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didacta 02/19

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02 /19

MAI ∙ JUNI ∙ JULI ∙ AUGUST 2019 | 77766 | DEUTSCHLAND 4,90 € | ÖSTERREICH 5,50 €

Das Magazin für lebenslanges Lernen

SPANNUNGSFELD

Mit Gewalt und Konflikten an Schulen umgehen

IM VERGLEICH

Bildungssysteme

weltweit

IM INTERVIEW

Gesundheitsbildung mit

Eckart von Hirschhausen

IM TREND

Nachhaltige

Klassenfahrten

www.didacta-magazin.de


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EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Gewalt unter Jugendlichen

hat erstmals seit Jahren wieder

zugenommen, wie eine aktuelle

Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts

Niedersachsen

zeigt. Die Bereitschaft, Konflikte

gewaltfrei zu lösen, scheint abzunehmen.

Wie sieht es mit der Gewalt

gegen Lehrkräfte aus? Ende 2016

schlug der VBE, Verband Bildung

und Erziehung, Alarm. Er hatte Lehrkräfte zu diesem Thema

befragen lassen. Das Ergebnis: 55 Prozent der Befragten

gaben an, dass es an ihrer Schule in den letzten fünf Jahren

Fälle gab, in denen Lehrkräfte direkt beschimpft, bedroht,

beleidigt, gemobbt oder belästigt wurden. Selbst von psychischer

Gewalt waren ein Viertel der Befragten betroffen.

Foto: © Frank Roesner; Illustration: © Mr.Stas / Shutterstock.com

Die Schule als Ort, an dem Konflikte täglich ausgetragen

werden, steht unter besonderer Beobachtung. Der respektvolle

Umgang miteinander – von Lehrkräften, Schülerinnen

und Schülern und auch von Eltern – muss gerade in

der Schule selbstverständlich sein. Das Titelthema dieser

Ausgabe zeigt Beispiele, wie das gelingen kann.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur

2/2019 didacta-magazin.de 1


Bildung

Leichter

lernen mit

Musik, mehr

ab Seite18

Von ausländischen

Bildungssystemen

lernen, ab Seite

26

Inhalt

TITELTHEMA | GEWALT AN SCHULEN

4 „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“

Gewalt gegen Lehrkräfte

8 „Ausländer gehen nicht aufs Gymnasium“

Prävention mit Respect Coaches

12 Wolfssprache verboten

Richtig kommunizieren bei Konflikten

MEDIEN

30 Medien in Kürze

32 „Persönlichkeitsbildung wird

zentrales Merkmal guten Unterrichts“

didacta Serie: Bildungsvisionen

34 Voll konzentriert

Digitale Hilfen, um bei der Sache zu bleiben

BILDUNG

16 Bildung in Kürze

18 Im Zauberwald

Musik in der Schule

INTERNATIONAL

22 International in Kürze

23 Mehr als Sprachvermittlung

Wertschöpfung durch Deutsche

Auslandsschulen

24 We will rock you!

Das neue Education Festival in Österreich

26 Weg von der Fließbandarbeit

PISA-Experte Andreas Schleicher

über gute Schulsysteme

KITA

38 Kita in Kürze

40 Wie gut ist das Gute-Kita-Gesetz?

Experten üben Kritik am Qualitätsgesetz

41 Die wichtigsten Lehrer der Kinder

Die Familie als wichtigster Lernort

SCHULE

44 Schule in Kürze

46 „Warum haben wir kein Schulfach Gesundheit?“

Dr. Eckart von Hirschhausen im Interview

50 Klassenfahrt for Future

Nachhaltige Klassenfahrtziele

54 Mehr Flow

Der Makerspace als Klassenraum der Zukunft

Zwei Ausgaben gratis lesen, S. 53

2 didacta-magazin.de 2/2019


AUSBILDUNG

60 Ausbildung in Kürze

62 Betriebsbesichtigung im Klassenraum

Berufsorientierung mit Virtual Reality

HOCHSCHULE

66 Hochschule in Kürze

68 Die Kamera als Prüfungsaufsicht

Innovation an Privathochschulen

WEITERBILDUNG

70 Weiterbildung in Kürze

72 So digital wie nie zuvor

Die Highlights der didacta Messe

78 Veranstaltungstipps 2019

Fort- und Weiterbildungen für Pädagogen

80 Impressum

Die Familie

als wichtigster

Bildungsort,

ab Seite 41

Die nächste Ausgabe erscheint am

11. September 2019.

BILDUNG BRAUCHT DIGITALE KOMPETENZ

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

1

Der Einsatz neuer

Technologien in der

frühen Bildung

Herausforderungen und Perspektiven

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

2

Die digitale Transformation

der Gesellschaft

Zur Diskussion der digitalen Bildung aus

nationaler und internationaler Sicht

Fundierte Informationen zur Digitalisierung,

die Raum für neue Entwicklungen schaffen –

in vier frei verfügbaren Bänden:

Band 1: Der Einsatz neuer Technologien in der

frühen Bildung – Herausforderungen

und Perspektiven

Band 2: Die digitale Transformation

der Gesellschaft

Band 3: Digitale Technik und interaktive

Medien als Ressourcen in frühkindlichen

Bildungseinrichtungen

Band 4: Orientierungshilfen für Kinder zum

sicheren Umgang mit dem Internet

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

3

Digitale Technik und

interaktive Medien

als Ressourcen

in frühkindlichen

Bildungseinrichtungen

BILDUNG BRAUCHT

DIGITALE KOMPETENZ

Orientierungshilfen

für Kinder zum sicheren

4 Umgang mit dem Internet

Kostenfrei als PDF­Version

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Eine Initiative von

Gefördert durch

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Titelthema

4 didacta-magazin.de 2/2019


„Was ich nicht weiß,

macht mich nicht heiß“

Lange als Einzelfall von der Politik abgetan, zeigen Studien:

Gewalt in Klassenzimmern ist Alltag – körperliche und psychische.

Text Tina Sprung

Illustrationen: © Cienpies Design, Mr.Stas, Pensiri / Shutterstock.com

Helmut H.* soll einen Schüler geschlagen

haben. So heftig auf Rücken und Schultern,

dass er mit Blutergüssen übersät

war. Der Schüler erstattete Anzeige, drei

weitere Mitschüler bezeugten den Vorfall.

Der Rektor an einer bayerischen Schule

konnte zunächst nicht beweisen, dass die Vorwürfe

erfunden waren. Verunglimpfungen, Verleumdungen

in der Presse folgten.

45 000 Lehrkräfte von Gewalt betroffen

Lange wurde Verleumdung, Mobbing und

Gewalt gegen Lehrkräfte, wie der Fall Helmut

H., von der Politik als Einzelfall abgetan.

Eine Umfrage des Verbandes Bildung und

Erziehung, VBE, von 2016 zeigt aber: Gewalt

ist in der Schule allgegenwärtig. 55 Prozent

der 1951 Befragten sagten, dass es an ihrer

Schule in den letzten fünf Jahren Fälle gab, in

denen Lehrkräfte direkt beschimpft, bedroht,

beleidigt, gemobbt oder belästigt wurden. Von

psychischer Gewalt betroffen waren ein Viertel

der Befragten. Erfahrungen mit körperlichen

Misshandlungen wie schlagen, boxen, mit

Gegenständen werfen, an den Haaren ziehen,

mit den Fäusten oder mit Gegenständen

prügeln, haben sechs Prozent der befragten

Lehrkräfte gemacht. Hochgerechnet auf alle

Lehrkräfte entspricht das 45 000 Fällen.

Brüllende Väter in den Schulstunden

Wo beginnt Gewalt gegenüber Lehrkräften?

Für Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen

Lehrer- und Lehrerinnenverbandes,

beginnt sie bereits bei verbalen Grenzüberschreitungen:

„Wenn ein Vater morgens um 8:15 Uhr

in die Klasse kommt, die Lehrkraft anbrüllt und

droht, einen Anwalt zu kontaktieren, falls die

Note seines Kindes nicht verbessert wird, handelt

es sich um Gewalt“, sagt sie. Hier ginge die

Autorität und der Respekt des Lehrers verloren.

Wenn es um das eigene Kind gehe, erlebten

manche Eltern Entscheidungen der Lehrer als

unzulässigen Eingriff in die Zukunftsgestaltung

ihrer Kinder. Das mache sie aggressiv, fasst

Fleischmann zusammen.

Auch Cybermobbing wird zunehmend zu einem

großen Problem: 77 Prozent der Befragten der

VBE-Umfrage bestätigen eine Zunahme von

Mobbing über das Internet. Lehrerinnen werden

in Whatsapp-Gruppen als Schlampe und

* Aufgrund des Opfer schutzes werden die Beispiele

anony misiert und teils leicht verändert dargestellt.

2/2019 didacta-magazin.de 5


Titelthema

Hure, Lehrer als

Schlappschwänze

von Eltern bezeichnet,

Unbekannte denunzieren

einen Gymnasiallehrer öffentlich

auf einen Blog, er habe mit

seinen Schülern geschlafen oder

sie zum Sex genötigt.

Fleischmann ist besorgt über diese Entwicklung.

„Der Ton in der Gesellschaft wird

rauer. Das spüren wir ja nicht nur bei Lehrkräften,

sondern auch bei Rettungskräften, die bei ihrer

Arbeit angegriffen werden“, sagt sie. Das sei

zum einen zurückzuführen auf soziale Medien, in

denen sich Menschen im Ton vergreifen können,

ohne Angst vor einer direkten Konfrontation zu

haben. Zum anderen seien auch Politiker und die

Medien schuld. „Wenn Politiker lauter werden

und überall gebrüllt werden darf, wenn der Ton

in den Medien rauer wird, ist die Konsequenz

daraus, dass sich auch die Kinder im Ton vergreifen“,

ordnet Fleischmann die Entwicklung ein.

Gewalt gegen Lehrkräfte war lange Zeit ein

Tabuthema. Udo Beckmann, Vorsitzender des

VBE, suchte vor drei Jahren nach Statistiken, als

er immer mehr Rückmeldungen von Lehrkräften

bekam, die psychische und physische Gewalt

erfahren hatten. Vergebens. Daher erhob der

VBE 2016 selbst die erste Umfrage dazu. „Heute

wie damals gilt: Es braucht öffentliche Statistiken.

Nur, wenn das Ausmaß für die Ministerien

greifbar wird, werden sie die angemessenen

Maßnahmen umsetzen, um Lehrkräfte besser zu

schützen, zu unterstützen und das Klima an den

Schulen langfristig zu verbessern. Die Politik darf

mit ihrer ‚Was ich nicht weiß, macht mich nicht

heiß‘-Haltung in keinem einzigen Bundesland

mehr durchkommen“, kritisierte er.

„Bremen behaart weiter auf ‚Einzelfälle‘“

Nun, drei Jahre nach der ersten Umfrage, haben

die meisten Länder bereits reagiert. „Bis auf

Bremen, das immer noch auf ‚Einzelfälle‘ beharrt,

Verzweiflung und Angst: Gewalt gegen Lehrer führt oft

zu psychischen Problemen und Krankheitsausfall.

sind die Kultusminister aktiv geworden und

haben neben Handlungsplänen einen Überblick

über Seminare und Fortbildungen veröffentlicht“,

sagt Beckmann. „Ein Erfolg ist für uns, dass wir

nun endlich das Thema aus der Tabuzone holen

konnten und es geschafft haben, dass Gewalt

gegen Lehrkräfte bei der Kultusministerkonferenz

auf der Agenda steht.“

Helmut H. hat das nichts genützt. Der Fall landete

vor Gericht. Er holte sich Unterstützung beim

Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband, die

Schulämter halfen ihm nicht. Erst im Ermittlungsverfahren

stellte sich heraus, dass der Schüler

gelogen hatte. Die Verletzungen kamen von einer

Schlägerei einen Tag vorher. Seine Mitschüler hatten,

ohne nachzudenken, bezeugt, sie hätten die

Schläge des Lehrers gesehen. Alle Vorwürfe von

der Staatsanwaltschaft wurden fallengelassen,

das Schulamt und die Landesregierung pochten

jedoch nicht darauf, dass die Presse eine Richtigstellung

veröffentlichte.

Helmut H. war über einen längeren Zeitraum

nicht in der Lage, seinen Dienst zu versehen.

Weil ihn diese Lügen und die mangelnde Unterstützung

psychisch krank gemacht haben.

Foto und Illustration: © BONNINSTUDIO, Mr.Stas / Shutterstock.com

6 didacta-magazin.de 2/2019


SO KÖNNEN SICH LEHRKRÄFTE

GEGEN GEWALT SCHÜTZEN

Keine Toleranz:

Lehrkräfte müssen ihren Schülerinnen und Schülern klarmachen, dass

verbale Entgleisungen und rohe Gewalt weder auf dem Schulhof, noch im

Klassenzimmer geduldet werden. Am besten ist es, wenn die Lehrkraft von

Anfang an versucht, ein gutes Verhältnis zu den Schülern aufzubauen.

Gewaltausbrüchen entgegentreten:

Falls ein Lehrer mit Gewalt konfrontiert wird, sollte er sich auf keinen Fall

provozieren lassen und entsprechende Sanktionen verhängen. Um herauszufinden,

warum sich der Schüler oder die Schülerin dem Lehrer gegenüber

so verhalten hat, hilft es, die eigene Betroffenheit über die Situation auszudrücken

und nach dem Grund für die Ausschreitung zu fragen.

Mit Bildung zum Erfolg:

Strafrechtlich kann gegen Gewalt gegenüber Lehrkräften bislang kaum vorgegangen

werden, denn für einen Straftatbestand muss eine Strafmündigkeit

vorliegen. Kinder unter 14 Jahren können strafrechtlich allerdings nicht

belangt werden. Die Lehrkräfte sollten daher die erzieherischen Maßnahmen,

die ihnen zur Verfügung stehen, konsequent nutzen: Eine Ermahnung,

das Ausschließen eines Schülers oder einer Schülerin vom Unterricht oder

die schriftliche Benachrichtigung der Eltern. Helfen solche Maßnahmen

nicht, droht in letzter Konsequenz der Schulverweis.

Eskalation mit den Eltern:

Involvieren Sie frühzeitig die Schulleitung und Kolleginnen und Kollegen, um

die Aspekte anzusprechen. Vergewissern Sie sich, dass die Schulleitung hinter

Ihnen steht. Wenn dann die Aufsichtsbehörde doch eine andere Entscheidung

trifft, können Sie nichts dagegen tun, aber die Schule muss für Eltern und

Schülerinnen und Schüler als Einheit erkennbar sein. Je nach Eskalationsgrad

kann auch die Einschaltung der Schulsozialarbeit hilfreich sein, die im Konfliktfall

vermitteln kann. Auch stellen Personalvertretung und Personalverwaltung

geschulte Kolleginnen und Kollegen für eine Mediation zur Verfügung.

Cybermobbing:

Cybermobbing ist ein relativ neuartiges Phänomen. Ein festgelegtes Vorgehen

in diesem Fall gibt es nicht. Erste Ansprechpartner können immer

die Vorgesetzten sein. Sie müssen solche Vorfälle ahnden, weil das Beamtengesetz

sie im Rahmen der Fürsorgepflicht dazu verpflichtet. Sie haben

Vorschriften zu erfüllen und entsprechende Möglichkeiten, diese konsequent

auszuschöpfen.

Diese und weitere Infos auf:

■■

www.polizeideinpartner.de

(Polizeideinpartner.de ist das Präventionsportal

der Gewerkschaft der Polizei.)

■■

www.vbe.de

(Kostenlose Broschüre „Gewalt gegen Lehrkräfte“

des VBE, Verband für Bildung und Erziehung)

2/2019 didacta-magazin.de 7


Titelthema

„Ausländer gehen

nicht aufs Gymnasium“

Respekt Coaches gehen in Schulen,

um Demokratieverständnis zu fördern und

Radikalisierung vorzubeugen. Indem sie den

Schülerinnen und Schülern vermitteln:

Du bist etwas wert!

Text Silvia Schumacher

Illustrationen: © Cienpies Design, Peter Hermes Furian / Shutterstock.com

8 didacta-magazin.de 2/2019


AUF EINEN BLICK

››

Seit vergangenem Jahr unterstützt das

Programm „Respekt Coaches“ Schulen bei der

Demokratieerziehung.

››

Die Respekt Coaches schließen mit teilnehmenden

Schulen eine Kooperationsvereinbarung

und richten ihre Projekte nach

den Bedarfen der Schule aus.

››

Ziel des Programms ist Mobbing, Gewalt und

Radikalisierung vorzubeugen.

Es ist eine junge Frau zu sehen, vollverschleiert.

Daneben zwei Männer, die sich

an der Hand halten und ein anderer, der

offensichtlich dem orthodoxen Judentum

angehört. Er trägt den typischen schwarzen

Zylinderhut und Schläfenlocken. Hooligans,

Gothics, Transsexuelle, Punks, Menschen mit

ganz unterschiedlichen Hintergründen zeigen

die Bildkarten, die auf dem Boden im Klassenzimmer

der 10 b der Münchner „Mittelschule in

der Zielstattstraße“ ausgebreitet sind. Marta*

entscheidet sich als erstes für eine Karte. Darauf

ist ein Junge abgebildet, der einem Mädchen

eine Ohrfeige gibt. „Jungen sind stärker, schon

alleine aus diesem Grund dürfen sie keine Mädchen

schlagen“, sagt sie.

Der 27-jährige Soziologe Sebastian Oschwald

leitet den Workshop, an dem die 10. Klasse

gerade teilnimmt. Er ist Respekt Coach. Seit

letztem Schuljahr kommt er einmal monatlich in

die Klasse, um mit den Schülerinnen und Schülern

über Identitäten, Toleranz und Demokratie

zu reden. So wie Oschwald sind derzeit über

200 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der

Jugendmigrationsdienste in allgemeinbildenden

Schulen in ganz Deutschland unterwegs. Sie

sind Teil des Präventionsprogrammes „Respekt

Coaches / Anti-Mobbing-Profis“ des Bundesministeriums

für Familie, Senioren, Frauen und

Jugend, das im November letzten Jahres gestartet

ist. „Wenn Schüler beschimpft oder gemobbt

werden, weil sie anders aussehen, einen anderen

Glauben haben oder anderer Herkunft sind,

dann ist es höchste Zeit zu handeln“, sagte Bundesfamilienministerin

Franziska Giffey bei der

Auftaktveranstaltung im November in Hannover.

Die Respekt Coaches sollen in Mobbing-Fällen

eingreifen, aber arbeiten vor allem präventiv.

„Es geht darum, jungen Menschen die Werte

einer demokratischen und offenen Gesellschaft

zu vermitteln, um sie gegen menschenfeindliche

Ideologien stark zu machen“, betont die

Ministerin. Die Jugendlichen sollen in der Lage

sein, sich eigenständig ihre Meinung zu bilden.

* Namen von der Redaktion geändert

2/2019 didacta-magazin.de 9


Titelthema

Wer und wie bin ich?

Ein ganzes Schuljahr unterstützt Sebastian

Oschwald die Münchner Schule mit insgesamt

340 Schülern bei der Demokratieerziehung.

Identitätsarbeit sei dabei besonders wichtig:

„Wir finden mit den Jugendlichen heraus, wer

sie sind, wovon sie sich abgrenzen wollen,

welche Themen sie beschäftigen“, erzählt er.

Die Toleranz-Bildkarten, die er dafür zu Beginn

der Stunde in der Mitte des Stuhlkreises platziert

hat, dienen als Eisbrecher. „Das funktioniert

immer, egal in welcher Klassenstufe: Die

Jugendlichen suchen sich ein Bild aus, das sie

emotional bewegt, interviewen dann ihren Sitznachbarn

dazu. Als nächstes müssen sie die

Position des anderen vorstellen, so lernen sie,

andere Perspektiven einzunehmen, und zum

Schluss wird in großer Runde darüber diskutiert“,

erläutert der Soziologe.

Bei den Schülerinnen und Schülern der 10 b entfachte

sich eine Diskussion über Geschlechterrollen

und Gewalt. Darüber, ob ein Mann immer

stark sein muss und was Stärke überhaupt

bedeutet. „Stärke ist nicht nur körperliche Kraft,

sondern auch, Transsexualität offen zu zeigen,

und mit anderen Meinungen klarzukommen“,

sagt Marta zu einem ihrer Mitschüler. Wichtig sei

laut Oschwald, dass die Meinungen der Schüler

nicht bewertet, aber hinterfragt werden. „Wenn

mir Emre* erzählt, dass er sehr wütend und

aggressiv wird, wenn jemand schlecht über

seine Familie spricht, frage ich nach, warum er

so fühlt“, erklärt Oschwald. Die Schüler sollen

dadurch lernen, ihre Gefühle offenzulegen und

mit ihren Emotionen und mit Provokationen von

anderen gewaltfrei umzugehen.

Ego-Shooter und dicke Autos

Die Lehrkräfte sind in den Workshops Zuschauer.

„Sie sollen sich bewusst zurücknehmen, dann

öffnen sich die Schüler leichter“, meint Oschwald.

Neben der 10. betreut der Respekt Coach

noch eine 7. und eine 8. Klasse an der Münchner

Mittelschule, außerdem unterstützt er die

Schülermitverwaltung bei der Umsetzung von

Projekten. Im März organisierten sie eine große

Faschingsparty. Dabei arbeitet er eng mit Lehrerin

Funda Caliskan zusammen, sie ist Ansprechpartnerin

für Demokratie und Toleranz an der

Schule. „2017 habe ich das Amt übernommen.

Meine Aufgabe ist es, Demokratie und Teilhabe

an der Schule zu verbessern, und Sebastian

Oschwald hilft mir dabei“, sagt sie.

Die Themen seiner Workshops richtet der Respekt

Coach ganz nach den Bedarfen der Schule

aus. In der 8. Klasse veranstaltete er kürzlich

einen Workshop zu Medienkompetenz, zusammen

mit dem ortsansässigen Jugendzentrum,

das mit ausreichend Computern ausgestattet

ist. „Einerseits wollen wir mit dem Kurs die

Schüler für Propagandastrategien im Netz sensibilisieren“,

sagt Oschwald. Der islamische Staat

nutze beispielsweise Computerspiele wie Ego-

Shooter, um mit den Jugendlichen in Kontakt

zu treten und seine Ideologien zu verbreiten.

