2019-09-29 Bayreuther Sonntagszeitung

inbayreuth

Bayreuth. Die neue Ausgabe der Bayreuther Sonntagszeitung schon jetzt als E-Paper lesen. Diese Woche u. a. mit vielen Themen: Ankunft der ersten DDR-Flüchtlinge vor genau 30 Jahren in Bayreuth, einem Exklusiv-Interview des SPVGG-Abwehrspielers Edwin Schwarz, dem Rechtstipp "My Home is my Castle", der Sonntagssprechstunde "Jugend & Sport",einem großen Spezial zum Thema "Gesund & Fit in den Herbst", sowie den neuesten Verbraucherinformationen in und um Bayreuth.

6 29. September 2019 Boulevard Bayreuther Sonntagszeitung

Gedanken zur Woche

„Es ist zum Davonlaufen“ –von Dr. Christian Karl Steger, Pfarrer der Schlosskirche

Es ist zum Davonlaufen –diesen

Satz kennt jeder von uns.

Und es ist uns allen wohl zuweilen

danach. Davonlaufen in einer

Welt, die zurzeit an so vielen

Ecken lichterloh brennt, in der

die Zukunft nur im Niedergang

begriffen zu sein scheint?! Davonlaufen

in familiären oder beruflichen

Situationen, in denen

man sich – am Ende sogar

noch zu Recht –übervorteilt vorkommt,

gemobbt oder als Verlierer

sehen muss?

Aber, seinem Leben davonlaufen

kann keiner, eswäre feige

und prahlerisch zugleich.

Wir haben uns unserem Leben

zu stellen im Augenblick, in

dem wir es leben. Sie kennen

vielleicht die berühmte antike

Fabel von Äsop, als ein Sportler

in Athen immerzu davon prahlte,

wie toll er als Sportler in Rhodos

bei den dortigen Wettkämpfen

sei, in Athen hatte er

noch nie sein Können gezeigt.

Da sagten sie irgendwann entnervt

zu ihm: Hic Rhodus, hic

salta -hier ist Rodos, hier spring.

Das Leben lebt sich nicht im Davonlaufen,

Ausklammern und

im Ignorieren, es lebt sich nur,

wenn ich es annehme. Ich kann

auch nicht prahlerisch sagen,

ich würde, ich könnte, aber die

anderen sind so unsagbar blöd.

Im Timotheusbrief schreibt

der Apostel Paulus an seinen

Schüler Timotheus, dem er die

Leitung der Kirche von Ephesus

anvertraut hatte. Seine Aufgabe

ist es, Bischof zu sein. Das ist

sein Beruf.Und er hatte es nicht

leicht.

Timotheus leidet an seiner

Kirche, konkret an Leuten, die

aus dem Glauben ein Geschäft

machen wollen. Er würde am

liebsten abhauen.

Warum aber auch nicht davonlaufen,

warum sich nicht

gleich scheiden lassen, warum

nicht sofort wegziehen, warum

nicht draufhauen –weil man unter

Umständen schlicht nur vom

Regen in die Traufe gerät, weil

man die Probleme nur tauscht,

vielleicht deren Namen nur beliebig

austauschbar sind, ihr

Kern aber mitgetragen wird,

wenn man nicht ehrlich reflektiert,

was tatsächlich im Argen

liegt. Der Rat an Timotheus war

wörtlich der: „Strebe unermüdlich

nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit,

Glauben, Liebe, Standhaftigkeit

und Sanftmut.“ (1 Tim

6,11)

Das hört sich so arg „heilig“

an, dass es meist zum einen

Ohr rein, zum anderen gleich

wieder raus geht, wenn man es

überhaupt liest. Geht man es

aber durch, stößt man auf

Kernthemen.

Eins nach dem anderen:

Gerechtigkeit hat den anderen

im Blick. Gerecht bin ich nicht,

wenn ich mir gerecht werde,

sondern gerecht bin ich, wenn

ich dem anderen gerecht werde.

Ihn annehme, mich frage,

was braucht der andere, damit

wir gut zusammen arbeiten und

leben können. Ganz eng damit

verbunden ist die Frömmigkeit.

