2019/37 - Wegbegleiter

suedwest.presse

SEPTEMBER 2019

1

Wegbegleiter

RATGEBER IM TRAUERFALL

Die letzten

Wochen gestalten

Ob aufgrund des Alters, durch einen Unfall oder eine Krankheit –

irgendwann muss die Entscheidung getroffen werden, wo man die

letzten Wochen seines Lebens verbringt. Seite 12

TRAUERBEGLEITUNG

Die Trauerbegleiterin Angelika

Bayer erzählt von ihrer Arbeit

mit trauernden Kindern.

Seite 4

TRAUER-KNIGGE

Wie verhalte ich mich im

Trauerfall richtig? Von der

Beerdigung bis zur Karte.

Seite 8

KOSTEN

Sarg, Blumen, Gottesdienst –

die Kosten einer Beerdigung

sind ganz individuell.

Seite 7


2

Wir sind für Sie da!

Angehörige brauchen im Trauerfall

einen seriösen und professionellen

Partner an ihrer Seite -

dafür stehen wir.

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TAG und NACHT erreichbar

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INHALT / EDITORIAL 3

Inhalt

Trauerbegleitung

Lasst Kinder

ihre Trauer

leben

Die Trauerbegleiterin Angelika Bayer erzählt

von ihrer Arbeit mit trauernden Kindern.

Seite 4

Was kostet eine

Beerdigung?

Sarg, Blumen,

Gottesdienst –

die Kosten einer

Bestattung sind

ganz individuell.

Seite 7

Der kleine

Trauer-Knigge

Seite 8

Editorial

Anteil nehmen

Die Situation kennt jeder. In der

Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis

stirbt jemand. Besonders

schwierig ist es, wenn

der Todesfall eine junge Familie

trifft. Die Mutter, der Vater oder

eines der Kinder stirbt. Wie man

damit umgeht und was den Kindern

und der Familie in dieser

schweren Zeit hilft, erzählt die

Trauerbegleiterin Angelika Bauer

in unserer lesenswerten Titelgeschichte.

| Seite 4

Wer unsicher ist, wie man sich

bei einer Trauerfeier verhält,

wie man mit der Trauer der anderen

umgeht und wie man am

besten Hilfe und Rat anbietet,

erfährt das in dem kleinen Trauer-Knigge.

| Seite 8

70 Prozent aller Menschen würden

gerne ihre letzten Wochen

und Tage in der vertrauten Umgebung

daheim verbringen.

Dennoch sterben in Deutschland

letztendlich 75 Prozent der

Menschen im Krankenhaus oder

im Altersheim. Welche Alternativen

es gibt, um die letzten Wochen

zu verbringen und wann

man selbst oder die Angehörigen

entscheiden müssen, erfahren

Sie im aktuellen Wegbegleiter.

| Seite 12

Ihre Redaktion

10 Ein Platz

zum Erinnern

Ein Grab ist ein Ort der

Trauer und der Erinnerung.

11 Richtig erben

und vererben

Wer sichergehen möchte,

sollte seinen Nachlass

rechtzeitig ordnen.

12 Die letzten Wochen

gestalten

Irgendwann muss man

entscheiden, wo man die

letzten Wochen verbringt.

14 Was ist erlaubt?

Für den Todesfall und die Bestattung

gibt es zahlreiche

Regelungen.

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstr. 77, 89073 Ulm

Projektleitung

Tobias Lehmann

Anzeigen (verantwortlich)

Stefan Schaumburg

Redaktion

Stefanie Müller (verantwortlich),

Birgit Rexer, Heike

Viefhaus

SVH GmbH & Co. KG

Gestaltung

mediaservice ulm

Fotos

Shutterstock, SWP-Archiv,

SVH

Datenschutz

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Druck

DHO – Druckzentrum

Hohenlohe Ostalb

GmbH & Co. KG

Ludwig-Erhard-Straße 109

74564 Crailsheim


Lasst Kinder ihre

Trauer leben

Trauerbegleitung Kinder, Tod und Trauer – ein Gefühl von Beklommenheit überkommt

manchen beim Nachdenken darüber, dass auch Kinder und Jugendliche mit dem Verlust

eines nahestehenden Menschen klarkommen müssen. Dass Trauer gelebt werden muss,

vermittelt Angelika Bayer in den „Lacrima“-Gruppen des Zentrums für trauernde Kinder.

Hier erzählt sie von ihrer Arbeit als Trauerbegleiterin. Von Heike Viefhaus


KINDER IN TRAUER

5

FOTO: © PATAT/SHUTTERTOCK.COM

Papa weint – Papa habe ich

noch nie weinen sehen.

Er sagt, Mama kommt

nicht mehr nach Hause.

Nicht heute, nicht morgen,

nie mehr. Sie ist tot, sagt Papa.

Jetzt weinen wir beide. Ich weiß

nicht, was „tot“ ist. Wenn Mama nie

mehr bei mir sein wird? Sie fehlt. Ich

bin wütend: Warum kann Papa nicht

machen, dass sie wiederkommt?

Papa kann doch sonst alles. Angst

habe ich auch: Wo ist Mama, was

passiert mit ihr dort, wo sie jetzt ist?

