Taxi Times Berlin - Januar / Februar 2019

taxitimes

GRADMESSER FÜR GEGENSEITIGES VERTRAUEN

Schon wieder ein Rollstuhl auf dem Taxi-Times-Cover? Die Entscheidung,

das Thema Inklusionstaxi zum zweiten Mal in Folge

zur Titelstory zu machen, war alternativlos. Rund zehn Wochen

nach der Veröffentlichung der Förderrichtlinien für rollstuhlgerechte

Berliner Taxis sind bei der zuständigen Behörde LaGeSo

gerade einmal 3 (drei!) Anträge für fünf Fahrzeuge auf Förderung

eingegangen.

Klar, es ist ein neues Geschäftsfeld, und wie die meisten Neuerungen

birgt dies erst einmal viele Ungewissheiten. Wie viele

Aufträge sind zu erwarten? Gibt’s die wirklich nur als Diesel, und

wer garantiert, dass die dann nicht plötzlich mit Fahrverboten

belegt werden? Wie kann ich mich selbst und meine Fahrer motivieren,

von einer Limousine in ein Großraumtaxi umzusteigen?

Sind meine angestellten Fahrer dazu bereit, Rollstuhlfahrer in

das Taxi einzuschieben und dort zu sichern? Wird dieser Mehraufwand

im Tarif berücksichtigt?

Berechtigte Fragen. Und doch ist die wichtigste aller Fragen:

Kann es sich das Taxigewerbe leisten, so lange abzuwarten, bis

alles zufriedenstellend geklärt ist? Es wäre verheerend, wenn

zum Ende des Förderzeitraums nur eine Handvoll Inklusionstaxis

in Berlin unterwegs wären. Dann würde das Land Berlin

Schwierigkeiten bekommen, denn mit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

aus dem Jahr 2013 wurde die Barrierefreiheit

im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis zum Jahr

2022 festgesetzt. Dies betrifft die liniengebundenen Verkehre.

Der öffentliche Taxiverkehr ist dort nur einbezogen, wenn er diese

Linien ergänzt, ersetzt oder verdichtet.

Soll heißen: Wenn wir jetzt nicht beginnen, sind wir für das

Land Berlin kein verlässlicher Partner! Dann stellt eben Uber

solche Fahrzeuge bereit, oder Fahrzeughersteller gemeinsam mit

der BVG oder Moia oder irgendein anderes Start-Up. Dann haben

wir aber auch keine Argumente mehr, dass Uber und Berlkönig

in Berlin nichts verloren haben.

Die Politik vertraut auf uns, das zeigen die zahlreichen politischen

Gespräche, über deren Ergebnisse wir in dieser Ausgabe

berichten. Wir brauchen die Politik im Kampf gegen illegale und

ökologisch sinnlose Wettbewerber. Die Politik braucht uns aber

auch, um ihrerseits gesellschafts- und umweltpolitische Ziele mit

Unterstützung der Taxiunternehmer zu erfüllen. Die Inklusionstaxi-Förderung

ist deshalb weit mehr als nur eine Entscheidung

für oder gegen die Anschaffung eines Rollitaxis. Es ist ein Gradmesser

für gegenseitiges Vertrauen.

– die Redaktion –

INHALT

4 News

INKLUSION

5 Berlin zahlt – und wartet

BEHÖRDEN

8 Die ungleiche Behandlung

9 Skandal bei der IHK Nürnberg

WETTBEWERB

10 25 Euro Umsatz pro Stunde werden

kaum noch erreicht

12 Taxinotstand in Potsdam?

14 SPD verspricht mehr LABO-Personal

ZENTRALEN UND VERBÄNDE

15 Taxi Berlin: In Berlin ist das Taxi

die bessere Wahl (als Uber)

18 „Innung“: Neujahrsempfang

bei der SPD

19 Taxi Deutschland: Wir sind sehr viele!

20 TVB: Irgend etwas ist anders

RECHT

21 Rechtskolumne: Ausgeblitzt

MOBILITÄT

22 Berliner Expertengespräche

GASTKOMMENTARE

24 Es geht um Markt und Macht

26 Ein guter Tag für die Taxibranche

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TAXI JANUAR/FEBRUAR 2019

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