TOPFIT September 2019

schwinghammerh

TOPFIT - das Gesundheitsmagazin

GESUNDHEITSMAGAZIN

www.topfit-gesund.de

Nr. 3 / 2019

Jahrgang 19

DAS

KOSTENLOSE

BESCHEID WISSEN

GESUND BLEIBEN

MORBUS CROHN &

COLITIS ULCEROSA

Strategien gegen

die Schübe

HALLUX VALGUS

Keine Angst vor

der Behandlung

RAT AUS DER

APOTHEKE

Zeit für Tee

WELLNESS

FÜR DIE HAUT

Das hilft gegen Trockenheit bei Kälte


THEMA AKTUELL

4 Der entzündete Darm:

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

7 Weltweit häufigster Hautkrebs:

Basaliom auf dem Vormarsch

8 Wenn es draußen kälter wird ...

So schützen Sie Ihre Haut

DIAGNOSE & THERAPIE

12 Diagnose Lipödem —

Fettabsaugung als Therapie

13 Hallux valgus:

Keine Angst vor der Behandlung!

14 Venenschwäche — Stau in den Beinen

16 Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen:

Wem hilft ein Defibrillator?

17 Effektives Training für jedermann:

Radeln Sie sich fit!

18 Arthrose — Bewegung ist die beste

Medizin

GESUND LEBEN

19 Generation 50+

21 Seniorengerechtes Wohnen:

gut leben in den eigenen vier Wänden

28 Grippeschutzimpfung —

das sollten Sie wissen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Herbstzeit ist Grippeimpfschutzzeit. So sollte es jedenfalls

nach Ansicht vieler Ärzte und Gesundheitsverbände

sein. Denn die Influenza oder »echte« Grippe, gegen

die sich die Impfung richtet, ist wesentlich gefährlicher

als der einfache grippale Infekt: Die hoch ansteckenden

Influenzaviren befallen nicht nur die Schleimhautzellen

in den Atemwegen, sondern sie verursachen auch

eine vorübergehende Abwehrschwäche. Dadurch kann

es zu schweren, mitunter tödlichen Komplikationen

kommen, allen voran zu einer Lungenentzündung.

Und: Fast immer dauert die vollständige Genesung

mehrere Wochen – selbst wenn die Abwehrkräfte nicht

durch eine Grunderkrankung chronisch geschwächt

sind. Deshalb befürworten viele Experten, sich auch

dann gegen Grippe impfen zu lassen, wenn man nicht

zu einer Risikogruppe (z. B. Senioren oder chronisch

Kranke) gehört. Wer sich impfen lassen möchte, sollte

dies idealerweise zwischen Oktober und Ende November

tun.

Prinzipiell ist eine Impfung aber auch zu einem späteren

Zeitpunkt noch möglich, wenn sich Hinweise auf

eine Epidemie ergeben. Die letzte große Grippewelle ist

noch gar nicht lange her: So gab es im Winter 2017 / 18

mehr als neun Millionen influenzabedingte Arztbesuche

und damit zwei Millionen mehr als in den starken

Grippesaisons 2012 / 13 und 2014 / 15. Wichtig zu wissen:

Die Grippeimpfung muss jährlich wiederholt werden.

Denn die Antigenkombination des Impfstoffs muss

jedes Jahr neu festgelegt werden, um gegen die aktuell

zirkulierenden Virusstämme wirksam zu sein.

Kommen Sie gut durch den Herbst!

AUS DER APOTHEKE

26 Heilkraft aus der Apotheke:

Teemischungen

RUBRIKEN

Dr. Nicole Schaenzler, Chefredakteurin

P.S.: Gewinner des Gewinnspiels der letzten Ausgabe ist

Frau Andrea R. aus Kaufbeuren.

19 Medizinische Fachberatung

19 Impressum

24 Gewinnspiel

29 Kurz notiert

30 Rätsel (Schwedenrätsel, Sudoku)

Hier liegt TOPFIT für Sie bereit:

TOPFIT ist in Apotheken, Naturkostläden, Fitnessstudios, Kliniken, Arzt- und

Heilpraktiker-Praxen in München und Umgebung kostenlos erhältlich.

Unsere aktuelle Verteilerliste finden Sie auf unserer Website:

www.topfit-gesund.de

31 Veranstaltungskalender


4 Thema aktuell

Wenn es draußen kälter wird...

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Der entzündete Darm

Foto: © WANG SHIH-WEi / 123rf.com

Ständiger Durchfall, häufige Toilettengänge,

Blähungen, Bauchkrämpfe

— wer davon betroffen ist, redet meist

nicht gern über seine Erkrankung.

Deshalb wissen viele kaum, was eine

chronisch-entzündliche Darmerkrankung

(CED) ist — und was es für die

Betroffenen bedeutet, mit einer CED

leben zu müssen.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Das Szenario kennt jeder. Erst grummelt es

im Bauch, dann gesellen sich unangenehme

Krämpfe dazu – und plötzlich gibt es kein

Halten mehr: Man muss umgehend die Toilette

aufsuchen; einmal, zweimal, dreimal, vielleicht

sogar noch häufiger. Aber am Ende des Tages

ist das Schlimmste meist überstanden. Man

fühlt sich zwar noch müde und geschwächt, und

auch beim Essen ist noch Vorsicht geboten, aber

Durchfall und Bauchschmerzen sind weitgehend

abgeklungen. Der Darm hat sich beruhigt

– man ist auf dem besten Weg, wieder gesund

zu werden.

Hierzulande ist das der übliche Verlauf einer

harmlosen, meist virusbedingten Darminfektion.

Für rund 450 000 Menschen in Deutschland

gehören diese Symptome jedoch zum Alltag

– und das in heftigster Form: starke Bauchschmerzen,

schwere Durchfälle und Blutabgänge

aus dem Darm viele Male am Tag. Sie leiden

unter einer CED – einer chronisch-entzündlichen

Darmerkrankung. CED ist der Oberbegriff

für eine Gruppe von Erkrankungen mit ähnlichem

Beschwerdebild. Dazu gehören vor allem

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa; eine Colitis

indeterminata oder eine mikroskopische Kolitis

sind dagegen selten.

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung

verläuft meist schubweise: Zeiten, in denen der

Betroffene beschwerdefrei ist, wechseln sich mit

akuten Krankheitsphasen ab, die wenige Tage,

im Extremfall aber auch einige Monate lang andauern

können. Die ersten Krankheitszeichen

zeigen sich meist im frühen Erwachsenenalter:

Oft sind die Betroffenen zwischen 15 und

30 Jahre alt, wenn ein Morbus Crohn oder eine

Colitis ulcerosa zum ersten Mal auftritt. Aber

prinzipiell können Menschen jeden Alters daran

erkranken, wobei Männer und Frauen mit

der gleichen Häufigkeit betroffen sind.

Auch wenn die Forschung auf Hochtouren läuft:

Was genau die Ursache für die Entstehung einer

chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist,

lässt sich immer noch nicht genau sagen. Vermutet

wird, dass mehrere Risikofaktoren zusammentreffen,

allen voran eine erbliche Veranlagung

und bestimmte Infekte in Kombination

mit einer Fehlregulation des Immunsystems.

Auffällig ist zudem, dass Raucher deutlich häufiger

als Nichtraucher an einer chronisch-entzündlichen

Darmerkrankung leiden, insbesondere

an Morbus Crohn. Auf welche Weise auch

immer der Entstehungsmechanismus in Gang

gesetzt wird – am Ende stehen massive Schäden

an der Schleimhautbarriere des Darms.

Störung der natürlichen Barrierefunktion

Der Darm hat viele zentrale Aufgaben im Körper,

eine davon ist die Verdauung. Deshalb muss

die Darmschleimhaut zwei grundlegend verschiedenen

Ansprüchen gerecht werden: Zum

TOPFIT 3 / 2019


Thema aktuell 5

Vorsicht mit

Schmerzmitteln!

CED-Patienten leiden häufig auch unter

Gelenkschmerzen und anderen Beschwerden,

die den Bewegungsapparat

betreffen, sodass die Schmerztherapie

ein essenzieller Bestandteil des Behandlungsplans

ist. Allerdings ist nicht jedes

gängige Schmerzmittel geeignet: Nicht

eingenommen werden dürfen die klassischen

nichtsteroidalen Antirheumatika

(NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen,

Diclofenac oder Naproxen — sie können

Schübe auslösen. Als Alternativen haben

sich Paracetamol und Metamizol

bewährt.

Auch wenn keine größeren Beschwerden

bestehen: Mindestens zweimal pro Jahr

sollte man eine Kontrolluntersuchung

durchführen lassen. Ist eine medikamentöse

Dauerbehandlung notwendig,

sollten ärztliche Kontrollen etwa vierteljährlich

oder öfter (je nach Medikament)

erfolgen.

einen muss sie für all die wichtigen Nährstoffe

des Nahrungsbreis in Richtung Blutbahn durchlässig

sein, damit diese rasch zu den Zellen gelangen.

Zum anderen muss sie den Körper vor

dem Eindringen von Erregern, Schadstoffen und

all den anderen ungesunden Dingen schützen,

die im Essen stecken. Ist die natürliche Barrierefunktion

in der Darmschleimhaut gestört,

können Bakterien leichter in die Darmwand

eindringen und sich in tiefer liegende Gewebeschichten

festsetzen – und dort rufen sie nun

heftige entzündliche Reaktionen hervor, die zu

einer Schädigung der Darmschleimhaut führen.

Aber auch die Darmflora wird durch die anhaltende

Entzündung in Mitleidenschaft gezogen:

Tatsächlich weist die Darmflora von CED-Patienten

deutlich weniger Bakterienstämme auf,

sie ist zudem aus anderen Bakterien zusammensetzt

als die Darmflora bei Gesunden.

Art, Ausdehnung und Ort der Entzündung entscheiden

darüber, ob der Arzt einen Morbus

Crohn oder eine Colitis ulcerosa diagnostiziert.

Bei Morbus Crohn kann von der Mundhöhle bis

zum After das gesamte Verdauungssystem befallen

sein; besonders oft kommt es zu Entzündungen

am unteren Dünndarm und am oberen

Abschnitt des Dickdarms. Außerdem sind alle

Schichten der Darmwand betroffen, wobei sich

entzündete Abschnitte mit entzündungsfreien

Regionen abwechseln. Demgegenüber bleibt

das Entzündungsgeschehen bei Colitis ulcerosa

auf die oberflächlichen Schleimhautschichten

der Dickdarm- und Enddarmwand beschränkt.

Typisch sind zahlreiche Entzündungsherde und

kleinere Geschwüre, die zu Blutungen neigen.

Unterschiedliche Symptome

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung

kann mild und mit großen Zeitspannen zwischen

den akuten Schüben verlaufen, sie kann

aber auch von heftigen Entzündungsaktivitäten

geprägt sein, die mitunter sogar einen Krankenhausaufenthalt

notwendig machen. Anders

gesagt: Wie sich eine CED äußert und welchen

Verlauf sie nimmt, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Zudem können im individuellen

Krankheitsverlauf Änderungen auftreten, etwa

weil gegenüber früheren Schüben plötzlich andere

Symptome im Vordergrund stehen.

Bei einem Morbus Crohn hängen die Krankheitserscheinungen

wesentlich davon ab, an

welchem Abschnitt des Verdauungstrakts sich

die Entzündung abspielt. Oft werden die Betroffenen

von kolikartigen Schmerzen im rechten

Unterbauch geplagt, bei Colitis ulcerosa ist

es eher der linke Unterbauch. Hinzu kommen

Durchfälle in kurzen Intervallen, bei Colitis ulcerosa-Patienten

können sie bis zu 40-mal am

Tag auftreten. Die Durchfälle weisen oft Blutbeimengungen

auf oder sie sind, insbesondere

bei Colitis ulcerosa, schleimig-blutig. Vielen

CED-Patienten macht zudem zu schaffen, dass

sie nicht über ihre gewohnte Energie verfügen;

sie nehmen ab und sind chronisch müde, ebenso

ist Fieber in den akuten Phasen keine Seltenheit.

Beiden Erkrankungen ist zudem gemeinsam,

dass es auch außerhalb des Darms zu Entzündungsvorgängen

kommen kann, allen voran an

den Gelenken oder der Haut, aber auch an den

Augen; hiervon sind Colitis-ulcerosa-Patienten

allerdings häufiger betroffen.

Deutliche Unterschiede gibt es bei den möglichen

Komplikationen. Morbus Crohn-Kranke

müssen z. B. häufiger mit der Bildung von Abszessen

und Fistelverbindungen rechnen. Eine

solche Fistel kann praktisch überall in die Umgebung

des befallenen Darmabschnitts führen:

um den Anus herum, aber auch zur Blase oder

zur Haut. Oder der Fistelgang besteht zwischen

Dünn- und Dickdarm. Heilen die entzündeten

Stellen ab, bleiben oft Narben zurück, die dann

eine Verengung des Darms hervorrufen können;

in diesen Fällen ist meist ein operativer Eingriff

notwendig. Darüber hinaus haben Morbus-

Crohn-Patienten ein erhöhtes Darmkrebsrisiko

– das allerdings niedriger ist als das von Colitis-ulcerosa-Patienten.

Eine weitere gefürchtete

Komplikation der Colitis ulcerosa ist eine Überdehnung

des Dickdarms (toxisches Megakolon),

wodurch es zu einem lebensgefährlichen Darmdurchbruch

kommen kann.

Fachklinik für Innere Medizin, Naturheilverfahren und Homöopathie

Integrative Behandlung bei CED

Das Krankenhaus für Naturheilweisen in München (KfN) ist eine der führenden

komplementärmedizinischen Kliniken Deutschlands. Seit mehr als

100 Jahren wenden wir erfolgreich ein integratives Behandlungskonzept

an. Zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen

(CED) ergänzen wir die evidenzbasierte Schulmedizin durch anerkannte

Naturheilverfahren und die Homöopathie. Damit lassen sich Beschwerdeintensität

und Schmerzerleben oft deutlich positiv beeinflussen. Das individuelle

Therapiekonzept ermöglicht in vielen Fällen eine langfristige

Besserung der Symptome und der Lebensqualität.

Unser Therapiespektrum bei CED:

• Ernährungstherapie

• Probiotische Therapie

• Phytotherapie

• Naturheilkundliche Pflegeanwendungen

• Moderate Ganzkörperhyperthermie

• Bindegewebs- und Reflexzonentherapie

• Ordnungstherapie

• Homöopathie

Krankenhaus für Naturheilweisen

Seybothstraße 65 · 81545 München

Telefon 089 62505 - 0 · Telefax - 430

www.krankenhaus-naturheilweisen.de

info@kfn-muc.de

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TOPFIT 3 / 2019


6 Thema aktuell

Notieren Sie, was Sie essen

Eine gute Hilfe bei der Festlegung der für

Sie individuell passenden Ernährungsweise

ist das Führen eines Ernährungsprotokolls:

• Notieren Sie einen Monat lang, was

Sie täglich wann (zu welcher Uhrzeit) und

in welcher Kombination gegessen und

getrunken haben.

• Ergänzen Sie Ihre Notizen mit Kommentaren

zur Verträglichkeit (z. B. Bauchschmerzen,

Blähungen, die Beschaffenheit,

Häufigkeit des Stuhlgangs oder auch: keine

Beschwerden) und wann die Symptome

nach Beendigung der Mahlzeit eingesetzt

haben. Auf diese Weise finden Sie schon

bald heraus, was Ihnen gut und was Ihnen

weniger gut bekommt.

• Die Nahrungsmittel oder Zubereitungsarten,

auf die Sie mit Beschwerden reagiert

haben, sollten Sie künftig konsequent

meiden.

• Da sich die eine oder andere Unverträglichkeit

mit der Zeit auch wieder bessern

kann, bietet es sich gegebenenfalls an, einige

Wochen später erneut mit den Aufzeichnungen

zu beginnen und zu prüfen, ob Ihre

Erkenntnisse weiterhin gelten oder ob Ihre

Ernährung nun vielleicht etwas modifiziert

werden kann.

Krank zu sein, ohne Beschwerden

zu haben – das ist möglich

Bislang ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung

nicht heilbar. Aber es ist möglich, eine

Remission zu erreichen: Schübe und allgemeine

Beeinträchtigungen treten nur noch vereinzelt

auf, sodass der CED-Kranke über Monate und

sogar Jahre weitgehend beschwerdefrei ist. Dies

setzt voraus, dass es gelingt, die Entzündungsaktivität

nachhaltig einzudämmen und die Darmschleimhaut

in die Lage zu versetzen, dass sie

abheilen kann – auf diese Weise kann auch den

gefürchteten Komplikationen vorgebeugt werden.

Für dieses Ziel fußt die Behandlung auf zwei

Säulen: auf einer medikamentösen Basistherapie

zur Bekämpfung der Entzündung und auf einer

Kortisontherapie beim akuten Schub.

Welche Wirkstoffe im Einzelfall in welcher Dosierung

für die langfristige Einnahme infrage

kommen, richtet sich nach dem Schweregrad der

Entzündung sowie nach der individuellen Verträglichkeit.

Ein erprobter Wirkstoff ist z. B. Mesalazin

(5-Aminosalicylsäure, 5-ASA); außerdem

werden immer häufiger auch biotechnologisch

hergestellte Wirkstoffe eingesetzt. Biologika wie

TNF-Antikörper werden von den Leitlinien insbesondere

für den Fall empfohlen, wenn sich

ein komplizierter Krankheitsverlauf andeutet.

Allerdings können TNF-Antikörper Nebenwirkungen

haben – wie letztlich alle Medikamente,

die einen direkten Einfluss auf das Immunsystem

nehmen. Speziell für die TNF-Antikörper

gibt es zudem Hinweise, dass ihre Einnahme

insbesondere für Morbus-Crohn-Patienten das

Risiko für Komplikationen nach einer Bauch-

OP erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass vor Beginn

der Therapie sorgfältig Nutzen und Risiko

gegeneinander abgewogen werden.