Andererseits geht es bei dem Workshop um

Selbstdarstellung im Internet. „Wir haben uns

zunächst die Lieblings-Youtube-Videos der Schüler

gemeinsam angesehen und herausgearbeitet,

was ihnen daran so gefällt, wie sich die

Youtuber darstellen – Rapper Mero beispielsweise,

den ein Schüler nannte, fährt einen

dicken Ferrari, trägt teure Nike-Schuhe, inszeniert

sich stark, männlich und so weiter“, erzählt

Oschwald. Im zweiten Schritt probierten sich die

Schülerinnen und Schüler selbst vor und hinter

der Kamera aus, sie drehten 20-Sekunden-Clips

von jedem einzelnen. Das war für Sebastian

Oschwald ein besonderer Moment. „Die ganze

Klasse arbeitete als Filmteam zusammen“, sagt

er und lächelt, „in der Mitte saß ein Schüler, der

ganz selbstbewusst darüber spricht, wie er sein

möchte, was seine Stärken sind – die anderen

waren mucksmäuschenstill.“

Illustrationen: © Peter Hermes Furian, Pensiri / Shutterstock.com

10 didacta-magazin.de 2/2019


„Ausländer sein ist nichts Schlechtes“

Rund Dreiviertel der Schülerschaft an der Mittelschule

hat einen Migrationshintergrund. Was

dem Respekt Coach bei seinen bisherigen Projekten

auffiel, ist, dass sich viele dieser Schülerinnen

und Schüler als Ausländer sehen – und für

sie Ausländer zu sein etwas Negatives ist. „Ausländer

gehen nicht aufs Gymnasium“, „Ausländer

sind oft kriminell“: Das ist in ihren Köpfen. „Manche

sprechen vier Sprachen und erkennen nicht,

wie toll das eigentlich ist“, bedauert er. Genau

darum geht es den Sozial pädagogen, wenn

sie als Respekt Coaches in die Klassenzimmer

treten. Sie möchten mit den Jugendlichen ihre

Stärken herausfinden und ihr Selbstbewusstsein

aufbauen. Sebastian Oschwald ist überzeugt:

„Schule ist der perfekte Raum, in dem Jugendliche

viel Anerkennung erfahren können – auch

jenseits von Noten“. Und das ist eine wichtige

Voraussetzung, damit Radikalisierung gar nicht

erst entstehen kann.

WEITERFÜHRENDE INFOS

Mehr Informationen zum Bundesprogramm

Respekt Coaches auf:

■■

www.jmd-respekt-coaches.de

Handreichungen zu Radikalisierungspräventionen

bietet die Bundeszentrale

für politische Bildung auf:

■■

www.bpb.de/politik/extremismus/

radikalisierungspraevention

Die Stiftung „Mobbing stoppen! Kinder

stärken!“ bietet Materialien und Kurse zum

Thema Mobbing auf:

■■

www.du-doof.org

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Titelthema

Wolfssprache

verboten

Konflikte sind in der Schule an der Tagesordnung: zwischen Schülern, mit

Eltern, unter Kollegen, mit Vorgesetzten, zwischen Lehrern und Schülern.

Für den Umgang damit, ist laut Konflikt experte Timo Müller insbesondere

die Art der Kommunikation entscheidend.

Interview Silvia Schumacher

Dr. Timo Müller

ist Trainer und leitet das IKuF – Institut für Konfliktmanagement

und Führungskommunikation

(www.ikuf.de). Er ist Doktor der Wirtschaftsund

Sozialwissenschaften und promovierte im

Feld der Konfliktforschung.

didacta: Herr Dr. Müller, am bequemsten

ist es, Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Warum sollte man das gerade nicht tun?

Timo Müller: Ein Konflikt bietet immer die

Chance zur Veränderung und zur Verbesserung.

Man hat außerdem die Möglichkeit, emotionalen

Ballast abzuwerfen. Wenn ich durch den Konflikt

hindurchgehe und ihn gut austrage, herrscht

danach Klarheit. Und am Ende ist vielleicht eine

Lösung da, sodass alle Beteiligten sich wieder

in die Augen schauen können.

Was ist wichtig, um einen

Konflikt „gut“ auszutragen?

Es gibt Ansätze, die immer gelten: Man hört zu

und versucht zu verstehen, was das Gegenüber

will, was jemand anderes denkt und fühlt. Man

sollte zudem mit einer neutralen Person darüber

Foto: IKuF; Illustrationen: © Cienpies Design, Mr.Stas / Shutterstock.com

12 didacta-magazin.de 2/2019


Timo Müller

Wie Führungskräfte

effektiv Konflikte verhindern

und bewältigen

reden – nicht um ein Konfliktlager zu bilden,

sondern um sich neue Perspektiven an Bord

zu holen. Grundsätzlich gilt auch, transparent

zu kommunizieren.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Die Lehrkraft sollte beispielsweise bei einem

Lehrer-Schülerkonflikt nicht einfach die Eltern

kontaktieren, ohne das vorab beim Schüler

anzukündigen. Offenheit ist auch in der Kommunikation

mit den Schülern wichtig.

Wenn es zum Gespräch kommt,

auf was sollte ich achten?

Ich muss meine Position schildern, aber darf die

andere dadurch nicht abwerten. Es geht nicht

darum, wer Recht hat und wer nicht. Wenn ein

Kind sagt, ich fühle mich in der Klasse benachteiligt,

stelle ich seine und meine Position erst

einmal nebeneinander. Danach geht es nicht in

erster Linie um die Vergangenheit, sondern um

die Zukunft: Wie können wir gemeinsam die

Zukunft gestalten, sodass wir miteinander klarkommen?

Lehrkräfte sollten dabei insbesondere

auf ihre Formulierungen achten, denn manchmal

formuliert man „Dinge“ etwas härter und merkt

gar nicht, dass es als Vorwurf ankommen kann.

Muss ich mich, je nach Art

des Konfliktes, anders verhalten?

Es gibt Sachkonflikte, wie etwa eine Diskussion

um Noten, oder „Miteinander“-Konflikte,

wenn ich mich beispielsweise nicht respektvoll

behandelt oder nicht verstanden fühle. Oft

verlaufen beide parallel zueinander. Das heißt,

augenscheinlich geht es um die Note, aber im

Hintergrund schlummert etwas anderes. Man

muss am eigentlichen Konflikt ansetzen und

zunächst immer das Gespräch suchen.

Zum

Weiterlesen:

Bevor der

Sturm beginnt

Und wie lässt sich der

eigentliche Konflikt herausfinden?

Es beginnt damit, herauszufinden, wo denn

wirklich der Schuh drückt. Durch welchen Konflikt

entstehen die größten beziehungsweise

meisten negativen Emotionen? Teilweise ist

der primäre Konflikt nicht direkt zu erkennen.

Manchmal erkennt man erst bei der gemeinsamen

Analyse des Konfliktgeschehens, worum

es beim Gegenüber tatsächlich geht.

Timo Müller

Bevor der

Sturm beginnt

Wie Führungskräfte

effektiv

Konflikte verhindern

und

bewältigen

Wiley-VCH

Verlag, 2018

TIPP: Kostenfreie

Leseprobe

zum kurzweiligen

Sachbuch

unter www.

bevor-dersturm-beginnt.

de.

2/2019 didacta-magazin.de 13


Titelthema

Lehrkräfte müssen manchmal als

Konfliktmoderator fungieren, wenn sich

Schüler streiten. Welchen Tipp haben Sie

für diese Rolle als Streitschlichter?

Sie sollen darauf achten, dass die Schüler Kommunikationsregeln

einhalten: Dazu zählt, den

anderen ausreden zu lassen und keine Beleidigungen

zuzulassen. Sie sollten auch viel mit

Fragen arbeiten. Die Rolle der Lehrkraft kann

man hier mit der einer Führungskraft im Unternehmen

vergleichen und da gilt: Sie darf nicht

„durchregieren“, sondern muss den Rahmen

dafür schaffen, dass die Parteien miteinander ins

Gespräch kommen und zusammen eine Lösung

finden. Bei Schulkindern jüngeren Alters ist es

gewiss sinnvoll, Hilfestellungen zu geben. Etwa,

indem die Lehrkraft Vorschläge macht und/oder

einen Perspektivwechsel ermöglicht.

Wann sollte sich eine Lehrkraft

Hilfe von extern holen?

Entscheidend ist, ob man noch miteinander

reden kann oder der Konflikt bereits so weit

eskaliert ist, dass ein vernünftiges Gespräch

nicht mehr möglich ist. Und egal, ob der Lehrer

nun selbst am Konflikt beteiligt oder Streitschlichter

ist, immer gilt: Wenn er emotional zu

befangen ist, muss er sich Unterstützung „ins

Boot holen“. Das kann der Vertrauenslehrer sein,

der Schulleiter sein oder ein Experte von außen.

GEWALTFREIE KOMMUNIKATION

Die Gewaltfreie Kommunikation, kurz GFK,

ist ein Handlungskonzept des US-amerikanischen

Psychologen R. Marshall B. Rosenberg

(† 2015). Es soll helfen, respektvoll miteinander

umzugehen und Konflikten vorzubeugen.

Er unterscheidet zwischen der Wolfssprache

und der Giraffensprache. Die Wolfssprache

steht für Aggressivität und moralische Urteile.

Die Giraffe, das Landtier mit dem größten

Herz, verkörpert die Sprache des Herzens.

Sie ist geprägt durch Achtsamkeit und

Einfühlungsvermögen.

Welche Regeln sollte man

in der Schule aufstellen, damit

ein Konflikt gar nicht erst eskaliert?

Keine Beleidigungen, kein Anbrüllen, stattdessen

Ich-Botschaften verwenden. Wählen Sie Formulierungen

wie: „Ich wünsche mir, dass …“.

Das ist der Ansatz der gewaltfreien Kommunikation.

Kindern sollen nicht in der sogenannten

Wolfssprache sprechen, sondern lernen, sich

vorwurfsfrei ausdrücken. In speziellen Trainings

lernen sie, verbal Grenzen zu setzen, aber manche

Dinge auch mit sich selbst auszumachen.

Aber nicht nur für Schüler sind solche Trainings

gut, auch Lehrer brauchen Wissen und praktische

Fähigkeiten zum Konfliktmanagement.Bei

diesem Thema werden sie leider bisher zu oft

alleine gelassen. Rollenspiele in einem Trainingskurs

können helfen, um auf Konfliktsituationen

besser vorbereitet zu sein. Wer erfolgreich mit

Konflikten umgehen kann, erlebt weniger Stress.

Professionelle Konfliktmanagement-Kenntnisse

sind ein wichtiges Werkzeug - gerade in einer

Zeit, in der Eltern ihre Kinder stärker vertreten

als früher und gerne auch auf Konfrontationskurs

zur Lehrermeinung gehen.

Beispiel: Giraffensprache

versus Wolfssprache

Tina ruft in der Englischstunde die

Übersetzung der Vokabel dazwischen. Ihre

Mitschülerin, die sich gemeldet hat und die

Lösung sagen wollte, ist verärgert.

Wolfssprache: „Hallo, melde Dich gefälligst.“,

„Du bist echt blöd.“

Giraffensprache: „Ich bin sauer, weil ich die

richtige Lösung sagen wollte.“, „Ich wünsche

mir, dass auch du dich meldest.“

Weitere Beispiele und eine Unterrichtseinheit

mit Ideen sowie Kopiervorlagen zur GFK

bietet die Publikation „Achtsamkeit und Anerkennung

– Grundschule“ der Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung. Gratis zum

Download auf:

■■

www.bzga.de/infomaterialien/unterrichtsmaterialien/nach-themen-sortiert/

achtsamkeit-und-anerkennung-grundschule

Illustration: © lupulluss / Shutterstock.com

14 didacta-magazin.de 2/2019


Jeder kann kreativ sein!

300 kostenlose Unterrichtsideen für Lehrkräfte

Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums wird Kreativität bis zum Jahr 2020 die wichtigste und

gefragteste Fähigkeit von Arbeitnehmern sein.

„Jeder kann kreativ sein“ gibt Schülern die nötigen Tools, um ihre Ideen durch Zeichnen, Musik, Video und

Fotografie mit dem iPad zu entwickeln und zu kommunizieren. Und Lehrern bietet es 300 Unterrichtsideen,

um jedes Fach mit Kreativität zu erfüllen und ihre Schüler beim Erwerb von Fertigkeiten zu unterstützen, die

diese zum Lernen und darüber hinaus benötigen. Das Programm ist darauf ausgelegt, Kreativität zu

entfachen und zu fördern – denn Kreativität steht im Zentrum dessen, was unsere Welt bewegt.

„Jeder kann kreativ sein“:

Handbücher kostenlos im iTunes Store laden.

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Wir sind auf den Bildungsbereich spezialisiert und unterstützen Sie bei der Vorbereitung der iPad-Klassen, bei der Planung der

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Rechtliche Hinweise: Apps sind im App Store erhältlich. Änderungen an der Titelverfügbarkeit vorbehalten. . Die Displaygröße wird diagonal gemessen. Datentarif erforderlich.

Weitere Infos gibt es beim jeweiligen Mobilfunkanbieter. Die Geschwindigkeit kann je nach Standort variieren. Die Batterielaufzeit variiert abhängig von Verwendung und Konfiguration.

Weitere Infos unter www.apple.com/de/batteries. ⁴ Der Apple Pencil ist separat erhältlich.


BILDUNG IN KÜRZE

BEWERBEN FÜR DEN

DEUTSCHEN LESEPREIS

Bis 30. Juni können sich Einrichtungen und

Personen, die sich in der Leseförderung

engagieren, für den Deutschen Lesepreis

2019 bewerben. Der Preis wird in sechs

Kategorien, darunter „ Herausragende

Leseförderung an Schulen“, verliehen

und ist mit 25.000 Euro dotiert. Am

6. November werden die Gewinner in

Berlin verkündet. Die Auszeichnung ist

eine Initiative von der Stiftung Lesen

und der Commerzbank-Stiftung.

■■

www.deutscher-lesepreis.de

ELTERLICHE BILDUNG WIRKT

SICH AUF LEBENSERWARTUNG

DER KINDER AUS

Die Bildung der Eltern hat Einfluss auf die

Gesundheit ihrer Kinder. Das zeigen zwei

neue Studien des Deutschen Instituts für

Wirtschaftsforschung DIW Berlin. Hat die

Mutter beispielsweise mindestens einen

Realschulabschluss, leben ihre Kinder im

Alter ab 65 Jahren im Durchschnitt zwei

Jahre länger als Kinder, deren Mutter höchstens

einen Volksschulabschluss hat. Grund

sei, dass höher gebildete Mütter auf eine

gesündere Lebensweise achten. „Kinder,

die aufgrund ihres Elternhauses Nachteile

haben, sollten gezielt unterstützt werden,

damit deren Gesundheit nicht so stark vom

Elternhaus abhängt“, sagt Mathias Huebener,

einer der Studienautoren. Eine Möglichkeit

sei der Ausbau von außerfamiliären

Bildungs- und Betreuungsangeboten.

■■

www.diw.de

ZWEI AUSGABEN DIDACTA GRATIS

didacta – Das Magazin für lebenslanges

Lernen verlängert seine Probeabo-Aktion.

Lehrkräfte und Bildungsinteressierte

können zwei Ausgaben kostenfrei lesen.

Weitere Informationen auf:

■■

www.didacta-magazin.de/

abonnement

Fotos: © Vadim Georgiev, LightField Studios / Shutterstock.com

16 didacta-magazin.de 2/2019


SCHLAU

MAL!

AUSGABEN FÜR

BILDUNG GESTIEGEN

Die öffentlichen und privaten Ausgaben

für Bildung, Forschung und

Wissenschaft sind laut statistischem

Bundesamt im Jahr 2017 auf

295,1 Milliarden Euro gestiegen –

11,9 Milliarden Euro oder 4,2 Prozent

mehr als im Jahr davor.

■■

www.destatis.de

TÜFTELN,

FORSCHEN &

ENTDECKEN

Die Science-

Erlebniswelt

für Kinder

FORSCHERFABRIK-SCHORNDORF.DE

Das Magazin für

Gesundheit & Wohlbefinden

SCHÜLER MIT BESTEM

WIRTSCHAFTSWISSEN GEKÜRT

Der Bundessieger im Schülerquiz

„Wirtschaftswissen im Wettbewerb“

wurde im März gekürt. Gewonnen

hat Jannick Heidler aus Bayreuth.

Über 22000 Neuntklässler stellten

sich den 40 Multiple-Choice-Fragen

zu Wirtschaft, Politik, Internationalem,

Finanzen und Digitalisierung. Die

38 erfolgreichsten Teilnehmer traten im

März beim Bundesfinale im Westerwald

gegeneinander an. Der Wettbewerb

wird vom Bundesministerium für

Bildung und Forschung unterstützt.

■■

www.wjd.de

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AUSGEWÄHLTEN

SANITÄTSFACH­

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Bildung

Im Zauberwald

Mit kleinen musikalischen Übungen lässt sich

ästhetische Bildung fördern, der Schultag

rhythmisieren und die Aufmerksamkeit der

Schüler gewinnen.

In Zeiten der Digitalisierung ist

das besonders wichtig.

Text Magnus Gaul

DER AUTOR

Prof. Dr. Magnus Gaul ist Lehrstuhlinhaber für das

Fach Musik an der Universität Regensburg. Er ist Initiator

unterschiedlicher Bildungsprogramme für Grundschulen

und Kindergärten, unter anderem von SPRING – Sprache

lernen durch Singen, Bewegung und Tanz.

www.musikpaedagogikonline.de

AUF EINEN BLICK

››

Durch aktives Tun merken wir uns Dinge besser.

››

Musik bietet Erfahrungen mit allen Sinnen und

kann dadurch das Lernen unterstützen.

››

Musikalische Übungen können außerdem

helfen, den Schulalltag zu rhythmisieren und

die Konzentration der Schüler zu fördern.

Fotos: © MIA Studio / Shutterstock.com; Magnus Gaul

18 didacta-magazin.de 2/2019


von dem, was wir lesen, können

wir behalten. Dasselbe gilt für

20 Prozent von dem, was wir hören,

und 30 Prozent von dem, was wir

sehen. Die Kombination aus Hören und

10Prozent

Sehen macht 50 Prozent. Die Erfolgsrate

steigt auf 70 Prozent, wenn wir etwas selbst

sagen. Und schließlich können 90 Prozent all

derjenigen Inhalte gemerkt werden, wenn wir

sie selbst tun. Aktive Partizipation in Form von

manuellen Tätigkeiten hilft uns, Lernprozesse zu

steuern und zu verinnerlichen.

Emotionen wecken und Gemeinschaft spüren

Ohne, dass Lehrkräfte eine emotionale Balance

in der Klasse hergestellt haben, ist ein Zugang

zu Kindern nur schwer möglich. Musik kann

dabei helfen, Ängste abzubauen und Kontakte

zu fördern. Kommunikation baut sich zunächst

auf einer auf die Sinne bezogenen Beziehungsqualität

auf. Mit einem gemeinsamen Lied,

einem Sprechvers oder Bewegungen, die als

Spiegelbild gesteuert werden, ist ein koordinierter

Beginn der Unterrichtsstunde möglich,

und die Kinder sind sofort an gemeinsamen

Ergebnissen interessiert.

Übung: Sprechvers als

Einstieg in die Unterrichtsstunde

Ein kurzer rhythmisierter Vers „Heute

ist Dienstag, das ist schön“ ist eine

einladende Geste und bezieht alle ein.

Der soziale Zusammenhalt in der Gruppe

ist angebahnt. Der Puls des Sprechverses

kann dabei zum Beispiel mit einem

Seitschritt – zunächst nach rechts,

dann nach links – gehalten werden.

Der kurze einleitende Vers kann mit einem

Reim beantwortet werden. Im Idealfall

solle er immer aus zwei oder vier Takten

bestehen, um das Frage-Antwort-Spiel

im gleichmäßigen Puls zu halten. Zum

Beispiel: „Wir wollen gar nicht mehr nach

Hause gehn“. Die Weiterführung erfolgt in

eigenen Versen, die auf die Gruppe abgestimmt

sind und letztlich das Finden eines

gemeinsamen „Pulses“ zum Ziel haben,

der den Versen als durchlaufender Grundschlag

zugrunde liegt.

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Bildung

Wahrnehmung und Sinnesschulung

In der Schule bietet das Fach Musik die Möglichkeit,

die Sinne unverstellt auszuprobieren

und auszuloten. Kinder zeigen in ihren entwicklungsbedingten

Lern-Zeitfenstern eine

erstaunliche „Offenohrigkeit“, das heißt sie

sind zugänglich für akustische Reize verschiedener

Art. Das wird „Critical period“ genannt.

Diese Chancen zeigen sich in frühen Entwicklungsphasen

und können später nicht mehr

nachgeholt werden. Bei den Heranwachsenden

gilt es, sie für das Hören zu sensibilisieren und

Erfahrungen zu vermitteln. Kindergarten und

Primarstufe eignen sich optimal dazu, Signalwirkungen

oder andere Hörerfahrungen zu

vermitteln und Reaktionen auszutesten, beispielsweise

das Anhalten einer Aktivität auf

ein akustisches Zeichen hin oder das Fortfahren

bei einem anderen Zeichen.

Übung: Zauberwald

Ein Kind hält die Augen verschlossen oder

trägt eine Augenbinde. Zur Orientierung im

Raum erklingen einzelne Rhythmus- und

Effektinstrumente mit einem kurzen akustischen

Impuls, die sich in der Klangfarbe

gut unterscheiden lassen, zum Beispiel

Holz und Metall. Sobald sich das Kind mit

der Augenbinde langsam bewegt und sich

einem anderen Kind unbewusst nähert,

erklingt das jeweils vereinbarte kurze akustische

Zeichen. Auf diese Weise kann sich

ein Kind mit verbundenen Augen, ähnlich

der Bewegung in einem Parcours, seinen

Weg durch einen „Zauberwald“ bahnen.

Die anderen Kinder unterstützen das Finden

des Weges mit der Betätigung des

Instrumentes.

Strukturierung des Vormittages durch Musik

Musik versetzt Kinder in die Lage, Aufmerksamkeit

zu schulen und Konzentrationsspannen

zu erweitern. Da die Kinder an gemeinsamen

Ergebnissen in der Gruppe und der Klasse interessiert

sind, kann Musik darüber hinaus als

ordnendes Prinzip gezielt eingesetzt werden.

Denn sie entwickeln langsam ein Gefühl für

Zeitspannen und Tagesverläufe. Die Rhythmisierung

des Vormittags mit der Einbeziehung von

Signalen, Liedern, Ritualen und handlungsbegleitenden

Sprechversen kann Hilfen bereitstellen,

Ordnungsprinzipien zu schaffen, die für andere

Lernbereiche ihre Gültigkeit behalten. Beispielsweise

kann die Beachtung des „Redens“ und

„Ausreden-Lassens“ mit einem einfachen Rede-

Antwort-Vers geübt werden, der auf ähnlichen

Prinzipien beruht. Lieder und Sprechverse bilden

immer wiederkehrende Referenzpunkte, werden

in der Gruppe schnell als Muster für eigenes

Verhalten erkannt, und sie geben Sicherheit im

eigenen Handeln.

