Taxi Times München - Juli 2019

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TAXIZENTRALEN

Geschäft im Betrieb mit Luxuslimousinen

schlicht nicht rechnet. Sixt macht dazu

eine klare Aussage. Mietwagenfahrten

unterhalb des Taxitarifs sind definitiv

immer ein Minusgeschäft. Das genau ist

die Erfahrung, die man schon gemacht

habe und die Free Now und andere erst

noch machen müssen.

Sixt wird Personenbeförderung innerhalb

seiner App „Sixt Ride“ weltweit anbieten

–und hat sich dafür überall auf der Welt

den jeweils stärksten Partner gesucht. In

den USA war das Taxigewerbe leider nicht

so innovativ und hat es verpasst, sich rechtzeitig

zu digitalisieren. Also musste sich

Sixt für das Ad-hoc-Geschäft dort mit dem

Unternehmen Lyft einen anderen Partner

suchen. In Deutschland allerdings gab es

diesen innovativen und weitgehend digitalisierten

möglichen Partner bereits, nämlich

das Taxi. Ein Kooperationsangebot war

da nur logisch.

TAXI FÜR DAS SOFORTGESCHÄFT

In Zukunft wird Sixt also in ihrer Mobilitäts-App

aus eigenem Bestand nur Limousinen-Service

anbieten, der vorab bestellt

werden muss. Die Lücke im Ad-hoc-

Geschäft, also wenn der Kunde sofort eine

Fahrt antreten möchte, soll nun das Taxi

schließen. Dabei sollen für die reine Vermittlung

keine Kosten entstehen, lediglich

das Disagio bei Kreditkartenzahlung soll

an die Taxizentralen – und damit schließlich

an den angeschlossenen Unternehmer

– weitergegeben werden.

Das Taxi bekommt also zusätzliche Aufträge,

die nach einem vorher vereinbarten

Schlüssel an beide Taxizentralen ausgesteuert

werden. Für den Fahrer ist das erst mal eine

ganz normale Fahrt auf Rechnung, wie er sie

aus seinem Taxialltag bereits kennt. Doch das

Angebot geht noch weiter: Als Tec-Unternehmen

bringt Sixt jede Menge Erfahrung in

Sachen App-Bestellung und digitale Dienste

mit. Davon profitieren heute schon taxi.eu und

Taxi Deutschland. Außerdem verspricht das

Unternehmen Unterstützung bei der Steigerung

des Service, ein Feld, mit dem sich beide

Taxizentralen schon lange rumschlagen.

IsarFunk, Taxi München eG, und Sixt

sind sich bereits handelseinig geworden

und haben eine Kooperation beschlossen

und für fünf Jahre vertraglich geregelt.

Durch den Fünfjahresvertrag verpflichtet

sich Sixt außerdem, nicht mit Uber zu

arbeiten und das Vermittlungsgeschäft

während der Vertragslaufzeit ausschließlich

mit den Zentralen weiterzuentwickeln.

Außerdem werden keine Kundendaten von

den Taxizentralen bei Sixt gespeichert, bis

auf die Daten zur Zahlungsabwicklung.

Damit wird ausgeschlossen, dass es zu

einem Ausverkauf des Taxis wie bei

Free Now kommt.

Christian Hess von IsarFunk (rechts) und

Frank Kuhle von der Taxi München eG schilderten

die Vorteile der Sixt-Kooperation.

Auch den Car-Sharing-Kunden soll das Taxi

aktiv angeboten werden. Sixt glaubt, dass

Car-Sharing eher im Wettbewerb mit anderen

Car-Sharing-Anbietern steht und nicht

direkt mit dem Taxi konkurriert. Beim Car-

Sharing muss man zum Auto laufen, während

man beim Taxi an der gewünschten

Adresse abgeholt wird. Es spricht aber

nichts dagegen, dem Kunden beide Angebote

zu machen und ihn dann wählen zu

lassen, was gerade besser zu seinen

momentanen Bedürfnissen passt. Das

könnte Kunden, die sich sonst anders von

A nach B bewegen lassen, wieder auf das

Taxi als schnelles, preissicheres und zuverlässiges

Angebot aufmerksam machen –

und letztlich dem Taxigewerbe zuführen.

GEMEINSAME INNOVATIONEN

Schon jetzt können Kunden über Sixt ein

Taxi bestellen. Anders als bei anderen Taxi-

Vermittlern setzt Sixt auf die gewachsenen

Zentralen und deren Vermittlungssysteme.

Das heißt, ein gemeinsames Produkt kann

nur so gut sein, wie das Produkt der Zentralen.

Somit fließt jede Anstrengung, das

Produkt für Kunden besser zu machen, in

die Vermittlungstechnik und macht damit

mittelfristig die Zentrale wettbewerbsfähiger.

Gemeinsam erarbeitete Innovationen

können in der Folge in die gewerbeeigenen

Apps übernommen werden. Vor allem handelt

es sich um eine Partnerschaft auf

Augenhöhe, bei der sich beide Partner

brauchen.

Der in der am Anfang beschriebenen

Diskussion geäußerte Vorwurf, andere

Bereiche von Sixt würden Geschäftsbeziehungen

zu Uber weiterhin unterhalten,

lässt sich weitestgehend entkräften. Ein

Kooperationsverbot ist vertraglich zugesichert.

Denkbar wäre, dass sich trotzdem

ein Mietwagenunternehmer ein Fahrzeug

bei der Sixt Leasing beschafft. So etwas

aber zu 100 Prozent auszuschließen, ist

nicht nur unmöglich, es widerspricht auch

der jetzigen Gesetzeslage. Eine aktive

Kooperation zwischen Uber und Sixt allerdings

ist unterbunden. Und wenn doch,

dann droht eine saftige Vertragsstrafe.

Deshalb kann diese Entwicklung als

wichtiger Beitrag im Kampf gegen Uber

gewertet werden. Mit Sixt gewinnt das Taxigewerbe

zur rechten Zeit einen verlässlichen

Partner. Denn in Anbetracht der

täglichen Meldungen ist die Zukunft des

Taxigewerbes alles andere als sicher. Mit

einem starken Partner wie Sixt an der Seite

verbessern sich die Chancen, Kunden wieder

an die Dienstleistung Taxi zu binden.


tb

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