Berliner Zeitung 07.09.2019

BerlinerVerlagGmbH

Das wunderbare Jahr der Anarchie: Der Verleger Christoph Links erinnert sich – Seiten 30 und 31

Heute mit

Service und

Immobilien

11°/22°

Wolken und Regen

Wetter Seite 18

AM WOCHENENDE

www.berliner-zeitung.de

Sonnabend/Sonntag,7./8. September

2019

Nr.208 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 2.00 €

Berlin/Brandenburg: 1.80 €

GETTY IMAGES

Im Magazin:

Soziologe Steffen Mau im Gespräch

Haben nurWestler vonderWende profitiert?

Seiten 2und 3

Nach Palmyra mit der Datenbrille

Verlorene Orte entstehen am Computer neu

Seite 7

Verboten?

Ich und Ich

Wieder alte Rembrandt das Selfie erfand

Seite 10

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www.atala.de

CDU: Senftleben

schmeißt hin

Brandenburg Seite 17

Sollen wir ohne Fleisch leben? Darüber streiten die Experten.

Jetzt präsentieren wir Ihre Meinung, die Meinung der Leser. Seite 6

SUV rast auf

Gehweg: 4Tote

Berlin Seite 14

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Heute in der

Berliner Zeitung

Gratis

Die Rückkehr von kurzen

Aufenthalten in Paris

nach Berlin vermag mich

immer noch in den Zustand

der Verblüffung zu versetzen.

DieVerkehrs- und Gehwege erscheinen

plötzlich aufgeräumt und überschaubar.

Umnach der Ankunft in

Berlin von hier nach dort zukommen,

kann man die alerte Angespanntheit

ein wenig herunterfahren,

ohne Gefahr zu laufen, jemandem zu

nahe zu kommen. Berlin und Paris

sind die Hauptstädte ihres Landes,

aber das Gefühl einer unter permanenter

Stromzufuhr stehenden Metropole

stellt sich an der Spree weit

seltener ein als an der Seine. InParis

leben mehr Menschen, und die Stadt

zieht auch mehr an.

Dieser Vergleich aber hat die Berliner

in den letzten Jahren nicht gelassener

gemacht –wohl auch, weil

das Bedürfnis,mit Parisund London

mitzuhalten, stets gegenwärtig ist. Es

scheint ein klaustrophobisches

Grundgefühl zu geben, das sich ab

und zu auch im politischen Raum

meint, Luft machen zu müssen. Am

Donnerstag hat ihm der wohnungspolitische

Sprecher der Berliner

CDU, Christian Gräff, nachgegeben

und sich zugleich darum bemüht,

ihn mit politischer Verve vorzutragen.

„Ich glaube, dass wir einen Zuzugsstopp

nach Berlin brauchen“,

sagte er dem RBB.„Solange der Senat

hier überhaupt keine Infrastruktur

schafft –Kitas, Schule, Infrastruktur,

–, leiden die Berlinerinnen und Berliner

darunter. (…) Das geht so nicht

weiter.“

Schon möglich, dass er den Eindruck

eines energischen Auftretens

vermitteln wollte. Sein verbaler Aufschrei

zeugt letztlich aber von einer

gesteigerten Hilflosigkeit gegenüber

den Bedingungen des gemeinschaftlichen

Zusammenlebens, das ihm

fremd, gefährlich und unkontrolliert

vorkommt. Im politischen Feld sollte

man sich hüten vor Politikern, die

rufen: Das geht so nicht weiter. Von

ihnen ist jedenfalls kaum zu erwarten,

dass sie wissen, wie es weitergeht.

Gräff ist denn auch nicht der

Einzige, der sich an Sperrstundenfantasien

abarbeitet. Kaum weniger

absurd als sein Zuzugsstopp ist der

Vorstoß der Linken-Politikerin Katalin

Gennburg, die fordert, kein Steuergeld

mehr auszugeben, um Touristen

in die Stadt zu locken. Berlin

macht dicht.

Dabei ist Berlin eine wachsende

Stadt. Laut Auskunft des Senats

kommen jährlich 40 000 neue Bewohner

hinzu, das verlangt eine umsichtige

Planung für das Zusammenspiel

von Stadtentwicklung, Verkehr,

Wirtschaft, Bildung und Kultur. Zunächst

aber sind die anhaltend hohen

Zuzugszahlen ein Indiz für die

Attraktivität der Stadt, die schnell

wieder sinken kann, wenn die Aussichten

auf Aufstiegschancen im Beruf

und Wohlbefinden im Alltag sich

nicht erfüllen.

Großstädte sind nun einmal nicht

einfach nur schön. Sie können hässlich

und abweisend sein, und das

Tunund Lassen der anderen Leute

erzeugt mitunter Unbehagen. DieLiteratur

hält viele Beispiele dafür be-

Vorübergehend

geschlossen

Ein Zuzugsstopp für Berlin? Ein

Einreiseverbot für Touristen?

Wasdie Debatte über die volle

Hauptstadt über den Gemütszustand

der Stadtbewohner verrät

VonHarry Nutt

Dürfen nur noch Ur-Berliner ans Brandenburger Tor?

IMAGO IMAGES

reit, dass Berlin als Stadt der sozialen

Kälte und des Konflikts empfunden

wurde. Franz Biberkopf in Alfred

Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“

taumelt ja mehr durch das rasende

und ihn rasend machende

Berlin, als dass er in ihm Ruhe und

eine Heimstadt hätte finden können.

Wenige Jahrebevor Döblin seinen

Roman schrieb –ererschien 1929 –,

hatte die Stadt rund eine halbe Millionen

Russisch sprechende Menschen

aufgenommen. Berlin sei damals,

soschreibt der Historiker Karl

Schlögel in seinem Buch „Das russische

Berlin“ (Suhrkamp Verlag), zum

Ausgangspunkt und Endpunkt sowie

zur Durchgangsstation der großen

Wanderungen geworden, zu denen

sich Menschen keineswegs nur aufgemacht

hatten, weil sie ein besseres

Leben suchten. Das„Zeitalter der Extreme“

wurde über weite Strecken

auch vom Zwang regiert. Zu der Migrationsgeschichte,

die Schlögel beschreibt,

gehörten nun einmal nicht

nur jene,die sich verbessernwollten,

sondern auch die in den Köpfen einer

rechten Machtelite heranreifenden

Ideen, Menschen als willfährige

Massen zu behandeln und sie gegebenenfalls

zu deportieren und zu töten.

Das Wort Zuzugsstopp klingt

nach ordnungspolitischer Steuerung,

aber weresbenutzt, sollte sich

der historischen Implikationen bewusst

sein, die es auslöst.

Es gibt gute Gründe,sich darüber

zu freuen, dass viele nach Berlin

kommen und nicht wenige die Absicht

haben zu bleiben. Stillstand

und beruhigte Verhältnisse widersprechen

der Idee voneiner urbanen

Gesellschaft, auch wenn das Bedürfnis

nach Behaglichkeit nicht nur legitim,

sondern immer präsent ist.

Undnatürlich nervt eine schmutzige

Stadt, in der gesteigerter Drogenkonsum

Bedrohungen hervorruft

und viele Touristen dubiose Verkehrsmittel

benutzen und anschließend

achtlos herumliegen lassen.

Aber wie viel kleinbürgerlich-verkappte

Wutwirddafreigesetzt, wenn

linke Aktivisten die herrenlos vagabundierenden

E-Roller anzünden

und es als politische Tatverstanden

wissen wollen?

Christian Gräff hat zweifellos

recht, wenn er für eine stärkere Zusammenarbeit

zwischen Berlin und

dem Land Brandenburg plädiert.

Berlin braucht ein neues Bewusstsein

von seiner Rolle in der Umgebung.

Die wachsende Stadt verändert

auch den ländlichen Raum.

Schon jetzt wirkt sich der Druck, der

vom Berliner Wohnungsmarkt ausgeht,

auch auf Brandenburgaus.Die

Kräfte der Gentrifizierung wirken in

abgeschwächter Form auch hier.

Während einzelne Dörfer veröden,

herrscht in gut angebundenen Orten

Wohnungsknappheit bei steigenden

Mieten, die wiederum soziale Spannungen

hervorrufen. Die Vorschläge

zu Mietendeckelung und Enteignung

simulieren schnelle Lösungen

und verdecken doch die egoistischen,

allein auf die Stadt zentriertenVersuche

derBerliner Politik, die

Wohnungsmarktprobleme im Alleingang

zu lösen. Soll dassoweitergehen?

Berlin Seite 11

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2 Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Report

Mitten im Wasser

Auf der Suche nach dem Sommer –wir starten in Berlin und reisen in den

nahen Osten. Das zwölfte Ziel unserer Serie: Aalbude in Mecklenburg. Nach

der Wende wurde die intensive Landwirtschaft an der Peene aufgegeben. Jetzt

fließt das Wasser wieder,wohin es will. Wielebt es sich in einer Gegend, in der

Vögel, Fische und Biber deutlich zahlreicher sind als Menschen? Ein Besuch

Text: Julia Haak, Fotos: Markus Wächter

Auf einer Hallig, allein auf dem Meer,muss das

Leben eigenartig sein. Der Platz, den Roma

Zenk sich zum Leben ausgesucht hat, ist allerdings

fast genauso besonders. Sie wohnt mit

ihrer jüngsten Tochter und ihrer Mutter in einem Haus,

das ein eigener Deich umgibt.

Drei Frauen und ein Deich. Sonst gibt es in der Nähe

nicht viel. Man hat Mühe, sich so ein Leben vorzustellen.

Aber Roma Zenk erzählt gerndavon, wenn man sie

fragt. Umstandslos rückt sie ein Stühlchen für die Besucherin

aus der Stadt auf ihrer Terrasse zurecht und lädt

ein, Platz zu nehmen. So eine Frau ist sie: unkompliziert,

zupackend.

Roma Zenk ist 51 Jahre alt. Sie hat ein herzliches Lachen

und einen Sitzplatz vorihrem Haus direkt am Ufer

der Peene, einem kleinen Flüsschen in Mecklenburg-

Vorpommern, das hier träge in Richtung Demmin vorüberfließt.

Siehat einen kleinen Sonnenschutz über ihrer

Terrasse aufgestellt. DerOrt ist traumhaft. DerBlick geht

übers Wasser,während Roma Zenk erzählt. Undwas sie

für tolle Geschichten erzählen kann. Da geht es um

Waschbären, die überfallartig alle Weintrauben an der

Hauswand in einer einzigen Nacht ernten, und um Biber,die

vorüberschwimmen. Auch eine Menge Vögel leben

an diesem Platz. Nurkeine Menschen.

Bisauf Roma Zenk und ihreFamilie,und sie scheint

das nicht zu stören. „ImWinter ist es hier am schönsten“,

sagt sie zum Beispiel und lacht, weil sie merkt,

dass die Besucherin aus der Stadt Mühe hat, sich das

vorzustellen. Ja,imWinter! Da fühlt man sich an diesem

Ort bestimmt wie am Ende der Welt. Schon jetzt im

Sommer ist der Unterschied zu einem Leben in der

Großstadt gewaltig. Nirgendwo in Deutschland könnte

er größer sein, denkt man sich. Höchstens eben auf einer

Hallig. Im Winter aber erstarrtdiese Welt auch noch

unter einer Schicht aus Eis. Gefrorenes Wasser bedeckt

dann alles, soweit der Blick reicht auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite befindet sich der Fluss. Inder

Mitte vonalldemWasser steht das Haus mit drei Frauen

darin: Mutter, Tochter, Großmutter. Esgibt nicht mal

eine befahrbare Straße. Man muss dann Schlittschuhe

anziehen, um voranzukommen.

Michael

Donath ist

Busfahrer,

aber auch

Hafenmeister

und

Fährmann.

ES IST WIE BEI EINEM ZEITSPRUNG.Wirhaben das Jahr

2019, nicht 1719, aber in Aalbude fühlt sich das Leben

sehr nach Vergangenheit an. Aalbude ist kein richtiger

Ort, kein eigenständiger jedenfalls.Während der Sommermonate

bieten ein Ausflugslokal, ein Anlegeplatz

für Boote und eine Fähre ein wenig touristischen Service.

Esgibt ein paar Sommerhäuser. Dauerhaft bewohnt

ist jedoch nur das Haus vonRoma Zenk. DerFlecken

am nördlichen Ende des Kummerower Sees gilt

trotzdem als Ortsteil. Er gehörtzuDargun, einer winzigen

Kleinstadt mit viereinhalbtausend Bewohnern,

neun Kilometer entfernt.

Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt von Berlin-

Mitte bis nach Aalbude. Das ist wenig für den Wechsel

voneinerWelt in die andere. Unddoch ist es genug Zeit,

um sich ein Leben dort vorzustellen. Wildromantisch

muss es sein, und tatsächlich sieht man auch erst mal

nur Leichtigkeit, wenn man sich in Aalbude auf den

Steg setzt und übers Wasser blickt.

Familien kommen mit dem Auto zum Essen in das

kleine Lokal neben dem Wohnhaus von Roma Zenk.

Rentnerpaare machen auf ihren Fahrradtouren übers

weite Land dortPause.Sie setzen mit der kleinen Fähre

über,die zwischen Aprilund Oktober auf der Peene hin

und her pendelt. Bootsleute legen mit kleinen Seglern

und Motorjachten an und bleiben für eine Nacht. Paddler,

Pärchen, Vater-und-Sohn-Gespanne im Zweierkajak,

beste Freunde schlagen neben dem Fluss ihreZelte

auf. Es ist ein Sommerleben. Ab Oktober sind sie alle

weg. Selbst das Lokal ist geschlossen. Roma Zenk ist mit

ihrer Mutter und ihrer Tochter dann allein.

Das muss unglaublich einsam sein. Es ist ja jetzt

schon wenig los in Aalbude, imHochsommer, inder

Hauptsaison. Verglichen mit touristischen Hotspots an

der Ostsee jedenfalls. Roma Zenk sitzt in ihrem Garten

vordem Haus und lacht schon wieder –über diese Vorstellungen,

wenn man ihr von solchen Gedanken erzählt.

„ImSommer ist es wie im Urlaub hier,esist so ein

schönes Stückchen Erde, esist unglaublich. Ich gehe

manchmal morgens um fünf raus und setze mich zum

Kaffeetrinken ans Wasser. Das ist Entspannung pur.

Schöner geht’s nicht“, sagt sie.IhreArt zu sprechen hat

eine norddeutsche Färbung. Das strahlt automatisch

schon mal etwas Gemütlichkeit aus. Und man glaubt

ihr ja auch. Jetzt im Sommer jedenfalls.

„AMAZONAS DES NORDENS“, mit derart gewaltigen

Worten wird die Gegend touristisch beworben. Der

zahlreich vorkommende Biber beweist, wie ursprünglich

alles ist. Er ist streng geschützt. Es gibt Silber- und

Graureiher,Seeadler und viel Fisch. Klimawandel, saurer

Regen, Feinstaubbelastung –die aktuellen Diskussionen

erscheinen an diesem Ort weit weg. Die Natur

scheint wenigstens hier noch im Gleichgewicht.

Das Bild relativiert sich etwas, wenn man sich erst

kundig gemacht hat. Es hat einige Menschen viel Gehirnschmalz

und Schweiß gekostet, damit es heute an

der Peene wieder so aussieht. Zwischenzeitlich hatten

die Menschen sich die Natur weitgehend unterworfen.

Seit der Wende wirddas Peenetal renaturiert. Vorher

hatten die Menschen dem Wasser jahrzehntelang landwirtschaftliche

Flächen abgerungen. Siehatten Deiche

gebaut, Gräben angelegt und dem Moor den wertvollen

Torfboden entrissen. Das Land wurde nach der Wende

wieder aufgegeben. Man hat die Polder geflutet und

versucht, das Peenetalmoor weitgehend auf ein naturnahes

Niveau zurückzuführen. Jetzt tritt der Fluss wieder

über die Ufer, sowie in früheren Jahrhunderten.

Riesige Flächen sind ganzjährig von Wasser bedeckt.

Enorme Vogelbestände haben sich angesiedelt.

Es gibt einen kleinen Turm aus Holz. Vonoben fällt

der Blick über schier endlose Flächen. In der Abenddämmerung

spiegeln sich Licht und Wolken in der stillenWasseroberfläche.DasWasser

ist nicht tief. Schilfinseln

und abgestorbene Bäume ragen heraus. Silberund

Graureiher stehen auf einem Bein inmitten der

Weite. Ihre heiseren Rufe fliegen übers Wasser. Große

Schwärme kommen plötzlich angeflogen. Man kann

Stunden an diesem Ort verbringen, den Vögeln zuhören,

an nichts denken.

Abends erscheinen dann die Vogelmenschen. Es

sind Leute in moosgrünen Westen und Outdoor-Stiefeln.

Mitgroßen Teleobjektiven und Ferngläsernstehen

sie an der Brüstung und machen sich aufgeregt gegenseitig

auf besonders seltene Exemplare aufmerksam.

„Schau mal dorthinten, dortwodas kleine Gebüsch ist,

dortsitzen zwei Seeadler“, sagt ein Mann und zeigt seiner

Frau, in welche Richtung sie ihr Fernglas ausrichten

soll. Manweiß nicht genau, weraufgeregter ist, die Vögel,

die starten und landen, oder die Vogelfreunde, die

tuscheln und flüstern.

DER VATER VON ROMA ZENK war Fischer und hat in Aalbude

gearbeitet und gewohnt. Nach der Wende kauften

die Elterndas historische Fischerhäuschen. Roma Zenk

ist in diesem Haus mit ihrem Bruder aufgewachsen. Sie

hat drei Kinder, aber die beiden älteren sind bereits erwachsen

und ausgezogen. Nur die jüngste Tochter ist

noch da. Die Eltern haben viel renoviert andem alten

Fachwerkhäuschen, Roma Zenk hat damit weitergemacht.

„Bin gerad noch bei“, sagt sie. Sie hat in einem

Zimmer in den letzten Tagen die Decke rausgerissen.

Sie ist an diesem Ort geboren. Zur Ausbildung ging

sie nach Gera.Nach der Wende zogsie nach München.

Zehn Jahre später kehrte sie zurück. Der Vater wurde

krank. „Es ging nicht anders“, sagt sie. Ihr Herz hängt

aber auch an diesem Ort. In den Jahren in München

habe ihr das Wasser so gefehlt, sagt sie.Stattdessen traf

sie auf Hundekacke und Tausende Menschen in den

Parks. „Das war nie meins“, sagt sie.

Denkleinen Deich, diesen hüfthohen Wall aus Sand

und Gras,braucht das Häuschen. Wenn die Peene über

die Ufer tritt, und das passiert öfter im Jahr, versperrt

Roma Zenk ihre Fluttore mit Brettern und Sandsäcken

und wirft die Tauchpumpen an. Dann wird ihr kleines

Haus zur Insel. Rund herum nur Wasser. „In meiner

Kindheit hatten wir öfter mal Wasser im Haus.Wir Kinder

haben dann mit Booten in der Küche gespielt. Im

Bad musste man mit Gummistiefeln bis zur Badewanne

waten, um sich zu waschen.“

Das klingt nach Spaß. „Für Kinder ist das traumhaft

hier.Wir haben Flöße gebaut und sie mit Hochwasserstiefeln

durchs Wasser geschoben. Aber später, als ich

selber meine Kinder immer zur Schule bringen musste,

wusste ich, was meine Eltern damals geleistet haben.

Manmuss halt viel fahren und auch viel einhorten. Wir

decken uns mit Grundnahrungsmitteln ein, sodass es

für ein paar Wochen reicht.“ Aufbewahrtwirddas viele

Essen in Gefriertruhen und Vorratskammern für die

Tage,andenen sie das Haus nicht verlassen können. Einen

Keller hat das Haus nicht. Zu viel Wasser im Boden.

DasWasser kommt aber manchmal auch den Fluss

herauf –gegen die Strömung. Es kommt aus der Ostsee

und drückt die Peene hoch, weil sie kaum Gefälle hat.

Aalbude wird auch dann wieder zur Insel. Der asphaltierte

Weg auf einem erhöhten Damm, der Aalbude

normalerweise mit dem Dorf Kützerhof verbindet,

steht dann unter Wasser wie alles sonst auch. DieFamilie

muss ihre Autos auf dem Deich auf dem anderen

Peene-Ufer abstellen. Die Außenwelt ist für eine Weile

nur noch mit dem Ruderboot zu erreichen.


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 3

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Report

IM OSTEN GEHT DER

SOMMER AUF

Die Sommerserie der Berliner Zeitung,Teil 12

muss er in Stavenhagen einen Dienstwagen abholen

und vondortbis nach Aalbude fahren. Zusammen sind

das 70 Kilometer, abends geht es umgekehrt zurück.

Manchmal nervt ihn die viele Fahrerei schon –ein Argument

für ein Stadtleben, wo die Wege kürzer sind.

Aber Donath würde trotzdem nicht tauschen wollen.

Auch er ist ein Rückkehrer aufs Land. Donath hat

mal 16 JahreinBerlin gewohnt. In Erkner,umgenau zu

sein. Beruflich musste er damals täglich nach Neukölln.

Heuteerinnertersich vorallem an den Stau in Treptow

und daran, wie er sich jeden Tagdarüber geärgert hat.

Ihm fallen Szenen ein, wie ihn Menschen wegen Nichtigkeiten

beschimpft haben. Seit 2005 ist er zurück in

Mecklenburg. „Automatisch lebt man 20 Jahre länger“,

sagt er.Seine Rückkehr bereut er nicht. Unddie aktuelle

Diskussion um Landmenschen, die sich abgehängt und

missachtet fühlen, kann er nicht nachvollziehen. Vielleicht

liegt es daran, dass er schon anderswo gelebt hat.

DER KLEINE REISEFÜHRER: AALBUDE

Entfernung von Berlin-Alexanderplatz:

236 Kilometer

Dauer der Anreise mit dem Auto:

zweieinhalb Stunden

Zahl der Übernachtungsplätze: 4

Einwohnerzahl: 3

Partei mit dem stärksten Wahlergebnis:

CDU (Kommunalwahl/Ergebnis für Dargun)

Jahreshöhepunkt: Schlossspektakel in Dargun

Wichtigste Sehenswürdigkeit:

Seeadler,Reiher und Biber

Kulinarische Spezialität: Aal

Nächste Bademöglichkeit: die Peene vorder Tür

Aber auch jetzt im Sommer braucht die Familie das

Boot. Die Mutter von Roma Zenk klettert hinein und

zieht mit kräftigen Schlägen die Ruder durchs Wasser.

Sie hat Müllsäcke dabei, die sie nun auf der anderen

Flussseite in Container wirft. Dortwoesflutsicher ist.

Die Insellage und die Einsamkeit hätten die Menschen

zu einer verschworenen Gemeinschaft gemacht,

sagt Roma Zenk. Wie bei einer großen Familie sei das

Zusammenleben. „Wir helfen uns gegenseitig. Wenn

dem Hausmeister in der Gaststätte mal ein Werkzeug

fehlt, weiß er,dass wir eine große Werkstatt haben, und

wir kriegen dort Hilfe, wenn wir sie brauchen“, sagt

Roma Zenk. Undsosei es auch mit den Bewohnernvon

Kützerhof am anderen Ende des asphaltierten Weges.

Werandiesem Ortleben will, muss mit den anderen

klarkommen, sonst ist er wirklich allein. Er muss mit der

Natur leben, sich Wind, Wetter und Fluten unterordnen,

sie hinnehmen als etwas, das kommt und geht, und er

sollte mobil sein. Nach Demmin zum Beispiel braucht

man mit dem Auto eine halbe Stunde.Dortsind die Kinder

vonRoma Zenk zur Schule gegangen. DieJüngste tut

das noch. Zenk fährtihreTochter hin und her,weil diese

eine Neigung zu epileptischen Anfällen hat und nicht

Busfahren soll. Nach Rostock braucht man eine Dreiviertelstunde.„Das

Auto ist ein Muss hier. Esfährt janicht

mal ein Bus“, sagt Roma Zenk.

MORGENS UM ZEHN öffnet die Pension Aalbude nebenan

ihre Türen. Sigrid Borchert, die Inhaberin, vermietet

nur vier Zimmer.Wichtiger ist das Tagesgeschäft.

Unermüdlich schleppen zwei jüngere und zwei ältere

Frauen bis abends um acht Eisbecher, kühle Getränke

sowie Gerichte mit Aal, Zander und anderen Fischen, die

es in der Peene gibt, aus ihrer kleinen Küche heraus.Man

wundertsich über die vielen Menschen, die mit Rädern

Naschhausen

Rom

Herzsprung

Eisdorf

Lederhose

Aalbude

BLZ/GALANTY

Vogelsang

Wüstenhain

Klein Bademeusel

Wetterwitz

Lieberose

Nächste

Woche

Siehdichum

Altliebel/Rietschen

und Paddelbooten plötzlich aus dem Nichts auftauchen

und den stillen Ort inein trubeliges Fleckchen verwandeln.

Sigrid Borchert ist gesundheitlich angeschlagen,

gerade war sie mal wieder im Krankenhaus mit einer

Thrombose.Sie will noch die Saison beenden und dann

in Frührente gehen. Das Haus hat sie schon verkauft,

aber eine Gaststätte wird eswohl bleiben. „Ein neuer

Pächter übernimmt“, sagt Sigrid Borchert.

Morgens um zehn beginnt auch die Personenfähre,

im Viertelstundentakt über die Peene zu pendeln. So

steht es jedenfalls im Fahrplan. In Wirklichkeit fährtdie

Fähre, wenn es Fahrgäste gibt. Daskleine Fährschiff hat

Platz für zehn Personen und ihre Räder. Imweiten Bogen

tuckertdas Boot über den Fluss und wieder zurück.

AM STEUER sitzt Michael Donath, 57 Jahrealt und Busfahrer.Für

die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft

fährt ernormalerweise große Wagen übers

Land und in die Ortschaften. Seit neuestem beförderter

Menschen über die Peene mit einem Schiff. Weil der eigentliche

Fährmann älter und manchmal krank ist, hat

die Verkehrsgesellschaft vier Busfahrer auf dem Wasser

ausgebildet, die einspringen, wenn es nötig ist. DieFähre

habe für die Verkehrsgesellschaft Priorität, sagt Donath.

Einfach weglassen gehe nicht. DerWeg wäresonst 35 Kilometer

weit. Selbst mit dem Auto sind das 40 Minuten

über die kleinen Straßen.

„Ja, dann gehen wir mal an Land“, sagt Michael Donath,

wenn man ihn fragt nach seinem Jobund dem Leben,

das er führt, vertäut sein Schiff, schnappt die Tasche

mit demWechselgeld und springt ans Ufer.Die Fährleute

haben ein Büro ineinem kleinen Häuschen. An der

Wand hängt ein Führerschein. Michael Donath hat ihn

hinter das Glas eines Bilderrahmens geschoben. Die

Kartebeweist,dass Michael Donath eine Personenfähre

fahren darf. „Falls die Polizei mal kommt zur Kontrolle“,

sagt er. Michael Donath rührt erst mal zwei Tassen mit

löslichem Kaffee an.„Machen Sieessich gemütlich“, sagt

er.Aber dann steht schon wieder einer in derTür und will

was.Ein Mann sucht den Hafenmeister.Erist mit seinem

Sohn mit dem Paddelboot angekommen und will wissen,

wo sie ihr Zelt aufschlagen dürfen. „Überall, wo es

grün ist, hier, da, ums Haus rum“, sagt Michael Donath

und zeigt vor die Tür. Erist auch Hafenmeister in Aalbude,

vermietet Liegeplätze für Boote, Stellplätze für

Zelte und kassiertfürs Duschen.

Mitten im Gespräch steht Michael Donath plötzlich

auf, weil am Ufer Fahrgäste stehen. Er schaut dann, ob

gegenüber auch Leute warten, Leerfahrten will er nämlich

nicht. Manchmal ruft er einfach „komme gleich“

und setzt sich wieder hin. Wenn viele dastehen, springt

er auf, läuft zum Ufer und klettertinseine Fähre. Nachmittags

ist oft Flaute, zwischen dem Mittags- und dem

Abendgeschäft in der Aalbude.Inder Nebensaison hat er

zwischendurch sogar Zeit zum Angeln. Aber gerade ist

Sommer,dakommt er nicht mal zum Kaffeetrinken.

„Kann man denn hier auch ’nen richtigen Kaffee trinken?“,

will ein Mann in Regenjacke wissen und guckt

skeptisch in die Tassen mit dem Löslichen. „Ja, da drüben,

ich fahr’ gleich rüber“, sagt Michael Donath und

zeigt über den Fluss zur Gaststätte.Wie er denn zurück

kommen könne, will der Mann noch wissen. Auch mit

ihm, sagt Donath, „falls ich dich dann noch wieder mitnehme“.

Es liegt Gemütlichkeit in seinem Umgangston,

Ironie,ein bisschen Spaß. Auch wenn er ständig hin und

her fährt, hetzen lässt Donath sich nicht. So ist sein Leben.

Er findet das richtig. DieSonne,das Wasser,das Beschauliche

und dann kann er in gewissem Rahmen auch

noch machen, was er will.

Donath wohnt, wie auch die Kellnerinnen in der

Gaststätte Aalbude,nicht gerade um die Ecke.Morgens

SIRKO WELLNITZ IST NIE WEGGEGANGEN. Er ist 48

Jahrealt und seit 2016 Bürgermeister in Dargun.Somit ist

er für Aalbude zuständig. Dargun hateine Schlossanlage.

Einmal im Jahr findet ein Spektakel mit Terrornacht und

Gänsehauttouren statt. Wellnitz hat sich die Dekoration

angesehen. „Der Denkmalschutz erlaubt leider nicht,

dass die Schauspieler mit Blut herumspritzen, sonst hätten

die das gern gemacht“, sagt er. Kunstblut natürlich,

aber auch das ist verboten. Wellnitz hat zum Gespräch

ins Schloss gebeten, es ist die größte Sehenswürdigkeit

weit und breit. Gegründet wurde es im Mittelalter vom

Zisterzienserorden als Männerkloster. Wellnitz erzählt

tolle Geschichten aus der alten Zeit, zum Beispiel von

einem Tunnel zu einem benachbarten Frauenkloster.

„Ab und zu sollen sich Nonnen und Mönche für ein

Schäferstündchen getroffen haben“, sagt er,obwohlsie

sonst um Fischereirechte auf dem Kummerower See

gestritten hätten. „Tagsüber lagen sie sich in den Haarenund

nachts in den Armen, heißt es“, sagt Wellnitz.

Aalbude entstand im 14. Jahrhundert als Fischereigehöft

des Darguner Klosters,damals war es noch eine

echte Insel, umflossen vonPeene und der später zugeschütteten

und verlandeten Achterpeene. Im17. Jahrhundertwurde

dasKloster Dargun für das Haus Mecklenburg-Güstrow

in einen dreigeschossigen Schlossbau

mit Ecktürmen und Arkaden im Innenhof verwandelt.

Prinzessin Augusta erhielt die Anlage als Apanage.

Heute ist die Verwaltung darin untergebracht. Es gibt

klassische Konzerte, Pop und Rock. Gerade plant die

Gemeinde, wie die Anlage über Kanal und Wasserbecken

an die Peene angeschlossen werden kann. Dann

könnten Paddleranlanden und müssten nicht mehr kilometerweit

herlauf. So kommt nämlich kaum einer.

„Wir leben nicht vom Tourismus. Wir haben eine

Brauerei mit 300 Beschäftigten, eine Molkerei und einen

Econautikbetrieb mit je etwa 100 Mitarbeitern, Automobilzulieferbetriebe,

Tiefbau, Landwirtschaft. Für

eine Stadt unserer Größenordnung nicht schlecht“,

sagt Wellnitz. Arbeit zu finden sei kein Problem, Betriebe

finden aber nicht genug Personal. Es gibt zu wenige

Lehrer,Quereinsteiger werden eingesetzt, so wie in

Berlin. Mehr Wohnungsbau ist ein Thema. 1990 hatte

Dargun noch 8000 Einwohner, dann ging es lange

bergab,aberseiteinigen Jahren gibt es keinen Bevölkerungsschwund

mehr. Sirko Wellnitz zählt auf, was für

Dargun spricht, undman spürt, dass er stolz darauf ist.

Es gebe genug Ärzte und Geschäfte,sogar Elektro- und

Technofestivals und eine Disco imNachbarort. Eine

Autostunde zur Arbeit fahren müsse man in Hamburg,

wo viele junge Leute hingehen, ja auch. DieLebenshaltungskosten

seien niedrig. „Viele kommen zurück“,

sagt Wellnitz. Schnelles Internet istallerdings einProblem.

Genauwie deröffentliche Nahverkehr.

Sirko Wellnitz ist inDargun aufgewachsen. „Geboren

nicht. Mein Opa ist hier geboren, genauso meine

Mutter.Zumeiner Zeit ging das leider nicht. Ichmusste

nach Demmin gebracht werden, um dort zur Welt zu

kommen“, sagt er.Ihm gefälltsein Leben.

Es gibt allerdings ein bisschen viel Natur. Sogar für

seinen Geschmack. Einige Biber stauen ständig das

Wasser an. Sirko Wellnitz kennt einen, der den Ablauf

aus einem Teich Richtung Peene verstopft. Jeden Tag

wieder öffnen Gemeindemitarbeiter den Durchfluss,

damit nicht alles unterWasser steht, aber am nächsten

Morgen ist der Bach wieder zu. Ein Problembiber! Es

geht das Gerücht, dass er wohl taub sein muss, weil er

sichnichterschrecken und vertreiben lässt.Das Wasser

–esist einLeitmotiv des Lebens in dieser Gegend. Man

muss es lieben, sonst geht man unter.

Julia Haak

hat sich für ihr Leben und Arbeiten in der Großstadt

etwas Gelassenheit vomLand mitgebracht.


4* Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Politik

JU will

Grundrente

streichen

Kuban: Lieber den Hauskauf

für Junge erleichtern

Eshat ein lautes Aufatmen gegeben

in der CDU nach dem Wahlsonntag:

In Sachsen hat die Partei die

Wahl doch noch gewonnen –obwohl

es in Umfragen lange anders ausgesehen

hatte.Kein Grund zum Ausruhen

sei das, findet der Vorsitzende der

Jungen Union, Tilman Kuban.

Herr Kuban, die politische Sommerpause

ist vorbei, die ersten Landtagswahlen

auch. In der CDU gab es danach

Erleichterung, weil der Absturz

nicht so schlimm war wie befürchtet.

Dann hat man sich der Klimapolitik

zugewendet. Gutso?

Natürlich ist es gut, dass Michael

Kretschmer in Sachsen Schlimmeres

verhindert hat. Aber das allein kann

nicht Anspruch

der Volkspartei

CDU sein. Unsere

Aufgabe ist

jetzt, uns nicht

treiben zu lassen,

sondern

Orientierung zu

Tilman Kuban,

Junge Union

DPA

geben. Dafür

brauchen wir einen

klaren Kompass.

Wir haben

am erfolgreichen Wahlkampf von

Michael Kretschmer gesehen, wie

wichtig es ist, Freude und Inspiration

zu vermitteln. Wenn das fehlt, bleibt

die Partei auf der Strecke.

Es gab auch in der Union Diskussionen

um die schwarze Null, also das

Dogma des ausgeglichenen Haushalts.

Istdas zu wenig inspiriert?

Ichhalte neue Schulden für einen

Skandal. Wir müssen an der schwarzenNull

festhalten.Wirhaben oft genug

erlebt, dass Schulden gemacht

wurden, um dann neue Renten- und

Sozialgeschenke zu finanzieren, statt

in Innovation und Zukunft zu investieren.

Da ging es dann darum, die

ältere Generation glücklich zu machen,

weil sie die größte Wählergruppe

vonUnion und SPD stellen.

Eines der nächsten Projekte der Groko

ist die Grundrente.

Ichkann verstehen, dass jemand,

der lange Jahre hart gearbeitet hat,

eine ordentliche Rente will. Aber die

Frage ist, werdas bezahlen soll. Man

kann jeden Euro nur ein Mal ausgeben.

Und dawäre essinnvoller, der

jungen Generation Chancen zu eröffnen.

Im Koalitionsvertrag steht,

dass die Grunderwerbssteuer für das

erste Eigenheim gestrichen werden

soll. Der Staat nimmt dadurch seit

Jahren mehr und mehr Milliarden

ein und für den Einzelnen ist es eine

Riesenbelastung, der den Immobilienkauf

im Zweifel verhindert, weil

allein die Steuer mehrereMonatsgehälter

verschlingt. Die Streichung

wärealso dringend geboten.

Lieber die Grunderwerbssteuer für

Erst-Immobilien streichen also als die

Grundrente einführen?

Ja. So ermöglicht man jungen

Menschen, fürs Alter vorzusorgen,

da sie als Rentner keine Miete mehr

zahlen müssen. Das ist generationengerechte

Politik.

Demnächst beschließt die Union ihr

Klimakonzept. Waserwarten Sie?

Wichtig ist vorallem, dass wir unser

Land nicht schlecht reden. Es gibt

eine Angstdebatte, die das Land

überzieht. Aufder einen Seite stehen

die Klima-Apokalyptiker,auf der anderen

die, die den Untergang des

Abendlands befürchten wegen des

Zuzugs vonFlüchtlingen. Wirtun so,

als wäre Deutschland ein klimapolitisches

Entwicklungsland, dabei gibt

es Innovationen an jeder Ecke. Darauf

können wir stolz sein und das

müssen wir deutlicher herausstellen.

Es ist noch viel zu tun, aber wir

müssen uns nicht verstecken.

DasGespräch führte Daniela Vates.

Liebe Anja,

„Shtisel“ habe ich gesehen, natürlich.

DieSerie hat mir gut gefallen. Zunächst

mal, weil sie gut gemacht ist.

Schauspieler, Drehbuch und Regie

fand ich hervorragend. Außerdem ist

es immer spannend, durchs Schlüsselloch

in ein sonst verschlossenes

Milieu zu linsen, etwas über die Sitten

und Gebräuche dort zu erfahren.

Aber am besten fand ich die Handlung,

die die Geschichte einer einzelnen

ultraorthodoxen Familie erzählt,

und jeder von ihnen hat seine eigenen

Wünsche und Probleme. Von

Folge zu Folge mehr erkennt man die

Menschen unter der schwarzen Kleidung,

den Hauben und Schläfenlocken.

So fesselnd diese geschlossene,

fanatische Gruppe auch sein mag –

nicht das ist das Wesentliche.Wichtig

sind die Menschen darin. Das fasziniertmich.

Es ist eine ausgezeichnete

Methode, Sympathie und Mitgefühl

zu erregen und die dicken Mauern

derVorurteile einzureißen.

Ich habe mir die Wahlergebnisse

in Sachsen und Brandenburg angeschaut.

Soviel ich verstanden habe,

hat die AfD, trotz aller Unkenrufe,

nicht gewonnen. Das klingt doch

nach einer guten Nachricht, oder?

Was meintest du, als du schriebst,

vielleicht sei etwas schiefgelaufen bei

der deutschenWiedervereinigung?

Ich muss gestehen, dass meine

Kenntnisse der deutschen Geschichte,

besonders der Nachkriegszeit,

lückenhaft sind. Ichkann kaum

begreifen, wie dieses Berlin, das ich

seit drei Jahren kennenlerne,soviele

krasse Umschwünge erlebt und sich

Störfaktor Hongkong

Die Krise um die ehemalige Kronkolonie überschattet den Besuch Angela Merkels in China

VonGordon Repinski, Peking

Ein inzwischen gewohntes Bild: Angela Merkel, sitzend, und Li Keqiang,stehend.

Elf Abkommen für Kooperationen

haben deutsche Unternehmen

am Freitag während

des Besuchs der Bundeskanzlerin

in Peking unterzeichnet.

TelAviv –Berlin

Ich kann diesen Bibi nicht

mehr ertragen

immer wieder bis zur Unkenntlichkeit

verändert hat, wie alles zerstört

und wiederaufgebaut wurde, die

Mauer, die Wiedervereinigung, und

all das im Schatten des Traumas,das

immer noch nachwirkt.

Vielleicht hast du recht, wenn du

schreibst, dass ihr, imVergleich zu

meinem kleinen Heimatland, momentan

nicht so ernste Probleme in

Deutschland habt. Allerdings muss

man sagen, ihr habt wirklich keine

einfache Geschichte.

GUTE WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN

Die Vereinbarungen reichen

vonLuftfahrttechnik, Schifffahrt,

Energie, Elektromobilität,

Finanzierung und Versicherung

bis zu vernetztem

Fahren und Müllverwertung.

Yael Nachschon

Zusammenarbeit mit chinesischen

Firmen planen zum

Beispiel Airbus, die Allianz-

Versicherung und die Deutsche-Post-Tochter

Streetscooter.

DPA

Wie kompliziert die

Dinge mit China momentan

liegen, war

gleich zu Beginn des

Besuchs der Bundeskanzlerin zu besichtigen.

Angela Merkel sitzt imVerhandlungssaal

in der Großen Halle

des Volkes in Peking, ihr gegenüber

Ministerpräsident Li Keqiang. Sie

hoffe, dass man im Dialog bleiben

werde, betonte Merkel –und zwar

sowohl in Fragen der Digitalisierung,

als auch bei den Menschenrechten.

Quer über den wuchtigen Verhandlungstisch

nicken sich die Partner zu.

Es ist ein ziemlicher Spagat zwischen

Hightech-Dialog und der

Mahnung, auch die Menschenrechte

nicht ganz zu vergessen. Aber angesichts

der Demonstrationen in

Hongkong bleibt der deutschen Regierungschefin

bei ihrer zwölften

China-Reise als Kanzlerin gar nichts

anderes übrig, als wenigstens zu versuchen,

die zwei ungleichen Themen

miteinander zu verbinden.

Dennoch: Welches der beiden

Themen das andere anBedeutung

überragt, wird andiesem Freitag in

Peking deutlich. MitMerkel im Flugzeug

ist nahezu die versammelte

Wirtschaftselite Deutschlands nach

Peking gereist. Siemens-Chef Joe

Kaeser ist dabei, Deutsche-Bank-

Boss Christian Sewing, HerbertDiess

von VW, Ola Källenius von Daimler.

Auch von BASF, der Allianz, BMW

und zahlreichen Mittelständlern

sind die Vorstandsvorsitzenden mitgefahren.

Aufdieser Reise sollen Geschäfte

gemacht werden.

Es soll etwas getan werden gegen

den Wirtschaftsabschwung, der

beide Länder unterschiedlich stark

erwischt hat, nachdem die USA mit

China in einen erbitterten Streit um

Zölle und Handelsregeln eingestiegen

sind. Der Streit um Hongkong

und die Demonstrationen stören dabei,

auch wenn Merkel selbstverständlich

pflichtschuldig das Thema

anspricht, auch öffentlich.

Tatsächlich zelebrieren die Delegationen

dieVertragsabschlüsse geradezu.

In der Großen Halle des Volkes

am Platz des Himmlischen Friedens

unterzeichnen die Wirtschaftsvertreter

zahlreiche Wirtschaftsabkommen.

DieMappen öffnen und schließen

sich, nach jeder Unterschrift folgt

ein Applaus,und so ganz lässt sich die

Skurrilität des Moments nicht leugnen,

schließlich geht es weiter südlich

in China um einen drohenden Militäreinsatz

in Hongkong.

Nach dem Vergnügen folgte dann

aber doch noch die Pflicht. In der

Pressekonferenz sprach Kanzlerin

Merkel die unangenehmeren Themen

des Tages an. „Ich würde mir

wünschen, dass mehr Parlamentarier

China besuchen können“, betonte

sie und verwies auf die Schwierigkeiten,

mit denen zuletzt Bundestagsabgeordnete

bei Besuchswünschen

konfrontiertwaren.

In der Hongkong-Frage betonte

die Kanzlerin, das Thema sei „ausführlich“

besprochen worden. „Ich

habe darauf hingewiesen, dass

Rechte und Freiheiten gewährt werden

müssen“, sagte Merkel.„Es muss

alles daran gesetzt werden, Gewalt

zu verhindern.“

Abruptes Ende der Pressekonferenz

Es sind keineSätze, vordenen sich ein

Premierminister wie Li Keqiang

fürchten müsste,wobei man sich insgesamt

fragen kann, ob Deutschland

überhaupt die Macht hat, China zum

Fürchten zu bringen. Der politische

Einfluss auf die Weltmacht im Osten

ist begrenzt, das weiß Merkel. Sie

kennt die Verschiebung der Wirtschaftszahlen,

bei denen China im

Jahr 1980 noch gerade 2,8 Prozent der

Weltwirtschaftsleistung aufbrachte

und heute 16 Prozent. Undsie weiß,

dass Deutschlands Anteil in derselben

Zeit vonacht auf vier Prozentgesunken

ist. Deutschland braucht

China, umgekehrtist es weniger so.

Wiesensibel die Hongkong-Frage

dennoch in Peking aufgenommen

wird, zeigte eine andere Szene. Ein

deutscher Journalist fragte Li Keqiang,

ob dieser einen Militäreinsatz in

Hongkong ausschließe. Zunächst

verweigerte Li die Antwort. Als eine

Zwischenfrage einer chinesischen

Journalistin die Situation für den

sichtlich angefassten Regierungschef

entspannte, antwortete dieser

doch noch. Knapp.Man möge China

vertrauen, für Ordnung und Ruhe

werdegesorgt. Dann endete die Veranstaltung

abrupt.

Für die Wahlen in Israel am 17.

September versuchen Aharon und

ich, einen Weg auszuklügeln, um

beide wählen zu können. VonBerlin

aus geht das leider nicht. Briefwahl

gibt es für Diplomaten, aber nicht für

Israelis wie uns. Daesein Dienstag

ist, haben die Kinder Schule,und wir

können sie nicht einfach so rausnehmen,

außerdem wäre es teuer, zu

viert zufliegen. Bloß haben wir hier

niemanden, der nach der Schule länger

als ein paar Stunden auf die Kinder

aufpassen könnte. Normalerweise

springen meine Eltern ein,

wenn wir beide gleichzeitig aus Berlin

wegmüssen. Diesmal geht das natürlich

nicht, weil sie selbst wählen

wollen. Also wird Aharon am Wahltag

wohl in aller Frühe in TelAviv landen

und mittags nach Berlin zurückfliegen.

Ich schicke die Kinder in die

Schule, fliege mittags los und kehre

am nächsten Tagzurück. So werden

die Jungs nur ein paar Stunden nach

der Schule allein sein.

Das ist teuer und anstrengend,

aber wichtig –und hoffentlich nicht

vergebens.Ich kann diesen Bibi nicht

mehr ertragen. Schlicht und einfach.

Kann ihn nicht mehr sehen. Allein

schon von deiner Schilderung dieser

Reklameposter, die ihn mit Spitzenpolitikernaus

allerWelt zeigen, ist mir

schier übel geworden. Grenzenlos,

dieser Machthunger und Zynismus.

Wären die Staatschefs in allerWelt

doch nur ein klein wenig mehr wie

die Produzenten von„Shtisel“, würden

Menschen einfach als Menschen

betrachten, ohne Hauben,

Schläfenlocken, Sprache, Sitten, politische

Lager, Ethnien, Streit und

Hetze. Diemeisten vonuns möchten

ihr Leben einfach in Ruhe leben und

fertig. Dasist ein kindischerWunsch,

ich weiß. Aber in diesen Tagen fühle

ich mich manchmal wirklich wie ein

Kind. Möchte in den Arm genommen

werden. Brauche Ermutigung

und Optimismus, der nicht unbedingt

realistisch sein muss.

Deine Yael

Übersetzung: Ruth Achlama

Der

Fluch

lebt fort

Simbabwes früherer Diktator

Robert Mugabe ist tot

VonJohannes Dieterich

VomBefreiungshelden zum Diktator:RobertMugabe

(1924–2019) AFP/ODD ANDERSEN

Auf diesen Augenblick hat Simbabwes

Opposition jahrzehntelang

gewartet. Er galt als die die „biologische

Lösung“, als letzte Hoffnung,

weil sich eine„politische Lösung“, der

Abtritt RobertMugabes,partout nicht

einstellen wollte. Nun ist die biologische

Lösung Wirklichkeit geworden:

Der 95-Jährige Ex-Diktator ist in einem

Krankenhaus in Singapur gestorben.

In Simbabwe wird der Tod

des einst weltweit verehrten Befreiungskämpfers,

der so viel Übel über

seine Heimat brachte, aber nur verhalten

gefeiert: Längst befindet sich

der marode StaatimGriff eines neuen

Autokraten, der sein Handwerk von

seinem Mentor gelernt hat. So setzt

sich Mugabes Fluch in dem von ihm

gegründeten Staatposthum fort.

Dabei hatte es so segensreich begonnen.

Als RobertMugabe nach seinem

überwältigendenWahlsieg am 4.

März 1980 als erster Regierungschef

des unabhängig gewordenen Landes

eingesetzt wurde,fandermilde Töne:

Er rief die weißen Farmer zum Bleibenimneuen

Simbabwe aufund ließ

deren Ex-Präsidenten Ian Smith als

Senatorweiteramtieren. 16 Jahrezuvorhatte

Smith den Befreiungskämpfer

ohneVerfahren zehn Jahrelang im

Straflager festhalten lassen. Gerüchten

zufolge wurde Mugabe dort vergewaltigt,

womöglich der Grund für

seinespäteremilitante Homophobie.

Zu seinerVerhärtung trugen seine

Haftjahre womöglich auch in anderer

Hinsicht bei. Im Lager eignete

sich Mugabe über seinen Universitätsabschluss

als Lehrer hinaus noch

sechs weitere Diplome an: Auch eines

„in Gewalt“, wie er später

prahlte. Endlich freigelassen führte

er als Präsident der Simbabwischen

Afrikanischen Nationalen Union

(Zanu) einen Guerillakrieg gegen die

weißen Herrscher Rhodesiens.

Während seiner fast 40-jährigen

Herrschaft zeigte sich dann Mugabes

Janus-Gesicht: Er legte zunächst großen

Wert auf das soziale Wohl und

die Bildung der Bevölkerung. Gleichzeitig

richtete seine„Fünfte Brigade“

Mitte der 80er-Jahrezahlreiche Massaker

unter der Ndebele-Minderheit

an, mehr als 20 000 Menschen wurden

umgebracht. Am Bild vom versöhnenden

Befreiungsführer hielt

die Welt aber erst dann nicht mehr

fest, als Mugabe eine neue Opposition

erwuchs: Gewerkschafter, Menschenrechtler

und weiße Farmer,die

dem Machtzuwachs des Präsidenten

entgegenzutreten versuchten. Mugabe

ließ die Kritiker verprügeln,

nahm ihnen das Land weg, fälschte

eine Wahl nach der anderen. Simbabwe

versank in einer Wirtschaftskatastrophe.

Als sich die Frage nach

seiner Nachfolge nicht mehr unterdrücken

ließ, unterstützte Mugabe

seine 41 Jahre jüngere Ehefrau und

stieß so seinen einstigen Mitkämpfer,

Emmerson Mnangagwa, vor den

Kopf. Mithilfe des Militärs putschte

der sich vorzweiJahren an die Macht

und erweist sich seitdem als Abbild

seines Meisters. Eine Befreiung des

Staats ist von ihm nicht zu erwarten.

Und mit seinen 76 Jahren scheint

Mnangagwa von einer „natürlichen

Lösung“ noch weit entfernt zu sein.


