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Industrielle Automation 5/2019

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19239<br />

5<br />

www.industrielle-automation.net<br />

September <strong>2019</strong><br />

Sicherheit mit System: für jede<br />

10Applikation die optimale Lösung<br />

Interview mit Perspektive:<br />

Intelligente Sensoren liefern<br />

40heute die Daten für morgen<br />

MOTEK <strong>2019</strong>:<br />

Neue Lösungsansätze für<br />

52die <strong>Automation</strong> 4.0<br />

IndustrialVISION:<br />

Kameras, Sensoren, Objektive<br />

57und was die Branche bewegt


30. Internationale Fachmesse<br />

der industriellen <strong>Automation</strong><br />

Nürnberg, 26. – 28.11.<strong>2019</strong><br />

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EDITORIAL<br />

Safety first<br />

Da sich unsere Welt inmitten des digitalen Wandels<br />

befindet, sind Worte wie Vernetzung, Industrie 4.0 oder<br />

Internet of Things (IoT) schon fast alltäglich geworden.<br />

Nach wie vor sind viele Industrieunternehmen auf dem<br />

Weg zur Smart Factory; automatisieren sukzessive ihre<br />

Maschinen und Anlagen. Doch dabei spielt der<br />

Sicherheitsaspekt eine ganz entscheidende Rolle: So<br />

sind Radarsysteme, optische Sensoren oder<br />

Laserscanner in Produktionsprozessen nicht mehr<br />

wegzudenken. Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende<br />

Zusammenarbeit von Mensch und Maschine: Um<br />

Kollisionen zu vermeiden ist beispielsweise der Einsatz<br />

entsprechender Sensoren, die das gesamte Umfeld<br />

erfassen, zwingend erforderlich. Denn eine Verletzung<br />

des Menschen muss in jedem Fall ausgeschlossen<br />

werden können.<br />

Dieses Thema ist nicht nur einer der Schwerpunkte in<br />

dieser Ausgabe – auch branchenspezifische Fachveranstaltungen<br />

bieten dahingehend immer öfter eine<br />

Plattform: Dort erhalten Interessierte zum Beispiel<br />

Antworten auf Fragen wie „Wie arbeiten wir künftig in<br />

einer sicheren Arbeitsumgebung mit Robotern?“ oder<br />

„Wie können wir den Themen Safety & Security in der<br />

Praxis begegnen?“ Jetzt aber wünsche ich Ihnen viel<br />

Spaß beim Lesen unserer aktuellen Ausgabe.<br />

Ihre Marie Krueger<br />

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EDITORIAL<br />

03 Safety first<br />

SZENE<br />

05 News, Aktuelles und Termine<br />

Digitale Geschäftsmodelle:<br />

Erfassung, Analyse und<br />

18Visualisierung von Messdaten<br />

SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

08 Inline-Farbmesssystem identifiziert Farben hochgenau<br />

10 TITEL Interview: Sicherheit mit System<br />

14 Magnetische Winkelsensoren in der digitalen Welt<br />

16 Thermodynamische Strömungssensoren spielen in vielen Anwendungen ihre<br />

Stärken aus<br />

18 Warum die zuverlässige Erfassung und Analyse von Messdaten unabdingbar für<br />

die erfolgreiche Umsetzung neuer digitaler Geschäftsmodelle ist<br />

20 Mobile Kalibriergeräte punkten durch hohe Messgenauigkeit<br />

STEUERN UND ANTREIBEN<br />

26 Sensorlose Elektromotoren punkten in der Automatisierung<br />

28 Digitalisierung: Live erleben, was wirklich wichtig ist<br />

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

30 Panel-PCs bringen exakte und komfortable Bedienbarkeit in den<br />

Wäge-/Verpackungsprozess<br />

32 Thin Clients: Zugriff auf virtualisierte Anwendungen in der<br />

Automatisierungstechnik<br />

34 Monitoring-Software als Schlüssel zu einer ressourcenschonenden Industrie 4.0<br />

Thin Clients: leistungsstarke<br />

Computertechnologie im<br />

32Zeitalter von Industrie 4.0<br />

KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

38 AS-Interface: intuitive Software erlaubt komfortable Konfiguration und<br />

Inbetriebnahme<br />

40 Ein Interview mit Richard Habering, Leiter Geschäftsbereich Smart Plastics bei Igus<br />

42 Atex-konforme Gehäuse sorgen für sichere Anwendungen in der MSR-Technik<br />

44 Wie Sie mit Predictive Analytics frühzeitig Maschinenausfälle vermeiden<br />

46 Intelligente Box zur elektronischen Lastüberwachung für Roboterapplikationen<br />

MESSE MOTEK <strong>2019</strong><br />

52 Fachmesse Motek steht in den Startlöchern<br />

Vision-Sensoren ebnen<br />

den Weg zu einer exakten<br />

62Bildauswertung<br />

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Pilz GmbH<br />

& Co. KG,<br />

Ostfildern<br />

SONDERTEIL: INDUSTRIAL VISION<br />

57 Aktuelles rund um die industrielle Bildverarbeitung<br />

62 Sensoren ermöglichen präzise Bildauswertung dank Bildentzerrung in Echtzeit<br />

64 Wie eine Vision-Lösung einen mehrstufigen Montageprozess bei einem<br />

Automobilzulieferer bestens im Blick behält<br />

66 Hyperspektrale Bildverarbeitung ermöglicht Erkennung von<br />

Lebensmittelverunreinigungen<br />

68 3D-Robot-Vision-Lösung bringt Dynamik und Wirtschaftlichkeit in die Robotik<br />

70 Wärmebildkameras generieren präzise Ergebnisse mithilfe thermischer Auflösung<br />

72 Industriekameras optimieren Greifprozesse von Montagerobotern in der Industrie<br />

74 3D-Kamera im Schokoladenherstellungsprozess<br />

76 Hochauflösende Objektive sorgen für eine präzise Produktüberwachung<br />

RUBRIKEN<br />

56 Impressum<br />

83 Heftvorschau 6/<strong>2019</strong>


Sensor+Test: Besucher auf Rekordniveau<br />

– Neuerungen in 2020<br />

Die Sensor+Test <strong>2019</strong> verzeichnete mit 538 Ausstellern (im<br />

Vorjahr: 591) turnusgemäß einen leichten Rückgang. Der<br />

Anteil internationaler Unternehmen lag mit ca. 40 % jedoch<br />

weiterhin auf einem<br />

hohen Niveau. Aus internationaler<br />

Sicht war<br />

die Veranstaltung mit<br />

ihren mehr als 34 % internationaler<br />

Besucher<br />

ein Erfolg. Im kommenden<br />

Jahr wird die internationale<br />

Fachkonferenz<br />

SMSI 2020 – Sensor and Measurement Science International<br />

– zum ersten Mal parallel zur Messe stattfinden (22.–<br />

25. Juni 2020) und soll eine Plattform für den Austausch der<br />

neuesten Forschungsergebnisse bieten. Darüber hinaus<br />

wird die Sensor+Test mit dem Sonderthema „Sensorik und<br />

Messtechnik für die Zustandsüberwachung“ die Bedeutung<br />

der vorausschauenden Zustandsüberwachung und Sensorik<br />

und Messtechnik als entscheidende Schlüsseltechnologie<br />

für die Digitalisierung technischer Prozesse in vielfältigen<br />

Branchen und Bereichen unterstreichen. Die nächste<br />

Sensor+Test findet vom 23. bis 25. Juni 2020 wieder im<br />

Messezentrum Nürnberg statt, dann in den Hallen 1, 2 und 3C.<br />

www.sensor-test.com<br />

Passgenaue E-Procurement-Services<br />

bei Conrad<br />

Conrad Electronic erweitert<br />

den E-Procurement-Service<br />

und<br />

stellt seinen B2B-<br />

Kunden ab sofort das<br />

gesamte Katalogprogramm<br />

sowie individualisierte<br />

Sortimentsangebote<br />

in digitaler<br />

Form zur Verfügung.<br />

Diese sind über unterschiedliche Klassifizierungs- und Exportformate<br />

abrufbar. Das neue Serviceangebot ergänzt<br />

den OCI-Webshop (Open Catalog Interface) sowie Conrad<br />

Smart Procure (CSP). „Geschäftskunden, die ihre Bestellungen<br />

und ihr Einkaufsverhalten auf einen Blick erfassbar abbilden<br />

und dadurch Einkaufsprozesse optimieren möchten,<br />

sind bei der Nutzung unserer elektronischen Beschaffungslösung<br />

Conrad Smart Procure genau richtig“, so Sven Wachtel,<br />

Senior Director B2B Sales & eBusiness. Smart Procure<br />

ermöglicht den Zugriff auf das rund 800 000 Business-Produkte<br />

umfassende Conrad-Sortiment inkl. Verfügbarkeitsstatus<br />

und eignet sich für kleine und mittlere Unternehmen.<br />

OCI- oder eCatalog-Lösungen hingegen sind für Großbetriebe<br />

mit eigenem E-Procurement-System gedacht.<br />

Bild: Fotolia<br />

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SZENE<br />

Mit Innovationsarbeit weiter<br />

auf Erfolgskurs<br />

Endress+Hauser ist 2018 über alle Branchen hinweg gewachsen<br />

und meldet einen Jahresumsatz von nahezu 2,5 Mrd. EUR.<br />

Für frischen Wind sorgte auch die fortschreitende Digitalisierung<br />

in der Industrie. „Es ist 2018 praktisch weltweit gut für<br />

Endress+Hauser gelaufen“, sagte CEO Matthias Altendorf auf<br />

der Bilanzmedienkonferenz in Basel. Demnach steigerte die<br />

Firmengruppe den Nettoumsatz um 9,5 % auf 2,455 Mrd. EUR.<br />

Angekurbelt wurde das Geschäft von einer starken Konjunktur<br />

in der Prozessautomatisierung. Als weiterer Wachstumstreiber<br />

erwiesen sich optische Analyseverfahren. Mit zweistelligen<br />

Zuwachsraten haben die USA und China Deutschland<br />

als größten Absatzmarkt abgelöst. Insgesamt 54 neue Produkte<br />

brachte das Unternehmen im vergangenen Jahr auf den<br />

Markt. Parallel wurden 287 Entwicklungen zum Patent angemeldet,<br />

von denen etwa ein Drittel aus den Bereichen Industrie<br />

4.0, digitale Kommunikation, Diagnose und Elektronik<br />

stammt. Die Mitarbeiterzahl stieg um 629 auf 13 928.<br />

www.endress.com<br />

Nachrüsten für die maximale Wind-Ernte<br />

Weidmüller und der Bürgerenergie-<br />

Planer WEB Andresen kooperieren<br />

bei der Nachrüstung von Rotorblatt-<br />

Überwachungs-Systemen an Windenergieanlagen.<br />

Weidmüller liefert<br />

dafür das zertifizierte Bladecontrol-<br />

System. WEB Andresen stellt währenddessen<br />

die netztechnische Anbindung<br />

und Signalübergabe zwischen<br />

dem Anlagen-Datenstrom und dem<br />

System sicher. Die herstellerunabhängige<br />

Lösung Bladecontrol erfasst<br />

jederzeit den Zustand der einzelnen<br />

Rotorblätter und nimmt kleinste Veränderungen wahr. Die gesteigerte<br />

Informationsdichte vermeidet ungeplante Stillstandszeiten.<br />

Mit dem Bladecontrol verzeichnen Anlagenbetreiber<br />

mehr Volllaststunden, eine verlängerte Lebensdauer der Rotor -<br />

blätter und einen Mehrertrag. Die Installation erfolgt in einem<br />

eigenen Web-Netzwerk und kann in sämtlichen Anlagentypen<br />

zum Einsatz kommen. WEB Andresen hat bereits einige der<br />

Weidmüller-Systeme in Windparks getestet und unterstützt<br />

nun bei der Nachrüstung ihrer Windenergieanlagen.<br />

Bild: Fotolia<br />

www.weidmueller.com<br />

MSR-Spezialmesse Südost am 23.10.<strong>2019</strong><br />

Hannover Messe 2020:<br />

Vernetzung und Klimaschutz<br />

Die Hannover Messe 2020<br />

(20. bis 24. April) steht<br />

unter dem Leitthema „Industrial<br />

Transformation“.<br />

Sie soll die Chancen zeigen,<br />

die sich aus neuen<br />

Technologien und einem<br />

steigenden Klimaschutz-<br />

Bewusstsein ergeben. Forschung, Entwicklung, Produktion,<br />

Logistik und Energieversorgung müssen sich an das neue<br />

Nachfrageverhalten anpassen. Dabei stehen Industrie 4.0,<br />

Logistik 4.0, Künstliche Intelligenz, 5G und CO 2<br />

-neutrale Produktion<br />

ebenso auf der Agenda wie Leichtbau-Lösungen oder<br />

die Weiterentwicklung elektrischer Antriebe. Mit diesen Themen<br />

und der Fokussierung auf Industrial Transformation orientiert<br />

sich die Messe an den Bedürfnissen und Geschäftsfeldern<br />

der Aussteller aus dem Maschinenbau. Sie zeigen sich als Lösungsanbieter<br />

in einer vernetzten Produktionswelt, von der<br />

Materialbeschaffung über die Produktion und Logistik bis hin zur<br />

Energieversorgung oder neuen Absatzwegen auf Plattformen. Es<br />

werden rund 6 000 Unternehmen auf der Messe ausstellen.<br />

www.messe.de<br />

Sie möchten interessante Gespräche zu den Themen Mess-,<br />

Steuerungs- und Regeltechnik führen? Sich austauschen zu<br />

den neuesten Trends im Bereich der Prozessleitsysteme und<br />

der Automatisierungstechnik? Dann kommen Sie am 23. Oktober<br />

nach Landshut! In der Sparkassen-Arena findet die<br />

„MSR-Spezialmesse Südost“ statt – die Regionalmesse bietet<br />

Fachbesuchern und Entscheidungsträgern eine Plattform des<br />

regen Austauschs und der Möglichkeit neue Kontakte zu<br />

knüpfen. 160 Fachfirmen, darunter die Marktführer der Branche,<br />

zeigen von 8 bis 16 Uhr Geräte und Systeme, Engineering-<br />

und Serviceleistungen sowie neue Trends im Bereich<br />

der Automatisierung. 36 begleitende Fachvorträge informieren<br />

den Besucher umfassend. Die Messe wendet sich an Fachleute<br />

und Entscheidungsträger, die in ihren Unternehmen für<br />

die Optimierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich<br />

sind. Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen<br />

sind für die Besucher kostenlos und sollen ihnen<br />

Informationen und interessante Gespräche ohne Hektik oder<br />

Zeitdruck ermöglichen. Für das leibliche Wohlergehen der<br />

Besucher sorgen kleine Snacks und Erfrischungsgetränke, die<br />

selbstverständlich ebenfalls gratis bereitgehalten werden.<br />

www.meorga.de<br />

6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


SZENE<br />

Science Awards in Shanghai verliehen<br />

Der Maschinenbauer ZwickRoell hat im Juni seine Science Awards 2018 verliehen.<br />

Den ersten Preis erhielt Daniel Barba von der Universität Oxford. Die Auszeichnungen<br />

wurden in diesem Jahr in Shanghai verliehen. Bei den Feierlichkeiten<br />

an der Tongji-Universität<br />

wurde Barba für<br />

seine Arbeit zur ultraschnellen<br />

Bewertung<br />

der Hochtemperatur-Kriecheigenschaften<br />

von miniaturisierten<br />

Metallenproben<br />

geehrt. Platz<br />

zwei belegte Simon<br />

Vitzthum von der TU<br />

München für seinen<br />

Beitrag über die temperaturbasierte<br />

Bestimmung<br />

der Elastizitätsgrenze<br />

mit einem<br />

neuen Ansetzaufnehmer<br />

für Zugversuche. Der dritte Platz wurde an zwei Teilnehmer<br />

vergeben: an Y.J. Zhao von der Zhejiang Universität für ihre Methode zur In-situ-<br />

Spannungsimpedanzüberwachung in Magnetfeldern und an Tom Petit von der<br />

französischen Kommission für alternative Energien und Atomenergie (CEA) für<br />

seinen Beitrag über den Einfluss der Maschinensteifigkeit auf den instabilen<br />

„pop-in“ Effekt beim Risswachstum.<br />

www.zwickroell.com<br />

Rekordumsatz dank<br />

Digitalisierungs-Plattform<br />

Aucotec hat im Geschäftsjahr 2018/<strong>2019</strong><br />

einen Umsatz von 21,8 Mio. EUR erwirtschaftet.<br />

Das waren 13 % mehr als im Vorjahr und<br />

das bisher beste Ergebnis des Engineering-<br />

Software-Entwicklers. Der entscheidende<br />

Grund dafür sei die kooperative Plattform Engineering<br />

Base Plant, erklärte Vorstand Uwe<br />

Vogt. Ihre Vorstellung im vergangenen Jahr<br />

habe ein großes Interesse im Markt geweckt.<br />

Die Plattform trägt zur Beschleunigung hochkomplexer<br />

Prozesse bei, vor allem für die Öl-,<br />

Gas-, Chemie- und Pharma-Industrie.<br />

www.aucotec.com


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Präziser als das<br />

menschliche Auge<br />

Inline-Farbmesssystem identifiziert<br />

Farben hochgenau<br />

Das Bestimmen, Messen oder<br />

Erkennen von Farben in industriellen<br />

Anwendungen ist eine komplexe<br />

Aufgabe. Doch moderne<br />

Technologien sind zunehmend<br />

auf dem Vormarsch: Zum Beispiel<br />

können Inline-Farbmesssysteme<br />

jetzt im Unterschied zu<br />

konventionellen Technologien<br />

Farben haargenau über das<br />

Reflexionsspektrum identifizieren –<br />

und nicht über den Vergleich zum<br />

Referenzwert. Lesen Sie mehr.<br />

Dipl.-Ing. (FH) Joachim Hueber, Produktmanager<br />

Farbsensoren, Micro-Epsilon<br />

Eltrotec GmbH, Uhingen<br />

Um Farbe in industriellen Anwendungen<br />

zu kontrollieren, sind entsprechende<br />

Sensoren notwendig. Diese müssen so funktionieren,<br />

dass sie der Farbwahrnehmung<br />

des menschlichen Auges entsprechen. Diese<br />

wird durch Licht im Wellenlängenbereich<br />

von 380 nm bis 780 nm hervorgerufen. Das<br />

menschliche Auge hat unterschiedliche<br />

Sinneszellen: 120 Mio. Stäbchen, die für das<br />

Hell-Dunkel-Sehen zuständig sind, und<br />

6 Mio. Zapfen, die für die Farbwahrnehmung<br />

sorgen. Die Zapfen gibt es in drei verschiedenen<br />

Arten, die in unterschiedlichen<br />

Wellenlängenbereichen des sichtbaren<br />

Spektrums empfindlich sind. Die Stäbchen<br />

habe eine höhere Empfindlichkeit als die<br />

Zapfen – der Grund, warum das Farbsehen<br />

von der Beleuchtung abhängig ist.<br />

Viele Farbtöne aus nur drei<br />

Grundfarben<br />

Auf Basis der menschlichen Farbempfindungen<br />

lassen sich Farben unterschiedlich<br />

beschreiben. Da es drei unterschiedliche<br />

Zapfenarten gibt, ist der Farbraum dreidimensional.<br />

Seit 1931 sorgt der von einer<br />

internationalen Kommission festgelegte<br />

Normfarbraum CIE 1931 für Vergleichbarkeit<br />

bei der Beschreibung von Farben. Dieser<br />

Farbraum beruht auf einer Studie, bei<br />

der das Farbempfinden von Probanden untersucht<br />

wurde. Gleichzeitig wurden Parameter,<br />

wie Beobachtungsbedingungen und<br />

Beleuchtung, festgelegt, sodass eine Vergleichbarkeit<br />

bei Farbmessungen gegeben<br />

ist. In technischen Anwendungen ist eher<br />

der CIELAB-Farbraum gebräuchlich, der<br />

sich aus dem Normfarbraum durch Transformation<br />

erzeugen lässt. Die Koordinaten<br />

dieses Farbraums sind L als Maß für die<br />

Helligkeit, a (Grün-/Rot-Buntheit) und b<br />

(Blau-/Gelb-Buntheit). Der Vorteil dieses<br />

Farbraums liegt darin, dass jeder Bunt-Ton,<br />

der vom menschlichen Auge als separate<br />

Farbe wahrgenommen wird, ein gleiches<br />

Volumen einnimmt. Weniger gebräuchlich<br />

ist der HSV/HSI-Farbraum. Die bei Bildschirmen<br />

und in der Drucktechnik verwendeten<br />

Farbräume RGB und CMYK sind<br />

deutlich kleiner als der CIE-Normfarbraum<br />

– sie können also nicht alle Farben<br />

abbilden, die das menschliche Auge erkennen<br />

kann, und sind somit für eine präzise<br />

industrielle Farbmessung ungeeignet.<br />

Farbsensor mit hoher<br />

Farbgenauigkeit<br />

Wenn die Beobachtungsgeometrie feststeht,<br />

ist die Farbe physikalisch gesehen ein reflektiertes<br />

Intensitätsspektrum im sichtbaren<br />

Wellenlängenbereich. Dieses Reflexionsspektrum<br />

ist natürlich neben der Farbe des<br />

Objekts abhängig von der Beleuchtung. Für<br />

die Beleuchtung sind verschiedene Lichtquellen<br />

definiert, z. B. eine Glühlampe,<br />

Tages licht, Leuchtstofflampen oder kaltweiße<br />

LED. Ein Farbsensor muss in der Lage sein,<br />

das reflektierte Spektrum zu detektieren<br />

und sollte dabei die Funktionsweise des<br />

menschlichen Auges imitieren. Für die Messung<br />

wird das reflektierte Licht in spektrale<br />

Anteile zerlegt. Die einfachste Methode hierzu<br />

sind Filter, die jeweils nur für einen Teil<br />

des Spektrums durchlässig sind. Auf dieser<br />

Methode basieren auch die meisten herkömmlichen<br />

CCD-Kameras, deren Sensor in<br />

grüne, rote und blaue Pixel unterteilt ist.<br />

Mit einem genaueren Prinzip arbeiten<br />

Farbsensoren für industrielle Anwendungen,<br />

wie die neue Colorsensor-CFO-Serie<br />

von Micro-Epsilon Eltrotec. Die Probe wird<br />

mit einer Lichtquelle beleuchtet – i. d. R.<br />

8 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

02<br />

sind dies heute Weißlicht-LED-Beleuchtungen.<br />

Das von der Probe reflektierte Licht<br />

trifft dann auf den Sensor, wo das Licht<br />

durch drei verschiedene Filter auf lichtempfindliche<br />

Sensorelemente trifft. Die Absorptionsspektren<br />

der verwendeten Filter<br />

sollten so gewählt sein, dass sich die Bereiche<br />

überlappen. Die Filter teilen das Licht<br />

auf in langwellige (X), mittelwellige (Y) und<br />

kurzwellige (Z) Anteile. Die einzelnen<br />

Signale werden dann in L*a*b*-Farbwerte<br />

transformiert. Auf diese Weise erhält man<br />

Messwerte, die eine Einordnung der Farbe<br />

entsprechend der Farbwahrnehmung des<br />

menschlichen Auges ermöglichen. Man<br />

spricht daher auch von perzeptiven Farbsensoren<br />

oder True-Color-Sensoren. Diese<br />

Sensoren eignen sich ideal um Farbabweichungen<br />

zu erkennen. Über eine Teachin-Funktion<br />

kann der Anwender die gewünschte<br />

Farbe einlernen und zusätzlich<br />

eine maximal erlaubte Farbabweichung<br />

angeben. Der Sensor vergleicht dann im<br />

Betrieb die Farbe der Produkte und kann<br />

z. B. über einen digitalen Ausgang signalisieren,<br />

ob die Farbe der Probe innerhalb<br />

des Toleranzbereiches liegt.<br />

Für Inline-Messungen mit hoher<br />

Geschwindigkeit<br />

Mit einem anderen Funktionsprinzip arbeiten<br />

Farbmesssysteme wie das Colorcontrol<br />

vom Typ ACS7000 von Micro-Epsilon Eltrotec.<br />

Dieses zerlegt das Spektrum des einfallenden<br />

Lichts über Brechung an einem Gitter<br />

in 256 Anteile, die hinter dem Gitter auf<br />

01<br />

eine CCD-Sensorzeile abgebildet werden.<br />

Damit kann das komplette sichtbare Spektrum<br />

genau mit einer spektralen Auflösung<br />

von 5 nm vermessen werden. Das Farbmesssystem<br />

liefert im Gegensatz zum Farbsensor<br />

nicht nur einen Vergleich zu Referenzfarben,<br />

sondern kann einzelne Farben<br />

eindeutig identifizieren und als Koordinaten<br />

im Farbraum ausgeben. Sowohl Sensorsystem<br />

als auch Weißlicht-LED sind im<br />

Gehäuse des Systems untergebracht, an das<br />

verschiedene Messköpfe über Lichtwellenleiter<br />

angeschlossen werden können.<br />

Im Winkelmesskopf ACS1 für gängige<br />

Messaufgaben sind die Beleuchtung und<br />

Empfänger entweder im Winkel von<br />

30°×:0° oder 45°×:0° angeordnet. Damit<br />

ergeben sich Beobachtungsabstände von<br />

50 oder 38 mm. Für komplexere Messaufgaben,<br />

wenn etwa an strukturierten, hochreflektierenden<br />

sowie metallisch-glänzenden<br />

Oberflächen gemessen werden muss,<br />

steht der Ringmesskopf ACS2 zur Verfügung,<br />

bei dem 24 Beleuchtungsoptiken<br />

ringförmig unter einem Messwinkel von<br />

45°c:0° angeordnet sind. Diese Anordnung<br />

sorgt für eine konstante und homogene<br />

Ausleuchtung, wodurch die Messung zudem<br />

unabhängig von der Drehlage des Objekts<br />

ist. Auch an kleineren Messobjekten<br />

oder an gekrümmten Oberflächen lassen<br />

sich damit zuverlässige Farbmessungen<br />

01 Der L*a*b*-Farbraum, der sich zur<br />

Farbprüfung in der Industrie etabliert hat,<br />

umfasst alle für das menschliche Auge<br />

erkennbare Farben<br />

02 Der Farbsensor zeichnet sich durch hohe<br />

Farbgenauigkeit, moderne Schnittstellen und<br />

eine intuitive Bedienung aus<br />

durchführen. Für Farbmessung an transparenten<br />

Objekten wie Folien oder Glas<br />

wird der Transmissionssensor ACS3 benötigt,<br />

bei dem Beleuchtung und Empfänger<br />

gegenüber 180°:0° angeordnet sind. Mit<br />

diesem Empfangssensor können auch die<br />

Farben von Selbstleuchtern vermessen<br />

werden – die Beleuchtungseinheit ist dabei<br />

nicht notwendig.<br />

Konfiguration per Webinterface<br />

Trotz der eher komplexen Materie „Farbmessung“<br />

sind die Farbsensoren und Farbmesssysteme<br />

von Micro-Epsilon Eltrotec<br />

einfach zu bedienen. Zum Einlernen von<br />

Farben sind Teach-in-Tasten vorhanden,<br />

LED am Farbsensor bzw. am Messsystem<br />

signalisieren die Betriebszustände. In den<br />

meisten Fällen geschieht die Konfiguration<br />

aber über das integrierte Webinterface. Hier<br />

lassen sich einfach alle Einstellungen für<br />

eine perfekte Farberkennung oder Farbmessung<br />

vornehmen.<br />

Bilder: Aufmacher Fotolia, sonstige Micro-Epsilon<br />

www.micro-epsilon.de<br />

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SENSORIK UND MESSTECHNIK I TITEL<br />

Nicole Steinicke im Gespräch mit<br />

Sezgin Yumuk (links) und Stephan Hoffmann<br />

Sicherheit<br />

mit System<br />

Das Interview führte Dipl.-Ing. (FH)<br />

Nicole Steinicke, Chefredakteurin,<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

Um für die smarte Fabrik von morgen gerüstet zu sein,<br />

spielen nicht nur reibungslose Prozesse eine Rolle, sondern<br />

auch die Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt.<br />

Für Entwickler und Betreiber von Maschinen und Anlagen<br />

ist es daher unabdingbar, effiziente und zuverlässige<br />

Sicherheitssysteme zu integrieren. Ein Unternehmen,<br />

das in diesem Bereich konsequent auf durchdachte<br />

Systemlösungen setzt, ist Pilz. Warum es sich lohnt,<br />

in puncto Sicherheit einem hohen Anspruch gerecht zu<br />

werden und gleichzeitig auf flexible und anpassungsfähige<br />

Lösungen zu setzen, darüber sprach Chefredakteurin Nicole<br />

Steinicke mit Sezgin Yumuk und Stephan Hoffmann, beide<br />

Produktmanager für den Bereich Sensorik bei Pilz.<br />

01 Wenn in Produktionsprozesse eingegriffen werden muss, sichern<br />

Lichtgitter Maschinen und Anlagen optimal ab: Die PSENopt-Familie erfüllt<br />

je nach Anforderung Finger-, Hand- und Körperschutz<br />

10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


TITEL I SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Sezgin Yumuk: „Wenn aktiv in den Produktionsprozess eingegriffen werden muss,<br />

sind Lichtgitter der geeignete Schutz!“<br />

Herr Yumuk, Pilz sieht sich als Botschafter<br />

der Sicherheit. Wo genau liegt der Fokus<br />

und für welchen Bereich im Unternehmen<br />

sind Sie verantwortlich?<br />

Pilz macht Maschinen und Anlagen<br />

sicherer und zuverlässiger. Unser Fokus<br />

liegt daher auf der Entwicklung von<br />

Produkten und Systemen rund um die<br />

sichere <strong>Automation</strong>. Dazu zählen<br />

Steuerungstechnik, Lösungen für den<br />

Bereich Antriebstechnik und Sensorik.<br />

Zu letzterem gehören unter anderem auch<br />

optoelektronische Sicherheitssensoren,<br />

zum Beispiel unsere Lichtgitter und<br />

Scanner. Ich bin im Produktmanagement<br />

zuständig für die optoelektronischen<br />

Sensoren im Bereich Sicherheitslichtgitter<br />

PSEN. PSEN steht für PilzSENsoren.<br />

rung integriert werden kann. Darüber<br />

hinaus bieten wir auch dezentrale<br />

Peripherie systeme wie das PDP67 an. Das<br />

Sicherheitslichtgitter kann dadurch direkt<br />

im Feld über das PDP67 verbunden und<br />

über PNOZmulti 2 ausgewertet werden.<br />

Bereich bleiben. Darüber hinaus zählen<br />

auch Sicherheits-Lichtgitter zu unserem<br />

Portfolio, die eine besonders hohe Robustheit<br />

von 50 Gramm auszeichnet. Auch<br />

bieten wir im Moment die schnellsten<br />

Sicherheits-Lichtgitter in Bezug auf die<br />

Barrierefreie Sicherheitssensoren<br />

erlauben einen sehr weiten Einsatzbereich,<br />

der von Roboter-Applikationen<br />

bis hin zur Fördertechnik reicht<br />

Sezgin Yumuk,<br />

Product Management Lichtgitter PSENopt<br />

Welche Funktion übernehmen Lichtgitter<br />

und in welchen Anwendungen sind sie<br />

sinnvoll?<br />

Lichtgitter kommen zum Einsatz, wenn<br />

barrierefreie Sicherheitslösungen beispielsweise<br />

ohne Schutzzaun oder Abdeckung<br />

gefragt sind. Wir verfolgen dabei stets das<br />

Ziel, Sicherheit, Produktivität und<br />

Anwenderfreundlichkeit miteinander in<br />

Einklang zu bringen. Unter Sicherheit<br />

verstehen wir die Zuverlässigkeit des<br />

Systems durch kurze Reaktionszeiten in<br />

Gefahrensituationen. Gleichzeitig sollen<br />

Anwender in der Lage sein, einen Fehler<br />

bequem über eine Diagnoseschnittstelle<br />

beheben zu können. Hinzu kommt der<br />

Aspekt der Produktivität, deshalb stehen bei<br />

uns insbesondere robuste und mechanische<br />

Produkteigenschaften stets im Vordergrund.<br />

In Summe stellen all diese Faktoren und das<br />

breite Portfolio an Sicherheitssensoren<br />

sicher, dass Mensch und Maschine in<br />

gleichem Maße geschützt sind und eine<br />

Anlage verfügbar ist.<br />

Lassen sich Lichtgitter auch in Steuerungstechnik<br />

integrieren bzw. mit ihr<br />

kombinieren?<br />

Ja, unsere konfigurierbare Kleinsteuerung<br />

PNOZmulti 2 ist mit den Sicherheits-<br />

Lichtgittern PSENopt II direkt kompatibel.<br />

Funktions-Bausteine erlauben eine individuelle<br />

Anpassung an die gewünschten<br />

Funktionen. Dazu gehört beispielsweise<br />

der Mutingbaustein, der in die Kleinsteue-<br />

Der Vorteil hierbei ist der minimale<br />

Verdrahtungsaufwand durch eine<br />

Einkabel-Lösung im Feld.<br />

Pilz soll der einzige Hersteller von<br />

Sicherheits-Lichtgittern der Typklasse 3<br />

sein. Was hat es damit auf sich?<br />

Im Jahr 2015 stellte die Norm IEC/EN 61496<br />

erstmals eine Verbindung zwischen den<br />

Typenklassen der berührungslos wirkenden<br />

Schutzeinrichtungen (BWS), der Sicherheitsanforderungsstufe<br />

(Safety Integrity<br />

Level SIL – nach IEC 62061) und dem Grad<br />

an Zuverlässigkeit her, mit dem eine<br />

Steuerung eine Sicherheitsfunktion erfüllen<br />

muss. Dies führte dazu, dass Lichtgitter<br />

vom Typ 2 seit Mai 2015 nur noch in<br />

Applikationen bis Performance Level PL c<br />

beziehungsweise SIL 1 und SIL CL 1 eingesetzt<br />

werden dürfen. Lichtschranken der<br />

Typklasse 3 gab es am Markt bis dahin nicht.<br />

Anwender haben daher für Applikationen<br />

PL d Sicherheits-Lichtgitter eingesetzt, die<br />

entweder überdimensioniert waren, also<br />

Typ 4, oder unterdimensioniert, Typ 2. Pilz<br />

hat das Problem erkannt und diese Lücke<br />

mit einem exakt darauf abgestimmten Typ 3<br />

Sicherheits-Lichtgitter geschlossen.<br />

Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal?<br />

Was zeichnet Ihre Lichtgitter aus?<br />

Wie gesagt, sind wir heute die Einzigen im<br />

Markt, die Typ 3 Lichtgitter anbieten und<br />

werden auch die First Mover in diesem<br />

Reaktionszeiten. Das wirkt sich konkret auf<br />

den Sicherheitsabstand aus, das heißt der<br />

Anwender kann durch schnelle Reaktionszeiten<br />

bei seiner mechanischen Konstruktion<br />

Platz sparen. Dann haben wir noch<br />

Lichtgitter mit einem hohen Sicherheitsfaktor.<br />

Mit einem 5-poligen Anschluss sind<br />

die Sicherheits-Lichtgitter sehr einfach zu<br />

verdrahten und in dezentrale Peripherien<br />

integrierbar.<br />

Nicht jedes Unternehmen weiß, welche<br />

Sicherheitslösung die passende für seine<br />

Applikation ist. Steht Pilz hier auch<br />

beratend zur Seite?<br />

Selbstverständlich. Wir sehen uns als<br />

Lösungsanbieter: von der Auswahl bis hin<br />

zur Inbetriebnahme. Ein breites Dienstleistungsportfolio<br />

schließt Beratung und<br />

technische Umsetzung im Bereich der<br />

Maschinensicherheit ein. Wir bieten<br />

Dienstleistungen entlang des Maschinenlebenszyklus.<br />

Dazu gehören beispielsweise<br />

die Systemintegration oder das Sicherheitskonzept,<br />

dazu kommt die CE-Beratung<br />

und Zertifizierung. Wir unterstützen<br />

den Kunden von der Planung, über die<br />

Inbetriebnahme, bis hin zur Fehlerdiagnose<br />

und jährlichen Inspektion. Über<br />

unseren Schulungsbereich, die Pilz-<br />

Academy, bieten wir zudem Weiterbildungsangebote<br />

sowie Seminare zum<br />

Beispiel zum Thema Maschinensicherheit<br />

und Engineering. So geben wir unser<br />

Wissen an unsere Kunden weiter. z<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 11