Bin ich schuld, dass sie fort ist?

Den Tod begreifen und durch die

eigene Trauer zurück ins Leben und

zu sich selbst finden – eine Herausforderung

für fast jeden, der einen

nahestehenden Menschen verloren

hat. Schon Erwachsene tun sich im

Umgang mit dieser Erschütterung,

diesem Schock oft schwer. „Kinder

und Jugendliche haben es erfahrungsgemäß

noch schwerer: Sie

trauern anders. Und sie brauchen

Unterstützung dabei, die ihnen im

Alltag nicht einfach so zuteilwird“,

sagt Angelika Bayer. Die diplomierte

Sozialpädagogin leitet seit April

2018 „Lacrima“ – das Zentrum für

trauernde Kinder in der Region Ulm

/ Neu-Ulm und betreut seit vergangenem

Dezember die ersten Trauergruppen

sowie deren ehrenamtliche

Betreuer.

Tod und Trauer sind bei „Lacrima“

nicht tabu, sondern eine Selbstverständlichkeit:

„Sie bekommen bei

uns den Platz im Leben, der ihnen

zusteht“, sagt Bayer. „Denn wer der

Trauer und damit verbundenen Gefühlen

wie zum Beispiel Wut, Angst,

Hilflosigkeit keinen Raum gibt, riskiert,

dass sie in einer späteren Lebensphase

plötzlich wieder hervorbrechen

und abermals mit Schmerz

sowie Leiden den Alltag auf den

Kopf stellen. Die Trauer, eine ursprünglich

natürliche Reaktion,

kann dann umschlagen und krank an

Leib und Seele machen.“

Kindliche Trauer kennt kein Tabu

Kinder und Jugendliche bahnen ihrer

Trauer einen Weg gemäß des individuellen

gedanklichen und gefühlsmäßigen

Entwicklungsstandes.

Sie malen oder basteln, werden

übermannt von Gefühlsausbrüchen,

sodass sie schreien, toben und weinen.

Auch im situativen Spiel verarbeiten

sie Tod und Trauer: „Zum

Beispiel, wenn sie mit unseren Playmobilfiguren

den Krankenhausaufenthalt

der verstorbenen Oma nachstellen.

Die Kinder unserer ersten

Lacrima-Trauergruppe haben Elternteile,

nahestehende Angehörige

oder Bezugspersonen aufgrund einer

schweren Erkrankung oder eines

Suizids verloren; eine Mutter ist

bei der Entbindung ihres dritten

Kindes verstorben.“

In ihrem alltäglichen Umfeld fanden

die sechs- bis neunjährigen Kinder

keinen verständnisvollen Gesprächspartner,

mit dem sie sich hätten

austauschen können. „Die übrigen

Familienmitglieder sind selbst

mit der eigenen Trauer beschäftigt.

Manche sind zudem unsicher, wie

sie die Kinder bei deren Trauerprozess

unterstützen können. Andere

sind schlichtweg überfordert, um

aus eigener Kraft Hilfe anzubieten.“

Gleichaltrigen Freunden, Bekannten

oder Mitschülern, die noch nie mit

einer ähnlichen Situation konfrontiert

waren, fehlt die Erfahrung, wie

sie mit dem trauernden Altersgenossen

umgehen sollen: „Wie, du lachst

über den Witz, den der grade gemacht

hat? Macht man das, wenn

erst neulich dein Vater gestorben

ist? Ich könnte das nicht!“

Papa sagt,

Mama kommt

nicht mehr nach

Hause.

Kinder und Jugendliche haben

sehr feine Antennen und spüren instinktiv,

wie viel eigene Trauer sie

ihrer Umwelt zumuten können:

„Tränen werden unterdrückt, drängende

Fragen an Angehörige zum

Tod des Verstorbenen werden nicht

gestellt. Wie auf Knopfdruck stellen

die jungen Leute den inneren Befindlichkeitsschalter

von traurig auf

fröhlich, nur, um andere nicht unglücklich

zu machen oder zu verletzen.“

Der Schmerz bleibt – der Trost

bleibt aus.

Angelika Bayer selbst „hatte nie

die Tendenz, vor Tod und Trauer

davonzulaufen.“ Als sie die Stellenausschreibung

der Johanniter-Unfall-Hilfe

zum Aufbau des Lacrima-Projektes

in Ulm und Neu-Ulm

las, war sofort klar: „Das will ich unbedingt

machen. Trauerarbeit ist

eine sinnvolle und erfüllende Aufgabe.“

Das Lacrima-Konzept der Johanniter

wurde 2007 von Diakon


6

KINDER IN TRAUER

Tobias Rilling entwickelt. Vergeblich

suchte er damals im

Raum München nach Trauergruppen

für Kinder. Auf Basis

der Arbeiten des Diplompsychologen

und Psychotherapeuten

Jorgos Canacakis entstand

die Art und Weise, wie Lacrima

den Trauerprozess von Kindern-

und Jugendlichen sowie

deren Angehörigen unterstützt.

Das Konzept ist keine Therapieform,

sondern eine ganzheitliche

und individuelle Form der

Trauerbegleitung im geschützten

Raum.