Frömmigkeit gründet in der Erfahrung

des betenden Menschen,

dass nicht ich selbst das

Maß aller Dinge bin, sondern

der Gott und Schöpfer meines

Lebens. Wer alles an sich und/

oder einem Idealmaß richtet,

wird zum Prahler oder zum

Feigling. Standhaftigkeit und

Sanftmut gehören zusammen,

denn Standhaftigkeit ohne

Sanftmut ist brutaler Starrsinn,

Sanftmut ohne Standhaftigkeit

ist nichts wert.

Ich weiß sehr wohl selber

aus eigener Erfahrung, dass es

nicht gerecht zugeht in diesem

Leben, nicht einmal in unserer

Kirche, das spürte schon

Timotheus. Prahlen kann jeder,

was man machen sollte, was er

oder sie machen würde, ließe

man sie/ihn nur. Es sind die üblichen

Aufreger, die dann laut

schreien und Sätze von sich geben,

die meist so beginnen: Wie

kann man nur (…). Davonlaufen

ist meist auch der schlechte

Weg, denn ich nehme in meiner

Seele das mit, was an ihr nagte.

Und das holt mich ein, irgendwann.

Es stimmt schon: Hic

Rhodus, hic salta. Paulus be-

Dr. Christian Karl Steger

Pfarrer der Schlosskirche

wies eine große Reife mit diesem

Satz: „Strebe unermüdlich

nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit,

Glauben, Liebe, Standhaftigkeit

und Sanftmut.“

Vielleicht sollte man es

wirklich mal probieren.

Kurzmeldung

BAYREUTH. Die Vereinigten

Schützengilden St. Georgen

von 1720 und Bayreuth von

1623 e.V. laden am kommenden

Samstag, 5. Oktober,

von 14 bis 18 Uhr zu einem

„Tag der offenen Tür“ ein.

Neben Führungen durch das

Schützenhaus und die Anlage

(Am Schießhaus 2, Zufahrt

über die Eubener Straße)

wird auch ein Schnupperschießen

für verschiedene

Altersgruppen angeboten.

Außerdem können Besucher

auf vier Bahnen kegeln (bitte

Hallenschuhe mitbringen). rs

Imbisswagen

umsonst abzugeben.

Tel. 0157 56170088

Foto: Stefan Dörfler

Der sieben Jahre alte,

schwarze Labrador-Mix „Demon“

ist kastriert und seit

April 2019 imTierheim. Das

Kraftpaket mit sehr viel Energie

kam aus schlechter Haltung.

„Demon“ benötigt viel

Aufmerksamkeit und ist für

Sportler geeignet.

Dieses und viele weitere Tiere

werden im Bayreuther Tierheim

vermittelt.

Tierheim Bayreuth

Telefon 0921/62634

www.inbayreuth.de/

tierheim-bayreuth

Im Bayreuther Klinikum

kamen in der vergangenen

Woche insgesamt 31 Babys

zur Welt.

Unser Bild zeigt Gesundheits-

und Kinderkrankenpflegerin

Alicia Berens mit

Nora Hassel (links, geb.

24.09.) sowie Spyridon

Gkotsi (21.09.).

Den Neugeborenen und den

Kindern, die beim Fototermin

bereits zu Hause waren, auf

diesem Wege alles Gute!

Foto: Dörfler

Das Licht der Welt erblickt

ROLLER startet richtig durch

50. Firmengeburtstag: Günstige Angebote, großes Gewinnspiel

BAYREUTH. Zum 50. Geburtstag

startet ROLLER mit

Dieter Bohlen richtig durch.

Zum Jubiläumsjahr setzt

ROLLER noch einen drauf. In

der neuen Kampagne verdoppelt

sich Dieter Bohlen.

Frei nach dem Motto: Doppelter

Dieter. Doppelter Einsatz.

Doppelter Erfolg.

In der neuen Kampagne zum

50. Jubiläum von ROLLER ist

ein Dieter nicht genug. Dieter

Bohlen präsentiert sich in außergewöhnlichen

TV-Spots in

doppelter Aktion. In einem großen

ROLLER-Helikopter kommt

der erste Dieter Bohlen im roten

Poloshirt angeflogen. Der

zweite Dieter Bohlen im blauen

Poloshirt weist den Helikopter

an die richtige Stelle ein. So

setzen sie gemeinsam eine riesige

50 auf einem ROLLER-

Markt ab. Im Markt selbst treiben

die beiden die Preise von

ausgewählten Artikeln in lustigen

Dialogen immer weiter

nach unten. Mit diesen MEGAgünstigen

Preisen bedankt

ROLLER sich bei seinen Kunden

für das Vertrauen, das sie

dem Möbeldiscounter seit 50

Jahren entgegenbringen.