SENSORIK UND MESSTECHNIK I TITEL<br />

Stephan Hoffmann bringt uns die Welt der Laserscanner und Radarsensoren<br />

näher und erläutert, warum der Systemgedanke so wichtig ist<br />

Herr Hoffmann, Sie betreuen die Produktbereiche<br />

Laserscanner und Radarsensoren<br />

bei Pilz. Beginnen wir mit den Sicherheits-<br />

Laserscannern, die heute in einer modernen<br />

Produktion nicht fehlen sollten. Für<br />

welchen Zweck kommen Laserscanner<br />

sinnvollerweise zum Einsatz?<br />

Laserscanner werden in ganz unterschiedlichen<br />

Applikationen eingesetzt. Das kann<br />

eine Bereichsabsicherung mit stationärer<br />

oder dynamischer Gefahrenbereichs-<br />

Umschaltung sein. In statischen Applikationen<br />

können Laserscanner auch als<br />

Zutrittskontrolle vertikal montiert werden.<br />

Darüber hinaus haben Laserscanner eine<br />

enorme Verbreitung im Bereich der fahrerlosen<br />

Transportfahrzeuge (FTF). Sie<br />

dienen hier der Absicherung des Schutzraumes<br />

vor einem sich bewegenden<br />

Vehikel und verhindern, dass ein automatisiert<br />

fahrendes Fahrzeug einen<br />

Menschen verletzt, oder gegen ein<br />

Hindernis fährt.<br />

Eine 2-dimensionale Messung vermittelt<br />

ein sicheres Gefühl. Aber wie gestaltet<br />

sich hierbei die Konfiguration? Ist diese<br />

nicht entsprechend aufwändig?<br />

Die Frage ist berechtigt. Die Konfiguration<br />

eines Laserscanners sollte so einfach wie<br />

möglich sein. Andererseits sind komplexe<br />

Berechnungen erforderlich, betrachten<br />

wir beispielsweise die Schutzraumform<br />

und -größe. Abhängig von Reaktionszeiten<br />

können Schutzfelder variieren, die<br />

dementsprechend mit einbezogen werden<br />

müssen. Das erfordert Know-how und<br />

wird daher vom Designer der Applikation<br />

unter Berücksichtigung der Safety-<br />

Betrachtung berechnet. Die passenden<br />

Schutzfelder werden anschließend in<br />

einem Tool parametriert. Unser Tool ist<br />

hier sehr komfortabel: Per drag-and-drop<br />

lassen sich mit verschiedenen geometrischen<br />

Figuren in einem Editor Schutzräume<br />

definieren. Und das sogar für mehrere<br />

Scanner, die in Reihe geschaltet werden.<br />

Ist die Berechnung durchgeführt, erfordert<br />

die weitere Bedienung keine besonderen<br />

Fähigkeiten. Unsere Software bietet also<br />

beste Hilfestellung und ein Höchstmaß an<br />

Komfort, gewährleistet aber auch die<br />

nötige Sicherheit.<br />

Das Portfolio der Sicherheits-Laserscanner<br />

wurde in diesem Jahr erweitert. Wie sehen<br />

die wesentlichen Neuerungen aus?<br />

Nachdem wir 2018 unseren ersten<br />

Laserscanner auf den Markt gebracht<br />

haben, sind wir nun besonders stolz,<br />

schon die nächste Generation<br />

präsentieren zu können.<br />

Zu den wesentlichen<br />

Neuerungen zählen<br />

die Möglichkeit vertikale Applikationen<br />

abzusichern und einen Master/Slave-<br />

Betrieb zu ermöglichen, das heißt es<br />

können bis zu vier Scanner in Reihe<br />

angeschlossen werden. Darüber hinaus<br />

wurde die Auflösung auf 40 Millimeter<br />

optimiert. Zu einer höheren Flexibilität<br />

führt die Anzahl parametrierbarer Konfigurations-Sets.<br />

Aktuell können bis zu zehn<br />

unterschiedliche Sets definiert werden, die<br />

jeweils aus mehreren Schutz- und Warnzonen<br />

in verschiedensten Formen bestehen.<br />

Mit der neuen Generation sind wir zudem<br />

in der Lage, Messdaten ausgeben zu können –<br />

ein besonderes Feature, wenn wir an<br />

Measurement Data, also die Datenausgabe,<br />

denken, welche auch über ROS bereitgestellt<br />

werden können.<br />

Measurement Data ist ein gutes Stichwort.<br />

Wie könnten die gewonnenen Messdaten<br />

dem Anwender von Nutzen sein?<br />

Der Scanner auf einem fahrerlosen<br />

Transportsystem (FTS) erfasst Messdaten<br />

von seiner Umgebung. Mit diesen Daten<br />

können über sogenannte Slam-Algorithmen<br />

ein Abbild, eine Karte der Umgebung<br />

erstellt werden. Mit entsprechenden<br />

Abstandsinformationen ist ein FTS damit<br />

in der Lage, sich zu orientieren und „weiß“,<br />

wo es sich auf der Karte gerade befindet.<br />

Die Daten bilden also ein Koordinatensystem,<br />

das zur Navigation genutzt werden<br />

kann. Konkret geht es hierbei um eine<br />

optimierte Wegeplanung, um Flottenmanagement<br />

und um die Vermeidung<br />

von Kollisionen mit anderen Transportsystemen.<br />

Pilz bietet neu im Portfolio nun auch die<br />

Möglichkeit der Schutzraumüberwachung<br />

mit Radartechnologie an. Welche<br />

Anwendungen werden damit adressiert?<br />

Radarsensoren sind neu bei uns im<br />

Portfolio und bilden eine Ergänzung zu<br />

unseren bestehenden Sicherheits-Produkten.<br />

Sie kommen überall dort zum Einsatz,<br />

wo klassische optische Sensoren an ihre<br />

Grenzen stoßen. Das ist der Fall, wenn<br />

optische Systeme aufgrund von Umweltbedingungen<br />

wie Reflexion, Staub, Wasserdampf,<br />

Aerosole oder Schmutz Einbußen<br />

hinnehmen müssen. Hier spielen radarbasierte<br />

Systeme ihre Stärken aus, denn<br />

sie durchdringen die meisten Materialien,<br />

außer Metall und Wasser. Sie kommen<br />

unter anderem in der Holzindustrie, in<br />

Lackieranlagen, in Kühlhäusern, in<br />

12 INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2015


TITEL I SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

02<br />

02 Das Anwendungsspektrum des flexibel<br />

konfigurierbaren Sicherheits-Laserscanners<br />

PSENscan reicht von einer stationären<br />

Flächenüberwachung, über Fahrerlose<br />

Transportsysteme (FTS), bis hin zur<br />

Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK)<br />

03 Die weltweit erste sichere Radarsystem-<br />

Lösung erweitert den Bereich der sicheren<br />

Sensorik PSEN von Pilz<br />

03<br />

Gießereien oder in Schüttguthäfen zum<br />

Einsatz.<br />

Das LBK-Radarsystem ist vergleichsweise<br />

jung am Markt. Wie weit dehnen Sie<br />

sprachlich und gedanklich eine Start-up-<br />

Phase aus?<br />

Unsere Lösung besteht aus dem sicheren<br />

Radarsystem „LBK System“ von Inxpect<br />

S.p.A. und unserer konfigurierbaren<br />

Kleinsteuerung PNOZmulti 2. Aktuell<br />

haben bereits einige Applikationen<br />

unterstützt und gelöst. In den nächsten<br />

Jahren werden noch viele hinzukommen,<br />

davon bin ich überzeugt. Es ist uns aber<br />

auch bewusst, dass wir hier noch viele<br />

Erfahrungen machen werden, die dann zu<br />

den bereits geplanten nächsten Schritten<br />

in weiterführende Produktideen etc.<br />

einfließen werden.<br />

Für welche Applikationen eignen sich<br />

Scanner und Lichtgitter, wann spielt<br />

Radar seine Stärken aus?<br />

Wie bei jedem System gibt es Vor- und<br />

Nachteile. Immer dann, wenn ich mit<br />

optischen Verfahren gut arbeiten kann<br />

und eine saubere Maschinenumgebung<br />

vorfinde, sind Scanner oder Lichtgitter eine<br />

sehr gute Wahl. Sie sind präziser in der<br />

Kantenschärfe und können ein Schutzfeld<br />

präziser definieren als ein Radarsystem.<br />

Radar erreicht nicht die Auflösung, nicht<br />

die Kantenschärfe am Rand des Schutzfeldes,<br />

und hat unter Umständen auch<br />

eine längere Response-Zeit von circa 100 ms<br />

verglichen mit dem Scanner, der mit 62 ms<br />

auskommt. Diese Unterschiede liegen im<br />

Messprinzip begründet. Ein Laserscanner<br />

arbeitet mit reflektiertem Laser-Licht, ganz<br />

präzise und erkennt scharfe Kanten. Ein<br />

Radar arbeitet mit reflektierter elektromagnetischer<br />

Energie im zweistelligen<br />

Gigaherzbereich. Wir Menschen müssen<br />

bei diesem Messprinzip umdenken, denn<br />

man sieht bei Radar-Messungen im übertragenen<br />

Sinne nicht mit den Augen, son-<br />

dern mit dieser reflektierten Energie.<br />

Beiden Systemen liegen unterschiedliche<br />

Messprinzipien zugrunde: Der Laserscanner<br />

detektiert statische Hindernisse,<br />

wohingegen das Radarsystem auf<br />

Bewegung reagiert. Dabei ist es im Wesentlichen<br />

so, dass der Scanner jegliche Art<br />

von Gegenstand erfasst, während Radar<br />

materialspezifisch Objekte – Wasser und<br />

Metall – erkennt. Im Vergleich zu einem<br />

Laserscanner, der ja nur eine Fläche<br />

überwacht, kann mit einem Radarsystem<br />

ein Volumen überwacht werden, zum<br />

Beispiel ein Raum. Die geringere Kantenschärfe<br />

an den Rändern des Schutzfeldes<br />

beim radargestützten System kann gege -<br />

benenfalls zu Fehlabschaltungen führen.<br />

Dies kann beim Laserscanner zum Beispiel<br />

durch Staub in der Luft geschehen. Man<br />

muss also immer die Applikation exakt<br />

betrachten und sich dann für das passende<br />

Messsystem entscheiden.<br />

Das Radarsystem ist modular ausgelegt.<br />

Welche Vorteile ergeben sich dadurch?<br />

Anwender können mit unserem Radarsystem<br />

bis zu sechs Sensoren in Reihe schalten<br />

und damit maximal 4 × 15 Meter abdecken.<br />

Der tatsächliche Schutzraum des Systems<br />

ist dabei abhängig von der Anordnung,<br />

Installationshöhe und Neigung, horizontal<br />

oder vertikal, der Sensoren. Die Auswahl<br />

und Konfiguration erfolgt auch hier durch<br />

einen Konfigurator. So lassen sich flexible<br />

Formen des Schutzbereichs erstellen.<br />

Diese Skalierbarkeit bietet dem Konstrukteur<br />

und dem Anwender Vorteile.<br />

Denn er muss nur so viel Messtechnik<br />

einsetzen, wie die Applikation tatsächlich<br />

erfordert. Über diese Skalierbarkeit und<br />

den modularen Aufbau kann das Sicherheitssystem<br />

auf das erforderliche Maß<br />

angepasst und exakt dimensioniert werden.<br />

Dazu kommt: Mit der Kleinsteuerung<br />

PNOZmulti 2 bieten wir dem Kunden eine<br />

Die Konfiguration eines<br />

Laserscanners sollte so einfach<br />

wie möglich sein<br />

Stephan Hoffmann,<br />

Product Management Scanner<br />

PSENscan und Radarsensor<br />

Komplettlösung mit der passenden<br />

Sicherheitssteuerung.<br />

Wie sieht die Zukunft der Radar-<br />

Technologie bei Pilz aus?<br />

Wie alles, sind auch die Radarsysteme im<br />

Fluss. Im Safety-Bereich handelt es sich<br />

noch um eine ganz junge Technologie.<br />

Ein erstes System ist am Markt erhältlich.<br />

Und natürlich wird unsere Radarsystem-<br />

Lösung weiterentwickelt. Sie dürfen also<br />

auf weitere Ausprägungen und Features<br />

gespannt sein, die die Erweiterung von<br />

Anwendungsbereichen und Ausweitung<br />

auf andere Branchen ermöglichen.<br />

Bilder: Pilz GmbH & Co. KG<br />

www.pilz.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 13


Perfekt eingefädelt<br />

Magnetische Winkelsensoren in der digitalen Welt<br />

01 Der Textilmaschinenhersteller<br />

Mageba setzt in seinen Anlagen<br />

magnetische Winkelsensoren mit<br />

IO-Link-Schnittstelle ein<br />

Positionssensoren im Industriealltag<br />

müssen robust, schnell und genau<br />

sein – in Zeiten von Industrie 4.0<br />

auch noch kommunikationsfähig.<br />

Von diesen Eigenschaften profitiert<br />

der Textilmaschinenhersteller<br />

Mageba. Er setzt in seinen Färbe-<br />

und Fixieranlagen für Bandware<br />

magnetische Winkelsensoren mit<br />

IO-Schnittstelle ein. Diese liefern<br />

zuverlässig relevante Daten und<br />

sorgen für eine hohe Prozess-<br />

sicherheit.<br />

Dipl.-Ing. Stefan Sester, Leiter technischer<br />

Vertrieb, Novotechnik Messwertaufnehmer OHG,<br />

Ostfildern und Ellen-Christine Reiff, M.A.,<br />

Redaktionsbüro Stutensee<br />

Bei den Sensoren der Baureihe RFC-4800<br />

aus dem Programm von Novotechnik<br />

sind Sensorelement und positionsgebender<br />

Magnet konstruktiv voneinander getrennt.<br />

Da die Sensoren kontaktlos und ohne bewegliche<br />

Teile arbeiten, gibt es keinen mechanischen<br />

Verschleiß; lediglich der Positionsgeber<br />

ist in Bewegung. Durch diese Konstruktion<br />

vereinfacht sich auch die Montage,<br />

denn der Sensor kann bis zu fünf Millimeter<br />

entfernt zum Positionsgeber montiert werden.<br />

Eine Markierung zeigt die richtige Ausrichtung<br />

zum Sensor. Da der Arbeitsabstand<br />

variabel ist, sind applikationsbedingte Einbautoleranzen<br />

unproblematisch.<br />

Tänzerarm-Lageerkennung bei<br />

der Veredelung von Bandware<br />

„Unsere neuen Färbe- und Fixieranlagen<br />

passen sich den jeweiligen Produktionsanforderungen<br />

an und können sowohl<br />

elas tische als auch unelastische Polyesteroder<br />

Baumwoll-Materialien verarbeiten. Die<br />

Bandbreite reicht von Gummiware für<br />

Sport bekleidung und Schnürsenkeln bis<br />

hin zu Sicherheits-, Verzurr- oder Rollladengurten,“<br />

erklärt Maik Roth, Techniker<br />

für Prozessautomatisierung bei Mageba. In<br />

den modernen Anlagen wird die Rohware<br />

dann automatisch durchgefärbt, bei Bedarf<br />

versteift oder mit Flammschutz versehen<br />

und in mehreren Zonen schrittweise<br />

getrocknet, um Farbe und Veredelung<br />

zu fixieren.<br />

Während dieses Verarbeitungsprozesses<br />

muss die Geschwindigkeit des Banddurchlaufs<br />

präzise geregelt werden. Um die Abzugsbewegung<br />

von den zahlreichen Spulen<br />

konstant zu halten, arbeitet die Branche mit<br />

sogenannten Tänzerarmen. In deren Drehpunkt<br />

sind die Winkelsensoren montiert.<br />

Sie ermitteln die aktuelle Lage „ihres“ Tänzerarms<br />

und damit den ständig abnehmenden<br />

Umfang des Bandmaterials auf der<br />

Spule. Mit dieser Information lässt sich die<br />

Drehzahl des entsprechenden Spulenantriebs<br />

anpassen, Variationen der Abrollgeschwindigkeit<br />

ausgleichen und die Banddicke<br />

bei der Transportgeschwindigkeit<br />

berücksichtigen. „Letzteres ist beispielsweise<br />

bei einem Produktwechsel und vor<br />

dem Verstrecken wichtig“, ergänzt Roth.<br />

„Wenn hier die Geschwindigkeit nicht reaktionsschnell<br />

geregelt würde, wären Bandriss<br />

und Maschinenstillstand die Folge.“<br />

14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Die Sensoren ermöglichen<br />

nicht nur eine bidirektionale<br />

Kommunikation, sondern sind<br />

durch die digitalen Ausgangssignale<br />

EMV-robuster als die<br />

früher üblichen Leitplastik-<br />

Potentiometer.<br />

Maik Roth,<br />

Techniker<br />

für Prozessauto<br />

matisierung<br />

bei Mageba<br />

02 Ein magnetischer Winkelsensor kommt hier in<br />

der Textilmaschine zur Tänzerarm-Lageerkennung<br />

zum Einsatz<br />

IO-Link steht im Mittelpunkt<br />

Insgesamt sind in einer der neuen Veredelungsanlagen<br />

für Bandware etwa 20 magnetische<br />

Winkelsensoren im Einsatz. Da die<br />

Kommunikationsfähigkeit der Positionssensoren<br />

im Hinblick auf Industrie 4.0 im<br />

Fokus steht, ist IO-Link ein zentrales Thema.<br />

„Die Sensoren ermöglichen aber nicht nur<br />

eine bidirektionale Kommunikation, sondern<br />

sind durch die digitalen Ausgangssignale<br />

EMV-robuster als die früher üblichen<br />

Leitplastikpotentiometer“, ergänzt<br />

Roth. „Bei der Inbetriebnahme können wir<br />

außerdem Parameter wie Nullpunkt oder<br />

Drehrichtung einfach verändern und somit<br />

die Variantenvielfalt im Lager verringern.“<br />

Neben der reinen Positionsinformation lassen<br />

sich auch weitere Daten wie Status- und<br />

Diagnosemeldungen austauschen. Fehler<br />

im Regelkreis sind rasch lokalisierbar, da die<br />

Einstellparameter zentral gespeichert sind.<br />

Ein Sensor kann daher auch in kurzer Zeit<br />

getauscht und einfach neu parametriert<br />

werden. „Bei der von uns gewählten Sensor-<br />

Variante mit verdrehsicheren M12-Schraubverbinder<br />

braucht es dafür dann am Einsatzort<br />

der Anlage keine elektrotechnische<br />

Fachkraft mehr“, sagt Roth.<br />

Robust konzipiert<br />

Für die Wahl der magnetischen Winkel-<br />

Sensoren sprachen aber auch ihr hoher<br />

Schutzgrad und die Robustheit. Sie erfüllen<br />

die Anforderungen der Schutzart IP69<br />

und verkraften problemlos die bei Textilmaschinen<br />

teilweise extreme Staub-,<br />

Feuchtigkeits- und Chemikalienbelastung.<br />

Der positionsgebende Magnet sowie der<br />

Empfänger mit der Auswerteelektronik<br />

sind komplett vergossen, und die zulässigen<br />

Umgebungstemperaturen reichen von<br />

– 40 bis + 105 °C. Zudem hält er Schwingungen<br />

und Vibrationen bis 2 000 Hz stand und<br />

ist in redundanter Ausführung auch für<br />

sicherheitsrelevante Anwendungen geeignet.<br />

Fotos: Mageba und Novotechnik<br />

www.novotechnik.de<br />

DER Bestseller für<br />

Transportüberwachungen,<br />

Diagnosen, Belastungstests!<br />

Speicherrekord: 1 Milliarde Messwerte<br />

Datenlogger MSR165<br />

für Schock und Vibration<br />

Mit dem robusten MSR165 können Sie bis zu 5 Jahre lang<br />

1600 Messungen pro Sekunde im Bereich Beschleunigung<br />

(Stösse, Vibrationen) durchführen. 3-Achsen-Beschleunigungssensor<br />

±15 g /±200 g • Sensoren für Temperatur,<br />

Feuchte, Druck, Licht • 4 Analogeingänge • LiPo-Akku 900<br />

mAh • IP 67 • MSR PC-Software zur Datenerfassung und<br />

–auswertung.<br />

Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne!<br />

Weitere Infos und Verkaufsstellen: www.msr.ch


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Vielseitig und<br />

äußerst robust<br />

Thermodynamische Strömungssensoren spielen<br />

in vielen Anwendungen ihre Stärken aus<br />

Strömungssensoren überwachen<br />

Strömungen bzw. messen die<br />

Strömungsgeschwindigkeit von Medien<br />

in geschlossenen Systemen wie<br />

Rohrleitungen. Viele Industriebereiche<br />

schätzen die hohe Zuverlässigkeit solcher<br />

Geräte, zumal sie weitaus mehr können,<br />

als erwartet.<br />

01<br />

Strömungssensoren funktionieren nach<br />

dem thermodynamischen Prinzip. Das<br />

Sensorelement wird hierbei von innen<br />

heraus um einige Grad Celsius gegenüber<br />

dem Medium, in das das Sensorelement<br />

hineinragt, aufgeheizt. Die im Sensorelement<br />

erzeugte Wärme wird durch das Medium<br />

abgeführt. Dieser Wärmeabfuhr- bzw.<br />

Kühleffekt ist umso stärker, je schneller das<br />

Medium am Sensorelement vorbeiströmt.<br />

Die im Sensorelement entstehende Temperatur<br />

wird gemessen und mit der ebenfalls<br />

erfassten Medientemperatur verglichen.<br />

Die hieraus resultierende Temperaturdifferenz<br />

ermöglicht es nun, den Strömungszustand<br />

für jedes Medium abzuleiten.<br />

Die Empfindlichkeit von thermodynamischen<br />

Strömungssensoren ist immer abhängig<br />

von der Wärmekapazität eines zu<br />

erfassenden Mediums. Eine zentrale Frage<br />

lautet demnach: In welcher Zeit bzw. wie<br />

schnell kann ein zu überwachendes Medium<br />

Wärme aufnehmen? In diesem Zusammenhang<br />

ist außerdem zu beachten, dass Strömungssensoren<br />

zumeist träger reagieren,<br />

z. B. im Vergleich zu Klappensensoren.<br />

Christian Fiebach, Geschäftsführer, ipf electronic<br />

gmbh, Lüdenscheid<br />

Kompakt oder zweiteilig?<br />

Strömungssensoren lassen sich in Kompaktgeräte<br />

und zweiteilige Geräte einteilen.<br />

Zweiteilige Geräte bestehen aus einem in<br />

ein Medium hineinragendes Sensorelement<br />

und einer hiervon getrennten Auswerteeinheit.<br />

Kompaktgeräte integrieren<br />

die Auswerteeinheit, sodass die Einstellung<br />

des Grenzwertes direkt an der Messstelle<br />

erfolgen kann.<br />

Welche dieser Lösungen in einer spezifischen<br />

Anwendung zum Einsatz kommt,<br />

hängt von der Messaufgabe, aber auch vom<br />

Platzangebot sowie der Einbausituation am<br />

Installationsort eines Strömungssensors ab.<br />

Sind z. B. Medien mit höheren Temperaturen<br />

zu erfassen bzw. zu messen, empfehlen<br />

sich durch die Trennung der Auswerteeinheit<br />

vom eigentlichen Sensorelement<br />

zweitei lige Geräte.<br />

Kompaktgeräte im Detail<br />

Kompaktgeräte unterteilen sich in Lösungen<br />

mit Messspitze und sogenannte Inline-<br />

Sensoren. Bei Geräten mit Messspitze ragt<br />

das Sensorelement in ein Medium hinein,<br />

wobei sich die Messspitze beim Einsatz in<br />

Rohren idealerweise in der Mitte des Rohr-<br />

querschnitts befindet, da hier die für die<br />

einwandfreie Funktion des Sensors erforderliche<br />

laminare, gleichmäßige Medienströmung<br />

vorherrscht.<br />

Inline-Sensoren verfügen über ein Messrohr<br />

mit mehreren auf der Innenseite großflächig<br />

angeordneten Sensorelementen, die<br />

im Vergleich zu Geräten mit Messspitze<br />

eine wesentlich größere Kontaktfläche zum<br />

Medium bieten und daher auch ein schnelleres<br />

Ansprechverhalten zeigen. Inline-Sensoren<br />

werden daher vor allem dann eingesetzt,<br />

wenn nur ein geringes Medienvolumen<br />

bzw. geringe Strömungsgeschwindigkeiten<br />

zu messen sind.<br />

Solche Lösungen basieren ebenfalls auf<br />

dem thermodynamischen Prinzip, wobei<br />

hier die in dem Messrohr erzeugte Wärme<br />

vom durchströmenden Medium aufgenommen<br />

wird. Aus der Differenz zwischen Medien-<br />

und Sensorelementtemperatur kann<br />

wiederum auf die Strömungsgeschwindigkeit<br />

geschlossen werden.<br />

Spezielle Werkstoffe für<br />

aggressive Medien<br />

Strömungssensoren decken ein breites Einsatzspektrum<br />

ab und werden nicht nur in<br />

flüssigen und gasförmigen Medien, sondern<br />

16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


01 Funktionsweise von Strömungssensoren:<br />

Das Sensorelement befindet sich in einem<br />

Medium ohne Strömung (A) bzw. erfasst die<br />

Strömung eines Mediums (B)<br />

WENIGER IST<br />

MEHR<br />

02 Strömungssensoren in verschiedenen<br />

Ausführungen: Kompaktgerät (oben links),<br />

zweiteiliges Gerät ohne Verstärker (oben<br />

rechts) sowie ein Inline-Sensor (unten)<br />

02<br />

03 Durch seine integrierte Ein-/Auslaufstrecke<br />

erzielt der Strömungssensor SL900020<br />

eine Strömungsberuhigung des Mediums und<br />

damit eine laminare Strömung über die<br />

gesamte Messstrecke<br />

bspw. auch in spezifischen Festkörpern<br />

(z. B. körnige oder pulverförmige Medien<br />

bei der Dosierung) eingesetzt. Einige Medien<br />

sowie deren spezielle Eigenschaften erschweren<br />

jedoch die einwandfreie Funktionsweise<br />

von Strömungssensoren. So<br />

eignen sie sich nur bedingt für pastöse<br />

Medien, da diese am Sensorelement haften<br />

bleiben bzw. sich darauf ablagern können.<br />

Bei Ölen ist zu berücksichtigen, dass solche<br />

Flüssigkeiten bei Temperaturunterschieden<br />

ihre Viskosität verändern, was zu unterschiedlichen<br />

Anströmungen des Sensorelementes<br />

führen kann.<br />

Für den Einsatz von Strömungssensoren<br />

in sehr spezifischen Bereichen bietet IPF<br />

Electronic chemisch resistente Lösungen<br />

an, wobei für solche Geräte u. a. Werkstoffe<br />

wie Titan und Hastelloy verwendet werden.<br />

Titan eignet sich besonders für den Einsatz<br />

in chloridhaltigen Medien und darüber<br />

hinaus bspw. in Meerwasserkühlsystemen<br />

oder Meerwasserentsalzungsanlagen. Hastelloy<br />

ist sehr resistent gegenüber Korrosion<br />

als auch reduzierenden Medien wie z. B.<br />

Salzsäure in sämtlichen Konzentrationen.<br />

Der Werkstoff lässt sich überdies für Geräte<br />

einsetzen, deren Messelemente mit Chlorwasserstoff<br />

sowie Schwefel-, Essig- oder<br />

Phosphorsäure in Berührung kommen.<br />

Vielseitige Einsatzfelder<br />

Die Einsatzbereiche von Strömungssensoren<br />

finden sich überwiegend sowohl in<br />

Kühlkreisläufen, als auch bei der Überwachung<br />

verschiedener Fördermedien<br />

sowie Prozessabläufen. In Kühlkreisläufen<br />

werden die Geräte stets im Ablauf des<br />

Kreislaufes installiert. Potenzielle Einsatzfelder<br />

sind in diesem Zusammenhang<br />

bspw. Kunststoff-Spritzgusswerkzeuge,<br />

Schweißmaschinen bzw. Schweißroboter,<br />

Bearbeitungszentren, Kühlaggregate oder<br />

Motorkomponenten.<br />

Weit verbreitet sind Strömungssensoren<br />

zudem beim Trockenlaufschutz von Pumpen.<br />

Hierbei kommen oftmals Kompaktgeräte<br />

mit integrierter Ausschaltverzögerung<br />

(zeitverzögertes Ausgangssignal bei Strömungsabfällen)<br />

zum Einsatz. In der Dosiertechnik<br />

wiederum werden Zuschlagstoffe<br />

überwacht, wobei sich zur Erfassung der<br />

zumeist sehr kleinen Durchflussmengen<br />

vor allem Inline-Sensoren eignen.<br />

Darüber hinaus dienen Strömungssensoren<br />

zur Überwachung von Prozessabläufen,<br />

etwa die Kontrolle von Reinigungsprozessen.<br />

Da hierzu oftmals aggressive<br />

Medien eingesetzt werden, empfehlen<br />

sich u. a. die beschriebenen Lösungen mit<br />

Spezialwerkstoffen.<br />

Von der „Strömung“ zum<br />

Füllstand<br />

Strömungssensoren (sowohl Kompaktgeräte<br />

als auch zweiteilige Ausführungen) können<br />

aber auch für die Füllstandkontrolle verwendet<br />

werden. Die spezielle Funktion des<br />

Sensorelementes, das die erzeugte Wärme<br />

an ein zu kontrollierendes Medium abgibt,<br />

ermöglicht es, bspw. den Füllstand in einem<br />

Behälter zu überwachen, sofern das Medium<br />

in der Lage ist, genügend Wärme aufzunehmen.<br />

In diesem Fall wird das Sensorelement<br />

bei Kontakt mit dem Medium gekühlt.<br />

Dieser Effekt unterbleibt, wenn kein<br />

Medienkontakt bzw. Medienfüllstand vorhanden<br />

ist. Ein Strömungssensor interpretiert<br />

also einen anstehenden Medienfüllstand<br />

quasi als Strömung und liefert ein<br />

Schaltsignal. Sinkt der Füllstand unterhalb<br />

des Sensorelementes, ist es nun bspw. von<br />

der Luft in einem Behälter umgeben. Da<br />

Luft über sehr gute Isolationseigenschaften<br />

verfügt, wird weniger Wärme über das Sensorelement<br />

abgeführt, was einer „fehlenden<br />

Strömung“ gleichkommt. Der Sensor liefert<br />

somit kein Schaltsignal.<br />

Bilder: Hintergrund Fotolia, sonstige ipf electronic<br />

www.ipf.de<br />

03<br />

MESSTECHNIK<br />

WENIGER PLATZ. WENIGER GEWICHT.<br />

WENIGER KOSTEN. MEHR PRÄZISION.<br />

Die kompakten Ein-Chip-Strommesssysteme der<br />

ICD-Serie tun das, was sie am besten können:<br />

sehr genau Strom messen.<br />

Das ICD-C gewährleistet die Strommessung in<br />

industriellen Applikationen und ist mit einem<br />

praktischen Platinenstecker ausgestattet. Das<br />

ICD-A wurde speziell für die Automobilindustrie<br />

entwickelt und verfügt über einen abgedichteten,<br />

sechspoligen MCOM-Stecker.Beide Geräte sind<br />

in den Varianten 100A, 300A und 500A erhältlich<br />

und decken verschiedenste Anforderungsprofile<br />

ab. Die integrierte CANbus 2.0 Schnittstelle<br />

gewährleistet eine schnelle und zuverlässige<br />

Kommunikation zwischen ICD-System und<br />

Steuergerät.<br />

Überzeugen Sie sich vonden herausragenden<br />

Eigenschaften hochpräziser Strommessung mit<br />

Systemen der ICD-Serie und fordern Sie das<br />

Datenblatt an.<br />

DIE FEATURES IM ÜBERBLICK:<br />

Messung: Strom<br />

Zusatzfunktionen: Sleep mode,<br />

Eigenverbrauch-Messung<br />

Kommunikation: CANbus 2.0<br />

Auflösung: 1mA<br />

Messgenauigkeit: 0,1%<br />

Isabellenhütte Heusler GmbH &Co. KG<br />

Eibacher Weg3–5·35683 Dillenburg<br />

Telefon 02771 934-0·Fax 02771 23030<br />

isascale@isabellenhuette.de·www.isabellenhuette.de


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Wenn der digitale Knoten platzt<br />

Warum die zuverlässige Erfassung und Analyse von Messdaten unabdingbar<br />

für die erfolgreiche Umsetzung neuer digitaler Geschäftsmodelle ist<br />

Viele Maschinenbauer fragen<br />

sich, was sie im Zeitalter der<br />

Digitalisierung unternehmen<br />

müssen, um wettbewerbsfähig<br />

zu bleiben. Dieser Beitrag soll<br />

Maschinenbauern konkrete<br />

Handlungsempfehlungen an<br />

die Hand geben, basierend<br />

auf typischen aktuellen Kunden-<br />

wünschen, die den Anforderungen<br />

einer Messwerterfassung 4.0<br />

gerecht werden.<br />

Während das betriebsbegleitende Condition<br />

Monitoring von Maschinen<br />

und Anlagen bereits seit längerer Zeit etabliert<br />

ist, ergibt sich ein wesentlicher neuer<br />

Kundennutzen durch Anwendung vorausschauender<br />

Instandhaltung, oder Predictive<br />

Maintenance. Beim Condition Monitoring<br />

wird der Anlagenzustand mit herkömmlichen<br />

Methoden überwacht. Beim Überschreiten<br />

vorher festgelegter Grenzwerte<br />

können Alarme erzeugt und so z. B. das<br />

Bedienpersonal vor Ort über ein aufgetretenes<br />

Problem informiert werden. Die Anlage<br />

muss dann zur Fehlersuche und für eventuell<br />

erforderliche Reparaturarbeiten heruntergefahren<br />

werden. Dieses Vorgehen erzeugt<br />

zeitlich nur schwer planbare Stillstandzeiten,<br />

die für den Betreiber nicht kalkulierbare<br />

Kosten verursachen.<br />

Mit dem modernen Ansatz Predictive<br />

Maintenance hingegen werden diese Probleme<br />

eliminiert. Hier kommen intelligente<br />

Algorithmen zum Einsatz, die aus der kombinierten<br />

Analyse vieler verschiedener Betriebsparameter<br />

eine Prognose über den<br />

voraussichtlichen Ausfallzeitpunkt einzelner<br />

Anlagenkomponenten liefern. Der Anlagenbetreiber<br />

wird damit in die Lage versetzt, Stillstandzeiten<br />

so zu planen, dass sie möglichst<br />

geringe Auswirkungen auf den Betriebsablauf<br />

haben. Die im Bereich Predictive Maintenance<br />

eingesetzten Algorithmen sind oft<br />

„lernfähig“, d. h. sie verbessern ihre Prognosequalität<br />

mit der Anzahl der überwachten Anlagen.<br />

Als Ausführungsort solcher lernfähigen<br />

Systeme bietet sich vor allem eine weltweit<br />

erreichbare Cloud an, vorallem wenn Anlagen<br />

an unterschiedlichen Standorten zentral<br />

überwacht werden sollen.<br />

Vernetzung bis hin zur Cloud<br />

Zur effizienten Nutzung moderner Condition<br />

Monitoring- oder Predictive Maintenance-Systeme<br />

müssen die verschiedenen<br />

Datenquellen sowohl untereinander vernetzt,<br />

als auch an die Cloud angebunden<br />

werden. Eine effiziente Analyse kann nur erfolgen,<br />

wenn alle Betriebsparameter zentral<br />

zusammengeführt, gesammelt und ausgewertet<br />

werden. Dies kann z. B. bei über die<br />

Jahre gewachsenen Maschinenparks einen<br />

relativ großen Aufwand bedeuten. Aber<br />

auch bei neuen Anlagen wünscht sich der<br />

Betreiber die Möglichkeit der Anbindung<br />

an Cloud-Dienste unterschiedlichster Art.<br />

Eventuell möchte er auch eine große Anzahl<br />

weltweit verteilter Anlagen miteinander vernetzen<br />

und aus einem zentralen Kontrollzentrum<br />

überwachen.<br />

Komplettlösungen schaffen ein<br />

optimales Zusammenspiel<br />

Der Endkunde/Anlagenbetreiber möchte<br />

seine Monitoring-Anwendung typischerweise<br />

nicht mehr selbst im Detail planen<br />

und die Einzelkomponenten wie Sensorik,<br />

Messwerterfassungsgeräte, Messdatenmanagement<br />

und Software zur Visualisierung<br />

und Analyse in Eigenregie zusammenstellen.<br />

Stattdessen sucht er nach einer Komplettlösung,<br />

in der er alle Komponenten<br />

inkl. Installation und Inbetriebnahme aus<br />

einer Hand erhält. Somit kann er sich auf<br />

ein optimales Zusammenspiel aller Teile<br />

Dr. Sven Jodlauk,<br />

Produktmanager,<br />

Delphin Technology AG,<br />

Bergisch Gladbach<br />

des Systems verlassen und hat nur einen<br />

Ansprechpartner, wenn es um Service und<br />

Wartung des Systems geht.<br />

„Everything as a service“<br />

wird immer wichtiger<br />

Über die Vorteile einer Komplettlösung<br />

hinaus kann der Kundennutzen sogar noch<br />

weiter gesteigert werden, wenn der Anlagenbetreiber<br />

sich nicht einmal mehr um die<br />

Beauftragung, Planung und Durchführung<br />

von Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen<br />

kümmern muss, sondern diese Aufgaben<br />

ebenfalls in die Hände des Anlagenherstellers<br />

legt. In dieser höchsten Service-Ausbaustufe<br />

wird das Geschäftsmodell des<br />

Maschinenbauers erweitert. Er erzielt seine<br />

Gewinne nicht mehr nur aus dem Verkauf<br />

von Maschinen und Anlagen, sondern er<br />

generiert zusätzlich wiederkehrende Einkünfte<br />

durch die monatliche Bereitstellung<br />

garantierter Maschinenverfügbarkeit. Für<br />

den Endkunden hat dieses Modell viele<br />

Vorteile. Er zahlt monatlich einen festen Betrag<br />

und erhält im Gegenzug eine garantierte<br />

Verfügbarkeit seiner Anlage für diesen Monat.<br />

Kosten lassen sich so genau im Voraus<br />

kalkulieren und ungeplante Ausgaben können<br />

nahezu ausgeschlossen werden.<br />

Umsetzung der<br />

Kundenanforderungen<br />

Wie kann ein Maschinenbauer diese aktuellen<br />

Kundenanforderungen am besten erfül­<br />

18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

01 Die Erfassung und Visualisierung aktueller Betriebsparameter erfolgt<br />

direkt vor Ort mit Loggito und ProfiSignal Web. Zur Zustandsanalyse und<br />

Service planung werden die Messdaten vom Delphin Data Center auf einem<br />

zentralen Server des Anlagenherstellers zusammengeführt und dort ausgewertet<br />

len? Am einfachsten gelingt dies, wenn er<br />

mit einem Messtechnikanbieter zusammenarbeitet,<br />

der in seinem Sortiment über alle<br />

Komponenten zum Aufbau eines weltweit<br />

vernetzten Monitoring-Systems verfügt, von<br />

der Erfassungshardware über das zentrale<br />

Messdatenmanagement bis hin zur weltweiten<br />

standortunabhängigen Visualisierung<br />

und Analyse der Messdaten. Jede verkaufte<br />

Anlage kann so mit der erforderlichen Hardund<br />

Software ausgerüstet und an das zentrale<br />

Messdatenmanagementsystem und die<br />

Cloud angebunden werden. Der Anlagenbauer<br />

wird so in die Lage versetzt, seinen<br />

Kunden eine individuelle Komplettlösung<br />

anzubieten, die je nach Wunsch sogar Servicedienstleistungen<br />

beinhalten kann. Wie<br />

kann eine solche Lösung aussehen?<br />

Die Praxislösung – Condition<br />

Monitoring an Förderbändern<br />

Ein international tätiger Hersteller von Förderbändern<br />

für Schüttgut möchte seinen<br />

Kunden in Zukunft nicht mehr nur die Anlagen<br />

verkaufen, sondern auch entsprechende<br />

Service- und Wartungsverträge anbieten.<br />

Um dies kosteneffizient tun zu können, ist<br />

die Überwachung und Analyse der weltweit<br />

verteilten Anlagen aus dem zentralen Kontrollzentrum<br />

des Anlagenbauers erforderlich.<br />

Doch wie wird diese Aufgabe umgesetzt?<br />

Zur Erfassung der für das Condition Monitoring<br />

der Anlage relevanten Betriebsparameter<br />

setzt der Hersteller der Förderbänder<br />

auf Loggito-Geräte aus dem Hause<br />

Delphin. Alle genutzten Sensoren wie<br />

4-20 mA, Thermoelemente und Pt100 können<br />

hier angeschlossen werden. Nach einer<br />

Vorverarbeitung in den Loggito-Geräten<br />

werden die Messdaten je nach Standort<br />

über LAN, WLAN oder LTE ins Netz eingespeist<br />

und zum zentralen Messdatenmanagementsystem<br />

Delphin Data Center übermittelt,<br />

das auf einem zentralen Server des<br />

Förderbandherstellers installiert ist. Dort<br />

erfolgten die Konsolidierung und Weiterverarbeitung<br />

der Messdaten. Außerdem erfolgt<br />

hier die Analyse der Messdaten, die<br />

das eigentliche Herzstück des Condition<br />

Monitoring-Systems bildet.<br />

Frühzeitig informiert sein<br />

Durch seine jahrelange Erfahrung kennt<br />

der Hersteller alle Zusammenhänge genau<br />

und weiß, welche Parameter in welchen Zusammenhängen<br />

welche Bedeutung für den<br />

Anlagenzustand haben. Für die Zukunft ist<br />

hier sogar der Einsatz von KI-Algorithmen<br />

geplant, um die Prognosequalität weiter zu<br />

verbessern. Ergibt die Analyse, dass sich ein<br />

Schaden anbahnt, wird der Anlagenhersteller<br />

in seinem zentralen Kontrollzentrum<br />

darüber informiert und kann entsprechende<br />

Maßnahmen ergreifen. Dies kann je nach<br />

gebuchtem Paket entweder die Benachrichtigung<br />

des Endkunden über einen erforderlichen<br />

Service oder sogar die Durchführung<br />

des Service beinhalten. Durch vorausschauende<br />

Wartung können so Maschinenstillstandzeiten<br />

für den Endkunden minimiert<br />

werden.<br />

Unabhängig von dieser zentral durchgeführten<br />

Zustandsanalyse möchte der Anlagenbetreiber<br />

vor Ort eine einfache Möglichkeit<br />

zur Visualisierung aktueller Betriebsparameter<br />

haben. Zu diesem Zweck wird<br />

ProfiSignal Web aus dem Hause Delphin<br />

eingesetzt. Mit dieser Software kann sich<br />

jeder Anlagenbenutzer vor Ort direkt mit<br />

seinem Smartphone oder Tablet drahtlos<br />

auf die Loggito-Geräte verbinden, und sich<br />

in jedem beliebigen Browser den aktuellen<br />

Anlagenzustand in individuell erstellbaren<br />

Dashboards anzeigen lassen.<br />

Fazit<br />

Sowohl Maschinenbauer als auch Anlagenbetreiber<br />

profitieren von den neuen Trends,<br />

die sich im Rahmen der Digitalisierung<br />

herausbilden. Für Maschinenbauer ergeben<br />

sich vor allem im Service-Bereich<br />

zusätzliche Geschäftsmodelle. Anlagenbetreiber<br />

können durch vorausschauende<br />

Instandhaltung ihre Stillstandzeiten besser<br />

02 Condition Monitoring: die Loggito-<br />

Geräte von Delphin erfassen alle relevanten<br />

Betriebsparameter der Anlage, sodass der<br />

Anwender jederzeit über den Zustand seiner<br />

Anlagen und Maschinen informiert ist<br />

planen und bei Bedarf sogar die komplette<br />

Anlagenwartung outsourcen.<br />

Die Basis zur Umsetzung dieser neuen<br />

Trends bilden die zuverlässige weltweit verteilte<br />

Erfassung, die zentrale Konsolidierung<br />

und Weiterverarbeitung und die standortunabhängige<br />

Visualisierung von Messdaten<br />

unterschiedlichster Art. Zur Lösung dieser<br />

Aufgaben bietet sich der Einsatz des zentralen<br />

Messdatenmanagementsystems Delphin<br />

Data Center in Kombination mit den Messdatenerfassungsgeräten<br />

und der Software<br />

ProfiSignal aus dem Hause Delphin an.<br />

Bilder: Aufmacher Fotolia, kelly marken, 01 Delphin,<br />

02 iStock, Sunshine Seeds<br />

www.delphin.de<br />

Video<br />

Weitere Informationen zum<br />

zentralen Messdatenmanagement<br />

erhalten Sie hier...<br />

www.delphin.de/ddc-video<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 19


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Damit Sensoren<br />

zuverlässig arbeiten<br />

Mobile Kalibriergeräte punkten durch hohe Messgenauigkeit<br />

und einen schnellen Datenaustausch<br />

Sensoren übernehmen in automatisierten Prozessen wichtige Funktionen.<br />

Daher kommt einer einwandfreien Funktion eine hohe Bedeutung zu.<br />

Wir stellen ein Kalibriersystem vor, das benutzerfreundlich in seiner<br />

Handhabung ist, eine einfache Datenverarbeitung und Integration<br />

erlaubt und den Datenaustausch via Ethernet ermöglicht.<br />

der Grundausstattung Signalkonditionierer<br />

für Sensoren mit direktem Spannungsausgang,<br />

IEPE-Sensoren, Sensoren mit Ladungsausgang<br />

sowie Sensoren mit einem<br />

4–20-mA-Stromausgang mit. Bei Bedarf<br />

lassen sich darüber hinaus über eine Erweiterungsbuchse<br />

weitere Konditionierer<br />

anschließen. In Kürze wird daher ein Brückenverstärker<br />

für piezo-resistive Beschleunigungssensoren<br />

erhältlich sein, die bspw.<br />

in Crashtests in der Automobilindustrie<br />

ihren Einsatz finden.<br />

Das CV-10 wird mit einem Kalibrierzertifikat<br />

ausgeliefert. Die für ein mobiles Kalibriergerät<br />

sehr gute Messgenauigkeit wurde<br />

in umfangreichen Tests bei Spektra nachgewiesen.<br />

Ein detailliertes Messunsicherheitsbudget<br />

ist verfügbar.<br />

Einfacher Datenaustausch<br />

Sensoren erfassen und sammeln Daten<br />

in Echtzeit, verbessern dadurch eine<br />

vorausschauende Wartung und tragen dazu<br />

bei, Anlagen-Ausfälle und Stillstandzeiten<br />

zu minimieren. Für das Kalibrieren und<br />

Überprüfen von Beschleunigungssensoren<br />

direkt vor Messeinsätzen benötigen Betreiber<br />

bspw. spezielle Kalibriergeräte. Um<br />

damit wirtschaftlich arbeiten zu können,<br />

müssen diese einfach zu bedienen und robust<br />

konstruiert sein. Für zuverlässige Ergebnisse<br />

ist darüber hinaus eine hohe<br />

Messgenauigkeit gefordert.<br />

Mit dem CV-10 hat Spektra eine kompakte<br />

Kalibrierbox für Beschleunigungssensoren<br />

auf den Markt gebracht, die um weitere<br />

Funktionen ergänzt wurde. Auch Signalkonditionierer<br />

für Näherungssensoren mit<br />

4–20-mA-Stromausgang sowie für piezo-<br />

resistive Beschleunigungssensoren werden<br />

in Kürze verfügbar sein.<br />

Wie auch bei den Spektra-Kalibriersystemen<br />

für den Laborbetrieb üblich, ist das<br />

CV-10 komfortabel zu bedienen. In der manuellen<br />

Betriebsart lassen sich Frequenzen<br />

und Amplituden auf eine von zehn Preset-<br />

Tasten legen und per Tastendruck schnell<br />

ansteuern. Darüber hinaus gibt es eine<br />

automatische Betriebsart, in der vom Benutzer<br />

vorgegebene Kalibrierläufe abgefahren<br />

und die Daten gespeichert werden.<br />

Vorteil: integrierte<br />

Signal konditionierer<br />

In der täglichen Praxis arbeiten viele Sensoren,<br />

die unterschiedliche Signalkonditionierer<br />

erfordern. Das CV-10 bringt bereits in<br />

In der Grundausstattung werden die<br />

Sensor daten, Kalibriersetup-Dateien und<br />

die Kalibrierprotokolle bequem über<br />

einen USB-Stick ausgetauscht. Diese Form<br />

der Kommunikation ist schnell und flexibel.<br />

Zukünftig wird über eine PC-Software<br />

eine weitere Möglichkeit des Datenaustauschs<br />

über die integrierte Netzwerkschnittstelle<br />

zur Verfügung stehen. Damit<br />

lassen sich dann sowohl die Sensoren als<br />

auch die Kalibrierergebnisse verwalten<br />

und z. B. Messkampagnen im Büro vorbereiten.<br />

Für den Einsatz benötigte Sensoren<br />

und Kalibriersetups werden in der<br />

Software zusammengestellt und im Gerät<br />

gespeichert.<br />

Bilder: Aufmacher Fotolia, Einklinker Spektra<br />

www.spektra-dresden.de<br />

20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Shuttlewechsel im Betrieb<br />

Füllstandssonde wird seetauglich<br />

Die Füllstandssonde LMK 487 von BD Sensors wartet mit einer<br />

weiteren Zulassung auf – zusätzlich zur bestehenden DNV-GL<br />

(Det Norske Veritas – Germanischer Lloyd) hat sie das Lloyds<br />

Register Type Approval erhalten. Die hydrostatische Pegelsonde<br />

LMK 487 kommt vor allem in Tanks zum Einsatz. Sie eignet sich<br />

zudem auch für<br />

Anwendungen in<br />

der Schifffahrt<br />

oder auch<br />

Offshore, in<br />

denen Füllstände<br />

gemessen<br />

werden, um<br />

Inhalte zu<br />

überwachen<br />

oder für den korrekten Ballast zu sorgen. Mit einem<br />

Außendurchmesser von 22 mm lässt sie sich problemlos in<br />

1"-Rohre einbauen. Die Trennmembran aus Keramik liefert<br />

zuverlässige Messergebnisse und sorgt für eine gute Langzeitstabilität.<br />

Geeignet ist die Füllstandssonde für Nenndrücke<br />

zwischen 0…1 m H 2<br />

O bis 0…100 m H 2<br />

O und liefert Ergebnisse<br />

mit einer Messgenauigkeit von 0,25 % FSO. Zur Wahl stehen<br />

außerdem zwei Gehäusevarianten – Edelstahl in der<br />

Standardausführung und Titan als optionale Variante für<br />

Anwendungen, in denen die Sonde mit Meerwasser in<br />

Berührung kommt. Bei all den Vorzügen für die individuelle<br />

und präzise Füllstandmessung verfügt die Sonde über eine hohe<br />

Material- und Produktqualität.<br />

www.bdsensors.de<br />

Absolute Gestaltungsfreiheit<br />

Hochgeschwindigkeitsweiche<br />

ACOPOStrak<br />

Höchste Effektivität<br />

in der Produktion<br />

www.br-automation.com/ACOPOStrak<br />

Schneller messen im<br />

Infrarot-Spektralbereich<br />

Dias Infrared<br />

erweitert sein<br />

Sortiment an<br />

Pyrospot-<br />

Pyrometern,<br />

die im<br />

mittleren<br />

Infrarot-<br />

Spektralbereich<br />

schneller<br />

und empfindlicher<br />

sind.<br />

Ermöglicht wird dies durch den Einsatz neuer MWIR-Sensoren.<br />

Im mittleren Infrarot-Spektralbereich werden z. B. CO 2<br />

-<br />

Messungen, Temperaturmessungen an Gläsern, Messungen<br />

durch Flammen oder an dünnen Kunststofffolien durchgeführt.<br />

Dafür werden manchmal Thermopile-Infrarotsensoren<br />

eingesetzt, doch wegen ihrer thermischen Zeitkonstanten<br />

ermöglichen diese nur relativ langsame Pyrometer mit Einstellzeiten<br />

von 10 bis 100 ms. Stattdessen gibt es nun die Modelle<br />

Pyrospot DA 44G für Glas-Temperaturmessungen (um 5 µm,<br />

Messtemperaturen von 50 bis 2 500 °C) und DA 44F für<br />

Messungen durch Flammen (um 3,9 µm, 100 bis 2 500 °C). Die<br />

Einstellzeiten (t 95<br />

) liegen bei 5 ms. Für besonders schnelle<br />

Temperaturmessungen an Gläsern wird das DA 10G (um 5 µm,<br />

75 bis 2 500 °C) mit einer Einstellzeit (t 95<br />

) von nur noch 1 ms<br />

angeboten.<br />

07.-10. Oktober <strong>2019</strong><br />

Stuttgart<br />

Besuchen Sieuns!<br />

Halle 7 / Stand 7101<br />

Antriebstechnik für die adaptive Maschine.<br />

Flexibler.Schneller.Produktiver.<br />

www.dias-infrared.de


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Hygienischer Druckmessumformer bis<br />

