Industrieanzeiger 24.2019
Der Wandel in der Industrie durch die Digitalisierung nimmt immer mehr Fahrt auf. Er bietet zugleich viele Chancen, mitunter auch komplett neue Geschäftsmodelle, aber auch Risiken. Diesem Wandel passen sich auch die Inhalte des Industrieanzeigers an. Wir bieten Hilfestellung, zeigen Möglichkeiten auf, vernachlässigen aber auch die konventionellen Technologien nicht. Denn die sind immer noch die Basis für ein erfolgreiches Wirtschaften.
Der Wandel in der Industrie durch die Digitalisierung nimmt immer mehr Fahrt auf. Er bietet zugleich viele Chancen, mitunter auch komplett neue Geschäftsmodelle, aber auch Risiken. Diesem Wandel passen sich auch die Inhalte des Industrieanzeigers an. Wir bieten Hilfestellung, zeigen Möglichkeiten auf, vernachlässigen aber auch die konventionellen Technologien nicht. Denn die sind immer noch die Basis für ein erfolgreiches Wirtschaften.
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24.19<br />
09.09.2019 | 141. Jahrgang www.industrieanzeiger.de<br />
Serie 4.0 Plattformen für die Produktion Seite 40<br />
Arbeitsschutz Maßgefertigte Arbeitsbühne Seite 62<br />
IT-Sicherheit Forum informiert über Trends Seite 24<br />
Hubert und Alec Reiff<br />
Reiff bündelt Kräfte fürs<br />
B2B-Geschäft Seite 22<br />
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zur<br />
Messe EMO<br />
ab Seite 30<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 1
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2 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
meinung<br />
Nächste Messe:<br />
FachPack 24.09.-26.09.2019<br />
Schutz vor<br />
Cybergangstern<br />
Wurden Sie auch schon gehackt? Ich hoffe nicht. Bis März 2019<br />
war bereits jedes fünfte Unternehmen Opfer eines Cyber-Angriffs:<br />
Größere Unternehmen (mit 200 bis 500 Mitarbeitern) waren mit<br />
26 % Prozent häufiger betroffen als kleinere Betriebe mit bis zu<br />
zehn Mitarbeitern (11 %). Das besagt zumindest die KMU-Studie<br />
2019 der Gothaer Versicherungen. Die Sorge vor Hackerangriffen<br />
rückt bei kleinen und mittleren Unternehmen damit erstmalig auf<br />
Platz 1 der Bedrohungsliste.<br />
Völlige Sicherheit vor Datendieben gibt es nicht. Doch häufig<br />
laden bereits bekannte Schwachstellen zum Cyberangriff ein: Jeder<br />
kennt heutzutage die Lücken in Windows-XP-Systemen. IoT-Geräte<br />
bergen aber genauso viele verzwickte<br />
Schwachstellen. Welche Hintertürchen Cyberkriminelle<br />
ausnutzen, um in Firmennetzwerke<br />
einzudringen, weiß Sönke Freitag,<br />
Penetrationtester vom Hamburger IT-<br />
Sicherheitsspezialisten Kalweit ITS. Beim<br />
Forum „IT-Fiasko – nein, danke!“, das der<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> und die Technology Academy<br />
der Deutschen Messe gemeinsam am<br />
26. September in Hannover veranstalten,<br />
gewährt er den Teilnehmern einen Blick hinter<br />
die Kulissen. Im Live-Hack zeigt er<br />
beispielsweise, wie sich Zugangskontrollen<br />
auf RFID-Basis mithilfe einfacher Tools<br />
manipulieren lassen.<br />
Trotzdem sollten sich Unternehmen nicht<br />
ins Bockshorn jagen lassen und die Digitalisierung<br />
per se in Frage stellen. Es gibt näm-<br />
lich einige Wege, die IT-Sicherheit im Unternehmen<br />
zu steigern: Softwarelösungen<br />
auf Basis künstlicher Intelligenz, Tools<br />
zum Aufdecken von Sicherheitsanomalien<br />
oder Kryptografieverfahren für morgen.<br />
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Mehr dazu ab Seite 24 oder unter www.<br />
industrieanzeiger.de/forum_it-security. •<br />
Themen 24.19<br />
06 Technik-Augenblicke<br />
08 Tipps der Redaktion<br />
22 Generationswechsel<br />
24 IT-Security-Event<br />
26 Arbeitssicherheit<br />
28 Arbeitskultur<br />
30 Messe EMO<br />
40 Industrie 4.0<br />
48 Montage<br />
52 Intralogistik<br />
54 Arbeitstechnik<br />
56 Magnetgetriebe<br />
58 Elektromobilität<br />
62 Arbeitsschutz<br />
66 Produkte<br />
75 Glosse<br />
Das<br />
nach da?<br />
<br />
Nora Nuissl<br />
Redakteurin <strong>Industrieanzeiger</strong><br />
Wir beraten Sie gerne.<br />
www.haro-gruppe.de<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 3
inhalt 24.19<br />
40 | Serie Industrie 4.0<br />
Deutsche Unternehmen nutzen<br />
bei der Umsetzung ihrer<br />
Industrie-4.0-Strategien verstärkt<br />
digitale Plattformen.<br />
Dieser Serienteil zeigt einige<br />
Plattformen im Überblick.<br />
62 | Arbeitsschutz<br />
Nach einem Arbeitsunfall<br />
setzt die Stadt Regensburg<br />
auf maßgefertigte Arbeitsbühnen<br />
von Günzburger<br />
Steigtechnik zur Instandhaltung<br />
ihrer Busse.<br />
22 | Interview<br />
Das Handelsunternehmen<br />
Reiff Technische Produktion<br />
stellt sich nach Verkauf der<br />
Reifensparte neu auf und<br />
vollzieht den Generationswechsel<br />
in der Führung.<br />
4 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
News & Management<br />
03 Meinung<br />
Es gibt Mittel und Wege, sich vor<br />
Cyberangriffen zu schützen<br />
10 Mobilfunk<br />
Deutsche Telekom und Ericsson bieten<br />
gemeinsam 5 G-Netze für die Industrie<br />
11 Schweißtechnik<br />
Chinesischer Robotikanbieter übernimmt<br />
Carl Cloos Schweißtechnik<br />
12 Forum Additive Verfahren<br />
Event am 1. Oktober gibt<br />
Einblicke in den 3D-Metalldruck<br />
14 Forum Robotik<br />
Neue Methoden zu Teachen und<br />
Training des Roboters am 10. Oktober<br />
18 Elektromobilität<br />
VDIK fordert Strategie für alternative<br />
Fahrzeugantriebe in Deutschland<br />
●22 Interview<br />
Die Reiff-Geschäftsführer Hubert und<br />
Alex Reiff über ihr Geschäftsmodell<br />
●24 Forum „IT-Fiasko – nein, danke!“<br />
Wie sich Firmen vor Cyberangriffen<br />
schützen, zeigt unser Forum am 26.09.<br />
26 Arbeitssicherheit<br />
Die ISO-Norm 45001 unterstützt ein<br />
zeitgemäßes Arbeitsschutzmanagement<br />
28 Fehlermanagement<br />
Eine konstruktive Fehlerkultur ist die<br />
Basis für ein gutes Betriebsklima<br />
Messe EMO<br />
●30 Messe-News und Produkte<br />
Von IoT-Plattformen über Werkzeuge<br />
und Maschinen bis hin zu Robotern<br />
36 Präzisionswerkzeuge<br />
Extrem scharfe Diamantwerkzeuge<br />
trennen Hochleistungsfasern sauber<br />
38 Interview<br />
SMW-Autoblok-Chef Eckhard Maurer<br />
über vernetzbare Spanntechnik<br />
Technik & Wissen<br />
48 Montage<br />
Sondermaschinenbauer Wilei setzt auf<br />
Handling-Komponenten von Weiss<br />
50 Interview<br />
Roland Wertz, Leiter F&E bei IEF-<br />
Werner, über Trends in der Montage<br />
52 Intralogistik<br />
Bodenroller optimieren die Logistik<br />
bei Hauff-Technik<br />
54 Antriebstechnik<br />
Mayr bietet Sicherheitskupplungen für<br />
Einsatz in der Verpackungsindustrie<br />
56 Getriebe<br />
Magnetgetriebe für hohe<br />
Drehzahlen ohne Schmierung<br />
58 Elektromobilität<br />
Alternative Lagertechnologien für<br />
alternative Antriebe<br />
60 Verbindungstechnik<br />
Arnold Umformtechnik bietet sich als<br />
Problemlöser für die E-Mobilität an<br />
●62 Arbeitsschutz<br />
Maßgefertigte Dacharbeitsbühne für<br />
die Instandhaltung von Bussen<br />
65 Betriebsbedarf<br />
Akustikkamera spürt Lärm auf, wo<br />
normale Schallpegelmesser versagen<br />
Produkte & Service<br />
06 Augenblicke der Technik<br />
08 Tipps der Redaktion<br />
18 Veranstaltungen<br />
20 Menschen<br />
66 Produkte<br />
72 Vorschau<br />
72 Impressum<br />
73 Wir berichten über<br />
74 Zuletzt<br />
Zum Titelbild<br />
Extrem scharfe CVD-D-Fräswerkzeuge<br />
schneiden und besäumen bei Snowboard-<br />
Hersteller Virus Carbon-Matten und tragen<br />
so zur hohen Qualität der Sportgeräte bei.<br />
Bild: Horn/Sauermann<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
●40 Serie Industrie 4.0<br />
Bei Plattform-Lösungen für die Produktion<br />
setzen Firmen auf Allianzen<br />
46 Zerspantechnik<br />
Folgen Sie uns online für<br />
RWTH Aachen forscht an<br />
noch mehr News.<br />
Kühlschmierstoffen zur<br />
Produktivitätssteigerung<br />
<br />
<br />
<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 5
augenblicke der technik<br />
Bei der Reinigung und Instandhaltung von<br />
Kanälen und Rohrleitungen im Industriepark<br />
Leuna setzt der Dienstleistungs-Spezialist<br />
Wisag auf Innovation. Der vom<br />
tschechischen Unternehmen Neovision entwickelte<br />
Roboter „Jetty“ reinigt und inspiziert<br />
Orte, bei denen dies sonst nur mit großem<br />
Aufwand möglich ist. Der Roboter<br />
kann waagerecht und senkrecht verlaufende<br />
Rohrleitungen mit einem Durchmesser von<br />
200 bis 1300 mm befahren<br />
und reinigt dabei<br />
mit Bürsten, Trockeneis,<br />
Sand, Wasser<br />
oder einer Spachtel. In der Praxis steuern<br />
die Mitarbeiter von Wisag den Roboter über<br />
ein Bedienfeld. Dabei wird der Reinigungsprozess<br />
an einem Monitor beobachtet und<br />
kann auf Wunsch aufgezeichnet werden.<br />
Neben der Reinigung wird der Roboter<br />
auch für die Inspektion, Instandhaltung und<br />
Reparatur eingesetzt. Dafür ist das Modell<br />
mit einem schwenkbaren Kopf sowie verschiedenen<br />
Werkzeugen und Aufsätzen ausgestattet.<br />
So kann Jetty zum Beispiel Leitungen<br />
schweißen und beschichten, Leckagen<br />
abdichten oder Rohre desinfizieren.<br />
Bild: Wisag<br />
6 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 7
tipps der redaktion<br />
Der Sound ist eine Scheibe<br />
Bluetooth-Lautsprecher gibt es wie<br />
Sand am Meer. Lohnt es sich überhaupt<br />
noch, Exemplare vorzustellen?<br />
Ja, wenn sie so edel aussehen<br />
wie der Veho M8. Der scheibenförmige<br />
Lautsprecher ist mit zwei<br />
10 W-Lautsprechern und einem passiven<br />
Subwoofer ausgestattet und<br />
könnte dank seines eleganten Designs<br />
auch als wertvolle künstlerische<br />
Skulptur durchgehen.<br />
Bild: Veho<br />
Mobiles High-Tech-Heim<br />
Bei Ecocapsule handelt es sich um ein Mini-Haus für bis zu zwei Personen.<br />
Es sieht aus wie ein spaciger Wohnwagen. Durch Solar-, Windenergie<br />
und die Speicherung von Regenwasser fehlt den Bewohnern in<br />
ihrem beschaulichen Zuhause an nichts. Es<br />
gibt eine Toilette, Dusche, eine voll ausgestattete<br />
Küchenzeile und ein Bett.<br />
Bild: Tomas Manina/Ecocapsule<br />
@<br />
Eine<br />
Wo bleibt die<br />
Antwort?<br />
Bild: Nick Herbert/Respond ASAP<br />
Wer Kinder hat, kennt das: Man<br />
sendet ihnen eine SMS oder Whats<br />
App und wartet dann stundenlang<br />
auf eine Antwort. Schon verwunderlich,<br />
denn eigentlich hängen die<br />
(meisten) Teenies heutzutage doch<br />
ständig am Smartphone. Da wäre<br />
ein kurzes „Ok“ als Lebenszeichen<br />
an die Eltern eigentlich nicht zu<br />
viel verlangt. Anscheinend doch.<br />
So erging es auch dem Briten Nick<br />
Herbert, weshalb er die App „Respond<br />
ASAP“ entwickelte. Eine<br />
Nachricht, die durch die App gesendet<br />
wird, nimmt den gesamten<br />
Handy-Bildschirm ein. Eine weitere<br />
Nutzung des Geräts ist erst wieder<br />
möglich, nachdem geantwortet<br />
wurde.<br />
Übersicht sowie weitere Informationen zu<br />
den einzelnen Tipps erhalten Sie hier:<br />
www.industrieanzeiger.de/tipps<br />
Ton an, Film ab<br />
Bild: Mikme<br />
Mikme ist ein kabelloses Mikrofon für Smartphones inklusive eigenständigem<br />
Audiorekorder. Mit dem Gerät können Audio- und<br />
Videoaufnahmen von bis zu 90 Stunden in Studioqualität aufgenommen<br />
werden. Diese werden dann direkt in einer zugehörigen<br />
App gespeichert.<br />
8 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 9
nachrichten<br />
Industrie bekommt eigene 5 G-Netze<br />
Mobilfunk | Die Industrie will eigene 5 G-Netze. Diese sind schneller<br />
und sicherer als WLAN-Technologien. Um den Ausbau voranzutreiben,<br />
bündeln die Deutsche Telekom und Ericsson ihre Kompetenzen.<br />
Die Deutsche Telekom<br />
und Ericsson bieten<br />
gemeinsam 5 G-Netze<br />
spezifisch für die<br />
Industrie an.<br />
Bild: bluedesign/Fotolia<br />
Um den Ausbau von 5 G-Netzen<br />
für Industriebetriebe in<br />
Deutschland voranzutreiben,<br />
haben die Deutsche Telekom<br />
und Ericsson eine strategische<br />
Partnerschaft bekanntgegeben.<br />
Die beiden Mobilfunk -<br />
giganten bündeln ihre Kompetenz<br />
in einem speziellen Angebot<br />
für die Industrie. Damit wollen<br />
der deutsche Telekommunika -<br />
tions- und der schwedische<br />
Mobilfunkanbieter Unternehmen<br />
den Einstieg in die neue<br />
Übertragungstechnik erleichtern,<br />
heißt es.<br />
Das Angebot umfasst verschiedene<br />
Campus-Lösungen<br />
auf Basis von LTE und 5 G. Fertigungsstätten,<br />
Logistikzentren,<br />
Flug- oder See-Häfen profitieren<br />
davon als erste Anwender. Diese<br />
5 G-Netze werden als private<br />
Netze individuell für die Unternehmen<br />
aufgebaut. Ein Campus-Netz<br />
biete dadurch ein besonders<br />
hohes Maß an Abdeckung,<br />
Kapazität und Verfügbarkeit<br />
auf einem bestimmten<br />
Gelände.<br />
In der Partnerschaft werden<br />
die Campus-Netze durch Lösungen<br />
aus dem Portfolio der<br />
Deutschen Telekom ergänzt.<br />
Neben Mobilfunk kann auch<br />
WLAN eingesetzt werden. Bereits<br />
bestehende Netze des Kunden<br />
werden in die gesamte<br />
Infrastruktur integriert. Und der<br />
Kunde hat die Möglichkeit, IoT-<br />
Produkte in seine Arbeitsabläufe<br />
aufzunehmen. •<br />
Bildverarbeitung wird fit für Industrie 4.0<br />
Die industrielle Bildverarbeitung hält<br />
Einzug in die Digitalisierung.<br />
Bild: xiaoliangge/Fotolia<br />
Digitalisierung | Maschinen, die untereinander<br />
kommunizieren können, sind ein<br />
Kernelement von Industrie 4.0. Das funktioniert<br />
aber nur mit einer gemeinsamen<br />
Sprache. Dafür hat die Fachabteilung<br />
VDMA Machine Vision nun die Freigabe<br />
der OPC UA Companion Specification erteilt.<br />
Damit steht mit OPC UA nun eine<br />
Sprache zur Verfügung, welche die Bildverarbeitung<br />
fit macht für vernetzte Anwendungen<br />
in der Automatisierung. Im Januar<br />
2016 beschloss der Vorstand von VDMA<br />
Machine Vision, eine OPC UA Companion<br />
Specification für die industrielle Bildverarbeitung<br />
zu entwickeln. Die Arbeit wurde in<br />
einer gemeinsamen Arbeitsgruppe geleistet,<br />
die aus der OPC Foundation und der<br />
VDMA Machine Vision besteht. Eine Kernarbeitsgruppe<br />
mit 17 Experten machte<br />
inhaltliche Vorschläge und überwachte das<br />
Feedback der Endanwender weltweit. •<br />
10 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Carl Cloos Schweißtechnik wird chinesisch<br />
Firmenübernahme | Die an der chinesischen<br />
Börse Shenzen gelistete Estun Automation<br />
Co. Ltd. übernimmt die Carl Cloos<br />
Schweißtechnik GmbH, so teilt das Fami -<br />
lienunternehmen aus Haiger mit. Durch die<br />
Übernahme strebe die Estun-Gruppe an, ein<br />
weltweit führendes Robotik-Unternehmen<br />
zu werden, heißt es in der Erklärung.<br />
Cloos kommuniziert die Entwicklung<br />
aber eher als „Zusammenschluss“ denn als<br />
Übernahme. „Die Transaktion sichert und<br />
stabilisiert unseren Wachstumskurs“, sagt<br />
Cloos-Geschäftsführer Sieghard Thomas.<br />
Die Geschäftsführung werde auch künftig<br />
eigenständig unter seiner Leitung stehen<br />
und Haiger bleibe Hauptsitz und Zentrale<br />
der Cloos-Gruppe. Bob Wu, Vorstandsvorsitzender<br />
von Estun, heißt das Unternehmen<br />
„willkommen in der Familie der Estun-<br />
Gruppe“: „Wir teilen den überaus kundenzentrierten<br />
Ansatz von Cloos.“ •<br />
Besiegeln die Übernahme: Tony Zhu<br />
(CRCI), Sieghard Thomas, Carl Cloos<br />
(beide Cloos), Bob Wu und Kan Wu<br />
(beide Estun). Bild: Cloos<br />
Zentimetergenau autonom fahren<br />
Mobile Mapping System. Bild: Mitsubishi Electric<br />
Positioniersysteme | Mitsubishi Electric<br />
Europe hat den Geschäftsbereich „High<br />
Precision Positioning Systems“ mit Sitz in<br />
Ratingen gegründet. Der neue Geschäftsbereich<br />
bietet deutschen und europäischen<br />
Kunden Schlüsseltechnologien, um die Einführung<br />
von zentimetergenauem autonomen<br />
Fahren und sicherer Fahrunterstützung<br />
zu beschleunigen. Hierbei handelt es sich<br />
um das Mobile Mapping System (MMS)<br />
und den hochpräzisen zentimetergenauen<br />
Positionierungsempfänger AQLOC für An-<br />
wendungen in Straßen- und Nutzfahrzeugen,<br />
Schiffshäfen, Drohnen sowie im Agrarbereich.<br />
AQLoc wird mit GNSS-Diensten<br />
sowie Services zur Erweiterung von Positionierungsdaten<br />
von Sapcorda kompatibel<br />
sein. MMS verwendet auf dem Fahrzeug<br />
montierte GNSS-Antennen, Laserscanner<br />
und Kameras, um 3D-Positionierungsdaten<br />
mit hoher Genauigkeit zu erfassen und erstellt<br />
umfassende, hochauflösende 3D-Karten,<br />
die zur Unterstützung des autonomen<br />
Fahrens benötigt werden. •<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 11
nachrichten<br />
@<br />
Forum<br />
Additive Verfahren – 3D-Metalldruck<br />
findet am 01. Oktober 2019 in der Technology<br />
Academy, Messegelände Hannover, statt.<br />
Programm und Anmeldung unter:<br />
http://hier.pro/0Dr22<br />
Fachleute klären am<br />
1. Oktober über die Vorteile<br />
und den aktuellen Stand der<br />
Technik im Metall-3D-Druck<br />
auf. Bild: SLM Solutions<br />
Praxisnahe Vorträge geben Einblick in additive Metallfertigung<br />
Einstieg in den<br />
Metall-3D-Druck<br />
Forum | Am 1. Oktober zeigen Branchenexperten in<br />
Hannover, dass der Einstieg in den Metall-3D-Druck<br />
kein kompliziertes Experiment mehr ist und was es zu<br />
beachten gibt.<br />
Auf dem „Forum Additive Verfahren –<br />
3D-Metalldruck“, das der <strong>Industrieanzeiger</strong><br />
gemeinsam mit der Technology Academy<br />
der Deutschen Messe organisiert, zeigen<br />
Experten, was beim Einstieg in den neuen<br />
Fertigungsprozess beachtet werden muss.<br />
Klaus Hoschke vom Fraunhofer EMI erläutert<br />
etwa, wie es die Kombination von<br />
additiver Fertigung, intelligentem Design<br />
und neuem Denken ermöglicht, Branchen<br />
völlig auf den Kopf zu stellen. Die Experten<br />
von Cadfem zeigen, dass viele Schritte zum<br />
perfekten Bauteildesign bereits die Simula -<br />
tion erleichtert. Rechtliche Punkte – etwa<br />
Verantwortlichkeit für Produktfehler, Zulassungsvoraussetzungen<br />
und geistiges<br />
Eigentum – erklären die Rechtsanwälte der<br />
Kanzlei Osborne Clarke.<br />
Ralf Frohwerk vom 3D-Drucker-<br />
Hersteller SLM Solutions wird die Produktionskette<br />
von Maschinen-, Software-, Pulver-<br />
und Beratungsleistungen für eine qualifizierte<br />
Serienproduktion anhand von reellen<br />
Fallbeispielen vorstellen. Die Berater<br />
von Ampower und Heinkel Engineering<br />
(Bionic Studio) werden zeigen, welche Teile<br />
überhaupt wirtschaftlich gedruckt werden<br />
können und wie daraus eine Serienfertigung<br />
wird.<br />
Zum Abschluss geben drei langjährige<br />
Praktiker Einblick in ihre Erfahrungen:<br />
Laserjob ist spezialisiert auf 3D-Druck von<br />
filigranen Leichtbauteilen und die Nachbehandlung<br />
von Oberflächen. Die Firma Rolf<br />
Lenk dagegen druckt auch Teile bis drei<br />
Tonnen, etwa für den Maschinen- und<br />
Werkzeugbau. Die Fit AG hat außerdem mit<br />
„Ersatzteilen on Demand“ ein neues Geschäftsmodell<br />
entwickelt und erklärt,<br />
warum für den 3D-Druck nicht nur eine<br />
neue Maschine, sondern auch radikal neues<br />
Denken im Unternehmen nötig ist. (nu) •<br />
12 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
08. – 10. 10. 2019<br />
Messegelände Hannover<br />
5G CMM Expo<br />
and Conference<br />
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Freuen Sie sich auf diese Sprecher (Auszug):<br />
Arjen Kreis<br />
<br />
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Dirk Kretzschmar<br />
Managing Director<br />
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Stephan Noller<br />
<br />
Enrico Salvatori<br />
<br />
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5G<br />
Campus-Netz mit<br />
Testanwendungen<br />
<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 13
nachrichten<br />
Roboter per Sprache oder<br />
Gesten programmieren: Wie<br />
das geht, zeigt unser Fach -<br />
forum am 10. Oktober. Bild:<br />
Alexander Limbach/Fotolia<br />
Forum „Teachen und Training des Roboters“<br />
Intuitiv und<br />
anwenderfreundlich<br />
Robotik | Neue Programmierkonzepte für Roboter<br />
ermöglichen eine automatisierte und gleichzeitig<br />
flexible Fertigung. Unser Fachforum am 10. Oktober<br />
beleuchtet die Möglichkeiten.<br />
!<br />
Losgrößen werden kleiner, Produkte individueller.<br />
Die Produktion muss zunehmend<br />
flexibler werden, um diesen Anforderungen<br />
zu genügen.<br />
Forum „Teachen und Training des Roboters“<br />
am 10. Oktober 2019 in der<br />
Technology Academy, Hannover.<br />
Programm und Anmeldung unter:<br />
www.industrieanzeiger.industrie.de/fo<br />
rum-robotic_teachen-und-training<br />
Für eine Automatisierung und den Einsatz<br />
von Robotern sind dies eigentlich keine<br />
guten Bedingungen. Doch die eisernen Gesellen<br />
finden auch zunehmend außerhalb<br />
der Serienproduktion ihre Rolle. Möglich<br />
machen das Programmiersysteme, die auch<br />
angelernte Mitarbeiter beherrschen können.<br />
Neben Verfahren wie dem Teachen kommen<br />
neuartige Methoden der Mensch-Roboter-<br />
Interaktion zum Einsatz. Sie erleichtern<br />
Konfiguration und Programmierung roboterunterstützter<br />
Fertigungsschritte. Beim<br />
Forum „Teachen und Training des Roboters“,<br />
das der <strong>Industrieanzeiger</strong> und die<br />
Technology Academy der Deutschen Messe<br />
am 10. Oktober veranstalten, sprechen Experten<br />
aus Wissenschaft und Industrie über<br />
die Möglichkeiten der neuen Methoden.<br />
Spin-Offs aus der Forschung<br />
So wird zum Beispiel Martin Naumann,<br />
CEO von drag&bot, eine intuitive grafische<br />
Programmieroberfläche für Industrieroboter<br />
verschiedener Hersteller vorstellen. Sein<br />
Unternehmen ist ein Spin-Off des Fraun -<br />
hofer Instituts für Produktionstechnik und<br />
Automatisierung (IPA).<br />
Aus dem Karlsruher Institut für Technologie<br />
(KIT) ist Artiminds hervorgegangen.<br />
Das Unternehmen hat sich auf die extrem<br />
schnelle und intuitive Programmierung<br />
komplexer, Sensor-adaptiver Roboterbewegungen<br />
spezialisiert. Darko Katic von Artiminds<br />
wird die Möglichkeiten der Technologie<br />
auf dem Forum vorstellen.<br />
Wie auf Basis von CAD, realem Steuerungsverhalten<br />
und zuverlässigen Prozessparametern<br />
eine neue Generation der Roboterprogrammierung<br />
entsteht, erklärt Leo<br />
Bartevyan, von Cenit. In seinem Vortrag<br />
wird er unter anderem Beispiele aus der Roboterpraxis<br />
vorstellen und zeigen, wie auch<br />
kleine und mittlere Unternehmen von den<br />
Möglichkeiten der digitalen Transformation<br />
im Tagesgeschäft profitieren können.<br />
Beim Thema Roboterprogrammierung<br />
dürfen auch moderne Schulungsmethoden<br />
nicht fehlen, wie Sven Krüger von Universal<br />
Robots erklären wird. Adaptive Benutzerschnittstellen,<br />
die sich den Bedürfnissen des<br />
Anwenders anpassen, stehen dann im Mittelpunkt<br />
des Vortrags von Aaron Heuermann<br />
vom Bremer Institut für Produktion<br />
und Logistik. Er wird zeigen, wie man mit<br />
Sprache oder Gesten einem robotischen<br />
System Anweisungen geben kann. (ms) •<br />
14 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Rekord beim Wirkungsgrad<br />
Dreifachsolarzellen aus<br />
III-V-Halbleitern und Silicium<br />
haben das Potenzial,<br />
die Photovoltaik auf<br />
ein neues Effizienzniveau<br />
zu heben.<br />
Bild: Fraunhofer ISE<br />
Photovoltaik | Forschern des Fraunhofer-Instituts für<br />
Solare Energiesysteme ISE ist es gelungen, den Wirkungsgrad<br />
für monolithische Dreifachsolarzellen aus<br />
III-V-Halbleitern und Silicium zu erhöhen. Diese Mehrfachsolarzellen<br />
nutzen das Sonnenspektrum energetisch<br />
deutlich besser aus als konventionelle Siliciumsolarzellen.<br />
Der Weltrekord für eine durch Waferbonden hergestellte<br />
monolithische Mehrfachsolarzelle konnte auf<br />
34,1 % verbessert werden. Für eine Siliciumsolarzelle<br />
mit direkt abgeschiedenen Halbleiterschichten wurde<br />
ein neuer Wirkungsgradrekord von 24,3 % erzielt. •<br />
Werk in USA erweitert<br />
Präzisionswerkzeuge | Mapal hat sein Werk am Standort<br />
Fountain Inn im US-Bundesstaat South Carolina erweitert.<br />
Die Gesamtnutzfläche erhöht sich um über<br />
1000 auf 2250 m 2 . Die Niederlassung besteht seit 2012<br />
und fungiert als regionales Zentrum für die im Umkreis<br />
ansässige Automobil- und Luftfahrtindustrie. Mit der<br />
Erweiterung schafft das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten<br />
für Vertrieb, Service und Fertigung. In den vergangenen<br />
zwölf Monaten ist ein repräsentatives Verwaltungsgebäude<br />
entstanden. Zudem<br />
wurden etwa 30 neue Arbeitsplätze<br />
geschaffen. Investiert<br />
hat das Unternehmen rund<br />
3,6 Mio. Euro. •<br />
Die Kapazitäten des<br />
Werks wurden ausgebaut.<br />
Bild: Mapal<br />
16.–21.09.2019<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 15
nachrichten<br />
Hannover als Composites-Drehscheibe<br />
Kooperation | Hannover soll Schauplatz einer internationalen<br />
Leichtbau-Messe werden. Darauf haben sich die Deutsche<br />
Messe AG und der Composites United e.V. geeinigt.<br />
Dr. Hubert Jäger, Olaf Daebler, Dr. Jochen Köckler, Maria Christina Mihm und<br />
Gunnar Merz bekräftigen ihre Zusammenarbeit. Bild: Deutsche Messe<br />
Das in einem Memorandum of<br />
Unterstanding fixierte Vorhaben<br />
ist eine Übereinkunft zwischen<br />