Übung: Kinderreime

Mit Kinderreimen kann das Sprechen

automatisiert und die Aufmerksamkeit der

Kinder geschult werden. Dabei können die

Wörter an Bewegungen gekoppelt werden.

Solche Sprechverse, Bewegungsspiele und

Abzählreime sind aus dem Kindergarten

bekannt.

Beispiel:

Eins, zwei, Papagei,

Drei, vier, Offizier,

Fünf, sechs, alte Hex’,

Sieben, acht, Kaffee gemacht.

Neun, zehn, weiter geh’n,

Elf, zwölf, junge Wölf’,

Dreizehn, vierzehn, Haselnuss,

Fünfzehn, sechzehn, du bist druss.

Musik und digitale Medien

Techniken und Spielformen, die das Fach

Musik bereitstellt, können als wichtige Erziehungsmodi

dienen und kreative Elemente

bereitstellen, die für den gesamten Tag zur

Verfügung stehen. Gezielt eingesetzt, eröffnen

sich auch Wege zur Kombination mit digitalen

Medien. Wenn sinnvolle Lerneinheiten gebildet

und zeitlich strukturierte mediale Phasen

eingehalten werden, kann beispielsweise der

Einsatz von Videovignetten, Tondokumenten

und Lernvideos altersgerechte Lernformen

bereitstellen, die als eine zusätzliche Bereicherung

manueller Erfahrungsspielräume genutzt

werden können.

Digitale Medien können vielfältige Erfahrungen

bieten. Aktives Tun und einen kindgerechten

Zugang zu Lerninhalten mit allen Sinnen können

sie jedoch nicht ersetzen. Im Hören, Sprechen,

Singen, Tasten und aktiven Musizieren

werden ästhetische Erfahrungen geweckt und

wach gehalten, soziale Handlungsmuster ausgetestet

und Hilfen bereitgestellt, das Lernen

in analogen und digitalen Zusammenhängen

mit „Kopf, Herz und Hand“, wie es der Pädagoge

Johann Heinrich Pestalozzi ausdrückte,

zu begreifen.

20 didacta-magazin.de 2/2019


Unterricht neu gestalten

mit Surface Go und Office 365.

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INTERNATIONAL IN KÜRZE

175 MILLIONEN KINDER

OHNE VORSCHULBILDUNG

GROSSE UNTERSCHIEDE BEI JOBAUS-

SICHTEN FÜR STUDIENABSOLVENTEN

Auf Malta (94,5 Prozent), in Deutschland (90,9 Prozent)

und den Niederlanden (90,4 Prozent) haben

EU-weit die meisten Studienabsolventen, deren

Abschluss weniger als drei Jahre zurückliegt,

einen Job. Die niedrigsten Beschäftigungsquoten

gibt es in Italien (55,2 Prozent) und Griechenland

(52 Prozent). Das ergab eine Auswertung des

Berichtes „Education and Training Monitor“ der

Europäischen Kommission durch den Bildungsanbieter

Theknowledgeacademy.com. EU-weit

liegt die Beschäftigungsquote für diese Gruppe

bei 80,2 Prozent. Die Europäische Union hat sich

das Ziel gesetzt, dass sie bis 2020 auf mindestens

82 Prozent steigen soll.

Rund die Hälfte aller Kinder weltweit zwischen

drei und sechs Jahren hat keinen

Zugang zu vorschulischer Bildung. Das

sind 175 Millionen Kinder. In den ärmsten

Ländern liegt der Anteil der Kinder ohne

Bildungszugang in dieser Altersgruppe bei

rund 80 Prozent. Das geht aus dem Bericht

„A World ready to learn“ des Vereinte

Nationen-Kinderhilfswerkes UNICEF hervor.

Laut dem Bericht haben Kinder mit Zugang

zu vorschulischer Bildung eine doppelt so

hohe Chance, Lese- und Rechenkompetenzen

zu entwickeln als Kinder, die von solchen

Angeboten ausgeschlossen sind.

■■

www.unicef.de

LEHRERSTREIK IN POLEN

Die polnische Lehrergewerkschaft

hat Anfang April zu Streiks an

polnischen Schulen aufgerufen,

nachdem Verhandlungen über

Gehaltssteigerungen mit der polnischen

Regierung gescheitert waren.

Nach Angaben der Gewerkschaft

beteiligten sich 700 Schulen an

dem Streik. Das Durchschnittsgehalt

für Lehrkräfte liegt in Polen

bei rund 1000 Euro brutto.

Von 144 900 deutschen Studierenden

im Ausland studierten

2016 zwei Drittel in einem EU-

Mitgliedsstaat. Am beliebtesten

waren Österreich, die Niederlande

und Großbritannien. Das geht aus

einer aktuellen Auswertung des

Statistischen Bundesamtes hervor.

■■

www.destatis.de

Fotos: © Jacob Lund, Monkey Business Images / Shutterstock.com

22 didacta-magazin.de 2/2019


Mehr als Sprachvermittlung

Deutsche Auslandsschulen ermöglichen die Begegnung mit anderen Kulturen.

Und sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Text Thilo Klingebiel

Die Deutschen Auslandsschulen sind Partner der Auswärtigen

Kultur- und Bildungspolitik und erfüllen mehrere

Aufgaben parallel: Sie gewährleisten die schulische

Versorgung deutscher Kinder im Ausland. Gleichzeitig

ermöglichen sie die Begegnung und den Austausch mit

anderen Kulturen: Sie sollen die deutsche Sprache fördern

und den Studien- und Wirtschaftsstandort Deutschland

stärken. Welche Wertschöpfung die Auslandsschulen dabei

generieren, ließ der Weltverband Deutscher Auslandsschulen

2018 vom Wifor-Institut in der Studie „Weltweite Wertschöpfung:

Quantifizierung des Wertbeitrags der Deutschen Auslandsschulen“

untersuchen. Das Institut befragte dazu die

140 Deutschen Auslandsschulen und wertete aktuelle Zahlen

der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen aus.

über Sprachkurse hinausgeht. Etwa 58 Prozent des gesamten

Unterrichts an Deutschen Auslandsschulen findet auf

Deutsch statt. Im Schnitt erhält jeder zweite Absolvent eine

deutsche Hochschulzugangsberechtigung. Zugleich fördern

die Schulen den Austausch der Kulturen: Im Durchschnitt

kommen die Schüler an den Deutschen Auslandsschulen aus

13 verschiedenen Nationen. Nur jeder vierte Schüler hat die

deutsche Staatsbürgerschaft. Damit bilden die Deutschen

Auslandsschulen globale Knotenpunkte der kulturellen Infrastruktur

Deutschlands. Bei jungen Menschen im Ausland

erzeugen sie nachhaltiges Interesse an Deutschland. Geplant

ist, dass die Absolventen mit guten Deutschkenntnissen

künftig sechs Monate nach Deutschland kommen können,

um sich einen Ausbildungsplatz zu suchen.

462 Millionen Euro an Wertschöpfung

Im Schnitt generiert eine Deutsche Auslandsschule im

Jahr rund 3,3 Millionen Euro an Wertschöpfung. Für alle

140 Deutschen Auslandsschulen zusammen entspricht dies

einer Wertschöpfung von 462 Millionen Euro. Die weltweite

Wirtschaftskraft der 140 Schulen entspricht ungefähr der

Wertschöpfung des Sektors Erziehung und Unterricht des Saarlandes.

Im Durchschnitt erhält jede Deutsche Auslandsschule

eine öffentliche Förderung in Höhe von etwa 1,36 Millionen

Euro pro Jahr, dies entspricht rund 28 Prozent der Gesamteinnahmen

einer Schule. 72 Prozent ihrer Mittel generieren die

Schulen eigenständig durch Schulgebühren oder Spenden.

Die Studie verdeutlicht weiter, dass die Deutschen Auslandsschulen

weltweit ganzheitliche Bildung ermöglichen, die

DEUTSCHE AUSLANDSSCHULEN

››

Weltweit gibt es 140 Deutsche Auslandsschulen

in 72 Ländern.

››

1575 wurde die erste Deutsche Auslandsschule in

Kopenhagen gegründet.

››

Rund 8400 Lehrkräfte, etwa jede sechste aus

Deutschland vermittelt, arbeiten an einer Deutschen

Auslandsschule. Aktuelle Jobangebote sind

zu finden auf: www.lehrer-weltweit.de

Foto: © WDA e.V.

DER AUTOR

Thilo Klingebiel ist seit 2010 Geschäftsführer des

Weltverbands Deutscher Auslandsschulen. Er selbst

unterrichtete fünf Jahre an der Deutschen Schule in

Shanghai.

››

Rund 83 000 Schülerinnen und Schüler, davon etwa

drei Viertel nicht deutsch sprachig, besuchen eine

Deutsche Auslandsschule.

››

Die Studie „Weltweite Wertschöpfung: Quantifizierung

des Wertbeitrags der Deutschen Auslandsschulen“

gibt es auf:

www.auslandsschulnetz.de/wifor-studie

2/2019 didacta-magazin.de 23


International

We will rock you!

Pädagogische Fachkräfte können auf dem neuen Education Festival

das Lernen mit digitalen Medien ausprobieren.

Text Tina Sprung

Foto: © dwphotos / Shutterstock.com

24 didacta-magazin.de 2/2019


AUF EINEN BLICK

››

Vom 23. bis 25. Mai feiert die „didacta Digital

Austria“ Premiere in Linz.

››

Besucher/-innen können sich beispielsweise

in der Kreativwerkstatt mit digitalen Medien

ausprobieren.

››

Die Messe wird von den österreichischen

Bundesministerien für Bildung und

Digitalisierung unterstützt.

Digital Turn hat bereits grundlegende Veränderungen

in nahezu allen Lebensbereichen

eingeleitet“, sagt Wassilios E. Fthenakis, Präsident

des Didacta Verbandes und didacta-

„Der

Chefredakteur. „Bildungssysteme stehen heute

vor den größten Herausforderungen in ihrer

Geschichte. Sie haben die Aufgabe, digitale Kompetenz

früh zu stärken, Kinder und Jugendliche zu befähigen, mit

den Chancen und Risiken dieser Transformation erfolgreich

und verantwortungsvoll umzugehen.“ Um diesen Wandel

zu begleiten, startet in Linz vom 23. bis 25. Mai die neue

Messe didacta Digital. Ausstellung und Programm informieren

über die Möglichkeiten des Lehrens und Lernens

mit digitalen Medien. didacta zeigt die Highlights:

››

Maker-Space

Die digitale Kreativwerkstatt gibt Besuchern die

Möglichkeit zu programmieren und mitzugestalten.

››

Education Rockstars

International erfolgreiche Entwickler, Forscher und

Unternehmenssprecher geben Einblicke in digital

gestützte Bildungskonzepte, die sich in der Praxis

bereits bewährt haben oder in Zukunft die Bildung

verändern.

››

Start-up-Area

Junge Unternehmen aus der Bildungsbranche zeigen

Alternativen zu bekannten Vorgehensweisen und

Produkten.

Digitale Kompetenz früh stärken

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und

Forschung, das Bundesministerium für Digitalisierung und

Wirtschaftsstandort sowie die Landesregierung Oberösterreichs

unterstützen die Messe.

„Im heutigen digitalen Zeitalter ist es wichtig, jungen

Menschen jene Kompetenzen und Skills zu vermitteln, die

sie befähigen, die Zukunft aktiv mitzugestalten und ein

selbstbestimmtes Leben zu führen“, sagt Heinz Faßmann,

Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung

in Österreich. Auch die Bundesministerin für Digitalisierung

und Wirtschaftsstandort Margarethe Schramböck

sieht die dringende Notwendigkeit der digitalen Bildung:

„Wir wissen, mangelnde Digitalkompetenzen führen in

die Arbeitslosigkeit. Bildung für die Digitalisierung wird

zur Voraussetzung für den Erfolg des Einzelnen und für

die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Ich bin

überzeugt, digitale Kompetenzen sind der Schlüssel in

eine erfolgreiche Zukunft.“

■■

www.didacta-digital.at

Sind Eltern Partner von Kitas und Schulen?

Philosophierstunde: Was ist Gerechtigkeit?

Kindern mit herausforderndem Verhalten begegnen

Auf die Stimme achten – Selbstfürsorge für

Erzieher/-innen und Grundschullehrkräfte

Nichts ist umsonst: Rechtliches zur Musiknutzung

Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt

… und viele weitere Themen

Für Erzieher/-innen, Grundschullehrkräfte und Eltern:

Frühe Bildung Online führt die verschiedenen Aspekte der frühen

Bildung zusammen – von der Früh- bis zur Grundschulpädagogik.

www.fruehe-bildung.online

Das Portal zum

Magazin „Meine Kita“


International

Weg von der Fließbandarbeit

Deutschland schneidet bei den PISA-Studien immer noch nicht besonders

gut ab. Damit sich das ändert, brauchen Lehrkräfte laut Bildungsforscher

Andreas Schleicher mehr Freiheiten – und mehr Verantwortung.

Text und Interview Vincent Hochhausen

Andreas Schleicher

ist Direktor für Bildung und Kompetenzen bei

der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung, OECD, in Paris. In seiner

Verantwortung liegen unter anderem die

internationalen PISA-Erhebungen.

didacta: In Ihrem Buch „Weltklasse. Schule für

das 21. Jahrhundert gestalten“ haben Sie internationale

Schulsysteme verglichen. Was sollte

ein gutes Schul system leisten?

Andreas Schleicher: Es sollte darauf basieren,

dass junge Menschen unterschiedlich denken und

lernen. Ein gutes Schulsystem unterstützt alle Kinder.

Dabei geht es nicht nur um das individuelle

Lernen, sondern auch darum, dass sie dafür gerüstet

werden, in der Welt Verantwortung für sich und

andere zu übernehmen. Soziale und emotionale

Kompetenzen sollten heute den gleichen Rang einnehmen

wie kognitive. Das alles sollten wir von

unserem Schulsystem erwarten.

Fotos: © Uwe Hameyer; imtmphoto / Shutterstock.com

26 didacta-magazin.de 2/2019


Wie schneidet das deutsche Schulsystem denn

im internationalen Vergleich ab?

Schüler sind in Deutschland stark darin, Fachwissen

zu reproduzieren. Allerdings könnte das

Tiefenverständnis der Schüler besser sein. Das

heißt: Können sie ihr Wissen in unbekannte

Zusammenhänge übertragen? Nicht nur Fachwissen

in den Naturwissenschaften vorweisen,

sondern wie ein Naturwissenschaftler denken?

Zudem ist die Fähigkeit zur Teamarbeit bei uns

oft nicht besonders gut ausgeprägt. Auch der

Zusammenhang von sozialem Hintergrund und

Bildungserfolg bleibt in Deutschland hoch. Es

hat sich zwar einiges verbessert, aber es gelingt

dem deutschen Bildungssystem noch nicht, in

der Verschiedenheit der Schüler ein Potenzial zu

sehen, statt ein Problem.

Das ist die Schülerseite. Wie sieht es denn bei

der Rolle der Lehrer aus?

In Deutschland liegt der Schwerpunkt auf Wissensvermittlung,

die Stundendeputate sind hoch

und Lehrkräfte haben vergleichsweise wenig Zeit,

Schülern individuell zu helfen oder gemeinsam mit

anderen Lehrkräften an der Entwicklung neuer

Unterrichtskonzepte zu arbeiten. Der Lehrerberuf

wird als Fließbandarbeit gesehen. Außerdem bietet

der Beruf wenig Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten

sowie wenig Chancen, Verantwortung

zu übernehmen.

Das halten Sie für falsch?

Im 21. Jahrhundert sind gute Lehrkräfte für ihre

Schüler Coaches, Begleiter, Mentoren, die innovative

Lernumgebungen entwickeln. Lernen ist ein sozialer

Prozess, und gerade die gemeinsame Arbeit mit den

Schülern macht den Beruf so reizvoll und wichtig.

Deutsche Lehrer sind dagegen viel zu sehr Einzelkämpfer.

Das ist ein Problem der Schulorganisation:

Das Umfeld prägt die Arbeit. Wir haben starre Lehrpläne,

wenig Raum, um Dinge auszuprobieren und ein

Schulsystem, das sich für die Expertise der Lehrkräfte

im Grunde gar nicht interessiert.

Sie fordern also, Schulen und Lehrern Freiräume

einzuräumen, um Dinge auszuprobieren, und die

so generierten Ideen und Methoden für andere

nutzbar zu machen?

Ja. Gute Ideen müssen entstehen können, aber

sie müssen auch erkannt und skaliert werden.

Ein Beispiel: In Shanghai gibt es eine Plattform,

auf der Lehrer ihre Unterrichtskonzepte einstellen

können. Das Ansehen einer Lehrkraft richtet sich

dann auch danach, wie gut diese Konzepte von

anderen Lehrkräften angenommen und weiterentwickelt

werden.

DIE BESTEN BILDUNGSSYSTEME

In dem Buch „Weltklasse“ von Andreas Schleicher

schöpft der Autor aus den Ergebnissen jahrzehntelanger

internationaler Bildungsforschung und zeigt

an konkreten Positivbeispielen, wie gute Schulsysteme

funktionieren können. Zudem stellt er einige

Schulsysteme vor, die aus seiner Sicht besonders

erstklassig sind: Singapur, Estland, Kanada,

Finnland und Shanghai.

Singapur

Singapur ist das Land mit den derzeit besten

PISA-Ergebnissen. Das ist das Ergebnis einer

jahrzehntelang verfolgten Strategie, mit der das

1965 unabhängig gewordene – und damals noch

arme – Land systematisch Bildung zu einem der

wichtigsten gesellschaftlichen Ziele machte. Das

spiegelt sich auch in den hohen Bildungsausgaben

wider, die 2010 ein Fünftel des Haushaltes ausmachten.

Das Schulsystem ist stark zentralisiert

und basiert auf hohen Leistungsvorgaben und

strengen Prüfungen. Zudem wird ein überaus hoher

Wert auf die Qualität der Lehrkräfte gelegt. So ist

laut Schleicher „Singapur (...) zu einem Paradebeispiel

für den Grundsatz geworden, Lehrkräfte unter

den besten Hochschulabsolventen auszuwählen

und dafür zu sorgen, dass sie gut fortgebildet werden

und motiviert bleiben.“ Dadurch ist auch das

Ansehen des Lehrerberufes in Singapur sehr hoch.

Estland

Estland ist 2015 in die Riege der Länder mit den

besten PISA-Ergebnissen vorgestoßen. Ähnlich wie

in Shanghai ist der Anteil von leistungsschwachen

Schülern dort mit 4,7 Prozent extrem gering – in den

USA und Deutschland etwa liegt er doppelt so hoch.

Dabei gibt das Land verhältnismäßig wenig Geld für

Bildung aus. In Estland gibt es in den Schulen eine

große Autonomie über Unterrichtsgestaltung sowie

Finanz- und Personalfragen. Zudem können Eltern

ihre Schule frei wählen, sodass die Schulen im ständigen

Wettbewerb um Schüler stehen. Ein weiterer

Erfolgsfaktor: Frühkindliche Bildung steht in Estland

stark im Vordergrund und viele Kinder nehmen an

vorschulischen Bildungsmaßnahmen teil.

2/2019 didacta-magazin.de 27


International

Zum

Weiterlesen:

Andreas

Schleicher,

Weltklasse –

Schule für das

21. Jahrhundert

gestalten.

wbv Media,

2019,

357 Seiten,

34,90 Euro

Da schwingt doch ein Wettbewerbsgedanke mit.

Wir sehen Wettbewerb in Deutschland leider immer

negativ, als Nullsummenspiel. Dabei ist das gerade

im Bildungsbereich nicht der Fall. Wenn wir Wissen

und Ideen teilen, verliert niemand etwas, sondern

es gewinnt jeder.

Sie betonen in Ihrem Buch, wie wichtig gute

Lehrkräfte sind. Warum haben wir in Deutschland

einen Lehrermangel?

In Deutschland sind Lehrer vergleichsweise gut

bezahlt. Aber der Beruf ist intellektuell nicht anregend.

In Finnland gibt es zehn Bewerber für jede

Lehrerstelle, obwohl die Bezahlung schlechter ist.

Der Beruf bietet dort Möglichkeiten zur Weiterentwicklung

und ein hochspannendes, anregendes

Arbeitsumfeld. Er wird dadurch ganz anders wahrgenommen.

Wenn man die Arbeit attraktiv gestaltet,

findet man auch genügend gute Bewerber.

Wie sollte sich die Bildungspolitik in Deutschland

ändern?

Man muss zwischen kurz- und langfristigen Maßnahmen

unterscheiden. Die Politik kann jetzt schon

ohne viel Aufwand Freiräume und Verantwortung der

Lehrer und Schulen stärken. Dafür braucht man nicht

einmal mehr Geld. Zudem können Bund, Länder und

Kommunen bereits jetzt an den Arbeitsbedingungen

der Lehrer und den Lernbedingungen der Schüler

arbeiten. Es gibt tausende Lehrkräfte, die fantastische

Arbeit leisten. Diese müssen vernetzt werden

und sich austauschen. Auf lange Sicht muss das

System weniger hierarchisch werden: Lehrer müssen

wesentlich mehr Zeit außerhalb des Klassenraumes

verbringen, um zum Beispiel mit einzelnen Schülern

zu arbeiten und Unterrichtskonzepte zu entwickeln.

Man muss für jeden Schüler die Frage stellen: „Was

kann ich für dich tun, damit du im späteren Leben

erfolgreich bist?“ In Finnland setzt man sich am Ende

des Schuljahres ganz selbstverständlich mit jedem

Schüler und dessen Eltern zusammen und redet

über solche Perspektiven.

Viele Lehrer in Deutschland klagen schon jetzt

über die häufigen Bildungsreformen. Gestehen

Sie den Lehrkräften eine gewisse Reformmüdigkeit

zu?

