU in Schutzklasse<br />
IP66 eignet sich die Pumpe für<br />
unterschiedlichste Transferaufgaben.<br />
Die kompakte Block -<br />
bauweise ist platzsparend,<br />
erhöht zusätzlich die Betriebssicherheit<br />
und verhindert<br />
Schmutzansammlungen. Durch die integrierte CIP- und<br />
SIP-Funktion lassen sich Medienwechsel schnell und ohne Gefahr<br />
von Kontamination vollziehen. Die Pumpe muss dafür nicht<br />
auseinander genommen werden, ein Bypass ist nicht erforderlich.<br />
www.jung-process-systems.de<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 4/2018 33
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Höhere Anlagenverfügbarkeit<br />
Redundante Stromversorgungen schützen vor Überspannung<br />
Verfügbarkeit spielt generell –<br />
und ganz besonders bei<br />
verfahrenstechnischen Anlagen –<br />
eine übergeordnete Rolle. Wird die<br />
Hilfsspannungsversorgung in<br />
Anlagenteilen oder bei einzelnen<br />
Komponenten unterbrochen, kann<br />
es zu langen und damit kostenintensiven<br />
Produktionsausfällen<br />
kommen. Für einen sicheren<br />
Betrieb sorgen entsprechende<br />
Redundanzkonzepte.<br />
Autor: Alexander Haneke, B. Eng., Produktmanager<br />
Redundanzmodule, Phoenix Contact<br />
Power Supplies GmbH, Paderborn<br />
Wirft man einen genaueren Blick auf<br />
die gängigen Lasten in der Prozessindustrie,<br />
rücken DCS-Systeme (Distribution<br />
Control System), Remote I/O-Stationen sowie<br />
aktive Rangier-Verteiler, die oft über<br />
zwei voneinander entkoppelte Einspeiseklemmen<br />
versorgt werden, in den Fokus.<br />
Daher sind redundante Systeme in vielen<br />
Fällen ein probates Mittel zur Vermeidung<br />
des sogenannten Single Point of Failure.<br />
Dies gilt auch für die überall erforderliche<br />
Hilfsspannungs-Versorgung, für die sich<br />
in den meisten Anwendungsbereichen<br />
24 V DC durchgesetzt hat. Zur Realisierung<br />
der Redundanz für die 24-V-Versorgung<br />
werden zwei Hilfsspannungsnetze parallelgeschaltet<br />
und mithilfe von Redundanzmodulen<br />
voneinander entkoppelt.<br />
Die einfachste Art der Entkopplung sind<br />
passive Diodenmodule. Dabei muss im<br />
gesamten Anlagenlebenszyklus darauf geachtet<br />
werden, dass Redundanz nur dann<br />
gegeben ist, wenn die Summe der Lastströme<br />
aller Lasten nicht größer ist als der<br />
maximale Strom eines einzelnen Netzteils.<br />
Denn nur so ist sichergestellt, dass bei Ausfall<br />
eines Pfades der jeweils andere die Versorgung<br />
vollständig übernehmen kann.<br />
Aktive Redundanzmodule – wie etwa vom<br />
Typ Quint Oring – übernehmen die Überwachungsfunktion<br />
des Summenstroms und<br />
schlagen Alarm, wenn die Stromentnahme<br />
zu hoch wird. Diese Funktion erleichtert Erweiterungen<br />
und identifiziert schleichende<br />
Fehler im Rahmen einer vorausschauenden<br />
Wartung (Predictive Maintenance). Zudem<br />
sorgen diese intelligenten Module durch<br />
die ACB-Technologie (Auto Current Balancing)<br />
für eine gleichmäßige Belastung<br />
der beiden Netzpfade. Die Geräte regeln<br />
und signalisieren aktiv die Stromaufteilung<br />
beider Versorgungspfade, was die Lebensdauer<br />
von Netzteilen und DC/DC-Wandlern<br />
maximiert.<br />
Driftet eine Stromversorgung ausgangsspannungsseitig<br />
zu stark ab, wird auch dieses<br />
Verhalten rechtzeitig gemeldet. Oft folgt<br />
nach dem Entkopplungsmodul ein Sicherungsverteiler.<br />
Der Versorgungsstrang ist ab<br />
hier jedoch nicht mehr redundant, auch<br />
wenn man Lasten mit redundanten Einspeiseklemmen<br />
über zwei unterschiedliche<br />
34 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
01<br />
01 Redundanzkonzepte im Überblick: Entkopplung mit<br />
Diodenmodul (oben), Entkopplung mit<br />
Mosfet-Modul (Mitte) sowie Entkopplung mit<br />
zwei separaten Mosfet-Modulen (unten)<br />
02 OVP-Schwellwerte sind gerade für die Prozessindustrie<br />
bedeutsam – Leitsystemhersteller haben hier<br />
unterschiedlichste Anforderungen<br />
02<br />
Sicherungen versorgt. Auftretende Fehler<br />
am Strang oder am Sicherungsverteiler<br />
können hier immer noch zum Ausfall der<br />
Anlage führen.<br />
Redundante Versorgung<br />
Das optimale Redundanzkonzept mit vollständigem<br />
Monitoring besteht durchgängig<br />
aus zwei räumlich getrennten Strompfaden.<br />
Diese setzen sich jeweils aus dem Versorgungsnetz,<br />
einem Netzteil oder einem<br />
DC/DC-Wandler sowie aus einem intelligenten<br />
Quint-4-S-Oring-Modul zusammen,<br />
das die Pfade voneinander entkoppelt.<br />
Dadurch wird ein Single Point of Failure<br />
vermieden. Auch hier sorgen Mosfet-Transistoren<br />
für eine geringe Verlustleistung,<br />
und eine redundante Verdrahtung bis zur<br />
Last erzeugt für ein System mit maximaler<br />
Prozesssicherheit.<br />
In Verbindung mit den passenden Stromversorgungen<br />
aus der Baureihe Quint 4 werden<br />
auch die einzelnen Hilfsspannungsnetze<br />
gleichmäßig belastet, und die intelligente<br />
Funktionsüberwachung erlaubt ein<br />
vollständiges Monitoring der Entkopplung<br />
an allen Punkten des Versorgungssystems.<br />
Noch mehr Sicherheit<br />
Prozessleitsysteme sind immer<br />
auf eine maximale Verfügbarkeit<br />
ausgelegt. Um die empfindliche<br />
Hardware gegen Überspannung<br />
zu schützen, begrenzen die<br />
Stromversorgungssysteme die<br />
Ausgangsspannung sicher auf<br />
ein schützendes Niveau. Die<br />
Over-Voltage-Protection-Schaltung<br />
(OVP) verhindert, dass bei<br />
einem internen Fehler der<br />
Stromver sorgung Spannungen<br />
oberhalb der OVP-Schwelle das<br />
Modul verlassen. Um hier einen<br />
vollständigen Schutz zu ermöglichen, fordern<br />
viele Leitsystemhersteller denn auch<br />
eine doppelte OVP.<br />
Die Quint-4-Stromversorgungen in Verbindung<br />
mit den Varianten S-Oring/Plus<br />
und S-Oring/VP aus der gleichen Baureihe<br />
sichern Prozessleitsysteme auf diese Weise<br />
Over Voltage Protection (OVP)<br />
schützt empfindliche Lasten<br />
vor Überspannungen. Durch die<br />
Zertifizierung der doppelten OVP<br />
des Gesamtsystems nach SIL3 ist<br />
auch ein Einsatz in sicherheitsrelevanten<br />
Anwendungen möglich.<br />
Alexander Haneke<br />
doppelt ab. Durch die Zertifizierung der<br />
doppelten OVP des Gesamtsystems nach<br />
SIL3 (Safety Integrated Level 3) ist auch ein<br />
Einsatz in sicherheitsrelevanten Anwendungen<br />
möglich. Verschiedene Anwendungsfälle<br />
und Prozessleitsysteme erfordern<br />
verschiedene OVP-Schwellen für eine<br />
hohe Prozesssicherheit.<br />
Fotos: Phoenix Contact<br />
www.phoenixcontact.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 35
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Digitale Dokumentation<br />
Effiziente Überwachung des Schichtbetriebs<br />
Mit einem interaktiven Schichtbuch<br />
gelingt Roche Diagnostics in Penzberg<br />
eine lückenlose Dokumentation des<br />
Schichtbetriebs.<br />
Roche in Penzberg ist bekannt für seine<br />
große Expertise im Bereich der Proteinproduktion.<br />
Die Fermentation, Aufreinigung<br />
und Qualitätskontrolle der empfindlichen<br />
Protein-Wirkstoffe sind äußerst<br />
komplexe und spezialisierte Schritte – für<br />
die Marktzulassung eines therapeutischen<br />
Wirkstoffs kann ein Reinheitsgrad von mehr<br />
als 99 % erforderlich sein. „Wir stellen diagnostische<br />
Einsatzstoffe her“, so Dr. Holger<br />
Wünsche, Leiter der Enzymproduktion bei<br />
Roche in Penzberg. Primär sind das Reagenzien,<br />
wie sie bspw. als Grundsubstanz<br />
auf den Teststreifen für die Blutdiagnose<br />
zum Einsatz kommen. Schichtleiter Marvin<br />
Weber ergänzt: „Wir gewinnen aus tieri<br />
schen oder pflanzlichen Rohstoffen wie<br />
beispielsweise Zucchini aktive Eiweißmoleküle.<br />
Diese Enzyme sind äußerst empfindlich<br />
und müssen umgehend in eine stabile<br />
Form gebracht werden. Deshalb arbeiten<br />
wir von Montag bis Freitag rund um die Uhr<br />
im Dreischichtbetrieb.“<br />
Eine ganze Reihe von Arbeitsschritten ist<br />
notwendig, um ein Protein für diagnostische<br />
Anwendungen aus dem biologischen<br />
Rohmaterial zu isolieren. „Wir bedienen ein<br />
extrem großes Spektrum, in unserer Hauptabteilung<br />
fertigen wir circa 400 bis 500 verschiedene<br />
Produkte aus ganz unterschiedlichen<br />
Rohstoffquellen“, erläutert Dr. Holger<br />
Wünsche.<br />
Für mikrobielle Rohstoffe verfügt Roche<br />
bspw. über eine eigene Fermentation mit<br />
verschiedenen Starterkulturen. „Wir haben<br />
Fermenter von 10 l, aber auch von bis zu<br />
30 000 l, das variiert je nach einzelnen<br />
Chargen“, klärt Marvin Weber auf. „In der<br />
Enzymproduktion haben wir ungefähr<br />
80 verschiedene Rohstoffe. Damit stellen<br />
wir 300 bis 400 Chargen pro Jahr her. Es gibt<br />
Stoffe, die wir wöchentlich produzieren,<br />
und dann gibt es welche, die kommen alle<br />
drei bis vier Jahre nur einmal vor.“<br />
Transparenz der Abläufe<br />
Um bei diesem Pensum effizient zu produzieren,<br />
müssen sämtliche Informationen<br />
zu betrieblichen Vorkommnissen oder Störungen<br />
im Ablauf einheitlich und lückenlos<br />
erfasst und weitergegeben werden. Grundsätzlich<br />
erfolgt bei Roche die Schichtübergabe<br />
so, dass der jeweilige Schichtleiter<br />
einen Report für die Folgeschicht schreibt.<br />
Bei der Übergabe werden dann alle Ereignisse<br />
einzeln abgehandelt. Mithilfe des Reports<br />
sieht er genau, welche Mitarbeitende<br />
an welcher Anlage gearbeitet haben und sie<br />
nun wo weiterarbeiten sollen.<br />
Dr. Holger Wünsche erinnert sich: „Bevor<br />
wir mit dem Shiftconnector eine digitale<br />
36 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Schichtbuchlösung eingeführt haben, haben<br />
wir lediglich ein kariertes Heft genutzt, in<br />
dem wir alles handschriftlich erfassten.<br />
Wenn man Glück hatte, konnte man die<br />
Schrift seines Vorgängers lesen. Und damit<br />
das Ganze nicht ausuferte, haben wir versucht,<br />
die Ereignismitteilung auf eine Seite<br />
pro Schicht zu begrenzen. Das war natürlich<br />
relativ knapp bemessen und hatte den<br />
Nachteil, dass im Nachhinein wichtige Ereignisse<br />
oftmals nicht erfasst wurden.<br />
2015 führte das Team um Dr. Holger<br />
Wünsche deshalb das interaktive Schichtbuch<br />
der Firma Eschbach ein. „Wir starteten<br />
noch recht zögerlich mit einer Pilotphase.<br />
Die intuitive Systemoberfläche des<br />
Schichtbuchs sowie das schnelle Adaptieren<br />
unserer Wünsche seitens Eschbach hat<br />
uns aber alle binnen kürzester Zeit restlos<br />
überzeugt, sodass wir direkt vom Piloten in<br />
den Go-live gegangen sind.“<br />
Reibungslose Übergabe<br />
In der Roche-Enzymproduktion werden<br />
i. d. R. zehn bis zwölf Produkte parallel verarbeitet.<br />
Ganz wichtig ist dabei, dass der<br />
Produktionsstand vernünftig dokumentiert<br />
wird, gerade zu den Ablösezeiten. Im Schnitt<br />
sind die Mitarbeiter 8,5 h an den Anlagen<br />
beschäftigt, dann wird die Übergabe gemacht<br />
und der Ist-Stand im Schichtbuch<br />
festgehalten. Erfasst wird dabei so gut wie<br />
alles: welche Anlagenteile für welches Produkt<br />
gerade in Bewegung sind, wie der<br />
Einigungsfortschritt ist, was für Reparaturen<br />
anstehen, welche Anlagen momentan außer<br />
Betrieb sind, etc. Das interaktive Schichtbuch<br />
sei dabei nun eine große Unterstützung.<br />
Marvin Weber: „Die Lösung bildet alle<br />
Vorgänge übersichtlich ab und wiederkehrende<br />
Ereignisse müssen nicht mehr neu erfasst<br />
werden, sondern werden automatisiert<br />
in den neuen Report übernommen. Das<br />
entlastet uns in der Erfassungsarbeit.“<br />
Auch lassen sich zurückliegende Ereignisse<br />
nun komfortabel mit wenigen Mausklicks<br />
recherchieren. „Durch den Shiftconnector<br />
haben wir an Transparenz gewonnen und<br />
es ist gewährleistet, dass die Übergabe<br />
reibungslos funktioniert“, konstatiert auch<br />
Dr. Holger Wünsche. „Bei Schichtwechsel<br />
kann jetzt jeder Verantwortliche einen persönlichen<br />
Report aus dem Shiftconnector<br />
erhalten, der ihn genau über den Ist<br />
Zustand seiner Produkte informiert.“<br />
Detailliertes Reporting<br />
Das Reporting selbst läuft bei Roche nach<br />
einem ausgeklügeltem System: So enthält<br />
jeder Schichtreport den gesammelten<br />
aktuellen Produktionsstand des Enzymherstellungsbereichs.<br />
Dazu gehören sämtliche<br />
Produkte, die Produktionsanlagen sowie<br />
die beteiligten Mitarbeiter. Weiter unten im<br />
Bericht sind zudem alle aktuellen Störungen<br />
und Zusatzweisungen aufgelistet. „Diese<br />
Reports sind stets aktuell und werden an<br />
die entsprechenden Mitarbeiter ausgegeben“,<br />
erklärt Dr. Holger Wünsche. Etwaige<br />
Störmeldungen werden darüber hinaus<br />
direkt an die interne Servicebereitschaft<br />
weitergeleitet, damit diese sich mit dem<br />
Schichtleiter kurzschließen können und<br />
ggf. einen Instandhaltungs- oder Reparaturvorgang<br />
anstoßen können. Falls kleinere<br />
Reparaturen von den Schichtmitarbeitern<br />
selbst vorgenommen werden, werden diese<br />
ebenfalls im Schichtbuch dokumentiert.<br />
Im Shiftconnector selbst können beliebig<br />
viele Schichtbücher angelegt werden, die<br />
unterschiedliche Informationen vorhalten.<br />
Diesen Vorteil hat sich Roche gleich mehrfach<br />
zunutze gemacht: Zusammen mit<br />
Eschbach wurde bspw. ein Technik-Schichtbuch<br />