Schwergewichten: der Deutschen<br />
Messe (DMAG) als Veranstalterin<br />
der Hannover Messe<br />
und Composites United (CU),<br />
worin kürzlich die großen Interessenvertretungen<br />
CCeV und<br />
CFK Valley e.V. aufgegangen<br />
sind. Gemeinsam wollen sie eine<br />
neue, international ausgerichtete<br />
Leichtbau-Messe namens<br />
LightCon etablieren.<br />
Der Start ist für das Jahr<br />
2021 geplant. Im Vorfeld soll<br />
eine erste LightCon-Konferenz<br />
mit begleitender Leistungsschau<br />
im Juni 2020 stattfinden. „Die<br />
LightCon bildet aktuelle Trends<br />
und Gesamtlösungen aus dem<br />
Bereich Leichtbau material-,<br />
technologie- und branchenübergreifend<br />
ab“, umreißt Dr. Hubert<br />
Jäger, Präsidiumssprecher<br />
von CU, das ambitionierte Vorhaben.<br />
„Damit schaffen wir in<br />
Deutschland eine jährliche<br />
Branchen-Plattform mit inter -<br />
nationaler Strahlkraft.“ Organisator<br />
ist die DMAG, fachlicher<br />
Träger der CU. •<br />
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Hochkarätig infiziert<br />
Diamantwerkzeuge | „Wer sich einmal mit<br />
dem Virus infiziert hat – der weiß: diese<br />
Bretter machen süchtig“, scherzt Frank<br />
Dietzel. Der Geschäftsführer der Virus<br />
Sportartikel GmbH produziert in seiner<br />
Manufaktur seit über 30 Jahren Highend<br />
Snowboards und Skier für Wintersportler<br />
mit höchsten Ansprüchen. Zusammen mit<br />
seinem Team setzt Dietzel bei der Herstellung<br />
auf Hightech-Faserverbundwerkstoffe<br />
und heimische Hölzer. „In jedem unserer<br />
Bretter steckt ein flexibler Holzkern“, erklärt<br />
Dietzel. Neben viel Handarbeit nutzen<br />
die Spezialisten von Virus für die Zuschnitte<br />
der CFK-Matten und fürs Fräsen von Holzkernen<br />
eine CNC-Fräs maschine und extrem<br />
scharfe CVD-D-Diamantwerkzeuge der Tübinger<br />
Paul Horn GmbH.<br />
24.19<br />
09.09.2019 | 141. Jahrgang www.industrieanzeiger.de<br />
Serie 4.0 Plattformen für die Produktion Seite 40<br />
Arbeitsschutz Maßgefertigte Arbeitsbühne Seite 62<br />
IT-Sicherheit Forum informiert über Trends Seite 24<br />
Special<br />
zur<br />
Messe EMO<br />
ab Seite 30<br />
Hubert und Alec Reiff<br />
Reiff bündelt Kräfte fürs<br />
B2B-Geschäft Seite 22<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 1<br />
Flugtaxis<br />
sind beliebt<br />
Mobilität | Vor allem jüngere<br />
Bundesbürger sehen<br />
in Flugtaxis nicht nur ein<br />
bequemes Verkehrsmittel,<br />
sondern eine Chance für<br />
die Wirtschaft. So sagen<br />
51 % der 16- bis 29-Jährigen,<br />
Deutschland sollte<br />
Vorreiter bei Flugtaxis<br />
werden, um die Produkte<br />
ins Ausland zu exportieren.<br />
So das Ergebnis einer<br />
Umfrage unter 1004 Bundesbürgern<br />
ab 16 Jahren<br />
im Auftrag des Digitalverbands<br />
Bitkom. •<br />
16 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
KI optimiert den Lasereinsatz<br />
Perspektiven unter Druck<br />
Auch für das<br />
Laserauftragschweißen<br />
generiert KI<br />
einen großen<br />
Mehrwert.<br />
Bild: Volker<br />
Lannert/<br />
Fraunhofer<br />
ILT<br />
Konferenz | Das Fraunhofer-<br />
Institut für Lasertechnik ILT<br />
befasst sich am 6. und 7. November<br />
im Rahmen der „AI for<br />
Laser Technology Conference“<br />
mit der Frage, wie sich Laser<br />
mithilfe künstlicher Intelligenz<br />
effizienter einsetzen lassen. Mit<br />
von der Partie werden unter anderem<br />
Experten von Daimler,<br />
Intel und Microsoft sein. Themen<br />
sind Machine Learning in<br />
der industriellen Praxis, der Einsatz<br />
von Augmented Reality und<br />
die Analyse Neuronaler Netze.<br />
Der Einsatz von KI in der<br />
Lasertechnik ist gefragter denn<br />
je und spiegelt sich in der<br />
schnellen Zusage verschiedener<br />
Firmen, Branchen sowie Wissenschaftler<br />
an der kommenden<br />
Konferenz wider. Das neue<br />
Thema soll nicht nur das allgemeine<br />
Interesse wecken, sondern<br />
auch die Bereitschaft zum<br />
KI-Einsatz erhöhen. •<br />
Zulieferindustrie | Das Geschäftsklima<br />
der deutschen Zulieferindustrie<br />
ist im August weiter<br />
unter Druck. Eine eher homöopathische<br />
Verbesserung bei<br />
der Bewertung der aktuellen Lage<br />
zeigt keine Trendwende an,<br />
heißt es im Geschäftsklimaindex<br />
der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie<br />
(ArGeZ). Entscheidend<br />
sei die Erwartungshaltung<br />
bezogen auf die nächsten sechs<br />
Monate. Hier zeigt sich aufgrund<br />
der offenen Fragen bei<br />
den Handelsstreitigkeiten sowie<br />
dem näher rückenden Brexit-<br />
Zulieferer stehen weiter unter Druck.<br />
Bild: rcfotostock/Fotostock<br />
Termin die Suche nach Orientierung<br />
für die Marktspieler. Auch<br />
das G7 Treffen konnte im Rückblick<br />
keine neuen Impulse bieten<br />
und die mittelfristigen Perspektiven<br />
aufhellen. •<br />
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17
nachrichten<br />
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sierung, 07. - 10. Oktober, Stuttgart<br />
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Emissionsarme Fahrzeuge<br />
für ein besseres Klima<br />
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Bondexpo Internationale Fachmesse für<br />
Klebtechnologie, 07. - 10. Oktober,<br />
Stuttgart<br />
P. E. Schall, Frickenhausen<br />
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Keramische Verbundwerkstoffe,<br />
08. - 09. Oktober, Bayreuth<br />
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Materialkunde e.V., Berlin<br />
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Roboters, 10. Oktober, Hannover<br />
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Silikon – ein Werkstoff fast ohne Grenzen,<br />
10. Oktober, Mannheim<br />
Isgatec Akademie, Mannheim<br />
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❧<br />
Elektroautos sind für<br />
Kunden in Deutschland<br />
bereits in großer Bandbreite<br />
verfügbar.<br />
Bild: Bildwerk/Fotolia<br />
E-Mobilität | Deutschland soll bei alternativen Antrieben<br />
schneller werden, denn gerade im Verkehrssektor hat sich<br />
die Bundesrepublik ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt.<br />
Um die gesteckten Ziele zu erreichen,<br />
müssen in den kommenden<br />
Jahren deutlich mehr<br />
emissionsarme Fahrzeuge auf<br />
die Straßen kommen. „Dafür<br />
muss die Bundesregierung eine<br />
langfristig angelegte Gesamtstrategie<br />
für alternative Antriebe<br />
aufsetzen“, so der Präsident<br />
Reinhard Zirpel der Verbands<br />
der Internationalen Kraftfahrzeughersteller<br />
(VDIK). Zirpel<br />
begrüßte die von der Bundesregierung<br />
angestrebte Verlängerung<br />
der Steuervergünstigung<br />
für dienstlich genutzte Elektrofahrzeuge<br />
bis 2030.<br />
Daneben seien Kaufanreize<br />
für private und gewerbliche Autokäufer<br />
auch in den kommenden<br />
Jahren notwendig, damit<br />
sich die Anschaffung auch in<br />
Zukunft rechne. Der Umweltbonus<br />
ist nach Ansicht von Zirpel<br />
ein entscheidendes Instrument<br />
und müsse deswegen verlängert<br />
werden, wenn möglich ebenfalls<br />
bis 2030 analog zur Steuervergünstigung.<br />
Außerdem müsse<br />
der Ausbau der Ladeinfrastruktur<br />
weiter forciert werden. Derzeit<br />
gibt es gut 20.000 öffent -<br />
liche Ladepunkte. Das ist laut<br />
Zirpel bei weitem zu wenig.<br />
Besonders der privaten Ladeinfrastruktur<br />
komme dabei eine<br />
große Bedeutung zu. „Wir begrüßen<br />
daher die Ankündigung<br />
des Justizministeriums, durch<br />
eine Änderung des Wohnungseigentumsrechts<br />
die Errichtung<br />
privater Ladesäulen zu erleichtern“<br />
so Zirpel. Darüber hinaus<br />
müsse das Netz für Wasserstofftankstellen<br />
weiter ausgebaut<br />
werden. Die Brennstoffzelle sei<br />
für die Mobilität der Zukunft<br />
ebenfalls eine unverzichtbare<br />
Technologie. •<br />
18 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 19
menschen<br />
Chefwechsel in der<br />
Dekra Akademie<br />
Zweite Generation<br />
führt bei Sensopart<br />
Thorsten Wanner (links) hat die operative Geschäftsführung<br />
der Sensopart Industriesensorik GmbH,<br />
Gottenheim , von seinem Vater Dr. Theodor Wanner<br />
übernommen. Thorsten Wanner trat Ende 2015 in das<br />
Familienunternehmen ein und übernahm dort die Verantwortung<br />
für die Bereiche Marketing und Business<br />
Development, später auch für die Tochtergesellschaften<br />
in China, Frankreich, England und den USA. Seit<br />
2018 leitet er zudem den weltweiten Gesamtvertrieb.<br />
Faloci wird<br />
Sales Director<br />
Valentina Faloci hat die<br />
Vertriebsleitung bei der<br />
Wittmann Battenfeld GmbH<br />
in Kottingbrunn übernommen.<br />
In ihrer Funktion als Sales<br />
Director folgt sie auf Siegfried Köhler,<br />
der diese Aufgabe in den letzten fünf<br />
Jahren wahrgenommen hat. Wittmann<br />
Battenfeld verfolgt damit den weiteren<br />
Ausbau seiner Marktposition als<br />
Spritzgießmaschinen-Hersteller und<br />
Spezialist für Prozesstechnologien.<br />
Faloci leitete vor ihrem Wechsel als<br />
Business Development Director die<br />
österreichische Niederlassung der Alten<br />
Group in Wien.<br />
Bei der Dekra Akademie GmbH, Stuttgart, hat Katrin<br />
Haupt (47) die Geschäftsführung übernommen. Sie<br />
folgt auf Jörg Mannsperger (57), der nach mehr als<br />
13 Jahren als Geschäftsführer das Unternehmen auf<br />
eigenen Wunsch zum Ende September verlässt. Haupt<br />
ist seit über 20 Jahren in leitenden Positionen bei der<br />
Dekra Akademie beschäftigt und soll die weitere Digitalisierung<br />
des Bildungsangebots vorantreiben, heißt es.<br />
Niemann leitet<br />
DACH-Vertrieb<br />
NEC Display Solutions Europe<br />
GmbH, München, hat einen neuen<br />
General Manager Sales in der<br />
DACH-Region: Ab sofort übernimmt<br />
Andy Niemann die Leitung<br />
des Vertriebs in Deutschland, Österreich und<br />
der Schweiz. Mit 25 Jahren Erfahrung in den<br />
Bereichen Sales und Marketing ist der 43-Jährige<br />
eine versierte Führungskraft in der professionellen<br />
AV-Branche. Zuvor bekleidete Niemann<br />
bei der Sennheiser Electronic GmbH in<br />
Wedemark verschiedene Führungspositionen.<br />
Neuer Mann an der Spitze<br />
Das Technologieunternehmen Zimmer Group stellt<br />
einen neuen Mann an die Spitze der Zimmer GmbH<br />
Kunststofftechnik: Jonas Zimmer verantwortet seit<br />
August die Geschäfte des Bereichs, mit dem das<br />
Rheinauer Unternehmen Serienbauteile aus Metall,<br />
Elastomeren und Kunststoff auf Komponentenbasis<br />
produziert und eine Werkstoff-, Prozess- und Werkzeugentwicklung<br />
für komplette Systeme bietet.<br />
20 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Köhler wechselt ins SHI-Demag-Team<br />
Zum 1. Oktober tritt Siegfried Köhler (links) dem Managementteam der<br />
Sumitomo (SHI) Demag Plastics Machinery GmbH bei. Er soll den internationalen<br />
Vertrieb weiter ausbauen und verstärkt auf Automatisierung und Business<br />
Development zu fokussieren, heißt es aus Schwaig. Bei der Führung von<br />
Sumitomo (SHI) Demag in die nächste Wachstumsphase wird Köhler Hand in<br />
Hand mit CEO Gerd Liebig (rechts) zusammenarbeiten.<br />
Neue CFO<br />
bei Schuler<br />
Die Schuler AG, Göppingen,<br />
bekommt einen<br />
neuen Finanzvorstand:<br />
Der Aufsichtsrat hat<br />
Thomas Kamphausen<br />
(Bild) zum 1. September<br />
als Mitglied des<br />
Vorstands bestellt.<br />
Der 56-Jährige wird<br />
mit Ausscheiden von<br />
Norbert Broger zum 1.<br />
November das Amt als<br />
CFO und Arbeitsdirektor<br />
im Konzern übernehmen.<br />
Kamphausen<br />
kommt von der SSI<br />
Schäfer GmbH, Neunkirchen,<br />
wo er zuletzt<br />
als CFO und Geschäftsführer<br />
tätig war.<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 21
interview<br />
Hubert und Alec Reiff, Geschäftsführer Reiff Technische Produkte<br />
„Als Kümmerer sind wir in<br />
China in einer guten Position“<br />
Entwicklungspartner, Beschaffungsspezialist und Systemlieferant<br />
der Industrie mit einem Schwerpunkt in der Erstausrüstung<br />
– das Handelsunternehmen Reiff Technische Produkte<br />
hat sich nach der Abspaltung der Reifensparte neu positioniert.<br />
Wohin die weitere Reise geht, erläutern die Geschäftsführer<br />
Hubert und Alec Reiff.<br />
❧ Dietmar Kieser<br />
Das Familienunter -<br />
nehmen Reiff hat die<br />
Weichen für die<br />
Nachfolge längst gestellt:<br />
Der Wechsel von Hubert<br />
Reiff auf seinen Neffen<br />
Alec Reiff erfolgt zum<br />
Jahresende.<br />
Bild: Niethammer<br />
Wie hat sich der Verkauf der Reifensparte<br />
vor zwei Jahren auf den verbliebenen Unternehmensteil<br />
ausgewirkt?<br />
Hubert Reiff: Beide Bereiche, also Reifen +<br />
Autotechnik und Technischer Handel sowie<br />
Elastomerfertigung, marschierten ja getrennt<br />
voneinander. Die Belegschaften der<br />
operativen Bereiche hatten keine Berührungspunkte.<br />
Gemeinsam genutzt wurden<br />
nur die kaufmännischen Dienstleistungen<br />
wie etwa Buchhaltung und Personalwesen<br />
sowie die IT. 2020 wird diese Phase beendet<br />
sein. Weder für die Verwaltung noch für den<br />
zurückbleibenden Unternehmensteil war die<br />
Abspaltung ein Kulturschock.<br />
Alec Reiff: Im Gegenteil. Durch die Abspaltung<br />
der Reifensparte steht die Reiff-Gruppe<br />
jetzt für 100 Prozent „Technik-Kompetenz<br />
für das Industriegeschäft“. Dieser Fokus<br />
beendet auch das hausinterne Konkurrieren<br />
um Ressourcen, etwa um die IT-Services.<br />
Deshalb ist es von Vorteil, wenn wir<br />
jetzt tiefer auf das Business-to-Business-<br />
Geschäft fokussieren.<br />
Was verbinden Sie noch mit der Neupositionierung?<br />
Hubert Reiff: Strategisch sind wir voll auf<br />
Kurs. Zugleich definieren wir die Arbeit -<br />
gebermarke nach außen hin neu, bei der wir<br />
besonders gefordert sind. Die Marke Reiff<br />
und die Reifensparte werden in der Öffentlichkeit<br />
oft in einem Atemzug genannt. Dazu<br />
beigetragen haben das engmaschige Filialgeschäft<br />
wie auch die Partnerschaft mit<br />
dem VfB Stuttgart. Umso wichtiger ist es,<br />
dass unser neues Erscheinungsbild samt der<br />
22 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
damit verbundenen Markenwerte die Eigenständigkeit<br />
des Technischen Handels manifestiert.<br />
Alec Reiff: Zudem fallen der Positionierungsprozess<br />
und Generationswechsel zeitlich<br />
zusammen. Die Nachfolge auf die vierte<br />
Generation des Familienunternehmens haben<br />
wir weitsichtig geplant. Mein Onkel<br />
Hubert Reiff und ich arbeiten bereits im<br />
zweiten Jahr eng zusammen. Der Wechsel<br />
erfolgt dann zum Jahresende.<br />
Wie werden Sie als Nachfolger die Reiff-<br />
Gruppe weiter ausbauen?<br />
Alec Reiff: Reiff wird auch in Zukunft eine<br />
bedeutende Position im Technischen Handel<br />
einnehmen. Heute verstehen wir uns als<br />
Entwicklungspartner, Beschaffungsspezialist<br />
und Systemlieferant der Industrie mit einem<br />
klaren Schwerpunkt in der Erstausrüstung.<br />
Und gerade die digitale Transformation verschafft<br />
vielseitige Chancen, die weit über die<br />
elektronische Wissens- und Datenbereitstellung<br />
hinausgehen. Dabei spielt die enge Vernetzung<br />
von Kunden und Lieferanten eine<br />
wichtige Rolle.<br />
Welche digitalen Chancen sehen Sie?<br />
Alec Reiff: Getreu dem Motto „wer Zukunft<br />
gestalten will, muss Zukunft vorausdenken“<br />
testen wir für uns sinnvolle Ansätze.<br />
Mitarbeiter, die sich einbringen wollen,<br />
finden in verschiedenen Zukunftslabs spannende<br />
Möglichkeiten. Ein Lab befasst sich<br />
etwa mit Künstlicher Intelligenz, ein anderes<br />
mit dem papierlosen Büro, ein weiteres mit<br />
unserem 1400-seitigen Blätterkatalog und<br />
forciert das Thema „Beyond Printkatalog“.<br />
Künftige Lösungen sollen noch vertriebsund<br />
kundenorientierter ausgelegt sein als<br />
die aktuelle Printausgabe und ihre Hybridformen.<br />
Was setzen Sie als standortorientierter<br />
technischer Händler der Online-Beschaffung<br />
entgegen?<br />
Hubert Reiff: Im Technischen Handel betreiben<br />
wir ja Business to Industry. Anders<br />
als Werkstätten und Handwerk als Abnehmer,<br />
lassen sich Industriekunden eher mit<br />
Systemen binden. Im differenzierten Industriegeschäft<br />
gibt es viele Kundenteile nach<br />
Zeichnung oder weiterbearbeitet. Andererseits<br />
ist das Ordern im Internet zeitintensiv,<br />
um Artikel zu finden und zu bewerten. Die<br />
Industriegewohnheit ist eine andere und<br />
„Wir können<br />
Produktentwicklungen<br />
forcieren,<br />
wenn wir die<br />
Entscheidung<br />
darüber<br />
übertragen<br />
bekommen.“<br />
zielt aufs Outsourcen und Beratung ab. Damit<br />
stehen die servicebezogenen Produkte<br />
völlig konträr zu denen des formatierten Internethandels,<br />
auch wenn es sich um denselben<br />
Artikel handelt.<br />
Das reine Shop-Geschäft halten Sie also<br />
nicht für relevant?<br />
Alec Reiff: Strategisch gesehen schon. Aber<br />
im technischen Handel gehen wir auf die individuellen<br />
Bedürfnisse unserer Kunden ein.<br />
Mit ihnen entwickeln wir gemeinsam Teile<br />
und sind Systemlieferant mit hoher Kompetenz<br />
bei Dienstleistung, Be- und Verarbeitung<br />
und Belieferung, etwa montierte<br />
Schläuche, beschichtete Riemen und Klebeund<br />
Biegeteile. Dennoch ist es denkbar, bei<br />
kleinen Kunden in den standardisierten<br />
Online-Vertrieb zu gehen. Wir machen mit<br />
zehn Prozent unserer Kunden 90 Prozent<br />
des Umsatzes. Bei rund 17.000 Kunden sind<br />
wir besonders in der Breite vertreten, bedienen<br />
also viele kleinere Firmen. Prozessual<br />
gesehen ist das nicht sehr effizient. Aber<br />
auch ein kleiner Kunde kann ein Potenzialkunde<br />
werden, wenn wir ihn entwickeln.<br />
Planen Sie eine stärkere Expansion auf internationalen<br />
Märkten?<br />
Alec Reiff: Wir sind weltweit gut vernetzt,<br />
planen aber aktuell keine weiteren Standorte<br />
wie in China, wo wir seit 2011 vertreten<br />
sind. Unser Tochterunternehmen in Shanghai<br />
betreut vorranging unsere europäischen<br />
Kunden in China vor Ort mit der Teile -<br />
bereitstellung für deren lokale Fertigung. In<br />
China entwickelt sich jetzt ein Beschaf-<br />
Auf einer Fläche von insgesamt rund<br />
20.000 m² lagern über 80.000 aktive<br />
Artikel im Kleinteile-, Paletten- oder<br />
Hochregallager. Bild: Reiff<br />
fungsmarkt, den unsere Kunden nutzen<br />
wollen. Dabei geht es darum, Maschinen<br />
passgenau auf die landestypischen Anforderungen<br />
zu modifizieren, aber auch um die<br />
Beschaffung in China gefertigter Teile.<br />
Hubert Reiff: Unsere Expertise in der Lieferantenbewertung<br />
rechnen uns die in China<br />
aktiven Kunden hoch an. Indem wir uns in<br />
deren Prozesse integrieren, unterstützt dies<br />
deren Lokalisierung und Local-Content-<br />
Strategie. Als Kümmerer ist Reiff dort in einer<br />
guten Position.<br />
Halten Sie auf der Produktebene Ausschau,<br />
um Ihr Portfolio zu arrondieren?<br />
Hubert Reiff: Innerhalb unserer Produktgruppen<br />
nehmen die intelligenten Komponenten<br />
zu. Sensoren und Aktoren etwa, die<br />
Zustände melden oder Parameter nachstellen<br />
können. Beispielsweise sind wir mit<br />
einem Markenhersteller im Gespräch über<br />
mögliche Lösungen aus dessen Sortiment,<br />
die in unsere Produkt- und Kundenschiene<br />
passen. Da werden sich neue Dinge auch<br />
außerhalb der Antriebstechnik ergeben. •<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
news & management<br />
IT-Sicherheit ist angesichts steigender Cyberangriffszahlen in aller Munde. Wie einfach es für Hacker ist, in Fertigungssysteme einzudringen, aber auch mit welchen<br />
Gegenmaßnahmen sich Unternehmen schützen können, zeigt unser Forum „IT-Fiasko – nein, danke!“ am 26. September in Hannover. Bild: Thaut Images/Fotolia<br />
Wie sich Unternehmen vor Cyberangriffen schützen<br />
Keine Chance den<br />
Hackern<br />
Event | Mitarbeiter für IT-Sicherheit sensibilisieren<br />
und Anlagen vor Cyberangriffen schützen. Wie das<br />
geht, zeigt unser Forum „IT-Fiasko – nein, danke!“ am<br />
26. September in Hannover. ❧ Nora Nuissl<br />
43 % der kleinen und mittelständischen<br />
Betriebe in Deutschland sehen Cyberrisiken<br />
als größte Gefahr für ihr Unternehmen an.<br />
Das zeigt die Gothaer KMU Studie 2019 der<br />
Gothaer Versicherungen. 26 % der Firmen<br />
mit 200 bis 500 Mitarbeitern waren zudem<br />
schon Opfer eines Cyberangriffs. Damit<br />
rückt die Sorge vor Hackerangriffen 2019<br />
erstmalig auf Platz 1 der Bedrohungsliste.<br />
Eine gruselige Vorstellung. Deswegen<br />
aber die Digitalisierung der Fertigung in<br />
Frage zu stellen, ist der falsche Weg. IT-<br />
Sicherheit muss in Unternehmen zunehmend<br />
in den Fokus gerückt werden. In IT-<br />
Systemen muss von vornherein ein Schutz<br />
berücksichtigt werden, auch bestehende<br />
Produktionsanlagen lassen sich absichern.<br />
Wie man Mitarbeiter bezüglich IT-<br />
Sicherheit sensibilisieren und die Technik<br />
vor Cyberangriffen schützen kann, zeigt<br />
unser Fachforum „IT-Fiasko – nein, danke!“,<br />
das der <strong>Industrieanzeiger</strong> gemeinsam<br />
mit der Technology Academy der Deutschen<br />
Messe am 26. September in Hannover veranstaltet.<br />
Kein System ist 100 %-ig sicher. Das ist<br />
den meisten bewusst. Aber es gibt heute<br />
noch viele bereits bekannte Schwachstellen,<br />
die Hacker quasi zum Angriff einladen: Von<br />
veralteten (Windows-)Betriebssystemen<br />
über das Internet bis hin zu den Mitarbeitern<br />
selbst. Das Forum startet mit einem<br />
Überblick über übliche Angriffsvektoren auf<br />
24 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
die Fertigungsindustrie: Im ersten Vortrag<br />
entführt Sönke Freitag, Penetrationtester<br />
vom Hamburger IT-Sicherheitsspezialisten<br />
Kalweit ITS, die Zuhörer in die Welt der<br />
Hacker und verdeutlicht, wie Cyberkriminelle<br />
diese Schwachstellen ausnutzen. Im<br />
Live-Hack zeigt er beispielsweise, wie sich<br />
Zugangskontrollen auf RFID-Basis mittels<br />
einfacher Tools manipulieren lassen.<br />
Live-Hack gibt Einblicke in die Welt der<br />
Cyberkriminiellen<br />
Der Vormittag des Fachforums steht unter<br />
dem Motto ‚Bewusstsein für IT-Sicherheit<br />
im Unternehmen‘. Mit welchen Mitteln man<br />
das Sicherheitsbewusstsein vor allem bei<br />
den Mitarbeitern schärfen kann, ist Thema<br />
des Vortrags vom Tüv Süd. Da aber gerade<br />
die Industrie 4.0 nicht ohne IT funktioniert,<br />
stellt der Verband VDE anschließend seine<br />
Plattform CERT@VDE vor. Im Fokus steht<br />
hier, wie der neutrale, vertrauenswürdige<br />
und sichere Austausch von Informationen<br />
zur IT-Sicherheit herstellerübergreifend<br />
funktioniert und wie die teilnehmenden<br />
Firmen profitieren. Auch ein Aspekt des<br />
Vortrags: Wie geht man bei Schwachstellen<br />
in Automationsprodukten vor.<br />
Ist der Cyberangriff bereits geschehen,<br />
kostet das viel Geld. Unternehmen können<br />
sich aber vorab mit einer Cyber-Police<br />
finanziell absichern. Die VSMA, Tochter des<br />
Verbands VDMA, hat hierfür eine Versicherungslösung<br />
entwickelt, die speziell auf die<br />
Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus<br />
zugeschnitten ist.<br />
Der Nachmittag steht im Zeichen der<br />
Praxis: Lösungsanbieter stellen ihre Ansätze<br />
vor, wie sich Unternehmen technologisch<br />
vor Hackerangriffen wappnen können. Cisco<br />
etwa bietet eine sichere, steuerbare und<br />
skalierbare Lösung, die mithilfe künstlicher<br />
Intelligenz modular die gesamte Prozesskette<br />
zwischen Sensor/OT und Applikation/IT<br />
abdeckt. Anschließend definiert der Netzwerkspezialist<br />
Rhebo, wie Sicherheitsanomalien<br />
im Datenverkehr der Smart Factory<br />
rechtzeitig aufgedeckt werden können. Der<br />
Vortrag bringt Licht ins Dunkel der Steuernetze<br />
von automatisierten Produktionen<br />
und stellt die Überlappung der Zielgrößen<br />
Anlagenverfügbarkeit und Cybersecurity in<br />
der vernetzten Industrie dar. Auch Cloud<br />
Computing und die Absicherung von<br />
Weitere Infos zum<br />
Event<br />
Das Fachforum „IT-Fiasko – nein, danke!“<br />
findet am 26.09.2019 in Hannover statt.<br />
Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung:<br />
www.industrieanzeiger.industrie.de/<br />
forum_it-security<br />
Melden Sie sich gleich an! Für die Anmeldung<br />
ist kein Xing-Profil erforderlich.<br />
Zudem veranstalten wir vom <strong>Industrieanzeiger</strong><br />
gemeinsam mit der Technology Academy<br />
weitere Events:<br />
• Forum Additive Verfahren – 3D-Metalldruck<br />
am 01. Oktober 2019<br />
• Forum Robotic II – Teachen und Training<br />
des Roboters am 10. Oktober 2019<br />
• Forum 5 G in der Intralogistik-Flurförderzeuge<br />
am 29. Oktober 2019<br />
• Forum Industrie 4.0 Fertigung am 19.<br />
November 2019<br />
Weitere Informationen finden Sie auf<br />
www.industrieanzeiger.de unter dem Menüpunkt<br />
Veranstaltungen.<br />
Schnittstellen bei der Fernwartung von<br />
Maschinen beleuchtet das Forum kritisch.<br />
Im Anschluss an die Praxisbeiträge<br />
diskutieren wir mit Teilnehmern und Referenten,<br />
wie und wo das Thema IT-Sicherheit<br />
in Deutschland und auch im Unternehmen<br />
aufgehängt ist beziehungsweise sein sollte:<br />
Nehmen wir Cybersecurity ernst genug oder<br />
haben wir im internationalen Vergleich<br />
Nachholbedarf? Einen Blick in die Zukunft<br />
wirft Norman Lahr vom Fraunhofer-Institut<br />
für sichere Informationstechnologie SIT. In<br />
