rik Oktober/November 2019

blumediengruppe

GESUNDHEIT

SEXUALITÄT

Keine Angst vor Sex!

Seit Anfang der 1980er-Jahre ist

HIV allgegenwärtiger Begleiter

schwuler Männer. Egal, ob man infiziert ist

oder nicht: Das Virus beeinflusst fundamental

die Art und Weise, wie wir leben

und lieben, denn HIV ist zum Synonym für

Angst geworden. Eine angstfreie Sexualität

kennen viele Schwule daher überhaupt

nicht (mehr).

Diese Tatsache ist besonders deswegen

erstaunlich, weil HIV inzwischen eine gut

behandelbare chronische Krankheit ist und

die Schutzmöglichkeiten durch Kondom,

PrEP und Schutz durch Therapie so individuell

wie einfach geworden sind.

SEXANGST 2.0

Im Sommer erreichte eine Studie hohe

mediale Aufmerksamkeit, nach der es

erstmals mehr Syphilisansteckungen als

HIV-Neuinfektionen in Europa gab. Diese

aus rein epidemiologischer Sicht eigentlich

gute Nachricht wurde fast durchgängig so

dargestellt, dass Sorglosigkeit

und Kondomverzicht

eine Gefahr für die sexuelle

Gesundheit der Bevölkerung

darstellen. Dabei

fehlte eine entscheidende

Einordnung: Die Syphilis ist

einfach zu heilen, Resistenzen

sind nicht bekannt.

Und ein Rückgang der

HIV-Neuinfektionen in

Europa von 31.000 im Jahr

2016 auf 25.353 in 2017

ist Beweis dafür, dass die

HIV-Prävention erfolgreich

funktioniert.

SEXUELLE GESUNDHEIT

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)

hat sexuelle Gesundheit als Ziel definiert.

FOTO: TEAM RH PHOTOGRAPHY / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST

Und sie stellt sich klar und deutlich gegen

psychisch belastende Ängste, die zum

Beispiel durch fehlende Aufklärung oder

falsche Information über Geschlechtskrankheiten

ausgelöst werden können:

„Sexuelle Gesundheit setzt eine positive

und respektvolle Haltung zu Sexualität

und sexuellen Beziehungen voraus sowie

die Möglichkeit, angenehme und sichere

sexuelle Erfahrungen zu machen, und

zwar frei von Zwang, Diskriminierung und

Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur

erlangen und erhalten, wenn die sexuellen

Rechte aller Menschen geachtet, geschützt

und erfüllt werden.“

HIV, AIDS UND SEXUALFEINDLICHKEIT

Unter dem Titel „Fortwährende Eingriffe“

ist im Männerschwarm Verlag ein Sammelband

mit Aufsätzen, Vorträgen und

Reden des Sexualwissenschaftlers Martin

Dannecker erschienen. Diese Sammlung

von Texten zu HIV und AIDS über

vier Jahrzehnte hilft hervorragend beim

Verständnis, warum Angst vor Sexualität

in der HIV-Krise durchaus nachvollziehbar

und berechtigt war.

Gleichzeitig entlarven die

Texte aber auch, wie diese

Angst von Anfang an und

bis heute moralisierend

und sexualfeindlich missbraucht

wurde und wird.

Dem gilt es sich mit aller

Macht entgegenzustellen,

um eine neue Angst vor

und Stigmatisierung von

Sexualität nicht zuzulassen.

*ck

„Fortwährende Eingriffe“

von Martin Dannecker,

Buch / Broschur, 232 Seiten, ISBN

9783863002718, Lesungen im Oktober,

November und Dezember, Termine und

Infos unter www.maennerschwarm.de

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