So wird Dieter Bohlen viele

ROLLER-Artikel aus den Bereichen

Wohnen, Dekorieren und

Renovieren vorstellen. Die vielfältigen

Artikel reichen von einer

neuen Wohnzimmercouch

über kreative Tischdeko bis hin

zur trendigen Küche. So unterstreicht

ROLLER seine Kompetenzen

sowohl in der Sortimentsbreite

als auch in der

Sortimentstiefe. Neben TV, Radio,

Prospekt und vielen anderen

Kanälen, setzt ROLLER

zum Jubiläumsjahr aber noch

einen drauf. Esstartet ein großes

Jubi-Gewinnspiel, bei dem

Kunden im ROLLER-Markt

Anzeige

oder im Online-Shop 50 Tage

lang 50 tolle Preise gewinnen

können. Darunter eine Traumreise,

Suzuki-ROLLER, TV-Geräte

von Medion sowie Autos

der Marke smart. Außerdem

wird unter allen Teilnehmern eine

Million Euro verlost! Gibt‘s

doch gar nicht. Doch, bei ROL-

LER und auf ROLLER.de!

Alle TV-Spots wurden im

top-modernen ROLLER-Markt

in Hamburg-Hummelsbüttel

gedreht. Erneut in enger Zusammenarbeit

mit der Werbeagentur

Schipper Company,

unter der Regie von Horst

Czenskowski und mit der Filmproduktion

lippertwaterkotte.

red

Ein aufrechter Demokrat

Georg-von-Vollmar-Medaille für Dr. Christoph Rabenstein

BAYREUTH. Bei einem kleinen

Festakt in der Schlossgaststätte

Eremitage wurde

der frühere Bayreuther SPD-

Landtagsabgeordnete Dr.

Christoph Rabenstein mit

der Georg-von-Vollmar-

Medaille, der höchsten Auszeichnung

der BayernSPD,

ausgezeichnet.

Laudator war mit Markus Rinderspacher,

dem früheren Vorsitzenden

der SPD-Landtagsfraktion

und jetzigem Vizepräsidenten

des Bayerischen Landtages,

ein langjähriger

politischer Weggefährte des

Geehrten. Rabenstein war von

1998 bis 2018 Landtagsabgeordneter.

Neben seinen Tätigkeiten

in verschiedenen Ausschüssen

war Rabenstein viele

Jahre Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

zum Thema

„Kampf gegen den Rechtsextremismus“,

außerdem von

2014 bis 2018 stellvertretender

Vorsitzender der Enquete-

Kommission „Gleichwertige

Lebensverhältnisse in ganz

Bayern“. Die Kommission wur-

V.l.: Laudator und Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher,

MdL a.D. Dr. Christoph Rabenstein, SPD-Stadtverbandsvorsitzender

Halil Tasdelen, 3. Bürgermeisterin Dr. Beate

Kuhn, SPD-OB-Kandidat Andreas Zippel. Foto: S. Dörfler

de vom Landtag einberufen,

nachdem der Grundsatz der

Gleichwertigkeit der Lebenverhältnisse

in ganz Bayern 2013

in die Bayerische Verfassung

aufgenommen wurde –die Initiative

ging vom Geehrten und

seiner Fraktion aus.

Hinsichtlich der Bayreuther

Themen war Rabenstein maßgeblich

an der Aufnahme des

Markgräflichen Opernhauses

in die Weltkulturerbeliste der

UNESO beteiligt und kämpfte

für den Beitritt Bayreuths zum

Verkehrsverbund VGN. Auch

die Elektrifizierung der Bahnlinie

durch Bayreuth thematisierte

er immer wieder.

Rabenstein ist zudem seit

1996 Bayreuther Stadtrat, war

jahrelang Vorsitzender des

SPD-Stadtverbandes und engagiert

in vielen Vereinen –unter

anderem ist er Vorsitzender

des VdK-Kreisverbandes. Im

„politischen Ruhestand“ hält

der Historiker regelmäßig Vorträge,

außerdem setzte er als

Verleger wichtige Akzente, gerade

in der Aufarbeitung des

Nationalsozialismus. rs

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine