AJOURE´ Magazin Oktober 2019

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AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG

Foto: lassedesignen / stock.adobe.com

Das Leben nimmt seinen üblichen

Lauf: Schule, Ausbildung

oder Studium, der Schritt in die

Arbeitswelt. Die besten Jahre des

Lebens sind gut gefüllt. Gleichzeitig

will gelebt werden. So vergehen

die Jahre – und ehe du dich

versiehst, läuft dir die Zeit davon:

Die Zeit für alles verändernde

Entscheidungen.

Spätestens um den dreißigsten

Geburtstag herum taucht die

innere Frage nach den privaten

Zukunftsplänen auf. Sei es aus

eigenem Antrieb oder weil plötzlich

immer mehr Freunde und

Bekannte heiraten und Kinder

bekommen. Der klassische Verlauf

des Lebens geht weiter.

Was als normal gilt, ist gesellschaftlich

hoch angesehen. Daher

werden insbesondere die Mittdreißiger

auch von Außenstehenden

gerne mit der Frage nach der

Familienplanung konfrontiert.

Der Druck wächst, Torschlusspanik

entsteht.

Der Unterschied bei Frauen

und Männern

Während Männer dieses Thema

entspannter angehen können, haben

Frauen es da nicht so leicht:

Die biologische Uhr beginnt zu

ticken. Mit 35 steigt das Risiko bei

Schwangerschaften. Auch wenn

späte Schwangerschaften heutzutage

immer häufiger werden und

medizinisch besser zu versorgen

sind – die unterschwellige Sorge

bleibt. Hinzu kommt, dass häufig

weitere Kinder geplant sind.

Das Alter für die nachfolgenden

Schwangerschaften steigt also

immer weiter an.

Mögliche Knackpunkte und der

richtige Umgang mit ihnen

Nun gibt es verschiedene Gründe,

für eine ernstzunehmende

Torschlusspanik. Entweder

fehlt dir der Partner und du hast

Schwierigkeiten, den richtigen

zu finden. Oder aber du hast einen

Kinderwunsch, bist jedoch

mit deinem Leben ohne bessere

Hälfte an deiner Seite zufrieden.

Befindest du dich in einer Beziehung,

ist das auch noch kein

Freifahrtschein für eine gemeinsame

Familie. Dir wird bewusst,

dass du zwar Kinder bekommen

möchtest, dein Partner sich bloß

nicht als passend dafür erweist.

Die Möglichkeit, dass dieser keine

Kinder haben möchte, wäre

ein weiterer Knackpunkt. Vielleicht

wird dir deine vermeintliche

Torschlusspanik aber auch

von außen aufgezwungen und

entspricht gar nicht deinen innersten

Sehnsüchten?

Kinderkriegen ohne Partner

Wie gehst du nun am besten mit

diesen Situationen um? Schau

dir zunächst deine Lage an. Bist

du Single, ist die grundsätzliche

Überlegung wichtig, ob du dies

gerne bist oder nicht. Wenn ja,

gäbe es bei einem bestehenden

Kinderwunsch alternative Optionen.

Eine Samenspende und die

Leihmutterschaft kommen nicht

für jeden in Frage. Dennoch bieten

sie nach reiflicher Überlegung

eine Chance für alleinstehende

Frauen (oder homosexuelle Paare),

ohne erforderliches Pendant

diesen Herzenswunsch erfüllt zu

bekommen.

Der Wunsch nach dem klassische

Familienleben – aber der

Partner fehlt

Wünscht du dir dabei einen Partner

an deiner Seite, solltest du dir

Gedanken um dein Beuteschema

machen. Viele Menschen neigen

dazu, sich immer wieder auf

einen bestimmten Typ Mensch

einzulassen. Entweder ist es jemand,

der keine Verantwortung

übernehmen kann oder einer, der

keine Kinder möchte. Mit Hilfe

von gezielten Kriterien, die dir

wichtig sind, kommst du deinem

Ziel ein Stück näher. Je besser du

weißt, was du willst (und was du

nicht willst), desto weniger lässt

du dich auf den falschen Partner

ein. Das alleine garantiert dir natürlich

nicht, dein Glück auch zu

finden. Doch da solltest du dich

selbst nicht unter Druck setzen.