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 5 *

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Politik

Franco A. und der rechte Terror

FDP und Linke werfen der Bundesregierung eine Verharmlosung vor.Jetzt soll eine Taskforce im Innenministerium eingerichtet werden

VonJörg Köpkeund Christine Dankbar

Die Opposition im Bundestag

hat Sicherheitsbehörden

und Bundesregierung

vorgeworfen,

die Hintergründe mutmaßlicher Anschlagspläne

des Bundeswehroffiziers

Franco A. nicht entschieden genug

aufzuklären. „Offensichtlich

kann der Fall Franco A. nicht zu den

Akten gelegt werden. Die genauen

Vorgänge und vor allem mögliche

Kontaktpersonen von Franco A.

müssen durch die Sicherheitsbehörden

lückenlos aufgeklärt werden“,

sagte FDP-Innenexperte Benjamin

Strasser der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland).

Kahane: Immer der gleiche Fehler

Anlass sind RND-Recherchen zu einem

bislang unveröffentlichten Vermerkdes

Bundeskriminalamtes.Danach

waren die Pläne für ein Attentat

in Berlin offenbar weitaus konkreter

als bislang bekannt. Handschriftlich

hatte der Offizier Notizen zu möglichen

Fahrtwegen, Transportmitteln,

Waffen und Equipment gemacht.

Auch mögliche Anschlagsziele in

Würzburg und Stuttgart standen im

Visier des Oberleutnants. Strasser

betonte, Aufklärung sei „gerade im

Interesse der 99 Prozent der demokratischen

Soldaten und Polizisten

notwendig“.

Die Bundesanwaltschaft ist davonüberzeugt,

dass Franco A. als syrischer

Flüchtling getarnt Anschläge

verüben wollte, umsie Flüchtlingen

in die Schuhe zu schieben. In diesem

Zusammenhang wurde auch der

Berliner Sitz der Amadeu-Antonio-

Stiftung beobachtet. Die Organisation

kämpft gegen Rassismus und

Rechtsextremismus. Auch die Vorstandsvorsitzende

der Stiftung,

Anetta Kahane, wurde ausgekundschaftet,

um sie zu ermorden.

Kahane wurde nach eigenen Angaben

vor etwa einem Jahr darüber

in Kenntnis gesetzt. Beamte des Landeskriminalamtes

hätten sie in der

Stiftung aufgesucht und gewarnt.

„Gleichzeitig hieß es, ich solle mir

keine Sorgen machen, weil man

Franco A. ja bereits geschnappt

habe“, sagte sie im Gespräch mit der

Berliner Zeitung, für die sie auch als

Kolumnistin arbeitet. Das aber sei

genau der Fehler, den die Behörden

immer wieder machten: Rechtsextremistische

Straftaten würden immer

als Einzelfälle bezeichnet.„Mich

erschreckt es,wie wenig das ernst genommen

wird“, so Kahane.

Die Frage, obund, wenn ja, wie

weitgehend es rechtsextreme NetzwerkeinSicherheitsbehörden

gebe,

habe die Bundesregierung bislang

nicht überzeugend beantwortet, erklärte

auch FDP-Innenexperte

Strasser. „Dabei sollten bei den Sicherheitsbehörden

alle Alarmglocken

schrillen, wenn bestimmte

Kreise von Soldaten, die über den

Zugang zu Waffen und Kenntnisse

über Einsatztaktiken verfügen, affin

gegenüber rechtsextremem Gedankengut

sind“, sagte der FDP-Politiker.

„Nordkreuz“, „Hannibal“ –das rechte Netzwerkwählte martialische Tarnnamen. IMAGO IMAGES

Auch nach Ansicht der Linken-

Bundestagsabgeordneten Martina

Renner handelt es sich bei Franco A.

nicht um einen Einzeltäter. „Die Ermittler

müssen daher auch die Unterstützer

hier und in Österreich umfassen.

Die gesamte Struktur wie

auch Verbindungen in die Komplexe

,Nordkreuz‘ und ,Uniter‘ gehören

aufgeklärt“, sagte Renner dem RND.

Während der bisherigen Ermittlungen

zum Fall Franco A. waren die

Fahnder auf eine Gruppe namens

„Nordkreuz“ gestoßen, die in dem

Verdacht steht,Waffen und Munition

zu horten, um an einem„Tag X“ politische

Gegner in Kasernen zu internieren

und anschließend zu töten.

Deckname „Hannibal“

Mitglieder von „Nordkreuz“ waren

über verschlüsselte Chats bundesweit

mit Gleichgesinnten vernetzt.

Als Administrator fungierte ein Angehöriger

der Elite-Einheit Kommando

Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr.

Dieser Soldat mit dem

Decknamen „Hannibal“ gilt als

Gründer eines Vereins namens „Uniter“,

dem ehemalige Polizisten und

Soldaten angehören –und eine Vielzahl

von mutmaßlichen Angehörigen

eines rechten Terrornetzwerks.

DieGrünen warfen der Bundesregierung

vor, die Gefahr vonrechts zu

verharmlosen. „Man hat den Eindruck,

dass die Bundesregierung die

relevante Bedrohung durch rechtsterroristische

Strukturen immer

noch nicht ernst genug nimmt“,

sagte Grünen-Innenexperte Konstantin

von Notz. Er forderte Bundesinnenminister

Horst Seehofer

(CSU) auf, eine Sondereinheit zur

Aufklärung der Netzwerke einzurichten.

„Dass die schwerwiegenden

Vorgänge um ,Uniter‘, Franco A. und

den Prepper-Wehrsport-Chat bis

heute praktisch ohne Konsequenzen

geblieben sind, ist ein Armutszeugnis

für dieVerantwortlichen in Regierung

und Behörden“, sagte vonNotz.

Anetta Kahane verwies darauf,

dass die Bundesregierung bereits im

Jahr 2011 unter Führung des damaligen

Innenministers Hans-Peter

Friedrich das „Abwehrzentrum

Rechtsextremismus“ ins Leben gerufen

habe,das die Kooperation der Sicherheitsbehörden

verbessern

sollte. „Wasmachen diese Leute eigentlich?“,

fragte sie. „Ich habe den

Eindruck, dass unsere Stiftung und

andere zivilgesellschaftliche Organisationen

mehr Informationen über

Rechtsextremismus an die Öffentlichkeit

bringen als der Verfassungsschutz

und andereBehörden.“

Das Verteidigungsministerium

will nun den Militärgeheimdienst

MAD für die Abwehr von Extremisten

deutlich stärken. Im Herbst

werde dazu mit Burkhard Even, bisher

Leiter der Spionageabwehr beim

Bundesamt für Verfassungsschutz,

ein ziviler, zweiter Vizepräsident

beim Militärischen Abschirmdienst

eingesetzt, berichtete der Spiegel am

Freitag. Nach dpa-Informationen

sollen als Teil einer Strukturreform

auch mehrere Hundert neue Stellen

geschaffen werden.

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*Dieser Artikel kann aufgrund begrenzter Vorratsmenge bereits im Laufe des erstenAngebotstages ausverkauftsein. Alle Preise ohne Deko. Für Druckfehler keine Haftung. Lidl Dienstleistung GmbH &Co. KG, Rötelstr. 30,74166 Neckarsulm • Namen undAnschrift der regional tätigen Unternehmen unter www.lidl.de/filialsuche oder 0800 4353361. **Seit Januar 2019. ¹ Lidl hatnach Ansicht der vonYouGov

befragtenVerbraucher dasbestePreis-Leistungs-Verhältnis in der Kategorie Lebensmitteleinzelhandel. Mehr Informationen unter: https://yougov.de/news/2019/02/14/lidl-dm-und-deichmann-erneut-die-preis-leistungs-s.


6* Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Eine Stadt −ein Land −viele Meinungen

Nicht auf Allesfresser

herabblicken

Frau Sezgin, glauben Sie an Gott?

Wenn ja, dann ist ihm auf jeden Fall

ein Fehler bei der Herstellung des

Menschen unterlaufen, denn er hat

uns zu Allesfressern gemacht! Wenn

die Nutztiere abgeschafft werden,

entstehen neue Flächen, die vielleicht

Ertrag im Ackerbau bringen

(aber mit Sicherheit nicht alle diese

Flächen). Aber reicht das aus, um

acht(!!!) Milliarden Menschen zu ernähren,

ohne die Felder natürlich zu

düngen (denn natürlicher Dung fällt

nicht mehr an)? Erklären Sie den

Hungernden der Welt, dass sie auf

gar keinen Fall Fleisch essen dürfen.

Friedrich II. hat gesagt:„Bei mir kann

jeder nach seiner Facon selig werden.“

Dasdürfen auch Sie. Aber halten

Siesich und die anderen Veganer

nicht für „Bessermenschen“, die auf

uns „Allesfresser“ überheblich herabblicken

und mit missionarischem

Eifer selig machen wollen! Es

ist alles viel komplizierter,als Sieund

ich es uns denken. Verbote helfen

aber nicht!

Hans-Joachim Pohl,

Berlin-Friedrichshain

Keine Profitgier,keine

Überproduktion mehr!

Um von der Massentierhaltung und

der damit einhergehenden Tierquälerei

endlich wegzukommen, muss

eine grundlegende Veränderung

schnellstens vollzogen werden:

Schluss mit der Profitgier! Schluss

mit der Überproduktion!

Carmen Thomas, per E-Mail

Weiter wie seit

5000 Jahren

Selbstverständlich werden wir, wie

in den letzten 5000 Jahren, Fleisch

essen, Rahmenbedingungen der

Viehzucht sollten allerdings verbessertwerden.

Es wäreauch genügend

da, ohne Massentierhaltung, so wie

sie heute praktiziertwird.

NorbertBurczyk, per E-Mail

Fleisch wird vor allem

exportiert

Sicher ist Massentierhaltung nicht

schön –weder für Menschen noch

für Tiere. Wir produzieren in

Deutschland aber vor allem für den

Export. Das vergisst die Autorin (Hilal

Sezgin, Anm.d.Red.). Nun, wenn

wir es nicht tun, wird sich jemand

anderes finden. Vermutlich dort, wo

keine EU-Standards gelten.

DirkSieper,per E-Mail

Früher tickten viele

noch anders

Seit 1987 ernähre ich mich vegetarisch.

Unser Sohn, der 1997 geboren

wurde,bekam im Kindergarten dann

oftmals nur Kartoffeln und Soße mit

ein wenig Gemüse.Die Kinderärztin

war der Meinung, dass das Kind

wohl schlecht wachsen und spät anfangen

würde zu laufen. Auch den

Spracherwerb sah sie angesichts der

vegetarischen Ernährung kritisch.

Unser Sohn lief dann mit zehn Monaten,

war kaum krank, sprach früh

und ist heute 1,87 Meter groß.

1997 tickten viele noch anders, und

sich vegetarisch zu ernähren, sorgte

oft fürWitzeleien oder Diskussionen.

Ichhalte es mit Louise Erdrich, die in

einem ihrer Bücher sagen lässt, dass

nichts gegessen würde, was träumt.

Ob Fische träumen, weiß ich nicht.

Da es sein könnte, esse ich sie auch

nicht. Tiere werden zum Fressen gezüchtet,

das finde ich absurd.

Susanne Venker,per E-Mail

Der menschliche Körper

braucht Fleisch

nährung braucht – Nämlich auch

FLEISCH!!!

Malte-Jürgen Wille, per E-Mail

Tierisches Eiweiß ist

wichtig

Fleisch war evolutionär wichtig für

die menschliche Entwicklung. Wir

brauchen tierisches Eiweiß, um

Mangelerscheinungen zu verhindern,

und nicht, um der Pharmaindustrie

Zusatzprofite durch Ergänzungspräparate

zu ermöglichen.

Christiane Heibel, per E-Mail

Die krankeTierhaltung muss

geändertwerden

Ich denke schon, dass wir noch

Fleisch essen dürfen. Wasunbedingt

geändert werden muss, ist die

kranke Tierhaltung, die Massentierhaltung,

der absolut zu verachtende

massenhafte Tiertransport. Wenn

die Tiereartgerecht gehalten werden

und nur für den wirklichen Bedarf

geschlachtet werden, ist das völlig in

Ordnung. Wir haben hier in Berlin x

Supermärkte, jeder mit einem totalen

Überangebot an Fleisch, das gar

nicht verkauft werden kann –das gehörtabgeschafft.

Erika Dunkeld, per E-Mail

Weiterdenken wäre wichtig

Es ist wie immer, eswird radikalisiert,

nur noch schwarz und weiß.

Natürlich können wir noch Fleisch

Auf den Tellern muss sich

etwas ändern

Darf ich noch Fleisch essen? So diskutierten die Leser der Berliner Zeitung diese Frage

Essenund Ernährung ist ein sehr persönliches

Thema. Jeder hat seine

speziellen Vorlieben – und oft ein

schlechtes Gewissen. Zu viel, zu fett,

zu süß, das bemängelt nicht selten der eigene

Arzt. Nunkommen noch die Forderungen der

Umwelt hinzu. Unser derzeitiger Fleischkonsum

belastet das Klima, denn für die Aufzucht

des Schlachtviehs werden übermäßig Ressourcen

verbraucht.„Darfich noch Fleisch essen?“,

lautete daher die Frage,die wir in dieser

Woche stellten. Die Antworten darauf fielen

moderater aus, als wir erwartet hatten. Fleischesser,Vegetarier

und Veganer sind ganz offensichtlich

bereit, auch die Argumente der jeweils

anderen Seite anzuhören. Viele wollen

nicht auf ihr Fleisch verzichten, aber sie sind

Reden Sie mit!

Argumente und Ideen bitte an

leser-blz@dumont.de;

Stichwort: Meinungsfreiheit

Alle Debatten online unter

berliner-zeitung@de/meinungsfreiheit

bereit, ihre Gewohnheiten zu ändern. Weniger,

aber dafür besser! Für die Umwelt nehmen

viele dabei auch in Kauf, mehr bezahlen

zu müssen. Hilal Sezgin genügt dies allerdings

nicht. DieAutorin und Streiterin für Tierrechte

machte in dieser zweiten Woche unseres Diskussionsprojektes

den Anfang. Ihr geht es

nicht nur um die Umwelt, sondern umdas

Tierwohl, wenn sie fordert, dass niemand Geld

für Blut und Qual ausgeben soll. Sezgin lebt

vegan, wie auch unser Alltagsexperte Felix

Domke, der dies allerdings nicht von seiner

Umwelt fordert. Er hält es aber für notwendig,

dass künftig sehr viel weniger Fleisch produziert

wird, um die Emissionen zu senken und

dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Der

Biobauer Jochen Fritz forderte mehr Respekt

essen, Dieselautos fahren und in den

Urlaub fliegen. Aber alles in Maßen.

Wir brauchen auch keine Überproduktion

beim Fleisch, sondern Qualität.

Bevoralles verboten wird, sollte

man auch gucken, wie „umweltfreundlich“

der Anbau von Soja ist

und die Herstellung von Batterien

für Elektroautos, aber dann müsste

man ja weiterdenken, und wer will

das schon, besonders bei den Grünen.

Christa Schirdewan, per E-Mail

Schlachtungen, die das Tier

sanft töten

Ich möchte weiterhin echtes Fleisch

essen. Kein veganes Ersatzprodukt.

Dasist doch krank. Ichstelle Produkte

her, die wie Fleisch schmecken ... Allerdings

sollte es nur eine artgerechte

Tierhaltung geben mit Schlachtungen,

die das Tier sanft töten.

Silvio Arndt, per E-Mail

Fleischverzehr ist ein

natürlicher Vorgang

Herr Domke ist wirklich ein toller

Missionar. Er predigt seinen Glauben

nicht nur, erlebt ihn auch! Das

ist bekanntlich nicht bei allen Missionaren

so. Erbemüht sich bei seiner

Predigt wirklich um Milde, allerdings

stößt er auf so viele verstockte

Heiden, dass selbst er bei aller Sanftheit

auf den Arm der weltlichen Obrigkeit

zurückgreifen muss.Wie er so

schön sagt: „... die Politik steht in der

Verantwortung, die Rahmenbedingungen

in Form geeigneter Instrumente

auszuhandeln, um ... VerbrauchernsodenWegzueinem

stärker

pflanzenbasierten Lebensstil zu

ebnen.“ Leider gehöre ich zu der

Sorte Mensch, die glaubt, dass der

Mensch ein natürliches Lebewesen

ist. DerEremit, der nur vonKräutern

und Ameisen lebt, praktiziert gewiss

einen bewundernswerten Lebensstil,

der aber doch eher durch Religiosität

als durch Natürlichkeit motiviertist.

EinkurzerBlick in die Natur

lehrt hingegen, dass der Verzehr anderer

Tiere ein sehr natürlicher Vorgang

ist. Undüberhaupt: Washaben

Herrn Domke die vielen unschuldigen

Pflanzen getan, die er –obwohl

sie einen unschätzbaren Beitrag zum

Klima leisten! –dennoch zum alleinigen

Ziel der menschlichen Fressgier

und Fresslust machen will? Lieber

Herr Domke,leben SieIhr Leben,

und lassen sie die anderen so leben

wie sie wollen

Walter Bühler,Berlin-Mitte

Selbstverpflichtung für

freiwilligen Verzicht

Ich stimme den Beiträgen der Herren

Radczun und Fritz zu. Es geht

nicht um Fleischessen oder nicht,

sondern umden Umgang mit dem

Fleisch, dem Lebenden wie dann

dem Toten zum Essen. Alle beide haben

schöne Sachen geschrieben, wie

es sein könnte, sollte. Aber dazu

braucht es, und da sind wir wieder

beim kapitalistischen Wirtschaftssystem,

die Einschränkung der unternehmerischen

Freiheit durch die

fürTiere, aber auch für jene,die sie halten und,

ja, auch schlachten. Er findet, dass mit einer

verantwortungsvollen Landwirtschaft, die artgerechte

Tierhaltung möglich macht, viel verbessert

werden könnte. Auch der Gastronom

Boris Radczun plädierte für bewussteren

Fleischkonsum.

Weniger Fleisch zu essen, das dafür hochwertiger

und auch teurer ist, können sich viele

Leserinnen und Leser der Berliner Zeitung

vorstellen. Nahezu alle forderten, die Bedingungen

der Tierhaltung zu verbessern.

Nächste Woche geht es um ein weiteres leidenschaftliches

Streitthema. „Wie weiter zwischen

den Geschlechtern?“, lautet die Frage.

Diskutieren Siemit und schreiben Sieuns Ihre

Meinung!

Gesellschaft. Die rot-rote Regierung

in Brandenburg hat es einerseits

nicht vermocht und andererseits

auch nicht gewollt (Täter:Vogelsänger),

dass Massentierhaltung eingeschränkt

oder gar unterbunden

wird. Bürgerinitiativen gegen rot-rot

und die nach Steuereinnahmen gierenden

Bürgermeister waren nötig,

aber wenig erfolgreich.Wird das jetzt

mit Rot-Schwarz-Grün besser?

Kaum anzunehmen.

Wolfgang Schlenzig,

Berlin-Mariendorf

Das Überangebot gehört

abgeschafft

Sehr wohl sollte aus meiner Sicht der

Fleischkonsum reduziert werden.

Leider wird, wie in diesem Beitrag,

immer wieder suggeriert, dass es

sich dabei um eine Scheibe Fleisch

handelt. Ich habe noch nie einen

Hinweis auf die endlosen Regale mit

Fleischprodukten, insbesondere

Wurst gelesen. Ich finde das irreführend.

Ich will auf beides nicht verzichten,

wie vermutlich die meisten.

Jedoch bin ich der Meinung, dass das

permanente Überangebot dringend

abgeschafft gehört. Somit würden

auch nicht Millionen Tonnen im

Müll landen.

I. Horvath, per E-Mail

Es hilft Tieren, den Konsum

einzustellen

Ich bin ganz der Meinung von Frau

Hilal Sezgin. Ich lebe seit vielen Jah-

IMAGO IMAGES

UNMÖGLICH...Wir sollten dabei

bleiben und es genauso handhaben

wie schon unsere Ur-Ur-Ur-Vorfahren,

die sich ganz normal ernährthaben!

Dieselben waren wahrscheinlich

gesund und haben verstanden,

was ein menschlicher Körper zur Errenkonsequent

vegetarisch. Ichversuche

auch zunehmend, vegan zu leben.

Selbst kaufe ich keine tierischen

Lebensmittel wie Käse, Milch, Eier

etc. Allerdings finde ich es sehr

schwierig, sich ausschließlich vegan

zu ernähren, z. B. auf Besuch und auf

Reisen. Aber ich denke,eshilft schon

der Umwelt und den Tieren, wenn

ich den Konsum so weit wie möglich

einstelle. Das Gleiche würde ich

Menschen empfehlen, denen es

schwerfällt, auf Fleisch zu verzichten.

Eine Einschränkung so weit wiemöglich,

und Fleischkonsum nur

aus biologischer und artgerechter

Tierhaltung.

Evelyn Kesten, per E-Mail

Ein gesundes Maß und alles

wäre paletti

Die Frage beim Fleisch ist ja mal

nicht, OB wir Fleisch essen, sondern

WIE VIEL und in welcher Qualität.

Wenn also alle den Fleischkonsum

auf ein für uns UND den Planeten

gesundes Maß reduzieren würden,

wärealles palletti ...

Jens Beyer,via Facebook

Fleischessen betrifft uns alle

Hinter „Fleisch essen“ und „Milch

trinken“ steckt sehr viel mehr als

Tieretöten für einen schnöden Gaumenkitzel

aus Gewohnheit. Umweltverschmutzung,

Ressourcenverschwendung,

Klimaveränderung,

multiresistente Keime. Und das betrifft

uns alle.

Doris Koinig,via Facebook

Dieses ständige

„Meat Shaming“ ist absurd

Schafft die Massentierhaltung ab

und entlastet die Bevölkerung in Sachen

Steuern. Damit niemand mehr

im Discounter einkaufen muss.

Oder verbietet McDonalds etc. Das

ist wirtschaftlich und gesundheitlich

besser.Ganz zu schweigen, was

für Plastikmüll wegfallen würde,

wenn jeder zum Bäcker, Fleischer,

Grünmarkt oder Getränkemarkt gehen

würde. Dieses ständige „Meat

Shaming“ ist absurd und geht einem

auf den Keks! Ganz zu schweigen,

dass es eben die Natur so eingerichtet

hat, dass wir Allesfresser

sind. Werdarauf verzichtet, gut, wer

nicht –auch gut.

AnneGret Blaamann, per Facebook

Ende 60, vegan und gesünder

als manch 25-Jähriger

Danke, Frau Sezgin, für Ihre Worte.

Ich bin Ende 60, lebe seit vielen Jahren

vegan und vermisse gar nichts.

Ichbin auch gesünder als manch ein

25-Jähriger ...

Ivanka Seka Glas, via Facebook

Der Mensch sollte frei sein,

selber zu wählen

Menschen sollen frei sein, Essen,

Kleidung, Wohnort, Glaube usw. selber

zu wählen. Solange keiner anderen

Menschen schadet, darf

seine/ihreFreiheit nicht gestörtwerden.

Es gilt auch in Bezug darauf, anderen

zu zwingen, bestimmte Sachen

(z. B. Fleisch) nicht zu essen.

Benyamin More, via Facebook

Wie die Missionare

im Mittelalter

So weit kommt es noch, dass ich mir

von anderen vorschreiben lasse, wie

ich leben soll. Wenn jemand unbedingt

vegan leben will, dann kann

er/sie das gerntun, aber bitte andere

damit in Ruhe lassen. Mittlerweile

kann man das ja mit den MissionarenimMittelalter

vergleichen.

Bianka Rhode, via Twitter

Regional und bio

Ich bin Vegetarier. Trotzdem würde

ich sagen, ja, man darfFleisch essen.

Es sollte eben regional und bio sein.

Lupinebexs, via Instagram


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8* Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

7.6.19

7.6.19

▲ 12191,73 (+0,54 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

7.6.19

Stand der Daten:06.09.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

6.9.19

▲ 61,55 (+1,23 %)

6.9.19

▼ 1,1027 (–0,28 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 06.09. zum Vortag

6.9.19

1&1 Drillisch 28,56 +11,21 WWWWWWWWWWW

United InternetNA 32,80

+7,44 WWWWWWWW

thyssenkrupp 12,23 +4,67 WWWWW

Lanxess 56,74 +2,75 WWW

Evotec 20,19 +2,36 WWW

CarlZeissMeditec108,70

Verlierer

+2,16 WWW

aus DAXund MDAX vom06.09.zum Vortag

Norma Group NA 28,48 WWW –2,06

DialogSemic. NA 43,52 WW –1,61

Aroundtown 7,10 WW –1,39

TAGImmobilien 20,66 WW –1,24

ProSiebenSat.1 12,33 WW –0,92

Innogy 45,00 WW –0,79

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 06.09. ±% z. 05.09.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,30

3574/2909 3495,19

CAC 40 (FR) + 0,19

5673/4556 5603,99

S&P UK (UK) + 0,16

1562/1323 1470,74

RTS (RU) +0,19

1414/1033 1340,52

IBEX (ES) –0,03

9665/8286 8990,10

Dow Jones (US) +0,26

27399/21713 26798,43

Bovespa (BR) +0,59

106650/74275102849,10

Nikkei (JP) +0,54

24448/18949 21199,57

Hang Seng (HK) +0,69

30280/24541 26628,82

Stx Singap. 20 (SG) +0,01

1657/1350 1561,43

Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro

Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)

Effektivzinsen in %für

Kundenkontakt 5Jahre 10 Jahre 15 Jahre

Interhyp

0800/200151515 0,41 0,56 0,71

PlanetHome

089/76774188 0,41 0,59 0,71

DTW-Immobilienfinanzierung

0800/1155600 0,41 0,59 0,71

Dr.Klein

0800/8833880 0,41 0,59 0,71

MKIB Online

030/6408810 0,65 0,73 0,86

BBBank

0721/1410 0,63 0,68 1,08

Deutsche Bank

069/91010000 0,96 0,75 1,04

ING

069/50500109 0,65 0,78 1,15

Commerzbank

069/98660966 0,90 0,81 1,08

Postbank

0228/55002010 1,21 0,94 1,22

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,68 0,69 1,16

Berliner Volksbank

030/30363300 0,73 0,75 1,00

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 0,65 0,92 1,40

Berliner Sparkasse

030/86986969 0,88 0,93 1,23

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 0,86 0,96 1,36

Mittelwert von 95 Banken 0,67 0,77 1,06

Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;

unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Kundenmit Plastiktüten wird man in deutschen Einkaufszonen künftigwohlkaumnochsehen.

Von Jan Sternberg

Das Bundesumweltministerium

hat ein Verbot für

Plastiktüten an der Ladenkasse

auf den Weggebracht.

Es geht dabei um sogenannte

„leichte Kunststofftragetaschen“ –

auch biologisch basierte und biologischabbaubareVarianten.

Wassieht der Gesetzentwurf konkret

vor?

Das bisherige Verpackungsgesetz

soll um ein „Verbot des Inverkehrbringens

von leichten Kunststofftragetaschen“

ergänzt werden, „die dafür

konzipiertund bestimmt sind, in

der Verkaufsstelle gefüllt zu werden“.

Ausgenommen von diesem Verbot

sind bestimmte, sehr leichte Kunststofftragetaschen.

Damit sind jene

Tüten gemeint, die an der Obst- und

Gemüsetheke bereitliegen –„Hemdchenbeutel“genannt

Warumkommt jetzt ein Verbot?

Diefreiwillige Selbstverpflichtung

des Einzelhandelsverbands gehe

nicht weit genug, wirdimGesetzentwurf

festgestellt. Daran würde sich

nicht alle Läden halten. Nur ein Verbot

wärewirksam und könne notfalls

durch Bußgelder durchgesetzt werden.

Wie begründet die Ministerin das Verbot?

Umweltministerin Schulze sagt:

„Plastiktüten sind der Inbegriff der

Google &Co. im Zwielicht

Laut Umfrageakzeptieren viele User Nutzungsbedingungen nur, weil sie keine Alternative haben

Von Markus Decker

Führende Datenschützer und Politiker

haben Kritik an den Nutzungsbedingungen

vonInternetkonzernen

wie Google oder Facebookgeübt.

Anlass ist eine aktuelle Umfrage

des Instituts für Demoskopie Allensbach,

aus der hervorgeht, dass diese

Bedingungen vielfach gar nicht gelesen

werden oder die Nutzer einen

gewissen Zwang empfinden, sie zu

unterschreiben.

Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte

Peter Schaar sagte dem

RedaktionsNetzwerk Deutschland

(RND): „Die Umfrage bestätigt das

Bild, das ich auch selbst habe. Viele

Nutzer sind sich nicht im Klaren darüber,worinsiedaeigentlicheinwilligen.

Undganz freiwillig sind die Ein-

Plastik ist bald aus

Die Umweltministerin will leichte Kunststofftüten verbieten

Regeln: Lauteiner Untersuchung

der Vereinten Nationen

hatten im Sommer

2018 zwei Drittel (124) von

192 untersuchten Staaten

landesweite Vorschriften für

den Umgang mit Einwegtüten

aus Kunststoff erlassen.

Inzwischen sind noch weitere

Länder hinzugekommen.

In Deutschland gibt es solche

Regeln bisher jedoch

nicht.

Ressourcenverschwendung: Siewerdenaus

Rohöl hergestellt und oft nur

wenige Minuten genutzt. Häufig landen

sie in der Umwelt, wo sie über

viele Jahrzehnte verbleiben und jede

Menge Schäden anrichten können.“

DieZeitfür einPlastiktütenverbot sei

reif, glaubt die Ministerin: „Die Erfahrungen

der letzten Jahre mit der

freiwilligen Vereinbarung zeigen: Es

geht auch ohne die Plastiktüte beim

Einkauf. Immer mehr Menschen gewöhnen

sich daran, Mehrwegbeutel

dabei zu haben. Die große Mehrheit

der Deutschen will dieses Verbot. Ich

bin sicher, dass schon bald kaum

einer die Wegwerftüten vermissen

wird.“

UMGANG MIT PLASTIKTÜTEN

Gebühren: Island verbietet

seit dem 1. September

2019 die kostenlose Ausgabe

vonTragetaschen. China

verbietet den Importvon

Plastiktüten sowie ihre kostenlose

Abgabe. Frankreich,

Indien, Italien und Madagaskar

haben Plastiktüten nicht

vollständig verbannt, verbieten

oder besteuernaber solche

Beutel, die weniger als

0,05 Millimeter dick sind.

Verbote: StrikteVerbote sind

rar.Der Atlantik-Inselstaat

Kap Verde hat Produktion

und Nutzung vonPlastiktüten

vollständig verbannt,

Ausnahmen gelten für kompostierbare

Beutel. Aufden

Marshallinseln im Pazifik ist

es per Gesetz verboten,

Plastikgeschirroder -tüten

zum einmaligen Gebrauch

„einzuführen, herzustellen

oder zu verkaufen“.

Warum werden auch biologisch abbaubare

Tüten verboten?

Dasgeplante Verbot soll dem Entwurf

zufolge auch „bio-basierte und

bio-abbaubare Kunststofftragetaschen“

umfassen. Vorder Annahme,

sogenanntes Bio-Plastik löse die Umweltprobleme,

hatte Schulze erst

kürzlich gewarnt. „Das angebliche

Bio-Plastik ist leider meistens eine

Mogelpackung“, sagte sie.„Es gibt so

gut wie kein umweltfreundliches

Bio-Plastik auf dem Markt.“

willigungen vielfach auch nicht. Zudem

sind viele Einwilligungstexte

und Datenschutzerklärungen sehr

umfangreich und schwer verständlich.“

Hinterher wunderten sich viele

Nutzer, woihre Daten landeten, so

Schaar weiter.Denn die Digitalunternehmen

erhielten riesige Mengen

personenbezogener Informationen,

bei minimalen Kontrollmöglichkeiten

für die Betroffenen. „Ein fairer

Umgang ist das nicht“, sagte der

Datenschützer. Daraus ergebe sich

wiederum politischer Handlungsbedarf.

„Die Regeln für den Internet-

Datenschutz müssen strenger gefasst

undklarereGrenzengesetztwerden.“

Die frühere Verbraucherschutzministerin

und Grünen-Bundestagsabgeordnete

Renate Künast sagte

dem RND: „Wo freiwillige Zustimmung

draufsteht, darf nicht Zwang

drin sein. Insbesondere bei den Großen

gibt es oftmalsnur die Entscheidung

zwischen einem bedingungslosen

Ja oder der Nichtnutzung des

Dienstes. Das ist ein völlig inakzeptables

Ausnutzen von Marktmacht.“

Nötig seien mehr Transparenz und

differenzierte Angebote. Mindestens

müsse man wählen können zwischen

Detailfragen, die unterschiedlich

mit Ja oder Nein zu beantworten

seien.

Die Umfrage, die im Auftrag des

Magazins „Focus“ stattfand, ergab,

dass 82 Prozent der Befragten es als

nutzlos erachten, die Nutzungsbestimmungenzulesen,

da man auf jeden

Fall sein Einverständnis erklären

müsse, wenn man den jeweiligen

Dienst nutzen wolle. 50Prozent der

FOTO: IMAGO STOCK

Der Verbrauch von Plastiktüten ist

seit 2015 um zwei Drittel gesunken.

Warumjetzt ein Verbot?

Schulzespricht von„etwa 20 Plastiktüten

pro Kopf und Jahr, die noch

übrig bleiben. Mit einem Verbot

kommen wir jetzt auf Null“. DerVerbrauch

von so genannten „Hemdchenbeuteln“

an der Obst- und Gemüsetheke

läge konstant bei rund 37

proKopf.

Wassagt die Opposition?

DieGrünen kritisieren das Gesetz.

Der stellvertretende Bundestags-

Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer

sagte dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND): „Das ist eine

symbolische Einzelmaßnahme, die

wenig hilft. Es braucht ein Gesamtkonzept

zur Reduzierung von Einwegverpackungen.

Und esbraucht

auf Tüten eine Abgabe.Das Geld sollte

genutzt werden, um ein System

vonMehrwegverpackungen zu etablieren.“

Wie reagiertder Handel?

Empört. „Das Verbot ist ein klarer

Vertrags- und Vertrauensbruch“ der

Vereinbarung mit dem Ministerium,

sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer

des Handelsverbands HDE,

der „Welt“. „Der Handel mit seinen

drei Millionen Beschäftigten fragt

sich, ob man sich auf das Wort der Regierung

noch verlassen kann.“ Auch

die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen

zeigte kein Verständnis:

Plastiktüten würden „nach oftmals

mehrmaligem Gebrauch als

Müllbeutel verwendet“. Sielandeten

nur dann in der Umwelt, wenn Verbraucher

sie falsch entsorgten.

Befragten stimmten der Aussage zu,

dassDienstewieGoogle„unverzichtbar“

seien;unter den 14- bis 29-Jährigen

sind sogar 61 Prozent dieser Meinung

–inder Altersgruppe wirdGoogle

vonfast 100 Prozent der Befragten

genutzt. 71 Prozent würden zumindest

Teile der Bedingungen von

Whatsapp nicht akzeptieren, wenn

sie die Wahl hätten –soetwadie Weitergabe

von Informationen in die

USA.

Die Leiterin der Umfrage, Anne

Niedermann, kommt zu folgendem

Schluss: „Die freiwillige und informierte

Einwilligungist in der Rechtswirklichkeit

weitgehend eine Fiktion.“

Denn die Texte würden kaum

gelesen, da die weitaus meisten Nutzerdas

Gefühl hätten, keine Alternativezuhaben.

Siemens verdient Geld

mit Schulden

DerSiemens-Konzern verdient Geld

mit der Aufnahmevon Schulden. Der

Industriekonzernhabe Anleihen über

3,5 Milliarden Euro zu teilsnegativen

Renditen ausgegeben, teilte das Dax-

Unternehmen mit.Sohat Siemens InvestorenPapieremit

Laufzeiten von

zwei, fünf, zehn und 15 Jahren unterbreitet.

DieNachfrageder Anleger war

mehrals viermal so hoch wie dasAngebot,sodassdiese

teils draufzahlten:

Diezweijährige Anleihehabe bei der

Ausgabe eine Rendite vonminus

0,315 Prozentgehabt und die fünfjährige

einevon minus 0,207 Prozent.

Erst bei denlängeren Laufzeiten zahlt

der Münchener Technologiekonzern

den Investorenetwas für dasgeliehene

Geld. (dpa)

Facebook im Visier

der Aufseher

Eine Allianz vonUS-Bundesstaaten

hat wegen kartellrechtlicher Bedenken

eine Untersuchung gegen

den Onlineriesen Facebook eingeleitet.

Es solle geprüft werden, ob

das Unternehmen den Wettbewerb

behindertund Nutzer gefährdet

hat, teilte NewYorks Generalstaatsanwältin

Letitia James mit. „Wir

werden alle verfügbaren Ermittlungsmittel

nutzen, um festzustellen,

ob Facebook Daten vonVerbraucherninGefahr

gebracht hat“,

kündigte James an. Zudem solle ermittelt

werden, ob Nutzer in ihrer

Entscheidungsfreiheit eingeschränkt

oder die Preise für Werbeanzeigen

in die Höhe getrieben

wurden. (dpa)

Arbeitskosten

steigen erneut

Techniker bei MTU.

HöhereGehälter und steigende

Lohnnebenkosten haben Arbeit in

Deutschland im zweiten Quartal

2019 weiter verteuert. Eine Stunde

Arbeit kostete im Zeitraum Aprilbis

einschließlich Juni 3,2 Prozent mehr

als im Vorjahreszeitraum, wie das

Statistische Bundesamt in Wiesbaden

errechnet hat. Dabei stiegen die

Bruttoverdienste nach Angaben der

Wiesbadener Behörde vonFreitag

um 3,2 Prozent. DieLohnnebenkosten

–wozuSozialabgaben und

Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall

zählen –erhöhtensich um

3,3 Prozent. (dpa)

Gebühren für Inkasso

sollen sinken

FOTO: MTU AERO ENGINES AG/DPA

Inkassofirmen,die Geld vonsäumigen

Kundeneintreiben, sollen künftigwenigerGebühren

verlangen

dürfen. Einen entsprechenden Gesetzentwurfhat

Justizministerin

Christine Lambrecht (SPD) vorgelegt.

„Wer mitseinen Schulden in

ein Inkassoverfahren gerät, muss

ohnehinschon draufzahlen“,sagte

Lambrecht der „Bild“-Zeitung. „Es

ist ein großesÄrgernis,dassdabei

vielfach sogar überhöhte Gebühren

verlangt werden,die in keinem Verhältnis

zum tatsächlichenAufwand

stehen.“Verbraucherwürdenoft abgezockt.

Derzeit dürfen Inkassofirmenauchbei

kleinen Forderungen

eineGebührvon bis zu 70,20 Euro in

Rechnungstellen. (dpa )


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 9

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Wirtschaft

In den Himmel gehoben

Der Büroraumanbieter WeWork geht an die Börse und sollmehr wert sein als BMW

Von Frank-Thomas Wenzel

Ist das alles nur eine Luftnummer?

Der Büroraumanbieter

WeWork will inden nächsten

Wochen an die Börse.Kaum ein

Newcomer wurde in der jüngeren

Vergangenheit so hoch in den Himmel

gehoben. Doch es ist höchst umstritten,

wie viel das Unternehmen

wirklich wert ist. Kürzlich war noch

von 47Milliarden Dollar die Rede –

das ist mehr als die aktuelle Marktkapitalisierung

vonBMW.Doch es gibt

auch Experten, die das Start-up nahe

null taxieren.

WeWork wurde 2010 von Adam

Neumann und Miguel McKelvey gegründet.

Das Duo und Neumanns

Ehefrau Rebekah als Dritte im Bunde

gingen mit dem Anspruch an den

Start, die Welt der Büros zu revolutionieren.

Motto: „Do what you love“ –

mach, was du liebst. Das Unternehmen

wuchs zunächst in NewYorkmit

großer Geschwindigkeit.

WeWork bietet Büros und einzelne

Arbeitsplätzeinsogenannten Co-

Working-Spaces an. Die Mieter können

diverse Dienstleistungen hinzu

buchenundKonferenzräumeaufBestellung

nutzen. In der Regel handelt

es sich um helle, freundliche Räumlichkeiten,

die im Stil von Start-ups

puristisch mit modernen Möbeln

eingerichtet sind. WeWork ist mittlerweile

in mehr als 100 Städten weltweit

aktiv und verfügt nach eigenen

Angaben über 527000 Kunden und

WeWork vermietet auch am Hackeschen Markt in Berlin Arbeitsplätze in sogenannten Co-Working-Spaces.

rund 10000 Mitarbeiter.Hierzulande

bietet die FirmaOrtezum Arbeiten in

Berlin, Köln, Frankfurt, Hamburg

und München an. Weretwa in der

Mainmetropole in einem Einzelbüro

in der Innenstadt arbeiten möchte,

muss 600 Euro Grundmiete im Monat

zahlen. Einen Schreibtisch gibt es

für 250 Euro. Für 200 Euro darf der

Kunde sich in einem Gemeinschaftsgroßraum

einen freien Platz suchen.

DieFirma sorgte mehrfach für Furore,

weil sie spektakuläre Investments

melden konnte. Sostieg Anfang

des Jahres der japanische Technologieriese

Softbank mit 2Milliarden

Dollar ein. Dessen Chef Masayoshi

Son hat sich nichts Geringeres

zum Ziel gesetzt, als in Firmen zu investieren,

die Schlüsseltechnologien

füreineneueEpochederMenschheit

entwickeln.Schon2017hattesichein

FOTO: WEWORK

von Son initiierter Fonds, an dem

auch Scheichs aus Saudi-Arabien

und Abu Dhabi beteiligt sind,

4,4 Milliarden Dollar in WeWork gesteckt.

Rechnet man das aktuelle Engagement

von Softbank hoch, käme

der Büroraumanbieter auf den Wert

von47MilliardenDollar.

Das Unternehmen soll noch in

diesem Monat an die Börse gebracht

werden. Es soll eine der größten Platzierungen

weltweit in diesem Jahr

werden. Die „Financial Times“ berichtet

nun, aus den Unterlagen für

den Gang aufs Parkett gehe hervor,

dass nur noch eine Bewertung von25

bis 30 Milliarden Dollar zugrunde gelegt

werde. Gutmöglich, dass die betreuenden

Banken dies durchgesetzt

haben, weil sie befürchten, ansonsten

keine Anleger zu finden. Schließlich

gibt es jede Menge Zweifel daran,

ob WeWork tatsächlich Maßgebliches

zu einer neuen Epoche der

Menschheit beitragen kann.

Die entscheidende Frage: Ist das

Geschäftsmodell, das vor allem von

Investmentbankerngestrickt wurde,

überhaupt dauerhaft funktionsfähig?

WeWork hat zwischen 2016 und

2018 seinen Umsatz zwar mehr als

vervierfacht. Aber die Verluste haben

noch stärker zugenommen. 2018

kam ein Fehlbetrag von 1,9 Milliarden

Dollar zusammen, bei Einnahmen

von1,8 Milliarden Dollar.Inden

ersten sechs Monaten dieses Jahres

verbesserten sich zwar die Relationen.

Doch mit 690 Millionen Miesen

–bei 1,5 Milliarden Erlösen –steckt

die Firmanoch immer tief in den roten

Zahlen.

Dass Start-ups hohe Verluste machen,

ist normal. Aber in den Unterlagen

für die US-Börsenaufsicht SEC

hat das Management eingeräumt,

dass man „auf absehbareZeit“ nicht

profitabel arbeiten könne, wenn die

Firma imbisherigen Tempo weiter

wachse.

Die Zahlt kritischer Stimmen

mehrt sich. So bezeichnete Rett

Wallace vom US-Analysehaus Triton

Research den Börsenprospekt

als ein „Meisterwerk derVerschleierung“.

Das Management sei den

Nachweis bislang schuldig geblieben,

dass der Wert eines Unternehmens

mit Milliarden von Verbindlichkeiten

und Milliarden von Verlusten

nichtnullsei.

„Harter Brexit

besser als

Verschiebung“

Weniger

Funklöcher

bis 2021

DIW: DeutscheVerbraucher

kaum betroffen

Regierung schließtVertrag

mit Mobilfunkfirmen

Von Verena Schmitt-Roschmann

Ein ungeregelter Brexit Ende Oktober

wäre aus Sicht des Deutschen

Instituts für Wirtschaftsforschung

(DIW) für Deutschland weniger

schlimm als eine erneute Verschiebung.

Die erwartbaren Kosten für die

Bundesrepublik seien mittel- bis langfristig

eher gering, deutsche Verbraucher

kaum betroffen und Chaos vermeidbar,

sagte DIW-Chef Marcel

Fratzscher.„WasichjetztanRisikensehe,

ist die Unsicherheit“, sagte Fratzscher.„Lieber

ein Ende mit Schrecken

als ein Schrecken ohne Ende –lieber

jetzt ein harter Brexit als eine Hängepartie,diesichnocheinoderzweiJahre

hinzieht.“

Schon jetzt hätten sich wegen der

Unsicherheit deutsche Exporte nach

Großbritannien und Irland abgeschwächt.

„Wenn einmal Klarheit da

ist und die Unternehmen wissen, worauf

sie sich einstellen müssen, kann

man auch damit umgehen“, fügte der

DIW-Präsident hinzu.

Viele Wirtschaftsforscher warnen

voreinem britischen EU-Austritt ohne

Vertrag, zumal Deutschland 2018 immer

noch WarenimWert von 82 Milliarden

Euro nach Großbritannien exportierte.

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung

geht davon aus, dass

ein No Deal Einkommensverluste von

fast 100 Milliarden Euro pro Jahr zur

Folge hätte, davon 57 Milliarden in

Großbritannien und gut 9,5 Milliarden

in Deutschland.

„Es ist immer noch von Vorteil für

alle Seiten, wenn der ‚HardBrexit‘ abgewendet

wird“, sagte Studienautor

Dominic Ponattu. „Mehr Zeit, um ein

Abkommenzuverhandeln,wäreesdefinitiv

wert.“

Doch Fratzscher argumentiert dagegen.

So sagte er mit Blick auf deutscheVerbraucher:„Wennmanjetztdie

Konsumenten nimmt, habe ich

Schwierigkeiten zu sehen, wer dabesonders

betroffen sein soll. Das, was

wir aus Großbritannien importieren

an Konsumgütern, ist begrenzt.“(dpa)

Von Andreas Hoenig

Mit einem zusätzlichen Ausbau

des Netzes sollen ärgerliche

Funklöcher für Handynutzer in

Deutschland vorallem auf dem Land

verringertwerden.Der Bund schloss

dazu Verträge mit den Mobilfunknetzbetreibern

Telekom, Vodafone,

Telefónica und 1&1 Drillisch. Verkehrsminister

Andreas Scheuer

(CSU) sprach von einer „Ausbauoffensive“

für ländliche Räume.

Im vergangenen Sommer hatten

die Betreiber und der Bund in einer

Vereinbarung die Absicht erklärt,

dass bis Ende 2021 durch neu zu errichtende

Mobilfunkstandorte künftig

99 Prozent der Haushalteinjedem

BundeslandeineLTE-Versorgung erhalten

sollen. Diese Zusage wurde

nun durch die am Donnerstag geschlossenen

Verträge rechtlich verbindlich

gemacht.

Im Gegenzug ermöglicht der

Bund den Netzbetreibern nun laut

Ministerium, ihre Zahlungspflichten

aus der 5G-Frequenzauktion 2019

mit jährlichen Raten über einen Zeitraum

bis 2030 zu strecken. Im Juni

waren 5G-Frequenzblöcke versteigertworden,

und zwar andie vier Provider

Deutsche Telekom, Vodafone,

Telefónicaund1&1Drillisch.Siezahlten

insgesamt 6,55 Milliarden Euro.

Scheuer sagte,für die neuen Ziele

sollten mehr als 1400 neue Mobilfunkmasten

errichtet werden. Konkret

sieht der Vertrageine Versorgung

von 99Prozent der Haushalte bundesweit

bis Ende 2020 vor und von

99 Prozent der Haushalte in jedem

Bundesland bis 2021 –also auch in

Flächenländern. Damit soll die Versorgung

gerade in ländlichen Räumen

verbessert werden. Allerdings

beziehen sich die Ausbauziele auf die

ZahlderHaushalte–undnichtaufdie

Fläche. Beim nun beschlossenen

Ausbau wollen die Mobilfunkbetreiber

untereinander stärker zusammenarbeiten

und sich die finanzielle

Belastung teilen. (dpa)


10 * Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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·

Meinung

Senftleben

AUSLESE

Rücktritt mit

Anlauf

Die Tyrannei des

Mannes

Elmar Schütze

bedauert, dass ein unkonventioneller

Typinder Politik scheitert.

AmWahlabend kursierte bei der Brandenburger

SPD eine kleine gehässige

Liedzeile: „Wen spült die CDU ins Klo? –

Ingo!“ Das war eine klitzekleine und gemeine

Anspielung auf einen Wahlkampfsong

des CDU-Spitzenkandidaten Ingo

Senftleben, in dem dieser dieWölfe in den

Zoo schickt, Verbrechern auf den Po haut

und noch so manch lustige Dinge macht,

die sich auf Oreimen. Ingo!

Inzwischen lacht niemand mehr. Am

Freitag hat Ingo Senftleben seinen Rücktritt

als Fraktionschef bekannt gegeben.

Zu desaströs war die Wahl, in der die CDU

mit 15,6 Prozent ihr historisch schlechtestes

Ergebnis in Brandenburgerreichte.

So mancher „Parteifreund“ forderte

hinter vorgehaltener Hand einen Rücktritt

noch am Wahlabend. Doch Senftleben

lavierte –wohl in der Hoffnung, dass

der Sturmsich lege,wenn er erste Erfolge

nach Hause bringe. Aus seiner Sicht wäre

ein solcher Erfolg gewesen, wenn er seine

CDU in eine Koalition mit der SPD von

dem mit einem blauen Auge davongekommenen

Ministerpräsidenten Dietmar

Woidke und den Grünen geführt hätte.

Am Ende hat es nicht gereicht, Senftleben

musste einsehen, dass er kein Verhandlungsmandat

der eigenen Fraktion hatte.

Senftleben ist mit seinem Anti-

Woidke-Wahlkampf gescheitert. Er konnte

sich selbst eine Zusammenarbeit mit der

Linkspartei vorstellen, um ihn abzulösen.

Dabei wusste er, dass er seiner Partei viel

zumutet. Am Ende war es zu viel.

Was gerne übersehen wird, ist, dass

Senftleben der CDU ganz neue Perspektiven

eröffnet hat: eine Koalition zur Not

auch als Juniorpartner der SPD zusammen

mit den Grünen. Das ist tatsächlich

völlig neu. Undsehr gut möglich, dass sein

Nachfolger diesenWegauch gehen wird.

Plastiktütenverbot

Sinnloser

Aktionismus

JanSternberg

glaubt, dass die Regierung vonihrer

Konzeptlosigkeit ablenken möchte.

Fragt die Kassiererin die ältere Dame:

„Möchten Sie eine Tüte?“ Antwortet

die Seniorin: „Nein danke, wenn ich jetzt

kiffe, vergesse ich die Hälfte.“ Dieser alte

Witz funktioniertander Supermarktkasse

schon lange nicht mehr. Kostenlos abgegeben

werden Beutel für die Einkäufe in

den allermeisten Läden seit Jahren nicht

mehr, und in den meisten Supermärkten

ist die Tragetasche zum Gut mit spürbarem

Preis geworden, entweder aus dickem

Papier,aus Verbundstoffen oder aus

Baumwolle.Auf allen prangt die Aufforderung:

„Verwende mich mehrfach!“ Spontan

einzukaufen ist so gut wie unmöglich

geworden, ohne eine weitere, vielfach verwendbare

und mit großem Ressourcenverbrauch

hergestellte Tüte mit nach

Hause zu bringen. Istschon klar:Mit Umdenken

und Planung geht alles.

