2019/40 - Helfensteiner Land Oktober

suedwest.presse

Das Magazin aus der Region für die Region

Helfensteiner

Land

Ausgabe

Oktober 2019

ohne GZ

geht´s et

Foto: Schwabenpress

BERUF

Seit 46 Jahren betreibt Alfred

Dietrich seinen Kiosk in der

Geislinger Sternplatzpassage.

Seite 6

HÜHNER

Manfred und Birgit Mauz halten

in Gingen Weidehühner. Bewacht

werden sie von zwei Ziegen.

Seite 12

WANDERN

Helmut Walter aus Bad

Überkingen geht mit

GZ-Lesern auf Tour.

Seite 18


2 IMPRESSUM

Crowdfunding geht in die nächste Runde!

Unser Spendentopf ist erneut gefüllt mit

50.000 Euro

Zusammen mit Ihnen haben wir jetzt schon mehr als 232.000 Euro für 48 gemeinnützige Projekte

in der Region gesammelt.

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Impressum

Verlag & Herausgeber

GEISLINGER ZEITUNG

Verlagsgesellschaft mbH

& Co. KG

Hauptstraße 38

73312 Geislingen/Steige

Gesamtkoordination

Heike Siegemund

Gestaltung

Bettina Backes

Redaktion

Kathrin Bulling

(verantwortlich),

SVH GmbH & Co. KG

Anzeigen Bettina Holzwarth

(verantwortlich)

Druck

DHO – Druckzentrum

Hohenlohe Ostalb

GmbH & Co. KG

Ludwig-Erhard-Straße 109

74564 Crailsheim

Datenschutz

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen

Sie unter:

datenschutz@swp.de


INHALT 3

Inhalt

2 Impressum

3 Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

Heike Siegemund

4 Reisebericht

o du wunderschöner Herbst,

wie du die Blätter golden färbst,

deiner reinen Luft so klar und still,

noch einmal ich mich freuen will.

Der Herbst hat Einzug gehalten

im Helfensteiner Land. Wie

Theodor Fontane in seinem

Gedicht „Herbst“ beschreibt,

kommt jetzt die Zeit, um ausgedehnte

Wanderungen in bunt

gefärbten Wäldern zu unternehmen.

Unsere Region ist prädestiniert

dafür – das weiß auch der

begeisterte Wanderer Helmut

Walter aus Bad Überkingen, der

für die Herbst-Ausgabe des

Magazins „Helfensteiner Land

erneut eine Tour präsentiert:

Diesmal geht es von Hausen

über Ave Maria bis zur Hiltenburg

oberhalb von Bad Ditzenbach.

Wer Lust hat, diese Wanderung

mit Helmut Walter zu

unternehmen, hat dazu am

Sonntag, 13. Oktober, Gelegenheit.

Mehr dazu erfahren Sie auf

den Seiten 18 und 19.

Einen „Ausflug“ ganz anderer

Art hat Tamara Hell mit ihrem

Freund unternommen: Die

27-Jährige kündigte kurzerhand

ihren Job und packte den Rucksack.

Ein halbes Jahr lang wollte

das junge Paar tun, worauf es

Lust hatte, und sich auf Wanderschaft

begeben. Zunächst pilgerten

die beiden auf dem Jakobsweg;

anschließend ging es

nach Asien. Was Tamara Hell

und Sven Fromme auf ihrer

abenteuerlichen Reise erlebt

haben, lesen Sie auf den Seiten

4 und 5.

Auch einen neuen Teil unserer

Ortsnamen-Serie erwartet

Sie in diesem Heft: Dazu waren

wir im Geislinger Stadtteil

Weiler unterwegs und erfuhren,

warum es dort die Eisbären

und die Schweizer gibt. Eine

amüsante Geschichte, in der liebenswerte

Weilerner Bürger

von ihrem Heimatort erzählen.

Tierisch geht’s dagegen in

Gingen bei Manfred und Birgit

Mauz zu: Dort sind die Hühner

los! 600 eierlegende Weidehühner

leben in zwei fahrbaren

Hühnermobilen –nichts ahnend,

dass sie irgendwann im Kochtopf

enden.

Einen Besuch abgestattet haben

wir auch dem 69-jährigen

Alfred Dietrich, der seit 46 Jahren

den Kiosk in der Sternplatzpassage

in Geislingen betreibt.

Warum er sein 17-Quadratmeter-Reich

liebt und weshalb er

seinen ersten Kunden nie vergessen

wird, verrät er im Bericht

auf den Seiten 6 und 7.