Neben den klassischen Medikamenten haben

sich zudem pflanzliche Stoffe bewährt, die sich

durch eine entzündungshemmende Wirkung

auszeichnen, so etwa Curcumin, Resveratrol

oder auch eine Kombination aus Myrrhe, Kamillenblütenextrakt

und Kaffeekohle.

Viele CED-Patienten haben zudem gute Erfahrungen

mit Begleitmaßnahmen der Komplementärmedizin

gemacht, etwa mit einer homöopathischen

Konstitutionstherapie. Zum

Abbau von Stress hat sich auch das Erlernen einer

Entspannungsmethode wie Autogenes Training

oder die Muskelrelaxation nach Jacobson

bewährt.

Es ist dem Betroffenen kaum möglich, z. B. durch

seinen Lebensstil oder durch seine Ernährungsweise

einen akuten Schub gänzlich zu verhindern.

Trotzdem lohnt es sich, nach einem überstandenen

Schub noch einmal Revue passieren zu lassen, was

im Vorfeld als »Trigger« gewirkt haben könnte: Eine

akute Stressbelastung? Oder auch: anhaltender

Stress über Tage oder gar Wochen? Keine geregelten

Essenszeiten eingehalten? Geraucht bzw. zu viel

geraucht? Vor allem die Ernährung kann ein wichtiger

Faktor sein, der sich günstig — oder ungünstig

auf die Entzündungsaktivität im Darm auswirken

kann. Fakt ist z. B., dass so gut wie jeder CED-Patient

unter mindestens einer individuellen Nahrungsmittelunverträglichkeit

(z. B. gegen Kuhmilch)

leidet. Diese Unverträglichkeit kann von Dauer sein

oder aber nur phasenweise auftreten, sie kann einen

bestimmten Nahrungsbestandteil oder eine

ganze Gruppe von Lebensmitteln betreffen.

Vorsicht Mangelerscheinungen!

Entzündetes Gewebe kann seine physiologische

Funktion nicht ausüben. Deshalb gehört es zum

Wesen einer CED, dass der Darm in den entzündeten

Regionen in seiner Funktion als Resorptionsorgan

gestört ist – es entsteht eine Malabsorption.

Das bedeutet: Vorverdaute Nahrungsbestandteile

können nur noch vermindert aufgenommen

werden. Damit einher geht ein Mangel

an Nährstoffen, insbesondere an Eisen, Vitamin

D und Folsäure, aber auch an Magnesium, Zink

oder Selen.

Mit Vitalstoffen unterversorgt zu sein, schränkt

nicht nur die Lebensqualität ein, sondern sie

wirkt sich auch ungünstig auf den Verlauf der

chronisch-entzündlichen Darmerkrankung aus.

Deshalb sind regelmäßige Blutuntersuchungen

zur Abklärung eines möglichen Nährstoffmangels

ein Muss für CED-Patienten – auch in den

beschwerdefreien Phasen. Hat sich ein Defizit

ergeben, muss es durch eine Substitutionstherapie

ausgeglichen werden. Und: Müssen Kortikosteroide

über einen längeren Zeitraum eingenommen

werden, gilt es, auf eine ausreichende

Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr zu achten –

andernfalls droht eine Osteoporose.

Häufig: Unterverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Und manchmal ist es auch die Zubereitungsart, die

darüber entscheidet, ob etwas gut oder nicht vertragen

wird. Unverträglichkeiten aufzuspüren und

den ermittelten Nahrungsbestandteil dann konsequent

zu meiden, gehört deshalb zu den wichtigsten

Ernährungsprinzipien bei einer chronischentzündlichen

Darmerkrankung. Allerdings ist es

nicht immer einfach, ohne fachkundige Hilfe die

individuell passende Ernährungsweise zu finden,

um beschwerdefrei zu bleiben. Deshalb macht es

Sinn, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen,

die dabei hilft, die Ernährung so umzustellen,

dass sie einerseits schmeckt und gut verträglich

ist, und die andererseits optimal den Energiebedarf

deckt und möglichen Mangelerscheinungen

entgegenwirkt.

Essen in der beschwerdefreien Zeit …

In der schubfreien Phase sollten CED-Patienten

dem Grundsatz folgen: Man isst, was einem bekommt

– und dies so gesund und ausgewogen wie

möglich. Dabei hat sich gezeigt, dass viele CED-

Patienten in der schubfreien Phase von einer vegetarischen

bzw. fleischarmen Vollwertkost mit viel

Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, aber auch

von einem konsequenten Verzicht auf raffinierten

Zucker profitieren. Letztlich ist jedoch eine genaue

Selbstbeobachtung gefragt, denn die eine Ernährungsform,

die für alle Betroffenen gleichermaßen

gut verträglich ist, gibt es nicht.

… und im akuten Schub

Wenn Darmbereiche akut entzündet sind, kann die

Ernährung zur großen Herausforderung werden.

Wenn möglich, sollte man dennoch nicht ganz auf

das Essen verzichten — auch wenn die Schmerzen

stark auf den Appetit schlagen. Empfehlenswert ist

eine leichte Schonkost, die fett- und ballaststoffarm

ist. Lässt das Krankheitsgeschehen erst einmal keine

feste Kost zu, kann alternativ auch ein Tag mit

viel Tee (z. B. aus Fenchel-Kümmel-Anis oder Kamille)

und Schleimsuppen (z. B. aus Reis) eingelegt

werden. Manchmal ist der Schub jedoch so heftig,

dass der Betroffene nur noch Trinknahrung zu sich

nehmen kann oder mit der Sonde ernährt werden

muss — oder die Ernährung muss durch Infusionen

(parenterale Ernährung) sichergestellt werden.

TOPFIT 3 / 2019


Thema aktuell 7

Weltweit häufigster Hautkrebs

Basaliom auf

dem Vormarsch

Kennen Sie den aktuellen Stand Ihres Sonnenkontos? Jeder von

uns hat ein individuelles Sonnenkonto, verträgt also unterschiedlich

viel UV-Strahlung. Ist das Konto überfüllt, kann Hautkrebs

entstehen. Das ist in Deutschlang immer häufiger der Fall. Vor

allem die Erkrankungsrate von Basaliomen hat stark zugenommen:

von 2009 bis 2015 um mehr als 50 Prozent. Das zeigt der

aktuelle Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse.

Von Sabine Jansen

Foto: © roboriginal / 123rf.com

Arbeiten in der Sonne

ohne ausreichende

Schutzmaßnahmen

können für die Haut

schwerwiegende Folgen

im Alter haben.

Weil bei uns eine sonnengebräunte Haut

als Schönheitsideal gilt, hat die Zahl der

Hautkrebserkrankungen in den letzten Jahren

dramatisch zugenommen: Allein in Deutschland

erkranken derzeit jedes Jahr 270 000 Menschen

neu an Hautkrebs – damit ist er hierzulande

die häufigste Krebserkrankung. Wichtigster

Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs

ist die Sonne: Wer als Kind häufig Sonnenbrände

erlitten hat oder seine helle Haut immer wieder

ausgiebigen Sonnenbädern ohne ausreichende

Schutzmaßnahmen aussetzt, läuft im höheren

Lebensalter Gefahr, dass Schädigungen am

Erbgut in den Zellkernen entstehen und sich

die Zellen zu Krebszellen verändern. Besonders

gefürchtet ist das maligne Melanom oder der

schwarze Hautkrebs, ein Tumor, der von entarteten

pigmentbildenden Zellen ausgeht und sehr

früh zur Metastasierung neigt. Demgegenüber

bildet das sich aus den Basalzellen der Haut entwickelnde

Basaliom (heller oder weißer Hautkrebs)

so gut wie nie Metastasen, zerstört jedoch

bei seinem aggressiven Wachstum die umgebenden

Hautbezirke und tieferen Hautschichten.

Ein solches Basaliom entwickelt sich meist

in Hautbereichen, die viel Sonne abbekommen

haben, allen voran im Gesicht oder am Nacken.

Gelingt es nicht, alle entarteten Zellen operativ

zu beseitigen, drohen ausgedehnte Defekte, die

bis hinein in die tieferliegenden Hautareale reichen

und im Extremfall sogar

Knorpel- und Knochenstrukturen

infiltrieren – und dann

komplizierte chirurgische Eingriffe

nach sich ziehen.

Basaliom ist eine

Berufskrankheit

An einem Basaliom erkranken

sehr viel mehr Männer als

Frauen, und ältere Menschen

sind deutlich häufiger betroffen

als jüngere. Generell haben

Personen, die viel im Freien arbeiten,

ein höheres Risiko, an

einem Basaliom zu erkranken

– ihr Sonnenkonto ist schneller gefüllt. Das gilt

z. B. für Landwirte, Beschäftige im Bauwesen

oder Bademeister, deshalb wird ein Basaliom inzwischen

als Berufskrankheit anerkannt. Dabei

nimmt auch hier die Erkrankungsrate kontinuierlich

zu: Während 2015 noch 2000 Fälle als Berufskrankheit

anerkannt wurden, waren es 2017

bereits 5300 Fälle.

Frühsymptom:

durchscheinende Knötchen

Je früher Hautkrebs erkannt wird, umso schonender

kann er behandelt werden. Erste Anzeichen

eines Basalioms sind kleine, helle Flecken

auf der Haut. Aber auch ein zunächst unscheinbares

hautfarbenes, glänzendes oder rötliches

Knötchen könnte ein Alarmzeichen sein; dabei

kann der Rand ebenfalls von kleineren Knötchen

besetzt sein. Manchmal kann man Blutgefäße

unter der obersten Hautschicht erkennen.

Oder die auffällige Stelle sieht leicht schuppig

aus.

Wer einen Verdacht hat, sollte frühzeitig zum

Hausarzt oder Dermatologen gehen. Zur Vorsorge

gehört, dass alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening

durchgeführt wird. Der aktuelle

Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse

hat jedoch ergeben, dass derzeit nur jeder fünfte

gesetzlich Versicherte eine Früherkennung

bei einem Hautarzt oder seinem Hausarzt in

Anspruch nimmt. Dabei werden die Kosten für

Erwachsene ab 35 Jahren von den Krankenkassen

erstattet; bei manchen, wie bei der Techniker

Krankenkasse, auch schon ab 20 Jahren.

Ein Basalzellkarzinom findet sich

meist in Hautbereichen, die viel

Sonne abbekommen haben,

etwa im Gesicht und am Nacken.

Es kommt aber auch am Rumpf

oder an den Beinen vor, sogar auf

Fußsohlen, Handflächen, Brust, in

den Achselhöhlen und im Genitalbereich.

TOPFIT 3 / 2019


8 Thema aktuell

Wenn es draußen kälter wird…

So

Wenn es

schützen

draußen kälter wird...

Sie Ihre Haut

Foto: © Nils Weymann / 123rf.com

Die Kraft der Sonne lässt merklich

nach, es wird kälter, die Tage werden

immer kürzer — der beginnende

Herbst läutet die kalte Zeit des Jahres

ein. In dieser Phase des Übergangs

wird die Haut stärker beansprucht

und kann sogar ordentlich unter

Stress geraten, wenn ihr nicht mit

einer speziellen Pflege geholfen wird.

Von Sabine Jansen

Schleichend, aber doch wahrnehmbar, verändert

sich die Haut in Herbst und Winter.

Auch wenn sich manch einer jetzt verstärkt

mit Pusteln und Pickelchen auseinandersetzen

muss, die mit Abstand häufigste Begleiterscheinung

ist, dass die Haut trockener wird und

spannt. Davon sind besonders oft Gesicht und

Hände betroffen, aber mitunter macht sich die

Trockenheit am gesamten Körber bemerkbar:

Ob an den Beinen, am Rücken oder der Brust –

die Haut schuppt und juckt. In den meisten Fällen

handelt es sich lediglich um saisonale Probleme,

die spätestens mit Ankunft des Frühlings

wieder vergehen. Allerdings sollten Sie nicht so

lange warten; Sie können einiges tun, um sich

sogleich besser zu fühlen.

Warm, kalt, trocken, feucht —

widrige Wechsel für die Haut

Warum reagiert die Haut in der kälteren Jahreszeit

mit Trockenheit? Gesunde Haut ist geschmeidig

und glatt. Ihr Eigenschutz besteht

aus einem ausgewogenen Verhältnis aus Fetten

(Lipiden), Wasser und feuchtigkeitsbindenden

Substanzen wie Harnstoff. Mit diesem Feuchtigkeitsfilm,

dem sogenannten Hydrolipidsystem,

reguliert die Haut ihren Fett- und Feuchtigkeitsbedarf

und schafft eine natürliche Barriere gegen

Bakterien und äußere Umwelteinflüsse. Sinken

die Temperaturen, so reduziert die Haut ihre

Fettproduktion, ab Temperaturen unter 8 ° C

stellt sie sie gänzlich ein.

Heizungsluft, klirrende Kälte, ausgiebige Duschen

oder Vollbäder – gerade der Wechsel von

warm und kalt bzw. trocken und feucht macht

unserer Haut zu schaffen: Sie verliert an Elastizität,

wird trockener, rauer und rissiger und

reagiert auf äußere Belastungen, beispielsweise

Putzmittel, noch schuppiger und geröteter als

sonst. Die Haut ist ihrer feuchtigkeitsbindenden

Substanzen beraubt, ihr Eigenschutz damit nicht

mehr gewahrt. Am stärksten betroffen sind Gesicht

und Hände, sind sie doch der Witterung

am meisten ausgesetzt. Aber auch der Mangel

an vitaminreicher Kost und Tageslicht, genauer

der UVA-Strahlung, unterstützt diese negativen

Effekte.

Heizung, Kälte,

Duschen, Vollbäder,

trockene Luft – der

Wechsel von warm und

kalt bzw. trocken und

feucht macht unserer

Haut zu schaffen.

Geschmeidige Haut — trotz Kälte

Unabhängig vom Typ ist die Haut bei Kälte auf

regelmäßige Pflege angewiesen, um die verlorenen

Lipide und feuchtigkeitsbindenden Substanzen

zu ersetzen. Gefragt ist also eine fetthaltige

Pflege, insbesondere bei Menschen mit trockener

Haut.

• Die Auswahl an Pflegeprodukten ist enorm,

grundsätzlich bedeutet teuer aber nicht unbedingt

besser. Deshalb lautet die Devise: Einfach

ausprobieren!

• Hilfreich sind fetthaltige Cremes oder Salben.

Regelmäßig angewandt, wirkt die Haut

nicht mehr rau und rissig, der Eigenschutz stabilisiert

sich.

TOPFIT 3 / 2019


Thema aktuell 9

Foto: © tunedin123 / 123rf.com

• Salben und Cremes mit natürlichen feuchtigkeitsbindenden

Substanzen, z. B. Hyaluronsäure

und Urea (Harnstoff), helfen der Haut, vermehrt

Feuchtigkeit zu speichern, da sie Wasser

sehr stark in der Hornschicht binden; dadurch

gewinnt die Haut an Elastizität und Geschmeidigkeit.

Zudem lockern sie die verdichtete Hornschicht,

sodass sich Schuppen leichter von der

Hautoberfläche lösen.

• Auf ein entspannendes Vollbad müssen Sie

nicht verzichten. Um die trockene Haut jedoch

nicht allzu sehr zu belasten, sollten Sie höchstens

einmal täglich und nicht länger als zehn Minuten

baden, das Wasser sollte dabei nicht wärmer

als 36 ° C sein. Medizinische Ölbäder mit

einem besonders hohen Anteil an pflanzlichen

Ölen der Olive oder Sojabohne aus kontrolliert

biologischem Anbau eignen sich besonders gut

– schäumende Badezusätze sollten Sie meiden.

Statt die Haut mit dem Handtuch abzurubbeln,

lieber mit einem weichen Handtuch abtupfen

und anschließend mit einem Körperöl, einer Ölin-Wasser-(O/W-)

oder Wasser-in-Öl-(W/O-)

Emulsion pflegen.

• Medizinische Ölbäder entfalten auch als

Duschgel ihre vorteilhafte rückfettende Wirkung;

austrocknende Seifen und alkoholhaltiges

Gesichtswasser sind bei trockener Haut ungeeignet.

Ebenso wirkt Reinigungsmilch oft austrocknend.

Wenn Sie darauf nicht verzichten

wollen, sollten Sie Reinigungsmilch mit hohem

Fettanteil bevorzugen und Reste mit kühlem

Wasser abspülen oder mit Wattepads entfernen.

• Lassen Sie Ihrem Gesicht besondere Pflege

angedeihen, tagsüber mit einer O/W-Emulsion

mit hohem Fettanteil und einer W/O-Emulsion

für die Nacht.

Trockene Haut — nicht immer nur

ein kosmetisches Problem

Tritt trotz reichhaltiger Pflege über längere Zeit

keine Besserung ein, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Denn trockene Haut ist manchmal auch

Ausdruck ernstzunehmender Erkrankungen wie

Diabetes oder einer Schilddrüsenunterfunktion.

Problematisch kann der Übergang vom Sommer

zum Herbst oder vom Winter zum Frühling

für Menschen sein, die unter chronischen

Hauterkrankungen leiden: In diesen Phasen verschlimmern

sich oft die Beschwerden, oder es

treten Krankheitsschübe auf. Dies gilt vor allem

für Schuppenflechte (Psoriasis), eine autoimmunbedingte

Erkrankung, die sich durch charakteristische

Hautveränderungen äußert, etwa

durch Schuppenherde, dem »Kerzenwachsfleck«

nach leichtem Kratzen auf der Schuppenschicht

oder das glänzende Häutchen und die winzigen

punktförmigen Blutungen, die sich zeigen, wenn

die Schuppen entfernt werden.