generiert. Alle aufkommenden Störungen<br />
erhalten nun auch automatisch<br />
einen Eintrag im Technik-Schichtbuch, sodass<br />
z. B. derjenige Mitarbeiter, der die<br />
Herstellungsprozesse tagsüber koordiniert,<br />
auch gleich eine gesammelte Übersicht über<br />
alle Störungen erhält.<br />
Auf ähnlich einfache Weise wurde auch<br />
ein separates Ablieferbuch generiert, in dem<br />
nun alle fertigen Erzeugnisse sowie deren<br />
Fälligkeitsdaten verzeichnet werden. „Unser<br />
Hauptbuch würde sonst ellenlang werden,<br />
deshalb haben wir gesagt, dass wir diese<br />
Informationen in einem externen Buch<br />
sammeln wollen“, klärt Marvin Weber auf.<br />
Roche nutzt den Shiftconnector als reines<br />
Informationstool, d. h., er funktioniert losgelöst<br />
vom ERP-System und muss auf diese<br />
Weise nicht – wie in der Pharmabranche<br />
„Wir wollen die Schichtübergabe nicht überfrachten, deshalb<br />
zeigen wir tagesaktuelle Aufgaben auf unserem Infoboard an.“<br />
üblich – für jeden Arbeitsplatz zeitaufwändig<br />
validiert werden. Dementsprechend verkürzt<br />
sich der Einführungsaufwand erheblich.<br />
Roll-out auf andere Abteilungen<br />
Die positive Resonanz von Dr. Wünsche<br />
und seinen Kollegen machte schließlich<br />
auch andere Unternehmensbereiche auf<br />
die Lösung aufmerksam. Mittlerweile gibt<br />
es zwei weitere Abteilungen auf dem Roche-<br />
Werksgelände, die den Shiftconnector für<br />
ihre Zwecke einsetzen. „Das intuitiv zu<br />
handhabende Customizing sowie die Möglichkeit,<br />
in einer Lösung gleich mehrere<br />
Schichtbücher unterschiedlichen Inhalts zu<br />
generieren, haben uns sofort überzeugt“,<br />
verrät Christian Allinger, Schichtmeister im<br />
Bereich Energieversorgung bei Roche.<br />
So überwacht der Shiftconnector nun<br />
auch die gesamte Energieversorgung, Rückgewinnung<br />
und -entsorgung des Biotechnologieunternehmens.<br />
Störungen im Ablauf<br />
werden einheitlich und lückenlos erfasst.<br />
Über separate Aufgabenfelder können<br />
Störungen an der Kesselanlage oder am<br />
Tanklager direkt an die Servicemonteure<br />
weitergegeben werden. Früher mussten<br />
diese Informationen in Word-Listen angelegt<br />
werden, die dann pro Schicht für die<br />
Verantwortlichen ausgedruckt wurden.<br />
„Wir wollen den Shiftconnector nicht mehr<br />
missen, allein schon wegen des ganzen<br />
Papiers, das wir durch ihn einsparen.“<br />
Fotos: Eschbach, Roche<br />
Shiftconnector im Einsatz bei der Roche-Enzymproduktion in Penzberg –<br />
Marvin Weber (links) und Dr. Holger Wünsche besprechen Details<br />
www.eschbach.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 37
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Ventilinsel für Siemens-Peripheriesystem<br />
Die aktuell vierte Generation der Ventilinsel Airline SP Typ 8647<br />
ist nahtlos in das neue dezentrale Peripheriesystem<br />
Simatic ET 200SP HA von Siemens integriert. Erstmals können<br />
dadurch Ventilinseln in hochverfügbaren<br />
und bis zu R1 redundanten Profinet-<br />
Umgebungen direkt an einem dezentralen<br />
Peripheriesystem betrieben werden.<br />
Die flexibel einsetzbare Ventilinsel wurde<br />
für Anlagen entwickelt, die 365 Tage im<br />
Jahr rund um die Uhr mit höchsten<br />
Anforderungen an Verfügbarkeit und<br />
Zuverlässigkeit laufen müssen.<br />
Zusammen mit den Siemens-Modulen<br />
lässt sie sich platzsparend in einen<br />
Schaltschrank montieren. Dank der<br />
vollständigen Softwareintegration in das<br />
Siemens-Prozessleitsystem PCS7 lassen sich alle Diagnoseinformationen<br />
und Prozessparameter der Ventilinsel überwachen.<br />
Somit können vorbeugende und verschleißorientierte Wartungen<br />
der Anlage eingeleitet und Stillstandzeiten minimiert werden.<br />
Redundante Profinet-Interfaces sorgen dafür, dass die Anlage<br />
auch dann weiterarbeitet, wenn ein Kommunikationsteilnehmer<br />
ausfällt. Zur hohen Verfügbarkeit des gesamten Systems tragen<br />
auch die bis zu 64 hot-swap-fähigen Ventile pro Insel bei, die sich<br />
im laufenden Betrieb ohne Anlagenstillstand und Beeinflussung<br />
der Nachbarventile wechseln lassen. Eine zusätzliche Sicherheitsfunktion<br />
sind Rückschlagventile im Entlüftungskanal.<br />
www.buerkert.de<br />
Differenzdruck-Messumformer in der<br />
Entstaubung<br />
Mit dem neuen Differenzdruck-Messumformer HE 5411 von<br />
Hesch haben Unternehmen den Filter-Verschmutzungsgrad ihrer<br />
Entstaubungsanlagen, den Füllstand von Behältern oder die<br />
Volumenströme von Lüftungs- und Klima-Anlagen immer im<br />
Blick. Dank der Zulassung für die Atex-Zone 22 eignet sich der<br />
Messumformer auch für Anwendungen, in denen herkömmliche<br />
Druckmessumformer nicht<br />
verwendet werden können.<br />
Der Differenzdruck-<br />
Messumformer misst<br />
kleinere und mittlere Drücke<br />
aller trockenen, nichtaggressiven<br />
Gase in den<br />
Bereichen von ±1,25 (ohne Atex-Zulassung), ±10, ±25, ±50 und<br />
±100 mbar. Schnell und präzise werden laut Hersteller selbst<br />
kleine Abweichungen genau angezeigt. So kann rechtzeitig ein<br />
Druckstoß (Jet-Pulse) zur Reinigung des Filters ausgelöst werden.<br />
Das Gehäuse ist mit Scharnierverschlüssen ausgestattet, die bei<br />
der Installation im Vergleich zu herkömmlichen Geräten Zeit<br />
sparen. Über zwei Tasten kann der Anwender den Grenzwert<br />
definieren. Den Status des Grenzwertrelais zeigt die LED an der<br />
Gehäusefront durch Farbwechsel an. Der Messumformer ist in<br />
drei Ausführungen erhältlich, die sowohl ein 0–10-V-Spannungssignal<br />
als auch ein 0(4)–20-mA-Stromsignal als Ausgangssignal<br />
zur Messwertübertragung bieten.<br />
www.hesch.de<br />
Skalierbare Hard- und Softwareplattform<br />
Im Jumo Varitron 500 kommt eine neue Hard- und Softwareplattform<br />
zum Einsatz, bei deren Entwicklung das Thema „Skalierbarkeit“<br />
ganz oben auf der Agenda stand. Das Ergebnis ist modular,<br />
flexibel und laut Hersteller vor allen Dingen<br />
zukunftsfähig. Basis ist eine Hardware-Plattform mit<br />
einem 800-MHz-Prozessor, der je nach Anwendung<br />
als Single-, Dual- oder Quad-Core-Variante<br />
eingesetzt werden kann.<br />
Die Software ist auf Basis einer Linux-Plattform<br />
modular aufgebaut und ermöglicht eine sehr gute<br />
Skalierbarkeit der Performance, Speicher und<br />
Schnittstellen. Eine weitere Besonderheit ist ein kundenspezifischer<br />
Konfigurations- und Prozess-Dateneditor.<br />
In das System können mehrere Bedienstationen via Codesys-<br />
Remote-Target- oder Web-Visualisierung sowie bis<br />
zu 64 intelligente Anschaltmodule integriert werden.<br />
Über eine Profinet-IO-Device-Schnittstelle ist<br />
zukünftig eine Anbindung an übergeordnete<br />
Steuerungssysteme alternativ via Modbus TCP<br />
möglich.<br />
www.jumo.net<br />
Tragbarer Prozesskalibrator<br />
Der portable Prozesskalibrator<br />
CPH7000 von Wika hat die<br />
Atex-Zulassung erhalten. Er eignet<br />
sich damit auch für Einsätze in<br />
explosionsgefährdeten Bereichen. Das<br />
Gerät ermöglicht eine höchst flexible<br />
Vor-Ort-Kalibrierung von Drucktransmittern<br />
und Manometern. Eine<br />
Höchstdruckausführung prüft selbst Messbereiche bis 10 000 bar.<br />
In dem tragbaren Multifunktionsgerät sind ein Elektronikmodul,<br />
eine Handpumpe zur Erzeugung von Prüfdrücken bis 25 bar und<br />
ein leistungsstarker Datenlogger integriert. Der CPH7000 erfüllt<br />
aufgrund seiner Ausstattung auch Prüfaufgaben für die<br />
Messgrößen Temperatur, Spannung und Strom.<br />
www.wika.de<br />
Durchflüsse in Echtzeit messen<br />
Der SLF3x ist Sensirions Neuheit im Bereich der Flüssigkeitsdurchflusssensoren.<br />
Der Sensor erlaubt nicht nur im Falle von<br />
Wasser, sondern auch bei kohlenwasserstoffbasierten Flüssigkeiten<br />
die bidirektionale Messung von Durchflussraten bis zu<br />
40 ml/min. In Kombination mit seinem guten Signal-Rausch-<br />
Verhältnis und einem dynamischen Bereich von 200:1 ermöglicht<br />
der Sensor die Echtzeit-Überwachung eines jeden Flüssigkeitssystems,<br />
was die Prozesskontrolle verbessert und eine fortschrittliche<br />
Fehlererkennung gewährleistet. Der gerade, hindernisfreie<br />
Durchflusskanal enthält keine beweglichen Teile und besteht aus<br />
inerten, benetzten Materialien, die<br />
eine hohe chemische Widerstandsfähigkeit<br />
und Medienverträglichkeit<br />
bieten.<br />
www.sensirion.com<br />
38 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Korrosive Umgebungen.<br />
Teure Ausfallzeiten durch Entleerung.<br />
Versteckte Kosten.<br />
Lassen Sie Ihren<br />
Wirkungsgrad nicht verdunsten.<br />
Deshalb kommt es<br />
auf den Füllstand an.<br />
Die Dampfproduktion ist für bis zu 60 % Ihres gesamten<br />
Energieverbrauchs verantwortlich. Das heißt, jede Ineffizienz<br />
kann Sie ein kleines Vermögen kosten. Deshalb ist<br />
Magnetrol® wichtig. Wir helfen Ihnen, versteckte Kosten<br />
zu erkennen, die Produktion zu verbessern und Ausfallzeiten<br />
zu reduzieren. Und wir haben das breiteste Portfolio<br />
an Füllstandmessgeräten, um Ihren gesamten Prozess der<br />
Dampferzeugung und Kondensatrückgewinnung zu optimieren.<br />
Das ist entscheidend. Denn in Ihrem Werk kommt<br />
es auf den Füllstand an.<br />
©<strong>2019</strong> Magnetrol International<br />
Laden Sie das Kit zur Optimierung der Dampferzeugung<br />
unter steamgen.magnetrol.com herunter
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Stromversorgung mit SIL-Zertifizierung<br />
Die neue Stromversorgung Quint<br />
Power von Phoenix Contact bietet<br />
eine hohe Betriebssicherheit für<br />
anspruchsvolle Applikationen. Die<br />
Plusvariante mit Schutzlackierung<br />
und Atex-/IECEx-Zulassung erlaubt<br />
den Einsatz in explosionsgefährdeten<br />
Bereichen (Zone 2). Sie verfügt über<br />
einen integrierten Entkopplungs-<br />
Mosfet und eine doppelte Overvoltage<br />
Protection mit SIL3-Zertifizierung.<br />
Der statische Boost mit dauerhaft bis<br />
zu 125 % des Nennstroms ermöglicht eine einfache Anlagenerweiterung.<br />
Durch den dynamischen Boost von bis zu 150 % des<br />
Nennstroms für 5 s ist auch das Starten schwerer Lasten einfach<br />
möglich. Mit einer Netzausfall-Überbrückungszeit von mindestens<br />
20 ms und einem integrierten Gasableiter für eine hohe<br />
elektrische Störfestigkeit von bis zu 6 kV verfügt das Gerät über<br />
eine robuste Eingangsseite. Die umfangreiche Signalisierung mit<br />
Analog-, Digital- und Relaiskontakten bietet eine präventive<br />
Funktionsüberwachung. Sie meldet kritische Betriebszustände,<br />
bevor Fehler auftreten. Durch den weiten Temperaturbereich von<br />
–40 bis +75 °C eignet sich die Plusvariante auch für den Einsatz<br />
unter extremen Umweltbedingungen.<br />
www.phoenixcontact.com<br />
Kältemittelkalibrierung<br />
Die Hauptapplikationen der LiquiSonic OCR Messysteme ist die<br />
Überwachung der Kältemittelkonzentration beim Testen von<br />
Komponenten in stationären Klimaanlagen. Das perfekte<br />
Mischverhältnis zwischen Öl<br />
und Kältemittel sorgt für eine<br />
maximale Lebensdauer bei<br />
einem optimalen Wirkungsgrad.<br />
Die wartungsfreie<br />
LiquiSonic Messtechnik<br />
bestimmt den Ölgehalt in einer<br />
Vielzahl verschiedener<br />
Kältemittel sehr präzise und<br />
schnell und sorgt für eine kontinuierliche Überwachung der<br />
Klimakreisläufe direkt im System.<br />
Die Messgeräte erfassen die absolute Schallgeschwindigkeit, eine<br />
rückführbare und bewährte physikalische Größe, sowie die<br />
Temperatur und ermitteln daraus hochpräzise die temperaturkompensierte<br />
Konzentration des Kompressoröls im Kältemittel.<br />
www.sensotech.com<br />
Doppelstockklemmen inklusive Drücker<br />
Wago hat seine Doppelstockklemmen um die Betätigungsvariante<br />
Drücker ergänzt. Die Erweiterung der Doppelstockklemmen<br />
Tobjob S mit senkrechter Leitereinführung ermöglicht es dem<br />
Anwender, ein komplettes System mit einfacher Betätigungsart zu<br />
nutzen.<br />
Wie bei den bestehenden Doppelstockklemmen mit gerader<br />
Leitereinführung mit Betätigungsöffnung erfolgt sowohl der<br />
Leiteranschluss als auch die Betätigung des Drückers senkrecht.<br />
Dadurch ist die Verdrahtung der Reihenklemmen, z. B. in engen<br />
Klemmenkästen, die wenig Platz für das Betätigungswerkzeug<br />
bieten, immer noch komfortabel. Die Drücker sind orangefarben<br />
und deutlich zu erkennen. Wie bei allen Klemmen mit Drücker<br />
lässt sich auch bei den Doppelstockklemmen<br />
das Betätigungswerkzeug<br />
frei wählen. Dank der<br />
Push-in Cage-Clamp-Anschlusstechnik<br />
können eindrähtige,<br />
mehrdrähtige sowie feindrähtige<br />
Leiter mit Aderendhülse auch<br />
direkt gesteckt werden.<br />
www.wago.com<br />
Durchflussmesser für Abgase<br />
Thermische Gas-Durchflussmesser reagieren empfindlich auf<br />
kleinste Verschmutzungen, insbesondere Ölreste „ölfreier“<br />
Kompressoren. Auch geringfügiger Kondensatanfall, Staub und<br />
Rohrleitungsabrieb erfordern Kalibrierintervalle von zwölf oder<br />
gar sechs Monaten. In stark verschmutzten Medien wie Abgasen<br />
verbietet sich der Einsatz thermischer Durchflussmesser von<br />
vornherein. Unter derartigen Bedingungen arbeiten die<br />
Durchflussmesser der Deltaflow-C-Baureihe. Das empfohlene<br />
Re-Kalibrierintervall dieser Differenzdruck-Durchflussmesser<br />
beträgt 60 Monate.<br />