Der Verbrauch von Plastiktüten ist in

Deutschland seit 2015 um zwei Drittel zurückgegangen.

In der Umwelt landet hierzulande

kaum eine davon –das ist ein

deutlicher Unterschied zu anderen Weltgegenden,

in denen die Tüten wirklich ein

Problem darstellen. Drei Viertel des Plastikeintrags

im Meer stammt aus Mikroplastik,

dortsteht an der Spitzeder Verursacher

der Reifenabrieb.

Wozu also brauchen wir jetzt noch

ein Plastiktütenverbot? Aus einem einzigen

Grund: Aktionismus. Die Bundesregierung

hat keine Strategie gegen den

stetig steigenden Verpackungsmüll,

kein Mehrwegkonzept, keine Ahnung,

wie die Recyclingquote der Folien,

Schachteln und Becher aus den gelben

Säcken und Tonnen erhöht werden

kann. Mit dem wohlfeilen Kampf gegen

die Tüte, sohofft Schulze offenbar, vergessen

das viele.

Angela Merkel hat schon leichtere

Reisen hinter sich gebracht, auch

schon nach China. Zwölf Mal ist

die Kanzlerin bisher in der Volksrepublik

gewesen, meist fanden die Besuche

im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen

und menschenrechtspolitischen Interessen

statt. Aber niemals lagen die gegenläufigen

Ziele so weit auseinander wie auf dieser

Reise.Esist Zeit, hier einmal aufzuräumen.

Ein guter Ausgangspunkt dafür ist die

wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands

vonChina. Diegibt man hierzulande mit hohen

moralischen Ansprüchen zwar ungern

zu, sie ist aber unzweifelhaft und machtvoll.

Rund 200 Milliarden Euro beträgt die jährliche

Handelssumme zwischen den Ländern,

weder als Exportabnehmer noch als Investor

ist China für Deutschland verzichtbar. Jedes

zweite Auto verkauft VW mittlerweile in die

Volksrepublik. Das ist eine gefährliche Abhängigkeit,

aber wer sie kritisiert, sollte für

den wichtigsten deutschen Wirtschaftszweig

erst einmal eine Alternativeanbieten. Es gibt

sie aktuell nicht.

Dass in diesen Abhängigkeitsverhältnissen

jährlich deutsche Wirtschaftsbosse mit

der Kanzlerin gen Osten fliegen, ist eine

Selbstverständlichkeit. Denn es geht hier

nicht primär nur um Unternehmensprofite,

sonderninunsicheren Zeiten darum, die Zukunft

der wichtigsten Arbeitgeber dieses

Landes zu sichern. Es geht damit auch um

den gesellschaftlichen Frieden.

Noch wichtiger wirddies in Zeiten, in denen

die Stabilität der Weltwirtschaft durch

die Zockereien des amerikanischen Präsidenten

unnötig gefährdet wird. Es gibt kaum

eine Weltregion, mit der Trump nicht bereits

einen Handelskrieg angezettelt oder die er

nicht mit Zöllen bedroht hat. Es betrifft oder

Neulich verbreitete ich einen Tweet, in

dem ich mich darüber wunderte,

warum sich so viele über die Freifahrten für

die Bundeswehrsoldaten aufregten. Also die,

die im Zweifel auch für uns den Kopf hinhalten,

wie es ein Kollege formuliert hatte. Sofort

schallte es mir entgegen: „Also für mich

muss keiner den Kopf hinhalten, ich sehe

nicht, wo wir uns verteidigen müssten“,

„Schulkinder,Schwangereund Rentner sollten

auch frei fahren dürfen“, „Soldaten sind

Mörder“. Der Hass, der durch die Zeilen

drang, erschreckte mich.

Ichdachte an meinen vierzehn Jahrealten

Neffen in Brandenburg, der gesagt hatte,dass

er zur Armee will, um Pilot zu werden. Während

das wohl in großstädtischen Akademikerfamilien

zu einer Krise führen würde, findet

bei uns in der Familie kaum jemand etwas

an dieser Wahl anstößig. Die Bundeswehr ist

mangels Alternativen ein begehrter Arbeitgeber,einer,der

auch Aufstieg ermöglicht. Man

wirdnicht schief angeschaut, wenn man sagt,

dass man Soldat werden will. Nurich trat als

kritische Tante aus der Großstadt auf und

fragte:„Hast du dir das auch gut überlegt?“ Ich

war die Spielverderberin.

Wenn mein Neffe sich in seinem Dorfund

den Dörfern drumherum umschaut, dann

sind diejenigen, die das meiste Geld haben,

die die coolsten Autos fahren, die vonAbenteuern

imAusland erzählen können, oft Ex-

Soldaten. Führerschein für den Lkw, Ausbildung,

alles wird bezahlt. Ausland heißt aber

nicht Interrail in Barcelona, sondernKosovo,

Kanzlerin in China

Merkel und

die Moral

Gordon Repinski

meint, dass sich die deutsche Außenpolitik zu sehr im

Theoretischen verliertund dabei Chancen verpasst.

KOLUMNE

Der Osten

und

die Armee

Sabine Rennefanz

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

betraf Ostasien, Europa, Lateinamerika.

Dass die Weltwirtschaft nun langsam abzuschmieren

beginnt, ist eine logische und verdammt

gefährliche Folge. Gut, dass Angela

Merkel im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf

ihrer Reise gegenzusteuernversucht.

Natürlich bedeutet das nicht, dass man

dann gleichgültig Missstände auf chinesischer

Seite hinzunehmen hat. Im Gegenteil:

China muss in Handelsfragen dazu gebracht

werden, die WTO-Regeln konsequent einzuhalten,

insbesondere geistiges Eigentum zu

respektieren. Aber gerade das funktioniert

eben nur,wenn man als Partner spricht und

nicht als moralisierender Zuschauer.Und, ja,

es wäre ein Fortschritt, wenn sich die Menschenrechtssituation

verschiedener Minderheitengruppen

in China besserte. Ebenso

kann man nur hoffen, dass Peking nicht

ernsthaft eine Militäroption in Hongkong in

Erwägung zieht– das wäredesaströs.

Diese und andere Punkte sollte Angela

Merkel und jeder Kanzler immer wieder ansprechen.

Aber wir sollten uns von der Illusion

lösen, dass das kleine Deutschland die

Menschenrechtspolitik Pekings maßgeblich

ändernkann. China mit seinen 1,3 Milliarden

Einwohnern ist eine Weltmacht,

Deutschland bestenfalls eine Mittelmacht

mit abnehmendem Einfluss. Im eigenen

Verständnis war China in den letzten Jahrtausenden

übrigens durchgehend Weltmacht

–mit der Ausnahme der vergangenen

200 Jahre. Doch dieser kleinere historische

Fehler korrigiertsich in den Augen Pekings

gerade.

Die Moralisierung der China-Politik mag

unser Gewissen und das vieler Politiker beruhigen,

sie ändertander praktischen Politik

aber wenig. Leider moralisiert die deutsche

Außenpolitik nicht nur in der China-Frage,

sie neigt grundsätzlich dazu. Deutschland

redet viel davon, international mehr Verantwortung

übernehmen zu wollen. Einzig, es

passiertnicht.

Ein Beispiel: Bei einer glasklar europäischen

Angelegenheit wie einer Schutzmission

in der Straße vonHormus eiertdie Bundesregierung

so lange herum, bis Europa gespalten

und die Chance vertan ist. In Syrien,

der Ukraine,selbst bei der Frage der Zukunft

und Gestaltung Europas verharrt Deutschland

in Passivität und überlässt das Feld dem

französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Deutschland neigt dazu, sich in Außenpolitik-Theorie

zu verlieren statt Außenpolitik

zu machen. Daszuändern, wäreein großer

Fortschritt.

Afghanistan. Und die Wunden, die sie von

den Einsätzen mitbringen, die sieht man

nicht auf den ersten Blick.

Es ist gar nicht so einfach herauszufinden,

wie viele Ostdeutsche in der Bundeswehr arbeiten.

Aus dem Verteidigungsministerium

verlautet, die Bundeswehr sei die„Armee der

Einheit“, deshalb gebe man keine Zahlen

heraus. Nach einer Statistik von 2010 sind

Ostdeutsche überproportional an Auslandseinsätzen

beteiligt. Etwa die Hälfte der Soldaten

im Auslandseinsatz waren damals laut

Statistik Ostdeutsche –obwohl der Anteil der

Ostdeutschen an der Gesamtbevölkerung

weniger als 20 Prozent beträgt. Aus der Statistik

ging hervor, dass besonders die unteren

Dienstgrade aus Ostdeutschland kommen.

Vonden vier Generälen im Auslandseinsatz

stammte keiner aus dem Osten. Über

die Zahlen wurde damals berichtet. „Treibt

die Not viele Ostdeutsche zum Afghanistan-

Einsatz?“, schrieb die Mitteldeutsche Zeitung.

Der Historiker Michael Wolffsohn, der

lange an der Bundeswehr Universität München

lehrte,sprach voneiner „Ossifizierung“

und der Gefahr,dass die Armee sich zu einer

Unterschichtenarmee entwickeln könnte.

Seitdem gibt das Ministerium keine Zahlen

mehr heraus.

Ich schicke Michael Wolffsohn eine E-

Mail. „In der gesamten Menschheits- und

Militärgeschichte konnte man potenzielle

und faktische Krieger nur mit mindestens einem

der drei, am besten allen drei Faktoren

gewinnen: Macht, Ansehen und Ruhm,

Geld“, antwortet er. Esseien in der Bundeswehr

vor allem Soldaten aus wirtschaftsschwachen

Gebieten vertreten –und das ist

nicht nur, aber vor allem der Osten. Außerdem

sei das Ansehen des Militärs im deutschen

Osten (noch) nicht so negativ wie im

Westen,fügte Wolffsohn hinzu.

Mein Neffe will jetzt ein Vorgespräch führen.

Bald kommt die Bundeswehr in die

Schule,zur Karriereberatung.

Vor genau 228 Jahren veröffentlichte

Olympe de Gouges (1748–1793) ihre

„Erklärung der Frauen- und Bürgerinnenrechte“.

Es wareine Antwortauf die in unseren

Geschichtsbüchernausgiebig gefeierte

„Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“

vom 26. August 1789, die in

Wahrheit nichts als eine Erklärung der

Männerrechte gewesen

war. Eslohnt sich –leider

– heute noch immer,

den Text zu lesen:

„Die Frau wird frei geboren

und bleibt dem

Mann gleich an Rechten

... Freiheit und Gerechtigkeit

bestehen

darin, einem anderen

das zukommen zu lassen,

was ihm zusteht.

Daher kennt die Ausübung

der natürlichen

Rechte der Frau keine

andere Grenze als die

Olympe de Gouges:

Die Rechte

der Frau und

andere Texte

Reclam, 78 Seiten,

6Euro.

der fortwährenden Tyrannei, die der

Mann ihr entgegensetzt. Diese Grenzen

müssen durch die Naturgesetze und die

Gesetzeder Vernunft reformiertwerden.“

Es war die Frauenbewegung der 60erund

70er-Jahre des 20. Jahrhunderts, die

Olympe de Gouges wieder einen Platz im

Gedächtnis der Menschheit gab.Die AutorinOlympe

de Gouges ist dagegen weitgehend

vergessen. Kein deutsches Theater

hat, soweit ich weiß, je eines ihrer Stücke

aufdie Bühne gebracht. Ihrerstes war„Zamore

und Mirza“ aus dem Jahre 1784, ein

Melodram über das Schicksal zweier Sklaven.

In einer Vorbemerkung schrieb sie:

„Ich habe nur einen Ratfür die Schauspieler

der Comédie-Francaise, und es ist der

einzige Gefallen, um den ich sie in meinem

Leben bitten werde: Nehmen Siedie Farbe

und Tracht der schwarzen Sklaven an. Nie

war die Gelegenheit günstiger und ich

hoffe, dass die Aufführung dieses Dramas

die Wirkung erzielt, die man zugunsten

dieser Opfer maßlosen Strebens von dem

Stück erwarten darf.“ Es gibt von ihr auch

eine Fortsetzung des Tollen Tages von

Beaumarchais,der mitMozarts Musik unter

dem Titel„Figaros Hochzeit“ die Bühnen

beherrscht: „Cherubinos unerwartete

Hochzeit“. Olympe de Gouges, die erste,

die wirklich von Menschenrechten

sprach, kam während der Schreckensherrschaft

der Jakobiner unter die Guillotine.

Die Revolution fraß auch damals

schon ihreKinder. Arno Widmann

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Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 – S eite 11 *

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Berlin

Harmsens Berlin –

die neue Kolumne

zum Wochenende

Seite 12

Die Schulbauoffensive sollte kostengünstig sein. Das Gegenteil ist der Fall Seiten 12 und 13

Wird das neue Hertha-Stadion doch in Tegel gebaut? Seite 15

Zuzug und Tourismus stellen Berlin seit Jahren vor große Herausforderungen.

IMAGO IMAGES

„Diese Äußerungen schaden unserer Stadt“

Nachdem CDU-Wohnungspolitiker Christian Gräff Zuzugsstopp für Berlin forderte, ist er nun zurückgerudert –Regierender Bürgemeister kritisiert die Aussagen

VonMelanie Reinsch

Ein Zuzugsstopp für Neu-

Berliner? Die Aussagen, die

der wohnungspolitische

Sprecher der CDU, Christian

Gräff, am Donnerstag in der

RBB-Abendschau äußerte, hat im

Anschluss für massiveKritik und Irritationen

gesorgt. Gräff sagte: „Wir

müssen denen, die hierherkommen,

sagen: Macht euch keine falschen

Erwartungen. Wir haben die Infrastruktur

nicht. Ihr könnt hier nicht

herziehen.“

Am Freitag versuchte Gräff, seine

Äußerungen wieder einzufangen. Er

erklärte,dass Abschottung in der Geschichte

der Menschheit noch nie

Probleme gelöst habe.„Deshalb wird

Abschottung auch nie das politische

10%

Rezept der CDU sein. Wirwollen keinen

Zuzugsstopp für Berlin, wir stehen

für eine Ideenoffensive“, so

Gräff. Undweiter:DasWachstum der

Stadt stelle die Politik vor enorme

Herausforderungen. Der Senat

scheiterekrachend daran, diese Aufgabe

mit Mut, Tatkraft und Weitblick

anzupacken, kritisierte der CDU-Politiker

die rot-rot-grüne Regierung.

Nur wenige Stunden nach dem

Interview schaltete sich auch der Regierende

Bürgermeister Michael

Müller (SPD) in die Debatte ein.

„Diese Äußerungen zu Zuzug und

zur Einschränkung von Tourismus

schaden unserer Stadt. Sie zerstören

unser Selbstverständnis als europäische

Metropole“, betonte Müller.

Berlin freue sich über Besucherinnen

und Besucher, denn sie brächten

der Stadt wichtige Impulse und

frische Ideen und nähmen den Berliner

Geist vonKreativität, Vielfalt und

Freiheit mit in die Welt. „Und wir

wollen auch Zuzug. Es freut uns,

wenn Menschen aus allerWelt Berlin

als Sehnsuchtsortoder neue Heimat

wählen“, ergänzte Müller. Sie bereicherten

diese Stadt und sorgten mit

dafür, dass sich hier ein Hotspot für

Start-ups entwickele, dass sich Unternehmen

ansiedelten, dass Arbeitsplätze

geschaffen würden und

sie für Wirtschaftswachstum sorgten.

„Berlin war immer Heimat von

Vielen. Ich will, dass das so bleibt.

Diese Stadt freut sich auf ihre Gäste,

auch in Zukunft“, erklärte der Regierende

Bürgermeister.

Auch CDU-Politiker grenzten sich

von den Äußerungen ihres Partei-

Kollegen ab: Landeschef KaiWegner

erklärte, dass man Grenzen zum

Glück vor 30 Jahren überwunden

habe.„Daher ist die Forderung nach

einem Zuzugsstopp für Berlin eine

Einzelmeinung innerhalb der breiten

Volkspartei CDU.“

Jan-Marco Luczak, stellvertretender

rechtspolitischer Sprecher der

CDU/CSU im Bundestag, ließ über

Twitter wissen, dass die CDU Berlin

keinen Zuzugsstopp wolle. „Wir packen

die Herausforderungen der

wachsenden Metropole Berlin entschlossen

an“, twitterte er.

Berlin wächst jährlich um rund

40 000 Menschen. Parallel dazu besuchen

auch immer mehr Gäste die

Hauptstadt. 2018 verzeichnete Berlin

33 Millionen Übernachtungen, etwa

13,5 Millionen Gäste kamen –4,1 Prozent

mehr als im Jahr zuvor.Zuviel –

das findet die tourismuspolitische

Sprecherin der Linken, Katalin Gennburg.

Sieforderte kürzlich, dass man

kein Steuergeld mehr ausgeben solle,

um Besucher in die Stadt zu locken

und damit auch Langstreckenflüge

auszulösen.

Berlin hat im vergangenen Jahr ein

Tourismuskonzept beschlossen, das

auf nachhaltigen Tourismus setzt: Es

richtet sich nicht nur an Gäste, sondernauch

an die Berliner.Zudem sollen

auch Stadtteile stärker profitieren,

die nicht an den Wegen der üblichen

touristischen Highlights liegen. „Bei

einigen Leuten stellt man eine gewisse

Wachstumsmigräne fest“, sagte

BurkhardKieker,Geschäftsführer der

Berlin Tourismus &Kongress GmbH,

der Berliner Zeitung. Werdie Vorzüge

einer Weltmetropole schätze und offen

mit anderen Kulturen verkehren

wolle, der müsse akzeptieren, dass

dies die ein oder andere Unbequemlichkeit

mit sich brächte,soKieker.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop

(Grüne) betonte, dass man stolz auf

Berlin als „eine internationale, dynamische

und wachsende Metropole“

sei. „Die CDU greift mit Zuzugsstopp-

Forderungen in die Mottenkiste der

80-er Jahre und schadet mit solchen

Äußerungen unserer Stadt“, sagte sie

der Berliner Zeitung. Sie verschrecke

Fachkräfte, die man dringend

bräuchte, und Investoren, die wichtig

für das Wachstum seien. „In Berlin ist

die Mauer vor30Jahren nicht eingerissen

worden, um sie heute wieder aufzubauen.

Ich kann nur sagen, Berlin

ist und bleibt offen“, so Pop.

Verkaufsoffener

Sonntag

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Bereits reduzierte Artikel sind nicht mit anderen Aktionen kombinierbar. Zusätzlich ausgenommene Aktionen: Kartonverkäufe, Staffelaktionen, Kaufe 3zahle 2, Multibuy.

KW 36 /Be


12 ** Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Berlin

Harmsens Berlin

Dinge (1):

Altes und Neues

Verteilung des Gesamtinvestitionsvolumens

laut Berliner Senat, gerundet in Milliarden Euro

Torsten Harmsen

startet eine lockere Serie

über seine Erlebnisse mit

den Dingen des Alltags.

Neubau/Erweiterung

28

Baulicher Unterhalt

1,5

Der Mensch wächst mit Dingen

auf. Sie verändern sich, verschwinden.

Undwenn sich alte Leute

irgendwann über die Welt aufregen,

die „früher ganz anders war“, meinen

sie im Grunde die Vielzahl neuer

Dinge,mit denen sie nichts mehr anfangen

können. Zugleich klagen sie

über das verschwundeneVertraute.

Auch mein Opa, geboren 1904,

zeigte mitunter solche Anwandlungen.

„Det war noch ’ne richtije Frau!“,

schwärmte er einmal, als wir einen

Revue-Film aus den 30er-Jahren sahen.

Marika Rökk sang und tanzte im

langen Kleid. „Heute dajejen renn die

Meechen alle mit Jiens umher“, beklagte

er sich. „Det sieht übahaupt

nich schön aus.Und außerdem jibt et

jar keene Jeheimnisse mehr.“ Stimmt!

Die Mädchen meiner Generation,

aufgewachsen in den 70er-Jahren,

trugen alle Jeans. Doch irgendwann

kamen die langen Hippie-Wallekleider.Und

dann glich sich’s wieder aus.

Viele Jahre sind seitdem vergangen.

Nunbin ich selbst in einem Alter,

in dem man anfängt, verschwundenen

Dingen hinterherzujammern.

Viele meiner Altersgefährten tun dies

intensiv. Sie seufzen: Hach ja, früher

gab es noch Röhrenradios,Kassettenrekorder,Schreibmaschinen,

Diaprojektoren,

Super-8-Filme, Kohleöfen,

Rechenschieber und Telefonzellen.

Ach, wie schön war das! Und die

neuen Dinge? Lauter überflüssiger

Schnickschnack!

Ich sehe es nicht ganz so. Aber

mein innerer Berliner –der Typ, der

mich ständig begleitet –mischt sich

mitunter ungefragt ein. Wenn er etwa

sieht, wie erwachsene Touristen in

Mitte auf albernen Elektro-Tretrollern

herumkurven, dann ätzt er:„Dit

letzte Mal, als ick Rolla jefahrn bin,

war ick zehn Jahrealt!“ Wenn er liest,

dass ein hipper Kaffeeladen „Nitro

Coffee“ anbietet (kalt aufgegossen,

mit Stickstoff versetzt), dann meckert

er: „Wenn ick ’ne Kaffeebude hätte,

hätten die Leute nur eene Wahl: ’n

Topp Kaffe oder keenTopp Kaffe.Und

für die Kinda hätt ick Muckefuck.“

Man müsste mal eine Umfrage

unter Leuten machen:Welches ist das

erste Ding, an das Siesich wirklich erinnernkönnen?

Garnicht so einfach.

Denn das Früheste verschwindet normalerweise

im Unbewussten. So

auch bei mir.Ich wurde 1961 im Südosten

Berlins geboren, als Siebenmonatskind.

Mansteckte mich für sechs

Wochen – unbesuchbar – in eine

Frühchen-Station. Mein Schluckund

Saugreflex war noch nicht entwickelt.

Schon peinlich für einen Säugling!

Das ist genauso, als könnte ein

Bäcker nicht backen und ein Rennpferd

nicht rennen. Eines der ersten

Dinge,die ich kennenlernte,war also

eine Magensonde,mit der man mich

durch die Nase ernährte. Erinnern

kann ich mich daran natürlich nicht.

Plötzlich aber scheint die erste

Szene aus einer Kinderkrippe auf: Ich

stehe mit vielen anderen Kindern an

einem Tisch, der so hoch ist, dass ich

mich mit meinen Ärmchen strecken

muss. Oben steht ein Teller mit Marmeladenbroten.

Wir alle schieben

und drängeln, um die wenigen Weißbrotstullen

zu ergattern, die zwischen

den Mischbrotstullen liegen. Ich

hoffe mal, dass die in weiße Kittel gekleideten

Erzieherinnen –auch Tanten

genannt –damals dafür sorgten,

dass jeder mal an die Reihe kam. Und

dass es nicht den Kindernselbst überlassen

blieb, wer am Ende die wertvollen

Weißbrotstullen ergatterte.

Tiefen Eindruck hat die Futter-Rangelei

auf alle Fälle in mir hinterlassen.

Die heute beginnende Serie über

Dinge soll jedenfalls keine nostalgische

werden. Sie dreht sich um die

Veränderlichkeit dessen, was uns im

Leben umgibt –und um die Erlebnisse

eines jungen, nicht ganz ausgereiften

Berliners.

BLZ/GALANTY; QUELLE: GIB-STUDIE

Nur wenige Monate bevor

die größte Finanzkrise

der vergangenen Jahrzehnte

Geschichte

schreiben wird, steht ein bekannter

Professor vorder Presse.Erstellt sein

Jahresgutachten vor. Darin steht das

Fazit der Ökonomen. Nämlich, dass

es trotz gewisser ökonomischer Turbulenzen

„kein Indiz“ dafür gebe,

„dass der Aufschwung zum Erliegen

kommt oder gar eine Rezession bevorsteht“.

Wenige Monate später,im

September 2008, kollabiert die Bank

Lehman Brothers und reißt die Weltwirtschaft

in den Abgrund.

Bert Rürup heißt der Professor,

der hier falsch lag, obwohl er sich sogar

zu den „Wirtschaftsweisen“ der

Bundesregierung zählen durfte. Zu

jenem Sachverständigenrat, der mit

seinen volkswirtschaftlichen Berechnungen

für die Bundesregierung

als Maß der Seriosität erscheint.

Doch selbst bei dieser Institution

liegen die Prognosen in der

Regel daneben.

Dasermittelte Ullrich Heilemann

vonder Universität Leipzig. Er untersuchte

die Prognosen über einen

Zeitraum von 30Jahren. Das Ergebnis

war niederschmetternd: „Die

Treffsicherheit hat sich praktisch

nicht verbessert.“

Eine Dreiviertelmilliarde teurer

Es gilt: Unvorhersehbares bleibt unerkannt

und macht den schönsten

Blick in die Zukunft zunichte.Das ist

für die Berliner Landesregierung

nun deswegen spannend, weil ihr

größtes Infrastrukturprojekt auf

ebensolchen fragwürdigen Prognosen

fußt, die weit in die Zukunft reichen

und damit besonders anfällig

für Fehler sind. Über einen Zeitraum

von drei Jahrzehnten schloss das

Land die Verträge mit der Wohnungsbaugesellschaft

Howoge.

Die sogenannte „Berliner Schulbauoffensive“

(BSO) stellt bis

2025/2026 rund 5,5 Milliarden Euro

zur Verfügung, um Schulen zu sanieren

und 65 neu zu bauen. Eines der

größten Infrastrukturprojekte in der

Geschichte Berlins. Das Kernstück

ist das Finanzierungsmodell, das

sich Finanzsenator Matthias Kollatz

(SPD) ausdachte. Wesentlich dabei

ist, dass die Wohnungsbaugesellschaft

Howoge anstelle des Staates

über eine Milliarde Euro aufbringen

soll.

Dass sie jedoch viel mehr Geld

verbauen wird und dass dies für die

Berlinerinnen und Berliner insgesamt

drastisch teurer wird, dementiert

die Regierung. Doch das ist das

Ergebnis einer komplexen Studie,

die von der Berliner Zeitung hier

vorab exklusiv ausgewertet werden

Das

Prognose-Problem

Die Schulbauoffensive wollte so vieles: Schneller,billiger

und mehr Schulen bauen. Es geschieht das Gegenteil, wie

eine Studie exklusiv für die Berliner Zeitung beziffert

VonKai Schlieter

Das BKI errechnet ebenfalls Kosten

proSchüler.Inklusiveverschiedener

Baunebenkosten und vorbereitender

Maßnahmen ergeben sich im

Bundesdurchschnitt Kosten von

rund 21.000 Euro pro Schüler in

Deutschland.

Waßmuth kalkuliert eher konservativ

und rechnet zusätzlich noch

die Kosten vonSporthallen hinzu. Er

kommt damit auf einen BKI-Vergleichswert

pro Schulplatz in

Deutschland von durchschnittlich

30.700 Euro,geeicht auf den Baukostenpreis

von 2015. Mit der Howoge

liegen die Kosten in denselben Kategorien

bei 59.000 Euro. Das entspricht

einer Kostensteigerung von

194 Prozent gegenüber dem Bundesdurchschnitt

(siehe Grafik).

Die Senatsverwaltung für Finanzen

teilt mit, die „Neubaukosten

wurden von der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung und Wohnen

sowie der Howogeabgestimmt nach

dem Baukostenindex (BKI) und den

Raum- und Funktionsprogrammen

der Senatsverwaltung für Bildung,

Jugend und Familie grob geschätzt“.

DieKostenexplosion wollte sie nicht

kommentieren. Die Verwaltung für

Stadtentwicklung wollte gar keine

Fragen beantworten.

Doch es war Finanzsenator Kollatz,

der mit der Howoge eigentlich

sparen wollte. Als die Berliner Zeidungsverwaltung

und der Senatsfinanzverwaltung.

Dividiert man die

bereit gestellten Gelder durch die

Anzahl der Schüler (1,2 Mrd./15 781),

so ergeben sich Durchschnittskosten

beim Howoge-Neubau vonrund

79 520 Euro pro Schulplatz. Berechnungen,

die das Controlling von

SenFin längst gemacht haben dürfte,

aber bisher nicht veröffentlichte.

Nach außen kommuniziert wurden

nur der Zeitrahmen vonzehn Jahren

und abstrakt der Kostenrahmen von

5,5 Milliarden Euro, die Kostenver-

„Würden die

Schulen zu Kosten

gebaut und saniert

werden, wie es dem

Bundesdurchschnitt

entspricht,

könnten 814,6

Mio. Euro gespart

werden.“

Carl Waßmuth

konnte. Sie stammt von Gemeingut

in BürgerInnenhand (GiB). Ein Verein,

der sich seit Jahren kritisch mit

Privatisierungen befasst. Finanziert

wurde die Arbeit von der Stiftung

Menschenwürde und Arbeitswelt.

Das wichtigste Ergebnis: Nach

den Kalkulationen, die der Bauingenieur

Carl Waßmuth erstellte, kostet

das von der rot-rot-grünen Landesregierung

entwickelte Bauvorhaben

rund eine Dreiviertelmilliarde Euro

mehr,als wenn die Schulen konventionell

gebaut würden. Es könnten

also ohne die komplizierte Howoge-

Konstruktion „814,6 Mio. Euro gespartwerden“,

wie es heißt.

Kann das sein? Was eigentlich

günstiger für das Land sein sollte,

scheint sich als das Gegenteil herauszustellen?

Das lässt sich nun genauer

beziffern. Das Besondere bei

der Howoge-Konstruktion: die Prognosen

der Kosten werden durch

Verträge zu konkreten Ausgaben für

das Land Berlin. Fehler werden hier

also teuer und können nicht mehr

korrigiert werden. Und darauf weist

die Studie hin.

Methodisch stützt sie sich dabei

auf Vergleichswerte, die in der Bauwirtschaft

zur Kostenkontrolle als

gängig anerkannt sind: Die Kosten

pro Schulplatz bei Neubau und Sanierung.

Diese lassen sich für den

Planungszeitraum der BSO ausrechnen.

Denn mittlerweile ist bekannt,

wie viel Geld die Howoge für welche

Schule bekommt und wie viele Schüler

in den jeweiligen Schulen Plätze

finden.

DieStudie errechnet also die Kosten,

die proSchulplatz beim Neubau

mit der Howoge entstehen, und vergleicht

sie. Als wesentliche Grundlage

dienen Zahlen der Senatsbilteilung

sowie die Prognose vonrund

86.000 Schülern, für die gebaut werden

müsse (siehe Grafik).

Doch zur Kostenkontrolle gibt es

standardisierte Vergleichsdaten. Sie

stammen vom Baukosteninformationszentrum

Deutscher Architektenkammern

(BKI). Das BKI veröffentlicht

Tabellen mit Vergleichswerten,

die als Norm anerkannt sind, damit

Sanierung

1,3

Bauherren nicht beliebige Preise

aufrufen können, wie die Berliner

Architektenkammer der Berliner

Zeitung bestätigte.Die Kammernerfüllen

als Körperschaften des Öffentlichen

Rechts einen staatlichen Auftrag.

Öffentlich berief sich auch die

Howoge auf das BKI als Grundlage.

Howoge 194 Prozentteurer

tung erstmals 2017 zu den Kosten

der BSO recherchierte,sagte er:„Wir

gehen davon aus, dass die Howoge

preiswerter ist, vor allem, weil sie

schneller bauen kann.“

Kollatz muss sparen. Ab 2020

greift die Schuldenbremse, die er im

Vergleich zu anderen Ländern besonders

streng auslegt. Er wurde

deswegen vomGrünen Daniel Wiesner

für eine Neuauflage der „Sparen,

bis es quietscht“-Politik kritisiert.

Mit der Howoge praktiziert er

aber das Gegenteil: Das Austricksen

der Schuldenbremse,ummehr Geld

auszugeben. Indem es die Howoge

am Haushalt vorbei aufnimmt. Die

Senatsverwaltung begründet selbst:

„Im Gegensatz zum Land Berlin

kann die Howoge ab 2020 weiterhin

Kredite aufnehmen.“

Die Schattenhaushälter

Durch das Kollatz-Modell mit der

Howoge entsteht ein teurer Schattenhaushalt,

wie Experten der Berliner

Zeitung mehrfach bestätigen.

Zwar gehört die Wohnungsbaugesellschaft

dem Land, doch sie firmiert

als eine privatrechtliche Gesellschaft

mit beschränkter Haftung

(GmbH). Nimmt diese Firma

anstatt des Landes für den Schulbau

Gelder bei Banken auf, wird

das nicht als Staatsverschuldung

bewertet, so Kollatz. Banken verlangen

dafür Sicherheitsaufschläge

und damit steigen die Kreditkosten.

Zugleich werden die Transparenzpflichten

einer solchen GmbH

gegenüber der Öffentlichkeit deutlich

eingeschränkt. Nicht nur bei

Fragen der Berliner Zeitung berief

sich die Howoge beispielsweise bereits

auf ihr Geschäftsgeheimnis,

sie mauert auch bei Anfragen der

Architektenkammer. Für mehr

Transparenz will auch deswegen

diese Studie sorgen.

Damit die Kosten für die Kredite

vertretbar bleiben, übernimmt das

Land weitreichende Garantien. Es

verzichtet darauf, Mietzahlungen

bei Baumängeln in der Zukunft zu

drosseln. Das nennt sich „Einredeverzicht“.

Wegen dieser speziellen

Konstruktion ist es so wichtig, möglichst

alles Wesentliche im Vorfeld

vertraglich zu regeln.

Das führe dazu, so Waßmuth,

„dass den Baukostenschätzungen

eine weit über die im Bauen sonst

übliche Bedeutung zukommt“. Deswegen

spielen die Prognosen eine so

herausragende Rolle. Doch dass es

die Senatsverwaltung für Bildung,

Jugend und Familie manchmal mit

Zahlen nicht sogenau nimmt, demonstrierte

Bildungssenatorin

Sandra Scheeres (SPD) zuletzt im

August. Das mediale Echo auf ihre


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 13 *

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Berlin

Schulbaukosten im Vergleich in Euro pro Schulplatz in Deutschland

Berlin: Howoge-

Neubau

Berlin: Integrierte

Sekundarschule in Mahlsdorf

Berlin:

Howoge-Erweiterung

Frankfurt a. M.:

Gymnasium Riedberg

Berlin: SenStadtWohn-

Neubau Grundschule 4-zügig

2015 2025

51 804

38 943

50 605

38 041

49 148

36 946

52 262

59 777

69 522

79 520

355,0

Schüler und Schülerinnen

in Tausend

365,0

373,0

380,0

386,0

Berlin:

Grundschule Europacity Mitte

47 222

35 498

343,0

Berlin: SenStadtWohn-

Neubau Grundschule 3-zügig

Frankfurt a. M.:

Gymnasium Nord

Hamburg: Lessingschule/

Alexander-v.-Humboldt-Gymn.

Deutschland:

BKI Neubau

Berlin: MEBs

(Berechnung Senat)

Oberhavel (Hohen-Neuendorf):

Grundschule Niederheide

Berlin: MEBs

(Berechnung GiB)

28 473

21 404

46 641

35 061

43 105

32 403

41 137

30 924

40 969

30 798

37 346

28 074

37 136

27 916

BERLIN

289,0

293,0

297,0

302,0

311,0

317,5

326,0

334,0

Berlin: Erweiterung

mit Holzmodulen

27 699

20 822

BLZ/GALANTY; QUELLE: GIB-STUDIE

2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025

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Angaben zu Schulplatzzahlen war

verheerend. Zwei Wochen schlechte

Presse.Sie musste sich um ein Drittel

nach unten korrigiert. Insgesamt

müsste nun laut Scheeres bis zum

Jahr 2025 für rund 53 000 Schüler gebaut

werden. Diese Kalkulation bestätigt

auch die Studie, die 53 900

Schüler errechnet. Waßmuth weist

jedoch darauf hin, dass die Senatsbildungsverwaltung

für die Schulbauoffensivemit

viel mehr Schülern

rechnete,nämlich mit 84 –86000.

Mit dieser dramatischen Zahl

wurde erst die Notwendigkeit der

Schulbauoffensive und damit auch

die Einbeziehung der Howoge begründet,

weil das nicht vomLand alleine

mehr zu stemmen sei.

In Pressemitteilungen von der

Bildungsverwaltung hieß es 2016,

dass in Berlin mit „86 000 zusätzlichen

Schülerinnen und Schülern

(…) bis zum Jahr 2024 zu rechnen“

sei. Nungilt: „Nach der jüngsten Modellrechnung

erwartet Berlin bis

zum Jahr 2025/26 einen Zuwachs

von rund 53 000 Schülerinnen und

Schülern.“

Die Senatsverwaltung für Finanzen

beruft sich noch immer auf die

falschen Zahlen. So heißt es in der

aktuellen Finanzplanung: „Die Gesamtzahl

der Schülerinnen und

Schüler wird bis zum Schuljahr

2025/2026 auf rund 386 000 anwachsen.“

Das entspricht einen Wachstum

vonetwa 84 000 Schülern(siehe

Grafik).

Die fehlerhafte Annahme –rund

30 000 Schüler zu viel –muss zu völlig

verzerrten Kostenschätzung führen,

die für die Schulbauoffensive

maßgeblich sind. Vor allem auch

deshalb, weil aufgrund der Konstruktion

mit der Howoge die Verträge

enorm lange Laufzeiten haben

und nicht geändert werden können.

Anders beim konventionellen Bau,

wo phasenweise nachjustiert wird,

wie ein Architekt erklärt.

BeiSanierung doppelt so teurer

VonSenFin heißt es auf diesen Widerspruch

angesprochen: „Wie auf

der Website vermerkt, werden ,zur

Überprüfung des aktuellen Bedarfs

an Schulplätzen und Mitteln …die

Pläne regelmäßig aktualisiert‘.“

Die Senatsbildungsverwaltung

verweist auf den Unterschied zwischen

Schulplätzen und Schülerzahlen,

kann aber das Problem nicht

hilfreich aufklären.

Folgt man hingegen Waßmuths

Berechnung, müssten allein aufgrund

dieser Fehlannahme die Gesamtkosten

der Schulbauoffensive

im Bereich Neubau drastisch reduziertwerden.

Für weniger Schüler

muss weniger gebaut werden.

Dividiert man die vom Senat kalkulierten

2,8 Milliarden Kosten für

den Neubau durch die 86 000

Schüler, belaufen sich die Kosten

pro Schüler auf rund 32 558 Euro.

Rechnete man mit der korrigierten

Schülerzahl von 53.000 reduzierensich

die Kosten auf 1,7 Milliarden

Euro.Also 1,1 Milliarde weniger.

SenFin teilt lediglich mit:„Die tatsächlichen

Kosten von Maßnahmen

ergeben sich nicht aus einer vorzwei

Jahren ermittelten Planungsgröße,

sondern aus der konkreten Prüfung

der einzelnen Baumaßnahme, die

bei größeren, vom Land durchgeführten

Maßnahmen durch die Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung

und Wohnen erfolgt.“

Mitden Kosten, die eine Milliarde

niedriger wären, wäre die Begründung

für die Einbindung der Howoge

schwerer gefallen. Offensichtlich

bekommt die Wohnungsbaugesellschaft

viel zu viel Geld. SenFin

behauptet gar, „dass die Howoge

überhaupt keine Mittel aus dem

Landeshaushalt erhält. Siefinanziert

den Schulbau durch eine eigene Kreditaufnahme.“

Sieunterschlägt, dass

die Kreditaufnahme sehr wohl über

die Rückmietung der Schulen durch

das Land finanziertwird.

Die Kostenexplosion wird durch

eine weitereKalkulation deutlich. So

soll die Howoge gemäß Investitionsplan

vonden 2,8 Milliarden Euro für

den Neubau 1,25 Milliarden erhalten,

also 44 Prozent. Damit sollen

15 781 Schulplätze gebaut werden.

Setzt man diese insVerhältnis zu den

vom Senat genannten 86 000 Schülern,

die fehlen sollen, so erhält die

Howoge für 18 Prozent der zu bauenden

Schulplätze 44Prozent der Mittel.

Setzt man nun die aktuellen

Schülerzahlen (53 000) und die daraus

resultierenden Kosten (1,7 Milliarden)

der Studie ins Verhältnis, so

erhält die Howoge 71 Prozent der

Gelder für 29,7 Prozent der Schulplätze.

Mitähnlichen Faktoren errechnet

Waßmut auch die Sanierungskosten

pro Schulplatz und setzt diese dann

ins Verhältnis.Bezogen auf den Preisindex

von 2015 kostet die Sanierung

im Bundesdurchschnitt (BKI) 12 477

Euro und bei der Howoge 26 080

Euro. Anschaulich wird der Kostenanstieg

auch, wenn die StudieVergleiche

mit bestehenden Schulen heranzieht,

die 2018 saniert wurden: Hier

kostete die Sanierung 15 649 Euro pro

Schulplatz. In der Studie heißt es: „Es

ist ersichtlich, dass die Howoge-Sanierungen

im Durchschnitt mehr als

doppelt so teurer sein sollen wie der

BKI-Bundesdurchschnitt und auch

erheblich teurer als ein Berliner Beispiel

aus dem Jahr 2018 (Berlin Bilingual

School).“

Die Abschlussrechnung

Zum Schluss stellt Waßmuth die

spannende Überschlagsrechnung

an. Er vergleicht die Kosten pro

Schulplatz, die entstehen, wenn mit

der Howoge gebaut, saniert und erweitertwird,

mit dem bundesweiten

Referenzwert: „Würde die Howoge

die Schulen zu Kosten neu bauen

und sanieren, wie es dem Bundesdurchschnitt

entspricht, könnten

814,6 Mio. Euro gespartwerden.“

Am Ende steht die Frage: Warum

setzt der Senat alles daran, die Howoge

ins Boot zu holen? Billiger

sollte es werden:Das istnach diesen

Berechnungen kaum möglich, im

Gegenteil: Mit der Howoge dürfte es

um eine Dreiviertelmilliarde teurer

werden. Schneller sollte es gehen.

Doch seit dem Startder Schulbauoffensive

sind schon Jahre vergangen,

in denen viel verhandelt, aber keine

einzige Schule gebaut wurde.

Gelder sollten am Haushalt vorbei

aufgenommen werden, umdie

enormen Investitionen zu stemmen.

Aber da der Senat mit falschen

Schülerzahlen rechnet, werden

die Kosten um eine Milliarde

zu hoch angesetzt. Zudem erwirtschaftet

Berlin seit Jahren Haushaltsüberschüsse

und ist nicht in

der Lage, die bestehenden Gelder

aus dem Sondervermögen Infrastruktur

(SIWANA) für Investitionen

zu verbrauchen.

Wassich abzeichnet, ist, dass die

Prognosen zu den Vorteilen der Howoge

völlig unzutreffend sind. Womöglich

hofften die Beteiligten darauf,

das Ergebnis einer statistischen

Arbeit zu bestätigen, die feststellte,

„dass Prognosen mit falschen Annahmen

denen mit richtigen überlegen

sind“.

Waßmuth, der eine Anhörung im

Abgeordnetenhaus per Volksinitiative

erzwang, informierte den Senat

bereits vor Monaten über die Fehlkalkulationen.

Er ist desillusioniert

und fragt: „Wem nützt das alles?“

Seine Antwort: „Es geht hier um Partikularinteressen.

Diese Politik steht

Banken und Beratern näher als

Schülernund Eltern.“

Die Berliner Zeitung beantragte

im Jahr 2017 zur Berliner Schulbauoffensive

Akteneinsicht nach

dem Informationsfreiheitsgesetz,

die einige Wochen später auch gewährt

wurde. So konnte enthüllt

werden,dass private Beratungskonzerne

indie Konzeption mit eingebunden

waren.

1000 Stellen wären möglich

Offen bekannt ist, dass bei der

Howoge das Konzept die ehemalige

Chefin Stefanie Frensch steuerte,

die zuvor beim britischen Beratungsriesen

Ernst &Young Karriere

gemacht hatte.Nachdem die Schulbauoffensive

eingefädelt war,

schied Stefanie Frensch bei der Howoge

aus,umbei einerImmobilienfirma

anzuheuern. Neuer Geschäftsführer

der Howoge wurde

Ulrich Schiller. Er kommt von

Deutschlands größtem ImmobilienkonzernVonovia,

der für sein aggressives

Vorgehen bekannt ist.

Matthias Kollatz war vor seiner Zeit

als Finanzsenator im Dienste des

Beratungsriesen Pricewaterhouse-

Coopers.

Mitden Mehrkosten könnten laut

der Studie im Übrigen rund 1000

Planer für zehn Jahre inder Berliner

Verwaltungfinanziertwerden.

Kai Schlieter

fragt sich, wieso die Howoge

so viel Geld kassiert.


14 ** Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Berlin

Horror-Unfall in Mitte

In der Ackerstraße kommen vier Menschen ums Leben, als ein Geländewagen auf den Gehweg rast. Die Unfallursache ist noch völlig unklar

VonChristine Dankbar

InMitte ist am Freitagabend gegen

19 Uhr ein Autofahrer in

eine Menschengruppe gerast.

Dabei sind vier Menschen ums

Leben gekommen, darunter ein

Kleinkind. Nach bisherigen Ermittlungen

der Polizei ist ein Porsche-

Geländewagen an der Ecke Invalidenstraße

und Ackerstraße auf den

Gehweg gerast. DerFahrer überlebte

schwer verletzt. Es gab außerdem

zwei weitere Schwerverletzte. Obsie

in dem Wagen saßen oder ebenfalls

auf der Straße angefahren wurden,

konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Auch den genauen Unfallhergang

müssen die Beamten erst ermitteln.

Ampel umgerissen

Völlig demoliert: Der Porsche-SUV raste offenbar nahezu ungebremst auf den Gehweg und wurde so zerstört, dass er kaum mehr zu erkennen ist.

Fest steht bisher, dass der Unfall direkt

an einem mit einer Ampel gesicherten

Fußgängerüberweg geschah.

Das Auto muss außerdem

eine extrem hohe Geschwindigkeit

gehabt haben: Beim Aufprall riss der

Wagen eine der Ampeln aus der Verankerung.

Außerdem fuhr er einen

oder mehrere Bäume um, bevor er

auf einer kleinen Freifläche neben

dem Gehweg zum Stehen kam. Der

Wagen war so schwer demoliert,

dass die Vermutung naheliegt, dass

er sich überschlagen haben könnte.

Einen Anschlag schließt die Polizeiaber

bis auf weiteres aus.„Wirgehen

davon aus,dass es sich um einen

Unfall handelt“, sagte ein Polizeisprecher.„Aber

wir stehen mit unseren

Ermittlungen erst am Anfang.“

Denkbar sei, dass der Fahrer am

Lenkrad einen Kollaps erlitt oder bewusstlos

wurde und dann das Gaspedal

durchtrat. „Das sind aber noch

reine Spekulationen“, so der Sprecher.

Zudiesem Tathergang würde

die Tatsache passen, dass am Unfallortkeine

Bremsspuren zu sehen waren.

Demnach könnte es sich aber

auch um ein illegales Autorennen

gehandelt haben. Auch diesen Umstand

prüft die Polizei derzeit, wollte

dazu aber noch keinerlei Einschätzung

abgeben.

Bis jetzt gibt es keine Hinweise

auf ein weiteres, amGeschehen beteiligtes

Auto.Erhabe keine heulenden

Motoren oder Ähnliches gehört,

sagte ein Anwohner.Ein Mitar-

beiter eines anliegenden Restaurants

war direkt nach dem Crash

zum Unfallort geeilt. „Ich habe

mehr gesehen, als mir lieb ist“, sagte

er. Ersei vom Quietschen und dem

Geräusch eines Aufpralls aufgeschreckt

worden, erzählte er. Als er

zum Unfallort gelaufen sei, habe

sich ihm ein Bild der Verwüstung

geboten. „Es sah einfach furchtbar

MORIS PUDWELL

aus“. Nun steht er unschlüssig auf

der Straße, insicherer Entfernung

zum grausamen Geschehen am Unfallort,

aber ganz offensichtlich

auch noch nicht bereit, wieder an

der Arbeit zurückzugehen.

Ein anderer Nachbar, der einige

Nebenstraßen weiter wohnt, kam

zum Unfallort, weil es zunächst geheißen

hatte, dass das jüdische Restaurant

gegenüber Ziel eines Anschlags

geworden sei. Dort jedoch

ging der Betrieb am Abend unvermindert

weiter, wie in allen anderen

Restaurants und Läden der anliegenden

Straßen. Vordem „Club der

polnischen Versager“ in der Ackerstraße

wurde ein Freilufttheaterstück

aufgeführt – beleuchtet vom

Blaulicht der Polizeiwagen, die die

Ackerstraße schon ab der Torstraße

gesperrt hatten. „Amok“ war an der

Fassade des Clubs zu lesen. Die

Schauspieler wirkten ebenso verhalten

wie die Zuschauer,die stehengeblieben

waren.

Am anderen Ende der Straße

standen Anwohner an den rot-weißen

Absperrbändern und versuchten,

ihrenWegnach Hause zu finden.

Die Einsatzkräfte ließen jedoch nur

jene durch, die direkt am Unfallort

wohnten und begleiteten sie einzeln

dorthin. „Wir haben hier einen sehr

schlimmen Unfall“, erklärte ein Polizist

einer älteren Dame, die sofort

den Rückzug antrat.

Irritationen um Tweet

Insgesamt waren Polizei und Feuerwehr

mit mehr als 100 Kräften im

Einsatz. Für Irritationen sorgte ein

Tweet der Feuerwehr, die bereits

kurz nach dem Unfall getwittert

hatte, dass mehrere Personen, darunter

ein Baby, tödlich verletzt worden

sei. Später war dann von einem

Kleinkind die Rede.Diesen Umstand

wollte die Polizei aus Pietätsgründen

auch im Laufe des Abends nicht offiziell

bestätigen.

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Berlin-Wedding, Müllerstraße 123-125; Berlin-Märkisches Viertel, Senftenberger Ring 15-17; Berlin-Marzahn, Märkische Allee 166, 168, 172; Berlin-Prenzlauer Berg, StorkowerStr.139;Berlin-Lichterfelde,Ostpreußendamm 60;Berlin-Biesdorf,Weißenhöher Straße 88-108;

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Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 15 *

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Hertha will reden

Der Fußballbundesligist kann sich Tegel als neuen Stadion-Standort vorstellen

VonElmar Schütze

Indie verhärtete Debatte um einen

Standort für ein neues

Fußballstadion von Hertha

BSC kommt Bewegung. Wie

Herthas Stadion-Geschäftsführer

Klaus Teichert sagt, wolle der Fußballbundesligist

sich den Standort

(Ex)-Flughafen Tegel noch einmal

genauer anschauen. Gleichzeitig soll

nach Wunsch des Landessportbundes

die Senatskanzlei die beteiligten

Senatsverwaltungen, die einen Bau

in Tegel ermöglichen müssten, an einen

Tisch holen. Dassind die Ergebnisse

eines sportpolitischen Dialogs

der SPD-Fraktion am Donnerstagabend

im Abgeordnetenhaus.

Hintergrund ist der Wunsch von

Hertha BSC, den seit 1963 laufenden

Vertrag mit dem Olympiastadion

nicht über 2025 hinaus zu verlängern.

Seit vielen Jahren ist das Olympiastadion

die am schlechtesten

ausgelastete Arena der Bundesliga.

Hertha sieht sich in einem Teufelskreis:

In der oft nicht einmal zu zwei

Dritteln gefüllten Arena herrscht

meistens wenig Stimmung, was

dann dazu führe, dass Stadionbesuche

als wenig attraktiv gelten.

