AJOURE´ Magazin Oktober 2019

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AJOURE AJOURE / INTERVIEW / PEOPLE

Aus diesem Grund habe ich auf dem Hals

mittig den Schlüssel tätowiert, der zu mir

und meiner Persönlichkeit führt. Alles

zusammen zeigt meine Haltung. Es zeigt,

dass ich denke, dass du das, was kommt akzeptieren

musst und lernst damit umzugehen.

Wie eine Art Challenge. Auf dem Bein

habe ich ein Tattoo, welches mit einem

Song zu tun hat, den ich erst viel später geschrieben

habe. Der Titel heißt „Jongleur“,

auch dieser Track wird auf dem nächsten

Album sein. Es geht um das Spiel, wenn du

dich in der Öffentlichkeit oder generell unter

Menschen bewegst, ist es selten der Fall,

dass du du selbst sein und deinen Gefühlen

freien Lauf lassen kannst. Du versteckst

dich halt und zückst Masken. Ich habe viele

Motive tätowiert, die sich tatsächlich in

meiner Musik wiederfinden. Alle Motive

haben mich geprägt und zeigen, wie wichtig

mir diese Themen zur damaligen Zeit

waren und auch immer noch sind.

Dein Debütalbum 2018 stieg in den deutschen

Charts auf Platz 5 ein. Dennoch ist

„Fall Nach Oben“ mit einem neuen Produzenten

und den beiden Künstlern Gerard

und Revelle entstanden. Wieso ein

Neuanfang?

Das letzte Album wurde von Phil Speiser

und Thomas Porzig produziert. Thomas

hatte sehr viel Coproduktion übernommen

und der macht auch aktuell meine

neue Platte, sowie meinen neuen Song.

Ich bin schon bei den selben Menschen

geblieben. Natürlich arbeitet man in Songwriting-Sessions

auch immer wieder mit

neuen Leuten zusammen. Das finde ich

aber auch gut, denn es ist spannend, sich

mit unterschiedlichen Menschen auszutauschen.

Schreibst du deine Texte selbst?

Ich bin in Songwriting-Sessions, das heißt,

ich habe immer einen Tracker und ein bis

zwei Writer/-innen mit dabei, mit denen

man sich die „Bälle“ hin- und herwirft. Ich

schreibe also nicht komplett alleine. Dies

habe ich zuletzt bei einzelnen Songs von

meinem letzten Album „Musik an, Welt

aus“ gemacht. Zusammen mit meinem damaligen

Freund sind Songs wie „Schwarz

& Weiß“, „Dèjà Vu“ und „Zeit zu verzeihen“

entstanden. Aber am Liebsten gehe

ich echt in Sessions und sehe die Zeit dort

INTERVIEW

fast wie einen ganz normalen Arbeitstag

an. Wir setzen uns hin, überlegen, worüber

wir schreiben und sprechen könnten,

wir überlegen gemeinsam, wohin es

von der Produktion gehen soll und was

ich mir musikalisch vorstelle. Dann fange

ich mit einem Texter an, an dieses Thema

ranzugehen und los geht’s.

Zwischen deinem ersten Album und deiner

neuen Single ist ungefähr ein Jahr

vergangen. Würdest du sagen, dass sich

Song- und Text-technisch etwas an deiner

Musik in dieser Zeit verändert hat

oder möchtest du dem Style deiner ersten

Platte weitestgehend treu bleiben?

Ich finde „Fall Nach Oben“ hätte vom Stil

her auf dem alten Album landen können.

Es ist noch relativ elektronisch. Inhaltlich

bin ich mir schon sehr treu geblieben.

„Fall Nach Oben“ packe ich immer gerne

in dieselbe Schiene wie „Stehaufmädchen“

– so dieses „Egal wie grau die Tage

auch sind, irgendwann kommt die Sonne

wieder raus…“ Ich versuche immer, etwas

Positives mitzugeben.

Was die anderen Songs angeht, würde ich

schon sagen, dass ich mich da ein bisschen

verändert habe und die neue Platte

organischer wird. Es wird mehr Songs

geben, wo ich meine Band mit ins Studio

nehme. Ich möchte, dass sich der Zuhörer

am Ende vielleicht ein bisschen vorstellen

kann, wie die Songs wohl auf einem Konzert

klingen könnten. Ich persönlich finde

meine Songs live nämlich deutlich geiler

als auf Platte (lacht). Mit meiner Band im

Nacken gibt das einfach ein ganz anderes

Feeling und einen anderen Druck.

Apropos…wird es dieses Jahr noch ein

zweites Album geben?

Nein, dieses Jahr wird das nicht mehr.

Aber nächstes Jahr kommt eins. Ich hoffe

zum Frühjahr hin, aber vielleicht wird

es auch Sommer. Es hängt davon ab, wie

schnell wir jetzt sind.

Worin wird der Unterschied zum ersten

Album liegen?

Es wird nicht mehr ganz so elektronisch,

viel organischer und intimer, denn ich

habe so viele Dinge erlebt und diese in

Songs gepackt, dass man hier schon einen

Unterschied hören wird.

Wird es eine Tour geben? Du spielst ja

im September in Essen und Halle Münsterland

sowie im Dezember in Berlin?

Ich gehe davon aus, dass wir direkt zum

Album eine Tour machen. Das hängt natürlich

davon ab, ob das Album im Frühjahr

erscheint, dann findet die Tour auch

zu dieser Zeit statt. Oder es erscheint im

Sommer, dann wird die Tour etwas später

starten. Ich freue mich aber auf jeden, der

schon am 21. Dezember im „Lido“ in Berlin

zum Jahresabschlusskonzert kommt.

Da kommen richtig tolle Gäste. Ich spoilere

mal ein kleines Bisschen: „ela.“ wird

kommen, sie war bereits Support auf meiner

letzten Tour. Sie ist eine großartige

Sängerin und Songwriterin, mit der ich

sehr viel schreibe. Dann kommt „Revelle“,

die ebenfalls ganz toll ist. Sie hat mit mir

„Fall Nach Oben“ geschrieben. Den Rest

verrate ich noch nicht. Ihr müsst einfach

kommen.

Deutsch-Pop ist seit einiger Zeit extrem

angesagt und die Konkurrenz ist riesig.

Hast du Vorbilder in der Branche und

vielleicht manchmal Angst, dass der

Druck zu groß wird?

Das ist eine gute Frage… Ich habe viele

Vorbilder. Es gibt einfach so viele wahnsinnig

gute Künstler, vor allem auch

Künstlerinnen: ela., Revelle, Mathea,

VLUDE, Miva, Lea, Madeline Juno - die

ja in eurer letzten Ausgabe im Interview

war – alles sehr starke und inspirierende

Künstlerinnen. Außerdem steh ich musikalisch

total auf Clueso, Mark Forster, Max

Giesinger und so viele mehr. Natürlich ist

da auch Druck und du fragst dich, wie du

dich da durchsetzen sollst. Aber irgendwie

ist es auch wieder entspannt, denn ich bin

ja ich und ich bringe etwas Individuelles

mit. Ich berühre offensichtlich Menschen,

so wie auch die eben genannten Künstler

Menschen berühren.

Mir ist in der Musikbranche aufgefallen,

dass es sich nach einem dauerhaften

Konkurrenzkampf anfühlt, den es nicht

bräuchte, denn man könnte sich ja gegen-

AJOURE MAGAZIN SEITE: 23 | OKTOBER 2019

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