Oft sind es konkrete Auslöser, die einen Schub

verursachen können, dazu gehören auch äußere

Faktoren wie klimatische Veränderungen – allen

voran der Wechsel der Jahreszeiten – oder

auch Kälte und trockene Heizungsluft. Um derartige

Schübe möglichst zu vermeiden oder zumindest

zu erreichen, dass sie mild verlaufen, ist

es wichtig, dass die Haut in einem möglichst guten

Zustand ist – und das am besten das ganze

Jahr hindurch. Deshalb gehören zur Basisbehandlung

rückfettende Cremes, Salben oder

Lotionen. Gerade in den kälteren Jahreszeiten

bietet es sich zudem an, die betroffenen Hautbereiche

direkt mit Leinöl behandeln: Tränken Sie

einen kleinen Mulllappen mit dem Öl, und reiben

Sie damit die Hautstellen sanft ein. Auf diese

Weise lösen sich die Schuppen, die Haut wird

geschmeidiger. Und: Um die in den Badezusätzen

enthaltenen Emulgatoren und Duftstoffe zu

vermeiden, können Sie auch Oliven- oder Sojaöl

aus kontrolliert biologischem Anbau verwenden.

Ist eine gestörte Darmflora

verantwortlich?

Aktuelle Studien zeigen: Bei hartnäckigen Hautirritationen

oder manifesten Hauterkrankungen

wie Schuppenflechte kann auch eine gestörte

Darmflora mitverantwortlich sein. »Darmflora«

oder auch »Darmmikrobiom« ist der Sammelbegriff

für alle im Magen-Darm-Trakt vorkommenden

Mikroorganismen, die Mehrzahl

davon sind Bakterien. Ihre Hauptwirkungsstätte

ist der untere Teil des Darms, die höchste Dichte

herrscht im Dick- und Enddarm. Damit die

Darmflora ihren vielfältigen Aufgaben gerecht

werden kann, muss ihre Balance stimmen, d. h.

die krankmachenden und die für den Organismus

unschädlichen Bakterien müssen sich gegenseitig

in Schach halten. Allerdings kann es

passieren, dass die »bösen« Bakterien überhand

nehmen – sei es spontan, infolge einer akuten

Darminfektion (Durchfall!), sei es schleichend,

etwa durch ballaststoffarme Fehlernährung. Sie

schadet der Darmflora und führt mit der Zeit zu

einer manifesten Darmdysbiose. Diese bleibt oft

erst einmal unbemerkt, sie kann sich aber auch

durch Verdauungsbeschwerden wie Blähungen

oder Durchfall äußern.

Zu einer gesunden Darmflora können Sie selbst

viel beitragen – und zwar mit einer vollwertigen

Kost, die genau die richtige Nahrung für die

Darmbakterien ist. Probiotika wirken ebenfalls

regulierend auf die Darmflora. Das sind Zubereitungen,

die lebensfähige Mikroorganismen

enthalten, vor allem Milchsäurebakterien und

Hefen. Gute Probiotika sind z. B. Naturjoghurt,

Kefir, Dickmilch, Molke, Sauerkraut oder Rote

Bete. Damit Probiotika wirken, sollten sie allerdings

täglich über einige Wochen eingenommen

oder verzehrt werden. Dann kommt nicht nur

eine gestörte Darmflora wieder ins Lot, sondern

auch die Hautprobleme bessern sich – oder verschwinden

im Idealfall ganz.

So machen Sie Ihre Haut

»winterfest«

• Feuchten Sie die Raumluft mit wassergefüllten

Gefäßen oder feuchten Tüchern

über der Heizung an.

• Schützen Sie Ihre Haut mit einer

fetthaltigen Schutzcreme, wenn Sie sich bei

eisiger Kälte draußen aufhalten. Dies gilt

auch und gerade für die Lippen.

• Verwenden Sie nur milde, seifenfreie

Reinigungsprodukte, die rückfettende

Bestandteile enthalten, und cremen Sie

sich nach dem Waschen gut ein.

• Waschen Sie neu gekaufte Kleidung,

um sie von Chemikalien zu befreien, und

verzichten Sie auf kratzige Kleidung, um

Ihre Haut nicht zu reizen.

• Tragen Sie beim Putzen Handschuhe.

• Trinken Sie ausreichend Wasser und Tee

— und zwar mindestens eineinhalb bis zwei

Liter täglich! Auch eine tägliche Portion

Molke tut der Haut gut — schon die alten

Griechen und Römer schätzten das gesunde

Nebenprodukt der Käseherstellung als

Schönheits- und Heilmittel.

• Und auch diese Maßnahmen fördern

eine gesunde Haut: eine ausgewogene,

ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige

Bewegung und ein ausgeglichener

Lebensstil!

TOPFIT 3 / 2019


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unserer Haut gut, auch reine Molke

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Zellen und auf die Zellregeneration

oder einfacher gesagt: auf die Regeneration

von Körpergewebe und Haut,

was beispielsweise bei der Wundheilung

wichtig ist. Selbst unsere Abwehrzellen

freuen sich über gutes Wasser, sodass unser

Körper sein gesundes Gleichgewicht

behält oder wiederfindet.

Prof. Dartsch bestätigt: »Durch die zellvitalitätsfördernde

Wirkung der beiden

Quellwässer können Stoffwechselprozesse

im Körper beschleunigt werden.

Dies kann bei regelmäßiger Einnahme

zu einer höheren körperlichen und geistigen

Leistungsfähigkeit und damit zu einem

verbesserten Wohlbefinden und Lebensgefühl

führen.«

Ein Gutachten der Universität Freiburg attestiert

speziell dem artesischen Wasser

der St. Georgsquelle eine besonders gute

Eignung für die Spülung und Behandlung

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dieses Wasser gerne zur Stärkung der Abwehrkräfte,

insbesondere bei Erkältungen,

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das lebendige Wasser verwendet werden

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gebundener Form zugeführt, was

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Dahinter steht die Annahme, dass alles,

was im natürlichen Verbund gegessen

oder getrunken wird, vom Körper besser

verwertet werden kann. So etwa auch

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Immunsystem

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später Paracelsus verordneten Molke bei

den vielfältigsten Beschwerden. Auch Stuten-

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als Nahrungs- und Heilmittel eingesetzt.

Viele kennen Molke nur aus Kuhmilch, die

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wirkt sie sowohl innerlich als auch äußerlich

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12 Diagnose & Therapie

Diagnose Lipödem

Fettabsaugung als Therapie

Oberteilgröße 38, Hosengröße

48 — und keine Diät vermag etwas

daran zu ändern. Wenn Frauen sich

regelrecht zweigeteilt fühlen, weil ihr

Oberkörper schlank ist, ihre Beine

jedoch unproportioniert dick wirken,

kann eine krankhafte Fettverteilungsstörung

die Ursache sein. Ein

Lipödem ist nicht nur ein ästhetisches

Problem, sondern es geht auch mit

Schmerzen einher und schreitet weiter

fort, wenn es nicht angemessen

behandelt wird. Wirklich erfolgversprechend

ist letztlich nur, wenn das

überschüssige Fettgewebe entfernt

wird. Welche Methode dafür infrage

kommt, erklärt der Münchner Facharzt

für Plastisch-Ästhetische Chirurgie

Dr. med. Hans-Hermann Wörl.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Wörl, was genau ist ein Lipödem?

Dr. Wörl: Lipödeme beruhen auf einer Störung der

Fettverteilung im Körper, infolgedessen sich die

Fettzellen im Unterhautfettgewebe unkon trolliert

vermehren. Meist treten sie symmetrisch an beiden

Beinen, selten auch an den Armen auf. Auffällig

ist, dass nahezu ausschließlich Frauen betroffen

sind. Oft beginnt die Erkrankung bereits in der

Pubertät, mitunter auch während der Schwangerschaft

oder der Wechseljahre, also in einer Phase

der hormonellen Umstellung. Deshalb wird auch

eine hormonelle Ursache für die Erkrankung vermutet.

Als sicher gilt, dass eine erbliche Veranlagung

besteht.

des Lymphgefäßsystems verbunden, das für den

Abtransport der überschüssigen Gewebeflüssigkeit

zuständig ist. Langfristig können die Lymphgefäße

dadurch Schaden nehmen, und es entsteht

zusätzlich ein sekundäres Lymph ödem oder auch

Lipolymphödem.

Die Betroffenen sind auch psychisch sehr belastet.

Wie kommt es, dass die Leidens geschichten

oft über viele Jahre gehen?

Dr. Wörl: Ein Problem ist, dass die Betroffenen

sich oft erst spät an einen Arzt wenden. Viele glauben,

es handle sich um ein Übergewichtsproblem,

das sie nicht in den Griff bekommen. Damit hat

ein Lipödem jedoch nichts zu tun, deshalb bleiben

sämtliche Abnehmversuche oder regelmäßiger

Sport wirkungslos. Ein weiterer Grund ist, dass

ein Lipödem nur symptomatisch behandelt werden

kann, mit konservativen Maßnahmen wird oft nicht

die erhoffte Linderung erzielt. Meist wird zunächst

versucht, mithilfe einer Kombination aus regelmäßiger

manu eller Lymphdrainage, Krankengymnastik

und dem Tragen von Kompressionsstrümpfen

die Beschwerden zu lindern. Auf diese Weise lässt

sich zwar die gestaute Gewebeflüssigkeit reduzieren,

nicht aber der Fettgewebeüberschuss. Dies ist

nur mithilfe einer Fettabsaugung möglich. Deshalb

gilt der Eingriff derzeit als die effektivste Methode

der Lipödem-Therapie.

Wie führen Sie die Fettabsaugung durch?

Dr. Wörl: Wir führen die Fettabsaugung unter Tumeszenz

durch. Dies ist das sicherste und zugleich

gewebeschonendste Verfahren zur Entfernung

überschüssiger Fettdepots. Verwendet werden extrem

dünne Absaugkanülen mit vielen Löchern,

die vorn abgerundet sind. So können winzig kleine

Schnitte gemacht werden, und die Gefahr von

Gefäß- und Lymphbahnverletzungen kann sehr

gering gehalten werden. Die vielen Löcher der Kanülen

sorgen zudem für eine bessere Verteilung

des Sogs beim Saugvorgang. Uns steht hier ein

breites Spektrum an verschiedenen Kanülen zur

Verfügung.

Wie gehen Sie im Einzelnen vor?

Dr. Wörl: Über winzige Hautschnitte werden zunächst

große Mengen einer Mischung aus physiologischer

Kochsalzlösung, lokal wirkendem Betäubungsmittel

und Adrenalin (zur Vermeidung

von Blutungen) ins Gewebe eingebracht. Während

der Einwirkzeit von bis zu einer Stunde quellen die

Fettzellen auf und lösen sich aus dem sie umgebenden

Gewebe. Anschließend können sie über

besonders feine Kanülen abgesaugt werden.

Wie viel Fett kann entfernt werden?

Dr. Wörl: Das hängt u. a. vom Befund, von der

Hautbeschaffenheit, dem Alter und dem allgemeinen

Gesundheitszustand der Patientin ab. Das alles

kann nur ein erfahrener Operateur beurteilen.

Deshalb sollte die Fettabsaugung grundsätzlich

von einem plastisch-ästhetischen Chirurgen durchgeführt

werden.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Dr. Wörl: Gut. Fast alle Frauen freuen sich, ein

großes Stück Lebensqualität wiederbekommen

zu haben — nicht nur, weil sich die Beschwerden

deutlich gebessert haben, sondern auch, weil sie

endlich wohlgeformte Beine haben, die zu ihrem

Körper passen.

Ein Lipödem verursacht nicht nur übermäßige

Proportionen und unschöne Hautveränderungen,

sondern auch Schmerzen in den Beinen. Was ist

der Grund?

Dr. Wörl: Ausgeprägte Spannungsgefühle, Berührungs-

und Druckschmerzen, aber auch die

Neigung zu Blutergüssen sind in der Tat typische

Begleiterscheinungen. Schuld sind Flüssigkeitseinlagerungen

im Gewebe, die vermutlich durch

eine erhöhte Durchlässigkeit der Kapillaren entstehen.

Mit den starken Flüssigkeitsansammlungen

ist zudem eine anhaltend hohe Belastung

Der Münchner Facharzt für Plastische Chirurgie Dr. Hans-Hermann Wörl praktiziert gemeinsam

mit seinen Kollegen in der Praxisgemeinschaft Widenmayer 16 — Plastische Chirurgie

& Ästhetik an der Isar. Im Einzelnen umfasst sein Behandlungsspektrum nahezu sämtliche

Leistungen der Rekonstruktiven (u. a. Korrekturen nach Brustkrebs, Folgeoperationen nach

massivem Gewichtsverlust, Fettabsaugungen bei Lipöde men) und der Ästhetischen Chirurgie.

Dazu gehören alle operativen wie auch nicht-operativen Maßnahmen (z. B. Botox, Filler) zur

Gesichtsverjüngung, Lidkorrektur, Brustvergrößerung, Brustverkleinerung und -straffung, Fettabsaugung,

Bodycontouring / Bodylift, Oberarm-, Oberschenkel- und Bauchdeckenstraffung sowie Genitalchirurgie.


Nähere Infos: www.widenmayer16.de

TOPFIT 3 / 2019


Diagnose & Therapie

13

Hallux valgus

Keine Angst vor der Behandlung!

Der Ballen ihrer Großzehe ist nach

außen vorgewölbt? Gleichzeitig neigt

sich der Zeh nach innen und bedrängt

die kleineren Zehen des Fußes? Dann

liegt mit ziemlicher Sicherheit ein

Hallux valgus vor — die hierzulande

häufigste Fußfehlstellung. Ein Hallux

valgus sieht nicht nur unschön aus,

sondern setzt oft weitere Krankheitsprozesse

in Gang. Umso wichtiger

ist eine zeitnahe Behandlung — auch

wenn dies bedeuten kann, dass operiert

werden muss.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Frauen sind von einem Hallux valgus sehr

viel öfter betroffen als Männer – nicht zuletzt,

weil ihre Vorliebe für enge Schuhe mit hohen

Absätzen die Entstehung eines Hallux valgus

begünstigt. »Wichtigster Risikofaktor ist jedoch

eine erbliche Veranlagung. Haben Mutter

oder Großmutter bereits mit einem Ballenzeh

zu kämpfen gehabt, ist die Wahrscheinlichkeit

hoch, selbst irgendwann betroffen zu sein«, erklärt

der Münchner Orthopäde Dr. Steffen Zenta

vom MVZ im Helios und Gründer des Handund

Fußzentrums München (HFZ).

Fortschreitende

Verformung

Bleibt ein Hallux valgus unbehandelt, verformt

sich der Fuß immer mehr: Der Ballenbereich

des Fußes verbreitert sich, die Zugrichtung von

Sehnen verändert sich, und über dem Ballen bildet

sich ein Schleimbeutel, der zu Entzündungen

neigt. Dann wird das Schuhetragen zunehmend

durch Schmerzen, Rötungen und Schwellungen

im Bereich des Großzehengrundgelenks

erschwert. Die Neigung der Großzehe nach innen

kann sich auch ungünstig auf die Nachbarzehen

auswirken und z. B. Krallen- oder Hammerzehen

hervorrufen. Ebenso sind Schmerzen

im Mittelfuß möglich. Und: Generell besteht die

Gefahr, dass sich eine Arthrose im Großzehengrundgelenk,

ein Hallux rigidus, entwickelt. Hat

man den Verdacht, dass sich der Ballen vorzuwölben

beginnt oder die Großzehe ihre Position

verändert, sollte man sich an einen Orthopäden

wenden, der sich auf Fußerkrankungen spezialisiert

hat. Muss operiert werden, stehen dem erfahrenen

Orthopäden heute moderne Verfahren

zur Verfügung, mit der die Fehlstellung patientenschonend

korrigiert werden kann. Eine Option

ist z. B. die Implantation einer Magnesiumschraube.

»Die Magnesiumschraube passt sehr

gut zu unserem Anspruch, möglichst schonend

und risikoarm vorzugehen«, sagt Dr. Zenta.

Das Interview zum Thema

Herr Dr. Zenta, wie gehen Sie vor,

wenn ein Hallux valgus operativ

korrigiert werden muss?

Dr. Zenta: Es gibt verschiedene Methoden,

mit denen die natürlichen Verhältnisse

im Fuß patientenschonend wiederhergestellt

werden können. Welche

Technik im Einzelfall angewendet wird,

um die Großzehe wieder in ihre ursprüngliche

Form zu bringen, hängt von

der genauen anatomischen Lokalisation

und vom Ausmaß der Fehlstellung ab.

Pauschal kann man sagen, dass bei fast

allen Operationen sowohl die Sehnen als

auch die Gelenkkapsel korrigiert werden;

ebenso wird ein Teil des Mittelfußknochens

durchtrennt, neu justiert und das

Ergebnis dann mit kleinen Schrauben fest

fixiert.

Wozu dienen die Implantate?

Dr. Zenta: Die Implantate haben vor allem

einen stabilisierenden Effekt, der auch

dann gewährleistet sein muss, wenn der

Fuß wieder voll belastet wird. Moderne

dynamische Implantate unterstützen den

Heilungsprozess, der etwa sechs Wochene

dauert: In dieser Zeit sichern sie

Zur Person

das Korrekturergebnis. Welches Implantat

im Einzelfall geeignet ist, wird immer

individuell entschieden. Gute Erfahrungen

haben wir z.B. mit einer Schraube

gemacht, die aus einer Legierung auf

Magnesiumbasis besteht.

Was ist das Besondere an der

Magnesiumschraube?

Dr. Zenta: Das Implantat besteht zu

mehr als 90 Prozent aus Magnesium, d. h.

aus einem Material, das ein natürlicher

Bestandteil des Stoffwechsels unseres

Körpers ist. Der Organismus stuft es also

nicht als »fremd« ein. Deshalb sind die

Magnesiumschrauben sehr gut verträglich.

Der zweite große Vorteil ist, dass der

Körper den Mineralstoff resorbiert; das

überschüssige Magnesium wird dann

einfach über die Nieren ausgeschieden.

Auf diese Weise löst sich die Magnesiumschraube

langsam auf und wird

durch nachwachsendes Knochengewebe

ersetzt. Damit entfällt auch eine zweite

Operation, wie sie manchmal zur Entfernung

herkömmlicher Implantate notwendig

ist.

Und die Schraube liefert trotzdem die

nötige Stabilität?