Schutzart IP69<br />

Der Druckmessumformer<br />

Taros S46 H von Jumo ist<br />

nach hygienischen Anforderungen<br />

für die Präzisionsmessung<br />

konstruiert. Die<br />

hohe Schutzart und das<br />

vollverschweißte Design<br />

ermöglichen rückstandslose<br />

Reinigungsvorgänge. Der<br />

Druckmessumformer hat<br />

eine hohe Temperaturverträglichkeit.<br />

Er ist z. B. einsetzbar in der Lebensmittelindustrie,<br />

CIP- und SIP-Anwendungen, Sterilisatoren und Autoklaven sowie<br />

für alle hygienischen Druckmesseinsätze. Schutzarten von IP65<br />

bis zu IP69 ermöglichen den Einsatz in allen Bereichen. Für<br />

spezielle Anwendungen gibt es eine autoklavierbare Version. Die<br />

Messstofftemperatur kann zwischen - 40 und + 125 °C liegen. Für<br />

eine Stunde pro Tag darf die Messstofftemperatur sogar 140 °C<br />

betragen. Die Linearität und die Langzeitstabilität liegen bei nur<br />

0,1 %. Die Gesamtgenauigkeit bei 20 °C beträgt maximal 0,25 %<br />

der Messspanne. Die Nullpunktkorrektur kann einfach mit einem<br />

Magneten durchgeführt werden, z. B. nach dem Autoklaveprozess.<br />

www.jumo.net<br />

Großes Kalibriervolumen bis 450 °C<br />

Mit dem Temperaturkalibrator TP 37450E.2 dringt Sika in neue<br />

Temperaturbereiche vor. Das neue Modell erreicht 450 °C, und<br />

das bei einem Kalibriervolumen von 60 × 150 mm. Bislang waren<br />

die TP-Premium-Temperaturkalibratoren des Herstellers nur in<br />

Geräten mit Temperaturbereichen von - 55 bis maximal + 255 °C<br />

erhältlich. Für den Anwender bringt das neue Modell eine klare<br />

Zeitersparnis. Er kann eine große Anzahl von Prüflingen gleichzeitig<br />

in dem großen Kalibriervolumen kalibrieren. Einzigartig<br />

bei mobilen Temperaturkalibratoren ist zudem das neue Lüftersystem,<br />

das erstmals beim TP 37450E.2 zum Einsatz kommt.<br />

Durch die patentierte Anordnung der Lüfter lassen sich stark<br />

verkürzte Abkühlzeiten erreichen, die zu kürzeren Kalibrierzeiten<br />

führt. Neben Trockenblock Kalibrierungen können in dem neuen<br />

Modell auch Kalibrierungen für Infrarot-Thermometer und<br />

Oberflächensensoren durchgeführt werden.<br />

www.sika.net<br />

Intelligent Testing<br />

Für Ihre kleinen großen<br />

Herausforderungen<br />

www.zwickroell.com<br />

zwickiLine bis 5 kN<br />

Manchmal sind es die kleinen Details die den Unterschied<br />

ausmachen. Egal wie klein oder groß die Prüfherausforderung<br />

ist, die Prüfmaschine zwickiLine eignet sich für<br />

die Forschung und Entwicklung genauso hervorragend<br />

wie für die laufende Qualitätssicherung.<br />

Datenlogger kommuniziert über 3G und 4G<br />

Keller hat mit dem ARC-1 eine neue Generation von Datenloggern<br />

herausgebracht, mit denen sich Druckmessungen wie Füllund<br />

Pegelstände aus der Ferne verfolgen und Grenzwerte überwachen<br />

lassen. Der neue Datenlogger ist eine Weiterentwicklung<br />

des bisherigen Modells GSM-2. Aus Kompatibilitätsgründen<br />

umfasst das neue Modell die gleichen Funktionen wie sein<br />

Vorgänger, und auch die Abmaße sind gleich geblieben. Neu ist,<br />

dass über das Mobilfunksystem 3G kommuniziert wird, optional<br />

auch über 4G. Die neuen Funkmodule erlauben zudem die<br />

Lokalisierung per Mobilfunknetz. Die Mini-SIM-Karte ist einer<br />

Micro-SIM-Karte gewichen. Auf Wunsch kann der Datenlogger<br />

auch mit einer e-SIM geliefert werden.<br />

Zu den System-Status-Informationen<br />

wie Batteriezustand und Signalstärke<br />

ist ein Feuchtigkeitssensor hinzu -<br />

gekommen. Im Datenlogger ist eine<br />

Echtzeituhr integriert, die bei einem<br />

Batteriewechsel weiterläuft. Vor -<br />

handene GSM-2-Modelle können zu<br />

ARC-1-Datenloggern aufgerüstet<br />

werden.<br />

www.keller-druck.com<br />

Prüfobjekte punktgenau ausleuchten<br />

Kompakte und leistungsstarke<br />

Linienbeleuchtungen<br />

mit Spot-Optik bietet<br />

Vision+Control mit der Serie<br />

Vicolux L-Spot. Bei einem<br />

Abstrahlwinkel vom 7,5°<br />

lassen sich Prüfobjekte<br />

punktgenau ausleuchten.<br />

Äußerlich baugleich mit anderen Linienbeleuchtungen des<br />

Herstellers, erzeugen diese Lampen aber ein fokussiertes,<br />

kreisförmiges Leuchtfeld. In Verbindung mit dem digitalen<br />

Beleuchtungscontroller vicolux smart-light DLC3005 ist neben<br />

Dauerlicht auch Blitzbetrieb möglich. Damit werden bei schnell<br />

durchlaufenden Prüflingen Bewegungsunschärfen durch<br />

Einfrieren vermieden und der Einfluss von Stör- oder Fremdlicht<br />

unterdrückt. Durch den Einsatz von Power-LEDs sind die Spots<br />

besonders hell. Es gibt sie in drei Größen mit Lichtaustrittsflächen<br />

von 10 × 30 mm, 10 × 60 mm und 10 × 90 mm. Für eine kontrastreiche<br />

Abbildung gibt es jedes Modell, neben weißem Mischlicht,<br />

auch in den Farben Blau, Grün, Rot und Infrarot. Die Serie ist in<br />

Schutzart IP67 ausgeführt.<br />

www.vision-control.com<br />

Fluidsensoren mit IO-Link<br />

Die neuen weFlux 2 -Drucksensoren von Wenglor erfassen Prozesswerte<br />

nicht nur über die intelligente Schnittstelle IO-Link 1.1,<br />

sondern kombinieren nach dem 2-in-1-Prinzip zwei Messfunktionen<br />

in einem Gehäuse. Dies ermöglicht dem Anwender, den<br />

relativen Druck und die Temperatur von Flüssigkeiten oder Gasen<br />

gleichzeitig zu erfassen. Die Kombination der Messfunktionen<br />

bietet eine höhere Wirtschaftlichkeit, da weniger Sensoren für die<br />

Prozessüberwachung benötigt werden.<br />

www.wenglor.com<br />

22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong><br />

ZwickRoell.indd 1 28.08.<strong>2019</strong> 11:22:42


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Wärmebildkamera zur kontinuierlichen<br />

Zustands- und Sicherheitsüberwachung<br />

Die Wärmebildkamera<br />

vom Typ<br />

Flir AX8 kombiniert<br />

eine Wärmebildkamera<br />

mit einer<br />

visuellen Kamera<br />

für kontinuierliche<br />

Temperaturüberwachung<br />

und<br />

Alarmierung. Das<br />

Gerät schützt<br />

Anwender vor<br />

ungeplanten Ausfällen, Betriebsunterbrechungen und Ausfällen<br />

elektrischer oder mechanischer Anlagen. Kompakt und einfach zu<br />

installieren, bietet die AX8 eine kontinuierliche Überwachung von<br />

Schaltschränken, Prozess- und Fertigungsbereichen, Rechenzentren,<br />

Energieerzeugung und -verteilung, Transport und<br />

Nahverkehr, Lagern und Kühlhäusern. Der fest montierte<br />

Wärmebildmultisensor kombiniert einen Wärmebildkamera-Kern<br />

mit einer Kamera im sichtbaren Lichtspektrum und mit der<br />

herstellereigenen MSX-Technologie in einem Paket. Die AX8 lässt<br />

sich problemlos in räumlich begrenzten Bereichen installieren<br />

und eignet sich für die automatische, unterbrechungsfreie<br />

Zustandsüberwachung von kritischen elektrischen und mechanischen<br />

Komponenten.<br />

www.flir.de<br />

Taupunkt-Transmitter für sichere<br />

Druckluftanwendungen<br />

Michell Instruments<br />

hat seinen<br />

neuen SF82<br />

Taupunkt-<br />

Transmitter<br />

vorgestellt. Der<br />

Feuchtesensor mit<br />

schneller Ansprechzeit<br />

wurde speziell<br />

für den Einsatz in<br />

Drucklufttrocknern<br />

in Kompressorstationen entwickelt. Bei diesen Anwendungen<br />

können die Temperaturen leicht 50 °C erreichen, während<br />

Taupunktmessungen unter - 60 °C erfolgen. Der Feuchtetransmitter<br />

nutzt die Dickfilm-Messtechnologie, kombiniert mit einer<br />

Mikrocontroller-Elektronik, um verlässliche Messergebnisse über<br />

seine gesamte Lebensdauer hinweg zu gewährleisten. Ergänzend<br />

zur schnellen Ansprechzeit für Änderungen im Feuchtegehalt<br />

weist der Taupunkt-Sensor eine Genauigkeit von ± 2 °C auf. Der<br />

SF82 verfügt über duale, analoge und digitale Ausgänge für den<br />

Einsatz in der elektronischen Überwachung und auch im Cloudbasierten<br />

Rotronic Monitoring System (RMS). Mit mini-DIN- und<br />

M12 Pin-Anschlüssen sowie einer Vielzahl an Prozessanschlüssen<br />

ist der Sensor kompatibel mit allen globalen Standards für eine<br />

Einbindung in vorhandene Anlagen.<br />

www.michell.de


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Variationen von Sicherheit<br />

Für Anwendungen, bei denen<br />

der Safety-Standard nicht<br />

verwendet werden kann,<br />

bietet TWK Sonderlösungen<br />

an. So hat der Anbieter u. a.<br />

einen Safety-Drehgeber mit<br />

CANopen-Schnittstelle<br />

entwickelt, der ein spezielles<br />

Übertragungsprotokoll<br />

(SIL2/PLd) hat. In einem<br />

Anwendungsfall konnten die üblichen SRDO nicht mit den<br />

Übertragungsbedingungen genutzt werden, es musste ein modifiziertes<br />

Standard-Protokoll sein. In diesem Process Data Object<br />

(PDO) ist neben dem erforderlichen Positionsdatum eine<br />

8-Bit-Sequenznummer enthalten, die bei jedem neu ermittelten<br />

Positionswert um 1 dekrementiert wird. Zusätzlich wird über<br />

diese beiden Daten eine 24 Bit CRC erzeugt und auch in<br />

demselben PDO übertragen. Die einlesende Steuerung erwartet<br />

nun im festen Zeitraster das PDO des Drehgebers, und die beiden<br />

Maßnahmen stellen sicher, dass es sich um aktuelle Positionsdaten<br />

handelt, die durch eine CRC zusätzlich abgesichert sind.<br />

Durch diese Variation wird eine zertifizierbare Lösung möglich.<br />

www.twk.de<br />

Fünfmal kleiner als Vorgänger:<br />

Miniaturisierter CO 2<br />

-Sensor<br />

Sensirion stellt mit dem SCD40<br />

einen CO 2<br />

- und RH/T-Sensor vor,<br />

der einen Platzbedarf von nur<br />

einem Kubikzentimeter hat. Er<br />

eignet sich für Serienanwendungen<br />

und kostensensitive Einsatzbereiche.<br />

Der Miniatursensor ist<br />

fünfmal kleiner als das Vorgängermodell<br />

SCD30. Durch das<br />

photoakustische Prinzip konnte die Größe der optischen Kavität<br />

deutlich reduziert werden, ohne die Leistungsfähigkeit zu<br />

beeinträchtigen. Neben dem CO 2<br />

-Ausgangssignal liefert der<br />

Feuchte- und Temperatursensor zwei zusätzliche Sensorsignale.<br />

Eingesetzt werden kann er z. B. in Anwendungen im IoT-Bereich, in<br />

der Automobilindustrie, in HLK- und Haushaltsgeräten oder in der<br />

Konsumgüterbranche. Lufttauscher und intelligente Belüftungsanlagen<br />

in Immobilien verwenden CO 2<br />

-Sensoren dazu, die<br />

Belüftung energieeffizient und auf nicht störende Weise zu regeln.<br />

Die Sensoren können etwa in Luftqualitätsüberwachungssysteme,<br />

Luftreiniger und intelligente Thermostate integriert werden.<br />

www.sensirion.com<br />

Messunsicherheit automatisch berechnen<br />

Jede Messung in Forschung und Industrie ist mit einer gewissen Ungenauigkeit verbunden. Mit<br />

KiXact liefert Kistler eine Technologie, mit der sich Messunsicherheiten sicher und automatisch<br />

berechnen lassen. Die Lösung ist Teil des Datenerfassungssystems KiDaq. Die Ergebnisse lassen<br />

sich mit der mitgelieferten Software KiStudioLab analysieren. Externe Einflussfaktoren wie<br />

Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit werden im Programm für die jeweilige Messung<br />

hinterlegt und in die Berechnung miteinbezogen. Da der Hersteller die komplette Messkette liefert, ist diese Lösung bereits auf den<br />

Aufbau und die dazugehörigen Sensoren eingestellt. Damit ist sie unkompliziert und kann mehr, als nur ein Toleranzintervall liefern.<br />

Die Analyse erkennt frühzeitig, welche Faktoren in der Messkette die Messung beeinflussen und gibt dem Nutzer so die Möglichkeit,<br />

Parameter entsprechend anzupassen. Das Ergebnis sind aussagekräftigere Messungen mit geringerer Unsicherheit.<br />

www.kistler.com<br />

24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Mechanische Maschinenzugänge im<br />

Dauercheck<br />

Um mechanische Sperren in moderne<br />

Sicherheitskonzepte einzubinden, hat<br />

Contrinex eine neue Familie magnetisch-kodierter<br />

Sicherheitssensoren<br />

entwickelt. Die Kodierung (Typ 4 nach<br />

ISO 14119) verhindert nicht nur die<br />

gegenseitige Beeinflussung, sondern<br />

auch die Manipulation der Sensoren.<br />

Die Magnete arbeiten auch durch<br />

NE-Metalle oder durch die in der Pharma- und Lebensmittelindustrie<br />

üblichen unmagnetischen, rostfreien Stähle. Der<br />

Sicherheitssensor ist in einem IP67/IP6K9K-Gehäuse verbaut,<br />

das nach Kat. 4, PL e bzw. SIL 3 sowie nach den Kriterien von<br />

ECOLAB zertifiziert wurde. Bei 24 VDC (± 20 %) Betriebsspannung<br />

arbeitet er im Bereich von - 25 bis + 80 °C. Die materialdurchdringenden<br />

Magnetfelder ermöglichen einen abgeschirmten Einbau<br />

mit verdeckter Mechanik. Infolge wird die Schutzwirkung ver -<br />

bessert und es entstehen glatte, leicht zu reinigende Flächen.<br />

Staub- und Wasserresistenz ist ein weiteres Kriterium, das<br />

inbesondere bei Hygiene-Anwendungen zum Tragen kommt.<br />

www.contrinex.de<br />

4-in-1 Optomechanik-Bundle<br />

3D Optix bietet jetzt alle optomechanischen Bauteile in einem<br />

4-in-1-Komplettpaket an, mit denen sich vier anspruchsvolle<br />

Experimente einfach realisieren lassen. Mit dem Bundle können<br />

Anwender ein Michelson-Interferometer ( 1"/25 mm), einen<br />

Mach-Zehnder Interferometer-Autokorrelator ( 1"/25 mm),<br />

einen Intensitäts-Autokorrelator ( 1"/25 mm) oder ein breit -<br />

bandiges Pump-Probe-Experiment ( 1"/25 mm) bauen. Neben<br />

Wand- und Boden- bzw. Decken-Elementen enthält das Bundle<br />

auch Halterungen für die benötigten Linsen und Spiegel.<br />

Robuste<br />

Drucktransmitter<br />

im Metallgehäuse<br />

www.analogmicro.de<br />

Analog-Microelectronics.indd 1 02.09.<strong>2019</strong> 08:19:12<br />

Flexible Wireless-Safety-Integration<br />

Für eine flexible und<br />

platzsparende Umsetzung<br />

von „Wireless<br />

Safety“ hat Sigmatek das<br />

S-DIAS-System für die<br />

Hutschiene entwickelt.<br />

Das Modul mit den<br />

Abmessungen<br />

12,5 × 104 × 72 mm<br />

(B × H × T) besteht aus<br />

einer Standard-CPU in<br />

Kombination mit einem<br />

Safety Controller sowie<br />

Safety I/Os und<br />

entspricht SIL 3, PL e, Kat. 4. Zur Funkübertragung werden<br />

gängige WLAN-Access-Points eingesetzt. Bei mehreren mobilen<br />

Einheiten, wie etwa fahrerlosen Transportfahrzeugen, kann auch<br />

der zentrale Safety-Manager mit einem S-DIAS Safety-System<br />

realisiert werden. Die Funktion „Optional Switch“ versetzt<br />

Anwender zudem in die Lage, Sicherheitseinrichtungen in der<br />

Safety-Applikation passwortgeschützt über das HMI aktiv bzw.<br />

inaktiv zu schalten. Spezifische Anwendungen lassen sich über<br />

den Lasal SafetyDesigner konfigurieren. Der integrierte<br />

Debugger ermöglicht die grafische Darstellung aller Werte und<br />

stellt den Zustand und Signalfluss der Safety-Funktionen<br />

übersichtlich dar.<br />

www.lasercomponents.com<br />

www.sigmatek-automation.com<br />

Hochdynamisch, robust und präzise:<br />

Der neue Wegaufnehmer TF1<br />

Der innovative Linearsensor<br />

für die anspruchsvolle<br />

Positionsmessung −<br />

auch unter rauen Umgebungsbedingungen.<br />

• verschleißfreie, berührungslose<br />

Messung<br />

• minimalster Zeitverzug durch<br />

10 kHz Update Rate<br />

• störsicher auch in Magnetfeldnähe<br />

• flache Bauform<br />

• mit Analog-, SSI- CANopenoder<br />

IO-Link-Schnittstelle<br />

Überzeugen Sie sich:<br />

support@novotechnik.de<br />

Tel. +49 711 4489-250<br />

www.novotechnik.de


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Ein neue Klasse für sich<br />

Sensorlose Elektromotoren punkten in der Automatisierung<br />

In der Automatisierung überzeugen sensorlose Elektromotoren durch<br />

ihren hohen Wirkungsgrad und ihre kompakte Bauweise. Vorteil: Sie<br />

sparen Platz. Da weder Lüfter noch Sensoren verbaut sind, reduziert sich<br />

zudem der Aufwand für die Installation deutlich. Vorallem Anwendungen<br />

mit hohen Vibrationen kommen hier auf ihre Kosten.<br />

gebende Encoder wird somit verzichtet. Die<br />

Drehzahlabweichung liegt bei weniger als<br />

einem Prozent, die Positioniergenauigkeit<br />

bei ± einem Grad. Da die Regler sehr kompakt<br />

gebaut sind, sparen Anwender Kosten<br />

bei der Anschaffung, bei der Inbetriebnahme,<br />

bei der Wartung – und sind gleichzeitig<br />

flexibler bei der Konzeptionierung<br />

Der Lean Motor eignet sich für Automatisierungsaufgaben,<br />

bei denen hohe Vibrationen und Schwingungen entstehen.<br />

Einsatz von mehr oder höherwertigeren<br />

Materialien wie Kupfer. Dadurch fallen diese<br />

Motoren deutlich größer und schwerer aus.<br />

Sind nun statt Asynchronmotoren die neuen<br />

Lösungen von Stöber verbaut – etwa in Führungsschlitten<br />

von mehrachsigen Bearbeitungsmaschinen<br />

– verringert sich die<br />

mitfahrende Last deutlich. Konstrukteure<br />

k önnen hier kleinere Antriebe auslegen,<br />

Anwender sparen Energie sowie Kosten für<br />

die Komponenten. Damit ist es auch möglich,<br />

die Maschine selbst kleiner zu dimensionieren<br />

und Aufstellfläche einzusparen.<br />

Hinzu kommt: Durch die stark reduzierte<br />

Eigenschwungmasse lässt sich der Lean<br />

Motor im Vergleich zum Asynchronmotor<br />

mit Inkrementalgeber dynamischer und<br />

effizienter regeln.<br />

Bilder: Stöber Antriebstechnik<br />

www.stoeber.de<br />

Nach dem Prinzip „Bridge the Gap“ hat<br />

Stöber Antriebstechnik den sensorlosen<br />

Lean Motor erfolgreich am Markt etabliert.<br />

Die Lösung ist bei gleicher Leistung<br />

deutlich leichter und kleiner als ein Asynchron-<br />

und günstiger und robuster als ein<br />

Servoantrieb. Mit Wirkungsgraden bis zu<br />

96 % erreichen die Motoren die Effizienzklasse<br />

IE5. Maschinen können damit kompakter<br />

konzipiert werden und Anwender<br />

profitieren vom geringeren Energiebedarf<br />

und der langen Lebensdauer. Zum Einsatz<br />

kommt diese Motorklasse z. B. für dynamische<br />

Automatisierungsaufgaben in rauen<br />

Produktionsumgebungen.<br />

Kompakt und leistungsstark<br />

Mit dem Lean Motor lassen sich Drehzahl<br />

und Drehmoment stufenlos vom Stillstand<br />

bis zur Maximaldrehzahl bei voller Drehmomentkontrolle<br />

regeln – dabei arbeitet<br />

der Motor komplett ohne Sensorelemente.<br />

Dazu hat Stöber den Antrieb mit den Reglern<br />

SC6 und SI6 kombiniert. Auf positions­<br />

ihrer Anlage. Der große Vorteil dieser Baureihe:<br />

Da der Motor komplett ohne Sensoren<br />

auskommt, ist auch nur ein Standard-<br />

Leistungskabel ohne zusätzliche Adern<br />

oder Schirmung erforderlich. Das reduziert<br />

den Aufwand für die Installation deutlich.<br />

Optional ist der Lean Motor in Kombination<br />

mit dem gesamten Stöber Getriebe- und<br />

Zubehörprogramm erhältlich – z. B. mit<br />

einer robusten Federdruck-Bremse, die eine<br />

hohe Bremsleistung über die komplette<br />

Lebensdauer zur Verfügung stellt.<br />

Dynamischere Regelung<br />

Asynchronmotoren erreichen einen ähnlichen<br />

Wirkungsgrad meist nur durch den<br />

Vorteile auf einen Blick<br />

Der sensorlose Lean Motor ist bei<br />

gleicher Leistung deutlich kleiner als<br />

ein Asynchronantrieb und lässt sich<br />

platzsparend verbauen.<br />

Seine Vorteile sind:<br />

n Wirkungsgrad bis 96 %<br />

n robuste Bauweise<br />

n hohe Positioniergenauigkeit<br />

n geringer Installationsaufwand<br />

n stufenlose Regelung<br />

n schnelle Inbetriebnahme und<br />

geringe Wartungskosten


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Effiziente Lagerungen für die Robotik<br />

Industrieroboter haben sich im Wettlauf um effiziente<br />

<strong>Automation</strong>slösungen für verschiedene Handlings- und<br />

Bearbeitungsaufgaben etabliert. Für die Belastbarkeit,<br />

Dynamik und Präzision der Roboter spielen die Gelenkarmlagerungen<br />

eine entscheidende Rolle. Schaeffler bietet<br />

Lösungen für jede der sechs Achsen mit ihren spezifischen<br />

Anforderungen. Die untere Drehlagerung der Achsen eins<br />

und zwei eines Roboters nimmt das gesamte Gewicht und<br />

die größten Kippmomente auf. Erschwerend kommt hinzu,<br />

dass sich die Verkippungen in der Lagerung bis zum Tool -<br />

centerpoint TCP vervielfachen. Schaeffler bietet hierfür<br />

bspw. die aus dem Werkzeugmaschinenbereich bekannten<br />

und sehr kippsteifen zweireihigen INA-Axialschrägkugellager<br />

ZKLDF an.<br />

www.schaeffler.com<br />

Roboter integration<br />

im Fertigungsumfeld<br />

VWH setzt in Kooperation mit<br />

Stäubli International verstärkt<br />

auf Robotik-Lösungen.<br />

Grundkomponenten werden mit<br />

anwendungsspezifischen<br />

Greifsystemen ausgestattet und<br />

erhalten eine adäquate Ablaufprogrammierung.<br />

Die Roboter<br />

eignen sich für das Palettieren,<br />

die Handhabung von Bauteilen<br />

und zum Verfahren von<br />

Werkzeugen. Dank der Offline-<br />

Programmierung im Vorfeld lässt<br />

sich die Dauer der Inbetriebnahme<br />

verkürzen. Eine hohe<br />

Genauigkeit wird das Setzen von<br />

Teach-Punkten mittels<br />

3D-Modell erreicht. Kamerageführtes<br />

Positionieren der<br />

Robotergreifhand, die Kombination<br />

mit einem Linearantrieb<br />

zum Verfahren des gesamten<br />

Roboters oder die Einbringung<br />

von Schnittstellen zum<br />

Menschen in Mensch-Roboter-<br />

Kollaborationen lassen sich in<br />

den Prozess integrieren. Diese<br />

individuell erweiterbaren Cobot-<br />

Lösungen werden von der VWH<br />

GmbH projektiert, mit passgenauen<br />

Greifsystemen (End-of-<br />

Arm-Tooling) bestückt und direkt<br />

in die Prozesse integriert.<br />

www.vwh.de


EVENT<br />

DIGITALISIERUNG:<br />

LIVE ERLEBEN, WAS<br />

WIRKLICH WICHTIG IST<br />

Am 28. und 29. Oktober <strong>2019</strong> veranstalten<br />

O+P Fluidtechnik und der VDMA in der Stadthalle<br />

Sindelfingen den 1. Fach-Congress HydrauliX.<br />

Wir sprachen mit Carmen Nawrath,<br />

Organisatorin des Events, über die Details.<br />

Frau Nawrath, Ende Oktober startet der 1. Fach-Congress<br />

HydrauliX zum Thema Digitalisierung in der Hydraulik.<br />

Warum gerade jetzt?<br />

Der Digitalisierungsbedarf in der Industrie steigt stetig und stellt<br />

die Hydraulik vor neue Herausforderungen. Er bestimmt den<br />

Transformationsbedarf der gesamten Wertschöpfungskette über<br />

nahezu alle Branchen der Industrie. Gerade deshalb ist es so<br />

wichtig, für die beteiligten Akteure eine Plattform für den informationellen<br />

Austausch zu schaffen. Der Fachverband Fluidtechnik<br />

im VDMA als inhaltlicher Träger und der Veranstalter Vereinigte<br />

Fachverlage GmbH schaffen gemeinsam mit der Redaktion<br />

O+P Fluidtechnik eine hochkarätige Veranstaltung.<br />

Warum ist der Fach-Congress HydrauliX ein Muss-Termin<br />

für alle Hydrauliker?<br />

Digitalisierte, vernetzte und intelligent gesteuerte fluidtechnische<br />

Produkte ermöglichen die Entwicklung neuer Lösungen und Services<br />

in den verschiedensten Anwenderbranchen. Das macht die<br />

Unternehmen auch in der Hydraulik fit für die Zukunft und erfolgreich<br />

im Wettberwerbsumfeld. Den Teilnehmer erwarten hochkarätige<br />

Vorträge und Präsentationen im Congress und eine Ausstellung<br />

von innovativen Highlights, die wertvolle, anwenderbezogene<br />

Impulse geben.<br />

Welche Themen sind die Fokus-Themen?<br />

In den Keynotes zeigen Prof. Dr.-Ing. Jürgen Weber, Technische<br />

Universität Dresden, und Dr. Steffen Haack, Bosch Rexroth AG,<br />

den Status quo der Branche und geben einen Ausblick in die zukünftige<br />

rasante Entwicklung in der Digitalisierung der Hydraulik.<br />

Auf den Marktplätzen der begleitenden Ausstellung werden die<br />

Themengruppen „IoT-Produkte“, „Sensorik & Connectivity“ sowie<br />

„Datenmanagement, digitaler Zwilling und entsprechende<br />

Business-Modelle“ anwendungsbezogen demonstriert. Darüber<br />

hinaus erwarten den Besucher spannende Vorträge aus Sicht des<br />

Maschinenherstellers und des -betreibers. Zu den weiteren Highlights<br />

des Programms zählen auch eine Podiumsdiskussion, Innovationspitches<br />

sowie eine Awardverleihung.<br />

Was hat es mit dem Award auf sich?<br />

Innovative Produkte werden den Teilnehmern in Kurzpräsentationen<br />

während des Kongresses vorgestellt. Anschließend entscheiden<br />

die Teilnehmer in einer Live-Online-Abstimmung, welches<br />

Produkt den „HydrauliX Innovation Award“ erhält. Der Sieger<br />

wird im Anschluss in „O+P Fluidtechnik“ präsentiert.<br />

HYDRAULIX 1. FACH-CONGRESS<br />

„DIGITALISIERUNG IN DER HYDRAULIK“<br />

AUF EINEN BLICK<br />

Der Fach-Congress ist eine Kooperations-Veranstaltung des<br />

Fachverbandes Fluidtechnik im VDMA und O+P Fluidtechnik.<br />

Zwei starke Partner schaffen eine wirkungsvolle Plattform<br />

zum Austausch zwischen Hersteller, Anwender und Betreiber.<br />

HydrauliX liefert Antworten auf die aktuellen Fragestellungen;<br />

Megatrends wie die digitale Transformation und<br />

Industrie 4.0 stellen auch die Hydraulikbranche vor neue<br />

Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.<br />

Welcher Transformationsbedarf und folglich welche<br />

Anforderungen entstehen durch diesen Technologie-Wandel?<br />

Dies steht im Fokus der Veranstaltung.<br />

MARKTPLÄTZE DER INNOVATIONEN<br />

Die begleitende Ausstellung zeigt an verschiedenen<br />

Themen-Plätzen Anwendungen und Exponate der<br />

Innovationstreiber der Branche.<br />

Marktplatz 1 „IoT-Produkte“<br />

Marktplatz 2 „Sensorik & Connectivity“<br />

Marktplatz 3 „Daten, digitaler Zwilling, Business-Modelle“<br />

Jetzt anmelden: www.hydraulix-congress.de<br />

oder bit.ly/hydraulix<br />

Es lohnt sich, bereits am Vorabend anzureisen, oder?<br />

Schon am Vorabend treffen sich die Teilnehmer mit den Ausstellern<br />

und Referenten zum Come-Together in der Stadthalle<br />

Sindelfingen. Hier gibt es Gelegenheit zu guten Fachgesprächen<br />

und regem Networking. HydrauliX ist das Event des Jahres –<br />

ein Muss für Hersteller, Maschinenbauer und Endanwender<br />

der Hydraulik!<br />

www.hydraulix-congress.de<br />

28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

19"-PC-System mit 56 PCI-Express Lanes<br />

www.icp-deutschland.de<br />

Für Einsätze mit sehr hohen Anforderungen an Performance, Datenspeicherkapazität<br />

und Übertragungsgeschwindigkeit bietet ICP Deutschland das 19" PC<br />

System Grand-C422 an. Es lässt sich mit einem 4 bis 18 Core Prozessor der<br />

Intel-Xeon-W-Familie auf Basis des LGA2066-Sockels bestücken. Seine<br />

Wasserkühlung kann bis zu 250W TDP Abwärme abführen. Der DDR4-Arbeitsspeicher<br />

kann entsprechend der Rechenleistung von 32 auf 256 GB ausgebaut<br />

werden. Die hohe Performance zeigt sich auch in den bis zu 56PCIe-Lanes. Als<br />

Massenspeichermöglichkeiten stehen neben sechs 2,5" und 12 × 3,5" SATA 6Gb/s<br />

Einbauschächten auch ein M.2 NVMe Slot und zwei U.2 Schnittstellen zur<br />

Verfügung. Neben einer Intel GbE Netzwerkschnittstelle bietet das System auch eine<br />

Aquantia AQC107 Netzwerkschnittstelle mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von<br />

10 Gb/s an. Einsatzgebiete sind z. B. KI-Trainingssysteme oder Hochleistungssysteme<br />

für die Bildverarbeitung, Rendering oder Mining.<br />

Virtueller Sensor ermittelt sichere<br />

Geschwindigkeit<br />

B&R hat mit dem Safe Speed Observer einen virtuellen Sensor für<br />

den Servoverstärker vom Typ Acopos P3 entwickelt. Der Sensor<br />

ermittelt die Geschwindigkeit sicherheitsgerichtet nach SIL2/<br />

PLd/Kat. 3 und ermöglicht die Verwendung der Sicherheitsfunktion<br />

sicher begrenzte Geschwindigkeit (Safely Limited Speed).<br />

Der Safe Speed Observer<br />

berechnet aus den elektrischen<br />

Stellgrößen eines<br />

permanenterregten<br />

Synchronmotors und<br />

anhand zweier redundanter<br />

Modelle des Motors<br />

die sichere Geschwindigkeit.<br />

Damit wird ein hohes<br />

Sicherheitslevel erreicht.<br />

Der virtuelle Sensor kann für lineare und rotative Synchronmotoren<br />

eingesetzt werden.<br />

In der Automatisierungssoftware <strong>Automation</strong> Studio lässt sich der<br />

virtuelle Sensor einfach über das Geberinterface und die sichere<br />

Parametrierung der Motorparameter konfigurieren. Der<br />

Anwender kann die Sicherheitsfunktionen der Achse über die<br />

Sicherheits-Library verwenden. Ermöglicht wird diese Lösung zur<br />

sicheren Überwachung der Geschwindigkeit durch Safemotion,<br />

der Integration der Sicherheitstechnik direkt in den Antrieb.<br />

www.br-automation.com<br />

Sicher begrenzte Geschwindigkeit von<br />

Linearantrieben<br />

Die neuen linearen<br />

Motor-Feedback-<br />

Systeme TTK50S und<br />

TTK70S von Sick<br />

ermöglichen eine<br />

sicherheitsgerichtete<br />

Bewegungs- und<br />

Positionserfassung<br />

von Linearachsen.<br />

Zertifiziert nach SIL2<br />

und PL d unterstützen<br />

sie die Funktionalität SLS (Safety Limited Speed / sicher<br />

begrenzte Geschwindigkeit) in sicheren Antriebsregelungen. Die<br />

Hiperface-Schnittstelle der Motor-Feedback-Systeme gewährleistet<br />

zudem eine nahtlose Integration in die Antriebssteuerung.<br />

Über die Sicherheitsfunktion SLS ist sichergestellt, dass<br />

Geschwindigkeitsgrenzwerte nicht überschritten werden. Greift<br />

eine Person in den Verfahrweg ein, wird das Tempo des Linearantriebs<br />

reduziert und er muss nicht komplett angehalten<br />

werden. Der TTK50S und der TTK70S nach SIL 2 (IEC 61508),<br />

SIL CL 2 (IEC 62061) und PL d (EN ISO 13849) bieten im Betrieb<br />

eine Auflösung von weniger als 1 µm sowie eine Genauigkeit von<br />

± 10 µm. Linearachsen oder -module sollen sich auch bei<br />

Geschwindigkeiten bis zu 10 m/s präzise positionieren lassen.<br />

www.sick.de<br />

Sicherheit bei MRK-Anwendungen neu definiert<br />

Ein kompakter Cobot, der für die sichere Mensch-Roboter-Kollaboration neue Standards setzen soll,<br />

ist der Cobotta von Denso Robotics. Die Sicherheit wird durch ein inhärent-sicheres Design – d. h.<br />

Leichtbau-Arm ohne scharfe Kanten und Quetschstellen, minimal mögliche Kräfte, Drücke durch<br />

entsprechende Antriebstechnik – gewährleistet. Funktionale Sicherheit erreicht der Roboter, indem<br />

die Drehmomente und Geschwindigkeiten aller Achsen kontinuierlich sicher überwacht werden.<br />

Auch die Geschwindigkeit (bis 900 mm/s) ist der direkten Zusammenarbeit mit Menschen<br />

angepasst. Das bedeutet, dass ist je nach Applikation und Risikobeurteilung keine Sicherheitszelle<br />

erforderlich ist. Mit der App „Cobotta World“ können Handhabungs- und Pick-and-Place-Aufgaben<br />

über das Tablet erstellt werden. Mit der App „Remote TP“ können Experten auch komplexe Applikationen<br />

mit der Denso-Roboterprogrammiersprache PacScript mit einem virtuellen Roboter Teach-<br />

Pendant erstellen.<br />

www.densorobotics-europe.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 29


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Dosieren, mischen und abfüllen<br />

Panel-PCs bringen exakte und komfortable Bedienbarkeit in den Wäge-/Verpackungsprozess<br />

Das Wiegen und Verpacken loser<br />

Produkte von der Schraube bis zum<br />

Fertiggericht ist gar nicht so einfach<br />

wie man vielleicht denken mag.<br />

Eine neue Generation Panel-PCs<br />

erlaubt das komfortable Bedienen<br />

solcher Anlagen und sorgt damit<br />

für einen reibungslosen Prozess, wie<br />

das Beispiel von Yamato Scale zeigt.<br />

Bis Salz, Nudeln, Nüsse oder Bonbons<br />

hygienisch verpackt im Supermarktregal<br />

stehen, bedarf es zwischen Produktion und<br />

der eigentlichen Verpackung noch einiger<br />

Prozessschritte. So müssen die Güter nicht<br />

nur exakt abgewogen werden – manchmal<br />

kommt es auch auf die perfekte Kombination<br />

der Zutaten an, damit z. B. Studentenfutter<br />

auch wirklich die auf der Verpackung<br />

angegebene Zusammensetzung hat oder<br />

die Farben innerhalb einer Bonbontüte<br />

gleichmäßig verteilt sind.<br />

Das japanische Unternehmen Yamato<br />

Scale gehört zu den wenigen weltweiten<br />

Spezialisten für diese Aufgaben. Der Hersteller<br />

von industriellen Wägesystemen<br />

für die Nahrungsmittel-, Chemische- und<br />

Hardwareindustrie ist seit mehr als 25 Jahren<br />

in Deutschland vertreten und etablierte<br />

sich in dieser Zeit als zuverlässiger Lieferant<br />

von Wägetechnik und Systemlösungen für<br />

den Verpackungsprozess.<br />

Mehrkopfwaagen für anspruchsvolle<br />

Verpackungsprozesse<br />

Immer dann, wenn es nicht um Stückzahlen,<br />

sondern um Gewicht oder eine<br />

Kombination verschiedener Gewichte<br />

geht, wird die Portionierung besonders anspruchsvoll.<br />

Während sich kleine Buchstabennudeln<br />

noch recht einfach auf das<br />

gewünschte Abfüllgewicht bringen lassen,<br />

sieht es bei Hähnchennuggets schon ganz<br />

anders aus. Sie sind Unikate und unterschiedlich<br />

schwer. Damit trotzdem in die<br />

Tüte kommt, was die Verpackung verspricht,<br />

ist das Auswiegen dieser besonderen<br />

Produkte gar nicht so einfach.<br />

Mehrkopfwaagen sind die gebräuchlichste<br />

Lösung für solche Aufgaben. Sie bestehen<br />

aus vielen, im Kreis angeordneten Kammern,<br />

in die das zu verpackende Gut in<br />

kleinen Losgrößen hinein fällt. Der Inhalt<br />

jeder Kammer wird einzeln gewogen und<br />

die Steuerung der Anlage errechnet nun<br />

aus den Inhalten der einzelnen Behälter<br />

blitzschnell die perfekte Kombination, die<br />

der gewünschten Menge so exakt wie<br />

möglich kommt und wirft die Produkte<br />

dann gemeinsam aus, um sie der eigentlichen<br />

Verpackungsmaschine zuzuführen.<br />

Noch während dieses Vorgangs wird aus<br />

den anderen Kammern schon die nächste<br />

Kombination errechnet, sodass mehrere<br />

Hundert Portionen pro Minute das Wiegesystem<br />

verlassen können.<br />

Anlagen, so unterschiedlich wie<br />

die Anwendung<br />

Da die Kunden von Yamato Scale eine Verpackungslinie<br />

normalerweise für ganz<br />

unterschiedliche Produkte nutzen, können<br />

die Bediener die Mehrkopfwaage nach den<br />

jeweiligen Anforderungen einstellen. So<br />

lassen sich hier bspw. die zu verpackenden<br />

Produkte auswählen, das Gewicht oder<br />

auch Rezepturen, falls es sich um Mischungen<br />

wie Studentenfutter oder Bonbons<br />

handelt. „Jede unserer Maschinen ist ein<br />

Unikat und wird speziell auf die Bedürfnisse<br />

des Kunden zugeschnitten“ erklärt<br />

Marketingleiterin Blogavesta Lohwasser,<br />

die am Standort Willich tätig ist. Hier sitzt<br />

das Vertriebs- und Ingenieurbüro, das für<br />

jede konkrete Aufgabe die passende Lösung<br />

entwirft und dann möglichst aus Standardkomponenten<br />

gefertigt wird. Auch die Benutzeroberfläche<br />

wird hier nach Kundenvorgabe<br />

realisiert; ebenso das Hinterlegen<br />

Florian Raupach, Produktmanager, Wachendorff<br />

Prozesstechnik GmbH & Co. KG, Geisenheim<br />

01 Mehrkopfwaagen<br />

bestehen aus<br />

unterschiedlichen<br />

Kammern, deren<br />

Inhalte zur vorge ­<br />

sehenen Menge<br />

kombiniert werden


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Panel-PC als Allround-Talent<br />

02 Der Panel-PC ViTAM lässt sich passend zu jeder Applikation konfigurieren und<br />

steht in vielen unterschiedlichen Varianten und Eigenschaften zur Verfügung<br />

von Rezepturen, die dann später mit einem<br />

Fingertipp abgerufen werden können.<br />

Bedienbarkeit über mehrere<br />

Ebenen hinweg<br />

„Alle Anlagen besitzen ein Bedientableau,<br />

das aus unserer eigenen Produktpalette<br />

kommt und direkt an der Waage montiert<br />

ist“, erklärt Fabian Sievers, der als Applikationsingenieur<br />

für die Technik zuständig<br />

ist. „Üblicherweise befinden sich unsere<br />

Anlagen eine Etage (Ebene) über den<br />

eigentlichen Verpackungsmaschinen, da<br />

die jeweilige Abfüllmenge bzw. Portion an<br />

der Unterseite der Waage herausfällt. So<br />

kann das Produkt auf der unteren Ebene,<br />

auf Arbeitshöhe der Verpackungslinie, am<br />

einfachsten weiterverarbeitet werden. Manche<br />

unserer Kunden wünschen sich an der unteren<br />

Verpackungslinie eine zusätzliche Bedienmöglichkeit<br />

für die Waage, damit sie<br />

auch hier jederzeit Werte einsehen oder<br />

Anpassungen vornehmen können, ohne<br />

dafür Treppen steigen zu müssen.“ so Sievers<br />

weiter.<br />

Um hier eine adäquate Lösung zu finden,<br />

suchte er im Internet nach Panel-PCs, die<br />

das Bedientableau als Remotelösung abbilden<br />

und so relativ einfach die Bedienung<br />

von beliebiger, weiterer Stelle ermöglichen.<br />

Dabei gab es allerdings ein paar Eigenschaften,<br />

die der Panel-PC unbedingt haben<br />

musste: Äußerst robust für den Einsatz in<br />

der Lebensindustrie, hochwertig designed<br />

und mit einer flexiblen Grafik ausgestattet.<br />

Fündig wurde er schließlich bei Wachendorff<br />

Prozesstechnik. „Der Name war mir<br />

schon ein Begriff und von der ersten Anfrage<br />

an haben wir uns gut aufgehoben gefühlt“,<br />

erklärt er, warum seine Wahl damals<br />

auf das Unternehmen aus dem Rheingau<br />

gefallen war. Schon beim ersten Gespräch<br />

mit Vertriebsingenieur Benjamin Ochsendorf<br />

wurde ihm ein Testgerät angeboten und auch<br />

bei den speziellen Fragen zur Grafik erhielt<br />

er kompetente Unterstützung aus dem<br />

Wachendorff-Support. „Da jede unserer<br />

Maschinen eine Einzelanfertigung ist,<br />

schätzen wir diese persönliche Unterstützung<br />

ganz besonders. Je nachdem, wo<br />

unsere Kunden den Panel-PC platzieren<br />

möchten, brauchen wir ja ganz unterschiedliche<br />

Eigenschaften – etwa spezielle<br />

Touch-Oberflächen für die Bedienung mit<br />

Handschuhen“, so Sievers.<br />

Momentan steht im Labor in Willich eine<br />

Mehrkopfwaage, die mit einer Videokamera<br />

versehen wurde. Sie beobachtet von oben<br />

den Füllstand der einzelnen Kammern und<br />

auch ihre Bilder werden zusammen mit der<br />

Bedienoberfläche auf dem ViTAM Panel-PC<br />

von Wachendorff dargestellt. Die eingehauste<br />

Anlage in Kombination mit der Kamera soll<br />

für die Verpackung von Tiefkühlprodukten<br />

zum Einsatz kommen. „So können die Bediener<br />

von außen sehen, was los ist. Auf diese<br />

Weise wollen wir unseren Kunden noch<br />

mehr Komfort bieten und die Reaktionszeiten<br />

bei Störungen verringern“ erklärt Sievers, der<br />

glücklich ist, mit Wachendorff einen leistungsstarken<br />

Partner gefunden zu haben.<br />

Bilder: Aufmacher Yamato Scale, sonst. Wachendorff<br />

Prozesstechnik<br />

www.wachendorff-prozesstechnik.de<br />

Panel-PC der neuesten Generation<br />

Die Panel-PC der ViTAM-Serie von Aplex setzen auf höchste Qualität der Bauteile und<br />

ein lüfterloses Design. Das robuste Edelstahl-Gehäuse (IP66/IP69K) ist vollständig<br />

geschlossen sowie das Display rahmenbündig montiert, sodass sich keine Verunreinigungen<br />

festsetzen können. Eine Vielfalt an Display-Größen und Erweiterungsoptionen<br />

ermöglichen die Konfiguration des optimalen Panel-PC für jeden Anwendungsfall.<br />

