lengericherwochenblatt-lengerich_14-09-2019

hallomuenster

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14. September 2019 | www.ag-muensterland.de | kostenlos

Das große

Rätselraten

Foto: dpa

Wie man den Beipackzettel

richtig liest I Rückseite

Unsere

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finden Sie in Teilausgaben des

beiliegenden Wochen-Prospekts!


Foto: djd-mk/ültje GmbH/Andreas Rummel

ST 2 Lecker-Schmecker

Samstag, 14.September 2019

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LÖSUNGEN


LP 4 LENGERICHER WOCHENBLATT Extra Samstag, 14.September 2019

Das Rätselheft zur Tablette

Tipps rund um den Beipackzettel

Lesen Sie die Packungsbeilage

und fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker.“ Diesen Ratschlag

hat man im Leben vermutlich

genauso oft gehört

wie ignoriert. Denn das Gespräch

mit Arzt oder Apotheker

mag noch hilfreich sein.

Doch der Beipackzettel vieler

Medikamente ist oft eher Rätselheft

als leichte Lektüre.

as schade ist, schließ-

beantwortet der

Wlich

Zettel viele wichtige Fragen:

Wer darf das Medikament

nehmen, wann und wie oft?

Welche Nebenwirkungen

können auftreten? Doch

viele dieser Infos schaffen es

einfach nicht zum Empfänger,

sagt Kai-Peter Siemsen,

Präsident der Apothekerkammer

Hamburg. „Ich vermute

mal, dass neun von

zehn Patienten den Beipackzettel

nicht lesen.“

Kleine Schrift, Bandwurmsätze,

Fachausdrücke:

„Die Beipackzettel in ihrer

heutigen Form überfordern

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Das Lengericher Wochenblatt erscheint

in Verbindung mit der Tageszeitung

Westfälische Nachrichten, Lengerich.

Anzeigenpreisliste vom 1. Januar 2018

die Patienten oftmals“, sagt

Ingrid Dänschel aus dem

Vorstand des Deutschen

Hausärzteverbands. Grund

dafür sei der Versuch der

Hersteller, sich juristisch abzusichern.

Tatsächlich gibt es zahlreiche

Vorschriften, an die sich

Pharmafirmen beim Verfassen

der Beipackzettel halten

müssen. „Es ist gesetzlich

festgelegt, was in den Beipackzetteln

drinstehen

muss“, erklärt Rose Schraitle

vom Bundesverband der

Arzneimittel-Hersteller

(BAH). „Die Angaben müssen

auf Deutsch verfasst sein

und die Schrift muss gut lesbar

sein.“ Auch die Reihenfolge

der Informationen sei

vorgeschrieben, damit sich

Patienten schneller zurechtfinden.

Kontraindikationen

Verbraucher und Patienten

sollten zumindest einen

Teil der Infos in den Beipackzetteln

beachten, sagt Apotheker

Siemsen. Auch wenn

es schwerfällt. „Wichtig auf

dem Beipackzettel sind einmal

die Kontraindikation,

also wann ich ein Medikament

nicht nehmen darf.“

Dazu kommt die Anleitung

zur Einnahme. Selbst

da wird es erklärungsbedürftig:

„Auf nüchternen

Magen“ etwa heißt, dass Patienten

vier Stunden nichts

gegessen und nur Wasser getrunken

haben sollten, wie

der Verband Forschender

Arzneimittelhersteller

(VFA) erklärt. Und „mit viel

Flüssigkeit zu sich nehmen“

bezieht sich auf kaltes oder

lauwarmes Wasser, nicht

auf Heißes oder Koffeinhaltiges.

Bei den Einnahmehinweisen

steht auch, in welchem

Rhythmus Patienten wie

viel von einem Medikament

nehmen sollen. Bei Antibiotika

zum Beispiel sind diese

Hinweise entscheidend.

„Und vergessene Medikamente

sollte man auch

nicht einfach nachnehmen,

sondern immer vorher beim

Arzt oder in der Apotheke

nachfragen“, sagt Siemsen.

Die können auch weiterhelfen,

wenn es Fragen zu

den Nebenwirkungen gibt –

ein Punkt, der gerade bei älteren

Medikamenten oft

einen größeren Teil des Beipackzettels

ausmacht. Denn

die Hersteller sind verpflichtet,

alle jemals beobachteten

Nebenwirkungen eines

Medikaments aufzuführen,

sagt BAH-Expertin Schraitle.

„Das liest sich dann im Ergebnis

natürlich manchmal

dramatisch.“

Siemse empfiehlt in solchen

Fällen, sich die Wahrscheinlichkeit

einer Nebenwirkung

bewusst zu machen.

„Sehr häufig“ etwa

heißt, dass die Nebenwirkung

bei einem von zehn

Behandelten aufgetreten ist.

Bei „sehr selten“ war es dagegen

nur einer von 10 000.

Etwas kniffliger wird es bei

den Wechselwirkungen.

Denn die sind für Patienten

oft kaum überschaubar. „Bei

Medikamenten passiert es

halt schnell, dass der Hausarzt

was verordnet, dann der

Facharzt, und die alle wissen

nichts voneinander“, sagt

Siemsen. „Deshalb ist es

schon wichtig, dass es da

den Hausarzt gibt, der den

Überblick behält.“

Der muss auch die Medikamente

kennen, die ein

Patient auf eigene Faust

kauft und nimmt, sagt

Hausärztin Dänschel. Denn

diese haben unter Umständen

ebenfalls Neben- oder

Wechselwirkungen. „Auch

ein noch so guter Beipackzettel

hebt den Beratungsbedarf

nicht auf.“ (dpa)

Neben Arzt und Apotheker klärt der Beipackzettel auf, was

bei der Medikamenteneinnahme zu beachten ist – und ob man

zum Beispiel noch Auto fahren darf.

Foto: Allianz/GP

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