Dr. Zenta: Auf jeden Fall. Das Implantat ist

stabil und fest genug, sodass es die Knochen

in den ersten Wochen zuverlässig in

der richtigen Position hält und dennoch

eine frühe Belastung des operierten

Fußes erlaubt. Ich rate meinen Patienten

jedoch generell dazu, die erste Zeit nach

der Operation einen Spezialschuh zu

tragen. Auch eine begleitende Physiotherapie

fördert den Heilungsprozess.

Dr. med. Steffen Zenta praktiziert im MVZ im Helios München und behandelt

sämtliche Erkrankungen und Fehlstellungen des Fußes. Zu seinen chirurgischen

Schwerpunkten gehören z. B. gelenkerhaltende Operationen bei Hallux valgus

und anderen Vorfußerkrankungen, die operative Hammer- und Krallenzehkorrektur

sowie die endoprothetische Versorgung des Großzehengrund- und des

Sprunggelenks. Außerdem ist Dr. Zenta Gründer des Hand- und Fußzentrums

München (HFZ).


Nähere Infos: www.mvz-im-helios.de und www.hfz-muenchen.de

TOPFIT 3 / 2019


14 Diagnose & Therapie

Venensystem =

Entsorgungssystem

des Körpers

Foto oben: © zlikovec / 123rf.com

Venenschwäche

Stau in den Beinen

Wenn die Venen ihre Aufgabe, das Blut zurück zum Herz zu transportieren, nicht

mehr ausreichend erfüllen können, sind unangenehme Stauungsbeschwerden

in den Beinen die Folge. Dahinter steckt eine schwerwiegende Störung, die das

gesamte Entsorgungssystem des Körpers betrifft, und nicht nur Krampfadern,

sondern auch geschwürartige Hautdefekte und andere schwerwiegende Begleiterscheinungen

hervorrufen kann.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Wenn der Arzt eine Venenschwäche oder

Varizen, also Krampfadern, diagnostiziert,

sind in der Regel die oberflächlichen Venen,

die relativ dicht unter der Haut verlaufen,

und hier vor allem die beiden Stammvenen

betroffen.

Wer im Büro täglich viele Stunden sitzend verbringt,

schadet den Venen genauso wie Menschen,

die den ganzen Tag stehen müssen. Aber

auch Übergewicht, das Tragen von zu engen Hosen,

Bewegungsmangel und hormonelle Einflüsse

(vor allem bei Frauen) wirken sich ungünstig

Zwei Ebenen, ein Venensystem

Innerhalb des Venensystems wird

zwischen dem oberflächlichen

und dem tiefen Venensystem

unterschieden:

• Die oberflächlichen Venen

liegen unter der Haut und werden

auch als Sammelvenen bezeichnet.

Die wichtigsten oberflächlichen

Venen sind die Stammvenen,

sie verzweigen sich in viele

Seitenäste.

• Über Verbindungsgefäße,

die Perforansvenen, findet der

Bluttransport in die tiefer liegenden

Leitvenen statt. Diese sind in

die Muskulatur eingebettet und

hauptsächlich an der Rückführung

des Bluts zum Herzen beteiligt.

• Zentrales Gefäß im tiefen

Venensystem ist die tiefe Hauptvene,

die sich durch das gesamte

Bein zieht und in die tiefe Beckenvene

mündet.

auf das Venensystem aus. Der wichtigste Risikofaktor

für eine Venenschwäche ist aber eine –

genetisch bedingte — Strukturschwäche des Bindegewebes.

Denn alle drei Komponenten, die

wesentlich an der Funktion des Venensystems

beteiligt sind, haben ausgeprägte bindegewebige

Anteile: die Venenwände, die Venenklappen

und die Venen-Muskelpumpe, die von bindegewebigen

Faszien umhüllt ist.

Wichtigster Risikofaktor:

Geschwächtes Bindegewebe

Ist das Bindegewebe geschwächt, kann es seiner

natürlichen Stützfunktion nicht mehr nachkommen.

Die Folgen: Die Venenwände sind

nicht mehr straff und fest genug, die Venenklappen

berühren sich nicht mehr und können das

Gefäß deshalb nicht mehr richtig verschließen,

die Vene erweitert sich. Die Folge ist ein Rückfluss

des Bluts im Bein: Das Blut sackt wieder

hinab in die Fußknöchelregion und sammelt

sich dort.

Stauungsbeschwerden wie Schwellungen und

Schmerzen weisen darauf hin, dass die Venenschwäche

bereits manifest geworden ist. Auch

Krampfadern können entstehen und zeigen sich

dann als unschöne, geschlängelte, bläulich gefärbte

Stränge auf der Haut der Beine. So gesehen

sind Krampfadern niemals nur ein kosmetisches

Problem, sondern immer Ausdruck eines

behandlungsbedürftigen Venenleidens. Liegt

eine strukturelle Schädigung des Venensystems

vor, kann ein operativer Eingriff helfen. Hierfür

stehen inzwischen mehrere Verfahren zur Verfügung

– von einer operativen Entfernung der

Vene, dem sogenannten Stripping, bis hin zu

minimal-invasiven endovenösen Verfahren.

Drei Gefäßsysteme sind dafür

zuständig, dass jede einzelne Körperzelle

die Nährstoffe und den

Sauerstoff erhält, die sie benötigt,

und von den Schlackenstoffen

befreit wird, die als Abbauprodukte

des Zellstoffwechsels anfallen:

das Arterien-, das Venen- und das

Lymphsystem.

Während Arterien Blut antransportieren,

sind die Venen für den

Rücktransport des verbrauchten

Bluts zuständig. Das kohlensäurehaltige

Blut gelangt zur Lunge, wo

es das Kohlendioxid abgibt und

frischen Sauerstoff aufnimmt. Auf

diesem Weg zurück muss das Blut

zügig aus Beinen und Rumpf zum

Herzen nach oben befördert werden.

Unterstützt wird der Rückfluss

zum Herzen von einer Muskelpumpe,

ohne die das venöse Blut nicht

allein gegen die Schwerkraft in

den Beinen aufsteigen könnte. Bei

Bewegung zieht sie sich zusammen

und übt so Druck auf die umliegenden

Venen aus. Durch die

Kompression der Venen wird das

Blut nun entgegen der Schwerkraft

in Richtung Herz gepumpt. Erschlafft

die Muskelpumpe, erweitern

sich die Gefäße wieder.

Damit das venöse Blut nur in eine

Richtung fließen kann, verfügen

viele Venen in der inneren Schicht

ihrer Wand über querliegende

Klappen, die wie ein Rückflussventil

arbeiten. So öffnen sie sich,

wenn das Blut zum Herzen fließt,

und schließen sich, sobald der

Druck nach oben nachlässt — auf

diese Weise wird der Blutrückfluss

nach unten verhindert, das

Blut kann nicht in den Beinen

versacken. Da die Klappen auf

verschiedenen Höhen einer Vene

angebracht sind, wird das Blut

etappenartig nach oben transportiert.

Damit die Klappen möglichst

dicht abschließen, müssen die Venenwände

straff und fest sein. Sind

die Wände jedoch erweitert, fließt

stetig Blut zurück und staut sich in

den unteren Körperpartien, was

wie derum die Venen erweitert.

TOPFIT 3 / 2019


Diagnose & Therapie

15

Das Interview zum Thema

Lange galt das Stripping als Methode der Wahl,

um Venenschäden operativ zu beheben. In den

vergangenen Jahren haben jedoch moderne endovenöse

Methoden an Bedeutung gewonnen. Was

darunter zu verstehen ist, darüber sprach TOPFIT

mit Prof. Dr. Richard Brandl vom Krankenhaus

Barmherzige Brüder München.

Herr Prof. Brandl, was können die Folgen

einer unkomplizierten Venenschwäche sein?

Prof. Brandl: Schon die typischen Stauungsbeschwerden

wie geschwollene, schwere

Beine können den Betroffenen schwer zu

schaffen machen. Sie entstehen, wenn der

untere Teil der Beingefäße durch den Rückstau

des Bluts derart unter Druck steht, dass

Flüssigkeit ins umliegende Gewebe gepresst

wird. Ebenso können nächtliche Wadenkrämpfe

mit einer Venenschwäche in Zusammenhang

stehen. Dazu kommt es, wenn sich

in der Muskulatur zu viel Säure angesammelt

hat. Fakt ist: Durch die Venenschwäche ist

das gesamte Entsorgungssystem des Körpers

gestört. Infolgedessen werden die Schlacken

nicht mehr zügig abtransportiert, sondern

verbleiben nun vermehrt im Gewebe.

Wie äußert sich eine Venenschwäche im

fortgeschrittenen Stadium?

Prof. Brandl: Chronisch geschwächte Venen

rufen mit der Zeit oft Hautveränderungen wie

Verfärbungen der Haut und Hautausschläge

hervor. Die schwerste Folge ist ein Geschwür,

ein sogenannte Ulcus cruris, das oft nur

schwer zum Abheilen gebracht werden kann.

Dass auch die Haut durch eine Venenschwäche

in Mitleidenschaft gezogen wird, liegt

nicht zuletzt daran, dass die venöse Volumenüberlast

auch eine Minderversorgung der

Haut mit Nährstoffen und Sauerstoff nach sich

zieht. Generell besteht ein erhöhtes Risiko für

Venenentzündungen und für Thrombosen.

Gibt es eine Basistherapie zur Linderung von

Stauungsbeschwerden?

Prof. Brandl: Wichtig zu wissen ist: Wenn

wir konzentriert an einem Bildschirm sitzen,

wie viele von uns es heute tun, beginnt die

Stauung bereits nach zwei Sekunden — und

der Venendruck ist in den unteren Beinvenen

schon nach etwa 20 Sekunden am Maximum.

Das ändert sich erst, wenn wir uns bewegen.

Deshalb mein grundsätzlicher Rat: Bewegen

Sie die Zehen und Füße, auch und gerade

im Sitzen am Schreibtisch! Ansonsten ist

als Basistherapie die Anwendung von Kälte

geeignet: Werden Füße, Waden und die

Innenseite des Oberschenkels von unten

nach oben kalt abgeduscht, verengen sich

die Gefäße, und weniger Blut versackt in den

Venen. Hilfreich ist auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Durch den Druck, den sie

von außen auf die Venen ausüben, verkleinert

sich ihr Durchmesser. Dadurch verbessert sich

die gestörte Dynamik, und die Venenklappen

können wieder besser schließen. Mittlerweile

gibt es eine Reihe von modischen Mikrofaser-

Modellen, die nicht nur eine elegante Optik

haben, sondern sich auch durch ein angenehmes

Tragegefühl auszeichnen. Der positive

Effekt der Kompressionsstrümpfe wird noch

gesteigert, wenn die Beine in Bewegung gebracht

werden. Wichtig ist, dass man wie folgt

vorgeht: Der Fuß wird vollständig nach oben

gezogen, die Achillessehne wird angespannt

— und schon wird das Blut nach oben katapultiert.

Verschwinden Krampfadern wieder?

Prof. Brandl: Außer nach einer Schwangerschaft

verschwinden einmal entstandene

Krampfadern nicht von selbst wieder; das gilt

generell für eine strukturell bedingte Venenschwäche.

Deshalb gibt es auf Dauer nur eine

erfolgversprechende Option: die geschädigten

Venenabschnitte zu entfernen oder zu verschließen,

um so die noch intakten Abschnitte

nicht weiter zu überlasten und die Gefahr für

Spätfolgen zu bannen.

Das ist immer häufiger die Domäne von

endovenösen Verfahren . . .

Prof. Brandl: . . . »endovenös« bedeutet, dass

die Vene von innen behandelt wird. Die

Veneninnenwand wird entweder mithilfe von

Radiofrequenz- oder Laserenergie durch Hitze

verschweißt, oder die Behandlung erfolgt auf

chemischem Weg in Form einer Verklebung.

Die Klebemethode ist nicht nur ein besonders

schonendes Verfahren, sondern sie schneidet

in aktuellen Studien auch am besten ab.

Hierbei wird die betroffene Stammvene mit

einem speziellen Gewebekleber über einen

Spezialkatheter verklebt. Zunächst wird sie in

Lokalanästhesie punktiert, Schnitte oder eine

Narkose sind nicht nötig. Im nächsten Schritt

Zur Person

wird der Katheter bis zur Leiste vorgeschoben.

Über ihn wird nun abschnittsweise ein

Spezialkleber eingebracht, der die Vene

sofort verschließt. Der Kleber wird schon

seit Jahren in anderen Fachgebieten wie der

Herzklappenchirurgie oder der Neuroradiologie

angewendet, seine Verträglichkeit ist

also schon viele Male zuverlässig bewertet

worden. Neben den Vorteilen der minimalinvasiven

Vorgehensweise kommt hinzu, dass

Verletzungen, etwa an den Nerven oder den

Lymphbahnen, nicht zu befürchten sind.

Wann ist eine stationäre Behandlung

notwendig?

Prof. Brandl: Bei schweren, ausgedehnten

Befunden und bei Rezidiven, aber auch wenn

die Patienten aufgrund einer Begleiterkrankung

besonders belastet sind, ist eine stationäre

Behandlung auf jeden Fall angezeigt.

Falls nötig, erhält der Patient bei uns eine

fachübergreifende Betreuung.

Wann kann man das operierte Bein wieder

belasten?

Prof. Brandl: Nach einer Venen-OP sind

die Beine grundsätzlich sofort wieder voll

belastbar und sollen auch bewegt werden.

Ich rate meinen Patienten: Lassen Sie es

langsam angehen. Wurde eine Vene operativ

behandelt — egal auf welche Weise —, ist

immer ein Gewebedefekt die Folge, der erst

einmal heilen muss. Wird in dieser sensiblen

Wundheilungsphase durch Stehen und Sitzen

zu früh Druck ausgeübt, verzögert sich nicht

nur die Heilung, sondern es werden bereits

die Weichen für ein Rezidiv gelegt. Gern verweise

ich in diesem Zusammenhang auf die

»3 S- und 3 L-Regel«: Sitzen und Stehen ist

schlecht — lieber Liegen oder Laufen. Damit

ist gemeint: Bewegung ist grundsätzlich gut

für die Beine. Wer eine überwiegend sitzende

oder stehende Tätigkeit ausübt oder wer eine

Reise mit langem Sitzen vor sich hat, sollte,

abhänigig vom Befund und der angewandten

Methode, mindestens sechs Wochen lang

Kompressionsstrümpfe tragen.

Prof. Dr. Richard Brandl ist Leiter des Departments Gefäßchirurgie, das zur Klinik für

Allgemein- und Viszeralchirurgie des Krankenhauses Barmherzige Brüder München

gehört; Dr. Katja Hager ist die geschäftsführende Leiterin des Departments. Die Gefäßchirurgie

ist eine eigenständige chirurgische Fachdisziplin, die die rekonstruktive Wiederherstellung

bei akuten und chronischen Durchblutungsstörungen umfasst, vor allem an

den Becken- und Beinschlagadern sowie bei Halsschlagaderengstellen und drohendem

Schlaganfall. Zu den Schwerpunkten des Leistungsspektrums gehören neben der Therapie

von Krampfadern bzw. einer chronisch venösen Insuffizienz auch operative Eingriffe bei Gefäßerweiterungen,

Gefäßengpass-Syndromen, Gefäßtumoren und Gefäßrekonstruktionen.

Nähere Infos: www.barmherzige-muenchen.de

Bildnachweis Foto: Krankenhaus Barmherzige Brüder München (Claudia Rehm)

TOPFIT 3 / 2019


16 Diagnose & Therapie

Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen

Wem hilft ein Defibrillator?

Für Menschen mit Herzrhythmusstörungen

kann ein implantierbarer

Defibrillator zur Lebensversicherung

vor einem plötzlichen Herztod werden.

Allerdings: Nicht alle Patienten

profitieren gleichermaßen von einem

solchen »Schock-Schrittmacher«. Mithilfe

eines speziellen EKG-Verfahrens

können Ärzte nun vorab klären, ob

für den Patienten eine Implantation

sinnvoll ist oder nicht.

Von Isabel Virnich

Der plötzliche Herztod kommt völlig unerwartet.

Meist wird er durch bösartige

Herzrhythmusstörungen ausgelöst, die unvermittelt

entstehen und innerhalb von Minuten

zu irreversiblen Hirnschäden führen. Das Risiko

für die lebensbedrohlichen Störungen des

Herzrhythmus steigt, wenn die Pumpleistung

des Herzens erheblich eingeschränkt ist. Ärzte

setzen deshalb bei Patienten mit einer Herzschwäche

oft prophylaktisch einen Defibrillator

(implantable cardioverter defibrillator, ICD)

ein. Das Gerät ähnelt einem Schrittmacher und

überwacht den Herzrhythmus. Kommt es zu

gefährlichen Rhythmusstörungen, etwa einem

lebensbedrohlichen Kammerflimmern, gibt es

einen elektrischen Schock ab. Der Stromstoß

bringt das Herz wieder in den richtigen Takt

und verhindert so den plötzlichen Herztod.

Fakt ist jedoch: Der ICD ist oft gar nicht nötig.

Denn bei den meisten Herzschwäche-Patienten

treten gar keine lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen

auf. Ein Grund ist, dass Ärzte die

Erkrankung immer besser behandeln können.

Hinzu kommt, dass der implantierbare Schrittmacher

erhebliche Nebenwirkungen haben

kann: Etwa jeder vierte Patient mit ICD erleidet

schwerwiegende Komplikationen. So kann es

z. B. zu Infektionen oder falschen Schockabgaben

kommen. Bislang war es jedoch nicht möglich

vorherzusagen, welche Patienten tatsächlich

von der Implantation eines ICD profitieren.

Eine große europäische Studie, die federführend

vom Team um Prof. Axel Bauer vom Klinikum

der LMU durchgeführt wurde, hat jetzt

gezeigt, dass ein digitaler Biomarker geeignet ist,

um herauszufinden, wem die Implantation eines

ICD nutzt. »Wir berechnen den digitalen Biomarker

anhand von Daten aus dem EKG. Konkret

handelt es sich um eine computerbasierte

EKG-Methode, die sogenannte Periodic Repolarization

Dynamics, kurz PRD. Damit können

wir die Effekte der Stressnerven auf den Herzmuskel

sichtbar machen, die bei vorgeschädigten

Herzen das Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen

erhöhen«, erklärt Prof. Bauer,

der aktuell an der Medizinischen Universität

Innsbruck tätig ist. In vorangegangenen Studien

konnten Bauer und seine Kollegen bereits zeigen,

dass eine erhöhte PRD mit einer verstärkten

Neigung zu bösartigen Herzrhythmusstörungen

und plötzlichem Herztod einhergeht.