Wir sehen Reformen zu oft als Instrument, Programme

von oben herab ins Klassenzimmer zu

bringen, aber zu wenig als Chance, neue Ideen in

den Klassenzimmern zu finden, zu entwickeln, zu

Kanada

2015 war Kanada eines der Länder mit den

besten PISA-Ergebnissen, vor allem bei der

Lesekompetenz. Dabei sind die Unterschiede

zwischen reichen und armen Schülern sowie

zwischen zugewanderten und einheimischen

Schülern im internationalen Vergleich laut

Schleicher bemerkenswert gering – und das

trotz eines hohen Anteils von Migrantenkindern

an den Schulen. Diese werden aber

sehr schnell integriert, innerhalb von nur drei

Jahren liegen ihre Leistungen auf einem

ähnlichen Niveau wie dem der einheimischen

Kinder. Grund dafür sind neben dem hohen

Bildungsniveau der Einwanderer auch die

Unterstützung beim Sprachenlernen sowie

die hohe Qualität der Lehrkräfte. Im Unterschied

zu anderen erfolgreichen Schulsystemen

ist das kanadische dezentral organisiert

und lässt den lokalen Verwaltungseinheiten

große Freiheiten.

skalieren und zu verbreiten. Wer die Lehrkräfte nicht

in die Entwicklung und Gestaltung von Reformen

einbezieht, darf sich nicht wundern, wenn sie bei

der Umsetzung nicht ausreichend mithelfen. Die

Lehrkräfte vor Ort müssen mit einbezogen werden,

ihre Expertise muss für die Veränderung des

Schulsystems genutzt werden.

Sie sagen, dass gute Bildung keine Finanzfrage

ist. Aber kann man wirklich deutlich mehr aus

unseren Schulen herausholen, ohne mehr Geld

auszugeben?

Die Niederlande schneiden, was ihr Schulsystem

angeht, besser ab als wir, obwohl sie weniger

ausgeben. Der zielgenaue Einsatz von Ressourcen

ist das Entscheidende, nicht die Menge an sich.

Am Beispiel Sitzenbleiben sieht man das. Eine

Klassenwiederholung kostet die Allgemeinheit

pro Schüler zwischen 30.000 und 50.000 Euro,

wenn man den verspäteten Berufseinstieg einrechnet.

Das ist ein Paradebeispiel für ineffizienten

Einsatz von Ressourcen, denn leistungsmäßig

gesehen bringt Sitzenbleiben überhaupt nichts.

Den betreffenden Schülern könnte man mit diesem

Geld eine Harvard-Lernumgebung bieten.

Zudem sparen wir in Deutschland gerade in den

ersten Schuljahren, in denen die Grundlagen für

den Lernerfolg gelegt werden. In den späteren

Schuljahren bezahlen wir dann überdurchschnittlich

viel für Reparaturaufgaben.

28 didacta-magazin.de 2/2019


Schuljahreskalender

2019/20 kostenfrei bestellen

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Der farbenfrohe Kalender im A1-Format passt perfekt an die

Büro- oder Klassenzimmerwand. Jeden Monat ist ein Tag

markiert, der sich dazu eignet, „tierische Themen“ in den

Unterricht einzubauen.

Finnland

Auch wenn die Leistungen in der PISA-

Erhebung 2015 etwas gefallen sind, gehört

das finnische Schulsystem seit vielen Jahren

zu den erfolgreichsten der Welt – und das,

obwohl finnische Schüler weniger Zeit in der

Schule verbringen und weniger Hausaufgaben

haben, als etwa Schüler aus den leistungsstärksten

asiatischen Ländern. Schleicher

hebt hervor, dass die guten Leistungen

Ergebnis eines sehr langwierigen Transformationsprozesses

seien, der in den siebziger

Jahren begann, als das Gymnasium zugunsten

von Gesamtschulen abgeschafft wurde.

Die Schulen haben dabei mehr Freiheiten

als in anderen Ländern, Schulinspektionen

gibt es nicht. Zudem lege Finnland Wert auf

erstklassige Lehrer, die sich regelmäßig weiterbilden.

Trotz der im europäischen Vergleich

nur mittelmäßigen Bezahlung funktioniert

das – die Nachfrage nach dem Lehrerberuf ist

enorm groß.

Die Unterrichtsmaterialien

von PETAKids

verbinden Fach- und

Sozialkompetenz und

sind nach den Richtlinien

des Beutelsbacher

Konsenses aufbereitet.

Sie fördern eine kindgerechte

Auseinandersetzung

mit ethischen,

ökologischen und gesundheitlichen

Aspekten

von Tier- und Umweltschutz. Somit lernen die Schüler, verantwortungsvolle

Entscheidungen für sich, die Gesellschaft und die Tiere zu treffen. Darüber

hinaus fördern die Materialien die Empathie der Kinder für fühlende Lebewesen

– Mensch und Tier.

PETAKids bietet zudem das umfassendste Bildungsportal zu Tierrechten im

Internet an. Auf www.unterrichtsmaterial.peta.de können Lehrkräfte kostenfrei

Infomaterial für Unterrichtseinheiten und Projektwochen bestellen.

Shanghai

Die Schüler der chinesischen Stadt mit mehr

als 24 Millionen Einwohnern erzielten bei

den PISA-Studien 2009 und 2012 jeweils die

besten Ergebnisse in allen drei Schwerpunktbereichen:

Lesekompetenz, Mathematik

und Naturwissenschaften. Auffallend war bei

diesen Erhebungen, dass das Schulsystem

nicht nur viele erstklassige Schüler hervorbrachte,

sondern vor allem bemerkenswert

wenige Schüler mit schwachen Leistungen.

Schleicher führt das auf den systematischen

Aufbau des Schulsystems zurück: „Es ist kein

System mit Auslesefunktion, in dem zuletzt

nur eine Minderheit von Gewinnern die Ziellinie

überquert. Das System ist darauf ausgerichtet,

sicherzustellen, dass nahezu jeder die

Schullaufbahn absolviert.“ Zudem erhielten

die Schulen mit den größten Problemen die

besten Lehrkräfte. Dieser Ansatz wirke sich

auch auf die Einstellung der Schüler zum Lernen

aus: Im Gegensatz zu anderen Ländern

glaubten sie nicht, dass ihre Schulleistungen

von ihrer natürlichen Begabung, sondern

von ihrem Einsatz und der ihnen geleisteten

Unterstützung abhingen.

Wenn Lehrer auf Deutsch

und Englisch begeistern.

Dann ist es Phorms.

Für unsere deutsch-englischen Schulen in Berlin, Hamburg, Heilbronn/

Neckarsulm, Frankfurt und München sind wir auf der Suche nach

engagierten Grundschul- und Gymnasiallehrern (gn*).

Werden auch Sie ein Teil unseres internationalen

Teams und bewerben Sie sich jetzt unter:

jobs.phorms.de

*geschlechtsneutral


MEDIEN IN KÜRZE

JA ZUM DIGITALPAKT SCHULE

Nach dem Bundestag hat im März auch der Bundesrat

dem „Digitalpakt Schule“ zugestimmt. Damit ist der

Weg für die nötige Grundgesetzänderung frei und der

Bund darf mit 5,5 Milliarden Euro die Digitalisierung an

Deutschlands Schulen unterstützen. Dazu muss das

Gesetz zum Kooperationsverbot im Bildungsbereich

zwischen Bund und Ländern geändert werden.

Der Bundestag gab dafür im Februar seine Zustimmung.

Informationen, ab wann und wie Schulen

Fördermittel beantragen können, gibt es hier:

■■

www.bmbf.de/de/wissenswerteszum-digitalpakt-schule-6496.html

DIGITALES BILDUNGS­

MATERIAL ZU KONSUM

Unter dem Titel „Konsumspuren –

Wie verändern wir die Welt?“ hat

die Umweltorganisation Greenpeace

eine neue kostenfreie Web-Anwendung

für Schulen veröffentlicht.

Schülerinnen und Schüler können

sich mit Hilfe der App mit den Themen

Mode, Ernährung, Mobilität,

Verpackung, Smartphones und

Technik kritisch auseinandersetzen.

Das Angebot ist auf die Bildungspläne

und den Unterrichtsalltag der

Klassen 7 bis 11 ausgerichtet.

■■

ww.greenpeace.de/

konsumspuren

DOSSIER ZUM WISSENSCHAFTSJAHR KI

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist das Thema des

Wissenschaftsjahres 2019. Das Dossier des Deutschen

Bildungsservers bietet dazu eine Sammlung und Links zu

nützlichen Materialien für den Schulunterricht. Zu finden auf:

■■

www.bildungsserver.de/das-Wissenschaftsjahr-

2019-kuenstliche-Intelligenz-12593-de.html

NS-ZEITZEUGEN IN DEN UNTERRICHT HOLEN

Die App „WDR AR 1933 –1945“ holt über Smartphone oder Tablet

Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus

ins Klassenzimmer. Mithilfe von Augmented Reality – erweiterte

Realität – bringt die Anwendung Zeitzeugen als Hologramme in

die Umgebung des Nutzers. Sie erzählen, was sie in der NS-Zeit

erlebt haben. Die App kann über den iOS und Google Play Store

kostenlos heruntergeladen werden.

Fotos: © Monkey Business Images, Phonlamai Photo / Shutterstock.com; Onanoff

30 didacta-magazin.de 2/2019


didacta

Gewinnspiel

KOPFHÖRER GEWINNEN!

didacta verlost mit Onanoff vier

kabellose Kopfhörer mit Lautstärkebegrenzung

für Kinder.

Die „BuddyPhones Play“ verfügen

über vier verschiedene

Hörmodi – je einen Kleinkind-,

Kinder-, Reise- und Study-

Modus. Die Kopfhörer sind in

den Farben rosa, blau, orange

und grün erhältlich.

Um mitzumachen, einfach

www.didacta-magazin.de

besuchen und das Gewinnspiel

formular ausfüllen.

Teilnahmeschluss: 30. Juni 2019

Die Gewinner werden von uns

benachrichtigt. Der Gewinn wird nicht

bar ausgezahlt. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR

und Gewinnservices sind von der

Teilnahme ausgeschlossen.

BVA_ZfA_didactaMagazin2013_200x95_5_6.pdf 1 06.03.13 16:43

TIPPS ZUM MEDIENENTWICKLUNGSPLAN

Einen kostenlosen Leitfaden zur Erstellung des Medienentwicklungsplans

bietet der Hersteller Smart Technologies. Der Medienpädagoge

Michael Weißer und Katrin Weißer, Förderkoordinatorin und Didaktische

Leiterin einer Stadtteilschule in Hamburg, haben darin die wesentlichen

Bausteine zusammengefasst, nämlich pädagogische Zielsetzung, Fach-,

Methoden- und Mediencurriculum, Fortbildung, Unterrichtsplanung und

Zeitplanung. Sie zeigen die Umsetzung anhand praktischer Beispiele

und Erfahrungsberichten aus Schulen. Um den Leitfaden und weitere

Vorlagen herunterzuladen muss man sich auf der Website registrieren:

■■

dach.smarttech.com/erstellung-eines-medienentwicklungsplans


„Persönlichkeitsbildung wird ein

zentrales Merkmal guten Unterrichts sein“

Lehrkräfte werden zukünftig keine Wissensvermittler,

sondern vernetzte Teamplayer sein. Davon ist Volker Lövenich,

ehemaliger Lehrer und heute Bildungsberater, überzeugt.

Interview Tina Sprung

Volker Lövenich arbeitet

beim Software- und

Hardware hersteller

Prowise und berät die

Schulen in technischer und

pädagogischer Hinsicht.

Vorher war er Abteilungsleiter

für die Mittelstufe an

einem Hamburger Gymnasium

und war dort zuständig

für Schulentwicklung,

Organisation und Didaktik

der Mittelstufe.

Was wünschen Sie sich

für das Lernen der Zukunft?

Für das Lernen der Zukunft wünsche ich

mir die Abkehr von der Defizitorientierung

hin zu einer Ressourcenorientierung. Nur

dies ermöglicht den Lernenden das Entdecken

und Entfalten der eigenen Stärken

und Potenziale. Lehrende vermitteln dann

die Kompetenzen, die nötig sind, um in

einer sich immer schneller verändernden

Welt Wissen zu erwerben, Erlerntes zu

überdenken und gegebenenfalls wieder zu

verwerfen. Persönlichkeitsbildung wird ein

zentrales Merkmal guten Unterrichts sein.

Lehrkräfte sind in 30 Jahren …

… nicht mehr die tradierten Wissensvermittler,

sondern Lernbegleiter und

bestens vernetzte Teamplayer.

Die Bildungsherausforderungen

der Zukunft?

Schule bildet die Arbeitnehmer

von morgen aus, für Berufe,

die es heute noch gar nicht

gibt. Eine sich immer schneller

verändernde Welt, politische

Umbrüche und eine unaufhaltsame

Automatisierung

zwingen auch unser Bildungssystem

zum Wandel. Die reine

Reproduktion von erlerntem

Wissen verliert zunehmend an

Bedeutung, weil gerade dieses

Wissen leicht digitalisiert

werden kann. Lernen wird zu

einer lebenslangen Aufgabe

und die Lernenden müssen

die notwendigen Kompetenzen

für das 21. Jahrhundert

beherrschen: Kommunikation,

Kollaboration, kritisches Denken

und Kreativität.

Foto: © Prowise; Illustration: © Who is Danny / Shutterstock.com

32 didacta-magazin.de 2/2019


Stellen Sie sich vor, wir befinden uns im Jahr

2047 und Sie haben gerade Unterricht. Was wird

der größte Unterschied zum heutigen Lernen sein?

Das Lernen wird aus der Sicht der Lernenden gedacht, die in

völlig neu gestalteten Lehr- und Lernräumen arbeiten; individualisiert,

dezentral und virtuell. E-Learning-Modelle und

didaktische Konzepte wie die des Flipped Classrooms – das

umgedrehte Klassen zimmer, bei dem zu Hause das Wissen

erlangt und in der Schule geübt wird – werden Alltag sein.

Bring your own device,

kurz BYOD, – gut oder

schlecht?

BYOD ist keine tragfähige

Lösung. Das Modell darf

nicht dazu dienen, die

Schul träger und Landesregierungen

aus ihrer Verantwortung

zu entlassen, für

eine moderne Ausstattung

der Schulen zu sorgen.

BYOD widerspricht dem Ruf

nach Chancengleichheit und

Bildungs gerechtigkeit und

führt zu einer weiteren Form

von sozialer Benachteiligung.

Die Heterogenität der Endgeräte

führt unweigerlich zu

einer Vielzahl von Problemen,

die dem Wunsch nach einem

unkomplizierten Einsatz im

Unterricht entgegenstehen

und ein notwendiges Classroom-

und Device-Management

nahezu unmöglich

machen.

Sie haben eine Minute

Zeit, vor allen Lehrkräften

in Deutschland über den

fehlenden Einsatz digitaler

Medien zu sprechen.

Was sagen Sie?

Die außerschulische Lebenswirklichkeit

der Lernenden ist bereits

eine digitale. Dieser Tatsache

muss sich Schule stellen. Digitalisierung

ist nicht als neues

Problem zu sehen, sondern bietet

vielfältige Lösungsmöglichkeiten

für die pädagogischen Herausforderungen

wie beispielsweise der

Inklusion oder der individuellen

Förderung.

Wer wird zukünftig wichtiger sein,

der Lehrer oder der Computer?

Diese Frage stellt sich nicht, denn es wird nicht ohne das

eine oder das andere gehen. In Zukunft wird die zentrale

Aussage „What teachers do matters“ aus John Hatties

Metaanalyse „Visible Learning“ noch mehr im Fokus stehen.

Dafür ist es unerlässlich, dass sich die Lehrerrolle signifikant

ändern muss. Das erfolgreiche Lernen der Zukunft wird aber

auch dadurch bestimmt, dass Lehrende bereit sind, neue,

durch Virtual und Augmented Reality oder künstlicher Intelligenz

unterstützte Lerninhalte und -methoden, zu integrieren.

2/2019 didacta-magazin.de 33


Medien

Voll konzentriert

Apps können helfen, dass das

Smartphone nicht vom Lernen

abhält, sondern den Lernprozess

unterstützt. didacta stellt eine

Auswahl vor.

Text Julia Knopf, Michael Nagel

DIE AUTOREN

Prof. Dr. Julia Knopf leitet den Lehrstuhl Fachdidaktik

Deutsch Primarstufe und das Forschungsinstitut Bildung

Digital an der Universität des Saarlandes. Sie ist Gründungspartnerin

der Beratungsunternehmen für digitale

Medien KLEE – kreativ lernen und Erfolg erleben und

der Didactic Innovations GmbH.

Michael Nagel ist Lehrbeauftragter an der Universität

des Saarlandes und Junior Consultant bei der Didactic

Innovations GmbH.

Fotos: © Universität des Saarlandes; I-ing / Shutterstock.com

34 didacta-magazin.de 2/2019


Chaotisch und unstrukturiert oder entspannt

und organisiert: Beim Lernen zeigen sich viele

unterschiedliche Typen. Negative Erfahrungen

oder Schwierigkeiten beim Lernen können zu

Unzufriedenheit oder Prüfungsängsten führen.

In der Schule organisieren meist die Lehrkräfte

das Lernen. Doch was geschieht zuhause? Mittlerweile

gibt es eine Vielzahl digitaler Hilfen und Apps,

um den Lernprozess selbstständig zu optimieren

und Lernstress abzubauen.

AUF EINEN BLICK

››

Apps können helfen, die Lernzeit zu

strukturieren und sich nicht ablenken zu lassen.

››

Richtig eingesetzt motivieren sie die Lernenden

zudem mit Gamification-Elementen.

› › Lernerfolge können über soziale Medien geteilt

werden.

Die Lernzeit strukturieren:

„Offtime“ und „Be Focused“

Häufig entstehen Schwierigkeiten beim Lernen

durch Ablenkungen. Insbesondere Smartphones

nehmen durch Benachrichtigungen und Chat-Nachrichten

einen großen Teil der Aufmerksamkeit in

Anspruch. Das Smartphone stumm zu schalten, hilft

nur kurzfristig. Abhilfe können Apps schaffen, die

die Lernzeit strukturieren. Apps wie „Offtime“ oder

„Be Focused“ blockieren für einen bestimmten

Zeitraum einzelne Funktionen des Smartphones.

Nachrichten oder Anrufe werden zum Beispiel nicht

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Wir machen Bildung zum Thema.

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Medien

mehr zugestellt. Die Dauer der Sperre bestimmen

die Nutzenden individuell.

Die genannten Apps können auch bestimmte

Funktionen auf einer sogenannten Whitelist von

der Sperre ausschließen. Auf diese Weise werden

beispielsweise eingehende Anrufe noch zugestellt.

Lernmotivation: „Forest“

Zum Lernen motivieren kann beispielsweise die

App „Forest“ (iOS: 2,29 Euro, Android: gratis mit

Werbeeinblendungen). Während des vorher festgelegten

Lernzeitraumes wächst auf dem Display des

Smartphones ein Baum. Nach Ablauf der Zeit kann

dieser in einen individuellen Wald eingepflanzt werden.

Je öfter der Countdown abläuft, desto dichter

wird der virtuelle Wald. Wird die App beendet oder

der Countdown vorzeitig abgebrochen, geht der

Fortschritt verloren.

Statt das Smartphone einfach stummzuschalten,

wird hier die Strukturierung der Lernphasen mit

Gamification-Elementen kombiniert. Die Belohnung

und das Erfolgserlebnis motivieren womöglich dazu,

öfter in festgesetzten Zeiträumen zu lernen. Die

Ergebnisse können in sozialen Medien wie Twitter

oder Facebook geteilt werden.

Individuelle Ziele setzen: „Goalify“

Ebenso wichtig wie die zeitliche Planung ist die

Planung von Lernzielen. Stress, Schwierigkeiten

oder Panik können reduziert werden, wenn stets

bewusst ist, auf welche Ziele hingearbeitet wird.

Die kostenfreie App „Goalify“ verbindet die klassische

To-Do-Liste mit sozialen Elementen. Die

Nutzenden bestimmen in der kostenfreien Version

drei Ziele – beispielsweise eine bestimmte Anzahl

von Vokabeln, die an einem Tag gelernt werden

soll. Innerhalb der Ziele können sich Personen mit

gleichen Interessen oder Problemen miteinander

vernetzen. So können sie beispielweise um

Unterstützung bitten oder Fragen direkt im Chat

stellen. Das Konzept hat einen entscheidenden Vorteil:

Es wird nicht nur gelernt, sondern auch über

das Gelernte gesprochen. Im Austausch werden

Lerninhalte reflektiert, geprüft und mit anderen

Inhalten in Verbindung gesetzt.

Ein weiterer Ansporn sind Challenges – also

Wettbewerbe: Wer lernt die meisten Vokabeln

an einem Nachmittag? Wer nutzt das Smartphone

während des Lernens am wenigsten?

Offene Fragen klären:

„TheSimpleClub“ und „GoStudent“

Einen Lerninhalt nicht zu verstehen, ist frustrierend.

Häufig greifen die Nutzenden dann auf

private Nachhilfe oder Nachhilfeinstitute zurück.

Einzelne Fragen lassen sich jedoch auch bequem

im Internet beantworten. Äußerst beliebt sind

Nachhilfe-Videos auf der Videoplattform Youtube.

Kanäle wie „TheSimpleClub“ fassen die Lerninhalte

in knappen und optisch ansprechenden Kurzfilmen

zusammen. Neben Videos zu fachspezifischen

Inhalten werden auf dem Kanal auch Tipps zum

Lernmanagement oder Nervosität vor Klassenarbeiten

veröffentlicht.

Einen anderen Weg verfolgt die kostenlose App

„GoStudent“. Aufgebaut wie eine Messenger-

App können die Nutzer eine beliebige Frage zu

einem Fach oder Inhalt stellen. Die Fragen werden

anschließend von Experten beantwortet. Je

nach Frage reichen die Antworten von Nachrichten

über veranschaulichende Fotos bis hin zu Videokonferenzen.

Die digitale Unterstützung beim Lernen durch Apps

hat viele Vorteile. Allerdings müssen diese genau

analysiert werden: Kann mit einer App in einer konkreten

Lernsituation etwas erreicht werden, was

traditionelle oder analoge Methoden nicht erreichen?

Erleichtert die Nutzung der App das Lernen,

sodass ein größerer oder schnellerer Lernerfolg

entsteht? Können diese oder ähnliche Fragen mit

„Ja“ beantwortet werden, steht dem Einsatz der

App nichts im Wege – ganz gleich, ob der Lernprozess

optimiert oder bestimmte Kompetenzen

gefördert werden sollen.

36 didacta-magazin.de 2/2019


DIGITAL KOMPETENT

TIPPS FÜR EIN BESSERES LERNMANAGEMENT

››

Alles nach Plan: Ein Arbeits- oder Lernplan

ist eine ideale Möglichkeit, Lerninhalte zu

strukturieren und den Überblick über Erfolge

zu behalten. Nichts ist motivierender, als das

erfolgreich Gelernte von der Liste streichen

zu können.