Die Lacrima-Gruppe (v.l.): Angelika Bayer, Dr. Katrin

Schömig, Anna Gantioler, Christine Joos, Alexander

Kaya, Petra Neumann, Dorothea Reuster sowie der

Gruppenraum und das Playmobil-Krankenhaus, mit

dem die Kinder spielen. Fotos: Lacrima/ Viefhaus

Info

Wer sich für die Arbeit von

„Lacrima“ interessiert,

kann sich beim Zentrum für

trauernde Kinder in Neu-Ulm

informieren – online unter

www.johanniter.de/ul-nu/

lacrima, per Mail an lacrima.ulnu@johanniter.de

oder telefonisch

unter 0731-921 500 64.

Die Kontaktmöglichkeiten gelten

sowohl für betroffene Familien

als auch für Menschen,

die sich ehrenamtlich als Trauerbegleiter

engagieren oder

das Projekt mit einer Spende

unterstützen möchten. Eine

neue Trauergruppe für Kinder

ab neun Jahren gibt es ab

Herbst 2019. Auch das Hospiz

in Ulm bietet Trauerbegleitung

an: www.hospiz-ulm.de/

trauer/.

Wo Trauer verbindet, kann

Trost entstehen

„Eigentlich war ich auf der Suche

nach Hilfe und Unterstützung

für meinen Sohn. Maximilian

ist mit sieben Jahren in einem

Alter, in dem man die Situation

völlig realisiert“, sagt

Florian Mücke. Seine Frau, die

Mutter von Maximilian und

dem zweijährigen Laurenz, verstarb

plötzlich nach kurzer

Krankheit und kurz nach der

Einschulung des älteren Sohnes.

„In der Akutphase konnten

uns Freunde gut unterstützen.

In der Trauerphase funktionierte

das jedoch nicht mehr wirklich.

Sie wollten viel zu schnell,

dass alles wieder so wird, wie

es früher war – aber es wird nie

mehr so sein!“ Bei Lacrima haben

Florian und Maximilian

Mücke wirkliches Verständnis

für ihre Situation bekommen,

„von Menschen, die gleiche

oder ähnliche Erfahrungen gemacht

haben. Deshalb ist es so

unglaublich wichtig, diese Menschen

zu finden.“

Maximilian trifft sich alle 14

Tage mit den anderen sieben

Lacrima-Kindern seiner Trauergruppe.

Parallel dazu nimmt

sein Vater an der Elterntrauergruppe

teil. „Oberstes Gebot

unserer Gruppenarbeit ist“, erklärt

die Lacrima-Leiterin,

„dass niemand etwas tun muss

anhand der Dinge, die wir hier

als Trauerweg anbieten.“ Die

Teilnahme an der Elterngruppe

aber sei Pflicht. „In dieser Gruppe

wird viel mehr geweint als

bei den Kindern. Die Erwachsenen

verbieten es sich im Alltag

und hier geben sie sich die

Erlaubnis, es zu dürfen.“ Hier

überwiegt auch die Trauerarbeit

im geleiteten Gespräch. Die

Struktur der Gruppenstunde

von Kindern und deren Angehörigen

ist ansonsten sehr ähnlich.

Nach einer Schnupperstunde

kann jeder abwägen, ob

das Lacrima-Konzept geeignet

erscheint. Neu hinzugekommene

Kinder basteln in der ersten

Gruppenstunde eine Kerze für

ihren Verstorbenen, „die sie zu

Hause anzünden können, um an

ihn zu erinnern. Jeder neue

Teilnehmer erzählt der Gruppe

von seiner Trauererfahrung –

aber nur, so viel er möchte.

Überhaupt werden mit so einem

Gesprächskreis bei einem

Kerzenritual die Gruppenstunden

eröffnet“, sagt Bayer: „Alles

Offenbarte bleibt im geschützten

Raum – keiner wird

ausgelacht, es darf geweint werden

und wir verletzen andere

nicht mit Worten und Taten“,

so lauten einige der Verhaltensregeln.

Das Betreuungsteam der

ersten Lacrima-Gruppe in Neu-

Ulm besteht aus sechs ehrenamtlichen

Mitarbeitern nebst

Leiterin Angelika Bayer – zufällig

fast alle Personen mit Fachkompetenz

oder beruflicher Erfahrung

im Bereich Pädagogik,

Lehre, Medizin oder Therapie.

„Das ist aber kein Muss. In unserem

neuen Qualifizierungskurs

lassen sich auch ein Bäcker

und zwei Hausfrauen ausbilden.

Unser erstes Team ergänzt ein

Fotograf.“ Nach 85 Unterrichtseinheiten

und einem persönlichen

Feedbackgespräch mit der

Teamleitung sowie mit zwei

weiteren externen Sozialpädagoginnen

dürfen die Trauerbegleiter

mit der Gruppenbetreuung

starten – „ein Ehrenamtlicher

kümmert sich um maximal

zwei Kinder, damit eine individuelle

Betreuung gewährleistet

ist“, erklärt Bayer.

„Wohin mit meiner Wut?“

oder „Was kommt nach dem

Tod?“ sind genauso Impulsthemen

wie „das erste Weihnachten

ohne den verstorbenen Angehörigen“.