Der Durchflussmesser deckt einen Einsatzbereich bis 14 bar und<br />
160 °C bereits ab 10 g/min ab und ist nach oben für praktisch alle<br />
Rohrdimensionen und Durchflüsse einsetzbar. Das Messprinzip<br />
basiert auf dem Differenzdruckprinzip. Um präzise Messungen<br />
trotz Veränderungen von Prozessdaten<br />
zu gewährleisten, erfolgt<br />
automatisch eine Kompensation<br />
durch die hochgenauen, integrierten<br />
Temperatur- und Drucksensoren. Die<br />
Genauigkeit liegt bei der Standardausführung<br />
bei 4 %, die Präzisionsausführung<br />
liefert Genauigkeiten besser 2 %.<br />
www.systec-controls.de<br />
Füllstandmanagement im Internet der Dinge<br />
Pepperl+Fuchs präsentiert einen Füllstandsensor,<br />
der seine Daten an eine sichere Gegenstelle im<br />
industriellen Internet der Dinge funkt. Der<br />
IoT-Sensor Wilsen.sonic.level wird zusammen mit<br />
dem Wilsen.service und einer Geschäftsdatenplattform<br />
zu einem Starterpaket gebündelt. Darin sind<br />
alle notwendigen Komponenten für ein lauffähiges<br />
IoT-System gebündelt. Dieses zeit- und kostenbegrenzte Paket<br />
ermöglicht es Interessierten, auch ohne Vorkenntnisse mit dem<br />
Internet der Dinge zu starten, um damit möglichst schnell<br />
Erfahrungen im eigenen Prozessumfeld sammeln<br />
zu können. Der Ultraschall-Funksensor eignet sich<br />
zur Überwachung von Füllständen in mobilen<br />
Containern, Tanks oder Silos. Daneben ermittelt das<br />
batteriebetriebene Gerät auch die Geoposition des<br />
Behälters und funkt die erfassten Daten über eine<br />
GSM oder Lorawan-Verbindung an eine definierte<br />
Annahmestelle im Internet.<br />
www.pepperl-fuchs.com<br />
40 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Filtergeräte überwachen und steuern<br />
Mit der Abschaltautomatik inklusive Signalleuchten für Pumpen-<br />
Filtereinheiten lassen sich laut Hersteller ohne großen Aufwand<br />
und Investitionen die Effizienz des Filterprozesses steigern und<br />
gleichzeitig die Betriebskosten<br />
senken. Ein säurefester Wächter aus<br />
PVDF/FKM überwacht den Druck im<br />
Filter kontinuierlich und steuert den<br />
Betrieb der Pumpe. Die Pumpe stoppt<br />
automatisch nach Erreichen des<br />
vorher eingestellten maximalen Filterdrucks.<br />
Heiß- oder gar Trockenlauf,<br />
die häufigsten Ausfallursachen bei<br />
Pumpen, werden so vermieden. Die<br />
Kosten für Instandhaltung und<br />
zeitaufwändige Reparaturen<br />
reduzieren sich deutlich. Durch<br />
Veränderung des maximalen Filterdrucks<br />
kann der Verschmutzungsgrad<br />
des Filters entsprechend der Anwendung flexibel angepasst und<br />
die Qualität des Filterprozesses verbessert werden.<br />
Mithilfe der Signalleuchten kann der Bediener den aktuellen<br />
Betriebszustand ständig und einfach erfassen. Der Über -<br />
wachungsaufwand wird minimiert, ein vorzeitiger Filterwechsel<br />
unterbunden, das Filtermedium besser ausgenutzt und der<br />
Verbrauch verringert.<br />
Robust langlebig.<br />
erweiterter Einsatztemperaturbereich<br />
bis 250 °C<br />
hohe Temperaturzyklenbeständigkeit<br />
hochreine und ebenmäßige Kontaktschicht<br />
für eine bessere Lötverbindung<br />
(Longlife-Rundumkontakt)<br />
geeignet für Lötprozesse mit Temperaturen<br />
über 300 °C<br />
patentiertes Herstellungsverfahren<br />
Platin-Chip-Temperatursensoren<br />
in SMD-Bauform nach DIN EN 60751<br />
90024<br />
www.wuflex.de<br />
Frequenzumrichter mit Profisafe<br />
Willkommen bei JUMO.<br />
www.jumo.net<br />
Besuchen Sie uns am<br />
18. September <strong>2019</strong><br />
in Ludwigshafen<br />
Funktionale Sicherheit gewinnt immer mehr an Bedeutung als ein<br />
grundlegender Bestandteil im zeitgemäßen Maschinen- und<br />
Anlagendesign. Aktuell liefert Nord Drivesystems in diesem<br />
Umfeld Frequenzumrichter mit integriertem STO und SS1. Sicherheitsgerichtete<br />
Kommunikation sowie sichere Bewegungsfunktionen<br />
gemäß der IEC 61800-5 bedient der Antriebsspezialist mit<br />
der Profisafe-Baugruppe SK TU4-PNS. Funktionen wie SLS (Safety<br />
Limited Speed), SSR (Safe<br />
Speed Range), SDI (Safe<br />
Direction), SOS (Safe<br />
Operation Stop) und SSM<br />
(Safe Speed Monitor)<br />
lassen sich integrieren und<br />
erweitern die sicheren<br />
Stoppfunktionen der<br />
Antriebe.<br />
Die Profisafe-Busschnittstelle<br />
SK TU4-PNS<br />
überwacht die sichere Einhaltung der Grenzwerte und stellt die<br />
sicheren Ein- und Ausgänge bereit. Bei Über- oder Unterschreiten<br />
eines Grenzwerts schaltet die Busschnittstelle in einen sicheren<br />
Zustand. Alle Ausgänge werden spannungsfrei geschaltet,<br />
Eingangsinformationen werden zurückgesetzt und an die übergeordnete<br />
sicherheitsgerichtete Steuerung übertragen. Diese ist für<br />
den Einsatz der Profisafe-Baugruppe grundsätzlich erforderlich.<br />
www.nord.com<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
Berührungslose und schnelle<br />
Temperaturmessung<br />
Jumo.indd 1 26.08.<strong>2019</strong> 10:38:56<br />
Mit dem neuen Infrarotthermometer PCE-TC 24 bringt PCE<br />
Instruments ein Wartungstool auf den Markt, das Temperaturen<br />
im Bereich von –20 bis +380 °C messen kann und eine Bild-in-<br />
Bild-Funktion bietet. Die deckungsgleiche<br />
Darstellung erfolgt in Realbildern mit<br />
einer Auflösung von 240 × 320 Pixeln und<br />
IR-Bildern (Infrarot-Bilder) mit einer<br />
Auflösung von 33 × 33 Pixeln. Das<br />
beleuchtete LCD erlaubt Messungen bei<br />
Dunkelheit.<br />
Das Infrarotthermometer misst kontinuierlich<br />
die maximale und die minimale<br />
Temperatur vom untersuchten Objekt<br />
und zeigt ihre genaue Position an. Der<br />
Emissionsgrad ist bei der PCE-TC 24 im<br />
Bereich von 0,1 bis 1 einstellbar und<br />
gewährleistet somit die exakte Temperaturbestimmung<br />
der unterschiedlichen<br />
Materialien. Weiterhin sind durch die<br />
integrierte Speicherfunktion die Dokumentation und Archivierung<br />
gewährleistet. Die BMP-Dateien können dann mittels Micro-<br />
SD-Karte oder USB ausgelesen werden.<br />
Das IR-Thermometer liefert schnell und kontaktlos Messergebnisse,<br />
ohne dass durch mangelnden Wärmekontakt Fehler<br />
entstehen. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Thermometern<br />
ist, dass bewegte Messobjekte erfasst und analysiert<br />
werden können.<br />
www.pce-instruments.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 41
TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />
Alles im Blick<br />
Mit Retrofit von der halbautomatischen<br />
zur vollautomatischen Abfüllanlage<br />
Die effiziente und zuverlässige<br />
Abfüllung von Flüssigkeiten aus<br />
den Bereichen Chemie, Petrochemie<br />
und Baustoffe stellt viele<br />
individuelle Anforderungen. Durch<br />
die Nachrüstung mit einer Kamera<br />
lässt sich ein halbautomatisches<br />
System vollständig automatisieren.<br />
Autor: Ralph Arndt, Sales Engineer Spare Parts<br />
and Retrofit, Greif-Velox Maschinenfabrik GmbH,<br />
Lübeck<br />
Mit der halbautomatischen Koordinatenabfüllanlage<br />
K-Dos können z. B.<br />
bis zu 60 Fass oder 18 IBC pro Stunde befüllt<br />
werden. Dabei werden die Leergebinde auf<br />
Paletten gestellt und auf der Palette stehend<br />
befüllt. Das spart teure Palettiertechnik für<br />
Vollgebinde. Da die Investitionskosten für<br />
die Anlage gering sind, rechnet sich die<br />
Maschine vor allem für den Einstieg in die<br />
Abfüllung oder für Abfüllmengen in kleineren<br />
Chargen. Im Produktionsfluss werden<br />
allerdings verschiedene Verfahren manuell<br />
bedient, sodass dieser nicht durchautomatisiert<br />
ist und durchgängig getrackt werden<br />
kann. Beispielsweise kümmert sich das<br />
Bedienpersonal um die gewünschte Abfüllposition<br />
und muss die Gebinde manuell<br />
öffnen und schließen.<br />
Gerade im Rahmen des technologischen<br />
Wandels automatisieren und digitalisieren<br />
eine große Zahl von Industrieunternehmen<br />
ihre Produktion. Gute Maschinen und Anlagen<br />
wie die halbautomatische K-Dos werden<br />
neuen Anforderungen zum Teil nicht<br />
gerecht. Das ist aber noch lange kein Grund,<br />
sie durch einen komplett neuen, modernen<br />
Maschinenpark auszutauschen. Denn damit<br />
wären für Unternehmen sehr hohe<br />
Kosten verbunden. Insbesondere wenn die<br />
Anlagen noch einwandfrei laufen, besteht<br />
die Möglichkeit, die Maschine nachzurüsten:<br />
Retrofit-Lösungen setzen hier an und<br />
werten die Maschinen auf, machen sie zeitgemäßer<br />
und sind eine kostengünstige Investition<br />
in die Zukunft.<br />
Dank Kameratechnik Produktion<br />
automatisieren<br />
Die Standard-Abfüllanlage K-Dos kann durch<br />
ein Kamerasystem vollautomatisiert werden<br />
– bei gleichbleibender Leistung. Die Integration<br />
neuer Kameratechnik eröffnet vielschichtige<br />
und differenzierte Einsatzmöglichkeiten.<br />
Die vorhandene Anlage wird mit<br />
einem Kameragestell, bestehend aus Kamera<br />
und Beleuchtungseinrichtung, nachgerüstet.<br />
Die neue Digital-Vollbild-Kamera erstellt dann<br />
ein Bild der Gebinde, die auf der Palette stehen.<br />
Die dazugehörige Software findet auf<br />
einem Industrie-PC hinterlegte Konturen<br />
und identifiziert diese als Ziel. Die Steuerung<br />
erhält dann die passenden Ko ordinaten der<br />
Gebindeöffnungen, sodass die Behälter<br />
automatisch an die berechnete Position der<br />
Abfüllung gefahren werden.<br />
Die Umrüstung hat zur Folge, dass das<br />
Personal entlastet wird. So benötigt die ge-<br />
42 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />
Abfüllanlage mit Kamerasystem<br />
samte Anlage nur noch einen Bediener<br />
für den effektiven Betrieb, der das richtige<br />
Produkt im Panel auswählt. Dort sind die<br />
Gewichtswerte und Gebindedaten hinterlegt<br />
sowie die Informationen für die<br />
Kamera. Alternativ ist es auch möglich, die<br />
Umstellung der Sorten vollautomatisch<br />
durch ein Leitsystem durchzuführen. Die<br />
K-Dos-A meldet automatisch die einzelnen<br />
Gewichtsdaten zurück. Nach der Befüllung<br />
aller Gebinde fährt die Palette entweder<br />
vollautomatisch heraus oder wird vom Bedienpersonal<br />
mit dem Gabelstapler entnommen.<br />
Durch die Modernisierung und<br />
Nachrüstung mit einem Kamerasystem besteht<br />
außerdem die Möglichkeit, die Anlage<br />
mit einem Schrauber auszurüsten, um<br />
bspw. Stahlfässer, die 200 l fassen, automatisch<br />
auf- und zuzuschrauben. So kann<br />
noch eine weitere Automatisierungsebene<br />
realisiert werden.<br />
Mit Vernetzung und Remote-<br />
Anbindung zu besserem Service<br />
Im Zuge der Retrofit-Maßnahmen wird<br />
auch das Bediengerät der Anlage erneuert<br />
und auf ein TP 1200 vergrößert. Das erleichtert<br />
den Service und die Bedienung<br />
der Anlage. Hinzu kommt die Ausrüstung<br />
mit einem VPN oder GSM-Router. Daraus<br />
ergeben sich entscheidende Service-Vorteile<br />
für einen reibungslosen Betrieb: Über<br />
das System kann Greif-Velox jederzeit in<br />
die Funktion der Anlage sicher eingreifen<br />
und direkt von Lübeck aus weltweit bei<br />
Störungen, Optimierungswünschen oder<br />
sonstigen Fragen assistieren. So können<br />
z. B. auch in Zusammenarbeit neue Gebinde<br />
hinterlegt werden. Diese Herangehensweise<br />
minimiert die erforderlichen<br />
Serviceeinsätze auf ein Minimum, wodurch<br />
die Anlagenverfügbarkeit fast in Echtzeit<br />
sichergestellt wird.<br />
Bevor Retrofit-Maßnahmen ergriffen<br />
werden, evaluiert das Service-Team von<br />
Greif-Velox das Erweiterungspotenzial. Damit<br />
wird geprüft, ob die Anlage überhaupt<br />
erweitert werden kann. Die Erfahrung zeigt,<br />
dass dies meistens der Fall ist. Besonders<br />
geeignet sind Anlagen im ex-freien Bereich,<br />
wobei eine Deckenhöhe von über 4,1 m gewährleistet<br />
sein sollte. Jedoch lässt sich jede<br />
K-Dos auch zu einer Anlage für den Ex-<br />
Bereich Zone 1 umbauen. Sollte sich eine<br />
Anlage zum Einsatz von Retrofit-Lösungen<br />
eignen, prüfen die Experten, inwieweit vorhandene<br />
Komponenten wie Steuerung oder<br />
Wägetechnik weitergenutzt werden können.<br />
Daraufhin wird in enger Zusammenarbeit<br />
mit dem Kunden ein Konzept für die<br />
Realisierung erstellt, das die Wirtschaftlichkeit<br />
und Nachhaltigkeit überprüft. Bei einem<br />
positiven Resultat wird eine maßgeschneiderte<br />
Lösung bereitgestellt.<br />
Fotos: Greif-Velox<br />
www.greif-velox.com<br />
Meorga.indd 1 13.08.<strong>2019</strong> 09:40:44<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 43
TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />
Vor fast 70 Jahren wurde die erste elektrische<br />
Fasspumpe entwickelt. Viele Produktgenerationen<br />
später leisten Fass- und<br />
Exzenterschneckenpumpen bei der Abund<br />
Umfüllung noch immer gute Dienste.<br />
Dabei können neben niedrig- und hochviskosen<br />
Medien auch aggressive oder<br />
brennbare Fluide abgefüllt werden. Die<br />
axial wirkenden Kreiselpumpen sorgen für<br />
einen pulsationsfreien, die Exzenterschneckenpumpe<br />
für einen scherarmen, pulsationsarmen<br />
Fördervorgang.<br />
Doch die einfache Pumpe war gestern:<br />
„Kundenspezifische Gesamtlösungen werden<br />
immer wichtiger“, sagt Jürgen Rabenseifner,<br />
Vertriebsleiter bei der Flux Geräte GmbH.<br />
„Daher haben wir uns Gedanken gemacht,<br />
wie wir Anwendern eine optimale Abfüllstation<br />
anbieten können.“ Ergebnis ist ein<br />