Internationale Studie belegt

Vorhersagekraft

An dem europäischen Projekt mit 1371 Patienten

beteiligten sich insgesamt 44 Zentren in

15 Ländern; die standortübergreifende Kooperation

lag in den Händen des Deutschen Zentrums

für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK),

bei dem das Klinikum der LMU Mitglied ist.

Direkt zu Beginn erhielten alle Studienteilnehmer

ein 24-Stunden-EKG, anhand dessen die

Wissenschaftler den PRD-Wert berechneten.

Mithilfe statistischer Methoden untersuchten

sie, wie sich die ICD-Therapie auf das Überleben

der Patienten auswirkte. Es zeigte sich, dass die

Implantation eines ICD bei Patienten mit erhöhter

PRD die Sterblichkeit am stärksten senkte,

bei niedrigerer PRD nutzte die Defibrillator-Implantation

den Patienten deutlich weniger.

»Mit unserem Verfahren gelingt es erstmals

vorherzusagen, welchen therapeutischen Effekt

eine prophylaktische ICD-Implantation auf das

Überleben hat«, fasst Prof. Bauer zusammen.

»Unsere Ergebnisse werden daher die Entscheidung

für oder gegen die Implantation eines ICD

zukünftig maßgeblich beeinflussen.« Vielen Patienten

könne damit ein unnötiger operativer

Eingriff und die mit der ICD-Therapie verbundenen

Nebenwirkungen erspart bleiben. Vorteilhaft

ist auch, dass es sich um ein vergleichsweise

einfaches, EKG-basiertes Verfahren handelt, das

nicht-invasiv und daher auch schonend für die

Patienten ist. Die Forscher rechnen daher damit,

dass es bald in die klinische Routine aufgenommen

wird.

Illu: © terriana / 123rf.com

PRD — ein Indikator der elektrischen

Instabilität des Herzens

TOPFIT 3 / 2019


Diagnose & Therapie

17

Effektives Training für jedermann

Radeln Sie sich fit!

Wer täglich Rad fährt, der weiß es

sowieso: Radfahren ist ein hervorragendes

Fitnesstraining. Radeln ist

auch die ideale Lösung, wenn ältere

Menschen oder untrainierte »Wiedereinsteiger«

wieder Sport machen

möchten. »Denn Fahrdauer und Radstrecke

können ganz individuell dem

Konditionsstand angepasst werden«,

sagt der Münchner Orthopäde Dr.

Heribert Konvalin vom MVZ im Helios.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Radfahren ist in jeder Hinsicht gut für die

Gesundheit. Herz und Kreislauf werden gestärkt,

niedriger Blutdruck stabilisiert und ein

zu hoher gesenkt. Auch die Atmung verbessert

sich. Durch die aufrechte gestreckte Sitzposition

weitet sich der Brustkorb, die Atmung wird

vertieft. Die gesteigerte Sauerstoffaufnahme ist

ein sprichwörtlicher Jungbrunnen: Durch Training

kann die Sauerstoff-Aufnahmefähigkeit

des Körpers um zehn bis 20 Prozent verbessert

werden. Ebenso wird der Stoffwechsel angeregt.

Bei längeren Strecken schaltet der Energiestoffwechsel

auf Fettverbrennung um. Ein weiterer

Effekt ist eine Senkung der Blutfettwerte. Und:

Durch das moderate Ausdauertraining wird zudem

das Immunsystem gestärkt.

Generell wirkt sich Radfahren positiv auf den

Bewegungsapparat und insbesondere auf die

Gelenke aus. »Vor allem die Beine werden trainiert,

ohne übermäßig belastet zu werden, denn

das Gewicht des Radfahrers ruht ja zum größten

Teil auf dem Sattel. So kann regelmäßiges Radfahren

nicht nur Kniegelenksproblemen vorbeugen,

sondern auch Menschen, bei denen das

Knie bereits ein Schwachpunkt ist, kann es wertvolle

Dienste leisten«, sagt Dr. Konvalin.

Wer sich ein neues Rad zulegt, muss unbedingt

darauf achten, dass Rahmenhöhe, Lenker- und

Satteleinstellung an die Körpergröße wie auch

an die Oberkörperlänge anpasst sind. Die Wahl

des richtigen Sattels kann eine Herausforderung

sein. Wichtig: Ein schmerzendes Gesäß nach

den ersten Touren ist kein Zeichen für falsches

Sitzen oder einen unpassenden Sattel, sondern

eine Frage der Gewöhnung. Erfahrene Radfahrer

erleben das jedes Frühjahr aufs Neue. Allerdings

sollten bei regelmäßigem Fahren die

Schmerzen schnell verschwinden. Hier hilft eine

gute Beratung, Fehler zu vermeiden.

Herr Dr. Konvalin, was sollten

untrainierte Radfahrer beachten?

Dr. Konvalin: Wichtig ist, mit kleinen Etappen

zu starten und Dauer und Geschwindigkeit

langsam zu steigern. Dabei gilt:

Fahren Sie nur so schnell, dass Sie einen

Satz mittlerer Länge ohne Atemnot sprechen

können oder könnten. Optimal ist

eine Dauer von einer halben bis zu einer

Stunde — und das zu Beginn zwei- bis dreimal

die Woche. Man sollte sich nach einer

solchen Einheit leicht und angenehmwohlig

ermüdet, aber keinesfalls erschöpft

fühlen.

Worauf sollte man bei der Ausrüstung

achten?

Dr. Konvalin: Zur Sicherheit gehören unbedingt

ein Helm und geeignetes Schuhwerk.

Spezielle Radschuhe haben eine steife

Sohle, die für noch direktere Kraftübertragung

sorgt. Moutainbiker sollten sich einen

Rückenprotektor zulegen. Die Bekleidung

sollte nicht einengend sein und vor allem

an kälteren Tagen vor (Fahrt-)Wind und

Auskühlung schützen. Sinnvoll ist auch eine

Radhose mit Polsterung, um Gesäß und

Genitalbereich zu schützen. Sportunterwäsche

aus Funktionsfasern hilft, die Feuchtigkeit

schnell vom Körper wegzuleiten —

dadurch vermeidet man nasses Schwitzen.

Wie lassen sich Rückenschmerzen

vorbeugen?

Dr. Konvalin: Zunächst sollte man sich

sein Rad oder seine Sitzposition genauer

anschauen: Passt es zur Anatomie des

Körpers? Ideal ist eine fast aufrechte Haltung

(etwa um 15 Grad geneigt). Wenn

dann noch die Sattelstütze gefedert und

der Weg nicht allzu holprig ist, kann dem

Rücken eigentlich nicht viel passieren.

Zur Person

Was hilft gegen Nackenschmerzen?

Dr. Konvalin: Beschwerden im Nacken sind

bei einer sitzenden Sportart wie dem Radfahren

gar nicht so selten. Dann ist es wichtig,

die Sitzposition einer kritischen Überprüfung

zu unterziehen. Passt z. B. die Rahmengröße

Ihres Fahrrads nicht genau? Sitzt der Lenker

zu tief, oder sind die Lenkergriffe unter ergonomischen

Gesichtspunkten für Sie unpassend?

Dies können bereits Gründe für eine

Fehlbelastung der Nackenmuskulatur sein,

die dann schmerzhaft verspannt. Zudem ist

es auch hier ratsam, Sitzposition und Oberkörperhaltung

zu überprüfen. Generell sollte

man darauf achten, beim Fahren keinen

Rundrücken zu machen. Wenn eigentlich alles

passt und man trotzdem Nackenschmerzen

hat, sollte man sich an einen Orthopäden

wenden — auch um ein behandlungsbedürftiges

Problem im Bereich der Halswirbelsäule

auszuschließen.

Manchmal schmerzt das Knie …

Dr. Konvalin: … das ist richtig. Diese Gefahr

besteht vor allem dann, wenn man den Kniegelenken

zu viel zugemutet hat. Aber auch

eine falsche Sitzposition oder unregelmäßige

Belastungen wie lange Fahrten im bergigen

Gelände und dann wieder lange Pausen

wirken sich ungünstig aus. Ein häufiges Problem

ist eine Reizung im Bereich der Kniescheibe.

Von dieser Reizung kann z. B. die

Quadrizepssehne, die die Kniescheibe mit

der Oberschenkelstreckmuskulatur verbindet,

oder auch die Patellasehne, die von der

Kniescheibe zum Unterschenkel führt, betroffen

sein. Dazu muss man wissen: Sehnen,

Knorpel und Gelenke passen sich wesentlich

langsamer an eine Belastung an als Muskeln.

Dadurch kann es schnell zu einer Überlastungsreaktion

kommen. Um die Reizung zum

Abklingen bringen, ist es wichtig, so lange

zu pausieren, bis man wieder beschwerdefrei

ist. Außerdem empfiehlt sich ein gezieltes

Training der Beinmuskulatur — davon profitiert

auch das Kniegelenk. Bessern sich die

Beschwerden nicht, sollte man einen Orthopäden

aufsuchen.

Dr. med. Heribert Konvalin ist Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin,

spezielle Schmerztherapie und Physikalische Medizin und praktiziert im

MVZ im Helios. Zu seinen Leistungsschwerpunkten gehören die Behandlung von

Kniegelenkserkrankungen sowie Schultererkrankungen, aber auch Ellbogen- und

Sprunggelenkarthroskopie, arthroskopische Kreuzband operationen, Fußchirurgie,

regenerative Knorpeltherapie zur Behandlung von Arthrose sowie interven tionelle

Schmerztherapie einschließlich minimal-invasiver Wirbel säulenoperationen.

Nähere Infos: www.mvz-im-helios.de

TOPFIT 3 / 2019


18 Diagnose & Therapie

Arthrose

Bewegung ist die

beste Medizin

gewicht vermeidet. Die beste Medizin ist jedoch

regelmäßige Bewegung; lediglich eine aktivierte

Arthrose, also wenn im Gelenk gerade eine akute

Entzündung abläuft, ist eine Kontraindikation.

Viele Studien haben gezeigt, dass durch ein

maßvoll betriebenes Training das Fortschreiten

der Arthrose verlangsamt und das betroffene

Gelenk wieder beweglicher wird. Inzwischen

gibt es z. B. Knie- und Hüftsportgruppen, die

Illu: Sebastian Kaulitzki / 123rf.com

Nach Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe

leiden fünf Millionen

Menschen in Deutschland unter einer

Arthrose — damit ist sie die häufigste

Gelenkerkrankung. Wichtigste Risikofaktoren

sind zum einen das Alter,

denn ältere Menschen sind wesentlich

häufiger betroffen als jüngere,

und zum anderen eine hohe Beanspruchung

der betroffenen Gelenke

über Jahrzehnte hinweg. Wesentlich

häufiger erkranken Frauen an Arthrose:

Von den über 60-Jährigen sind gut

die Hälfte der Frauen und ein Drittel

der Männer betroffen.

Von Dr. Nina Schreiber

Der glatte, elastische Überzug aus Knorpel,

der die Gelenkflächen umgibt, ist ein wichtiger

Schutz für die Gelenke: Er dient als eine

Art Stoßdämpfer, indem er jede Bewegung abfedert

und so verhindert, dass die Gelenkflächen

aufeinander reiben. Liegt eine Arthrose vor, hat

sich der Gelenkknorpel degenerativ verändert,

sodass er seiner »Pufferfunktion« nicht mehr in

vollem Umfang nachkommen kann. Zunächst

betreffen die Abnutzungserscheinungen die

Knorpeloberfläche, die rauer und rissiger wird.

Mit der Zeit wird der Knorpel jedoch dünner,

die Schäden werden größer, das Knorpelgewebe

wird immer weniger – bis die beiden Knochenenden

schließlich schmerzhaft aufeinander

reiben.

Schmerzhafter

Teufelskreis

Eine Arthrose ist auch deshalb so heimtückisch,

weil ihre Auswirkungen über kurz oder lang

praktisch alle Gelenkstrukturen erfasst: die

Knochen, die Gelenkinnenhaut und die Gelenkkapsel,

aber auch die Bänder oder die umgebende

Muskulatur. So bildet z. B. der Knochen – als

Kompensationsmaßnahe auf die vermehrte Belastung

infolge des Verlusts seines »Puffers« – an

seinem Rand knöcherne Ausziehungen (Osteo-

phyten). Entzündliche Prozesse in der Gelenkkapsel

und der Gelenkinnenhaut können zu

akuten Entzündungsphasen mit Gelenk ergüssen

(aktivierte Arthrose) führen, die dann mit starken

Schmerzen und typischen Entzündungszeichen

wie Schwellung und Überwärmung des

betroffenen Gelenks einhergehen. Langfristig

wirken sich die Schmerzen und die Bewegungseinschränkungen

auch nachteilig auf die gelenknahe

Muskulatur aus; schmerzhaft verspannte

Muskeln und Muskelverkürzungen sind dann

die Folge. Ein Teufelskreis, denn dadurch leidet

die Beweglichkeit zusätzlich.

Mit der Zeit können

praktisch alle

Gelenkstrukturen von

der Arthrose erfasst

werden.

Prinzipiell kann sich an allen Gelenken eine

Arthrose entwickeln. Besonders oft sind Knie-,

Hüfte und Sprunggelenke betroffen. Die Symptome

äußern sich bei allen Gelenken gleich:

Zunächst schmerzt das Gelenk vor allem dann,

wenn es stark beansprucht wurde. Im weiteren

Verlauf gesellen sich Anlaufschmerzen hinzu,

d. h. die Beschwerden treten auf, wenn das

Gelenk nach einer Phase der Ruhe, etwa morgens

nach dem Aufstehen oder nach längerem

Sitzen, bewegt wird. Im fortgeschrittenen Stadium

schmerzt das Gelenk dann auch im Ruhezustand.

Zudem ist die Beweglichkeit in dieser

Phase oft stark eingeschränkt, sodass manch

eine Alltagstätigkeit, wie z. B. in die Hocke gehen,

den Arm hochheben oder Schuhe binden,

kaum oder gar nicht mehr möglich ist.

Studien belegen

den Therapieeffekt

Eine Arthrose ist bis heute nicht heilbar. Je früher

die Erkrankung erkannt und behandelt

wird, desto größer ist jedoch die Chance, die

Beschwerden langfristig in den Griff zu bekommen.

Dabei kann der Betroffene mit einer Lebensstiländerung

selbst viel zu einer Verbesserung

seiner Beschwerden beitragen, etwa indem

er auf eine gesunde Ernährung achtet und Über-

Wird die Erkrankung

früh erkannt und

behandelt, kann man

die Beschwerden

langfristig in den

Griff bekommen.

sich speziell an Patienten mit einer Arthrose im

Knie- und/oder Hüftgelenk richten. Hier werden

unter fachkundiger Leitung z. B. verschiedene

Koordinations- und Gleichgewichtsübungen

und vor allem ein gezieltes Muskeltraining

durchgeführt; ein Teil der Teilnahmekosten

wird von den meisten Krankenkassen erstattet.

Aber auch Ausdauersportarten wie Schwimmen,

Radfahren, Walking oder moderates Wandern

sind für Arthrose-Patienten empfehlenswert.

Welche Sportart in welcher Intensität sinnvoll

ist, sollte man jedoch immer gemeinsam mit

dem behandelnden Arzt absprechen.

TOPFIT 3 / 2019


Gesund leben

19

Foto: © ammentorp / 123rf.com

Es heißt, 40 Jahre sei das Alter der Jugend und

50 die Jugend des Alters. In der Tat ist der

50. Geburtstag für viele ein Meilenstein, der zurückblicken

und Bilanz ziehen lässt. Der Vorteil

liegt darin, bereits auf viel Lebenserfahrung zurückgreifen

zu können und meist noch recht fit

zu sein. Die Kinder sind größer oder aus dem

Haus, und es gibt wieder mehr Raum für eigene

Interessen. Allerdings haben auch schon viele

Bekanntschaft mit chronischen oder schwerwiegenden

Erkrankungen gemacht – bei sich

selbst oder im persönlichen Umfeld. Vor allem

Erkrankungen oder Pflegebedürftigkeit der eigenen

Eltern sind für viele ein einschneidendes

Erlebnis, das die Frage aufwirft, wie man sich

selbst davor schützen kann. Der Begriff »Prävention«

bekommt plötzlich ein anderes Gewicht.

Mit dem Prozess des Älterwerdens verbinden

die meisten Erkrankungen wie Rheuma,

Demenz, Parkinson, Erkrankungen des Herz-

Kreislauf-Systems, Arthrose, Osteoporose und

Schmerzerkrankungen. Auch das sich verändernde

Hormonsystem erinnert an die eigene

Vergänglichkeit. Doch es lohnt sich, hier aktiv

Generation 50+

Altes Eisen? Von wegen! Im Vergleich zu früher geht die Generation 50+

ganz anders mit den Herausforderungen des Älterwerdens um. Man will

noch mal durchstarten, noch viel erleben — und ganz bewusst möchten viele

etwas für ihre Gesundheit tun.

Von Anke Neumann-Roß

für sich selbst zu sorgen. Dabei geht es nicht um

»Jugendwahn«, sondern um sinnvolle, individuelle

und liebevolle Selbstfürsorge.