Auch beim Prozessor und dem Betriebssystem haben ViTAM-Anwender die Wahl.<br />

Die M12-Anschlussmöglichkeit bietet einen absolut dichten Übergang zwischen<br />

Kabel und Panel-PC, der auch Vibrationen standhält. Die Displays sind von 10,1"<br />

bis zu 24" erhältlich und wahlweise mit projiziert kapazitiven oder resistiven Touch<br />

ausgestattet. Letztere können auch mit Handschuhen bedient werden. Weiterführende<br />

Informationen erhalten Sie unter www.wachendorff-prozesstechnik.de/panel-pc.<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 31


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

01 Der industrielle Thin Client<br />

vereint die neuesten Technologien in<br />

einem robusten Aluminiumgehäuse<br />

Eine starke Verbindung<br />

Thin Clients erlauben den Zugriff auf virtualisierte<br />

Anwendungen in der Automatisierungstechnik<br />

Die voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung in der Industrie<br />

ebnet den Weg für neue Technologien. Hierzu zählt auch der Einsatz<br />

von industriellen „Thin Clients“ anstatt konventioneller,<br />

industrietauglicher PCs. In Kombination mit Virtualisierung verspricht<br />

die leistungsstarke Computertechnologie einen einfacheren und<br />

effizienten Umgang mit Betriebssystemen und Softwareupdates.<br />

Lesen Sie mehr über die Technik im Einsatz.<br />

Dr. Marc Seißler, Product Portfolio Manager<br />

HMI, Pepperl+Fuchs AG, Mannheim<br />

technologie und Remote Protokolle wie<br />

Microsoft RDP auf die Bildschirminhalte<br />

der virtuellen Maschinen zu. Da für diesen<br />

netzwerkbasierten Zugriff nur wenige Rechenressourcen<br />

auf Seiten des Clients benötigt<br />

werden, kommen häufig Endgeräte mit<br />

wenig Rechenleistung zum Einsatz – was<br />

den Begriff Thin Client erklärt.<br />

Kompakter Rechner bietet hohe<br />

Installationsflexibilität<br />

Vergleichbar zu industriellen PCs, zeichnen<br />

sich industrietaugliche Thin Clients ebenso<br />

dadurch aus, dass ihre Hardware für die<br />

Herausforderungen der Automatisierungstechnik<br />

zugeschnitten ist. Hierzu zählt ein<br />

erweiterter Temperaturbereich, ein erhöhter<br />

IP-Gehäuseschutz, der Verzicht auf rotie-<br />

Mit dem Einzug von „Virtualisierung“ in<br />

die Automatisierungstechnik, ergeben<br />

sich neue Möglichkeiten für den Einsatz<br />

von Thin Clients. Während die Virtualisierung<br />

dazu führt, dass physische Rechner<br />

immer mehr durch virtuelle Maschinen ersetzt<br />

werden, die auf zentralisierten Servern<br />

bzw. Workstations zusammengefasst und<br />

ausgeführt werden, stellen Thin Clients die<br />

Endgeräte für den Zugriff auf virtuelle<br />

Maschinen dar. Die Computertechnologie<br />

stellt somit die Benutzerschnittstelle für die<br />

Anwender dar, über die sie die virtuellen<br />

Maschinen bedienen können. Dazu greifen<br />

die Geräte per standardisierter Netzwerkrende<br />

Teile wie Lüfter und Festplatten sowie<br />

die Robustheit gegenüber mechanischen<br />

Schwingungen.<br />

Neben den Hardware-Aspekten sind die<br />

Langzeitverfügbarkeit sowie der Langzeitsupport<br />

der Geräte von besonderer Bedeutung,<br />

um die Qualifizierungsaufwände der<br />

Hardware möglichst gering zu halten. Die<br />

Thin-Client-Technologie gibt es in verschiedenen<br />

Produktformen, die für verschiedene<br />

Einsatzszenarien optimiert sind.<br />

Einen typischen Vertreter der industriellen<br />

Box Thin Clients stellt der BTC12 von<br />

Pepperl+Fuchs dar. Hierbei handelt es sich<br />

um einen kompakten Rechner, der aus<br />

einem robusten, IP4x-zertifizierten Aluminium-Gehäuse<br />

besteht. Da der BTC12<br />

bis + 60 °C Betriebstemperatur spezifiziert<br />

ist, bietet er eine hohe Installationsflexibilität<br />

und kann z. B. in Schaltschränken oder<br />

Containern platzsparend installiert werden.<br />

Neben dem Einsatz im produktionsnahen<br />

Umfeld eignet sich das Gerät auch für den<br />

Einsatz in Leitwarten, Trainings- und Briefing-Räumen.<br />

Aufgrund der Verwendung<br />

der neuesten Intel-Apollo-Lake-Prozessorplattform<br />

und zweier DisplayPort-1.2-<br />

Schnittstellen bietet das Produkt eine native<br />

Unterstützung der Ultra HD (4K) Bildschirmauflösung<br />

bei 60 Hz. Das erlaubt flüssiges<br />

Arbeiten mit Großbildschirmen, die mehr<br />

und mehr Einzug in Leitwarten halten.<br />

Auch hier ist der erweiterte Temperaturbereich<br />

von Vorteil, da sich die Geräte bevorzugt<br />

in abgeschlossenen Containern<br />

installieren lassen, um diese vor unberechtigten<br />

Fremdzugriffen zu schützen.<br />

Thin Clients mit integriertem<br />

Monitor<br />

Thin-Client-basierte Panel-PCs und Workstations<br />

kombinieren einen industrietauglichen<br />

Thin-Client-Rechner und ein industrietaugliches<br />

Display mit Touchscreen-<br />

Funktionalität zu einem Gerät. Sie sind<br />

somit für produktionsnahe Anwendungen<br />

geeignet, bei denen die Benutzer mit dem<br />

System interagieren müssen. Während die<br />

Panel-PCs für den Schalttafeleinbau in<br />

Schaltschränken geeignet sind, zeichnen<br />

sich Workstations dadurch aus, dass sie aufgrund<br />

des Umgehäuse sowie Standfuß-,<br />

Wand- und Deckenmontagelösungen auch<br />

32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

herstellern wie McAfee Endpoint Security<br />

unterstützt. Diese neuen Features reduzieren<br />

das Risiko einer Infiltrierung, bzw.<br />

das Speichern von Schadsoftware auf ein<br />

Minimum.<br />

02 Thin Clients greifen auf virtualisierte Workstations zu und stellen die<br />

Benutzerschnittstelle für die Anwender dar<br />

ohne einen Schaltschrank einfach installiert<br />

werden können.<br />

Da die Nähe zum Prozess meistens höhere<br />

Anforderungen an den Gehäuseschutz stellt,<br />

sind die Panel-PCs und Workstations häufig<br />

durch ein IP65-Gehäuse geschützt. Aufgrund<br />

des modularen Aufbaus und der Trennung<br />

von Display, Thin Client und Netzteil erleichtert<br />

diese Plattform den Service der Geräte.<br />

Trotz Modularisierung bietet die Produktfamilie<br />

der Serie Visunet GXP ebenfalls einen<br />

vollständigen, rundum IP66-Schutz. Eine Besonderheit<br />

dieser Thin-Client-Serie stellt ihre<br />

Zertifizierung für den Einsatz in explosionsgefährdeten<br />

Bereichen dar. Neben einer Zulassung<br />

für Atex-Richtlinie und IECEx Zone<br />

1/21 besitzt sie weitere, länderspezifische<br />

Ex-Zulassungen, die die Produktfamilie zu<br />

einem global einsetzbaren, Panel PC- und<br />

Workstation-Serie machen, die auf der Thin-<br />

Client-Technologie basiert.<br />

Thin-Client-Firmware für die<br />

Automatisierungstechnik<br />

Neben den besonderen Ansprüchen an die<br />

Hardware, stellt die Automatisierungstechnik<br />

weitere Anforderungen an die Thin-Client-Software.<br />

Pepperl+Fuchs bietet mit der<br />

Thin-Client-Firmware Visunet RM Shell 5<br />

eine zugeschnittene Thin-Client-Firmware<br />

an, bei der ein Fokus auf Sicherheit, Zuverlässigkeit<br />

und Benutzerfreundlichkeit liegt.<br />

Die Firmware basiert auf Windows 10 IoT<br />

Enterprise LTSB – der langzeitverfügbaren<br />

Windows-Version von Microsoft. Neben der<br />

Verwendung von Mechanismen wie dem<br />

Universal Write Filter (UWF), einer Firewall<br />

und dem Schutz vor Zugriff auf USB-Speichermedien,<br />

unterstützt die Visunet RM<br />

Shell 5 auch Virenscanner. Zusätzlich zum<br />

Standard-Virenscanner vom Typ Windows<br />

Defender, werden Virenscanner von Dritt-<br />

Zentrale Verwaltung: Effizientes<br />

Management-Werkzeug<br />

Die Vernetzung der Thin Clients per Ethernet<br />

bietet zudem den großen Vorteil einer zentralen<br />

Konfigurierbarkeit. Hier bietet das Unternehmen<br />

eine eigene Software zur zentralen<br />

Verwaltung aller herstellereigenen Thin-<br />

Client-Systeme – ganz gleich ob Box-Thin-<br />

Client, Thin-Client-basiertem Panel-PC oder<br />

Workstation. Dies bedeutet für den Einrichter<br />

und Anwender eine Erleichterung, da sich die<br />

Geräte auch aus der Ferne verwalten lassen.<br />

Mit dem neuesten Feature, einem<br />

Ge räte-Clone-Wizard wird der Geräteaustausch<br />

im Falle eines Defekts noch<br />

einfacher: Mit der Funktion können die<br />

Einstellungen und Profile eines Quell-<br />

Geräts auf eine beliebige Anzahl an Ziel-<br />

Geräten übertragen werden. Somit werden<br />

die Einrichtung und Verwaltung von großen<br />

Thin-Client-Installationen noch effizienter.<br />

Neben der Einrichtung können dank des<br />

Control Centers auch Schichtleiter von der<br />

zentralen Überwachung profitieren: Mithilfe<br />

des „Session Shadowings“ können alle<br />

Monitorinhalte der Thin Clients überwacht<br />

werden und im Bedarfsfall die Anwender<br />

aus der Ferne unterstützt werden.<br />

Bilder: Schmuckbild Fotolia, sonstige Pepperl+Fuchs<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

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Volles Programm<br />

für PROFINET<br />

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CODESYS-PROFINET-Steuerungen, als HMI mit PROFINETController,als IP67-SPSmit PROFINETController und Device oder<br />

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INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Damit die Energiebilanz stimmt<br />

Monitoring-Software als Schlüssel zu einer ressourcenschonenden Industrie 4.0<br />

Ob in geringem oder hohen Maße – die Digitalisierung kann für kleine<br />

und mittlere Unternehmen mit hohen Investitionen verbunden sein.<br />

Ein Automatisierungsspezialist will das ändern und bringt deshalb<br />

sein Know-how in das sogenannte titan-Forschungsprojekt ein. Hier<br />

entwickeln Fachleute aus Wirtschaft und Forschung eine wirtschaftliche<br />

Monitoring-Software, die u. a. Predictive Maintenance-Anwendungen<br />

ermöglichen soll.<br />

chen, sondern auch IT-Experten und Wissenschaftler.<br />

Jeder Partner bringt seine<br />

Kenntnisse und Fähigkeiten ein, sodass den<br />

Planern detailliertes Wissen aus den Anwendungsbereichen<br />

Drucktechnik, Inspektionssysteme,<br />

Gebäudetechnik, Schifffahrt<br />

und Automatisierungstechnik zur Verfügung<br />

steht.<br />

Ein zukunftsgerichtetes Projekt<br />

Hesch wurde 2018 auf das titan-Projekt aufmerksam.<br />

Auf der Fachmesse „all about<br />

automation“ in Hamburg lernte Vertriebsleiter<br />

Uwe Glockmann Oliver Dissars, einen<br />

der Geschäftsführer des Kieler Software-<br />

Spezialisten wobe-systems GmbH, kennen.<br />

Die Firma entwickelt u. a. Software für die<br />

industrielle Automatisierung, die Systemintegration<br />

und die Nutzung von Produktions-<br />

Es sind ambitionierte Ziele, die sich die<br />

Projektpartner aus Wissenschaft und<br />

Wirtschaft gesetzt haben: Sie wollen eine<br />

Plattform schaffen, auf der verschiedene IT-<br />

Systeme eines Unternehmens zusammengefasst<br />

werden. Die titan-Software soll die<br />

Daten aller Maschinen und Anlagen eines<br />

Betriebes sammeln. In einem virtuellen<br />

Leitstand werden sie dann angezeigt und<br />

geben dem Personal wichtige Informationen<br />

für die Prozessoptimierung. titan soll<br />

als OpenSource-Lösung für alle Anwender<br />

frei zugänglich sein, d. h. jeder Nutzer wird<br />

die Plattform erweitern und an seine Anforderungen<br />

anpassen können.<br />

Was sich einfach anhört, ist in Wirklichkeit<br />

eine hochkomplexe Angelegenheit. Aus<br />

diesem Grund beteiligen sich an dem vom<br />

Bund geförderten Projekt nicht nur Unternehmen<br />

aus den verschiedensten Brandaten.<br />

Wobe-systems arbeitete zu dem Zeitpunkt<br />

bereits gemeinsam mit Informatikern<br />

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel<br />

(CAU) an der Entwicklung der titan-Software.<br />

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Wilhelm<br />

Hasselbring suchen seit zwölf Jahren nach<br />

Möglichkeiten, Software-Ressourcen mithilfe<br />

einer Software-Plattform zu überwachen.<br />

Das titan-Projekt riefen sie ins Leben, um<br />

auf Basis ihres bisher gesammelten Knowhows<br />

eine Monitoring-Software für das produzierende<br />

Gewerbe zu programmieren.<br />

Mit wobe-systems fanden sie einen versierten<br />

Partner aus der Praxis, der schon viele<br />

ähnliche Projekte realisiert hatte.<br />

Prozessoptimierungen und<br />

Kosteneinsparungen<br />

Hesch entwickelt und fertigt Automatisierungslösungen<br />

für verschiedenste Branchen<br />

und ist mit den Prozessen in zahlreichen industriellen<br />

Anwendungen vertraut. Das Unternehmen<br />

vertritt deshalb in dem Projekt<br />

die Interessen der Automatisierungstechnik.<br />

„Wir nehmen quasi die Rolle eines<br />

Bettina Deihim, Marketingbeauftragte, Hesch<br />

Industrie-Elektronik GmbH, Neustadt<br />

34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Abreinigungssteuerung optimiert die Energiebilanz<br />

Anhand eines 500-kW-Lüfterantriebs lässt sich eindrucksvoll darstellen, wie<br />

hoch die Energieeinsparung durch eine Anpassung des Differenzdruck-Sollwertes<br />

sein kann. Bei einer Reduzierung des Stromverbrauchs um etwa 10 %/h<br />

(50 kW/h) würden pro Tag 1 200 kWh gespart. Nimmt man einen Strompreis von<br />

5 C/kWh an, würden am Tag 60 EUR, im Monat 1 800 EUR und im Jahr fast<br />

22 000 EUR gespart. „Unsere Abreinigungssteuerung HE 5750 (Bild) für Großanlagen<br />

kostet etwa 15 000 Euro“, rechnet Werner Brandis vor. „Da hat der<br />

Anwender die Investition in weniger als einem Jahr schon wieder raus.“ Ein<br />

weiterer Pluspunkt der Abreinigungssteuerung ist ihre Industrie-4.0-Fähigkeit.<br />

Differenzdruckregler<br />

helfen Unternehmen<br />

dabei, Filter ihrer<br />

Entstaubungsanlagen<br />

energieeffizient<br />

abzureinigen, z. B. in<br />

Chemiewerken<br />

Eine datengetriebene Industrie kann der Schlüssel zu einer ressourcenschonenden<br />

und damit auch umweltfreundlichen Industrie 4.0 sein<br />

potentiellen Anwenders der Software ein“, berichtet<br />

Uwe Glockmann. „Für das Projekt ist diese<br />

Perspektive wichtig, damit die Ergebnisse allgemeinverständlich<br />

und praktisch umsetzbar sind.“<br />

Die titan-Software soll besonders kleinen<br />

und mittleren Unternehmen helfen, ihre Anlagen<br />

zu digitalisieren. Mit den gewonnenen<br />

Daten können sie z. B. ihre Energieressourcen<br />

überwachen und feststellen, wann Spitzenlasten<br />

auftreten. Das Wissen um diese Spitzenstromlasten<br />

ist wichtig, denn auf Basis dieser<br />

Werte berechnen Energieversorger oftmals den<br />

Grundstrompreis. Titan versetzt die Unternehmen<br />

in die Lage, ihren Energieverbrauch<br />

genau zu verfolgen und Prozesse zu optimieren.<br />

So verringern sich die Spitzenlasten und<br />

ihre Stromkosten sinken. „Eine datengetriebene<br />

Industrie kann der Schlüssel zu einer<br />

ressourcenschonenden und damit auch<br />

umweltfreundlichen Industrie 4.0 sein“, ist<br />

Prof. Hasselbring überzeugt.<br />

Für produzierende Unternehmen bringt titan<br />

zudem noch weitere Vorteile, denn die Software<br />

soll auch die vorausschauende Wartung ermöglichen<br />

(Predictive Maintenance). So können<br />

Bauteile, die kurz vor dem Verschleiß stehen,<br />

rechtzeitig erkannt und im laufenden Betrieb<br />

ausgetauscht werden. Teure Stillstandzeiten<br />

lassen sich auf diese Weise vermeiden.<br />

Ausgewogene Energiebilanz<br />

in Filteranlagen<br />

Auch im Bereich Filtertechnik könnten mit der<br />

titan-Software deutliche Prozessoptimierungen<br />

erzielt werden. Hesch-Geschäftsführer Werner<br />

Brandis weiß aus langjähriger Erfahrung, wie<br />

wertvoll die Daten sind, die an Filteranlagen erhoben<br />

werden können. Sein Unternehmen entwickelt<br />

und fertigt u. a. Differenzdruckregler,<br />

Ventilsteuerungen und Abreinigungssteuerungen<br />

für Entstaubungsanlagen. „An Filteranlagen<br />

kommt es oft zu einer Überreinigung“, berichtet<br />

Brandis, „das heißt, die Filter werden häufiger<br />

abgereinigt als erforderlich. Diese überflüssige<br />

Reinigung verursacht hohe Kosten, denn dabei<br />

wird jedes Mal teure Druckluft und Strom verbraucht.<br />

Mit einer Differenzdruckmessung und<br />

einer entsprechenden Steuerung kann man die<br />

Abreinigungszeiten optimal an die jeweilige Anwendung<br />

anpassen.“ Da die titan-Software zudem<br />

in der Lage sein wird, die Ausgangssignale<br />

der Filtersteuerungen und Sensoren von Hesch<br />

zu verarbeiten, ergeben sich für Unternehmen<br />

weitere Möglichkeiten, ihre Energiebilanz zu<br />

optimieren.<br />

Einsparpotenzial besteht auch bei der elektrischen<br />

Energie, die zum Betrieb des Lüfters in<br />

Entstaubungsanlagen benötigt wird. Durch eine<br />

dynamische Anpassung des Differenzdruck-<br />

Sollwertes an den Volumenstrom kann die Zahl<br />

der Abreinigungsimpulse gesenkt werden. Auf<br />

diese Weise reduziert sich auch der Stromverbrauch<br />

des Lüfters.<br />

Bilder: Aufmacher Gorodenkoff, Fotolia, Bild 01<br />

Lichtfreibeuter, Fotolia + Einklinker Hesch, Bild Infokasten<br />

Hesch<br />

www.hesch.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 35


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Fernüberwachung mit hochwertiger<br />

Zoomoptik als perfektes System<br />

Fujifilm präsentiert das neue Fernüberwachungssystem vom<br />

Typ Fujinon SX800. Mit einer Full-HD-Kamera und einem<br />

40X-Zoomobjektiv wurden zwei Hochleistungskomponenten in<br />

einem System integriert. Durch den lichtstarken 1/1.8" Bildsensor,<br />

dem großen Brennweitenbereich von 20 bis 800 mm und<br />

moderner Bildverarbeitungstechnologie ist das System in idealer<br />

Weise für die Fernüberwachung<br />

geeignet. Neben der<br />

hochwertigen Zoomoptik<br />

verfügt Fujinon SX800<br />

über eine kombinierte,<br />

optische und elektronische<br />

Bildstabilisierung mit<br />

einer Winkelkorrektur bis<br />

± 0,22°. Der integrierte<br />

Hochgeschwindigkeitsautofokus<br />

sorgt in weniger als einer Sekunde für ein scharf<br />

fokussiertes Bild. Ein Nebelfilter und eine Technologie zur<br />

Reduktion des Hitzeflimmerns minimieren die Störungen durch<br />

Witterungseinflüsse. So liefert das System konstant klare Bilder<br />

selbst von Objekten, die mehrere Kilometer entfernt sind. Zudem<br />

reduziert die integrierte Bauweise den sonst üblichen hohen<br />

Justier- und Einstellungsaufwand bei der Kamerainstallation.<br />

www.fujifilm.eu/fujinon<br />

Mit CC-Link IE die intelligente Fabrik im Blick<br />

Phoenix Contact treibt mit CLPA-konformen CC-Link<br />

IE-Netzwerkgeräten das Thema „Industrie 4.0“ voran und setzt<br />

zudem auf Time-Sensitive-Networking (TSN). Offenheit und<br />

Interkonnektivität stehen hierbei im Fokus. Bei der Entwicklung<br />

CC-Link IE-kompatibler Komponenten nutzt der Automatisierungsspezialist<br />

das Angebot der CLPA (CC-Link Partner Association)<br />

und lässt diese dort auch zertifizieren, wie etwa erste Geräte<br />

der Baureihe FL Switch 2000 mit bis zu acht Ports. Weitere<br />

Switches mit bis zu 16 Ports sowie LWL-Ports sollen folgen. Ferner<br />

ist die Integration von TSN geplant, um den Ethernet-Standard<br />

echtzeitfähig auszurichten. Infolge bilden Zeitsynchronisation<br />

und ein priorisierter Datenverkehr die Grundlage der neuesten<br />

offenen Industrial-Ethernet-Technologie der CLPA: CC-Link IE<br />

TSN. Hier sind die TSN-Standards IEEE 802.1 für die Zeitsynchronisation<br />

und Scheduled Traffic implementiert, um dem<br />

Anwender ein Werkzeug für das Smart Manufacturing an die<br />

Hand zu geben.<br />

eu.cc-link.org<br />

Verpackungsdruck nach<br />

Industriestandard 4.0<br />

Seit Jahren ist die<br />

Industrie auf der<br />

Suche nach Möglichkeiten,<br />

Packmittel<br />

individuell zu<br />

gestalten. Konica<br />

Minolta zeigt jetzt<br />

Möglichkeiten<br />

digitaler Druckverfahren<br />

im industriellen<br />

Verpackungsdruck<br />

auf. Zum Beispiel verarbeitet das Bogendrucksystem vom<br />

Typ AccurioJet KM-1 selbst schwere Kartons mit einem Bogen -<br />

gewicht von bis zu 600 g/m 2 . Durch die UV-härtende Tinte des<br />

Herstellers druckt das digitale UV-Inkjet-B2-System auf einer<br />

Vielzahl von Materialien, angefangen von normalem Bilderdruckpapier<br />

über strukturierte Kartonagen bis hin zu Kunststoffsubstraten.<br />

Das KM-1-System liefert dabei eine Farbstabilität mit einer<br />

exakten Genauigkeit in der laufenden Produktion. Im Bereich der<br />

digitalen Druckveredelung verfügt das Unternehmen über<br />

lackierte und folierte Verpackungen, die über Jetvarnish-Lackiersysteme<br />

des französischen Herstellers MGI erstellt wurden.<br />

Mithilfe einer UV-Spotlackierung in definierten Bereichen werten<br />

sie vierfarbige Digital- und Offsetdrucke mit 3D-Haptik auf. So<br />

entsteht ein neues, sensorisches Erlebnis und lebendige Verpackungen,<br />

mit denen sich die Werbeindustrie und Markenartikler<br />

vom Wettbewerb abheben.<br />

www.konicaminolta.de<br />

Interface – Geräte-Familie erweitert<br />

Mit den IM12-Interfacegeräten lassen sich die Vorteile von Turcks<br />

IMX12-Familie nun auch für Applikationen mit nicht eigen -<br />

sicheren Signalen nutzen. Die IM12 zählen zu den schmalsten<br />

Geräten am Markt und sparen bei nur 6 mm Breite pro Kanal Platz<br />

im Schaltschrank. Die gesamte Gerätefamilie ist zum Einsatz in<br />

funktional sicheren Kreisen bis SIL2 zertifiziert. Die IM12<br />

verarbeiten digitale und analoge Signale von Feldgeräten,<br />

bspw. in der Pharma- oder Chemieindustrie.<br />

Auch in der Fabrikautomation<br />

bieten sich Einsatzszenarien für<br />

IM12-Geräte, z. B. zur Temperatur- oder<br />

Drehzahlerfassung. Schnittstellenseitig<br />

sind die Geräte auf dem neuesten Stand<br />

der Technik. Die computerparametrierbaren<br />

Varianten lassen sich über<br />

IO-Link, Pactware oder andere<br />

FDT-Frameworks ansprechen. Kunden,<br />

die sowohl IM12 als auch IMX12<br />

einsetzen, können alle Interfacegeräte<br />

mechanisch, elektronisch und<br />

softwareseitig einheitlich montieren,<br />

verdrahten und in Betrieb nehmen.<br />

www.turck.com<br />

www.industrielle-automation.net<br />

36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


escha.net<br />

Software für dreistufige<br />

Digitalisierungsstrategie<br />

Um bei automatisierten Produktionsanlagen die Overall<br />

Equipment Efficiency (OEE) zu steigern, gilt es, Verfügbarkeit,<br />

Performance und Qualität zu erhöhen. Mithilfe von<br />

Industrial Analytics lassen sich Produktionsprobleme<br />

vorhersehen und verhindern. PIA <strong>Automation</strong> hat das<br />

Software-Tool piaAI (Artificial Intelligence) in seine<br />

Montagelinien integriert, das in drei Schritten eine Anlagenprophylaxe<br />

etabliert und die OEE deutlich verbessert. PiaAI<br />

arbeitet mit einem<br />

digitalen Produktionszwilling,<br />

an dem sämtliche<br />

Stationen und<br />

Module sichtbar werden.<br />

Für die drei Schritte<br />

Sichtbarkeit, Transparenz<br />

und Vorhersage<br />

finden sich in der<br />

Software-Anzeige die<br />

drei Reiter „Overview“, „Loss Analysis“ und „Alerts“. Das<br />

Software-Tool kombiniert damit erfolgreich Software-<br />

Engineering und Expertise im Sondermaschinenbau. Mit<br />

piaAI können sowohl neue Anlagen von PIA ausgestattet,<br />

aber auch bereits ausgelieferte nachgerüstet werden. Ebenso<br />

ist es möglich, bestehende Anlagen anderer Hersteller<br />

auszustatten. Die Möglichkeiten sind hier in puncto<br />

Datenkonnektivität sehr flexibel. Die PIA <strong>Automation</strong><br />

Holding ist eine international agierende Unternehmensgruppe,<br />

die technisch komplexe Automatisierungslösungen<br />

anbietet. Das Leistungsspektrum reicht vom manuellen<br />

Montagearbeitsplatz bis hin zur vollautomatischen<br />

Pro duktionsanlage mit integrierter Prüftechnik und<br />

Datendokumentation.<br />

www.piagroup.com<br />

KABELBÄUME<br />

direkt vom Hersteller<br />

Outdoor-Glasfaserverkabelungssystem<br />

mit noch mehr Pep<br />

EKS Engel stellt eine neue Version des Outdoor-Glasfaserverkabelungssystems<br />

PE-Light vor. Herzstück von PE-Light-2 ist ein<br />

Managed Switch, der über eine webbasierte Bedienoberfläche<br />

verwaltet werden kann. PE-Light-2 lässt sich in Lichtmasten aus<br />

Metall montieren. Es verfügt über vier elektrische Ports, die<br />

jeweils Gigabit-Ethernet (10/100/1 000 Base-T) und High-Power-<br />

PoE mit einer Ausgangsleistung von max. 60 W<br />

unterstützen, sowie zwei Gigabit-Uplinks<br />

(1 000 Base-SX/LX) für Single- oder Multimode-<br />

Fasern. Somit lassen sich bis zu vier IP-fähige<br />

Endgeräte über Entfernungen bis 10 km an ein<br />

Ethernet-Netzwerk anbinden. Enthalten sind<br />

ferner eine Spleißkassette, ein Netzteil, Sicherungen<br />

und Klemmen für den Anschluss der<br />

Versorgungsleitung. Da es nicht in einer Wetterschutzbox<br />

oben an den Lichtmasten befestigt<br />

wird, sondern hinter deren Türausschnitt, lässt<br />

sich das System vergleichsweise einfach installieren<br />

und warten. Zudem werden mutwillige<br />

Beschädigungen verhindert.<br />

vollumspritzte Steckverbinder(IP68)<br />

zentimetergenaue Leitungslängen<br />

100% elektrisch geprüft<br />

Leitungsbedruckung, Labeling,<br />

bedruckte Schrumpfschläuche u.v.m.<br />

www.eks-engel.de


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Update für ASi Control Tools<br />

AS-Interface: intuitive Software erlaubt komfortable Konfiguration und Inbetriebnahme<br />

Schon vor vielen Jahren haben<br />

Hersteller erkannt, dass die Welt<br />

der Automatisierung dringend<br />

vereinfacht werden muss. Mit<br />

AS-Interface hat sich schnell<br />

ein De-Facto-Standard auf der<br />

primären <strong>Automation</strong>sebene<br />

etabliert, den die neue Software für<br />

Konfiguration und Inbetriebnahme<br />

von Bihl+Wiedemann jetzt noch<br />

smarter macht.<br />

Thomas Rönitzsch, Unternehmenskommunikation,<br />

Bihl+Wiedemann GmbH, Mannheim<br />

Die Vereinfachungs-Offensive der Mannheimer,<br />

die mit Asimon360 begann,<br />

und mit der Bihl+Wiedemann neue Maßstäbe<br />

für die einfache Projektierung von<br />

Safety-Anwendungen setzte, geht nun im<br />

Standardbereich weiter: mit der nächsten<br />

Generation der ASi Control Tools. Dass<br />

Vereinfachung in der Welt der Automatisierung<br />

dringend geboten ist, gehört<br />

zweifellos zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren<br />

von AS-Interface. Ein Kabel für<br />

Energie und Daten, frei wählbare Topologie,<br />

geringer Verdrahtungsaufwand, sichere<br />

und nicht-sichere Signale über dieselbe<br />

Leitung, optimale Granularität, leichte Projektierung<br />

– das sind nur einige der Vorteile,<br />

die das System schnell zum De-Facto-Standard<br />

auf der primären <strong>Automation</strong>sebene<br />

gemacht haben.<br />

„So einfach wie ASi“ wurde schon früh<br />

zum Credo einer schnell wachsenden Zahl<br />

von Anwendern, die bei ihren Standardapplikationen<br />

– genauso wie in der Sicherheitstechnik<br />

– Wert auf effiziente, flexible<br />

und vor allem problemlos umsetzbare<br />

Lösungen legen. Dieser Leitgedanke stand<br />

für die AS-Interface Spezialisten von<br />

Bihl+Wiedemann bei der Entwicklung schon<br />

immer ganz weit oben im Pflichtenheft.<br />

Adressierung mit<br />

Inbetriebnahme-Assistent<br />

Für einen der jüngsten großen Fortschritte<br />

in Sachen Vereinfachung sorgte die Safety-<br />

Software Asimon360, mit deren Hilfe der<br />

einfachste Sicherheitsbus der Welt nun<br />

auch einfach zu konfigurieren ist. Besonders<br />

viel Zeit und Arbeit erspart dem Projektierer<br />

die integrierte Hardware-Konfiguration, da<br />

die meisten Einstellungen automatisch im<br />

Hintergrund gesetzt und erledigt werden.<br />

So lassen sich bei der Planung des ASi-<br />

Kreises Safety Monitor und Slaves ganz einfach<br />

anhand von Artikelnummern aus einer<br />

Liste verfügbarer Geräte auswählen. Komplikationen<br />

durch falsch zugewiesene Bausteine<br />

gehören damit der Vergangenheit an.<br />

Dasselbe gilt für fehlerhaft adressierte Slaves.<br />

Denn nach der Konfiguration führt ein Inbetriebnahme-Assistent<br />

Schritt für Schritt<br />

durch die Adressierung.<br />

Der Anwender muss dazu weder ASi-<br />

Profi sein noch dicke Manuals studieren.<br />

Da mit Blick auf die Internet-der-Dinge-<br />

Anwendungen der Fabrik von morgen<br />

intelligente Sensoren und Aktuatoren<br />

schon heute auf dem Vormarsch sind, hat<br />

Bihl+Wiedemann seiner Sicherheitssoftware<br />

im Jahr darauf noch ein zusätzliches<br />

Feature spendiert: Seitdem lassen sich<br />

mithilfe von Asimon360 auch IO-Link-<br />

Sensoren so einfach wie ganz normale<br />

ASi-Slaves in das AS-Interface Netz einbinden<br />

und parametrieren.<br />

01 Inbetriebnahme-Assistent<br />

von ASi Control Tools360<br />

Bewährte Neuerungen aus<br />

Asimon360 übernommen<br />

Was mit der Software für Safety-Anwendungen<br />

begonnen hat, setzt sich nun im<br />

Standardbereich fort: Als nächster logischer<br />

Schritt im Rahmen der Vereinfachungsstrategie<br />

stand ein umfassendes<br />

Update der ASi Control Tools auf dem<br />

Programm. Dabei wurden die bewährten<br />

Neuerungen aus Asimon360 auch in die<br />

nächste Generation der ASi Control Tools<br />

übernommen: Unter anderem der Hardware-Katalog<br />

für einfaches Einfügen von<br />

38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

02 Online Businformation in den ASi Control Tools360<br />

von Bihl+Wiedemann<br />

03 Einbindung und Parametrierung eines IO-Link-Sensors<br />

mit ASi Control Tools360<br />

Produkten, der Inbetriebnahme-Assistent,<br />

der Anwenderkatalog zum Erstellen eigener<br />

Vorlagen und Artikel sowie die intuitive<br />

Anwendung.<br />

Ein Highlight, mit dem sowohl die Standard-<br />

als auch die Safety-Software ausgestattet<br />

wurden, ist eine neue Funktion namens<br />

„Online Businformation“: Sie erlaubt es,<br />

Slaves ganz einfach zu adressieren und die<br />

Ein- und Ausgänge anschließend live zu<br />

überwachen. Damit ergeben sich völlig<br />

neue Möglichkeiten bei der Diagnose und<br />

Parametrierung von Anlagen: Fehler im ASi<br />

Kreis, wie bspw. nicht projektierte Slaves,<br />

werden durch einfache Symbole auf einen<br />

Blick sichtbar und für jeden verständlich.<br />

Die angezeigten Hinweise zur Fehlerbehebung<br />

sind eindeutig und bieten dem<br />

Nutzer wertvolle Hilfestellungen. Alle<br />

Slaves lassen sich einzeln auswählen und<br />

ansprechen. Eingänge können diagnostiziert,<br />

Ausgänge gesetzt und Parameter live<br />

geändert werden.<br />

Die Live-Änderungen von Parametern<br />

sind nicht zuletzt bei intelligenten Messfühlern<br />

wie etwa IO-Link-Sensoren sinnvoll.<br />

Anwender können so die Auswirkungen<br />

der neuen Einstellungen sofort sehen.<br />

Und gerade der Kombination von AS-Interface<br />

– mit der neuesten Innovationsstufe<br />

ASi-5 – und IO-Link prophezeien Experten<br />

in Zeiten von Industrie 4.0 eine glänzende<br />

Zukunft. Zumal IO-Link kein Bussystem,<br />

sondern eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung<br />

ist – und damit ein sehr guter Zubringer für<br />

die Aktor- Sensor-Schnittstelle AS-Interface.<br />

Diagnose-Software als<br />

Ergänzung<br />

Nutzer der neuen Software-Suite BW2902<br />

von Bihl+Wiedemann bekommen zum<br />

einen als passende Ergänzung zu den<br />

neuen ASi Control Tools (ASi Control<br />

Tools360) auch die Diagnose-Software der<br />

Mannheimer, die den Anwendern die<br />

Arbeit mit AS-Interface noch leichter<br />

macht. Sie startet auf Knopfdruck einen<br />

kompletten Check des gesamten Systems<br />

und formuliert die Ergebnisse so verständlich,<br />

dass selbst Nicht-Fachleute anschließend<br />

genau wissen, was zu tun ist. Und<br />

zum anderen sind sowohl die ASI Control<br />

Interoperabilität: Über die neue Software lassen sich auch<br />

Module anderer Hersteller von ASi-Komponenten einbinden<br />

Tools360 wie auch die Safety-Software<br />

Asimon360 heute schon „ASi-5 ready“. Das<br />

heißt: Spätestens nach einem kostenlosen<br />

Update lassen sich mit den Software-Suites<br />

von Bihl+Wiedemann auch alle ASi-5-Anwendungen<br />

genauso intuitiv und komfortabel<br />

konfigurieren, wie man es von ASi-3-<br />

Applikationen schon gewohnt ist. Damit<br />

ist der Weg geebnet für eine Vereinfachung<br />

der zunehmend komplexeren Welt der<br />

Automatisierung.<br />

Bilder: Hintergund Fotolia, sonstige<br />

Bihl+Wiedemann<br />

www.bihl-wiedemann.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 39


KOMPONENTEN UND SOFTWARE I INTERVIEW<br />

Gegen Cyberangriffe gerüstet<br />

Ein Interview mit Richard Habering, Leiter Geschäftsbereich Smart Plastics bei Igus<br />

Herr Habering, was ist das Besondere<br />

an icom.plus?<br />

Wir haben das Kommunikationsmodul<br />

icom.plus pünktlich zur diesjährigen<br />

Hannover Messe entwickelt. Das Besondere<br />

ist, dass sich das System über Igus Online-<br />

Konfigurationen mit initialen Lebensdaueralgorithmen<br />

programmieren und applikationsspezifisch<br />

auch nach der Online-<br />

Installation ohne Updatefunktion offline<br />

betreiben lässt. So kann der Anwender die<br />

Anbindung des Moduls und somit seiner<br />

Daten flexibel gestalten und eine Balance<br />

zwischen Laufzeitmaximierung und<br />

IT-Sicherheit herstellen. Um es kurz auf den<br />

Punkt zu bringen: Der Anwender kann selbst<br />

entscheiden, wie er die Daten seiner Sensoren<br />

einbinden möchte; ob offline über SD-Karte,<br />

semi-offline mit einer zeitlich begrenzten<br />

Online-Lernphase oder komplett online mit<br />

Anbindung an den Igus IoT-Server.<br />

Welche Mehrwerte bietet icom.plus<br />

Anwendern und wie grenzt sich das<br />

System von ähnlichen Kommunikationsmodulen<br />

aus dem Wettbewerb ab?<br />

Eine Wettbewerbsabgrenzung ist aktuell<br />

schwierig zu bewerten, da uns bis heute<br />

keinerlei Wettbewerb im Bereich von<br />

Condition Monitoring und Predictive<br />

Maintenance bei Energiekettensystemen<br />

bekannt ist. Ein Mehrwert liefert das Gerät<br />

auf jeden Fall hinsichtlich der Daten -<br />

sicherheit, da es, wie bereits erwähnt,<br />

komplett offline arbeiten kann. Zusätzlich<br />

lässt sich das Gerät einfach in MS- und<br />

Scada-Systeme des Kunden integrieren, da<br />

eine risikolose Einbindung in das Kunden-<br />

Netzwerk möglich ist.<br />

„Wartung vorausschauend und planbar machen“, dieses Ziel verfolgt Igus<br />

mit seinen Smart-Plastics-Lösungen. Intelligente Sensoren messen so<br />

beispielsweise den Verschleiß von Energieketten oder Leitungen. Kürzlich<br />

hat das Unternehmen das Kommunikationsmodul Icom.plus entwickelt,<br />

welches die vorausschauende Wartung mit einer flexiblen Datenintegration<br />

ermöglicht. Was hinter dem System steckt und welche Mehrwerte es<br />

Anwendern bietet weiß Richard Habering von Igus.<br />

In Zeiten von Datensicherheit und<br />

Cyberkriminalität – wie sicher ist<br />

icom.plus – sowohl in der Anbindung<br />

als auch in der Anwendung?<br />

Das icom.plus Modul ist sehr sicher, da es<br />

sich im Regelfall nach der Online-Installation<br />

auch ohne Updatefunktion vollständig<br />

offline nutzen lässt und ein Offline-Gerät<br />

von außen nur schwer zu attackieren ist. In<br />

diesem „semi-offline“-Fall benötigt das<br />

Gerät während einer anfänglichen<br />

40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Intelligente Sensoren messen den Verschleiß von Energieketten,<br />

Leitungen, Rundtischlagern oder Linearführungen.<br />

Mit dem neuen icom.plus Modul kann der Anwender selbst<br />

entscheiden, wie er die Daten seiner Sensoren einbinden<br />

möchte: Offline über SD-Karte, semi-offline oder komplett<br />

online mit Anbindung an den Igus IoT-Server.<br />

„Lernphase“ entweder einen temporären, kurzzeitigen gesicherten<br />

IoT-Zugang zum Igus Server, um die Berechnungsalgorithmen<br />

an das tatsächliche Bewegungs- und Umweltprofil der Kundenanwendung<br />

anzupassen. Während dieser Zeit kann das Gerät<br />

vollständig vom Kundennetz getrennt sein, sodass auch hier kein<br />

Risiko für einen Cyberangriff besteht. In restriktiven Bereichen<br />

kann das Update auch über ein Speichermedium von Anfang an<br />

komplett offline ausgeführt werden. So kann der Nutzer flexibel<br />

die Anbindung des Moduls und somit seiner Daten gestalten und<br />

eine Balance zwischen Laufzeitmaximierung und IT-Sicherheit<br />

herstellen. Diese Informationen sind auf dem Bildschirm der<br />

Anlagensteuerung einsehbar.<br />

Icom.plus wurde im Frühjahr dieses Jahres vorgestellt – ist man<br />

inzwischen schon einen Schritt weiter bzw. gibt es Anpassungen,<br />

die Sie vorgenommen haben?<br />

Die Entwicklung des icom.plus Moduls geht in kleinen Schritten<br />

voran. Zurzeit ermitteln wir mithilfe des Lebensdauerrechners<br />

die Laufzeit des Systems: Hier müssen physikalische Messgrößen<br />

wie Weg, Beschleunigung oder Temperatur direkt aus der<br />

speicherprogrammierten Steuerung ausgelesen werden.<br />

Eventuelle Wartungsempfehlungen werden ebenfalls auf dem<br />

Bildschirm der Anlagensteuerung angezeigt; in diesem Fall<br />

müssen jedoch die Register für Fehlermeldungen in der SPS<br />

angesteuert werden. Bei der Vielzahl an verfügbaren<br />

Mit dem neuen Modul kann der Anwender selbst entscheiden, wie er<br />

die Daten seiner Sensoren einbindet: Offline via SD-Karte, semi-offline<br />

oder mit einer zeitlich begrenzten Online-Lernphase<br />

speicherprogrammierten Steuerungen nimmt das einen großen<br />

Teil der Entwicklungskapazitäten in Anspruch. Zurzeit lässt sich<br />

das Gerät in fast alle Steuerungen der Firma Siemens integrieren;<br />

eine Integration in Beckhoff- und Fanuc-Steuerungen ist derzeit<br />

in Arbeit und wird kurzfristig vorgestellt.<br />

Die Fragen stellte Marie Krueger, Redakteurin, INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

Bilder: Igus<br />

www.igus.de<br />

ADDITIVE Origin Webinartag am 06.11.<strong>2019</strong><br />

So faszinierend effizient kann Datenanalyse sein!<br />

Seien Sie dabei und erfahren Sie an unserem kostenlosen Origin Webinartag wie Ihnen Origin Ihre Datenanalyse erleichtern kann.<br />

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in Origin Version 2020“<br />

Weitere Informationen finden Sie unter:<br />

www.additive-origin.de/webinartag19


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Damit der Funke nicht überspringt<br />

Atex-konforme Gehäuse sorgen für sichere Anwendungen in der Mess- und Regeltechnik<br />