Es ist mehr als nur ein Spruch,

dass der Richtige auftaucht, wenn

man am wenigsten damit rechnet.

Wer sich von dem inneren Druck

befreit, wirkt anziehender auf

sein Gegenüber. Auch wenn das

leicht gesagt ist – mit dem Fokus

auf die Dinge, die dir sonst noch

wichtig sind im Leben, kannst du

die nötige Gelassenheit erlangen.

Zudem bieten Hobbys oder Unternehmungen

gute Gelegenheiten,

jemanden kennenzulernen.

Ein wenig Nachhilfe schadet

dennoch nicht: Seriöse Partnerbörsen

sind besser als ihr Ruf. Es

ist schon lange kein Grund zum

Schämen, diesen Weg zu wagen.

Hier finden sich genügend

Menschen, die an einer ernsthaften

Beziehung interessiert sind.

Wichtig ist, von Beginn an die

eigenen Absichten klarzustellen

und sich auf nichts einzulassen,

was nicht den eigenen Vorstellungen

entspricht. Der Vorteil

ist, dass auf diese Weise die Ziele

schnell deutlich werden und

frühzeitig eine gemeinsame Ebene

in Hinblick auf Werte und Zukunftsvorstellungen

erkennbar

ist. Was letztendlich daraus wird,

kann man vorher nie wissen.

Der Partner spielt nicht mit

Wenn sich dein Partner gegen

das Kinderkriegen entscheidet,

solltest du abwägen. Was würde

ein Verzicht für dich bedeuten?

Eine Entscheidung, die gegen den

inneren Willen getroffen wurde,

kann einen ein Leben lang belasten.

Das darf nicht passieren. Hinzu

kommt, dass die Beziehung auf

dieser Grundlage scheitern kann.

Ewige Vorwürfe werden dann zur

Hürde. Andersherum ist es auch

nicht empfehlenswert, sich entgegen

der eigenen Absicht für Kinder

zu entscheiden. In dem Fall

kann ein Gespräch für das weitere

Vorgehen Klarheit verschaffen:

Ergründet gemeinsam, warum

Kinder für deinen Partner nicht

in Frage kommen.

Der Partner passt nicht zur

Familienplanung

Hast du das Gefühl, dein Partner

könnte sich nicht als passendes

Elternteil erweisen? Gehe auch

dem auf den Grund. Vielleicht

sind diese Bedenken nicht gerechtfertigt.

Wenn doch, liegt

es an dir: Willst du die Chance

auf Kinder mit jemand anderem

oder ein Leben zu zweit mit

deinem Partner? Den Kinderwunsch

über die Partnerwahl zu

stellen, ist hingegen keine gute

Idee. Das macht weder dich noch

deinen Partner auf Dauer glücklich.

Noch schlimmer ist, dass am

Ende das Kind unter euren Diskrepanzen

leidet.

Ist die Torschlusspanik echt?

Bei all den gesellschaftlichen

Konventionen kann es jedoch

leicht passieren, dass einem ein

bestimmter Lebensweg aufgezwungen

wird. Das kann auch

unterbewusst geschehen. Es ist

nicht selten der Fall, dass Menschen

Dinge tun, weil sie sich

etabliert haben. Auch in dem Fall

hilft nur eins: in sich gehen und

sich seiner eigenen Bedürfnisse

und Vorstellungen vom Leben

bewusstwerden.

Fazit

Bei all den Überlegungen sollte

eines nicht vergessen werden: das

Wohl des geplanten Kindes. Auf

Teufel komm raus ein Kind in

die Welt zu setzen, ist das denkbar

Schlechteste, was ein Mensch

tun kann. So tief der Wunsch

danach auch sitzen mag – eine

Vernunftsentscheidung im Sinne

eines neuen Lebewesens kann

klug sein und zeugt von Verantwortungsbewusstsein.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 99 | SEPTEMBER 2019

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