Gesund in der zweiten Lebenshälfte

Die Angebote der Vorsorgemedizin nutzen die

meisten von uns. Ein Nachteil ist, dass im Fall

eines positiven Befunds bereits eine Erkrankung

existiert. Ergänzend hierzu bietet die Naturheilkunde

Möglichkeiten der frühen Erkennung von

Belastungen, lange bevor Symptome auftreten –

mit Verfahren wie Gesichts- und Irisdiagnostik

oder Dunkelfeldanalyse. Dabei handelt es sich

nicht um klinische Diagnostik, sondern um eine

Hinweisdiagnostik mit jahrzehnte- oder jahrhundertelanger

Tradition. Ergänzt durch weitere

Befunde aus Blut, Urin oder Speichel kann der

Therapeut, wie schon die Ärzte der Antike, seine

Patienten mit allen Sinnen wahrnehmen. So

können die Strahlung, Farbe und Spannung der

Haut, die Beschaffenheit und Pigmentierung der

Iris wie auch das Verhalten der Blutzellen unter

dem Mikroskop Aufschluss geben zu Belastungen,

Stauungs- und Mangelzuständen oder Regulationsstörungen.

Diese Befunde können auf

verschiedene Weise natürlich behandelt werden.

Viele der Maßnahmen können in den Alltag integriert

werden. Ein stabiles Immunsystem, der

Abbau von Entzündungen, entstaute und elastische

Gefäße, ein gesunder Darm oder die richtigen

Vitalstoffe sind einfache, aber wichtige

Parameter für die Gesundheit. So können sich

bestehende Beschwerden oft verbessern oder gar

verschwinden. Auch chronische Erkrankungen

können günstig beeinflusst werden. Egal ob ein

vorsorglicher Gesundheitscheck oder die Behandlung

bereits bestehender Erkrankungen –

Ihr Körper dankt Ihnen eine gute Gesundheitsfürsorge

mit mehr Lebensqualität und Wohlgefühl

– in jedem Alter.

Nähere Infos:

Anke Neumann-Roß,

Heilpraktikerin,

Vogelweide 2c, 85375 Neufahrn

Tel: 08165 / 51 04

E-Mail: info@heilpraxis-an.de

www.heilpraxis-an.de

Impressum

Verlag: Letter Content Media

Inhaberin: Dr. Nicole Schaenzler (verantwortlich für

Anzeigen)

Sebastian-Bauer-Straße 20c

81737 München

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Fax: 089 / 67 92 01 61

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Chefredaktion: Dr. Nicole Schaenzler (verantwortlich

für redaktionellen Inhalt) — Adresse wie Verlag

Anzeigenverkauf: Sabine Ehinger

Tel.: 089 / 30 76 43 32

Mobil: 0171 / 78 85 179

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PR und Marketing: Ursula Jürgensen,

PR und Kommu nikation im Gesundheitswesen,

Tel.: 089 / 43 90 94 46,

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Vertriebsorganisation: Herbert Schwinghammer,

E-Mail: vertrieb@letter-content.de

Chefin vom Dienst: Dr. Elfi Ledig

Redaktion: Dr. Elfi Ledig, Dr. Nicole Schaenzler

Mitarbeit: Sabine Jansen, Thomas Knaier, Anke

Neumann-Roß, Dr. Nina Schreiber, Helena Schwinghammer,

Herbert Schwinghammer, Isabel Virnich

Bildnachweis: Titelbild: © avesun / 123rf.com

Innenteil:Bildnachweise bei den Fotos; alle anderen

Fotos: © Letter Content Media, München.

Grafik + Produktion: Letter Content Media,

Sebastian-Bauer-Straße 20c, 81737 München

Tel. 089 / 67 91 74 20

E-Mail: produktion@letter-content.de

Druck: F&W Druck- und Mediencenter GmbH

Holzhauser Feld 2, D-83361 Kienberg

Für die medizinische Fachberatung

in dieser Ausgabe danken wir

Prof. Dr. Axel Bauer

Medizinische Klinik und Poliklinik I

Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität

(LMU)

Marchioninistraße 15

81377 München

Tel. 089 / 4400-523 89

Axel.Bauer@med.uni-muenchen.de

(Seite 16)

Prof. Dr. Richard Brandl

Chefarzt der Klinik Allgemeinund

Viszeralchirurgie

Krankenhaus Barmherzige Brüder München

Geschäftsbedingungen

Zurzeit gilt die Anzeigen- Preisliste 17 vom 01.10.2015.

Es gelten die »Allgemeinen Geschäftsbedingungen

für Anzeigen in Zeitschriften« und die zusätzlichen

Geschäftsbedingungen des Verlags.

Romanstraße 93

80639 München

Tel. 089 / 17 97-223 02 (Sekretariat)

www.barmherzige-muenchen.de (Seite 14f)

Dr. med. Heribert Konvalin

MVZ im Helios

Helene-Weber-Allee 19

80637 München

Tel. 089 / 15 92 77-0

www.mvz-im-helios.de (Seite 17)

Urheber- und Leistungsschutzrechte

Die in diesem Printmedium veröffentlichten Inhalte

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solche gekennzeichnet. Jede vom deutschen Urheberund

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insbesondere für Vervielfältigung, Bearbeitung, Übersetzung,

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und Fotos wird keine Haftung übernommen. Mit der

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ausschließliche Verwertungsrecht.

Diese Zeitschrift kann u. a. werbliche Informationen

über verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Arzneimittel

enthalten. Ihre Anwendung ersetzt keinesfalls

die Inanspruchnahme eines Arztes.

Dr. med. Hans-Hermann Wörl

Widenmayerstraße 16

80538 München

Tel. 089 / 54 80 66 66

www.widenmayer16.de (Seite 12)

Dr. med. Steffen Zenta

MVZ im Helios

Helene-Weber-Allee 19

80637 München

Tel. 089 / 15 92 77-0

www.mvz-im-helios.de (Seite 13)

TOPFIT 3 / 2019


20 Promotion

Gonarthrose – das können Patienten tun

Hilfe bei Gelenkverschleiß

im Knie

Knieschmerzen — oft steckt eine

Gonarthrose dahinter. Sie bezeichnet

die langsam fortschreitende

Abnutzungserkrankung des Knorpels

im Kniegelenk. Er sorgt für eine

reibungsarme Beweglichkeit der

Gelenke und eine Abfederung von

Stoß- und Druckbelastungen. Nutzt

er sich ab, sind Schmerzen im Knie

und eine eingeschränkte Beweglichkeit

eine häufige Folge. Bei Gonarthrose

sind u. a. spezielle Knieorthesen

ein wichtiger Therapiebaustein. Sie

stabilisieren, entlasten das Knie und

können Schmerzen lindern, um wieder

mobiler zu sein.

Meist handelt es sich bei einer Gonarthrose

um einen altersbedingten Knorpelabbau.

Begünstigt wird er häufig durch eine angeborene

Fehlstellung wie O- oder X-Beine. Weitere

Risikofaktoren sind Übergewicht und Überlastung.

Knieverletzungen beim Sport, im Beruf

und in der Freizeit können ebenfalls dazu führen,

dass der natürliche Verschleiß früher und

an belasteten Stellen verstärkt einsetzt.

Knieorthesen — komfortable

Therapie bei Gonarthrose

Zur Therapie der Gonarthrose gibt es besondere

Knieorthesen für alle Stadien der Erkrankung.

Die neuen Softorthesen medi Soft OA und medi

Soft OA light halten das Bein bei Belastung in

der richtigen Beinachse, entlasten und lindern

Schmerzen. Das formstabile Material stabilisiert

das Kniegelenk, es ist atmungsaktiv und bietet

einen hohen Tragekomfort.

Die neue Knieorthese M.4s OA comfort entlastet

und stabilisiert dank ihrer Rahmenkonstruktion

noch effektiver und bietet dem Patienten

mehr Sicherheit. Die Einstellgelenke an der

Außen- und Innenseite des Kniegelenks minimieren

den Druck auf die schmerzhaften Bereiche,

sodass der Patient sich wieder mehr bewegen

kann.

Gezieltes Training der erkrankten Gelenke fördert

Muskelkraft, Beweglichkeit und Koordination.

Durch Bewegung wird mehr Gelenkflüssigkeit

produziert, sodass der verletzte Knorpel

mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt werden

kann. Empfehlenswert sind Sportarten wie

Schwimmen, Wassergymnastik und Radfahren.

Wichtig ist es, alle sportlichen Aktivitäten

an das persönliche Wohlbefinden und den Gesundheitszustand

anzupassen und vorab mit

dem Arzt abzustimmen.

Fotos: www.medi.de

Unter www.medi.biz/oa gibt es es

weitere Informationen zum Thema

Gonarthrose. Ein Ein Ratgeber ist ist bei bei

medi erhältlich unter:

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TOPFIT 3 / 2019


Gesund leben

21

Gut leben in den eigenen vier Wänden

Seniorengerechtes Wohnen

Alleine wohnen im Alter ist bisweilen nicht ganz einfach. Alltägliche Handlungs-

und Bewegungsabläufe können für ältere Menschen zu großen

Herausforderungen werden. Nicht nur der Spaziergang im Park, das Einkaufen

im Supermarkt oder der Besuch von Freunden und Familie werden zum

Kraftakt, auch die eigenen vier Wände können Risiken bergen.

Von Helena Schwinghammer

Die altersbedingten Einschränkungen, mit

denen jeder Mensch im Lauf seines Lebens

konfrontiert wird, bedeuten nicht den sofortigen

Verzicht auf Wohnqualität oder Selbstständigkeit.

Denn für die kleineren und größeren Herausforderungen

des Wohnens als Senior gibt es

kleine Tricks und Hilfsmittel, mit denen man

den Alltag relativ unbeschwert gestalten kann.

Das A und O seniorengerechten Wohnens ist

die Minimierung des Unfallrisikos im Haushalt.

Ganz abgesehen davon, dass etwa ein Sturz im

Alter deutlich drastischere Folgen haben kann

als bei einem jüngeren Menschen, geht es bei der

Risikominimierung vor allem um Sicherheit.

Laufe ich unsicher, falle ich auch schneller hin.

Deshalb gilt: Lieber einmal zu viel absichern, als

einmal zu wenig.

Sturzprophylaxe —

beugt Unfällen vor

Wenn mit zunehmendem Alter nicht nur die

Beweglichkeit und das Balancegefühl, sondern

auch das Reaktionsvermögen abnehmen, kann

es passieren, dass ein kurzes Stolpern genügt

– und schon ist man gestürzt. Tatsächlich gehören

sturzbedingte Verletzungen zu den häufigsten

gesundheitlichen Problemen im höheren

Lebensalter, die einer medizinischen Versorgung

bedürfen. Die gute Nachricht: Stürze

sind vermeidbar. Oft genügen bereits kleinere

Veränderungen wie die Beseitigung von »Stolperfallen«

in den eigenen vier Wänden, um den

Foto: © dolgachov /123rf.com

Der ganz persönliche Sessel

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Rückengesund und bequem sitzen — mühelos

aufstehen: Das verspricht der Fitform Sessel,

der speziell auf die Bedürfnisse von Senioren

zugeschnitten ist.

Unser Alltag ist davon geprägt, dass wir viel

sitzen. Dies kann vor allem unserem Rücken

zu schaffen machen. Zudem sitzen viele

Menschen falsch, oftmals, weil der Sitzplatz

nicht individuell zu ihren Körpermaßen passt.

Dadurch wird die Entstehung von Rückenbeschwerden

und anderen Schmerzen des

Bewegungsapparats zusätzlich gefördert.

Gegensteuern lässt sich am besten mit einem

Sitzmöbel, das genau an die individuellen

Körpermaße angepasst ist.

Ein solches Sitzmöbel ist der Fitform Sessel.

Denn er ist exakt auf die individuell richtige

Sitzhöhe, Sitztiefe und Armlehnhöhe seines

Besitzers eingestellt und erlaubt damit nicht

nur ein sehr bequemes, sondern auch ein

gesundes Sitzen. Die Wirbelsäule behält ihre

natürliche S-Form beim Sitzen. Die Bandscheibe

steht damit weniger unter Druck,

und Rückenschmerzen werden erheblich

vermindert. Per Handbedienung lässt sich die

Mechanik in Funktion setzen. Mehrere Motoren

sorgen dafür, dass getrennt voneinander

Rückenlehne, Fußstütze, Kippverstellung und

Aufstehhilfe eingestellt werden können.

Bereits über 50 000 Senioren genießen alle

Vorteile eines maßgeschneiderten Sessels

aus der holländischen Fitform-Manufaktur.

Erfahrung, moderne Technik und beste Materialqualität

garantieren erholsame entspannte

Stunden sowie ein müheloses Aufstehen

und Hinsetzen.

Sie möchten mehr über den Fitform Sessel

und seine vielen Vorzüge wissen?

Dann wenden Sie sich an das Münchner

Studio Muckenthaler: Hier lässt man Sie

selbstverständlich auch gern probesitzen!

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TOPFIT 3 / 2019


22 Gesund leben

Wenn Treppensteigen zu mühsam wird. . . Lösungen mit

Treppenliften gibt es auch für kurvige oder enge steile

Treppen. Lifte werden von den gesetzlichen Krankenkassen

je nach Pflegegrad bezuschusst.

Wichtig ist der sichere Tritt. Im Kampf gegen Gefahrenquellen

sollte Teppichware rutschfest fixiert werden.

Lose liegende Läufer entfernt man am besten ganz.

Alltag sicherer zu machen. Ältere Menschen haben

aus vielerlei Gründen ein erhöhtes Sturzrisiko.

So sind z. B. die Gelenke weniger beweglich,

die Muskeln – insbesondere die Bein- und

Hüftmuskulatur – haben an Kraft eingebüßt,

das Koordinationsvermögen hat nachgelassen.

Ebenso kann eine chronische Erkrankung zu

Gang- und Balancestörungen und letztlich generell

zu einer Einschränkung der körperlichen

Leistungsfähigkeit führen. Oft kommen weitere

Beeinträchtigungen hinzu, etwa ein vermindertes

Sehvermögen.

All diese Faktoren können zur Folge haben, dass

die Neigung zum Stolpern im höheren Lebensalter

zunimmt und gleichzeitig die Fähigkeit, sich

während eines Sturzereignisses adäquat abzufangen,

nachlässt – eine unheilvolle Kombination,

die schwerwiegende Folgen für die Gesundheit

haben kann.

Tipps für die Sicherheit

• Es gilt: Lieber eine Lampe zu viel als eine

zu wenig! Sorgen Sie für eine ausreichend helle,

aber nicht blendende Beleuchtung in Ihren

Wohnräumen; die Lichtschalter sollten gut erreichbar

sein. Zur besseren Orientierung in der

Nacht können ein Nachtlicht oder eine Leuchte

mit Bewegungssensor wertvolle Dienste leisten.

• Gefährliche Stolperfallen sind dicke Teppiche

sowie Teppiche auf rutschigem Boden. Mit

speziellen Rutsch-Stopp-Unterlagen oder doppelseitigen

Klebebändern lassen sich Teppiche

gut fixieren. Prüfen Sie auch die Leisten auf den

Türschwellen, und entfernen Sie diese gegebenenfalls,

wenn sie zu hoch sind.

• Treppen und andere rutschige Flächen sollten

mit Teppichfliesen rutschsicher gemacht

werden. Übrigens: Achten Sie vor allem bei

der ersten und letzten Treppenstufe auf den

richtigen Tritt – sie sind nämlich die größten

Gefahrenquellen.

• Lose Kabel über dem Fußboden sollten fachgerecht

verlegt werden, Gegenstände nicht auf

dem Boden liegen.

• Die Sicherheit in Ihrem Badezimmer können

Sie erhöhen, indem Sie z. B. selbstklebende Antirutschbänder

an Fliesen und in der Badewanne

oder Duschen anbringen. Eine Alternative sind

rutschfeste Gummimatten in der Badewanne

bzw. Dusche.

• Eine große Hilfe können zudem gut erreichbare

Haltegriffe an Badewanne und Dusche

oder auch neben der Toilette sein. Falls Sie zu

Schwindelanfällen neigen, empfiehlt sich eine

Sitzmöglichkeit in der Badewanne oder Dusche.

• Liegt Ihre Küche etwas weiter von Ihrem Essplatz

entfernt, lohnt sich vielleicht die Anschaffung

eines Servierwagens. Auf diese Weise lassen

sich Teller, Gläser und Töpfe einfach und risikolos

transportieren.

• Auch Pfützen können zur Rutschfalle werden.

Deshalb: Wischen Sie Wasserlachen immer

sofort gründlich auf.

• Alltagsgegenstände wie Telefon oder Geschirr

sollten stets gut erreichbar sein.

• Überlassen Sie Überkopf-Arbeiten bzw. Arbeiten

auf einer Leiter lieber anderen.

• Ihre Hausschuhe sollten eine Profilsohle haben.

Wählen Sie zudem ein Modell, dass Ihr

Fußgelenk und Ihre Ferse stützt.

• Wenn das Gehen unsicher oder z. B. wegen

Rückenbeschwerden mühsam wird, ist es Zeit

für einen Gehstock oder einen Rollator. Es gibt

schmale wendige Rollatormodelle für innen.

Oder Sie nehmen den Rollator für draußen und

den Gehstock für innen.

Hausnotruf:

Falls wirklich mal etwas passiert

Nicht nur »analoge« Hilfsmittel für die eigenen

vier Wände können Sicherheit in den Alltag

bringen, ohne die eigene Selbstständigkeit

einzuschränken. Auch technisch sind wir heute

besser ausgerüstet denn je. Einer dieser digitalen

Assistenten, die helfen, aber nicht einschränken,

ist der Hausnotruf. Das Prinzip ist einfach. Das

System besteht in der Regel aus einer Basisstation

und einem portablen Knopf, den man entweder

an einer Kette um den Hals oder an einem

Armband am Handgelenk trägt. Kommt

es zu einem Notfall – egal ob dieser durch einen

Sturz hervorgerufen wurde, durch ein akutes

körperliches Problem oder einen plötzlichen

Schwächeanfall –, muss der oder die Betroffene

nur den Knopf an Kette oder Armband drücken.

Daraufhin wird ein Notruf an den jeweiligen

Notrufdienst gesendet, der sich dann über

die Basisstation beim Betroffenen meldet, um

zu fragen, welche Art von Problem vorliegt. Der

Notrufdienst kann so, nach Absprache mit dem

Nutzer, schnell und einfach entscheiden, welche

weiteren Schritte eingeleitet werden können, das

heißt, ob es beispielsweise nötig ist, einen Krankenwagen

zu rufen, oder ob es reicht, dass eine

Vertrauensperson, beispielsweise ein Nachbar

oder ein Freund in der Nähe, vorbeischaut.