Außerdem ist das Olympiastadion

mit seiner Laufbahn und anderen

Einrichtungen für die Leichtathletik

eine klassische Multifunktionsarena

–übrigens die letzte dieser Art

in der Liga. Wer einmal in reinen

Fußballstadien wie in München oder

Dortmund ein Spiel gesehen hat,

wird den Unterschied kennen. In

den steilen Arenen, bei denen die

Ränge wenige Meter vom Spielfeld

entfernt beginnen, herrscht eine beeindruckende

Atmosphäre. In der

riesigen Schüssel Olympiastadion

mit seiner großen Entfernung vom

Oberring zum Spielfeld verlieren

sich die Fangesänge –esist zu leise.

Motto „steil, nah, laut“

Selbst in der Alten Försterei, dem

Stadion des Lokalrivalen 1.FC

Union, ist die Stimmung meistens

besser, obwohl dort nur 22 000 Zuschauer

hineinpassen. Zum Vergleich:

Hertha har einen Zuschauerschnitt

vonknapp 50 000 Besuchern.

Das alles sind Gründe, warum

Hertha BSC ein eigenes reines Fußballstadion

für rund 55 000 Zuschauer

(Motto: „steil, nah, laut“)

bauen will. Seit mehr als zwei Jahren

läuft die Suche nach einem Standort.

Herthas Stadionneubau-Manager

Teichert machte am Donnerstag

noch einmal ganz deutlich, dass der

Verein weiterhin einen Neubau im

Olympiapark neben dem Olympiastadion

favorisiert. Es gebe keinen

anderen Standort, der annähernd so

gut an den öffentlichen Personennahverkehr

angebunden sei. Er ist

per S- und per U-Bahn zu erreichen.

Außerdem mache Hertha dem Land

Berlin das Angebot, den bisher nicht

ANFÄNGE AN DER PLUMPE

Die Vergangenheit: Herthas ursprüngliche

Heimspielstätte war die sogenannte

Plumpe in Wedding.Das Stadion am Gesundbrunnen,

wie es offiziell hieß, wurde

zwischen 1923 und 1924 erbaut. Die

Sportstätte bot zunächst 35 239 ZuschauernPlatz.

Die Plumpe war unter anderem

Austragungsortder Gruppenspiele

des olympischen Fußballturniers von

1936. Aufgrund der Beschädigungen

durch den Zweiten Weltkrieg reduzierte

sich das Fassungsvermögen später auf

rund 20 000 Zuschauer.Nachdem Hertha

das Gelände aufgrund finanzieller

Schwierigkeiten verkaufen musste, wurde

das Stadion 1974 abgerissen.

Die Gegenwart: Mit Gründung der FußballbundesligaimJahr

1963 zog Hertha

BSC ins Olympiastadion inWestend –und

blieb bis auf Ausnahmen in den 80er-

Jahren bis heute dort. Im Laufe der Jahrzehnte

wurde das Stadion immer wieder

umgebaut. Zur Fußball-Weltmeisterschaft

1974 erhielten die Nord- und die Südtribüne

ein Dach, die Kurvenblieben frei.

Zur WM 2006 wurde erneut saniert. Jetzt

wurden alle Plätze überdacht, nur das

Marathontor im Westen blieb aus Denkmalschutzgründen

frei.

optimal genutzten Olympiapark inklusiveWuhlheide

zu betreiben und

weiterzuentwickeln, so Teichert.

Schließlich mietet der Verein seit

Jahren Trainingsflächen im Olympiapark.

Dortspielen die Kinder und

Jugendlichen und die unteren Erwachsenenteams

des Clubs. Dazu

kommt das Amateurstadion, in dem

die Zweite Mannschaft und mehrere

A-Teams ihreHeimspiele austragen.

Ohnehin ist der Verein auf Zusammenarbeit

angewiesen. Schließlich

will er für sein neues Stadion das

landeseigene Grundstück in Erbbaupacht

übernehmen.

Doch daraus wird wohl nichts,

weil es dafür keine politischen Mehrheiten

gibt. Dennis Buchner, sportpolitischer

Sprecher der SPD-Fraktion,

wiederholte am Donnerstag

seine Ablehnung für ein neues Stadion

im Olympiapark. Das Areal sei

schon deswegen nicht geeignet, weil

die Wohnungsbaugenossenschaft,

die dort ein Wohnhaus mit 24 Wohnungen

besitzt, nicht verkaufen will.

„Ich habe bei den Leuten im Wohnzimmer

gesessen und ihnen zugehört.

Die wollen darum kämpfen,

nicht wegzumüssen“, sagt Buchner.

Dazu kommen Hürden wie Denkmal-

und Lärmschutz. DerOlympiapark

ist ein Gartenbaudenkmal. Bei

einer Begehung im Frühjahr berichtete

ein Denkmalschützer davon,

dass schon die Ballfangnetze, die

Hertha an seinen Trainingsplätzen

installiert hat, ein schmerzhafter

Kompromiss seien. Weitere Eingriffe

würden das Gesamtensemble –derzeit

auch noch vonanderenVereinen

sowie der Sportschule im Olympiapark

genutzt –massiv stören. Ideen,

etwa das kaum genutzte Maifeld

westlich des Olympiastadions zu bebauen,

seien vollends abwegig.

Auch der Lärmschutz ist ein limitierender

Faktor. Derzeit gibt es eine

Ausnahmegenehmigung für insgesamt

23 laute Abendveranstaltungen.

Zwei Spielstätten würden sich

gegenseitig behindern, so Buchner.

Tatsächlich haben sich fünf Fraktionen

im Abgeordnetenhaus gegen

einen Neubau im Olympiapark ausgesprochen.

Einzig die CDU zeigt

sich bisher gespalten. Keine ist uneingeschränkt

dafür.

Pläne für die Nord-Ecke

Warum also nicht Tegel? Sollte, wie

geplant, der BER im kommenden

Herbst öffnen, stünden insgesamt

461 Hektar Fläche zurVerfügung. Die

bisherigen Planungen sehen unter

anderem Wohnungsbau vor – das

Schumacher-Quartier im Osten soll

5000 Wohnungen erhalten. Im südlich

gelegenen Terminal soll sich ein

Forschungs- und Industriepark für

urbane Technologien entwickeln,

die Urban Tech Republic. ImWesten

soll ein Landschaftsparkandie Jungfernheide

anschließen.

Bleibt der Norden. Dafür kommt

ein Vorschlag aus Reinickendorf. Bezirksbürgermeister

Frank Balzer

(CDU) kann sich auf dem Areal, das

derzeit als militärischer Teil des Flughafens

ausgewiesen ist, Sportflächen

vorstellen –darunter auch das neue

Stadion vonHertha BSC.

Sollte die Arena einen Platz in der

Nordostecke bekommen, wäre

selbst die Anbindung an den öffentlichen

Personennahverkehr gegeben.

Nicht weit entfernt verläuft die

U-Bahnlinie U6, zumindest die beiden

Bahnhöfen Scharnweber- und

Otisstraße wären fußläufig erreichbar.

Jeweiter das Stadion nach Westen

verschoben würde,desto dringlicher

wäre eine Verbindung nach

Westen. Möglicherweise könnte die

ohnehin geplante Sanierung der Siemensbahn

eine Verlängerung ab

dem jetzigen Endbahnhof Gartenfeld

über den Hohenzollernkanal

hinaus nach Tegel erfahren. Auch die

Urban Tech Republic könnte so angebunden

werden.

Auf den Vorschlag aus Reinickendorf

wollte Stadion-Manager Teichert

am Donnerstag nicht eingehen.

Nach seinen Worten waren die

bisherigen Tegel-Planungen des Senats

ein Grund dafür,warum Tegel in

der Machbarkeitsstudie nur auf Platz

zwei hinter dem Olympiaparkgelandet

ist. Aber natürlich sei man bereit

über Tegel zu reden. „Wir freuen uns

auf Vorschläge“, sagte Teichert.

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16 * Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Berlin

Lodda, Motzki und andere Rentner

LOTHAR MATTHÄUS &

MATTHIAS SAMMER

verfügen über beste Beziehungen

zum Deutschen Fußballbund und

hätten als alte Nationalspieler problemlos

Karten für das Spiel

Deutschland gegen die Niederlande

am Freitagabend in Hamburg bekommen

können. Sie entschieden

sich stattdessen für einen beruflichen

Termin in der semiglamourösen

Steglitzer Schloßstraße.IhreAufgabe

bei der Eröffnung des neuen

Flagship-Stores von „11 Teamsport“

dort umschrieb Sammer damit,

„dass wir vielleicht in diesen Storeeinen

Geist des Erfolges bringen.“

Matthäus reagierte selbstbewusst als

er auf seinen Status als deutscher Rekord-Nationalspieler

mit 150 Einsätzen

angesprochen wurde: „Das wird

auch morgen noch so sein!“

Nach einem Rundblick durch den

Laden voller quietschbunter Fußballschuhe

wurde Matthäus nostalgisch:

„Früher waren Fußballschuhe

schwarz-weiß.“ Ex-Hertha-Trainer

PalDardai erinnertsich noch an sein

letztes Jahr als Spieler der Nationalmannschaft

Ungarns: „Ich war damals

der letzte Spieler mit schwarzenSchuhen.“

Lothar Matthäus wurde in Herzogenaurach,

dem Zentrum der deutschen

Sportartikelindustrie mit Adidas

und Puma geboren: „Mein Vater

war Hausmeister bei Puma.“ Sein

erstes Trikot bekam er vom Chef geschenkt:

„Das war weiß, von Borussia

Mönchengladbach und hatte die

Nummer 10.“

Matthäus und Sammer verbinden

Titel wie der von„Europas Fußballer

des Jahres“, den Matthäus

1990 errang und Sammer 1996.

Beide waren als Spieler Deutscher

Meister: Sammer mit dem VfB Stuttgart

und Borussia Dortmund, Mat-

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Die Eröffnung von „11 teamsports“,

und die Komödie im

Schiller-Theater gründet einen

Chor für rüstige Senioren

Matthias Sammer hat Beziehungen. IMAGO Kennt sich aus mit Chören: Wolfgang Thierfeldt.

VILLAGE-VOICES.DE Auch gut vernetzt: Lothar Matthäus IMAGO

thäus sieben Mal mit dem FC Bayern.

Sammer bekam nicht nur ein eigenes

Gameboy-Spiel gewidmet

(„Matthias Sammer Soccer“) –Sammer,

Spitzname „Motzki“, erreichte

1989 auch einen Titel, der für Matthäus

unerreichbar blieb: DDR-Fußballmeister

(mit Dynamo Dresden).

Dafür wurde Matthäus Italienischer

und Ostamerikanischer Meister

(mit Inter Mailand und den New

York Metro Stars). Bei der Eröffnungsfeier

wurde dann natürlich

doch das EM-Qualifikationsspiel

Deutschland gegen die Niederlande

angeschaut.

WOLFGANG THIERFELDT

gilt in Berlin als einer der herausragenden

Experten auf dem Gebiet

des Chorgesangs. Erwar musikalischer

Leiter von Großprojekt-Chörenbei

Konzerten vonMichael Bolton

im ICC-Berlin und Celine Dion

in der Waldbühne. Im Mai 2015

zeichnete ihn der Berliner Chorverband

mit der Geschwister-Mendelssohn-Medaille

für seinen Einsatz

für die hauptstädtische Chorszene

aus.

DerJazzmusiker,Arrangeur,Dozent,

Professor, Komponist für

Film-, Theater- und Ballettmusik

hat gerade eine Aufgabe übernommen,

die ihm viel Arbeit machen,

dem Publikum aber wahrscheinlich

auch großen Spaß bereiten

wird. Auf Anregung von Martin

Woelffer, dem Direktor der Komödie

am Kurfürstendamm im Schiller-Theater,wirdThierfeldt

die Leitung

eines Chores übernehmen,

der ein ganz wesentliches Aufnahmekriterium

hat: Mitglieder müssen

älter als 66 Jahre sein. Auf die

Idee kam Woelffer durch den amerikanischen

Chor „Young@heart“,

der aus Senioren besteht, die voller

Hingabe Hits vonHendrix über Bowiebis

zu denRamones singen und

damit überall auf der Welt, wo sie

auftreten, Begeisterungsstürme

auslösen. Woelffer freut sich, dass

sich schon der perfekte Chef des

neuen Projekts gefunden hat:

„Wolfgang Thierfeldt, einer der renommiertesten

Chorleiter Berlins,

brennt für die Idee.“

Und weil so ein Chor auch Kosten

verursacht, ist der Theatermann

froh darüber, dass er aufeine

Geldquelle gestoßen ist: „Die Stiftung

am Grunewald, die sich unter

anderem für Seniorenprojekte engagiert,

hat schon zugesagt, das

Vorhaben zu unterstützen. Nun

fehlen nur noch die Chormitglieder,die

dasTheater rocken.“

Die sollten nicht zu schüchtern

sein, denn es sind Auftritte in kleinem

und großem Rahmen geplant.

Wer das nötige Alter erreicht und

Lust auf Popmusik von den Beatles

bis zu Peter Fox hat, kann sich am

20. September dem Chorleiter vorstellen.

Interessenten sollten sich

vorher bei Brigitta Valentin (valentin@komoedie-berlin.de,

Tel. 8859

1135) anmelden. Sie beantwortet

gern auch Fragen zum Chorprojekt

für die rüstigen Rentner.

Traueranzeigen

„Die Sorge um den Menschen selbst

und sein Schicksal muss stets das Hauptanliegen

aller fachwissenschaftlichen Bestrebungen bilden...“

Albert Einstein

Wir trauern um

Dipl.-Psych.

Dr.Werner Dummer

*12.12.1920 †11.08.2019

Er war einer der Begründer derVerhaltenstherapie

in der DDR.

„Wenn die Liebe eine Leiter wäre

und Erinnerung die Stufen,

würden wir hinauf klettern,

um Dich zu uns zurückzuholen.“

Unser geliebter Ehemann, Sohn, Vater und

Großvater, der Arzt

Dr. med. Andreas Turowski

*6.Mai 1949 †27. August 2019

hat seiner schweren Krankheit lange Jahre großen Lebensmut,

Musik und satirischen Witz entgegen gestellt.

Dadurch warerallen ein Vorbild und seiner Familie und

den Freunden ein wichtiger und starker Begleiter.

Sie hat mit Freude Ihre große Familie erlebt und

zusammengehalten.

Ihr Leben war intensiv, vielseitig, kämpferisch und engagiert.

Es bleiben viele Spuren und Gedanken an unsere liebe Mutti

und meine Partnerin

Hanna Wichmann

19. Juni 1933 bis 25. August 2019

Bernd, Petra, Katrin, Anka

mit ihren Familien

Uli Toeppe

Wir haben schon Abschied genommen.

Traueranzeige

Das schönste,

was ein Mensch

hinterlassen

kann, ist

ein Lächeln

im Gesicht

derjenigen, die

an ihn denken.

Dipl.-Psych. Dr. Rainer Gerlach

Dipl.-Psych. Dr. Ilona Stoiber

Dipl.-Psych. Evelin Strauß

Dipl.-Psych. Prof. Dr.med. Dr.sc. nat. Ewald Heinz Strauß

Die Trauerfeier findet am 27.09.2019, 13 Uhr

im Auferstehungsfriedhof Weißensee,

Indira-Gandhi-Straße 110 in13088 Berlin statt.

Und immer sind da Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilderund Augenblicke.

Siewerden unsandich erinnern,uns glücklich und traurig machen

und dich nievergessen lassen.

Siegfried Bohn

*30.12.1931 †13.8.2019

In stiller Trauer

Im Namen derFamilie

Eva Bohn

Die Trauerfeier mitanschließender Urnenbeisetzung findet am Freitag, dem

27. September2019, um9.00 Uhr aufdem Friedhof Mahlsdorf,

12623Berlin, Lemkestraße(Eingang Walter-Leistikow-Weg) statt.

Für alle unfassbar verstarb am 20.08.2019 mein Gatte,

unser Vater, Schwiegervater, Opa und Bruder,

Karl Jegzentis

geb. am29.07.1940

Ein aufrichtiger, wissbegieriger und liebenswerter Mensch,

der auch in den Jahren seiner schweren Erkrankung stets

für andere da war und seinen Optimismus nie verloren hat,

ist für immer von uns gegangen.

In tiefer Trauer und Dankbarkeit

Christa Jegzentis im Namen der Angehörigen

Wir sind tieftraurig, werden ihn sehr vermissen und

für ewig in unseren Herzen tragen.

Seine Ehefrau Dr. Elisabeth Turowski, seine Mutter Anita,

seine Töchter Alexandra mit Marcus, Henriette mit Dirk

und seine Enkelkinder Tomund Sarah.

Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung findet

am 16. September, um14Uhr auf dem Friedhof in Kagel,

Herzfelder Weg1,statt.

Nach einem langen, erfüllten Leben entschlief

im Kreise ihrer Kinder

Dr. phil. habil. Erika Ising

geb. Leißner

*23.4.1928 28.8.2019

In Liebeund Dankbarkeitnehmen Abschied

Hanno Ising und Ute Neumerkel

Angelika Ising

Eckhart Ising mit Hendrik

Bernd Ising mit Frauke und Lina

Margit Muschiol mit Diana und Marius

Die Geschwister Horst, Bernd und Antje mit ihren Familien

Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung findet am

Freitag, dem 20.9.2019um10:30 Uhr auf dem Waldfriedhof

Dahlem, Hüttenweg 47, 14195 Berlin-Zehlendorf, statt.

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Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 17 *

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Berlin/Brandenburg

Dieser Abgang war unvermeidlich,

zu groß

war der Druck, zu groß

die Wahlschlappe: Ingo

Senftleben, der CDU-Chef mit der

zweitlängsten Amtszeit nach Jörg

Schönbohm im Land Brandenburg,

wirdzurücktreten. Dasbestätige

der CDU-Generalsekretär

Steeven Bretz am Freitag in Potsdam.

Senftlebens innerparteiliche

Gegner, die seit dem CDU-Debakel

bei der Landtagswahl am Sonntag

gegen ihn ankämpfen, hatten für

kommenden Dienstag eine Kampfabstimmung

um den Fraktionsvorsitz

angekündigt, den Senftleben

ebenfalls innehat.

Rückzug als Befreiung

Absturz eines

Hoffnungsträgers

Der Druck war zu groß: Ingo

Senftleben schmeißt hin. Sein

Nachfolger soll ein Staatssekretär aus

dem Bundesagrarministerium

werden

VonJens Blankennagel

Nun ließ er erklären, dass er nicht

antreten werde. Er wolle einen klaren

Schnitt, um die mögliche Regierungsbildung

nicht von vornherein

zu gefährden. Senftleben

will sowohl vom Posten des Parteichefs

als auch von den anderen

Parteiämtern zurücktreten, will

seinem Nachfolger Platz machen

und wird auch nicht mehr dem

sechsköpfigen CDU-Team angehören,

das die Sondierungsgespräche

über eine Regierungsbildung mit

SPD und Grünen führt.

Bei der Landtagswahl am Sonntag

war die CDU mit nicht mal

16 Prozent nur auf Platz 3 hinter

der SPD und der AfD gelandet. Damit

waren Senftlebens Träume,erster

Ministerpräsident des Landes Er führte die märkische CDU zu einer seltenen Geschlossenheit. DPA/KLAUS-DIETMAR GABBERT

ohne SPD-Parteibuch zu werden,

ausgeträumt. Sein Rückzug soll ein

Befreiungsschlag sein, damit die

CDU sich in einem endlosen

Machtkampf nicht selbst schwer

beschädigt. Konservative Kreise

um die Landtagsabgeordnete Saskia

Ludwig kämpften seit dem

Wahlabend für den Abgang von

Senftleben, der als liberal gilt und

vonseinen Gegnernheftig kritisiert

wird, weil er schon vor der Wahl

auch Gespräche mit den Linken

über eine mögliche Regierungsbildung

nicht ausgeschlossen hat.

Die Grünen warnten nach der

Rücktrittsankündigung vonSenftleben

vor einem Rechtsruck in der

CDU. Die beiden Spitzenkandidaten

der Partei, Ursula Nonnemacher

und Benjamin Raschke, sagten am

Freitag: „Ingo Senftleben war für

uns das Aushängeschild einer liberalen

und weltoffenen CDU, mit der

wir in den letzten fünf Jahren im

Landtag gut zusammengearbeitet

haben. Ehrlich gesagt sind wir ziemlich

erschüttert, wie die innerparteilichen

Auseinandersetzungen in

der CDU laufen und die Partei mit

ihrem Spitzenpersonal umgeht.“

DieGrünen hatten in dieser Woche

zuerst mit der CDU gesprochen,

dann ging die Union am

Donnerstag in das erste Sondierungsgespräch

mit der SPD –unter

Führung Senftlebens. Die Grünen

sagen, dass es genau jene weltoffene

und liberale CDU sei, mit der

sie sich eine Zusammenarbeit in

einer Koalition „bislang zumindest

vorstellen“ konnten. Die Grünen,

die genau wie die siegreiche SPD

noch immer die Option einer rotrot-grünen

Koalition haben, warnen

nun davor,dass eine Regierung

mit den konservativen Kräften in

der CDU undenkbar ist. „Setzt sich

jedoch der Siegeszug des rechtskonservativen

Flügels um Saskia

Ludwig und Frank Bommert fort

und bleibt es dortbei Spaltung und

Chaos, wäre Kenia für uns erledigt.“

Eine rot-schwarz-grüne Koalition

hätte fünf Stimmen mehr als

nötig. Allerdings gibt es bei den 15

CDU-Abgeordneten sechs, die gegen

Senftleben opponieren. SPD

und Grüne haben klar gemacht,

dass die CDU ihre Personalprobleme

schnell klären muss, denn es

muss klar sein, ob die Verhandlungsgruppe

tatsächlich für die gesamte

CDU-Fraktion spricht.

Schon 2014 war der Wechsel der

SPD von der Linkspartei zur CDU

als Koalitionspartner am Ende

doch noch gescheitert. Diesmal

war schon vorden eigentlichen Koalitionsverhandlungen

das Chaos

offensichtlich.

Nachfolge noch offen

Bevor Ingo Senftleben die Partei

seit April 2015 zu einer für Brandenburger

Verhältnisse ungewöhnliche

Geschlossenheit führte, galt

die märkische CDU als zerstrittenster

Haufen bundesweit, oft war

von der „Brandenburger

Schlachteplatte CDU“ die Rede.

Offenkundiges Zeichen war, dass

die Partei seit 1990 insgesamt 13

Vorsitzende verbraucht hat. Die

meisten blieben nicht länger als

zwei Jahre. Bei Senftleben waren es

mehr als vier Jahre.

Wer nun sein Nachfolger wird,

ist natürlich offen. Sein Rückzug

soll ermöglichen, dass einer seiner

Getreuen den Fraktionsvorsitz

übernimmt. Dafür soll Jan Redmann

im Gespräch sein. Allerdings

dürfte das den Konservativen auch

nicht recht sein, weil er ein Gefolgsmann

Senftlebens ist. Redmann

ist derzeit Parlamentarischer

Geschäftsführer.

Seit Tagen wirdauch immer wieder

der Landtagsabgeordnete Rainer

Genilke ins Spiel gebracht, weil

der zu keinem der beiden Lager gehört.

Die Partei soll nach dem Willen

Senftlebens vorläufig, bis zum

Wahlparteitag im November, vom

Bundestagsabgeordneten Michael

Stübgen geführt werden. Der gilt

als gestandener Mann, war zwischenzeitlich

auch als Ostbeauftragter

der Bundesregierung im

Gespräch und ist derzeit hauptberuflich

Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium.

Das

klingt nur auf den ersten Blick weit

weg von der Potsdamer Partei,

denn Stübgen gehört bereits dem

Sondierungsteam an, das über die

mögliche Regierungsbildung verhandelt.

Nicht im Bild

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) trifft den Bürgermeister von Teheran. Fotografiert werden will er mit ihm jedoch nicht

V ON MELANIE REINSCH

Viel Kritik hatte es imVorfeld

des Treffens zwischen dem

Regierenden Bürgermeister

Michael Müller (SPD)

und dem Bürgermeister von Teheran,

Pirouz Hanachi, gegeben: an

dem Treffen im allgemeinen, aber

auch und vorallem am Wie.

Vertreter der Jüdischen Gemeinde

Berlin und des American Jewish

Committee Berlin sowie Politiker

der CDU, FDP, AfD und Grünen

kritisierten die Zusammenkunft –

auch weil der Empfang mit Fototermin

und Eintrag ins Gästebuch ein

falsches Signal setze. Von„Aufwertung“

sprach CDU-Fraktionschef

Burkard Dregger. Von „protokollarischen

Streicheleinheiten“ Grünen-

Politiker Volker Beck.

DerTeheraner Bürgermeister war

nach Informationen der regimena-

hen iranischen Nachrichtenagentur

ISNA Mitglied der Revolutionsgarden.

Noch im Maisoll Hanachi an einem

antisemitischen Al-Quds-

Marsch in Teheran teilgenommen

haben. Eine israelfeindliche Veranstaltung,

auf der auch in Berlin regelmäßig

antisemitische Parolen skandiertwerden.

Trifft Müller Amtskollegen oder

andere hohe Gäste im Roten Rathaus,

ist das Prozedere meist ähnlich:

Es gibt einen öffentlichen Fototermin,

meist gibt es danach Bilder,

auf denen sich schüttelnde Hände,

lächelnde Gesichter,Small-Talk-Szenen

oder der Eintrag ins Gästebuch

zu sehen sind. Einpaar Minuten Zeit

bleibt den Fotografen für ihreBilder.

Dann beginnt der nicht-öffentliche

Teil –imFall Hanachi gab es im Anschluss

ein Arbeitsgespräch im Rahmen

des Städtenetzwerks Metropolis,

indem Müller Präsident ist. Die

iranische Hauptstadt ist dort seit 27

Sie sehen: fast nichts. Michael Müller (SPD)

beim Empfang von Pirouz Hanachi. DAVIDS

Jahren Mitglied. Doch dieses Mal

war alles anders.Man kann es Diplomatie

oder politisches Geschick

nennen, jedenfalls wird esdas Foto,

das viele vorab kritisierten, so nicht

geben. Die Fotografen bekamen

kaum mehr als 30 Sekunden Zeit, ihr

Foto zu schießen –und der Eintrag

ins Gästebuch wurde ebenfalls ohne

Fotografen vollzogen.

Die Begrüßungsszene mit Müller

und Hanachi war für die Fotografen

kaum wahrzunehmen, so schnell

ging es. Keine Hände, keine Gesten

konnten festgehalten werden. Fazit:

keines der üblichen gemeinsamen

Bilder,die um dieWelt und bis in den

Iran gehen könnten.

Vielleicht war der Druck zu groß

geworden, vielleicht hatte man die

Kritik am Termin mit dem Teheraner

Bürgermeister auch unterschätzt –

der Nicht-Fototermin im Roten Rathaus

jedenfalls spricht vor diesem

Hintergrund Bände und er ist mehr

als geschickt gelöst worden. Hätte

man den Fototermin kurzfristig abgesagt,

hätte es im Zweifel größere

politische Verwerfungen geben können

als durch die nichtssagenden

Fotos Anzug tragender Männer von

hinten. Lorenz Korgel, Antisemitismusbeauftragter

des Landes Berlin,

sagte am Freitag der Berliner Zeitung,

dass der Senat den antisemitischen

Al- Quds-Marsch „immer mit

klarer Haltung abgelehnt und geächtet“

habe. „Deshalb gehe ich davon

aus, dass auch der Besuch des Bürgermeisters

von Teheran daran

nichts ändert. In der Politik ist der

Dialog wichtig und sollte auch zur

Kritik an der Al-Quds-Kampagne genutzt

werden“, betonte Korgel.

Anders sieht das die Exiliranische

Gesellschaft, die mit rund 60 Menschen

am Freitag mit Trommeln und

Plakaten vordem Roten Rathaus gegen

den Empfang protestierte.„Iran

–Das Gefängnis der Frauen“ oder

„Bürgermeister des iranischen Terrors

raus ausDeutschland“stand auf

den Transparenten. „Ein Dialog mit

einem Vertreter des iranischen Terrorregimes

bringt nichts“, sagte JavadDabiran

vomNationalen Widerstandsrat

Iran (NWRI) der Berliner

Zeitung. Mit dem Treffen hofiere

man nur das iranische Regime.Müller

hätte das Treffen mit dem Mullah-

Vertreter absagen sollen.

Die Senatskanzlei erklärte nach

dem Gespräch, dass der Regierende

Bürgermeister gegenüber Hanachi

noch einmal betont habe, dass „das

Existenzrecht Israels zur Staatsräson

des gesamten Landes und somit

auch Berlin gehöre“. Mehrfach habe

Müller hervorgehoben, dass „von einer

Atmosphäre der Offenheit und

Demokratie unter Wahrung der

Menschenrechte das Leben der europäischen

Metropole Berlin“ profitiere.

Müller habe „energisch um

ebensolche Anstrengungen in Teheran“

geworben. „Wissenschaft und

Forschung, wirtschaftliches Wachstum

und die Zukunftschancen der

Menschen brauchen ein Klima der

Freiheit. Themen wie Klimaschutz

Daseinsvorsorge insbesondere auch

Verkehr wurden während des Gesprächs

hinsichtlich der kommunalen

Aspekte im Städtenetzwerk diskutiert“,

hieß es.

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18 Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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leser-blz@dumont.de

Susanne Dübber

will wissen, was Sie denken.

Am Telefon

Mo–Fr13–14Uhr

(030) 63 33 11-457

Wegen der großen Zahl der Zuschriften

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Der Palast der Republik

musste abgerissen werden

Berlin: „Koloss unter Schutz“ von Nikolaus

Bernau“

(5. September)

Das Landesdenkmalamt Berlin hat

das ICC aus künstlerischen, geschichtlichen

und städtebaulichen

Gründen unter Denkmalschutz gestellt.

Warum hat dieses Amt das

nicht auch mit dem Palast der Republik

gemacht? Die Gründe wären

auch für den Palast der Republik zutreffend

gewesen. Aber nein, der Palast

im Ostteil der Stadt musste aus

politischen Gründen abgerissen

werden. Herzlichen Glückwunsch

an die Bürger im Westteil der Stadt.

Sie dürfen ihren Palast auch in Zukunft

besuchen.

Ingo Pautz, Berlin-Marzahn

Für jeden Menschen ein

auskömmliches Leben

Andreas Scheuer (CDU), Bundesverkehrsminister

Es macht einen fassungslos

Titel: „Scheuer-Tricks bei der Mautvergabe?“ von Kai Schlieter

(4. September)

Unglaublich, wie dreist sich Herr Scheuer in dieser Sache verhalten hat.

Er ist es bis heute.Dabei wirdeshöchste Zeit, dass eine Untersuchung

seines Treibens durchgeführt wird. Doch was kann ihm schon passieren?

Er wirdweder strafrechtlich noch finanziell zur Verantwortung gezogen

werden! Jemand sollte ihn an seinen Ministereid erinnern, zum

Wohle des deutschen Volkes zu wirken. Dabei versch(l)eu(d)erterdoch

nur unsere Steuergelder. Ein Rücktritt würde ihm wohl noch zugutekommen,

da könnte er sich elegant aus der Affäre ziehen, bis sich der

Schleier des Vergessens über die Angelegenheit gelegt hat. Wundert

sich noch jemand über Politikverdrossenheit?

Cordula Kauert, Berlin-Kaulsdorf

Es macht einen fassungslos,was so zu Tage kommt.Wieleichtfertig und

arrogant mit Steuergeldernumgegangen wird. Ichhoffe,dass es einen

Untersuchungsausschuss und klare Konsequenzen geben wird. Herr

Scheuer bekräftigt wieder wunderbar die Auffassung von der Abgehobenheit

vonPolitikern. Früher hätte ein Minister den Hutgenommen.

Erika Saße, per E-Mail

DPA

Als neulich eine Kollegin „in“

Wedding schrieb, kam ein empörter

Aufschrei von Leser Gerhard

Martens aus Tegel. „Es heißt im, am,

auf dem Wedding“, schimpfte er.Bekräftigt

hat er seine Strafpredigt mit

„ein gebürtiger Weddinger“.

Da war ich –geborene Berlinerin

–verwirrt.Wiesagt man es richtig, da

bin ich mir auch nicht sicher. Marga

Bach wird eswissen, dachte ich und

rief die Chefin des Mundart-Theaters

Berliner Schnauze“ in Friedrichshain

(warum nicht „im“, ein

Hain ist doch einWäldchen?) an.Wie

sacht Icke es korrekt? DieKabarettistin

ist sich sicher: „Der Leser hat

recht.“

Mit der Berliner Schnauze wurde

ich in dieser Woche noch ein weiteresMal

konfrontiert. Beiden Recherchen

zu den sechs besten Currywurst-Buden

der Stadt stieß ich an

einem Imbissstand auf diesen Zettel

Magazin: „Auf der Flucht“ von Jochen

Gutsch (31. August)

Sie haben den Nerv getroffen, wir

sind wohlstandssatt und sorgenfrei.

Unser Sozialsystem garantiertfür jeden

Menschen ein auskömmliches

Leben. Ich, Jahrgang 1936 in Ostpreußen

geboren, bin Flüchtling und

Halbwaise. Als die Rote Armee 1945

in Königsbergeinmarschierte,war es

mit der Flucht für uns vorbei. Um

nicht zu verhungern, haben meine

Mutter und ich uns zeitweise in Litauen

aufgehalten. Erst im September

1948 gelang uns die Ausreise

nach Deutschland, da meine Mutter

die russische Staatsangehörigkeit

ablehnte. Ich war zwölf Jahre alt, als

für mich 1948 die Schule im Land

Brandenburg begann. Zu der Zeit

und auch Jahre danach habe ich Ost

und West gar nicht wahrgenommen.

Wirbekamen ein möbliertes Zimmer,Kleidung

und Gutscheine zugeteilt.

Die Schule habe ich abgeschlossen,

geheiratet und bekam

1973 eine Tochter,die leider mit zehn

Jahren Halbwaise wurde.Die Ausbildung

der Tochter war schon im Kapitalismus.

Danke für Ihre Rückschau!

Waltraut Krzyzan, per E-Mail

Eine Partei, die sich im Alltag bewähren muss

Titel: „Der geteilte Osten“ von Harry

Nutt (3. September)

Wiewäreesdenn, wenn man die AfD

einfach mal in die Pflicht nehmen

und an der Regierungsarbeit beteiligen

würde? Vielleicht würde der Zauber

der Partei einfach verfliegen, weil

sie liefernmuss.Sie würde dann nicht

nur als Protestpartei wahrgenommen

werden, sondern als eine Partei, die

sich ebenso im Alltag bewähren muss

wie alle anderen auch. DieAfD immer

nur zu bekämpfen, entspricht nicht

meinem Demokratieverständnis.

Helga Strelow,per E-Mail

VonEntscheidungen und

Gesprächen ausgeschlossen

Meinung: „Die AfD ignorieren? Das ist

gefährlich“ von Sabine Rennefanz

(2. September)

Über lange Jahre wurden nach 1989

Bevölkerungsgruppen ohne Skrupel

von Entscheidungen und Gesprächen

ausgeschlossen, man hat ihnen

nicht zuhören wollen. Diese Menschen

hätten mit ihrem Können und

Wissen vieles für unser Land beitragen

können. Jetzt bestimmt rechter

Westimport in der AfD über viele

Meinungen und politische Entwicklungen.

Man kann am Beispiel Italiens

sehen, wie viel Verlust an

Menschlichkeit und gesellschaftlicher

Kraft Salvini mitregierend verursacht

hat.

I. Hähnel, per E-Mail

Wieviel Egoismus und Lügen wollt

ihr AfD-Wähler denn noch in die

Breite streuen? Nach dem Motto:

Erst ich, dann eine ganzeWeile gar

nix und vor allem auf gar keinen

Fall ein Ausländer! Ihr habt Eigenheime,

fahrt in Urlaub, seid gesund

und munter und habt Angst

um euren Wohlstand! Vor 30Jahren

blickten die leuchtenden Augen

auf die Auslagen in den Kaufhäusern

des Westens –das wolltet

ihr auch. Ganz schnell musste das

gehen und oft hat das auch ganz

gut geklappt. Aber der Kuchen

könnte ja größer sein, wenn nicht

diese Flüchtlinge wären, da

könnte man mehr Geld und sonst

was kriegen.

Ich teile gerne. Weil es mir gut

geht! Richtig gut. Weil uns jahrzehntelang

geholfen wurde, nachdem

Deutschland zwei Weltkriege

angezettelt hat. Die AfD-Wähler

sind keine Verirrten. Es sind Neider

und Egoisten und keine Abgehängten.

Sabine Hoffmann, per E-Mail

Die etablierten Parteien haben versagt,

weil sie nicht die Meinung und

die Stimmung eines großen Teil der

Menschen in Deutschland, speziell

in Brandenburgund Sachsen, vertreten.

Insbesondere die Sorge vor

Überfremdung und Migrantenkriminalität

haben dafür gesorgt, dass

so viele Wähler der AfD ihre Stimme

gegeben haben.

Jürgen Fischer,per E-Mail

AfD vermag als Protestpartei

in eine Lückevorzustoßen

Meinung: „Die AfD,Partei des nationalen

Sozialismus“ von Götz Aly

(3. September)

Frau Wagenknecht trifft in ihrer Analyse

des Abschneidens der Linken

den entscheidenden Punkt:

Man darf sicher nicht davon ausgehen,

dass alle Wähler der AfD auch

deren Ziele und Programmatik teilen.

Das Problem scheint mir eher,

dass die AfD zurzeit als Protestpartei

in eine weit klaffende Lücke vorzustoßen

vermag.

Franz Vlach,

Berlin-Prenzlauer Berg

Entscheidene Qualifikation für Wurst-Verkäufer(in)

ist die „Berliner Schnauze“.DÜBB

oben. Wasmeinen die mit „Berliner

Schnauze“, wollte ich vonCurryWolf

wissen. Sylvia Zeitschel lachte und

erklärte mir, dass die Firma Mitarbeiter

sucht, „die nicht auf den

Mund gefallen sind“. Das bedeute

zum Beispiel, bei drängelnden Kunden

mit „Wollen Sie eine gute oder

nur eine lauwarme Currywurst haben?“

konternzukönnen. Schlagfertigkeit

gepaartmit Witz und Freundlichkeit,

das ist das wesentliche

Merkmal der „großen Berliner

Schnauzemit Herz“, sind sich Sylvia

Zeitschel und MargaBach einig.

Berlinert wird bei beiden.

Marga Bach begründet

das so: „Man hörtdoch gerne

die heimatlichen Klänge,

deshalb pflege ich den Dialekt

in meinen Theater.“

Was denken Sie über die

Wedding-Debatte und die

berühmte

Berliner

Schnauze? Bitte schreiben

Siemir Ihre Gedanken an:

leser-blz@dumont.de

BLZ/REEG

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute ist esüberwiegend stark bewölkt oder bedeckt. Dazu gibt es lokal

Regenschauer, und die Höchstwerte erreichen 19 bis 22 Grad. Der Wind

weht nur schwach aus West. In der Nacht liegen die Tiefsttemperaturen

bei 12 bis 9Grad. Dazu ist der Himmel stark bewölkt bis bedeckt.

Biowetter: In der eingeflossenen

Luftmasse gibt es verstärkt Gelenk-,

Glieder-, Muskel- und Narbenschmerzen

sowie Atemwegsbeschwerden.

Entzündliche Prozesse 11°/19°

Wittenberge

heilen langsamer als sonst üblich.

Pollenflug: Die Konzentration von

Gänsefuß-, Brennnessel-, Beifußund

Ambrosiapollen ist schwach.

Gefühlte Temperatur: maximal 22Grad.

Wind: leichter Wind aus West.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

9°/19° 11°/22°

Luckenwalde

9°/20°

Prenzlau

10°/20°

Cottbus

11°/21°

Sonntag

Montag

Dienstag

bedeckt stark bewölkt stark bewölkt

13°/18° 11°/20° 12°/20°

Frankfurt

(Oder)

10°/21°

Weiterhin beeinflusst das Tief Götz über dem nördlichen Mitteleuropa das Wetter

auf dem mitteleuropäischen Festland und sorgt für zahlreiche Schauer und

kühlere Temperaturen. Sommerlich heiß ist es auf der Iberischen Halbinsel und

am östlichen Mittelmeer.

Sylt

9°/18°

Hannover

12°/18°

Köln

12°/21°

Saarbrücken

11°/18°

Konstanz

10°/15°

Hamburg

9°/20°

Erfurt

11°/17°

Frankfurt/Main

14°/19°

Stuttgart

11°/16°

Rügen

12°/20°

Rostock

13°/20°

Magdeburg

12°/18°

Nürnberg

11°/18°

München

10°/11°

Dresden

14°/20°

Deutschland: Heute gehen bei größtenteils

starker Bewölkung gelegentlich

Regenschauer nieder. Dabei

werden im Tagesverlauf 11 bis

22 Grad erreicht, nachts kühlt es

dann auf 12bis 6Grad ab. Der Wind

weht nur schwach aus West. Morgen

bringen Wolken immer wieder Regenschauer.

Die Temperaturen erreichen

15 bis 20Grad, und der Wind weht

schwach aus Nordwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 16°-19°

Nordsee: 16°-19°

Mittelmeer: 23°-31°

Ost-Atlantik: 16°-21°

Mondphasen: 14.09. 22.09. 28.09. 05.10.

Sonnenaufgang: 06:26 Uhr Sonnenuntergang: 19:41 Uhr Mondaufgang: 16:18 Uhr Monduntergang: --:-- Uhr

Lissabon

31°

Las Palmas

28°

Madrid

28°

Reykjavik

13°

Dublin

17°

London

20°

Paris

20°

Bordeaux

23°

Palma

27°

Algier

29°

Nizza

26°

Trondheim

12°

Oslo

13°

Stockholm

17°

Kopenhagen

19°

Berlin

22°

Mailand

25°

Tunis

28°

Rom

24°

Warschau

22°

Wien

15° Budapest

22°

Palermo

27°

Kiruna

10°

Oulu

16°

Dubrovnik

28°

Athen

31°

St. Petersburg

19°

Wilna

19°

Kiew

27°

Odessa

27°

Varna

28°

Istanbul

27°

Iraklio

29°

Archangelsk

18°

Moskau

22°

Ankara

26°

Antalya

34°

Acapulco 35° heiter

Bali 36° heiter

Bangkok 31° bewölkt

Barbados 30° heiter

Buenos Aires 17° bedeckt

Casablanca 28° wolkig

Chicago 24° wolkig

Dakar 30° wolkig

Dubai 41° heiter

Hongkong 36° heiter

Jerusalem 27° sonnig

Johannesburg 20° sonnig

Kairo 35° sonnig

Kapstadt 33° sonnig

Los Angeles 27° sonnig

Manila 30° wolkig

Miami 33° Gewitter

Nairobi 26° Schauer

Neu Delhi 36° wolkig

New York 27° heiter

Peking 36° sonnig

Perth 21° sonnig

Phuket 33° heiter

Rio de Janeiro 28° heiter

San Francisco 20° wolkig

Santo Domingo 31° wolkig

Seychellen 27° heiter

Singapur 32° Gewitter

Sydney 16° wolkig

Tokio 33° heiter

Toronto 23° Regen


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 19

· ·

·······················································································································································································································································································

Berlin

AM WOCHENENDE

Der Wind wird uns tragen:

Drachenfest in Potsdam

Schönes Wochenende Seite 20

Holzauge, sei wachsam:

Wikingerschach mit den Meistern

Berlin bewegt sich Seite 24

Auf einen

Apéro

Naturgemäß verbringe

ich, da ich mit einem

Spanier verheiratet bin,

meine Ferien häufiger in

Spanien. Ich kann mich darüber

nicht beschweren, ich bin jedoch

immer auch ein bisschen froh, wenn

ich wieder zu Hause ankomme:

Denn die Spanier brechen frühestens

um 22 Uhr ins Restaurant auf.

Mein deutsch getakteter Magen ist

da vorHunger schon verkümmert.

Etwas besser machen es die Italiener.Sie

sind schon ab 21 UhrimRestaurant

anzutreffen, dann allerdings

im Pack, als hätte irgendeiner den

Startschuss gegeben. Aber Italien

wäreals Reiseziel für

Deutsche nicht so

beliebt, wenn sich

die Italiener nicht

auch etwas für die

lange Zeit zwischen

18 und 21 Uhr hätten

einfallen lassen:

den Aperitivo, kurz

Apéro.

Nur, dass wir uns

nicht falsch verste-

AUFGETISCHT

Tina Hüttl

war im Orlando.

hen: Damit ist weder

gemeint, Aperol

Spritz auf leeren Magen

zu kippen, noch ein paar Nüsse,

Chips oder Oliven zum Alkohol zu

knabbern. Der Aperitivo, der in Italien

zwar häufig als kostenlose Zugabe

zu einem Drink serviertwird, ist

eine richtige Zwischenmahlzeit. Da

gibt es Focacce, kleine Pizzen, Salumi,

Polenta-Taler, um nur einige

typische Gerichte zu nennen.

Zum Glück kommt die Aperitivo-

Kultur nun endlich in Berlin an. Im

Orlando,einem wunderbar gemütlichen,

in Prenzlauer Berg verankerten

Sizilianer, wird sie aufgegriffen.

Bisher lediglich donnerstags, auch

läuft es dort leicht anders, als ich es

aus Italien kenne.

DerAperitivowirdhier ab 17 Uhr

in Form eines Büfetts präsentiert –

mit DJ und Musik. Dazu wird der

Bartresen zum Tisch umgewidmet,

und ganz familiär kann sich jeder

Gast aus großen Keramikschüsseln

und von Platten selbst bedienen. Zu

empfehlen sind die selbstgebackenen

Focacce, ambesten simple mit

etwas Meersalz und Rosmarin. Traditionell

sizilianisch sind Arancini,

frittierte Reisbällchen, die mit Hack,

Pancetta oder Käse gefüllt sind. Das

Angebot variiertjedoch.

Salate mit Pasta oder Reis sind

fast immer dabei, leider vermisse ich

aber Caponata, mein sizilianisches

Lieblingsgericht. Doch da der Aperitivo

in Italien nicht als Mahlzeit

zählt, kann ich sie mir später noch

als Vorspeise bestellen: Das Süßsaure,

italienisch „agrodolce“, ist das

Herz dieses tollen Auberginen-Tomatengerichts.

ImOrlando sind Essig,

Zucker und das Salzige durch geröstete

Mandeln, Oliven und Kapern

gut ausbalanciert –das Gemüse hat

einen sämigen Schmelz, ist aber

nicht ölig.

Schade ist nur, dass die Bedienung,

eine junge, schön anzusehende

Italienerin, sehr schnodderig

ist. Fragen zu beantworten, scheint

sie zu langweilen. Von der großen

Auswahl an sizilianischen Weinen,

die allesamt offen ausgeschenkt werden,

hat sie keine Ahnung. Auch

sonst hat sie offensichtlich noch

nicht allzu häufig in der Küche vorbeigeschaut,

um bei der Betreiberin

Giulia Paolillo und

dem Koch Mirko zu

erfahren, wie die

Orlando

Gleimstr.

Gaudystr.

Rhinower

Str.

100 m

Speisen zubereitet

werden.

Die Gerichte sind

nach den wichtigsten

Städten Siziliens

benannt –mich interessiert

Caltanissetta:

Der Name

steht laut Karte für

eine Rinderbrust mit

Wein und Fenchel in

Zwiebelbrot mit

Dill-Joghurt-Soße.Damir die Bedienung

jedoch keine Auskunft geben

kann, ob das Rind nun im Brot gebacken

wurde,oder wie ich mir das Gericht

vorstellen muss, lasse ich mich

überraschen. Ein Reinfall, auch optisch:

ein Haufen kalter,lieblos gesäbelter

Rinderbrust, deren Fleischqualität

zwar gut ist, die bis auf die

eigene Fleischnote jedoch keine

Würze hat. Fenchelaromen? Wein?

Fehlanzeige, und warum ich dazu

ein schweres, teigiges Zwiebelbrötchen

essen soll, erschließt sich mir

nicht, ebenso nicht der naturbelassene

Joghurt mit etwas Dill. Das ist

ärgerlich, ein Glück nur, dass der

Aperitivohier doch viel mehr als eine

Zwischenmahlzeit ist. Hungrig bin

ich eigentlich nicht mehr.

Orlando,Rhinower Straße 10, 10437. Di-Sa

17–23 Uhr, Mi-–Fr12–23 Uhr

Das AperitivoBüfett kostet 10 Euro. Àlacarte

kosten kleine Gerichte 7-12, Hauptgerichte 13-

16 und Nachtische 4Euro.

Schönhauser Allee

Schönhauser

Allee

PRENZLAUER

BERG

Stahleimer Str.

BLZ/GALANTY

Die Deutschen essen traditionsgemäß

früh zu Abend. In Italien wird um die Zeit

erst die Zwischenmahlzeit Aperitivo

serviert. So auch im Orlando

Familienausflug

Wieder Wald

ruft

VonBarbaraWeitzel

Man denkt sich hier und da einen

Knoten in die Gehirnwindungen,

wenn man versucht, dem

Hehmann zu folgen. Der heißt so,

weil er immer „Heh“ ruft, mal laut

und wütend, mal leise und leidend.

Wenn er gar nicht mehr ruft, das

lernt Nemi schnell, dann geht es ihm

schlecht und mit ihm demWald. Den

und all die Tiere und Pflanzen darin

beschützt, bewahrt, erklärtder Hehmann.

Wenn er nicht sogar der Wald

ist. Unddeswegen leidet er oft.

Nemi lauscht den Liedern, die der Wald singt.

ARCHIV

Denn vielen Menschen ist das Interesse

verloren gegangen an der Natur.

Ein Grund dafür könnte ihre

Rastlosigkeit sein. Der Hehmann erklärtdas

so: „Morgen (...) Dahin sind

immer alle unterwegs.Können es gar

nicht abwarten. Als wäreheute nicht

erst gestern genauso morgen gewesen.

Und als würde morgen nicht

heute sein, wenn ihr dortankommt.“

Darüber grübelt nicht nur Nemi

noch lange.Knoten im Gehirneben.

Aber es macht glücklich, wie auch

die Lieder,die derWald singt, die Gespräche

zwischen Nemi und dem

Hehmann über Schmetterlinge,

Mulm und die Vielfalt der Namen.

Die Buchpremiere von „Nemi

und der Hehman“ ist am Sonntag.

Gegen dieVorfreude darauf hätte der

Hehmann nichts einzuwenden.

Nemi und der Hehmann Buchpremiere mit

Wieland Freund. Kulturbrauerei, Schönhauser

Allee 36,PrenzlauerBerg.So16Uhr,Eintritt 9,

Kinder7Euro. Ab 8Jahre


20 Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Schönes Wochenende

WEINKUNDE

FUNDSTÜCKE

VonAnna Klein

Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?

Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de

VonRomana Echensperger

SEKAI COLORI

IMAGO IMAGES

Der Wein, der aus der

Hitze kam

Ende August pilgerndeutsche und internationale Weinspezialisten

nachWiesbaden. Dort, in den eleganten Kurhauskolonaden,

werden Jahr für Jahr die besten trockenen Weine

der im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) vereinten

Winzer vorgestellt. Für die Weinbranche ist es eine der

wichtigsten Verkostungen des Jahres.Schließlich kann man

danach abschließend über die Güte des letzten Jahrganges urteilen.