Um einen entsprechenden Schutz<br />

vor explosionsfähigen Atmosphären<br />

in industriellen Bereichen<br />

gewährleisten zu können, sind<br />

oftmals aufwändige Vorkehrungen<br />

nötig. Aus diesem Grund kommen<br />

vor allem in der Prozessindustrie<br />

Ex-d-Gehäuse zum Einsatz, aber<br />

auch in der Mess- und Regeltechnik<br />

finden sie Verwendung. Die<br />

druckgekapselten Gehäuse<br />

schirmen potenzielle Zündquellen<br />

wirksam von der Umgebung ab<br />

und sorgen so für einen optimalen<br />

Schutz.<br />

Viele Firmen der Branche verarbeiten<br />

brennbare Stoffe in Form von Gasen,<br />

Flüssigkeiten oder Stäuben und müssen<br />

deshalb besondere Vorschriften beachten.<br />

Dazu gehört u. a. die Pflicht, Atex-zertifizierte<br />

Bauteile und Geräte zu verwenden.<br />

Sie verhindern die Entzündung explosionsfähiger<br />

Atmosphären oder reduzieren zumindest<br />

die Auswirkungen einer Explosion<br />

auf ein ausreichend sicheres Maß. Neben<br />

der europaweit gültigen Atex-Richtlinie<br />

sind in Deutschland die Betriebssicherheitsverordnung<br />

(BetrSichV) und die Gefahrstoffverordnung<br />

(GefStoffV) für Firmen<br />

maßgeblich.<br />

Im Idealfall wird bereits die Entstehung<br />

einer explosionsfähigen Atmosphäre verhindert,<br />

z. B. durch die Verdünnung einer<br />

brennbaren Flüssigkeit oder die Reduktion<br />

des Sauerstoffgehalts in der Luft (primärer<br />

Explosionsschutz). Oft ist das aber nur mit<br />

großem Aufwand möglich. Dann muss<br />

zumindest sichergestellt sein, dass keine<br />

Zündquelle in der näheren Umgebung<br />

vorhanden ist (sekundärer Ex-Schutz). Das<br />

lässt sich mit dem Einsatz spezieller Geräte<br />

mit den Zündschutzarten Ex e und Ex i erreichen.<br />

Allerdings ist die Auswahl an Geräten<br />

und Komponenten mit diesen Zulassungen<br />

begrenzt, und nicht jedes dieser Geräte bzw.<br />

Bauteile ist für jede Anwendung geeignet.<br />

Verhinderung interner<br />

Explosionen<br />

Damit die Prozessindustrie trotzdem flexibel<br />

bei der Gestaltung ihrer Anlagen ist, hat<br />

die Rose Systemtechnik GmbH die druckgekapselte<br />

Gehäuse-Serie Ex d entwickelt<br />

(tertiärer Ex-Schutz). Mit ihrer Hilfe können<br />

selbst Bauteile ohne Atex-Zertifizierung in<br />

kritischen Umgebungen eingesetzt werden.<br />

Die Hauptaufgabe der Ex-d-Gehäuse ist<br />

es, die Ausbreitung einer internen Explosion<br />

zu verhindern. Der Zündspalt ist deshalb so<br />

Mathias Ohsiek, Programm-Manager im Bereich<br />

explosionsgeschützte Gehäuse, Rose Systemtechnik<br />

GmbH, Porta Westfalica<br />

42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

01<br />

02<br />

01 Die Ex-d-Gehäuse verfügen über eine<br />

druckfeste Kapselung und sind daher für den<br />

Einsatz in explosionsfähigen Atmosphären<br />

bestens geeignet<br />

02 Control Stations nach individuellen<br />

Vorgaben und Bestückung mit Schaltern,<br />

Tastern und Leuchtmeldern<br />

konstruiert, dass Funken, Flammen und<br />

heiße Gase beim Verlassen des Gehäuses<br />

so weit abgekühlt werden, dass sie die explosionsfähige<br />

Atmosphäre in der Umgebung<br />

nicht mehr entzünden können.<br />

Rose bietet die Gehäuse der Ex-d-Serie in<br />

verschie denen Größen sowie in Ausführungen<br />

aus kupferfreiem Aluminium oder<br />

Edelstahl an. Sie verfügen über die Zulassung<br />

für den Einsatz in explosionsgefährdeten<br />

Gasatmos phären (IIB, IIC) und Staubatmosphären<br />

(IIIC) und sind nach Atex,<br />

IECEx und EAC zertifiziert. Applikationsspezifische<br />

Modifikationen wie Sichtfenster<br />

oder Lackierungen sind möglich. Darüber<br />

hinaus zählen die Fertigung von Sondergehäusen<br />

sowie die komplette mechanische<br />

Bearbeitung der Produkte ebenfalls zu<br />

den Leistungen von Rose.<br />

Regelmäßige Qualitäts- und<br />

Belastungstests<br />

Um die Atex-Konformität der Ex-d-Gehäuse<br />

sicherzustellen, führt Rose in seinem Labor<br />

regelmäßig strenge Qualitäts- und Belastungstests<br />

durch. Sie finden in dem Temperaturbereich<br />

statt, für den die Gehäuse<br />

konzipiert wurden.<br />

Beim Eigenerwärmungstest wird z. B. die<br />

maximale Oberflächentemperatur bestimmt,<br />

außerdem stehen Referenzdruck-, Überdruck-<br />

und Funkenübertragungstests auf<br />

dem Programm. Bei den Bezugsdruckprüfungen<br />

leitet man Gas ins Gehäuse und entzündet<br />

es. Ähnlich verhält es sich bei den<br />

Zünddurchlässigkeitstests: Hier wird ein<br />

Gasgemisch eingeleitet und entzündet,<br />

während sich das Gehäuse in einer explosionsfähigen<br />

Umgebung befindet. Überträgt<br />

sich die Zündung auf die äußere Atmosphäre,<br />

sind die Atex-Anforderungen nicht erfüllt.<br />

Die Ausbreitung des Zündfunkens ist dabei<br />

von vielen Bedingungen abhängig: Außer<br />

der Umgebungstemperatur spielen auch<br />

die Geometrie des Gehäuses und die Einbauten<br />

eine Rolle.<br />

Staub- und wasserdicht<br />

Ex-d-Gehäuse von Rose entsprechen aber<br />

nicht nur der Atex-Richtlinie, sie verfügen<br />

auch über die Schutzart IP66 (DIN EN<br />

60529) und sind deshalb staubdicht sowie<br />

gegen das Eindringen von Wasser geschützt.<br />

Zu den ex-geschützten Gehäusesystemen<br />

zählen neben der Ex-d-Serie auch<br />

viele weitere Modelle aus Aluminium, Edelstahl<br />

und Polyester.<br />

Ihre Robustheit ist der Grund dafür, dass<br />

sie in vielen anspruchsvollen Anwendungen<br />

eingesetzt werden. So liefert Rose exgeschützte<br />

Gehäuse der ProtEx-Serie z. B.<br />

an eine Raffinerie. Die Gehäuse werden<br />

komplett mit der gewünschten Elektronik<br />

ausgestattet und übernehmen als Control<br />

Stations die Steuerung der Verdichterantriebe<br />

bei der Benzinherstellung. Da sich<br />

die Anlage in unmittelbarer Nähe zum<br />

Meer befindet, war die Korrosionsbeständigkeit<br />

der Gehäuse eine wichtige Bedingung.<br />

Rose wählte ein Edelstahlgehäuse<br />

und die Materiallegierung 1.4404, um die<br />

hohen Anforderungen zu erfüllen. Die<br />

geforderte Temperaturbeständigkeit im<br />

Bereich von – 20 bis + 42 °C stellte für die<br />

Gehäuse keine Herausforderung dar, da<br />

diese für den weiten Bereich von – 55 bis<br />

+ 135 °C geeignet sind.<br />

Der Auftrag beinhaltete darüber hinaus<br />

die mechanische Bearbeitung der Gehäuse.<br />

Dazu gehören z. B. die Anbringung diverser<br />

Ausbrüche im Deckel – montiert mit Schaltern<br />

und Leuchtmeldern – sowie Ausbrüche<br />

an der Unterseite des Gehäuses für die<br />

Montage von Kabelverschraubungen. Eine<br />

weitere Service-Leistung von Rose ist die<br />

vollständige Montage der mit Elektronik<br />

bestückten Tragschiene inkl. der erforderlichen<br />

Verschraubungen.<br />

Gehäuse schützen Steuerung<br />

von Tanklastwagen<br />

Die hohe Widerstandsfähigkeit der Atexkonformen<br />

Gehäuse von Rose hat auch<br />

einen Hersteller von Tanklastwagen überzeugt.<br />

Für eine intelligente, leicht zu<br />

bedienende Steuerung suchte das Unternehmen<br />

ein Gehäuse, das die Zulassung<br />

für die Atex-Zone 2 besitzt und sich in<br />

einem Temperaturbereich von – 30 bis<br />

+ 80 °C einsetzen lässt. Rose fertigt für den<br />

Kunden Control Stations aus Polyester<br />

mit zweifarbigem Siebdruck im Deckel,<br />

die in den Seiten und im Deckel mechanisch<br />

bearbeitet sowie mit einer Montageplatte<br />

mit Tragschienen und Klemmenbestückung<br />

ausgestattet werden. Diese<br />

Control Stations sorgen für einen effizienten<br />

und sicheren Tankvorgang. Zum Lieferumfang<br />

gehören auch mechanisch bearbeitete<br />

GFK-Schränke mit Montageplatten<br />

und Hutschienen. Sie sind mit einer Steuerungseinheit<br />

bestückt, die der Elektroniksicherung<br />

im Fahrerhaus der Tanklastwagen<br />

dient.<br />

Durch die Rose-Gehäuse wird nicht nur<br />

die Elektronik der Anwendung wirksam geschützt,<br />

sie ermöglichen dem Anwender<br />

auch eine schnelle und unkomplizierte<br />

Handhabung der Steuereinheit.<br />

Bilder: Aufmacher Fotolia; sonstige Rose Systemtechnik<br />

www.rose-systemtechnik.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 43


Ereignisse vorhersagen<br />

Wie Sie mit Predictive Analytics die Anlagen-Produktivität erhöhen<br />

und frühzeitig Maschinenausfälle vermeiden können<br />

Moderne Analysetools ermöglichen<br />

mehr als nur die Umsetzung eines<br />

Connected Enterprise. Mithilfe von<br />

Predictive Analytics lässt sich auf<br />

Basis von historischen Daten die<br />

Wahrscheinlichkeit zukünftiger<br />

Ereignisse vorhersagen. Dadurch<br />

lassen sich Maschinenausfälle und<br />

Stillstandzeiten reduzieren und die<br />

Produktivität von Anlagen<br />

optimieren.<br />

Die Technologie, um in die zukünftige<br />

Entwicklung von industriellen Abläufen<br />

sehen und darauf reagieren zu können, basiert<br />

auf drei Komponenten: Erstens müssen<br />

die einzelnen Module einer Fabrik oder<br />

sogar eines ganzen Unternehmens mit<br />

mehreren Standorten miteinander vernetzt<br />

sein und konstant im Austausch stehen. Informationen<br />

und Zustandsbeschreibungen<br />

müssen permanent fließen und dürfen<br />

nicht gestört werden. Eine entsprechende<br />

Infrastruktur kann durch Nachrüstung oder<br />

Neuanschaffung eingerichtet werden. Ein<br />

Punkt, der hier gerne als Gegenargument<br />

von Betreibern angeführt wird, sind die<br />

Lars Eyckmann, Regional Manager Information<br />

Software EMEA, Rockwell <strong>Automation</strong><br />

damit verbundenen Kosten und die vermeintliche<br />

Fehleranfälligkeit von hoch technologisierten<br />

industriellen Komponenten.<br />

In der Realität ist allerdings das Gegenteil<br />

der Fall: Zum einen lassen sich durch die<br />

Anschaffung einer modernen Infrastruktur<br />

Stillstandzeiten durch Produktionsausfälle<br />

reduzieren, zum anderen sind moderne<br />

Geräte störungsresistenter als ältere.<br />

Allein die Daten sind nicht genug<br />

Die zweite Komponente<br />

für die<br />

Funktion von Predictive<br />

Analytics<br />

ist die Software.<br />

Die Datenmenge,<br />

die von allen vernetzten<br />

Geräten<br />

produziert wird,<br />

stellt im ersten<br />

Moment keinen<br />

relevanten Mehrwert<br />

dar, wenn<br />

Stehen am Ende einer Implementierung<br />

eines Connected<br />

Enterprise oder der Umsetzung<br />

eines Industrial Internet of Things<br />

(IIoT) alle Produktionsdaten zur<br />

Verfügung, kommt es nur noch<br />

in Ausnahmefällen zu einem<br />

ungeplanten Maschinen-Stillstand.<br />

Lars Eyckmann, Regional Manager<br />

Information Software EMEA bei<br />

Rockwell <strong>Automation</strong><br />

dahinter keine<br />

Software steht, die<br />

in der Lage ist, entsprechende Rückschlüsse<br />

aus den Daten zu ziehen. Dabei muss die<br />

Software nicht nur die Daten aus den einzelnen<br />

Steuerungen oder Antrieben, sondern<br />

z. B. auch Umgebungstemperatur oder<br />

Luftfeuchtigkeit auswerten können. Zusätzlich<br />

müssen auch historische Daten aus der<br />

Produktion vorliegen, die Rückschlüsse auf<br />

Lebensdauer und Ausfallwahrscheinlichkeiten<br />

ermöglichen. Liegen all diese Informationen<br />

vor, kann die Software entsprechende<br />

Vorhersagen treffen.<br />

Handlungsmuster konsequent<br />

implementieren und umsetzen<br />

Zu guter Letzt muss zum reibungslosen Ablauf<br />

und zur Funktion von Predictive Analytics<br />

ein sinnvoller Umgang der Daten und<br />

der Ergebnisse der Software mit der bestehenden<br />

Infrastruktur, also den Mitarbeitern<br />

und Verantwortlichen, gefunden werden.<br />

Die besten Vorhersagen helfen nicht, wenn<br />

nicht Handlungsmuster implementiert<br />

werden. Bei routinemäßigen Wartungsarbeiten<br />

sollte immer auf die Analysen und<br />

Vorhersagen von Predictive Analytics<br />

Bezug genommen werden und einzelne<br />

Komponenten von Anlagen entsprechend<br />

der prognostizierten Lebenszeit ausgetauscht<br />

werden.<br />

Schulungen oder Anleitungen können in<br />

einem Connected Enterprise auch mithilfe<br />

von Augmented Reality erfolgen, um dem<br />

Instandhaltungspersonal einen umfassenden<br />

Überblick über die Möglichkeiten von<br />

Predictive Analytics zu gewähren.<br />

44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Antriebsmoduls zu einem kompletten Stillstand<br />

der Anlage führen. Das noch nasse<br />

Papier direkt aus der Produktion reißt an<br />

verschiedenen Stellen, und bis zum Neustart<br />

des gesamten Prozesses vergehen<br />

mehrere Stunden, im schlimmsten Fall sogar<br />

Tage. Zudem ist zu klären, welches Antriebsmodul<br />

überhaupt die Ursache für den<br />

Störfall darstellt, um die Quelle des Fehlers<br />

beheben zu können.<br />

Stehen hingegen alle Produktionsdaten<br />

zur Verfügung, kommt es nur noch in Ausnahmefällen<br />

zu einem ungeplanten Stillstand.<br />

Das Antriebsmodul, das im Beispiel<br />

zum Ausfall der Produktion führte, sendet<br />

Echtzeitdaten über Laufleistung und Performance<br />

an die Software, die hinter<br />

Predictive Analytics steckt. Erreicht die<br />

geschätzte Lebenszeit einen bestimmten<br />

Schwellenwert, i. d. R. 80 % der berechneten<br />

Lebenszykluszeit, wird eine Warnung an die<br />

Mitarbeiter ausgegeben, dass das Modul<br />

beim nächsten geplanten Stillstand ausgetauscht<br />

werden sollte. Ist am Schluss bspw.<br />

die Umgebungstemperatur an der schlechten<br />

Performance schuld, kann die Stärke<br />

der Belüftung erhöht werden.<br />

Predictive Analytics in der<br />

Papierindustrie<br />

Ein Beispiel aus der Praxis belegt, welche<br />

Vorteile Predictive Analytics bietet: In der<br />

Produktion von Papier läuft nach der Formung<br />

und Trocknung des Rohstoffs alles<br />

auf eine Walze zu, auf der die fertige Papierbahn<br />

aufgerollt und für die weitere Verarbeitung<br />

gelagert werden kann. Geht man<br />

von einer herkömmlichen Produktion aus,<br />

die vollends ohne Predictive-Analytics-Systeme<br />

läuft, kann der Ausfall eines einzelnen<br />

Das Verfahren Predictive Analytics nutzt<br />

historische Daten, um zukünftige Ereignisse<br />

vorherzusagen und die Zustandsüberwachung<br />

von Maschinen und Anlagen zu optimieren<br />

Vorteile für die industrielle<br />

Produktion<br />

Eine vernetzte industrielle Produktion minimiert<br />

nicht nur Stillstandzeiten und Produktionsausfälle.<br />

Mithilfe eines Connected<br />

Enterprise lassen sich darüber hinaus<br />

Instandhaltungsarbeiten wesentlich besser<br />

planen und durchführen. Wer einen Überblick<br />

hat, wo in seiner Produktion innerhalb<br />

der nächsten Stunden oder Tage die Lebenszeiten<br />

von einzelnen Teilen auslaufen werden,<br />

kann erforderliche Instandhaltungsarbeiten<br />

optimiert planen. Außerdem lassen<br />

sich durch die vorliegenden Informationen<br />

aus allen Bereichen der industriellen Produktion<br />

die Lebenszeit von Antrieben, Steuerungen<br />

und anderen Modulen erheblich<br />

erhöhen, indem man den Verschleiß durch<br />

entsprechende Anpassungen minimiert.<br />

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Klein, aber smart!<br />

Intelligente Box zur elektronischen Lastüberwachung für Roboterapplikationen<br />

Moderne Maschinen und Anlagen erfordern kommunikationsfähige und<br />

zuverlässige Lastüberwachungssysteme. Sind die Einbauverhältnisse auch<br />

noch knapp bemessen, sind kompakte Geräte gefragt. Ein Automobilhersteller<br />

setzt daher auf die sogenannte LOCC-Box. Sie erfüllt die<br />

Forderung nach selektiver Abschaltung bei hoher Leitungsdämpfung und<br />

steht für die neueste Generation an Industrie-4.0-Technologie. Überwacht<br />

wird damit der Steuerstrom für Roboter im Karosseriebau.<br />

Die elektronische Lastüberwachung der<br />

Friedrich Lütze GmbH kommt in unterschiedlichen<br />

Industriebereichen zum Einsatz,<br />

z. B. überwacht damit ein Automobilhersteller<br />

den Steuerstrom für seine Roboterapplikation<br />

im Karosseriebau. Aber nicht<br />

nur im Automobilsektor, sondern auch in<br />

anderen produzierenden Unternehmen<br />

forcieren die Hersteller die Beschleunigung<br />

und Optimierung ihrer Prozesse; Roboter<br />

sind dabei längst ein selbstverständliches<br />

Werkzeug. Vom Rohbau bis zur Endkontrolle<br />

hat man mit ihnen einfache und wiederkehrende<br />

Arbeitsschritte automatisiert.<br />

Martin Baum,Vertriebsingenieur bei der Friedrich<br />

Lütze GmbH in Weinstadt<br />

Geringer Bauraum –<br />

hohe Flexibilität<br />

Die Jäger Elektrotechnik GmbH aus Eppstein<br />

wurde beauftragt einen passenden<br />

Schaltschrank für die Schweißanwendungen<br />

im Karosseriebau zu entwickeln. Dieser<br />

bedient die komplette Ansteuerung der<br />

Schweißzange, die am Ende des Roboterarmes<br />

hantiert. Mehrere hundert dieser<br />

Roboter samt ihren Schaltschrankeinheiten<br />

arbeiten an jeder einzelnen Produktionslinie<br />

zur Montage der Karosserien.<br />

Eine Herausforderung waren die beschränkten<br />

Platzvorgaben. Damit waren die<br />

Projektingenieure bei Jäger Elektrotechnik<br />

konfrontiert, als sie die optimal passenden<br />

Komponenten für den Schaltschrank suchten.<br />

„Auch in diesen kompakten Einheiten<br />

muss die Steuerspannung von 24 V für die<br />

verschiedenen Stromkreise jeweils separat<br />

abgesichert werden. Durch die jahrelange<br />

Zusammenarbeit mit Lütze war uns die<br />

elektronische Lastüberwachung LOCC-Box<br />

bereits aus anderen Projekten bekannt. Die<br />

schmale Baubreite von 8,1 mm pro Kanal,<br />

die große Flexibilität durch den einstellbaren<br />

Stromwert und die Einkanalbauweise<br />

erfüllten alle unsere Anforderungen“, so<br />

Geschäftsführer Robert Jäger.<br />

Mit nur einem Sicherungstyp ließen sich<br />

alle unterschiedlichen Schaltschranktypen<br />

jeweils individuell ausstatten. Je nach Applikation<br />

kommen so unterschiedlich viele<br />

Sicherungskanäle zum Einsatz, ohne dass<br />

gesicherte Abgänge aufgrund von Blockbauweise<br />

ungenutzt bleiben müssen. Die<br />

Die LOCC-Box zeichnet<br />

sich durch einen kompakten<br />

Systemaufbau aus<br />

Verdrahtung mit Federzugklemmen sichert<br />

dabei eine dauerhaft zuverlässige Verbindung<br />

der Anschlussleitungen. Für die Produktionslinien<br />

sind über 8 000 LOCC-Boxen<br />

geplant und zum Teil bereits eingebaut.<br />

Jede einzelne davon individuell auf den<br />

passenden Stromwert eingestellt und aufgrund<br />

patentierter analoger Kennlinie auch<br />

46 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

auf die notwendige Auslösecharakteristik.<br />

„Die Unterscheidung zwischen flinker und<br />

träger Charakteristik in fünf Abstufungen<br />

ermöglicht einen optimal individuellen<br />

Schutz jedes einzelnen Stromkreises“, erläutert<br />

der zuständige Lütze-Vertriebsingenieur<br />

Martin Baum. Das sichere sowohl den<br />

zuverlässigen Betrieb der Anlage als auch<br />

das prompte Abschalten für jeden Stromkreis<br />

im Fehlerfall.<br />

Absicherung auch im Maschinenund<br />

Anlagenbau<br />

Das System speichert Fehler und verhindert dadurch das erneute Auftreten der<br />

Störung beim nächsten Einschalten<br />

Aber nicht nur in der Automobilindustrie,<br />

sondern auch im Maschinen- und Anlagenbau<br />

kommt die LOCC-Box zum Einsatz: So<br />

sichert das System z. B. bei den Maschinen<br />

eines renommierten Herstellers im Bereich<br />

der Hochleistungsautomation von Baugruppen<br />

oder auch bei denen eines Her stellers für<br />

Lackieranlagen. Um eine hohe Anlagenverfügbarkeit<br />

sicherzustellen sowie Stillstandzeiten<br />

zu vermeiden, sichert man dort verschiedenartige<br />

Verbraucher wie Sensoren,<br />

Aktoren oder Frequenzumrichter selektiv ab.<br />

Verschiedene Varianten des Systems erlauben<br />

dabei auch den Einsatz bei Safety-<br />

Relais, Stromkreisen nach UL, Anwendungen<br />

ab 0,2 A oder DC-Netzen zwischen 12<br />

und 48 V. Aufgrund der optionalen Anbindung<br />

der LOCC-Box an die üblichen<br />

Feldbussysteme erhöht sich ebenso die<br />

Integration. Es ist sogar möglich, Frühwarnungen<br />

als Auslöser für vorbeugende<br />

Wartung zu verarbeiten. Das einheitliche<br />

Gehäuse aller LOCC-Box-Typen bietet so<br />

auch der Jäger Elektrotechnik die Sicher-<br />

heit, vorhandene Anlagen jederzeit erweitern<br />

und an neue Anforderungen anpassen<br />

zu können.<br />

Fotos: Lütze<br />

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KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

CTP trifft MGB: Schlanke Schutztürabsicherung<br />

MGBS<br />

Mit der Schutztürabsicherung MGBS hat Euchner zwei bewährte<br />

Produkte kombiniert: Den transpondercodierten Sicherheitsschalter<br />

CTP mit dem Griffmodul der Multifunctional Gate Box<br />

(MGB). Die MGBS eignet sich für<br />

das industrielle Umfeld, wo ein<br />

schlankes Schaltergehäuse benötigt<br />

wird, z. B. an Eckpfosten von Schutzzäunen.<br />

Ein Manipulationsschutz<br />

gewährleistet das Sicherheitssystem<br />

mit Befestigungsbohrungen im<br />

Griffmodul und einer verdeckten<br />

Riegelplatte. Zudem ist ein Sperr ­<br />

einsatz im Griffmodul enthalten, der<br />

ein Starten der Anlage, etwa<br />

während Wartungs- und<br />

Reinigungsarbeiten, verhindert. Eine einfache Steckverbindung<br />

sorgt für einen leichten Anschluss mit einem geringen Verdrahtungsaufwand.<br />

Eine weitere Schutztürabsicherung, die der<br />

Hersteller anbietet, ist die MGB2 Modular, die sich durch ihren<br />

Aufbau, bestehend aus dem Modul zur Zuhaltung, einsteckbaren<br />

Submodulen und einem Busmodul für Profinet/Profisafe, individuell<br />

anpassen lässt.<br />

www.euchner.de<br />

Miniaturmodul mit 16 GByte LPDDR4<br />

Arbeitsspeicher<br />

Kontron, Spezialist für Embedded Computing Technologie, stellt<br />

das Modul COMe-m4AL10 (E2) vor. Dieses ist speziell für den<br />

Einsatz in industriellen IoT- und Industrie-4.0-Umgebungen<br />

prädestiniert. Das<br />

COMe-m4AL10 (E2) wird<br />

in fünf verschiedenen<br />

Prozessorversionen als<br />

DualCore- oder<br />

QuadCore-Prozessor<br />

erhältlich sein. Mit<br />

Abmessungen von<br />

84 × 55 mm eignet es sich auch für platzkritische Anwendungen.<br />

Zudem ist die E2-Version für den Einsatz im Temperaturbereich<br />

von – 40 bis + 85 °C ausgelegt. Das Miniaturmodul mit bis zu<br />

16 GByte LPDDR4 Memory Down Arbeitsspeicher verfügt über<br />

zwei unabhängige Displays und soll seine Stärken insbesondere<br />

in den Bereichen Transport und Verteidigung ausspielen. Neben<br />

zwei seriellen Schnittstellen bietet das COMe-m4AL10 (E2) zwei<br />

schnelle USB-3.0-Schnittstellen, bis zu acht USB-2.0- und eine<br />

Gigabit-Ethernet-Schnittstelle sowie vier PCI-Express<br />

Gen2-Lanes, über die sich kundenspezifische Erweiterungen<br />

realisieren lassen.<br />

www.kontron.de<br />

Steckverbinder ab Rastermaß 1,0 mm<br />

Steckverbindersysteme für Leiterplatten, die besonders kleine Rastermaße der Crimp-Rast Wire-to-Boardund<br />

Wire-to-Wire-Systeme abdecken, bietet W+P an. Erhältlich sind diese ab einem Rastermaß von<br />

1,0 mm. Wire-to-Board- bzw. Wire-to-Wire-Anschlüsse verbinden zwei Kabel oder ein Kabel mit der<br />

Platine. Die Serien 499, 570, 589, 5113 und 5265 werden als Stift- und Buchsenleisten, Buchsengehäuse und<br />

Kontakte angeboten. Sie sind erhältlich in liegender oder stehender Ausrichtung, teilweise mit Verriegelung.<br />

Das Kontaktmaterial besteht aus einer Kupferlegierung, die Isolierkörper aus thermoplastischem Kunststoff.<br />

Einsatzgebiete für die platzsparenden Systeme sind z. B. der Strom- und Signaltransport.<br />

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48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Escha präsentiert komplettes EtherCAT-P-Programm<br />

Der Anschlusstechnikspezialist Escha hat ab sofort ein<br />

komplettes Steckverbinderprogramm für EtherCAT-P-<br />

Applikationen im Angebot. Es umfasst Anschluss und<br />

Verbindungsleitungen sowie Flansche. Die vierpoligen<br />

Anschlussleitungen und Geräteschnittstellen mit<br />

P-Codierung ermöglichen eine gemeinsame Daten- und<br />

Energieversorgung über das M8x1-Interface. Infolge lässt<br />

sich eine kompakte Verdrahtung bei verringerten Systemkosten<br />

realisieren. Auch wird durch die neu entwickelte<br />

P-Codierung verhindert, dass versehentlich Standard-<br />

EtherCAT-Slaves angeschlossen werden. Sämtliche<br />

Komponenten verfügen über eine 360°-Schirmung und entsprechen der Norm IEC 61076-2-104. Sie<br />

eignen sich für eine Power-Übertragung von bis zu 4 A bei gleichzeitiger Fast-Ethernet-Übertragung<br />

von bis zu 100 Mbit/s. Die für EtherCAT P typische schwarz-rote Leitung steht als AWG22- und als<br />

AWG24-Variante zur Verfügung und ist UL-zertifiziert, sodass ein Einsatz auch auf dem nordamerikanischen<br />

Markt möglich ist.<br />

www.escha.net<br />

Einadrige Leitungen für Schleppanwendungen mit<br />

UL/CSA-Zulassung<br />

TKD wartet ab sofort mit einem noch dichter bestückten Portfolio an einadrigen Motoranschlußleitungen<br />

auf. Jüngster Zuwachs im Systembaukasten des Kabelspezialisten sind die Kaweflex-Serien<br />

5178 und 5278 SC (SingleCore). Die SC-Serie 5178 ist die ungeschirmte Ausführung, verfügbar mit<br />

schwarzer oder grün-gelber Ader. Die SC-Serie 5278 ist die geschirmte Variante für EMV-gerechte<br />

Anwendungen. Diese einadrigen, doppelt isolierten<br />

PVC-Leitungen sind so konzipiert, dass sie in vielen Fällen<br />

mehradrige Leitungen problemlos ersetzen können – z. B.<br />

wenn der Platz in vorhandenen Schlepp- bzw. Energieführungsketten<br />

und Schlauchpaketen knapp wird oder<br />

minimale Biegeradien Probleme bereiten. Mit Verfahrgeschwindigkeiten<br />

von bis zu 120 m/min, Beschleunigungen<br />

von max. 20 m/s², Verfahrwegen bis zu 25 m und<br />

einem Rating bis zu fünf Mio. Biegezyklen sind die hochverlitzten<br />

Leitungen, die mit unterschiedlichen Querschnitten<br />

angeboten werden, optimal geeignet für hochflexible<br />

Anwendungen bei normalen elektrischen und mechanischen Anforderungen. Zum Einsatzspektrum<br />

zählen u. a. Energieführungsketten aller Art, aber auch Portalroboter oder Werkzeugmaschinen.<br />

www.tkd-kabel.de<br />

Sichere Kombination: Systemlösung aus Radarsensor und Steuerung<br />

Pilz bietet jetzt eine Komplettlösung zur Schutzraumüberwachung, die aus dem Radarsystem LBK<br />

System von Inxpect S.p.A. und der konfigurierbaren Kleinsteuerung vom Typ PNOZmulti 2 besteht.<br />

Die Kombination umfasst je nach Anwendung bis zu sechs Radarsensoren und eine Control Unit. Zu<br />

den sicherheitsgerichteten Funktionen der Systemlösung zählen die Erfassungsfunktion, d. h., das<br />

Versetzen der Maschine in einen sicheren Zustand, sobald ein Gefahrenbereich verletzt wird sowie<br />

die Wiederanlaufsperre, die verhindert, dass die Maschine selbstständig wieder anläuft, wenn sich<br />

im Gefahrenbereich noch Personen befinden. Das integrierte Muting kann die Sensoren zweitweise,<br />

eingeteilt in bis zu drei Gruppen, inaktiv schalten. Die<br />

Auswahl und Konfiguration der Sensoren findet über das<br />

Safety-Softwaretool von Inxpect statt. Jeder Sensor kann<br />

eine maximale Reichweite von vier Metern und einen engen<br />

bzw. weiten Bereich von 50° horizontal, 15° vertikal bzw.<br />

110° horizontal und 30° vertikal abdecken. Die Systemlösung<br />

ist unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen<br />

wie Staub, Regen und Licht und findet u. a. Einsatz in der<br />

Schwer- oder Holzindustrie.<br />

Kabeldurchführung<br />

Leitungen<br />

platzsparend<br />

einführen<br />

Mit den neuen Kabeldurchführungsplatten<br />

KEL-DPZ 6<br />

und 16 werden Leitungen mit<br />

Durchmessern von 1.5 bis<br />

16.2 mm eingeführt.<br />

Sehr schnelle Montage<br />

Hohe Packungsdichte<br />

Automatisch abgedichtet<br />

und zugentlastet<br />

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Schleppkettenleitung für<br />

Extrembelastungen<br />

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robustes, trommelbares<br />

und schleppkettentaugliches<br />

Stromversorgungskabel<br />

vor. Mit<br />

seinem Temperaturbereich<br />

von – 50 bis + 90 °C<br />

eignet es sich für Outdoor-Einsätze unter extremen klimatischen<br />

Bedingungen. Das Kabel ist UV-, ozon-, öl- und dieselbeständig,<br />

widerstandsfähig gegenüber Kühlflüssigkeiten und Schmiermitteln<br />

und verfügt über eine UL- bzw. cUL-Zulassung. Mit einer<br />

Zugfestigkeit bis 4 000 N, einer Auslegung für mindestens 1,2 Mio.<br />

Biegewechselzyklen bei engsten Biegeradien bis 200 mm und<br />

extremen Beschleunigungen bis 5 m/s ist es bereit für Einsätze<br />

mit sehr hohen mechanischen Beanspruchungen. Es eignet sich<br />

z. B. für Portal- und Hafenmobilkränen mit Verfahrwegen bis<br />

200 m. Das Kabel wurde dreilagig konstruiert und hat dennoch<br />

einen Außendurchmesser von nur 22,9 mm. Verschieden<br />

definierte Bandierungen und Schirmungen in allen drei Lagen<br />

dienen neben der Schirmung auch der Zugentlastung.<br />

www.hradil.de<br />

Plug & Play für die optische<br />

Datenübertragung<br />

Mit der Hitronic SBX präsentiert Lapp eine neue Generation von<br />

Spleißboxen aus Metall für den Einbau in Schaltschränken. Die<br />

Boxen passen auf Tragschienen TH35 und lassen sich darauf in<br />

drei Positionen befestigen. Mit Steckbuchsen, in die sich die<br />

Lichtwellenleiter einstecken lassen, erleichtern sie das Verbinden<br />

von Glasfasern, auch Verspleißen<br />

genannt. Sie erfüllen<br />

IP20, die in Schaltschränken<br />

erforderliche Schutzklasse, der<br />

Temperaturbereich reicht von<br />

– 40 bis + 70 °C. Es gibt sie in<br />

mehreren Ausführungen mit<br />

sechs oder zwölf ST Duplex,<br />

LC Duplex, SC Duplex oder<br />

SC-RJ Kupplungen sowie in<br />

allen optischen Klassen.<br />

Passend zu den Spleißboxen<br />

kann der Kunde fertig konfektionierte Lichtwellenleiter bestellen.<br />

Sie haben gleich die passende Länge und sind mit Steckern<br />

ausgerüstet. Durch Plug & Play gelingt der Anschluss an die<br />

Spleißbox in Sekunden. So gehören Fehler bei der manuellen<br />

Konfektionierung im Schaltschrank der Vergangenheit an.<br />

www.lappkabel.de<br />

Schneller Zugriff im Servicefall<br />

Die Frontplattenschnittstellen Modlink MSDD von Murrelektronik<br />

ermöglichen den einfachen Zugriff auf die Steuerung, wenn ein<br />

Diagnose- oder Servicefall auftritt. Der Schaltschrank kann dabei<br />

geschlossen bleiben. Die im Schaltschrank enthaltenen<br />

Komponenten werden so in der vorgegebenen Schutzart betrieben.<br />

Das modulare System basiert auf einheitlichen Einfach- und<br />

Doppelrahmen, in die unterschiedliche Einsätze eingesteckt<br />

werden – mit 100 000 Kombinationsmöglichkeiten. Die Einbaumaße<br />

sind dabei immer gleich. Exportorientierte Unternehmen<br />

können so auf länderspezifische Gegebenheiten reagieren, ohne<br />

das Gehäuse zu überarbeiten. Es genügt, den für das jeweilige Land<br />

passenden Einsatz zu montieren. Besonders kompakt sind Einsätze,<br />

bei denen in einem Einfachrahmen Platz für die Steckdose und<br />

einen Datenstecker ist. Wichtig ist dabei das Schirmblech für den<br />

EMV-Schutz, über das Störungen direkt abgeleitet werden – ein<br />

entscheidender Faktor für sichere Kommunikation.<br />

www.murrelektronik.com<br />

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50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Galvanisch getrennte Kontaktverstärkung<br />

Safety-Steuerungen verfügen meist über Halbleiterausgänge, die keine galvanische<br />

Trennung haben und mit Testpulsen arbeiten. Alternativ bietet Zander sichere Koppelrelais,<br />

die nicht die Sicherheitskette trennen. Das bedeutet: die Koppelrelais werden<br />

zum einen zur sicheren, galvanisch<br />

getrennten Kontaktverstärkung und<br />

Kontaktvervielfältigung verwendet, zum<br />

anderen aber auch zur Filterung von<br />

Testpulsen. Der Klassiker, das SK3D,<br />

verfügt über drei sichere Relaiskontakte<br />

und einen Meldekontakt bei einer<br />

Baubreite von 22,5 mm. Für Anwendungen<br />

mit wenig Platz im Schaltschrank gibt es<br />

das kompakte SD1K. Dieses Relais verfügt<br />

über einen sicheren Kontakt mit einer<br />

Schaltleistung bis 250 V bei 6 A sowie einen Halbleitermeldeausgang – bei einer<br />

Baubreite von 6,8 mm. Das flexible SR7D bietet neben sieben sicheren Relaiskontakten<br />

auch vier Meldekontakte, zwei davon in Halbleiter-Ausführung. Zudem kann es auch als<br />

klassisches Sicherheitsrelais eingesetzt werden.<br />

www.zander-aachen.de<br />

Individuell konfigurierbare KI-Suite für die Fertigung<br />

DataProphet stellt ein neues Software-Paket vor, das mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI)<br />

zur Verbesserung Industrie-4.0-affiner Produktionsprozesse beiträgt. Die Module<br />

stehen auch als Einzellösung zur Verfügung. Die KI-Suite kombiniert die Module<br />

DataProphet Transform, DataProphet Prescribe sowie DataProphet Inspect und lässt<br />

sich einfach in vorhandene Fertigungsstrukturen integrieren. Grundlage ist eine Deep<br />

Learning-Software, die jeweils geeignete Produktionsparameter vorgibt, sodass der<br />

Ausschuss Angaben zufolge um mehr als 50 % reduziert werden kann. Kennzeichnend<br />

ist ferner ein auf Algorithmen des maschinellen Lernens beruhendes Bildverarbeitungssystem<br />

zur Fehler-Identifikation. Über das dritte Modul lassen sich auch große<br />

Datenmengen erheben und auswerten. Dazu Michael Grant, CTO von DataProphet:<br />

„Wir verstehen Produktion. Unsere Experten für die digitale Transformation bringen<br />

Industriebetriebe von Null auf KI.“ Die gesamte KI-Suite sowie deren Module sind ab<br />

sofort lieferbar.<br />

www.dataprophet.com<br />

Von einfachen bis hin zu komplexen<br />

Schaltschrank-Lösungen<br />

Das Unternehmen ZPAS zählt zu einem der führenden Produzenten von 19"-Schränken<br />

und Schaltschränken (Schaltschrank SZE3) und ist zudem Anbieter von komplexen<br />

Systemlösungen für Anwendungen in der IT. Das Portfolio umfasst zudem Steuerpulte,<br />

Outdoorschränke und Gehäuse aus Edelstahl. Die Schaltschränke werden mit kundenspezifischer<br />

Steuerungstechnik ausgestattet, z. B. mit Steuergeräten von Siemens,<br />

Weidmüller, Wago, Beckhoff oder Phoenix Contact. Zum Einsatz kommen die Schränke<br />

u. a. in der Energieverteilung, als unterbrechungsfreie Stromversorgung, im Bereich der<br />

Motorabnahmen in Verbindung mit automatisierten<br />

Fertigungsprozessen, als klassische Schaltanlage<br />

oder für Zwecke der Leitungsverteilung.<br />

Sämtliche Anlagen können mit Mosaikschaltbildern<br />

und Bildschirmen zur Visualisierung der<br />

Fertigungs- oder Technologieprozesse ausgestattet<br />

werden. ZPAS hat sich in über 45 Jahren einen<br />

Namen gemacht und ist mit weltweit über<br />

500 Mitarbeitern etabliert, ganz nach dem Motto<br />

„Solutions for Connections“.<br />

www.zpas.de


MOTEK <strong>2019</strong> I MESSE<br />

Smart, aber verständlich<br />

Fachmesse Motek steht in den Startlöchern<br />

Keine ganze Woche mehr, dann<br />

öffnet die Messe Motek in Stuttgart<br />

ihre Pforten: Die internationale<br />

Fachmesse für Produktions- und<br />

Montageautomatisierung wird<br />

bereits zum 38. Mal ausgerichtet<br />

und findet parallel zu Messe<br />

Bondexpo statt. Fachbesucher<br />

und Interessierte können sich vom<br />

7. bis 10. Oktober <strong>2019</strong> über die<br />

neuesten Trends sowie praktisch<br />

realisierbare Lösungen rund um<br />

die Prozessautomatisierung<br />

informieren.<br />

Auf der Motek werden alle Themen der<br />

Produktions- und Montageautomatisierung<br />

abgebildet: Vom Materialeingang<br />

über sämtliche Prozessschritte inkl. Qualitätssicherung,<br />

Kennzeichnung, Verpackung<br />

bis hin zur Kommissionierung und Intralogistik.<br />

Die Messe sorgt bei Ausstellern und<br />

Fachbesuchern für schnelle Orientierung<br />

und kurze Wege. Montageanlagen, Handhabungstechnik,<br />

Roboter, Füge- und Schraubtechnik,<br />

Materialfluss- und Fördersysteme,<br />

Mess- und Prüftechnik findet der Messegast<br />

ebenso wie Antriebe, Steuerungen, Sensoren<br />

und Software.<br />

Die Motek <strong>2019</strong> will zeigen, dass umfassende<br />

Integration nutzbare Realität im Industriealltag<br />

ist und bildet die komplette<br />

Welt der sich rasch verändernden Prozess-<br />

Automatisierung ab. So kann sich der Fachmessebesucher<br />

ein umfassendes Bild über<br />

aktuelle Produkte und Systeme rund um die<br />

industrielle Produktions- und Montageautomatisierung<br />

machen. Erst recht, wenn die<br />

Schlagworte Digitalisierung und Vernetzung<br />

vielerorts Unsicherheit generieren. Für den<br />

Industriealltag bedeuten sie jedenfalls einen<br />

Umbruch, und so ist die Stuttgarter Prozessketten-Fachmesse<br />

mehr denn je Pflichttermin<br />

für alle Anwender und Produktionsverantwortliche,<br />

die praktische Lösungen<br />

für die moderne industrielle Fertigung und<br />

Montage suchen.<br />

Digital, vernetzt und<br />

durchgängig abgebildet<br />

Bewährtermaßen konzipiert der Messeveranstalter<br />

P.E. Schall GmbH & Co. KG die<br />

Motek strikt anwendungs- und praxisorientiert.<br />

Fachbesucher können sich durch die<br />

Thematik der Produktions- und Montageautomatisierung<br />

durcharbeiten – oder sich<br />

direkt gezielt einem Thema widmen. Anwender<br />

finden auf der Motek sowohl<br />

52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Besuchen Sie uns auf<br />

der Motek in Stuttgart:<br />

Halle 7, Stand 7103.<br />

Ihr Partner für<br />

Maschinensicherheit<br />

und Arbeitsschutz<br />

Der Fachmessebesucher erhält auf der Motek ein umfassendes Bild über aktuelle Produkte<br />

und Systeme rund um die industrielle Produktions- und Montageautomatisierung<br />

Grundsysteme, Details und Komponenten<br />

als auch bereichsübergreifende Lösungsansätze,<br />

vernetzte und verkettete Systeme<br />

samt Software und Industriekommunikation.<br />

Doch kein Produkt, keine Anlage steht mehr<br />

für sich allein – es geht ab sofort um die umfassende<br />

Integration. Die Motek <strong>2019</strong> will<br />

zeigen, dass auch dies kein bloßes Schlagwort<br />

ist, sondern nutzbare Realität.<br />

Der Fachbesucher interessiert sich für<br />

den Fertigungsprozess als Gesamtsystem<br />

im Rahmen einer fortschreitenden, durchgängigen<br />

Digitalisierung der Automatisie­<br />

Die Messe im Überblick:<br />

rung. Er sucht schlüsselfertige, integrierte<br />

Systemlösungen für die moderne Produktion<br />

und wird auf der Motek <strong>2019</strong> Antworten<br />

auf alle aktuellen Fragen finden, die ihn auf<br />

dem Weg zur Smart Factory beschäftigen.<br />

„Digitalisierung ist für uns auf der Motek<br />

kein Marketinginstrument, sondern Inhalt“,<br />

konstatiert Bettina Schall, Geschäftsführerin<br />

der P.E. Schall GmbH & Co. KG.<br />

Fotos: P.E. Schall<br />

www.motek-messe.de<br />

Wann: 07. bis 10. Oktober <strong>2019</strong> | Wo: Messe Stuttgart, Messepiazza<br />