MIT didacta

DIGITAL

››

Keine Ablenkungen: Ablenkung beginnt

schon am Arbeitsplatz. Lernen fällt an

ruhigen Orten leichter als an lauten und

belebten Orten. Auf dem Tisch sollten nur

die Lernsachen und -hilfen liegen. So können

Ablenkungen durch Smartphones oder

andere Objekte reduziert werden.

››

Einen Ausgleich finden: Lernen ist Arbeit

– und braucht Pausen. Sport, Erholung oder

eine Belohnung führen in den Lernphasen zu

mehr Lebensqualität und sichern die Konzentrationsfähigkeit.

››

Sich selbst einschätzen: In vielen Fällen ist

es nicht das erste Mal, dass etwas gelernt

werden muss. Erwartungen an die eigene

Person, häufig verbunden mit negativen

Erfahrungen, können Stress und Leistungsdruck

verursachen. Realistische Ziele helfen,

diese Stressfaktoren abzubauen.

› › Gleichgesinnte suchen: Über das

Gelernte, Zweifel, Sorgen oder Ängste zu

sprechen, hilft, den eigenen Lernprozess

zu reflektieren und fokussiert in eine neue

Lernphase zu starten.

DIE PASSENDE APP FINDEN

››

www.ene-mene-mobile.de

App-Empfehlungen für Kinder, insbesondere

zu Lernspielen und Bilderbuch-Apps

››

www.medieninschule.de

Fächer- und altersübergreifende

App- Empfehlungen

››

www.imedias.ch/appadvisor

App-Advisor der Pädagogischen Hochschule

Nordwestschweiz

PÄDAGOGIK

UND TECHNIK

SINNVOLL

VERBINDEN.

WWW.DIDACTA-DIGITAL.DE


KITA IN KÜRZE

MEHR MÄNNER BEGINNEN EINE

AUSBILDUNG ZUM ERZIEHER

Immer mehr Männer werden Erzieher. Der Männeranteil

im ersten Jahr der Ausbildung zum

Erzieher lag im Schuljahr 2017/18 bei 19 Prozent.

Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der männlichen

Schüler im ersten Ausbildungsjahr um

knapp 1200 auf etwa 7200 Schüler gestiegen. Das

entspricht zwei Prozentpunkten. Die Zahlen unterscheiden

sich stark zwischen den Bundesländern:

So konnte die Stadt Hamburg einen Männeranteil

von 28 Prozent verzeichnen. Bayern verzeichnet

den geringsten Männeranteil (13 Prozent), gefolgt

von Baden-Württemberg mit 14 Prozent.

■■

www.fachkraeftebarometer.de

NACHRICHTEN FÜR KINDER

Wie unterscheiden sich Nachrichten

für Kinder von Nachrichten für

Erwachsene? Wie müssen diese

formuliert sein, damit Kinder sie

verstehen? Die Lernmaterialien der

Website nachrichten-fuer-kinder.de

beleuchten das Thema aus unterschiedlichen

Blickwinkeln und zeigen

altersgerechte Darstellungen

von tagesaktuellen Ereignissen und

Themen in der Zeitung, im Fernsehen,

Radio oder Internet. Das

Angebot wurde von der Hochschule

für Angewandte Wissenschaften

Hamburg erstellt.

■■

www.nachrichten-fuer-kinder.de

GEMÜSEBEETE FÜR KITAS

Bereits zum elften Mal ruft die Edeka-Stiftung Kitas

auf, sich für die Aktion „Gemüsebeete für Kids“ zu

bewerben. Die Stiftung stattet Kindertagesstätten

mit Hochbeeten, Erde und Saatgut aus. Anmelden

können sich Einrichtungen bis 30. Juni auf:

■■

www.edeka-stiftung.de

GRATIS KITA-NEWSLETTER

Der „Kita-Newsletter für die frühe Bildung“

bietet einmal monatlich eine Übersicht über

neue Praxisideen, Gewinnspiele und Neuigkeiten

aus der Welt der frühen Bildung. Er

erscheint einmal monatlich und kann gratis

abonniert werden auf:

■■

www.fruehe-bildung.online

Fotos: © Rawpixel.com, LightField Studios, Oksana Kuzmina / Shutterstock.com

38 didacta-magazin.de 2/2019


GEMEINSAM DEN

SCHULALLTAG

MEISTERN

„Zu wissen, wie man

anregt, ist die Kunst

des Lehrens.“

Henri Frédéric Amiel

MATERIALIEN ZUR SEELISCHEN GESUNDHEIT

Merkblätter und Filme zum Thema „Seelisch gesund aufwachsen“

hat die Deutsche Liga für das Kind zusammen mit den

gesetzlichen Krankenkassen und weiteren Partnern herausgegeben.

Eltern erhalten darin Infos zum Entwicklungsstadium

ihres Kindes sowie Tipps, wie sie die seelische Gesundheit

ihres Kindes fördern können. Die Materialien orientieren sich

an den Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9. Die Filme

gibt es in mehreren Sprachen.

■■

www.seelisch-gesund-aufwachsen.de

KITA-FACHKRÄFTE INVESTIEREN

PRIVAT IN IHRE WEITERBILDUNG

39 Prozent der Kita-Leitungen und 37 Prozent der

Fachkräfte, die eine Weiterbildung besuchen, übernehmen

dafür selbst die Kosten oder besuchen

diese in ihrer Freizeit. Dies zeigen Ergebnisse

einer Fachkräftebefragung der Weiterbildungsinitiative

Frühpädagogische Fachkräfte, WiFF, an

der sich 857 Leitungen und 728 pädagogische Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beteiligt haben. „Die

Ergebnisse zeigen, dass angesichts der angespannten

Personalsituation das Tagesgeschehen

in den Kitas Vorrang hat vor der fachlichen Weiterentwicklung

des Personals“, sagt WiFF-Referentin

Veronika Gruber, die die Befragung durchführte.

■■

www.weiterbildungsinitiative.de

Was ist konkret zu tun, wenn ein

Schüler stets den Unterricht stört,

wenn die Hausaufgaben liegenbleiben,

wenn Schüler mit Furcht, Ärger

und Enttäuschung auf den Schulalltag

reagieren?

Auf diese und viele weitere Fragen

geben die Autorinnen Antworten, die

sofort in der Praxis umgesetzt werden

können. Durch klare Kommunikationsund

Verhaltensregeln und die Zusammenarbeit

von Lehrern und Eltern

wird Schule zu dem Ort der Bildung

und des sozialen Miteinanders, der

sie sein soll.

Adele Faber / Elaine Mazlish

Wie Sie Kinder fürs Lernen begeistern

Was Eltern und Lehrer wissen müssen

Zu Hause und in der Schule

Hardcover, 272 Seiten, 4-fbg. mit Fotos

19,95 €, ISBN 978-3-96304-000-9

www.oberstebrink.de


Kita

Wie gut ist das Gute-Kita-Gesetz?

Das Gute-Kita-Gesetz stand auf der diesjährigen didacta Messe in der Kritik.

didacta zeigt, was Experten bemängeln.

Dagmar Friedrich,

Ministerialrätin, Ministerium

für Kinder, Familie, Flüchtlinge

und Integration in

Nordrhein-Westfalen:

„Das Gesetz ist ein wichtiger Beitrag

zur Qualitätsentwicklung und zur Verbesserung der

Teilhabe. Bund und Länder haben nach einem dialogorientierten

Prozess über die inhaltliche Ausgestaltung

bis zuletzt intensiv, insbesondere um die Frage einer

dauerhaft angelegten Finanzierung, gerungen. Denn

qualitative Verbesserungen können nur erreicht werden,

wenn sie langfristig angelegt und auch finanziell abgesichert

sind. Das ist nicht gelungen, da die Finanzierung

bis 2022 befristet ist. Wenn die Befristung bleibt,

wird das Gesetz zu einer Belastung für die Länder. In

Nordrhein-Westfalen sollen die Mittel für qualitative

Verbesserungen zum Beispiel in die Förderung von

Ausbildung und Qualifizierung, aber auch in die flexiblere

Ausgestaltung von Betreuungszeiten fließen und

zur Entlastung von Familien für ein weiteres Jahr der

Elternbeitragsfreiheit eingesetzt werden.“

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis,

Präsident des Didacta Verbandes,

Chefredakteur von didacta:

„Zwar ist allein die Initiierung dieses

Gesetzes ein Fortschritt. Dennoch

bleibt das Gesetz weit hinter den

Erwartungen zurück: Verbesserungen in der Gruppengröße

und im Personalschlüssel stellen alte Forderungen

dar, die hinter denen bleiben, was andere

Länder längst realisiert haben, beispielsweise in

Skandinavien. Das Gesetz hat wesentliche Aspekte

von Qualität nicht berücksichtigt. Ein effektiver Weg

Bildungsqualität zu sichern, ist eine evidenzbasierte

Ausbildung der Fachkräfte. Zugleich möchten die

Akteure die Ungleichheit reduzieren. Doch: Es wird

genau das Gegenteil bewirken. Die zehn Handlungsfelder,

die den Ländern zur freien Wahl angeboten

werden, implizieren eine länderspezifische Fokussierung,

was letztendlich zur Verstärkung der ohnehin

stark ausgeprägten Diversität von Bildungschancen

führen wird. Stattdessen sollte gemeinsam mit den

Bundesländern das Ziel eines länderübergreifenden

Bildungsplans beschritten werden.“

Norbert Hocke,

Experte für Kinder- und Jugendhilfefragen,

langjähriges Vorstandsmitglied

der GEW:

„Das Gesetz stellt einen bedeutenden

Schritt dar, ist aber wieder einmal halbherzig

durch die Bundesregierung gelöst. Die dauerhafte

Bundesbeteiligung an den Kita-Kosten, also der

eigentlichen Kernfrage, ist wieder verschoben und nicht

beantwortet worden. Mit dem Blick auf das Jahr 2022

muss die Debatte über eine dauerhafte Mitfinanzierung

des Bundes an den Kita-Kosten wieder aufgenommen

werden. Nach dem quantitativen Ausbau sollte nun eine

Phase der deutlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen

in den Kitas erfolgen, wie beispielsweise der

Erzieher-Kind-Schlüssel, der Ausbau der Fachberatung

oder die Aus-, Fort- und Weiterbildung sozialpädagogischer

Fachkräfte. Diese Faktoren sollten als zentrale

Aspekte der Strukturqualität in einem Gesetz verankert

werden. Das notwendige Ziel von bundeseinheitlichen

Standards wurde sehr schnell auf Druck der Länder

fallengelassen und ein Weg gesucht, der es jedem Land

ermöglicht, unterschiedliche Schritte und Zeitverläufe zu

gehen. Diesmal sollte es um die Strukturqualität gehen,

die wesentliche Auswirkungen auf die Prozess-Qualität

hat. Kitas sind Bildungsinstitutionen und deshalb ist

der Schritt, sie gebührenfrei zu gestalten, richtig. Die

Umsetzung dieser wichtigen Sozialleistung gehört aber

in das Starke-Familien-Gesetz, das Familien mit kleinen

Einkommen stärken soll.“

Im Januar ist das „Gute-KiTa-Gesetz“ in

Kraft getreten: Der Bund will insgesamt

5,5 Milliarden Euro bis 2022 investieren, um die

Kinder betreuung zu verbessern.

■■

www.bmfsfj.de/gute-kita-gesetz

Fotos: © Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, E. Bertram; © FRÖBEL e.V./Bettina Straub; Sascha Kreklau

40 didacta-magazin.de 2/2019


Die wichtigsten Lehrer der Kinder

Familie hat den größten Einfluss auf Kinder, sie ist der wichtigste

Lernort. Höchste Zeit, dass der Familienbildung mehr Aufmerksamkeit

zukommt – auch in den Kitas.

Text Heidemarie Rose, Katharina van der Veen

Foto: © Photographee.eu / Shutterstock.com

AUF EINEN BLICK

››

Der Einfluss der Familie auf die

Entwicklung des Kindes ist zwei- bis

dreimal so hoch wie der der Kita.

››

Der Besuch einer Kita kann

Bildungsungleichheit verringern,

aber nicht ausgleichen.

››

Die Verzahnung der Lernorte Familie

und Kita lässt Eltern, Kinder und

Fachkräfte gleichermaßen profitieren.

2/2019 didacta-magazin.de 41


Kita

Gute Bildungsangebote im frühen Alter können

helfen, familiär- und entwicklungsbedingte

Benachteiligungen zu vermindern.

Deswegen und zur besseren Vereinbarkeit

von Familie und Beruf erfolgte in den vergangenen

Jahren ein starker Ausbau an

Krippen- und Kita-Plätzen. Doch während die

gesellschaftliche und finanzielle Förderung von

Kitas und Krippen steigt, wird der Lernort Familie

von der Politik kaum beachtet. Dabei kann

die Funktion und die Bedeutung, die die Eltern

für das Heranwachsen ihrer Kinder haben, nicht

hoch genug eingeschätzt werden.

DIE AUTORINNEN

Familie entscheidend für Bildungserfolge

Studien wie die „European Child Care and Education

Study“ der Universität Bamberg aus dem

Jahr 1999 zeigen, dass Bildungserfolge vorrangig

auf dem Einfluss der Familie beruhen. Die Untersuchungen

gehen davon aus, dass der Einfluss

der Familie zwei- bis dreimal so hoch ist wie

der der Kita. Das bedeutet nicht, dass die Kita

keine wichtige Funktion in der Entwicklung des

Kindes einnimmt. Sondern, dass bei den Eltern

angesetzt werden muss, um die bestmöglichen

Bildungserfolge zu erzielen. Kitas alleine können

diese große Aufgabe nicht bewältigen. Die Politik

muss ausreichend qualitativ hochwertige Angebote

für Familien finanzieren und ermöglichen.

Dabei müssen insbesondere Familien adressiert

werden, die sich in herausforderungsvollen

Lebenslagen befinden, zum Beispiel aufgrund

von Armut, Sprachbarrieren oder anderer biografischer

Einflüsse. Denn belastete Eltern können

ihren Kindern weniger Unterstützung in ihrer

Entwicklung bieten – dieser Chancenverlust,

der bereits während der Schwangerschaft und

spätestens nach der Geburt eintritt, kann durch

keine Kita kompensiert werden.

Dr. Heidemarie Rose ist Vorstandsmitglied von

Impuls Deutschland Stiftung e.V. sowie ehemalige

Leiterin der Abteilung für Junge Menschen

und Familie bei der Senatorin für Soziales,

Jugend, Frauen, Integration und Sport in Bremen.

Katharina van der Veen ist Erziehungswissenschaftlerin

und Mitarbeiterin bei

Impuls Deutschland Stiftung e.V..

Bei dem Programm HIPPY werden Eltern bei der Förderung

ihrer Kinder unterstützt, zum Beispiel mit Büchern.

Eltern stärken, Kitas entlasten

Daher ist die umfangreiche Förderung und der

Ausbau von Kitas nicht die alleinige Lösung zur

Adressierung von Bildungsungleichheiten. Auch

die Eltern müssen als Zielgruppe gedacht und

in ihren Erziehungs- und Bildungskompetenzen

gestärkt werden. Das kann den Lernort Familie

nachhaltig stärken und die Kitas entlasten.

Damit Kinder in ihrer Entwicklung davon profitieren

können, ist es wichtig, die Systeme Familie

und Bildungsinstitution näher aneinander zu bringen,

das heißt Familienbildung und Kitas enger

und aktiv miteinander zu verzahnen. Dabei geht

es nicht darum, den bereits teils überlasteten

pädagogischen Fachkräften weitere Aufgaben

zu übertragen, sondern bestehende Eltern- und

Familienbildungsangebote an den Lernort Kita

anzuschließen.

HIPPY in der Kita St. Johannis

Dass das gut funktionieren kann, zeigt das

Beispiel der Kita St. Johannis in Karlstadt in

Unterfranken. Dort wird das Familienbildungsprogramm

HIPPY von Impuls Deutschland in

Kooperation mit der Stadt Karlstadt umgesetzt.

Fotos: IMPULS Deutschland; Fr. Dr. Rose

42 didacta-magazin.de 2/2019


Das Programm bereitet Eltern und Kinder auf die

Schule vor. Eigens geschulte Mitarbeiterinnen

der Stadt arbeiten mit den Eltern in der Kita

und bereiten sie und ihre Kinder umfassend mit

HIPPY auf die Schule vor. Mit Materialien wie

Büchern und Aktivitätenheften werden Eltern

unterstützt, Kinder erlernen dabei grundlegende

Fähigkeiten, die für einen guten Schulstart

notwendig sind: den Umgang mit Büchern,

Konzentrationsfähigkeit, mathematische und

schriftsprachliche Vorläuferfähigkeiten sowie

Sprache. Zur Stärkung der Bildungspartnerschaft

werden die Kita-Fachkräfte punktuell in

die Aktivitäten einbezogen. Koordiniert wird das

Projekt durch die Integrationsbeauftragte der

Stadt Karlstadt. Sie ist für die Absprache mit

der Kita sowie für die Betreuung der Mitarbeiterinnen

zuständig.

Mit Programmen wie HIPPY will Impuls

Deutschland Stiftung e.V. Eltern dazu befähigen,

ihre Kinder eigenständig zu fördern und

zu stärken – als deren erste und wichtigste

Lehrer.

FAMILIENPROGRAMME

DER IMPULS DEUTSCHLAND

Impuls Deutschland Stiftung e.V. entwickelt

Familienbildungsprogramme, die

von Kommunen oder Trägern umgesetzt

werden. Ziel ist die Förderung

von Familien zur Erreichung von Chancengleichheit.

Seit 1991 wurden über

40 000 Familien gestärkt.

Das Programm „HIPPY“ – Home

Interaction for Parents and Preschool

Youngsters – ist für Kinder im Alter von

vier bis sieben Jahren. Es arbeitet nach

dem Family Literacy-Ansatz und bereitet

Kinder und Eltern spielerisch auf das

Lernen in der Schule vor – in Hausbesuchen

oder in Zusammenarbeit mit Kitas.

Weitere Infos zu den Programmen auf:

■■

www.impuls-familienbildung.de

Aus gutem Grund heißt es „Made in Germany“ und nicht „Made by

Germans“. Denn täglich geben Mitarbeiter/Innen aus aller Welt bei

uns ihr Bestes. Damit das so bleibt, stehen wir auch weiterhin für ein

weltoffenes Deutschland.

Eine Initiative deutscher Familienunternehmen.


SCHULE IN KÜRZE

FRIDAYS FOR FUTURE:

SCHÜLER SIND ENGAGIERT,

KEINE SCHULSCHWÄNZER

Die Schüler-Demonstrierenden der

Fridays for Future-Bewegung wollen

etwas bewegen, um Schule schwänzen

geht es ihnen nicht. Das ist das

Ergebnis einer Befragung von Wissenschaftlern

des Exzellenzclusters „Politische

Dimension von Ungleichheit“

der Universität Konstanz unter Schülerinnen

und Schülern, die im März an

einer Fridays for Future-Demonstration

in Konstanz teilgenommen haben. Die

Schüler seien bereit, Sanktionen wie

Nachsitzen in Kauf zu nehmen, mit

denen mehr als ein Drittel der Befragten

auch rechnet. Der Großteil der

Befragten gab außerdem an, sie hätten

sich schon vor Beginn der Bewegung,

die die damals 15-jährige Klimaktivistin

Greta Thunberg im August 2018 in

Schweden initiierte, mit dem

Klima wandel auseinandergesetzt.

Mehr zu Fridays for Future auf:

■■

www.fridaysforfuture.de

■■

www.exc.uni-konstanz.de/

ungleichheit/ ueber-uns/aktuelles

MEHR SCHÜLER FALLEN DURCHS ABITUR

Immer mehr Schülerinnen und Schüler bestehen

das Abitur nicht, wie die Nachrichtenagentur dpa im

März zuerst berichtete. 2009 fielen 2,39 Prozent

der Schüler durch, 2017 waren es bundesweit

3,78 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern ist die

Durchfallquote am höchsten, dort fiel 2017 jeder

14. Schüler (7 Prozent) durch. Das zeigt die Statistik

der Kultusministerkonferenz zu den Abiturnoten.

■■

www.kmk.org/dokumentation-statistik

LAUFEN FÜR EINEN GUTEN ZWECK

Die Initiative „Kinder laufen für Kinder“ ruft Schulen

deutschlandweit auf, einen Spendenlauf umzusetzen.

Um mitzumachen, melden sich die Schulen

auf der Website an, im Anschluss erhalten sie Infos

zur Organisation des Laufes sowie Materialien zur

Vorbereitung. Im Vorfeld der Läufe müssen sich die

Kinder Sponsoren suchen – ob ein Unternehmen vor

Ort oder die Großmutter –, die ihnen für jeden gelaufenen

Kilometer einen vorher vereinbarten Betrag

spenden. Die Spenden kommen verschiedenen

Hilfsorganisationen zugute. 14 Kultusministerien tragen

die Schirmherrschaft der Initiative.

■■

www.kinder-laufen-fuer-kinder.de

Fotos: © Projekt „Adoptiere ein Polyeder“; Nink_Photography_2010.www.ninkphoto.com; Africa Studio; Rawpixel.com / Shutterstock.com

44 didacta-magazin.de 2/2019


POLYEDER-PATEN GESUCHT

Auf der Website des Projektes „Adoptiere ein Polyeder“

können sich Schüler/-innen und alle Mathematik-Fans

einen Polyeder – eine geometrische Figur

mit Ecken, geraden Kanten und ebenen, vieleckigen

Seitenflächen – aussuchen, es farblich gestalten und

ihm einen Namen geben. Mit dem Projekt unter der

Leitung der TU Berlin und der Deutschen Mathematiker-Vereinigung

soll Interesse für Mathe geweckt werden.

Die Website bietet außerdem Vorlagen, um die

adoptierten Polyeder auszudrucken und zusammenzubauen.

Fast 1500 Polyeder wurden bisher adoptiert.