Die Basisversion des Hausnotrufs wird übrigens

von den meisten Krankenkassen erstattet, wenn

TOPFIT 3 / 2019


Gesund leben

23

Fotos: links unten: © aozora1 / 123rf.com; links oben: © Pisit Khambubpha / 123rf.com; oben: © arnoaltix / 123rf.com

die Pflegebedürftigkeit durch ein Gutachten anerkannt

wurde.

Egal ob chronisch krank, körperlich eingeschränkt,

pflegebedürftig oder einfach nur nicht

mehr so sicher im Alltag – der Hausnotruf sorgt

dafür, dass alle Beteiligten sicher sein können,

dass schnell Hilfe kommt, wenn etwas passiert.

Dabei gibt es verschiedene Abstufungen, die, je

nach Unterstützungsgrad, gewählt werden können.

Im Spektrum enthalten sind neben dem

klassischen Notrufknopf etwa auch ein wöchentlicher

Anruf und für zusätzliche Absicherung

die Tagestaste. Bei Letzterer drücken die

Betreuten täglich selbst die entsprechende Taste

und signalisieren auf diese Weise, dass es ihnen

gut geht. Die Betreuung bleibt in jedem Fall persönlich

und kompetent. Schließlich sind die Ansprechpartner,

die sich um die Installation und

die Pflege des Hausnotrufs kümmern, medizinisch

erfahrene Menschen.

Seniorengerechtes Wohnen mit den

richtigen Möbeln

Die Einrichtung in von Senioren genutzten

Wohnungen ist häufig darauf ausgelegt, mögliche

Gefährdungen gering zu halten. Das heißt

leider auch, dass Möbelstücke bzw. Accessoires,

die als »potenziell gefährlich« eingeschätzt werden,

oft ersatzlos entfernt werden, ohne dass an

Alternativen gedacht wird, die den Wohnkomfort

aufrechterhalten. Es ist richtig, dass die falsche

Auswahl an Teppichen beispielsweise zu

Stürzen führen kann, dass Betten und Badewannen

bzw. Duschen mit Hilfsmitteln versehen

sein sollten – allerdings müssen Möbelstücke

nicht immer einschränkend sein. Sie können

auch zu aktiven Unterstützern im Alltag von Senioren

werden. Dafür müssen sie allerdings einige

Kriterien erfüllen.

Es ist oft das Kreuz mit dem Kreuz: Hilft am Anfang noch

ein Gehstock, ist der Rollator der nächste Schritt. Da man

sich mit beiden Händen abstützen kann, erlaubt der

fahrbare Untersatz vielen Älteren wieder ein (fast) problemloses

Gehen.

Haben Sie z. B. Probleme morgens aus dem Bett

zu kommen, hilft Ihnen vielleicht eine größere

Rahmenhöhe. Damit können Sie aus einer fast

schon stehenden Position den Boden erreichen –

dann braucht es zumindest nicht mehr ganz so

viel Schwung, um aufzustehen.

Oder was ist mit Ihrem Lieblingssessel? Vielleicht

passt er perfekt zu Ihrer restlichen Einrichtung,

vielleicht ist er besonders bequem,

vielleicht bedeutet er ein Stück zu Hause für Sie.

Doch entspricht er wirklich noch Ihren körperlichen

Ansprüchen? Wenn Sie beispielsweise

Probleme mit dem Rücken haben, dazu neigen,

»sich hängen« zu lassen, oder wenn Sie einfach

das Bedürfnis haben, ihre Wirbelsäule zu entlasten,

könnte eine Lenden- oder Lordosenstütze

die richtige Wahl für Sie sein. Auch Bewegungen

im Sitzen oder beim Aufstehen und Hinsetzen

können durch bestimmte Zusatzoptionen beim

Kauf eines seniorengerechten Sessels erleichtert

werden. Sie können etwa einen Sessel mit Aufstehhilfe

erwerben, der das sehr verbreitete »Ich

komme nicht hoch« ein Stück weit auffangen

kann.

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Schwierig kann auch sein, wenn nicht alles

Wichtige im direkten Blickfeld des Sessels liegt.

Ist der Sessel beispielsweise auf den Fernseher

ausgerichtet, kann der Blick zum Telefon schon

ein Kraftakt werden. Hierfür gibt es sogenannte

Drehscheiben. Sie erlauben, sich einfach und

schnell samt Sessel um 180 Grad zu drehen,

ohne dabei den Kopf oder Nacken verrenken zu

müssen. Die Sicherheit beim Aufstehen ist trotzdem

gegeben, da der Drehmechanismus automatisch

deaktiviert wird, sobald sich der Sessel

in der Aufstehposition befindet.

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Wohnung

an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Wichtig ist, dass es auch tatsächlich Ihre ganz

persönlichen Bedürfnisse sind. »Individuelle

Beratung« ist hier das Stichwort. Was brauchen

Sie wirklich, was könnte für Sie vielleicht sogar

eher hinderlich sein? Welche kleineren und größeren

Alltagsunterstützer für wen passend sind,

hat nicht nur viel mit dem eigenen Wohlbefinden

zu tun, auch bestimmte krankheitsbedingte

Einschränkungen können den entscheidenden

Punkt für oder gegen eine Neuanschaffung

bedeuten.

Nehmen Sie sich also Zeit, spüren Sie die persönlichen

»Brennpunkte« Ihres Alltags auf, und

lassen Sie sich von Fachleuten beraten. Dann

steht dem seniorengerechten Wohnen nichts

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TOPFIT 3 / 2019


26 Rat und Hilfe aus der Apotheke

Foto: © Antonio Guillem / 123rf.com

Heilkraft aus der Apotheke

Teemischungen

Der Tee als medizinische Arzneiform besitzt eine lange Tradition, trifft jedoch auch

den Zeitgeist. Für die Erfüllung des Wunsches vieler Zeitgenossen nach einer natürlichen

Heilmethode kann er — sachkundig ausgewählt und zusammengestellt — eine

gute Therapieoption darstellen.

Von Apotheker Thomas Knaier

Teemischungen dominieren in der Anwendergunst

inzwischen immer mehr,

während Monosortentees an Bedeutung

verlieren. Auch wirtschaftlich sind Teemischungen

vorteilhafter, davon kündet mittlerweile im

Einzel- und Versandhandel ein großes Angebot

an Gesundheits-, Wellness- und Stoffwechsel-

oder modernen Detoxtees aus aller Welt.

Der Einsatz von Teemischungen ist heute auch

für Apotheken und Heilpraktiker interessant

geworden.

Therapiebreite

und Wirksamkeit

Extrakte aus Heilpflanzen sind eigentlich immer

Vielstoffgemische, deren einzelne pharmakologische

Wirkungen über die reine Addition

hinausreichen – sie liefern als sogenannter

Synergismus ein ganz neues Wirkprofil. Mit

Pflanzenextrakten erreicht man eine viel größere

Bandbreite an Wirkungen als mit primär

rein isolierten Inhaltsstoffen. Die Kombination

liefert oft eine therapeutische Breite, die isolier-

te oder synthetische Einzelwirkstoffe allein bei

weitem nicht erreichen. Somit ist es lohnenswert

für Therapeuten, sich dieser Option zu bedienen

und sie in der Behandlung einzusetzen.

Aktive Behandlung

Oft geben Patienten die Verantwortung für ihre

Erkrankung bei Therapeuten wie Arzt, Apotheker

oder Heilpraktiker ab. Sie erwarten ein

Rezept oder eine Empfehlung zur Linderung.

Die Einnahme eines Mittels soll das Problem

lösen. Da sich viele Beschwerden jedoch nicht

unikausal lösen lassen, ist es für einen anhaltenden

Therapieerfolg wichtig, dass der Patient

eine Teilverantwortung für seine Therapie übernimmt.

Er sollte lernen aktiv zu werden, Ursachenforschung

zu betreiben und sich mit seinen

Beschwerden auseinanderzusetzen, das heißt

auch schädliche Gewohnheiten aufzugeben. Gerade

die kurmäßige Anwendung von Teeaufgüssen

kann ein Baustein einer selbstverantwortlichen

Therapie sein. Die mit Naturheilmitteln

häufig nur langsame Symptombesserung sollte

dabei berücksichtigt werden.

Ein Tee – immer die

richtige Wahl?

Die Beantwortung dieser Frage hängt vom chemischen

Charakter der jeweiligen Inhaltsstoffe

einer Pflanzendroge ab und davon, ob Wasser

das geeignete Extraktionsmittel und -medium

darstellt. So lassen sich wasserlösliche (hydrophile)

Inhaltsstoffe sehr gut mit Wasser ausziehen,

für fettlösliche (lipophile) Inhaltsstoffe ist

Wasser allerdings nicht ideal. Bei getrockneten

Pflanzen mit ätherischen Ölen bleiben oft große

Mengen im sogenannten Drogenrückstand

(z. B. bis zu 70 % bei Fenchel und bis zu 30 % bei

Pfefferminze). Somit können die erwünschten

pharmakologischen Wirkungen nur zum Teil

und bedingt auf den wässrigen Teeauszug übertragen

werden.

Die richtige Mischung

Um die Wirksamkeit der relevanten Inhaltsstoffe

einer Teemischung sicherzustellen, ist eine

ausreichend hohe Dosierung erforderlich. Dabei

sind neben den wirksamen Heilpflanzen auch

andere »Zusatzstoffe« von erheblicher Bedeutung.

So spielen Geschmackskorrigentien (u. a.

wichtig bei längerer Anwendung bei Kindern),

sogenannte Schmuckdrogen als visuelles Korrigens

(das Auge trinkt mit) oder Füll- und Stabilitätsdrogen

(schützen vor Entmischung) eine

maßgebliche Rolle. Diese sonstigen Bestandteile

sind mit etwa fünf bis zehn Prozent Gewicht

in einer Teemischung vertreten. Auch an die

Wechselwirkung von Stoffgruppen und Inhaltsstoffen,

etwa Schleimstoffen und Gerbstoffen,

in einem Teeaufguss ist zu denken, da diese die

Aufnahme anderer Inhaltsstoffe reduzieren oder

merklich behindern kann.

TOPFIT 3 / 2018


Rat und Hilfe aus der Apotheke

27

Foto: © Katarzyna Dedek /123rf.com

Aufguss, Abkochung

oder Mazerat?

Häufig bestehen Teemischungen aus vier bis

acht Bestandteilen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffmustern.

Daher ist bei der gewählten

Temperatur und der Auszugszeit ein entsprechender

Kompromiss zu wählen.

• Aufgüsse (Infusa) sind für die meisten

Kraut-, Blatt- und Blütendrogen oder auch für

kompaktere Pflanzendrogen wie Hölzer, Rinden

und Wurzeln gut geeignet. Nach den Vorschriften

des Deutschen Arzneibuchs (DAB) oder des

Deutschen Arzneimittelcodexes (DAC) sollte

dabei die vorgeschriebene Drogenmenge mit

kochendem Wasser übergossen werden. Man

lässt sie für einige Zeit bedeckt ruhen und seiht

anschließend ab. Bedeckte Ansätze kühlen jedoch

langsamer ab und verlieren stärker flüchtige

Substanzen an den überstehenden Luftraum.

Diese leicht flüchtigen Substanzen (z. B. ätherische

Öle) gehen dem Tee dann als Wirkstoffe

verloren.

• Abkochungen (Decocta) sind für kompakte,

harte Drogen wie Rinden, Wurzeln und Hölzer

am geeignetsten. Hierzu wird die erforderliche

Drogenmenge mit kaltem Wasser angesetzt,

dann bis zum Sieden erhitzt und fünf bis zehn

Minuten gekocht. Anschließend wird nach kurzem

Stehen abgeseiht und der Extrakt mit der

verlorengegangenen Wassermenge auf das Endvolumen

ergänzt.

• Ein Kaltwasserauszug (Mazerat) eignet sich

für Drogen mit Pflanzenschleimen wie Eibischwurzel,

Isländisches Moos oder Leinsamen sowie

für Pflanzendrogen, die beim Erhitzen Inhaltsstoffe

freisetzen, die unerwünscht sind (z. B.

Gerbstoffe aus Bärentraubenblättern). Die Drogenmenge

wird hier mit kaltem Wasser übergossen,

bedeckt stehen gelassen (je nach Droge einige

Stunden) und schließlich abgeseiht. Vor dem

Trinken sollte der Auszug zur Keimzahlreduktion

kurz erhitzt werden.

Lose Ware

oder Filterbeutel?

Die Mischung macht‘s: In Apotheken erhalten Sie

qualitativ hochwertigen Tee, der eine nachweislich

therapeutische Wirkung besitzt.

Lose Ware erlaubt die Zusammenstellung individueller

Teemischungen für bestimmte Indikationsgebiete

und Kundenwünsche. Da sich die

Drogenbestandteile in der Mischung mit der

Zeit entmischen, ist es sinnvoll, die Tees neu

durchzumischen. Filterbeutel als Industrieware

haben den Vorteil, dass keine Entmischung

der Bestandteile und keine mögliche allergische

Reaktion durch Inhalation von Staub oder Kontaktekzemen

bei Überempfindlichkeit gegen

bestimmte Pflanzen stattfindet. Eine schnelle,

praktische Handhabung durch Aufbrühen

ist ein weiteres Plus. Die Freisetzung der Inhaltsstoffe

erfolgt durch homogen zerkleinertes

Pflanzenmaterial in verhältnismäßig kurzer

Zeit und guter Menge. Auf jeden Fall sollte die

Entscheidung zwischen loser Ware und Filterbeutel

gut durchdacht sein.

Ökonomischer Aspekt

Größter Kostenfaktor in der Apotheke für eine

Teemischung ist die Arbeitszeit. Neben der reinen

»Mischungszeit« nimmt die geforderte Dokumentation

nach der Apotheken-Betriebsordnung

einen großen Raum ein. Die Herstellung

muss genau dokumentiert werden (mit Herstellungsprotokoll,

Chargen der Ausgangsstoffe,

Name und Anschrift des Kunden bei eventuell

möglichen Chargenrückrufen). Daher muss die

Apotheke einen Kompromiss finden zwischen

den hohen Anforderungen des Qualitätsmanagements

einerseits und der Wirtschaftlichkeit

andererseits.

Eine preisliche Nähe zu Industrieware ist bei der

hohen Qualität und Wertschöpfung einer Teemischung

aus der Apotheke nicht sinnvoll und

auch ökonomisch nicht möglich.

Qualitätsvergleich

Teedrogen, die in der Apotheke für Teemischungen

verwendet und abgegeben werden, müssen

eine hohe Qualität aufweisen und nach den

pharmazeutisch anerkannten Regeln der Arzneibücher

(Ph.Eur, DAB 2015) in der Apotheke

geprüft werden. Oft erfolgt dies heute schon

durch den Lieferanten. In diesem Fall muss in

der Apotheke nur noch die Identitätsprüfung

der einzelnen Ausgangsdroge durchgeführt werden.

Kräuterteemischungen aus dem Lebensmittelhandel

müssen lediglich den Vorgaben des

Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes

entsprechen, welche die Abwendung einer möglichen

Gefährdung des Verbrauchers und Schutz

vor irreführender Werbung beinhaltet. Dieses

sieht keine Wirkstoff- und Inhaltsstoffbestimmungen

oder Kontrollen vor und verbietet bei

diesen Teemischungen deshalb auch die Angabe

einer Therapieindikation. Arzneitees dürfen dagegen

eine Linderung von Beschwerden in Aussicht

stellen (sogenannte Heilaussage), müssen

also im Vergleich zu Lebensmitteltees auch therapeutisch

wirksam sein.

Rückbesinnung auf Natur

Heute ist die Therapie mit Arzneitees im Vergleich

zu industrieller Ware aus dem Lebensmittelhandel

einfacher in der Anwendung, weniger

zeitaufwendig und im Vergleich zu anderen

natürlichen Therapieformen auch kostengünstiger

geworden. Allerdings liegt die Abwägung

zwischen einer Therapie mit einer losen Teemischung

und dem höheren zeitlichen Aufwand

im Vergleich zu einer schnelleren Teezubereitung

von Arzneitees in Filterbeuteln in der individuellen

Wahl des Anwenders. Menschen, die

auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit

eines Tees Wert legen und sich gern einer

beruhigenden und entschleunigenden Teezeremonie

unterziehen, sollten zu Arzneibuch- und

qualitätsgeprüfter Ware aus der Apotheke zurückgreifen.

Sie hat ihre therapeutische Wirkung

mehrfach unter Beweis gestellt. Wir sollten

uns heute auf diese alten, natürlichen Wurzeln

zurückbesinnen und die Heilkräfte der Natur

nutzen.

TOPFIT 3 / 2018


28 Gesund leben

Grippeschutzimpfung

Das sollten Sie wissen

Die jährliche Grippeschutzimpfung ist das beste Mittel, um sich vor der

»echten« Grippe zu schützen. Besonders empfohlen wird sie für ältere

Menschen, chronisch Kranke und Schwangere. Denn die Influenza verursacht

nicht nur ein schweres Krankheitsgefühl, sondern sie kann auch

schwerwiegende Komplika tionen nach sich ziehen. Hier die wichtigsten

Fragen und Antworten zum Thema.

Von Isabel Virnich

Fotos: unten: © extraterrestrial / 123rf.com; oben: © ssilver / 123rf.com

Warum ist die Gefahr, sich eine

Influenza-Infektion zuzuziehen, in den

Wintermonaten besonders groß?

Das hat mehrere Gründe: Zum einen

können sich die Viren in der kalten

Jahreszeit, wenn die Luftfeuchtigkeit

gering ist und die Temperaturen niedrig

sind, besonders schnell verbreiten. Zum

anderen trocknet die Heizungsluft die

Schleimhäute aus und macht sie anfällig

für einen Befall mit Viren. Begünstigend

kommt hinzu, dass durch die niedrigen

Außentemperaturen und den Mangel an

immunstimulierendem Sonnenlicht die

Funktionsfähigkeit des Immunsystems

leicht herabgesetzt ist. Enger Kontakt in

geschlossenen Räumen erleichtert zudem

in der kalten Jahreszeit die Übertragung.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine

Grippeschutzimpfung?