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 9:00 – 17:00 Uhr<br />

Eintrittspreise: Tageskarte 30 EUR, Ermäßigte Tageskarte 22 EUR, 2-Tageskarte 50 EUR<br />

tec.nicum ist die Dienstleistungssparte<br />

der Schmersal Gruppe. Sie bietet<br />

Maschinenherstellern und Maschinenbetreibern<br />

eine kompetente, produktund<br />

herstellerneutrale Beratung.<br />

Wir unterstützen Sie bei der sicheren<br />

Gestaltung Ihrer Maschinen und<br />

Arbeitsplätze! Das tec.nicum-Team<br />

konzipiert und realisiert Sicherheitslösungen<br />

über alle Lebenszyklusphasen<br />

Ihrer Maschine.<br />

Unser Dienstleistungsangebot:<br />

tec.nicum academy<br />

Schulungen und Seminare<br />

tec.nicum consulting<br />

Beratungsdienstleistungen<br />

tec.nicum engineering<br />

Planung und Projektierung<br />

tec.nicum integration<br />

Ausführung und Montage<br />

www.tecnicum.com


MOTEK <strong>2019</strong> I MESSE<br />

Kraftzwerg positioniert schnell und genau<br />

Ein sechsachsiger Mini-Kompaktroboter, der bei 350 mm Reichweite 1 kg schwer trägt, ist der MZ01 von<br />

Nachi. Er eignet sich zum Transportieren und Positionieren auf kleinstem Raum bei höchsten<br />

Geschwindigkeiten. Seine Bauart in Armen und Gelenken entspricht den größeren Universalrobotern<br />

MZ des Herstellers. Diese nun kleinste Variante wiegt nur 10 kg und kann auf 0,02 mm wiederholgenau<br />

positionieren. Damit eignet sich der Roboter z. B. dafür, kleine Werkstücke in Montageanlagen<br />

aufzunehmen, zu orientieren und einzulegen. Er kann stehend oder hängend angeordnet werden.<br />

Dabei benötigt er nur 100 × 115 mm Fläche. Dazu erreicht er Schwenkgeschwindigkeiten zwischen 320<br />

und 600°/s. Wie bei den größeren Varianten sind bei ihm die Leitungen und Kabel innen geführt. Der<br />

Mini-Kompaktroboter ist flexibler als Scara-Roboter oder Linearsysteme, braucht weniger Platz als<br />

Knickarm-Industrieroboter und entspricht den Forderungen von Sondermaschinenbauern.<br />

www.nachi.de<br />

Montageautomatisierung mit Robotern<br />

Eine App zur Ermittlung<br />

von Automatisierungspotenzialen<br />

und Roboter, die mit<br />

wenigen Klicks für<br />

anspruchsvolle<br />

Montageaufgaben<br />

programmiert<br />

werden, präsentiert<br />

das Fraunhofer IPA<br />

auf der Motek. Die<br />

App zur Automati-<br />

sierungspotenzial-<br />

Analyse (APA) in der<br />

Version 2.0 leitet<br />

Anwender an, eigene Montageprozesse zu analysieren und<br />

informiert über Automatisierungspotenziale. Dazu werden Tester<br />

gesucht, die die App mit einem Lizenzvertrag ausprobieren. Die<br />

App soll nicht auf die Montage beschränkt bleiben. Oft kann statt<br />

einer Vollautomatisierung eine Anwendung mit Mensch-Roboter-<br />

Kooperation sinnvoll sein. Ebenfalls vorgestellt wird die<br />

Softwarelösung Pitasc zur Programmierung kraftgeregelter<br />

Montageprozesse. Sie ermöglicht, bisher manuelle Prozesse zu<br />

automatisieren. Mit ihr sind einmal modellierte Aufgaben auf<br />

neue Produktvarianten, Produkte und Roboter anderer Hersteller<br />

übertragbar. Auf der Messe wird die Software integriert in ein<br />

Robotersystem vorgeführt.<br />

www.ipa.fraunhofer.de<br />

Erweiterter Spielraum beim Betrieb von<br />

Servopressen<br />

IEF-Werner stellt eine neue Version der Servopressen-Baureihe<br />

aiPress vor, die mit dem in drei Größen erhältlichen Zusatzmodul<br />

Joining Module „JM“ ausgestattet ist und das Einsatzspektrum<br />

nochmals erweitert. Anwender können die Ausladung einfach an<br />

die Applikation anpassen, sie stehend oder über Kopf hängend<br />

anbringen und an das<br />

IEF-Transportsystem<br />

posyArt anbauen. Die<br />

neue Komponente ist<br />

in den drei Größen<br />

der Basisbaureihe<br />

erhältlich: mit 3 kN<br />

und 75 mm Hub,<br />

15 kN und<br />

125 mm Hub sowie<br />

36 kN und<br />

175 mm Hub. Die<br />

maximale Verfahr-Geschwindigkeit beträgt jeweils 150 mm/s.<br />

Enthalten ist auch ein externes Wegmesssystem, das direkt an der<br />

Presspinole angebracht ist. Im Mittelpunkt stehen ferner ein<br />

Portalsystem mit der Zahnriemenachse Modul 115/25, das<br />

IoT-kompatible PA-infoSYS für die Datenüberwachung und<br />

Kommunikation sowie neue Direktantriebe der Baureihe<br />

euroLine 200. Präsentiert wird zudem ein speziell konzipiertes<br />

Palettier-System für die Vereinzelung plattenförmiger Produkte.<br />

www.ief-werner.de<br />

Sichere Sensorik für die Mensch-Maschine-Interaktion<br />

www.schunk.com<br />

Schunk verzeichnet eine rasant wachsende Nachfrage nach kompakten und universell<br />

einsetzbaren Sensoren für Robotik-Greifsysteme. Diese sollen zudem immer<br />

leistungsfähiger und leicht programmierbar sein. Daher hat Schunk eine breite<br />

Palette an Lösungen für die smarte Produktion entwickelt, wie z. B. den C-Nuten-<br />

Sensor MMS 22-PI, der die Strategie „One sensor fits all“ bedient. Bei dem MMS‐A<br />

handelt es sich um einen teachbaren Analogsensor, der die gesamte Hubbereich<br />

des Greifers erfasst, sodass unterschiedlich große Teile präzise detektiert werden<br />

können. Mit dem MMS 22-IO-Link wiederum lassen sich die Auswertemöglichkeiten<br />

der pneumatischen Universalgreifer PGN-plus-P sowie der pneumatischen<br />

Kleinteilegreifer MPG-plus erweitern. Vorgestellt wird zudem der für die sichere<br />

MRK-Kollaboration konzipierte Großhubgreifer EGL-C, bei dem in die Grund -<br />

backen integrierte Kraftmessbacken und Inkrementalgeber permanent die<br />

Greifkraft sowie die Position der Greiferfinger überwachen.<br />

54 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


MESSE I MOTEK <strong>2019</strong><br />

Raumportal für kollaborierende Roboter<br />

Ein dreiachsiges Raumportal für<br />

die roboterbasierte Bearbeitung<br />

hat Rose+Krieger mit dem<br />

Fraunhofer IEM entwickelt. Dieses<br />

verfährt den Cobot an den<br />

jeweiligen Einsatzort und erweitert<br />

damit seinen Arbeitsbereich.<br />

Kleine kollaborierende Sechsachs-<br />

Roboter (Cobots) haben nur einen<br />

Aktionsradius von wenigen<br />

100 mm. Eine gängige Lösung ist<br />

daher der Einsatz von Linearachsen,<br />

mit deren Hilfe die Cobots<br />

horizontal oder vertikal an den<br />

jeweiligen Einsatzort bewegt werden können. Um den Arbeitsbereich<br />

der Cobots dreidimensional zu erweitern, konstruierte<br />

das Unternehmen ein dreiachsiges Raumportal für ein Handlingund<br />

Bearbeitungssystem. Intelligente Sensoren und Algorithmen<br />

ermöglichen dabei eine reibungslose Kommunikation zwischen<br />

Roboter und Raumportal. Das Ergebnis sind synchronisierte<br />

Bewegungen von Portal und Cobot sowie die einfache Anpassung<br />

des Systems an sich ändernde Anwendungsszenarien ohne<br />

aufwändige Umbau- und Rüstarbeiten.<br />

www.rk-rose-krieger.com<br />

Cobots kombiniert mit Greifern<br />

Universal Robots (UR) zeigt<br />

auf der Motek, wie andere<br />

Robotik-Komponenten an<br />

seinen kollaborierenden<br />

Robotern (Cobots) installiert<br />

werden können. Außerdem<br />

haben mehrere Peripherieprodukte<br />

seiner Partner ihr<br />

Debüt. An einem Cobot vom<br />

Modell UR3e wird der elektrische<br />

MRK-Greifer HRC-03 der<br />

Zimmer Group gezeigt. Bei<br />

ihm hat der Bediener durch<br />

einen Free Drive Button direkt<br />

am Tool beide Hände frei zur<br />

Führung des Cobots. Wie die<br />

Natur Robotik-Komponenten<br />

inspiriert, veranschaulicht die<br />

Gecomer-Technologie von<br />

Innocise an einem UR3e. Mit<br />

einer haarigen, feinstrukturierten<br />

Oberfläche, ähnlich<br />

einem Geckofuß, haften<br />

Objekte daran. Ausgestattet mit einer Entgratspindel FDB-300 von<br />

Schunk gibt ein UR5e Einblicke in die Blech- und Metallverarbeitung<br />

mit Cobots. An einer Autotür demonstriert ein UR10e die<br />

Feinfühligkeit und Präzision der e-Series mit integriertem<br />

Kraft-Momenten-Sensor. Dabei bringt er mit einem individuellen<br />

Rollen-Aufsatz eine Türschallisolierung an.<br />

Digitaler Shopfloor – skalierbar und<br />

erweiterbar<br />

Eine innovative Lösung für das digitale Shopfloor-Management<br />

ist das Machine Management System, kurz MMS, von Eckelmann.<br />

Es abstrahiert in einem digitalen Layer von der Ebene der<br />

Maschinen. Das System weiß, was auf der Maschinenebene los<br />

ist und versteht sich gleichzeitig mit überlagerten MES- oder<br />

ERP-Systemen. Per OPC-UA lassen sich Steuerungen bzw.<br />

Maschinen beliebiger Hersteller einbinden. So entsteht ein<br />

digitales Echtzeit-Abbild aller angebundenen Maschinen und<br />

Anlagen, ein funktionaler digitaler Zwilling. Das System erfasst,<br />

analysiert und visualisiert die Daten, um maschinennahe<br />

Managementaufgaben zu realisieren. Dazu zählen Kernfunktionen<br />

wie Betriebsdatenerfassung, Auftragsmanagement, Tools<br />

zur Kalkulation von Fertigungskosten, Reports mit wichtigen KPIs<br />

sowie Real-Time-Intelligence zur Prozessoptimierung und<br />

vorausschauenden Instandhaltung. Dank der plattformunabhängigen<br />

Web-Service-Architektur ist das System skalierbar und<br />

erweiterbar.<br />

www.eckelmann.de<br />

MEHR INFORMATIONEN AUFGABELN<br />

Gabellichtschranken mit IO-Link-Anschluss<br />

www.universal-robots.com<br />

www.industrielle-automation.net<br />

Besuchen Sieuns auf der<br />

Motek MesseinStuttgart<br />

07.10bis 10.10.<strong>2019</strong><br />

in Halle3Stand 3100<br />

Tel+49 2351 9365-0 • www.ipf.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 55<br />

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MOTEK <strong>2019</strong> I MESSE<br />

Mit Verbrauchsmessgeräten Verschwendung<br />

vermeiden<br />

IPF Electronic stellt eine neue Reihe<br />

an Messgeräten zur Verbrauchsmessung<br />

von Druckluft vor. Diese<br />

sind in sieben Versionen erhältlich<br />

und wurden entwickelt, um<br />

Ressourcen zu schonen und Kosten<br />

zu senken. Angeboten werden die<br />

kompakten Neuheiten in IP65 mit unterschiedlichen Rohrdurchmessern<br />

der integrierten Messstrecke. Sie arbeiten nach dem<br />

kalorimetrischen Prinzip, bei dem die Temperaturdifferenz zweier<br />

Messelemente ermittelt und elektronisch ausgewertet wird.<br />

Ausgelegt sind die Geräte auf einen Betriebsdruck bis 16 bar und<br />

eine Genauigkeit von auf ± 1,5 % vom Messwert und ± 0,3 % vom<br />

Endwert. Eine integrierte Ein- und Auslaufstrecke erleichtert die<br />

Montage. Darüber hinaus sorgt die Messstrecke für eine laminare<br />

und somit beruhigte Strömung des Mediums. Die Einstellung der<br />

Verbrauchsmesser erfolgt über zwei kapazitive Tasten am Display,<br />

das Durchfluss, Verbrauch, Geschwindigkeit und Temperatur<br />

anzeigt. Die Standardeinstellung beträgt m 3 /h. Weitere Einheiten<br />

sind frei wählbar.<br />

www.ipf.de<br />

Optionale Safety-Fieldbox für<br />

Sicherheitszuschaltungen<br />

Schmersal präsentiert eine neue integrierte Sicherheitslösung<br />

namens „Safety Fieldbox“, die die Maschinenverfügbarkeit erhöht<br />

und gleichzeitig mit Zeit- und Kosteneinsparungen verbunden ist.<br />

Mithilfe der Safety Fieldbox ist es möglich, mehrere Sicherheitszuschaltungen<br />

des Typs AZM400 von Schmersal in einer Kette an<br />

einen Profinet/Profisafe-Knoten anzubinden. Es ist daher nicht<br />

mehr erforderlich, jede einzelne Komponente mit einem Profinet-<br />

Interface auszustatten. Die Kopplung von Sicherheitsschaltungen<br />

unterschiedlicher Bauart (elektronisch und elektromechanisch)<br />

erfolgt über eine Universal-Schnittstelle<br />

mit 8-poligem M12-Stecker. Da die Geräte<br />

jeweils nur einen Anschluss belegen, wird<br />

die Verdrahtung vereinfacht. Auch<br />

entfallen Zusatzinstallationen für die<br />

Ansteuerung der Zuhaltung und das<br />

Rücklesen der Diagnoseinformationen.<br />

Die Maschinenverfügbarkeit unterstützt<br />

ein Digital-Eingang, über den die Diagnosesignale<br />

aller angebundenen Geräte zur<br />

Steuerung übertragen werden.<br />

www.schmersal.com<br />

Echtzeit-Bildverarbeitung für rasant agierende Roboter<br />

Die Yamaha Motor Europe Factory <strong>Automation</strong> Section präsentiert<br />

Anwendungen zur Beschleunigung von Robotik-Prozessen,<br />

darunter die Scara-Modelle des Herstellers sowie das On-the-Fly-<br />

Vision-System. Das On-the-Fly-Vision-System basiert auf Technologien,<br />

die im Bereich der oberflächenmontierbaren Elektronikbaugruppe<br />

weiterentwickelt wurden, um aufgenommene Teile mit<br />

voller Geschwindigkeit prüfen und ausrichten zu können. Infolge<br />

lässt sich die Taktzeit beim Palettieren und Depalettieren sowie<br />

bei der Montage reduzieren, sodass neben Zeiteinsparungen auch<br />

Produktivitätsgewinne erzielt werden können. Im Fokus stehen<br />

zudem die Linear-, Mehrachs- und Scara-Roboter sowie die<br />

kartesischen Roboter von Yamaha.<br />

www.yamaha-motor.de<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2019</strong> im 32. Jahrgang, ISSN: 2194-1157<br />

Redaktion<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Redakteurin: Dipl.-Medienwirtin (FH) Marie Krueger<br />

(MK), Tel.: 06131/992-359, E-Mail: m.krueger@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Ulla Winter,<br />

Tel.: 06131/992-347, E-Mail: u.winter@vfmz.de,<br />

Doris Buchenau, Angelina Haas,<br />

Melanie Lerch, Petra Weidt<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Gestaltung<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Anna Schätzlein,<br />

Mario Wüst<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Anzeigen<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Heike Rauschkolb, Anzeigenverwaltung<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 31: gültig ab 1. Oktober 2018<br />

Leserservice<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen<br />

Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

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Einzelheftpreis: € 12,50 (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement: Inland: € 62,- (inkl. Versandkosten)<br />

Ausland: € 68,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

Verlag<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-100<br />

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www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Handelsregister-Nr. HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteur-ID: DE 149063659<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Gesamtanzeigenleiterin: Beatrice Thomas-Meyer,<br />

Tel.: 06131/992-265, E-Mail: b.thomas-meyer@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

Druck und Verarbeitung<br />

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ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

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Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der Annahme<br />

des redaktionellen Contents (Texte, Fotos, Grafiken<br />

etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser Zeitschrift<br />

geht das umfassende, ausschließliche, räumlich, zeitlich<br />

und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht auf den Verlag<br />

über. Dies umfasst insbesondere das Recht zur Veröffentlichung<br />

in Printmedien aller Art sowie entsprechender<br />

Vervielfältigung und Verbreitung, das Recht zur Bearbeitung,<br />

Umgestaltung und Übersetzung, das Recht zur<br />

Nutzung für eigene Werbezwecke, das Recht zur elektronischen/digitalen<br />

Verwertung, z. B. Einspeicherung und<br />

Bearbeitung in elektronischen Systemen, zur Veröffentlichung<br />

in Datennetzen sowie Datenträger jedweder Art,<br />

wie z. B. die Darstellung im Rahmen von Internet- und Online-Dienstleistungen,<br />

CD-ROM, CD und DVD und der Datenbanknutzung<br />

und das Recht, die vorgenannten Nutzungsrechte<br />

auf Dritte zu übertragen, d. h. Nachdruckrechte<br />

einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit des<br />

redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger Prüfung<br />

durch die Redaktion nicht übernommen werden. Signierte<br />

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zur Feststellung der Verbreitung von<br />

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56 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Bildverarbeitung, optische Messtechnik und Inspektion<br />

www.engineering-news.net<br />

Wärmebildkameras<br />

in Pick & Place-<br />

Anwendungen<br />

Hyperspectral<br />

Imaging sorgt<br />

für sichere Analyse<br />

3D-Kamera gibt<br />

Schokolade den<br />

Feinschliff<br />

Industriekameras<br />

optimieren<br />

Greifprozesse<br />

Hochauflösende<br />

Objektive in der<br />

Produktüberwachung<br />

Verzerrte Welten<br />

Vision Sensoren entzerren die Bildaufnahme ohne<br />

Zeitverzug und erlauben damit neue Freiheitsgrade


IM FOKUS<br />

Ich sehe was, was du nicht siehst!<br />

Bekanntlicherweise behauptet der Volksmund, dass „ein Bild mehr als tausend Worte sagt“. Recht hat er,<br />

der Volksmund! Und es werden immer mehr Worte, die es braucht, ein Bild zu erklären! Denn was der Volksmund<br />

nicht ahnen konnte war, was es bis zum heutigen Tage alles für Bilder geben würde! Längst sind es nicht<br />

nur Grauwert- und Farbbilder. Nein, es kamen NIR-, SWIR-, UV-, Multispektral-, Hyperspektral-,<br />

Wärmefluss-, Röntgen-, Radar-, Lidarbilder u. a. hinzu. Und wenn es sein muss, auch noch Schallbilder,<br />

mechanisch gewonnene Bilder vom Rastertunnelmikroskop oder Dichtebilder von Volumina.<br />

Die Anzahl verschiedener Sensorprinzipien und bildgebenden Verfahren ist stark angestiegen.<br />

Längst beschränken sie sich nicht mehr auf die bekannten CCD- oder CMOS-Bildsensoren. Damit<br />

verbunden wird aber auch der Begriff der Bildverarbeitung immer breiter gefasst. Denn der nachgelagerten<br />

verarbeitenden Software ist es recht egal, aus welchen Quellen die zu verarbeitenden<br />

Bilder stammen. So mussten herkömmliche Verarbeitungstechniken der Bilder nur noch partiell<br />

erweitert werden, um mit neuen Bildertypen (z. B. hyperspektraler Datenwürfel) zurechtzukommen.<br />

Ansonsten handelt es sich fast immer weiterhin um matrizenförmige Datenfelder, auf denen<br />

nach Übergängen, Intensitäten, Mustern oder Maxima gesucht wird. Nur sind die berechneten<br />

Ergebnisse je nach Kontext des Bildverarbeitungseinsatzes unterschiedlich zu interpretieren.<br />

Inzwischen fragt man sich beinahe, was denn noch alles sichtbar gemacht werden kann? Sind es<br />

doch bereits heute schon viele physikalisch-technische, chemische, biologische und auch ästhetische<br />

Eigenschaften, die sich erkennen, visualisieren, messen und damit objektivieren lassen. Auch hier<br />

wird unser wunderbarer Planet mehr und mehr entzaubert, wenn uns die Technik weitaus mehr<br />

Informationen liefern kann, als wir Menschen es mit unseren fünf Sinnen in der Lage sind. Bezogen<br />

auf die einführenden Worte des Volksmundes kann es also tatsächlich sein, dass ich etwas<br />

sehen kann, was Sie nicht sehen können. Nämlich genau dann, wenn Ihnen dafür die passende<br />

Sensorik zur Bildgewinnung fehlt. Also lohnt es sich künftig bei der Wahl der Bildquelle<br />

einmal mehr genau hinzuschauen! Es könnte ja sein, dass sich bestimmte bisher nicht prüfbare<br />

Eigenschaften inzwischen doch durch Bildverarbeitung schnell, berührungslos und<br />

zukunftstauglich ermitteln lassen.<br />

Ihr Ingmar Jahr ... der sich freut, dass die Kolumne mit dieser Ausgabe ihr<br />

10-jähriges Bestehen feiern kann!<br />

Dipl.-Ing. Ingmar Jahr,<br />

Manager Schulung & Support,<br />

evotron GmbH & Co. KG in Suhl<br />

Stemmer Imaging positioniert neue<br />

Tochtergesellschaft in Bologna<br />

Stemmer Imaging hat eine 100%ige Tochtergesellschaft im italienischen<br />

Bologna gegründet. Durch die neue Dependance ist<br />

der Machine-Vision-Spezialist nun in allen strategisch relevanten<br />

Märkten Europas vertreten. Dank dieser jüngsten Expansionsoffensive<br />

haben jetzt auch italienische Abnehmer die Möglichkeit,<br />

die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens<br />

direkt über eine eigene Landegesellschaft zu beziehen. „Im industriellen<br />

Herzen Italiens setzen wir mit unserer Tochtergesellschaft<br />

auf bereits bestehende Strukturen auf, bündeln<br />

unsere Aktivitäten und können unsere Kunden vor Ort unmittelbarer<br />

betreuen. Gleichzeitig sind wir fest davon überzeugt, mit<br />

einem eigenen Standort das große Potenzial des italienischen<br />

Marktes noch effizienter heben zu können. Wir freuen uns, bereits<br />

qualifiziertes Personal für die lokale Betreuung gefunden<br />

zu haben“, sagt Lars Böhrnsen, CFO der Stemmer Imaging AG.<br />

www.stemmer-imaging.com<br />

16. Sonderschau „Berührungslose<br />

Messtechnik“ bei der Control 2020<br />

Im Rahmen der internationalen<br />

Leitmesse für Qualitätssicherung<br />

Control in<br />

Stuttgart veranstaltet die<br />

Fraunhofer-Allianz Vision<br />

in Zusammenarbeit mit der<br />

P. E. Schall GmbH & Co. KG<br />

zum 16. Mal die Sonderschau<br />

„Berührungslose Messtechnik“.<br />

Die Sonderschau zeigt auf rund 330 m 2 in Halle 6 einen<br />

Querschnitt innovativer Technologien, Applikationen und Systemkomponenten<br />

aus dem Bereich der berührungslosen Messund<br />

Prüftechnik und gibt Anwendern eine Orientierungshilfe bei<br />

der Auswahl der optimalen Technologie zur Bewältigung der<br />

eigenen Prüfaufgabe.<br />

www.vision.fraunhofer.de<br />

58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


EDITORIAL<br />

Schlüsseltechnologie<br />

Die industrielle Bildverarbeitung wird<br />

immer intelligenter und vielseitiger,<br />

digitaler und kompakter. Sie gilt als eine<br />

der Schlüsseltechnologien in der Automatisierung und selbst die<br />

Datenübertragung und Integration in übergeordnete Systeme stellt keine<br />

Hürde mehr dar. Einzig sind es vielleicht noch finanzielle Aspekte, die<br />

Unternehmen vor dem Einsatz von Bildverarbeitungs technologien<br />

zurückhalten oder noch nicht vorhandenes Wissen. Mit unserem Sonderteil<br />

IndustrialVISION möchten wir Ihnen Aspekte aufzeigen, warum es sich<br />

lohnt in Kameras, Vision-Systeme, Infrarot-Technik & Co. zu investieren.<br />

Wir stellen Ihnen neue Technologien vor, Beispiele aus der Praxis und<br />

Lösungen, die sich in der Industrie erfolgreich etabliert haben. Spannende<br />

Themen sind diesmal wieder dabei, von 3D-Vision in der Robotik, über<br />

visuelle Prozesskontrolle in mehrstufigen Montageprozessen bis hin zur<br />

Besonderheit von perzeptiven True-Colour-Sensoren.<br />

Nicole Steinicke<br />

Was ist eigentlich...<br />

SWIR? Diese Bezeichnung steht für kurzwelliges<br />

Infrarot (short wavelength infrared) als<br />

Spektralbereich der Infrarotstrahlung, das<br />

i. d. R. als Licht mit einer Wellenlänge zwischen<br />

0,9 und 1,7 μm, gelegentlich auch als das Spektrum<br />

zwischen 0,7 und 2,5 μm, definiert wird.<br />

Vor allem Indium-Gallium-Arsenid-Sensoren<br />

(InGaAs-Sensoren) werden für die SWIR-Bildgebung<br />

eingesetzt, die das typische SWIR-<br />

Spektrum abdecken, aber auch Wellenlängen<br />

von 550 nm bis 2,5 μm erkennen. Die Technologie<br />

eignet sich ideal für Hochgeschwindigkeits-Anwendungen<br />

in der industriellen Qualitätskontrolle;<br />

z. B. im Rahmen der Qualitätssicherung<br />

von Glas- und Kunststoffprodukten. z<br />

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Zahl des Monats<br />

Das sollten Sie<br />

nicht verpassen...<br />

Die Embedded Vision Europe <strong>2019</strong><br />

findet vom 24. bis 25. Oktober bereits<br />

zum zweiten Mal im ICS (Internationales<br />

Congresscenter) in Stuttgart<br />

statt. Die Veranstaltung ist die führende<br />

Konferenz in Europa, die sich<br />

ausschließlich auf die Embedded-<br />

Vision-Technik konzentriert. Fähigkeiten<br />

von Hard- und Software-Systemen<br />

und -Komponenten sollen<br />

dabei in den Fokus gerückt sowie<br />

Anwendungen und Märkte für Embedded<br />

Vision vorgestellt werden.<br />

Die Embedded Vision Europe richtet<br />

sich an Entwickler und Anwender<br />

von Embedded-(Vision-)Systemen<br />

aus allen Branchen und wird in<br />

Englisch abgehalten. z<br />

Im Jahr 2018 setzte die industrielle<br />

Bildverarbeitungsbranche im In- und<br />

Ausland rund 2,6 Milliarden Euro um.<br />

B I L D V E R A R B E I T U N G F Ü R T E C H N I S C H E , W I S S E N S C H A F T L I C H E U N D I N D U S T R I E L L E A N W E N D U N G E N<br />

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Praxis-Seminar zur Oberflächeninspektion<br />

Das Praxis-Seminar „Inspektion und Charakterisierung von Oberflächen mit Bildverarbeitung“ der Fraunhofer-<br />

Allianz Vision findet am 4. und 5. Dezember in Karlsruhe statt. Es vermittelt Fachkenntnisse zur Oberflächeninspektion<br />

und zeigt ihre Einsatzmöglichkeiten in der Qualitätssicherung. Im theoretischen Teil werden, nach<br />

einer Einführung in die Bildgewinnung und den Aufbau von Systemen zur Oberflächenprüfung, Verfahren zur<br />

Aufnahme und Auswertung bzw. Analyse von Bild- und Messdaten vorgestellt. Dann wird ein Überblick über<br />

praxisrelevante Anwendungen gegeben. Im praktischen Teil können die Teilnehmer an unterschiedlichen<br />

Oberflächeninspektionssystemen selbst Erfahrungen sammeln. In der Diskussion mit den Praktikumsbetreuern<br />

können individuelle Fragen hinsichtlich der eigenen Anwendung, z. B. anhand vorab eingereichter<br />

Proben, geklärt werden. Infos und Anmeldung unter Tel.: +49 911 58061-5800, E-Mail: vision@fraunhofer.de<br />

oder shop.vision.fraunhofer.de.<br />

www.vision.fraunhofer.de<br />

IDS Application Days<br />

Die IDS Application Days <strong>2019</strong> (5. und 6. November, Nürnberg)<br />

bieten wieder zahlreiche Fachvorträge und Anwendungsbeispiele.<br />

Mit <strong>Automation</strong>, Robot Vision und KI stehen wichtige<br />

Themen der industriellen Bildverarbeitung im Fokus. Die Referenten<br />

von IDS und<br />

MVTec haben unterschiedliche<br />

Demosysteme<br />

im Gepäck, die typische<br />

Anforderungen<br />

aus der Praxis widerspiegeln.<br />

Die Teilnehmer<br />

erleben nicht nur<br />

uEye- und Ensenso 3D-<br />

Kameras im Einsatz,<br />

sondern erfahren auch,<br />

wie Halcon und Merlic<br />

bei der Lösung von<br />

Bildverarbeitungsaufgaben<br />

helfen können. Der erste Veranstaltungstag steht im<br />

Zeichen von <strong>Automation</strong>, 3D Vision und Roboteranwendungen<br />

wie Pick & Place. Am zweiten Tag liegt der Fokus auf<br />

Themen wie Künstliche Intelligenz und Deep Learning. Die<br />

Referenten führen allgemein in das Thema ein und zeigen anhand<br />

von Anwendungsfällen, was KI mittlerweile alles leistet.<br />

www.ids-imaging.de<br />

Software: MVTec kooperiert und<br />

expandiert in Irland und Großbritannien<br />

Stemmer Imaging und MVTec<br />

erweitern ihre Zusammenarbeit<br />

in Großbritannien und<br />

Irland. Stemmer Imaging vertreibt<br />

damit ab 1. September<br />

die Bildverarbeitungs-Softwarepakete<br />

Halcon und Merlic<br />

von MVTec in diesen Ländern.<br />

Die Kooperation baut auf dem<br />

bestehenden Vertriebsabkommen<br />

auf, das bereits 14 euro päische Länder abdeckt. Halcon ist<br />

eine Software mit Ent wicklungsumgebung für die Erstellung<br />

von Bildverarbeitungsapplikationen. Sie bietet eine Plattform<br />

für Systemintegratoren und die Entwicklung von OEM-Bildverarbeitungslösungen<br />

oder -Subsystemen. Durch die Portierbarkeit<br />

auf verschiedene Mikroprozessoren, Betriebs systeme und<br />

Compiler ist die Software für Embedded- Vision-Systeme geeignet.<br />

Merlic ist eine umfassende All-in-One-Software, mit der sich<br />

Komplettlösungen ohne Programmierung realisieren lassen.<br />

MVTec nimmt am Technologieforum Bildverarbeitung von<br />

Stemmer Imaging am 13. und 14.11.<strong>2019</strong> in Birmingham teil.<br />

www.stemmer-imaging.com<br />

www.mvtec.de<br />

Überträgt‘s?<br />

WWW.EMTRON.DE<br />

SICHERE STROMVERSORGUNG FÜR DIE<br />

VERLÄSSLICHE BILDÜBERTRAGUNG.<br />

Wir verstehen Branchen und Anforderungen anwendungsbezogen<br />

und beraten unsere Kunden bei<br />

der spezifischen Auswahl von Stromversorgungen<br />

herstellerunabhängig.<br />

KOMPETENZ, DIE ELEKTRISIERT.


Wechsel in der Geschäftsführung von Silicon Software<br />

Nach Übernahme der Silicon Software GmbH durch die Basler AG vor rund einem<br />

Jahr haben beide Unternehmen Ende Juli <strong>2019</strong> personelle Änderungen auf der<br />

Führungsebene bekanntgegeben. Demnach verantwortet Dr. Dietmar Ley, Vorstandsvorsitzender<br />

der Basler AG, ab sofort die Geschäftsführung der Silicon Software<br />

GmbH. Dr. Klaus-Henning Noffz, bisheriger Geschäftsführer der Silicon Software<br />

GmbH, wird nun strategische Aufgaben innerhalb von Basler wahrnehmen.<br />

Die feierliche Übergabe fand auf dem diesjährigen Internationalen Sales Meeting<br />

im Beisein der Distributionspartner statt. Basler zählt zu den international führenden<br />

Anbietern von Kameras und Zubehör für Anwendungen in der Fabrikautomation.<br />

Silicon Software ist spezialisiert auf die<br />

Anzeige<br />

Herstellung von Hardware für den Bildeinzug<br />

und die Bildverarbeitung von Industriekameras<br />

und Software für die grafische Programmierung<br />

von Vision-Prozessoren.<br />

TECHNOLOGIEFORUM<br />

BILDVERARBEITUNG<br />

08./09. OKTOBER<strong>2019</strong><br />

INFINITY HOTEL MUNICH<br />

https://silicon.software<br />

Eigenes Unternehmen für Fahrzeugerkennung<br />

Vision Components hat für die Weiterentwicklung der Fahrzeug- und Nummernschilderkennung<br />

zusammen mit seinem österreichischen Partner SL Solutions das<br />

Tochterunternehmen Carrida Technologies gegründet. Kernprodukte von Carrida<br />

sind eine Hardware-unabhängige Software zur automatischen Nummernschilderkennung,<br />

LPR-Embedded-Kameras und Softwaremodule zur Fahrzeugtypenerkennung.<br />

Diese Komponenten<br />

auf Basis von Deep-Learning-<br />

und KI-Technologien<br />

übernehmen wichtige<br />

Funktionen in der Verkehrstelematik<br />

(Intelligent<br />

Transportation Systems).<br />

Sie eignen sich für die<br />

Zugangskontrolle und Verkehrsüberwachungsmaßnahmen<br />

wie Mauterhebung,<br />

Ticketing, Verkehrsflusserfassung<br />

oder Geschwindigkeitskontrolle.<br />

Die Geschäftsleitung übernehmen<br />

Jan-Erik Schmitt (Bild links), der auch weiterhin Geschäftsführer Vertrieb<br />

bei Vision Components bleibt, und Oliver Sidla (Bild rechts), Gründer und Geschäftsführer<br />

von SL Solutions. Vision Components vermarktet die Carrida-Software-Engine<br />

bereits seit 2014.<br />

PERSPEKTIVEN DER<br />

BILDVERARBEITUNG<br />

Über 50 hochkarätige<br />

Experten-Vorträge<br />

Neueste Entwicklungen<br />

und Technologien<br />

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Netzwerken<br />

15.10. 's Hertogenbosch | 17.10. Paris<br />

22.10. Stockholm | 13./14.11. Birmingham<br />

www.vision-components.com<br />

WeitereInformationen: www.stemmer-imaging.de/techforum


Verzerrte Welten<br />

Sensoren ermöglichen präzise Bildauswertung<br />

dank Bildentzerrung in Echtzeit<br />

Für industrielle Bildverarbeitungsapplikationen stellen Bildverzerrungen,<br />

die z. B. durch Objektivverzeichnungen entstehen, ein<br />

Problem dar: Es besteht die Gefahr, dass die Bilder nicht auswertbar sind<br />

oder Fehler erzeugen. Im Rahmen von Echtzeitkorrekturen für Verzeichnung,<br />

Shading und perspektivischer Verzerrung gibt es Vision-Sensoren,<br />

die einen cleveren und einfachen Weg zur exakten Bildauswertung bieten.<br />

Bildverarbeitung in der Industrie zielt auf<br />

Ergebnisse, um Aussagen über die Qualität<br />

des Objektes zu treffen oder Position<br />

und Orientierung an ein Handling-System<br />

zu übermitteln. Ein verzerrtes bzw. verzeichnetes<br />

Bild ist deshalb zur genauen Ergebnisfindung<br />

häufig weniger geeignet. Bei<br />

Pick-and-Place-Applikationen funktioniert<br />

eine exakte Roboterpositionierung ohne<br />

Korrekturmaßnahmen gar nicht. Dank einer<br />

Echtzeitkorrektur für Verzeichnung, Shading<br />

und perspektivische Verzerrung bietet Baumer<br />

für die VeriSens-Vision-Sensoren nun einen<br />

cleveren und einfachen Weg zur exakten<br />

Bildauswertung. Die korrigierten Bilder sehen<br />

dann wie aus der Vogelperspektive aufgenommen<br />

aus.<br />

Mathematische Fehlerkorrektur<br />

entzerrung in Echtzeit bereits bzw. können<br />

mit einem einfachen Software-Update nachgerüstet<br />

werden. Nach einer Bildkalibrierung<br />

mithilfe einer Kalibrierplatte kennt der<br />

Vision Sensor die Bildverhältnisse aus Einbauposition,<br />

Blickwinkel und Objektiv und<br />

korrigiert das komplette Bild automatisch.<br />

So ähnelt es einer Vogelperspektive. Die Inspektionsaufgabe<br />

erfolgt damit auf einem<br />

„idealen“ Bild ohne störende Verzerrungen.<br />

Objekte entsprechen damit wieder dem<br />

durch den Menschen wahr genommenen<br />

Aussehen. Das ist für den Anwender einfach<br />

und unterstützt so bei einer korrekten<br />

und schnell eingerichteten Applikation.<br />

Das Kalibrieren ist ein einfacher und strukturierter<br />

Prozess, der kein Lesen einer Dokumentation<br />

erfordert. Intelligente Algorithmen<br />

im Hintergrund prüfen permanent die Kalibrierbedingungen<br />

und geben Hinweise,<br />

wann das Teachen sinnvoll ist. Der Anwender<br />

ist nur dort gefragt, wo die VeriSens-Vision-<br />

Sensoren weitere Informationen benötigen.<br />

Einfacher Abgleich<br />

Eine schräge Montage ändert auch die Beleuchtungsverhältnisse,<br />

da ein Teil der Licht-<br />

01 Die monochromen<br />

Sensoren der XF- und<br />

XC-Serie lassen sich<br />

mithilfe eines Software-<br />

Updates einfach mit der<br />

Echtzeitkorrektur für<br />

Verzeichnung, Shading und<br />

perspektivischer Verzerrung<br />

nachrüsten<br />

Michael Steinicke, Produktmanager,<br />

Vision Competence Center, Baumer<br />

Optronic GmbH, Radeberg<br />

Eine einfache Methode ist, nicht das Bild,<br />

sondern ausschließlich die Koordinaten zu<br />

korrigieren, nachdem diese durch eine Kalibrierung<br />

eingelernt wurden. Das Problem<br />

dabei: Menschen nehmen ungefähr 80 % der<br />

Informationen über die Augen auf. Eine Applikation<br />

an einem verzerrten Bild einzurichten<br />

und diesen Zustand später als Visualisierung<br />

zu nutzen, bleibt eine Herausforderung<br />

mit Fehlerpotenzial. Einfachheit und<br />

gute Bedienbarkeit sind gerade im komplexen<br />

Bereich der Bildverarbeitung entscheidend.<br />

Die optimale Lösung ist deshalb, das<br />

komplette Bild mithilfe der Kali brierung,<br />

mathematischer Verfahren und hoher Rechenleistung<br />

vollständig zu entzerren. Wie<br />

ist das möglich? Kennt man das ideale Bild,<br />

kann man anhand des durch den Vision<br />

Sensor gesehenen Bildes und einer bekannten<br />

Vorlage die Abweichung ableiten. So<br />

kann sogar eine seitlich verzerrende Sicht,<br />

wie sie bei schräger Montage auftreten kann,<br />

genauso wie die Verzeichnung durch das<br />

Objektiv mathematisch korrigiert werden.<br />

Ausgewählte 700/800er VeriSens Modelle<br />

der XF- und XC-Serie unterstützen die Bildquelle<br />

weiter entfernt vom Objekt ist. Deshalb<br />

wurde gleichzeitig eine optionale Shading-<br />

Korrektur implementiert. Es genügt ein<br />

weißes Blatt Papier als Vorlage, um den<br />

Algorithmus mit einem Mausklick die Idealsituation<br />

einlernen zu lassen. Im Ergebnis<br />

geht dies dann mit in die Bildkorrektur ein<br />

und reguliert die Bildhelligkeit für jeden<br />

Bildpunkt passend zur Einbausituation.<br />

Der Abgleich mit Weltkoordinaten ist eine<br />

etablierte Funktion der VeriSens-Vision-<br />

Sensoren. Damit können statt Pixeln beliebige<br />

Maßeinheiten verarbeitet werden. Das<br />

unterstützt Anwendungen wie Maßprüfung<br />

und Pick & Place, bei denen die Denkweise<br />

in Pixeln oft nicht genügt. Das Ein lernen<br />

der Weltkoordinaten profitiert von der<br />

Bildstruktur der Kalibrierplatte für die<br />

Bildverzeichnung und nutzt deren quadratische<br />

Struktur für eine automatische<br />

Einrichtung. Das gelingt in gerade einmal<br />

einem Augenblick.<br />

62 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


02 03<br />

Exakte Bildauswertungen<br />

Einflüsse der perspektivischen Lage des<br />

Objektes können zusätzlich zur Objektivverzeichnung<br />

reduziert werden. Erleichtert<br />

werden auch Anwesenheits- und Vollständigkeitsprüfungen,<br />

bei denen der Vision<br />

Sensor oft schrägt montiert werden muss,<br />

um Spiegelungen zu vermeiden oder den<br />

Zugriff zu erleichtern. Dank der Bildentzerrung<br />

hat dies keinen Einfluss mehr auf die<br />

Aufnahme und Prüfung von Objekten und<br />

Aufdrucken.<br />

Nutzen Roboter zur Orientierung die Bildverarbeitung,<br />

kommt zum Roboter-Koordinatensystem,<br />

das naturgemäß unverzerrt ist,<br />

das Koordinatensystem der Bildverarbeitung<br />

dazu. Ist dieses entzerrt, passend skaliert<br />

und auf Ursprung und Orientierung adaptiert,<br />

können dem Roboter direkte Positionen der<br />

Objekte übermittelt werden. Visuell gibt es<br />

dabei keinerlei Abweichungen zwischen<br />

Bild und Roboterorientierung. Bei fest installiertem<br />

Vision Sensor über dem Roboter ist<br />

die Bildverarbeitung dem Roboter möglicherweise<br />

bei Pick-and-Place-Anwendungen im<br />

Weg. Eine schräge Installation löst das Problem<br />

unter Zuhilfenahme der Entzerrung.<br />

VeriSens-Vision-Sensoren sind dabei in der<br />

02 Bildverzerrungen können durch die schräge<br />

Montage eines Vision Sensors wie auch durch<br />

Objektivverzeichnungen auftreten<br />

03 Nach der Bildkalibrierung steht für die<br />

Inspektionsaufgabe ein entzerrtes Bild zur<br />

Verfügung (links ohne Verzeichnungskorrektur,<br />

rechts nach Verzeichnungskorrektur)<br />

Lage, mehrere Objekte gleichzeitig zu erfassen<br />

und dem Roboter intelligenten Input<br />

zu geben. Dabei ist beides, die opti male Anordnung<br />

der Objekte als auch die Berücksichtigung<br />

ungewünschter Teileüberlagerungen,<br />

möglich.<br />

Bilder: Schmuckbild Fotolia, sonstige Baumer<br />

www.baumer.com<br />

Für1.1" Sensoren<br />

und trotzdem nur 39 mm<br />

im Durchmesser<br />

Die neue Fujinon CF-ZA Serie. Kleine Größe, große Ideen<br />

Speziell für 1.1" Sensoren entwickelt, bietet die neue CF-ZA Serie ein Auflösungsvermögen<br />

von 2.5 µm Pixelgröße und konstant helle Bilder von der Mitte bis zum Rand –<br />

ohne Vignettierung. Und das bei allen sechs Modellen mit Brennweiten von 8 mm bis 50 mm.<br />

Mehr auf www.fujifilm.eu/fujinon. Fujinon. Mehr sehen. Mehr wissen.


Sicher im Griff<br />

3D-Robot-Vision-Lösung bringt Dynamik<br />

und Wirtschaftlichkeit in die Robotik<br />

Durch den Einsatz virtueller<br />

Robotersysteme lassen sich<br />

industrielle Prozesse zunehmend<br />

komfortabler automatisieren. Der<br />

Wermutstropfen: Die Projektierung<br />

einer Robotik-Anwendung ist<br />

komplex und zeitintensiv. Mithilfe<br />

einer 3D-Robot-Vision-Lösung<br />

soll jetzt die Entwicklung und<br />

Optimierung von Greifprozessen<br />

forciert werden. Dadurch lassen<br />

sich nicht nur Inbetriebnahmezeiten<br />

reduzieren sondern auch<br />

Entwicklungskosten einsparen.<br />

In der industriellen Produktion ist die Robotik<br />

eine der am schnellsten wachsenden<br />

Technologien. Sie ermöglicht Automatisierern<br />

eine hohe Fertigungsflexibilität bei<br />

gleichzeitig hoher Prozesssicherheit und<br />

Produktivität. Sensoren und moderne Kameratechnik<br />

schaffen eine virtuelle Abbildung<br />

der Realität, die Roboter befähigt, ihre<br />

Umgebung adaptiv zu erfassen und auf<br />

Situationen zu reagieren. Vor allem beim<br />

Bin Picking mit chaotisch liegenden Teilen<br />

ermittelt die Robotersteuerung mithilfe<br />

einer dreidimensionalen Abbildung in Form<br />

einer 3D-Punktewolke, wie Teile sicher gegriffen<br />

und lagerichtig weitergereicht werden<br />

können. Was für den Betrachter so<br />

einfach und selbstverständlich aussieht,<br />

sind komplexe Prozesse mit viel Fehlerpotenzial.<br />

Ein Roboter führt seine Griffe<br />

nur sicher und reproduzierbar aus, wenn<br />

viele Faktoren vor Realisierung der Greifsituation<br />

bekannt sind und in die Entwicklung<br />

einfließen können.<br />

Mögliche Fehlerquellen und Störungen<br />

möchten Systemintegratoren schon während<br />

der Planungs- und Konzeptionsphase<br />

weitestgehend ausräumen, um Stillstandzeiten<br />

während des produktiven Betriebs<br />

und zeitintensive Nacharbeiten zu vermeiden.<br />

Doch lange Testphasen mit aufwändig<br />

gefertigten Prototypen kann die Entwicklung<br />

eines Projekts schon im Vorfeld unrentabel<br />

machen. Auch die Optimierung von<br />

Taktzeiten oder des Entleerungsgrad kann<br />

eine laufende Bin-Picking-Anwendung<br />

längere Zeit stilllegen. Wie können Systemintegratoren<br />

die Planung, Inbetriebnahme<br />

und Wartung einer Robotikanlage dennoch<br />

wirtschaftlich durchführen?<br />

Zeitaufwändige Roboter-<br />

Programmierung entfällt<br />

Robotersteuerungslösungen wie Mikado<br />

ARC ermöglichen Systemintegratoren die<br />

Modellierung der Roboterzelle, der Greiferausführung<br />

und viele weitere Basisparameter<br />

als digitales Abbild einer realen Szene.<br />

Mit diesem digitalen Zwilling kann das<br />

Anlagenkonzept bereits in automatisch laufenden<br />

Simulationsläufen verifiziert und<br />

verbessert werden, obwohl zu diesem Zeitpunkt<br />

noch kein einziger Prototyp in Realität<br />

gefertigt wurde. Die Simulation der<br />

Hardwarekomponenten wird mithilfe der<br />

Planungsdaten und der realen Mikado<br />

Steuertechnik durchgeführt. Dadurch zeigt<br />

diese virtuellen Inbetriebnahme Ergebnisse<br />

und potenzielle Probleme des geplanten<br />

Anlagenkonzepts auf: Schneller und mit<br />

viel größeren Variationsmöglichkeiten,<br />

als es mit einer realen Testanlage möglich<br />

wäre. Und alle dabei ermittelten Erkenntnisse<br />

und Parameter können bei der folgenden<br />

realen Inbetriebnahme 1:1 weiter verwendet<br />

werden.<br />

Mit der virtuellen Kameratechnik erweitert<br />

das System zudem die Möglichkeiten<br />

der Simulation, wodurch sich 3D-Kameradaten<br />

adaptiv aus jeder möglichen Ansicht<br />

einer Greifsituation synthetisch erzeugen<br />

lassen. Das heißt, es müssen keine Kamerabilder<br />

einer nachgestellten realen Szene<br />

aufgenommen und für die Simulation importiert<br />

werden. Sowohl spezielle Problemfälle<br />

als auch zufällige Situationen sind<br />

damit beliebig oft, hundertprozentig reproduzierbar.<br />

Schon während der Planung der<br />

Roboterzelle gibt die virtuelle Kameratechnik<br />

dem Systemintegrator Anhaltspunkte<br />

wo und wie viele 3D-Kameras des Herstellers<br />

Ensenso benötigt werden. Variationen<br />

von Modell, Anzahl und Sichtwinkel der<br />

Kameras lassen sich im Simulationsbetrieb<br />

einfach vorevaluieren.<br />

Der Simulator ist eine parallel arbeitende<br />

Software, die Mikado ARC mit 3D-Daten<br />

der virtuellen Realität versorgt und zusätzlich<br />

jede Aktion und Reaktion der Robotersteuerung<br />

für den Anwender protokolliert<br />

und auswertet. Die Mikado Steuerungstechnik<br />

arbeitet mit den virtuellen Daten<br />

Dipl.-Ing. (FH) Heiko Seitz, technischer<br />

Redakteur, IDS Imaging Development Systems<br />

GmbH, Obersulm<br />

64 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


als wären sie von realen Kameras aufgenommen,<br />

berechnet Roboterfahrten, plant<br />

automatisch kollisionsfreie Bahnen und<br />

greift simulierte Teile aus virtuellen Kisten.<br />

Damit visualisiert Mikado ARC auf einfache<br />

Art die Arbeitsweise des Roboters und<br />

nutzt das Interface zwischen realer und<br />

virtueller Welt, um die Produktivität einer<br />

Roboter anwendung zu optimieren.<br />

Realitätsnahe Simulation der<br />

Greifsituation<br />

Auch die Umrüstung einer Bin-Picking-<br />

Anwendung auf neue Teile bzw. eine Optimierung<br />

der Taktzeiten oder des Entleerungsgrads<br />

der verwendeten Teile-Behälter<br />

unterstützt die adaptive Robotersteuerung<br />

durch den Simulator-gestützten Workflow.<br />

Durch Verwendung von 3D-Daten der<br />

Kameras und CAD-Daten neuer Bauteile<br />

und Greiferprototypen erstellt der Mikado<br />

ARC Controller eine realitätsnahe, virtuelle<br />

Simulation der Greifsituation. Mithilfe der<br />

neuen virtuellen Kameratechnik mit integrierter<br />

Physik-Engine lassen sich auch die<br />

Behälter mit virtuellen Teilen synthetisieren<br />

und in beliebiger Anzahl zufällig befüllen.<br />

Damit können Griff-Variationen oder<br />

auch neue Greifer virtuell ausprobiert werden.<br />

Die Auswertung der Simulation ermöglicht<br />

verlässliche Vorhersagen über<br />

Taktzeiten und den erreichbaren Entleerungsgrad<br />

der Boxen. Basierend auf diesen<br />

Simulatorergebnissen können die CAD-<br />

Daten eines neuen Greifer-Entwurfs solange<br />

verbessert werden, bis die Vorgaben<br />

erreicht werden. Die zeit- und kostenintensive<br />

Fertigung von Prototypen ist damit nur<br />

einmal vor der realen Inbetriebnahme am<br />

Roboter notwendig.<br />

Die Inbetriebnahme und Optimierung<br />

von Bin-Picking-Anwendungen lässt sich<br />

mit der Robot-Vision-Komplettlösung<br />

Mikado ARC von Isys Vision einfach und<br />

schnell durchführen. Sie bringt mehr<br />

Flexibilität in die Produktionslinie und erlaubt<br />

zudem eine effiziente Automatisierung<br />

im Prototypenbau und Kleinserien.<br />

Anwender können dem Roboter in kürzester<br />

Zeit viel Neues beibringen. Teilewechsel<br />

nimmt ein Maschinenbediener ohne<br />

Programmieraufwand in wenigen Minuten<br />

selbst vor. Zudem lassen sich mit den<br />

neuen Simula tionsmöglichkeiten Stillstandzeiten<br />

und Rüstkosten auf ein Minimum<br />

reduzieren. Damit ist Mikado ARC<br />

für die Projekt planung, Entwicklung und<br />

Wartung einer Robotik-Anwendung das<br />

ideale Werkzeug. Mit dem Vertrieb durch<br />

IDS Imaging Development Systems GmbH<br />

ist darüber hinaus eine Unterstützung bei<br />

komplexen Inbetriebnahmen oder eine<br />

Sonderfeature-Entwicklung durch einfache<br />

und unmittelbare Absprache möglich.<br />

Mit direkter Anbindung an Maschinensteuerungen<br />

mithilfe von Industrieprotokollen<br />

wie Profinet oder OPC-UA ist<br />

die adaptive Robotersteuerung zudem<br />

schon jetzt für Industrie 4.0 gerüstet.<br />

Bilder: IDS Imaging Development Systems<br />

www.ids-imaging.de<br />

OPTIMIEREN<br />

SIE IHRE<br />

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MITTEL-<br />

PRODUKTION<br />

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Die 3D-Robot-Vision-Lösung macht aus<br />

jedem Roboter einen autonom arbeitenden<br />

Spezialisten für Bin Picking, Depalettierung<br />

und vereinfachtes Teile-Handling<br />

Verbessern Sie Ihre<br />

Produktionslinie und erzielen Sie<br />

die größtmögliche Wertschöpfung<br />

und Volumen für Lebensmittel,<br />

mit minimaler Nacharbeit und<br />

Ausschussrate.<br />

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Sorglos genießen<br />

Hyperspektrale Bildverarbeitung ermöglicht<br />

Erkennung von Lebensmittelverunreinigungen<br />

Bei der hyperspektralen Bildverarbeitung<br />

werden im Rahmen von Ergebnisanalysen<br />

mehr als 100 verschiedene Wellenlängen<br />

verwendet. Erforderlich ist dafür stets ein<br />

Spektrograph, der das Licht in sein Spektrum<br />

zerlegt, welches im Anschluss über die Sensoren<br />

der eingesetzten Kameras aufgenommen wird.<br />

In diversen industriellen Anwendungsbereichen<br />

erschließt die Technologie interessante<br />

Applikationen und trägt zu einer sicheren<br />

Analyse der Prüfobjekte bei.<br />

Konventionelle Bildverarbeitungssysteme<br />

suchen mit Parametern wie Größe,<br />

Form und Farbe nach Fehlern oder Verunreinigungen<br />

in den Objekten, die auf ihre<br />

Qualität überprüft werden sollen. Systeme,<br />

die auf Basis der hyperspektralen Bildverarbeitung<br />

(HSI: Hyperspectral Imaging) arbeiten,<br />

gehen einen anderen Weg: Sie ermöglichen<br />

eine spektroskopische Analyse der<br />

inspizierten Materialien und die farbliche<br />

Kennzeichnung der chemischen Zusammensetzung<br />

der in den aufgenommenen<br />

Bildern erkannten Stoffe. Auf diese Weise<br />

können sowohl organische als auch anorganische<br />

Verunreinigungen mit ein- und<br />

demselben System festgestellt werden.<br />

Diese Fähigkeit erlaubt u. a. in der Food-<br />

Branche umfangreiche Möglichkeiten für<br />

das Auffinden von Verunreinigungen in<br />

Lebensmitteln. Selbst in Hochgeschwindigkeits-Fertigungslinien<br />

identifizieren Hyperspektral-Bildverarbeitungssysteme<br />

Fremdkörper<br />

wie Schalenteile oder andere Stoffe<br />

bei der Herstellung von Nüssen, erkennen<br />

Steine oder Erde bei der Sortierung von<br />

Kartoffeln, klassifizieren Fleisch-, Fett-, und<br />

Knorpelanteile in der Fleischproduktion<br />

oder identifizieren Stoffe, die für den<br />

Menschen auf den ersten Blick kaum Unterschiede<br />

aufweisen, wie es z. B. bei Zucker,<br />

Salz und Zitronensäure der Fall ist.<br />

„Die Einsatzmöglichkeiten für die hyperspektrale<br />

Bildverarbeitung sind vielfältig“,<br />

betont Gerhard Stanzel, der sich bei Stemmer<br />

Imaging auf diese Technologie spezia lisiert<br />

hat und in den vergangenen Jahren schon<br />

zahlreiche Kunden dabei unterstützt hat,<br />

derartige Systeme zu realisieren. „In der<br />

Lebensmittelproduktion besteht die Aufgabe<br />

neben der Erkennung von Störstoffen<br />

oft auch darin, verdorbene, unreife oder mit<br />

Schädlingen bzw. Pilzen befallene Ware zu<br />

detektieren. Darüber hinaus existieren<br />

noch viele weitere Applikationsbereiche<br />

wie der Bergbau oder die Pharmaindustrie,<br />

in denen HSI-Systeme eine Lösung bieten<br />

können.”<br />

Abgrenzung zur klassischen<br />

Bildverarbeitung<br />

Hyperspektrale Bildverarbeitung unterscheidet<br />

sich von Bildverarbeitung im sichtbaren,<br />

im Ultraviolett- oder im Infrarot-Bereich vor<br />

allem dadurch, dass zur Analyse der Ergebnisse<br />

häufig mehr als 100 verschiedene<br />

Wellenlängen verwendet werden. Erforderlich<br />

ist dafür in Abhängigkeit von der eingesetzten<br />

Technologie ein Spektrograph, der<br />

das Licht in sein Spektrum zerlegt und auf<br />

den Sensor der eingesetzten Kamera abbildet.<br />

Diese Bilder werden zu einem dreidimensionalen<br />

hyperspektralen Datenwürfel<br />

zusammengesetzt, der große Datenmengen<br />

enthalten kann.<br />

Auf diese Weise entsteht ein chemischer<br />

Fingerabdruck des abgebildeten Stoffes, der<br />

eine exakte Analyse der Prüfobjekte zulässt.<br />

Eine spezielle Auswertesoftware ermöglicht<br />

Die Einsatzmöglichkeiten für die hyperspektrale<br />

Bildverarbeitung sind vielfältig<br />

Gerhard Stanzel, Technology Specialist Spectral Imaging, Stemmer Imaging<br />

dabei eine eigene Farbkennzeichnung jedes<br />

festgestellten chemischen Bestandteils im<br />

aufgenommenen Bild. „So können sogar<br />

die unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen<br />

ähnlich aussehender Stoffe<br />

sicher erkannt und dargestellt werden“,<br />

verdeutlicht Stanzel.<br />

Prüfung durch die Verpackung<br />

hindurch<br />

Für diverse Anwendungen von Hyperspektralsystemen<br />

ist ein Aspekt dieser Technologie<br />

besonders interessant: Infrarotlicht kann<br />

bestimmte Stoffe durchdringen, die für<br />

sichtbares Licht nicht transparent sind.<br />

Peter Stiefenhöfer, Inhaber, PS Marcom Services,<br />

für Stemmer Imaging, Olching<br />

66 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Diese Eigenschaft kann man daher nutzen, um<br />

die chemische Zusammensetzung von verpackten<br />

Inhalten selbst durch eine entsprechend<br />

ausgelegte Verpackung hindurch zu prüfen.<br />

Stanzel nennt als Beispiel einer konkreten<br />

Anwendung aus dem Lebensmittelbereich die<br />

Kontrolle von Siegelnähten an Käseverpackungen<br />

bei der Privatkäserei Berg ader: „Solche Siegelnähte<br />

sorgen für eine absolut dichte Verpackung<br />

von Lebensmitteln wie Käse oder Wurst.<br />

Schon kleinste Verunreinigungen oder Beschädigungen<br />

können zu undichten Verpackungen<br />

und damit zum Verderben der Lebensmittel vor<br />

dem errechneten Mindesthaltbarkeitsdatum<br />

führen. Mögliche Folgen sind dann unverkäufliche<br />

Produkte oder teure Rückrufak tionen.“<br />

Für den Käsehersteller Bergader realisierte<br />

Minebea Intec, ein führender Hersteller von<br />

Wäge- und Inspektionslösungen, mit Unterstützung<br />

von Stemmer Imaging ein System zur<br />

Siegelnahtinspektion auf Basis eines Hyperspektralsystems,<br />

das mit einer Taktgeschwindigkeit<br />

von rund 145 Untersuchungen/min<br />

eine nahezu hundertprozentige Sicherheit bei<br />

der Erkennung von Siegelnahtfehlern erzielt. In<br />

dieser Anwendung kommt eine Hyperspektralkamera<br />

FX17 des finnischen Herstellers Specim<br />

zum Einsatz, die für den Wellenlängenbereich<br />

von 900 bis 1 700 nm entwickelt wurde. Der für<br />

die hyperspektrale Bildverarbeitung eingesetzte<br />

Spektrograph ist bei diesen kompakten Kameras<br />

nach einem patentierten Verfahren direkt in<br />

das Kamera gehäuse integriert, was eine kleine<br />

Bauform von nur 150 × 85 × 71 mm³ ermöglicht.<br />

Bei diesen FX-Kameras ist zudem das<br />

Objektiv optisch auf den Spektrographen abgestimmt,<br />

um optimale Ergebnisse zu erzielen.<br />

Umfangreiches Hyperspektral-<br />

Angebot<br />

Das Hyperspektral-Angebot des Unternehmens<br />

umfasst jedoch noch mehr. Stanzel: „Auf der<br />

01 Bei den Hyperspektralkameras von Specim ist<br />

der Spektrograph nach einem patentierten<br />

Verfahren direkt in das Kameragehäuse integriert<br />

Hardwareseite arbeiten wir mit einer Reihe von<br />

Herstellern zusammen, die geeignete Beleuchtungen,<br />

Optiken und Kameras speziell für den<br />

Einsatz in HSI-Anwendungen entwickelt<br />

haben. Bezüglich der Software ermöglicht es<br />

die intuitive Benutzeroberfläche Perception<br />

Studio des Grazer Unternehmens Perception<br />

Park Anwendern, selbstständig Hyperspektralapplikationen<br />

zu entwickeln und zu konfigurieren,<br />

ohne über Spezialkenntnisse in Chemometrie,<br />

Spektroskopie oder hyperspektraler<br />

Datenverarbeitung verfügen zu müssen.“ Die<br />

Leistungsfähigkeit dieser Software-Plattform<br />

hat Stemmer Imaging im Herbst 2018 dazu veranlasst,<br />

sich an dem als Software-Pionier im<br />

Bereich Hyperspectral Imaging geltenden Unternehmen<br />

zu beteiligen.<br />

„Auf Basis unseres Hard- und Softwareangebots<br />

für die hyperspektrale Bildverarbeitung<br />

sowie durch umfassende Supportmöglichkeiten<br />

wie unter anderem die Durchführung von<br />

Machbarkeitsstudien oder spezielle Schulungen<br />

ist Stemmer Imaging in der Lage, genau<br />

auf den jewei ligen Anwendungsfall zugeschnittene<br />

Hyperspektralsysteme und Unterstützung<br />

bei deren Realisierung anzubieten“,<br />

fasst Stanzel zusammen. Mit der intuitiven<br />

Benutzeroberfläche Perception Studio von Perception<br />

Park können Anwender selbstständig<br />

Applikationen entwickeln und konfigurieren,<br />

ohne über Spezialkenntnisse in Chemometrie,<br />

Spektroskopie oder hyperspektraler Datenverarbeitung<br />

verfügen zu müssen.<br />

Bilder: Aufmacher Fotolia; sonstige Stemmer Imaging<br />

www.stemmer-imaging.com<br />

02 Ein Hyperspektralsystem sorgt für die sichere<br />

Erkennung von Siegelnahtfehlern an<br />

Verpackungen von Bergader Schimmelkäse<br />

TechnologyUniversell.<br />

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Innovative Infrared<br />

Könnte es sein, dass Sie sich auch für besonders schnelle,<br />

robuste, leichte, exakte, individuelle und günstige Gerätevarianten<br />

im Bereich von –50°C bis +3000 °C interessieren? Oder für<br />

Infrarotkameras? Schauen Sie doch mal rein: www.optris.de<br />

Wie Sie es auch drehen und wenden: Mit<br />

unseren IR-Sensoren für die berührungslose<br />

Temperaturmessung können Sie sogar<br />

auf reflektierenden Flächen messen.


Das Ziel: Null-Fehler-Quote<br />

Wie eine Vision-Lösung einen mehrstufigen Montageprozess<br />

bei einem Automobilzulieferer bestens im Blick behält<br />

Bei der Fertigungslinie für<br />

Motorstecker setzt IWM<br />

<strong>Automation</strong> auf eine zuverlässige<br />

Prozesskontrolle. Zehn Kameras<br />

achten im mehrstufigen Montage-<br />

und Stanzprozess auf Richtigkeit,<br />

Vollständigkeit und Qualität. Das<br />

Ergebnis ist eine effiziente Anlage,<br />

die Fehler zuverlässig erkennt und<br />

NIO-Teile frühzeitig ausschleust.<br />

Über 100 Einzelprüfungen<br />

im Fokus<br />

nen Bauteile erfolgt über Bänder oder via<br />

Schüttbehälter und Rütteltöpfe. Greif- und<br />

Montage-Applikatoren nehmen die Bauteile<br />

auf und positionieren sie an definierter<br />

Stelle der auf Werkstückträgern zugeführten<br />

Steckergehäuse. Sämtliche Werkstückträger<br />

sind mit RFID-Tags ausgestattet, die<br />

von Schreib-/Leseköpfen des Industrial<br />

RFID-Systems BIS M von Balluff entlang der<br />

Montagestrecke und an den einzelnen Stationen<br />

erfasst werden.<br />

Balluff Vision Solutions für<br />

effiziente Fertigungsprozesse<br />

„Die Herausforderung besteht darin, den<br />

Aufbau und den mehrstufigen Montageprozess<br />

unterschiedlich zu konfigurierender<br />

Stecker intelligent, optimal aufeinander abgestimmt<br />

und damit effizient zu gestalten“,<br />

sagt Torsten Meyer, Leiter Projektmanagement<br />

Lenkung- und Antrieb-Systeme bei<br />

IWM <strong>Automation</strong>. „Bei der Bewältigung<br />

dieser Aufgabe stand uns Balluff mit Rat, Tat<br />

und Fachkompetenz zur Seite.“ Entlang der<br />

automatisierten Fertigungslinie waren unterschiedliche<br />

Aufgaben zu lösen. Ziel war,<br />

Fehlerquoten über den gesamten Prozess<br />

hinweg zu minimieren. Teile mit Mängeln<br />

sollten im laufenden Prozess an der jeweiligen<br />

Station erkannt und aussortiert werden.<br />

Zentrales Thema bei der Montagelinie ist<br />

die Kontrolle von Lage, Ausrichtung oder<br />

Abständen von Objekten, die Prüfung auf<br />

Vollständigkeit sowie die Kontrolle zuvor<br />

ausgeführter Arbeitsschritte. SmartCameras<br />

vom Typ BVS SC von Balluff lesen standardmäßig<br />

nicht nur Maschinencodes, Text<br />

Balluff Vision Solutions ist ein integrierbares und<br />

leistungsstarkes System für visuelle Qualitätskontrollen,<br />

Identifikations- und Positionieraufgaben<br />

Die Montagelinie wird bei einem namhaften<br />

Automobilzulieferer Motorstecker<br />

produzieren – rund um die Uhr und<br />

mit gegen Null tendierender Fehlerquote.<br />

Sie ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit<br />

mit dem Sensor- und Automatisierungsspezialisten<br />

Balluff. IWM <strong>Automation</strong><br />

ist Hersteller von Sondermaschinen mit<br />

Schwerpunkt individuelle Lösungen für<br />

Montage- und Prüfsysteme. Kunden sind<br />

vorwiegend Automobilunternehmen und<br />

deren Zulieferer.<br />

Wolfgang Zosel, freier Fachjournalist, Reutlingen<br />

Die besondere Herausforderung bei der<br />

Montageanlage für Motorstecker liegt in der<br />

zuverlässigen Überwachung diverser Montage-,<br />

Stanz- und Prüfvorgänge. Vor, während<br />

und nach einzelnen Arbeitsschritten<br />

werden insgesamt mehr als 100 Einzelprüfungen<br />

durchgeführt und deren Ergebnisse<br />

der zentralen Maschinensteuerung zur Verfügung<br />

gestellt. Die Basisgehäuse werden<br />

über ein- oder zweibahnige Transportbänder<br />

zugeführt. Nach einem Durchlauf über<br />

mehrere Stationen kommen sie am Ende<br />

der Anlage als fünf unterschiedlich konfigurierte<br />

Steckertypen wieder zum Vorschein.<br />

Der mehrstufige Fertigungsprozess vollzieht<br />

sich im Kern über sechs Stationen.<br />

Dabei werden die Steckerbestandteile vollautomatisch<br />

montiert, je nach Typ mit bis<br />

zu 64 Pins variantenspezifisch ausgestanzt,<br />

kontrolliert und am Ende per Laser individuell<br />

beschriftet. Die Zuführung der einzel-<br />

oder Seriennummern. Die zugehörige Software<br />

unterstützt Roboter bei der Positionsfindung,<br />

sie erkennt Lage, Beschaffenheit<br />

und Detailausprägung von Bauteilen. „Bereits<br />

in der frühen Konzeptionsphase haben<br />

wir uns für Balluff Vision Solutions entschieden:<br />

Das System bietet ein einfach<br />

integrierbares, vielfältiges und leistungsstarkes<br />

Einsatzspektrum für visuelle Qualitätskontrollen,<br />

Identifikations- und Positionieraufgaben.<br />

Es deckt Bearbeitungsfehler<br />

frühzeitig auf und verhindert so Ausfallchargen<br />

und Folgekosten“, betont Torsten<br />

Meyer.<br />

Mit der Balluff Lösung erhält der Anwender<br />

ein Komplettpaket: Software, Bibliothek,<br />

Handbücher und Online-Hilfeunter-<br />

68 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


stützung sind bereits in der<br />

SmartCamera integriert.<br />

Das Angebot richtet sich<br />

insbesondere an solche<br />

Nutzer, die nicht<br />

täglich mit Bildverarbeitungsaufgaben<br />

zu<br />

tun haben. „Einschalten<br />

und loslegen“ lautet<br />

dabei die Devise:<br />

Die einfache und intuitive<br />

Bedienung, flexible<br />

Anpassung an die Automatisierungsumgebung<br />

sowie der<br />

Einsatz von Industriestandards unterstützen<br />

den Anwender auf allen Ebenen.<br />

Erkenntnisse in<br />

Sekundenbruchteilen<br />

In den ersten beiden Stationen der Montagelinie<br />

prüfen drei SmartCameras die Position<br />

von Steckergehäusen. Zweibahnig und konturbasiert<br />

checken sie, ob ein 64er-, 32eroder<br />

24er-Stecker vor ihrer Linse steht. Unterstützt<br />

von Balluff Flächen- und Balkenlichtsystemen<br />

detektieren die Kameras, ob<br />

seitlich ein weißer oder schwarzer Einsatz<br />

montiert ist. Der integrierte CMOS Sensorchip<br />

stellt die Bilder schnell und zuverlässig<br />

zur Analyse bereit, die typische Auswertzeit<br />

liegt bei 200 bis 300 Millisekunden. Alternativ<br />

können Nutzer auch auf gespeicherte<br />

Bilder zugreifen. Die SmartCamera speichert<br />

bis zu 100 Inspektionsprogramme,<br />

umfangreiche Import- und Exportfunktionalitäten<br />

mit Trainingsbildern erweisen<br />

sich als wertvolle Features.<br />

Drei SmartCameras sind für die Pin-<br />

Kontrolle der Steckereinsätze in der dritten<br />

Station verantwortlich: Ein Flächenlicht<br />

beleuchtet den Stecker, die Stirnflächen<br />

der Pins werden dabei einzeln mit<br />

Helligkeitstools abgefragt. Nur wenn sämtliche<br />

Pins vorhanden und korrekt ausgeprägt<br />

sind, bleiben die Stecker im Produktionsprozess.<br />

Eine weitere SmartCamera checkt die<br />

Stanzbilder der Steckereinsätze. Am Ende<br />

des Prozesses übernehmen zwei Smart­<br />

Cameras die finale Verrastungsprüfung der<br />

Stecker und kontrollieren die Abstände der<br />

Rastzungen zum Steckergehäuse. Sind die<br />

gestellten Anforderungen nicht erfüllt, veranlasst<br />

das Bildverarbeitungssystem das<br />

sofortige Ausschleusen des Bauteiles. Damit<br />

ist sichergestellt, dass ausschließlich<br />

IO-Teile die Anlage verlassen.<br />

Die SmartCameras lassen sich so konfigurieren,<br />

dass nur die für die Steuerung<br />

maßgeblichen Daten über das Prozessnetzwerk<br />

laufen müssen. Dies minimiert die<br />

Datenbelastung. Alle wichtigen Funktionen<br />

01 Mit System: modular aufgebaute Fertigungslinie für Motorstecker (IWM <strong>Automation</strong>)<br />

sowie Monitor-, Konfigurations- und Statistikmodi<br />

werden übersichtlich dargestellt.<br />

Im Monitormodus läuft das Inspektionsprogramm<br />

kontinuierlich ab, die Ergebnisse<br />

werden definiert über bestimmte Ausgänge<br />

weitergegeben oder über sogenannte Ergebnispakete<br />

der SPS oder einem Steuerungsrechner<br />

zugeleitet. Im Statistikmodus<br />

kann sich der Nutzer die globale Yield-Rate<br />

und Statistikwerte einzelner Ergebnisparameter<br />

darstellen lassen. Bei sämtlichen<br />

Tools sind stets nur einstellungsrelevante<br />

Parameter sichtbar, jede SmartCamera lässt<br />

sich gezielt und komfortabel an die individuellen<br />

Bedürfnisse anpassen.<br />

Synergien nutzen<br />

Mit Balluff Vision Solutions stabilisiert IWM<br />

<strong>Automation</strong> den gesamten Produktionsprozess.<br />

Intelligente Analysealgorithmen<br />

geben die Ergebnisse über die Schnittstelle<br />

und im gewünschten Format aus. Aufgrund<br />

der großen Flexibilität bei der Bildverarbeitung<br />

lassen sich jederzeit wertschöpfungsrelevante<br />

Daten ableiten. Weil<br />

das System ohne spezielle Software via<br />

Webbrowser zu bedienen ist, sind schnelle<br />

und nutzerfreundliche Fernwartungs- und<br />

Servicekonzepte realisierbar. „Unsere langjährige<br />

Partnerschaft hat sich einmal<br />

mehr bewährt: Balluff hat auch bei diesem<br />

Projekt seine umfassende Automatisierungskompetenz<br />

unter Beweis gestellt und<br />

uns vom Engineering bis zur Inbetriebnahme<br />

tatkräftig unterstützt“, fasst Torsten<br />

Meyer zusammen.<br />

Fotos: Balluff<br />

www.balluff.com<br />

02 64er-, 32er- oder 24er-Stecker? Die<br />

Kamera von Balluff prüft, ob der richtige<br />

Steckertyp vorliegt<br />

03 Abhängig vom Typ werden in dieser<br />

Station bis zu 64 Pins ausgestanzt; eine<br />

SmartCamera prüft anschließend das Ergebnis<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 69


Sicher in Pick & Place-Applikationen<br />

Wärmebildkameras generieren präzise Ergebnisse mithilfe thermischer Auflösung<br />

Visuelle Kameras können im<br />

Rahmen von Machine-Vision-<br />

Inspektionen eine praktische<br />

Unterstützung sein. Doch<br />

manchmal stoßen die Geräte an<br />

ihre Grenzen, z. B. wenn Produkt<br />

und Hintergrund über einen zu<br />

geringen Farbkontrast verfügen.<br />

Eine Lösung kann in solchen Fällen<br />

der Einsatz von Wärmebildkameras<br />

sein – vor allem dann, wenn das<br />

Produkt eine andere Temperatur<br />

aufweist als das Transportmedium.<br />

Lesen Sie mehr.<br />

Die österreichische Maplan GmbH ist<br />

ein international tätiger Hersteller von<br />

Spritzgussmaschinen. Mit weltweit 230 Mitarbeitern<br />

produziert das Unternehmen ca.<br />

280 Anlagen im Bereich Elastomer-Spritzgießmaschinen<br />

und -Pressen pro Jahr und<br />

exportiert 99 % davon in mehr als 60 Länder.<br />

Auf einer Messe zeigte der Spritzguss-Spezialist<br />

jüngst eine Anwendung, bei der u. a.<br />

eine Wärmebildkamera der A-Serie von Flir<br />

zum Einsatz kam.<br />

Die Anlage von Maplan produzierte Giveaways<br />

für die Messebesucher. In einer Extrusionsanlage<br />

sollten personalisierbare<br />

Kofferanhänger aus Gummi hergestellt<br />

werden, die von einem Roboter umpositioniert<br />

und dann von einem Inkjet-Drucker<br />

bedruckt werden sollten. Für die Umsetzung<br />

dieser <strong>Automation</strong>slösung arbeitete<br />

Maplan eng mit der Reliste GesmbH als<br />

Integrator zusammen. Heute ist das Unternehmen<br />

u. a. als Integrator für Flir-Wärmebildkameras<br />

im <strong>Automation</strong>sbereich aktiv.<br />

Exaktes Erkennen von<br />

Temperaturänderungen<br />

Bei der geplanten Anlage erwiesen sich die<br />

schwachen Kontrastverhältnisse zwischen<br />

Transportband und Produkt zunächst als<br />

Herausforderung. In einer klassischen Pickand-Place-Anwendung<br />

sollte ein Roboter<br />

die Kofferanhänger vom Transportband nehmen<br />

und für die Bedruckung mit einem<br />

Inkjet-Drucker positionieren, der die Anhänger<br />

schließlich für die Standbesucher<br />

personalisieren sollte. Die Information, wo<br />

sich das Produkt auf dem Transportband<br />

befindet, sollte der Roboter dabei von einer<br />

Kamera erhalten. Aber bei hellgrauen Kofferanhängern<br />

auf einem hellgrauen Transportband<br />

kamen schnell Zweifel an der<br />

Funktions stabilität bei Einsatz einer visuellen<br />

Kamera auf. Reliste schlug daraufhin<br />

eine pragmatische Lösung vor. „An Stelle<br />

einer herkömmlichen visuellen Kamera<br />

für die Produkterkennung haben wir eine<br />

Flir-Wärmebildkamera vom Typ A615 mit<br />

einer thermischen Auflösung vorgeschlagen“,<br />

erklärt Dipl.-Ing. Thomas Trauttenberg,<br />

Geschäftsführer von Reliste. „Die Wärmebildkamera<br />

nutzt nicht das visuelle Licht,<br />

sondern die aus dem Extrusionsprozess<br />

resultierende Wärmestrahlung für die<br />

sichere Erkennung des Produktes.“ Und<br />

Rudolf Eisenhuber, technischer Leiter von<br />

Maplan ergänzt: „Die Lösung hat uns<br />

überzeugt, denn sie hat von Anfang an<br />

funktioniert. Dabei ermöglicht die hohe<br />

Wärmebildauflösung der Kamera auch<br />

Markus Moltkau, M. Sc., Sales Manager<br />

<strong>Automation</strong> Central & North Europe,<br />

FLIR Systems GmbH, Frankfurt am Main<br />

70 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Das Wärmebild zeigt nicht nur die genaue Position, sondern auch die Temperaturverteilung<br />

der Kofferanhänger unmittelbar nach der Produktion<br />

Qualitätsanalysen, was wir in Zukunft auch<br />

mit komplexeren Spritzgussteilen demonstrieren<br />

möchten.“<br />

Auswertung thermischer<br />

Informationen geplant<br />

Die Unternehmen Maplan und Reliste denken<br />

über eine zusätzliche Auswertung der<br />

thermischen Informationen für Gummispritzgießmaschinen<br />

nach. Denn vor allem<br />

die Kunststoffindustrie besitzt ein breites<br />

Einsatzspektrum für die Thermografie zur<br />

Optimierung thermischer Prozesse. Durch<br />

den Einsatz einer Wärmebildkamera könnten<br />

zusätzliche Aussagen über die Qualität<br />

eines Produktes getroffen werden. Hier<br />

könnte die Flir-Wärmebildtechnologie zu<br />

einer Optimierung des Spritzguss-Prozesses<br />

beitragen.<br />

Fotos: Flir und Reliste<br />

www.flir.de<br />

Die A615 im Überblick<br />

Die Wärmebildkamera vom Typ A615<br />

wird zur thermischen Überwachung<br />

und Qualitätssicherung von Produktionsprozessen<br />

eingesetzt. Die<br />

kompakte Wärmebildkamera lässt<br />

sich vollständig über einen PC steuern<br />

und eignet sich aufgrund ihrer<br />

Konformität mit unterschiedlichsten<br />

Normen als Plug-and-Play-Gerät mit<br />

Software für Machine-Vision-Anwendungen<br />

von Drittherstellern wie<br />

National Instruments, Cognex und<br />

Halcon. Die Kamera A615 verfügt<br />

über einen hochauflösenden Detektor<br />

mit 640 × 480 Pixeln und ermöglicht<br />

High-Speed-IR-Windowing (Fenstertechnik).<br />

Mit ihrer hohen thermischen<br />

Empfindlichkeit von 50 mK erfasst<br />

und visualisiert sie kleinste Bilddetails<br />

und geringste Temperaturunterschiede;<br />

darüber hinaus ermöglicht ein<br />

Gigabit-Ethernet-Anschluss ein<br />

16-Bit-Bild-Streaming zum Computer<br />

in Echtzeit. Die Kamera ist kompatibel<br />

zum GigE Vision-Standard.<br />

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Smarte Industriekameras für mehr als<br />

nur Bilder – echter Mehrwert auch für Ihre<br />

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Intelligent vibriert<br />

Industriekameras optimieren Greifprozesse von Montagerobotern in der Industrie<br />

Dass der Einsatz von Robotern zur<br />

Steigerung der Produktionseffizienz<br />

in Industrieunternehmen beiträgt,<br />

ist längst bekannt; in dem<br />

Zusammenhang rücken auch die<br />

per Bildverarbeitungssysteme<br />

gesteuerten Maschinen immer<br />

mehr in den Fokus. Jetzt hat sich<br />

ein Schweizer Unternehmen zum<br />

Ziel gesetzt, die Leistungsfähigkeit<br />

von Montagerobotern mithilfe<br />

industrieller Kamerasysteme zu<br />

optimieren. Mehr über die Technik<br />

im Einsatz lesen Sie im folgenden<br />

Artikel.<br />

Dipl.-Ing. Stefan Waizmann, technisches<br />

Marketing, SVS-Vistek GmbH, Seefeld<br />

Auf vielen Automatisierungsmessen der<br />

vergangenen Jahre lassen sich die Versuche<br />

diverser Unternehmen erkennen, das<br />

Greifen von ungeordnet liegenden Bauteilen<br />

durch einen Roboter zu realisieren.<br />

Trotz enormer Fortschritte im Bereich der<br />

Robotik und der Bildverarbeitung stellt diese<br />

Aufgabe noch immer eine große Herausforderung<br />

dar. Die Gründe dafür liegen auf<br />

der Hand: Bevor ein Roboter ein Bauteil<br />

greifen kann, muss ein Bildverarbeitungssystem<br />

dieses zunächst sicher erkennen,<br />

seine Orientierung errechnen, und dem<br />

Roboter dann Position und Orientierung<br />

der Greifpunkte kommunizieren. In konventioneller<br />

Technologie ist dies immer<br />

noch ein mehrstufiger Prozess: Erkennen,<br />

Greifen, korrektes Ablegen, Greifen mit<br />

korrekter Orientierung. Liegen die zu greifenden<br />

Bauteile ungeordnet durcheinander<br />

und verdecken sich dabei auch noch zum<br />

Teil, wird das sichere und schnelle Greifen<br />

von Einzelteilen oft zu einem komplexen<br />

und langsamen Vorgang.<br />

Asyril geht diese in der Industrie häufig<br />

anzutreffende Aufgabenstellung mit<br />

einem neuen Ansatz an: Das Schweizer<br />

Unternehmen baut schnelle, effiziente Zuführsysteme<br />

für Pick-and-place-Roboter<br />

und arbeitet dabei mit einem einfachen<br />

Trick: Die neben- und übereinander in<br />

einer Kiste liegenden Objekte werden über<br />

einen Beschickungstrichter auf eine Vibrationsplattform<br />

ge leitet, auf dieser<br />

vereinzelt und in eine Lage gebracht, die<br />

einen einfachen Zugriff durch den Roboter<br />

ermöglicht.<br />

Schnell & flexibel: 3-Achsen-<br />

Vibrationstechnologie<br />

Die Grundidee des Unternehmens geht<br />

dabei weit über alternative mechanische<br />

Systeme wie z. B. Rütteltöpfe hinaus, erklärt<br />

Asyril-Produktmanager Aymeric Simonin:<br />

„Die Besonderheit unserer Hochleistungs-<br />

Zuführsysteme besteht darin, dass die Ergebnisse<br />

eines integrierten Bildverarbeitungssystems<br />

dazu verwendet werden, die Vibrationen<br />

der Plattform gezielt so zu steuern,<br />

dass die Objekte vereinzelt werden. Das<br />

spezialisierte Vision-System liefert die dazu<br />

notwendigen Daten nahezu in Echtzeit und<br />

sorgt so dafür, dass die Teile isoliert und in<br />

eine für den Roboter optimale Greiflage<br />

gebracht werden.“ Nach dem Vereinzeln<br />

durch intelligente Vibrationen kommuniziert<br />

das Bildverarbeitungssystem die Daten<br />

von Position und Orientierung optimal zu<br />

greifender Bauteile an den Pick-and-Place-<br />

Roboter, für den der Zugriff dann problemlos<br />

zu bewerkstelligen ist. Um die<br />

Geschwindigkeit der Objekterkennung zu<br />

optimieren, sendet das System die Infor­<br />

72 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


mationen über die ersten erkannten, gut platzierten Bauteile bereits<br />

an den Roboter, bevor das komplette Bild ausgewertet ist.<br />

Technische Grundlage für diese Vorgehensweise sind flexible<br />

Roboter-Zuführsysteme mit der Bezeichnung Asycube Feeder.<br />

Diese patentgeschützte 3-Achsen-Vibrationstechnologie hat Asyril<br />

im eigenen Haus eigenständig entwickelt und setzt sie in seinen<br />

Hochleistungs-Zuführsystemen ein. Die Aktuatoren versetzen eine<br />

Vibrationsplattform in Schwingungen, die in Bezug auf die Stärke,<br />

die Frequenz und die Dauer gesteuert werden kann und dadurch<br />

eine schnelle und präzise Bewegung der auf der Plattform befindlichen<br />

Bauteile ermöglicht.<br />

01 Die 3-Achsen-<br />

Vibrationstechnologie<br />

ermöglicht eine freie<br />

Bewegung der Teile<br />

in alle Richtungen auf<br />

dem Lichttisch<br />

Wichtig: Ökonomischer Aufbau des Systems<br />

Zweites Kernelement der flexiblen Feeder-Lösung ist das integrierte<br />

Vision-System vom Typ SmartSight, das die Qualität der Vereinzelung<br />

beurteilt und mit dem Wissen über die Möglichkeiten des<br />

Robotergreifers die Positionen der nächsten optimal liegenden<br />

Teile bestimmt. „Auch für diesen Teil des Systems war uns ein ökonomischer<br />

Aufbau wichtig“, betont Simonin. Die Schweizer entschieden<br />

sich daher nach ersten Systemen auf Basis von Eco-<br />

Kameras von SVS-Vistek für Kamera-Modelle aus der Exo-Serie mit<br />

Auflösungen zwischen 1,6 und 12 MP, die neben der Bildaufnahme<br />

auch die Steuerung des Lichts übernehmen und somit einen zusätzlichen<br />

Strobe-Con troller unnötig machen. „Dadurch konnten<br />

wir die Hardware-Kosten für das System reduzieren und haben die<br />

Möglichkeit, Auflicht und Durchlicht mit kurzen Blitzzeiten direkt<br />

aus den Power-Ausgängen der Kamera zu bedienen“, beschreibt<br />

Simonin den Bildverarbeitungsaufbau.<br />

Die Timings für Licht und Belichtung kommen dabei direkt aus<br />

der Kamera, die die elektrischen Abläufe und den inte grierten<br />

vierkanaligen LED-Treiber mit seinem Sequenzer steuert. Die<br />

Steuerung von Licht, Sequenzer und Kamera findet über ein einziges<br />

Programmierinterface statt. Simonin: „Unsere Technologie ist<br />

flexibel und eignet sich für lose Teile und Komponenten aller<br />

Geometrien mit Größen von kleiner als 0,1 bis hin zu 150 mm.“<br />

Die eingesetzten Feeder ermöglichen eine teileschonende Zuführung,<br />

was je nach Anwendungsfall ein entscheidendes Kri terium<br />

darstellen könne.<br />

02 Die Vibrationsplattform sorgt für eine gesteuerte<br />

Bewegung und Vereinzelung von Objekten<br />

<strong>Industrielle</strong><strong>Automation</strong>,1/4 Seite -90x130 mm (Satzspiegel)<br />

creating machinevision<br />

Beschleunigter Zugriff auf Einzelteile<br />

Durch ihren modularen Aufbau lassen sich Roboter-Zuführsysteme<br />

flexibel und schnell an die Eigenschaften der Objekte<br />

anpassen. Für diese Flexibilität in der Konfiguration sorgt neben<br />

auswechselbaren Hardware-Modulen auch die einfach zu bedienende,<br />

PC-basierte Bildverarbeitung, unterstreicht Simonin:<br />

„Bei der Umstellung auf andere Produkte werden die Vorteile eines<br />

programmierbaren Feeders deutlich: Die Konfiguration geschieht<br />

mithilfe von Software und spart Hardware-Rüstzeiten. Vor allem in<br />

Märkten mit kurzen Product-Life-Cycles oder kleinen Serien ist<br />

das ein Vorteil.“<br />

Für die Realisierung des in die Asycube Feeder integrierten<br />

Vision-Systems vom Typ SmartSight arbeitet der Hersteller mit<br />

der Fabrimex AG zusammen, die als Partner von SVS-Vistek<br />

deren Kameratechnik zu optischen Lösungen aus einer Hand<br />

komplettieren.<br />

Die Entwicklung von Asyril ermöglicht einen beschleunigten<br />

Zugriff durch Roboter auf Einzelteile jeglicher Art. Auch in anderen<br />

industriellen Bereichen wie der Medizin- oder der Elektronikindustrie<br />

kommt die Technologie inzwischen zum Einsatz.<br />

Fotos: Aufmacher Fotolia und SVS-Vistek, sonstige SVS-Vistek<br />

www.svs-vistek.com<br />

Bildverarbeitung<br />

Kamera·Optik·Beleuchtung<br />

Systemintegration<br />

Alles –aus einer Hand!<br />

Beleuchtung<br />

Kamera-<br />

System<br />

Optik<br />

www.vision-control.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 73<br />