Baukastensystem, das neben unterschiedlichen<br />
Fasspumpen mit Motor und Schlauch<br />
auf der Zuführseite auch verschiedene<br />
Waagen, eine Steuerung und bei Bedarf<br />
auch Rollenbahnelemente auf der Abfüllseite<br />
enthält. „Auf der Achema haben wir<br />
letztes Jahr einen ersten Prototypen gezeigt,<br />
der zur Serienreife weiterentwickelt wurde“,<br />
so Rabenseifner.<br />
Flexible Auswahl<br />
Aus einer Hand<br />
Eichgenaues Abfüllen mit System<br />
Öl, Essig und Aromen – in der Lebensmittelund<br />
Kosmetikindustrie ist die Abfüllung von<br />
unterschiedlichsten Medien ein essenzieller<br />
Bestandteil aller Prozesse. Ein neues Abfüllsystem<br />
optimiert das Handling und bietet eine ergonomische<br />
und vor allem geräuscharme Arbeitsumgebung.<br />
Zum Start fokussiert sich Flux auf einen<br />
modularen Baukasten mit zwei Grundvarianten:<br />
für nieder- und hochviskose<br />
Medien. Die Behälterhöhen können je nach<br />
Vorgabe maximal 250 mm oder 400 mm betragen.<br />
Mit den Waagen lassen sich Maximalgewichte<br />
bis 15, bis 30 und bis 50 kg abdecken.<br />
„Wenn man alles durchmultipliziert,<br />
kommt man auf 26 Varianten“, erklärt der<br />
Vertriebsleiter. „Davon haben wir einige gestrichen,<br />
von denen wir dachten, die werden<br />
nicht bestellt, denn die Kombinationen<br />
machen nicht viel Sinn.“<br />
Doch natürlich kam es anders: „Die erste<br />
Kombi, die wir verkauft haben, war genau<br />
eine, die wir ausgeschlossen hatten – für<br />
schmale, aber hohe Behältnisse“, erzählt<br />
Rabenseifner schmunzelnd. Durch den<br />
modularen Aufbau des Systems war jedoch<br />
auch dieser Kundenwunsch einfach zu<br />
erfüllen: „Wir mussten die Waage austauschen<br />
und dann hat alles gepasst.“<br />
Viele Möglichkeiten<br />
Autorin: Dipl.-Chem. Katja Friedl, Redakteurin,<br />
Vereinigte Fachverlage GmbH, Mainz<br />
Das System kann niedrigviskose Flüssigkeiten<br />
bis 1 000 mPas, hochviskose Flüssigkeiten<br />
bis 25 000 mPas sowie schäumende
01 Es können Gebinde mit einer Höhe von<br />
bis zu 400 mm befüllt werden<br />
02 Ein mechanischer Anschlag sorgt für die<br />
richtige Positionierung der Behälter<br />
03 Sebastian Morning startet die Abfüllung<br />
mit einem Klick<br />
Medien abfüllen. Bei den Gebinden können<br />
Weithalsflaschen, Schraubdosen, Klemmdeckeldosen,<br />
Kanister, Eimer usw. bis zu<br />
einer Höhe von maximal 400 mm, mit<br />
einem minimalen Spundloch-Durchmesser<br />
von 40 mm befüllt werden.<br />
Als Abfüllverfahren stehen drei Varianten<br />
zur Verfügung: Die Über spiegel-Abfüllung<br />
eignet sich für unproblematische, nicht<br />
schäumende Medien in offene Gebinde<br />
ebenso wie die Unterspundloch-Abfüllung,<br />
wenn in Spundlochgebinde abgefüllt werden<br />
soll. Schäumende und problematische<br />
Medien lassen sich unterspiegel abfüllen.<br />
Momentan ist das Abfüllsystem auf ca.<br />
30 l/min ausgelegt – bei dickflüssigen Medien<br />
kann dieser Wert auf 10–15 l/min sinken.<br />
„Natürlich gehen auch die Verfahrwege in<br />
die Zykluszeiten ein, aber wir rechnen mit<br />
etwa 100 bis 500 Gebinden pro Tag“, schätzt<br />
Morning. Gerade wenn viele unterschiedliche<br />
Gebinde befüllt werden müssen, spielt<br />
die Anlage ihre Stärke aus.<br />
Durch die Kombination von Grob- und<br />
Feindosierung lassen sich kurze und präzise<br />
Abfüllzyklen realisieren. So ist ein<br />
exaktes, eichgenaues Abfüllen gemäß Fertig-<br />
PackV möglich – je nach Systemkonfiguration<br />
von 0,5–50 kg. Sehr wichtig war den Entwicklern<br />
von Flux auch das automatische<br />
Ein- und Ausschalten der zuführenden<br />
Pumpe über das System. „Wenn die Pumpe<br />
abgeschaltet wird, solange sie nicht fördern<br />
muss, sorgt das einfach für weniger Geräuschbelastung<br />
am Arbeitsplatz“, erklärt<br />
Jürgen Rabenseifner.<br />
Alles in Edelstahl<br />
Um die Variantenzahl zu reduzieren und<br />
den Kunden eine hochwertige Anlage zu<br />
bieten, die sich gut reinigen lässt, setzt<br />
Flux auf Edelstahl. Sebastian Morning,<br />
projektverantwortlicher Produkt entwickler<br />
betont, dass das natürlich nicht alles sei:<br />
„Wir haben das System mit Sicherheitsfeatures<br />
ausgestattet – zum Beispiel mit<br />
einer Tara-Kontrolle. Damit ist die Anlage in<br />
der Lage, das Gebinde zu erkennen. Der<br />
Abfüllvorgang startet nur, wenn Gebinde<br />
und Programm zusammenpassen.“<br />
Die Programme selbst können individuell<br />
in der Steuerung hinterlegt werden.<br />
„Für die Einrichtung gibt es andere Berechtigungen<br />
als für die Bedienung“, führt<br />
Morning aus. „Der Bediener muss nur den<br />
Startknopf drücken und sich um die Zuführung<br />
der Gebinde kümmern. Sollte er das<br />
Gebinde aus Versehen so unter die Fülllanze<br />
positionieren, dass diese nicht das<br />
Spundloch, sondern den Kanister selbst<br />
trifft, wird die Abfüllung erst gar nicht gestartet<br />
und das Dosierventil fährt wieder in<br />
den Ausgangszustand zurück.“<br />
Einfache Reinigung<br />
Das System kann dauerhaft bei 100 °C betrieben<br />
werden, kurzfristig auch bis 130 °C.<br />
Die Reinigung der medienberührten Teile<br />
erfolgt auf Wunsch per CIP, aber auch die<br />
Demontage und manuelle Reinigung ist mit<br />
wenigen Handgriffen zu bewältigen.<br />
Das einfache Handling von Motor und<br />
Fasspumpe ermöglicht kurze Umrüstzeiten.<br />
Zur Auswahl stehen verschiedene Fasspumpen<br />
mit und ohne Gleitringdichtung,<br />
Versionen für größere Eintauchtiefen, horizontale<br />
Pumpen sowie Mischpumpen. Die<br />
Fass- und Containerpumpen von Flux gibt<br />
es in Ausführungen mit Ex-Schutz, mit<br />
3A-Zertifizierung sowie als Food-Pumpen<br />
„Durch die Kombination von Grob- und Feindosierung<br />
lassen sich kurze und präzise Abfüllzyklen realisieren.“<br />
(konform gemäß Verordnung (EG) 1935/<br />
2004 sowie FDA CFR 21).<br />
Für typische Anwendungen sind bereits<br />
vorkonfektionierte Pumpen-Sets erhältlich.<br />
Auch bisher lassen sich schon halbautomatische<br />
Abfüllsysteme konfigurieren –<br />
allerdings in Kombination mit einem<br />
Durchflussmesser.<br />
Als nächstes Feature steht für das halbautomatische<br />
Abfüllsystem mit Wägetechnik<br />
– Flux-Fill WT – der Ex-Schutz auf dem<br />
Programm. Aber auch Absaugeinrichtungen<br />
oder die automatische Verschließung von<br />
Behältern sind denkbare Optionen. Jürgen<br />
Rabenseifner: „Denkbar sind zum Beispiel<br />
Zu- und Abführeinheiten, die auch noch angetrieben<br />
werden könnten, wenn der Kunde<br />
das möchte. Momentan bieten wir schon<br />
Rollenbahnmodule, mit denen man die Gebinde<br />
zuführen oder weitertransportieren<br />
kann – einfach um das Handling zu erleichtern<br />
– vor allem bei großen Abfüllgewichten.“<br />
Fachpack: Halle 3, Stand 521<br />
Fotos: Flux, Fotolia (#77520811, Okea)<br />
www.flux-pumps.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 7-8/<strong>2019</strong> 9/<strong>2019</strong> 45
Hart im Nehmen<br />
Korrosionsfreie Energieführung trotzt<br />
Salzsäure-Belastung in Feuerverzinkerei<br />
In der Vorbehandlungslinie einer Feuerverzinkerei herrschen schwierige<br />
Bedingungen: Damit die Werkstücke so rein wie möglich werden,<br />
müssen sie zuvor unter anderem in verdünnter Salzsäure gereinigt<br />
werden. Dies bedeutet vor allem für die Hallenkrane und die<br />
dazugehörigen Komponenten eine außergewöhnliche Säurebelastung.<br />
Die Feuerverzinkung ist das effektivste<br />
Korrosionsschutzverfahren, das industriell<br />
angewendet wird, um Stahl extrem<br />
langlebig und zugleich umweltfreundlich<br />
vor Korrosion zu schützen. Dabei wird<br />
durch das Eintauchen der Werkstücke in<br />
eine metallische Zinkschmelze ein mit dem<br />
Stahl unlösbarer Zinküberzug aufgebracht.<br />
An der Stahloberfläche bilden sich Eisen-<br />
Zink-Legierungen unterschiedlicher Zusammensetzung.<br />
Nach außen hin wird die<br />
Oberfläche durch einen Überzug aus Reinzink<br />
abgeschlossen.<br />
Für eine dauerhafte und lückenlose<br />
Eisen-Zink-Reaktion müssen die Werkstücke<br />
jedoch vorbehandelt werden. Durch das<br />
Eintauchen in eine Reihe von Vorbehandlungsbädern<br />
müssen die Werkstücke vor<br />
dem eigentlichen Feuerverzinken metallisch<br />
blank sein. Um Produktionsrückstände wie<br />
Fette und Öle zu entfernen, werden die Teile<br />
zuerst in einem Entfettungsbad gereinigt und<br />
anschließend gebeizt. Hier werden weitere<br />
arteigene Verunreinigungen wie Rost und<br />
Autor: Jörg Ottersbach, Leiter Geschäftsbereich<br />
E-Ketten, Igus GmbH, Köln<br />
Zunder von der Oberfläche entfernt. Beides<br />
findet i. d. R. in verdünnter Salzsäure statt.<br />
Anschließend folgen zwei Spülgänge, um<br />
die Verschleppung von Säure- und Salzresten<br />
mit dem Verzinkungsgut so weit wie<br />
möglich zu minimieren. Im vorletzten<br />
Schritt werden die Werkstücke in ein Flussmittelbad<br />
getaucht, was der sehr feinen<br />
Reinigung der Stahloberfläche dient. Danach<br />
werden die Teile getrocknet, bevor sie in die<br />
flüssige Zinkschmelze getaucht werden.<br />
Die Betriebstemperatur eines Verzinkungsbades<br />
liegt in den meisten Betrieben<br />
zwischen 440 und 460 °C. Die Stahloberfläche<br />
geht mit dem Zink im Schmelzbad<br />
durch gegenseitige Diffusion eine feste<br />
Verbindung ein, die in dieser Qualität mit<br />
keinem anderen Schutzverfahren erreicht<br />
wird. Danach werden die Werkstücke an<br />
der Luft abgekühlt.<br />
Schwierige Bedingungen<br />
Durch die offenen, aber von der weiteren<br />
Umgebung vollständig eingehausten Prozessbäder<br />
herrscht in der Luft im Bereich<br />
der Vorbehandlungslinie ein HCl-Kondensat<br />
von etwa 2 %. Dies bedeutet, dass es<br />
wichtig ist, im Inneren der Vorbehandlungslinie<br />
chemikalienresistente Komponenten<br />
einzusetzen.<br />
Für die Energiezuführung der Prozesskrane<br />
kam in der Vergangenheit an sämtlichen<br />
Standorten von Wiegel ein sogenanntes<br />
Festoon-System zum Einsatz. Leitungen<br />
und Schläuche werden hier wie bei einer<br />
Girlande aufgehängt und mit kleinen Rollwagen<br />
bewegt. Nachteilig an dieser Technologie<br />
ist jedoch, dass am Ende des Verfahrweges<br />
ein Kabelbahnhof einiges an<br />
Platz in Anspruch nimmt und so außerdem<br />
der Raum der Vorbehandlungslinie nicht<br />
komplett abgeschottet werden kann. Auch<br />
fallen die Rollen der Leitungswagen mitunter<br />
nach einiger Zeit aus, da die C-Profile,<br />
in denen sie geführt werden, aufgrund der<br />
Säurebelastung korrodieren und scharfkantig<br />
werden. Dadurch nutzen sich die<br />
Rollen schnell daran ab.<br />
Peter Zorn, Projektleiter Abteilung Technik<br />
bei der Wiegel Verwaltung GmbH &<br />
Co KG, erklärt die damalige Entwicklung:<br />
„Sehr wichtig waren zwei Dinge für uns:<br />
Eine dichte Lösung für den Raum der<br />
Materialvorbereitung, was zuvor bei einem<br />
Festoon-System nicht gegeben war, sowie<br />
eine hohe Verschleißfestigkeit. Von der<br />
Firma Meissner Krane kam daraufhin damals<br />
die Frage ‚Wollen wir nicht mal was<br />
ausprobieren?‘ Und unsere Antwort lautete:<br />
‚Ja, gerne!‘ Denn was mich letztendlich von<br />
den Igus Energiekettensystemen überzeugt<br />
hat, waren die Bilder aus Kompostieran lagen<br />
oder Zementwerken, wo durch die Verschmutzung<br />
kaum noch die Kette zu erkennen<br />
war und das System immer noch lief.“<br />
46 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />
Gemeinsam mit der Firma Wiegel begann<br />
Meissner Krane vor einigen Jahren, die<br />
Energiezuführung der Krane zu modernisieren<br />
und Energiekettensysteme von Igus<br />
einzusetzen<br />
als auch die Rinne im Komplettsystem aus<br />
dem chemikalienbeständigen Material bestehen,<br />
sind sie sehr gute Gleitpartner.<br />
Das komplette System, bestehend aus<br />
Kette und Rinne mit dem Namen Guidelite<br />
plus EG, kommt inzwischen in vier Werken<br />
von Wiegel zum Einsatz. „Zurzeit modernisieren<br />
wir circa zwei Wiegel-Werke pro Jahr<br />
und setzen dabei Energiekettensysteme von<br />
Igus ein“, erklärt Ronny Horn, Projektleiter<br />
der Meissner Krane GmbH. „Ein weiterer<br />
großer Vorteil der Energiekette ist, dass wir<br />
mehr Möglichkeiten haben, die Leitungen<br />
Energiekettensystem keine große Herausforderung<br />
dar. Igus realisierte bereits erfolgreich<br />
Anwendungen mit Geschwindigkeiten<br />
von ca. 10 m/s. Viel entscheidender<br />
ist hier die Haltbarkeit in der aggressiven<br />
Umgebung. Peter Zorn von Wiegel: „Wir<br />
haben die Kette aus dem chemikalienbeständigen<br />
Werkstoff circa sechs bis acht<br />
Wochen am Kran mitlaufen lassen, um zu<br />
prüfen, ob der Werkstoff mit der Umgebung<br />
zurechtkommt. Jetzt erwarten wir<br />
eine Lebensdauer von mindestens zehn<br />
Jahren, damit sich die höheren Anschaffungskosten<br />
im Vergleich zu einem Festoon-<br />
System rechnen.“<br />
„Die seit 2015 vorliegenden Erfahrungen<br />
zeigen auf, dass der Einsatz einer säurebeständigen<br />
Energiekette im Bereich der<br />
Vorbehandlungslinie für die Energie- und<br />
Seit vier Jahren im Einsatz<br />
2015 wurde die erste Energiekette von Igus<br />
im Wiegel-Werk Lauchhammer eingesetzt.<br />
„Erst Ende 2014 haben wir das Produkt der<br />
Firma Meissner Krane vorgestellt“, erinnert<br />
sich Christian Richter, zuständiger technischer<br />