Damit stoßen die

Gruppenbegleiter die Emotionen

der Trauernden an. „Kreativ,

meditativ oder körperlich

aktiv sollen die Kinder den in

Bewegung gebrachten Schmerz

zum Ausdruck bringen – wir

malen dann, unternehmen zum

Beispiel eine Friedhofsrallye

oder lassen sie beim Kampfspiel

ihre Kräfte messen. Was wir dabei

beobachten, nehmen wir

zum Anlass, um mit den Kindern

über ihre Trauer ins Gespräch

zu kommen.“ Die Lacrima-Gruppe

tue Kindern wie

Maximilian gut: „Heute ist sie

ein wichtiger Teil seines Lebens.

Maximilian geht fröhlich

hin und kommt auch fröhlich

von den Gruppenstunden wieder

zurück. Er will hingehen“,

sagt sein Vater. Bei ihm selbst

habe die Trauerarbeit bewirkt,

„,dass ich heute ein Mensch bin,

der sich bewusst entschieden

hat, nicht nur zu überleben,

sondern zu leben.“


BEERDIGUNG 7

Was kostet eine Beerdigung?

Geld Sarg, Blumenschmuck, Gottesdienst: Die Kosten einer Bestattung sind so individuell

wie die Bestattung an sich. Von Anne Meßmer

Den meisten Angehörigen

ist es wichtig, dass

die Bestattung eines geliebten

Menschen würdevoll

und persönlich gestaltet

wird. Doch natürlich stellt sich

dabei auch die Frage nach den

Kosten. Die endgültigen Kosten

lassen sich nur schwer beziffern,

da sie von vielen Faktoren abhängig

sind. Müsste man Zahlen

nennen, beginnt die nach oben

offene Kostenskala bei rund

2000 Euro für eine sehr einfache

Bestattung.

Der Bundesverband der Bestatter

(BDB) rät dazu, so früh

wie möglich Angebote bei Bestattern

einzuholen und sich

durchaus auch bei mehreren

Unternehmen ein Angebot machen

zu lassen. Im Wesentlichen

setzen sich die Gesamtkosten

aus drei Teilbereichen

zusammen:

1. Dienstleistungen des Bestatters:

Dazu gehören Kosten

für Sarg oder Urne, Betreuungsund

Formalitätenservice, Überführung

und Versorgung sowie

die Organisation der Erd- oder

Feuerbestattung.

2. Individuelle

Wunschleistungen:

Darunter fallen

zum Beispiel

Blumenschmuck,

Trauerredner,

Gottesdienst,

Organist,

Sargträger, Begleitung

der Trauerfeier,

Kosten für Druckerzeugnisse

(Liederblätter,

Traueranzeige

oder Sterbebild), Grabstein mit

Gravur.

3. Gebühren: Hierzu zählen die

Todesbescheinigung, Gebühren

für Urkunden (zum Beispiel die

Sterbeurkunde), Grabnutzungsgebühren,

Beisetzungskosten

oder die Nutzung der Trauerhalle

auf dem Friedhof.

FOTO: ©BLUE DAEMON/

SHUTTERSTOCK.COM

Info

Wer es seinen Angehörigen

leichter machen möchte,

kann sich schon zu Lebzeiten

um seine Beerdigung kümmern.

Zum Beispiel kann man

eine Bestattungsverfügung

aufsetzen, in der man festhält,

ob man eine Erd- oder Feuerbestattung

wünscht, ob es

eine große oder kleine Trauerfeier

sein soll oder wo man

gerne beerdigt werden möchte.

Zudem kann man in diesem

Schriftstück Personen nennen,

die bei Fragen der Beerdigung

entscheiden sollen.

Mit einem Bestatter kann

man einen Vorsorgevertrag

abschließen und so die Hinterbliebenen

finanziell entlasten.

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8

TRAUER-KNIGGE

Wie verhalte ich mich bei der Trauerfeier und der Beerdigung richtig? Wie drücke ich mein Beileid aus und wann ist eine Trauerkarte

angebracht? Viele Menschen sind sich hier sehr unsicher.

Foto: © Kzenon / Shutterstock.com

Der kleine

Trauer-Knigge

Verhalten Wie soll ich mich verhalten? Was ist in dieser Situation angebracht? Diese

Fragen stellen sich viele Menschen, die zu einer Trauerfeier geladen sind oder Kontakt mit

jemandem haben, der gerade trauert. Von Anne Meßmer

Soll ich mein Beileid aussprechen?

Soll ich einfach

so tun, als wäre nichts?

Manchmal wissen Arbeitskollegen,

Freunde oder auch

Angehörige nicht, wie sie sich gegenüber

einer trauernden Person

verhalten sollen. Das liegt vor allem

daran, dass Trauer ein sehr individueller

Prozess ist. Die einen

möchten darüber sprechen, was sie

bewegt, die anderen lieber nicht.

Es ist keine Schande, einzuräumen,

dass man nicht weiß, wie man

mit der Trauer des anderen umgehen

soll. Wer die Person gut kennt,

kann diese offen fragen, was ihr

helfen würde und kann anbieten,

dass man jederzeit ein offenes Ohr

für Gespräche habe, dass man bei

55

Prozent aller Bestattungen

fanden

2017 nach kirchlichem

Ritus statt.