Heuer klangen die Schlagzeilen des Hitzesommers 2019

noch nach. Wieder wurden Hitzerekorde gebrochen, extreme

Trockenheit wurde vermeldet und eine enorme Anzahl an

Sonnenstunden gemessen. Auch der Jahrgang 2018 passt in

diese Reihe immer wärmer werdender Jahre. Werandem Klimawandel

noch Zweifel hat, muss sich nur deutsche Weine

aus den letzten 30 Jahren auf den Tisch stellen. DieUnterschiede

in Reife- und Säurestruktur sind eindeutig. Diekühlen

Ecken profitieren durchaus vonmehr Wärme und Sonne.Die

Wetterextreme forderndie Winzer zunehmend heraus.

So war im Jahr 2018 Ausdünnen ein Schlüssel zur Qualität.

Nach bestem Frühlings- und Blütewetter hingen die Reben

voll mit Trauben. Nach den Jahren, in denen viel Ertrag durch

Spätfrost und Hagel verloren ging, sah das zunächst verlockend

aus.Die besten Winzer entschieden sich dennoch für

eine rigorose grüne Lese,bei der noch unreife Trauben auf den

Boden geschnitten wurden, um den Rebstock bei dieser Trockenheit

nicht zu überlasten. Zu schnell entwickeln sich im

Wein sonst Fehltöne,die an Mottenkugeln erinnern. Derheiße

Sommer sorgte dann für einen sehr frühen Lesebeginn.

2018 ist die Qualität allerdings extrem unterschiedlich. Es

gibt Weine,die schlichtweg zu viel Alkohol und zu wenig Säure

haben. Manche Winzer haben aufgesäuert, was sich nicht immer

harmonisch in denWein einfügt. Aber es gibt auchWinzer,

die den Jahrgang sehr gut gemeisterthaben. Besonders die

kühleren Ecken Deutschlands wie die Nahe oder die Moselhaben

profitiert. DieRieslinge fallen sehr exotisch und klar in den

Aromen aus.Durch die hohe Fruchtreife und Konzentration

wirken die Weine in der Jugend schon zugänglich. Wassicherlich

auch an der Säurestruktur liegt, die dieses Jahr runder und

saftiger ausfällt.

EinBeispiel sind die Großen Gewächse des Bio-Winzers

Clemens Buschander Mosel. Diedicht gewobenen, vibrierenden

und nachhaltigen Rieslinge waren einer der Höhepunkte

der Verkostung. Einmal mehr wurde mir bewusst, wie sehr

auch trockene Weine vonder Moselbegeistern. Siesollten es

einmal ausprobieren. DasJahr 2018 ist ideal dafür.

2018Marienburg RieslingGrosses Gewächs, WeingutClemens Busch, 26 Euro,

www.clemens-busch.de

Halswärmer

Die Schal-Macherinnen

aus Wedding

Fahrradfahrer gehören bekanntlich zur Risikogruppe für

spätsommerliches Halskratzen, dank des aktuellen Wetterwechsel-Windes

aber auch alle anderen. Um die neue Jahreszeit

nicht mit einer ausgewachsenen Angina zu begrüßen, empfiehlt

sich jetzt ein Schal, und dafür wiederum empfehlen sich

SarahInfantino-Markovic und Ann-Katrin Sehl-Radscheit, oder

kurz: Sekai Colori aus Wedding. Die Designerinnen stammen

aus Italien und Japan, was die Motive ihrer Schals widerspiegeln:

Hier harmoniertjapanischer Sinn für Ästhetik ganz wunderbar

mit italienischer Farbpracht. Für die erwähnten Fahrradfahrer

eignen sich vor allem die eleganten Schlauchschals, die

selbst bei wildesten Bremsmanövern inPosition bleiben. Genäht

wirdinBerlin, und weil dem Label faireProduktion wichtig

ist, kommt nur kontrollierte Biobaumwolle unter die Nadel.Wer

sich per Mail anmeldet, kann im Atelier vorbei schauen.

SekaiColori, Osramkiez, Liebenwalderstraße 31,Wedding.Schals ab 35 Euro,

bestellen untersekai-colori, info@sekai-colori.de.

Augenschmaus

Lebendige Fassadenkunst

beim Mural Fest

Gerade mal zwei Wochen Zeit hatten die Künstler des Berlin

Mural Fests, umdie Plattenromantik von Marzahn-Hellersdorf

inurbane Kunst zu verwandeln. An diesem Wochenende

ist es so weit: Zehn Murals,also großflächige Gemälde an

Außenfassaden, feiernsozusagen Vernissage und werden dafür

extrainSzene gesetzt, mit Lichtinstallationen und Projektionen.

Dafür lohnt sich dann auch der Wegaus dem S-Bahn-Ring heraus,

eine eigene App erleichtert die Navigation zu den Hauswänden.

Unddie Applistet nicht nur alle Kunst-Standorte auf,

sondernbietet mittels AR-Technologie so etwas wie digitale Magie:

Die Kunstwerke können gescannt werden und sollen dadurch

zum Leben erwachen. Vorabempfiehlt es sich, die Halswirbelsäule

zu mobilisieren, sonst droht bei den bis zu vierzig

Meterhohen Kunstwerken womöglich eine Nackenstarre.

Berlin Mural Fest, Kreuzberg /Marzahn-Hellersdorf. NightwahlksamSa., 7., und

So.,8.9., jeweils 20.15bis 22 Uhr.Eintritt frei.berlinmuralfest.de

ARCHIV

Gaumenschmeichler

Die Humus-Diplomaten

der Sonnenallee

Neuköllns bekannteste Straße an einem Samstag, das bedeutet

Kampf um jeden Meter,zwischen arabischen Großfamilien

und Berliner Hipstern, zwischen geschultertem Rennrad

und Kinderwagen. Die Sonnenallee verteidigt ihr Image

zwischen multikulturell-berühmt und kriminell-berüchtigt mit

entspannter Indifferenz –und kulinarischer Diplomatie. Denn

der Humus im Azzam schmeckt so gut, dass er zur Völkerverständigung

beiträgt: Hier tunktdie Stuttgarter Studentin neben

dem ägyptischen Opaihr Pitabrot in die Kichererbsen-Paste,die

laut Rezept des libanesischen Inhabers sonst nur noch Wasser,

Salz und Sesampaste enthält. Lediglich Kräuter ergänzen die

perfekt samtige Konsistenz. Dasmacht dieetwas raue Theken-

Mentalität wett, die bei sehr viel Andrang entstehen kann. Bei

großem Hunger empfiehlt sich der Makali-Falafel-Teller –von

so viel frittiertem Gemüsekann man nicht nicht satt werden.

Restaurant Azzam, Sonnenallee 54, Neukölln. Geöffnet von8bis24Uhr,Humus

ab 3,50 Euro.

Naturerlebnis

Vergänglicher

Vulkan

UminBerlin einenVulkanausbruch zu erleben, können Sie

entweder für Wolfgang Schäuble arbeiten –oder an diesem

Wochenende nach Ahrensfelde fahren. Für das Festival

„114 über Marzahn“ hat die Künstlergruppe Plastique Fantastique

nämlich eine temporäre Installation errichtet, die den

Ahrensfelder Berg fortsetzt und die Berlin überragt. 120 Meter

hoch wird der vergängliche Vulkan sein, der aus dem geologisch

spannenden Fundament aus Eis und Geröll, Schuttresten

und Biotopen wächst. Zugänglich ist er einmalig am Sonnabend,

das Programm widmet sich den Ahrensfelder Bergen in

all ihren Facetten: Themen-Wanderungen von Astrologie bis

Botanik, Kunst-Performances und Konzerte, Fahrradtouren

und Spaziergänge machen den Wegnach Marzahn zu einem

lohnenswerten Ausflug ins Grüne.

Festival „114über Marzahn“, AhrensfelderBerge, Sa.,7.9.,12bis 24 Uhr. Freier

Eintritt. 114-ueber-marzahn.de

ARCHIV

WOHIN AM WOCHENENDE?

Hoch

im

Wind

Spektakuläre Flugshows

und waghalsige

Himmelsmanöver beim

31. Drachenfest in Potsdam

VonIda Luise Krenzlin

Drachen steigen lassen kann

auch frustrierend sein. Icherinnere

mich an Drachen, die wir Kinder

aus Bastelbögen gebaut haben,

die den Kinderzeitschriften Frösi

und Bummi beilagen. Manbrauchte

Holzleisten, die über Kreuz gelegt

wurden, spannte buntes Pergamentpapier

drüber. Vor allem der Drachenschwanz

war wichtig, denn der

unterschied den eigenen Drachen

von anderen. Lang musste er sein

und im Wind flattern, möglichst mit

vielen bunten Schleifen. Ich rannte

mit dem Drachen übers Feld, mein

Vater hielt die Schnur, doch richtig

hoch stieg der Drachen nie. Und

wenn er mal oben war, dann kam er

schnell ins Trudeln. Vorher riss aber

das Pergamentpapier.

Ganz anders am Wochenende in

Potsdam. Echte Profis,Drachenpiloten

und Drachenkünstler aus der

ganzen Welt kommen zum 31. Internationalen

Drachenfest zusammen.

Der Himmel über Brandenburg wird bunt am Wochenende.

KEVIN SANDERS

Der Himmel über dem Volkspark

wird bunt sein, riesige Drachen fliegen

und flatternumdie Wette.

Großdrachen, filigrane Drachenketten,

schnelle und wendige Lenkund

Kampfdrachen, dreidimensionale

und historische Drachen steigen

in den Potsdamer Himmel. Farbenfrohe

Flugshows erwarten die

Besucher, mit waghalsigen Flugmanövern,

spektakulären Tricks, faszinierenden

Drachenduellen und synchronen

Drachenflügen.

Erstmals in der Geschichte des

Drachenfestes wird eseine Kampfdrachenshow

geben. Rund zehn

Drachenpiloten fliegen gleichzeitig

die Show. Sie versuchen, den Nylonfaden

eines mit Helium gefüllten

Ballons in zwei bis drei Meter Höhe

zu kappen. Das erfordert hohe Fliegerkunst.

Neben den Shows gibt es

auch Drachenbauworkshops und

für Kinder Zirkus, Theater, Zauberer

und Jonglage-Stationen.

Organisiert wird das Fest von Sarah

Bösche. Gemeinsam mit ihrem

Vater Michael Steltzer leitet die 35-

Jährige den Schöneberger Drachenladen„Flying

Colors“. Seit März1984

werden im Familiengeschäft Drachen

und mittlerweile auch Jonglage-Artikel

verkauft. Im selben Jahr

feierten die Drachenfans aus Schönebergdas

erste Internationale Drachenfest

in Berlin. In diesem Jahr

tritt Sarah Bösche in die Fußstapfen

ihres Vaters. Zum ersten Mal organisiert

sie das Drachenfest allein. Sie

freut sich, dass die internationale

Drachenszene,inder sie aufgewachsenen

ist, zu Besuch kommt. Die

Drachenkünstler reisen aus Australien,

Chile und den Niederlanden an.

Der Holländer Riks Siemons kommt

in diesem Jahr mit historischen Drachen

nach Potsdam. Er betreibt ein

Drachenmuseum in Ommen. Sein

ältester niederländischer Drachen

stammt aus dem Jahr 1910.


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 21

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Schönes Wochenende

STADT, LAND, MENSCH

Kessel

und Tore

auf

Die Dampflokfreunde

und Wolfgang Hilprecht

machen gerade volle Fahrt:

Ihr Schöneweider

Baudenkmal wird

Schmuckstück

eines neuen Stadtteils

KOCHSTUNDE

Rezept der Woche

Mont d’Or mit

Arme-Ritter-Sticks

VonJörg Niendorf

Die berühmte Pickelhaube

am Bahnbetriebswerk

Schöneweide hat

eine zweite Haube bekommen,

sechs Wochen hat das gedauert.

Ein mehr als 30 Meter hohes

Baugerüst umspannt nun den alten

Wasserturm samt Spitze. „Ein Wunderwerk“,

sagt Wolfgang Hilprecht

vomVerein Dampflokfreunde Berlin.

Und diese kunstvolle Konstruktion

ist nur das eine Wunder. Das

zweite ist die weithin sichtbare Botschaft,

die vondemWahrzeichen ausgeht,

und lautet: Volldampf voraus!

Hilprechts Verein, dem das gesamte

Gelände gehört, lässt denTurm sanieren–und

die Förderungen und Spenden

sprudeln nur so. Und es werden

noch mehr Bahngebäude instand gesetzt,

das ganze Areal gilt als „Denkmal

von nationaler Bedeutung“.

Gleich nebenan entsteht eine neue

Bürostadt, und das alte Bahnbetriebswerk

soll in diesem Umfeld als

Preziose glänzen.

Das Bahnbetriebswerk in Schöneweide,

mehr als 110 Jahre alt, ist

die einzige vollständig erhaltene von

seinerzeit 20 Anlagen dieser Art in

Berlin. Am Sonntag, dem Tagdes Offenen

Denkmals, öffnet der Verein

seine Schuppen für Besucher. Es

werden Dampflokomotiven präsentiert

und bewegt –von Ehrenamtlichen

wie Hilprecht.

In zweiWochen feierndie Dampflokfreunde

dann zwei Tage lang ihr

alljährliches Eisenbahnfest. Da wird

es richtig voll auf dem Gelände, die

Besucher werden in Scharen vonder

S-Bahn über die Fußgängerbrücke

strömen hinüber zum eingerüsteten

Wasserturmund zum Lokschuppen,

angezogen vonden Rauchsäulen der

dortwartenden Dampflokomotiven.

In diesem Jahr werden die Gäste

außerdem viele neu angelegte Bordsteine

sehen, Straßen im Rohbau,

neue Straßenlaternen und einen

künftigen Bahnhofsvorplatz. Der

Ein Mann macht Dampf: Wolfgang Hilprecht auf der „Else“.

neue Stadtteil wird sich bis hinunter

nach Adlershof erstrecken. „Einer

der Investoren sponsort die Sanierung

unseres Wasserturms“, sagt

Wolfgang Hilprecht. Die Deutsche

Stiftung Denkmalschutz zahlt ebenfalls

einen großen Anteil. Eine „Jugendbauhütte“

zieht auf das Gelände,

das ist eine Lehrwerkstatt für

Freiwillige, die eine Zeit lang im

Denkmalschutz arbeiten und währenddessen

in sanierten Bahngebäuden

unterkommen sollen.

Die Architektenpläne dafür stapeln

sich im Bürovon Hilprecht, das

neben dem Lokschuppen liegt. Alles

ist beschlossene Sache –und damit

auch dies: Die alten Eisenbahner-

Kollegen, die teils schon seit den

90er-Jahren auf dem Gelände mit

der historischen Technik arbeiten,

bekommen viele junge Nachbarn.

Hilprecht, 67 Jahrealt, kann es kaum

erwarten. Viele neue Mitglieder hat

der Verein in letzter Zeit aufgenommen,

Quereinsteiger sozusagen, die

das Areal fasziniert, nicht ausschließlich

die Dampfloktechnik.

Dennoch: Es geht natürlich

nichts über das Qualmen, Stampfen

und Pfeifen einer Lok wie „Else“. So

sehen es die Fans –und die Schrauber

des Vereins sowieso.Else stammt

aus der 52er-Reichsbahn-Baureihe,

der Verein bietet mit ihr Dampflok-

Touren an. Dem Charme dieser

Mammut-Technik erliegen viele.

„Am Wasserturm wird esein Café

geben“, sagt Hilprecht, der Schöneweide-Botschafter.

Erselbst stammt

zwar aus einer Eisenbahnerfamilie,

allerdings wählte er zunächst einen

BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN

anderen Berufsweg. Der hatte nicht

mit Stahlrössern, sondern mit echten

Rössernzutun: Hilprecht war bei

der Reiterstaffel der West-Berliner

Polizei. Als er 50 wurde, schenkte er

sich selbst einen Kurs zum Ehren-

Dampflokführer im Harz. Die Bahn-

Historie hatte ihn doch noch eingeholt.

Danach ging er zum Schöneweider

Verein, war lange dessen Vorsitzender,

bis er zuständig für alle

Denkmal-Angelegenheiten wurde.

Die erweisen sich jetzt als bestes

Marketing.

Tagdes OffenenDenkmals an diesemSonntag,

11 bis 18 Uhr bei den Dampflokfreunden e.V.,

S-Bahnhof Betriebsbahnhof Schöneweide.

Eisenbahnfest desVereins Fahrten des historischenSchnellzugs

am 21. (Sa) und 22. September

(So)jeweils um 11, 13 und 15 Uhr

Wenn der Sommer zur Neige geht, hat das Warten ein

Ende: Am 10. bzw.15. September trifft im Käseregal der

Vacherin Mont d’Or ein, je nachdem ob er aus der Region

Franche-Comté stammt oder aus dem Schweizer Jura.Herkunft,

Herstellung, Reifezeit und die streng limitierte Kostzeit

(die am 15. Aprilbzw.10. Maischon wieder endet) dieses wunderbaren,

in Handarbeit aus tagfrischer Rohmilch, Salz und

natürlichem Lab gekästen Ur-Ofenkäses folgen einer jahrhundertealten

Tradition, die längst auch vonder EU geschützt ist.

Derfranzösische Food-Vlogger Guillaume Marinette widmet

sich dem Mont d’Or auf kreativeWeise: In seinem Buch „Ofenkäse“

(JanThorbeckeVerlag, 12 Euro)hat er ihm ein ganzes Kapitel

reserviert. Unddas Praktische: fünf bis zehn MinutenVorbereitung,

eine halbe Stunde Backzeit, schon dampft der Käse

in immer neuen Geschmacksrichtungen auf dem Tisch. (chs.)

Zutaten

1Mont d’Or (400 g)

4Zwiebeln

90 gButter

3Eier

200 ml Milch

1ELKräuter der Provence

12 Scheiben Toastbrot

Zubereitung

DenOfen auf 180 °C vorheizen und den Mont d’Or 20 Minuten

in der Spanschachtel backen. In der Zwischenzeit die Zwiebeln

in dünne Streifen schneiden und mit etwas Butter in der

Pfanne anbraten. DieEier mit der Milch und den Kräuternder

Provence aufschlagen. DieToastbrotscheiben mit einem Nudelholz

plätten. Diegebratenen Zwiebeln auf einem Drittel jeder

Toastscheibe verteilen, diese eng aufrollen. DieToastbrotrollen

durch die Eiermischung ziehen. Mitdem Rest der Butter

in einer Pfanne goldbraun braten. Schließlich den Mont d’Or

aus dem Ofen holen und mit den Arme-Ritter-Sticks servieren.

DAVID JAPY

„Ich freue mich auf das Zusammenspiel,

auf die Abwechslung und

auf meine internationale Künstlerfamilie“,

TAGE DES DRACHEN

sagt Sarah Bösche. Ein biss-

chen klingt es nach Zirkusluft, wenn

sie über enthusiastische Drachenkünstler

und atemberaubende Flugshows

spricht. Übrigens verkauft sie

Was:

31. Internationales Drachenfest

in ihrem Schöneberger Drachenladen

am häufigsten Kinderdrachen.

Die seien heute aber viel besser,

leichter und wendiger als früher.Berichte

Wann:

Sonnabend, 13–18 Uhr und

Sonntag,11–18 Uhr

vonfrustrierenden Versuchen,

Drachen steigen zu lassen, kennt sie.

Viele Erwachsene würden ihr davon

erzählen.

Als ich mit Holzleisten und Pergamentpapier

Wo:

Volkspark Potsdam (Großer Wiesenpark),

Georg-Hermann-Allee 101,

14469 Potsdam

beginne,winkt sie sofort

ab: „Zu schwer, und Pergamentpapier

reißt ja sofort.“ Heute sei das

Material hochwertiger und leichter,

Eintritt:

Erwachsene 5Euro, Kinder 5-16 Jahre

2,50 Euro, Kinder bis 4Jahre frei

man braucht noch nicht einmal viel

Wind. In ihrem Laden verkauft Sarah

Bösche Bausätzesogar mit einer Garantie

zum Fliegen. Drachenkünstler aus der ganzen Welt kommen nach Potsdam. LINDA SANDERS In Workshops können Besucher Drachen bauen. KARL LONGBOTTOM


ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG

VORGESTELLT

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SEITE 22 NUMMER 208 •7./8. SEPTEMBER 2019

AB 7. SEPTEMBER PRÄSENTIERT DIE STUDIO GALERIE BERLIN EINE WERKSCHAU MIT ÜBER 80 MOTIVEN VON MALER UND GRAFIKER HOLGER KOCH

Die lebensfrohen Bilder vonHolgerKoch

Häufig sind es die kleinen Dinge im Leben,

glückliche Beziehungsmomente und leise

Zwischentöne, die es lebenswert machen.

Diese Stimmungen, fein herausgearbeitet und

bildhaft in Szene gesetzt -das ist die Kunst von

Holger Koch.

Seine Bilder sind bemerkenswert, weil sie

kleine Geschichten erzählen. Sie sind lyrisch,

der Maler wird zum Geschichtenerzähler. In seinen

Bildern zeigt er Momente des Glücks und

Abenteuer des Alltags. Seine Kunst ist heiter,

nachdenklich und befreiend –sie verzaubert und

beglückt den Betrachter. Und sie stiften dazu

an, ein paar Sekunden innezuhalten im Alltagsgewimmel.

Die kleinen Wesen, die in vielen Bildern

auftauchen, kann man kaum einordnen. So

verschieden und rätselhaft wie wir Menschen,

so verhalten sich diese Figuren. Das macht die

Bilder von Holger Koch unverkennbar. In gewisser

Weise trifft auf den Künstler zu, was der Lyriker

H.C. Altmann proklamierte: „dass man Dichter

sein kann, ohne auch irgendjemals ein Wort

geschrieben oder gesprochen zu haben.“

auch künstlerisch gefertigter Schmuck zum Sortiment.

Jederzeit sind die Arbeiten von 60 Künstler

und Künstlerinnen aus den Genres Schmuck, Keramik,

Holzgestaltung und Grafik in der Galerie zu

sehen und zu erwerben. Das neue Galerie-Team

um Jan Linkersdorff und Susanne Bartel leitet seit

sechs Jahren die Geschicke des inzwischen weit

über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Verkaufsraumes

für Angewandte Kunst. „Die Galerie

ist ein ganzjährig geöffneter Marktplatz für Kunst

und künstlerisch gestalteten Schmuck“, so Jan

Linkersdorff. Die meisten Arbeiten können direkt

erworben werden und kosten zwischen fünf und

300 Euro. Sonderausstellungen, wie jetzt mit Holger

Koch, werden organisiert um besondere Leistungen

in den Mittelpunkt zu rücken.

„Die Verkehrsanbindung zur Galerie, zum Beispiel

über den U-Bahnhof Samariterstraße, ist optimal.

Die Mieten auf der Frankfurter Allee sind im

Vergleich zu anderen Standorten in Mitte oder am

Kurfürstendamm erschwinglich. „Für die Preisgestaltung

ergibt sich daraus ein deutlicher Vorteil

für unsere Kunden“, berichtet Jan Linkersdorff.

Das Bild „Laubenpiper“ ist eine Sonderedition zur Ausstellung. Der Künstler Holger Koch aquarelliert das Bild im Atelier. HOLGER KOCH (3)

Ein typischer Holger Koch „Mein Weg“.

Der „Familienbaum“ ein neues Artprint Motiv von

Holger Koch.

Holger Koch wurde 1955 in Freiberg geboren

und verbrachte dort seine Kindheit. In der

Schulzeit hatte erschon die Kraft gespürt, die

in der Kunst steckt. Das Menschen dafür empfänglich

sind, auch wenn es Comics waren, die

ihm zu dieser Zeit Respekt einbrachten. Es

war wohl eine Naturbegabung. Aber aus der

Reihe geschlagen, ist er, wie er sagt, denn die

Eltern dachten für ihn an eine Laufbahn als

Ingenieur, technische Berufe waren in seiner

Familie die Regel. Das Handwerkszeug erlernte

er an der Hochschule für Bildende Kunst

Dresden, danach zusätzlich an der Hochschule

für Grafik und Buchkunst inLeipzig. Wie alles

im Leben sich wandelt, hat sich im Laufe der

Jahre auch seine Ausdrucksweise vom Abstrakten

hin zu einer scheinbar naiven Bildsprache

entwickelt. Mit dieser Formsprache kann er

seine Geschichten deutlich besser erzählen.

Mit seiner Botschaft erreicht Holger Koch

ein großes Publikum. Seine Bilder vermitteln

ganz deutlich, dass nicht Gleichgültigkeit sondern

Respekt, Achtung und Liebe unsere Welt

lebenswert machen.

Autobiographische Züge

Einige Bilder von Holger Koch haben autobiografischen

Charakter: „Das Motiv ‚Mein Weg‘ zeigt

wie viele von meinen Bildern biografische Züge,

ich musste viele Schleifen laufen, Hindernisse

überspringen, ein ganzes Knäul von Wegen waren

erforderlich, bis ich meine Richtung im Leben

gefunden hatte.“

Einmalige Werke entstehen, wenn Holger

Koch seine Geschichten mit Acrylfarben auf

die Leinwand bringt. Acrylfarben lassen sich

vielfach übereinander schichten, dadurch ergeben

sich unendlich viele Farbnuancen. Die Tiefe

und Farbvielfalt dieser Einzelstücke bewegt jeden

Betrachter.

Grafiken als Unikate

„Klein Gedrucktes“ nennt

Holger Koch seine Miniatur-

Grafiken. Die Radierungen

entstehen mittels Druckplatten,

die der Künstler

mit seinen Motiven versieht.

Den Druck der Platte

auf das Papier übernimmt

der Fachmann selbst. Seine Grafiken werden

zum Unikat, sobald er die kleinen Bilder mit

Aquarellfarbe koloriert. Beim Artprint Aquarell,

so der Name einer weiteren Methode, handelt

es sich um ein modernes Druckverfahren, das

„Das Motiv ‚Mein Weg‘ zeigt das

Knäul von Wegen, die erforderlich

waren, bis ich meine Richtung

im Leben gefunden hatte“

die Wirkung der Aquarellfarben in einzigartiger

Weise brillant wiedergibt.

Der Künstler arbeitet auf verschiedenen Materialien

und mit unterschiedlichen Techniken. So

kann er Kunst schaffen, die für jeden Geldbeutel

etwas bietet.

Die Studio Galerie Berlin

Die Galerie wurde 1975 gegründet.

Der Fokus der Galerietätigkeit

lag auf der Angewandten

Kunst, also auf

Studio-Keramik, Porzellan,

Holz- und Metallgestaltung,

textile Kunst. Voraussetzung

für eine Ausstellung war der

Abschluss an einer Kunsthochschule

und die hauptberufliche Tätigkeit als

Künstler, daran hat sich bis heute nichts geändert.

Erst später wurde das Portfolio der Galerie um

Grafik und Malerei ergänzt. Seit die Galerie 1990

in die Frankfurter Allee umgezogen ist, gehört

Info

Am letzten Tag der Ausstellung, am 13. Oktober

von 13 bis 18 Uhr wird Holger Koch in der Galerie

zu Gast sein und Bücher und Kataloge signieren.

Studio Galerie Berlin

Frankfurter Alle 36a

10247 Berlin

Tel. 030 2910850

Offnungszeiten:

Dienstag bis Freitag

von 10 bis 19 Uhr

Sonnabend

von 10 bis 16 Uhr

Anfahrt:

U-Bhf Samariterstraße

Parkplätze hinter der Galerie

und rund um den Boxhagener Platz

www.studio-galerie-berlin.de

Jutta

Votteler

Ikuo

Ichimori

Alfred Schmidt

Margot

Lehmann

Ivan

Panov

„Eine Perle im Friedrichshain —Sammlerstücke und Geschenke aus 50 Ateliers und Werkstätten.“ „gleich nebenan“ rbb Abendschau

Schmuck Keramik Grafik

Verkaufsausstellung seit 1975

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Mo geschlossen

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NUMMER 202 •7./8. SEPTEMBER 2019 SEITE 23

Prof. Dr.med. Peter Vajkoczy und Prof. Dr.med. Petra Feyer erläutern den aktuellen Forschungsstand zum Glioblastom.

SUDOK1 -STOCK.ADOBE.COM/MCG/MONIQUE WÜSTENHAGEN

EXPERTEN IM GESPRÄCH ZU GLIOBLASTOMEN

„Bei Hirntumoren wird die personalisierte Therapie immer wichtiger

Das Glioblastom gilt als die häufigste

Variante aggressiver hirneigener

Tumore bei Erwachsenen – etwas

mehr Männer als Frauen erhalten

jährlich eine entsprechende Diagnose.

Im Gespräch erläutern Prof.

Dr. med. Petra Feyer, Chefärztin,

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

im Vivantes Klinikum

Neukölln und Prof. Dr. med. Peter

Vajkoczy, Direktor der Neurochirurgischen

Klinik der Charité – Universitätsmedizin

Berlin, wie sich Glioblastome

behandeln lassen und welche

Fortschritte es bei den Therapiemethoden

gibt.

Warum ist gerade das Glioblastom so

schwer zu bekämpfen?

Prof. Dr. med. Petra Feyer: Hirntumore

sind relativ selten und machen

ca. 1,4-1,6% aller Tumorerkrankungen

aus.

In 2018 rechneten wir

mit ca. 4200 Neuerkrankungen

bei Männern

und 3600 Neuerkrankungen

bei

Frauen. Trotz aller moderner

Therapiemöglichkeiten

beträgt die

5-Jahres-Überlebensrate

nur ca. 20%. Das Glioblastom ist ein

hochmaligner Tumor. Der Altersgipfelliegt

zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Das Problem ist das infiltrative Wachstum,

die Glioblastomzellen bilden eine

Netzstruktur konnten kürzlich Heidelberger

Wissenschaftler zeigen.

Wie kann das Glioblastom behandelt

werden?

Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy: Zu

Beginn der Therapie steht die Operation

–entweder in Form einer Biopsie

(Probenentnahme)

oder einer Resektion

(größtmögliche Entfernung

des sichtbaren

Tumoranteils). Die Herausforderung

bei der

Operation ist der Erhalt

der Funktion des

Gehirns, was mitunter

auch die Möglichkeit

einer Operation limitiert.

Weil es nie gelingt, durch eine

Operation alle Tumorzellen zu entfernen,

kommt der nachfolgenden Strahlen-

und Chemotherapie eine große

Bedeutung zu. Zunächst werden beide

für sechsWochen kombiniert,dannwird

die Chemotherapie über sechs Monate

fortgesetzt. Ein weiteres zusätzliches

Behandlungskonzept stellt die Behandlung

mit elektrischen Wechselfeldern

dar, welche die Teilungsaktivität der Tumorzellen

beeinflussen sollen. Im Fall

eines wiederkehrenden Tumors wird

dann inder Regel auf ein experimentelles

Therapiekonzept gewechselt.

Die Krebstherapie hat in den letzten Jahren

zum Teil große Fortschritte gemacht.

Was hat sich in Sachen Glioblastom in

den letzten Jahren getan?

Vajkoczy: Durch verbesserte Möglichkeiten,

die Beziehung des Tumors

mit den relevanten Gehirnfunktionen

darzustellen, konnten die chirurgischen

Ergebnisse verbessert werden.

Es kann aggressiver operiert werden,

ohne eine Zunahme der Komplikationen

befürchten zu müssen. Die Möglichkeiten

der Tumorvisualisierung im

OP erlauben, das Ausmaß der Tumorresektion

zu optimieren. Die klassische

Chemotherapie hat sich etabliert, und

wir verstehen heute, welche Tumore

gut ansprechen oder welche resistent

sind. Unter Umständen werden Chemotherapien

auch kombiniert. Die Verwendung

elektrischer Wechselfelder

wird als zusätzliche Therapiestrategie

diskutiert. Der aktuelle Trend ist die

individualisierte Therapie, die sich an

dem molekularen Fingerabdruck des

Tumors orientiert –dies ist aber noch

experimentell und Zukunftsmusik.

Feyer: Auch beim Glioblastom ist

die individualisierte bzw. personalisierte

Therapie wichtig, das heißt es werden

immunhistochemisch und molekulargenetische

Marker bestimmt, die Schlussfolgerungen

darüber zulassen, ob eine

zusätzliche medikamentöse Therapie für

den Patienten von Vorteil ist, sogenannter

Mutationsstatus (MGMT-Methylierung,

oder das Enzym IDH1). Das öffnet

auch den Weg für zielgerichtete Therapie,

von denen bestimmte Gruppen der

Patienten profitieren werden. Dies lässt

auch prognostische Schlussfolgerungen

zu. Unabhängig vom Ergebnis der

immunhistochemischen Untersuchung

erfolgt nach der Operation in der Regel

eine auf das Tumorbett oder den Tumor

gerichtete Strahlentherapie. Mit den zur

Verfügung stehenden modernen Strahlentherapiegeräten

kann das gesunde

INFORMATIONEN ZUM GLIOBLASTOM

Hirngewebe sehr gut geschont werden.

Die Strahlentherapie erstreckt sich über

einen Zeitraum von 3-6 Wochen in Abhängigkeit

vom Allgemeinzustand und

eventuellen Begleiterkrankungen des

Patienten. Die Strahlentherapie kann

auch in Form einer sogenannten stereotaktischen

Bestrahlung erfolgen, die

mit speziellen Fixierungssystemen eine

kleinvolumige millimetergenaue Bestrahlung

gestattet, dort, wo es indiziert

ist. Auch die Seed-Implantation, d. h.

das Einbringen von radioaktiven Strahlern

in das Tumorgewebe, hat einen definierten

Stellenwert.

In der Regel wird die Strahlentherapie

mit einer systemischen Therapie, d.

h. mit einer Chemotherapie, kombiniert.

In Abhängigkeit von den molekulargenetischen

Untersuchungen kommen

zielgerichtete Therapie wie sogenannte

Angiogenese-hemmer, Immuntherapie

oder Gentherapien zum Einsatz. Ergänzend

steht seit einiger Zeit auch eine

Behandlung mit Tumortherapiefeldern

zur Verfügung. Das sind elektrische

Wechselfelder mit dem Ziel, die Tumorzellteilung

zu behindern.

Sind die Möglichkeiten der Standardtherapie,

Operation, Strahlentherapie,

Chemotherapie, ausgeschöpft, stehen

weiterhin experimentelle Ansätze zur

Verfügung, die in speziellen Studienprotokollen

angewandt werden.

Was raten Sie Patienten und ihren Angehörigen

nach der Diagnosestellung

Glioblastom?

Feyer: Hier sehe ich die individuelle

Beratung des Patienten mit Angehörigen

durch Neurochirurgen, Strahlentherapeut

sowie internistischen Onkologen

an erster Stelle. Zielsetzung des

Gespräches ist die gezielte Beratung

des Patienten in Abhängigkeit von der

Tumorausdehnung, dem sogenannten

Mutationsstatus, dem Alter und ggf.

Begleiterkrankungen. Unser Ziel ist es,

den Patienten indie Therapieentscheidung

einzubeziehen. Bereits im Nationalen

Krebsplan wurde das sogenannte

shared desicion-making verankert, d. h.

den Patienten in die Lage zu versetzen,

dass er seine Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten

versteht und sich mit

dem Arzt beraten kann, was für ihn der

günstigste Weg ist. Auch während der

Therapie erfolgen in regelmäßigen Abständen

Arzt-Patienten-Gespräche um

einzuschätzen, wie verträgt der Patient

die Therapie. Gibt es evtl. Nebenwirkungen,

die behandelt werden müssten?

Und nach abgeschlossener Therapie

erfolgen in definierten Zeitabständen

bildgebende Kontrollen. Wir wünschen

unseren Patienten alles Gute. Nutzen

Sie bitte auch die Informationsveranstaltungen,

die zu diesem Thema angeboten

werden.

Vajkoczy: Sie sollten schon vor der

Operation ein interdisziplinäres Zentrum

aufsuchen, das auf die Behandlung

von Hirntumoren spezialisiert ist.

Denn bereits bei der ersten Operation

werden entscheidende Weichen für

experimentelle Therapien und den Einschluss

in Studien gestellt.

www.glioblastom.de

www.glioblastom.de

Patientenplattform zumThema

Glioblastom, Therapien und

Lebenmit derErkrankung

INFORMATIONSVERANSTALTUNG

zumGlioblastom fürBetroffene, Angehörige undInteressierte

Donnerstag | 12.September 2019 | 16 –19Uhr

Experten informierenüberdie Erkrankung Glioblastom, Therapien unddas

Lebenmit der Erkrankung. Im Anschluss Möglichkeitzum Austausch

mitanderenBetroffenen undAngehörigen

AggressiverTumor: Glioblastome sind bösartige

Hirntumore und zählen zur Gruppe der

sogenannten Gliome, also der im Hirn entstehenden

Tumoren. Ihre Zellen teilen sich

äußerst schnell und wachsen unkontrolliert

ins Hirngewebe hinein. Die medizinische Forschung

geht davon aus, dass es für den Arzt

nicht sichtbare Tumorzellen gibt.

Infoveranstaltung: Die Selbsthilfeorganisation

yeswecan!cer lädt Betroffene und Angehörige

zum Austausch mit anderen Betroffenen

und Ärzten ein. Schirmherr der

Veranstaltung ist Prof. Dr.med. Peter

Vajkoczy,Neurochirurgische Klinik an der

Charité Universität smedizin Berlin.

Gemeinsam mit weiteren Experten wird über

Therapien und das Leben mit der

Erkrankung informiert.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag,

12.September 2019 von 16bis 19 Uhr im

Kaiserin Friedrich-Haus am Robert-Koch-Platz

7in10115 Berlin statt.

Ort: Kaiserin-Friedrich Haus, Robert-Koch-Platz 7, 10115Berlin

Veranstalter: Selbsthilfeorganisation yeswecan!cer

Schirmherr: Prof. Dr.med. PeterVajkoczy, Neurochirurgische Klinik,

CharitéUniversitätsmedizinBerlin

www.glioblastom.de/veranstaltung


24 * Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Berlin bewegt sich

Die sich die Kante geben

Kein deutscher Großstadtpark ohne die fliegenden Hölzer

der Kubb-Spieler.Ein Übungsmatch mit echten Meistern

VonChristian Seidl

Wie eine Figur auf dem Schwebebalken: Grit beim formvollendeten Zielwurf im Jahn-Sportpark.

Alles Schwedische ist den

Deutschen ja grundsympathisch:

Bullerbü und das

Billy-Regal, Greta Garbo

und Greta Thunberg. Und sohat es

auch Kubb, das in seiner heutigen

Form erst seit Beginn der 90er-Jahre

existiert, in kürzester Zeit nahezu flächendeckend

in die bundesrepublikanischen

Großstadtparks geschafft

–obwohl tendenziell nur der Name

des Spiels schwedisch ist: „Kubb“ ist

der schwedische Begriff für Holzklotz.

Vermutlich frönten nämlich

schon die alten Ägypter einem Sport,

in dem es darum ging, mit Wurfstäben

auf Blöcke zu zielen –zumindest

fand man in einer Grabkammer

Artefakte, die dem modernen Kubb-

Spiel aus sechs Wurfstäben, zehn

Kubbs genannten Kanthölzern und

einem größeren Klotz, der den König

darstellt, erstaunlich ähneln. Auch

die alten Griechen sollen sich mit einem

Spiel vergnügt haben, bei dem

Teams mit Wurfstäben gegeneinander

antraten, um extra dafür gefertigte

Blöcke umzuwerfen, die freilich

noch aus Stein waren.

„Es gab immer Leute, die zum

Spaß Holz durch die Gegend geschmissen

haben“, sagt Christian

Mathews, 30, vom Berliner Kubb-

Verein Durstiges Holz, „auch die

Wikinger, die haben eben ganze

Baumstämme geworfen.“ Deswegen,

und auch weil 1995 auf der

schwedischen Insel Gotland erstmals

die Kubb-Weltmeisterschaft

ausgetragen wurde, kursiert das

Spiel bei seiner stetig wachsenden

Anhängerschar in Deutschland weithin

als „Wikingerschach“.

Durstiges Holz, 2013 in einer

Kneipe im Gleimkiez„aus einer Bierlaune

heraus“ gegründet, wie Christian

sagt (beim Kubb duzt man sich

grundsätzlich), ist mit vierzig Mitgliedern

der größte Berliner Verein

und der zweitgrößte in Deutschland.

Und der Reporter darf an einem

spätsommerlichen Nachmittag bei

einer Trainingssession im Jahn-

Sportpark mitmischen, ehe am

Abend ebendortein Spieltag der Berliner

Kubbliga stattfindet.

Spielfeld ist jede Wiese dieser Welt

Aufgebaut ist das Spiel im Nu.Christian

misst in lockerem Schrittmaß

ein Spielfeld von fünf Metern inder

Breite und acht Metern inder Länge

ab und markiert die Ränder mit vier

Grenzhölzern. Auf halber Länge

markiertermit zwei weiteren Grenzhölzerndie

Mittellinie.Dann stellt er

auf beiden Seiten je fünf Kubbs auf,

die die Grundlinie bilden, und platziertden

König in die Mitte des Spielfelds.

Schon kann es losgehen. Ziel

des Spiels ist es, mit dem Wurfholz

erst alle Kubbs des Gegners abzuräumen

und am Ende den König. „Der

König“, sagt Christian, „ist wie die 8

beim Billard. Er fällt als letzter.Wenn

er vorher fällt, hast du verloren.“

So weit, so gut –und besonders

gut ist, dass man dieses Spiel auf jeder

Wiese dieser Welt spielen kann

Verband: Der Deutsche

Kubb-Bund (DKubbB) mit

Sitz im rheinland-pfälzischen

Bruchweiler überwacht das

Regelwerk, erstellt die Einzelund

die Teamrankings und

organisiertdie deutschen

Meisterschaften.

INFOS, TERMINE, KONTAKTE

Verein: Durstiges Holz e.V.,

gegründet 2013, ist der

größte Kubb-Verein in Berlin.

Er hat augenblicklich 40 Mitglieder,davon

13 Frauen

und stellt mit Matthes

Wiechmann den amtierenden

Weltmeister im Einzel.

Kalender: Am 15. September

finden in Lengede die

DKubbB-Finals statt. Turnierkalender

unter dkubbb.de.

Fragen nach Spiel- und Trainingsmöglichkeiten

in und

um Berlin am besten an:

kontakt@durstigesholz.de

Ein Haufen Holz –der Reporter schafft es trotzdem, hindurch zu zielen. VOLKMAR OTTO (4)

und dazu auch keine Verkleidung

tragen muss wie in vielen anderen

neumodischen Sportarten – selbst

zu Turnieren treten Kubber in den

Klamotten an, die sie gerade anhaben.

Undanachtzig Prozent der Wochenenden

in der Kubb-Saison zwischen

April und Oktober ist immer

irgendwo ein Turnier – wobei der

Begriff Turnier in der Welt des Kubb

so seine ganz eigene Definition hat.

Christian: „Du fährst einen Tag,

kommst irgendwo auf einer Wiese

an, und da sind jede Menge Verrückte,

die machen den gleichen

Scheiß wie du –mit Hölzernumsich

werfen. Das ist Kubb.“ Mehr nicht.

Ach ja, sagt Christian, „ein Bier gehörtdazu“.

Geschick, Taktik, Körperbalance

Jetzt wird aber mal gespielt. Christian

schlägt ein Match zwei gegen

zwei vor: DerReporter,53, spielt mit

Grit, 26, gegen Roman, 40, und Olaf,

53. Die Besetzung zeigt, dass Alter

kein Faktor ist im Kubb. Esgeht um

Geschicklichkeit, auch um Taktik,

vorallem aber um eine gute Körperbalance.

Grit zum Beispiel, die bei

der Kubb-WM am ersten Augustwochenende

bis ins Viertelfinale vorgedrungen

ist, bringt beim Wurf den

rechten Wurfarm und das linke Bein

in eine 180-Grad-Position, sodass es

aussieht wie eine Figur auf dem

Schwebebalken. Und ihr Wurfholz

fliegt ohne erkennbare Rotation auf

einer nahezu geraden Linie auf den

anvisierten Kubb.Der Reporter wirft

zwar nicht ganz so formvollendet,

trifft aber ebenfalls. Maximale Ausbeute.

Denn es sind zwar sechsWurfhölzer

imSpiel. Damit aber das beginnende

Team damit nicht gleich komplett

abräumt „und sich ein vernünftiges

Spiel entwickeln kann“, wie

Christian sagt, wirdmit zwei Würfen

eröffnet, das zweite Team hat dann

vierWürfe,erst danach stehen jedem

Team abwechselnd sechs Würfe zu.

Und was es heißt, dass sich ein

Spiel entwickelt, ist sogleich zu sehen.

Denn der eigentliche Kniff offenbart

sich erst, wenn das zweite

Team dran ist: Roman und Olaf müssen

nämlich die gefallenen Kubbs

von der Grundlinie in die andere

Hälfte zurückwerfen –und dort, wo

sie gelandet und wieder aufgestellt

worden sind, seinerseits abwerfen.

Profis wie Olaf gelingt es natürlich

locker, die beiden Kubbs so anzuzwirbeln,

dass sie nah hinter der Mittellinie

landen und nah beieinander.

Danach räumt er sie mit nur einem

Wurf aus demWeg–und landet dann

noch drei weitereTreffer auf unserer

Grundlinie. Der Reporter muss nun

also fünf Kubbs in die andere Hälfte

werfen. Sie landen weit verteilt auf

dem Feld. Eine gefährliche Situation.

„Wenn die Kubbs weit gestreut sind,

du hast sechs Würfe, daschaut es

schlecht aus,dass du alle triffst“, sagt

Christian. Sobald aber nur ein Kubb

stehen bleibt, darf der Gegner beim

Wurf zu dessen Standort vorrücken.

„Das ist de facto ein Matchball.“

Roman und Olaf verwandeln ihn

lässig: Vonhalber Höhe aus fällen sie

ohne Mühe alle Kubbs.Umzum Königswurf

anzusetzen, muss man

dann wieder zurück zur Grundlinie,

aber das lässt sich Roman, derzeit

immerhin Führender im Einzel-

Ranking des Deutschen Kubb-Bundes,freilich

nicht nehmen.

Das Spiel ist verloren, ein neues

Hobby gewonnen. Dabei hatten wir

das Bier ganz vergessen.

„Wikingerschach“ –das Basiswissen

Alter Schwede: „Kägelkrig“ im „Nordisk

familjebok“.

PROJEKT RUNEBERG

Der Ursprung

Funde aus dem Mittelmeerraum

weisen darauf hin, dass es schon

in der Antike Spiele gab, bei denen

mit Stäben auf Blöcke geworfen

wurde. Die früheste schriftliche Erwähnung

eines Kubb-ähnlichen

Spiels stammt aus der schwedischen

Enzyklopädie „Nordisk familjebok“

von 1911. Da wurde es „Kägelkrig“

(Kegelkrieg) genannt, und statt Stäben

wurden Kugeln auf die Blöcke

geworfen. Nahander heutigen Form

des Spiels, als Wettbewerb zweier

Teams, die aus gegenüberliegenden

Positionen auf aneinandergereihte

Hölzer zielen, sind die Spiele Kyykää

und Bunnock aus der finnisch-russischen

Grenzregion – wobei beim

Bunnock auf Knochen gezielt wurde

und bis heute wird. Kubb nach den

heutigen Regeln wird erst seit den

frühen 90ern gespielt. 1995 fand in

Gotland die erste WM statt, weshalb

sich die Bezeichnung „Wikingerschach“

eingebürgerthat. (chs.)

Ich warein Gummibaum: Das Kubb-Set

vom Match im Jahn-Sportpark.

Das Spiel

Ein Kubb-Spiel umfasst folgende

Figuren: einen König von ca. 30

cm Höhe,zehn Kubbs vonca. 15 cm

Höhe, sechs ca. 30 cm lange Wurfhölzer

sowie vier ebenso lange, auf

einer Seite zugespitzte Eckstäbe bzw.

Grenzhölzer, um das Spielfeld von

fünf mal acht Metern abzustecken.

Gelegentlich sind zwei weitere Eckstäbe

zur Markierung der Mittellinie

im Spielset enthalten. Wegen der hohen

Beanspruchung sollte grundsätzlich

Hartholz verwendet werden

– hinreichend Standfestigkeit und

Robustheit garantiert dabei vor allem

Gummibaumholz. In Deutschland

ist die auf Turnieren am häufigsten

verwendete Variante das

Kubbspiel 07710, das aktuell bei Carromco

und BEX im Sortiment ist.

VonSets aus Kiefer oder Birkeist abzuraten:

Das Holz splittert, saugt

sich bei feuchtem Rasen voll und

fliegt außerdem schon bei ein bisschen

Wind einfach davon. (chs)

Fingerspitzengefühl: Grit jongliertmit

dem Wurfholz.

Der Wurf

Der Werfer muss mit beiden Füßen

innerhalb der imaginär verlängerten

Seitenlinien stehen. Der

Wurf ist einhändig von unten nach

vorn auszuführen. Rückwärts oder

vorwärts gerichtete Rotationen sind

dabei erlaubt, eine Schieflage von

mehr als 30 Grad ist dagegen verboten.

Auch das Überschreiten der

Grundlinie bzw.vorverlegten Wurflinie

während der Wurfbewegung ist

nicht gestattet. Diegefallenen Kubbs

werden proRunde voneinem Spieler

des Teams in die gegnerische Feldhälfte

geworfen –und zwar am besten

so,dass sie nah an der Mittellinie

und nah beinander landen. Könner

geben dem Kubb eine leichte Drehung

mit, um eine höhere Richtungsstabilität

zu erzielen. Wichtig

ist, dass der Kubb möglichst weit am

Rand des Spielfelds landet, damit

man beim anschließenden Abwerfen

nicht versehentlich den König

trifft –und das Spiel verliert. (chs)


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 25

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Sport

Angriff des jungen Lauda

Sebastian Vettel ist beim Formel-1-Rennstall Ferrari offiziell immer noch die Nummer eins, doch droht ihn Charles Leclerc zum Assistenten zu degradieren

VonElmar Brümmer,Monza

Kein Hashtag der Welt, auch

wenn er stolz #essereferrari,

„Sei Ferrari“, lautet,

kommt an die gelebte Leidenschaft

heran. Der Platz vor dem

Mailänder Dom hat sich in einen Roten

Teppich verwandelt. Gehuldigt

wird der Firmengründung vor 90

Jahren und dem Großen Preis von

Italien, der an diesem Wochenende

zum 90. Mal ausgetragen wird. Man

kann es sich noch einfacher machen:

Die automobile Nation feiert sich

selbst.Vordem 14. Formel-1-Rennen

des Jahres könnte die Stimmung

nicht besser sein. Charles Leclerchat

der Scuderia gerade den ersten Sieg

beschert, der Gran Premio bleibt

mindestens bis 2024 im Programm.

Ferrari ist Formel 1, die Formel 1ist

Ferrari. Es ist zu sehen, zu spüren, zu

hören. Rennen im Autodromo Nazionale,das

ist Ausnahmezustand, ein

Erlebnis mit allen Sinnen.

Zusätzlicher Druck

Botschafter der Leidenschaft: Ferrari präsentiertindieser Woche auf einer PartyinMailand einen historischen Fuhrpark.

Der italienische Automobilklub hat

sich das Motto „90 JahreEmotionen“

ausgedacht, und sieht Ferrarials globalen

Botschafter der Leidenschaft.

Der aktuelle Kampf um die Rollenverteilung

beim seit Jahren nur

zweitbesten Team der Königsklasse

befeuert die Gefühlslage. Sebastian

Vettel, die etatmäßige numero uno,

nur noch als Assistent von Charles

Leclerc, dem Ferrari-Akademisten

und Mann der Zukunft?