Verkaufsberater im Außendienst.<br />
„Meissner war sofort bereit, diese Neuheit<br />
zu testen.“ Ein Jahr später folgte am Standort<br />
in Feuchtwangen der nächste Einsatz,<br />
wo Igus sowohl Energiekette der Serie E4/4<br />
als auch die neue Kunststoffrinne aus dem<br />
chemikalienresistenten Werkstoff Igumid<br />
EG+ lieferte. Dieser sorgt für eine hohe<br />
Chemikalienbeständigkeit, sodass sich der<br />
Einsatz der Führungsrinne ideal in der<br />
Feuerverzinkung oder auch bspw. der Düngemittelherstellung<br />
anbietet.<br />
Der Werkstoff Igumid EG+ ist gekennzeichnet<br />
durch eine sehr geringe Wasseraufnahme.<br />
Dies ermöglicht die erhöhte Resistenz<br />
gegen aggressive Chemikalien. Das<br />
Material ist mit seinen deutlich optimierten<br />
Gleiteigenschaften für die Führungsrinne<br />
und auch für die meisten E-Ketten-Serien<br />
in einem Temperaturbereich von 0 bis<br />
+100 °C einsetzbar. Da sowohl die E-Kette<br />
„Verschmutzung und Korrosion können<br />
der Energiekette nichts anhaben.“<br />
und Schläuche – auch mit größeren Querschnitten<br />
– sicher führen zu können. Oder<br />
auch, sie nachträglich hinzufügen und verändern<br />
zu können.“<br />
Bei der ersten Ausrüstung stand den<br />
Monteuren von Meissner Krane zusätzlich<br />
zur Montageanleitung ein Mitarbeiter von<br />
Igus zur Seite. Seitdem erledigen i. d. R.<br />
drei Monteure von Meissner Krane die Installation<br />
des Energiekettensystems alleine.<br />
Dabei hilft das überarbeitete Verschluss-<br />
Prinzip der Führungsrinne. Die Seitenteile<br />
werden durch Einclipsen und Einrasten<br />
per Hand und ohne Werkzeug verbunden.<br />
Der eigens für das System konstruierte<br />
Klemmmechanismus hält sie sicher und<br />
belastbar zusammen.<br />
Geforderte Standzeit: zehn Jahre<br />
Die verhältnismäßig moderate Krangeschwindigkeit<br />
von 40 m/min stellt für das<br />
Signalübertragung die richtige Entscheidung<br />
war“, erklärt Ronny Horn von Meissner<br />
Krane abschließend. „In allen Werken laufen<br />
die Systeme seit der Inbetriebnahme<br />
störungsfrei.“ Und Peter Zorn von Wiegel<br />
ergänzt: „Die Kunststoffrinne war uns sehr<br />
wichtig. Weder Edelstahl in V2A noch V4A<br />
hätten bei diesen Umgebungsbedingungen<br />
standgehalten. Ebenso wichtig war uns,<br />
dass sich die Wand zur Vorbehandlungslinie<br />
nun komplett schließen lässt und wir<br />
außerdem mit dem neuen System viel<br />
weniger Wartung haben.“ Diese Anforderungen<br />
haben sich bisher vollständig erfüllt.<br />
So werden auch in den nächsten Wiegel-<br />
Werken, die Meissner Krane umrüsten wird,<br />
Energiekettensysteme von Igus dabei sein.<br />
Fachpack: Halle 3, Stand 231<br />
Fotos: Igus<br />
www.igus.de<br />
Uni-Fördertechnik.indd 1 23.01.2018 15:39:25<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 47
TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />
Menschen, Macher, Möglichkeiten<br />
Fachpack: Umweltgerechtes Verpacken im Fokus<br />
Auf einen Blick<br />
Termin: 24. – 26.09.19<br />
Öffnungszeiten: DI, MI:<br />
9–18 Uhr, DO: 9–17 Uhr<br />
Eintrittspreise: Tageskarte<br />
48 EUR, Dauerkarte 52 EUR<br />
Ort: Messezentrum Nürnberg<br />
Aussteller: ca. 1 600<br />
Internet: www.fachpack.de<br />
Die Fachpack ist die europäische<br />
Fachmesse für Verpackungen,<br />
Prozesse und Technik. An drei<br />
Messetagen präsentiert sie Ende<br />
September <strong>2019</strong> in Nürnberg ihr<br />
umfassendes Fachangebot rund um<br />
die Prozesskette Verpackung für<br />
Industrie- und Konsumgüter.<br />
Rund 1 600 Aussteller präsentieren 45 000<br />
erwarteten Fachbesuchern ihre Neuheiten<br />
in zwölf Messehallen. Das Messeangebot<br />
wird durch ein breit gefächertes Rahmenprogramm<br />
mit zahlreichen Fachvorträgen,<br />
Sonderschauen und Preisverleihungen ergänzt.<br />
Das beliebte Forum Packbox (Halle 7)<br />
wird nach dem Ersterfolg im letzten Jahr<br />
erneut durch das Forum Techbox (Halle 4) verstärkt.<br />
Zusammen finden dort rund 70 verschiedene<br />
Fachvorträge, Workshops und<br />
Diskussionen statt. Zahlreiche Sonderschauen<br />
und Themenparks setzen Schwerpunkte auf<br />
unterschiedliche Interessengebiete.<br />
Auch außerhalb der beiden Fachforen<br />
sind spezielle Verpackungsthemen auf<br />
Sonderschauen in den Messehallen zu<br />
finden. In Halle 9 wird es erneut den<br />
Themenpark „Verpackung in der Medizintechnik,<br />
Pharmazie und Chemie“ geben.<br />
Recycelte Verpackungen<br />
Die Fachpack <strong>2019</strong> steht unter dem Leitthema<br />
„Umweltgerechtes Verpacken“. Die<br />
Wünsche der Verbraucher nach umweltfreundlicheren<br />
Verpackungen und nicht zuletzt<br />
die steigenden Anforderungen an ihre<br />
Recyclingfähigkeit durch das novellierte<br />
Verpackungsgesetz sind bei diesem Thema<br />
die wichtigsten Treiber.<br />
Das novellierte Verpackungsgesetz sieht<br />
eine höhere Recyclingquote von Verpackungsabfällen<br />
vor. So steigt z. B. die<br />
Quote für Kunststoffverpackungen von 36<br />
auf 58,5 % und bis zum Jahr 2022 auf 63 %.<br />
Auch bei Metallen, Glas und Papier wurden<br />
die Anforderungen deutlich auf 90 %<br />
erhöht. Mit erfolgreichem Recycling bringt<br />
man in Deutschland insbesondere die<br />
Wiederverwertung von Papier, Pappe und<br />
Karton in Verbindung. Über 17 Mio. t<br />
Altpapier wurden laut dem Verband<br />
Deutscher Papierfabriken 2017 wieder zu<br />
neuem Papier verarbeitet. Das entspricht<br />
einer Altpapiereinsatzquote von 74 %.<br />
Vor diesem Hintergrund sind Verpackungshersteller<br />
und Maschinenbauer bemüht,<br />
Papier, Pappe und Karton als Alternative<br />
zu diesen Materialien zu verwenden.<br />
Dazu gehören u. a. versiegelte Lebensmittel-Schalen.<br />
Der Verbraucher kann<br />
die beiden Verpackungstypen leicht trennen<br />
und wieder dem Recyclingkreislauf<br />
zuführen. Durchschnittlich sechs Mal werden<br />
die Fasern dann zu neuen Schalen,<br />
Tüten, Kartons oder Papier produkten<br />
verarbeitet. Aber auch danach muss die<br />
Nutzung noch nicht am Ende angekommen<br />
sein: Zerkleinerte Kartonagen finden<br />
z. B. als Füllmaterial und Produkt schutz in<br />
Versandkartons noch einmal eine sinnvolle<br />
Verwendung.<br />
Lange stand die Branche recycelten<br />
Kunststoffen aufgrund von Verunreinigungen,<br />
Fehlgerüchen und anderen<br />
Qualitätsmängeln kritisch gegenüber.<br />
Mittlerweile liefern chemische Recyclingprozesse<br />
aus Post-Consumer-Abfällen<br />
sauber getrennte Grundstoffe, die sogar<br />
wieder für Lebensmittelverpackungen<br />
eingesetzt werden können. Nichtsdestotrotz<br />
müssen Hersteller zusätzlich darauf<br />
achten, dass sich ihre Verpackungen leicht<br />
recyceln lassen.<br />
Foto: Nürnberg Messe<br />
www.nuernbergmesse.de<br />
48 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />
Recyclingfähige Verpackungen beurteilen<br />
Mit einem All-in-one-Service unterstützt das Fraunhofer-Institut<br />
IVV bei den Herausforderungen rund um den Einsatz und die<br />
Entwicklung recyclingfähiger Verpackungen. Auf der Fachpack<br />
zeigt das Fraunhofer-Institut für <strong>Verfahrenstechnik</strong> und<br />
Verpackung IVV, wie recyclingfähige Verpackungen<br />
exakt auf die jeweiligen Erfordernisse<br />
von Produkten ausgerichtet werden. Dafür<br />
hat das IVV Simulations-Modelle entwickelt.<br />
Die Verpackungsexperten bewerten zudem die<br />
mechanische Belastbarkeit und Maschinengängigkeit<br />
recyclingfähiger Packstoffe und führen<br />
Analysen zur Konformität und Sensorik durch.<br />
Wie lange ein Lebensmittel in einer bestimmten,<br />
recyclingfähigen Verpackung haltbar ist, kann so schnell und<br />
zuverlässig beantwortet werden. Die im Institut eigens dafür<br />
entwickelten Shelf-Life-Modelle erleichtern die Umstellung von<br />
Verpackungsmaterialien. Die Simulations-Modelle ersparen<br />
aufwändige Tests und ermitteln die für das<br />
jeweilige Lebensmittel erforderlichen Barriereeigenschaften<br />
der Verpackungsmaterialien. Dabei<br />
können wichtige chemische Verderbsprozesse wie<br />
Autoxidation, Fotooxidation oder Wasseraufnahme<br />
bzw. -verlust berücksichtigt werden.<br />
Fachpack: Halle 7, Stand 440<br />
www.ivv.fraunhofer.de<br />
Bistabile Türzuhaltung<br />
Die neue Türzuhaltung CTM von Euchner lässt sich dank ihrer<br />
äußerst geringen Abmessungen von lediglich 120 × 36 × 25 mm<br />
besonders leicht in das Maschinendesign integrieren. Der<br />
Elastomer-gelagerte Kugelbetätiger gestattet selbst die Absicherung<br />
von Türen mit extrem kleinen Schwenkradien. Die bistabile<br />
Zuhaltefunktion des Sicherheitsschalters CTM sorgt dafür, dass<br />
die Zuhaltung bei Stromausfall oder beim Abschalten der Anlage<br />
in ihrem aktuellen Zustand verbleibt: So bleibt die Tür<br />
zugehalten, wenn sie vorher bereits zugehalten war. War die<br />
Zuhaltung vorher nicht aktiviert, lässt sich die Tür ebenso beliebig<br />
öffnen und schließen. Ein unbeabsichtigtes Einschließen von<br />
Personen bei Stromausfall ist somit nicht mehr möglich.<br />
Für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie gibt es eine Hygieneausführung<br />
des CTM. Bei dieser Variante werden ausschließlich<br />
lebensmittelkonforme Materialien<br />
verbaut, sämtliche Kunststoffe sind<br />
bspw. nach der EU-Verordnung<br />
Nr. 10/2011 zugelassen. Mit ihren<br />
glatten Oberflächen, abgerundeten<br />
Kanten und gegenüber Reinigungsmedien<br />
resistenten Materialien eignet<br />
sich diese Variante speziell für den<br />
Einsatz in der Lebensmittel- und<br />
Verpackungsbranche.<br />
Fachpack: Halle 3A, Stand 206<br />
www.euchner.de<br />
Exakte Schüttgut-Abfüllung<br />
Schüttgüter wie Zement oder Baustoffe und andere industrielle<br />
pulverförmige Güter füllt die Abfüllmaschine Beumer Fillpac R<br />
effizient und schonend in Säcke. Dabei kann es sich um Materialien<br />
von sehr feiner bis sehr grober Struktur handeln. Möglich<br />
sind unterschiedliche Sackformate und -typen wie Ventilbodenund<br />
Ventilflachsäcke. Die Beumer Group bietet für die nach dem<br />
Turbinenprinzip arbeitende<br />
Rundabfüllmaschine auch den<br />
Sackaufstecker Beumer Bag<br />
Placer und ein Sackbündelmagazin<br />
an. Wegen seines<br />
modularen Aufbaus kann der<br />
Fillpac R gut in bereits<br />
bestehende Verpackungslinien<br />
integriert und angepasst werden.<br />
In der chemischen und petrochemischen Industrie kommt die<br />
hocheffiziente Form-Fill-Seal-Anlage Fillpac FFS zum Einsatz. Sie<br />
formt Säcke aus vorgefertigten PE-Schlauchfolien, befüllt diese<br />
mit dem Kundenprodukt und verschweißt die Säcke anschließend.<br />
Der Hersteller bietet diese Anlage sowohl für den Hochleistungsbereich<br />
für bis zu 2 600 Säcke in der Stunde als auch für<br />
geringere Durchsätze bis 1 800 oder 2 500 Säcke in der Stunde an.<br />
Fillpac R und FFS sind beide mit einer speziellen Wägeeinrichtung<br />
ausgerüstet. Diese stellt stets die exakte Abfüllmenge sicher.<br />
Fachpack: Halle 4, Stand 246<br />
www.beumer.com<br />
Vertikale Verpackungsmaschine<br />
Die Rovema BVC Flexible wurde mit dem Ziel entwickelt, einen<br />
Doypack-ähnlichen Beutel auf einer vertikalen Verpackungsmaschine<br />
herzustellen, der so optisch ansprechend wie ein vergleichbarer<br />
horizontal gefertigter Beutel ist, jedoch alle Vorteile<br />
des vertikalen Verpackens bietet: z. B. niedrigere Betriebskosten,<br />
höhere Flexibilität, geringere Aufstellfläche,<br />
schnellere Formatwechselzeiten und die Möglichkeit<br />
der Produktbegasung.<br />
Dabei verfügt die Maschine über einen hohen<br />
Wirkungsgrad im Vergleich zu horizontalen<br />
Verpackungsanlagen – bei überzeugender Beutelqualität.<br />
Ausschließlich Produkt, Beutelform und<br />
Packstoff limitieren die Maschinenausbringung. Je<br />
nach Anwendungsbereich sind bis zu 105 Ropack-<br />
Beutel mit Längszip pro Minute möglich. Die<br />
Maschine eignet sich z. B. für Süßwaren, Trocken-<br />
früchte, Cerealien sowie Nüsse und verarbeitet nahezu alle<br />
Verbundfolien, auch der Einsatz dünnerer Packstoffe ist möglich.<br />
Die kontinuierlich arbeitende Maschine ist auf höchste Ausbringleistung<br />
ausgelegt, wobei sie auch bei hohen Geschwindigkeiten<br />
über die Produkterkennung Sense & Seal verfügt, deren sensible<br />
Elektronik auch kleine Produktteile in der Siegelnaht<br />
erkennt. In diesem Fall wird der Siegel- und<br />
Schneidvorgang unterbrochen, die Siegelbacken<br />
werden angehalten und zurückgezogen. Die<br />
Maschine produziert einen Doppelbeutel, der<br />
ausgeschleust werden kann und startet automatisch<br />
wieder den Verpackungsvorgang – Schneidmesser<br />
und Siegelwerkzeuge bleiben sauber.<br />
Fachpack: Halle 4a, Stand 411<br />
www.rovema.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 49
TOP-THEMA I CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK<br />
Sammelpacker für eine sichere<br />
Aggregation<br />
Der halbautomatische<br />
Sammelpacker<br />
Pak 130 von Romaco<br />
Promatic verpackt<br />
Faltschachteln in<br />
Versandkartons und<br />
erfüllt höchste<br />
Standards bei der<br />
Produktion<br />
fälschungssicherer<br />
Pharmaverpackungen.<br />
Hierzu ist die Maschine für eine Anbindung an<br />
Softwarelösungen konzipiert, die eine sichere Aggregation<br />
ermöglichen. Die Wahl des Systems zur Aggregation erfolgt durch<br />
den Pharmahersteller selbst und Romaco Promatic konfiguriert<br />
das Gerät dann entsprechend.<br />
Nach der Serialisierung der Sekundärverpackungen übernimmt<br />
die Maschine die Aggregation bei der Verpackung der Faltschachteln<br />
in Versandkartons. Damit wird der Originalitätsnachweis<br />
sowohl für die Sekundär- als auch die Tertiärverpackungen<br />
erbracht. Die Track&Trace-Maßnahmen sollen das Eindringen von<br />
gefälschten Medikamenten in die legale Lieferkette verhindern. Als<br />
integrierte Lösung zur Fälschungssicherheit aus einer Hand bietet<br />
Romaco den Sammelpacker in Linie mit der vorgeschalteten<br />
Track&Trace-Plattform Promatic PTT an. Die Arbeitsschritte<br />
Gruppierung, Stapelung, Aggregation und Einschieben der<br />
Faltschachteln in die Versandkartons sind voll automatisiert.<br />
Fachpack: Halle 3A, Stand 529<br />
www.romaco.com<br />
Recyclingfähigkeit verbessert<br />
Dieser Aussteller präsentiert auf der Fachpack flexible<br />
Verpackungen im Fokus von Design for Recycling, Einsatz<br />
von Regranulaten sowie nachwachsenden Rohstoffen. Den<br />
Schwerpunkt bilden dabei die Neuentwicklungen rein poly -<br />
olefiner Verpackungslösungen als Ersatz bisher bevorzugt<br />
eingesetzter Mischlaminate. Des Weiteren werden anhand von<br />
verschiedenen Anwendungen die Möglichkeiten des Einsatzes<br />
von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) und nachwachsenden<br />
Rohstoffen vorgestellt.<br />
Die Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungsfolien ist<br />
im Wesentlichen abhängig von den Kunststoffsorten, aus denen<br />
sie gefertigt wurden.<br />
Die Polyolefine<br />
Polyethylen (PE) und<br />
Polypropylen (PP)<br />
bilden dabei die<br />
rechtlich relevante<br />
Zielfraktion. In der<br />
Vergangenheit<br />
wurden jedoch häufig<br />
bestimmte Eigenschaften einer Verpackung durch die Kombination<br />
polyolefiner Kunststofftypen mit Polyamid (PA) oder<br />
Polyethylenterephthalat (PET) gelöst.<br />
Mit dieser Zielsetzung hat die ppg > für einen Kunden aus der<br />
Molkereiindustrie eine recyclingfähige Folie für jungen Käse<br />
entwickelt, die einen Ausgasungsprozess ermöglicht. Die Herausforderung<br />
dabei bestand darin, das PA durch ein PP zu ersetzen<br />
und gleichzeitig eine Möglichkeit zu finden, eine mittelstarke<br />
Gasbarriere aufrecht zu erhalten.<br />
Fachpack: Halle 7, Stand 341<br />
www.prepacgroup.de<br />
Verpackungen sparen fossile Rohstoffe ein<br />
Nachhaltig, recyclebar und hergestellt aus erneuerbaren<br />
Rohstoffen: Die modernen Verpackungspapiere von Sappi<br />
erfüllen genau diese Kriterien. „Den Verbrauch fossiler Rohstoffe<br />
bei Verpackungen zu reduzieren, ist uns ein großes Anliegen.<br />
Deshalb haben wir mit Sappi Seal ein Functional Paper<br />
entwickelt, dessen<br />
integrierte Heißsiegelfähigkeit<br />
als Disper -<br />
sionsbeschichtung<br />
auf der Papierrückseite<br />
realisiert ist<br />
und Papiere mit<br />
PE-Beschichtung<br />
ersetzen kann“,<br />
erläutert René Köhler, Head of Business Development Packaging<br />
and Speciality Papers bei Sappi. Im Vergleich zu bestehenden<br />
Verpackungslösungen seien mit Sappi Seal bis zu 75 % weniger<br />
fossile Rohstoffe nötig. Weitere Vorteile sind die passable<br />
Feuchtigkeitsbarriere gegen Wasserdampf. Sappi Seal eignet sich<br />
für Primärverpackungen und für Sekundärverpackungen. Auf der<br />
Fachpack werden verschiedene Anwendungsbeispiele präsentiert,<br />
etwa für Zucker- und Teeverpackungen.<br />
Daneben zeigt Sappi sein erweitertes Portfolio an Guard-Barrierepapieren.<br />
Diese Verpackungspapiere haben je nach Typ Barrieren<br />
gegen Fett, Sauerstoff, Wasserdampf, Mineralöl und Aromen.<br />
Größtenteils sind diese Papiere zusätzlich auch siegelfähig.<br />
Fachpack: Halle 9, Stand 260<br />
www.sappi.com<br />
Flexibles und präzises Fill/Finish-System<br />
Das neue hochpräzise peristaltische Fill/Finish-System Flexicon<br />
FPC60 bietet eine präzise Abfüllung bei einem Füllvolumen von<br />
unter 0,2 bis 100 ml. Die Maschine befüllt und verschließt bis zu<br />
45 Vials pro Minute und ist für die Verarbeitung von Vial-Größen<br />
von 2R bis 100H ausgelegt.<br />
Dank einer optionalen<br />
Inline-Gewichtskontrolle<br />
bietet das Gerät ein<br />
dynamisches Entlüften des<br />
Schlauchs bei der Chargeneinrichtung,<br />
eine Erstkalibrierung<br />
ohne manuellen<br />
Eingriff und eine dynamische<br />
Rekalibrierung.<br />
Dadurch erfüllt jedes Vial<br />
zuverlässig die festgelegten<br />
Füllparameter. Dank des dynamischen Entlüftens wird ein Verlust<br />
des wertvollen Abfüllmediums beim Start einer neuen Charge<br />
verhindert.<br />
Zu den wichtigsten Funktionen gehören eine hochentwickelte<br />
Datenverwaltung und -abrufbarkeit. Durch ein sicheres, internetbasiertes<br />
Tool erlaubt die FPC60 eine Fernbedienung von<br />
außerhalb eines Reinraums oder einem entfernten Standort. Da<br />
jede Charge vollständig gemäß 21 CFR Part 11 protokolliert wird,<br />
eignet sich die FPC60 für Einsätze bei Lohnabfüllern und<br />
Vertragsentwicklern.<br />
Fachpack: Halle 3A, Stand 305<br />
www.wmftg.de<br />
50 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
CHEMIE- UND PHARMALOGISTIK I TOP-THEMA<br />
Handling-Roboter im Food-Bereich<br />
Speziell für die Lebensmittelindustrie hat<br />
Yaskawa aktuell die Roboterserie<br />
Motoman GP FGG entwickelt. FGG steht<br />
dabei für „Food Grade Grease“. Dabei<br />
handelt es sich um eine branchenspezifische<br />
Ausführung der GP-Reihe, die<br />
kompakte und extrem leistungsfähige<br />
Handling-Roboter für Verpackungs- und<br />
allgemeine Handhabungsapplikationen<br />
umfasst. In der neuen FGG-Variante<br />
werden ausschließlich Schmierstoffe<br />
verwendet, die für den Einsatz in der<br />
Nahrungsmittelproduktion zugelassen<br />
sind. Darüber hinaus gewährleistet das<br />
geradlinige Design der komplett in Schutzklasse IP67 ausgeführten<br />
Roboter den problemlosen Ablauf von Flüssigkeiten an<br />
der Oberfläche. Damit sind die vier verfügbaren Modelle an<br />
6-Achsern, die aktuell für Traglasten von 7–25 kg verfügbar sind,<br />
für Sekundär- und Tertiärverpackungsschritte geeignet.<br />
Fachpack: Halle 3, Stand 327<br />
www.yaskawa.eu.com<br />
Flexible Verpackungslösung<br />
www.optima-packaging.com<br />
Palettierroboter und Greifer<br />
Mit dem Multipack-Bagger-<br />
Konzept bietet Optima eine<br />
Maschine mit großem<br />
Einsatzbereich. Das Maschinenkonzept<br />
beherrscht<br />
unterschiedlichste<br />
Produkte – von Tiernahrung<br />
über Papierhygieneprodukte<br />
bis hin zu vorverpackten,<br />
mehrlagigen Pancakes.<br />
Fachpack: Halle 2, Stand 213<br />
Zwei Paro Palettierroboter, zwei Greifsysteme, Packstück- und<br />
Palettenfördertechnik – damit reist die Roteg AG zur Fachpack.<br />
Der neue Multifunktionsgreifer kann sowohl Kartons als auch<br />
Zwischenlagen per Vakuumsauger palettieren. Zusätzlich dazu<br />
verfügt er über Klemmzangen, mit denen er Kisten und Leer -<br />
paletten greifen kann. Somit übernimmt dieser Greifer zahlreiche<br />
Aufgaben im Palettierprozess: Er kann unterschiedliche Packstückarten<br />
handeln, durch Zwischenlagen aus Papier oder Pappe für<br />
mehr Ladungsstabilität sorgen und außerdem Leerpaletten zur<br />
Palettierung bereitstellen. So läuft der Palettierprozess noch<br />
schneller und reibungsloser ab.<br />
Als zweites Greifsystem präsentiert die Firma einen Sackgreifer<br />
auf der Messe. Dieser ist speziell auf die Gegebenheiten der<br />
Sackpalettierung eingestellt. Dank seiner zahlreichen Greifzinken,<br />
die auf einer programmierbaren<br />
Bahn laufen, werden Säcke einfach<br />
und ohne Risiko von Beschädigungen<br />
palettiert.<br />
Fachpack: Halle 3, Stand 123<br />
www.roteg.de<br />
Ballen aus Kartonage oder Folie stark<br />
verdichten<br />
Eine Neuheit im Segment der vertikalen Ballenpressen ist die<br />
HSM V-Press 860 plus B. Dank der breiten Einfüllöffnung von<br />
1 500 mm produziert sie besonders große, hochverdichtete Ballen<br />
aus Kartonage oder Folie, die ohne weiteres Umpressen vermarktungsfähig<br />
sind. Mit einer Presskraft von 594 kN und der<br />
geräuscharmen und<br />
energiesparenden Eilgang-<br />
Technologie ist sie die<br />
wirtschaftliche und<br />
umweltgerechte Lösung für<br />
viele Entsorgungsaufgaben.<br />
Dank des speziellen<br />
HSM TCS (TorsionControl-<br />
System) wird die Neigung<br />
der Pressplatte in alle<br />
Richtungen kontinuierlich überwacht. Das verhindert einseitige<br />
Belastungen, optimiert den Pressvorgang und sorgt so für eine<br />
lange Lebensdauer sowie eine hohe Prozessgewährleistung.<br />
Gesteuert und bedient wird die Maschine anhand einer<br />
modernen Mikroprozessor-Steuerung und einer komfortablen<br />
Folientastatur mit grafikfähigem Textdisplay, das den jeweiligen<br />
Ist-Zustand der Maschine anzeigt. Die Ballen, mit den maximalen<br />
Abmessungen 1 200 × 780 × 1 500 mm, erreichen ein materialabhängiges<br />
Gewicht von bis zu 550 kg und werden von einer<br />
4-fachen Drahtumreifung zusammengehalten.<br />
Fachpack: Halle 4, Stand 229<br />
www.hsm.eu<br />
Industriesauger und<br />
Scheuersaugmaschine<br />
Hohe Power und Laufruhe sowie seine Ausstattung zeichnen<br />
einen neuen Industriesauger aus. Das Verschlusssystem für<br />
Deckel und Behälter vereinfacht das Entleeren. Die<br />
GMP-konforme Maschine VHW421 HC XXX 5PP ist durch ihre<br />
modulare Bauweise leicht zu reinigen und zu desinfizieren.<br />
Die PullClean-Technologie wiederum<br />
ermöglicht eine effiziente Abreinigung<br />
der Klasse-M-Patronenfilteranlage im<br />
laufenden Betrieb. Die Aufnahmeleistung<br />
des Geräts beträgt 2,2 kW, der<br />
Behälter fasst 48 l. Für besonders hohe<br />
Arbeits sicherheit ist er für die Staubklasse<br />
H zugelassen (hält auch krebs -<br />
erregende Stäube sowie Krankheitserreger<br />
zurück) und verfügt über einen<br />
Hepa-Saugluftfilter.<br />
Die kompakte Scheuersaugmaschine<br />
SC250 eignet sich für die schnelle und<br />
effiziente Reinigung von Hartböden. Mit einem Arbeitsgeräusch<br />
von 66 dB reinigt sie leise und gründlich in beide Richtungen und<br />
erreicht problemlos auch Ecken sowie Flächen unter Inventar. Die<br />
zylindrische Bürste mit einer Breite von 34 cm, maximal 1 000 rpm<br />
sowie bis 12 kg Anpressdruck beseitigt nicht nur feinen Staub,<br />
sondern auch grobe Verschmutzungen. In Kombination mit einer<br />
leistungsfähigen Lithiumbatterie bietet die SC250 unterbrechungsfreie<br />
Reinigungsprozesse von bis zu 40 min.<br />
Fachpack: Halle 3A, Stand 516<br />
www.nilfisk.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 51
BETRIEBSTECHNIK I TITEL<br />
Sauberkeit als Qualitätsmerkmal<br />
Ex-Sauger in der Automobillack-Produktion<br />
Gerade bei stark färbenden<br />
Pigmenten ist eine gründliche<br />
Reinigung der produktberührenden<br />
Teile von Anlagen nach einem<br />
Farbwechsel zwingend erforderlich.<br />
Ein Industriesauger wird deshalb<br />
zur Innenreinigung der<br />
Förderanlage eingesetzt.<br />
Farbwechsel von Anlagen sind in der<br />
Lackierindustrie an der Tagesordnung.<br />
In der Autoserienlackproduktion und insbesondere<br />
bei der Pigmentverarbeitung<br />
stellen sie eine besondere Herausforderung<br />
dar, weil die Qualitätsanforderungen hoch<br />
und die Pigmente nachhaltig farbstark sind.<br />
Das Axalta-Werk in Wuppertal nutzt für die<br />
Farbwechsel in der Elektrotauchlack-Produktion<br />
einen Ex-Sauger von Ruwac.<br />
Elektrotauchlack, Füller, Basislack, Klarlack:<br />
Aus diesen Schichten besteht üblicherweise<br />
die Lackierung einer Autokarosserie.<br />
Während der Füller, der farbgebende<br />
Basislack und der Klarlack per Roboter und<br />
Zerstäuber aufgebracht werden, erfolgt die<br />
kathodische Tauchlackierung in einem<br />
Tauchbad. Hier wird bei Gleichspannungen<br />
von 200 bis 260 V ein elektrischer Stromfluss<br />
von einer äußeren Elektrode (Anode)<br />
über den leitfähigen Lack zum Lackiergut<br />
(Kathode) erzeugt. Durch den anliegenden<br />
Strom entstehen an der Kathode (d. h. der<br />
Karosse) Hydroxidionen, die das Bindemittel<br />
neutralisieren und somit zur Koagulation<br />
bringen. So verbinden sich die Lackpartikel<br />
dauerhaft mit dem Untergrund,<br />
und auch Hohlräume werden zuverlässig<br />
vor Korrosion geschützt.<br />
Grundlage der Automobillackierung:<br />
Elektrotauchlack<br />
Elektrotauchlack und Füller sind die<br />
Grundlage für die oberen Lackschichten,<br />
die letztlich die „Appearance“, d. h. das Erscheinungsbild<br />
des Fahrzeugs, ausmachen.<br />
In diesem sehr anspruchsvollen Bereich<br />
der Oberflächentechnik gehört Axalta zu<br />
den Weltmarktführern und kann auf eine<br />
Tradition zurückblicken, die älter ist als<br />
das Auto. Bereits 1866 wurden am Standort<br />
Wuppertal die ersten Lacke für Pferdekutschen<br />
entwickelt, 1920 der erste Lack<br />
speziell für Automobile. Heute ist – statistisch<br />
gesehen – jedes zweite Auto in Europa<br />
mit mindestens einer Lackschicht von<br />
Axalta unterwegs.<br />
In Wuppertal, in einem der zentralen<br />
Produktionsstandorte, befindet sich das<br />
europäische Technologiezentrum für Automobilserienlacke,<br />
und die rund 2 000 Mitarbeiter<br />
produzieren jährlich etwa 90 000 t<br />
Flüssiglacke und Beschichtungen überwiegend<br />
