Taxi Times DACH SPECIAL- August 2019

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SCHEUERWEHR-TOUR

LOBBY-

ARBEIT

AUF DER

STRASSE

Von Stadt zu Stadt fuhr das

„Scheuerwehr“-Mobil zwischen dem

11. Juni und dem 1. Juli, hier entdeckt

von einem Kölner Taxi Times Leser.

Kurz vor der Sommerpause hat der Bundesverband Taxi in Sachen

»Scheuerwehr« noch einmal öffentlichkeitswirksam nachgelegt. In drei Wochen

wurden 16 Mahnwachen in den jeweiligen Landeshauptstädten abgehalten.

Taxi ist Teil des öffentlichen Personennahverkehrs

(ÖPNV) und Taxi ist der

Garant für die mobile Daseinsvorsorge.

Dass diese auch in Zukunft gewährleistet

ist, liegt wiederum in der Verantwortung

der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik.

Dem Bundesverband Taxi und Mietwagen

e. V. war es daher wichtig, den Protest gegen

die Pläne (Eckpunkte) des Bundesverkehrsministers

Andreas Scheuer zur Änderung

des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG)

gegenüber der Landes- und Kommunalpolitik

zu äußern.

Anders als die digitalen Wettbewerber

der Taxibranche, die ihre Positionen

gerne intransparent hinter verschlossenen

Politikertüren platzieren, wählten Verbandspräsident

Michael Müller und seine

Mitstreiter die öffentliche Form. Mit einem

vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen

(GVN) zur Verfügung gestellten

Anhänger wurden in den Hauptstädten

der 16 Bundesländer jeweils vor dem Sitz

der Ministerpräsidenten (Staatskanzleien)

Mahnwachen abgehalten. Der Anhänger

wurde dort jeweils zur Bühne umfunktioniert.

Der Berliner Taxiunternehmer und

Verbandsfunktionär Rolf Feja hatte sich

bereit erklärt, den Anhänger in einem von

der Firma FTS Taxi-Rent zur Verfügung

gestellten Leihtaxi von Stadt zu Stadt zu

fahren. Stolze 6.000 Kilometer legte Feja

in drei Wochen zurück.

REGIONALE UNTERSTÜTZUNG

Bei den Mahnwachen sprach dann immer

ein Mitglied des Verbandspräsidiums, des

Vorstands oder der Geschäftsführung. Präsident

Michael Müller war bei zehn Stationen

vor Ort, die Vorstandsmitglieder

Herwig Kollar und Frank Kuhle sowie der

Geschäftsführer Thomas Grätz bei den

übrigen Veranstaltungen. Organisatorisch

unterstützt wurde der Bundesverband von

seinen jeweiligen Landesverbänden bzw.

den örtlichen Taxizentralen und von den

Taxiunternehmern und -fahrern, die die

Mahnwachen besuchten. Im Schnitt waren

pro Stadt ca. 40 Personen anwesend. Auf

eine Massenmobilisierung – ähnlich wie

am Taxiaktionstag am 10. April, als bundesweit

Zehntausende Taxifahrer und

-unternehmer demonstrierten – hatte man

diesmal bewusst verzichtet.

Wichtiger war dem Bundesverband, vor

Ort, mit den Landespolitikern ins direkte,

öffentliche Gespräch zu kommen, die

Taxiargumente „in Hörweite“ der Landesministerinnen

und Landesminister zu formulieren

und die Landespolitik zu einer

Stellungnahme zu bewegen. Der Standpunkt

jeder der 16 Landesregierungen

spielt insofern eine Rolle, als eine Änderung

des PBefG zwar vom Bundestag beschlossen

wird, die 16 Bundesländer über ihre Stimme

im Bundesrat aber zustimmen müssen. Auf

keinen Fall dürfen Scheuers Eck punkte in

dieser Form in eine Novellierung des PBefG

einfließen, lautete daher das Credo von Mül-

FOTOS: Simi, Dadolski, Brüggmann, Landesverband Taxi und Mietwagen Schleswig Holstein e.V.

4 AUGUST / 2019 TAXI

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