seinem Vortrag gibt er eine Übersicht über<br />
die Post-Quantum Kryptographie und worauf<br />
sich Hersteller, Entwickler und Betreiber<br />
heute schon vorbereiten müssen, um<br />
morgen noch sichere Produkte und Dienstleistungen<br />
anbieten zu können. •<br />
Zum Programm: www.industrieanzeiger.<br />
industrie.de/forum_it-security<br />
Mastering<br />
the Digital<br />
Transformation<br />
KEBA + LTI – Ihr starker<br />
Partner für die vernetzte Welt<br />
der Automatisierung<br />
Smart Technology dank<br />
der Automatisierungslösung<br />
SystemOne CM<br />
Halle 9, Stand G11<br />
(auf dem Stand der KEBA AG)<br />
Merger<br />
KEBA & LTI<br />
www.keba-lti.com<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 25
news & management<br />
Digitalisierte Prozesse eröffnen eine<br />
große Bandbreite an neuen<br />
Arbeitsweisen – die neue ISO-Norm<br />
45001 hilft dabei, Unfall- und Gesundheitsrisiken<br />
jeder Art vorzubeugen.<br />
Bild: sata_production/Fotolia<br />
len und Krankenständen zu reduzieren.<br />
Ursache scheint ein wenig verbreitetes proaktives<br />
Sicherheitsverständnis zu sein.<br />
Neue Norm für ein zeitgemäßes Arbeitsschutzmanagement<br />
Der Arbeitsschutz<br />
zieht weitere Kreise<br />
Arbeitssicherheit | Reine Unfallvermeidung war gestern,<br />
denn neue Arbeitsweisen lassen heute auch<br />
neue Formen der Gesundheitsgefährdungen entstehen.<br />
Die ISO-Norm 45001 setzt hier an und unterstützt<br />
ein zeitgemäßes Arbeitsschutzmanagement.<br />
Wenn Sie dies lesen, sitzen Sie vermutlich<br />
nicht auf einem ergonomischen Stuhl, sondern<br />
arbeiten mit dem Tablet von unterwegs<br />
aus und stimmen sich auch außerhalb der<br />
Arbeitszeiten per E-Mail ab. Genau hier zeigen<br />
sich die Kernthemen des modernen<br />
Arbeitsschutzes: die Arbeitsverdichtung im<br />
demographischen Wandel und eine rasant<br />
zunehmende Mobilität der Arbeitsplätze.<br />
Auch wenn der moderne Arbeitsschutz<br />
längst nicht mehr nur die reine Unfallvermeidung<br />
im Blick hat, gelingt es in Ländern<br />
wie Deutschland an dieser Stelle nicht, das<br />
immerhin niedrige Niveau an Arbeitsunfäl-<br />
Gefahren der Arbeitsverdichtung<br />
Bislang galten die meisten Regelungen des<br />
Arbeitsschutzes für konstante Ortsverhältnisse.<br />
Mit der Digitalisierung und standortübergreifenden<br />
Vernetzung von Menschen<br />
und Prozessen entstehen allerdings eine<br />
Vielzahl neuer Unfallgefahren und Gesundheitsgefährdungen.<br />
Statistisch gesehen steigt<br />
mit Überstunden zudem das Risiko eines<br />
Unfalls am Arbeitsplatz oder auf dem Heimweg.<br />
Um Verletzungsgefahren abzuwehren,<br />
ist eine ungestörte Aufmerksamkeit entscheidende<br />
Voraussetzung. Werden aber immer<br />
mehr Aufgaben gleichzeitig ausgeführt,<br />
ohne die dafür notwendigen Wissens- und<br />
Handlungsgrundlagen zu legen, geraten die<br />
mentalen Ressourcen an ihre Grenzen. Folglich<br />
treten mehr Gefährdungspotenziale auf<br />
und menschliche Fehler werden beinahe<br />
zwangsläufig. Hinzu kommen neue Fertigungstechniken<br />
zwischen Mensch und<br />
Maschine. Sie führen zweifelsfrei Arbeitserleichterungen,<br />
aber genauso zu neuen Unfallgefahren.<br />
Unter diesen Bedingungen ist<br />
der Arbeits- und Gesundheitsschutz längst<br />
keine eindimensionale Aufgabe mehr.<br />
Nicht die primäre Unfallvermeidung ist<br />
das Ziel, sondern eine Sicherheitskultur, die<br />
Risiken und Chancen im gesamten Unternehmenskontext<br />
erfasst. Hierzu zählen<br />
Aspekte der Arbeitssicherheit in den Produktionsstandorten<br />
genauso wie stressbedingte<br />
Faktoren durch mobiles Arbeiten, die<br />
Erkrankungen oder Unfälle auslösen können.<br />
Ein bereits bewährtes Managementsystem<br />
bietet ab März 2018 die ISO-Norm<br />
45001. Sie führt erstmals den traditionellen<br />
Arbeitsschutz mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement<br />
zusammen.<br />
Widerstandsfähiger werden<br />
Vorteil der ISO 45001 ist die sogenannte<br />
High-Level-Structure. Mit ihr ist die Norm<br />
ein international gültiger Maßstab und mit<br />
allen anderen Normen verknüpfbar. Sie<br />
26 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
definiert keine spezifischen Kennziffern,<br />
sondern fordert eine kontinuierliche Verbesserung<br />
der Performance-Indikatoren. Daher<br />
ist die ISO 45001 den wachsenden Ansprüchen<br />
im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz<br />
besser gewachsen als die bishe -<br />
rige BS OHSAS 18001; deren Zertifikate ab<br />
März 2021 ihre Gültigkeit verlieren.<br />
Zudem fasst die ISO 45001 den Unternehmenskontext<br />
deutlich weiter und berücksichtigt<br />
neben den Mitarbeitern alle sogenannten<br />
interessierten, externen Parteien.<br />
Häufig werden bei der Beschaffung und<br />
Koordination von Lieferanten die gesundheitlichen<br />
Gefahrenquellen nicht bestimmt.<br />
Konkret gilt zu überprüfen, ob Arbeitsmittel,<br />
Rohstoffe und gelieferte Produkte überhaupt<br />
mit den Anforderungen des Gesundheits-Managementsystems<br />
übereinstimmen.<br />
Zudem gehören auch die Interessen der<br />
Nachbarn zum Kontext des Unternehmens<br />
dazu. Wenn etwa der öffentliche Verkehr am<br />
Betriebsgelände entlangführt.<br />
!<br />
Die ISO-Norm 45001 vereint<br />
traditionellen Arbeitsschutz und<br />
betriebliches Gesundheitsmanagement.<br />
Die neue Arbeitswelt verwischt die Grenzen<br />
zwischen ortsgebundener und flexibler<br />
Arbeit, was den Kern des Arbeitsschutzes<br />
wesentlich verändert: von der reinen Unfallvermeidung<br />
hin zu einer ganzheitlichen<br />
Gesundheitsprävention. Damit dies gelingt,<br />
muss eine Sicherheitskultur Einzug halten,<br />
die täglich wachsam und sensibel für neue<br />
Gesundheitsgefahren sowie die Chancen zur<br />
Prävention ist. Ebenso muss die Unternehmensleitung<br />
ein deutliches Engagement zeigen<br />
und dies im Falle einer Zertifizierung<br />
Quelle: Dekra Certification<br />
auch nachweisen können. Mit der ISO<br />
45001 erfüllen Unternehmen nicht nur die<br />
regulatorischen Vorschriften, sondern werden<br />
im Sinne einer kontinuierlichen Produktivität<br />
insgesamt widerstandsfähiger. •<br />
Jürgen Wartmann<br />
Fachkoordinator Arbeitsschutzstandards<br />
Dekra Certification<br />
Industrie<br />
FORUM<br />
ROBOTICS<br />
KONGRESS<br />
Veranstalter:<br />
12. Februar 2020<br />
Robotation Academy<br />
Messegelände Hannover<br />
9. Robotics Kongress<br />
Mit Robotern in die smarte Zukunft<br />
Mehr Infos unter:<br />
www.industrieanzeiger.de/<br />
robotics-kongress<br />
> Sensorik & Vision<br />
> MRK & Safety<br />
> Maschinelles Lernen & KI<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 27
news & management<br />
Kreativität und damit<br />
verbundene Innovations -<br />
potenziale können nur<br />
dann voll ausgeschöpft<br />
werden, wenn Fehler nicht<br />
als durchweg negativ,<br />
sondern als Entwicklungshelfer<br />
betrachtet werden.<br />
Bild: fotogestoeber/Fotolia<br />
Konstruktives Fehlermanagement führt zum Ziel<br />
Über die Kunst, mit<br />
Pannen umzugehen<br />
Arbeitskultur | Klar ist: Bei der Frage, wie im beruf -<br />
lichen Umfeld auf Pannen zu reagieren ist, bleibt die<br />
grundsätzliche Haltung zu Fehlern entscheidend.<br />
Eine konstruktive Fehlerkultur ist das Ideal, damit<br />
Mitarbeiter sich positiv weiterentwickeln können.<br />
„Nobody is perfect“ lautet das Mottto.<br />
Arbeitsfehler lassen sich nicht immer vermeiden,<br />
entscheidend ist, wie man mit ihnen<br />
umgeht. Fehler decken nicht nur Defizite<br />
auf, sie sind hilfreich, da sie Entwicklungsmöglichkeiten<br />
und Lernfelder aufzeigen.<br />
Auch Entscheider in innovativen Unternehmen<br />
müssen Fehler begehen dürfen.<br />
Warum soll ein Fehler peinlich sein? Fest<br />
steht: Wer an einem ambitionierten Projekt<br />
arbeitet, darf bei Pannen nicht an den Pranger<br />
gestellt werden. Neue Ideen und Visionen<br />
beinhaltet immer einen Risikofaktor,<br />
das perfekte Endresultat gelingt selten auf<br />
Anhieb. Sobald Bedenken wegen Fehlern<br />
entstehen, werden Innovationen und Kreativität<br />
blockiert. Der Lerneffekt ist ein kleiner<br />
Gegenwert für den Betrag, den ein Fehler<br />
kostet. Transparenz und Kommunikation<br />
sind bei Fehlern wichtig. Wenn jeder weiß,<br />
dass man aus Fehlern lernt, wird weniger<br />
vertuscht.<br />
Eine konstruktive Fehlerkultur etablieren<br />
Der Druck der Fehlervermeidung ist im<br />
Management belastend – und er führt gerade<br />
dann zu Fehlern. Hier hilft nur die überhöhten<br />
Erwartungen zu kappen und zu lernen<br />
mit dem eigenen Missgeschick konstruktiv<br />
umzugehen. Verantwortungsträger<br />
sind an dieser Stelle dazu aufgefordert eine<br />
Fehlerkultur im Unternehmen zu installie-<br />
28 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
en. Für Götz Werner, Gründer der dm-<br />
Märkte mit 14.000 Mitarbeitern war ein<br />
Missgeschick keine Niederlage, sondern der<br />
Ansporn auf Lösungssuche zu gehen: „Kluge<br />
Leute machen immer neue Fehler, nur<br />
dumme Leute immer die gleichen“. Wer bei<br />
Entscheidungen darüber hinaus andere beteiligt,<br />
verteilt die Last einer falschen Entscheidung<br />
auf mehrere Schultern.<br />
Sobald der Manager eine Aufgabe abschließt,<br />
weiß er im besten Fall bereits, wie<br />
er sie beim nächsten Mal besser machen<br />
wird. In der Regel ist alles Tun suboptimal,<br />
Korrekturen sind unvermeidlich und weisen<br />
dabei den richtigen Weg für die Zukunft. Im<br />
Umgang mit Fehlern und Niederlagen lässt<br />
sich auch vom Sport eine Menge lernen:<br />
Wer im Wettkampf verliert, weiß nur, dass<br />
es in diesem Moment nicht gereicht hat. Lediglich<br />
derjenige, der im Team mehrmals<br />
versagt, wird ausgetauscht. Entscheidend ist<br />
demnach die kontinuierliche Entwicklung<br />
des Leistungspotenzials. Und dazu ist es nötig<br />
Schwachstellen schnell zu erkennen und<br />
ein Projekt zu stoppen, Veränderungen einzuleiten<br />
und neu zu starten, wenn dies erforderlich<br />
ist. Eine konstruktive „Fehlerkultur“<br />
gestattet jedem, sich zu korrigieren und<br />
damit seine Stärken zu erkennen und zu entwickeln.<br />
Verurteilungen des Verursachers<br />
haben hier nichts zu suchen.<br />
i<br />
Fachliteratur-Empfehlung:<br />
„Lernen aus Fehlern“ (2016) von Elke<br />
M. Schüttelkopf, Haufe Verlag.<br />
Verbesserungsanalyse statt Fehlersuche<br />
„Trial and Error“, man muss erst Erfahrungen<br />
sammeln. Babys fallen beim Versuch,<br />
gehen zu lernen, durchschnittlich 270 Mal<br />
auf den Hintern. Vor dem Erfolg steht der<br />
Misserfolg, um Laufen zu lernen, muss man<br />
hinfallen. Angst, etwas falsch zu machen, ist<br />
der größte Fehler und führt dazu, dass die<br />
Übernahme von Verantwortung abgelehnt<br />
wird.<br />
Jeder möchte als kompetente und erfolgreiche<br />
Person, die fehlerfrei arbeitet, wahrgenommen<br />
werden. Fehler nimmt der Mitarbeiter<br />
als einen persönlichen Makel wahr,<br />
es verunsichert ihn, er verliert den Mut,<br />
schwierige Arbeiten zu erledigen. Eine Panne<br />
kratzt am Ego des ehrgeizigen Mitarbeiters<br />
und erschüttert seine Selbstsicherheit.<br />
Mit Selbstvorwürfen wird er in Gedanken<br />
zum Versager, bestenfalls ist es der Beweis,<br />
dass er vom Idealzustand noch weit entfernt<br />
ist. Was schiefläuft, darf weder verniedlicht,<br />
noch dramatisiert werden. Google hat in<br />
den USA Grundsätze für das Fehlermanagement<br />
geschaffen: „Fehler dürfen sich nicht<br />
wiederholen, also nicht mehrfach vorkommen.<br />
Sie müssen im frühen Stadium erkannt<br />
werden, damit sie sofort beseitigt werden<br />
können. Außerdem werden sie dokumentiert,<br />
damit man bei der Einweisung neuer<br />
Mitarbeiter auf Gefahren hinweisen kann.“<br />
Wer eigene Fehler sofort an die richtige Stelle<br />
meldet, zeigt sich verantwortungsbewusst,<br />
durch das Verschweigen lädt man die<br />
Verantwortung auf die eigenen Schultern.<br />
Die Sensibilität, so zu handeln, ist sogar ein<br />
Signal guter Qualifikation des Mitarbeiters.<br />
Die Bereitschaft, Kritik des Vorgesetzten anzunehmen,<br />
und damit angemessen umzugehen,<br />
zeigt Größe und schafft Respekt auch<br />
bei den Kollegen. Fehlerbesprechung wird<br />
idealerweise als „Verbesserungsvorschlag“<br />
definiert und führt nicht zur Verurteilung<br />
des Mitarbeiters.<br />
Auch die Gelassenheit leidet darunter,<br />
wenn man die Messlatte der eigenen Leistung<br />
immer höher hängt. Man kann auch<br />
ohne übermäßige Perfektion ein sehr gutes<br />
Ergebnis bringen und manchmal sind auch<br />
90 Prozent Gelingen ausreichend. Dabei ist<br />
zu unterscheiden, wo 100 Prozent Einsatz<br />
nötig sind und wo man mit weniger gut auskommt.<br />
Muss man denn seine ganze Energie<br />
darauf verwenden perfekt zu sein? Entscheidend<br />
ist nach Relevanz zu differenzieren: an<br />
der richtigen Stelle ist Perfektion erforderlich,<br />
aber eben nicht immer und überall. •<br />
Rolf Leicher<br />
Fachautor und Referent in Heidelberg<br />
Von Leistungsstandards und Perfektion<br />
Fehler sind nicht immer offensichtlich und<br />
je länger sie unentdeckt bleibt, desto größer<br />
wird der Schaden. Da umständliches Arbeiten<br />
oder mangelnde Freundlichkeit schwer<br />
messbar sind, ist eine effektive Korrektur<br />
kaum möglich. Nur mit Leistungsstandards<br />
kann der Mitarbeiter eine Abweichung seines<br />
Leistungspotenzials selbst feststellen<br />
und handeln. Im Anfangsstadium sind Korrekturen<br />
einfacher vorzunehmen, als später,<br />
wenn sich die ersten Folgen zeigen. Eine<br />
dauerhafte Verbesserung lässt sich nur<br />
durch Transparenz der Fehler und notwendige<br />
Präventivmaßnahmen erreichen. Dafür<br />
ist es nötig sogenannte „Meilensteine“ zu<br />
schaffen, die in einer Checkliste zusammengefasst<br />
sind und an denen geprüft wird, ob<br />
Standards eingehalten worden sind. In diese<br />
Überlegungen wird jeder Verantwortungsträger<br />
involviert. Übrigens: Wer aus eigenem<br />
Schaden klug wird, bezahlt einen „hohen<br />
Preis“. Wer aber aus Pannen anderer lernt,<br />
kann sie selbst vermeiden.<br />
Vier Schritte zur<br />
Fehlerabstellung<br />
1. Beschreibung des Fehlers: Wo und wann<br />
ist er aufgetreten? Wie oft kam er in der Vergangenheit<br />
vor? Welche Auswirkungen hat<br />
der Fehler?<br />
2. Analyse der Ursache: Wieso ist der Fehler<br />
aufgetreten? Wie hätte man ihn im Vorfeld<br />
verhindern können? Was waren die Einflussfaktoren?<br />
3. Sofortmaßnahmen: Wie kann man den<br />
augenblicklichen Fehler korrigieren? Welche<br />
Akutmaßnahmen sind zu treffen, damit eine<br />
Ausweitung des Problems verhindert werden<br />
kann?<br />
4. Abstellmaßnahmen: Was muss getan werden,<br />
damit auch zukünftig ähnliche Pannen<br />
vermieden werden?<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 29
messe emo<br />
Innovationsplattform<br />
für Metallbearbeitung<br />
Neben den Ausstellern ist<br />
aber auch das Publikum international.<br />
2017 reiste fast die<br />
Hälfte der etwa 130.000 Messegäste<br />
aus rund 160 Ländern von<br />
außerhalb Deutschlands an.<br />
Auch im Zeitalter der Digitalisierung<br />
bildet solide<br />
Maschinentechnik die<br />
Basis für erfolgreiche<br />
Produktionskonzepte.<br />
Bild: Deutsche Messe<br />
Messe EMO | Die 22. Emo findet vom 16. bis 21. September<br />
2019 in Hannover statt. Neben handfester Maschinentechnik<br />
ist die digitale Vernetzung ein zentrales Messethema.<br />
Seit langem richten viele Anbieter<br />
von Metallbearbeitungstechnik<br />
ihre Innovationszyklen auf<br />
die EMO in Hannover aus. Als<br />
Weltleitmesse ist sie in Breite<br />
und Tiefe des Angebots über alle<br />
Bereiche der Produktionstechnik<br />
führend. Auch in diesem<br />
Jahr werden wieder mehr als<br />
2100 Aussteller aus 47 Länden<br />
ihre jüngsten Entwicklungen<br />
präsentieren. „Alle wichtigen<br />
Hersteller von Produktionstechnik<br />
präsentieren sich in Hannover“,<br />
sagt Wilfried Schäfer, Geschäftsführer<br />
beim Emo-Organisator<br />
VDW (Verein Deutscher<br />
Werkzeugmaschinenfabriken).<br />
Rund 60 % davon kommen aus<br />
dem Ausland.<br />
Alles rund um Industrie 4.0<br />
Die übergreifende Vernetzung<br />
von Menschen, Anlagen und<br />
Geschäftsprozessen entlang der<br />
gesamten Wertschöpfungskette<br />
ist das prägende Thema der<br />
EMO 2019. Um alle Facetten<br />
von Industrie 4.0 gebündelt herauszustellen,<br />
wird IoT auf der<br />
Messe in verschiedenen Themenkonstellationen<br />
zusammengefasst.<br />
Besonders interessant –<br />
gerade auch für kleinere Mittelständler<br />
– dürfte der Messe-<br />
Show-Case zur neuen Schnittstelle<br />
Umati sein, in dessen Rahmen<br />
72 Unternehmen aus zehn<br />
Ländern den Nutzen uznd die<br />
Möglichkeiten durch den Standard<br />
demonstrieren.<br />
Rahmenveranstaltungen und<br />
Sonderschauen ergänzen das<br />
Angebot der Messe, die den Besuchern<br />
wieder einmal zeigt,<br />
wohin sich die Produktionstechnik<br />
in den kommenden Jahren<br />
entwickeln wird. •<br />
Kompakte Anlage entgratet und reinigt<br />
Entgraten | Mit der EcoCvelox präsentiert<br />
Ecoclean (Halle 11, Stand<br />
F55) ein für das kosteneffiziente<br />
Hochdruckwasserstahl-Entgraten<br />
und Reinigen von Bauteilen neues,<br />
kompaktes Anlagenkonzept mit integriertem<br />
hochdynamischem Lineartransportsystem.<br />
Die individuell konfigurierbare<br />
und prozessabhängig erweiterbare<br />
Anlage ermöglicht das Bearbeiten<br />
bis zu 200 mm x 200 mm x<br />
200 mm großer Teile in Zykluszeiten<br />
von nur 15 s pro Palette im so genannten<br />
One Piece Flow. Fürs schnelle<br />
und einfache Programmieren der<br />
Hochdruckentgratung, die mit einer<br />
Einzelspindel oder optional mit einem<br />
Hochdruckrevolver erfolgen kann, ist<br />
eine CAD/CAM-Schnittstelle integrierbar.<br />
•<br />
30 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Bald in Europa verfügbar<br />
IoT-Plattform | Fanuc (Halle 9, Stand A50) gibt den<br />
Startschuss für das Europa-Debüt seiner Industrial IoT-<br />
Plattform Field system. Der Vertrieb auf dem europäischen<br />
Markt beginnt noch in diesem Jahr. Field steht für<br />
„Fanuc Intelligent Edge Link and Drive“. Das System<br />
zeichnet sich durch Merkmale aus, die es von anderen<br />
IIoT-Lösungen unterscheidet:<br />
Es sammelt und analysiert<br />
Maschinendaten vor Ort<br />
(edge heavy). Die Daten werden<br />
direkt in der Fabrik verarbeitet,<br />
wodurch der Produktionsprozess<br />
beschleunigt<br />
und effizienter wird. Die<br />
Nutzer haben die Wahl, ob<br />
sie ihre Daten in der Fabrik<br />
behalten oder in eine externe<br />
Cloud hochladen und speichern<br />
möchten. •<br />
Qualität und<br />
langes Leben<br />
Profilschleifen | Das Konzept<br />
der Zahnrad-Profilschleifmaschine<br />
KNG<br />
12P master von Kapp Niles<br />
(Halle 26, Stand D76)<br />
steht für höchste Werkstückqualität<br />
und lange<br />
Lebensdauer. Hohe thermische<br />
Stabilität und Steifigkeit<br />
erlauben das präzise<br />
Bearbeiten von Außenund<br />
Innenverzahnungen<br />
sowie Sonderprofilen mit<br />
einem maximalen Durchmesser<br />
von 1000 mm (innen)<br />
und 1250 mm (außen).<br />
Das eigensteife Maschinenbett<br />
ermöglicht<br />
eine einfache Installation<br />
ohne Verankerung im<br />
Hallenboden. Das funktionale,<br />
ergonomische Design,<br />
gepaart mit der anwenderfreundlichen<br />
Bedienoberfläche<br />
KN grind,<br />
unterstützt den Anwender<br />
beim Einrichten und Optimieren<br />
von Projekten.<br />
Die Maschine ist mit leistungsstarken<br />
Technologieoptionen<br />
und anwendungsspezifischen<br />
Ausricht-<br />
und Messeinrichtungen<br />
ausgestattet. •<br />
Die richtige Wahl für diese Aufgabe?<br />
Steht ein Kundenaudit an?<br />
Die Zeit drängt, der Druck steigt: Sie haben ein Audit vor sich und der Eindruck Ihrer sonst<br />
repräsentativen Werkstatt wird durch schmutzige Lumpen beeinträchtigt?<br />
Eine der schnellsten Möglichkeiten zur Verbesserung ist die Umstellung auf Tork Wisch- und<br />
Reinigungstücher. Sie reinigen und wischen schneller, einfacher und effizienter und sorgen<br />
für einen aufgeräumten Arbeitsplatz gemäß 5S.<br />
Verbessern Sie Ihre Auditergebnisse, senken Sie Ihren Stresslevel.<br />
Für weitere Infos und eine 5S Reinigungscheckliste gehen Sie auf<br />
www.tork.de/bessere-audits<br />
Tork, eine Marke von Essity<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 31
messe emo<br />
Lösungen für die<br />
Metallbranche<br />
Robotik | Kuka zeigt Neuheiten für das weite Feld der Automatisierung.<br />
Das Angebot für den Messegast reicht von der<br />
mobilen Robotik über neue Zellen bis hin zu Industrie 4.0.<br />
Der Fachbesucher sieht in Halle<br />
9 auf Stand C38 unter anderem<br />
die neue Generation der KR-<br />
Quantec-Serie. Mit den Optimierungen<br />
will Kuka Maßstäbe<br />
setzen hinsichtlich Qualität, Zuverlässigkeit,<br />
Flexibilität und<br />
Wirtschaftlichkeit. Ob Punktschweißen,<br />
Be- und Entladen,<br />
Lasern oder Bearbeiten – der<br />
Allrounder ist nach eigenen Angaben<br />
die Best-in-Class-Lösung.<br />
Mit den Linearrobotern vom<br />
Typ KR 80 L zeigen die Augs-<br />
burger eine neue Produktfamilie.<br />
Die Modelle ermöglichen<br />
das Verketten von Arbeitsabläufen<br />
an Bearbeitungsanlagen,<br />
Gieß- und Werkzeugmaschinen.<br />
Präsentiert wird außerdem die<br />
omnidirektionale mobile Plattform<br />
KMP 1500. Sie ist die Antwort<br />
auf gestiegene Anforderungen<br />
hinsichtlich Flexibilität.<br />
Auf dem Messestand werden<br />
zudem zwei Roboterzellen ausgestellt.<br />
Mit der Pre-Machining-<br />
Zelle zeigt Kuka eine leistungsstarke<br />
und genau arbeitende Lösung<br />
für das Gießerei-Umfeld.<br />
In der platzsparenden Zelle werden<br />
anfallende Zerspanungsaufgaben<br />
automatisiert erledigt.<br />
Die zweite Zelle hat Kuka zusammen<br />
mit Messtechnikspezialist<br />
Mahr entwickelt. Es handelt<br />
sich dabei um ein vollautomatisches,<br />
optisches Wellenmesssystem,<br />
das direkt neben einer Produktionsmaschine<br />
positioniert<br />
werden und begleitend Wellen<br />
und Drehteile prüfen kann. •<br />
Auf dem Stand von Kuka<br />
in Halle 9 erwartet den<br />
Besucher Robotik pur.<br />
Bild: Kuka<br />
Individuell zugeschnitten<br />
KSS-Filter | Wirtschaftlich, prozesssicher<br />
und mit höchsten<br />
Qualitätsgüten zu schleifen ist<br />
nur mit extrem sauberen<br />
Schleifölen möglich. Dafür<br />
stellt Vomat (Halle 6, Stand<br />
I23) leistungsfähige Lösungen<br />
bereit. Der Maschinenbauer<br />
zeigt Möglichkeiten für individuell zugeschnittene Konzepte<br />
zur Filtration von Kühlschmierstoffen und deren<br />
Temperaturführung. Die Anlagen sind ideal zur Filtration<br />
von Feinstpartikeln aus Öl, wie sie beispielsweise<br />
beim Schleifen, Honen, Läppen, Erodieren und anderen<br />
Verfahren anfallen. Die geregelte, bedarfsgerechte Vollstromfilterung<br />
im Rückspülverfahren mit automatischem<br />
Zyklus je nach Schmutzanfall trennt Schmutzund<br />
Sauberöl zu 100 %. In Kombination mit der geregelten<br />
Filterpumpe ergibt sich eine positive Energie -<br />
bilanz. Die speziellen Hochleistungs-Anschwemmfilter<br />
sorgen dafür, dass lange frisches, sauberes Öl in der<br />
Reinheitsklasse NAS 7 (3-5 μm) zur Verfügung steht.<br />
Die Anlagen sind wartungsarm, kompakt und erlauben<br />
durch ihren modularen Aufbau sowie vielfältigen Optionen<br />
Konzepte von der Einzelanlage bis hin zu Zentralanlagen<br />
im großindustriellen Bereich. •<br />
Vollautomatisch präzise<br />
und schnell bohren<br />
Feinbohrwerkzeug | Big Kaiser (Halle 3, Stand<br />
B14) präsentiert sein Portfolio an Präzisionswerkzeugen<br />
und Werkzeughaltern. Highlight ist der<br />
neue EWA, ein intelligentes Feinbohrwerkzeug,<br />
das auf einer Fanuc-CNC-Maschine demonstriert<br />
wird. Das Werkzeug kann vollautomatisch betrieben<br />
werden und muss so für Messungen und manuelle<br />
Einstellungen nicht mehr gestoppt werden.<br />
Es ermöglicht eine extrem genaue, schnelle und<br />
kostengünstige Feinbohrung mit erheblicher Zeitersparnis.<br />
Mit dem EWE Downsize wird zudem<br />
der kleinste digitale<br />
Feinbohrkopf gezeigt,<br />
der sich über eine App<br />
drahtlos mit Smartphones<br />
oder Tablets verbindet.<br />
•<br />
32 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Baureihe nach unten abgerundet<br />
Portalfräsmaschine | Großmaschinenhersteller<br />
Waldrich Siegen<br />
(Halle 13, Stand B77) präsentiert<br />
mit der ProfiMill compact<br />
die kleinste Portalfräsmaschine<br />
der Baureihe. Sie eignet<br />
sich zum effizienten Bearbeiten<br />
von kleinen bis mittelgroßen<br />
Werkstücken und ist modular<br />
mit Fräsköpfen und Werkzeugwechsler<br />
erweiterbar. Hydrostatische<br />
Führungen für hohe dynamische<br />
Steifigkeit und eine<br />
Masterhead-Schnittstelle für<br />
verschiedenste Fräsköpfe stehen<br />
für Flexibilität, leistungsstarke<br />
Bearbeitung sowie hohe Wirtschaftlichkeit.<br />
Das kleinste<br />
ProfiMill-Modell soll mit einem<br />
sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis<br />
und hoher Wirtschaftlichkeit<br />
punkten. Die vollhydrostatische<br />
Portalfräsmaschine ermöglicht<br />
eine reproduzierbare<br />
Genauigkeit über das ganze<br />
Maschinenleben. Sie bietet<br />
Durchgangsbreiten zwischen<br />
2500 und 4000 mm. Alle Strukturbauteile<br />
sind aus hochwertigem<br />
Guss. •<br />