für die Automobilindustrie. Neben<br />
den Serienlacken gehören auch Autoreparaturlacke<br />
zum Portfolio.<br />
Entscheidender Prozessschritt:<br />
Zugabe der Pigmente<br />
Im Werk Wuppertal werden u. a. die Aqua-<br />
EC-Elektrotauchlacke für diverse Autohersteller<br />
produziert. Ein entscheidender<br />
Prozessschritt ist dabei die Zugabe der Pigmente,<br />
d. h. der farbgebenden Inhaltsstoffe.<br />
Autor: Gerald Scheffels M.A., Fachjournalist,<br />
Wuppertal<br />
52 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
TITEL I BETRIEBSTECHNIK<br />
01 Axalta setzt den Sauger an der Pigment-<br />
Abfüllung für „ganz normale“ Reinigungsarbeiten<br />
ein, aber auch zur Innenreinigung der<br />
Förderanlage<br />
Sie werden von spezialisierten Herstellern<br />
in Big-Bags angeliefert und in eine flüssige<br />
Dispersionsvorlage eingestreut. Nach Beendigung<br />
der Einstreuphase verrührt ein<br />
Highspeed-Rührwerk das Pigment mit den<br />
Flüssigstoffen. Anschließend fördert eine<br />
Transferpumpe die Dispersion in einen<br />
Pufferbehälter, wo sie für den nächsten Prozessschritt<br />
bereitgehalten wird.<br />
Um flexibel zu bleiben, erledigt Axalta<br />
diese Aufgabe – das Entleeren der Big-Bags<br />
und Vordosieren der Pigmente – manuell.<br />
Die entsprechende Station befindet sich auf<br />
einer Empore oberhalb der eigentlichen<br />
Produktion: So kann man die Schwerkraft<br />
für das Ab- und Umfüllen nutzen.<br />
Vielseitiger Ex-Sauger für die<br />
Big-Bag-Entleerung<br />
Auf der Empore ist ein Ruwac-Sauger vom<br />
Typ DS 1220 M installiert. Er wird für „ganz<br />
normale“ Reinigungsarbeiten eingesetzt,<br />
aber auch zur Innenreinigung der Förderanlage.<br />
Sie muss – das ist Routinearbeit bei<br />
den stark färbenden Materialien – nach<br />
jedem Produktwechsel sehr gründlich von<br />
Rückständen befreit werden.<br />
Es ist fast unnötig zu erwähnen, dass der<br />
Sauger den Anforderungen des Explosionsschutzes<br />
– in diesem Falle Zone 22 – entspricht.<br />
Tony Masannek, stellvertretender<br />
Fertigungsleiter Elektrotauchlacke: „Unsere<br />
Fahrzeugserienlacke sind zwar überwiegend<br />
wasserbasiert und damit nicht<br />
entzündlich. Aber die pulverförmigen, zum<br />
Teil organischen Pigmente können in einem<br />
Gemisch eine explosionsfähige Atmosphäre<br />
bilden, wenn sie in einer bestimmten Konzentration<br />
mit Luftsauerstoff vorliegen und<br />
eine Zündquelle vorhanden ist.“<br />
Ex-gerechte Konstruktion, Bedienkomfort<br />
und Zuverlässigkeit<br />
Der Sauger ist mit verschiedenen Saugorganen<br />
und Düsen ausgestattet und damit auch auf<br />
die Innenreinigung von Komponenten sowie<br />
auf den Einsatz bei Instandhaltungsarbeiten<br />
bestens vorbereitet. Zu den entscheidenden<br />
Kriterien bei der Anschaffung gehörten, so Tony<br />
Masannek, die von Grund auf ex-gerechte<br />
Konstruktion sowie eine komfortable Bedienung.<br />
Dazu gehört ein Differenzdruckmanometer,<br />
das einen anstehenden Filterwechsel<br />
anzeigt – was aufgrund der großen Filterfläche<br />
von 1,2 m 2 und der hohen Schmutzaufnahmekapazität<br />
nur selten vorkommt.<br />
Außerdem ist die Zuverlässigkeit entscheidend.<br />
Tony Masannek: „Unsere Produktion<br />
ist streng durchgetaktet und auf die Zuführung<br />
der Pigmente angewiesen. Eine<br />
Reinigung der Förderanlage nach jedem<br />
Produktwechsel gehört zu unseren Qualitätsstandards.<br />
Deshalb können wir an<br />
dieser Station nicht auf einen Sauger verzichten.“<br />
Aus diesem Grund zählt hier die<br />
Robustheit, für die Ruwac-Sauger bekannt<br />
sind, und auch ein leistungsfähiger Service<br />
ist gerade in Ex-Bereichen ein echtes Plus,<br />
denn hier darf nur entsprechend geschultes<br />
Personal tätig werden. Dies wird bei Ruwac<br />
durch ein Netzwerk von eigenen lokalen<br />
Servicestützpunkten gewährleistet.<br />
Für den Fall, dass der Sauger tatsächlich<br />
einmal ausfallen sollte und der Service<br />
nicht sofort reagieren kann, hat Axalta aber<br />
vorgesorgt: Ein baugleiches Gerät befindet<br />
sich in „Stand-by“-Position.<br />
Produktionsprozess nach der<br />
Pigmentzugabe<br />
Nach der Pigmentzugabe und der anschließenden<br />
Dispergierung, bei dem jeder<br />
einzelne Pigmentpartikel mit Bindemittel<br />
umhüllt wird, erfolgt als nächster Prozessschritt<br />
die Hauptdispergierung in Perlmühlen.<br />
Dabei wird das pastöse Substrat<br />
auf die gewünschte Korngröße gebracht.<br />
Das dabei entstehende Zwischenprodukt<br />
wird verdünnt und mit Additiven vermischt,<br />
die nicht dispergiert werden sollen. Abschließend<br />
folgen die Endkontrolle und –<br />
nach der Freigabe – das Filtrieren und die<br />
Abfüllung in IBCs oder Tankwagen.<br />
Der letzte Arbeits- oder besser Verarbeitungsschritt<br />
des Elektrotauchlacks findet<br />
dann in der Lackiererei des Autoherstellers<br />
02 Die DS-1220-Baureihe wurde von Grund<br />
auf für die Anforderungen des (Staub-)<br />
Explosionsschutzes entwickelt<br />
statt. Mit der Beschichtung im Tauchbad<br />
wird die Grundlage für eine korrosionsfreie<br />
Karosserie und ein dauerhaft perfektes<br />
Finish des Fahrzeugs in der vom Kunden<br />
gewünschten Farbe geschaffen. Dazu leisten<br />
letztlich auch die Ruwac-Sauger einen<br />
kleinen Beitrag – nicht nur bei der Eindosierung<br />
der Pigmente, sondern auch in anderen<br />
Produktionsbereichen des Wuppertaler<br />
Axalta-Werks. Dort sind weitere Ex-Sauger<br />
im Einsatz.<br />
Fotos: Axalta Coating Systems Germany GmbH &<br />
Co. KG, Ruwac Industriesauger GmbH<br />
www.ruwac.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 53
BETRIEBSTECHNIK<br />
Der Abnutzung entgegen<br />
Verschleißschutzkonzept für Schraubenspindelpumpen<br />
Mit einem ausgeklügelten Konzept gegen Verschleiß<br />
gelingt einem Hersteller eine Verlängerung der<br />
Standzeiten seiner Schraubenspindelpumpen<br />
um das Fünffache.<br />
Autor: Jens Dralle, Global Sales & Product<br />
Manager Industrial, ITT Bornemann GmbH,<br />
Obernkirchen<br />
Schraubenspindelpumpen sind mit die<br />
verschleißärmsten Pumpen auf dem<br />
Markt – und doch erzwingen gewisse<br />
Fördermedien häufige Wartungen. ITT<br />
Bornemann hat nun ein neuartiges Verschleißschutzkonzept<br />
für seine Pumpen<br />
vorgestellt.<br />
Alle sechs Monate droht bei der Ölförderung<br />
in Venezuela das gleiche Prozedere:<br />
Dank des hohen Sandanteils im Öl sind die<br />
Förderelemente so stark verschlissen, dass<br />
ein Austausch nötig wird. „Nicht nur die<br />
Ersatzteile kosten Geld, sondern auch<br />
die Ausfallzeiten“, bemerkt Jens Dralle,<br />
Global Product Manager Industrial bei<br />
ITT Bornemann, „also bat man uns, eine<br />
Lösung zu finden.“ Das Unternehmen aus<br />
Obernkirchen arbeitet seit über 15 Jahren<br />
intensiv am Thema Verschleiß – und hatte<br />
auf das Problem eine Antwort. Auf der<br />
Powtech <strong>2019</strong> in Nürnberg konnten die Ingenieure<br />
nun auch der großen Öffentlichkeit<br />
ein neuartiges Verschleißschutzkonzept präsentieren,<br />
das die Standzeiten der Schraubenspindelpumpen<br />
deutlich verlängert.<br />
Der Verschleiß von strömungsbeaufschlagten<br />
Bauteilen stellt in der <strong>Verfahrenstechnik</strong><br />
grundsätzlich ein großes Problem<br />
dar. Eine Kombination von Abrasion und<br />
Korrosion bedeutet für eine Vielzahl der in<br />
der Pumpentechnik gängigen Werkstoffe<br />
eine äußerst kritische Belastung. Schraubenspindelpumpen<br />
haben hier einen Vorteil:<br />
Weil sich die Förderelemente nicht berühren<br />
und ihre Förderkammergeometrie<br />
sich nicht ändert, ist die Technologie an<br />
sich bereits verschleiß- und wartungsarm.<br />
Auf Basis dieser Technologie hat ITT<br />
Bornemann seine Multiphasenpumpen<br />
entwickelt, 1993 zum Patent angemeldet<br />
und damit einen Paradigmenwechsel in der<br />
Ölförderung begründet. Mit der gleichen<br />
Technologie wurde 2004 die SLH-Baureihe<br />
vorgestellt, die seitdem erfolgreich in der<br />
Lebensmittelbranche eingesetzt wird.<br />
Abrasion und Erosion im Blick<br />
„Dennoch bleibt es auch hier nicht aus,<br />
dass Bauteile sich abnutzen“, bemerkt Jens<br />
Dralle. „Wir haben deswegen im Versuchsstand<br />
damit experimentiert, wie die Pumpe<br />
beschaffen sein muss, um den Verschleiß so<br />
gering wie möglich zu halten.“ Während<br />
adhäsiver Verschleiß aufgrund der sich<br />
nicht berührenden Schrauben grundsätzlich<br />
ausgeschlossen ist, lagen vor allem<br />
„Unser Entwicklungsteam ist stets dabei, aktuelle<br />
Entwicklungen für den Bedarf unserer Kunden umzusetzen.“<br />
Abrasion und Erosion im Fokus der Ingenieure.<br />
„Voraussetzung für Verschleiß ist<br />
zunächst, dass die Partikel härter sind als<br />
das Pumpenmaterial“, stellt Dralle fest.<br />
Nahezu kein Verschleiß ist zudem zu erwarten,<br />
wenn die Partikel größer sind als<br />
der Spalt zwischen den Förderelementen.<br />
Sie gelangen dann nicht in die Spalte der<br />
Pumpe, sondern werden durch die Förderkammern<br />
im Medium mittransportiert und<br />
richten deshalb keinen Schaden an. Sind<br />
die Partikel in ihrer Größe fast identisch<br />
zum Spalt, droht Abrieb. Sind sie kleiner als<br />
der Spalt, ist Erosion eine mögliche Folge.<br />
„Um unter möglichst reellen Bedingungen<br />
agieren zu können, wurde im ersten<br />
Schritt ein Prüfstand aufgebaut, der reproduzierbar<br />
und realitätsnah ist“, erklärt<br />
Dralle. Der Ingenieur beschäftigte sich<br />
schon in seiner Diplomarbeit mit dem Thema<br />
Verschleiß und hat die einzelnen Schritte der<br />
Entwicklung bei ITT Bornemann intensiv<br />
verfolgt. Als Problem verursachendes Material<br />
verwendeten die Mitarbeiter der Forschungsabteilung<br />
einen Quarzsand, der kontinuier-<br />
54 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
BETRIEBSTECHNIK<br />
lich in das Fördermedium hinzugeben<br />
wurde – es galt schließlich, eine perfekte<br />
Simulation der Realität zu erzeugen.<br />
„Uns ging es zunächst darum, den Verschleiß<br />
zu verstehen und zu sehen, welche<br />
Parameter überhaupt Auswirkungen auf<br />
den Verschleiß haben: Drehzahl, Differenzdruck<br />
oder aber die Fördergeometrie.“ Aus<br />
diesem Grund wird dem Medium nach der<br />
Passage durch die Pumpe der Sand entzogen<br />
und die gleiche Menge an frischem<br />
Sand vor der Pumpe wieder zugegeben.<br />
Kein Korn passiert die Pumpe zweimal und<br />
nutzt sich ab – die Bedingungen entsprechen<br />
nahezu der Realität. Die Erkenntnisse<br />
flossen stets direkt in die Weiterentwicklung<br />
der Pumpen mit ein. Das Wissen nutzen<br />
die Experten auch zur Selektion der richtigen<br />
Pumpe: „Die Drehzahl zum Beispiel ist<br />
ein wichtiger Einflussfaktor auf den Verschleiß.<br />
Es gelten bestimmte Grenzwerte,<br />
die im Allgemeinen nicht überschritten<br />
werden sollten. Aber auch hier gibt es<br />
wiederum Anwendungen, bei denen eine<br />
höhere Drehzahl Vorteile bringt, da sich<br />
Partikel nicht am Grund und somit im Spalt<br />
absetzen können.“<br />
Über die Jahre zeigte sich aber, dass die<br />
Auslegung der richtigen Pumpe allein<br />
mitunter nicht ausreicht. Die Ingenieure<br />
begannen, mit Materialien zu experimentieren,<br />
Härtungsverfahren und Beschichtungen<br />
zu testen. Die beste Lösung sei, ist<br />
sich Dralle sicher, die komplette Fördergeometrie<br />
aus Keramik oder Hartmetall<br />
herzustellen – was den Kostenrahmen aber<br />
in aller Regel sprenge und selbst im Hinblick<br />
auf die Lebenszykluskosten nicht zu<br />
rechtfertigen sei. „Eine Kombination aus<br />
Randschichthärtung und Dünnschichtbeschichtung<br />
des Grundmaterials aber<br />
zeigte sich als besonders vielversprechend“,<br />
erklärt Dralle. Gleichzeitig bleibe die<br />
Korrosionsbeständigkeit bei Verwendung<br />
von austenitischen Werkstoffen sowie bei<br />
Duplex-Werkstoffen erhalten. „Wir können<br />
so eine Standzeitverlängerung um den Faktor<br />
vier bis fünf erzielen und bleiben preislich<br />
dennoch mit 20–30 % Aufpreis attraktiv.“<br />
Das neue Verschleißschutzkonzept wurde<br />
bereits in mehreren Feldversuchen und<br />
unter verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten<br />
getestet. „Wir freuen uns, dass<br />
unsere Versuchsergebnisse auf dem Prüfstand<br />
in der Realität reproduzierbar sind“,<br />
sagt Dralle. Während der Einsatz im venezolanischen<br />
Ölfeld zeigte, dass sich die<br />
Abstände des nötigen Austauschs auf<br />
über zwei Jahre gestreckt haben, konnte<br />
das Konzept auch in der Lebensmittelbranche<br />
überzeugen. Die Standzeit der<br />
hier eingesetzten Schraubenspindelpumpe<br />
SLH konnte mit Verschleißschutz<br />
je nach Fördermedium – mal Zahnpasta<br />
mit Putz partikeln für saubere Zähne, mal<br />
scharfe Chilisoße mit Kernen – deutlich<br />
verlängert werden.<br />
Lebenszykluskosten betrachten<br />
Vor allem unter dem Aspekt der Total Cost<br />
of Ownership (TCO) und der Life Cycle<br />
Cost (LCC) überzeugt das neue Verschleißschutzkonzept<br />
von ITT Bornemann. So<br />
muss die Anschaffung einer neuen Pumpe<br />
stets auch im Hinblick auf die gesamten<br />
Kosten – von der Anschaffung über die<br />
Betriebskosten bis hin zur Verwertung<br />
über einen gewissen Zeitraum – betrachtet<br />
werden. Der Wert für die höhere Stand-<br />
zeit geht direkt in die Wirtschaftlichkeitsberechnung<br />