Vision u Control.indd 1 11.09.<strong>2019</strong> 07:01:15


Eine „süße“ Angelegenheit<br />

3D-Kamera kontrolliert die Produkthöhe im Rahmen des<br />

Schokoladenherstellungsprozess<br />

Die programmierbare 3D-Kamera Tri-<br />

SpectorP1000 ist Teil der Entwicklungsumgebung<br />

Sick AppSpace und eröffnet der<br />

3D-Bildverarbeitung neue Lösungsmöglichkeiten.<br />

Ihr Design vereint Laser-Beleuchtung<br />

und Kameraoptik in einem Gehäuse. Damit<br />

schafft die Kamera in jeder Applikation eine<br />

geometrisch stabile und eindeutige Messanordnung<br />

und die passgenaue Integration<br />

des Sensors in das Maschinenumfeld. Drei<br />

verschiedene Varianten für verschiedene<br />

Sichtfelder ermöglichen es, Objekte aus<br />

einem Abstand von nur wenigen Milli metern<br />

wie auch aus einem halben Meter zu unterindividuellen<br />

Aufgabenstellung ermöglichen<br />

es die Software module von Sick AppSpace,<br />

perfekt passende 3D-Bildverarbeitungsskripte<br />

und Nutzerschnittstellen zu entwickeln und<br />

diese mit den Anwendern zu teilen.<br />

Sensor-App erlaubt Nutzung<br />

neuer Applikationslösungen<br />

Eine neue programmierbare Kamera zeigt jetzt, dass sich nicht nur im<br />

Bereich der klassischen Industrieautomation mithilfe der 3D-Technologie<br />

immer komplexere Bildverarbeitungsaufgaben lösen lassen. Das<br />

kompakte System bietet eine volle Flexibilität für die Detektion sowie<br />

2D- und 3D-Inspektion bewegter Objekte – auch in der Produktion von<br />

Schokolade. Lesen Sie hier mehr.<br />

Die Programmierbarkeit von optoelektronischen<br />

Sensoren, RFID-Systemen und Kameras<br />

wie der TriSpectorP1000 hat bei vielen<br />

OEMs und Integratoren einen Paradigmenwechsel<br />

eingeleitet. Zahlreiche Endanwender<br />

wünschen sich jetzt indi viduell auf ihre<br />

Bedürfnisse und Randbedingungen zugeschnittene<br />

Lösungen – einschließlich einer<br />

individuellen Bedienoberfläche. In vielen<br />

Fällen geht es dabei allein darum, die letzten<br />

wenigen Prozent der Sensorfunktionalität<br />

anzupassen. Bei einer Bildverarbeitungslösung<br />

kann dies z. B. durch eine individuelle<br />

Sensor-App geschehen. Idealerweise werden<br />

solche Sensor-Apps über eine Plattform geteilt<br />

und erlauben auf diese Weise eine breite<br />

Nutzung neuer Applikationslösungen. Die<br />

TriSpectorP1000 und andere programmierbare<br />

Sensoren von Sick bieten diese Möglichkeit:<br />

Über den sicheren Cloud-Service<br />

Sick AppPool können von Sick und den Integrationspartnern<br />

der Sick AppSpace-Community<br />

erstellte Applikationen als Sensor<br />

Apps untereinander geteilt werden – die Programmierplattform<br />

wird zum datensicheren<br />

Marktplatz. Auch auf den Sensoren selbst<br />

lassen sich solche Sensor Apps bei wechselnden<br />

Aufgabenstellungen flexibel austauschen<br />

– z. B. dann, wenn die 3D-Kamera<br />

TriSpectorP1000 durch eine entsprechende<br />

Sensor App von einer Vollständigkeitsprüfung<br />

auf eine Profilverifikation oder zum<br />

Lesen geprägter Codes oder Zeichen umgestellt<br />

werden soll.<br />

suchen. Dies stellt eine optimale Umsetzung<br />

der Aufgabenstellung sicher. Die Bildverarbeitung<br />

und Analyse sind komplett in das<br />

Design des TriSpectorP1000 integriert. Die<br />

hochauflösenden Formdaten der werkskalibrierten<br />

3D-Kamera werden in mm-Werten<br />

ausgegeben, die direkt durch das Gerät weitergeleitet<br />

werden können.<br />

Die Programmierbarkeit der Kamera in der<br />

Entwicklungsumgebung Sick AppSpace ermöglicht<br />

es Maschinenbauern und Integratoren,<br />

maßgeschneiderte 3D-Bildverarbeitungslösungen<br />

umzusetzen – einschließlich<br />

webbasierter Bedienober flächen. In jeder<br />

Für anspruchsvolle<br />

3D-Inspektionsaufgaben<br />

Ob hohe Teilevarianz, anspruchsvolle Objekteigenschaften,<br />

schnelle Prozesse, ungünstige<br />

Umfeldbedingungen oder höchste<br />

Anforderungen an die Messgenauigkeit – die<br />

programmierbare TriSpectorP1000 ist die<br />

ideale Wahl, um selbst komplexe Anforderungen<br />

der 3D-Inspektion auf unkomplizierte<br />

Nina Hammerin, Produktmanagerin 3D-Vision,<br />

Sick IVP, Linköping, Schweden<br />

74 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


und individuelle Weise umzusetzen.<br />

Gerätetechnisch ist<br />

die 3D-Kamera konsequent auf den<br />

industriellen Stand-alone-Einsatz ausgelegt: Sie<br />

besitzt ein platz sparendes und mechanisch robustes, eloxiertes Aluminiumgehäuse<br />

in Schutzart IP67 und ist sowohl mit Glas- als auch<br />

mit lebensmittelgeeigneten Kunststofffrontscheiben erhältlich.<br />

Bei der Detektion sowie der 3D-, 2D- und Profil-Inspektion erfasst<br />

die Kamera echte Formdaten, die unabhängig sind von den<br />

Farben, Kontrasten und Oberflächeneigenschaften der Objekte wie<br />

auch von Einflüssen aus dem Hintergrund sowie von Beleuchtungs-<br />

und Fremdlichtsituationen. Greifkoordinaten, Volumen und<br />

Dimensionswerte von Objekten oder die erkannte Anwesenheit<br />

eines Bauteils lassen sich über digitale Ausgänge und die Gigabit-<br />

Ethernet-Schnittstelle durchführen. Mit den Funktionen der Sick<br />

Algorithm API oder der Softwarelösung Halcon können Bildverarbeitungsskripte<br />

erstellt werden – eine entsprechende Laufzeit-<br />

Lizenz für die Software ist bereits in der 3D-Kamera enthalten.<br />

Von Volumenmessungen bis hin zu 3D-Geometrien<br />

Die TriSpectorP1000 kann als Inline-Inspektionssystem in einer<br />

Vielzahl von Branchen und Anwendungen eingesetzt werden – u. a.<br />

zur Volumen- und Dimensionsmessung von Objekten, zur Sichtführung<br />

von Pick-and-place-Robotern, zum Zählen und zur Positionserkennung<br />

sowie überall dort, wo es auf die effiziente Prüfung<br />

von 3D-Objektgeometrien ankommt.<br />

In der Automobilfertigung zählt die Klebe raupeninspektion bei<br />

der Montage von Fensterscheiben ebenso zu den typischen Applikationen<br />

wie die Karosserie- und Spaltmaßprüfung am Fahrzeugrahmen<br />

oder die Kontrolle der mechanischen Bearbeitung von Zylinderköpfen.<br />

Mit der 3D-Kamera lassen sich bei der Kleberaupeninspektion Merkmale<br />

wie ein unterschiedlich starker Materialauftrag zuverlässig erkennen.<br />

Sind verschiedene Szenarien des Klebeprozesses durch spezifische<br />

Sensor-Apps optimiert, können diese auf einfache Weise im<br />

AppPool abgelegt und beliebig oft ausgetauscht werden.<br />

Appsharing zielgenau nutzen<br />

Von der Möglichkeit zum Appsharing profitiert auch die Karosserieund<br />

Spaltmaßverifikation, bei der mit der TriSpectorP1000 Montageausschnitte,<br />

Bohrungen und Passungen kontrolliert werden. Die<br />

vielseitigen Prüfaufgaben, die an unterschiedlichen Fahrzeugtypen<br />

aus variierenden Sichtpositionen heraus durchgeführt<br />

werden, sind als individuell optimierte Sensor-Apps<br />

programmiert und werden jeweils<br />

passend direkt in die 3D-Kamera<br />

geladen. Die Prüfung bearbeiteter<br />

Zylinderköpfe vereint die beiden<br />

beschriebenen Applikationen der<br />

Kleberaupenkontrolle und der<br />

Spaltverifikation: Die programmierbare Kamera kontrolliert den<br />

Zylinderkopf auf seine Maßhaltigkeit und prüft den korrekten Dichtmittelauftrag<br />

für die Montage des Ventildeckels.<br />

Kamera prüft Schokoladenhöhe in Gießformen<br />

In der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie beweist die TriSpectorP1000<br />

ebenfalls ihre Flexibilität und Vielseitigkeit. In der Schokoladenproduktion<br />

prüft die programmierbare 3D-Kamera die Produkthöhe<br />

in den Gießformen auf dem Förderband und erkennt<br />

Über- oder Unterfüllungen mit hoher Präzision. In Großbäckereien<br />

können Volumen, Kontur, Form und Dimensionen unterschiedlichster<br />

Backwaren kontrolliert und so die Qualität sichergestellt werden.<br />

Beim Greifen, Sortieren und Verpacken von Lebensmitteln durch<br />

Pick-and-Place-Roboter detektiert die 3D-Kamera die Kontur jedes<br />

einzelnen Produktes und generiert daraus die Greifkoordinaten –<br />

einschließlich der Höhe und der Drehlage jedes einzelnen Teils.<br />

Der Roboter kann so Produkte sicher greifen und in Primärverpackungen<br />

umsetzen.<br />

Fotos: Aufmacher Fotolia und Sick AG, sonstige Sick AG, Schmuckbild Fotolia<br />

www.sick.com<br />

125 JAHRE<br />

INNOVATIVE PRODUKTE<br />

TELEZENTRISCHE<br />

OBJEKTIVE:<br />

SWIR<br />

Objektive<br />

Objektive<br />

mit<br />

variablem<br />

Arbeitsabstand<br />

CCD OBJEKTIVE<br />

TELEZENTRISCHE<br />

BELEUCHTUNGEN<br />

Die Stand-alone-<br />

Kamera vereint<br />

Bildverarbeitung,<br />

Beleuchtung und<br />

Analyse in einem<br />

einzigen robusten<br />

Gehäuse<br />

SILL OPTICS GmbH & Co. KG<br />

Johann-Höllfritsch-Straße 13<br />

90530 Wendelstein<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 75<br />

<strong>Industrielle</strong> <strong>Automation</strong> 05_90x130_sill optics.indd 1 06.09.<strong>2019</strong> 10:22:14<br />

SILL.indd 1 06.09.<strong>2019</strong> 11:48:58


Thomas Schäffler, Sr. Director<br />

Industrial Optics & Systems, Qioptiq<br />

GmbH & Co. KG, Feldkirchen<br />

Das Verborgene sichtbar machen<br />

Hochauflösende Objektive sorgen für eine präzise Produktüberwachung<br />

Immer engere Toleranzen in der<br />

industriellen Fertigung stellen wachsende<br />

Anforderungen an die optische Inspektion<br />

und Qualitätssicherung. So sorgen neue<br />

hochauflösende Objektive eines<br />

Herstellers photonischer Systeme und<br />

Komplettlösungen für eine zeitsparende<br />

Entwicklung digitaler Mikro-Inspektionssysteme<br />

– auch für sichtbares Licht und<br />

kurzwelliges Infrarot (SWIR) – mit<br />

unterschiedlichen Vergrößerungen und<br />

Arbeitsabständen. Lesen Sie mehr.<br />

Veränderte Prozessabläufe und neue Fertigungstechnologien<br />

in den Smart Factories der Industrie<br />

4.0 stellen auch erweiterte Anforderungen an die<br />

Messtechnik bzgl. Echtzeitdatenanalyse, Einbindung<br />

in verschiedenste Kommunikationsarchitekturen<br />

sowie Dokumentation und Rückverfolgbarkeit. Die<br />

industrielle Bildverarbeitung wird in diesem Kontext<br />

eine Rolle in der Industrie 4.0 spielen: Hochaufge­<br />

löste Aufnahmen, Aufnahmen in engen Wellenlängenbändern<br />

(Hyperspectral Imaging) und multispektrale<br />

Aufnahmen haben zunächst in der Labor- und<br />

Me dizintechnik, dann auch im industriellen Bereich<br />

bereits Anwendungen gefunden und werden sich<br />

noch stärker durchsetzen. Die entsprechenden<br />

Machine-Vision-Systeme für diese Anwendungen benötigen<br />

spezielle Bildsensoren, ggf. ab gestimmte<br />

Beleuchtungslösungen und vor allem Optiken, die die<br />

Auflösungen und Sensorgrößen voll ausnutzen und<br />

für optimale Abbildung im jeweiligen Wellenlängenbereich<br />

sorgen.<br />

Plattform für multi- und hyperspektrale<br />

Aufnahmen<br />

Optikdesign, -entwicklung und die Führung zur<br />

Marktreife sind zeitaufwändig und erfordern eine<br />

große Expertise. Für OEMs, die optische Messgeräte<br />

und Mikro-Inspektionslösungen fertigen, sind sie ein<br />

großer Investitionsposten. Spezialisten wie Qioptiq,<br />

ein Tochterunternehmen von Excelitas Technologies,<br />

unterstützen Hersteller, die über keine ausreichenden<br />

internen Ressourcen verfügen, bei der Optikentwick­<br />

01 Die modulare Produktplattform ermöglicht eine schnelle<br />

Konfiguration und Veränderung von Mikroskopsystemen<br />

76 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


lung und -fertigung. Darüber hinaus bietet Qioptiq jedoch auch unabhängig<br />

von der appli ka tionsspezifischen Fertigung ein großes<br />

Sortiment an Optikkomponenten für die schnelle Konfiguration<br />

individueller Messsysteme.<br />

Die modulare Produktplattform Optem Fusion richtet sich<br />

speziell an OEMs von Mikro-Inspektionssystemen. Die Objektive<br />

ermöglichen hochauflösende Aufnahmen mit marktüblichen<br />

Industrie kameras. Die Kameras werden auf das Optem-Fusion-<br />

System aufgesetzt und können mit Computern oder Monitoren<br />

für die automatisierte Bildverarbeitung bzw. für die Auswertung<br />

durch menschliche Beobachter verbunden werden. <strong>Industrielle</strong><br />

Anwendungen für die Digitalmikroskopie finden sich u. a. in<br />

der Halb leiterfertigung, in der Leiterplattenprüfung, in der<br />

Lasermaterial bearbeitung und bei der Qualitätskontrolle mit<br />

feinsten Toleranzen bis < 1 µm. Die Automatisierung dieser<br />

Messaufgaben verbessert das Qualitätsmanagement, weil nur so<br />

industriell gefertigte Produkte hundertprozentig überwacht<br />

werden können. Das Optem-Fusion-Sortiment umfasst Unendlich-Objektive<br />

für verschiedene Wellenlängen, Vergrößerungen<br />

und Arbeitsabstände sowie multi- und hyperspektrale Aufnahmen.<br />

Darüber hinaus ergänzen neue Planfeldobjektive – für<br />

Aufnahmen mit großen Arbeitsabständen – und eine neue SWIR-<br />

Baureihe das Programm.<br />

Mikrorisse und Fehler werden sichtbar<br />

Neue modulare Mikroskopie-Plattform<br />

beschleunigt Entwicklung digitaler<br />

Mikro-Inspektionssysteme<br />

Das Verschieben des Inspektionsfensters aus dem sichtbaren<br />

Wellenlängenbereich eröffnet völlig neue Möglichkeiten in industriellen<br />

Anwendungen sowie in Forschungszentren und Laboren.<br />

Mit Sensoren, die durch und in Silizium blicken können, lassen<br />

sich in der Halbleiterindus trie Dinge sichtbar machen, die bisher<br />

verborgen waren: Z. B. Mikrorisse in Wafern und Fehler in fertigen<br />

Schaltungen. Auch eingeschlossene Flüssigkeiten detektieren diese<br />

Sensoren. So wird in verschiedensten Anwendungen die Trocknung<br />

überprüft.<br />

Die Produktpalette Optem Fusion bietet diverse Objektive für<br />

sichtbares Licht (400 bis 800 nm, VIS). Auf Nachfrage seitens der<br />

Anwender, die auch im SWIR-Spektrum messen wollten, untersuchte<br />

der Hersteller zunächst den Markt für SWIR-Kameras und<br />

eruierte den genauen Bedarf für die unterschiedlichen Applikationen.<br />

Erst im Anschluss daran erarbeitete Qioptiq komplett neue<br />

Optikdesigns für den Wellenlängenbereich von 800 bis 1 700 nm.<br />

Dieser umfasst einen Anteil Nahinfrarot (700 bis 900 nm, NIR) sowie<br />

das kurzwellige Infrarot (900 bis 1 700 nm, SWIR). Im Zusammenspiel<br />

mit der VIS-Version von Optem Fusion kann das modulare<br />

Inspektionssystem seine Stärken ausspielen: Über ein zentrales<br />

Hauptobjektiv und einen dichroitischen Strahlteiler werden nun multispektrale<br />

Systeme möglich, die eine für den jeweiligen Spektralbereich<br />

optimierte Kamera bedienen können. Darüber hinaus sind<br />

hyperspektrale Aufnahmen möglich. Dafür muss nur der entsprechende<br />

Bildsensor aus gewählt werden, der das Licht in den gewünschten<br />

eng begrenzten Wellenlängenbändern aufnimmt.<br />

Produktplattform unterstützt alle SWIR-Kameras<br />

Die SWIR-Familie umfasst Objektive und Module, die feste Vergrößerungen<br />

und Zoomsysteme mit einem Zoomverhältnis von 7:1 ermöglichen.<br />

Qioptiq wird das Angebot zukünftig um weitere Komponenten<br />

ergänzen. Das bestehende Sortiment bietet eine große Flexi-<br />

02 Apochromatische Planfeldobjektive<br />

für die Digitalmikroskopie sorgen für große<br />

Auflösungen und Vergrößerungen<br />

bilität bei der Konfiguration von Messlösungen und auch bei<br />

nachträg lichen Adaptionen. Es enthält vielfältige Beleuchtungsoptionen<br />

für Auflicht, Durchlicht und Dunkelfeldbeleuchtung, Tubuslinsen,<br />

Zoom-Module, Strahlteiler und weitere optische und mechanische<br />

Komponenten. Zoom und Fokus lassen sich motorisieren und<br />

fernsteuern, um vollauto matische Inspek tionslösungen zu erhalten.<br />

Durch unterschiedlich hoch vergrößernde Tubuslinsen unterstützt<br />

die Produktplattform nahezu alle marktüblichen Sensorformate<br />

und insbesondere alle derzeit auf dem Markt erhältlichen<br />

SWIR-Kameras.<br />

Darüber hinaus ergänzt der Hersteller sein Sortiment an Inspektionslösungen<br />

um eine neue Baureihe von Optem-Fusion-LWD-<br />

Objektiven für die Digitalmikroskopie im sichtbaren Bereich. Diese<br />

wurden für Bildsensoren bis 24 mm Diagonale über arbeitet und gewährleisten<br />

hohe Auflösungen über das gesamte Sichtfeld bis zum<br />

Bildrand. Die Baureihe umfasst fünf apochromatische Objekte mit<br />

2-, 5-, 10-, 20- und 50-facher Vergrößerung und ermöglicht<br />

Arbeitsabstände von 13 bis 34 mm.<br />

Michael Bulk, Application Engineer bei Qioptiq: „Immer mehr<br />

Anwender wollen die Smart Factory und Systeme für eine vollständige<br />

Automatisierung. Mit der Erweiterung der Produktplattform<br />

Optem Fusion werden wir diesem Trend gerecht. Die neuen Objektive<br />

ermöglichen die hochauflösende Digitalmikroskopie nicht nur<br />

im sichtbaren, sondern auch im NIR- und SWIR-Spektrum. Diese<br />

sind für Echtzeitanwendungen in der industriellen Fertigung ausgelegt.<br />

Das modulare Konzept der Produktplattform erlaubt OEMs,<br />

ihre neuen Produktideen für die Mikro-Inspektion schnell zu entwickeln<br />

und auf den Markt zu bringen, weil sie die Optik nicht selbst<br />

entwickeln lassen müssen.“<br />

Bilder: Qioptiq<br />

www.excelitas.com<br />

www.qioptiq.de<br />

KERNKOMPETENZ<br />

LED Beleuchtungen<br />

für die Bildverarbeitung<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 77<br />

Falcon.indd 1 06.02.2018 14:45:58


Allied Vision startet Serienfertigung für<br />

Alvium-Kameras<br />

Die ersten Alvium-Kameras von Allied Vision sind erhältlich. Den<br />

Anfang machen zunächst drei Varianten der 1500er Serie mit<br />

MIPI CSI-2-Schnittstelle sowie ein Modell der 1800er Serie mit<br />

USB3 Vision-Schnittstelle. Alvium-Kameras verbinden die<br />

Vorteile eingebetteter Sensormodule mit denen industrieller<br />

Kameras für die Bildverarbeitung. Sie basieren auf der Alvium-<br />

Technologie, einem Application-Specific Integrated Circuit (ASIC)<br />

mit integriertem Image Signal Processor (ISP) und Bildverarbeitungsbibliothek<br />

(IPL). Die 1500er Serie ist prädestiniert für die<br />

einfache Hardware- und Softwareintegration in Embedded-<br />

Anwendungen. Die Einbindung kann über Video4Linux2 (V4L2)<br />

zu GStreamer und OpenCV oder über direkte Registerzugriffe<br />

erfolgen. Die 1800er Serie lässt sich sowohl für industrielle<br />

Embedded Vision- als auch<br />

für Machine Vision-Anwendungen<br />

nutzen und bietet einen<br />

erweiterten Funktionsumfang<br />

zur Bildkorrektur und -optimierung<br />

sowie verschiedene<br />

Trigger-Funktionen.<br />

www.alliedvision.com<br />

Mehr als 100 Models auf einen Streich<br />

IDS Imaging kündigt eine Aufstockung<br />

des USB3 Vision Programms<br />

um mehr als 100 Modelle an. In<br />

mehreren Kamerafamilien wird<br />

die gesamte Bandbreite an Sony<br />

Sensoren integriert, die aktuell<br />

bereits mit GigE Vision-Unterstützung<br />

angeboten werden. Den<br />

Auftakt bildet die 29 × 29 × 29 mm<br />

kleine Industriekamera U3-3890CP<br />

mit dem lichtempfindlichen 12 MP<br />

Rolling Shutter Sensor IMX226 aus der Sony Starvis-Reihe. Dank<br />

der Sensorgröße von 1/1.7" steht eine große Auswahl an<br />

Objektiven zur Verfügung. Ab sofort sind zudem die Sensoren<br />

IMX290 (2,1 MP) und IMX178 (6,4 MP) als U3V-Kameravarianten<br />

– jeweils in Farbe und Mono – erhältlich. Mit IDS peak<br />

stellt der Hersteller darüber hinaus ein neues, plattformunabhängiges<br />

SDK zur Anwendungsentwicklung für Vision-Kameras<br />

vor. Das Kit basiert auf den Standards des EMVA (GenICam) und<br />

der AIA (GigE Vision, USB3 Vision) und erleichtert die Hand -<br />

habung und Programmierung der Kameras. IDS peak steht ab<br />

sofort zum Download bereit.<br />

www.ids-imaging.de<br />

High-End-Kamera jetzt auch mit<br />

High-Speed-Modus<br />

Die High-End-Kameras der Serie ImageIR von Infratec sind nun<br />

mit einem High-Speed-Modus für größere Bildraten bei erhöhter<br />

thermischer Auflösung ausgestattet. Damit kann man für dieselbe<br />

Wärmebildkamera zwischen zwei Geschwindigkeitsmodi wählen.<br />

Im Standardmodus stehen<br />

Bildraten mit der vollen<br />

geometrischen Auflösung zur<br />

Verfügung. Im High-Speed-<br />

Modus können Aufnahmen<br />

mit dem identischen Bildfeld<br />

erstellt werden, während die<br />

Bildrate auf mehr als das<br />

Dreifache steigt und sich<br />

gleichzeitig die thermische Auflösung erhöht. Möchten Anwender<br />

geometrisch kleinste Details abbilden, nutzen sie die native<br />

Pixelzahl des Kameradetektors. Liegt der Fokus auf dem exakten<br />

zeitlichen Verfolgen eines schnellen Prozesses, greifen sie auf die<br />

höheren Bildraten zurück. Neben der Geschwindigkeit verbessert<br />

sich im High-Speed-Modus das Signal-/Rausch-Verhältnis um<br />

annähernd den Faktor 2. So können noch geringere Temperaturunterschiede<br />

sicher erkannt werden.<br />

www.infratec.de<br />

Homogene LED-Beleuchtungen für<br />

große Teile<br />

Für große Prüfteile bietet Cretec<br />

intelligente, großflächige und<br />

modulare LED-Beleuchtungssysteme<br />

an. Diese sind zusammenstellbar<br />

in variablen geometrischen<br />

Formaten mit randloser<br />

Hintergrund- oder Auflicht-<br />

Beleuchtung. Die Basismodule<br />

können zu beliebigen geometrischen<br />

Formaten angeordnet werden, z. B. Balkenbeleuchtung<br />

oder andere großflächige Anordnungen. Sie bieten Leuchtflächen<br />

von 50 × 50 mm bis 6 000 × 6 000 mm. Die LED-Platinen sind mit<br />

LEDs in Weiß, Rot, Grün, Blau, IR, UV, RGB oder RGBW bestückt.<br />

Beim Durchlicht-Beleuchtungsmodul ist der Abstand der<br />

dimmbaren LEDs untereinander und zur Abdeckung so gewählt,<br />

dass ein randloses, homogenes Beleuchtungsfeld erzielt wird. In<br />

die Beleuchtungen können Aussparungen für Optiken einge -<br />

arbeitet werden, sodass die Kamera hinter der Beleuchtung<br />

durchschauen kann. Werden die LEDs im Blitzmodus betrieben<br />

und synchronisiert im µs-Bereich, werden die Prüfobjekte<br />

gewissermaßen mit hoher Bildschärfe eingefroren.<br />

www.cretec.gmbh<br />

Schnell mit CoaXPress und hoher Auflösung<br />

Die Industriekamera hr342 von SVS-Vistek mit CoaXPress-Interface eignet sich für anspruchsvolle Applikationen<br />

in der Qualitätssicherung. Sie erreicht hohe Geschwindigkeiten bei hoher Bildqualität. Der Sony<br />

IMX342-Sensor mit 31 MP besticht mit einer optimalen Bildqualität. Es ergeben sich eine Flatness sowie<br />

eine Dynamic Range von mehr als 70 dB. Grundlage dieses Leistungsniveaus ist der Pixelaufbau des<br />

lichtempfindlichen Sony Pregius 2-Sensors. Mit einer Framerate von 35,4 fps ist die Kamera schnell.<br />

www.svs-vistek.com<br />

78 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Smarte Kamera für autonome Flugzeuglandungen<br />

Die Technischen Universitäten Braunschweig und München<br />

haben ein System entwickelt, das Kleinflugzeugen eine vollautomatisierte<br />

Landung ermöglicht. Als Ortungssensor kommt<br />

vorrangig die Kamera MV1 zum Einsatz. Die kompakte und robust<br />

ausgeführte Photonfocus Kamera MV1-D1312-100-G2 steht für<br />

eine schnelle und präzise Synchronisation von Bildern und<br />

Anzeige<br />

Quality Control<br />

Optik, Licht, Software<br />

made in Germany<br />

www.optometron.de<br />

Navigationsdaten. Aufnahmen<br />

mit einem hohen Dynamikbereich<br />

werden durch die<br />

integrierte LinLog-Sensortechnologie<br />

erzeugt. Daher soll die<br />

Landebahn auch bei Gegenlicht<br />

und schlechtem Wetter<br />

deutlich erkennbar sein. Die<br />

Baureihe MV1-D1312-100-G2<br />

basiert auf den Photofocus<br />

A1312 und A1312IE CMOS<br />

Bildsensorgen mit einer<br />

Sättigungsladung von 90 ke<br />

und ist mit einem GigE<br />

Interface ausgestattet (GigE -<br />

Vision). Auf Basis des Global<br />

Shutters sind Hochgeschwindigkeitsanwendungen und Belichtungszeiten<br />

im µs-Bereich möglich.<br />

www.photonfocus.com<br />

Schnelle Outdoor-<br />

ToF-Kamera<br />

Optometron.indd 1 28.08.<strong>2019</strong> 08:11:14<br />

Eine schnelle, robuste 3D-Timeof-Flight-Kamera<br />

ist die TFM IC5<br />

von Tofmotion. Das Outdoor-<br />

Modell mit IP65-Gehäuse eignet<br />

sich für die Logistik, Produktionsautomatisierung,<br />

autonome<br />

Transportsysteme und Robotik.<br />

Mit einer Bildrate bis 160 fps ist<br />

die 3D-Kamera mit QVGA-Auflösung<br />

besonders schnell. Alle<br />

Bilder werden auf dem Onboard-<br />

Prozessor sofort verarbeitet und<br />

direkt an die Steuerung weitergegeben<br />

– der Datentransfer bleibt<br />

so schlank wie möglich. Die kurzen<br />

Reaktionszeiten der Kamera<br />

Reliable<br />

Zuverlässig wählerisch: 100%Qualitätskontrolle<br />

führen zu einer erhöhten Sicherheit.<br />

Die störsichere Erfassung<br />

von Objekten erfolgt über Infrarot-<br />

Laser. Die optische Leistung lässt<br />

sich im Bereich von 0 bis 16 W an<br />

die Lichtverhältnisse anpassen,<br />

wobei Laserklasse 1 gewährleistet<br />

ist. Der Arbeitsbereich liegt<br />

zwischen 0,05 und 10 m. Das<br />

Alu-Gehäuse mit einer PMMA-<br />

Front entspricht Schutzart IP65.<br />

Die kompakte Bauweise und<br />

das geringe Gewicht von 650 g<br />

erlauben eine Integration in<br />

engen Bauräumen und leichten<br />

Konstruktionen.<br />

www.tofmotion.com<br />

Behalten Sie Ihre Qualität imBlick.<br />

Die eckige Tomate ist Ihnen sofort aufgefallen? Uns ebenfalls!<br />

Es sollte immer so einfach sein. Mit den VeriSens ® Vision Sensoren<br />

ist es das auch. Dank 100 %bildbasierter Inline-Qualitätskontrolle<br />

bieten sie einen echten Mehrwert für bessere Qualität und höhere<br />

Wirtschaftlichkeit.<br />

Erfahren Sie mehr:<br />

www.baumer.com/verisens<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 79


Alternative zu komplexen Sensoren<br />

Die Kameras der VisionCam-Familie von Imago eignen sich<br />

besonders für Verpackungsmaschinen. Wofür zuvor komplexe<br />

High-Speed-Kamerasysteme benötigt wurden, genügt jetzt eine<br />

intelligente Kamera, die VisionCam EB. Die Kamera verarbeitet<br />

die Bewegungsveränderungen und zeigt somit nur das, was<br />

wirklich wichtig ist. Sensoren können zu anfällig gegenüber<br />

Produktänderungen oder Maschinenverhalten sein. Der Bildverarbeiter<br />

kann dies mit einem Visionsystem besser lösen. Die dazu<br />

passende Hardware heißt VisionSensor PV. In diesem kleinen<br />

Sensor ist ein<br />

Linux-PC integriert.<br />

Eine Zeilenkamera, in<br />

der ein Rechner<br />

integriert ist, ist die<br />

VisionCam LM. Eine<br />

Verpackungsmaschine<br />

läuft schnell, die<br />

Bildverarbeitung<br />

muss da mithalten.<br />

Dies funktioniert mit<br />

den VisionBoxen.<br />

μs-schnelle Verarbeitung von Eingangssignalen und clevere<br />

Erzeugung von Kamera-/Beleuchtungs- sowie Ausgangssignalen<br />

bilden den Rahmen für die Bildverarbeitung in einer nicht<br />

echtzeitfähigen Rechnerwelt.<br />

www.imago-technologies.com<br />

Bildverarbeitung über 10 Kilometer<br />

Distanz<br />

Fünf Modelle mit 10-GigE-Vision-konformer Schnittstelle für<br />

optische Kabel erweitern die LX-Serie von Baumer. Die Kameras<br />

eignen sich für Anwendungen, die eine Bandbreite von 1,1 GB/s<br />

über große Distanzen<br />

benötigen. Entsprechend<br />

dem SFP+ Modul lassen<br />

sich Langstreckenlösungen<br />

bis 10 km realisieren –<br />

ohne Medienkonverter.<br />

Durch die Glasfasertechnologie<br />

können Applikationen<br />

erschlossen werden,<br />

die durch beschränkte<br />

Kabellängen bisher nur<br />

umständlich realisiert werden konnten, z. B. in großen Produktionsanlagen,<br />

im Transportwesen oder zur Bewegungsanalyse im<br />

Sport. Die Kabel sind unempfindlich gegenüber elektromagnetischen<br />

Interferenzen, robust und können stark gebogen werden.<br />

Gegenüber der 10-GBase-T Übertragung mit Kupferkabeln weisen<br />

sie eine geringere Verlustleistung auf. In Multi-Kamera-Systemen<br />

arbeiten die Kameras absolut zeitsynchron. Sie eignen sich für<br />

Inspektionsaufgaben mit hohen Anforderungen an die Genauigkeit<br />

der Bilderfassung und den Durchsatz.<br />

www.baumer.com<br />

3D-GigE-Kamera für raue Industrieeinsätze<br />

Framos hat eine industrietaugliche Version der Intel RealSense Kameras entwickelt,<br />

die mit Gigabit-Ethernet-Konnektivität und einem staub- und wassergeschützten<br />

Gehäuse nach IP66-Standard aufwartet. Das Modell D435e mit GigE Vision-Anschluss<br />

ermöglicht Echtzeit-Positionierung, -Orientierung und -Tracking für Roboter,<br />

autonome Transportsysteme (AGVs) und "smarte" Maschinen. Dazu Christopher<br />

Scheubel, Produktmanager für Intel bei Framos: „Eine Ethernet-Lösung in Kombination<br />

mit Intel's RealSense-Technologie ist der Schlüssel zu industrieller 3D-Vision, wo<br />

lange Kabellängen, Staub- und Wasserbeständigkeit sowie verschraubbare Anschlüsse<br />

notwendig sind.“ Die 3D-Kamera verfügt über einen Global Shutter-Tiefensensor mit<br />

0,9 MP Auflösung und ein 2 MP Rolling Shutter RGB-Modul. Das Objektiv besitzt einen<br />

74° bzw. 77°-Bildwinkel auf der Diagonale. Framos GigE Vision IP ist direkt mit Intels<br />

D4 ASIC verbunden, um Tiefenberechnungen on-board durchführen zu können.<br />

www.framos.com<br />

Polarisationskamera mit GigE-Vision-Schnittstelle<br />

Jai hat eine zweite Version der 5-MP-Polarisationskamera aus der Go-Serie eingeführt. Die<br />

GO-5100MP-PGE ist mit einer GigE-Vision-Schnittstelle ausgestattet und basiert auf dem<br />

CMOS-Polarisations-Sensor IMX250MZR von Sony. Die Polarisationsinformationen werden<br />

dem 4-Wege-Polarisationsfilter-Array entnommen, das<br />

aus vier regelmäßig über dem Sensor angeordneten<br />

Polarisationsfiltern besteht. So kann jeder Block aus vier<br />

Pixeln für einen Bildpunkt als Berechnungsgrundlage<br />

verwendet werden. Polarisationsfilter mindern Reflexionen und Hotspots beim Prüfen von<br />

glänzenden Materialien und ermöglichen die Analyse von Materialstärke, Belastungspunkten und<br />

Defekten. Neben der Ausgabe von Rohdaten für alle Pixel beinhaltet die Kamera eine Funktion zur<br />

Vorberechnung des Winkels des polarisierten Lichts, das auf jeden 4-Pixel-Block trifft. Außerdem<br />

ist eine Darstellung der Stärke der polarisierten Anteils relativ zum insgesamt auf den Block<br />

fallenden Licht möglich.<br />

www.jai.com<br />

Schnell und ganz kompakt:<br />

Folgen Sie uns bei Twitter<br />

twitter.com/inautomation<br />

Mehr News rund um die<br />

Automatisierung:<br />

industrielle-automation.net<br />

Wir sind Medienpartner des<br />

AMA Verband für<br />

Sensorik und Messtechnik e. V.<br />

80 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong>


Mipi-Software für<br />

Embedded-Vision-Lösungen<br />

EVT hat seine EyeVision-Software kompatibel zum Interface MIPI<br />

gemacht. Dieses kommt nicht nur in mobilen Endgeräten zum<br />

Einsatz, sondern auch immer häufiger in Embedded-Vision-<br />

Anwendungen. EyeVision unterstützt Mipi-Sensoren von Allied<br />

Vision Technology, Balser, Vision Components und Raspberry Pi.<br />

Zusätzlich läuft sie z. B. auf Asus, NVidia, HiKey, HummingBoard,<br />

Rock960, DragonBoard oder Auvidea. Viele industrielle<br />

Embedded-Prozessoren sind heute mit Mipi-CSI-2 ausgestattet –<br />

ein neues Kamerainterface war notwendig. EVT unterstützt nun<br />

auch dieses Interface. Mipi erlaubt abgespeckte, günstige<br />

Machine Vision Designs, die es möglich machen, Sensoren und<br />

Kameras mit einer hohen Bandbreite einzusetzen. Da die Integration<br />

eines entsprechenden Kameramoduls Aufwand kostet, hat<br />

EVT die EyeVision-Software Mipi-kompatibel gestaltet. Sie<br />

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Quality Control<br />

Optik, Licht, Software<br />

made in Germany<br />

www.optometron.de<br />

Optometron.indd 1 28.08.<strong>2019</strong> 08:11:14<br />

unterstützt nun nicht nur eine<br />

Vielzahl von Prozessoren,<br />

sondern auch in Kombination<br />

damit Mipi-Kameras von<br />

diversen Herstellern.<br />

www.evt-web.com<br />

Thermografische Qualititätsprüfung<br />

Mit konventionellen visuellen Prüfmethoden sind manche<br />

Fehler nur schwer zu entdecken. So lassen sich z. B. im<br />

Rahmen der Qualitätsprüfung von Spritzgussteilen wichtige<br />

Details wie defekte Rastnasen mit klassischer Beleuchtung vor<br />

dem Hintergrund des Gusskörpers kaum erkennen. Vision &<br />

Control verfolgt jetzt mit der ThermoInspection einen neuartigen<br />

Ansatz mithilfe der Wärmebildkamera. Denn diese<br />

liefert von den z. B. noch warmen Spritzgussteilen ein kontrastreiches<br />

Bild. Selbst Rastnasen heben sich bei Betrachtung der<br />

Laser-Vibrometer misst exakt<br />

Das neue modulare Schwingungsmesssystem VibroFlex von<br />

Polytec erschließt ein großes Anwendungsgebiet: VibroFlex ist für<br />

Frequenzbandbreiten von DC bis 24 MHz konfigurierbar. Darüber<br />

hinaus detektiert es selbst kleinste Bewegungen im Subpicometer-<br />

Bereich oder auch bis zu 30 m/s hohe Schwinggeschwindigkeiten.<br />

Das System besteht<br />

aus dem konfigurierbaren<br />

Front-End<br />

VibroFlex Connect mit<br />

komfortablem Sieben-<br />

Zoll-Touchdisplay und<br />

einer Auswahl an<br />

speziellen Laser-<br />

Messköpfen für die<br />

jeweilige Mess -<br />

aufgabe.<br />

Laser-Doppler-Vibrometer von Polytec kommen zum Einsatz, um<br />

ein besseres Verständnis von Dynamik und Akustik zu erhalten –<br />

ob am glühend heißen Antriebsstrang, an Membranen für<br />

Medizintechnik oder Lautsprecher, bei Ultraschall-Schneidwerkzeugen<br />

oder Mikrostrukturen wie MEMS. Die berührungslose<br />

Laser-Doppler-Vibrometrie überzeugt als rückwirkungsfreies<br />

und einfach einzusetzendes Messverfahren, das das reale<br />

Schwingungsverhalten von Strukturen exakt analysiert – von nano<br />

bis makro.<br />

www.polytec.com<br />

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Thermoinspektion von<br />

Spritzguss-Kunststoffteilen:<br />

Im Wärmebild fällt der<br />

unvollständig gefüllte Zahn<br />

(links) sofort ins Auge<br />

Wärmeverteilung deutlich vom Hintergrund ab, weil sie<br />

schneller abkühlen, als das massive Material. In Zusammenarbeit<br />

mit Industriethermografie Schweiger hat der Bildverarbeitungsspezialist<br />

aus diesem Ansatz ein thermografisches<br />

Prüfsystem für große Kunststoffteile aus der Spritzgussfertigung<br />

entwickelt. Unmittelbar nach dem Spritzen nimmt ein<br />

Roboter das Bauteil aus der Form und hält es in verschiedenen<br />

Positionen vor die Kamera. Als Wärmebildkamera kommen im<br />

ThermoInspection genannten System Kameras von Flir zum<br />

Einsatz: Entweder vom Typ A35 (IR-Auflösung 320 × 256 Pixel)<br />

oder vom Typ A65 (IR-Auflösung 640 × 512 Pixel). Die Bildverarbeitung<br />

übernimmt das Mehrkamerasystem vom Typ<br />

Vicosys 5400. Neben 16 Kameraeingängen bietet dieses auch<br />

vier Power-over-Ethernet-Schnittstellen. Sein Betriebssystem<br />

webHMI arbeitet vollständig Web-basiert. Es ist kompatibel zu<br />

allen gängigen Browsern und Steuerungsoberflächen in der<br />

Fertigungsumgebung. So kann praktisch jedes Eingabegerät im<br />

gleichen Netzwerk mit ThermoInspection kommunizieren.<br />

www.vision-control.com<br />

Differenzdruck-Messumformer HE 5411<br />

mit Grenzwertmeldung<br />

Der neue Differenzdruck-Messumformer HE 5411<br />

mit LED-Farbwechsel zur Grenzwertmeldung<br />

erfasst den Differenz-, Über- und Unterdruck<br />

zwischen zwei Druckeingängen und wandelt den<br />

Messwert in ein lineares oder radiziertes Ausgangssignal<br />

von 0(4)…20 mA bzw. 0…10 V um.<br />

Die 4-stellige Anzeige ermöglicht auch die<br />

Darstellung von negativen Drücken.<br />

Einsatzgebiete:<br />

Reinraumtechnik, Spritz- und Lackierkabinen,<br />

Gebäudeautomation, Umwelttechnik u.v.m.<br />

www.hesch.de Tel.: +49 5032 9535-0<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 81<br />

Hesch_Korrektur.indd 1 03.09.<strong>2019</strong> 15:34:12


FLUIDTECHNIK


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 6/<strong>2019</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 14. 11. <strong>2019</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 29. 10. <strong>2019</strong><br />

01<br />

02<br />

03<br />

01 Branchentreff im November: Die internationale Fachmesse im<br />

Bereich der industriellen <strong>Automation</strong> SPS öffnet ihre Pforten<br />

02 Hohl, aber oho: Mit den Hohlwellen-Kits von Posital ist<br />

Multiturn ein Kinderspiel, beispielsweise in Robotern<br />

04<br />

Der direkte Weg<br />

03 Tolle Tülle: Flexible Kabeldurchführung mit großem Klemmund<br />

Dichtbereich vereinfacht Montageprozess<br />

04 Von der Technologie zum Sensor: TMR-Sensoren bieten<br />

Flexibilität und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten dank<br />

Tunneleffekt<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

Internet:<br />

www.industrielle-automation.net<br />

E-Paper:<br />

www.engineering-news.net<br />

Redaktion:<br />

Redaktion@industrielle-automation.net<br />

WORLD OF INDUSTRIES:<br />

www.world-of-industries.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/<strong>2019</strong> 83


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