■■

www.polytopia.eu

MATERIALIEN UND

AKTIONEN ZUR WERTEBILDUNG

Kostenlose Unterrichtsmaterialien und

Ideen zum Thema Werte bieten die Albert-

Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke

im Rahmen ihrer Miteinander-Aktion. Schulen

können mit den Materialien auch Aktionen

umsetzen, etwa zu Hilfsbereitschaft,

Mut, Respekt, Freundschaft, Vertrauen und

Toleranz. Anmeldung und weitere Infos auf:

■■

www.albert-schweitzer- miteinander.de

GRATIS-MATERIALIEN

ZU SUCHTPRÄVENTION

Ein neues Praxisbuch und eine App zur

Suchtprävention hat „blu:prevent“, die Suchtpräventionsarbeit

des Blauen Kreuzes in

Deutschland, herausgegeben. Das Buch bietet

Hintergrundwissen zum Thema Sucht sowie

Tipps zur Präventionsarbeit. Die neue App

dient zur Online-Beratung für Jugendliche,

Expertinnen und Experten des Blauen Kreuzes

beantworten Fragen über einen Chat.

■■

www.bluprevent.de

IDEEN FÜR DEN

SCHULGARTEN

Über 50 Ideen für Schulgärten

sind in der Broschüre „Lernort

Schulgarten – Projektideen

aus der Praxis“ zusammengefasst,

darunter das Anlegen

eines Schulteiches oder eines

Sinnespfades. Die Broschüre

wird von dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

herausgegeben. Es gibt sie gratis als PDF auf:

■■

www.ble-medienservice.de/3910/lernort-schulgartenprojektideen-aus-der-praxis

2/2019 didacta-magazin.de 45


Schule

Eckart von Hirschhausen

ist Komiker, Moderator und Autor. Als gelernter

Arzt setzt er sich für Gesundheitsbildung in der

Schule ein, zum Beispiel mit seiner Stiftung

Humor hilft heilen.

Foto: © Steffen Jänicke


„Warum haben wir

kein Schulfach Gesundheit?“

Seit vielen Jahren setzte sich Arzt und Komiker Dr. Eckart von Hirschhausen für mehr

Gesundheitsbildung in der Schule ein. Er hat zwar den Glauben an die Sinnhaftigkeit von

Lehrplänen verloren, aber nicht den an die Wirkung von Lehrkräften.

Interview Andreas Müllauer

Als Schirmherr von „Klasse 2000“, dem Programm

gegen Tabakabhängigkeit „Be smart, Don’t start“,

„Gemeinsam Leben Lernen“ und mit dem „Nationalen

Aktionsplan Gesundheitskompetenz“

fördern Sie schon lange Bildungsinitiativen zum

Thema Gesundheit. Was kann Bildung hier leisten?

Bildung und Gesundheit hängen eng zusammen,

gesundheitliche Aufklärung und Bildung sind der

größte Hebel für die Lebenserwartung. Aber wenn

man etwa Berlin anschaut, liegen zwischen Neukölln

und Zehlendorf zehn Kilometer – und zehn Jahre

Lebenszeit – das ist unglaublich ungerecht. Deshalb

engagiere ich mich für mehr Gesundheitskompetenz

und ein gesundes Aufwachsen. Das geht im Mutterdidacta:

Herr von Hirschhausen, Bildungspolitik

genießt in Deutschland einen eher ernsten Ruf.

Könnten wir hierzulande beim Thema Schule und

Bildung ein bisschen mehr Humor vertragen?

Eckart von Hirschhausen: Auf jeden Fall! Ich

erinnere mich selbst noch gut an einige meiner

Lehrer, obwohl meine Grundschulzeit schon über

40 Jahre her ist. Kaum zu glauben, denn sie sind

mir immer noch sehr präsent, nicht so sehr mit

dem, was sie mir beigebracht haben, sondern durch

ihre Persönlichkeit. Und von jedem Lehrer weiß

ich noch, ob er Humor hatte oder nicht. Die wichtigste

Unterrichtsvorbereitung für Lehrer ist also,

sich kurz vor dem Betreten des Klassenraumes klar

zu machen: Ich präge gerade Herzen und Hirne für

ein Leben und ich freue mich, meine Begeisterung

für mein Fach zu multiplizieren. Und wer bei dem

Gedanken nicht anfängt zu lächeln, sollte gleich

wieder ins Lehrerzimmer zurück!

Das Medienpaket

„Pausenlos gesund“

Anzeige

Wie funktioniert das Gesundheitssystem, welche Rechte hat

ein Patient, wie unterscheidet man gute von schlechten Informationen

bei Dr. Google? „Pausenlos gesund“ von der Stiftung

Gesundheitswissen fördert die Gesundheitskompetenz

und schließt Lücken in der Gesundheitsbildung. Konzipiert

für die Sekundarstufe I und interaktiv einsetzbar – von der

Vertretungsstunde bis zur Projektwoche mit Erklärvideos,

Spielen und Gruppenarbeit. Kostenfrei bestellen auf:

www.pausenlos-gesund.de


Schule

Zum

Weiterlesen:

Felix Gaudo /

Marion Kaiser

Lachend lernen.

Humortechniken

für den

Unterricht

Beltz, 2018

Eckart von

Hirschhausen

Glück kommt

selten allein …

Rowohlt, 2009

Dieses

Interview

wurde

zuerst auf

Bildungsklick

veröffentlicht.

www.

bildungsklick.de

leib schon los. 10 000 Kinder werden jedes Jahr mit

fetalem Alkoholsyndrom geboren und haben ein Leben

lang verminderte Bildungschancen. Klare Botschaft: in

der Schwangerschaft keinen Tropfen Alkohol. Warum

steht das nicht deutlich sichtbar auf jeder Flasche?

Dann geht es weiter über die frühkindliche Bildung.

Jeder Euro, der in Leseförderung im Vorschulalter

investiert wird, kommt 25-fach für die Gesellschaft

zurück, sagt eine Studie der Stiftung Lesen. Wenn

die Schulpflicht greift, ist der Unterschied zwischen

den geförderten und den abgehängten Kindern schon

nahezu zementiert. Warum haben wir kein Schulfach

Gesundheit? Oder lernen zumindest in jedem Fach

lebenspraktische Dinge und das quervernetzte Denken?

Wir sind so stolz darauf, das Land der Dichter und

Denker zu sein, aber die Hälfte der Bevölkerung weiß

nicht, wann ein Fieber anfängt, wie man im Netz Sinn

und Unsinn unterscheiden kann oder wie man einen

Beipackzettel liest. Das müssen wir ändern.

Sie unterstützen neuerdings auch die Stiftung

Gesundheitswissen mit dem Projekt „Pausenlos

Gesund“ – wozu braucht es denn wieder noch

ein neues Material-Set?

Das Besondere an „Pausenlos Gesund“: Es geht

endlich mal nicht um „mehr Gemüse und weniger

Zucker“, sondern die „Systemkompetenz“. Auf gut

deutsch: Was ist ein Notfall und was nicht? Wann

rufe ich 112, wann reicht der kassenärztliche Notfalldienst

mit 116117 und was geht von alleine weg?

Was macht ein Arzt eigentlich genau? Was ist der

Unterschied zwischen einem Psychologen und einem

Psychiater? Warum reden die da alle so komisch, und

habe ich als Patient ein Recht auf eine verständliche

Kommunikation? Ich habe das Material selbst in einer

Berliner Schule ausprobiert – es hat unglaublich viel

Spaß gemacht und schließt eine Lücke. Ich wünsche

mir, dass viele Ärzte sich trauen, selber in Projektwochen

oder in den Klassenlehrerstunden aus der

Praxis zu erzählen, denn wenn eine Gynäkologin

etwas über Sex und Verhütung erzählt, hören die

Schüler anders zu, als wenn der Biolehrer das tut.

Sie haben in einem anderen Interview gesagt:

„Lehrkräfte sind für mich mindestens so wichtig

wie Ärzte.“ Wie haben Sie das gemeint?

Wir vertrauen Lehrern das Wichtigste an, das wir

haben: unsere Kinder. Ein guter und motivierter

Lehrer kann für Kinder ungeheuer prägend sein.

Und jeder Lehrer, der einem Schüler dabei hilft, ein

gutes Verständnis für seinen Körper zu entwickeln

und gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen, hat

für dessen Lebenserwartung mehr getan als jeder

Herzchirurg, der 50 Jahre später einen vermeidbaren

Herzinfarkt behandelt. Deshalb liebe Lehrer: Passt

gut auf euch auf, wir brauchen euch!

INITIATIVEN ZUR GESUNDHEITSBILDUNG

Humor hilft heilen

››

Die 2009 gegründete Stiftung „Humor hilft

heilen“ fördert den Einsatz von Clowns

in Krankenhäusern, führt Workshops und

Seminare für Pflegepersonal und Mediziner

durch und setzt sich für „Glück, Gesundheit,

soziales Lernen“ als Schulfach ein.

■■

www.humorhilftheilen.de

Klasse 2000

››

Klasse 2000 ist ein Unterrichtsprogramm

zur Gesundheitsförderung und Gewalt- und

Suchtvorbeugung an Grund- und Förderschulen.

Ziel des Programmes ist, dass Kinder

lernen, was sie selbst tun können, damit sie

sich wohlfühlen und es ihnen gut geht. In

15 Unterrichtseinheiten pro Schuljahr werden

den Kindern durch die Lehrkräfte und speziell

geschulte Gesundheitsförderer Kompetenzen

zu den Themen gesunde Ernährung, Bewegung

und Entspannung, Selbstwert, Konfliktlösung

sowie kritisches Denken vermittelt.

Etwa jedes siebte Grundschulkind nimmt

derzeit an Klasse 2000 teil.

■■

www.klasse2000.de

Pausenlos gesund

››

Das Medienpaket „Pausenlos gesund“ der

Stiftung Gesundheitswissen bietet Lehrkräften

interaktive Arbeits- und Informationsmaterialien

für den Unterricht. Dabei geht es darum, wie

das Gesundheitssystem funktioniert, welche

Rechte man als Patient hat, wie und wo man

Gesundheitsinformationen findet und Arzneimittel

und Medikamente richtig und verantwortungsbewusst

anwendet.

■■

www.stiftung-gesundheitswissen.de/

schulprojekt-pausenlos-gesund-ueberblick

Be Smart – Don’t Start

››

Der bundesweite Wettbewerb „Be Smart –

Don’t Start“ will Schülerinnen und Schülern der

Jahrgangsstufen sechs bis acht einen Anreiz

dazu geben, nicht mit dem Rauchen anzufangen.

Die teilnehmenden Schulklassen geben

einmal wöchentlich bei der Wettbewerbsleitung

an, ob sie rauchfrei sind oder nicht. Sobald

der Anteil der Nichtraucher in der Klasse unter

90 Prozent liegt, scheidet die Klasse aus dem

Wettbewerb aus. Als Hauptpreis des jährlichen

Wettbewerbes wird eine Klassenreise verlost,

zudem bieten manche Bundesländer weitere

Gewinne an.

■■

www.besmart.info

48 didacta-magazin.de 2/2019


EDUCATION

FESTIVAL

Pädagogik meets digital

Design

Center Linz

Unterstützt von:

Premium-Partner:

Partner:

Medienpartner:

Organisation:

didacta-digital.at


Schule

Klassenfahrt for Future

Nachhaltigkeit und Ressourcen-Bewusstsein sind Trend bei der derzeitigen

Schülergeneration. Diese Themen lassen sich gut mit einer Klassenfahrt verbinden.

Text Benigna Daubenmerkl

50 didacta-magazin.de 2/2019


Vor 32 Jahren definierten die Vereinten

Nationen im Brundtland-Bericht den

Begriff „nachhaltige Entwicklung“ als

eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der

Gegenwart befriedigt und dabei auch die

zukünftiger Generationen berücksichtigt.

Diese Themen – so zeigen die akuellen Fridays

for Future-Demos – bewegen derzeit die Jugendlichen.

Das große Interesse der Schülerinnen

und Schüler an Nachhaltigkeit und einem schonenden

Umgang mit natürlichen Ressourcen

trifft auf ein wachsendes Angebot für Klassenveranstaltungen

und Konzepte für Klassenfahrten.

didacta zeigt eine Auswahl interessanter

Angebote für Schulfahrten mit Schwerpunkt

soziales und ökologisches Lernen.

Umwelt-Jugendherbergen

Die Jugendherbergen der Themenwelt Umwelt

& Natur bieten Programme an, die umweltverträgliches,

nachhaltiges und sozialverantwortliches

Handeln vermitteln. Sie legen Wert auf

gesunde Verpflegung, effiziente Energienutzung

und den schonenden Umgang mit Ressourcen in

ihren Häusern. Umweltpädagogen lassen Schülerinnen

und Schüler Flora und Fauna komplexer

Ökosysteme erleben. Sie sammeln gemeinsam

beispielsweise Pflanzen und Muscheln im Watt,

um sie später im Wasserlabor unter dem Mikroskop

zu betrachten. Förster pflanzen gemeinsam

mit Kindern Bäume, Naturpädagogen veranstalten

Kräuter-Wanderungen oder organisieren

Survival-Touren. 17 Häuser sind BNE-zertifiziert.

■■

www.jugendherberge.de/inspiration/

profil-umwelt

Mit dem Rabattcode "agtklasse2019" 10% bei der

nächsten Schulfahrt sparen!

- Sicherheitsgurte an allen Sitzen

- Beförderung der gesamten Schule möglich

- Reisebusse durchlaufen alle 90 Tage Sicherheitsprüfungen

- Organisation von Stadtrundfahrten, Führungen, etc.

- Garantierte Beförderung in allen Fällen

Europaweite

Verfügbarkeit

Aufsichtspersonen

fahren kostenlos

EUROPA ENDLICH VERSTÄNDLICH - IN 30 MINUTEN

Qualität nach ISO

9001 zertifiziert

Rollenspiele für Schulklassen

Kostenlose Lehrmaterialien

Foto: © Dmytro Zinkevych / Shutterstock.com

BNE-ZERTIFIZIERUNG:

BNE, Bildung für nachhaltige Entwicklung,

ist ein von der UNESCO im Jahr 1992 ins

Leben gerufene Weltaktionsprogramm.

Gemeint ist Bildung, die Menschen

„zukunftsfähiges Denken und Handeln“

ermöglicht, also Wissen über Klimaschutz,

Globalisierung, verantwortungsvollen

Konsum, kulturelle Vielfalt und soziale

Gerechtigkeit. Seit 2005 hat die deutsche

UNESCO über 1500 Projekte bundesweit

ausgezeichnet.

■■

www.bne-portal.de

Multimedia-Ausstellung über die EU

360° - Kino

Eintritt frei

www.erlebnis-europa.eu


Schule

Naturfreundehäuser in Deutschland

Von den rund 400 Naturfreundehäusern in

Deutschland bieten viele Standorte auch

Programme für Klassenfahrten an. Der

Verband der Naturfreunde engagiert sich

für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport

und Kultur. Die einzelnen Häuser bieten Programme

für verschiedene Altersgruppen an:

jahreszeitliche Naturführungen, Forschungsralleys

im Wald, Naturerlebniswanderungen an

der Ostsee oder Fledermaus- und Seeadler-

Beobachtungen.

■■

www.naturfreunde.de/klassenfahrten

Rhöniversum-Häuser

Zum Rhöniversum haben sich zwei Schullandheime

und eine Umweltbildungsstätte im Biosphärenreservat

Rhön zusammengeschlossen.

Ihr Ziel: nicht nur Wissen über ökologische

Zusammenhänge, sondern darüber hinaus

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu vermitteln.

Die drei Häuser bieten ein vielfältiges

Bildungsprogramm für Schulklassen an, wobei

einzelne Module oder ganze Projektwochen

zu Themen wie Wasser, Energie oder Ernährung

gebucht werden können. Es gibt Vorträge,

Workshops, Seminare und Exkursionen rund

um Umwelt und eine nachhaltige Lebensweise,

die die natürlichen Ressourcen der Erde schont.

Die mitten im Naturpark Bayerische Rhön gelegenen

Häuser werden komplett nachhaltig

geführt.

■■

www.rhoeniversum.de

DIE ÖKOBILANZ DER KLASSENFAHRT BERECHNEN

Mit diesen Online-Tools lässt sich die Ökobilanz der

Klassenfahrt berechnen:

››

zur Berechnung der Öko-Bilanz von Bahnreisen

■■

www.ecopassenger.org

››

Öko-Bilanz von Auto, Flug, Schiff und Busreise

(wenn man den Dieselverbrauch kennt)

■■

www.klimanko.de

WEITERE ANREGUNGEN FÜR

NACHHALTIGE KLASSENFAHRTEN:

››

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

(BUND) – Friends of the Earth Germany Themen,

Tipps, Ideen für Aktionen und Programme auf

Klassenfahrten – siehe auch den jeweiligen

Landesverband

■■

www.bund.net

››

Das zentrale Portal zum globalen Lernen und

zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildungsmaterialien und Referentenvermittlung

■■

www.globaleslernen.de

››

Welthungerhilfe

Unterrichtsmaterialien zu Hunger, nachhaltiger

Landwirtschaft und Lebensmittelverschwendung

■■

www.welthungerhilfe.de/informieren/

themen/gesunde-ernaehrung-sichern

didacta

Gewinnspiel

Kursbuch Klassenfahrt gewinnen!

didacta verlost 20 Exemplare des neuen

„Kursbuch Klassenfahrt“. Auf 298 Seiten

fasst das Buch alles zusammen, was Lehrkräfte

über das Thema Klassenfahrt wissen

sollten – von der richtigen Vorbereitung über

Anreise, Unterbringung, Veranstalter, praktischer

Durchführung bis zu Do’s und Dont’s

bei Klassenfahrten. Um mitzumachen,

einfach www.didacta-magazin.de besuchen

und das Gewinnspielformular ausfüllen.

Teilnahmeschluss: 30.6.2019

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der

Gewinn wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR

und Gewinnservices sind von der Teilnahme

ausgeschlossen.

52 didacta-magazin.de 2/2019


BOCK AUF

GRATIS-

AUSGABEN?

So geht’s:

www.didacta- magazin.de/abonnement aufrufen | „Gratis- Probeabo didacta“ wählen

Formular ausfüllen | Gutscheincode 1805didactaDM eingeben | abschicken

www.didacta-magazin.de


Schule

Im Gymnasium Rødovre in Dänemark steht seit letztem Jahr „Innovation“

im Stundenplan. Dann geht es in den Makerspace zum Experimentieren.

Mehr Flow

Kinder können experimentieren, sich frei bewegen und spielerisch lernen.

Der Makerspace ist ein Beispiel, wie der Klassenraum der Zukunft aussehen könnte.

Text Magdi Engelstoft el-Toukhy

AUF EINEN BLICK

››

In Dänemark testeten Schüler, wie Lernen

in der Zukunft aussehen kann.

››

Dafür wurde ein sogenannter Makerspace mit

digitalen und analogen Werkzeugen eingerichtet.

››

Schülerinnen und Schüler können in dem Lernraum

werken, konstruieren, programmieren und

damit selbstgesteuert und forschend lernen.

Schülerinnen und Schüler begannen,

verrückte Dinge zu entwickeln, als die

dänische Stadt Gladsaxe vor drei Jahren

neues Lernen testete. Die Lehrer

reden ihnen nicht rein. Also entwerfen,

programmieren und basteln die jungen

Erfinder ohne gedankliche Einschränkung. Am

meisten begeisterten sie Raketenschuhe, mit

denen sie fliegen wollten. Nur eines schaffen

sie nicht: dass ihr Raketenschuh tatsächlich

abhebt.

Foto: © David Rosted

54 didacta-magazin.de 2/2019


Für die Mittelschichtsstadt Gladsaxe am Rande

Kopenhagens war der Versuch „Schule der

Zukunft“ trotzdem ein Erfolg. In zwei mehrwöchigen

Phasen konnten Schüler der vierten und

der siebten Jahrgangsstufe der Bagsværd-School

mit den Instrumenten des Macherraums selbstbestimmt

arbeiten. Der Schulversuch im Jahr

2016 zeigte, dass die Schülerinnen und Schüler

den sogenannten Makerspace annehmen – ein

Labor mit analogen und digitalen Werkzeugen,

um zu experimentieren.

Konstruieren statt Memorieren

Makerspaces könnten digitales Lernen erfolgreicher

machen. Der amerikanische Erziehungswissenschaftler

und Mathematiker Seymour

Papert, der in den 1960er-Jahren seine erste

Programmiersprache entwickelte, hielt den

Computer für ein entscheidendes Mittel der

Kreativität von Schülern. Allerdings wollte er

dafür besondere Voraussetzungen erfüllt wissen:

Erst spielerische Elemente entfachen die

Motivation zum Lernen. Paperts Hypothesen

bauten auf der konstruktivistischen Lerntheorie

von dem Entwicklungspsychologen Jean Piaget

auf. Diese besagt, dass Schüler durch Konstruieren

physikalischer Objekte effektiver lernen,

als wenn sie aus Büchern auswendig lernen:

Schaffen haftet besser als lesen oder zuschauen.

Der Makerspace als Spielplatz

Was Papert und Piaget vor über 50 Jahren vorhersagten,

geschieht im Makerspace. Er ist ein

moderner Lernraum, in dem Schüler mit Technologie

werken, konstruieren, programmieren

und spielen können. Die Räume haben etwas

von Künstlerateliers und Forscherlaboren. Sie

gleichen aber auch einem großen Spielplatz und

stellen den Lernenden verschiedene Spiel- und

Werkzeuge zur Verfügung. Didaktisch gesprochen

bieten Spiele die Möglichkeit, Herausforderungen

zu simulieren, Hypothesen zu testen,

Dinge zu konstruieren – und auch zu scheitern.

Wer den Schülern der 60 000-Einwohner-Stadt

Gladsaxe beim Bauen und Experimentieren

zusah, merkte, dass Paperts und Piagets Spielidee

keine Theorie ist. Das Entwickeln und

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Schule

Der Makerspace ist mit analogen und digitalen Werkzeugen ausgestattet.

DER AUTOR

Verbessern ihrer Basteleien entzündete eine

Art Dialog zwischen den Schülern und ihren

Erfindungen. Im Makerspace begeisterten

sie sich zum Beispiel daran, Dinge mit dem

3D-Drucker herzustellen, wie Fußballvereinsabzeichen,

Herzen mit Namen oder Ringe. Sie

kombinierten alle möglichen analogen Materialien

wie Pappe, Holz oder Knete. Gleichzeitig

bekamen die Schüler freien Zugang zu digitalen

Geräten mit Konstruktionssoftware oder Laserschneidwerkzeugen.

Es wurden utopische Ideen

geboren – auch für soziale Fragen: ein Roboter

zur Beendigung von Schulhof-Rangeleien oder

ein Flüchtlingsboot mit einem Peilsender, um

Leben zu retten. Den Flow, der die Schüler mitriss,

hatte Papert einst in seinen Texten über

die konstruktivistische Theorie beschrieben. Er

war inspiriert durch die Samba-Schulen in Brasilien,

wo Menschen zum jährlichen Karneval

zusammenkommen, um gemeinsam Musik und

Tänze zu kreieren.