mit ein. Da anfallende Reparaturen<br />
und absehbare Ausfallzeiten deutlich<br />
teurer ausfallen, ist die Mehrinvestition in<br />
Pumpen mit Beschichtung i. d. R. sehr<br />
viel wirtschaftlicher.<br />
Mit einem ausgefeilten Predictive Maintenance-Konzept<br />
will ITT Bornemann<br />
darüber hinaus die Meantime-Between<br />
Failure (MTBF) erhöhen. Die mit einem<br />
Sensor ausgestatteten Systeme werden über<br />
den so genannten i-Alert überwacht und<br />
senden Daten über Vibrationen, Temperaturen<br />
und Betriebsstunden. Bei auffälligen<br />
Maschinenparametern sendet die datensammelnde<br />
Applikation schon jetzt Informationen.<br />
Künftig werden sich die Daten<br />
nutzen lassen, um anstehende Wartungen<br />
sinnvoll zu terminieren – und Ausfallzeiten<br />
noch weiter zu minimieren.<br />
Fotos: ITT Bornemann<br />
www.bornemann.com<br />
Die Kombination macht’s<br />
Große Partikel, hier grün dargestellt, geraten nicht in den Spalt zwischen Gehäuse und Fördergeometrie<br />
– sie stellen deshalb kein Problem dar; mittlere und kleine Partikel hingegen können<br />
abrasiven und erosiven Verschleiß verursachen<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 55
BETRIEBSTECHNIK<br />
Digitaler Service mit<br />
Bewegungskurvenmessung<br />
Mit den neuen Funktionen der Allgaier ProcessApp im Bereich<br />
von Schüttgut verarbeitenden Maschinen macht Allgaier Process<br />
Technology einen weiteren Schritt in die Digitalisierung. Kunden<br />
können mit dem digitalen Service direkt an ihrer Maschine<br />
Ersatzteile anfragen oder mit dem Hersteller in Kontakt treten. Mit<br />
der ProcessApp haben<br />
Kunden einen digitalen<br />
Zwilling ihrer Maschine<br />
praktisch in der Hosentasche.<br />
Die App ist für mehrere<br />
Maschinentypen verfügbar<br />
wie z. B. Taumelsiebmaschine<br />
und Vibrationssiebmaschine.<br />
Jede Neumaschine ist mit<br />
einem eigenen QR-Code<br />
ausgestattet. Durch das<br />
Abscannen des Codes kann die Maschine sofort eindeutig identifiziert<br />
werden. Ein digitaler Zwilling, eine interaktive Zeichnung<br />
der eigenen Maschine, führt den Nutzer der App komfortabel zu<br />
den passenden Ersatzteilen. Durch einen einfachen Klick kann er<br />
diese dann auswählen und direkt bei Allgaier Process Technology<br />
bestellen. Darüber hinaus können Kunden direkt am mobilen<br />
Endgerät am Ort der Produktion die Dokumentation der<br />
konkreten Maschine ansehen. Auch bei einer geplanten Wartung<br />
oder im Störungsfall genügt ein Klick, um einen Kontakt zum<br />
Allgaier-Service herzustellen.<br />
www.allgaier-group.com<br />
Algorithmen zur vorrausschauenden<br />
Wartung<br />
Die vorrausschauende Wartung ist eine der Schlüsseltechnologien<br />
der Industrie 4.0. Doch es ist nicht ganz einfach, diese<br />
Technik effizient und produktiv einzusetzen. So ist es z. B. wichtig,<br />
die Implementierung durch geeignete Anwendungen und Tools<br />
zu beschleunigen und zu vereinfachen. Ein vorausschauender<br />
Wartungsplan richtet sich nicht nach einem bestimmten Zeitplan.<br />
Er wird von Algorithmen bestimmt, die Daten von Sensoren<br />
sammeln und auswerten.<br />
Ein Modell kann verwendet werden, um Veränderungen im<br />
Zustand der Anlage zu verfolgen und deren Restnutzungsdauer<br />
oder „Remaining Useful Life“ (RUL) vorherzusagen. Die Wartung<br />
und der Austausch von Teilen finden erst dann statt, wenn es<br />
notwendig ist. Darüber hinaus kann auch der Produktionsprozess<br />
effizienter gestaltet werden, wenn alle Faktoren berücksichtigt<br />
werden.<br />
Matlab- und Simulink-Anwendungen bieten einen schnellen<br />
Einstieg und helfen Anwendern u. a. dabei, Daten interaktiv zu<br />
erschließen, die wichtigsten Variablen für ein Modell zu<br />
bestimmen, gängige prädiktive Modelle parallel zu trainieren oder<br />
mehrere Modelle zu bewerten und zu vergleichen.<br />
So können Ingenieure mit der Predictive Maintenance Toolbox<br />
ihre Anwendung für die vorausschauende Wartung einfacher<br />
entwickeln und implementieren. Sie können große Mengen von<br />
Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen,<br />
analysieren und visualisieren und fortgeschrittene Machine-<br />
Learning-Algorithmen implementieren.<br />
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IMPRESSUM<br />
vereinigt mit BioTec<br />
erscheint <strong>2019</strong> im 53. Jahrgang, ISSN 0175-5315<br />
Redaktion<br />
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli)<br />
Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de<br />
(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />
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Redaktionsassistenz: Angelina Haas,<br />
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Doris Buchenau, Melanie Lerch,<br />
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(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />
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Mario Wüst<br />
Chef vom Dienst<br />
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56 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
Optische Gasdetektionskamera<br />
Die tragbare, optische Gasdetektionskamera (OGI) wurde speziell<br />
für Öl- und Gasindustrieexperten entwickelt. Sie dient der<br />
Erkennung und Visualisierung unsichtbarer Kohlenwasserstofflecks<br />
wie Methan und<br />
anderer, häufig vorkommender<br />
flüchtiger organischer<br />
Verbindungen<br />
(VOCs). Mit ihrer<br />
HD-Auflösung bietet die<br />
GF620 die vierfache<br />
Pixelanzahl gegenüber den<br />
Vorgängermodellen. Damit<br />
können die Inspektoren flüchtige Kohlenwasserstoffemissionen<br />
aus größerer und sicherer Entfernung aufspüren als mit geringer<br />
auflösenden OGI-Kameras.<br />
Die Kamera ist mit einem Infrarotdetektor mit einer Auflösung<br />
von 640 × 480 Pixeln ausgestattet und für Temperaturmessungen<br />
kalibriert. Zusätzlich ist die Kamera mit dem Q-Modus<br />
ausgestattet – einer automatischen Voreinstellung, mit der sich<br />
das optionale QL320-Gasquantifizierungssystem von Providence<br />
Photonics effizienter einrichten und nutzen lässt. Dieses System<br />
quantifiziert Kohlenwasserstofflecks mit Massen- oder Volumenmessungen<br />
und hebt Emissionen zur besseren Beurteilung farbig<br />
hervor.<br />
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Wiederverwendbarer Abschluss-Adapter<br />
Ein neuer Adapter erweitert das Sortiment rund um den Wellrohranschluss<br />
Fiplock One von Fränkische Industrial Pipes (FIP):<br />
Aspa-HV verschließt vorkonfektionierte<br />
Leitungen sowie Kabelbäume dicht und<br />
fest für den Transport. Über eine zusätzliche<br />
Öse am Adapter lassen sich die<br />
Rohre außerdem komfortabel aufhängen<br />
und sicher befördern.<br />
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PE-Schaumstoffe recyceln<br />
Schaumstoffreste sollten<br />
möglichst umweltschonend<br />
wiederverwertet werden.<br />
Im Recyclingprozess<br />
werden die im Unternehmen<br />
anfallenden Schaumstoffreste<br />
zerkleinert und<br />
anschließend granuliert.<br />
Die Verwendung von<br />
Resten aus der PE-Schaumstoffverarbeitung<br />
garantiert, dass sich nahezu keine Fremdstoffe<br />
im Material befinden. Durch die Vorsortierung wird eine Reinheit<br />
von 97 % angestrebt, sodass die Qualität des Recycling-Materials<br />
nur minimal von der des ursprünglichen Thermoplasts abweicht.<br />
Pro Schicht wird auf diese Weise 1 t Granulat erzeugt, das<br />
gesammelt und anschließend von einem Partnerunternehmen zu<br />
PE-LD-Platten aufgeschäumt wird.<br />
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VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG I SERIE<br />
Vom Keim zum Zahn<br />
Nachwachsende Zähne aus dem Labor<br />
Haie können es, Krokodile können<br />
es, Nagetiere können es und<br />
Menschen – theoretisch – auch.<br />
Die Rede ist von nachwachsenden<br />
Zähnen. Ein Hai muss sich keine<br />
Sorgen um mögliche Zahnlücken<br />
machen. Fällt ihm ein Zahn aus,<br />
wachsen nahezu beliebig oft Zähne<br />
nach. Und wie sieht es beim<br />
Menschen aus? Fallen die<br />
bleibenden Zähne aus, hilft nur<br />
noch ein Implantat oder die<br />
sogenannten „Dritten“, um auch<br />
künftig herzhaft zubeißen zu<br />
können.<br />
Die Wissenschaft geht prinzipiell davon<br />
aus, dass auch der menschliche Kiefer<br />
lebenslang über die Informationen verfügt,<br />
die für das Wachstum neuer Zähne notwendig<br />
sind. Dr. Jennifer Rosowski hat sich mit<br />
dem Thema der nachwachsenden Zähne in<br />
ihrer Doktorarbeit beschäftigt. Die Frage ist,<br />
wodurch dieser Prozess getriggert wird.<br />
Natürlicherweise entstehen Haare, Zähne<br />
oder auch Nägel als Folge der sogenannten<br />
mesenchymalen Kondensation. Im Falle<br />
des Zahnwachstums sammeln sich bestimmte<br />
Vorläuferzellen im Kiefer unterhalb<br />
der äußeren Hautschicht. Diese Zellen<br />
kondensieren und bilden eine Art Zahnkeim.<br />
Als Folge dieser Kondensation beginnen<br />
sie über spezifische Botenstoffe mit<br />
den umliegenden Zellschichten im Kiefer<br />
zu interagieren. „Innerhalb der so gebildeten<br />
Zahnknospe kommt es zur Differenzierung<br />
verschiedener Zelltypen: dem Zahnschmelz-Organ,<br />
der Zahnpapille und der<br />
Zahnleiste. Diese Gewebe differenzieren<br />
nach und nach zu einem kompletten Zahn“,<br />
beschreibt Rosowski.<br />
Der Ansatz der Forscher für die natürlichen<br />
dritten Zähne klingt ebenso simpel<br />
wie genial: Sie gewinnen aus dem Inneren<br />
eines extrahierten Zahnes sogenannte dentale<br />
Pulpa-Zellen, die sie so kultivieren und<br />
de-differenzieren, dass sich daraus ein aktiver<br />
Zahnkeim bildet. Würde man diesen<br />
Zahnkeim einem Patienten einpflanzen, so<br />
die Idee, beginnt er mit dem umliegenden<br />
Gewebe zu kommunizieren und löst damit<br />
die gesamte Kaskade an Botenstoffen aus,<br />
die die Zahnbildung initiiert.<br />
Körpereigenes Material<br />
Andere Arbeitsgruppen haben im Tiermodell<br />
bereits den konzeptionellen Beweis<br />
erbracht: Sie konnten zeigen, dass ein in<br />
den Kiefer implantierter Zahnkeim tatsächlich<br />
wieder zu einem kompletten Zahn auswächst.<br />
Grundlage hierfür waren jedoch<br />
embryonale Stammzellen. Das Berliner<br />
Team sieht deshalb in der eigenen Methode<br />
einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil:<br />
„Wir würden ausschließlich Zellmaterial<br />
aus patienteneigenen Zähnen nutzen. So<br />
vermeiden wir alle ethischen und rechtlichen<br />
Bedenken und haben dazu den entscheidenden<br />
Vorteil, dass es sich im Falle<br />
einer realen Anwendung um körpereigenes<br />
Gewebe handelt: Der neue Zahn würde also<br />
keine Abstoßungsreaktion hervorrufen.“<br />
Zur Kultivierung werden dentale Pulpazellen<br />
vereinzelt, gereinigt und anschließend<br />
in Mikro-Titerplatten kultiviert, deren<br />
Oberfläche mit einem Hydrogel beschichtet<br />
wurde. Das Hydrogel verhindert, dass sich<br />
die Zellen an der Wand der Titerplatten<br />
anheften. Sie schwimmen frei in dem<br />
Medium, sind aber eigentlich so programmiert,<br />
dass sie eine dreidimensionale Struktur<br />
anstreben. Als Folge kondensieren sie<br />
selbstständig, ohne äußeren Druck, zu<br />
einer Art Zell-Ball. Dieser Prozess dauert<br />
24 Stunden und der entstehende Zell-Ball<br />
ist rund 200 bis 500 µm groß.<br />
Um die sogenannte Induktivität zu beweisen,<br />
haben die Wissenschaftler die<br />
Zahnkeime zusammen mit Zellen aus dem<br />
Zahnfleisch ko-kultiviert. Bei der embryonalen<br />
Zahnentwicklung interagieren diese<br />
beiden Zelltypen und lösen so die Zahnbildung<br />
aus. Genau diese Interaktion konnte<br />
die Wissenschaftlerin nachweisen.<br />
Nachdem alle in-vitro-Versuche erfolgreich<br />
abgeschlossen wurden, stehen die<br />
Zahnkeime jetzt vor den ersten präklinischen<br />
Tests.<br />
Foto: Technische Universität Berlin<br />
www.tu-berlin.de<br />
Autorin: Katharina Jung, Referentin für<br />
Wissenschaftskommunikation, Technische<br />
Universität Berlin<br />
58 VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong>
VORSCHAU<br />
IM NÄCHSTEN HEFT: 10/<strong>2019</strong><br />
ERSCHEINUNGSTERMIN: 04. 10. <strong>2019</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 18. 09. <strong>2019</strong><br />
01<br />
02<br />
03<br />
04<br />
01 Die Behandlung von Prozesswasser, Luftreinhaltung und produktionsintegrierter<br />
Umweltschutz sind nur einige der Themen im<br />
Supplement UMWELTTECHNIK (Foto: Fotolia/Antiksu)<br />
02 Durch den Umstieg auf eine neue Pumpe profitiert ein Lebensmittelhersteller<br />
nicht nur von einer hygienischeren Förderung, sondern vor<br />
allem von einer Reduzierung des Wartungs- und Reinigungsaufwands<br />
(Foto: Watson-Marlow)<br />
03 Mit speziellen Lösemittelpumpen lassen sich die gefährlichen<br />
Medien sicher abfüllen und genau dosieren (Foto: Bürkle)<br />
Der direkte Weg<br />
Internet:<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
E-Paper:<br />
digital.verfahrenstechnik.de<br />
Redaktion:<br />
redaktion@verfahrenstechnik.de<br />
04 Um Brände vorbeugend zu verhindern, werden gefährdete Bereiche<br />
bei einem Hygieneproduktehersteller mit Funkenlöschanlagen<br />
überwacht (Foto: Grecon)<br />
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />
VERFAHRENSTECHNIK 9/<strong>2019</strong> 59
FLUIDTECHNIK