Taxi Times München - Juli 2019

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SO REAGIEREN DIE MÜNCHNER TAXIZENTRALEN

Mit spezifischen Angeboten haben die IsarFunk-Taxizentrale

und die Taxi München eG auf den mytaxi-Frust reagiert. Bei

IsarFunk beispielsweise gibt es ab sofort die Möglichkeit, ausschließlich

über eine Fahrer-App an der Auftragsvermittlung

teilzunehmen. „Diese Lösung funktioniert völlig ohne zusätzliche

Funkgeräte“, hob Laurent Urban bei einer Veranstaltung

hervor. Verpflichtend sei allerdings, dass man sämtliche

bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten anbiete.

Um einen schnellen Einstieg zu ermöglichen, verkürze Isar-

Funk die bisherigen dreitägigen Schulungsmaßnahmen auf

sechs Stunden, was dann auch den Schulungspreis (bisher

195 Euro) reduzieren dürfte. Der monatliche Beitrag für die

Teilnahme an der Auftragsvermittlung liege gleichauf mit

allen anderen Teilnehmern bei netto 220 Euro monatlich für

Einzelunternehmer bzw. 290 Euro für Mehrwagenbetriebe.

Die Anregung für einen optionalen Tarif, bei dem nur für die

einzelne Tour bezahlt werden müsse, wollen beide Zentralen

überdenken, geben aber zu bedenken, dass man als Zentrale

keineswegs teurer als mytaxi sei. „Ab einem monatlichen

Umsatz von 2.000 Euro werden die Funkgebühren zu einer

Flatrate“, betont Urban, „während ein guter mytaxi-Fahrer

dann immer noch prozentual an seinen Auftraggeber abgeben

muss.“ Konkrete Zahlen dazu liefert ein Taxiunternehmer

aus Berechnungen aus seinem Mehrwagenbetrieb: „Ein

mytaxi-Auftrag kostet im Schnitt 1,40 Euro.“

Frank Kuhle von der Taxi München eG berichtet ebenfalls von

einer kostensenkenden Neuerung bei seiner Genossenschaft.

Seit Ende Mai können Unternehmer sogenannte „Anschlusspartner-Verträge“

abschließen. Der Teilnehmer wird dafür

zwar kein Mitglied der Genossenschaft, nimmt aber vollwertig

an der Vermittlung an Datenfunk und Standplatzrufsäulen teil.

Die Netto-Gebühren liegen bei 135 Euro für die Vermittlung

und 20 Euro Leihgebühr für das Equipment.

Nötig sei dafür eine Fahrer-App und im Fahrzeug eine Com-

Box mit Bluetooth-Schnittstelle. Die Kosten für den Einbau

trägt der Unternehmer selbst, es kommt noch eine geringe

Pauschale für die Einrichtung der EDV sowie eine Kaution

für das Equipment hinzu. Weitere Hardware ist nicht nötig,

auch das Eintrittsgeld für die Anteile an der Genossenschaft

entfällt.

jh

neuen Bereich des taxiähnlichen Mietwagenverkehrs übernehmen

möchte. Genau dieses Ziel verfolgt nämlich mytaxi, indem man den

jetzigen Taxipartnern eine erweiterte Zusammenarbeit anbietet.

„Wer möchte mit uns den Schritt in das Mietwagengeschäft gehen“,

fragt Diepenhorst ganz offen in seiner Videobotschaft. Die Frage,

ob die guten Touren dann nur noch an Mietwagen vergeben werden,

wälzt mytaxi auf die Kunden ab. Diese hätten verschiedene

Präferenzen. „Allein der Kunde entscheidet“, sagt Diepenhorst.

TAXIFAHRER FÜHLEN SICH VERRATEN

Die bisherigen Partner von mytaxi – Unternehmer wie Fahrer –

reagierten mit Wut, Frust und Kündigung. Bereits unmittelbar

nach der Ankündigung sprachen unzählige betroffene Taxiunternehmer

und -fahrer von Verrat und Seitenwechsel, etliche riefen

zum Boykott auf. „Wir wollen deren Dienstleistung zum Erliegen

bringen“, schreibt der Kollege Gün in einer WhatsApp-Gruppe

und bittet daher die Taxifahrer, keine Aufträge von mytaxi anzunehmen.

„Es bringt nichts, wenn ihr weiterhin Vorbestellungen

für morgen oder die nächste Woche annehmt. Klar, super Kasse

morgen und die nächste Woche, und was ist in drei Monaten?“

In München sind daher 60 Taxiunternehmen zu dem Ergebnis

gekommen, dass nur ein einheitlicher Verzicht zielführend sei.

Sie treffen sich seit Anfang Mai regelmäßig und entwickeln eine

gemeinsame Strategie, wie sie mit ihren insgesamt 800 Konzessionen

bei mytaxi aussteigen könnten.

Dabei wurde auch klar, dass man sich die Kunden von mytaxi

wieder zurückholen muss. In diesem Zusammenhang wurde der

Ruf der Kollegen immer lauter, dass die Taxizentralen genügend

Infomaterial zur Bewerbung der echten Taxi-Apps zur Verfügung

stellen sollen. Diesem Ruf sind beide Münchner Zentralen gefolgt.

Zahlreiche Taxis fahren mittlerweile Außenwerbung für taxi.eu oder

für die „Taxi Deutschland“-App. Sie bekommen dafür keine Werbeeinnahmen,

sie machen das, um ihre eigene Zentrale zu stärken.

Neben diesen echten und ehrlichen Taxiunternehmern und

-fahrern gibt es allerdings auch jene Unternehmer und Fahrer,

auf deren Taxis Free-Now-Werbung platziert ist. Diese Unternehmer

wurden mit Werbeeinnahmen geködert, die weit über den

marktüblichen Preisen liegen. Der Daimler-Konzern lässt sich den

Marktstart viel kosten und die mytaxi-Mitarbeiter können dabei

auf Taxibetriebe bauen, die wegen ein paar Hundert Euro extra

(oder auch ein paar Zehntausend Euro bei Mehrwagenunternehmern)

ihre eigene Branche verkaufen.

jh

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