Schutz für<br />
Mensch und<br />
Maschine<br />
Individuelle Faltenbälge, Abdeckungen, Unfallschutz:<br />
• Faltenbälge<br />
• Gleitbahnschützer<br />
• Kastenbälge<br />
• Jalousien<br />
• Gummiformteile<br />
www.faltenbalg.net<br />
info@faltenbalg.net<br />
Tel. +49 (0) 202 / 8 45 82<br />
Fax +49 (0) 202 / 8 28 85<br />
• Rollbandabdeckungen<br />
• Spiralfedern<br />
• Schürzen<br />
• Kompensatoren<br />
• Manschetten<br />
Gutes Durchhaltevermögen<br />
bei tiefen Bohrungen<br />
Tieflochbohrer | Wohlhaupter<br />
(Halle 4, Stand F52) präsentiert<br />
einen Auszug seines Portfolios<br />
für die effiziente Bohrbearbeitung.<br />
Dazu gehören die modularen<br />
Tieflochbohrer APX und<br />
das dämpfende Zwischenmodul<br />
Novitech.<br />
Mit den Tieflochbohrern APX<br />
bietet das Unternehmen eine Lösung<br />
fürs Bearbeiten großer Durchmesser<br />
zwischen 33 und 101,60 mm. Das modulare System verbindet<br />
dabei die Vorteile aus unterschiedlichen Haltern<br />
und Bohrköpfen mit Schneideinsätzen, die je nach Einsatzbereich<br />
und Durchmesser flexibel und mit geringem<br />
Aufwand miteinander kombinierbar sind. Die APX<br />
Bohrer sind für Tiefen ab 3xD verfügbar. Die Wendeschneidplatten<br />
überzeugen mit ihren Geometrien für<br />
mehr Spankontrolle auch bei langspanenden Werkstoffen<br />
und im Einsatz auf leistungsschwächeren Maschinen.<br />
Sie sind zudem mit einer selbstentwickelten und<br />
leistungsstarken Beschichtung AM300 versehen. Diese<br />
ist beständig gegen Hitze und Verschleiß. Das sorgt<br />
auch bei tiefen Bohrungen mit hohen Schnitt- und Vorschubgeschwindigkeiten<br />
für deutlich höhere Standzeiten<br />
und verbesserte Oberflächengüte. •<br />
Hydraulik-Leitungstechnik<br />
von Anschluss zu Anschluss<br />
Reduzieren Sie Beschaffungsaufwände und<br />
optimieren Sie Materialflüsse und Lagerbestände.<br />
Senken Sie Montagezeiten und beugen Sie<br />
Montagefehlern vor.<br />
Mit STAUFF als Ihr leistungsfähiger Partner für<br />
Fluidtechnik-Komponenten, Systeme und<br />
Dienstleistungen mit Mehrwert aus einer Hand.<br />
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33
messe emo<br />
Taktzeit und<br />
Qualität passen<br />
Statorfertigung | Gehring (Halle 11, Stand D38) stellt seinen<br />
Auftritt unter das Motto „Technologieoffenheit zur CO 2 -Reduzierung<br />
und Verbrauchsoptimierung“.<br />
Neben dem Nanohonen und<br />
Formhonen als Produktionsverfahren<br />
für Verbrennungsmotoren<br />
steht das Einführen des neuen<br />
Produktportfolios für die<br />
Statorproduktion im Elektromotor<br />
im Messefokus. Außerdem<br />
zeigt der Maschinenbauer<br />
die Neuentwicklung GLS 1000<br />
zum Laserstrukturieren von<br />
Funktionsoberflächen und enthüllt<br />
die Industrie 4.0-Kundenplattform.<br />
Eine bedeutende Rolle für die<br />
CO 2 -Reduktion spielt die Elektrifizierung<br />
des Antriebsstrangs.<br />
Die Automobilindustrie benötigt<br />
Produktionstechnik, die hinsichtlich<br />
Stückzahlen und Typen<br />
sehr flexibel ist und zugleich<br />
kurze Taktzeiten bei hoher Qualität<br />
gewährleistet. Der Stator ist<br />
der Teil des Elektromotors mit<br />
dem größten Produktionsaufwand<br />
und Optimierungspotenzial.<br />
Gehring hat mit dem Tochterunternehmen<br />
Copper-Ing<br />
durchgängige Produktionslösungen<br />
für Statoren entwickelt.<br />
Automobilhersteller und Zulieferer<br />
erhalten alle maßgeblichen<br />
Technologien sowie die Prozessund<br />
Systemauslegung aus einer<br />
Hand. Das Unternehmen liefert<br />
automatisierte, flexible Produktionslinien<br />
für Statoren, die die<br />
Qualitäts- und Flexibilitätsanforderungen<br />
sowie die Taktzeitvorgaben<br />
erfüllen. •<br />
Mit seinen Komplettlösungen<br />
für die Statorfertigung<br />
setzt Gehring auf<br />
Technologie- und System-<br />
Know-how aus einer<br />
Hand. Bild: Gehring<br />
Mit universellen Tools<br />
flexibel fertigen<br />
Sichert präzises und<br />
dynamisches Temperieren<br />
Bohren | Die Bohrer und Gewindebohrer von Nachi<br />
(Halle 4, Stand C67) eignen sich speziell für Lohnfertiger<br />
und Zulieferbetriebe, die ein häufig wechselndes<br />
Teilespektrum fertigen müssen. Das trifft speziell auf<br />
die neu entwickelten Vollhartmetallbohrer der Reihe<br />
Aquarevo zu. Sie überzeugen vor allem mit langen<br />
Standzeiten. Dazu trägt die mehrlagige Nano-<br />
Beschichtung aus AlTi und AlCr Revo-D bei. Sie ist bis<br />
1100 °C besonders oxidationsbeständig. Da sie hart<br />
(3300 HV) und glatt ist, leitet sie die Späne auch langspanender,<br />
zu Adhäsion neigender Werkstoffe problemlos<br />
durch die spiralisierten Nuten ab. Dank einer Vielzahl<br />
von Nanolagen der Beschichtungsstoffe erweist<br />
sich die Schicht auch als ausreichend zäh. Auftretende<br />
Risse werden an den Schichtgrenzen unterbrochen und<br />
können sich nicht in das Grundsubstrat fortsetzen. Zur<br />
hohen Beständigkeit gegen Ausbrüche<br />
und Abplatzen tragen zudem<br />
die Geometrien der<br />
Schneiden und der Bohrerspitze<br />
bei. Die gerade<br />
Schneidkante vermeidet<br />
Spannungsspitzen an den<br />
Ecken. •<br />
Prozesskühler | Technotrans<br />
(Halle 6, Stand J02) zeigt energieeffiziente<br />
Kühl- und Filtrationsanlagen<br />
speziell für Werkzeugmaschinen.<br />
Messebesucher<br />
erwartet am Stand unter anderem<br />
die neue Generation des<br />
Prozesskühlers omega.eco mit<br />
drehzahlgeregelten Hauptkomponenten<br />
sowie ein kompaktes<br />
Gerät zur Kühlschmierstofffiltration<br />
aus der etablierten Tool -<br />
smart-Produktreihe.<br />
Die neue Generation des<br />
flexiblen Prozesskühlers omega.<br />
eco ist ausgestattet mit einer<br />
Drehzahlregelung für Verdichter,<br />
Kühlluftventilator und<br />
Kühlwasserpumpe. Mit einer<br />
hochentwickelten, präzisen Regeltechnik<br />
passt sich der Kühler<br />
an die jeweilige Betriebslast sowie<br />
unterschiedliche Umgebungsbedingungen<br />
an. Je nach<br />
benötigter Kälteleistung im Zerspanungsprozess<br />
werden beispielsweise<br />
der Verdichter und<br />
der Lüfter automatisch geregelt.<br />
Das steigert die Effizienz der<br />
Anlage und bietet ein hohes<br />
Energiesparpotenzial. Durch<br />
diese Technologie steigt auch<br />
gleichzeitig die Präzision und<br />
Dynamik der Temperierung und<br />
ermöglicht ein thermisches Management<br />
mit hoher Prozesssicherheit<br />
im Betrieb. •<br />
34 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Flexible Anlage<br />
fertigt kleine Lose<br />
Automation | Der taiwanesische Werkzeugmaschinenhersteller<br />
Quaser (Halle 12, Stand A68) fokussiert in Hannover das<br />
Thema Automation und zeigt verschiedene Konzepte für jede<br />
Anforderung.<br />
Das Cell-Konzept von Quaser<br />
basiert auf Standardmaschinen,<br />
die mit einem automatisierten<br />
Werkstück- und Werkzeughandling<br />
ausgestattet werden. Als<br />
komplette Produktionszelle aufgebaut,<br />
sind die Cell-Maschinen<br />
für eine Mischproduktion in<br />
verschiedenen Arbeitsbereichen<br />
konzipiert. Durch die Flexibilität<br />
des Anlagenkonzepts kann<br />
mit der Quaser HX 504 Cell<br />
eine Vielzahl an unterschied -<br />
lichen Werkstücken in kleinen<br />
Stückzahlen mit hohem Wechselbedarf<br />
bearbeitet werden.<br />
Palettenwechselzeiten ab 10,5 s<br />
sowie Werkzeugwechselzeiten<br />
ab 2,3 s sorgen für kurze<br />
Nebenzeiten. Außerdem eignet<br />
sich die Anlage sehr gut für die<br />
unbeaufsichtigte Fertigung.<br />
In Zusammenarbeit mit Automationspartnern<br />
präsentiert<br />
der Maschinenbauer auch das<br />
vertikale Bearbeitungszentrum<br />
UX 500 in zwei Varianten – mit<br />
Roboterautomation und mit Palettenautomation.<br />
Durch das<br />
Zwei-Türen-Konzept der UX<br />
500 können die angebundenen<br />
Automationskomponenten beliebig<br />
an der Maschinenfront<br />
oder an der rechten Maschinenseite<br />
positioniert werden. Dadurch<br />
profitiert der Bediener<br />
von einer hohen Flexibilität im<br />
Werkstückhandling. •<br />
Durch die Flexibilität des<br />
Cell-Konzepts können<br />
mit der Quaser HX 504<br />
Cell unterschiedlichste<br />
Werkstücke in kleinen<br />
Losen bearbeitet werden.<br />
Bild: Hommel Gruppe<br />
Taiwan Machine Tool & Accessory Builders’ Association<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 35
messe emo<br />
Extrem scharfe Diamantwerkzeuge trennen Hochleistungsfasern sauber<br />
Hochkarätig infiziert<br />
Diamantfräser | Um CFK-Matten für seine Highend-Snowboards zu fräsen<br />
und zu besäumen, setzt Virus auf CVD-D-Fräswerkzeuge von Horn. Sie erreichen<br />
bei besserer Qualität deutlich höhere Standmengen als PKD-Tools.<br />
Modell mit zwei bis drei Carboneinlagen verstärkt.<br />
Dietzel setzt für seine Top-Modelle auch auf den Werkstoff<br />
Zylon. Hierbei handelt es sich um die stärkste Faser,<br />
die von Menschenhand produziert wurde. „Zylon<br />
ist wie eine künstliche Spinnenfaser, die eine viel höhere<br />
Reißfestigkeit als Carbon aufweist. Die Verarbeitung ist<br />
sehr aufwändig und erfordert besondere Werkzeuge und<br />
Technologien, um diese Faser überhaupt schneiden zu<br />
können“, erklärt Dietzel.<br />
Für den Zuschnitt der CFK-Matten sowie beim<br />
Fräsen der Holzkerne verwendet Virus CVD-Diamantbestückte<br />
sowie CVD-Diamant-beschichtete Fräswerkzeuge<br />
von Horn. „Die Werkstoffe, die Virus hier bearbeitet,<br />
wirken sehr abrasiv. Hartmetall als Schneidstoff<br />
würde zu schnell verschleißen“, sagt Stefan Bachmann,<br />
Außendienstmitarbeiter von Horn. Fürs Fräsen der<br />
CFK- Matten sowie der 3D-Formen der Holzkerne setzt<br />
der Snowboard-Hersteller diamantbeschichtete Schaftfräser<br />
des Typs DSS ein, zum Besäumen der Flanken<br />
einen CVD-D-bestückten Fräser mit fünf Schneiden.<br />
Fräsbearbeitung der<br />
CFK-Matten. Die ausgefransten<br />
Kanten stammen<br />
vom Schutzgewebe. Bilder:<br />
Horn/Sauermann<br />
„Wer sich einmal mit dem Virus infiziert hat, der weiß:<br />
diese Bretter machen süchtig“, scherzt Frank Dietzel.<br />
Der Geschäftsführer der Virus Sportartikel GmbH<br />
produziert in seiner Manufaktur seit über 30 Jahren<br />
Highend-Snowboards und -Skier für Wintersportler mit<br />
höchsten Ansprüchen. Zusammen mit seinem Team<br />
setzt er bei der Herstellung auf Hightech-Faserverbundwerkstoffe<br />
und heimische Hölzer. Neben viel Handarbeit<br />
nutzen die Spezialisten von Virus für die Zuschnitte<br />
der CFK-Matten und das Fräsen der Holzkerne eine<br />
CNC-Fräsmaschine, die normalerweise in der Holz -<br />
industrie Möbelteile bearbeitet, und Diamantwerkzeuge<br />
der Tübinger Paul Horn GmbH.<br />
Als der Snowboardsport 1984 noch in den Kinderschuhen<br />
steckte, begann Dietzel in Großwallstadt schon<br />
mit der professionellen Produktion dieser neuartigen<br />
Wintersportgeräte. Seither gilt die Marke Virus als feste<br />
Größe in der Branche. Profis und anspruchsvolle Wintersportler<br />
setzen auf die Performance der Produkte, die<br />
in Sandwich-Bauweise aus Hightech-Werkstoffen in<br />
Verbindung mit Vollholzkernen hergestellt sind. Die<br />
Holzkerne entstehen in Handarbeit und sind je nach<br />
Extrem scharfe Tools schneiden selbst dünnste Fasern<br />
Die CVD-Diamant-Schneiden unterscheiden sich in<br />
mehrfacher Hinsicht von PKD-Schneiden. CVD-<br />
Diamant ist zu 99,99 % reiner Diamant – im Gegensatz<br />
zum mit einem Binderanteilen von 10 bis 20 %<br />
gemischten PKD. Obwohl beide Schneidstoffe polykristallin<br />
aufgebaut sind, ist die Struktur von CVD-<br />
Diamant homogener und fast ebenso hart und verschleißfest<br />
wie monokristalliner Naturdiamant. Während<br />
PKD-Schneiden üblicherweise geschliffen oder erodiert<br />
werden, sind CVD-Schneiden präzisionsgelasert<br />
und damit mit einer Schneidenverrundung zwischen 1<br />
und 2 μm mindestens zehnmal schärfer. Beim Schleifen<br />
von PKD werden Randkristalle an der Schneide herausgebrochen.<br />
Beim Lasern von CVD-Diamanten aber werden<br />
diese Kristalle durchschnitten. Dadurch erklärt sich<br />
auch die hohe Standmenge, die die Werkzeuge beim<br />
Bearbeiten von kohlefaser- und glasfaser verstärkten<br />
Kunststoffen erreichen. Mit einer Schneidkantenschärfe<br />
von 1 bis 2 μm durchschneiden die CVD-Diamant-<br />
Schneiden die 5 bis 8 μm dünnen Fasern. PKD-Schneiden<br />
hingegen würden mit ihrer zehnfachen Schneid -<br />
kantenverrundung die Fasern lediglich abquetschen und<br />
durch die Reibung schneller verschleißen.<br />
36 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Die einzelnen Produktionsschritte im Überblick: Links<br />
der laminierte und besäumte Rohling, rechts das fertig<br />
lackierte Snowboard.<br />
Frank Dietzel (mitte) im Gespräch mit den Horn-Technikern<br />
Robert Braun (links) und Stefan Bachmann (rechts).<br />
„Die Leistung der Fräswerkzeuge von Horn stellen<br />
uns voll zufrieden“, sagt Frank Dietzel. Denn: „Die<br />
Kanten der CFK-Matten sind sehr wichtig. Wenn sie<br />
ausgefranste oder delaminierte Stellen aufweisen, sind<br />
sie unbrauchbar. Und Ausschuss ist bei CFK sehr teuer.“<br />
Mit ihrem Vakuumspanntisch bietet die CNC-Fräsmaschine,<br />
auf der die Werkzeuge eingesetzt werden, alle<br />
Voraussetzungen und Bearbeitungsmöglichkeiten, die<br />
Virus für seine Produkte benötigt. Zum Schutz der Kanten<br />
ist für die Bearbeitung noch ein zusätzliches Gewebe<br />
auf den CFK-Matten aufgeklebt, das nach dem Bearbeiten<br />
abgezogen wird.<br />
Die einzelnen Sandwich-Schichten der Snowboards<br />
haben unterschiedliche Aufgaben. Der Kern bestimmt<br />
den Großteil der Eigenschaften des fertigen Bretts. Aufgrund<br />
seiner Allround-Qualitäten ist Holz ein sehr gutes<br />
Kernmaterial. Ein Holzkern besteht aus mehreren mit -<br />
einander verklebten Streifen laminierter Harthölzer. Sie<br />
sorgen für einen natürlichen Flex des Boards und verfügen<br />
über eine gute Vibrationsdämpfung. Die Carbonoder<br />
Glasfaser-Einlagen sind so in das Laminat eingebracht,<br />
dass sie gewisse Bereiche des Bretts verstärken.<br />
Die Sportgeräte müssen sich in schnellen Kurvenfahrten<br />
dem Untergrund anpassen, beim Lastwechsel aber auch<br />
schnell wieder ihre Ausgangsform annehmen. Wichtig<br />
ist dabei, dass das Material nicht wie eine Sprungfeder<br />
reagiert, denn das würde die Kontrolle beeinflussen. Um<br />
das Handling und die Performance des Sportgeräts<br />
nochmals zu steigern, laminiert Dietzel CFK-Matten in<br />
den Kern und in die äußere Schicht. •<br />
Nico Sauermann<br />
Fachautor bei Horn<br />
i<br />
CFK-Matten und Holzkerne werden auf<br />
einer CNC-Fräsmaschine bearbeitet, die<br />
mit ihrem Vakuumspanntisch alle Bearbeitungsmöglichkeiten<br />
bietet, die Virus<br />
für seine Produkte benötigt.<br />
Das Bearbeiten von CFK mit CVD-D-<br />
Diamant thematisiert Horn auf der EMO.<br />
In Halle 5 an Stand A54 wird auch ein<br />
Virus-Produkt zu sehen sein.<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 37
messe emo<br />
Eckhard Maurer, Geschäftsführer von SMW-Autoblok, über vernetzbare Spanntechnik<br />
„Enorme Steigerung von<br />
Qualität und Flexibilität“<br />
Vernetzte Spanntechnik bietet gegenüber konventionellen<br />
Lösungen große Vorteile. Welche das sind, das erläutert<br />
Eckhard Maurer, Geschäftsführer von SMW-Autoblok.<br />
„Elektromechanische Spannsysteme<br />
gewinnen stark an<br />
Bedeutung. Manch anspruchsvoller<br />
Produktionsprozess<br />
lässt sich nur mit<br />
ihrer Hilfe abbilden“, sagt<br />
Eckhard Maurer, Geschäftsführer<br />
von SMW-Autoblok.<br />
Bild: SMW-Autoblok<br />
Herr Maurer, welche Neuheiten präsentiert<br />
SMW-Autoblok auf der EMO 2019?<br />
Wir zeigen in Hannover zahlreiche innovative<br />
Neuheiten. Im Bereich Drehen gehören<br />
unter anderem neue universell einsetzbare<br />
4-Backenfutter, ein neues Programm für die<br />
Innenspanntechnik und ein neues Premium<br />
Spannzangenfutter dazu. In der stationären<br />
Spanntechnik stellen wir zwei neue manuelle<br />
Nullpunktspannsysteme vor. Ein besonderes<br />
Highlight ist außerdem ein neuer elektromechanischer<br />
Spannturm.<br />
Wie sehr beschäftigen Sie sich mit Themen<br />
rund um Industrie 4.0 und Digitalisierung?<br />
Damit beschäftigen wir uns bereits seit vielen<br />
Jahren. Elektromechanische Spannmittel<br />
sind äußerst komplex und die Entwicklung<br />
erfordert viel Zeit. Uns war es wichtig, innovative<br />
Produkte im Programm zu haben, die<br />
auch für künftige Anforderungen geeignet<br />
sind. Nach dem F500 e-motion haben wir die<br />
e-motion-Technologie in das neue 4-Backfutter<br />
MM e-motion integriert. Die neueste Ausbaustufe<br />
in diesem Bereich ist der elektromechanische<br />
Spannturm.<br />
Das Spannsystem F500 e-motion wurde mit<br />
dem „Industrie 4.0 Award“ des Landes<br />
Baden-Württemberg ausgezeichnet. Womit<br />
haben Sie die Jury überzeugt?<br />
Das Spannsystem F500 e-motion ist innovativ<br />
und bringt viele Vorteile im Vergleich zu<br />
konventionellen Spannfuttern. Die Expertenjury<br />
bewertete neben dem Innovationsgrad<br />
auch die konkrete Praxisrelevanz. Die elektromechanische<br />
Betätigungseinheit F500<br />
e-motion ermöglicht das Verwenden von unterschiedlichen<br />
Standard Spannmitteln. Die<br />
Energie- und Signalübertragung erfolgt<br />
durch ein eigens entwickeltes induktives<br />
Kopplersystem. Dieses berührungslose Sys-<br />
38 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
tem macht es möglich, das Spannmittel zu jedem<br />
Zeitpunkt im Produktionsprozess zu<br />
überwachen und zu korrigieren. Dies bedeutet<br />
eine enorme Steigerung der Flexibilität,<br />
Qualität und der Betriebssicherheit.<br />
Was ist der Vorteil vernetzter Spannsysteme?<br />
Durch die Vernetzung der Systeme entstehen<br />
neue Möglichkeiten in den Produktionsprozessen.<br />
Das lässt sich an unserer Philosophie<br />
‚Monitor-Think-Act‘ aufzeigen. Mittels Sensorik<br />
werden beispielsweise Spannkräfte von<br />
einem Spannmittel gemessen und gespeichert<br />
(Monitor). Im nächsten Schritt werden die<br />
Daten evaluiert und mit Hilfe eines Algorithmus<br />
ausgewertet (Think). Im Falle einer<br />
Spannkraftminimierung im Prozess könnte<br />
daraufhin eine automatisierte Schmierung<br />
eingeleitet werden, damit die Spannkraft wieder<br />
auf dem Ausgangsniveau ist (Act). Eine<br />
weitere Ausbaustufe dieser Philosophie wäre<br />
‚Learn‘, ein intelligentes Verhalten des<br />
Spannmittels durch das Verwenden von lernfähigen<br />
Algorithmen.<br />
Welche Bedeutung haben elektromechanische<br />
Spannsysteme schon heute und zukünftig?<br />
Was sind deren Vorteile?<br />
Elektromechanische Spannsysteme gewinnen<br />
stark an Bedeutung. Die Nachfrage und das<br />
Interesse an diesen Systemen ist hoch. Produktionsprozesse<br />
werden zunehmend anspruchsvoller.<br />
Manche lassen sich nur mit<br />
elektromechanischen Spannmitteln abbilden.<br />
Wesentliche Vorteile sind beispielsweise eine<br />
Änderung der Spannkraft, ohne dass das<br />
Werkstück entspannt werden muss oder sogar<br />
Spannkraftanpassungen einzelner Backen<br />
bei sensiblen Werkstücken. Durch integrierte<br />
Bewegungsprofile können unterschiedlichste<br />
Spannmöglichkeiten abgebildet<br />
werden. Das Futter kann das Werkstück automatisch<br />
zentrieren.<br />
Ihr Motto lautet ‚Immer einen Schritt voraus‘.<br />
Wie sieht Ihr nächster Schritt aus?<br />
Wir starten in Kürze die Firma SMW electronics,<br />
deren Geschäftstätigkeit Produkte zur<br />
Automation und Digitalisierung von Prozessen<br />
ist. In der neuen Firma werden die Kerntechnologiefelder<br />
Induktive Energie- und Datenübertragungssysteme,<br />
Sensorik, Software<br />
und Mechatronik gebündelt. Dadurch werden<br />
neue Zielmärkte wie Elektronik, Automation<br />
und Handhabung, Robotik und<br />
Kobotik oder Intralogistik erreicht.<br />
„Elektro -<br />
mechanische<br />
Spannmittel<br />
schaffen die<br />
Möglichkeit,<br />
Produktionsprozesse<br />
zu<br />
jedem Zeitpunkt<br />
zu überwachen<br />
und zu<br />
korrigieren.“<br />
Wie hat SMW-Autoblok das vergangene Geschäftsjahr<br />
abgeschlossen? Und wie sind die<br />
Aussichten für dieses Jahr?<br />
Wir haben das Geschäftsjahr 2018 mit einem<br />
starken Wachstum in Umsatz und Auftragseingang<br />
abgeschlossen. Die allgemeinen Aussichten<br />
für das Jahr 2019 sind mit unterschiedlichsten<br />
Konjunkturrisiken behaftet.<br />
Bei SMW-Autoblok sind die Aussichten auch<br />
2019 positiv. Durch neue innovative Produkte<br />
können wir leichte Rückgänge der Nachfrage<br />
überkompensieren.<br />
In welche Branchen und für welche Anwendungen<br />
liefern Sie Ihre Produkte?<br />
Wir liefern in nahezu alle großen Branchen<br />
High-Tech-Spannmittel. Als Erstausrüster<br />
großer Werkzeugmaschinenhersteller ist Industrial<br />
Equipment ein wichtiger Markt. Zudem<br />
liefern wir auch für nahezu alle Automobilhersteller<br />
spezifizierte Spannsysteme<br />
zur Herstellung von Automotive-Komponenten.<br />
Wir sind aber auch stark in den Märkten<br />
Aerospace, Off Highway, OCTG und Energie<br />
vertreten.<br />
Ihre Produkte werden in über 60 Ländern<br />
vertrieben. Wo liegt Ihr wichtigster Markt?<br />
Wir bauen unsere weltweite Präsenz kontinuierlich<br />
aus. Unsere größten Märkte sind<br />
Deutschland, die USA und China. In Japan<br />
sind wir bereits seit den siebziger Jahren mit<br />
einer eigenen Niederlassung vertreten. Zuletzt<br />
haben wir eine eigene Niederlassung in<br />
der Türkei eröffnet. •<br />
Yannick Schwab<br />
Redakteur unserer Schwesterzeitschrift mav<br />
Das führende<br />
Maschinenkonzept<br />
für die Fertigung<br />
komplexer und präziser<br />
Werkstücke.<br />
Halle: 26<br />
Stand: C16<br />
WFL Millturn Technologies GmbH & Co. KG<br />
Germany | 74889 Sinsheim | Am Leitzelbach 20<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 Tel +49 7261 9422-0 | Fax +49 7261 9422-29 39<br />
germany.com<br />
M50-G<br />
MILLTURN<br />
M30-G<br />
MILLTURN<br />
EINMAL SPANNEN<br />
NEN<br />
KOMPLETT BEARBEITEN<br />
WFL Millturn Technologies GmbH & Co. KG | Austria<br />
4030 Linz | Wahringerstraße 36 | Tel +43 732 69 13-0
technik & wissen<br />
Plattformlösungen für Industrie-4.0-Umgebungen<br />
Plattformen werden zu<br />
Sprungbrettern<br />
Industrie 4.0 | Rund 70 % der deutschen Unternehmen nutzen<br />
bei der Umsetzung ihrer Industrie-4.0-Strategien digitale<br />
Plattformen: für die Informationssuche, bei der Beschaffung<br />
und zunehmend auch in der Produktion. Ambitionierte Marktteilnehmer<br />
schmieden bereits unterschiedliche Allianzen.<br />
40 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Sensordaten wandern<br />
über Mindsphere direkt<br />
in die Cloud.<br />
Bild: Siemens<br />
Plattformbasierende Geschäftsmodelle prägen<br />
die wichtigsten Unternehmen der Welt.<br />
Die sieben größten (Apple, Alphabet/Google,<br />
Amazon, Microsoft, Facebook, Tencent<br />
und Alibaba) sind inzwischen wertvoller als<br />
sämtliche im Euro Stoxx 50 gelisteten Unternehmen.<br />
Gemeinsames Kennzeichen ihrer<br />
Geschäftsmodelle: Sie setzen nicht auf physische<br />
Wertschöpfungsprozesse, sondern<br />
konzentrieren sich ganz auf das Matchmaking<br />
– auf die Vermittlung von Angebot und<br />
Nachfrage. Mit anderen Worten: Sie verbinden<br />
Marktteilnehmer mithilfe eines digitalen<br />
Prozesses. Damit sind sie ihren traditionell<br />
ausgerichteten Wettbewerbern in drei<br />
Punkten überlegen: Erstens minimieren sie<br />
alle Transaktionskosten durch eine konsequente<br />
Standardisierung von Kommunika -<br />
tion und Prozessen. Zweitens wird eine<br />
Plattform mit jedem neuen Teilnehmer<br />
attraktiver für alle anderen Nutzer – ein sich<br />
selbst verstärkender Netzwerkeffekt. Und<br />
drittens können Plattformen auf Basis von<br />
Big Data innovative Analysemöglichkeiten,<br />
neue Services und disruptive Geschäftsmodelle<br />
anbieten.<br />
B2B-Plattformen haben sich zuerst im<br />
Beschaffungsmanagement durchgesetzt –<br />
Beispiel Mercateo oder Wucato. Sie arbeiten<br />
überwiegend transaktionsorientiert und<br />
sind damit auf bestimmte Prozesse zwischen<br />
zwei Partnern spezialisiert. Fast die Hälfte<br />
aller deutschen Unternehmen (47 %) nutzen<br />
solche Plattformen für den Einkauf. Zu diesem<br />
Ergebnis kommt die aktuelle Studie<br />
„Plattformen – Infrastruktur der Digitalisierung“<br />
der Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft<br />
(vbw) von Anfang 2019. Ebenfalls<br />
fast die Hälfte der befragten Unternehmen<br />
nutzt Vertriebsplattformen für das B2B-<br />
Geschäft.<br />
Nachholbedarf bei Prozessdaten<br />
Noch nicht so verbreitet sind Plattformlösungen,<br />
die sich direkt auf die Verarbeitung<br />
von Prozess-, Maschinen- und Sensordaten<br />
konzentrieren. Dabei sind sie für die digitale<br />
Transformation von Unternehmen mindestens<br />
ebenso interessant wie Beschaffungsoder<br />
Vertriebsplattformen. Laut der vbw-<br />
Studie nutzen erst 23 % der befragten<br />
KMUs solche Lösungen, bei größeren Betrieben<br />
steigt der Anteil auf 35 %. Dabei<br />
unterstützen Plattformen die Entwicklung<br />
hybrider, innovativer oder sogar disruptiver<br />
Geschäftsmodelle mit datenbasierten<br />
Dienstleistungen.<br />
Es ist unstrittig, dass eine so segmentierte<br />
und kleinteilige Branche wie der Maschinen-<br />
und Anlagenbau nicht B2C-Dimensionen<br />
erreichen kann. Trotzdem ist das technische<br />
und wirtschaftliche Potenzial der Plattformökonomie<br />
für den Maschinenbau überzeugend.<br />