Dies entspricht

514.980 Bestattungen.

15 Jahre zuvor

betrug der Anteil

noch 70,1 Prozent.

Quelle: Initiative

Bestattungskultur

Bedarf im Alltag unterstütze oder

dass man auch da sei, um einfach

gemeinsam zu schweigen. Ist einem

die Person nicht ganz so vertraut,

kann man sich an eine ihr näher

bekannte Person wenden und

diese um Rat fragen.

Die Trauerfeier

In den meisten Fällen erfährt man

durch die Angehörigen, wenn jemand

verstorben ist und wann und

in welchem Rahmen die Trauerfeier

oder Beisetzung stattfindet.

Eine auch heute noch gebräuchliche

Variante ist das Veröffentlichen

einer Traueranzeige in der

lokalen Zeitung. Auch aus dieser

erfährt man in der Regel, wann

und wo die Trauerfeier stattfindet.

Zudem ist dort in vielen Fällen

vermerkt, ob die Angehörigen sich

– statt Blumen für das Grab – eine

Spende für eine Einrichtung wünschen,

die sich um den Verstorbenen

gekümmert hat oder die ihm

sehr am Herzen lag. Ebenso wird

dort die Bitte vermerkt, dass von

Beileidsbekundungen am Grab

Abstand genommen werden solle

– eine Bitte, der man aus Respekt

unbedingt folgen sollte. Wurde

nichts anderes kommuniziert,

wird auf einer Beerdigung schwarze

Kleidung getragen.

Als Gast sollte man nicht auf

den letzten Drücker kommen. Vor

Ort sind die ersten Sitzreihen der

Familie und sehr engen Freunden

vorbehalten. Danach folgen Be-


TRAUER-KNIGGE 9

FREISTELLER: © ANNA OMELCHENKO , © LUCKYLIGHT /FOTOLIA.COM

otto schele

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grabmale + natursteinarbeiten

kannte und Arbeitskollegen.

Die gleiche Reihenfolge gilt

für den Trauerzug, den Friedhof

und bei Beileidsbekundungen

am Grab. Steht man dann

selbst vor dem Grab, ist es üblich,

eine Blume oder eine kleine

Schaufel Erde hineinzuwerfen

und danach einen kurzen

Moment still zu verharren.

Gerade am Grab, wenn

man den trauernden Angehörigen

gegenübersteht, können

schnell die Worte fehlen. Bevor

man dann irgendetwas zusammenstottert,

sind ein stummer

Händedruck oder eine

Umarmung die bessere Wahl

– auch dadurch kann man sein

Mitgefühl zum Ausdruck bringen.

In vielen Regionen ist es üblich,

dass nach der Beisetzung

ein Kaffeetrinken oder Trauermahl

stattfindet. Daran sollte

man aber nur teilnehmen,

wenn man von den Angehörigen

direkt dazu eingeladen

wurde. In vielen Fällen ist es

auch üblich, dass daran nur die

engste Familie des Verstorbenen

teilnimmt.

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Trauerkarten richtig verwenden

Egal ob man bei der Beerdigung

eine Trauerkarte abgibt,

die Karte mit der Post

schickt oder in den Briefkarten

wirft: Der Text der

Trauerkarte sollte gut überlegt

werden und den Grad der persönlichen

Verbindung zum Verstorbenen

und den Hinterbliebenen

widerspiegeln.

Wer möchte, kann der Kondolenzkarte

auch Geld beilegen.

Hier ist es jedoch wichtig, einen

Verwendungszweck, zum

Beispiel „für Blumen“, zu benennen.

Der Geldbetrag sollte

umso höher sein, je enger die

Beziehung zur Familie ist. Jedoch

sollte die Geldspende

nicht unter zehn Euro liegen.

Manchmal bitten die Angehörigen

in der Todesanzeige auch

darum, von Spenden für Blumen

abzusehen und das Geld

für einen wohltätigen Zweck zu

spenden. Dieser Wunsch sollte

dann unbedingt beachtet

werden.

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Erledigung sämtlicher Formalitäten

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10

GRABGESTALTUNG

Ein Platz zum Erinnern

Grabgestaltung Ein Grab ist ein Ort der Trauer, aber auch ein Ort der Erinnerung an

den Verstorbenen – und darf daher so individuell sein, wie der Mensch im Leben war.

Von Anne Meßmer

Die Gestaltung eines Gedenkortes

für Verstorbene

gibt es, seit es

Menschen gibt. Vielen

Hinterbliebenen ist es ein besonderes

Anliegen, die letzte

Ruhestätte eines geliebten Menschen

besonders zu gestalten

und ein wichtiger Akt beim Umgang

mit ihrer Trauer.

Der Verstorbene liebte die

Musik, las gerne Bücher oder

liebte die Natur? Warum diese

Leidenschaften dann nicht auf

dem Grabstein oder Grabplatte

verewigen lassen? Grabsteine

und Grabplatten lassen sich

ganz individuell gestalten. Zusammen

mit dem Steinmetz

kann man Größe, Form, Farbe

und Gravur so auswählen, wie

es dem Verstorbenen gefallen

hätte.