Der Makerspace in Gladsaxe war farblich in

Areale unterteilt: in Erfinderräume, Medienräume

zur Verbreitung der Ideen sowie Werkhallen,

wo Prototypen entstehen. Die Schüler

Magdi Engelstoft el-Toukhy, 40 Jahre, erforschte an

der IT-Universität Kopenhagen „Makerspaces as Learning

Environements“ in einem Feldversuch. Heute berät

er als technischer Direktor des dänischen Unternehmens

Hippomini Schulen bei der Einführung digitaler

Lernmethoden.

machten aus dem Makerspace ein begehbares

analog-digitales Computerspiel. Er hat aber

einen Vorteil gegenüber digitalen Spielen: Der

Spielplatz Makerspace ist kein Computerspiel

mit festgelegten Zugfolgen. Dort ist völlig offen,

was und wie die Lernenden als Spieler kombinieren,

testen, scheitern, neu beginnen. Sie

werden nicht an der unsichtbaren Hand eines

Algorithmus geführt, sondern sie erschaffen

sich spielend eine Welt, die kein Programmierer

vorher bestimmen oder auch nur vorhersehen

könnte.

Neue Rolle des Lehrers

Lehrer berichteten, durch die offenen Türen hätten

sie erstmals am Lernen anderer Kollegen

und Klassenzimmer teilnehmen können. Dies

führte zu einer Änderung der Lehrerrolle: Aus

einem Vermittler wurde ein Moderator im spielenden

Klassenzimmer, aber auch ein aktiver

Lernender.

Moderne Werkräume wie der Makerspace als

Lernumgebung erlauben es den Schülerinnen

und Schülern, vielfältig und interessengeleitet

zu arbeiten. Was dabei entsteht, ist der Klassenraum

von morgen. Er wird eine moderne,

multimediale Lernumgebung sein, die am erfolgreichsten

ist, wenn die Gemeinschaft der Lernenden

ihr Wissen möglichst umfassend teilt.

Die Schüler von Gladsaxe lagen übrigens mit

ihrem Versuch zu Raketenschuhen ganz richtig.

2017 ist der Brite Richard Browning mit seinem

Raketenanzug erfolgreich einige Hundert Meter

geflogen.

Fotos: © David Rosted

56 didacta-magazin.de 2/2019


Neue Blickwinkel

für pädagogische Fachkräfte.

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AUSBILDUNG IN KÜRZE

KAUFMANN/-FRAU IM

E-COMMERCE KOMMT GUT AN

1300 Ausbildungsverträge sind für die neue Ausbildung

„Kaufmann/-frau im E-Commerce“ letztes

Jahr geschlossen worden. Damit liegt der Beruf

auf Platz 78 von 326 dualen Ausbildungsberufen.

Das zeigt die aktuelle Einzelauswertung der Ausbildungsverträge

des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Die beliebtesten Ausbildungsberufe 2018:

der „Kaufmann/-frau für Büromanagement“ mit

28 000 Verträgen, gefolgt von den Kaufleuten im

Einzelhandel und den Kfz-Mechatroniker/-innen

mit jeweils über 23 000 Neuabschlüssen.

■■

www.bibb.de

TIPPS ZUR AUSBILDUNG GEFLÜCHTETER

Eine neue Broschüre zur „Integration von Flüchtlingen

durch Ausbildung“ haben das „Netzwerk Unternehmen

integrieren Flüchtlinge“ und die Deutsche Industrie- und

Handelskammer Service GmbH herausgegeben. Darin

werden Fragen rund um die Ausbildung von Menschen mit

Migrationshintergrund beantwortet. Neben Praxistipps,

Interviews und Infografiken gibt es konkrete Beispiele,

wie die Ausbildung von Flüchtlingen gelingen kann. Dabei

geht es um alle wichtigen Ausbildungsschritte, von der

Ausbildungsplatzsuche bis zur Prüfungsvorbereitung.

■■

www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de

HILFEN

FÜR AUSZUBILDENDE

WERDEN ERHÖHT

Das Bundeskabinett hat im März eine

Erhöhung der Berufsausbildungsbeihilfe

und des Ausbildungsgeldes beschlossen.

Insbesondere die Pauschalen für

Unterkunftskosten sollen deutlich steigen.

Mit der Berufsausbildungsbeihilfe

wurden 2017 rund 87 000 Jugendliche

gefördert, die während der Ausbildung

nicht bei ihren Eltern leben

können. Das Ausbildungsgeld erhalten

Menschen mit Beeinträchtigung

in einer Erstausbildung.

■■

www.bmas.de

MEHR AUSBILDUNGSVERTRÄGE

Die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge ist

2018 um mehr als 8000 auf 531 400 gestiegen. Das

geht aus dem Berufsbildungsbericht der Bundesregierung

hervor, der im April veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig verstärkte sich das Passungsproblem:

57 700 Ausbildungsplätze konnten nicht besetzt werden,

über 24 000 Bewerber fanden keine Stelle –

3,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

■■

www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht-2740.html

Fotos: © WAYHOME studio, Jacob Lund, baranq / Shutterstock.com

60 didacta-magazin.de 2/2019


VORSCHLAG ZUR MINDEST-

AUSBILDUNGSVERGÜTUNG

Die Vergütung im ersten Lehrjahr soll

ab 2020 nicht unter 515 Euro betragen,

im zweiten nicht unter 615 Euro und im

dritten nicht unter 715 Euro. Dafür plädieren

der Vorsitzende des Deutschen

Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann

und der Präsident der Bundesvereinigung

der Arbeitgeberverbände Ingo Kramer

in einem gemeinsamen Vorschlag zur

Mindestausbildungsvergütung, den sie

Anfang April der Bundesregierung vorlegten.

Ausnahmen soll es für Betriebe

geben, deren Tarifvertrag ausdrücklich

niedrigere Vergütungen erlaubt. Der

Vorschlag wird nun vom Bundesbildungsministerium

geprüft. Nach Bildungsministerin

Anja Karliczek soll eine

Mindestausbildungsvergütung noch in

diesem Jahr beschlossen werden.

ONLINE-TOOL FÜR BERUFSSCHULLEHRKRÄFTE

Das kostenlose Online-Tool „PROFILehrkraft Berufsschule“

bietet Berufsschullehrkräften die Möglichkeit,

ihr Kompetenzentwicklung und ihren Fortbildungsbedarf

festzustellen. Die Anwendung der Initiative Schule-

Wirtschaft funktioniert über die Beantwortung von bis zu

30 Fragen in sieben Handlungsfeldern. Sie kann dabei

nicht nur zur Selbsteinschätzung und Selbstreflexion

dienen, sondern auch zur Vorbereitung auf Entwicklungsgespräche

mit Lehrkräften eingesetzt werden.

■■

www.profilehrkraft.de/profilehrkraft-berufsschule

Partner:

23. – 25. Mai 2019

didacta DIGITAL Austria

Design Center, Linz

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10. – 13. April 2019

MIEF – Moscow Inter national

Education Fair

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06. – 07. Juni 2019

EduTECH Australia

International Convention Centre, Sydney

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09. – 11. Oktober 2019

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Bangkok International Trade and

Exhibition Centre, Bangkok

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23. – 25. Oktober 2019

eLearning Africa

Sofitel, Abidjan

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Dezember 2019

Education Technology Iran

Tehran International Permanent Fairground, Teheran

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Ausbildung

Betriebsbesichtigung

im Klassenraum

Wie vermittelt man Schülerinnen und Schülern ein realistisches Bild

von Ausbildungsberufen? Ein Weg ist Virtual Reality.

Text Vincent Hochhausen

Foto: © LightField Studios / Shutterstock.com

62 didacta-magazin.de 2/2019


AUF EINEN BLICK

››

Als neues Angebot zur Berufsorientierung

können Schüler mit VR-Brillen in Betriebe

hineinschnuppern.

››

So sollen Betriebe und Branchen mit

Nachwuchsproblemen unterstützt und die

Berufsorientierung an Schulen für die

Schüler/-innen attraktiver gemacht werden.

››

Großer Vorteil der VR-Betriebsbesichtigungen

ist das realitätsnahe Erleben der Betriebe.

Lächelnd tritt Tammy Weiße aus dem Büro

in die Weinabteilung. Tammy, Personalleiterin

bei einer Edeka-Filiale in Braunschweig,

stellt sich freundlich vor, erzählt über den

Alltag im Unternehmen und über die Ausbildung.

„In einer kaufmännischen Ausbildung

durchläufst du alle Abteilungen bei uns,

hier siehst du die Obst- und Gemüseabteilung“,

erklärt sie. Danach geht es in die nächste Abteilung.

Sie plaudert mit den Angestellten an der

Frischetheke über ihre Aufgaben, über die Ausbildung

und die Entwicklungsmöglichkeiten im

Unternehmen. Das Besondere daran: Die Besucher,

die sie durch das Unternehmen führt, befinden

sich nicht bei ihr. Sondern im Klassenraum.

Sie sehen sich den aufgezeichneten Rundgang

über Virtual Reality-Brillen an.

Wie Mini-Praktika

Das Virtual Reality-Video von Tammy Weiße

ist Teil des Projektes „Beruf VR“ und soll die

Unterrichtsstunden zur Berufsorientierung an

Schulen bereichern. Die Grundidee ist, so den

Schülerinnen und Schülern drei- bis fünfminütige

Mini-Praktika zu ermöglichen. „Wir hören von

Ausbildern immer, dass die besten Azubis diejenigen

sind, die vorher entweder ein Praktikum

im Betrieb gemacht haben oder sich anderweitig

mit dem Unternehmen beschäftigt haben“,

sagt Sebastian Seidel. Er ist einer der Gründer

des Unternehmens Twinc, das das Beruf VR-

Projekt entwickelt hat und umsetzt. „Wir wollen

VR-Erlebnis der Elektrohandwerke zeigt smartes Leben

Anzeige

In das smarte Leben eintauchen ist mit den

Elek trohandwerken ganz einfach möglich. Mit

Hilfe einer Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) betritt

der Anwender das moderne Zuhause in der

animierten Welt und kann zahlreiche Funktionen

über Gesten selbst steuern. Die Funktionen

reichen von moderner Türtechnik, über einen

Spiegel, der das Wetter oder aktuelle Staumeldungen

anzeigt, bis hin zum Elektroauto, das

vor der Haustür wartet.

Jugendlichen gibt das Smart-Living-Erlebnis

einen hervorragenden Einblick für die Orientierung

bei der Ausbildungswahl. Es vermittelt

die Arbeitsfelder eines/r Elektronikers/-in für

Energie- und Gebäudetechnik auf spannende

Weise und generiert darüber hinaus auch Aufmerksamkeit

für die weiteren sechs Ausbildungsberufe

im E-Handwerk. Die E-Handwerke bieten

Leistungen an, für die Mitarbeiter eine Mischung

aus Elektronik-, IT-Kompetenz und handwerklichen

Fertigkeiten mitbringen müssen. Sieben

verschiedene Berufe bieten interessante und

höchst abwechslungsreiche Ausbildungsplätze.

Im Rahmen eines Videowettbewerbs, der am

1. April 2019 startete, haben Schüler die Möglichkeit,

das einzigartige VR-Erlebnis als Preis an die

eigene Schule zu holen. Unter dem Titel „Smart Living:

dein intelligentes Zuhause, deine vernetzte Stadt“ sind

Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 aufgerufen,

in einem dreiminütigen Videoclip zu zeigen,

wie sich ihr „smartes“ Umfeld weiterentwickelt, welche

Funktionalitäten smarte Häuser besitzen, welche

Rolle dabei intelligente Technik und die Vernetzung

mit anderen Gebäuden im Wohnviertel und der Stadt

spielen. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2019. Mehr

dazu auf: www.bit.ly/2InmdGS

Für den Unterricht rund um die Themen Smart

Home, E-Mobilität, digitale Techniken und erneuerbare

Energien haben die Arbeitsgemeinschaft

Medienwerbung im Zentralverband der Deutschen

Elektro- und Informationstechnischen Handwerke

(ArGe Medien im ZVEH) auf www.lehrer-online.

de/e-handwerk Arbeitsblätter und Unterrichtseinheiten

entwickelt, die zum Download zur Verfügung

stehen. Großes Lob für die Unterrichtsmaterialien

kam von der Verbraucherzentrale Bundesverband

(vzbv). Sie zeichnete die Lerneinheit „Smart Home“

der E-Handwerke im aktuellen Materialkompass mit

vier von fünf Sternen aus.

www.e-zubis.de

Foto: ArGe Medien im ZVEH


Ausbildung

VR-Technologie nutzen, um praktischen Einblicke

unkompliziert in der schulischen Berufsorientierung

zu ermöglichen.“

Gestartet ist das Projekt vergangenes Jahr

zunächst als Testphase mit sechs Videos.

Sie geben Einblicke in die Ausbildung als

Informatikkaufmann/-frau, Berufskraftfahrer,

Einzelhandelskaufmann/-frau, Packmitteltechnologen,

Bürokaufmann/-frau und Elektroniker für

Automatisierungstechnik. Sie wurden in Zusammenarbeit

mit der Industrie- und Handelskammer

Braunschweig erstellt, weitere Kammern

sollen nun als Kooperationspartner folgen. Mit

den Videos sollen speziell Betriebe und Berufe,

die Probleme haben, Nachwuchs zu finden, beim

Recruiting unterstützt werden. Unternehmen,

die sich über ein VR-Video präsentieren möchten,

wenden sich an die IHK oder direkt an die

Projektverantwortlichen, und lassen sich dann

gegen eine Gebühr den Film produzieren.

Obwohl die Filme bei Schülerinnen und Schülern

und Unternehmen gut ankämen, hätten

die Macher aus der Testphase des Projektes

wichtige Lehren gezogen, berichtet Seidel: „Am

Anfang wollten wir die Schüler nicht überfrachten

und haben die Videos relativ statisch gefilmt.

Mittlerweile merken wir aber, dass wir sie aus

Nutzersicht durchaus dynamischer gestalten und

auch interaktive Elemente wie Texteinblendungen

einbauen können.“ Zudem sollen die Filme

künftig auf drei bis vier Minuten statt fünf bis

sechs verkürzt werden. „Eine Minute kann bei

der Aufmerksamkeitsspanne der Schüler schon

einen großen Unterschied machen“, sagt Seidel.

Einfache Anwendung ist wichtig

Die Filme zeigen die verschiedenen Aufgaben

innerhalb des Berufes ebenso wie die

Perspektiven. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

kommen zu Wort, die als Azubis in dem

Unternehmen gestartet sind und sich weiterentwickelt

haben.

Die kooperierenden Kammern und Sponsoren

stellen den Schulen VR-Brillen, sogenannte

Cardboard-Brillen aus Pappe, zur Verfügung. Auf

den Brillen befindet sich ein QR-Code, mit dem

Ob Einzelhandelskauffrau, Gärtner

oder Fachangestellte für

Bäderbetriebe: Mit den virtuellen

Betriebsbesichtigungen können

Schülerinnen und Schüler im

Klassenraum in viele Berufe hineinschnuppern.

Fotos: twinC

64 didacta-magazin.de 2/2019


sich die Schülerinnen und Schüler die Beruf VR-

App herunterladen können. Für die praktische

Anwendung im Unterricht eigneten sich die

Cardboard-Brillen vor allem, weil sie unkompliziert

sind, ist Seidel überzeugt: „Viele Lehrkräfte

haben keine Zeit, sich in komplizierte Technik einzuarbeiten,

daher wollen wir es so einfach wie

möglich machen.“ Schüler können ihr eigenes

Smartphone in die Pappvorrichtung einsetzen.

Wenn man die Brille aufsetzt, schaut man also

auf das Smartphone, das die Videos abspielt und

dabei die Illusion erweckt, sich im selben Raum

wie die Protagonisten zu befinden.

den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die

Aufgaben sprach, läuft sie weiter zum Besprechungsraum.

Dort trifft sie andere Azubis, die

über ihre ersten Erfahrungen, die sie im Ausbildungsberuf

machen, erzählen. „Wir waren bei

einem Milchbauern und beim Schweinebauern,

damit wir genau wissen, woher die Lebensmittel

kommen“, erzählen sie. Tammy Weiße fasst

zusammen: „Wir legen viel Wert auf Aus- und

Weiterbildung. Und auf Kreativität.“ Das spiegelt

sich in dem Film gut wider.

Diese „Immersion“, das Gefühl mitten im Betrieb

zu sein, sei die besondere Stärke der Berufsorientierung

über Virtual Reality, betont Seidel. Dabei

müsse keineswegs alles perfekt aussehen, wie

in einem Imagefilm. „Wir sagen den Betrieben,

dass sie vor dem Filmen nicht alles gründlich

aufräumen müssen. Es soll ordentlich aussehen,

aber nicht steril und unbelebt.“

Nachdem Tammy Weiße die Obst- und Gemüseabteilung

und die Frischetheke besuchte, mit

WEITERE INFORMATIONEN

Informationen zum Projekt Beruf VR auf:

■■

www.berufvr.de

VR-Betriebsbesichtigungen „Dein erster Tag“:

■■

www.deinerstertag.de

JUNIOR bringt Start-up-Spirit in die Schulen

Anzeige

In einer Schülerfirma werden Jugendliche selbst zu Unternehmern, wachsen über sich hinaus und entdecken eigene berufliche Perspektiven.

Foto: © IW JUNIOR/ Michael Heck

Wie schafft man es, Jugendliche realitätsnah für

das Thema Wirtschaft zu begeistern? Wie gelingt es,

Schülern Einblicke in die Berufswelt zu geben? Wie

lernen sie, aus einem guten Einfall eine marktfähige

Geschäftsidee zu entwickeln – wie bei einem richtigen

Start-up? Ganz einfach: Man lässt sie ein eigenes

Unternehmen gründen.

Bei den bundesweiten JUNIOR Schülerfi rmenprogrammen

lautet das Motto „Learning by doing“. Hier werden

Schüler zu Gründern, erlernen und erproben im Team

Grundprinzipien unternehmerischen Handelns und

erfahren, wie sich ihre Entscheidungen auswirken. So

werden wichtige Kompetenzen gestärkt, die Jugendliche

fi t für die Zukunft machen. Schülerbefragungen

belegen, dass Teamarbeit, Eigenverantwortung sowie

Einblicke in Unternehmensabläufe als wichtigste Erfahrungen

des Projekts erlebt werden.

Die Entwicklung und Umsetzung einer eigenen Idee

motiviert und begeistert: Ein regionales Kochbuch? Eine

Agentur für Marketingkonzepte? 3D-Druck für Handyhüllen?

Oder eine Formel-App als Mathehilfe? Die Schüler

lernen unter realen Bedingungen, wie Wirtschaft funktioniert

– in einem geschützten Rahmen. Das JUNIOR

Team unterstützt und

begleitet alle Teilnehmer

und Lehrer intensiv auf

ihrem Weg.

Eine Befragung der Lehrkräfte,

die bei JUNIOR

mitmachten, identifi zierte

die Top drei Motivationsfaktoren

zur Teilnahme:

72 Prozent begrüßen,

dass Theorie Anwendung

in der Praxis fi n-

det. Jeweils zwei Drittel

sind überzeugt, dass sie

ihren Schülern neue Entwicklungsmöglichkeiten

aufzeigen können und

einen wichtigen Teil zur

Berufsorientierung ihrer

Schüler beitragen.

Geben Sie Ihren Schülern im kommenden Schuljahr

die Chance, einzigartige Praxiserfahrungen zu

sammeln und Wirtschaft aktiv zu gestalten!

Kontakt: IW JUNIOR gGmbH

Tel.: +49 221 4981-707

Konrad-Adenauer-Ufer 21 | 50668 Köln

junior@iwkoeln.de | www.junior-programme.de


HOCHSCHULE IN KÜRZE

HOCHSCHULPAKT:

HOCHSCHULRÄTE FORDERN

SCHNELLE VERLÄNGERUNG

85 Hochschulratsvorsitzende fordern

in einem offenen Brief an die Gemeinsame

Wissenschaftskonferenz (GWK)

eine Verlängerung des Hochschulpaktes.

Wenn die GWK nicht bald eine

Verlängerung auf den Weg bringe,

drohten bereits für das kommende

Wintersemester Zulassungsbeschränkungen

und Personalabbau, befürchten

die Hochschulratsvorsitzenden. Im

sogenannten Hochschulpakt werden

seit 2007 Mittel von Bund und Ländern

in Milliardenhöhe für die Hochschulen

bereitgestellt, die zuletzt beschlossene

Programmphase läuft im Jahr 2020 aus.

■■

www.forum-hochschulraete.de/

offener-brief

HÖCHSTWERTE BEI

STUDIERENDEN OHNE ABITUR

Rund 60 000 Studierende in Deutschland

haben kein Abitur oder keine Fachhochschulreife.

Das ist ein neuer Höchststand.

In den letzten zehn Jahren hat sich diese

Anzahl vervierfacht. Seit 2009 können auch

Menschen ohne Abitur studieren, wenn sie

Berufserfahrung vorweisen können. Die

genauen Regelungen unterscheiden sich je

nach Bundesland. Mehr Informationen auf:

■■

www.studieren-ohne-abitur.de

BAFÖG-SÄTZE SOLLEN STEIGEN

Die Bundesregierung will mit einer

Gesetzesnovelle die Leistungen nach

dem Bundesausbildungsförderungsgesetz

(BAföG) erhöhen. Der monatliche

Höchstsatz soll von 735 Euro

auf 861 Euro steigen und der Wohnzuschlag

von 250 Euro auf 325 Euro.

Zudem sollen die Elternfreibeträge

angehoben werden.

LEIBNIZ-PREIS AN

WISSENSCHAFTLER VERLIEHEN

Am 13. März wurde in Berlin der

Gottfried Wilhelm Leibniz Preis an

zehn herausragende Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler aus

verschiedenen Fachrichtungen verliehen.

Der Preis wird seit 1985 von der

Deutschen Forschungsgemeinschaft

vergeben. Zu den Preisträgern gehören

unter anderem der Soziologe

Andreas Reckwitz, der den Übergang

von der Industriegesellschaft zur Wissens-

und Kulturökonomie erforscht

sowie die Zellbiologin Melina Schuh,

die sich mit der Reifeteilung der

Eizellen von Säugetieren beschäftigt.

Die Arbeit der ausgezeichneten

Wissenschaftler wird nun mit jeweils

bis zu 2,5 Millionen Euro gefördert.