Das Marktforschungsinstitut IDC<br />
prognostiziert dementsprechend, dass das<br />
Plattformgeschäft bei den größeren Anbietern<br />
in rund zwei Jahren ein Drittel ihrer<br />
Einkünfte ausmachen wird. Als Hemmnis<br />
gelten dagegen neben den Anforderungen<br />
des Datenschutzes und die Angst vor Datenverlust<br />
auch mangelnde Schnittstellenstandards.<br />
Trotzdem ist auch die Anbindung eines<br />
bestehenden Maschinenparks in den<br />
meisten Fällen realisierbar – freilich nicht<br />
via Plug & Play, aber mit einer individuellen<br />
Anbindung von Sensoren und Anlagen. Insgesamt<br />
aber zeigen die Ergebnisse des<br />
IW-Zukunftspanels 2018, dass mit wachsender<br />
Erfahrung in den Unternehmen die<br />
Schwierigkeiten immer bedeutungsloser eingeschätzt<br />
werden.<br />
Der Markt ist im Aufbruch. Auf Anbieterseite<br />
tummeln sich einerseits Forschungsinstitute<br />
wie das Fraunhofer IPA, auf der<br />
anderen Seite industrielle Anbieter. Die<br />
Fraunhofer-Lösung Virtual Fort Knox<br />
(VFK) wurde vom IPA zusammen mit dem<br />
US-Cloud-Softwareanbieter Salesforce entwickelt.<br />
VFK ist eine offene und skalierbare<br />
Forschungsplattform für die effiziente<br />
Bereitstellung von fertigungsnahen Softwarelösungen.<br />
Dank deutscher Server-Zentren<br />
und/oder privater Cloud-Lösungen ist<br />
dabei höchste Daten- und Betriebssicherheit<br />
gewährleistet. Der Endanwender kann auf<br />
dieser Datenbasis seine Anforderungen analysieren<br />
und entsprechend bedarfsgerechte<br />
Services und Anwendungen auswählen.<br />
Fraunhofer IPA spricht von einer neuen<br />
Stufe der Service-Orientierung im Produktionsumfeld.<br />
Serie Industrie 4.0<br />
Wir begleiten Sie mit unserer Serie auf dem<br />
Weg zur Digitalisierung. In dieser Ausgabe<br />
beleuchten wir das Thema Produktions-<br />
Plattformen. Alle Beiträge finden Sie auch<br />
online auf www.industrieanzeiger.de.<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 41
technik & wissen<br />
VW öffnet seine<br />
Produktionsplattform<br />
MEB für Marktbegleiter.<br />
Bild: Volkswagen<br />
Offene Plattformen für KMUs<br />
Auch die Plattform Mindsphere Services<br />
verarbeitet Daten von verbundenen Systemen,<br />
Maschinen, Geräten und Produkten in<br />
der Cloud. Mit ihr lassen sich Prozesse wie<br />
auch Anlagen visualisieren und als digitaler<br />
Zwilling abbilden. Siemens bietet<br />
Mindsphere als PaaS-Umgebung an (Platform<br />
as a Service). Die Anbindung von<br />
Siemens-Maschinen erfolgt via Plug & Play<br />
über die Siemens-spezifische Schnittstelle<br />
Mindconnect; es können aber auch Anlagen<br />
anderer Hersteller in das Gesamtsystem eingebunden<br />
werden.<br />
Der Anbieter erlaubt neben eigenen<br />
Anwendungen auch solche von Drittanbietern.<br />
Darüber hinaus können Kunden eigene<br />
Apps und darauf basierende Services einstellen.<br />
Die Anwendungen werden über<br />
einen gemeinsamen App-Store vermarktet.<br />
Für die Cloudanbindung haben Mindsphere-Kunden<br />
die freie Wahl zwischen den Angeboten<br />
von Amazon, Microsoft, SAP oder<br />
Atos. Mindsphere unterstützt die verschlüsselte<br />
Übermittlung aller Daten, deren Konsolidierung<br />
sowie eine abschließende Analyse<br />
auf Basis zuvor definierter Algorithmen.<br />
Die Analyseergebnisse fließen als Feedback<br />
in die Optimierung und Steuerung realer<br />
Prozesse ein – zum Beispiel für Predictive<br />
Analytics inklusive konkreter Handlungsempfehlungen.<br />
Die offene Entwicklungsumgebung<br />
macht Mindsphere gerade auch für<br />
KMUs interessant, so die vbw-Studie. Beim<br />
Datenschutz setzt Siemens Maßstäbe: Bei<br />
Mindsphere gehören die Daten dem, der sie<br />
eingestellt hat. Nach Beendigung einer Geschäftsbeziehung<br />
besteht das Recht auf<br />
Datenlöschung.<br />
Strategische Allianzen<br />
Einen anderen Weg geht Trumpf. Das Ditzinger<br />
Unternehmen hat mit Axoom ebenfalls<br />
eine plattform-basierende Lösung angeboten,<br />
das Know-how allerdings am<br />
1. Juli 2019 an GFT verkauft. Trumpf will<br />
sich auf seine Kernkompetenzen rund um<br />
die Smart Factory konzentrieren – hat allerdings<br />
eine Entwicklungspartnerschaft mit<br />
GFT vereinbart. Gemeinsames Ziel ist die<br />
weitere Standardisierung von Smart Factory<br />
Lösungen. Mit der Rückbesinnung auf das<br />
eigene Kerngeschäft steht Trumpf nicht<br />
allein: Auch Kuka hat Mitte 2018 seine<br />
unabhängigen Industrial Internet of Things-<br />
Plattform Connyun an den Technologiekonzern<br />
Körber verkauft.<br />
Fehlende Normen sind ein Haupthindernis<br />
bei der Einführung von unternehmensübergreifenden<br />
digitalen Infrastrukturen.<br />
Einheitliche semantische Standards erleichtern<br />
zum Beispiel den digitalen Austausch<br />
von Stammdaten über Organisations-,<br />
Sprach- und Ländergrenzen hinweg. Für ein<br />
einzelnes Unternehmen ist es naturgemäß<br />
schwieriger, die notwendige kritische Masse<br />
zu erreichen, um einen Standard erfolgreich<br />
anbieten oder sogar durchsetzen zu können.<br />
Eine Allianz über Branchengrenzen hinweg<br />
hat es da einfacher. Adamos ist das Ergebnis<br />
einer solchen Zusammenarbeit von mehreren<br />
Partnern aus der Maschinenbau- und<br />
Softwareindustrie. Der Name steht für<br />
Adaptive Manufacturing Open Solutions.<br />
Beteiligt sind unter anderem die Software<br />
AG, DMG Mori, Dürr, Zeiss, ASM PT sowie<br />
Engel und Karl Mayer. Das Joint Venture<br />
wächst stetig, Mitte 2019 hat sich die Anzahl<br />
der Partner auf 16 erhöht. Sie wollen<br />
gemeinsam ihr Know-how aus dem Maschinenbau,<br />
der Produktion und der IT bündeln<br />
42 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Mithilfe von Adamos-<br />
Produktdaten können<br />
Anwender digitale<br />
Services nutzen – zum<br />
Beispiel für die<br />
Optimierung der<br />
Maschinenauslastung.<br />
Bild: Dürr Group<br />
i<br />
Die Nutzung von Plattformen führt<br />
bei rund 71 % der Unternehmen zu<br />
höheren Umsätzen.<br />
Quelle: Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)<br />
und einen Branchenstandard für<br />
die Smart Factory etablieren.<br />
Wie Mindsphere ist auch Adamos<br />
eine offene, herstellerneutrale<br />
PaaS-Umgebung, mit der<br />
Kunden durchgängig produk -<br />
tionsrelevante Daten erfassen,<br />
visualisieren und analysieren<br />
können. Adamos unterstützt<br />
sowohl die Cloud- als auch die<br />
lokale Anbindung der IoT-Plattform.<br />
Zielgruppe von Adamos<br />
sind insbesondere auch KMUs,<br />
die keine eigene Plattform entwickeln<br />
und sich zudem nicht in<br />
die Abhängigkeiten großer<br />
Marktanbieter begeben wollen.<br />
Die Lösung bietet standardisierte<br />
Schnittstellen und ist mit anderen<br />
Plattformtechnologien<br />
kompatibel. Die Nutzungsgebühren<br />
hängen von der Anzahl<br />
der integrierten Sensoren und<br />
Anlagen sowie dem anfallenden<br />
Datenvolumen ab und beginnen<br />
mit monatlichen Paketpreisen<br />
ab 450 Euro. Die Anbindung<br />
<br />
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<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 43
technik & wissen<br />
Laut des IW-Zukunftspanels<br />
18 hemmen Datenschutz<br />
und Eigentumsrechte<br />
den Ausbau von<br />
Plattformen. Bild: andranik123/Fotolia<br />
”<br />
Wer wettbewerbsorientiert agiert,<br />
muss darauf warten, dass ein<br />
Wettbewerber etwas tut. Nur<br />
wer kundenorientiert ist, kann<br />
Pionierarbeit leisten.<br />
Quelle: Amazon-Gründer Jeff Bezos<br />
von Maschinen und Robotern muss der<br />
jeweilige Partner selbst übernehmen.<br />
Während die Leistungsparameter von<br />
Mindsphere und Adamos zumindest vergleichbar<br />
sind, zeigt Volkswagen, dass künftig<br />
noch ganz andere Arten von konzertierten<br />
digitalen IT-Infrastrukturen denkbar<br />
sind. „Unser Baukastensystem für Elektroautos<br />
MEB soll ein Standard nicht nur für<br />
den VW-Konzern werden“, meinte Michael<br />
Jost Anfang 2019. Der Volkswagen-Konzern<br />
wolle den MEB öffnen und ihn der gesamten<br />
Industrie anbieten. Inzwischen prüft<br />
Ford im Rahmen einer globalen Kooperation<br />
mit VW die Verwendung des Baukastens.<br />
B2C als Vorbild<br />
Die industrielle Plattformlandschaft befindet<br />
sich in Deutschland noch in einer frühen<br />
Ausbauphase. Es ist derzeit kaum abschätzbar,<br />
welche Standards sich durchsetzen werden.<br />
Das erfordert von Anbieter- wie auch<br />
von Anwenderseite viel Agilität – in der<br />
Marktbeobachtung, in der Vorbereitung<br />
und in der Entscheidungsfindung.<br />
Eines kann die Branche vom B2C-Markt<br />
lernen: Erfolgreiche B2C-Plattformen sind<br />
immer konsequent auf die Wünsche und<br />
Anforderungen ihrer Kunden ausgerichtet.<br />
Jede Anwendung muss zuerst einmal einen<br />
Mehrwert generieren. Wer die Einführung<br />
beziehungsweise den Aufbau einer Plattform<br />
plant, muss deshalb die Gedanken drehen<br />
– weg von technisch getriebenen Fragen<br />
hin zur Problemlösung, wie und mit welchen<br />
Angeboten die eigenen Kunden besser<br />
und/oder wirtschaftlicher bedient werden<br />
können.<br />
•<br />
Michael Grupp<br />
Freier Fachjournalist in Stuttgart<br />
44 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Konferenz<br />
SMARTE MASCHINEN<br />
IM EINSATZ<br />
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ<br />
IN UNTERNEHMEN<br />
15. Oktober 2019<br />
Fraunhofer IPA, Stuttgart<br />
Smarte Maschinen verändern die Welt – schon jetzt!<br />
Durch das gebremste Wirtschaftswachstum wird sich diese<br />
Entwicklung beschleunigen.<br />
Vor diesem Hintergrund präsentieren die Konradin Mediengruppe<br />
und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung<br />
IPA den Kongress „Smarte Maschinen im Einsatz - Künstliche<br />
Intelligenz in Unternehmen“, in dem ein Dutzend innovativer<br />
Mittelständler und Konzerne ihre Lösungsansätze vorstellen.<br />
Anmeldeschluss:<br />
25. 09. 2019<br />
Teilnahmegebühr:<br />
640,– €<br />
zzgl. MwSt.<br />
Jetzt anmelden unter<br />
www.industrie.de/kuenstliche-intelligenz-2019<br />
Veranstalter Kooperationspartner Schirmherrschaft
technik & wissen<br />
Durch zielgerichtete KSS-Zufuhr<br />
konnten in den Bereichen des Werkzeugund<br />
Maschinenbaus sowie der Luft- und<br />
Raumfahrtindustrie Produktivitäts -<br />
steigerungen bei der Fräsbearbeitung<br />
erreicht werden.<br />
Die pulsierende HD-KSS-Zufuhr<br />
hilft, geeignete Spanlängen einzustellen.<br />
Bilder: WZL der RWTH Aachen<br />
Kühlschmierstoff-Forschung zur Steigerung der Produktivität<br />
Zielgerichtete<br />
Zufuhr<br />
Zerspantechnik | Am Werkzeugmaschinenlabor WZL<br />
der RWTH Aachen werden drei Ansätze untersucht,<br />
wie die Leistungsfähigkeit der zielgerichteten Zufuhr<br />
von Kühlschmierstoff gesteigert werden kann.<br />
Kühlschmierstoff (KSS) findet in der Zerspantechnik eine<br />
breite Anwendung. Die zielgerichtete Zufuhr mit erhöhtem<br />
Druck ermöglicht im Vergleich zur konventionellen<br />
Überflutungskühlung eine Steigerung von Produktivität<br />
und Prozesssicherheit.<br />
Additive Fertigung von Fräswerkzeugen<br />
In den Bereichen des Werkzeug- und Werkzeugmaschinenbaus<br />
sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie konnten<br />
durch die zielgerichtete KSS-Zufuhr Produktivitätssteigerungen<br />
bei der Fräsbearbeitung erreicht werden.<br />
Im AiF/IGF Forschungsvorhaben 18401 N konnte die<br />
Produktivität mit wendeschneidplattenbestückten Walzenstirnfräsern<br />
um 50 % gesteigert werden. Mit konventionellen<br />
Fertigungsverfahren kann die KSS-Zufuhr<br />
bei Messerkopfwerkzeugen durch mehrere Kühlkanalbohrungen<br />
entlang der Wendeschneidplatte realisiert<br />
werden. Die Fertigung dieser Kanäle mittels Bohren ist<br />
kosten- und zeitintensiv. Überdies besteht die Gefahr,<br />
dass die filigranen Bohrwerkzeuge brechen und hohe<br />
Ausschuss- oder Nacharbeitskosten entstehen.<br />
Die additive Fertigung bietet hier mittels Laser<br />
Powder Bed Fusion (LPBF) einen Lösungsansatz. Durch<br />
den erhöhten Freiheitsgrad lassen sich komplexe Kühlkanalgeometrien<br />
fertigen. Am WZL wurden erste Untersuchungen<br />
mit einem von der Firma LMT Fette Werkzeugtechnik<br />
bereitgestellten, additiv gefertigten Werkzeug<br />
durchgeführt. Dieses wurde mit einem konventionell<br />
gefertigten Werkzeug verglichen. Die Standzeit<br />
konnte bei der Bearbeitung des Vergütungsstahls<br />
42CrMo4+QT gesteigert werden. Jedoch wurde weiterer<br />
Forschungsbedarf für eine breite industrielle Anwendung<br />
identifiziert, wie zum Beispiel die Analyse des<br />
Schwingungsverhaltens.<br />
Bei der Drehbearbeitung schwer zerspanbarer Werkstoffe<br />
wie Nickelbasislegierungen entstehen häufig lange<br />
Fließ- und Wirrspäne. Es tritt eine hohe thermomechanische<br />
Belastung der Werkzeugschneide und infolgedessen<br />
starker Verschleiß auf. Aus diesen Gründen<br />
ist die Hochdruck (HD)-KSS-Zufuhr bei der Bearbeitung<br />
dieser Werkstoffe weit verbreitet. Durch die Fokussierung<br />
des KSS-Strahls bei erhöhten Drücken in die<br />
Zerspanzone wird eine Reduktion des Werkzeugverschleißes<br />
sowie die Entstehung kurzer Späne erzielt, die<br />
zu verringerten Nebenzeiten führt. Zudem wird die Automatisierbarkeit<br />
von Prozessen verbessert.<br />
Jedoch werden die kurzen Späne durch den auftreffenden<br />
KSS-Strahl beschleunigt. Treffen die Späne mit<br />
hoher Geschwindigkeit auf bereits bearbeitete Werkstückoberflächen,<br />
können diese beschädigt werden. Die<br />
Potenziale der HD-KSS-Zufuhr werden daher bei der<br />
Schlichtbearbeitung, insbesondere von sicherheitskritischen<br />
Bauteilen für Luftfahrtanwendungen, kaum aus-<br />
46 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
genutzt.<br />
Ein aktuell am WZL untersuchter Ansatz zur Erzeugung<br />
geeigneter Spanlängen beim Schlichtdrehen ist die<br />
pulsierende HD- KSS-Zufuhr. Gezielt eingestellte alternierende<br />
Drücke ermöglichen, die Länge der resultierenden<br />
Späne in Abhängigkeit von den Schnittparametern<br />
einzustellen. Im ersten Zeitintervall wird der KSS-Zufuhrdruck<br />
so weit reduziert, dass kein Spanbruch durch<br />
den auftreffenden KSS-Strahl erzeugt wird. In einem<br />
zweiten Zeitintervall wird daraufhin ein erhöhter Druck<br />
realisiert, sodass der Span bricht. Der kontrollierte<br />
Spanbruch bei definierter Länge unterbindet das Auftreffen<br />
der Späne auf bereits geschlichtete Oberflächen.<br />
Modellierung der Kühlschmierstoffwirkung<br />
Beim Einsatz der HD-KSS-Zufuhr ist die Wirkung des<br />
Strahls auf die Spanbildung aufgrund der zeitlichen und<br />
räumlichen Komplexität nur eingeschränkt untersuchbar.<br />
Vor diesem Hintergrund wird am WZL ein<br />
3D-Multiphysikmodell entwickelt, mit dem die<br />
thermo- mechanische Kühlschmierstoffwirkung analysiert<br />
werden kann. Das Modell basiert auf der gekoppelten<br />
Euler-Lagrange-Methode (CEL). Sie kombiniert<br />
die Vorteile eines Lagrange-Netzes mit einer Euler-Diskretisierung<br />
des Modellraums. Druckbedingungen aus<br />
dem Eulerschen-Netz werden auf das Lagrange-Netz<br />
angewendet. Die Lagrange Netzgrenzen werden als Geschwindigkeitsrandbedingungen<br />
im Eulerschen-Netz interpretiert.<br />
Auf diese Weise ist es möglich die Interaktion<br />
zwischen Strömung und Festkörper zu simulieren.<br />
Bisherige Ergebnisse zeigten, dass es mit der CEL-Simulation<br />
methodisch möglich ist, die thermo-mechanische<br />
KSS-Wirkung zu simulieren und die Spanbildung aktiv<br />
zu beeinflussen. In der Folge sei es mögliche die komplexe<br />
thermo- mechanische Kühlschmierstoffwirkung besser<br />
zu verstehen und den Anwender bei der Auslegung<br />
von Prozess, Werkzeug und Maschine zu unterstützen.<br />
Weitere Ergebnisse der genannten Projekte werden<br />
auf der 6. Aachener Kühlschmierstoff-Tagung am 23.<br />
und 24. Oktober 2019 in Form von Vorträgen und Live-<br />
Präsentationen vorgestellt. Das Forschungsvorhaben<br />
PulsKühl (IGF 19962 N) wird über das VDW Forschungsinstitut<br />
durch die AiF im Rahmen des IGF vom<br />
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund<br />
eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert.<br />
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft<br />
(DFG).<br />
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Weitere Informationen unter: www.kss-tagung.de<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 47
technik & wissen<br />
Die Montage von CEE-Steckverbindungen stellt<br />
besondere Anforderungen an den Sondermaschinenbau,<br />
denn es handelt sich um ein Massenprodukt<br />
mit geringen Taktzeiten und einer hohen<br />
Variantenvielfalt. Bilder: Weiss<br />
Sondermaschinenbauer Wilei setzt auf Handling-Komponenten von Weiss<br />
Im strammen Takt<br />
durch 300 Varianten<br />
Montage | Wenn ein kleiner Sondermaschinenbauer ein<br />
Großprojekt anpackt, muss er sich auf seinen Zulieferer<br />
verlassen können. Für eine komplexe Montagestraße<br />
bekam Wilei mehr als nur ein paar Handling-Kom -<br />
ponenten. Weiss lieferte ein komplett vormontiertes<br />
System.<br />
Wilei-Chef Frank Burgbacher: „Weiss hat<br />
die Komponenten geliefert und das komplette<br />
Engineering übernommen.“<br />
Sonder ohne Maschine, geht das überhaupt?<br />
Na klar, dachte sich Frank Burgbacher, Geschäftsführer<br />
des Sondermaschinenbauers<br />
Wilei, und vergab für eine Montagestraße<br />
für CEE-Steckverbindungen die „Maschine“,<br />
sprich Werkstückträgertransport und<br />
Handling, komplett an Weiss, einem Spezialisten<br />
für Automatisierungstechnik. So<br />
konnten er und seine Kollegen sich ganz um<br />
das „Sonder“ kümmern, also um den Prozess<br />
und die Montageschritte. Weiss übernahm<br />
als Systemanbieter das zugehörige Linearmontagesystem<br />
und die Linearmotorachsen<br />
für das Handling, die bei diesem<br />
Projekt nicht als Einzelkomponenten, sondern<br />
als komplett konfiguriertes und vormontiertes<br />
Gesamtsystem geliefert wurden.<br />
„Natürlich hätten wir den Teiletransport<br />
und das Handling auch selbst konstruieren<br />
und montieren können, aber das bindet Kapazitäten“,<br />
versichert Burgbacher. „Da konzentrieren<br />
wir uns lieber auf das, was wir<br />
am Besten können.“<br />
Mit Wurzeln in der Stanz- und Umformtechnik<br />
und neu aufgestellt im Vorrichtungs-<br />
und Sondermaschinenbau ist die in<br />
Waldachtal-Salzstetten beheimatete Wilei<br />
GmbH mit fünf Angestellten der klassische<br />
„kleine Sondermaschinenbauer“. Der effektive<br />
Einsatz der Mitarbeiterkapazitäten ist<br />
bei dieser Unternehmensgröße überlebenswichtig.<br />
Das gilt besonders dann, wenn der<br />
erste Großauftrag ansteht.<br />
2013 bekam Wilei von Bals den Zuschlag<br />
für den Bau einer neuen Montagestraße.<br />
In seinem Zweitwerk im brandenburgischen<br />
Freiwalde fertigt der Spezialist für<br />
Industriesteckverbindungen unter anderem<br />
CEE-Steckverbindungen – ein typisches<br />
Massenprodukt, das jedoch für seine notorische<br />
Variantenvielfalt bekannt ist. Das weiß<br />
jeder, der einmal für einen Mehrphasenstecker<br />
die passende Dose gesucht hat. Für die<br />
Montage der Steckverbinder sind deswegen<br />
maximale Flexibilität bei geringen Taktzeiten<br />
gefragt. Im Fall Bals sind das konkret<br />
60.000 Steckverbinder mit 300 Varianten<br />
pro Woche und damit eine echte Herausforderung<br />
für die Sondermaschine. Burgbacher<br />
entschied sich daher von Anfang an, das<br />
Thema Taktzeit und Teiletransport komplett<br />
einem kompetenten Partner zu übertragen.<br />
Kontakt zu Weiss gab es aus früheren<br />
Projekten. „Wir beziehen unsere Rundschalttische<br />
nur von den Spezialisten aus<br />
Buchen, denn die sind gut und funktionieren,“<br />
schwärmt Burgbacher, der es sich zum<br />
Grundsatz gemacht hat, nur von renommierten<br />
Anbietern und Marktführern zu<br />
kaufen.<br />
Ein Rundschalttisch kam allerdings bei<br />
der geplanten Anlage nicht in Frage. Bals<br />
hat aus Platz- und Erweiterungsgründen<br />
von Anfang an ein Linearsystem vorgegeben.<br />
Für Weiss kein Problem. Das Unternehmen<br />
hat mit dem Modell LS 280 ein Linear-<br />
48 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Tag der<br />
PSA<br />
Drei Achskombinationen laufen<br />
platzsparend auf einer Linearmotor -<br />
achse und werden als vormontiertes,<br />
einbaufertiges System geliefert.<br />
montagesystem im Programm, das als „aufgeschnittener<br />
Rundschalttisch“ die Vorgaben<br />
von Bals erfüllt. Die Lösung setzt für<br />
den Transport der Werkstückträger an den<br />
Bearbeitungsstationen auf den bewährten<br />
Kurvenantrieb mit all seinen Vorteilen.<br />
Hierzu zählen ein weicher Bewegungsablauf,<br />
eine hohe Positioniergenauigkeit ohne<br />
zusätzliche Indexierungsschritte und unterm<br />
Strich geringe Taktzeiten.<br />
Natürlich waren auch andere Linearsysteme<br />
angefragt worden, aber rückblickend<br />
ist Burgbacher froh, seinem Grundsatz vertraut<br />
zu haben. „Das LS ist erste Sahne,<br />
praktisch unzerstörbar“, schwört der Chef.<br />
Hinzu kam, dass Weiss nicht nur das Linearmontagesystem<br />
anbieten konnte, sondern<br />
auch die passenden Handlingkomponenten.<br />
Das Ganze wurde als komplettes, vormontiertes,<br />
verdrahtetes und somit einbaufertiges<br />
System geliefert. „Weiss ist dabei in Vorleistung<br />
gegangen und hat die Auslegung<br />
der Anlage noch vor der eigentlichen Bestellung<br />
übernommen,“ schätzt Burgbacher den<br />
Service der Buchener. Nach gemeinsamer<br />
Abklärung der erforderlichen Stationen, Bearbeitungspositionen<br />
und Taktzeiten konnten<br />
sich die beiden Partner jeweils auf ihre<br />
Kernkompetenzen konzentrieren und parallel<br />
an der Anlage arbeiten. Das sparte Zeit<br />
und ermöglichte dem Team rund um Burgbacher<br />
überhaupt erst, so ein komplexes<br />
Projekt in einem wettbewerbsfähigen Kosten-<br />
und Terminrahmen zu stemmen.<br />
Das Resultat kann sich sehen lassen. Ein<br />
LS 280 mit 14 Bearbeitungsstationen übernimmt<br />
den Transport der Werkstückträger.<br />
Nach dem Einlegen der Halteplatte passieren<br />
die Werkstücke drei Bearbeitungsstationen,<br />
in denen die einzelnen Steckerstifte,<br />
Hülsen, Federn und Kontaktöffner des<br />
Schnellanschlusssystems eingesetzt werden.<br />
Das erforderliche Handling übernimmt dabei<br />
eine Kombination aus drei frei programmierbaren<br />
Direktantrieben. Die drei Handlinggruppen<br />
laufen dabei platzsparend auf<br />
einer Linearmotorachse mit einer Länge von<br />
nur einem Meter. Es ist schon bemerkenswert,<br />
auf so einem engen Raum drei Achskombinationen<br />
und eine Rotationsachse unterzubringen.<br />
An einem Handarbeitsplatz können<br />
Sondervarianten ergänzt werden<br />
Nachdem Weiss für Flexibilität, Präzision<br />
und mit einer Taktzeit von gerade mal 8,5 s<br />
für Tempo beim Handling gesorgt hatte,<br />
konnte sich das Team von Wilei um den<br />
Rest kümmern. Nach den Montageschritten<br />
durchläuft die bestückte Steckverbindung<br />
eine Prüfstation für die Abzugkräfte sowie<br />
eine Vollständigkeitskontrolle. An einem<br />
Handarbeitsplatz können Sondervarianten<br />
ergänzt werden, bevor die Steckverbindung<br />
an der Schraubstation komplettiert und<br />
schließlich ausgeschleust wird. Burgbacher<br />
ist zufrieden mit der Arbeitsteilung beim<br />
Bau der Anlage: „Weiss lieferte das Knowhow<br />
für Handling und Zuführung, unsere<br />
Aufgabe als Sondermaschinenbauer war, alles<br />
zusammenzuführen und sicherzustellen,<br />
dass es harmoniert.“ Und selbst bei der Harmonisierung<br />
konnte Weiss die Schwarzwälder<br />
noch unterstützen, denn mit einer bereitgestellten<br />
Software wurde die Einrichtung<br />
und Programmierung der Handlingeinheiten<br />
einfacher. „Das Programmpaket<br />
übernimmt die komplette Steuerung der<br />
Achsen und des Linearmontagesystems,“ erklärt<br />
Burgbacher. Die übergeordnete SPS<br />
meldet lediglich, ob ein Teil auf Position ist.<br />
Der Wechsel zwischen den hinterlegten Steckervarianten<br />
erfolgt dabei automatisch.<br />
Weil Hard- und Software aus einer Hand<br />
stammen und perfekt aufeinander abgestimmt<br />
sind, bleiben die Taktzeiten entsprechend<br />
gering. Hinzu kommt die komfortable<br />
Bedienung der Software, die mit ihrer intuitiven<br />
Oberfläche keine Programmierkenntnisse<br />
erfordert. (ub) •<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 49
technik & wissen<br />
Roland Wertz, Leiter F&E bei IEF-Werner, über Trends in der Montagetechnik<br />
„Die Digitalisierung steht<br />
bei uns im Fokus“<br />
Forschungsleiter Roland Wertz gibt einen Überblick, welche<br />
komplexen Anforderungen die Kunden heute an die Montagetechnik<br />
stellen. Und er beschreibt, wie die Digitalisierung die<br />
Branche zunehmend beeinflusst.<br />
Für Roland Wertz, Leiter Forschung<br />
und Entwicklung bei IEF-Werner in<br />
Furtwangen, ist Industrie 4.0 ein großer<br />
Themenkomplex in der Branche.<br />
Bild: IEF-Werner<br />
Herr Wertz, welche Trends bewegen aktuell<br />
die Montage- und Handhabungstechnik?<br />
In der Produktion von morgen spielt insbesondere<br />
das Thema Industrie 4.0 eine wichtige<br />
Rolle. Damit werden nicht nur die Produktionsanlagen<br />
immer stärker automatisiert,<br />
sondern auch die Komponenten selbst.<br />
Die Hersteller rüsten diese zunehmend mit<br />
Schnittstellen und Software aus, um sie intelligent<br />
und vernetzt einsetzen zu können.<br />
Ein weiterer Trend ist die Nachhaltigkeit.<br />
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen<br />
die Betriebe ihre Gesamtkosten drücken<br />
und Energie sparen. Sie wollen sich aber<br />
auch flexibel auf geänderte Produktionsbedingungen<br />
oder Leistungsanforderungen<br />
einstellen können. Für uns bedeutet das,<br />
dass wir unsere Komponenten, Anlagen und<br />
Systeme ganzheitlich optimieren müssen.<br />
Das betrifft die Mechanik und die Steuerungstechnik<br />
gleichermaßen.<br />
Viele Systeme von IEF Werner sind modular<br />
aufgebaut. Wie viel Modularität<br />
braucht die Montage und Handhabung<br />
wirklich?<br />
Mit fein aufeinander abgestimmten Komponenten<br />
lassen sich maßgeschneiderte und<br />
zukunftssichere Lösungen umsetzen, die<br />
sich an neue Produktionsabläufe einfach anpassen<br />
lassen. Mit unserer modularen Bauweise<br />
unterstützen wir den Anwender zum<br />
Beispiel dabei, auf immer kleinere Losgrößen<br />
und eine zunehmende Variantenvielfalt<br />
wirtschaftlich reagieren zu können. Wir<br />
können mit unseren Baukastensystemen die<br />
Anlagen genau an die gestellten Aufgaben<br />
anpassen und der Nutzer bekommt eine effiziente<br />
und nachhaltige Lösung. Die durchgängige<br />
Modularisierung von Hard- und<br />
Software garantiert eine bisher unerreichte<br />
Flexibilität bei gleichzeitiger Zeit- und Kosteneinsparung.<br />
IEF Werner hat im letzten Jahr seine Servopressen-Baureihe<br />
Aipress weiterentwickelt.<br />
Was steckt hinter der Optimierung?<br />
Wir entwickeln unsere Systeme ständig weiter,<br />
um den Nutzen für den Anwender konsequent<br />
zu steigern. Vor diesem Hintergrund<br />
haben wir die Baureihe im Detail verbessert.<br />
Die neue Generation bietet viele<br />
Optimierungen im mechanischen und im<br />
steuerungstechnischen Teil. Unter anderem<br />
steht dem Nutzer im Vergleich zur Vorgängerversion<br />
mehr Kraft auf einem kompakten<br />
Bauraum zur Verfügung. Zudem sind<br />
wir dem Trend gefolgt und haben die Lösung<br />
modularer aufgebaut. Der Kunde profitiert<br />
auch von neuen Software-Funktionen.<br />
Hierzu gehört zum Beispiel eine Verschleiß-<br />
und Wartungsanzeige.<br />
Wie schaffen Sie es, auf die oft sehr speziellen<br />
Wünsche der Kunden einzugehen?<br />
Indem wir eng mit dem Kunden zusammenarbeiten.<br />
Das beginnt bei der Machbarkeitsanalyse<br />
und reicht über die Konstruktion<br />
bis hin zur fertigen Maschine. Hinzu kommen<br />
unser branchenübergreifendes Marktverständnis<br />
und die verschiedenen ingenieurstechnischen<br />
Disziplinen in unserem<br />
Haus.<br />
Wie stark spürt die Branche den digitalen<br />
Wandel? Und wie sehr wirkt sich das auf<br />
die Entwicklungen bei IEF-Werner aus?<br />
Industrie 4.0 ist ein großer Themenkomplex<br />
in der Branche. Unter diesem Schlagwort<br />
bieten Maschinenbauer seit einigen Jahren<br />
50 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Produkte und Services entlang der Wertschöpfungskette<br />
an. Auch bei unseren Entwicklungen<br />
ist die Digitalisierung ein wichtiger<br />
Bestandteil. Hierzu entwickeln wir zusammen<br />
mit Partnern unsere Produkte kontinuierlich<br />
weiter. Unser Ziel ist dabei, die<br />
Komponenten und Systeme wissens- und informationsbasiert<br />
zu optimieren und dem<br />
Anwender Mehrwertinformationen zu bieten.<br />
Können Sie dazu ein Beispiel nennen?<br />
Im Rahmen eines Verbundprojekts haben<br />
wir eine intelligente Zahnriemenachse entwickelt<br />
und realisiert, die sich selbst beschreiben<br />
und Daten über alle relevanten<br />
statischen und dynamischen Zustände bereitstellen<br />
kann. Diese werden intern aggregiert<br />
und analysiert. Die Komponente überwacht<br />
damit ihren Zustand und ihre Leistung<br />
permanent selbst und kann unter anderem<br />
den eigenen Verschleiß analysieren. Der<br />
„Wir helfen<br />
dem Anwender<br />
dabei, auf die<br />
zunehmende<br />
Variantenvielfalt<br />
und die immer<br />
kleineren<br />
Losgrößen<br />
wirtschaftlich<br />
reagieren zu<br />
können.“<br />
Bediener ist stets über die Lebenszeit der<br />
Komponente informiert und bekommt den<br />
nächsten Wartungstermin vorgeschlagen.<br />
Servicemaßnahmen kann er so rechtzeitig<br />
einplanen und ist gefeit vor unerwarteten<br />
Ausfällen. Über eine optionale Cloud-An-<br />
bindung kann die Zahnriemenachse zudem<br />
mit anderen Bestandteilen des Systems kommunizieren<br />
und weitere Daten in die Analyse<br />
der eigenen Umgebung mit einbeziehen.<br />
Das Stichwort in diesem Zusammenhang<br />
lautet demnach verteilte Sensornetzwerke?<br />
Richtig. Ein anderes Beispiel ist unser Montagesystem<br />
Smallflex. Die Lösung lässt sich<br />
im laufenden Betrieb umrüsten. Der Anwender<br />
kann dabei sogar ganze Fertigungs- und<br />
Montagemodule austauschen. Möglich wird<br />
das durch eine dezentrale Steuerung und die<br />
RFID-Technik der eingesetzten Werkstückträger.<br />
Zudem sind die Systemkomponenten<br />
mit autarken Steuerungsmodulen ausgestattet,<br />
die sich per Ethernet miteinander vernetzen<br />
lassen. Die Vision einer Plug-and-<br />
Produce-Fertigung ist damit Realität geworden.<br />
Das reduziert die Kosten während der<br />
Inbetriebnahme und vor allem bei häufigen<br />
Produktwechseln. (ub) •<br />
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Hauff-Technik verfügt über ein umfassendes<br />
Produktportfolio und ist auf eine<br />
effiziente Logistik angewiesen. Da die<br />
bisherigen Bodenroller den Ansprüchen<br />
nicht mehr genügten, suchte das Unternehmen<br />
nach einer praktikableren Lösung.<br />
Bild: CSP<br />
Bodenroller optimieren die Logistik bei Hauff-Technik<br />
Endlich Platz<br />
in der Halle<br />
Intralogistik | Ein spezielles System aus Bodenrollern<br />
und Speicherturm vereinfacht das Handling von<br />
Behältern bei Hauff-Technik, einem Hersteller von<br />
Abdichtsystemen. Zudem lässt sich der Auslastungsgrad<br />
des Betriebs am Bestand im Turm ablesen.<br />
Bei der Herstellung von Abdichtsystemen<br />
kommen viele verschiedene Komponenten<br />
zum Einsatz und das hat eine aufwendige<br />
Intralogistik zur Folge. „Hinzu kommt, dass<br />
unser Portfolio recht groß ist“, so Marc<br />
Bursian, Logistikleiter bei der Hauff-Technik<br />
GmbH und Co. KG. Im Rahmen einer<br />
Produktionserweiterung erwiesen sich die<br />
bisher verwendeten Bodenroller als umständlich,<br />
da sie sich nur bedingt für den<br />
Transport unterschiedlich großer Behälter<br />
eigneten. Zudem wurden die nicht benötigten<br />
Bodenroller auf den Verkehrsflächen gelagert<br />
oder in kleinen Einheiten gestapelt.<br />
„Es ist auch möglich, eine größere Menge<br />
Bodenroller mit einem Stapler aufeinander<br />
Logistikleiter Marc Bursian: „Der Bodenrollerspeicher<br />
ist einfach zu bedienen,<br />
die Rückmeldungen der Belegschaft<br />
sind durchweg positiv.“<br />
Bild: Hauff-Technik<br />
zu stellen, doch das kostet Zeit und erfordert<br />
Fingerspitzengefühl, denn ohne Zentrierung<br />
ist das eine eher instabile Geschichte“,<br />
so Bursian.<br />
Um das Ganze zu vereinfachen, sah man<br />
sich zunächst nach neuen Bodenrollern um.<br />
Die sollten sowohl Groß- als auch Kleinladungsträger<br />
ohne zusätzliche Zwischenpaletten<br />
aufnehmen können und den einfachen<br />
Transport von Paletten und Euro-Gitterboxen<br />
ermöglichen. Zudem wollte man<br />
bei Hauff-Technik in Zukunft ohne den üblichen<br />
L-Zentrierrahmen auskommen, der<br />
den Transport durch seine ungünstige Form<br />
unnötig erschwert.<br />
Auf der Fachmesse Logimat in Stuttgart<br />
wurde Bursian auf die Bodenroller der CSP<br />
Cut Systems Pfronstetten aufmerksam, die<br />
über einen schräg zulaufenden Zentrierrahmen<br />
verfügen und den gewünschten Anforderungen<br />
entsprechen. Dank der schrägen<br />
Zentrierung wird das Aufsetzen der Palette<br />
auf beziehungsweise in den Wagen einfacher.<br />
„Wir haben in einem ersten Feldver-<br />
52 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Seit der Inbetriebnahme<br />
im Juni 2017 gab es keine<br />
Probleme, abgesehen von<br />
einem defekten Aktor im<br />
Schaltschrank. Kleinere<br />
Störungen können die<br />
Mitarbeiter bei Hauff-<br />
Technik selbst beheben.<br />
Bild: Hauff-Technik<br />
Der von Hauff-Technik georderte Speicherturm<br />
bietet Platz für maximal 30 Bodenroller,<br />
die von den Werkern einfach unten eingeschoben<br />
werden. Bild: CSP<br />
such zunächst zehn Stück in unserer favorisierten<br />
RAL-Farbe inklusive Einlegeblech<br />
bestellt, sodass wir unabhängig von der<br />
Form und Größe jede Art von Behälter<br />
transportieren können“, erzählt der Logistikleiter.<br />
„Dabei wurden wir auch auf den<br />
Speicherturm aufmerksam.“ Es folgte<br />
schließlich ein Referenzbesuch bei einem<br />
Kunden von CSP, der den Bodenrollerspeicher<br />
bereits im Einsatz hatte. Die kompakte<br />
Bauweise des Turms mit seiner kleinen Stellfläche<br />
und die einfache Bedienung überzeugte<br />
Bursian endgültig.<br />
CSP legte den Speicher für 30 Bodenroller<br />
aus. Die Stellfläche des Turms in Europalettengröße<br />
beträgt 1780 x 1180 mm. „Die<br />
Höhe lässt sich nach Bedarf anpassen“, erklärt<br />
Sascha Schmid, Konstruktionsleiter<br />
bei CSP. „Bei Hauff beträgt sie siebeneinhalb<br />
Meter, damit die gewünschte Zahl an<br />
Bodenroller aufgenommen werden kann.“<br />
Für die Lagerung wird der Bodenroller einfach<br />
unten eingeschoben. Dabei muss er<br />
nicht extra angehoben werden, was den Rücken<br />
der Werker schont. Anschließend hebt<br />
eine elektrische Hubvorrichtung den Bodenroller<br />
über seitliche Mitnehmerhaken an die<br />
nächste freie Stelle an, sodass er sicher verstaut<br />
ist. Die Steuerung erfolgt über ein<br />
Schaltpanel direkt am Speicherturm. „Benötigt<br />
ein Mitarbeiter wiederum einen freien<br />
Bodenroller, muss er dazu nur einen Knopf<br />
drücken und das Teil wird innerhalb von<br />
drei Sekunden ausgegeben“, erklärt Schmid.<br />
Bei Hauff kommen verstärkte Hub- und Antriebsketten<br />
zum Einsatz. So lassen sich die<br />
Bodenroller problemlos inklusive Einlegeblech<br />
im Turm lagern.<br />
Bodenroller verschwinden im Speicherturm<br />
Im Juni 2018 installierte CSP den Speicherturm<br />
bei Hauff-Technik. Die Arbeiten verliefen<br />
ohne Probleme und waren nach rund<br />
fünf Stunden abgeschlossen. Voraussetzung<br />
für den Einsatz des Turms ist eine tragfähige<br />
und ebene Bodenfläche. „Aus Sicherheitsgründen<br />
wird die Stahlkonstruktion fest im<br />
Boden verankert“, führt Schmid aus.<br />
Da sich die Spezialisten für Abdichtsysteme<br />
auch für die Bodenroller von CSP entschieden<br />
haben, mussten keine Anpassungen<br />
am Speicherturm vorgenommen werden.<br />
Auch die Einweisung in den betriebsbereiten<br />
Bodenrollerspeicher ist grundsätzlich<br />
von kurzer Dauer. „Die Bedienung ist sehr<br />
einfach“, versichert Bursian. „Kleinere Störungen<br />
können wir ohne großen Aufwand<br />
selbst beheben.“ So wundert es nicht, dass<br />
die Rückmeldungen aus der Belegschaft<br />
durchweg positiv ausfielen.<br />
Die Bodenroller verschwinden nun nach<br />
einem Kommissioniervorgang im Speicherturm<br />
und verstellen nicht mehr die Flächen,<br />
die eigentlich für die Waren gebraucht werden.<br />
Dadurch trägt der Bodenrollerspeicher<br />
zu einem ordentlichen Gesamtbild in den<br />
Hallen bei und behindert nicht mehr den innerbetrieblichen<br />
Materialfluss, weil er in<br />
den Verkehrswegen herumsteht. Und nicht<br />
zuletzt leistet der Speicherturm einen wichtigen<br />
Beitrag zum Arbeitsschutz, denn ein<br />
herumstehender Bodenroller ist letztendlich<br />
auch eine Gefahrenquelle für die Werker, die<br />
in der Halle zu Fuß unterwegs sind.<br />
Und schließlich liefert der Speicherturm<br />
eine nützliche Information, denn an ihm<br />
lässt sich direkt ablesen, wie hoch die Auslastung<br />
in der Logistik beziehungsweise in<br />
der Fertigung aktuell ist. „Ist der Speicherturm<br />
voll, dann sind nur wenige Bodenroller<br />
und damit auch wenig Material im Umlauf“,<br />
erklärt Logistikleiter Bursian. Ist er<br />
dagegen leer, besteht ein erhöhtes Transport-<br />
und Materialaufkommen und in der<br />
Folge eine hohe Auslastung der Fertigung<br />
und der Logistik. In ruhigeren Phasen übernimmt<br />
der Bodenrollerspeicher eine Pufferfunktion.<br />
Unterm Strich ist Bursian mit der neuen<br />
Lösung zufrieden. Das betrifft auch die Kooperation<br />
mit CSP. „Bisher gab es keine Probleme,<br />
sodass wir auch weiterhin gerne mit<br />
dem Unternehmen zusammenarbeiten“, so<br />
der Logistikleiter. (ub) •<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 53
Mechanische Sicherheitskupplungen sind<br />
unverzichtbare Komponenten in der<br />
Verpackungsindustrie. Sie erleichtern die<br />
Wiederinbetriebnahme, erhöhen die<br />
Maschinenverfügbarkeit und helfen,<br />
Ausschusskosten zu reduzieren.<br />
Bild: Pixel B/Fotolia<br />
Sicherheitskupplungen für den Einsatz in der Verpackungsindustrie<br />
Alle Störungen<br />
beseitigt<br />
Antriebstechnik | Sicherheitskupplungen sind in Verpackungsmaschinen<br />
und Abfüllanlagen für den zuverlässigen<br />
Schutz von Personen und Material verantwortlich.<br />
Sie trennen An- und Abtrieb und verhindern<br />
so teure Schäden. Zudem bieten sie unter anderem<br />
eine einfache Wiederinbetriebnahme.<br />
Natürliches Mineralwasser ist mit einem Pro-Kopf-Verbrauch<br />
von rund 150 l (2018) das beliebteste alkoholfreie<br />
Kaltgetränk der Deutschen. Dadurch kommt eine<br />
große Menge an Mineralwasserflaschen zusammen.<br />
Diese werden von intelligenten, leistungsstarken Maschinen<br />
befüllt und verpackt. PET-Mineralwasser-Flaschen<br />
werden dabei oftmals nach dem Befüllen in Sechser-<br />
oder Zwölferpackungen gruppiert und mit Folie<br />
eingeschlagen.<br />
Damit in solchen Folieneinschlagmaschinen alle Prozesse<br />
reibungslos ablaufen, setzen viele Hersteller und<br />
Anwender auf mechanische Sicherheitskupplungen von<br />
Mayr. In der Maschine werden die Produkte zuerst mit<br />
Folie eingeschlagen, indem sogenannte Folienüberschläger<br />
oder Arme die Folie um das Produkt führen. Stoßen<br />
die Arme beim Einschlagen gegen einen Widerstand,<br />
zum Beispiel gegen eine aufgrund falscher Befüllung<br />
umgekippte Flasche, unterbrechen die Sicherheitskupplungen<br />
sofort die Drehmomentübertragung. Dadurch<br />
schützen sie die Antriebe in den Armen zuverlässig vor<br />
Schäden durch Überlast.<br />
Trotz elektronischer Überwachungsfunktionen der<br />
Maschinensteuerung, wie zum Beispiel der Motorstrom-Messung,<br />
bleiben mechanische Sicherheitskupplungen<br />
wie die EAS-Compact unverzichtbare Komponenten<br />
in der Verpackungsindustrie. Die elektronische<br />
Motorstrom-Messung erkennt zwar Störungen und<br />
Fehler, kann aber nur den Antrieb abschalten. Sie ist somit<br />
zu langsam, um bei den permanent steigenden Produktionsgeschwindigkeiten<br />
Kollisionen zu vermeiden.<br />
Mechanische Sicherheitskupplungen dagegen können<br />
den Antriebsstrang öffnen und Massen in Sekundenbruchteilen<br />
entkoppeln.<br />
Für jede Anwendung die richtige Kupplung<br />
Mayr bietet Sicherheitskupplungen für verschiedene<br />
Prozessschritte in der Ernährungs- und Verpackungsindustrie.<br />
Dazu zählen die EAS-Compact-Sicherheitskupplungen.<br />
Sie gehören zu den lasttrennenden Kupplungen,<br />
die das Drehmoment formschlüssig übertragen.<br />
Das Drehmoment wird dabei über die Vorspannung von<br />
Teller federn erzeugt. Lasttrennende Sicherheitskupplungen<br />
trennen bei Überlast oder Kollision An- und Abtrieb,<br />
heißt sie unterbrechen die Drehmoment- beziehungsweise<br />
Kraftübertragung. In rastender Ausführung<br />
sind die Kupplungen nach Beseitigung der Störung sofort<br />
wieder betriebsbereit.<br />
Durchrastkupplungen rasten automatisch zum Beispiel<br />
alle 15 Grad, oder in je nach Anwendung definierter<br />
Position, wieder ein, Synchronkupplungen nach 360<br />
Grad. So sind Letztere gerade bei Maschinen mit Rundtischen<br />
oftmals die erste Wahl. In einer Abfüllanlage für<br />
Frischkäse beispielsweise kommen daher EAS-<br />
Compact-Synchronkupplungen zum Einsatz. Sie sitzen<br />
jeweils im Antrieb in der Mitte des Rundtisches, der die<br />
54 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
technik & wissen<br />
Tischplatte mit den Frischkäsetöpfchen zum Befüllen<br />
dreht. Im Überlastfall, zum Beispiel wenn zu viele leere<br />
Töpfchen nach bestückt werden und sich der Tisch verklemmt,<br />
rastet die Sicherheitskupplung aus. Nach einer<br />
vollen Umdrehung rastet sie automatisch an derselben<br />
Stelle wieder ein.<br />
Freischaltende Kupplungen bleiben in Position<br />
Sicherheitskupplungen in freischaltender Ausführung<br />
dagegen trennen vollständig und nahezu restmomentfrei.<br />
Sie bleiben so lange in dieser getrennten Position,<br />
bis sie von Hand oder über Vorrichtungen wieder eingerastet<br />
werden. Freischaltende Sicherheitskupplungen<br />
eignen sich daher auch besonders für schnelllaufende<br />
Antriebe oder Antriebe mit großen Masseträgheitsmomenten.<br />
Die gespeicherte Rotationsenergie kann hier bei<br />
einer Kollision frei auslaufen. Für Anwendungen, bei<br />
denen lange Auslaufzeiten gefordert sind und gleichzeitig<br />
der Antrieb nur schwer zugänglich ist, bietet das Unternehmen<br />
mit den EAS- Reverse Sicherheitskupplungen<br />
eine passende Lösung. Diese Kupplungen rasten allein<br />
durch langsames Rückwärtsdrehen bei einer Drehzahl<br />
< 10 min -1 automatisch wieder ein, ohne den Einsatz<br />
von Pneumatik oder Hydraulik.<br />
Einsatzfälle für lasthaltende Kupplungen<br />
In Abfüll- oder Verpackungsmaschinen, in denen Produkte<br />
schräg oder auch vertikal bewegt werden und die<br />
auch im Überlastfall nicht abstürzen dürfen, kommen<br />
lasthaltende Sicherheitskupplungen wie die<br />
Roba-Rutschnaben zum Einsatz. Sie übertragen das<br />
Drehmoment durch Reibschluss, also über Reibbeläge,<br />
die mit Tellerfedern vorgespannt werden. Je stärker die<br />
Tellerfedern dabei durch die Einstellmutter zusammengedrückt<br />
werden, desto höher ist auch das übertragbare<br />
Drehmoment. Bei Überlast rutscht der Flansch mit dem<br />
Antriebselement gegen den Widerstand der Reibbeläge<br />
durch. Die Kupplung unterbricht die Drehmomentübertragung<br />
also nicht, sondern hält die Last mit dem eingestellten<br />
Drehmoment, sodass die Produkte nicht unkontrolliert<br />
abstürzen. Bei den Roba-Rutschnaben kann das<br />
Drehmoment über eine Skalierung an der Einstellmutter<br />
stufenlos an die jeweiligen Betriebsbedingungen angepasst<br />
werden. Sie sind durch ihre geschlossene Bauweise<br />
gegen Eindringen von Reinigungsmitteln und anderen<br />
Flüssigkeiten geschützt.<br />
•<br />
Ralf Epple<br />
Produktmanager Mayr Antriebstechnik, Mauerstetten<br />
Die lasttrennenden Sicherheitskupplungen<br />
EAS-Compact sind genau<br />
einstellbar und arbeiten<br />
mit hoher Wiederholgenauigkeit.<br />
Bild: Mayr Antriebstechnik<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 55
technik & wissen<br />
Magnetische Getriebe eignen<br />
sich für Anlagen mit hohen<br />
Ansprüchen an Hygiene, Sauberkeit<br />
und Korrosionsschutz.<br />
Bild: Georgii Kobold/Traffic<br />
AfWK&D/Can Stock Photo Inc./<br />
cobracz, Irochka, Garsya<br />
Berührungslose Kraftübertragung für hohe Drehzahlen ohne Schmierung<br />
Sauberes Spiel mit<br />
magnetischen Muskeln<br />
Magnetgetriebe | Ein schwäbischer Antriebsspezialist hat die<br />
Technologie der Magnetgetriebemotoren marktreif gemacht.<br />
Diese kommen ohne Schmierstoff aus und erfüllen so die<br />
hohen Ansprüche der EDEHG.<br />
Vor dem Hintergrund zunehmender Hygienevorschriften<br />
in der Lebensmittel- und<br />
Pharmaindustrie wachsen die Anforderungen<br />
an das Hygienic Design von Motoren<br />
und Getrieben, die in diesen Branchen zum<br />
Einsatz kommen. Damit Bakterien in den<br />
Produktionsanlagen keine Chance haben,<br />
müssen Antriebe in Fertigungsstraßen und<br />
Automatisierungsmodulen auch extremsten<br />
Reinigungsmaßnahmen standhalten. Exponierte<br />
Oberflächen und Dichtungen sind gering<br />
zu halten, Spalten und Hohlräume<br />
tabu. Auch das Risiko der Kontamination<br />
von Lebensmitteln durch Schmierstoffe<br />
wird intensiv diskutiert.<br />
Um eine Alternative zu Getriebemotoren<br />
mit Schmierungen zu erhalten, hat Georgii<br />
Kobold Magnetgetriebemotoren entwickelt.<br />
Deren berührungslose Kraftübertragung bedarf<br />
keiner Verzahnungsschmierung. Diese<br />
Eigenschaft besitzt in der Nahrungsmittelproduktion<br />
einen hohen Stellenwert, da sie<br />
das Risiko einer Kontamination durch<br />
Undichtigkeiten von Bauteilen von vorneherein<br />
ausschließt. Weitere Vorteile magnetischer<br />
Getriebe sind ein hoher Wirkungsgrad,<br />
eine lange Lebensdauer durch reduzierten<br />
Verschleiß, eine Überlast-Sicherheit<br />
durch definierbare Flip-Over-Drehmomente<br />
und ein geringer Geräuschpegel. Erhältlich<br />
sind sie in verschiedenen Übersetzungen<br />
und Baugrößen, passgenaue Lösungen lassen<br />
sich laut Anbieter auch in geringer<br />
Stückzahl und dank weitreichender Fertigungstiefe<br />
zudem kostengünstig realisieren.<br />
Steuerungslösungen nach Bedarf<br />
Bei Betriebseinsätzen mit synchronisierten<br />
Achsen auf engstem Raum kann sich ein<br />
zentraler Anlagenaufbau als beste Lösung<br />
zeigen. Wobei wiederum dezentrale Lösungen<br />
mit motornahen oder integrierten Reglern<br />
den Vorteil geringeren Verkabelungsaufwands<br />
sowie die Möglichkeit modularer<br />
Anlagenkonzeptionen mit sich bringen. Der<br />
schwäbische Antriebsspezialist bietet beide<br />
Steuerungslösungen, zentral oder dezentral.<br />
Gerade in Hygienic Design Bereichen, wie<br />
etwa der Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />
oder der Medizin- und Verfahrenstechnik,<br />
bieten sich dezentral gesteuerte Antriebe<br />
an. Der Antriebsregler und die Logik-<br />
Einheit sind direkt in die GK-Smart-Drives<br />
integriert, so dass diese alle Anforderungen<br />
an ein Hygienic Design und Schutzart<br />
56 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
IP 69K erfüllen. Der reduzierte Verkabelungsaufwand<br />
zeigt sich besonders bei Lebensmittelanlagen<br />
als weiterer Vorteil, denn<br />
Kabel halten Reinigungsmitteln nur begrenzt<br />
stand.<br />
Magnetpaare sorgen für Schwung<br />
Magnetgetriebe bestehen aus drei Komponenten:<br />
dem inneren Magnetrad (Antrieb),<br />
dem Modulator (Abtrieb) und dem äußeren<br />
Magnetrad. Alle Komponenten sind aus<br />
magnetisch leitfähigem Material, wobei auf<br />
dem inneren und äußeren Rad zusätzlich<br />
Magnete wechselnder Polarität aufgebracht<br />
sind. Der Modulator lenkt den magne -<br />
tischen Fluss des Erregersystems des inneren<br />
sowie des äußeren Magnetrads auf geschickte<br />
Weise, wodurch eine Übersetzung<br />
realisiert wird. Magnetische Getriebe ermöglichen<br />
so eine berührungslose Drehmoment-Drehzahl-Wandlung,<br />
die ohne<br />
Schmierung auskommt. •<br />
Magnetgetriebe bestehen<br />
aus drei Komponenten,<br />
die in der hier vorge -<br />
stellten Ausführung<br />
koaxial zueinander<br />
angeordnet sind: dem<br />
äußeren Magnetrad,<br />
dem Modulator und<br />
dem inneren Magnetrad.<br />
Bild: Georgii Kobold<br />
Getriebemotoren gehen Online!<br />
Integrierte Drehmomentüberwachung<br />
für Industrie 4.0<br />
Schutz<br />
+<br />
TorqueControl4.0<br />
=<br />
Sanftanlauf<br />
Überlastkupplung<br />
SET<br />
Nur eine Drehmomenteinstellung<br />
Variable Drehmomenteinstellungen<br />
Andreas Vonderschmidt<br />
Geschäftsleitung, Georgii Kobold<br />
SET<br />
Henrike v. Kaltenberg-Neyvern<br />
Technische Redakteurin, Traffic AfWK&D<br />
Merkmale<br />
magnetischer Getriebe<br />
• Berührungslose Kraftübertragung<br />
• Hohe Drehzahlen bei konkurrenzfähiger<br />
Kraftdichte<br />
• Verschleißfreiheit<br />
• Keine Verzahnungsschmierung<br />
• Kein Verzahnungsspiel<br />
• Geringer Geräuschpegel<br />
• Inhärenter Überlastungsschutz<br />
• An- und Abtriebswelle sind mechanisch<br />
getrennt<br />
• Hoher Integrationsgrad<br />
• Hohe einstufige Übersetzungen<br />
• Totraumfreie Gehäusekonstruktion nach<br />
EHEDG-Hygienekriterien<br />
Ihr Vorteil<br />
• Direkte Einbindung von Motoren in die SPS<br />
über IO-Link<br />
• Motor als Industrie 4.0-Komponente<br />
• Schnelle Drehmomentmessung<br />
• Schnelle Momentfreischaltung bei Überlast<br />
• Status- und Prozess-Monitoring<br />
• Sanftanlauf und Sanft-Stopp<br />
• Adaptive Lastregelung<br />
• Integrierte Bremsenansteuerung<br />
• Elektronisches Typenschild<br />
Bauer Gear Motor GmbH<br />
Eberhard-Bauer-Strasse 37 • 73734 Esslingen am Neckar • Germany<br />
Tel: +49 711 3518 0 • Fax: +49 711 3518 381 • info@bauergears.com<br />
www.TorqueControl40.com<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 57
technik & wissen<br />
gilt umso mehr, wenn auch spezielle Schmierstoffe zum<br />
Einsatz kommen, die ihre Viskosität und Wirksamkeit<br />
selbst bei hohen Drehzahlen und Temperaturen behalten.<br />
Ein derart optimiertes Stahllager kann im elektrifizierten<br />
Antriebsstrang trotzdem an seine Grenzen geraten.<br />
Denn um den Wirkungsgrad und die dynamische<br />
Leistung von Drehzahlvariablen Antrieben zu steigern,<br />
kommen dort meist extrem schnell schaltende Umrichter<br />
zum Einsatz – und die haben eine unerfreuliche Nebenwirkung:<br />
Sie erzeugen parasitäre, hochfrequente<br />
Ströme. Deren Folge ist Elektroerosion: Der Stromdurchgang<br />
durchs Lager verursacht Mikrokrater in den<br />
Wälzkörpern und Laufbahnen, verkokt außerdem den<br />
Schmierstoff und kann katastrophale Folgen haben.<br />
Verhindern lässt sich dies mit Hilfe eines Lagers, das<br />
über einen hohen elektrischen Widerstand verfügt und<br />
folglich keinen Stromdurchgang zulässt.<br />
Hybridlager erhöhen die Lebensdauer von Elektromotoren<br />
Kriechströme<br />
unerwünscht<br />
Der Elektromotor eines<br />
typischen, allradgetriebenen<br />
E-Fahrzeugs schafft<br />
20.000 min -1 . Bild: SKF<br />
Elektromobilität | SKF sucht nach Wegen, um das<br />
Problem Elektroerosion in elektrifizierten Antriebssträngen<br />
in den Griff zu bekommen. Hybridlager sind<br />
ein erster Schritt. Aber auch die haben ihre Grenzen.<br />
Äußerlich unterscheiden sich Elektrofahrzeuge immer<br />
weniger von verbrennerbetriebenen Autos. Unter der<br />
Haube sieht das anders aus, insbesondere in Sachen<br />
„Antriebsstrang“: Für ein umweltfreundliches Fahrvergnügen<br />
sorgen hier leistungsstarke Elektromotoren mit<br />
hohen Drehzahlen: Sie erzielen bei einem typischen, allradgetriebenen<br />
E-Fahrzeug bis zu 20.000 min -1 , und<br />
drehen damit wesentlich schneller als herkömmliche<br />
Industriemotoren. Das Tempo stellt erhebliche Anforderungen<br />
an die verbauten Lager, sodass diese zugunsten<br />
einer höheren Ausfallsicherheit speziell angepasst werden<br />
müssen.<br />
Eine Möglichkeit besteht darin, das Stahllager und<br />
seinen Kunststoffkäfig neu zu gestalten und so die<br />
gesamte Lagerkonfiguration gegen Geschwindigkeiten,<br />
Beschleunigungen und Temperaturen zu wappnen. Das<br />
Materialmix als Lösung für Hybridlager<br />
Hybridlager mit Ringen aus Stahl und Wälzkörpern aus<br />
Keramik weisen diese Eigenschaften auf. Allerdings<br />
greifen bislang nur etwa 5 % der Elektrofahrzeug-Hersteller<br />
auf diese Lösung zurück. Das liegt zum einen an<br />
den höheren Kosten. Zum anderen ziehen viele Konstrukteure<br />
die Hybridlager erst nach vorzeitigen Ausfällen<br />
von konventionellen Stahllagern in Betracht. Künftig<br />
dürften Hybridlager jedoch häufiger schon von Beginn<br />
an in den Entwicklungsprozess einbezogen werden,<br />
denn immer mehr Hersteller nutzen ausgefeilte<br />
Simulationsprogramme, die die Stärke der Kriechströme<br />
und ihre Auswirkungen vorhersehen können.<br />
Der Austausch konventioneller Lager gegen hybride<br />
Lösungen gelingt in aller Regel problemlos, da sie mit<br />
identischen Abmessungen verfügbar sind. Außerdem<br />
stecken in ihnen bereits konstruktive Optimierungen in<br />
Sachen Käfig und Fett. Abgesehen von ihren isolierenden<br />
Eigenschaften bieten die Keramikkugeln auch noch<br />
weitere Vorteile: Die Wälzkörper sind etwa 60 % leichter<br />
und dennoch robuster als Stahlkugeln. Sie laufen im<br />
Endeffekt kühler, sind unempfindlicher gegenüber Mangelschmierung<br />
und erreichen unter stark verschmutzten<br />
Betriebsbedingungen eine Verschleißfestigkeit, die bis zu<br />
neunmal so hoch ist wie diejenige vergleichbarer Stahllager.<br />
Das kann ihre höheren Anschaffungspreise teilweise<br />
kompensieren.<br />
Ebenfalls relevant: Ein Premium-Anbieter von<br />
E-Fahrzeugen setzt die Hybridlager von SKF bereits seit<br />
2014 ein – und hat seither festgestellt, dass diese Lager<br />
dank ihrer Unempfindlichkeit gegen Kriechströme, ihres<br />
geringeren Gewichts und ihrer höheren Härte auch für<br />
einen höheren Wirkungsgrad im Auto sorgen, was den<br />
Fahrzeugen letztlich zu einer größeren Reichweite verhilft.<br />
Um den Kostendruck auf die E-Fahrzeughersteller zu<br />
minimieren, arbeitet SKF seit kurzem auch an einer<br />
58 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Hybridlager mit Ringen<br />
aus Stahl und Wälzkörpern<br />
aus Keramik weisen<br />
einen hohen elektrischen<br />
Widerstand auf.<br />
Bild: SKF<br />
UNSER GOLD FÜR IHRE ANLAGE:<br />
Drehdurchführungen von Maier –<br />
für eine lebenslange Verbindung.<br />
- Papierindustrie<br />
- Kunststoffindustrie<br />
- Textilindustrie<br />
- Chemie-/Pharmaindustrie<br />
- Werkzeugmaschinen<br />
- Lebensmittelindustrie<br />
alternativen Lösung ohne Keramikkugeln. Der Plan ist,<br />
die gefährlichen Ströme quasi um- beziehungsweise<br />
abzuleiten, damit sie das Lager-Innenleben nicht beschädigen.<br />
Zwar ist es für konkretere Aussagen noch zu<br />
früh, doch hat die Forschung noch einen weiteren Hintergrund:<br />
Auch Keramikkugeln lösen das Problem des<br />
unerwünschten Stromflusses nicht vollständig.<br />
Die Hybridlager selbst mögen den Kriechströmen<br />
standhalten, aber die elektrischen Impulse können sich<br />
noch bis zum Getriebe ausbreiten und dort zum Beispiel<br />
die Verzahnung schädigen. SKF hofft, gegen Ende des<br />
Jahres eine entsprechende Neuentwicklung vorstellen<br />
zu können, die das Problem des Stromdurchgangs günstiger<br />
löst als ein Hybridlager.<br />
Profitieren dürften vor allem die Elektroautohersteller,<br />
die den Antriebsstrang komplett selbst fertigen.<br />
Denn auf Basis einer vollständigen „Hoheit“ über das<br />
gesamte System lässt sich der störende Stromfluss von<br />
Beginn an aus dem Strang „herauskonstruieren“. Hersteller,<br />
die etwa den Motor bauen, aber weitere Komponenten<br />
extern beziehen, sind mit Hybridlagern wahrscheinlich<br />
besser bedient.<br />
•<br />
www.maier-heidenheim.com<br />
Thomas M. Wolf<br />
Senior Application Engineer, SKF<br />
Mögliche Folgen des<br />
Stromdurchgangs durch<br />
konventionelle<br />
Stahllager: verbrannter<br />
beziehungsweise<br />
verkokter Schmierstoff<br />
durch Funkenentladung.<br />
Bild: SKF<br />
Profis lassen<br />
waschen<br />
CWS Berufskleidung im bequemen Mietservice<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 59<br />
CWS.COM/WORKWEAR
technik & wissen<br />
Arnold Umformtechnik präsentiert sich als Problemlöser<br />
Mit Passion fürs Schrauben<br />
von Elektromobilen<br />
Fügetechnik | Arnold Umformtechnik bringt sich in Position<br />
für die E-Mobilität und präsentiert sich als Problemlöser.<br />
Jüngste Neuheiten: Arnold hat die Fließlochformschraube für<br />
höchstfeste Bleche entwickelt, ist Großlieferant für Triumph-<br />
Motorräder und liefert sogar Baugruppen. ❧ Olaf Stauß<br />
Triumph Motorcycles vereinheitlichte die<br />
Schrauben seiner Motorräder, ohne das<br />
Design zu verändern. Arnold Umformtechnik<br />
war von Anfang an dabei und liefert<br />
heute den Großteil der Schrauben, die in<br />
Triumph-Maschinen meist sichtbar verbaut<br />
werden. Bild: Stauß<br />
Arnold ist in den vergangenen Jahren<br />
unaufhörlich gewachsen. Der Umsatz stieg<br />
von 137 Mio. Euro im Jahr 2012 auf<br />
240,2 Mio. in 2018, die Zahl der Mitarbeiter<br />
von 792 auf 1349. Der Fügetechnik-<br />
Spezialist hat sich vom früher reinen<br />
Schrauben hersteller zum Enwicklungs -<br />
partner der Automobilindustrie und zum<br />
Systemlieferanten entwickelt. Ein Meilenstein<br />
war 2016 die Integration der separaten<br />
Systemtechnik Arnold Shinjo. Sie legte die<br />
Basis für die Lieferung von Anlagentechnik<br />
und teils maßgeschneiderten Fügeelementen<br />
aus einer Hand.<br />
„Unsere Vision ist es, auf 300 Millionen<br />
Euro Umsatz im Jahre 2020 zu kommen“,<br />
sagt Marketingleiter Michael Pult. Diese<br />
Sicht zielt darauf ab, von der Elektromobi -<br />
lität mehr zu profitieren als durch sie zu<br />
verlieren. Im Juni 2019 legte Pult aktuelle<br />
Schätzungen vor, wonach der Anteil der<br />
E-Antriebe in neuen Autos von 3 % im<br />
Jahre 2020 auf 25 % in 2030 steigen wird<br />
– bei insgesamt weiter wachsenden Zulassungszahlen.<br />
Der Wettbewerb der Fügetechnik-Anbieter<br />
um diesen Markt hat längst begonnen.<br />
Ihr Know-how ist gefragt. Doch (noch)<br />
nicht an erster Stelle. André Palenga, Major<br />
Account Manager für E-Mobilität bei<br />
Arnold Umformtechnik, umschreibt das<br />
Dilemma so: „Ein Verbindungselement ist<br />
in der Betrachtung häufig ganz hinten angesiedelt<br />
und man stellt erst spät fest, dass es<br />
doch nicht ganz so passt, wie man es sich<br />
vorstellt.“ Umso mehr prescht Arnold vor.<br />
Bereits 2011 hat das Unternehmen nach<br />
eigenen Angaben ein Projekt für das E-Fahrzeug<br />
eines deutschen OEM erfolgreich abgeschlossen.<br />
Arnold veranstaltet jährlich<br />
Expertenforen für die Branche, um das Thema<br />
mitzuentwickeln.<br />
Mit Standorten in den USA und China<br />
sowie Referenzen quer durch die Auto -<br />
mobilindustrie scheint das Unternehmen gut<br />
aufgestellt zu sein für die E-Mobilität. Und<br />
die jüngsten Technologie-Innovationen und<br />
Neuheiten legen nahe: Mit den Hohen -<br />
lohern in Nachbarschaft zur Heimat des<br />
streitbaren Götz von Berlichingen (Jagsthausen)<br />
wird zu rechnen sein.<br />
Dies versinnbildlicht vielleicht am besten<br />
die neue Partnerschaft mit Triumph, dem<br />
derzeit größten Einzelkunden. Für die legendären<br />
englischen Motorräder liefert Arnold<br />
rund drei Viertel aller Schrauben, schätzt<br />
60 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Projekt manager Jörg Pecho – circa 120<br />
unterschiedliche Typen. Das aufwändige<br />
Projekt startete 2008. Triumph wollte die<br />
Vielfalt der – vorwiegend sichtbaren –<br />
Schrauben reduzieren, ohne die Mechanik<br />
zu verändern und vor allem ohne die<br />
Design-Anmutung zu verändern.<br />
Weniger Materialmix, weniger Typen,<br />
weniger Lieferanten war das Ziel. Viel diskutiert<br />
und getestet wurden subtile Formabweichungen<br />
der Schraubenköpfe, Lichtspiegeleffekte<br />
und Beschichtungen – für Fügetechniker<br />
kurios. „Aber es machte Spaß“,<br />
sagt Pecho, „und noch heute bin ich bei<br />
Triumph ein erster Ansprechpartner in allen<br />
verbindungstechnischen Fragen, selbst<br />
wenn es nicht um Schrauben geht.“<br />
Einen Coup landete Arnold Umformtechnik<br />
mit der kürzlich vorgestellten, neuen<br />
Fließlochformschraube Flowform plus.<br />
Sie ist die erste im Markt, die sich für<br />
höchstfeste Bleche eignet. Sie kann Bleche<br />
mit Festigkeiten bis zu 1000 MPa verbinden,<br />
während die Vorgängerin bei 600 MPa<br />
an ihre Grenzen stößt. Außerdem ist die<br />
Flowform plus kleiner als die Flowform<br />
(Durchmesser 4 mm statt 5 mm), leichter,<br />
benötigt ein geringeres Furchmoment und<br />
kommt je nach Anwendung sogar ohne<br />
Vorloch im Deckblech aus. Der Siegeszug<br />
des Fließformlochschraubens dürfte damit<br />
weitergehen. Die Effizienz des Verfahrens ist<br />
jedenfalls unschlagbar. Sämtliche Fügeschritte<br />
erledigt die Schraube alleine: Lochformen<br />
– Gewindeschrauben – Einschrauben<br />
– Anziehen.<br />
Bei einem Pilotkunden ist die Flowform<br />
plus bereits im Einsatz, seit Januar wird sie<br />
auch im Markt angeboten. Arnold gelang<br />
die Weiterentwicklung durch Optimieren<br />
der Fließlochformspitze und durch Anpassungen<br />
von Werkstoff und Wärmebehandlungsmethode<br />
– eine Art Empfehlungsschreiben<br />
für das Know-how des Fügetechnikspezialisten.<br />
Eine weitere Neuerung könnte für den<br />
durch die E-Mobilität entstehenden Markt<br />
ebenfalls bedeutsam werden. Im Geschäftsmodell<br />
„Assembly“ bietet Arnold an, fertig<br />
produzierte Komponenten zu liefern – insofern<br />
mindestens ein Fügeelement aus dem<br />
eigenen Portfolio stammt. Das ist die Bedingung.<br />
„Wir wollen unser Know-how einbringen<br />
und konzentrieren uns darauf, mehr<br />
Wertschöpfung bei uns zu behalten“, erklärt<br />
Daniel Leykauf, Director Engineered<br />
Assemblies. Letztlich sucht er damit auch<br />
Befürchtungen zu entkräftigen, Arnold<br />
wolle Kunden in die Quere kommen.<br />
Eine solche „Assembly“-Komponente<br />
könnte ein beigestelltes Bauteil sein, in das<br />
Arnold ein Verbindungselement einpresst.<br />
Denkbar sind aber auch weitere Prozessschritte<br />
wie Stanzen oder Tiefziehen. Die<br />
Idee geht so weit, dass Arnold neben der<br />
Fügetechnik weitere Funktionalitäten einbringt<br />
wie beispielsweise einen Antriebs -<br />
bolzen mit Schnecke, um einen Außenspiegel<br />
zu verstellen.<br />
Für potenzielle Auftraggeber bietet das<br />
Modell verschiedene Vorteile. Es erspart<br />
ihnen Investitionen in Maschinen, die sie<br />
nicht haben oder die anderweitig ausgelastet<br />
sind. Und das Konzept greift einen Trend<br />
auf. Immer öfter wird von Zulieferern erwartet,<br />
die Wertschöpfung ihres Teils über<br />
die eigene Kernkompetenz hinaus zu erweitern.<br />
So etwa, dass ein Kunststoffverarbeiter<br />
ein Spritzgussteil mit vormontiertem metal -<br />
lischen Fügeelement oder mit einer Blechverbindung<br />
ausliefert.<br />
Nicht alle haben das Know-how und die<br />
Anlagentechnik dafür. Leykauf nennt das<br />
Beispiel eines Lkw- Rolladenherstellers, der<br />
sein Produkt mit vormontierten, metallischen<br />
Anschluss elementen liefern soll.<br />
Arnold kann hier einspringen. „Kunden<br />
erhalten das ganze System aus einer Hand“,<br />
sagt Leykauf – bei Bedarf inklusive Engineering.<br />
Man darf gespannt sein, wie sich<br />
Arnold Umformtechnik mit diesem Angebot<br />
weiterentwickelt.<br />
•<br />
Jörg Pecho zum Projekt mit<br />
Triumph: „Wir wurden angefragt,<br />
ein ganzes Sortiment<br />
auszutauschen, nicht eine<br />
einzelne Schraube. Wir<br />
schafften es dann, alle<br />
Schraubenköpfe auf vier bis<br />
fünf Formen zu vereinheit -<br />
lichen.“ Bilder: Arnold<br />
Umformtechnik<br />
Im Geschäftsmodell „Assembly“<br />
bietet Arnold an, fertige Komponenten<br />
inklusive Fügetechnik zu liefern.<br />
Im Bild ein Modul mit Antriebs -<br />
bolzen und Schnecke, um einen<br />
Außenspiegel zu verstellen.<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 61
technik & wissen<br />
Maßgefertigte Dacharbeitsbühne optimiert die Instandhaltung von Bussen<br />
Bei der Wartung auf<br />
der sicheren Seite<br />
Arbeitsschutz | Nach einem schweren Arbeitsunfall<br />
war Schluss mit den selbstgebauten Stahlpodesten.<br />
Die Stadt Regensburg ersetzte die instabilen Konstruktionen<br />
durch moderne Arbeitsplattformen der<br />
Günzburger Steigtechnik, die mit Spaltmaß Null an<br />
die Busse andocken.<br />
Die fahrbare Dacharbeitsbühne<br />
ist als Portalbühne ausgelegt, so<br />
dass die Busse komplett einfahren<br />
können. Das spart Rüstzeit.<br />
Bilder: Günzburger Steigtechnik<br />
In der Regensburger Altstadt sind fünf umweltschonende<br />
Elektrobusse der neuesten<br />
Generation im Dauereinsatz. Damit die<br />
hochmoderne E-Flotte und auch alle weiteren<br />
116 Busse des Regensburger Nahverkehrs<br />
optimal gewartet werden können,<br />
kommt in der Werkstatt der „Stadtwerk Regensburg<br />
Fahrzeuge und Technik GmbH“<br />
eine fahrbare Dacharbeitsbühne der Günzburger<br />
Steigtechnik zum Einsatz. Die Konstruktion<br />
bietet Arbeitssicherheit und Effizienz<br />
gleichermaßen. Das freut nicht nur das<br />
Wartungsteam, sondern auch die Berufsgenossenschaft.<br />
Die Techniker können auf beiden Seiten<br />
des Fahrzeugs auf 6 m langen Plattformen<br />
arbeiten, die sich bis zu einer Breite von<br />
1,35 m ausziehen lassen. Dadurch haben<br />
62 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Industrie<br />
Mitarbeiter einen optimalen Zugang zu allen<br />
wichtigen Modulen und Bauteilen, die<br />
auf der Dachebene der Busse untergebracht<br />
sind. Da die Dacharbeitsbühne als Portalbühne<br />
ausgelegt ist und über eine zusätzliche<br />
höhenverstellbare Frontarbeitsplattform<br />
verfügt, lassen sich alle anfallenden Inspektions-<br />
und Reparaturarbeiten schnell<br />
und sicher erledigen. Die Busse fahren ein,<br />
die Arbeitsplattformen werden mit Spaltgesellschaft<br />
Frankfurt am Main fündig. Diese<br />
hatten bereits eine Portal-Dacharbeitsbühne<br />
der Günzburger Steigtechnik im Einsatz,<br />
um ihre U-Bahn-Waggons zu warten.<br />
„Das war genau das, was wir gesucht haben“,<br />
so Riebel. „Und dank der guten Beratung<br />
durch das Günzburger Projektteam<br />
war schnell klar, dass nur ein paar Anpassungen<br />
an unsere speziellen Anforderungen<br />
nötig waren, damit auch wir die Lösung in<br />
Das<br />
Kompetenz-<br />
Netzwerk<br />
der Industrie<br />
18 Medienmarken für alle<br />
wichtigen Branchen der Industrie<br />
Information, Inspiration und<br />
Vernetzung für Fach- und<br />
Führungskräfte in der Industrie<br />
Praxiswissen über alle Kanäle:<br />
Fachzeitschriften, Websites, Events,<br />
Newsletter, Whitepaper, Webinare<br />
Der Aufstieg auf die Dacharbeitsbühne<br />
erfolgt seitlich über eine<br />
Treppe mit Handlauf, Geländer<br />
und selbstschließender Sicherungstür.<br />
maß Null an die Fahrzeuge angedockt und<br />
los geht’s.<br />
Vor der Neuinvestition wurde in der<br />
Werkstatt mit selbst gebauten Stahlpodesten<br />
gearbeitet. Diese mussten mühsam für jeden<br />
neuen Vorgang an den jeweiligen Einsatort<br />
gebracht werden. Zudem waren sie instabil,<br />
schwer und unhandlich. „Ein schwerer Arbeitsunfall<br />
eines Mitarbeiters hat uns dann<br />
drastisch vor Augen geführt, dass wir in Bezug<br />
auf Arbeitssicherheit eine andere Lösung<br />
brauchen und absolut keine Kompromisse<br />
eingehen dürfen“, sagt Andreas Riebel,<br />
stellvertretender Betriebsleiter und Leiter<br />
Organisation des Wartungs-Unternehmens.<br />
Riebel und sein Team machten sich auf<br />
die Suche nach einer professionellen Lösung<br />
und wurden bei den Kollegen der Verkehrs-<br />
unseren Werkstätten nutzen können.“ Für<br />
Riebel stand die Arbeitssicherheit an erster<br />
Stelle, aber ihm war auch wichtig, dass keine<br />
langen Rüstzeiten entstehen. Nur so ließ<br />
sich im Wartungsalltag Zeit und natürlich<br />
auch Geld sparen, weil die Fahrzeuge wieder<br />
schneller auf die Straße kommen.<br />
Die Profis aus Günzburg konnten in Regensburg<br />
einmal mehr mit ihrer Expertise<br />
als erfahrener Anlagen- und Projektplaner<br />
überzeugen, denn die Konstruktion wurde<br />
optimal an die individuellen Anforderungen<br />
und örtlichen Begebenheiten angepasst. Die<br />
Portal-Dacharbeitsbühne steht über einem<br />
Grubenarbeitsplatz und besteht aus zwei<br />
Einzelbühnen mit Geländerrahmen. Diese<br />
sind gemeinsam über eine fixierte Schienenführung<br />
parallel zum Fahrzeug verfahrbar,<br />
so dass Kollisionen mit dem Bus ausgeschlossen<br />
sind.<br />
Die beidseitigen Arbeitsplattformen sind<br />
85 cm und 65 cm breit und lassen ich mechanisch<br />
um 50 cm beziehungsweise 30 cm<br />
verbreitern. Dadurch wird das Andocken<br />
der Plattform mit Spaltmaß Null möglich.<br />
Verbunden sind beide Seiten stirnseitig über<br />
Die passenden Medien für<br />
Sie und Ihre Branche:<br />
konradin.de/industrie<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19<br />
media.industrie.de<br />
63
technik & wissen<br />
Fahrzeuge am Tag zu warten. Dabei spielt es<br />
keine Rolle, ob Gelenkbusse mit herkömmlicher<br />
Antriebstechnik inspiziert werden<br />
oder die etwas kleineren Elektro-Busse, die<br />
in der engen Regensburger Altstadt unterwegs<br />
sind. Die Fahrzeuge können direkt in<br />
die Portal-Dacharbeitsbühne einfahren und<br />
je nach Typ lässt sich die Arbeitsfläche an<br />
die Abmessungen des Verkehrsmittels anpassen.<br />
Speziell für die Wartung der neuen<br />
E-Flotte wurden auf beiden Seiten auf einer<br />
tieferen Ebene ebenfalls mechanisch ausschiebbare<br />
Plattformen installiert.<br />
Andreas Riebel ist mit der Betreuung und<br />
Projektierung der Günzburger zufrieden.<br />
Den Steigtechnik-Profis sei es von Anfang<br />
an wichtig gewesen, gemeinsam die beste<br />
Lösung zu entwickeln, die nicht nur alle Anforderungen<br />
erfüllt, sondern bei der auch<br />
der Budgetrahmen passt. „Das war bei anderen<br />
Anbietern definitiv nicht der Fall“, ist<br />
sich Riebel sicher, der den Markt vor der Investitionsentscheidung<br />
entsprechend sondiert<br />
hatte. Die Regensburger sind mit iheine<br />
3,15 m lange und 85 cm breite Frontarbeitsplattform.<br />
Diese ist in der Höhe verstellbar,<br />
so dass das Team von Andreas Riebel<br />
sämtliche Arbeiten an der Fahrzeugfront<br />
ausführen kann.<br />
Zugang zu den Arbeitsplattformen haben<br />
die Techniker über eine Treppe mit Handlauf,<br />
Geländer und einer selbstschließenden<br />
Sicherungstür. Für die Wartung der kleineren<br />
und niedrigeren Elektrobusse sind beidseitig<br />
tiefer liegende Ebenen installiert, die<br />
Die seitlichen Arbeitsplattformen<br />
verfügen<br />
über einen Aluminiumbelag<br />
mit einer Rutschhemmung<br />
der Bewertungsgruppe<br />
R9 und können<br />
mit Spaltmaß Null an<br />
den Bussen andocken.<br />
Die Frontarbeitsplattform ist höhenverstellbar<br />
und dient als Überstieg und Arbeitsfläche<br />
gleichermaßen.<br />
mechanisch ausgeschoben und von den oberen<br />
Plattformen aus begangen werden können.<br />
Alle Plattformen docken mit Spaltmaß<br />
Null an der Außenhaut der Fahrzeuge an, so<br />
dass sich stets eine geschlossene Arbeitsfläche<br />
ergibt. Für ein Plus an Arbeitssicherheit<br />
sorgt ein Aluminium-Plattformbelag mit einer<br />
Rutschhemmung der Bewertungsgruppe<br />
R9. Hinzu kommt ein klappbarer Geländerrahmen,<br />
der als Absturzsicherung an der<br />
Stirnseite dient. Wegen der engen Platzverhältnisse<br />
in der Werkstatt wurde außerdem<br />
eine Seite der Dacharbeitsbühne mit einer<br />
Ein-Säulen-Stützkonstruktion ausgeführt.<br />
Dadurch konnte die Aufstandsfläche im<br />
Fußbodenbereich auf ein Minimum reduziert<br />
werden.<br />
In Regensburg arbeiten in der Regel zwei<br />
Mann gleichzeitig auf der Dacharbeitsbühne.<br />
Von dort aus werden zum Beispiel die<br />
Batterien, die Steuerungstechnik oder die<br />
Klimaanlagen gewartet, repariert oder ausgetauscht.<br />
Je nach anstehenden Arbeiten<br />
schaffen es die Techniker, maximal drei<br />
Auch für den Zugang zur Grube setzt<br />
das Wartungsteam auf eine sichere<br />
Steigtechniklösung aus Günzburg.<br />
rem neuen Partner so zufrieden, dass sie die<br />
Zusammenarbeit konsequent ausbauen.<br />
„Auch wenn es um den Austausch oder die<br />
Neuanschaffung von Leitern oder Podeste<br />
geht, setzen wir mittlerweile auf die Qualitätsprodukte<br />
aus Günzburg. Wir haben hier<br />
einen echten Partner fürs Leben gefunden“,<br />
glaubt Riebel. Das positive Feedback des<br />
Kunden freut auch Ferdinand Munk, den<br />
Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik:<br />
„So eine Rückmeldung spornt uns an,<br />
den internen Verbesserungsprozess konsequent<br />
weiter zu führen.“<br />
Die Portal-Dacharbeitsbühne in Regenburg<br />
zeigt auch, dass es nicht immer eine<br />
maximale Ausstattung sein muss, um die Arbeitssicherheit<br />
und Effizienz im Wartungsalltag<br />
zu steigern. Auch mit einem kleineren<br />
Budge lässt sich eine passende Lösung auf<br />
die Beine stellen. (ub) •<br />
64 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Akustikkamera spürt Lärmquellen auf, wo Schallpegelmesser versagen<br />
Das Auge hört mit<br />
Arbeitsschutz | Mit einer akustischen Kamera macht<br />
die Dekra Lärmquellen sichtbar. Das Messgerät identifiziert<br />
geräuschintensive Bereiche an Maschinen<br />
und Gebäuden und ermöglicht so zielgerichtete<br />
Lärmschutz-Maßnahmen.<br />
Die Lärmentwicklung bei<br />
Windkraftanlagen ist ein<br />
heißes Eisen. Unter anderem<br />
werden die Messmethoden<br />
immer wieder kritisiert.<br />
Die neue Akustikkamera<br />
könnte hier Abhilfe<br />
schaffen.<br />
Bilder: Dekra<br />
Die akustische Kamera ist eine neue Technik, mit der<br />
Schall sichtbar gemacht werden kann. Die Messtechnik<br />
ist konzipiert für Situationen, wo normale Schallpegelmesser<br />
keine konkreten Rückschlüsse auf die maß -<br />
gebende Schallquelle liefern können. Eine weitere Einsatzmöglichkeit<br />
besteht dann, wenn ein optisches Bild<br />
zur Darstellung der lärmintensiven Bereiche gewünscht<br />
wird. Die neue Kamera ist konzipiert für Anwendungen<br />
im industriellen und öffentlichen Bereich und soll einen<br />
Beitrag zur Lärmminderung und Lärmvermeidung<br />
leisten.<br />
Wie laut ist die Hallenbelüftung in einem lauten<br />
Umfeld? Die Antwort liefert ein Realbild der Akustikkamera<br />
mit integrierter Schallkarte in Farbe.<br />
Wie bei einem Thermografie-Bild werden die Bereiche<br />
gleicher Lautstärke mit einer Farbe eingefärbt. Die<br />
Palette reicht von blau für leise bis rot für laut. Eine Digitalkamera<br />
bildet das schallerzeugende Objekt ab.<br />
Gleichzeitig zeichnet eine definierte Anordnung von<br />
384 Mikrofonen in drei so genannten Arrays die Schallwellen<br />
auf. Eine Software errechnet aus den Laufzeitunterschieden<br />
das Schallfeld und stellt dieses über dem Realbild<br />
als farbige Schallkarte in Echtzeit dar. Die neue<br />
Kamera ermöglicht so ein direktes Feedback über die<br />
lautesten Bereiche im Bildausschnitt.<br />
Die Aufbauzeit für die Kamera beträgt nach eigenen<br />
Angaben rund 20 min. Die Einsatzzeit im Akkubetrieb<br />
beträgt maximal 5,5 Stunden. Mit einer 230 V-Spannungsversorgung<br />
ist die Betriebsdauer unbegrenzt. Ein<br />
mögliches Einsatzfeld ist die Anzeige von akustischen<br />
Leckagen bei der Schalldämmung von Räumen in Gebäuden.<br />
Es lassen sich aber auch geräuschintensive Maschinen<br />
im lauten Umfeld an Arbeitsplätzen oder auf<br />
Betriebsgrundstücken identifizieren. Generell unterstützt<br />