Wenn‘s

Wenn‘s

für

für

immer

immer

sein

sein

soll.

soll.

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FOTOS: © INGO BARTUSSEK, FOTOLIA.COM, © OLHA KHOMENKO, © KAVALEUSKAYA, © ALEXANDRA

GOLUBTSOVA, © NONGPHOTO, © FOTOHELIN, © NATTANAN ZIA/SHUTTERSTOCK.COM

Bei der Bepflanzung des Grabes sollten die Angehörigen vor allem

darauf achten, dass die Pflanzen pflegeleicht sind.

Grabstein ganz individuell

gestalten

Die Bepflanzung eines Grabes

sollte pflegeleicht sein und sich

zu zwei Dritteln aus einer

Dauer bepflanzung und zu einem

Drittel aus saisonalen

Pflanzen zusammensetzen. Als

Dauerbepflanzung eigenen sich

langsam wachsende Bodendecker

wie Immergrün, Rebhuhnbeere.

Thymian, Sedum, Waldsteinie

oder Zwergmispel. Auch

eine niedrige Hecke aus Thuja,

Kirschlorbeer, Hainbuche oder

Eibe bei entsprechend großer

Pflanzfläche gibt einen schönen

Rahmen.

Bei der Auswahl blühender

saisonaler Pflanzen ist erlaubt,

was gefällt. Warum also nicht

die Lieblingspflanzen des Verstorbenen

auf dem Grab ausbringen?

Auch bei der Anordnung

der Pflanzen in geometrischen

Mustern oder als kleine

bunte Blumenwiese sind der

Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Besonders harmonisch wirkt ein

Grab jedoch, wenn Grabstein

und Bepflanzung in Stil und Farbe

harmonieren.

Wer ein Grab gerne mit Kies

gestalten möchte, sollte im Hinterkopf

behalten, dass vor allem

heller Kies durch die Witterung

schnell verschmutzt und so häufig

gereinigt oder ausgewechselt

werden muss.

Für viele Menschen gehört

ein Windlicht mit einer kleinen

Kerze als Symbol der Erinnerung

dazu. Auch hier gibt es von

Bestattungsformen

Grundsätzlich werden in

Deutschland zwei Bestattungsformen

unterschieden

– die Erdbestattung und

die Feuerbestattung.

Chrysanthemen

Tagetes

Thuja

Sedum

klassisch bis modern viele unterschiedliche

Varianten. Auch

Skulpturen werden gerne zur Grabgestaltung

genommen. Diese

können religiöse Motive wie Engel

zeigen oder einem modernen

Kunstwerk ähneln. Hier sollte

man sich aber im Vorfeld erkundigen,

ob das Aufstellen einer

Skulptur auf dem Friedhof erlaubt

ist. Denn jeder Friedhof hat

seine eigene Friedhofsordnung

die Grabgestaltung betreffend.

Bei der Erdbestattung wird der

Verstorbene in einem Sarg auf

einem Friedhof beigesetzt und

das Grab mit einem Stein oder

ein Grabplatte verschlossen.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit

der anonymen Erdbestattung.

Die Stelle des Sarges

wird dabei nicht gekennzeichnet.

Unter der Feuerbestattung

versteht man die Kremation,

also das Verbrennen des Verstorbenen.

Die Asche wird im

Anschluss in eine Urne verbracht.

Im Rahmen einer Urnenbestattung

wird diese

dann auf dem Friedhof beigesetzt.

Wie bei der Erdbestattung

kann die Grabstelle im

Anschluss gekennzeichnet

werden oder anonym bleiben.

Bei einer Seebestattung wird

die Asche in bestimmten Gebieten

der Nord- oder Ostsee

verstreut oder es wird eine

wasserlösliche Urne versenkt.

Noch recht neu in Deutschland

ist die Baum- oder Waldbestattung.

Dabei wird die Urne

im Wurzelbereich eines Baumes

bestattet.

Eibe

kirschlorbeer

Erica carnea


ERBE 11

Richtig erben und vererben

Erbschaft Um das Thema Erbschaft ranken sich so manche Mythen und manchmal

knirscht es dabei innerhalb einer Familie vernehmlich. Doch was sollte man rund um das

Erben und Vererben wissen? Von Anne Meßmer

Wer seinen Nachlass

frühzeitig ordnet,

kann sicher sein,

dass alles in seinem

Sinne geregelt wird. Dazu gibt

es verschiedene Möglichkeiten:

Wer in seinem Nachlass auch

Personen außer Ehepartnern

und Verwandten bedenken

möchte, sollte ein Testament

oder einen Erbvertrag aufsetzen.

Ein Testament verfassen kann

jeder, der das 16. Lebensjahr

vollendet hat. Ab der Vollendung

des 18. Lebensjahres kann

man ein privates handschriftliches

Testament verfassen, zwischen

der Vollendung des 16.

und des 18. Lebensjahres nur ein

öffentlich notarielles Testament.

Grundsätzlich kann man jeden

Wer seinen Nachlass ordnen möchte, kann sich beraten lassen.

FOTO: © FREEDOMZ/SHUTTERSTOCK.COM

als Erben einsetzen. Aber: Ehegatten,

eingetragene Lebenspartner

sowie Kinder und

Enkel haben Anrecht auf einen

Pflichtanteil. Bei einem Erbvertrag

hat der Erbe eine etwas andere

rechtliche Position als

beim Testament. Denn während

ein Erblasser sein Testament jederzeit

ändern kann, können die

in einem Erbvertrag getroffenen

Verfügungen von Todes wegen

grundsätzlich nur mit Zustimmung

beider Vertragspartner

geändert werden, nach dem

Tode eines Vertragspartners

überhaupt nicht mehr. Sollten

spätere Änderungen möglich

sein, muss dies vorher durch

Aufhebung der Bindungswirkung

festgeschrieben werden.

Außerdem muss ein Notar den

Erbvertrag beurkunden. Durch

ein Vermächtnis nimmt der Erblasser

aus seinem Nachlass einen

Teil heraus, um diesen einer

bestimmten Person zu vermachen,

ohne diese als Erbe einzusetzen.

Rechtlich gesehen ist

die Position eines Vermächtnisnehmers

also schwächer als die

eines Erben.

Vorsorge treffen -

besonders für die Hinterbliebenen

Uns alle ereilt irgendwann einmal der Tod!

Damit die Angehörigen nicht

unnötig finanziell belastet werden,

gibt es die sinnvolle Vorsorge einer

Sterbefallversicherung.

Beispiele:

Für 4 € monatlich gibt es 2808,- €

Sterbegeld, für 6 € monatlich 3024,- €

und für 12 € monatlich gibt es 3718,- €.

Der Sterbegeldbetrag erhöht sich

nach 2/10/20/30 Beitragsjahren.

Der Ansprechpartner für Ihre Fragen

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ABSCHIED NEHMEN

Die letzten

Wochen gestalten

Abschied nehmen Ob aufgrund des Alters, einer Erkrankung oder

durch einen Unfall: Es kommt der Punkt, an dem man selbst oder

die Angehörigen entscheiden müssen, wo und wie ein Mensch die

letzten Wochen seines Lebens verbringen soll. Von Anne Meßmer

Im eigenen Zuhause:

Die meisten Menschen wünschen

sich, die letzten Wochen

ihres Lebens zu Hause verbringen

zu können. Wohl auch, weil

die vertraute Umgebung die

Angst vor dem Ungewissen des

Todes lindert. Unter bestimmten

Voraussetzungen ist es möglich,

die Zeit vor dem Tod zu

Hause zu verbringen. Diesen

Wunsch sollte man auf jeden

Fall mit einem Arzt besprechen.

Er kann einschätzen, ob der

Mensch in häuslicher Umgebung

seinen Bedürfnissen entsprechend

versorgt werden

kann. Und es braucht Angehörige,

die bereit sind, diese Aufgabe

zu übernehmen. Denn neben

der zeitlichen Komponente,

die die häusliche Pflege erfordert,

sollten Angehörige sich

auch der emotionalen Komponente

bewusst sein. Unterstützung

in der Pflege und bei der

Gabe notwendiger Medikamente

können der Hausarzt und die

Mitarbeiter von Pflegediensten

leisten.

Doch sollten pflegende Angehörige

auch Menschen um sich

haben, mit denen sie über ihre

Gefühle sprechen können – sei

es mit dem Pfarrer, einem Psychologen

oder mit Freunden.

Das Hospiz:

Ein Hospiz ist eine spezielle

Einrichtung zur Sterbebegleitung.

In Großbritannien entwickelte

sich in den 1960er-Jahren

die Hospizbewegung. Einer ihrer

Pfeiler ist der Grundsatz,

dass das Sterben und der Tod

Teile des Lebens sind und man

diese nicht an den Rand drängen

sollte. In einem Hospiz werden

Menschen behandelt, die

unheilbar krank sind. Die Pflege

erfolgt im Sinne der palliative

care, zu Deutsch Palliativpflege.

Dabei handelt es sich

um ein international anerkanntes

Konzept zur Beratung, Begleitung

und Versorgung von

Menschen, deren Krankheit

nicht mehr geheilt werden kann.

Es wird einem Hospiz also nicht

die Krankheit behandelt, sondern

die von ihr verursachten

Symptome. Auch Angehörige

finden im Hospiz Unterstützung,

zum Beispiel in Form von

Trauerbegleitung oder Gesprächsgruppen

mit anderen

Angehörigen. Palliativpflege

gibt es auf speziellen Stationen

auch in Krankenhäusern.

Im Altersheim:

Die meisten Menschen verbringen

ihren Lebensabend im Altersheim.

Manche leben dort für

Jahre, bei anderen sind es Monate

und bei anderen, die aufgrund

eines Unfalls oder einer

plötzlichen Erkrankung ins Altersheim

müssen, nur wenige

Wochen. Im Altersheim kümmert

sich geschultes Personal

rund um die Uhr um die Bewohner,

doch auch Angehörige haben

die Möglichkeit, sich einzubringen

und ihre Liebsten auf

dem letzten Weg zu begleiten.


75 %

der Menschen in Deutschland

sterben im Krankenhaus oder im

Altersheim.

70 Prozent wünschen sich, die

letzten Tage und Wochen ihres Lebens

zu Hause verbringen zu können.

Aber nur 20 Prozent sterben

tatsächlich zu Hause.

FOTOS: © PHOTOGRAPHEE.EU, © HALFPOINT, © ALEXANDER RATHS /

SHUTTERSTOCK, © MONKEY BUSINESS IMAGES/FOTOLIA.COM

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Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Württemberg hat eine

neue Broschüre „Abschied“ herausgegeben. Sie ist ein

Meilenstein bei der Entwicklung einer Abschiedskultur

in den eigenen Pflege- und Betreuungseinrichtungen.

AWO Pflegeheim Amstetten

(Dauer- und Kurzzeitpflege)

Industriestraße 43 · 73340 Amstetten

Telefon 0 73 31 / 44 24 42 10

AWO Seniorenzentrum Lonsee

(Tagespflege, Dauer- und Kurzzeitpflege)

Hauptstraße 33 · 89173 Lonsee

Telefon 0 73 36 / 95 29 80

AWO Seniorenzentrum Weststadt

(Beratungsstelle, Ambulanter Pflegedienst,

Tagespflege, Dauer- und Kurzzeitpflege)

Magirusstraße 39 · 89077 Ulm

Telefon 0731 / 1 55 39 30

In allen Kulturen haben sich Menschen Gedanken über

das Sterben gemacht. Die Zusammenstellung der Gedichte

und Verse in der Broschüre „Abschied“ spiegelt

dies wider. Gleichzeitig bietet sie Impulse für Trost und

Gespräche.

Die Broschüre ist kostenfrei über

die Pflegeeinrichtungen der AWO erhältlich.

www.awo-pflege.net


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AKTUELLES

Was ist erlaubt?

Bilder: © KZENON/SHUTTERSTOCK, © WESTEND61 / DIETER HEINEMANN/FOTOLIA.COM

Regelungen Für den Todesfall und die Bestattung gibt es zahlreiche Regelungen und

Vorschriften, die im Zweifelsfall berücksichtigt werden müssen. Von Anne Meßmer

Was passiert mit Urnen nach

der Ruhezeit?

Urnen können auf zwei Arten

auf einem Friedhof beigesetzt

werden: in einem Kolumbarium,

also einer Urnenwand, oder in

einem Erdgrab. In einem Kolumbarium

zersetzt sich die

Urne nicht. Ist die Ruhezeit zu

Ende, wird die Asche auf einer

bestimmten Fläche des Friedhofs

ausgebracht. Eine Urne für

ein Erdgrab muss in der Regel

aus sich zersetzenden Materialien

sein, sodass sich die Asche

im Laufe der Jahre mit der Erde

verbindet. Zersetzt sich eine

Urne nicht bis zum Ende der Ruhezeit,

wird sie geborgen und

ebenfalls auf einer bestimmten

Friedhofsfläche ausgebracht.

Was hat es mit der Ruhezeit auf

sich?

Die Ruhezeit bezeichnet die

Zeitspanne von der Beisetzung

bis zur möglichen Neubelegung

einer Grabstelle auf dem Friedhof.

Wie lang diese ist, legt der

jeweilige Friedhofsträger fest,

da sie von Faktoren wie Bodenbeschaffenheit

oder Grundwasserspiegel

abhängig ist. Während

sie für Sarggräber meist

zwischen 20 und 30 Jahren liegt,

ist die Ruhezeit für Urnen in den

meisten Fällen kürzer. Werden

verschiedene Verstorbene –

zum Beispiel später verstorbene

Ehepartner oder Kinder – im

gleichen Grab beigesetzt, verlängert

sich die Ruhezeit immer

wieder aufs Neue.

Dürfen Urnen mit Asche zu Hause

verwahrt werden?

Nein. In Deutschland gilt der sogenannte

Friedhofszwang. Dieser

besagt, dass ein Sarg oder

eine Urne auf einem Friedhof

beigesetzt werden müssen. Ausnahmen

sind die Seebestattung

oder die Bestattung in einem

Friedwald oder Ruheforst. Dorthin

darf die Urne jedoch nur von

einem Bestatter gebracht werden.

Es ist Angehörigen nicht erlaubt,

diese selbst zu transportieren.

Wie dürfen eine Urne oder ein

Sarg überführt werden?

Eine Überführung kann innerhalb

Deutschlands gemacht

werden, aber natürlich auch von

hier ins Ausland oder vom Ausland

zurück nach Deutschland.

Transportiert werden dürfen

Urne oder Sarg auf dem Land-,

See- oder Luftweg – jedoch in

keinem Fall von Privatpersonen.

Nur Bestatter oder spezielle

Überführungsunternehmen wie

die Post oder Fluglinien, dürfen

den Transport vornehmen.

Ist in Deutschland die Diamantbestattung

zulässig?

Eigentlich ein schöner Gedanke,

dass man einen Teil des Verstorbenen

in Form eines Diamanten,

gepresst aus einem Teil

seiner Asche, immer bei sich

trägt. Dennoch ist diese Form

der Bestattung in Deutschland

nicht zulässig. Doch Bestatter

hierzulande dürfen zu dieser

Form der Beisetzung im Ausland

beraten.


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