Der Hesse muss den Eindruck

von Spa geraderücken. „In fünf Jahrensehe

ich mich immer noch in der

Formel 1, in Rot gekleidet und mit

dem Titel eines Weltmeisters“, sagt

Leclerc. Der21Jahrealte Rennfahrer

ist nach anderthalb Jahren in der

Formel 1und einem halben in Maranello

schon abgezockt genug, den

deutschen Gegenspieler zusätzlich

unter Druck zu setzen, indem er die

Öffentlichkeit auf seine Seite zieht.

Luca di Montezemolo, der Firmen-

Präsident in der großen Schumacher-Ära,

erkennt in dem Monegassen

schon einen „jungen Lauda“, er

lerne schnell und mache nie einen

Fehler zweimal.

Der Manager, der Ferraris Charisma

wie kein anderer verkörpern

kann, warnt aber auch davor, Vettel

als „Nummer zwei“ abzuschreiben.

IMAGO IMAGES

Der 72-Jährige sieht es salomonisch

in einer eigenen Arithmetik: „Vettel

ist die Nummer eins und Leclerc ist

dabei, die Nummer eins zu werden –

es ist doch gut, zwei Nummer eins zu

haben.“

Schicke schwarze Notizbücher

haben die Veranstalter der PS-Jagd

im Königlichen Park drucken lassen,

der Einband ist mit dem Schriftzug

„Der Tempel der Geschwindigkeit„

versehen, in blutroten Lettern. Mehr

als 80 Prozent Vollgasanteil bei

knapp sechs Kilometern, Schwerstarbeit

für den rechten Fuß. Die Ferrari-Ingenieure

nehmen das als Verpflichtung,

für das Heimspiel haben

die beiden Werksfahrer neue Ausbaustufen

der Hybrid-Motoren bekommen.

Schon jetzt gilt das italienische

Aggregat als das stärkste im

Feld, sich beständig der 1000-PS-

Grenzeannähernd. Derlaunische SF

90 ist mit einem speziellen Flügelpaket

ausgestattet, das auf die radikale

Reduzierung von Luftwiderstand

ausgelegt ist. Seit 2010 hat kein Ferrari-Fahrer

mehr in Monza gewinnen

können. Im letzten Jahr konnte

Kimi Räikkönen mit einer Schnittgeschwindigkeit

von263,587 km/h immerhin

einen neuen Formel-1-Rekordaufstellen.

Dieersten Siege Ferraris in Monza

datieren zurück in die Dreißiger, als

das Team Rennwagen von Alfa-Romeo

an den Startschickte.Die Marke

mit dem Glückskleeblatt gehört

heute ebenfalls zum Fiat-Konzern

und bildet in der Formel 1den Ferrari-Nachwuchs

aus, zuletzt Leclerc.

Dessen Nachfolger Antonio Giovinazzi

ist zwar der erste Italiener seit

2011, der in Monza an den Startgeht,

aber er hat nur beim prognostizierten

Regenrennen eine Chance. Immerhin,

sein in der Schweiz gefertigter

Rennwagen ist in den Farben der

Trikolorelackiert. Wenn’s hilft.

Plädoyerfürs Gemeinwohl

Trotz des Spitzentempos jenseits der

360 werden die Rennen in Monza oft

in den ersten beiden Schikanen nach

dem Start entschieden, wo sich die

Ferrari-Teamkollegen Räikkönen

und Vettel im vergangenen Jahr gegenseitig

behindert hatten und Lewis

Hamilton triumphieren ließ, was

Ende des Jahres Rennstallchef Maurizio

Arrivabene den Job kostete. In

der neuen, zugespitzten Rivalität

zwischen Leclercund Vettel wirddas

zur Bewährungsprobe für die Tragfähigkeit

der professionellen Beziehung

zwischen den beiden. Vettel ist

derjenige, der auf Gemeinwohl plädiert:

„Unser Auto steht nicht dort,

wo wir es haben wollen. Es hilft uns

beiden, wenn wir in die gleiche Richtung

arbeiten.“

Der vierfache Weltmeister ist seit

Wochen nachdenklich, und dieser

Stimmungslage ist auch seine Erwartungshaltung

für den Großen Preis

vonItalien geschuldet, voneiner Favoritenrolle

will er nichts wissen:

„Wir müssen behutsam optimistisch

und realistisch sein.“ Teamchef Mattia

Binotto verspürt nach der Erlösung

von Spa, seinem ersten Grand-

Prix-Erfolg in dieser Position, schon

wieder neuen Druck, was auch mit

den 90-Jahre-Feierlichkeiten zu tun

hat: „Unser Heimrennen ist immer

wichtig, aber diesmal ganz besonders.“

Es ist das einzige in dieser Saison,

bei dem Ferrari als Favorit anreist,

auch wenn es nur 160 Kilometer

sind. EssereFerrari!

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Formen. Ich mag das Meer, alles

was Kulturleben bedeutet,

schätze gute Gespräche. Agt. 60

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Sucheauf diesem Weg männl. Bekanntschaft,

um die schönen

Dinge zu zweit zu genießen.

Bin, 63/170, im Export tätig.

Meine Hobbys Segeln, Golf, zu

zweit Essen gehen, gern Ausstellungen.

Bin frei ohne Altlasten.

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Kleine, liebenswerte Krankenschwester,

67/155, mit heiterem

Gemüt, solide, fleißig,

sportl. Ski Langlauf, zieht gern

die Wanderschuhe an, schwingt

das Tanzbein, mag Unternehmungen.

Welcher liebe Mann

fühlt sich angesprochen? Agt.

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Herzenswunsch: Martina, 54 J., attrakt.

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auf Männersuche zu

sein, habe alles, was das Leben

lebenswert macht, doch zu

zweit ist alles schöner. HERZ-

BLATT-BERLIN: t 20459745

Diana, 65, verw. Pensionärin, hat

Herz, Stil, hübsche Beine u. tolle

Ausstrahlung. Wünsche mir den

Mann, der in meinem Leben die

Hauptrolle spielt. Agt. Neue

Liebe: t 2815055

Klassefrau! Daniela, 37 J, sehr attraktiv,

unkompliziert, kreativ,

im öfftl. D. tätig, neu in Berlin,

su. "Ihn" mit lieben Ecken u.

Kanten, Herz u. Gefühl, bis ca.

46 J. Glücksbote: t 27596611

Auch sehr hübsche Frauen sind

oft allein! Martina, 59, klug,

Kinderkrankenschw., langes

Haar, sportlich, mö. wieder

Freude, Zuneigung u. Streicheleinheiten

geben, deshalb su. sie

Dich! Agt. Neue Liebe:

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Juliane, 55, eine schöne Frau aus

Berlin, arbeitet im med. Beruf u.

nie gewohnt, auf „Männersuche“

zu gehen! Sie hat Hobbys,

fährt Rad, Auto natürlich auch,

ist sportlich, aber der Mann fürs

Herz fehlt sehr! Agt. Neue Liebe:

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Charmante Krankenschwester,

59/1.62, sehr sanft, aber auch

unkompliziert in ihrer Art, die

in der Liebe ganz u. gar Frau

sein kann, von schöner schlanker

weibl. Figur, su. einfühlsamen

Partner. Glücksbote:

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Bis zum Herbst möchte ich Dich

kennenlernen! Christina, 60, e.

hübsche u. kluge Frau mit Charme,

weiblich kurvig, leidenschaftlich,

wünscht sich den

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Thi, 52, rassige Asiatin, Ausbilderin,

perfektes Deutsch, fröhl.

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mit verlässlichem Partner

bis ca. 64 J. zum Glücklich machen.

Glücksbote: t 27596611

Edith, 74, kleine verw. Mädchenfrau

mit Herz, samtbraunen Augen,

ruhigem Wesen, fährt Pkw,

eine Ärztin i. R., möchte nicht

allein bleiben. HERZBLATT-

BERLIN: t 20459745

Freizeitpartner gesucht! Charmante

Frau Brigitte, Mitte 70,

jünger wirkend, schlank, absolut

kein Oma-Typ, war Ärztin,

mö. nicht immer allein sein.

Agt. Neue Liebe: t 2815055

Eleonore, 68, attraktiv, junggeblieben,

feminin, blond u.

sehr herzlich, seit 2Jahren allein,

hat den Wunsch, einen

Mann kennenzulernen! Agt.

Neue Liebe: t 2815055

Zu zweit ist es schöner! Martina,

65/1.64, schöne Figur, su. verlässl.

Mann z. Liebhaben, der es

ehrl. meint, sich zu jung fühlt,

um allein zu bleiben. Glücksbote:

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Marianne, 68, lacht, liebt und

kocht gern, schöne weibl. Figur,

mit OW, sucht bodenständigen

klugen Mann. HERZBLATT-

BERLIN: t 20459745

Anna, 56/1.65, attrakt. Mädchenfrau

mit Herz, samtbraunen Augen,

fährt Pkw, finanz. o. Sorgen,

möchte nicht allein bleiben.

HERZBLATT-BERLIN:

t 20459745

Herzenswunsch! Julia, 45, eine

hübsche Frau mit natürl. Eleganz,

im öffentl. D. tätig, möchte

"Ihn", gern älter, finden.

HERZBLATT-BERLIN:

t 20459745

Privat, keine Partnerverm.! Sylvia,

treu, ehrlich, sehr viels., blond,

schlk., tanze u. koche gern. Su.

Mann mit Niveau, NR, ca. 50-60

ca. 175-185, schlk., 0179 7210845

er sucht sie

Witwer, 79, schlank, mit weißem

Haar, gebildet, war in verantwortungsvoller

Position. Bei

getr. Wohnen mö. ich mit einer

lieben Seniorin noch viel unternehmen.

Bin mit PKW beweglich,

interessiere mich für Sprachen,

belege nochmals e. Engl.-

Kurs, liebe Musik, Theater, Kino,

Modellfliegen. Haben Sie

auch das Bedürfnis, das Leben

lieber zu zweit zu genießen?

Agt. 60 plus Tel. 89 04 94 51

Möchtest Du vielleicht auf eine

schöne gemeinsame Zeit, auch

im Alter, nicht verzichten? Geht

es Dir wie mir! Bin 74, Dipl.-Ing.

a.D., jetzt könnten wir gemeinsam

grillen, den Garten genießen,

einen Spaziergang am

Abend, später im Herbst Theater

besuchen, vielleicht eine

Reise planen. Ich mag etwas

kleinere, frauliche Frau. Freue

mich! Agt. 60 plus

Tel. 89 04 94 51

Der schönste Moment ist, wenn

man im Herzen eines Menschen

plötzlich nicht mehr Gast ist,

sondern angekommen ist.

68/1.85, ein bindungswilliger

ehem. Ltd. Angestellter, einfühlsam,

mag Kultur, ein gutes

Buch, Fernreisen, su. lebensbejahende,

natürl. Frau mit

Herz, der Zufall ist selten, wagt

den 1. Schritt, für ein 2. Glück.

HERZBLATT-BERLIN:

t 20459745

Es ist gut, dass ich Freunde habe,

aber die meiste Zeit würde ich

lieber mit einer passenden Frau

verbringen! Herbert, 74/1,83,

Apotheker i. R., verw., gepflegt

u. kultiviert, NR, liebt Reisen,

Kurztrips mit dem Auto, zusammen

Pläne machen…

Neue Liebe: t 2815055

Agt.

ER, 73/182, verwitwet, schlank,

angenehmes Äußeres, jugendlicher

Typ, charmant, mit Interesse

für Reisen, Natur, Autotouren,

Kultur u.v.m. Eine Partnerin,

mit der ich mir eine gemeinsame

Zukunft in Harmonie

aufbauen kann, fehlt mir sehr.

Jeder sollte aber seine Wohnung

behalten. Bitte haben Sie

Mut! Glücksbote: t 27596611

Liebenswerter, fröhlicher Rheinländer,

Dipl.-Kaufmann im

techn. Bereich, 54/177, mit

Herz, Humor u. Ideen. Bin e.

sportl. Typ, der gerne kocht,

Veranstaltungen besucht, gute

Restaurants, mache Fitness, Joga.

Gesucht wird eine bezaubernde

Sie mit Herz u. Verstand.

Vermittlung Partnertreff

t 0160 91 60 40 20

Ein interessanter Mann, Pilot,

58/188, mit Humor u. Ausstrahlung,

zuverlässig, einfühlsam,

kultiviert, mit Liebe zu Wassersport,

Boot, Segeln, Surfen, Polo

Reiten, su. unkomplizierten u.

fröhlichen Sonnenschein,

sportl., mit Niveau u. Ansprüchen

für eine anregende Zukunft.

Vermittlung Partnertreff

t 0160 91 60 40 20

Gestandenes Mannsbild in interessante

Männlichkeit verpackt!

Andreas, 64/1.84, verw.

Techn. Leiter, angen. Äußeres,

lebensfroh u. tierlieb, möchte

dem Zufall etwas nachhelfen,

su. Partnerin, gern weibl. u. familiär,

für die vielen schönen

Seiten des Lebens. Glücksbote:

t 27596611

Wenn Duehrlich, nett, offen und

an mehr als an oberflächlichen

Small-Talk interessiert bist,

solltest Du anrufen. Paul,

58/1,80, ltd. Angest., ein positiv

denkender Herzensmensch, ist

Hobbykoch, mag Kultur, schönes

Wohnen, sucht lebensbejahende

Partnerin. Glücksbote:

t 27596611

Gregor,62/1,80, war weltweit tätig,

jetzt in Berlin, Geschäftsführer,

niveauvoll u. gebildet,

sehnt sich nach Nähe, nach einer

passenden Partnerin. Agt.

Neue Liebe: t 2815055

"Normalo", Reisefan, 50er, 1,89,

96, NR ohne Bart, ohne Brille

sucht Dich: klein, zierlich, zärtlich

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11509 BLN

Günter, 80/1,78, Geschäftsmann,

verw., gepflegt, su. Freizeitpartnerin!

Agt. Neue Liebe:

t 2815055

Er, 64/178, su. eine liebe u. nette

Frau für Gemeinsamkeiten,

Wochenendausflüge, Motorboot

fahren, Essen gehen, Urlaub

u. vielleicht mehr. Ich bin

sehr vielseitig beschäftigt,

selbstständiger Bau-Unternehmer,

humorvoll u. aufgeschlossen.

Agt. 60 plus Tel. 89 04 94 51

Einmal um die ganze Welt -muss

ich hoffentlich nicht reisen -

um Dich zu finden. Rene,

54/1.88, ein gut aussehender

kreativer Mann mit Gefühl und

Herz, familienorientiert,

tauscht Freiheit gegen Zweisamkeit.Glücksbote:

t 27596611

Stefan, 50/1.83, Akademiker, ist

gut aussehend, hat ein schönes

zu Hause, eine Schulter zum

Anlehnen, liebt Ostsee, Konzerte,

u.v.m. ... möchte Liebe u. Geborgenheit

verschenken, sucht

Dich, gern mit Kind. HERZ-

BLATT-BERLIN: t 20459745

Sympathischer gepfl. Optimist!

Joachim, 77/1.77, Akad., vital,

humorvoll, liebt die Ostsee,

fährt Rad u. Auto, vermisst das

„Wir“-Gefühl ohne gleich einzuengen.

HERZBLATT-BERLIN:

t 20459745

Aber wir lernen uns ohne Internet

kennen! Max, 50/1,84, ein

attraktiver Bau-Ing., hatte eine

lange Partnerschaft, aber irgendwann

war sie vorbei. Wem

geht es auch ähnlich? Agt. Neue

Liebe: t 2815055

Handwerks-Mst., 60/1.82, Ing.,

lebt im Hier und Jetzt, fahndet

nach einer richtig netten Partnerin,

wenn ich sie gefunden

habe, weiß ich, was ich gesucht

habe. HERZBLATT-BERLIN:

t 20459745

Symp. Facharzt Hannes, 67,

schlank u. sportlich, nicht stehen

geblieben, su. Dich, gern

mit etwas mehr Figur, zum Lieb

haben u. Leben, denn zu zweit

ist älter werden schöner.

Neue Liebe: t 2815055

Agt.

Auch im Alter möchte man einen

Menschen an der Seite haben!

Richard, 78/1,75, gepflegt, wirkt

jünger, hält sich fit, fährt Rad u.

Auto, würde gern eine passende

Frau kennenlernen.

Liebe: t 2815055

Agt. Neue

Berliner Mann Karsten, 70/1,82,

Elektro-Ing., gebildet u. vielseitig,

sieht ansprechend aus,

blaue Augen, mag Musik, die

Stadt erkunden, ist tierlieb, mag

Reisen u. würde das gern mit einer

Frau zusammen tun. Agt.

Neue Liebe: t 2815055

Arzt Anf. 60, jung gebl., mag das

Meer, Natur, klass. Musik,

großzügig im Denken und Handeln,

sucht kein Abenteuer sondern

die Herzensfrau z. Pferde

stehlen, Glücklich sein. Glücksbote:

t 27596611

Humorvoller, sportl. Akademiker,

67, mit Interesse an Segeln,

Rad, klass. Musik, Oper, Reisen

in andere Länder su. ebenso begeisterunsfähige

Sie für Gemeinsamkeiten.

Agt. 60 plus

Tel. 89 04 94 51

Herzenswunsch! Dieter, 70/1.80,

verw. Mann, guter Tänzer, NR,

mag Kultur, Natur, sucht ein

behutsames Kennenlernen mit

gepfl. Frau bis 72 J. (getrenntes

Wohnen angenehm) Glücksbote:

t 27596611

Zukunft ist die Zeit, die übrigbleibt.

Pensionär, dynam. 75 J.,

verw., natur- u. kulturinteressiert,

hofft auf ein Echo! HERZ-

BLATT-BERLIN: t 20459745

Gemeinsam lachen, gemeinsam

erleben!, das wünscht sich ehemaliger

Elektro-Ing., 70/1.82,

möchte dem Zufall etwas nachhelfen.

Glücksbote: t 27596611

57/1,85, Kfz-Meister, der Richtige

für Dich! Mal sportlich, leger,

berufl. erfolgreich, auf dem

Teppich geblieben, kann über

sich selbst lachen, su. passende

Sie! „Eric“ Agt. Neue Liebe:

t 2815055

AUSSERGEWÖHNLICH.

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26 * Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

·························································································································································································································································································

Sport

NACHRICHTEN

Messi darf FC Barcelona

ablösefrei verlassen

FUSSBALL. Lionel Messi darfden

spanischen Meister FC Barcelona

ablösefrei verlassen. Obwohl im Vertrag

des Argentiniers eine Ablöse von

700 Millionen Euro festgeschrieben

sei, habe sich Messi per Klausel das

Recht vorbehalten, seinen Vertrag

zum 30. Juni 2020 einseitig zu kündigen,

berichten spanische Medien

unter Berufung auf den Verein. Der

Vertragdes 32-Jährigen war 2017 bis

zum 30. Juni 2021 verlängertworden.

Uefa zahlt aus Versehen 380

Millionen an Dynamo Kiew

FUSSBALL. DieEuropäische Fußball-Union

(Uefa) hat offenbar über

17 Jahreunwissentlich Gelder an den

ukrainischen Spitzenklub Dynamo

Kiew überwiesen. Dasberichtet das

Nachrichtenmagazin DerSpiegel

unter Berufung auf das in Kürze erscheinende

Enthüllungsbuch „Football

Leaks 2“. Demnach hat die Uefa

zwischen 1999 und 2016 umgerechnet

rund 380 Millionen Euro,die eigentlich

dem ukrainischen Fußballverband

und den Klubs des Landes

zustanden, auf ein Konto der Firma

NewportManagement Limited

überwiesen. DasUnternehmen mit

Sitz auf den Britischen Jungferninseln

wirdvom ukrainischen Oligarchen

und Dynamo-Präsidenten Igor

Surkis kontrolliertund unterstützt

den Hauptstadt-Klub.

Tischtennisspieler im

EM-Halbfinale, Frauen raus

TISCHTENNIS. Diedeutschen Männer

stehen bei der Team-EM in

Nantes im Halbfinale und eine Medaille

sicher.Das Team um Dimitrij

Ovtcharov,Timo Boll und Patrick

Franziska bezwang Slowenien mit

3:0. Nuntrifft der Titelverteidiger auf

Frankreich oder Polen. Ausgeschieden

sind dagegen überraschend die

deutschen Frauen. Sieunterlagen

Portugal 2:3 und bleiben erstmals

seit 2011 ohne Medaille.

Bundestrainer der

Hockey-Männer tritt zurück

HOCKEY. Bundestrainer Stefan Kermas,40,

hat wegen des verpassten

EM-Titels der Männer und der verpassten

direkten Olympiaqualifikation

sein Amt als Chefcoach niedergelegt.

Kermas’Nachfolge ist offen.

Nur echt mit Plastikband

Im Finale der US Open mit Serena Williams und Bianca Andreescu bahnt sich ein Stück Tennis-Geschichte an

VonDoris Henkel, New York

Sieht es nicht so aus, als

könne es ein spannender

Abend werden an diesem

Sonnabend beim Finale der

Frauen in New York? Auf der einen

Seite die schillerndste und erfolgreichste

Spielerin der Geschichte,

Serena Williams,die endlich ihren 24

Grand-Slam-Titel gewinnen will; auf

der anderen eine kaum bekannte,

junge Frau aus Kanada, die noch

nicht geboren war, als Williams vor

genau 20 Jahren in diesem Stadion

ihren ersten großen Titel gewann,

Bianca Andreescu. Es ist ein rasanter

Aufstieg, den die Herausforderin in

diesem Jahr hinter sich hat.

Vor einem Jahr um diese Zeit

stand sie in der Weltrangliste auf

Platz 208, bei den US Open verlor sie

in der ersten Runde der Qualifikation,

und in ihrem Leben passte wenig

zusammen damals. Doch beim

ersten Turnier 2019 bog sie in eine

andere Richtung ab. In Auckland/Neuseeland

landete sie als

Qualifikantin im Finale, besiegte auf

dem Wegdorthin erstmals eine Top-

Ten-Spielerin, Caroline Wozniacki,

danach Venus Williams, und alles,

was danach passierte, wäre ohne

diese Tage vielleicht nicht möglich

gewesen. Es war dieWoche,inder sie

begriff, aus ihrem Traum könne was

werden; zu den besten zu gehören,

sie herausfordern zu können. Damals

in Neuseeland trug sie übrigens

zum erstem Malein schwarzes, elastisches

Plastik-Haarband am Arm,

zuerst am Handgelenk, später weiter

oben, das seither so etwas wie ihr

Glücksbringer geworden ist.

Variabel und unberechenbar

Spätestens zwei Monate später

zeichnete sich ab,dass es tatsächlich

eine große Geschichte werden

könnte mit Bianca Andreescu, deren

Elternfünf Jahrevor ihrer Geburtmit

zwei Koffern aus Rumänien in Kanada

eingewandertwaren. Beim traditionell

erstklassig besetzten Turnier

in Indian Wells Anfang Märzgewann

sie sieben Spiele, zuletzt auch

das Finale gegen Angelique Kerber.

Es war eine Freude, ihr zuzusehen,

wie sie frech, abwechslungsreich

und unberechenbar spielt, es

machte auch Spaß, ihr nach den Siegen

zuzuhören. Nach dem Finale erinnerte

sie an die komplizierte Zeit

zwölf Monate zuvor, und prustete

los: „Hej, das ist verrückt, was in einem

Jahr alles passieren kann.Voreinem

Jahr hab ich bei einem kleinen

Vonnull auf hundertineinem Jahr:Bianca Andreescu.

„Sie ist eine tolle Spielerin; du weißt nie,

was du von ihr zu erwarten hast. Sie schlägt

gut auf, bewegt sich gut, hat eine Menge Kraft.

Es ist aufregend, ihr zuzusehen.“

Serena Williams

schwärmt bei den US Open von ihrer jungen Finalgegnerin,

die sie auch als Persönlichkeit sehr schätzt.

AFP/BRUSKIL

Turnier in Japan gespielt, jetzt bin ich

der verdammte Champion in Indian

Wells. Echt verrückt; das ist mein

Wort des Turniers.“

Die nächste Begegnung mit Angelique

Kerber gab es gleich danach

beim Turnier in Miami, sie endete

mit einem weiteren Sieg von Andreescu

und mit schlechter Laune von

Kerber,die sie nach dem Spiel wissen

ließ: „Du bist die größte Drama-

Queen überhaupt.“ Im nächsten

Spiel gab die Kanadierin wegen einer

Schulterverletzung auf, danach fiel

sie ein paar Wochen aus, spielte in

Paris, nicht in Wimbledon, kehrte

erst Anfang August beim Turnier in

ihrer Heimatstadt Toronto zurück.

Wie inIndian Wells war sie auch

in Kanada nicht zu bremsen, selbst

in den komplizierten Spielen nicht,

in denen sie stets so aussah, als sei

sie am Ende.ImFinale traf sie auf SerenaWilliams,doch

das währte nicht

lange,denn die gab wegen einer Rückenverletzung

auf. Williams outete

sich danach als Fander jungen Gegnerin,

die ihre Tochter sein könnte,

und sie wiederholte die Einschätzung

in NewYork nach ihrem ungefährdeten

Sieg im Halbfinale gegen

Jelina Switolina (6:3, 6:1).„Sie ist eine

tolle Spielerin; du weißt nie, was du

von ihr zu erwarten hast. Sie schlägt

gut auf, bewegt sich gut, hat eine

Menge Kraft. Es ist aufregend, ihr zuzusehen.

Aber vor allem mag ich sie

als Person; sie ist toll.“Wieviel Druck

sie machen kann, das sah man auch

beim umkämpften Sieg im Halbfinale

gegen Belinda Bencic (7:6, 7:5).

Jagd nach 24. Grand-Slam-Titel

Es ist cool, dass die Herausforderin

aus Kanada und die große amerikanische

Favoritin das abgebrochene

Finale vonToronto nun gewissermaßen

auf allerhöchster Ebene nachholen

können –imentscheidenden

Spiel der US Open. Es ist der vierte

Versuch vonSerenaWilliams,den 24.

Grand-Slam-Titel zu gewinnen, den

sie nach der Geburt ihrer Tochter

Olympia vor ziemlich genau zwei

Jahren jagt. In drei Versuchen scheiterte

sie an Gegnerinnen, die am Tag

des Finales besser spielten: Vor einem

Jahr in Wimbledon an Angelique

Kerber,später bei den US Open

an Naomi Osaka und vor ein paar

Wochen wieder in Wimbledon an Simona

Halep.Mit Nummer 24 würde

sie in den Rekordlisten rein rechnerisch

auf der Ebene der Australierin

Margaret Courtlanden. Aber gefühlt

hat sie alle längst, längst hinter sich

gelassen.

In

unruhigen

Gewässern

Philipp Hosiner sucht jetzt

in Chemnitz sein Glück

VonMathias Bunkus

Wer aus der Alpenrepublik den

Weg nach Fußball-Deutschland

suchte,hatte vor, hier durchzustarten.

Weraber sich auf den Rückweg

machte, für den war die große

Karriere meist vorbei. Als Philipp

Hosiner im Vorjahr dem 1. FC Union

den Rücken kehrte und angesichts

der übermächtig erscheinenden

Konkurrenz vonSebastian Polter lieber

bei Sturm Graz anheuerte, lagen

die besten Jahre inder österreichischen

Bundesliga hinter dem einstigen

Torschützenkönigs (2013). Sicher,

der SK Puntigamer steht Jahr

für Jahr für Jahr vor dem internationalen

Geschäft – und verfehlt es

dann meist –, aber der große Ruhm

wartete eher nicht in der Steiermark.

So verwunderte es schon, dass

Hosiner, der einst für Köln 15 Bundesligaspiele

absolvierte und für die

Eisernen von 2016 bis 2018 auf acht

Tore in 44 Spielen kam, auf einmal

einen Job in Deutschland erhielt.

Noch verwunderlicher aber,dass der

30-Jährige in der 3. Liga anheuerte –

beim Ligavorletzten aus Chemnitz.

Das CinChemnitz steht mittlerweile

in Sachen Fußball für Chaos!

Rechtes Umfeld, die Suspendierung

von Daniel Frahn, Geldnot. Machtkämpfe

zwischen Insolvenzverwalter

und Klub sind an der Tagesordnung.

Jeder hat was mit jedem –und

sei es Streit.

Wasfür ein Abstieg. Ende Juli und

Anfang August spielte Hosiner mit

den Steirern unter Trainer Nestor El

Maestro –der war mit Urs Fischer

einst als Trainer bei den Eisernen in

der engeren Auswahl, ehe sich die

Köpenicker glücklicherweise für den

Schweizer entschieden –noch in der

Quali zur Europa League im Einsatz,

ehe er aufs Abstellgleis geriet. Doch

für den 1,79 mgroßen Angreifer soll

es der aufhaltsame Abstieg des Philipp

H. werden. „Manchmal muss

man einen Schritt mehr zurückmachen,

um wieder nach vorne kommen

zu können“, so der 30-Jährige.

ZAHLEN

Handball

Bundesliga, 3./4. Spieltag

SC Magdeburg -THW Kiel Sa., 18.10

HSG Nordhorn-Lingen -RNLöwen Sa., 20.30

FA Göppingen -Füchse Berlin So., 13.30

Bergischer HC -HSG Wetzlar So., 16.00

TBV Lemgo-Hannover-Burgdorf So., 16.00

TVB Stuttgart-TSV GWD Minden So., 16.00

HBW Balingen-W.-MTMelsungen So., 16.00

1. Flensburg-Handewitt 4 105: 94 7:1

2. SC Magdeburg 3 109: 77 6:0

3. TSV Hannover-Burgdorf 3 94: 77 6:0

4. DHfK Leipzig 4 107:106 6:2

5. THW Kiel 2 61: 51 4:0

6. Rhein-Neckar Löwen 3 83: 77 4:2

7. HSG Wetzlar 3 86: 84 3:3

8. Bergischer HC 3 74: 75 3:3

9. MT Melsungen 3 69: 71 3:3

10. Füchse Berlin 3 78: 76 2:4

11. HC Erlangen 3 73: 78 2:4

12. GWD Minden 3 80: 86 2:4

13. TBV Lemgo 3 79: 86 2:4

14. Balingen-Weilstetten 3 74: 92 2:4

15. Ludwigshafen 4 109:114 2:6

16. TVB Stuttgart 2 52: 60 0:4

17. Frisch AufGöppingen 2 48: 58 0:4

18. HSG Nordhorn-Lingen 3 71: 90 0:6

Tennis

US Open in New York, Frauen

Halbfinale: Serena Williams (USA/Nr.8)-Jelena

Switolina (Ukraine/Nr.5)6:3, 6:1, Bianca Andreescu

(Kanada/Nr.15) -Belinda Bencic

(Schweiz/Nr.13) 7:6 (7:3), 7:5

Hürdenlauf nach Tokio

Die deutschen Basketballer müssen auf dem WegzuOlympia noch ein paar Probleme lösen. Eins betrifft ihren Anführer

Noch ist der olympische Traum

nicht ausgeträumt. Doch wollen

die deutschen Basketballer zu

den Sommerspielen 2020 nach Tokio,

müsen sie noch einige Hürden

nehmen. Zunächst bei der gerade

laufenden WM in China. Dortkämpfen

sie um einen Platz bei einem der

vier Qualifikationsturniere. Darum

geht es von Sonnabend an in

Schanghai in der Platzierungsrunde

um die Positionen 17 bis 32. Sieben

Teams qualifizieren sich in China für

Olympia: Die zwei besten europäischen

Teilnehmer, die zwei besten

Teilnehmer aus Süd- und Nordamerika,

sowie je ein Teilnehmer aus

Afrika, Asien und Ozeanien.

Dazu kommen die 16 nächstbesten

Mannschaften. Es reicht also

Platz 23, es sei denn, eines der sieben

Direkttickets geht an einen Teilnehmer,

der hinter Deutschland landet.

Dann muss Platz 22 her.Gehen zwei

Direkttickets an Teilnehmer,die hinter

Deutschland landen, muss Platz

21 her,und so weiter.Schließt Olympia-Gastgeber

Japan die WM vor der

deutschen Mannschaft ab,kann sich

diese im Falle der oben genannten

Szenarien eine um

eine Position

schlechtere Platzierung

leisten. Die Japaner

sind automatisch

dabei.

Gelingt die Qualifikation

auf diesem

Weg nicht, bleiben

noch zwei Tickets,

die europäische

Teams für die Vorturniere

im Juni

2020 bekommen.

Diese gehen an die

beiden besten

Nicht-Qualifizierten

der Weltrangliste. Es

gilt das neue Ranking nach der WM,

und da sieht es für Deutschland

nicht gut aus.

Eine weitere Hürde scheint im

Team selbst zu liegen. Vorden entscheidenden

Auftritten gegen Senegal

am Sonnabend und Kanada am

Montag (jeweils 14 Uhr/Magentasport)

im Kampf um einen Platz bei

einem Qualiturnier wird darüber

diskutiert, ob die deutsche Auswahl

in Dennis Schröder den richtigen

Nicht erst seit der WM in der Kritik:

Dennis Schröder DPA/PFÖRTNER

Anführer hat:

Hemmt die dominante

Rolle des derzeit

stärksten deutschen

Basketballers

die restliche Mannschaft?

„Ich spiele mein

Spiel. Entweder ich

spiele mein Spiel

oder ich spiele gar

nicht. Ich versuche,

meine Spieler in

Szene zu setzen“,

sagt Schröder. „Kritik

wird es immer

geben. Ich bin dafür

gebaut, kein Problem

für mich.“

Beim zunächst befreienden 96:62

gegen Außenseiter Jordanien fand

Schröder erstmals bei dieser WM die

richtige Mischung aus eigener Initiativeund

dem Einsatz seiner Mitspieler.

Dabei hielt sich der 25 Jahre alte

Aufbauspieler sogar so weit zurück,

dass er mit nur zehn Punkten eine so

niedrige Ausbeute wie seit mehr als

fünf Jahren im Nationaltrikot nicht

mehr erreichte.

„Ich glaube,wir haben uns alle zu

sehr auf Dennis verlassen, ihm zu

viel auf die Schulterngepackt“, sagte

Center Danilo Barthel. „Es ist ein

schleichender Prozess.Esist schwer,

wenn Dennis beim Supercup einfach

scoren kann, seine Würfe gut

trifft, im Rhythmus ist, dann gibst du

ihm wieder den Ball. Wenn er dann

im Turnier die ersten zwei, drei

Würfe nicht trifft, kommt vielleicht

der Kopf hinzu.“

AufdemWegzurWM hatte Schröder

mehrfach Partien fast im Alleingang

entschieden. Diesen Sommer

war er erst beim Supercup in Hamburg

zweieinhalb Wochen vor WM-

Startzum deutschen Team gestoßen.

Nach Angaben des Deutschen Basketball-Bunds

hatte der Profi von

NBA-Club Oklahoma City Thunder

in den USA noch „wichtige persönliche

Dinge“ zu erledigen gehabt.

Bis zum kommenden Sommer

bietet sich aber auch Schröder die

Chance zur Rehabilitation. Mit zwei

Siegen in den letzten beiden WM-

Spielen lebt die Hoffnung auf Olympia

sicher bis zum kommenden

Sommer weiter. (BLZ)

Jetzt im Chemnitz-Trikot: Der frühere Union-Stürmer

Philipp Hosiner. MATTHIAS KOCH

Ein bisschen muss sich Hosiner

vorgekommen sein wie im falschen

Film. Am Montag posierte er noch

zusammen mit Kiels Noah Awuku

und Thomas Sobotzik als stolzer Zugang

des Chemnitzer FC. Tags darauf

warf Sobotzik bei den Himmelblauen

als Sportgeschäftsführer zusammen

mit Trainer David Bergner

hin. Mittendrin nun der gebürtige

Eisenstädter,der am Mittwoch beim

Test der Himmelblauen 45 Minuten

beim 1:3 gegen Union spielen durfte.

Dass er in Chemnitz in unruhigen

Gewässern gelandet ist, ist ihm bewusst.

„Ich versuche,das auszublenden.

Auf dem Rasen spielt das keine

Rolle. Und die Truppe ist in Ordnung.

Wergegen einen Bundesligisten

mit 1:3 verliert, war so schlecht

nicht“; meinte Hosiner. Sein Beweggrund

für den Wechsel: „Den Vertrag

auszusitzen, kam für mich nicht infrage.Ich

wollte einfach wieder Spaß

haben und mich ins Rampenlicht

spielen“, so Hosiner.Damit auf seine

alten Tage vielleicht doch noch mal

ein Kontrakt bei einem höherklassigen

Klub rausspringt.


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 27 **

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Sport

Eisbären

binden

Sturm-Duo

Labrie und Streu laufen bei

Härtetest in Pardubice auf

VonPatrick Berger

Auch im fortgeschrittenen Sportleralter

ergeben sich ungeahnte

Möglichkeiten. So wie bei Pierre-

Cédric Labrie. Der 32 Jahre alte Eishockeyspieler

lief in seiner Karriere

einst in der NHL, der stärksten Liga

derWelt, auf –doch in Europa spielte

der Frankokanadier bislang noch

nie.Für ihn sei das also völliges Neuland,

gab er zu. Er habe sich aber

schneller an die große Eisfläche gewöhnt,

als erwartet.

Zusammen mit Perspektivspieler

Sebastian Streu, 19, spielte Labrie in

den vergangenen sechs Wochen bei

den Eisbären vor –und überzeugte.

Deshalb haben die Verantwortlichen

des EHC die beiden Stürmer jüngst

unter Vertraggenommen.

Vertragüber die Saison hinaus

„Beide Stürmer haben sich sehr gut

ins Team eingefügt und sind während

der Vorbereitung ein fester Bestandteil

der Mannschaft geworden“,

sagt Eisbären-Sportdirektor

Stéphane Richer.Wären die Eisbären

nicht auf ihn zugekommen, hätte

sich Labrie wohl ganz auf seine Karriere

als Trainer fokussiert. Der Routinier

spielte in der Vorsaison nur

noch in der dritten nordamerikanischen

Liga bei Wichita Thunder,weil

er nebenbei auch als Assistenztrainer

arbeiten wollte. Doch schon

nach seinem ersten Schnuppertag

bei den Eisbären wusste Labrie, der

zwischen 2011 und 2014 für Tampa

Bay inder NHL auf 46 Einsätze kam

(zwei Tore, drei Vorlagen), „dass ich

bleiben möchte“. Der bullige Stürmer

–105 Kilo schwer –wirddas Eisbären-Spiel

durch seine physische

Komponente bereichern.

Sebastian Streu ist deutscher

U20-Juniorennationalspieler und

der Sohn von EHC-Assistenztrainer

Craig Streu. „Ich freue mich sehr

über meinen ersten Profivertrag. Das

ist eine große Herausforderung“,

sagt der Angreifer, dessen Kontrakt

im Übrigen, anders als bei Labrie,

über die Saison hinausgeht. DasDuo

wirdheute im letzten Härtetest beim

HC Dynamo Pardubice (19 Uhr) auflaufen,

ehe die DEL-Saison am 13.

September mit dem Heimauftakt gegen

Wolfsburg startet. Die angeschlagenen

Vincent Hessler, Kai

Wissmann, Florian Busch, Louis-

Marc Aubry, Sean Backman, James

Sheppardund Mark Olverfehlen.

Spieß umgedreht

Deutschland kassiert in der EM-Qualifikation den ersten Dämpfer und unterliegt den Niederlanden mit 2:4

VonFrank Hellmann, Hamburg

Jugel in Orange: die Torschützen Donyell Malen und Georginio Wijnaldum.

DEUTSCHLAND - NIEDERLANDE 2:4

Deutschland: Neuer -Ginter (ab 84. Brandt), Süle, Tah-Klostermann,

Kimmich, Kroos, Schulz -Reus (ab 61. Gündogan/Manchester City),

Gnabry, Werner (ab 61. Havertz)

Niederlande: Cillessen -Dumfries (ab 58. Pröpper), de Ligt, vanDijk,

Blind -deRoon (ab 58. Malen), de Jong,Wijnaldum -Babel (ab 81.

Ake), Depay, Promes/

Schiedsrichter:Artur Soares Dias (Portugal)

Tore: 1:0 Gnabry(9.), 1:1 de Jong (59.), 1:2 Tah(66., Eigentor), 2:2 Kroos (73., Handelfmeter),

2:3 Malen (79.), 2:4 Wijnaldum (90.+1)

Zuschauer: 51 299 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Kimmich -Depay, de Roon

GETTY IMAGES

Esist ja nicht verkehrt, wenn

die Anhänger der deutschen

Fußball-Nationalmannschaft

eine ähnlich

langfristige Zielsetzung verfolgen

wie der Bundestrainer. Joachim Löw

hatte gerade erst den Blick bis zur

EM 2024 schweifen lassen, nun hing

im Volksparkstadion an der Hintertortribüne

eine Botschaft, die Bezug

auf die EM 2020 nahm: „Von Hamburg

über München bis nach London.“

Doch der Weg bis dahin ist

vielleicht doch weiter als gedacht.

DieDFB-Auswahl hat mit einer nicht

unverdienten 2:4 (1:0)-Niederlage

gegen die Niederlande den ersten

Dämpfer in der EM-Qualifikation erhalten.

Nach dem früheren Führungstor

von Serge Gnaby (10.) drehten Frenkie

de Jong (59.) und ein Eigentor von

Jonathan Tah (66.) die Partie. Toni

Kroos glich mit einem umstrittenen

Handelfmeter zwar aus (73.), doch

der eingewechselte Donyell Malen

(79.) und Georginio Wijnaldum (90.)

nutzten die spielerische Überlegenheit

zur Entscheidung an einem wieder

mal unterhaltsamen Fußball-

Abend (79.). Deutschland scheint

unter dem Strich von der Weltspitze

aber vielleicht doch noch weiter entfernt

als sich viele nach dem 3:2-Erfolg

gegen den Erzrivalen in Amsterdam

erhofft hatten. „Ich bin enttäuscht.

Wir haben unter unseren

Möglichkeiten gespielt. Über 90 Minuten

war Holland die bessere

Mannschaft. Wirhaben verdient verloren.

Trotz der Führung hatten wir

das Spiel nie unter Kontrolle.Wir haben

zu viele Bälle verloren“, sagte

Bundestrainer Joachim Löw.

Er hatte die erwartete Formation

im 44. Klassiker gegen die Oranjes

aufgeboten: Vor einer Dreierkette

mit Jonathan Tah, Matthis Ginter

und Niklas Süle besetzten Lukas

Klostermann und Nico Schulz die

Außenbahnen, Joshua Kimmich und

Toni Kroos das zentrale Mittelfeld,

während der Dreiersturm mit Timo

Werner,Marco Reus und Gnabryalle

Freiheiten genießen sollte. Neu war,

dass Löws Ensemble gegen einen

früh pressenden Gegner gar nicht

darauf erpicht war, die Kontrolle

auszuüben. Die DFB-Elf postierte

sich tiefer als gewohnt, um dann im

hohen Tempo umzuschalten.

Gleich mit dem ersten Angriff

konnte der neue Tor-Jingle von

„Kernkraft 400“ –ein alter Dancefloor-Stampfer

–eingespielt werden:

Kimmich hatte eine Pass auf Klostermann

geschlagen, der mit der unverhofften

Möglichkeit erst wenig anfangen

konnte, doch den Abpraller

brachte Gnabry im Tor unter. Als

wollte der 24 Jahre alte Offensivallrounder

vom FCBayern beweisen,

warum ihm der Bundestrainer tags

zuvor eine Einsatzgarantie („Gnabry

spielt immer“) ausgestellt hatte.

Mit der 1:0-Führung verfestigte

sich das Konzept der Deutschen: Vor

einer Fünferkette sollten die restlichen

Feldspieler die Räume zulaufen.

Eher unüblich auch, dass Heißsporn

Kimmich mit einem überflüssigen

und mit Gelb geahndeten

Check an Matthijs de Ligt ein Gerangel

wie in den Hochzeiten der

deutsch-holländischen Rivalität initiierte

(35.). Als sich die Gemüter beruhigt

hatten, vergab Reus die große

Chance zum 2:0.

Auf deutscher Seite sorgte in erster

Linie Irrwisch Gnabry für Unruhe.

Die Niederländer antworteten

mit ihrer besten Chance, als Wijnaldum

in Neuer seinen Meister fand.

Löws Gegenüber Ronald Koeman

versuchte mit der Hereinnahme von

Davy Pröpper und Donyell Malen

neue Impulse zu setzen, was prompt

gelang: Nach Flanke des starken

Ryan Babel verfehlte erst Tahdie Kugel,

dann reagierte Schulz zu spät –

de Jong bedankte sich mit dem 1:1.

Löw wechselte Ilkay Gündogan

und KaiHavertz fürWerner und Reus

ein, womit sein Ensemble Stabilität

erlangen sollte. Doch zunächst gingen

die Niederländer in Front, als

Neuer zwar den Kopfball von van

Dijk abwehrte,dann aber Tahein unglückliches

Eigentor unterlief. Sollte

der Nachbar damit auf der Siegerstraße

sein? Der Ausgleich fiel eher

zufällig, weil de Jong gar nicht sehen

konnte, wie ein hoher Ball von seinem

Körper an die Hand prallte.

Fragwürdig, dass Schiedsrichter Artur

Soares Dias auf den Elfmeterpunkte

zeigte.Kroos ließ sich die Gelegenheit

zum 2:2 nicht nehmen.

Doch noch mal schlugen die spielstarken

Niederländer zurück: Eine

tolle Stafette über den überragenden

Memphis Depay und Wijnaldum

schloss Joker Malen ab. Wijnaldum

setzte den Schlusspunkt.

Derfreie Sonnabend kommt zum

Luftholen genau richtig. Dann setzt

sich der DFB-Tross am Sonntag in

den Charter nach Belfast. Die Aufgabe

in Nordirland am Montag

(20.45 Uhr/RTL) gilt als wegweisend,

weil der Gastgeber mit seinen vier

Pflichtsiegen gegen Estland und

Weißrussland eine weiße Weste aufweist.

Die DFB-Auswahl würde mit

einem Sieg einen Meilenstein auf

dem Wegnach London setzen.

FUSSBALL

EM-Qualifikation, Männer

Gruppe A

Kosovo -Tschechien Sa., 15.00

England -Bulgarien Sa., 18.00

1. England 2 10: 1 6

2. Tschechien 3 5: 6 6

3. Kosovo 3 5: 4 5

4. Bulgarien 4 5: 7 2

5. Montenegro 4 3:10 2

Der nächste Spieltag (10. September): England -

Kosovo in Southampton (20.45), Montenegro -

Tschechien in Podgorica (20.45)

Gruppe B

Litauen -Ukraine Sa., 18.00

Serbien -Portugal Sa., 20.45

1. Ukraine 4 8:1 10

2. Luxemburg 4 4:5 4

3. Serbien 3 5:7 4

4. Portugal 2 1:1 2

5. Litauen 3 3:7 1

Der nächste Spieltag (10. September): Litauen -

Portugal in Vilnius (20.45), Luxemburg -Serbien in

Luxemburg (20.45)

Gruppe C

Estland -Weißrussland 1:2 (0:0)

Deutschland -Niederlande 2:4 (1:0)

1. Nordirland 4 7: 2 12

2. Deutschland 4 12: 6 9

3. Niederlande 3 10: 5 6

4. Weißrussland 5 3:10 3

5. Estland 4 2:14 0

Der nächste Spieltag (09. September): Estland -

Niederlande in Tallinn (20.45), Nordirland -

Deutschland in Belfast (20.45)

Gruppe D

Gibraltar -Dänemark 0:6 (0:2)

Irland -Schweiz 1:1 (0:0)

1. Irland 56:2 11

2. Dänemark 415: 58

3. Schweiz 3 6: 4 5

4. Georgien 4 4: 8 3

5. Gibraltar 4 0:12 0

Der nächste Spieltag (08. September): Georgien -

Dänemark in Tiflis (18.00), Schweiz -Gibraltar in

Sion (18.00)

Gruppe F

Färöer -Schweden 0:4 (0:4)

Norwegen -Malta 2:0 (2:0)

Rumänien -Spanien 1:2 (0:1)

1. Spanien 513:3 15

2. Schweden 512:7 10

3. Norwegen 510:7 8

4. Rumänien 512:7 7

5. Malta 52:12 3

6. Färöer 53:16 0

Der nächste Spieltag (08. September): Rumänien

-Malta in Ploiesti (18.00), Spanien -Färöer in Gijon

(20.45), Schweden -Norwegen in Solna

(20.45)

Gruppe H

Island -Moldau in Reykjavik Sa., 18.00

Frankreich -Albanien Sa., 20.45

Türkei -Andorra Sa., 20.45

1. Frankreich 412:3 9

2. Türkei 49: 2 9

3. Island 45: 5 9

4. Albanien 45: 3 6

5. Moldau 42:10 3

6. Andorra 40:10 0

Der nächste Spieltag (10. September): Albanien -

Island in Elbasan (20.45), Frankreich -Andorra in

St. Denis (20.45), Moldau -Türkei in Chisinau

(20.45)

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) nimmt bei

Punktgleichheit der Teams sofortden direkten Vergleich

vor.

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Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 – S eite 28

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Sport

Patriotische Zeichen: Beim Saisonauftakt der NFL besiegen die Green BayPackersdie Chicago Bears.

AP/ARBOGAST

AFP/BELLO

VonAktivisten und

Kapitalisten

Rapper Jay-Z soll der NFL, die sich den Vorwurf des Rassismus gefallen lassen

muss, zur Imagekorrektur verhelfen. Es ist ein Schachzug, der nun auch den

Unterhaltungs-Milliardär in die Kritik gebracht hat

Die Gruppe Jugendlicher,

die am Donnerstagabend

am Kabineneingang

des Grant Park in

Chicago wartete, entsprach nicht

eben dem Klischee von Football-

Fans aus dem Mittleren Westen der

USA. Die Kids waren schwarz, viele

trugen das Haar zu Dreads gewoben,

und obwohl sie sich Jacken in den

Farben der Chicago Bears angezogen

hatten, erweckten sie nicht den Eindruck,

als seien sie leidenschaftliche

Sport-Fans.

In der Tatwar die Gruppe auch

weniger gekommen, um die Mannschaft

rund um Quarterback Mitchell

Trubisky in ihrem Saisoneröffnungs-Spiel

gegen die Green BayPackers

zu bejubeln. Sie waren in der

Hauptsache da, um den Rapper

Meek Mills zu sehen, der kurze Zeit

später mit einer

Stretch Limo

vorfuhr und sich

geduldig mit seinen

Anhängern

fotografieren

ließ.

Mills war von

der National

Im Widerstand: Football League

Colin Kaepernick (NFL) auserkoren

worden, vor

dem Saisoneröffnungs-Spiel, das

übrigens Green Baymit 10:3 für sich

entschied, mit Songs wie seinem Hit

„Championships“ für das Entertainment

zu sorgen. Daringeht es um die

Lebenserfahrung der schwarzenUnterschicht

im Ghetto –jenem schier

unentrinnbaren Kreislauf aus Drogen,

Gewalt und Gefängnis, dem er

selbst entstammt.

Für die NFL war diese Entertainment-Wahl

eher überraschend.

Noch in diesem Frühjahr musste die

Liga als Headliner für die Halbzeitshow

der Superbowl die im doppelten

Wortsinn blasse Band Maroon 5

akzeptieren. Kaum ein Künstler war

mehr bereit, mit der Liga zu kooperieren,

nachdem sie dem öffentlich

gegen Rassismus demonstrierenden

Quarterback Colin Kaepernick keinen

Job mehr geben mochte. Insbesondere

schwarze Musiker gaben

der NFL einen Korb –darunter auch

der Rap-Superstar Jay-Z.

Nunhaben sich die Zeiten jedoch

verblüffend rasch geändert. Vorwenigen

Tagen kündigte Jay-Z eine Kooperation

mit der Liga an, er ist

neuer Entertainment Direktor und

Berater in Sachen der sozialen Gerechtigkeit.

Als solcher wählte er

Meek Mills als Saisonstarter aus, der

selbst ein Opfer des dem US-Strafrechtswesen

inhärenten Rassismus

wurde, als ein Richter seine Bewährungsauflagen

nach einem Bagatelldelikt

mit übertriebener Härte

durchsetzte.

Die Liga möchte sich offensichtlich

„woke“ geben, wie man hier

sagt, man möchte demonstrieren,

dass man sich um die sozialen Themen

des Landes kümmert, die besorgte

Sportler wie Colin Kaepernick

anzusprechen versuchen. Deshalb

hat die NFL zuletzt auch eine Initiative

für soziale Gerechtigkeit ins Leben

gerufen, in der man sich um Bildung,

Polizeigewalt sowie die Pathologien

des Strafrechtssystems kümmern

will. Die Initiative wird von

vorwiegend schwarzen Spielern getragen,

die Projekte fördern oder

gründen, um schwarzen Jugendlichen

bessere Aussichten im Leben

zu schaffen. Ist die NFL, die sich

nicht zuletzt wegen der Causa Kaepernick

den Vorwurf des Rassismus

VonSebastian Moll, Chicago

NFL, 1. SPIELTAG

ChicagoBears –Green BayPackers 3:10

Minnesota Vikings –Atlanta Falcons

So, 19.00 Uhr

Miami Dolphins –Baltimore Ravens

So, 19.00 Uhr

New York Jets –Buffalo Bills

So, 19.00 Uhr

Jacksonville Jaguars –Kansas City Chiefs

So, 19.00 Uhr

Carolina Panthers –Los Angeles Rams

So, 19.00 Uhr

Cleveland Browns –Tennessee Titans

So, 19.00 Uhr

Philadelphia Eagles –Washington Redskins

So, 19.00 Uhr

Seattle Seahawks –Cincinnati Bengals

So, 22.05 Uhr

Los Angeles Chargers –Indianapolis Colts

So, 22.05 Uhr

Arizona Cardinals –Detroit Lions

So, 22.25 Uhr

Dallas Cowboys –New York Giants

So, 22.25 Uhr

Tampa BayBuccaneers –San Francisco 49ers

So, 22.25 Uhr

New England Patriots –Pittsburgh Steelers

Mo, 02.20 Uhr

New Orleans Saints –Houston Texans

Di, 01.10 Uhr

Oakland Raiders –Denver Broncos

Di, 04.20 Uhr

Alle Zeiten MESZ

gefallen lassen musste, also geläutert?

Skeptiker glauben das eher

nicht.

Eric Reid, Safety bei den Carolina

Panthers etwa, hält das Spiel von

Liga-Chef Roger Goodell für eine

Charade: „Sie tun so, als würden sie

sich für farbige Amerikaner interessieren,

indem sie irgendwelche

Pseudo-Partnerschaften bilden. In

der Zwischenzeit hat Colin Kaepernick,

der diese ganzen Diskussionen

angezettelt hat, noch immer keinen

Job.

In der Tatist der Quarterback nun

seit etwas mehr als drei Jahren arbeitslos,

nachdem die San Francisco

49ers ihn aus fadenscheinigen Gründen

vor die Tür gesetzt haben. Zum

Saisonstart postete Kaepernick auf

Instagram ein Video von sich selbst

beimTraining.„888Tage ohne Anstellung“,

hieß es in dem Clip.„Undich

bin noch immer bereit.“

Auch sonst ist die Bilanz der Liga,

wenn es um Rassismus geht, weniger

als beeindruckend. Nachdem im vorigen

Jahr fünf schwarze Trainer gefeuertwurden,

hat die NFL nur noch

drei schwarze Trainer – in einem

Sport, der zu 70 Prozent vonschwarzenSpielernbetrieben

wird. Aufden

ersten schwarzenTeameigner wartet

man noch immer vergeblich.

Das könnte nun pikanterweise

Jay-Z werden. Kurz nachdem Jay-Z

und die NFL ihre Partnerschaft bekannt

gaben, berichtete das Portal

JMZ, dass der Unterhaltungs-Milliardär

seit einiger Zeit mit Nachdruck

das Ziel verfolgt, eine Football-Mannschaft

zu erwerben. „Erspielt eine Art

dreidimensionales Schach“, kommentierte

der Journalist Dave Zirin,

Sportkommentator der politischen

Wochenschrift The Nation. „Er benutzt

seine Allianz für soziale Gerechtigkeit,

um das historische Ziel zu erreichen,

als erster Afro-Amerikaner in

den hyperexklusiven Kreis der NFL-

Eigner aufzusteigen.“ Dafür, soZirin,

sei Jay-Z sogar bereit, Colin Kaepernick

in den Rücken zu fallen.

„Die Sache mit dem Kniefall ist

durch“, sagte Jay-Z bei einer Pressekonferenz

zu der Partnerschaft. „Wir

müssen jetzt gemeinsam schauen,

was wir bewegen können, anstatt

ewig darüber zu jammern, dass Colin

keinen Jobfindet.“

Jay-Z, so folgert

Zirin aus

solchen Äußerungen,

ist kein

Aktivist, sondern

zuvorderst ein

Kapitalist, der

seine Finanzinteressen

wahrnimmt.

Ob die In der Kritik:

NFL rassistisch Rapper Jay-Z

ist oder nicht, sei

ihm letztlich gleichgültig.

In der Zwischenzeit wird den

Spielern, die noch immer Kaepernicks

Kampf weiterführen, das Leben

schwergemacht. Kevin Stills

etwa, der weiterhin bei jedem Spiel

kniet und der Jay-Z massiv für seine

Kooperation mit der NFL kritisiert,

wurde beim Training von seinem

Coach mit einer Dauerberieselung

von Jay-Z-Titeln begrüßt. Der Besitzer

von Stills’Team, den Miami Dolphins,

ist Steve Ross, ein glühender

Anhänger und enger Freund vonDonald

Trump.

Das jemand wie Ross nun Jay-Z

als politischeWaffe gebraucht, ist auf

den ersten Blick befremdlich. Doch

so sind nun einmal die Realitäten im

amerikanischen Sport des Jahres

2019.

AP/ALLEN


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 – S eite 29 *

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Feuilleton

Claus Löser über das

Jüdische Filmfestival

Berlin &Brandenburg

Seite 32

„Wer ist ein echter Ossi?“

Der Verleger Christoph Links im Gespräch mit Cornelia Geißler auf die Frage nach einer Ostquote Seiten30/31

Stadtkarte

der

Gerüche

Viele Syrer finden in Berlin Orte,

die sie an Damaskus erinnern.

Das hat Autorinnen inspiriert, auf

Erkundungstour zu gehen. Ihre

Essays stellen sie auch auf

dem Literaturfestival vor

Heute: Dima AlBitar Kalaji

Berliner Gewürzladen und Al-Buzuriyeh Souq in Damaskus. Gezeichnet von Studio Khaled Barakeh auf der Grundlage einer Fotografie von Guevara Namer

Der älteste Stadtplan in

meinem Gedächtnis ist

der des alten Damaskus.

Ich, ein Kind an Papas

Hand, laufe, nein renne, ummit den

langen schnellen Beinen mitzuhalten.

Mein Vater hebt mich im Gehen

auf die Schultern. Das Beste, was er

tun kann –für uns beide.Kurzvor der

Bsuriyya-Gasse beginnt mein Herz

höher zu schlagen. Ichkann es kaum

erwarten, in das Gewirr aus Gewürzdüften,

Stimmen, Geraschel von Papiertüten

und Plastikbeuteln einzutauchen.

Jedes Geräusch hallt laut

unter dem gewölbten Zinkdach wider.Durch

die unzähligen Löcher,die

aus irgendeinem alten Krieg stammen,

fallen Lichtstränge herein. Umtanzt

von Staubkörnern bringen sie

die bunte Vielfalt der kandierten

Früchte zum Erstrahlen und werden

behängt mit getrocknetem Gemüse.

Schritt für Schritt wirdder Duft intensiver.

Überall Säcke mit Gewürzen

und Nüssen. Am Ende der Gasse

Opas Laden. Das Schaufenster im

rostigen Rahmen ist übersät mit Fingerabdrücken.

Drinnen schummerige

Beleuchtung, stapelweise Waren,

Staub,Zeit. Ichbin geübt, erkenne auf

Anhieb,welche Pistazien aus neuerer,

welche aus älterer Ernte sind, kann an

Form und Geschmack der Nüsse bestimmen,

woher sie kommen, weiß,

wie man Gewürze auf ihre Echtheit

prüft. Ich lockere eine Prise an der

Luft, reibe sie zwischen den Händen

und lasse sie trocknen.

DerGeruchssinn ist in besonderer

Weise an das Gedächtnis gekoppelt.

Auch Augen und Ohrenerinnernsich

an Vergangenes, aber nur Gerüche

können die gesamte Gemütslage wiederbeleben,

die mit Personen, Orten

und Dingen zusammenhängt.

So ruft der Duft von Gebackenem

häufig Erinnerungen an die Mutter

wach, an Zuhause,Familie,Kindheit.

Einer meiner Freunde braucht nur an

seine Mutter zu denken, und schon

riecht er den ofenfrischen Kuchen

mit Zitronenraspeln. Die Fähigkeit,

sich dieses Aroma zu vergegenwärtigen,

rettete ihn über die Zeit im Gefängnis

und über den erbärmlichen

Gestank dort hinweg. Schmutzige

Wäsche, dreckstarrende Decken,

feuchteWände.Hunderte Menschen,

zusammengepfercht auf engstem

Raum ohne Fenster,Toilette,Bad. Anspannung,

Angst, Fieber treiben ihnen

den Schweiß aus den Poren.

Auch Blut und Eiter sickern aus den

gefolterten Körpern. In diesem Umfeld

schloss Âmin die Augen, beschwor

die Zitronen herauf, die den

Teig und die Finger der Mutter würzten,

und im Nu war die Situation Gegenwart.

Langsam vereinnahmt der

Duft den trägen Wochenendnachmittag.

DieMutter holt die Blechform

aus dem Ofen, verbrennt sich wie immer

am Handgelenk, ohne dem Beachtung

zu schenken. Und wie immer

klopft sie Âmin auf die Finger,

weil er sofort naschen will. „Lass den

Kuchen abkühlen“, sagt sie mit einem

triumphierenden Lächeln, weil er der

Versuchung nicht bis zum Abend widerstehen

kann. Sieweist ihn zurecht,

reicht ihm gleichzeitig ein kleines

Stück, gönnt ihm als Erstem den Genuss.

Das rettete Âmin über die Gefangenschaft

hinweg, nicht aber vor

dem Exil.

Berlin und Damaskus haben keinerlei

gemeinsame Gerüche. Die

Backstuben am Morgen, die Bäume

am frühen Abend, der Urin unter den

Brücken, Autoabgase, Schweiß, billiges

Parfüm in den öffentlichen Verkehrsmitteln,

Gemüse, Obst, Süßwaren,

die Luft vordem Regen, die Erde

nach dem Regen –alles riecht anders.

Die hiesige Duftlandschaft erweckt

aus sich selbst heraus keine andere

Stadt zum Leben.

Hier musste ich mich wohl oder

übel mit geruchlosen Gewürzen in

Plastikbehälternund mit vakuumverpackten

Kräuternanfreunden, bis ich

eines Tages zufällig Harbs Geschäft

für arabische Lebensmittel in der

Potsdamer Straße entdeckte. Beim

Öffnen der Tür schlug mir ein überwältigender

Gewürzduft entgegen,

und sofort war ich wieder das Mädchen

auf Papas Schultern. DasAroma

blieb in meinem Kopf hängen wie

eine kleine Blase,die ich aus Damaskus

mitgebracht hatte und die mir

das Gefühl von Geborgenheit

schenkte, ohne dass ich das Erlebnis

auffrischen musste.

Das Projekt: „Mapping Berlin Damaskus“,

gefördertdurch die Senatsverwaltung für Kultur

und Europa, ist eine literarische Recherche

vonvier Autorinnen aus dem Netzwerk

„Wir machen das“. Der syrische Künstler

Khaled Barakeh, der in seinem Projekt „Familiar

and StrangePlaces“ eine geografisch

und kulturell zusammengesetzte Damaskus-

Berlin-Karte entwickelt, schuf zusammen mit

Guevara Namer die Bilder dazu.

Nach der freudigen Entdeckung

begann ich diesen Text zu schreiben.

Der Laden, vor über dreißig Jahren,

als im Libanon der Bürgerkrieg tobte,

von Adib Harb als erstes arabisches

Lebensmittelgeschäft in Berlin gegründet,

hat sich in all der Zeit seinen

ursprünglichen Charakter bewahrt.

Ein Schaufenster in rostigem Rahmen,

übersät mit Fingerabdrücken.

Drinnen schummerige Beleuchtung,

stapelweise Waren, Staub, Zeit. Doch

als ich vor kurzem erneut dorthin

ging, fand ich einen völlig veränderten

Ortvor.Nun erfüllte der Laden die

klassische Vorstellung Europas vom

Orient. Das Ganze in strahlendem

BEGEGNUNGEN

Licht. Undinden Regalen Dosen und

Tüten aus Plastik.

Frustriert kehrte ich heim. Mein

Text war zunichte gemacht, die Blase

zum Platzen gebracht und der Duft in

eine Plastiktüte gefüllt worden mit

dem Aufdruck „Der Gesundheit zuliebe“,

so die Begründung des Verkäufers.„Das

sieht aber gar nicht gesund

aus“, kommentierte Âmin mein

Stirnrunzeln und schlug stattdessen

vor: „Komm, wir laufen ein Stück und

schnuppern uns einen Stadtplan aus

Die Autorin: Dima AlBitar Kalaji ist eine freie

syrische Journalistin, die seit 2013 in Berlin

lebt. Für Deutschlandfunk Kultur hat sie

die Podcast-Serie „Syrmania“ produziert,

die das Leben der in Deutschland neu

angekommenen Syrer thematisiert.

Die Veranstaltung: Lesung und Spaziergang

mit den vier Autorinnen auf dem Literaturfestival.

15. 9., 17 Uhr,Collegium Hungaricum

Küchendüften zusammen. Riech

mal! Beiden Leuten hier gibt’s heute

Muluchiya. Und bei denen hier

Weißkohl mit Kartoffeln. Na, und

hier irgendwas mit Curry und

Mango.Vor ein paar Tagen hat mich

eine Tomatenmarkwolke überfallen.

Mirwar,als stehe ich mitten in Mutters

Küche. Hör mal, ich habe eine

Idee. Wie wär’s,wenn du über die

Karte der Küchendüfte schreibst?

Oder nein. Schreib lieber über Parfüms.

Einmal, als ich durch Kreuzberg

lief, habe ich plötzlich meinen

Vater gerochen. Ich bin dem Geruch

gefolgt und landete bei einem Mann,

der das gleiche Parfüm benutzte wie

meinVater.Ich wäreihm fast um den

Hals gefallen. Na ja, er hätte es bestimmt

mit der Angst zu tun gekriegt,

wenn ihn so ein dunkler Typwie ich

umarmt und, „Ich habe dich vermisst,

Papa‘, sagt.“ Ich lachte, Âmin

auch, denn er hatte die Falten von

meiner Stirnvertrieben.

Undich? Würde ich meinen Vater

wohl am Geruch erkennen, wenn er

vorbeikäme? Ichversuche ihn mir in

Erinnerung zu rufen, es gelingt mir

nicht. Ich versuche es wieder, vergeblich.

Mein Vater kommt in meinen

Texten oft vor, doch ohne es zu

wissen. Denn wir sprechen nicht

über das Schreiben, über andere

Dinge auch nicht. Vonihm habe ich

den Starrsinn und das Stirnrunzeln.

Ich war erst ein paar Monate auf der

Welt, da habe ich bereits die Stirn in

Falten gelegt und die Lippen zusammengepresst,

um mich gegen den

Bananenbrei zu wehren, weil ich den

Geruch nicht mochte.Mein Vater interpretierte

es als Rebellion, meine

erste Rebellion, was unsere Beziehung

seither bestimmt: Ich rebelliere,

er regt sich auf, und am Ende

runzeln wir beide frustriertdie Stirn.

Als Jugendliche fragte mich mein

Onkel, der in Amerika lebte, obich

nicht reisen und die Schule bei ihm

zu Ende bringen wolle. Ich willigte

sofortein. In der Passstelle verlangte

der Offizier eine Ausreisegenehmigung,

zu beantragen bei der Sicherheitsbehörde.

Dort angekommen,

durfte mein Vater, obwohl ich erst

vierzehn Jahre alt war, nicht mit in

den Ermittlungsraum. Ich sollte allein

vorstellig werden oder die ganze

Sache vergessen. Für meinen Vater

war die Entscheidung klar:Wir würden

die ganze Sache vergessen. Für

mich war die Entscheidung auch

klar: Ich würde allein vorstellig werden.

Eine Sicherheitsbehörde zu betreten,

war schon für Erwachsene

eine gefährliche Angelegenheit und

für eine naiveJugendliche erst recht.

Wieder eine Situation, in der ich rebellierte

und er sich aufregte.Kreidebleich

sah ich ihn an, als ich von einem

Soldaten fortgebracht wurde.

Ichsolle ja zu Boden schauen, befahl

der Soldat, den Blick an die Füße heften.

Ich wurde in einen stickigen

halbdunklen Raum geführt. Darin

ein Offizier. Wozu ich einen Reisepass

benötige, fragte er. Alles Mögliche

wollte er wissen: über meine

Mutter,meinenVater,meinen Onkel,

weshalb ich Syrien verlassen und

ausgerechnet in Amerika, dem Feindesland,

die Schule besuchen will.

Dann ging er hinaus. Ich saß allein

da, wie lange,weiß ich nicht. Irgendwann

kam er wieder und händigte

mir die Genehmigung aus. Kreidebleich

kehrte ich zu meinem Vater

zurück. Wir sprachen den ganzen

Wegkein Wort. AmEnde wurde mir

das Visum verweigert.

Dreiundzwanzig Jahre später besuchte

ich mit Annett Gröschner

das Stasi-Museum. Der gleiche

Geruch stieg mir in die Nase und

warf mich in denselben Raum zurück,

mit mir all die anderen:

Âmin, Freunde, die ins Gefängnis

gesperrt wurden, freikamen, getötet

wurden, verschwunden sind.

„Hier riecht es nach DDR“, bemerkte

Annett. Offenbar haftet

Diktaturen derselbe Geruch an.

Ein Geruch, der im Kopf frisch

bleibt und eine Angst heraufbeschwört,

von der wir uns befreit zu

haben glauben. Kreidebleich verließen

wir das Gebäude. Draußen

die Gerüche – Bäume auf dem

Gehweg, Bäckereien, Urin unter

den Brücken, Autoabgase,

Schweiß, billiges Parfüm in den öffentlichen

Verkehrsmitteln, Gemüse,

Obst, Süßwaren – führten

uns in ein anderes Berlin. Ein Berlin,

das nicht irgendwelche Orte

zum Leben erweckt.

Ausdem Arabischen: LeilaChammaa


30 Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

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Feuilleton

SONNTAGSKRIMI

Getunte

Karren,

getunte Köpfe

VonTorsten Wahl

Diese neuartigen mörderischen

Phänomene gehen im gesamten

„Tatort“-Land umher, erst in

Stuttgart, dann in Bremen, Berlin,

Saarbrücken und München, nun

auch in Ludwigshafen. Mindestens

zum sechsten Mal innerhalb von

drei Jahren müssen sich Kommissare

mit den Gefahren der Künstlichen

Intelligenz(KI) auseinandersetzen.

Als habe es eine zentraleWeisung der

ARD gegeben, dass jeder „Tatort“

mal in die Zukunft schauen solle.

Mal gerieten Kaffeeautomaten, mal

autonom fahrende Autos unter Verdacht.

In diesem Krimi sitzen noch

echte Männer am Steuer,umebenso

schwachsinnige wie gefährliche

Rennen zu fahren.

Wichtigster Duellant der Kommissarinnen

Lena Odenthal und Johanna

Stern aber ist nicht der arrogante

Chef der Autotuner (Gregor

Bloeb), sondern ein „transhumanistischer“

Hirnforscher, der „intelligente“

Platinen in die Hirne pflanzt.

Gespielt wird der größenwahnsinnige

Professor recht flapsig von Sebastian

Bezzel, der jahrelang selbst

als „Tatort“-Kommissar zugange war

und damals deutlich glaubwürdiger

wirkte. Möglicher Proband ist ein

Autoschrauber, der seine Querschnittslähmung

mittels eines „Exo-

Skelettes“ überwinden will. So wie er

früher sein Auto tunte,sowill er mittels

eines getunten Gehirns wieder

fit werden. Dass das nicht gut gehen

kann, verrät schon der Titel „Maleficius“,

der sich mit bösartig und gottlos

übersetzen lässt.

DerPastor der Klinik (Heinz Hoenig)

wettert dagegen, dass der

Mensch hier Gott spielen will. Autor

und Regisseur TomBohn hat lange

zum Thema recherchiert, doch sein

schnurgerade in die technikskeptische

Richtung marschierender

Krimi wirkt nicht sonderlich originell

–kein Vergleich etwa mit dem

spielerischen Thriller „HAL“, der vor

drei Jahren diese sonderbare Reihe

mit den KI-„Tatorten“ eröffnete.Den

stärksten Eindruck hinterlassen

noch die klinisch weißen Klinik-Kulissen.

Auch dem kämpfenden „Exo-

Skelett“ hätte man gernlänger zugesehen,

dem menschlichen Personal

eher nicht.

Tatort: Maleficius 20.15 Uhr, ARD

Lena Odenthal (UlrikeFolkerts, r.)und

Johanna Stern(Lisa Bitter) SABINE HACKENBERG

TOP 10

Donnerstag,5.September

1 Nord bei Nordwest ARD 5,19 18 %

2 Tagesschau ARD 4,26 16 %

3 Lena Lorenz ZDF 4,18 14 %

4 heute-journal ZDF 4,07 16 %

5 heute ZDF 3,69 17 %

6 Politbarometer ZDF 3,65 15 %

7 SokoStuttgart ZDF 3,14 18 %

8 Notruf Hafenkante ZDF 3,10 12 %

9 RTL aktuell RTL 2,87 14 %

10 Kontraste ARD 2,74 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %

In diesem Jahr der vielen Jubiläen

feiert der Ch. Links Verlag

30. Geburtstag. Widmete er

sich anfangs ausschließlich Politik

und Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts,

blickt er heute auch voraus,erscheinen

dortLänderporträts,

Sachbücher zu Alltagsfragen und

jüngst das Buch „Hauptstadt der

Tiere“ über den Berliner Zoo. Unangefochtene

Bestseller des Verlags

sind die „Chronik der Wende“ und

die „Chronik des Mauerfalls“. Das

hat mit seiner Entstehungsgeschichte

zu tun. Der Verleger, bis

1986 Redakteur der Berliner Zeitung,

ist Zeitzeuge des Endes der DDR und

der friedlichen Revolution. Darüber

sprachen wir mit Christoph Links.

Wenn Sie bei der Berliner Zeitung

hätten bleiben können in den 80er-

Jahren –wären Siedann vielleicht gar

nicht Verleger geworden?

Dasist richtig.

Ihr Vater Roland Links war Lektor bei

Volk und Welt und später Verlagsleiter

von Gustav Kiepenheuer. Hat Sie

das nicht auch gereizt?

Nein, ich wollte mit dem Journalismus

ja möglichst weit wegvon der

Verlagsbranche. Doch die Staatssicherheit

wollte,dass ich als politisch

unzuverlässiger Genosse die Redaktion

der Berliner Zeitung verlasse.

Zunächst wurde ich in den technischen

Bereich versetzt und dann

zum Promotionsstudium delegiert.

Daswar 1986. Daneben brauchte ich

eine Arbeit, wir hatten zwei Kinder.

Beim Aufbau-Verlag bin ich mit der

Idee einer Lateinamerika-Buchreihe

abgeblitzt, der Verleger Elmar Faber

sagte mir, sein Papierkontingent reiche

nicht einmal, um genug Bücher

vonChrista Wolf zu drucken. Aber er

suche einen Assistenten der Geschäftsleitung.

Da war die Arbeit als Chef vomDienst

ja sicher eine Vorbereitung.

Ja, schlimmer als Tageszeitungsstress

kann das nicht sein, sagte ich

mir. Außerdem trat ich eine außerplanmäßige

Aspirantur an, durfte

also meine Doktorarbeit schreiben.

Aber Sie haben doch über das Ende

der DDR-Verlage promoviert?

Das war viel später. Damals beschäftigte

ich mich mit dem Sandinismus

in Nicaragua. Im Herbst 1989

hatte ich die Arbeit fertig und war

freigestellt, um die Thesen zur Dissertation

zu schreiben. Und justament

in der Zeit passierte vormeiner

Haustür eine Revolution.

Vorder Haustür?

Wir wohnten an der Gethsemanekirche.

Ich war mit vielen Freunden

aus der Opposition verbunden.

Deshalb wurde ich am 7. Oktober

1989 mit eingekesselt. Als wir nach

einer Protestveranstaltung abends

aus der Kirche rauskamen, erwartete

uns die Polizei. An dem Taggab es –

wie seit Juni an jedem 7. eines Monats

–auf dem Alexanderplatz eine

Demonstration gegen die Wahlfälschungen.

Diese Menschen wollten

dann zum Palast der Republik …

Wo die Jubelfeier zum 40. Jahrestag

der DDR stattfand.

Es war das wunderbare

Jahr der Anarchie

Christoph Links, einst Redakteur der Berliner Zeitung,

über die Entstehung seines Verlages aus dem revolutionären Herbst 1989

Aber da wurden sie von der Polizei

weggedrängt, und so zogen sie

die Karl-Liebknecht-Straße hoch

Richtung Gethsemanekirche. Der

Zugwurde immer größer.

In der Karl-Liebknecht-Straße war

Ihrealte Arbeitsstelle.

Ja, und die, die dabei waren, erzählten,

wie am Berliner Verlag der

Ruf erschall „Pressefreiheit! Pressefreiheit!“

und wenige HundertMeter

weiter,beim Gebäude der Nachrichtenagentur

ADN, noch einmal. Das

war eine der zentralen Forderungen

des revolutionären Herbstes: Neben

der Meinungsfreiheit und Reisefreiheit

wurde auch eine unabhängige

Presse gefordert. Als die Demonstranten

dann von der Prenzlauer Allee

die Stargarder Straße hochkamen,

wurden sie mit Schlagstöcken

und Lkws erwartet. Viele, viele Menschen

wurden herausgegriffen.

Haben Sie das in einem Tagebuch

festgehalten?

Damals habe ich angefangen, Tagebuch

zu führen. Am nächsten

Abend, am 8. Oktober, wurde es

noch einmal schärfer, da kamen

noch die Wasserwerfer und die Hundestaffeln

dazu. Und wieder gab es

diese brutalen Verhaftungen. Erst

am dritten Abend, am 9., nachdem

in Leipzig sich sechzig- bis siebzigtausend

Leute den Ring eroberthatten

und die Machtfrage entschieden

war,zogen die Einsatzkräfte auch im

Prenzlauer Berg ab.

DieMachtfrage war entschieden, das

ist eine Formulierung zur Beurteilung

einer Revolution.

In der Tat. Die Demonstranten

hatten gesiegt. DerRuf „Wir sind das

Volk“ entstand als Reaktion auf die

Behauptung, sie seien Rowdys, die

das Volk beim Feiernstörten –wie es

damals auch die Berliner Zeitung

schrieb. Darüber, wer das Volk war,

bestimmte nicht länger die Parteiführung.

Wirwaren das Volk.

DieGethsemanekirche blieb eine Anlaufstelle,

auch als nicht mehr demonstriertwurde.

Ja,imGemeindehaus sorgte Pfarrer

Bernd Albani dafür, dass Informationen

für den späteren Untersuchungsausschuss

zu den Übergriffen

am 7. und 8. Oktober zusammengetragen

wurden. Dort gab es das

Kontakttelefon für die Suche nach

festgehaltenen Demonstranten. In

der Kirche stellten sich die Oppositionsgruppierungen

erstmals der Öffentlichkeit

vor, das Neue Forum,

Demokratie Jetzt, der Demokratische

Aufbruch. Oft war ich dabei.

Weil es in Ihrer direkten Nachbarschaft

war.

Mir war bewusst, dass das Geschehen

viel bedeutender war als

meine Doktorarbeit. Meine Beschäftigung

mit Lateinamerika war ja eine

ArtFlucht, weil über die verkrusteten

Verhältnisse im eigenen Land kaum

geschrieben werden konnte.

Können Sieein Beispiel aus der Berliner

Zeitung nennen?

Ich schrieb zum Beispiel über

Mosambikaner, die als Vertragsarbeiter

in Weimar im Landmaschi-

Interview: Cornelia Geißler

VERLEGER UND VERLAG

Verleger: Christoph Links, geboren am

15. September 1954 in Caputh, studierte

Philosophie und Lateinamerikanistik

an der Humboldt-Universität Berlin

und in Leipzig.Seit 1980 war er Redakteur

der Berliner Zeitung.1986 ging er

zum Aufbau-Verlag.Am1.Dezember

1989 gründete Christoph Links seinen

Verlag,zunächst unter dem Namen Links-

Druck. 2008 promovierte er mit einer Arbeit

zur „Umgestaltung der ostdeutschen

Verlagslandschaft im Prozess der deutschen

Einheit“, die im Jahr darauf als

Buch erschienen ist. Im Herbst 2018

wechselte der bisher eigenständigeVerlag

zur Aufbau-Verlagsgruppe, mit der

Vereinbarung,dass Links selbst noch bis

Ende 2020 alleiniger Geschäftsführer

bleibt. So hat er vorseinem 65. Geburtstag

die Zukunftfür das Unternehmen geregelt.

Verlag: Der Ch. LinksVerlag hat seit 1990

mehr als 1000 Titel veröffentlicht, zahlreiche

davoninReihen etwa zu Politik

und Zeitgeschichte, als Länderporträts,

historische Reiseführer und literarische

Publizistik. 2016 ist der Verlag mit dem

KurtWolff Preis ausgezeichnet worden.

„Die Chronik des Mauerfalls“ und „Die

Chronik der Wende“ sind Longseller.Erfolgreiche

Titel der jüngsten Zeit sind der

Bild-Text-Band zu Gerhard Gundermann

„Von jedem Tagwill ich was haben, was

ich nicht vergesse…“, die Streitschrift der

sächsischen Integrationsministerin Petra

Köpping „Integriertdoch erst mal uns!“,

„StändigeAusreise. SchwierigeWegeaus

der DDR“ vonJana Göbel und Matthias

Meisner.ImAugust erschien der Band

„Finale. Das letzte Jahr der DDR“ von

Hannes Bahrmann und Christoph Links.

nenbetrieb Fortschritt ausgebildet

wurden und dort auch arbeiteten.

Sie konnten sich jenseits ihrer

Wohnheime kaum bewegen, es gab

keine Kulturangebote für sie, invielen

Gaststätten wollte man sie nicht

haben. Deshalb trafen sie sich in der

Mitropa am Bahnhof. Es herrschte

eine große Gereiztheit in der Bevölkerung

gegen sie. Mein Text wurde

immer wieder von der Seite genommen

und umgeschrieben. Aber in

der Wirtschaftsredaktion oder in der

Lokalabteilung war es noch viel

schlimmer. Über den meisten Problemfällen

hing ein Tabu. Die Artikel

mussten vorgelegt werden, obwohl

es eigentlich keine Vorzensur der

Zeitungen in der DDR gab.Die Chefredaktionen

waren entsprechend

ausgerichtet.

Den Ch. Links Verlag haben Sie noch

1989 gegründet. Wiekam das?

Ich hatte im Frühjahr 1989 schon

versucht, einen Verlag als Genossenschaft

zu gründen. In der Hauptverwaltung

Verlage und Buchhandel erklärte

man mir, es tue ihnen leid,

aber die DDR habe schon 78 Verlage.

Für einen 79. reichten weder Papier

noch Druckkapazitäten. Heute in

der Bundesrepublik gibt es 2800Verlage.

Aber zum 1. Dezember 1989

wurde die Zensur in der DDR abgeschafft,

und ich habe beim Ministerium

für Kultur einen Antrag auf eine

Lizenz zur Verlagsgründung gestellt.

Zum 1.Januar 1990 wurde auch die

Lizenzpflicht abgeschafft, es gab

endlich Gewerbefreiheit für Verlage.

Und dann wurden jede Menge Verlage

gegründet.

Ja, etwa 200. Es war das wunderbare

Jahr der Anarchie vom Herbst

1989 bis zum Oktober 1990. Wir alle

glaubten, wir produzierten für einen

neuen offenen DDR-Markt.

Für die lesehungrigen Bürger.

Dachten wir. Noch auf der Leipziger

Buchmesse 1990, die einen Tag

kürzerwar als sonst, weil am 18. März

die Volkskammerwahlen stattfanden,

haben wir mit westdeutschen Verlagen

Lizenzen ausgehandelt.

Doch nach denWahlen war klar,dass

ein solcher Austausch unnötig war?

Wie schnell die Einheit kommen

würde, war zu der Zeit auch noch

völlig ungewiss. Der Ministerpräsident

Lothar de Maizière ging auch

noch von zwei Jahren aus. Diese

ganze Kalkulation endete mit der

Währungsunion am 1. Juli 1990. Da

brach die gesamte ostdeutsche Wirtschaft

weg. Im Verlagsbereich war

das deutlich zu spüren. Die Buchhandlungen

räumten ihreRegale für

das westdeutsche Angebot frei. Die

Verlage bekamen vom Buchhandel

nahezu die gesamte Produktion zurück.

Die zentrale Auslieferung LKG

in Leipzig hatte keinen Platz mehr,

gab sie an den Altpapierhandel. Aber

auch die Papiermühlen, die Recyclingpapier

herstellten, kamen nicht

hinterher. Also landeten Büchermengen

in einem aufgelassenen Tagebau

bei Leipzig. Bis eseinen Aufschrei

in den Medien gab und zum

Beispiel der Pfarrer Weskott aus Katlenburg

im Harz sich vieler dieser

Bücher annahm.

Die Leute haben diese Bücher nicht

mehr gekauft. Also können die Verlage

und Buchhandlungen nicht

schuld sein. Hätte es eine vernünftigereLösung

geben können?

Klar,zumindest in dieser Zeit hatten

die Leute kein Interesse an diesen

Büchern, ob es nun Klassiker-

Ausgaben waren oder aktuelle Belletristik.

Aber man hätte eine bessere

Logistik finden können. Man hätte

sie zum Beispiel in den leerstehenden

Messehallen lagernkönnen. Übrigens

gehörte auch mein Buch „Die

Chronik der Wende“ zu den im Tagebau

entsorgten.

Aber das ist doch der Bestseller aus Ihremeigenen

Verlag!

So weit waren wir noch nicht. Der

Peter Hammer Verlag in Wuppertal

hatte dieses Buch bei uns bestellt,

parallel dazu gab es eine Ausgabe im

Aufbau-Verlag. Die Chronik entstand

auf Grundlage der Tagebücher,

die mein Freund Hannes Bahrmann

und ich geführt hatten. Er war noch

bei ADN und hat an den offiziellen

Veranstaltungen teilgenommen, ich

war auf den Treffen der Oppositionsgruppen.

Die Aufbau-Ausgabe hatte

sich im März, April sogut verkauft,

dass eine zweite Auflage produziert

wurde. Diese geriet in die Rückflutungen

und landete im Tagebau.

Waswurde eigentlich aus der Dissertation?

Ich hatte sie fertig, aber ich habe

sie nicht mehr verteidigt. Zumeinen,

weil meine betreuende Sektion Philosophie

an der Humboldt-Universität

sich im Frühjahr 1990 in Auflösung

befand. Zumanderen hatte ich

wegen des Verlags kein Interesse

mehr daran. Ich wollte keine akademische

Karriere einschlagen. Damit

die Arbeit über Nicaragua nicht umsonst

war, habe ich sie später als

Buch publiziert.

Waswar der erste Titel in Ihrem eigenen

Verlag?

Das erste Buch war von Georg

Hermann Hodos: „Schauprozesse.

Stalinistische Säuberungen in Osteuropa

1948–54“. Ich hatte es im

März auf der Buchmesse mitsamt

der fertigen Druckfilme gekauft, vom

Campus-Verlag FrankfurtamMain.

Seit wann haben Siedie „Chronik der

Wende“ im eigenen Programm?

Daswar,als 1994 Hansjürgen Rosenbauer

als Intendant beim neugegründeten

Sender ORB – Ostdeutscher

Rundfunk Brandenburg –anfing

und wir ihm sozusagen für die

Eingewöhnung im Osten …

Er kam ja vomWDR.

…dieses Buch schenkten. Er war

sehr interessiert, und er hatte aus

dem Gründungsetat des Senders

Geld für eine Dokumentation. Zum

5. Jahrestag der friedlichen Revolution

ließ er eine Fernsehserie produzieren

in 73 Teilen à15Minuten. Die

war so erfolgreich, dass sie 1999 fortgesetzt

wurde. Mit 163 Teilen ist es

die größte Dokumentation der deutschen

Fernsehgeschichte geworden.

Seither ist das Buch in unserem Verlag,

wir waren die Fachberater für die

Serie. Und Hannes Bahrmann und

ich haben den 30. Jahrestag jetzt zum


Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019 31

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Feuilleton

Der soziale

Klebstoff

bröselt

Eine Konferenz der

Bertelsmann-Stiftung

VonSusanne Lenz

Anlass genommen, noch einmal

vom letzten Jahr der DDR zu erzählen.

„Finale“ heißt das Buch.

Kennen Sie Ihr Publikum? Sie machen

ja viele Veranstaltungen.

Mehr als 200 im Jahr.Esgibt überall

interessierte und wache Leute.

Aber was wir mit unserem Buch„Unter

Sachsen“ vor zwei Jahren erlebt

haben, war beispiellos. Bei den Lesungen

entlud sich sehr viel Unmut

gegen eine kritische Beschäftigung

mit der Flüchtlingsabwehr speziell in

Sachsen. Da kommt zum Ausdruck,

was ja auch soziologisch nachgewiesen

ist: Viele Menschen fühlen sich

als Bürger zweiter Klasse,weil sie von

West-Eliten dominiert werden. In

Sachsen sind nur drei Prozent der

Führungskräfte ostdeutscher Herkunft.

Keine Universität oder Hochschule

in Deutschland hat einen aus

dem Osten stammenden Rektor.

Was sagt es über unsereZeit aus,

wenn die verbreitetste Droge

ein Downer ist, die müde macht,

Angst löst, und unter deren Einfluss

man sich am liebsten allein in seinem

Wohnzimmer verkriecht, während

man vor20Jahren noch Drogen

nahm, um mit Freunden tanzen zu

gehen? Diese Frage warfbei der Konferenz

„Trying Times“, am Donnerstag

und Freitag von der Bertelsmannstiftung

in Berlin veranstaltet,

der Politikwissenschaftler Yascha

Mounk vonder Johns-Hopkins-Universität

auf. Er spielte auf die Opioid-

Krise in den USA an, aber es ging ihm

um die gesellschaftliche Isolation

der Abhängigen, ihren Hass auf die

Gesellschaft, um die Gefährdung des

sozialen Zusammenhalts in schwierigen

Zeiten. Und dass sie schwierig

sind, konnte man schon den Gesprächen

entnehmen, die noch vor Konferenzbeginn

an den Stehtischen im

Foyer geführt wurden: Es ging um

Brexit, die Proteste in Hongkong, die

jüngsten Wahlerfolge der AfD.

Es handele sich bei sozialem Zusammenhalt

nicht etwa um ein„nice

to have“, also um etwas, das man

zwar ganz gerne hat, das aber so

wichtig nun auch wieder nicht ist,

betonte eingangs Aart deGeus, der

Vorstandsvorsitzende der Stiftung.

„Jede Idee ist bedeutungslos, wenn

die Menschen sich nicht nach denselben

Regeln richten und einander

unterstützen.“

Christoph Links im Hof der Kulturbrauerei, wo sein Verlag sitzt.

SABINE GUDATH

Sind Siefür eine Ost-Quote?

Das wäre schwierig. Wer ist ein

echter Ossi? Manche Westler sind seit

zwanzig Jahren hier,esgibt Leute,die

sind aus der DDR weggegangen und

zurückgekommen. Ich bin für mehr

Sensibilität, dass Menschen mit Ost-

Erfahrung, Ost-Prägung in verantwortliche

Positionen kommen.

Warum haben sich die ostdeutschen

Politiker nie zusammengeschlossen?

Dagegen sprach auch das politische

Gefälle, weil der Süden eher

CDU, der Norden SPD-regiertwar.

Das Gefühl, schlecht behandelt zu

werden, ist im Osten gewachsen, obwohl

sich die Lebensverhältnisse verbesserthaben.

Als Verleger habe ich das beobachten

können: Wofür werden

Forschungsgelder ausgegeben, worüber

werden Dissertationen geschrieben?

Erst allmählich kommt

das gesamte Leben in den Blick und

wird man nicht mehr verdächtigt,

ein Ostalgiker zu sein, wenn man

über interessante Filme oder die Alltagskultur

überhaupt spricht.

Warder Ostalgie-Verdacht in den ersten

zehn, zwanzig Jahren der Vereinigung

das Hauptproblem?

Das rührt aus den 90er-Jahren,

aus der Politik der Kohl-Regierung,

als die Delegitimierung der DDR als

offizielles Programm galt. Natürlich

waren die Verwerfungen der Massenarbeitslosigkeit

und der Berufsumbrüche

leichter zu verkraften,

wenn man erfuhr, wie schrecklich

die DDR war. Es ist kein Wunder,

dass Andreas Dresen acht Jahre lang

gekämpft hat, um mit „Gundermann“

einen Film über eine so gespaltene

Figur durchzubringen.

Dass das Land nicht nur in Opfer

und Täter geteilt werden kann, sondernman

sich die Konflikte und Widersprüche

in den Personen selbst

angucken muss.

Und Sie haben das Buch dazu gemacht.

Es gibt unendlich viele Erfolge der

deutschen Einheit. Man redet sie

nicht schlecht, wenn man auf die

Stellen hinweist, wo noch Defizite

sind. Manmuss über sie reden, auch

indem man Bücher dazu verlegt.

Alarmierende Diagnose

Die Diagnose ist relativ einfach,

wenn auch alarmierend wie bei Yascha

Mounk, der die Demokratie

selbst in Gefahr sieht: „Manche

Leute glauben, dass es an der Zeit ist,

etwas Neues zu probieren.“ Georgia

Gould, Abgeordnete der britischen

Labour-Partei und Vorsitzende des

Camden London Borough Council,

pflichtete ihm bei. Genau aus dieser

Haltung heraus hätten viele Engländer

für den Brexit gestimmt.

Wie ein Heilungsprozess in Gang

gesetzt werden kann, dazu waren die

Haltungen unterschiedlich, abhängig

auch davon, aus welcher Welt jemand

kommt. Die Vermittlung unterschiedlicher

Perspektiven war die

große Stärke dieser internationalen

Konferenz. Die Autorin Xifan Yang,

seit vergangenem Jahr Zeit-Korrespondentin

in Peking, berichtete,

dass das in der westlichen Welt als

totale Überwachung verteufelte „Sozialkreditsystem“,

das China gerade

aufbaut und das etwa Zahlungsmoral,

Strafregister, Einkaufsgewohnheiten,

Partei-Treue und soziales

Verhalten erfasst, bei den Chinesen

einen guten Ruf hat. Sie vertrauten

weder der Regierung noch den Medien,

hielten aber diese neutrale

Technik dazu geeignet, Vertrauen ineinander

herzustellen.

Fishbowl-Diskussion

Auf analoge, von unten kommende

Formen der Vermittlung setzen Maximilian

Felsner aus München und

Yifat Ovadia aus Israel. Felsner berichtete

von seinem Start-up Social

Bee, das Flüchtlingen in Arbeit in

Unternehmen bringt, Yifat Ovadia

hat eine Initiative gegründet, die israelische

Araber an Unternehmen

vermittelt. Beide erleben dasselbe:

Direkter Kontakt überwindet Misstrauen

und Skepsis. Bei der Fishbowl-Diskussion

mit einem Gaststuhl

für Konferenzteilnehmer, die

auf das Podium wechseln möchten,

nahm auch Aung Kyaw Moeaus Myanmar

statt, dessen NGO für das Zusammenleben

der verfolgten

Royingya mit der buddhistischen

Bevölkerung arbeitet.

DerDialog soll am neuen Berliner

Standort der Bertelsmann-Stiftung

am Werderschen Markt fortgeführt

werden. Im Herbst ist Eröffnung.


32 Berliner Zeitung · N ummer 208 · 7 ./8. September 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

BÜHNE

Akademie der Künste Hanseatenweg

(& 200 57 20 00) 16.00Halle 2: Monument 0.3:

The Valeska GertMuseum

20.00 Halle 2: Calico Mingling /Katema /Reclining

Rondo /Particular Reel (Lucinda Childs /Ruth

Childs)

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Baal

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Der Seelenbrecher

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.00: In derSache J. RobertOppenheimer

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.00 Box: Lenz

20.00: ugly duckling

Globe Berlin Prolog-Bühne (& 54 90 51 92)

19.30: Nach dem Kuss (Globe Ensemble Berlin)

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: Roxy und ihr Wunderteam

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: Jugend ohne Gott

20.00 Container:Die Verlobung in St. Domingo

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Casting Clara

Radialsystem (& 288 78 85 88)

20.00: Geometrisches Ballett

RambaZambaTheater (& 44 04 90 44)

19.30: DieFrauen vomMeer

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Im Weißen Rössl

Schaubude (& 423 43 14)

ab 19.00: Klang der Dinge. Festival für experimentelle

Musik und Objekttheater

Schaubühne (& 89 00 23)

16.00: Orlando; 19.30 Studio: Das Kalkwerk

20.00: Jugend ohne Gott

Anzeige

Spiegelnde Effekte

Nachdem Zaz von 2010 bis 2017 dauernd auf Tournee war, hat sie unlängst

eine Auszeit genommen und ihr Album „Effet miroir“ fertiggestellt,

das erste Studioalbum seit 2014. 15 Lieder hat sie dafür aufgenommen,

die wieder die für Zaztypische musikalische Melange vonChanson, Jazz, Folk

und Rock zu bieten haben. Auf„Toute ma vie“ klingt sogar ein bisschen Motown-Soul

an. Isabelle Geffroy, wie Zaz mit vollem Namen heißt, wusste

schon früh, was sie wollte.Bereits als vierjähriges Mädchen soll sie verkündet

haben, sie werde Sängerin. Davon ließ sich die 1980 in Tours geborene

Isabelle auch nicht mehr abbringen. Im Alter von sieben Jahren kam sie

beim Casting eines Rundfunksenders auf einen zweiten Platz, vertraute

später dann aber lieber einer Ausbildung am Konservatorium. Anschließend

studierte sie Musik in Bordeaux, wo sie in Bands sang, bevor es nach

Parisging. Frank Junghänel

Zaz Sa, 19 Uhr,Messehallen am Funkturm

Ausstellungen

Performances

Gespräche

Installationen

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Adel verpflichtet

Schlossplatztheater (& 651 65 16)

20.00: Wernichts macht, macht nichtsfalsch (ThorbjörnBjörnsson)

Staatsoper Unter denLinden (& 20 35 45 55)

18.00: Das Rheingold

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Mimikri (Anna Mateur)

BKA (& 202 20 07)

20.00: Fly,Edith, Fly –Vom Ballermann zum BER

(Ades Zabel &Company)

23.30: Paillette geht immer (Jurassica Parka)

Brotfabrik (& 471 40 01)

20.00: Die Improvisionäre spielen was ihr wollt!

Chamäleon (& 400 05 90)

18.00, 21.30: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

17.00, 20.00: Zirkus Angela

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

20.30: Elvis–Das Musical

Freilichtbühne an der Zitadelle (& 333 40 22)

19.00: 1. Spandauer Lachnacht (OleLehmann, Lutz

vonRosenberg Lipinsky,Ausbilder Schmidt,Ingrid

Wenzel, el magomasin)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30, 19.30: Vivid

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)

20.00: Empirisch belegte Brötchen (Marco Tschirpke)

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Vigilia (Varuma Teatro)

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow

Chanson

SONNABEND

Stachelschweine (& 261 47 95)

16.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

15.00, 19.30: The Band –Das Musical

ufaFabrik (& 75 50 30)

20.00 Varieté-Salon: theater.sport(frei.wild)

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

16.00: Über dieVerhältnisse (Frank Lüdecke)

20.00: Der Staats-Trainer (IngoAppelt)

Zimmertheater Steglitz (& 25 05 80 78)

20.00: Einheit und eine Seele (Markus Weiß)

KLASSIK

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Orchester und Chor der Deutschen Oper

Berlin, Solist*innen: Yusif Eyvazov, Patrick Guetti,Anna

Netrebkou.a., Ltg.Michelangelo Mazza, Francesco

Cilea: „Adriana Lecouvreur“,Oper in vier Akten,

konzertant

Elias-Kuppelsaal (& 44263)

19.00: Schubertiade –Ein Salon in Berlin: Kammerchor

ensemberlino vocale, Caspar Wein (Pianoforte),

Ltg.Matthias Stoffels,Chor- und Klaviermusik von

Franz Schubert; Dresscode: casual

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Ltg.Juraj

Valcuha, Valeriy Sokolov(Violine), Musikfest Berlin

Philharmonie (& 25 48 83 01)

19.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Peter Eötvös,

Isabelle Faust (Violine),Musikfest Berlin, Peter Eötvös:

„Alhambra“, Konzertfür Violine und Orchester Nr.3,

dt. EA; Iannis Xenakis: „Shaar“ für großes Streichorchester;Edgard

Varèse: „Amériques“

Zum Geburtstag von Alexander von Humboldt

Samstag, 14.09.2019 ab 12 Uhr

Eintritt frei ·Info &Anmeldung: humboldtforum.org

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)

16.00: Dietmar Schwalke(Violoncello), Alexander

Malter (Klavier), Werkevon Manuel de Falla, Ludwig

vanBeethoven, Edvard Grieg

KINDER

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

12.00: fezMachen! Bauen –Bauhelme auf und ran

ans Werkzeug!

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

16.00: Die LückeimBauzaun (ab 6J.)

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

16.00: Zinnober in der grauen Stadt,United Puppets

(ab 4J.)

KONZERT

Lido (& 69 56 68 40)

20.00: RockoSchamoni &Mirage

Messehallen am Funkturm (& 30 38 -0)

16.00: RBB 88.8 Pop-Helden Festival:Marc Almond,

Cutting Crew, Howard Jones, Paul Young,Limah,

WetWet Wet, Members of Spandau Ballet u. a., IFA-

Sommergarten

Olympiastadion (& 30 68 86 18)

12.00: Lollapalooza: Billie Eilish,Marteria &Casper,

Dendemann, Twenty Øne Piløt, Underworld u. a.

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

14.00: Torstraßenfestival2019

CLUB

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00 Ballsaal: Schwoof, Clärchen &Freunde

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

21.00 3Floors: radioeins: Die SchöneParty

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

22.00: Tresor.Klubnacht

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Gloria: Das Leben wartet

nicht 14.45; Once Upon aTime in... Hollywood 17.00,

20.30

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Late Night –Die Show ihres

Lebens 15.15, 20.30; Synonymes 17.45; So wie du mich

willst –Celle que vous croyez (OmU) So 10.45; Das zweite

Leben des Monsieur Alain –Unhomme presse (OmU) So

13.00

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Und der Zukunft zugewandt

15.00, 17.40, So a. 12.30; Once Upon aTime in...

Hollywood 20.15

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 13.40, 17.00, 20.30; Ich war zuhause, aber...

So 12.15; Es: Kapitel II –It: Chapter Two(OF) 14.00, 17.30,

21.00; Kino der Moderne: Ein blonder Traum So 11.30; The

Whale and the Raven (OmU) 15.00; Der Honiggarten: Das

Geheimnis der Bienen –Tell It to the Bees (OmU) 17.30; Und

der Zukunft zugewandt 20.00; TelAviv On Fire So 11.00;

Freudenberg –Auf der Suche nach dem Sinn So 13.15; Late

Night –Die Showihres Lebens (OmU) 14.20, 19.00, 21.20;

Die Wurzeln des Glücks –Holy Lands (OmU) 16.40; Es gilt

das gesprochene Wort So 11.45; Synonymes 15.20, 20.45;

Synonymes (OmU) 18.00, Sa a. 22.00; TheyShall Not Grow

Old (OmU) So 11.00; Cleo So 11.30; Und wer nimmt den

Hund? 13.15, 17.50, 20.00; Diego Maradona (OmU)

15.15; AGschicht über d‘Lieb So 11.00; Frau Stern14.45,

19.15; Die Agentin 16.40, 21.15; Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria (OmU) So 12.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Und wer nimmt den Hund?

16.00; Der Honiggarten: Das Geheimnis der Bienen 18.00;

Die Agentin 20.15; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die

Charts Sa 22.30; Die drei !!! 15.00; The Whale and the

Raven (OmU) 17.45; Blinded by the Light 20.00; Der Exorzist

–Director‘s Cut Sa 22.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 13.45, 15.50; Gloria: Das Leben wartet nicht

15.15, 18.00, 20.30; YesterdaySo11.15; Pets II Sa 13.15;

Leid und Herrlichkeit Sa 15.15, So 19.30; Prelude Sa

17.45, So 14.45; Seret Berlin: King Bibi (OmenglU) Sa

20.00; Der unverhoffte Charme des Geldes So 12.00; Seret

Berlin: The Other Story (OmenglU) So 17.00; Benjamin

Blümchen 13.15; Photograph –Ein Foto verändertihr Leben

für immer 17.30; Das zweite Leben des Monsieur Alain

20.00; Leberkäsjunkie So 11.00; AToy Story: Alles hörtauf

kein Kommando 13.30, 15.45; Petting statt Pershing 18.00,

20.15; Golden Twenties So 11.00; Die drei !!! 13.15; Die

Wurzeln des Glücks 15.30, 17.45, 20.00; Nur eine Frau So

11.15

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) AToy Story: Alles hörtauf

kein Kommando 11.20, 13.40; Es: Kapitel II 16.00, 19.30,

23.05; Playmobil: Der Film 12.15, 14.40; Once Upon aTime

in... Hollywood 17.00, 20.30; Pets II12.00; Die drei !!!

14.15; Es: Kapitel II 16.45, 20.30; Der König der Löwen

12.10, 14.45; Angel Has Fallen 17.30, 20.15, 23.00; Aladdin

11.45; Late Night –Die Show ihres Lebens 14.30; Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 17.00; Es: Kapitel II 20.00; Die

drei !!! 11.30; Der König der Löwen Sa 17.15, 20.00, So

17.00, 19.45; Es: Kapitel II Sa 22.45, So 22.30; Yesterday

So 14.15; Yesterday11.45; Es: Kapitel II 14.20; Late Night

–Die Show ihres Lebens 17.50, 20.15; Once Upon aTime

in... Hollywood (OF) 22.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Kleiner Aladin und der

Zauberteppich Sa11.00; Benjamin Blümchen Sa 12.30;

3D:Drachenzähmen leicht gemacht3:Die geheime Welt Sa

14.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 16.00;

Unsere große kleine Farm –The Biggest Little Farm (OmU)

17.30; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 19.00;

The Dead Don‘t Die (OmU) 21.00; Endzeit (DFmenglU)

22.45; Royal Corgi: Der Liebling der Queen So 11.00; Willkommen

im Wunder Park So 12.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu So 14.00; Der Goldene Handschuh (DFmenglU)

Sa 11.00; Little Monsters (OmU) Sa 12.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu Sa 14.15; Diego Maradona (OmU) Sa

16.00; Berlin, ILove You (OmU) 18.15; Die Agentin –The

Operative (OmU) 20.15; Burning – Beoning (OmU) Sa

22.15; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer So 11.00;

Yoga: Die Kraft des Lebens –Debout (OmU) So 12.45; Der

unverhoffte Charme des Geldes –Lachute de l‘empire americain

(OmU) So 14.15; Yesterday So16.15; Crawl (OF) So

22.15; FreeSolo(OmU) 11.00; Spider-Man: FarFrom Home

Sa 12.45; Cleo (DFmenglU) Sa 14.50; Paranza: Der Clan

der Kinder Sa 16.30; Crawl (OF) Sa 18.15; Once Upon a

Timein... Hollywood (OmU) 19.45, Sa a. 22.30; Fisherman‘s

Friends –Vom Kutter in die Charts (OmU) So 12.45; Diego

Maradona So 14.45; Once Upon aTime in...Hollywood So

17.00; Paranza: Der Clan der Kinder (OmU) So 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Und wer nimmt den

Hund? 12.00, 18.15; Kroos 13.45; Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria (OmU) 16.00; Frau Stern 20.00; Once Upon

aTime in...Hollywood (OmU) 21.45; Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen (OmU) 12.30; Yoga:Die Kraft des Lebens

–Debout (OmU) 14.15; CongoCalling (OmU) 16.00; Super

Friede Liebe Love 17.45; Free Solo (OmU) Sa 19.30; Carmine

Street Guitars (OmU) Sa 21.30; Lord of the Toys So

19.30; Becoming Animal (OmU) So 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Good Boys 11.00, 13.50,

17.15, 20.15, 22.45; Fast &Furious: Hobbs &Shaw11.00,

14.00, 17.00, 19.40, 22.50; Berlin, ILove You11.00; Playmobil:

Der Film 11.15, 14.00; Stuber –5Sterne Undercover

11.20, 14.30, 20.00, 23.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 11.20, 13.45, Sa a. 17.30, So a. 17.15; IMAX

3D: ABeautiful Planet 11.20; Late Night –Die Show ihres

Lebens 11.30, Sa a. 16.45; Der König der Löwen –The Lion

King (OF) 11.30; Der König der Löwen 11.30, 14.15, 19.45;

Die drei !!! 11.40; Aladdin 11.45, 13.45; Benjamin Blümchen

11.50; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

12.10, 14.45, 16.45, Sa a. 19.50; IMAX 3D: Der König der

Löwen 13.00; Once Upon aTime in... Hollywood 14.00,

16.30, 20.30, 22.30; Golden Twenties 14.10; Good Boys

(OF) 14.30; Es: Kapitel II 14.30, 15.45, 16.15, 18.30,

19.30, 20.15, Sa a. 23.15, So a. 22.30; Paradise Hills

14.45; Angel Has Fallen Sa 16.15, 19.20, 22.20, So 17.15,

19.50, 23.00; 3D: Der König der Löwen 17.00, Sa a. 20.15;

IAmMother 17.10, 23.00; Spider-Man: FarFrom Home Sa

17.15, So16.45; Fast &Furious: Hobbs &Shaw (OF)

17.30; Once Upon aTime in... Hollywood (OF) 22.45, Sa a.

19.15, So a. 20.15; Es: Kapitel II –It: Chapter Two (OF)

19.15, Sa a. 22.30, So a. 23.15; Crawl 20.30, 23.15; John

Wick: Kapitel III Sa 23.00; Annabelle III 23.00; Es /Es:

KapitelIISo17.00; Polityka So 20.00

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Cleo 16.00; Ich war zuhause,

aber... (OmenglU) 18.00; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 20.00; The Dead Don‘t Die (OmU) 23.00;

Berlin Bouncer (OmU) 16.15; AGschicht über d‘Lieb Sa

18.00; Synonymes (OmU) 20.00; Das melancholische

Mädchen (OmenglU) Sa 22.20; Cleo (OmenglU) Sa 23.55;

Acid –Kislota (OmU) So 18.00; Endzeit (OmenglU) So

22.20

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (✆ 04 51/703 02 00) AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 13.30, 17.10, So a. 11.00;

Pets II 13.40, So a. 11.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 13.50, So a. 11.20; Good Boys 14.00, 17.00,

20.15; Der König der Löwen 14.10, 16.30, So a. 11.20;

Playmobil: Der Film 14.15, 16.50, So a. 12.00; Es: Kapitel

II 15.15, 16.00, 19.30, 20.00, Sa a. 22.30, 23.00; Angel

Has Fallen 16.40, 19.40, Sa a. 22.45; Once Upon aTime

in... Hollywood 19.20, Sa a. 22.40; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw Sa19.30; 3D: Der König der Löwen 19.45; Annabelle

III Sa 22.50; Child‘s Play Sa23.10; Die drei !!! So

11.10; Benjamin Blümchen So 11.40; Es: Kapitel II –It:

Chapter Two(OF) So 20.00

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Und der Zukunft zugewandt Sa

14.00, So 20.00; Diedrei!!! Sa 16.00,So16.10; Yesterday

Sa 17.50; Und wernimmt den Hund? Sa 20.00, So 18.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Playmobil: Der Film

11.50, 14.20, Sa a. 17.10, So a. 17.15; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00; Mein Lotta-Leben 12.00, 15.10,

17.50; Der König der Löwen 12.10, 14.50, 17.00, 20.00;

Die drei !!! 12.15; 3D: Der König der Löwen 12.20, 14.30,

17.20; Benjamin Blümchen 12.20, 14.40; AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 12.30, 15.00, 17.30; Pets II

12.40; Es: Kapitel II14.15, 16.45, 19.30, 20.00, Saa.

22.00; Good Boys 14.30, 17.40, 19.45, Sa a. 23.00; 3D: A

Toy Story: Alles hört auf kein Kommando Sa 14.45; Angel

Has Fallen 16.50, 20.10, Sa a. 22.50;

Und der Zukunft zugewandt 17.30, 20.15; Once Upon a

Time in... Hollywood 19.40; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

19.50, Sa a. 22.40; Spider-Man: Far From Home 20.20;

Stuber –5Sterne Undercover Sa22.50; Little Monsters Sa

23.00; Crawl Sa 23.00; Vaiana So 15.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) Sa 15.30, 19.00, 22.30, So14.40, 18.00,

21.30; B Die Wurzeln des Glücks –Holy Lands (OmU) Sa

15.00, 19.30, So 14.30, 19.00; Petting statt Pershing Sa

17.15, 21.45, So 16.45, 21.15

fsk amOranienplatz (✆ 614 24 64) Golden Twenties

14.15, 20.00, 22.00; Becoming Animal (OmU) 16.15; Carmine

Street Guitars (OmU) 17.45; Prelude 18.00; Synonymes

(OmU) 19.30, 22.00, Soa.13.15; Congo Calling

(OmU) So 15.45

Moviemento (✆ 692 47 85) Checker Tobi und das Geheimnis

unseres Planeten Sa 11.15; Der blaue Tiger Sa13.15;

The Whale and the Raven (OmU) 19.30, Sa a. 15.15, So a.

12.45; Frau Stern Sa17.30, So 15.15; Prelude Sa 22.00,

So 17.15; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts

(OmU)So10.15; High Life (OmU)So22.00; Cleo Sa 11.15;

BenjaminBlümchen Sa 13.30, So 12.30; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! Sa 15.30, So 10.15, 14.45;

Prelude Sa17.45; Seret Berlin: The Jewish Underground

(OmenglU) Sa 20.00; TelAviv On Fire (OmU) Sa 22.45; Seret

Berlin: King Bibi (OmenglU) So 17.00; Seret Berlin: Joseph

&Josephine (OmenglU) So 20.00; Frau Stern(OmenglU)

So 22.15; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) Sa

11.30, 14.45, 18.00, 21.15, So 11.15, 14.30, 17.45,

21.00

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Das magische Haus

15.00; Einführung in eine wahre Geschichte der dffb Sa

20.30

KINO

Grund zum Feiern

Claus Löser zu Entdeckungen und Enttäuschungen

bei der Jubiläumsausgabe

des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg

Als vor 25Jahren zum ersten Mal ein Jüdisches

Filmfestival in Berlin veranstaltet

wurde, war seine künftige Größenordnung

noch nicht abzusehen. Gerade einmal

acht Beiträge standen damals auf dem Programm.

Inzwischen werden mehr als 40 Langfilme

sowie viele Kurzfilme und Sonderprogramme an 14

verschiedenen Spielstätten in Berlin und im Umland

gezeigt. Im Straßenbild sind die bunten Plakate

mit dem „Celebration!“-Schriftzug kaum zu übersehen.

DasFestivalhat allen Grund zum Feiern.

Vielleicht sind in der Fülle des Angebots die

künstlerisch wirklich herausragenden

Arbeiten etwas

schwerer ausfindig zu

machen als früher. Der Eröffnungsfilm

„Crescendo

#Makemusicnotwar“ von

Dror Zahavi gehört jedenfalls

nicht dazu. Diemit den

üblichen Zutaten dramatisierte

Geschichte um ein israelisch-palästinensisches

Jugendorchester ist leider

nur Mainstream. Doch findet

sich im Programm noch

genug Hochkarätiges, um

zehn Tage mit sehenswerten

Filmen auszufüllen.

Zunächst gibt es manches

wiederzuentdecken –

greift doch die Jubiläumsausgabe

auf Höhepunkte

zurückliegender Jahrgänge

zurück oder verweist auf

selten aufgeführte Werke.

Gleich am zweiten Festivaltag

wird in Erinnerung

an den im Juli verstorbenen

Produzenten Artur Brauner mit „Morituri“ einer

der ersten deutschen Nachkriegsspielfilme zum

Völkermord ander jüdischen Bevölkerung Europas

gezeigt. 1947 unter der Regie von Eugen York

entstanden, stieß der Film nach seiner Premiere

weitgehend auf Ignoranz. DasAusmaß der Verbrechen

war noch nicht absehbar. Heute stellt „Morituri“

ein einzigartiges Dokument dar. Eine ungemein

wichtige Arbeit leistete auch die 1975 von

Günter PeterStraschekfür die ARD gedrehte,fünfteilige

Doku-Serie „Filmemigration aus Nazideutschland“.

Systematisch wurden hierfür in

mehr als tausend Interviews aus Deutschland und

Österreich vertriebene oder gerade noch rechtzeitig

geflohene Filmkünstler (u.a. Fritz Lang, Anatole

Litvak, Lotte H. Eisner, Camilla Spira) zu ihren Erlebnissen

und Haltungen befragt. Diese Bestandsaufnahme

wurde nach ihrer Erstausstrahlung nur

ein einziges Malwiederholt und noch nie in einem

Berliner Kino gezeigt. In diesen Kontext passt auch

Ulrike Ottingers packendes, mehr als 4-stündiges

Dokumentar-Opus „Exil Shanghai“ von1977.

Unter den aktuellen Produktionen sticht mit

„Autonomies“ von Yehonatan Indursky und Ori

Elon eine Seriehervor, die in Israel alsEreignis gefeiertwurde.Die

in naher Zukunft spielende Dystopie

geht davon aus, dass nach einem Bürgerkrieg das

Land in zwei voneiner Mauer getrennte Hälften zerfallen

ist. Zwischen dem ultraorthodoxen und dem

eher liberalen Teil wechselt der Bestatter Broide hin

und her, schlägt aus der Teilung durch Schmuggel

seinen Profit. Als der umtriebige Lufthändler eines

Tages mit dem heiklen Auftrag einer Kindesentführung

betraut wird, sieht er sich mit existenziellen Erlebnissen

konfrontiert, die ihn bis in die Ukraine

führen. Herausragend auch „To Dust“ von Shawn

Snyder,indem ein vonGéza Röhrig(Hauptdarsteller

aus „Son of Saul“) gespielter, orthodoxer Kantor

nach dem Tod seiner Frau intiefe Sinnkrisen gestürzt

wird undgemeinsam mit einemBiologielehrer

(Matthew Broderick) dem Wesen der Vergänglichkeit

auf die Spur zu kommen

sucht.

Andere Beiträge geben

Einblicke in die Vielfalt der

israelisch-jüdischen Kultur

in Gegenwart und Vergangenheit.

Überraschend

zum Beispiel die Hintergrundgeschichte

zu Billie

Holidays größtem Hit

„Strange Fruit“ (1939). Im

gleichnamigen Film rekonstruiert

Regisseur Joel Katz,

dass Text undMusik voneinem

jüdischen Gewerkschafter

stammen, der sich,

schockiert von Lynch-Morden

in den Südstaaten, mit

den ausgegrenzten Afroa-

DAS FLIEGENDE AUGE

Szene aus dem russischen Film „The Humorist“

von Michael Idov

TSCHECHISCHES FILMZENTRUM

Sputnik (✆ 694 11 47) Neues von Pettersson und Findus

14.30; Cleo (OmenglU) Sa 16.00; Paranza: Der Clan der

Kinder –La paranza dei bambini (OmU) Sa 17.45, So

19.15; Hot Air (OF) Sa 19.30; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) Sa 21.30; Freudenberg –Auf der Suche nach

dem Sinn So16.00; Gloria: Das Leben wartet nicht So

17.15; Gloria: Das Leben wartet nicht –Gloria Bell (OmU)

So 21.15; Aardvark So 23.00; Freudenberg –Auf der Suche

nach dem Sinn Sa 14.30; Unsere große kleine Farm –The

Biggest Little Farm (OmU) Sa 16.00; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) Sa17.45, So 19.00; Gloria: Das

Leben wartet nicht –Gloria Bell (OmU) Sa 20.00; Paradise

Hills (OmU) Sa 22.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) So 14.30, 21.00; Hot Air So 17.15; Kinobar im

Sputnik B-Movie: Lust &Sound in West-Berlin (OmenglU)

So 21.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Die drei !!! 14.45; Und der Zukunft

zugewandt 17.30; Once Upon aTime in... Hollywood 20.00;

Freudenberg –Auf der Suche nach dem Sinn So 13.30; New

Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 15.15; Late

Night –Die Show ihres Lebens 17.00; Und der Zukunft zugewandt

19.15; Late Night –Die Showihres Lebens (OmU)

21.40

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 5389590) Good Boys 14.30, 17.30;

Der König der Löwen 17.15, 20.15, Sa a. 14.45, So a.

12.30; Playmobil: Der Film 15.00, So a. 10.15, 12.45; Mein

Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 15.15, So a. 10.30,

13.00; AToy Story: Alles hörtauf kein Kommando 15.15, So

a. 13.00, 17.45; Es: Kapitel II 16.45, 19.45; Angel Has Fallen

17.30, 20.30; Und der Zukunft zugewandt 20.15, Sa a.

17.45, Soa.15.15; Once Upon aTime in... Hollywood

19.45; Benjamin Blümchen So 10.00, 12.15; Die drei !!!

So 10.15; Pets II So 10.45

merikanern solidarisierte.

In „Unsettling“ hingegen

geht es um eine aktuelle politische

Intervention in der

von Israel besetzten Westbank.

Die Aktivistin Iris

Zaki vermochte trotz spontaner

Ablehnung durch die

meist rechtskonservativen Siedler vor laufender

Kamera Gespräche in Gang zu bringen. Ihr gelang

damit das pulsierende Gruppenporträt einer tief

gespaltenen, aber dennoch durchlässigen Gesellschaft,

dassogar so etwas wieHoffnung freisetzt.

Einer der künstlerisch gelungensten Spielfilme

kommtdiesmal ausRussland. „The Humorist“ von

Michael Idov führt zurück in die UdSSR des Jahres

1984. Im bereits vomZerfall geprägten Sowjetreich

versucht sich ein Komödiant durchs Leben zu lavieren.

Sein Erfolgmachtihn leichtsinnig, undbald

findet er sich als eine Art Hofnarr inden höchsten

Kreisen derNomenklaturawieder. Stets wird dabei

auf seine Herkunft angespielt, mal gönnerhaft,

dann auch unverhohlen aggressiv. In einer antiksurreal

übersteigerten Saunaszene kommt eszur

Apotheose. Doch derjüdischeHumor weisteinmal

mehr über das Ende hinaus.

Jüdisches Filmfestival Berlin&Brandenburg,diverseKinos in Berlin

und im Land Brandenburg,8.bis 17.September.

ZumJubiläum erscheintunter dem Titel „Celebration!“ im Neofelis

Verlag einFestband,24Euro

Claus Löser

ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.Er

kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Gloria Sa 13.00, So

11.00, 17.45; Die Agentin Sa 13.00, 18.00, 22.30, So

20.15; Mein Lotta-Leben Sa 13.30, 15.45, So 13.15,

15.30; Gundermann Sa 15.15, So 10.45; Und der Zukunft

zugewandt Sa 15.30, 18.00, 20.30, So 13.30, 16.00,

17.45; Leberkäsjunkie Sa 18.00; Frau Stern Sa20.15, So

13.30, 18.30; Stuber –5Sterne Undercover Sa20.30,

22.00, So 20.00; Anna, Asien und ich So 15.30; Schwarze

Katze, weißer Kater So 19.00; DiegoMaradona So 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt amEastgate (✆ 93 03 02 60) AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 11.30, 14.00, 17.15; Mein

Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 11.35, 15.00; Playmobil:

Der Film 11.45, 14.30; Benjamin Blümchen 11.45;

Pets II 12.00, 14.15; Der König der Löwen 12.00, 14.00,

16.55; Good Boys 14.00, 17.20, 20.15; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw14.00, Sa a. 16.30, 19.45, 23.00; Es: Kapitel

II 14.30, 16.15, 18.30, 20.15, Sa a. 22.30; Once Upon

aTime in...Hollywood 19.45, Sa a. 16.30, 22.30; Angel Has

Fallen 17.15, 20.00,Saa.23.00; 3D: Der König der Löwen

Sa 19.45; Stuber –5Sterne UndercoverSa20.15; Crawl Sa

22.45; Annabelle III Sa 22.45; Es /Es: Kapitel II So 17.00;

Es: Kapitel II –It: Chapter Two(OF)So20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98)Der kleine Drache Kokosnuss –Auf

in den Dschungel! 15.00; Alfons Zitterbacke–Das Chaos ist

zurück 16.45; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die

Charts Sa 18.30, So 18.45; Cleo (OmenglU) Sa 20.45; Leid

und Herrlichkeit So 21.00; Kleiner Aladin und der Zauberteppich

16.00; Leid und Herrlichkeit Sa 17.45; Und wer

nimmt den Hund? Sa 20.00, So 19.45; Kleine Germanen

(OmenglU) Sa 21.45; Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft

So 17.45; Cleo (OmenglU) So 21.30


Babylon (✆ 242 59 69) 1929!: Frühlingserwachen (m.Live-Musikbegleitung)

Sa 16.15; 1929!: Der Sonderling (m.

Live-Musikbegleitung) Sa 16.30; 60‘s Italia: Mafioso

(OmenglU) Sa 18.00; 1929!: Die Generallinie (OmU; m.

Live-Musikbegleitung) Sa 18.00; 1929!: Asphalt (OmenglU;

m. Live-Musikbegleitung) Sa 18.15; 1929!: Erpressung

(stumme Fassung) (OmU; m. Live-Musikbegleitung) Sa

20.00; Diego Maradona (OmenglU) Sa 20.00, So 17.15;

1929!: Tagebuch einer Verlorenen (m.Live-Musikbegleitung)

Sa 20.15; 1929!: Im Frühling (OmenglU; m. Live-Musikbegleitung)

Sa 21.45; 1929!: Arsenal (OmenglU; m. Live-Musikbegleitung)

Sa 22.15; 60‘s Italia: Liebe ‚62 (OmenglU)

Sa 22.30; 1929!: Der Mann mit der Kamera (OmenglU; m.

Live-Musikbegleitung) Sa 23.00; Stummfilm um Mitternacht:

Kurzfilmprogramm (m. Live-Musikbegleitung) Sa

23.59; 60‘s Italia: Wernie sein Brot mit Tränen aß (OmU) So

13.45; 1929!: Die fidele Herrenpartie (m.Live-Musikbegleitung)

So 14.45; 1929!: The Love Parade (OF) So 15.00;

CinemAperitivo: Geschenkt wurde uns nichts (OmU; m. Gast

u. Gespräch) So 16.00; 1929!: Menschen am Sonntag (m.

Live-Musikbegleitung) So 16.30; 1929!: Mutter Krausens

Fahrtins Glück (m.Live-Musikbegleitung) So 17.15; 1929!:

Fräulein Else (m. Live-Musikbegleitung) So 18.00; 1929!:

Das neue Babylon (OmenglU; m. Live-Musikbegleitung) So

19.30; Yesterday(OmU) So 19.45; Seret Berlin: Synonymes

(OmenglU) So 20.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Mein Lotta-

Leben Sa10.00, 14.30, 16.30; Rocketman (OmU) Sa

12.00; Seret Berlin: Jonathan Agassi SavedMyLife (OmenglU)

Sa 19.00; Yesterday (OmU) Sa 21.30; Die Wurzeln des

Glücks (OmU) So 10.15, 12.15, 14.15, 16.15, 18.30,

20.45; Der kleine Maulwurf Sa 10.15; Die Wurzeln des

Glücks (OmU) Sa 11.30, 13.30, 15.30, 17.45, 20.00,

22.15; Mein Lotta-Leben So 10.30, 15.00; Rocketman

(OmU) So 12.30; Synchronies of territory and memory in

residency (OmenglU) So 17.00; Yesterday(OmU) So 19.30;

IAmMother (OF) So 22.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Die drei !!! 11.00;

Playmobil: Der Film 14.10, Sa a. 11.10, So a. 11.00; AToy

Story: Alles hörtauf kein Kommando 11.20, 13.50, 16.30;

Benjamin Blümchen 11.30; Good Boys 11.40, 14.50,

20.30, Sa a. 17.20; Spider-Man: Far From Home 11.50;

Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 11.50, 14.20;

Der König der Löwen 12.00, 14.00,16.40, 19.15; Es: Kapitel

II 12.20, 15.00, 16.15, 19.00, 20.00, 22.10, 23.00;

Pets II 13.30, 15.45; Once Upon aTime in... Hollywood

17.00, 19.30, Sa a. 13.40, 22.45, So a. 13.30, 22.55; Fast

&Furious: Hobbs &Shaw16.40, Sa a. 19.40, 22.50, So a.

23.10; Angel Has Fallen 17.15, 20.15, 23.10; 3D: AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 18.00; 3D: Der König

der Löwen 23.00, Sa a. 19.50; Crawl 20.40; Stuber –5

Sterne Undercover Sa23.00; Annabelle III 23.15; Diego

Maradona So 17.00; Polityka (OmenglU) So 20.00; Es: Kapitel

II –It: Chapter Two(OF) So 20.00

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Berlin Babylon (DFmenglU)

15.00, So a. 10.30; Der Honiggarten: Das Geheimnis der

Bienen –Tell Ittothe Bees (OmU) 17.00, 19.15, Soa.

12.30; Golden Twenties (DFmenglU) 21.30; Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 14.45, So a. 11.00, 18.00; Gloria:

Das Leben wartet nicht –Gloria Bell (OmU) Sa 22.00,

So 21.15; Paranza: Der Clan der Kinder –Laparanza dei

bambini (OmU) 15.00; Blinded by the Light (OmU) 17.30;

Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 20.00; Burning –

Beoning (OmU) So 12.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor y

gloria (OmU) 14.15; Und der Zukunft zugewandt 16.45,

19.00, So a. 10.15; Frau Stern (DFmenglU) 21.15, So a.

12.15; Ich war zuhause, aber... (DFmenglU) 14.45, So a.

10.15; Late Night –Die Show ihres Lebens (OmU) 17.00,

19.15, Soa.12.15; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 21.30

International (✆ 24 75 60 11) Und der Zukunft zugewandt

Sa 14.00, 16.30, So 15.45; Once Upon aTime in...Hollywood

(OmU) Sa 19.00, 22.30,So18.15, 21.40; Pulp Fiction

(OmU) So 12.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Paul Dessau Sa 20.00;

Ladyofthe Tropics So 18.00; Experiment in Terror So 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) Playmobil:

Der Film12.00, 14.20, 17.00; Pets II 12.00, 14.30;

Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 12.00, 14.10;

Good Boys 12.00, 14.30, 16.50, Sa a. 20.20; Die drei !!!

12.00, Saa.14.35, So a. 14.40; Der König der Löwen

12.00, 14.15, 17.40, 19.50; Benjamin Blümchen 12.00;

Aladdin 16.35, Sa a. 12.00, So a. 12.10; AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 12.00, 14.00, 16.45; Es: Kapitel

II 14.00, 16.45, 19.30, 20.30, Sa a. 22.40; Spider-Man: Far

From Home 14.10; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 19.30,

Sa a. 16.45, 23.00, So a. 16.50; Once Upon aTime in...

Hollywood 16.50, Sa a. 19.25, 22.45, So a. 19.55; Angel

Has Fallen 17.00, Sa a. 19.55, 23.05, So a. 20.20; Es:

Kapitel II–It: Chapter Two(OF) 19.30, Sa a. 22.45; Once

Upon aTime in... Hollywood (OF) 20.30; Crawl Sa 23.00;

Annabelle III Sa 23.05; Der kleine Maulwurf (1963-1975)

So 10.30; Polityka (OmU) So 20.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Aladdin (DF) Sa 13.00, So 12.00;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) Sa 15.20, So

19.30; Die Agentin –The Operative (OmU) Sa 17.30, So

14.20; Diego Maradona (OmU) Sa 19.40, So 21.40; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) Sa 22.00, So 16.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 17.00, 20.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 16.30, 20.00; Frau Stern 16.30, 18.30,

20.30; Unsere große kleine Farm 15.00; Freudenberg –Auf

der Suche nach dem Sinn 17.00; The Whale and the Raven

(OmU) 18.45; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

21.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Es: Kapitel II –It: Chapter Two

(OF) 14.30, 18.00, 21.30; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando –Toy Story IV(OF) 14.15; Es: Kapitel II–It:

ChapterTwo (OF) 16.30, 20.00; Apocalypse Now–Final Cut

(OmU) 14.15; Once Upon aTime in... Hollywood (OF) 17.45,

21.15; Late Night –Die Show ihres Lebens (OmU) 14.00,

19.00, So a. 22.00; Synonymes (OmU) 16.15, 21.15; Der

König der Löwen –The Lion King (OF) 15.30; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 17.30; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmenglU) 19.30; CreepyCrypt: Sneak Preview(OF)

Sa 22.30

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Benjamin

Blümchen 11.45; Playmobil: Der Film 11.55, 14.20; AToy

Story: Alles hörtauf kein Kommando 12.05, 14.00, 17.00;

Die drei !!! 12.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

12.30,Saa.14.45, So a. 14.40; Good Boys 13.45,

20.00, Sa a. 17.25, 23.00; Der König der Löwen 14.30,

17.15; Es: Kapitel II15.00, 16.15, 19.00, 20.15, Sa a.

22.15; Once Upon aTime in... Hollywood 16.25, 19.40, Sa

a. 22.30; 3D: Der König der Löwen Sa 19.30; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw19.50; Crawl Sa 23.00; Es /Es: Kapitel

II So 17.00

Wolf (✆ 921 03 93 33) Der kleine Maulwurf (1963-1975)

12.00; Synonymes (OmenglU) Sa 12.00, So 21.10; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 13.20, Sa a. 21.00, So

a. 18.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) Sa

14.30, 18.50,So16.40; WirKinder aus Bullerbü Sa 16.30;

Ich war zuhause, aber... (OmenglU) Sa 16.40, So 21.10; Die

Einzelteile der Liebe (OmenglU) Sa 19.00, So 14.30; Messer

im Herz –Uncouteau dans le coeur (OmU) Sa 20.00;

Synonymes (OmU) Sa 21.10, So 12.00; Kiriku und die Zauberin

So 16.30; Carmine Street Guitars (OmU) So 19.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 13.30, 15.45; Und der Zukunft

zugewandt18.00, 20.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit

Flamingo!13.30, 15.40; Und wernimmt den Hund? 17.50;

Once Upon aTimein... Hollywood 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Freudenberg –Auf

der Suche nach dem Sinn 13.40; Und der Zukunft zugewandt

15.30, 18.00, 20.30; Benjamin Blümchen So 11.00;

Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 13.40, 15.50;

Frau Stern18.20, So a. 12.00;Es: Kapitel II –It: Chapter Two

(OF) 20.45; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.00, 16.10; Synonymes 18.00, 20.15; Cleo So 12.15;

The Whale andthe Raven(OmU) 14.30; Once Upon aTime

in... Hollywood 16.40, 20.00; Unsere große kleine Farm So

12.30; Die drei !!! 14.30; Late Night –Die Show ihres Lebens

16.45; Prelude 19.00; Late Night –Die Show ihres

Lebens (OmU)21.15; Und wernimmt den Hund? So 12.30

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)Es: Kapitel

II –It: Chapter Two(OF) 14.00, 20.30, 21.45, Soa.

2.00; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando Sa 14.00,

16.45, So 14.20, 17.30; Der König der Löwen 14.10,

17.00; Der Honiggarten: Das Geheimnis der Bienen 14.15,

19.45; Yesterday Sa14.20; Playmobil: Der Film Sa 14.20,

So 12.10; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

14.20, 16.50; Die Wurzeln des Glücks 19.30, Sa a. 14.30,

So a. 14.20; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

16.40, 20.00, 22.00; Es: Kapitel II19.30, 22.20, Sa a.

16.45, So a. 16.30; Und der Zukunft zugewandt 17.15, Sa

a. 19.20, So a. 19.45; Late Night –Die Show ihres Lebens

17.15; Gloria: Das Leben wartet nicht 17.20; Once Upon a

Time in... Hollywood 19.00; Leid und Herrlichkeit 19.30; Der

König der Löwen –The Lion King (OmU) 22.00; Leid und

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 22.15; Die Agentin –The

Operative (OmU) 22.50; Die drei !!! So 11.45; Und wer

nimmt den Hund? So 12.00; So wie dumich willst So

12.00; Benjamin Blümchen So 12.15; Kuddelmuddel bei

Pettersson und Findus So 12.20

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Frau Stern19.45, Sa a. 16.30;

Acid –Kislota (OmU) Sa 18.00; Die Grube (OmU) So 16.45;

Alles andere zeigt die Zeit So 18.00

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Mirai: Das Mädchen aus

der Zukunft 14.00; Das melancholische Mädchen (OmenglU)

Sa 15.45; Frau SternSa17.15, So 18.00; Shorts Attack

–Sundance Shorts 2019 Sa 18.45; Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria (OmU) Sa20.30; Carmine Street Guitars

(OmU) Sa 22.30, So 22.00; Casablanca (OmU) Sa 23.59;

Der Himmel über Berlin (OmenglU) So 15.45; Sneak PreviewSo19.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Benjamin

Blümchen 12.00, 14.15; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 12.00, 14.45, 17.15, Saa.19.55; Der König

der Löwen 12.05, 14.25,17.10, So a. 19.25; Playmobil: Der

Film 12.10, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 12.15,

14.30; Die drei !!! 12.15, 14.40; Good Boys 14.15, 16.55,

20.15, Sa a. 23.00, So a. 22.35; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw 22.45, Sa a. 14.15, 19.50, So a. 13.55, 20.10; Es:

Kapitel II 14.40, 16.30, 18.25, 22.15, Sa a. 20.10, So a.

20.00; Once Upon aTime in... Hollywood 14.50, 16.30,

19.20, 22.20;Angel Has Fallen 16.55, 19.55, 22.55; Spider-Man:

Far From Home 17.00; 3D: Der König der Löwen

Sa 19.25; Berlin, ILove You 19.50; Stuber –5Sterne Undercover

22.45; Little Monsters 23.00; Crawl 23.00; Es /

Es: Kapitel II So 17.00; Late Night –Die Showihres Lebens

So 20.00

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Unsere große

kleine Farm Sa 16.30, So 16.00; Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen Sa 19.00, So 13.30; Yuli So 18.00

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Der König der Löwen

11.10, 13.40, 16.35, 19.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 11.15, 13.40; Pets II 11.20, 14.25; Spider-

Man: Far From Home 11.25; Playmobil: Der Film 11.30,

14.15, 17.00; Benjamin Blümchen 11.30, 14.00; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 11.40, 14.15, 16.40;

Aladdin 11.50; Die drei !!! 12.00; 3D: AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 14.00; Good Boys 14.30, 17.00, Sa a.

19.30, 23.15; Es: Kapitel II 15.00, 16.00, 19.00, 20.00, Sa

a. 22.00, 23.00; Once Upon aTime in... Hollywood 16.30,

19.15, 19.50, Sa a. 22.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

16.50, 19.45, Sa a. 23.15;Angel Has Fallen 16.50, 20.15,

Sa a. 23.15; 3D: Der König der Löwen 20.20; Annabelle III

Sa 23.00; Es: Kapitel II –It: Chapter Two(OF) So 20.00

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 12.45; Und wernimmt den

Hund? 15.00; Gloria: Das Leben wartet nicht 17.30; Und

der Zukunft zugewandt 20.05

Cosima (✆ 85 07 58 02) Leid und Herrlichkeit 18.00,

20.15; YesterdaySo15.30

Odeon (✆ 78 70 40 19) Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 16.30, 20.00

Urania-Filmbühne (✆ 218 90 91) Japan –eine Filmreise:

Vortrag mit Filmbeispielen (m. Pause) Sa 14.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Der Honiggarten: Das Geheimnis

der Bienen –Tell It to the Bees (OmU) 20.30; Carmine Street

Guitars (OmU) So 16.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor y

gloria (OmU) So 18.00

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Playmobil: Der

Film 13.55, Sa a. 10.00, 11.55, So a. 12.05; Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 12.30, 16.10, Saa.

10.00; Der König der Löwen 10.00, 12.10, 14.55, 19.45,

So a. 16.55; Benjamin Blümchen 10.00; AToy Story: Alles

hörtauf kein Kommando 10.00, 12.45, 14.15, 17.40, Sa a.

16.55; Pets II 12.00; Good Boys 14.40, 20.10, So a. 18.25;

Es:Kapitel II 15.30, 16.40, 19.15, 20.30, Sa a. 23.00; Late

Night –Die Showihres Lebens Sa 18.25; Once Upon aTime

in... Hollywood 20.45, Sa a. 22.40; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw Sa22.40; Der kleine Maulwurf (1963-1975) So

10.30

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Geheimnis

eines Lebens Sa 13.45; Und wernimmt den Hund? 16.00,

Sa a. 20.15, So a. 18.00; Yesterday Sa18.00; Der Klavierspieler

vom Gare du Nord So 13.45; Der Fall Collini So

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Late Night 12.00, 14.30,

17.15, 20.00, Sa a. 22.40

Thalia Movie Magic (✆ 774 3440) Playmobil 13.00,

15.00, So a. 11.00; AToy Story 13.15, 15.45, 18.00; Der

König der Löwen 13.30, 15.30, 18.00,20.30; Mein Lotta-

Leben 13.45, 16.00; Es: Kapitel II 17.00, 20.30; Good Boys

18.00, 20.30; Once Upon aTime in... Hollywood 20.30;

Benjamin Blümchen So 11.00; Winnetou –Der Schatz im

Silbersee So 11.15; Pets II So 11.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Frank Borzage: The River –Die

erste Frau im Leben (OVmZt; m. Live-Klavierbegleitung) Sa

19.30; Frank Borzage: ...und ewig siegt die Liebe –History

Is Made at Night (rest. Fassung) Sa 21.00; Frank Borzage:

Mannequin (OF) So 20.00; Magical History Tour: Der Leidensweg

Jesu in Curalha (OmenglU) Sa 20.00; Magical HistoryTour:

Close-Up (OmenglU) So 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) Fast &

Furious: Hobbs &Shaw 19.40, 23.00, Sa a. 13.00, 16.20,

So a. 13.20, 16.00; Es: Kapitel II16.15, 17.15, 19.00,

20.30, 21.15, 22.15, 22.30,Saa.13.00, 14.30, 21.45,So

a. 12.50, 15.30; Der König der Löwen 13.00, 16.00, 19.00;

Pets II Sa 13.10, 14.30, So 13.40, 14.00; Spider-Man: Far

From Home Sa 13.20, 16.40, 20.15, 22.50, So 20.20; Drei

Schritte zu Dir 13.30, 16.30; Benjamin Blümchen Sa 13.30,

So 12.50; Aladdin 19.00, Sa a. 13.30; Good Boys 19.40,

23.00, Sa a. 13.40, 17.00, So a. 13.30, 17.50; Angel Has

Fallen Sa 13.45, 17.00, 19.30, 22.30, So 16.45, 19.45,

22.50; AToy Story: Alles hörtauf kein Kommando 19.50, Sa

a. 13.50, So a. 14.10; Playmobil: Der Film Sa 14.00, So

14.15; Once Upon aTime in... Hollywood 16.30, 20.15,

22.30, Sa a. 14.00, 17.45, So a. 12.30, 14.15, 19.15;

Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! Sa 14.00, So

13.40; Leid und Herrlichkeit 14.10; Die drei !!! Sa 14.10,

So 14.15; 3D: Der König der Löwen 14.10, 20.00, 23.00,

Sa a. 17.00, So a. 16.50; Prelude Sa 16.00, So 16.15; Late

Night –Die Showihres Lebens Sa 16.40, 19.20, So 16.30,

19.10; Der Honiggarten: Das Geheimnis der Bienen 16.40,

19.30; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando Sa

16.45, So 17.00; Und der Zukunft zugewandt 17.00, 19.45;

Die Wurzeln des Glücks Sa 17.00, So 17.10; Paranza: Der

Clan der Kinder 17.15; Gloria: Das Leben wartet nicht

19.30; Die Agentin 22.30, Sa a. 19.50; Yesterday 20.10;

Avengers: Endgame Sa 22.10, So 22.00; Stuber –5Sterne

Undercover 22.15; Crawl 22.15; John Wick: Kapitel III

22.20; Annabelle III 23.00; Diego Maradona So 12.30;

Polityka (OmenglU) So 16.00; IAmMother So 22.30

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00) Fantasy

Filmfest 2019: Il primo re –Romulus &Remus: The First King

(OmenglU) Sa 13.00; Late Night –Die Show ihres Lebens

(OF) 13.30, 16.20, Sa a. 19.45; Es: Kapitel II –It: Chapter

Two (OF) 13.30, 16.30, 20.15, 23.00; Good Boys (OF)

13.40, 17.15, So a. 19.45; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando –Toy Story IV(OF) 13.50, 17.00, Sa a. 19.30,

So a. 20.10; Playmobil: Der Film –Playmobil: The Movie (OF)

14.15; Der König der Löwen –The Lion King (OF) 14.15,

19.10; Once Upon aTime in... Hollywood (OF)15.00,17.45,

19.00, 21.45, Sa a. 22.40, So a. 22.50; Fantasy Filmfest

2019: Kuru–It Comes (OmenglU) Sa 15.15; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw (OF) Sa 16.10, 22.30, So 22.15; Fantasy

Filmfest 2019: Vivarium (OF) Sa 18.00; Angel Has Fallen

(OF) 23.15, Sa a. 20.15, Soa.20.00; Fantasy Filmfest

2019: Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig, tot (OF) Sa

20.15; 3D: Der König der Löwen –The Lion King (OF) 22.10;

Fantasy Filmfest 2019: Feedback (OF) Sa 22.30; Fantasy

Filmfest 2019: Into the Dark –New Year, New You (OF) So

11.30; Fantasy Filmfest 2019: Tous les diex du ciel –All the

Gods in the Sky (OmenglU) So 13.30; Fantasy Filmfest

2019: Get Shorty –Internationales Kurzfilmprogramm (OF)

So 15.45; Diego Maradona So17.00; Fantasy Filmfest

2019: Little Joe (OF) So 18.15; Fantasy Filmfest 2019:

Freaks (OF) So 20.30; Fantasy Filmfest 2019: Hotel Mumbai

(OF) So 22.45

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) Es: Kapitel II –It:

Chapter Two(OF) 11.00, 15.00, Sa a. 19.00, So a. 22.50;

Es: Kapitel II Sa 22.50, So 19.00

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Synonymes (OmU)

19.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) So 21.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Playmobil: Der Film 10.00, 12.00,

14.00, 16.00; Pets II 14.30, Saa.10.00, 12.30; Mein

Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 10.00, 12.00,

14.00, 16.00; Benjamin Blümchen 14.00, Sa a. 10.00; A

Toy Story: Alles hört auf kein Kommando 10.00, 12.15,

14.30, 17.15; Die drei !!! Sa 12.00; Good Boys 16.00,

18.00, 20.15, 22.30; Es: Kapitel II 16.30, 18.00, 20.15,

22.00; Angel Has Fallen 18.00, 20.00, 22.30; Once Upon a

Time in... Hollywood 20.30

Casablanca (✆ 677 57 52)Benjamin Blümchen Sa14.30,

So 14.15; Unsere große kleine Farm Sa 16.30; Und wer

nimmt den Hund? Sa 18.30, So 20.30; Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter in dieCharts Sa 20.30; Winnetou –Der Schatz

im Silbersee So 16.15; Leberkäsjunkie So 18.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) Der König

der Löwen 11.30, 14.25, 16.45, 19.35; AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 11.30, 14.00, 16.40; Benjamin

Blümchen 11.35; Playmobil: Der Film 11.45, 14.30; Pets II

11.45, 14.00; Die drei !!! 11.45; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingomit Flamingo! 12.00, 14.20; 3D: Der König der Löwen

12.00; Aladdin 12.00; Und der Zukunft zugewandt 14.15,

17.30, 19.50; Good Boys 14.45, 17.15, Sa a. 20.10; Es:

Kapitel II 15.00, 16.15, 19.00, 20.00, Sa a. 22.00, 23.00;

Once Upon aTime in...Hollywood 15.30, 19.15, 20.10, Sa

a. 22.20; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 16.50, 19.05;

Angel Has Fallen 17.05, 19.50, Sa a. 22.45; John Wick:

Kapitel III Sa 22.30; Crawl Sa 23.00; Annabelle III Sa

23.00; Es: Kapitel II –It: Chapter Two(OF) So 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Playmobil: Der

Film Sa 12.00, 14.20, So12.15, 14.30; Pets II 12.00,

14.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 12.00,

14.10; Die drei !!! 12.00; Der König der Löwen 12.00,

14.10, 16.50, 19.40; Benjamin Blümchen 12.00; AToy

Story: Alles hörtauf kein Kommando 12.00, 14.20, 16.50;

Es: Kapitel II14.00, 16.50, 19.20, 20.30, Saa.23.00;

Good Boys 14.20, 17.40, 19.45; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw 16.30; Once Upon aTime in... Hollywood 16.45,

20.20, Sa a. 22.10; Angel Has Fallen 17.00, 20.00, Sa a.

22.30; Es: Kapitel II –It: Chapter Two(OF) 20.00; Annabelle

III Sa 23.00; Der kleine Maulwurf (1963-1975) So 10.30

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Leid und Herrlichkeit

Sa 17.00, So 14.00; The Dead Don‘t Die Sa 19.15;

Once Upon aTime in... Hollywood Sa21.15, So 20.00;

Winnetou –Der Schatz im Silbersee So 16.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 4714001) Berlin –Bahnhof Friedrichstraße

1990 18.00; The Whale and the Raven(OmU) 20.00;

Carmine Street Guitars (OmU) 22.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Frau Stern Sa10.45, So

10.30; Benjamin Blümchen Sa 12.45, So 12.30; Und der

Zukunft zugewandt Sa 15.00, 17.30, 20.00, So 17.00,

19.30; AToy Story: Alles hörtauf kein Kommando So 14.45;

AToy Story: Alles hörtauf kein Kommando Sa 11.30, 16.00,

So 11.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! Sa

13.45, So 16.00; Frau Stern 18.15; Fisherman‘s Friends –

VomKutter in die Charts 20.15; Und der Zukunft zugewandt

So 13.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Yoga: Die Kraft des

Lebens Sa 14.00; So wie du mich willst Sa 16.00; Diego

Maradona Sa 18.00; Prelude 20.30, So a. 15.30; Nur ein

TaginBerlin (m. Gast) So 11.00; Die Wiese –Ein Paradies

nebenan So 13.30; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) So 18.00

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Carmine Street Guitars

(OmU)Sa11.00; Mein Lotta-Leben–Alles Bingomit Flamingo!13.15;

Leid und Herrlichkeit Sa 15.30, So 20.30; Gloria:

Das Leben wartet nicht Sa 18.00; Und wer nimmt den

Hund? Sa 20.30, So 15.30; Matinee: Der Klavierspieler vom

Gare du Nord So 11.00; Bruno Ganz-Werkschau: Die Fälschung

So 18.00

ZEHLENDORF

Bali (✆ 8114678) Heidi16.00; Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen 18.00; Edie –Für Träume ist es nie zuspät

20.30

Capitol (✆ 8316417) Und der Zukunft zugewandt 15.45,

20.30; Und wernimmt den Hund? 18.15, So a. 13.30; Der

Klavierspieler vomGare du Nord So 11.15

FREILUFTKINOS

B-ware! Open Air FMP1 (✆ 63 41 31 15) VanGogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit –AtEternity‘s Gate (OmU) Sa 20.00;

Luft zum Atmen –40Jahre Opposition bei Opel in Bochum

So 20.00

Freilichtbühne Weißensee (✆ 24 72 78 01) Mittwoch zwischen

5und 7–Cleo de cinq asept (OmU) Sa 20.30

Freiluftkino Friedrichshagen (✆ 65 01 31 41) Jimi Hendrix:

LiveatWoodstock ‚69 Sa 18.00

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Bohemian Rhapsody(OmU)

Sa 20.15

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (✆ 35 12 24 49) Casablanca

So 20.00

Freiluftkino Rehberge Das Reich der Sonne Sa 19.30

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) Bohemian Rhapsody

(OmU) So 20.00

Open-Air-Kino Schlosspark Biesdorf (✆ 998 74 81)

Und wer nimmt den Hund? Sa 20.10; Und der Zukunft zugewandt

So 20.10

Openair Kino Spandau (✆ 333 60 81) AStar Is Born Sa

20.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

25 km/h So 20.00

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Yesterday Sa

20.00; Cocktail für eine Leiche –The Rope (OmU) So 20.00

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Kinoorgel für

Groß und Klein: Kurzfilmprogramm 15.00; Das melancholische

Mädchen Sa 17.00, So 19.15; Ein Herz und eine Krone

–Roman Holiday (OmU) Sa 19.00; Rocketman Sa 21.15;

Traumfabrik So 17.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Und der Zukunft

zugewandt 20.45, Sa a. 13.45, So a. 16.00; Benjamin

Blümchen 14.00; Mein Lotta-Leben 14.00, 16.15; Die drei

!!! 14.15; Gloria 16.00; Blinded by the Light Sa 16.00, So

11.30, 18.15; Golden Twenties 16.30, Soa.12.30; The

Whale and the Raven (OmU) Sa 18.15, So 12.00; Und der

Zukunft zugewandt (m. Gästen) Sa 18.30; Prelude 18.30,

So a. 13.45; Frau Stern 18.30, So a. 12.15; Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 20.30; Und wer nimmt den

Hund? 20.45; Die Agentin Sa 21.30, So 20.45; Preview:

Mein Leben mit Amanda So 18.30

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.00; Der König der Löwen 11.00,

13.45, 16.35, So a. 20.00; AToy Story11.00, 13.40; Playmobil

11.05, 1