die Dekra als akkreditierte Messstelle für Lärm<br />
und Akustik bei Lärmemissionsmessungen und -prognosen,<br />
in der Bau- und Raumakustik, bei Lärm am Arbeitsplatz<br />
sowie bei Erschütterungen und Schwingungen.<br />
(ub)<br />
•<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 65
produkte<br />
Beschriften ohne<br />
Unterbrechung<br />
Rundtakttisch | Der Tabletop-Rundtakttisch RT400 wurde für<br />
das nahezu unterbrechungsfreie Beschriften von Werkstücken<br />
entwickelt. Er kann während eines aktiven Beschriftungsvorgangs<br />
be- sowie entladen werden.<br />
Mit zwei Beladungspositionen<br />
ausgestattet dreht der Rundtakttisch<br />
von ACI Laser in jeweils<br />
180°-Schritten in die Bearbeitungspositionen.<br />
Während<br />
der Laserbeschriftung kann ein<br />
bereits beschrifteter Artikel entnommen<br />
und die Workstation<br />
mit einem neuen bestückt werden.<br />
Durch dieses nahezu unterbrechungsfreie<br />
Beschriften verkürzt<br />
sich die Taktzeit für den<br />
Anwender erheblich. Die Bedienung<br />
ist dabei mühelos über ei-<br />
nen Touch-Button im Einhandbetrieb<br />
möglich.<br />
Zusätzlichen Anwenderschutz<br />
bietet ein integrierter<br />
Lichtvorhang. Wird dieser ausgelöst,<br />
wird die Bewegung des<br />
Tisches unterbrochen. Bei erneutem<br />
Druck auf den Starttaster<br />
wird die Bewegung fortgesetzt.<br />
Eine transparente Stehwand<br />
mit Laserschutzfenster erlaubt<br />
eine optimale Überwachung<br />
des Beschriftungsvorgangs.<br />
Mittels Schlüsselschalter<br />
kann man zwischen Hand- und<br />
Automatikbetrieb wechseln. Im<br />
Automatikbetrieb ist somit auch<br />
eine Bestückung des Drehtellers<br />
mit einem Roboter möglich.<br />
Der Tisch besitzt neben einer<br />
seitlichen Tür für Einrichtzwecke<br />
auch eine programmierbare<br />
Z-Achse, was das Beschriften<br />
unterschiedlich hoher Werkstücke<br />
ermöglicht. Die Auswahl<br />
des Lasers erfolgt kunden- und<br />
applikationsspezifisch. •<br />
Während der Laserbeschriftung<br />
kann ein bereits<br />
beschrifteter Artikel<br />
entnommen und die<br />
Workstation mit einem<br />
neuen bestückt werden.<br />
Bild: ACI Laser<br />
Schuppenbildung und<br />
Scherausbruch minimiert<br />
Umformtechnik | Mit dem servohydraulischen<br />
Anschlag von<br />
Hatebur lassen sich Scher -<br />
ausbruch und Schuppenbildung<br />
vermeiden. Durch das maßgenaue<br />
Abscheren wird die Oberflächenqualität<br />
verbessert, eine<br />
Nachbearbeitung ist nicht notwendig.<br />
Das Unternehmen bietet<br />
die Technologie auf mehreren<br />
Maschinentypen an. Durch<br />
den servohydraulischen Anschlag<br />
hat sich das Abkippen<br />
beziehungsweise die Schrägstellung<br />
erheblich verringert, die<br />
Flächen sind nahezu parallel.<br />
Schuppen bilden sich nur noch<br />
selten und Falten praktisch<br />
überhaupt nicht mehr. Während<br />
es früher auf bis zu 20 % der<br />
Scherfläche Schuppenbildung<br />
gab, konnte sie auf rund 1 %<br />
minimiert werden. Auch der<br />
Ausbruch wurde auf ein Minimum<br />
reduziert oder gänzlich eliminiert.<br />
Die gesteigerte Qualität<br />
der Teile erleichtert und beschleunigt<br />
die Sichtkontrolle<br />
nach dem Sandstrahlen. •<br />
Doppelte Spitzenkraft<br />
Linearmotor | Die Baureihe<br />
SA/SC 38 von<br />
Dunkermotoren ist ein<br />
modulares Konzept für<br />
tubulare Lineardirekt -<br />
antriebe. Die hochdynamischen<br />
dreiphasigen Linearmotoren<br />
leisten bis<br />
zu 3690 N und beschleunigen mit über 200 m/s². Das<br />
Design ist als Aktuatorausführung SA (mit wartungsfreiem<br />
Gleitlagersystem) und Komponentenausführung<br />
SC (für Module) erhältlich. Der standardmäßige Wasseranschluss<br />
sorgt für Abkühlung und Verdoppelung<br />
der Dauerkraft.<br />
Neben dem integrierten SIN/COS-Linear encoder stehen<br />
weitere Motorfeedback-Varianten (SSI, BISS &<br />
TTL) zur Verfügung. Dank des Encodersystems können<br />
handelsübliche Servoregler (bis 800 VDC Zwischenkreisspannung)<br />
den kompakten Linearmotor schnell,<br />
präzise und zuverlässig in seine Position bringen. •<br />
66 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Autobag ® 650<br />
Dampfsaugsystem spart<br />
Zeit und Geld<br />
Reinigung | Das Dampfsaugsystem Blue Evolution des Herstellers<br />
Beam sorge laut eigenen Angaben für Zeitersparnis und Top-Hygiene<br />
bei der Hallen- und Maschinenreinigung. Durch die HACCP-<br />
Zertifizierung ist das Gerät auch für den Einsatz in der Lebensmittelverarbeitung<br />
zugelassen. Es<br />
dampft und saugt in einem Arbeitsgang,<br />
kommt ohne Reinigungsmittel<br />
aus und spare dem<br />
Anwender nicht nur über 93 %<br />
des bisherigen Wasserverbrauchs,<br />
sondern auch 60 % der<br />
Zeit, die bislang fürs Saubermachen<br />
nötig war. Das Gerät wird<br />
mit klarem Wasser befüllt und<br />
arbeitet ohne chemische Reinigungsmittel.<br />
•<br />
E-Commerce.<br />
Mit Maxibeutel.<br />
Unser Verpackungssystem Autobag 650 verpackt bis zu 40 Beuteln/min.<br />
mit einem Format von bis zu 400 x 680 mm (B x L). Ein integrierter Thermotransferdrucker<br />
übernimmt die individuelle Bedruckung jeden Beutels.<br />
Separate Etiketten entfallen. Problemlose Integration in Packstationen<br />
und Warenwirtschaftssysteme.<br />
Scannen und<br />
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Hotline 0800-526 526<br />
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Nürnberg<br />
24. – 26.09.<br />
Der NEUE Katalog ist da!<br />
Alle Daten auf USB-Stick<br />
oder SD-Karte<br />
Konfigurationsassistent | Der<br />
„Talk2M Easy Setup“ von<br />
HMS Networks benötigt nur einen<br />
USB-Stick oder eine SD-<br />
Karte, um einen Ewon Cosy<br />
VPN-Router mit dem Fernwartungsportal<br />
Talk2M zu verbinden.<br />
Dabei wird der Anwender<br />
durch die gängigsten Einstellungen<br />
für die Internetverbindung<br />
geführt. Nach Abschluss der<br />
Konfiguration kann die daraus<br />
resultierende Datei auf einem<br />
USB-Stick oder einer SD-Karte<br />
gespeichert werden. Anschließend<br />
muss das Speichermedium<br />
lediglich in das betreffende<br />
Ewon-Produkt eingesteckt werden,<br />
woraufhin sich der Router<br />
mit dem Fernwartungsportal<br />
Talk2M verbindet. Der Konfigurationsassistent<br />
ist Bestandteil<br />
des kostenlosen VPN -<br />
Clients E-Catcher. •<br />
Vermeiden Sie langfristige Rückenprobleme<br />
Ihrer Mitarbeiter!<br />
Wir sind dabei!<br />
FachPack<br />
in Nürnberg<br />
24.09. – 26.09.2019<br />
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Es ist unser Anspruch,<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 67
produkte<br />
FACHPACK 2019<br />
Sondermaße ab Losgröße 1<br />
Behälter | Neben seiner bewährten Produktpalette präsentiert<br />
Auer Packaging (Halle 6, Stand 441), Produzent<br />
für Transport- und Lagerbehälter aus Kunststoff, auf<br />
der Fackpack seinen neuen Sondermaß-Behälter. Dieser<br />
praktische Stapelbehälter kann ab Losgröße 1 nach<br />
Maßanforderung gefertigt werden. Die Herstellung ist<br />
schon ab einer Größe von minimal 175 x 175 x 168 mm<br />
möglich. Nach oben hin sind, so lange es die Statik zulässt,<br />
keine Grenzen gesetzt. Der aluminiumverstärkte<br />
Rahmen des Behälters schafft optimale Sicherheit und<br />
garantiert gleichzeitig Stabilität. Erhältlich sind die Behälter<br />
vorerst in der Standardfarbe Silbergrau. •<br />
Recycling bei<br />
Schwesterunternehmen<br />
Boxen und Paletten | Getreu des diesjährigen<br />
Fachpack-Leitthemas „Umweltgerechtes<br />
Verpacken“ legen Smart-Flow und Gamma-Wopla<br />
(Halle 7, Stand 321) den Schwerpunkt<br />
auf Nachhaltigkeit. Die belgischen<br />
Schwesterunternehmen demonstrieren, wie<br />
Kunststoffabfälle wertschöpfend in den Produktlebenszyklus<br />
zurückgeführt werden<br />
können: Das<br />
Kunststoffrecyclat<br />
der Gamma-Wopla<br />
Kunststoffboxen<br />
wird dabei für die<br />
Herstellung von<br />
Smart-Flow-Paletten<br />
genutzt.<br />
Die Gamma- Wopla<br />
Euronorm-Kunststoffstoffboxen<br />
punkten durch ihr einfaches Handling und<br />
ihre flexible Modularität. Aufgrund ihrer<br />
Monoblockbauweise sowie ihres Materials<br />
sind sie robust und können wiederverwendet<br />
werden. Es fallen keine zusätzlichen Verpackungen<br />
oder Entsorgungskosten an und<br />
am Ende des Produktlebenszyklus können<br />
sie zu 100 % recycelt werden, heißt es. •<br />
Rollcontainer für Platzsparer<br />
Lagerlogistik | Auf der Fachpack in Nürnberg präsentiert Walther Faltsysteme<br />
seinen ersten Rollcontainer für die Filial- und Lagerlogistik. Das Produkt entstand<br />
in Zusammenarbeit mit einem deutschen Einzelhandelsunternehmen.<br />
Der erste Rollcontainer<br />
von Walther enthält<br />
manche Innovation wie<br />
beispielsweise ein patentiertes<br />
Schnellkopplungssystem.<br />
Bild: Walther<br />
Faltsysteme<br />
Bei marktüblichen Rollcontainern<br />
sind die Seitengitter und<br />
die Grundplatte fest verschraubt.<br />
Eine Volumenreduzierung<br />
der leeren Transportlösungen<br />
ist daher maximal durch Ineinanderstellen<br />
möglich. Bei der<br />
Lösung von Walther (Halle 6,<br />
Stand 339) lassen sich die Seitengitter<br />
mittels eines Pedals lösen.<br />
Nach Entfernen der Seitengitter<br />
lassen sich bis zu 19<br />
Grundplatten dank spezieller<br />
Stapelmulden sicher und unkompliziert<br />
stapeln, heißt es. Parallel<br />
können bis zu 16 Seitengitter<br />
in die „Parkpositionen“<br />
einer Grundplatte gesteckt werden.<br />
Das Volumen der Mehrweg-<br />
Transportlösungen wird um bis<br />
zu 76 % reduziert, wodurch<br />
sich die Rollcontainer in unbeladenem<br />
Zustand effizient transportieren<br />
lassen, so das Unternehmen.<br />
Um sensible Güter zu<br />
schützen, lassen sich Zwischenböden<br />
an derzeit fünf Positionen<br />
in die Seitengitter einsetzen, sodass<br />
die Traglast verlagert wird.<br />
Je nach den Anforderungen<br />
eines Packgutes können die<br />
Zwischenböden auch mit Clips<br />
an den Seitengittern befestigt<br />
werden. •<br />
68 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Umweltgerecht bewegen<br />
Vertikalförderer | Im Fokus der Intralogistik-Branche<br />
steht zunehmend die<br />
Forderung nach Nachhaltigkeit und<br />
Energieeffizienz. Daher hat sich auch<br />
die Haro-Gruppe (Halle 4A, Stand<br />
529) mit ihren automatisierten Förderanlagen<br />
dieser Themen angenommen<br />
und stellt auf der Fachpack eine<br />
energierückgewinnenden Vertikalförderanlage<br />
vor. Sie ist laut Hersteller<br />
mit effizienten Pneumatik-Hubtischen<br />
und einer automatisierten Rollenbahn<br />
ausgestattet und kann sowohl<br />
für Industriekomplexe mit<br />
mehrgeschossigen Produktionshallen<br />
wie auch in kleineren Produktionsbetrieben<br />
benutzt werden, um jeden Quadratmeter<br />
optimal auszunutzen. •<br />
Mobile Industrie-Hebelifte<br />
Handling | Auf der Fachpack<br />
präsentiert Hovmand (Halle<br />
4, Stand 131) eine Auswahl<br />
seiner Hebelift-Modelle. Mit<br />
dabei ist auch das 2019 neu<br />
auf den Markt gebrachte<br />
elektrische Greifwerkzeug<br />
QC3, welches die sichere und<br />
effiziente Handhabung von<br />
Fässern und Packmitteln bis<br />
60 kg ermögliche, so der<br />
Hersteller. Kombinierbar ist<br />
der Rollen- und Fassheber<br />
mit den mobilen Industrie-Hebeliften Impact 130–3<br />
oder Inox 90–3. Die Rollen können an der Außenseite<br />
gegriffen und direkt in die Verpackungsmaschine eingesetzt<br />
oder Fässer bis in eine Höhe von 2,20 m angehoben<br />
und dort entleert werden – dank Dreh- und Kippfunktion.<br />
•<br />
Mehrsprachige Katalogproduktion<br />
Für die Produktion Ihrer mehrsprachigen oder versionierten Kataloge sind wir bestens gerüstet –<br />
speziell wenn es um das Know-how beim Projektmanagement Ihrer hochkomplexen Aufträge geht.<br />
Individuelle Tools, die perfekt auf Ihr Projekt abgestimmt sind, beschleunigen und vereinfachen den Gesamtprozess.<br />
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24. - 26. September 2019 Nürnberg<br />
Halle 5 / Stand 241<br />
<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 69
produkte<br />
Motion Control mit<br />
Master und Slave<br />
Steuerungssystem | Das Motion Control Steuerungssystem<br />
PMC Primo C2 von Pilz ist mit einem 1,3-GHz-Prozessor ausgestattet.<br />
Anwender profitieren von der schnellen Inbetriebnahme<br />
dank Programmierung über Soft-SPS nach IEC 61131.<br />
Durch das Upgrade zu Version<br />
3.5 der SPS stehen alle Vorteile<br />
einer objektorientierten Programmierung<br />
zur Verfügung.<br />
Zusätzlich besteht dank des integrierten<br />
Echtzeit-Task (Abarbeitungszeit<br />
1 ms) die Möglichkeit,<br />
hochperformante Applikationen<br />
wie etwa Bahninterpolationen<br />
umzusetzen. Das Steuerungssystem<br />
ist mit dem Echtzeit-Ethernet<br />
Ethercat Master<br />
ausgestattet. Zudem unterstützt<br />
das System Master- und Slave-<br />
Kommunikationsschnittstellen<br />
wie etwa Modbus/TCP, Can<br />
oder Profibus-DP-S und stellt<br />
damit eine flexible Lösung dar.<br />
Die Systeme verfügen über<br />
SPS- und Motion-Funktionalität<br />
und übernehmen innerhalb einer<br />
Anlage die Automatisierung<br />
inklusive Bewegungsmanagement<br />
an Servoachsen. Bis zu 32<br />
Achsen können nach Art einer<br />
elektronischen Königswelle flexibel<br />
verknüpft und einfache<br />
CNC-Aufgaben gelöst werden.<br />
Standardfunktionen, etwa „Fliegende<br />
Säge“, „Querschneider“<br />
oder „Kurvenscheibenfunktionen“,<br />
sind bereits als Funktionsblöcke<br />
hinterlegt. Auch Maschinenfunktionen<br />
wie „Schlauchbeutelverpackung“<br />
sind verfügbar.<br />
Durch den Einsatz zeitgemäßer<br />
Funktionen wie Fernwartung,<br />
automatische Parametrierung<br />
gewechselter Systemkomponenten<br />
und Sharing aller I/O<br />
lassen sich leistungsfähige Lösungen<br />
umsetzen. •<br />
Bis zu 32 Achsen können<br />
wie bei einer elektronischen<br />
Königswelle flexibel<br />
verknüpft und einfache<br />
CNC-Aufgaben gelöst<br />
werden. Bild: Pilz<br />
Frei von Gefahrsymbolen<br />
Kühlschmierstoff | Die neueste Entwicklung von<br />
Rhenus heißt TU 446 und ist geeignet für Stahl, Edelstahl,<br />
Buntmetall, Gusseisen und Titan. Der Kühlschmierstoff<br />
sei daher für alle Unternehmen prädestiniert,<br />
bei denen verschiedene Einsatzbereiche und Materialien<br />
zum Fertigungsalltag dazugehören. Auch die Bearbeitung<br />
von Buntmetallen und anderer fleckempfindlicher<br />
Materialien sei laut Rhenus problemlos möglich.<br />
Dank der Einstufung in die Wassergefährdungsklasse 1<br />
werde auch die Lagerung und alles rund um das Handling<br />
im Betrieb vereinfacht. Ohne GHS-Piktogramme,<br />
SVHC-Inhaltsstoffe und Formaldehyddepots sei TU 446<br />
nach Aussage des Herstellers eine Alternative zu Produkten<br />
auf Basis sekundärer Amine. •<br />
Jede Maschine anbinden<br />
Connector | Mit dem IIoT Connector von MPDV kann<br />
jede Maschine innerhalb von kurzer Zeit und mit wenig<br />
Aufwand an die Fertigungs-IT angebunden werden.<br />
Somit stehen maschinenbezogene Echtzeitdaten zur<br />
Überwachung der Anlagen und zur Berechnung von<br />
Kennzahlen zur Verfügung. Auf Basis standardisierter<br />
Schnittstellentechnologien erfasst der Connector sowohl<br />
analoge als auch digitale Eingangssignale. Damit<br />
unterstützt der Hersteller auch die Anbindung hetero -<br />
gener Maschinenparks. Der Connector stellt die erfassten<br />
Signale beziehungsweise ausgewählte Daten mittels<br />
OPC UA und MQTT zur weiteren Verarbeitung zur<br />
Verfügung. Gleichzeitig kann<br />
über konfigurierbare Aus -<br />
gangs signale steuernd eingegriffen<br />
werden, etwa zur<br />
Visuali sierung eines definierten<br />
Zustands mittels Signalleuchte.<br />
•<br />
70 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
Bis 4 Meter Drehlänge<br />
Drehmaschinen | Die neuen Chevalier Zyklendrehmaschinen<br />
– im Programm bei Hommel – können sowohl<br />
für den manuellen als auch für den CNC-Betrieb eingesetzt<br />
werden. Mit der FCL-30 stehen dem Bediener ein<br />
maximaler Drehdurchmesser von 760 mm und eine<br />
Drehlänge von bis zu 3000 mm zur Verfügung. Bei der<br />
FCL-32 beträgt der Bearbeitungsspielraum 815 mm<br />
Drehdurchmesser und 4000 mm Drehlänge. Das größte<br />
Modell FCL-40 bietet einen Drehdurchmesser von<br />
1215 mm und eine Drehlänge von ebenfalls bis zu<br />
4000 mm. Bei der Steuerung stehen die Siemens<br />
Sinumerik 828D mit Shopturn-Oberfläche und 3D-<br />
Simulation oder die Fagor 8055i mit Dialogprogrammierung<br />
zur Wahl. Als Werkzeugaufnahmen stellt Chevalier<br />
wahlweise eine manuelle Vierfachaufnahme, ein<br />
Wechselkassettensystem oder einen automatischen<br />
8-fach- oder 12-fach-Revolver zur Verfügung. •<br />
Kompetenz im<br />
industriellen Mittelstand<br />
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Ferndiagnosen verbessern<br />
den Kundendienst<br />
Industrietore | Unter dem Namen Smartcontrol bietet<br />
Hörmann eine Lösung für die internetbasierte Fernüberwachung<br />
von Schnelllauftoren. Damit ermögliche der<br />
Hersteller Einsparungen bei den Betriebskosten. Die<br />
IoT-Lösung bildet die Basis für Ferndiagnosen, eine präventive<br />
Instandhaltung, technische Analysen sowie<br />
einen optimierten Kundendienst bei Störungen. Das<br />
System vernetzt die Schnelllauftore mit dem Internet<br />
und nutzt dafür die „Cloud der Dinge“ der Deutschen<br />
Telekom. Das ermöglicht die permanente Überwachung<br />
der Toranalage. Fehlercodes werden automatisch von<br />
der Torsteuerung an das Webportal gesendet und per<br />
Ferndiagnose analysiert. Mit diesen Informationen<br />
kann die Reparatur vor Ort<br />
unterstützt, der Zeitpunkt<br />
für den Austausch von<br />
Verschleißteilen frühzeitig<br />
erkannt und Stillstandzeiten<br />
verhindert werden. •<br />
Zukunft für Kinder !<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 71
vorschau 25.19<br />
Bild: sdecoret/Fotolia<br />
Künstliche Intelligenz<br />
Künstliche Intelligenz ist aktuell noch eine<br />
Black Box – was ihren Einsatz in bestimmten<br />
Anwendungen problematisch macht. Forscher<br />
und Technikanbieter arbeiten daher an der<br />
Absicherung der Systeme. Mehr dazu lesen Sie<br />
in der Titelgeschichte unserer kommenden<br />
Ausgabe.<br />
Digitalisierung<br />
Das digitale Zeitalter bildet die Basis für neue<br />
Geschäftsmodelle. Wollen etablierte Unternehmen<br />
die Disruption unbeschadet überstehen,<br />
ist es Zeit für einen strategischen Wandel.<br />
Energieeffizienz<br />
Der Idealzustand „ecolonomical“, bei dem<br />
Kosten und Umweltbelastung sinken, sorgt für<br />
Aufsehen. Wie smarte Technik bei der Umsetzung<br />
hilft, zeigt ein Blick in die Antriebswelt.<br />
erscheint montags Impressum<br />
ISSN 0019–9036<br />
Organ des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung<br />
e.V. (WSM), Düsseldorf, Hagen. Die Mitglieder<br />
des Verbandes erhalten den <strong>Industrieanzeiger</strong> im Rahmen ihrer<br />
Mitgliedschaft. Zusammenarbeit im Fachbereich der Gießereitechnik<br />
mit der Zentrale für Gussverwendung, Düsseldorf.<br />
Herausgeberin: Katja Kohlhammer<br />
Mitherausgeber: Prof. Dr.-Ing. Christian Brecher (Werkzeug-<br />
maschinen); Prof. Dr.-Ing. Thomas Bergs (Technologie der<br />
Fertigungsverfahren); Prof. Dr.-Ing. Robert Schmitt (Fertigungsmesstechnik<br />
und Qualitätsmanagement);<br />
Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Günther Schuh (Produktions-<br />
systematik), WZL RWTH Aachen<br />
Verlag: Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,<br />
Ernst-Mey-Straße 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany<br />
Geschäftsführer: Peter Dilger<br />
Verlagsleiter: Peter Dilger<br />
Chefredakteur:<br />
Dipl.-Ing. (FH) Werner Götz (gö), Phone +49 711 7594–451<br />
Stellv. Chefredakteur:<br />
Dipl.-Betriebswirt (FH) Dietmar Kieser (dk),<br />
Phone +49 711 7594–454<br />
Redaktion:<br />
Dipl.-Inf. (FH) Uwe Böttger (ub), Phone +49 711 7594–458;<br />
M. Litt. Sanja Döttling (sd), Phone +49 711 7594–342;<br />
Kyra Kutter (kk), Phone +49 711 7594–475;<br />
B. A. (FH) Nora Nuissl (nu), Phone +49 711 7594–391;<br />
M. A. Nico Schröder (sc), Phone +49 170 6401879;<br />
Susanne Schwab (su), Phone +49 711 7594–444;<br />
Dipl.-Ing. Olaf Stauß (os), Phone +49 711 7594–495;<br />
Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Infowirtin (FH) MonaWillrett (mw),<br />
Phone +49 711 7594–285<br />
Ständige freie Mitarbeiter:<br />
Dipl.-Ing. Volker Albrecht, Karin Faulstroh (kf),<br />
Michael Grupp (mg), Sabine Koll (sk), Markus Strehlitz (ms),<br />
Henriette Steuer (hs)<br />
Redaktionsassistenz: Daniela Engel, Phone +49 711 7594–452,<br />
Fax –1452, E-Mail: daniela.engel@konradin.de<br />
Layout: Katrin Apel, Vera Müller, Ana Turina<br />
ANZEIGEN<br />
Gesamtanzeigenleiter:<br />
Joachim Linckh, Phone +49 711 7594–565, Fax –1565<br />
Auftragsmanagement:<br />
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Japan: Mediahouse Inc., Kudankita 2-Chome Building, 2–3–6,<br />
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Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte,<br />
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welcher Art, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.<br />
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Druck: Konradin Druck, Leinfelden-Echterdingen<br />
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Leinfelden-Echterdingen<br />
72 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
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Zeiss ............................................................ 40<br />
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<strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19 73
zuletzt ...<br />
Notfall-Set<br />
für alle Fälle<br />
Der <strong>Industrieanzeiger</strong> hat eine tolle Rubrik –<br />
nein, wir haben viele tolle Rubriken, aber hier<br />
soll es nur um die Redaktions-Tipps<br />
der letzten Ausgabe gehen. Für die hat unsere<br />
zuständige Kollegin wieder einige sehr spannende<br />
Dinge zusammengetragen.<br />
Gleich oben erfuhr ich von einer VR-Brille, die<br />
Autofahrten für Beifahrer – und nörgelnde Kinder<br />
– erträglicher machen soll. Die hätte ich mir<br />
vor Jahren gewünscht, als unsere Tochter regelmäßig<br />
schon am Ende der heimischen Garagenausfahrt<br />
nölte: „Wann sind wir endlich da?“<br />
Also, ich hab das ja nie verstanden. Autofahren<br />
tipps der redaktion<br />
Sind wir bald da?<br />
Ladestation kann<br />
Leben retten<br />
Der Pro-Idee USB- Ladeadapter für<br />
Smartphone, MP3- Player, Tablet etc.ist zugleich<br />
ein Safety-Tool. Es beinhaltet eine<br />
140 Lumen LED-Taschenlampe, einen<br />
Notfallhammer, Gurtschneider, eine<br />
Alarmsirene und Powerbank. Wenn es im<br />
USB- oder 12-V-Anschluss eingesteckt ist,<br />
ist es jederzeit griff- und einsatzbereit.<br />
Wer bei einer Tour mit dem Auto nicht<br />
selbst am Steuer sitzt, langweilt sich oft<br />
ziemlich schnell – vor allem bei langen<br />
Strecken. Nicht selten wird der Fahrer mit<br />
der unbeliebten Frage „Sind wir bald da“<br />
genervt. Holoride hat eine Lösung gegen<br />
diese Langeweile im Gepäck: eine VR-Brille,<br />
welche die Autofahrt für Beifahrer spielerisch<br />
in einen Erlebnispark verwandelt.<br />
Die Inhalte des Spiels werden mit den<br />
Fahrzeugdaten verbunden. Kurven, Beschleunigung<br />
und Bremsen beeinflussen<br />
das Erlebnis in der virtuellen Welt.<br />
langweilig? Niemals! Schon als Kind konnte ich stundenlang hinter<br />
meinem Vater sitzen und die Nadeln von Drehzahlmesser und Tacho beobachten.<br />
Je weiter sie nach oben schnellten, umso besser. Gelegentlich warf ich<br />
auch mal einen flüchtigen Blick auf die vorbeihuschende Landschaft…<br />
Der zweite Tipp meiner Kollegin war noch besser: eine Ladestation, die<br />
Leben rettet! Der USB-Ladeadapter für Smartphone, MP3-Player und<br />
Tablet beinhaltet auch eine 140-Lumen-LED-Taschenlampe, eine Alarmsirene,<br />
eine Powerbank, einen Gurtschneider und – einen<br />
Notfallhammer. Als ich das las, erlebte ich<br />
einen meiner – sehr seltenen – bösen Momente.<br />
Spontan kam mir in den Sinn: Dieses Teil macht<br />
die VR-Brille überflüssig! Und das<br />
Beste daran – der Notfallhammer entfaltet seine<br />
„beruhigende“ Wirkung selbst dann noch, wenn<br />
James Bond einen Schurken nicht rechtzeitig daran<br />
hindern konnte, die weltweite Stromversorgung<br />
Bild: Holoride<br />
@<br />
Eine<br />
lahmzulegen. All unsere geliebten Smart Devices<br />
wären dann nämlich ganz schnell tot. mw<br />
Bild: Pro-Idee<br />
Übersicht sowie weitere Informationen zu<br />
den einzelnen Tipps erhalten Sie hier:<br />
www.industrieanzeiger.de/tipps<br />
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Leben nach der<br />
Erderwärmung<br />
Wie kann und wird das Leben auf<br />
der Erde in 40, 50 oder 60 Jahren<br />
aussehen? Mit dieser Frage setzt<br />
sich der Journalist und stellvertretende<br />
Chefredakteur des New<br />
York Magazine, David Wallace-<br />
Wells, in seinem Buch „Die Unbewohnbare<br />
Erde“ auseinander. Er<br />
möchte die wissenschaftlichen Erkenntnisse,<br />
die die Mehrheit der<br />
Menschen oft nicht erreichen, begreifbar<br />
und fühlbar machen.<br />
Bild: Heyne Verlag<br />
Bild: Vimcar<br />
Bild: <strong>Industrieanzeiger</strong><br />
74 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19
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76 <strong>Industrieanzeiger</strong> 24.19