Für unsere Breitengrade wird empfohlen,

die Impfung möglichst jedes Jahr in der

Zeit zwischen Ende September und Ende

November durchführen zu lassen. Da der

Impfschutz bereits sieben bis 14 Tage

nach der Impfung voll ausgeprägt ist, ist

eine Impfung aber auch zu einem späteren

Zeitpunkt noch möglich, etwa wenn

sich Hinweise auf eine epidemieartige

Zunahme von Influenza-Fällen ergeben.

Ist die Grippeschutzimpfung gut

verträglich?

Die Grippeschutzimpfung wird in den

allermeisten Fällen gut vertragen. Allerdings

können vereinzelt Beschwerden

an der Einstichstelle auftreten. In ein

bis zehn Prozent der Fälle treten zudem

grippeähnliche Symptome auf. Diese sind

jedoch vorübergehend und klingen im

Allgemeinen 24 bis 48 Stunden nach der

Impfung wieder ab.

Besteht die Gefahr einer »Überimmunisierung«,

wenn ich mich jedes Jahr

gegen Grippe impfen lasse?

Nein, schon deshalb nicht, weil es sich in

der Regel immer um einen etwas anderen

Impfstoff handelt. Es liegen auch keine

Hinweise vor, wonach eine regelmäßig

vorgenommene Grippeimpfung das

Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen

erhöht oder diese dadurch ausgeprägter

auftreten.

Ist eine Grippeschutzimpfung bei Kindern

ähnlich wirksam wie bei Erwachsenen?

Es gibt Hinweise, dass die Wirksamkeit

der herkömmlichen Impfung bei Kindern

um einiges schlechter ist als bei

Erwachsenen; mitunter ist sogar von

einer zehn- bis 15-prozentig verringerten

Nach einer Infektion mit Influenza-

Viren sind die Patienten mehrere

Tage lang hoch ansteckend, sodass

wirksame Abwehrmaßnahmen

gegen eine Ansteckung getroffen

werden müssen.

Schutzwirkung die Rede. Inzwischen steht

jedoch ein Influenza-Lebendimpfstoff zur

Verfügung, der wegen seiner besseren

Wirksamkeit bei Kindern im Alter von zwei

bis sechs Jahren bevorzugt verwendet

werden sollte.

Ich bin gegen Hühnereiweiß allergisch. Gibt

es einen Grippeimpfstoff, der trotzdem für

mich infrage kommt?

Der Grippeimpfstoff kann Spuren von

Hühnereiweiß enthalten. Ist eine schwerwiegende

Hühnereiweißallergie (z. B. Anaphylaxie)

bekannt, sollte man mit dem Arzt

besprechen, ob eine Impfung mit einem

solchen Impfstoff infrage kommt.

Ich gehöre keiner Risikogruppe an, soll ich

mich trotzdem impfen lassen?

Generell steht es jedem frei, sich gegen

Influenza impfen zu lassen. Allerdings:

Zwar bescheinigen viele Erfahrungsberichte

der Grippeschutzimpfung eine

vorbeugende Wirkung und eine gute

Verträglichkeit. Es gibt jedoch noch keine

aussagekräftigen wissenschaftlichen

Belege dafür, dass gesunde Menschen

unter 60 Jahren und ohne Risikofaktoren

wie chronische Atemwegs- oder Stoffwechselerkrankungen

von der Impfung

profitieren.

Schützt eine Grippeschutzimpfung auch

gegen Erkältungen?

Nein, sie schützt nur vor einer Erkrankung

durch Influenza-Viren, nicht vor einem

grippalen Infekt, der durch andere Erreger

hervorgerufen wird. Meist handelt es sich

bei einer »Erkältung« um virusbedingte

Infekte, für die mehr als 200 verschiedene

Erkältungsviren und ihre Subtypen infrage

kommen — bei uns sind es vor allem SV

(Respiratory-Syncytial-Virus) oder Coronaviren.

TOPFIT 3 / 2019


Kurz notiert

29

Zucker ist kein Stimmungsmacher

»Ich brauche jetzt unbedingt was Süßes!« Wer

glaubt, sich mit einem süßen Snack über das Stimmungstief

hinweghelfen zu können, irrt. Die Analyse

von 31 Studien zu verschiedenen Zuckerarten

stellt klar, dass Zucker weder die Laune verbessern

noch für einen Energieschub sorgen kann. Im

Gegenteil: Schon 30 Minuten nach dem Verzehr

ist man müder als zuvor und noch einmal 30 Minuten

später wird man immer unaufmerksamer. Die

Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin

Neuroscience & Biobehavioral Review veröffentlicht.

Fotos: unten: © serezniy / 123rf.com; Mitte li.: © Rolf Müller / UK Bonn / 123rf.com; Mitte re.: © kzenon / 123rf.com; oben: © abcmedia - Fotolia

Studienteilnehmer gesucht

Die Abteilung für Medizinische Psychologie in Kooperation mit der Klinik

und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Uniklinikums

Bonn führt aktuell zwei Depressions-Studien durch. In beiden Studien

kommt die repetitive Magnetstimulation, kurz rTMS, zum Einsatz, eine

Behandlung, bei der durch eine an den Kopf gehaltene Magnetspule gezielt

die Gehirnaktivität verändert werden soll. Teilnehmen können Patienten

im Alter von 18 bis 60 Jahren, deren Erkrankung auf bisherige Therapien

nicht angesprochen hat oder die bisher keine Medikamente gegen

Depression genommen haben. Sie sollten mindestens seit vier Wochen bis

maximal fünf Jahren

unter einer mittelgradigen

oder schweren

Depression leiden, keine

neurologischen Vorerkrankungen,

keinen

Herzschrittmacher und

kein Metall im oder am

Körper sowie mit Blick

auf das MRT keine

Angst vor engen Räumen

haben.

Neuer Bachelorstudiengang

Zum kommenden Wintersemester startet die Katholische

Stiftungshochschule München den ersten Jahrgang des Bachelorstudiums

»Hebammenkunde (B.Sc.)«. Sie ist damit eine von

drei Hochschulen in ganz Bayern, die Hebammen akademisch

und in enger Anbindung an die Praxis ausbilden wird. Kooperationspartner

ist das Klinikum der LMU München und deren

Staatliche Berufsfachschule für Hebammen. Pro Jahrgang

stehen 25 Studienplätze zur Verfügung, das Studium dauert

sieben Semester. Die klinischen Praxisphasen finden in der

Frauenklinik am Klinikum der LMU München statt.

Kassenzulassung für Prognose-Test

Bei der Behandlung von Brustkrebs ist die Chemotherapie

ein bewährtes, zumeist ergänzendes, Verfahren.

Allerdings zeigt die Forschung, dass nur eine Minderheit

der Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium

tatsächlich davon profitiert. Mithilfe von Prognose-Tests

kann der zu erwartende Nutzen einer Chemotherapie

jedoch bereits vorab ermittelt werden. Bisher waren

die Krankenkassen nicht verpflichtet, die Kosten zu

tragen.

Das hat sich nun geändert: Der Gemeinsame Bundestagsausschuss

hat beschlossen, dass der Oncotype DX®

Brustkrebs-Test künftig eine Leistung der gesetzlichen

Krankenkassen ist. Der genomische Test zeigt zum

einen, ob die Betroffene individuell von einer Chemotherapie

profitieren könnte und gibt zum anderen

Auskunft über das Rückfallrisiko bei Brustkrebs im

Frühstadium.

TOPFIT 3 / 2019


30 Rätsel

Gehirntraining

Schwedenrätsel

Sudoku

(mittelschwer)

4 1 3 2

2 6 4

8 7

8 7

8 4

6 4 3 2

4 9 6 2 5

1 8 6

1

Elektronen Elektronenleiter

Kfz-Kz. für

Erlangen

Maifisch,

Heringsart

Truthahn

aufstellen

(mil.)

Blütenstandstyp

Kfz.Amberg-

Sulzbach

Hutrand

Art der

"Beerdigung"

akkust.

Warngerät

begrenzter

Platz

Präposition

Plan für

Lehrer

Artikel

Fluss in

Deutschland

Entfernung

von Haaren

etwas

verbreiten

Ranke des

Weinstocks

Balken,

Stütze

"Werkzeug"

des Nikolaus

ugs. usg. Krawallmacher

Kra-

Person,

die gibt

an einen

anderen

Ort

Auffahrtshilfe

Gestorbene

nicht

benutzbar

bei Wechselstrom

schwarzer

Vogel

System von

Regeln

affektiertes

Gehabe

akkustisch

empfinden

Vogelart

Teil der

Gabel

Gerät f.

Flüssigkeiten

umfüllen

Zentralwert

physikalische

Größenart

Spielkartenfarbe

Währung

in Algerien

verweigert

Befehle

obere Schicht

spezieller der Erdkruste

Kalender

Stockwerk

an etwas

Gefallen

finden

Verlosung

Kaffeeart

Geräusch

durch

Stimme

Planet,

Kriegsgott

ugs. Urin

Verletzung

Sprachmelodie

Schreibflüssigkeit

Spurenelement

ungefähr

Behälter

Musikinstrument

Edelgas

Teil des

Atmens

Kreiszahl

etwas

ausführen

Pronomen

Dispersion

Zeitzone

großes

Saiteninstrument

Balkonpflanze

Hauptstadt

Angolas

Klang

abgeben

TOPFIT 3 / 2019


31

Klinikum der Universität München

Campus Großhadern: Marchioninistraße 15 · 81377 München

Campus Innenstadt: Lindwurmstraße 2a · 80337 München

30. September 2019 und 28. Oktober 2019 18 Uhr

Informationsabende des Augenlaserzentrums

Veranstalter: Augenlaserzentrum der LMU.

Das Ziel aller refraktiven Eingriffe ist es, den Patienten möglichst unabhängig von Brille

oder Kontaktlinse werden zu lassen. Die Mehrheit der Patienten wird nach einem refraktiven

Eingriff für viele Dinge des alltäglichen Lebens auf eine Brille verzichten können.

Die heute verbreitetsten Verfahren, wie insbesondere die LASIK oder ReLEx

SMILE, werden auf der Veranstaltung dargestellt.

Ort: Erdgeschoss der Augenklinik, Bibliothek, Mathildenstr. 8.

Eintritt frei

10. Oktober 2018 14.30 —19.15.30 Uhr

Ästhetische Vortragsreihe: Anti-Aging, Lasermedizin und

Narben — was hat sich bewährt, was gibt es Neues?

Referent: Dr. med. Kinan Hayani, Facharzt für Dermatologie.

Berufserkrankungen der Haut, wie beispielsweise das chronische Handekzem, können

für die Betroffenen sehr belastend sein, führen sie doch immer wieder zu Arbeitsunfähigkeit,

Tätigkeitsaufgabe oder Berufswechsel.

Wie man berufsbedingte Hautkrankheitserscheinungen vermeiden kann, wie ein

möglicher Zusammenhang einer Hauterkrankung mit dem Beruf frühzeitig erkannt

wird und wie optimale Rahmenbedingen für einen günstigen Zukunftsverlauf geschaffen

werden können, erklärt Dr. Hayani, in seinem Vortrag.

Ort: Klinik Thalkirchner Straße, Thalkirchner Straße 48 / Kleiner Hörsaal 1. OG.

Eintritt frei.

Klinik Harlaching

Sanatoriumsplatz 2 · 81545 München

19. November 2019 18 Uhr

Inkontinenz und Beckenbodensenkung — sicher und dauerhaft

behandeln durch Beckenbodenrekonstruktion

Referent: Ltd. Oberarzt Dr. med. Georg Bachholz, Frauenklinik.

Jede zweite Frau jenseits der 50 leidet punktuell unter Blasenschwäche. Gerade bei

Frauen, die Kinder geboren haben, gehen mit steigendem Alter beim Husten, Niesen,

Lachen oder Heben schwerer Lasten unwillkürlich einige Tropfen Urin ab. Obwohl Blasenschwäche

sehr häufig auftritt, ist das Thema mit Scham besetzt. Was Patientinnen

wissen sollten: Es existieren mittlerweile sehr gute Therapien.

Unser Experte informiert, wie eine Beckenbodenrekonstruktion die Inkontinenz und

Beckenbodensenkung dauerhaft beseitigen kann.

Ort: Hörsaal des Krankenhauses für Naturheilweisen (auf dem Gelände des Klinikums

Harlaching).

Eintritt frei.

Gesundheitsladen München e. V.

Astallerstraße 14 · 80339 München

7. November 2019 17 Uhr

Patientenverfügung und Vorsorgeformen

Referent: Jürgen Kretschmer, Patientenberater im Gesundheitsladen München e. V.

Die Patientenverfügung ist eine von mehreren Vorsorgeformen für den Fall, dass man

die eigenen Belange und Angelegenheiten nicht wie gewohnt selbst regeln kann,

etwa infolge eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder auch durch Nachlassen

der geistigen Kräfte.

Wer trifft im Ernstfall Entscheidungen für die eigene Person? (Selbstbestimmung)

Wie können eigene Wünsche und Vorstellungen Beachtung finden? (vermuteter

Brustzentrum

Wille) der

der

Bei dem Vortrag wird auf verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge eingegangen: Vollmacht,

Betreuungsverfügung und Patientenverfügung. Die Veranstaltung soll für das

Thema sensibilisieren, in allgemeiner Form informieren und Anregungen für weitere

Schritte geben.

Ort: Gesundheitsladen München e. V., Astallerstraße 14.

Weitere Informationen und Anmeldung: Tel. 089 / 77 25 65.

Eintritt: 3,– € (Ermäßigung möglich).

Brustzentrum

der

CAMPUS INNENSTADT

Kurzfristige Änderungen durch den Veranstalter vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.

11. Oktober 2019 ∙ 18 —19.30 Uhr

Weltrheumatag: Rheuma und Sport

Veranstalter: Rheumazentrum München e. V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen

Rheuma-Liga Landesverband Bayern e.V.

Bei der Patienteninformationsveranstaltung über Rheuma und Sport stehen Fachärzte

für Rheumatologie, Innere Medizin, Physikalische und Rehabilitative Medizin

und Betroffene aus der Selbsthilfe der Deutschen Rheuma-Liga und der Deutschen

Vereinigung Morbus Bechterew für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

▶ Ort: Bayerischer Rundfunk, Arnulfstraße 42 / 44, Saal

▶ Eintritt frei

CCC München

26. Oktober 2019 ∙ 9 —18 Uhr

Krebsinformationstag 2019

lebensmut e. V.

Das Comprehensive Cancer Center München (CCC München) ist ein Zusammenschluss

der Krebszentren der beiden Münchner Universitätskliniken und des Tumorzentrums

München. Es wurde 2013 zu dem Zweck gegründet, die Kompetenzen in

der onkologischen Forschung und Behandlung zum Wohl der Patienten zu bündeln.

Der Krebs-Informationstag ist seit 2002 eine Informationsbörse, eine Plattform für

den persönlichen Austausch – und ein Ort ohne Barrieren zwischen Ärzten und Patienten,

Interessierten und Experten.

▶ Ort: Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, Hörsaal V,

Marchioninistraße 15

▶ Eintritt frei

▶ Anmeldung unter: lebensmut@med.uni-muenchen.de

oder: https://www.krebsinfotag-muenchen.de

KLINIKUM

KLINIK UND POLIKLINIK FÜR FRAUENHEILKUNDE

UND GEBURTSHILFE

DIREKTOR. PROF. DR. MED. KLAUS FRIESE

Brustzentrum

Brustzentrum

der

DER UNIVERSITÄT MÜNCHEN

Brustzentrum

BRUSTZENTRUM

AM KLINIKUM DER UNIVERSITÄT MÜNCHEN

Diagnostik, Therapie und Forschung zu allen

Fragestellungen der Brustgesundheit

bei Frauen und Männern

SCHWERPUNKTE

• Umfassendes diagnostisches und operatives Angebot

bei gut- und bösartigen Brusterkrankungen

• Spezialisierte medikamentöse Brustkrebstherapie und

Studienangebote

• Interdisziplinäre Besprechung mit allen relevanten

Fachexperten

Brustzentrum

Brustzentrum

• Individuelle der Begleitangebote für unsere der Patienten

Das Brustzentrum am Klinikum der Universität München

im CCC München

Leitung: Prof. Dr. med. Nadia Harbeck

Campus Innenstadt:

Maistraße 11, 80337 München, Telefon: 089 4400-54110

Campus Großhadern:

Marchioninistr. Brustzentrum 15, 81377 München, Telefon: 089 4400-76806

www.lmu-brustzentrum.de

der

Klinikum der Universität München – Wir machen Medizin

www.uniklinikum-muenchen.de

TOPFIT 1 / 3/ 2018 2019


Rückenfreundliche Seniorensessel

Bereits über 50.000 Senioren genießen alle Vorteile eines maßgeschneiderten Sessels aus der

holländischen Fitform-Manufaktur. Erfahrung, moderne Technik und beste Materialqualität

garantieren erholsame entspannte Stunden sowie ein müheloses Aufstehen und Hinsetzen.

Die Fitform Sessel werden auf die für Sie richtige Sitzhöhe, Sitztiefe und Armlehnenhöhe

gefertigt oder eingestellt.

Viele Sonderoptionen:

Aufstehfunktion, Drehteller, verstellbare Lendenstütze. Spezialpolsterung zur Vermeidung von

Dekubitus. Sonder formen der Rückenlehne bei starker Brustkyphose (Rundrücken). Sonderrückenlehne

bei fortgeschrittener MS oder Parkinson. Arthrodesensitz für Menschen mit

Beinprothese. Sondergrößen bei Adipositas. Seitliche Einstiegshilfe für Rollstuhlfahrer.

Muckenthaler Ergonomie · Pacellistraße 5 · 80333 München · Tel.: 089-29 19 89-0

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