Alle weiteren Preisträger auf:

■■

www.dfg.de/gefoerderte_projekte/

wissenschaftliche_preise/

leibniz-preis/2019

Fotos: © Nejron Photo, Jacob Lund, Billion Photos / Shutterstock.com

66 didacta-magazin.de 2/2019


POSITIONEN DER PARTEIEN

ZUR EU-HOCHSCHULPOLITIK

Die Hochschulrektorenkonferenz

(HRK) hat die Bundestagsparteien

zu ihren hochschulpolitischen

Standpunkten auf europäischer

Ebene befragt, beispielsweise zu

Mobilität, Hochschulautonomie

oder Forschungszusammenarbeit.

Die Antworten sind auf der HRK-

Website gegenübergestellt. Vom

23. bis 26. Mai 2019 wählen die

Bürgerinnen und Bürger der Europäischen

Union zum neunten Mal das

Europäische Parlament.

■■

www.hrk.de/en/themen/euwahl-2019/eu-wahlpruefsteine-2019

MEHR STUDIERENDE MIT FLUCHTERFAHRUNG

Im Vergleich zum vorherigen Wintersemester hat sich

die Zahl der Neu-Immatrikulierten mit Fluchterfahrung an

deutschen Hochschulen zum Wintersemester 2018/19 von

3000 auf 3800 erhöht. Das ergab eine Untersuchung der

Hochschulrektorenkonferenz. Insgesamt haben seit 2015

knapp 10 100 Geflüchtete ein Studium angefangen.

■■

www.hrk.de

FÜR LEHRER,

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REFERENDARE UND

LEHRAMTSSTUDIERENDE

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Hochschule

Die Kamera als

Prüfungsaufsicht

Private Hochschulen setzen Lern- und Lehr methoden ein,

die man an staatlichen Hochschulen kaum findet.

An der Fern universität „AKAD“ kann man beispielsweise

Prüfungen zu Hause ablegen.

Interview Vincent Hochhausen

Daniel Boese

ist promovierter Physiker. Er ist seit Ende 2018

Geschäftsführer der Fernhochschule „AKAD

University“, einer privaten Fernhochschule, die

13 Bachelor-, sieben Master- und drei MBA-

Fernstudiengänge anbietet. Derzeit lernen dort

rund 6000 Studierende.

didacta: Herr Boese, Digitalisierung verändert

die Bildung. Wie gehen Sie damit an Ihrer

Hochschule um?

Daniel Boese: Dadurch, dass die Zyklen, in

denen sich die digitale Technik weiterentwickelt,

immer kürzer werden, steigt die Notwendigkeit,

sich darauf einzustellen und damit auch die Wichtigkeit

technologischer Bildung. Dieses Reagieren

auf den digitalen Wandel ist für Unternehmen

keine Nebensache mehr, sondern Thema in den

Führungsspitzen. Auch die Hochschulen müssen

diesem Wandel gerecht werden. Wir sehen uns

da als Vorreiter. Das drückt sich in den Studiengängen

aus, die wir anbieten, beispielsweise Big

Data- oder Innovationsmanagement. Wir gehen

aber auch in der Art und Weise der Wissensvermittlung

zeitgemäße Wege.

Fotos: © Fuss Sergey / Shutterstock.com; AKAD

68 didacta-magazin.de 2/2019


Zum Beispiel?

Beispielsweise im Prüfungswesen. Bei uns kann

man Prüfungen online ablegen, ohne extra in ein

Prüfungszentrum gehen zu müssen. Für viele

unserer Studenten ist das praktischer, da die

meisten berufsbegleitend studieren. Außerdem

ist es uns möglich, den individuellen Lernstand

zu erfassen, da wir mit digitalen Lernmodulen

arbeiten.

Wie laufen solche Online-Prüfungen genau

ab?

Die Studierenden können sich mit einer halben

Stunde Vorlauf rund um die Uhr online anmelden.

Über einen sogenannten Proctor Service

müssen sie sich vor der Prüfung identifizieren,

um zu garantieren, dass sie die Prüfung auch

selbst ablegen. Sie müssen zum Beispiel mit

der Kamera durch den Raum gehen, um zu

zeigen, dass niemand sonst anwesend ist und

dass es keine unerlaubten Hilfsmittel gibt. Die

Kamera zeichnet die Teilnehmer auch während

der Klausur auf. Im Anschluss wird softwareunterstützt

ausgewertet, ob es Hinweise auf einen

Betrugsversuch gibt. Falls ja, schaut sich das

Prüfungsamt das Video an und überprüft, ob

alles korrekt abgelaufen ist.

Wie funktioniert diese Software?

Sie wertet Geräusche aus, registriert, ob

jemand aufsteht oder ein Buch hervorzieht. Das

bedeutet nicht, dass betrügen unmöglich wird,

es ist aber deutlich schwerer. Und der große

Vorteil gegenüber Präsenzprüfungen ist, dass

man dadurch, dass die Prüfung aufgezeichnet

wird, Betrugsversuche gegebenenfalls auch im

Nachhinein nachweisen oder entkräften kann.

Mussten Sie davon schon einmal Gebrauch

machen?

Zum Glück noch nicht. Die Tatsache, dass der

Studierende aufgezeichnet wird, scheint zu

wirken.

Laufen mündliche Prüfungen auch digital ab?

Ja, mündliche Prüfungen nehmen wir über

Videochats ab. Insgesamt bedeutet das eine

große Flexibilisierung und einen großen Zeitgewinn

für die Studenten.

Sie sprachen außerdem davon, dass Sie

durch digitale Lernmodule den Lernstand

der Lerner individuell erfassen können. Wie

äußert sich das in der Praxis?

Wir können dem einzelnen Lerner automatisiert

Rückmeldung darüber geben, wo Defizite bestehen

– etwa wenn er Lernaufgaben bearbeitet

oder Testklausuren schreibt. Darüber hinaus

werten wir aus, wo sich bei der Masse der Studierenden

Schwierigkeiten zeigen, beispielsweise

wenn viele Lerner lange für ein Lernmodul brauchen

oder bestimmte Fragen falsch beantworten.

Diese Informationen dienen den Professoren und

Dozenten dazu, die Lernmodule zu verbessern.

Kommt durch das Fernlernen nicht das

gemeinsame Lernen zu kurz?

Im Fernstudium spielt das gemeinschaftliche

Lernen traditionell eine andere Rolle als im

Präsenzstudium. Gerade für berufstätige Studierende

ist ein hohes Maß an Individualität

wichtig. Beispielsweise kann jeder sein Studium

beginnen, wann er will oder im eigenen Tempo

arbeiten. Um dieser hohen Individualität gerecht

zu werden, werden Lerngruppen phasenweise,

auf Modulebene oder dauerhaft in Kohorten und

studiengangsübergreifend gebildet – natürlich

jeweils mit spezifischen Zielen.

Prüfungen von Zuhause, Online-Module,

automatisierte Auswertung des Lernstandes

– sind diese Innovationen wirtschaftlich

motiviert, da sie Geld und Personal sparen,

oder um die Qualität zu verbessern?

Zuerst einmal ist die Einführung von Online-Elementen

eine gewaltige Innovation, die sich vor

allem für unsere Studierenden sofort auszahlt.

Diese beiden Aspekte stehen letztlich auch nicht

im Widerspruch zueinander, denn gute Qualität

und zufriedene Studenten wirken sich letztlich

auf unseren wirtschaftlichen Erfolg aus. Als private

Eirnichtung haben wir generell einen Anreiz,

das Studium für die Lerner möglichst attraktiv

zu gestalten.

Was sind die Vorteile des Online-Lernens?

Die Studierenden sind dadurch flexibel und

können individuell lernen. Das entspricht dem

aktuellen Forschungsstand, der besagt, dass

jeder Mensch anders lernt. Zudem kommt es

den unterschiedlichen Lebensverhältnissen

der Studenten entgegen – vor allem derer, die

berufsbegleitend studieren.

2/2019 didacta-magazin.de 69


WEITERBILDUNG IN KÜRZE

GUTES E-LEARNING

AUSGEZEICHNET

HOHE RÜCKFLÜSSE DURCH STAATLICHE

WEITERBILDUNGSOFFENSIVE

Eine staatliche und umfassende Förderung

der Weiterbildung würde Kosten in Höhe von

83 Milliarden Euro verursachen. Demgegenüber

stehen aber steuerliche Mehreinnahmen

in Höhe von 74 Milliarden durch steigende

Löhne und verringerte Sozialausgaben für Sozialleistungen.

Das zeigt die aktuelle Studie des

Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

„Öffentliche Ausgaben generieren hohe Rückflüsse“.

Für eine staatliche Weiterbildungsoffensive

würden sich demnach reale Kosten

von rund 9 Milliarden Euro ergeben.

■■

www.iab.de

Drei Beispiele für den Einsatz von

E-Learning sind auf der didacta Bildungsmesse

im Februar mit den

E-Learning Awards-Sonderpreisen

„Projekt des Jahres“ ausgezeichnet

worden. Auf dem ersten Platz landete

das Projekt „Mobiles Lernen

für Patienten im Projekt IMPACHS“

der Psychiatrischen Forschungsstelle

der Seeland-Region und des Arbeitsbereiches

klinische Psychologie und

Psychotherapie an der Universität

Hamburg. Sie entwickelten eine App,

mit der Schizophrenie-Patienten lernen,

besser mit den Symptomen ihrer

Krankheit umzugehen. Die E-Learning

Awards werden jedes Jahr vom

eLearning Journal vergeben.

Weitere Preisträger auf:

■■

www.elearning-journal.com

FORDERUNG NACH WEITERBILDUNGSGESETZ

In der Publikation „Weiterbildung 4.0 – Solidarische Lösungen für das lebenslange

Lernen im digitalen Zeitalter“ fordert ein Expertenteam der Heinrich-

Böll-Stiftung die Stärkung des Weiterbildungssektors, unter anderem durch

ein Bundesweiterbildungsgesetz. Das Gesetz soll ein Recht auf Weiterbildung

sowie Qualitätsstandards festlegen. Die Autoren plädieren außerdem dafür,

dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Prozent der Arbeitslöhne in eine neue,

auch mit Steuermitteln unterstützte Arbeitsversicherung einzahlen, um so die

Kosten der Weiterbildung zu decken. Das Papier gibt es zum Download auf:

■■

www.boell.de (Titel in das Suchfeld eingeben)

Fotos: © Kinga, Brian A Jackson / Shutterstock.com

70 didacta-magazin.de 2/2019


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Weiterbildung

1

So digital wie nie zuvor

Die didacta Messe zeigt jedes Jahr neue Bildungstrends.

2019 ganz vorne: Lösungen für digitales Lernen.

Text Thorsten Timmerarens

AUF EINEN BLICK

››

Vom 19. bis 23. Februar 2019 fand dieses Jahr

die didacta Bildungsmesse statt.

››

Besucher konnten Innovationen aus allen

Bildungsbereichen, von der Kita über Schule

bis zur Weiterbildung, entdecken.

››

Digitales Lernen zählte dieses Jahr zu den

großen Themen der Messe.

Rund 100 000 Besucherinnen und Besucher, 915

Unternehmen aus 53 Ländern und zahlreiche Prominente

– das war die didacta 2019 im Februar in

Köln. Zu den großen Themen der Bildungsmesse

zählten in diesem Jahr die Digitalisierung und ihre

Herausforderungen für Schülerinnen und Schüler,

Lehrkräfte und Bildungswirtschaft. „Der sinnstiftende

und gewinnbringende Einsatz digitaler Bildungsangebote

sowie die damit verbundene Gestaltung neuer Lernräume

wurden hier in beeindruckender Weise veranschaulicht

und für die Fachkräfte erlebbar. Viele Tausend

Fotos: © Koelnmesse GmbH, Thomas Klerx; Uni Saarland

72 didacta-magazin.de 2/2019


Pädagoginnen und Pädagogen haben das begleitende

Fortbildungsprogramm genutzt, um sich auf die Herausforderungen

der zunehmend digitalen Zukunft vorzubereiten“,

sagt Wassilios E. Fthenakis, Didacta-Präsident

und Chefredakteur des didacta Magazins. Die Messe

sende so ein klares Signal auch an Politik und Gesellschaft:

Die Transformation des Bildungssystems müsse

verantwortungsbewusst, mit Mut und Innovationskraft

angegangen werden. Vielversprechende Lösungen der

Bildungswirtschaft liegen vor. Sie bieten eine hervorragende

Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des

Digitalpakts.

Bei einer repräsentativen Befragung gab fast jeder

zweite Fachbesucher an, sich für den Angebotsbereich

didacta Digital am meisten zu interessieren. Entsprechend

groß war der Besucherzuspruch bei den rund 150

Unternehmen, die im fast 6500 Quadratmeter großen

Angebotsbereich didacta Digital vertreten waren. Sie

boten den Fachbesuchern innovative Ideen und Produkte

für den richtigen Einsatz moderner Techniken in

Unterricht und Erziehung.

2

3

Auch viele der anderen rund 750 Aussteller hatten digitale

Angebote für das Lernen der Zukunft im Angebot.

Reinhard Koslitz, Hauptgeschäftsführer des Didacta Verbandes,

sah darin einen Beleg für die Innovationskraft

der Bildungswirtschaft und zog ein positives Messefazit:

„Aussteller und Organisatoren haben mit hohem Aufwand

eine Messe gestaltet, die so viele neue Ideen und

Impulse für die Besucherinnen und Besucher geliefert

hat wie nie zuvor. Diese kommen immer stärker auch

aus dem Ausland, denn erneut ist der Anteil internationaler

Aussteller gestiegen. Ebenso gewachsen ist das

Angebot für die Bildung in der digitalen Welt, in allen

Ausstellungsbereichen, auf allen Bildungsstufen und für

alle Altersklassen. Die didacta ist damit die größte Messe

für die Digitalisierung im Bildungsbereich in Deutschland.“

1. Mit der App „Interaktiver Märchenwald“ lassen sich

Kompetenzen des Primarstufenunterrichts spielerisch

fördern.

2. Prof. Dr. Julia Knopf von der Universität des Saarlandes

erläutert das didaktische Konzept des Kita-Standes,

unter anderem mit der interaktiven Weltraum-Kletterwand.

Besucher können dort durch das Betätigen der

Griffe verschiedenste Hör- und Bewegungsaufträge auslösen:

vom Erfühlen unterschiedlichster Materialien wie

Sand, Fell oder Gummi bis hin zum Ausführen motorischer

Aufgaben wie dem Weltraum-Tanz.

3. Mit Hilfe digitaler Instrumente entstehen neue Lerngelegenheiten.

Kreative Methoden, um Wissen durch den

Einsatz digitaler Medien geschickt zu vermitteln, präsentierte

die Universität des Saarlandes in Kooperation mit

dem Didacta Verband und der Universität Osnabrück.

Ihre Ausstellung „Digitale Innovationen“ lud die Besucherinnen

und Besucher dazu ein, 18 Lern-Prototypen

selbst auszuprobieren und zu testen.

2/2019 didacta-magazin.de 73


Weiterbildung

1

2

3

4

Fotos: © Koelnmesse GmbH, Thomas Klerx; © didacta; © Koelnmesse GmbH, Hanne Engwald

5

74 didacta-magazin.de 2/2019


LEHRER

SELBST

VERLAG

1. Robotik, Industrie 4.0 oder Künstliche Intelligenz –

Zukunftstechnologien im Einsatz zeigten die Aussteller

im Bereich der beruflichen Bildung und Qualifizierung.

2. Zahlreiche hochrangige Politiker stellten sich dem

Diskurs mit Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft

und Praxis, hier beispielsweise Bayerns Kultusminister

Prof. Michael Piazolo (l.).

3. Moderator und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen

und Sven Plöger, deutscher Meteorologe und Moderator,

begeisterten die Massen. Mit ihren aufeinander

folgenden Vorträgen zu den Themen Gesundheitsprävention

und Klimaschutz, die von bis zu 400 Personen

verfolgt wurden, sorgten sie für einen neuen Besucherrekord

auf dem Forum didacta aktuell.

4. Die gemeinnützige Gesellschaft LitCam begeistert

Kinder und Jugendliche mit dem Thema Fußball für Bildung

und Kultur. Dafür wurde die Organisation auf der

didacta als Bildungsbotschafterin geehrt. Die Direktorin

der LitCam, Karin Plötz, nahm den Preis von Didacta-Präsident

Prof. Wassilios E. Fthenakis entgegen.

5. Mehr als 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen

die Angebote der Kita-Seminare und Fachtage im

Rahmen der didacta 2019 in Köln. Prof. Renate Zimmer

hielt den Auftaktvortrag zum Thema sozial- emotionale

Kompetenzen.

6. Kreativität ist und bleibt eine der wichtigsten Kompetenzen

überhaupt. Auf die schöpferische Kraft der

Besucherinnen und Besucher und das Lernen mit allen

Sinnen setzten zahlreiche Aussteller, wie hier beim Basteln

von Osterdekorationen oder bei der Sonderschau

Lernen zum Anfassen.

6

Guter Kunstunterricht

oder Kunstlehrer sind glückliche Menschen

Von Lehrer für Lehrer – dieses Buch ist mal wieder ein aus der

Praxis entwickeltes Buch. Es zeigt, wie spannend und kreativ

Kunst unterricht sein kann und welches Potential und welche

kreativen Fähigkeiten im Schüler stecken.

Der Autor versteht seine 50 Unterrichtseinheiten als einen

Steinbruch, einen Fundus an Ideen, aber alle Unterrichtseinheiten

sind erprobt und können auch direkt umgesetzt werden.

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Weiterbildung

1

2

3

Fotos: © Koelnmesse GmbH, Thomas Klerx; didacta

1. Ideen und Erfindungen stimulieren die

weitere Entwicklung des Bildungsmarktes.

Junge Unternehmerinnen und Unternehmer

präsentierten ihre Lösungen in der didacta

Start-up-Area.

4

2. Pädagogisch-didaktische Konzepte wie die

Ko-Konstruktion setzen auf Interaktionen,

Dialog und kooperative Lernformen. Diese

modernen Ansätze, die auch den virtuellen

Raum miteinbeziehen, werden von neu

gestalteten Lernumgebungen unterstützt.

3. Die besten Nachwuchsmechatroniker

Deutschlands ermittelten auf der didacta ihre

Champions. An drei Wettkampftagen stellten

die Teilnehmenden zwischen 18 und 22 Jahren

ihr berufliches Können unter Beweis. Deutsche

Meister wurden Felix Alt und Jan Kintzi, Auszubildende

bei der Festo AG & Co. KG.

4. Sich für Demokratie und Meinungsfreiheit

stark zu machen, ist gerade in unsicheren

politischen Zeiten wichtiger denn je. Wie

Medien und Schule diesem Auftrag gerecht

werden können, darüber diskutierten der

Journalist Elmar Theveßen, Schüler Jakob

Hubert und Lehrer Eric Lindner mit Moderator

Dr. Matthias Degen (v.l.).

76 didacta-magazin.de 2/2019


Bildung

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77 didacta-magazin.de 2/2019


Weiterbildung

Veranstaltungstipps 2019

Kongresse, Seminare und Messen rund um Bildung

#excitingedu regional

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Education Festival didacta Digital Austria

23. Mai in Potsdam (Brandenburg),

6. Juni in Osterholz-

Scharmbeck (Niedersachsen)

#excitingedu regional ist eine kostenfreie Veranstaltungsreihe

zum Thema Digitale Bildung. Treffen Sie an verschiedenen

Orten in ganz Deutschland auf interessierte Lehrkräfte,

Schulleitungs-Teams und Bildungsträger, besuchen Sie

Workshops und tauschen Sie sich aus. Weitere Termine

und Informationen gibt es auf:

■■

www.excitingedu.de

23. bis 25. Mai im Design Center Linz

Die didacta Digital Austria bietet eine Plattform für neue

Konzepte, Lösungen und Diskussionen, die sich mit der

Digitalisierung in Bildungssystemen auseinandersetzen.

Begleitend zur Ausstellung gibt es ein Seminarprogramm

und einen Maker Space, wo Besucher neues Lernen testen

können. Das Online-Tagesticket kostet 12,50 Euro, an der

Tageskasse 14 Euro.

■■

www.didacta-digital.at

Messen zur Berufsorientierung

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Ausstellung zu Robotik und KI

24. und 25. Mai in Frankfurt,

6. und 7. September in Dortmund,

27. und 28. September in Karlsruhe,

8. und 9. November im Rheinland,

15. und 16. November in Berlin,

22. und 23. November in München

Auf den Einstieg-Messen und der Berufe live Rheinland stellen

Unternehmen, Hochschulen, Sprachreiseanbieter und Kammern

ihre Studien-, Ausbildungs- und Gap Year-Angebote vor.

Sie beraten persönlich und in Vorträgen. Weitere Tipps bieten

das Bewerbungsforum sowie die Lehrer- und Elternlounge.

■■

www.einstieg.com

bis 15. Juni 2019, Haus der Wissenschaft in Bremen

Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 zu künstlicher

Intelligenz findet die Ausstellung „Einfach Wissenswert:

Robotik und KI“ statt. Besucher erfahren Spannendes zum

maschinellen Lernen und intelligenten Systemen, sie können

beispielsweise einen lernenden Haushaltsroboter und

autonomes Fahren entdecken. Der Eintritt ist frei.

■■

www.bremen.de/wissenschaft

Tagung zur Zukunft der Schule

Bildungsforum 2019

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28. bis 30. August an der Universität Köln

Die Tagung „Zukunft Schule – Lernen ohne Limits“ beleuchtet

die Trends der nächsten Jahre und wie sich diese auf das

Bildungssystem auswirken. Experten diskutieren, welche

Inhalte gelehrt und welche Methoden angewendet werden,

um Schülerinnen und Schüler angemessen auf neue

Berufe und gesellschaftliche Anforderungen vorzubereiten.

Das Ticket für alle drei Tage kostet 159 Euro.

■■

www.future19.de/tagung

20. und 21. September in

Frankfurt am Main

Unter dem Motto „Digidaktik –

Lehren und Lernen in digitalen

Zeiten“ gibt es auf dem Bildungsforum

2019 Vorträge und Workshops

sowie eine begleitende Ausstellung über Innovationen und

Trends aus der digitalen Bildung. Der Frühbucherpreis bis

31. Mai beträgt 159 Euro, danach kostet die Teilnahme

189 Euro.

■■

www.hep-verlag.de/bildungsforum-2019

78 didacta-magazin.de 2/2019


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Rheinstraße 94

64295 Darmstadt

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Wassilios E. Fthenakis

( verantwortlich)

wassilios@ fthenakis.de

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anschrift:Arabellastraße 17

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80 didacta-magazin.de 2/2019


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