AJOURE´ Magazin Oktober 2019

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AJOURE / FASHION

Ist „Made-to-Order“

das Shopping-Konzept der Zukunft?

T R E N D

Style

Auf der Suche nach einem erfolgversprechenden

Shopping-Konzept

der Zukunft kommen in den letzten

Jahren Konzepte wie Made-to-Order,

Shopping-on-Demand und neue Formen

der Kundenbindung ins Spiel.

Diese und andere Konzepte zeigen,

dass topaktuelle Mode auch künftig

Spaß machen darf. Gleichzeitig zählt

zu ihren Vorteilen das Schonen von

Ressourcen und in Sachen Nachhaltigkeit

sind sie geradezu vorbildlich.

Sie machen Massenware und Wegwerf-Mode

zum Auslaufmodell. Da

sind wir gern dabei, denn Shopping

mit einem reinen Gewissen macht

einfach mehr Sinn und bringt ganz

nebenbei mehr System in den heimischen

Kleiderfundus.

Kleider machen mehr als nur Leute

Schauen wir der Modebranche

auf die geschickten Finger

Made-to-Order ist der

virtuelle Besuch im Modeatelier

Mode ist pure Lebensfreude. Einst

war sie schlichte Funktion. Sie wärmte,

schützte und bedeckte. Später

wurde sie zum äußeren Erkennungszeichen

eines Standes. Während der

Adel sich mit prächtigen Gewändern

schmückte, kamen die Kaufleute und

Handwerker im Stil ihrer Zunft daher.

Als die Schneider noch Kleidermacher

genannt wurden und in ihren

Werkstätten arbeiteten, entstanden

alle Bekleidungsstücke im Modus

Made-to-Order. Da wurde nichts

auf Halde produziert. Erst mit dem

industriellen Fortschritt betrat die

Konfektion den Laufsteg. Zu ihren

Begleitern gehört bis heute die Massenproduktion.

Es ist längst an der Zeit, die wirtschaftlichen

Aspekte der rasch wechselnden Mode zu hinterfragen.

Wo kommen all die tollen Teile in

raschem Wechsel her? Unter welchen Bedingungen

werden sie produziert? Was geschieht

mit der Überproduktion? Stehen Kosten und

Nutzen bei der Herstellung noch in einem angemessenen

Verhältnis? Geht die Modeindustrie

allzu leichtfertig mit den Ressourcen um?

Spätestens seit bekannt wurde, dass pro Person

jährlich rund 30 Kilogramm Klamotten auf

dem Müll landen, denken wir um. Die Geschichten

um große Modefirmen, die am Ende

der Saison Tonnen von Neuware entsorgen,

werfen ein schlechtes Licht auf das Business.

Den Produzenten von Wegwerf-Mode haben

wir schon lange den Laufpass gegeben.

Dass wir als modeaffine Kundschaft umdenken,

hat auch die Modeindustrie erkannt. Die

Zahl der Modemacher, Designer, Kreativteams

und Produzenten, die bewusst andere Wege

gehen, nimmt zu. Ein interessanter und gleichzeitig

unsere Individualität unterstützender

Weg ist das Konzept „Made-to-Order“. Es

besitzt großes mit Potenzial, denn es schließt

Überproduktionen aus, da das georderte Teil

erst nach der Bestellung durch den Kunden

hergestellt und versendet wird. Es ist ein wenig

wie ein virtueller Besuch bei den „Kleidermachern

unseres Vertrauens“. Während die Modefans

vergangener Zeit noch den Weg in die

Modeateliers gingen, nutzen wir die Vorzüge

der elektronischen Welt von heute und shoppen

global, nachhaltig, zeitsparend und mit

dem Blick für das große Ganze. Fast-Fashion

ist nicht mehr unser Ding.

Fotos: Leonid; Vasyl / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 80 | OKTOBER 2019

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