Darüber hinaus waren wir im

Degginger Familientreff zu Gast,

bei dem es um ein spannendes

Thema ging: die Mediennutzung

von Kindern. Wie lange

sollte ein Kind am Tag Fernsehen

schauen? Wie geht man als

Eltern (und damit als Vorbild)

mit Smartphone und Tablet um,

die aus unserem Alltag nicht

mehr wegzudenken sind?

Viele weitere Themen finden

Sie in diesem Magazin. Wir

wünschen Ihnen viel Spaß beim

Schmökern und einen schönen

Herbst.

Ihre

Heike Siegemund

6 Kiosk

8 Kinder und Medien

10 Ortsnamen

12 Hühnermobil

14 Heiligs Blechle

16 Freilichtmuseum

18 Wandertipp

20 Kunst

Haus in Weiler

mit Schweizer

Flagge

22 Jüdisches Museum

24 Umfrage

25 Rezept

Auf spannende Weise veranschaulicht das

Jüdische Museum

das Leben der Juden in Jebenhausen und

Göppingen. Seite 22

26 Wappenkunde

27 Fahr mal raus

4 Vom Balkon ins

Abenteuer

Tamara Hell und Sven

Fromme waren ein halbes

Jahr auf Reisen.

16 Auf- und Abbau des

Gartensaals

Das historische Gebäude

steht jetzt im Freilichtmuseum

in Beuren.

28 Buchtipps

30 Rechtstipps

14 Oldtimer-Leidenschaft

Matthias Kehrer aus

Deggingen besitzt einen Opel

Diplomat B V8, Baujahr 1977.

20 Mauerkunst trifft

auf Tuschemännchen

Zwei Kreativschaffende

machen gemeinsame Sache.

Warum es in Weiler die

Schweizer und die Eisbären

gibt. Seite 10

31 Veranstaltungskalender


4 REISEBERICHT

Vom Balkon ins

Abenteuer

Auszeit Den Job gekündigt und den

Rucksack gepackt: Ein halbes Jahr war

Tamara Hell, die ursprünglich aus Hausen

kommt und jetzt in München lebt, mit

ihrem Freund auf Reisen. Von Tamara Hell

Vor etwas über einem

Jahr saßen mein Freund

Sven und ich auf unserem

kleinen Balkon,

um unseren dreiwöchigen Sommerurlaub

zu planen. Das Ergebnis

wich dann allerdings etwas

von der ursprünglichen Idee ab.

Denn ehe wir uns versahen, hatten

wir unsere Wohnung untervermietet,

den Job gekündigt und

die Rucksäcke gepackt. Ein halbes

Jahr lang wollten wir einfach

mal nur tun, worauf wir Lust hatten,

und hingehen, wo der Weg

uns gerade hinführte.

Einmal auf dem Jakobsweg zu

pilgern, stand weit oben auf meiner

Bucketliste. Warum also

nicht dort anfangen und einen

ersten Eindruck vom Reiseleben

bekommen? Von Saint-Jean-Piedde-Port

in Frankreich durch Spanien

bis nach Santiago de Compostela

folgten wir den Pfaden

unzähliger Pilger und waren

überrascht, wie schnell wir uns

ans Unterwegs- und Draußensein

gewöhnten. Wir schlossen

wunderbare Freundschaften, sahen

atemberaubende Landschaften,

tranken guten Wein und erlebten

einen Australier, der den

ersten Schneemann seines Lebens

baute. „Der Camino gibt dir

nicht das, was du willst, sondern

das, was du brauchst“, lautet ein

gängiger Spruch auf dem Jakobsweg.

Bettwanzen, streunende

Hunde oder schmerzende Blasen

an den Füßen gehörten zu den

Dingen, die wir vielleicht nicht

unbedingt gebraucht hätten –

aber trotzdem waren sie ein Teil

des Abenteuers, das uns in gewisser

Weise auch auf die folgenden

Monate vorbereitete.

Nach einem kurzen weihnachtlichen

Zwischenstopp in

der Heimat tauschten wir vorerst

Der Camino

gibt dir nicht

das, was du willst,

sondern das, was

du brauchst.

Jakobswegweisheit

Wanderklamotten gegen kurze

Hosen ein und flogen direkt nach

Asien. Eine richtige Reiseroute

hatten wir nicht. Klar war nur,

dass wir in Bangkok in Thailand

beginnen und am Ende in Nepal

landen wollten.

Die Hitze, die vielen Menschen,

der Müll, eine Kakerlake

in der neuen Hose – sagen wir es

so: Zwischen Thailand und uns

war es keine Liebe auf den ersten

Blick. Doch sobald wir den

Ankunfts-Schock verdaut hatten,

lernten wir wunderschöne Tempel

und herzliche Menschen kennen

und genossen frische Früchte

und exotisches Essen an jeder

Straßenecke.

Um nicht nur auf den teilweise

sehr ausgetretenen Backpackerpfaden

unterwegs zu sein,

meldeten wir uns bei „Workaway“

an, einer Plattform, die es

einem ermöglicht, überall auf der

Welt gegen Kost und Logis zu arbeiten.

So waren wir zum Beispiel

als Englischlehrer und Babysitterin

in Chiang Mai im Einsatz

oder verbrachten eine Woche

an der malaysischen Grenze

in einem Hundeheim, wo Straßenhunde

gerettet und gepflegt

wurden. Für uns war das eine

gute Möglichkeit, einen tieferen

Einblick in die thailändische

Kultur zu erhalten. Eine meiner

Lieblingserfahrungen war dabei

eine Yogastunde, die im Hinterhof

einer thailändischen Familie

abgehalten wurde. Jeden Abend

trafen sich etwa 15 Frauen und

übten gemeinsam – für mich ein

Einblick der ganz besonderen

Art.

Wir reisten weiter nach Laos,

Vietnam, Kuala Lumpur, genossen

die vielen bunten Eindrücke

und fühlten uns schließlich bereit

für die letzte Etappe: Nepal.


5

Fotos: Tamara Hell, Sven Fromme

Natürlich hatten wir schon einiges

über die Armut des Landes

gehört, aber es selbst zu sehen

und zu erleben, war etwas ganz

anderes. Sobald man sich nicht

mehr in Touristenzentren wie

Kathmandu oder Pokhara befand,

konnte man deutlich die

Nachwirkungen des Erdbebens

für das Land und die betroffenen

Menschen erkennen. Wir wussten

schnell wieder zu schätzen,

wie gut es uns eigentlich zu Hause

geht, egal ob man an befahrbare

und sichere Straßen, eine

gute Wasserversorgung oder einfach

nur WCs mit Toilettenpapier

denkt.

Auch die Art des Wanderns

unterschied sich deutlich von allem,

was wir bisher erfahren hatten.

Mein Vater und zwei Freunde

vom Jakobsweg stießen zu

uns, und wir traten freudig den

Zehn-Tages-Marsch zum Annapurna-Base-Camp

(ABC) an. Der

Weg bestand zum Großteil nur

aus Treppen, ab 3200 Metern war

es schneeig-kalt, und in den Unterkünften

gab es keine Heizung

oder ein Feuer. Manchmal gab es

sogar nicht mal mehr ein freies

Bett, was bedeutete, dass wir es

uns mit etwa 20 Sherpas im Essensraum

„bequem“ machen

durften. An ein gemütliches Zusammensitzen

– wie wir es vom

Jakobsweg kannten – war in der

Höhe und Kälte nicht zu denken.

Der Treck brachte uns alle sowohl

an unsere körperlichen als

auch an unsere psychischen

Grenzen. Durch die dünne Höhenluft

kroch ich fluchend im

Schneckentempo Treppe für

Treppe hoch und runter, stets im

Hinterkopf, dass sowohl die Höhenkrankheit

als auch Lawinen

hier keine Seltenheit waren. Tatsächlich

mussten unsere beiden

Pilgerfreunde kurz vor dem Ziel

wegen Ersterem mit dem Helikopter

zurückfliegen.

Doch weder das beständige

leise Grollen im Hintergrund

noch die wackeligen Hängebrücken,

die über tiefe Schluchten

führten, hielten uns davon ab, am

fünften Tag morgens um 4 Uhr

aufzubrechen, um unser Ziel, das

Basecamp auf 4130 Metern, zu erreichen.

Zuerst der Sternenhimmel

und dann der Anblick der

Achttausender, der sich uns dort

bot, gehören mit Sicherheit zu

den schönsten Dingen, die ich je

gesehen habe.

Dieses berauschende Gefühl

haben wir eingepackt und uns

schließlich – nach insgesamt

sechs Monaten des Unterwegsseins

– auf den Rückweg gemacht.

Jetzt sitzen wir wieder auf

unserem Balkon, genießen es, zu

Hause und zurück im Alltag zu

sein. Und wer weiß – vielleicht

ist ja schon die nächste Reise in

Planung . . .

Info

Tamara Hell und Sven Fromme

haben ihre Reiseerfahrungen auch

in einem Blog niedergeschrieben:

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6 KIOSK

König im

17-Quadratmeter-Reich

Beruf Seit es die Sternplatzpassage in Geislingen gibt, betreibt Alfred Dietrich dort seinen

Kiosk. Langweilig war es ihm in seinem Laden noch nie. Von Claudia Burst

Das Erste, was Alfred

Dietrich macht, wenn er

in seinen Kiosk am

Sternplatz kommt, ist

Platz zu schaffen. Drei Ständer,

die er am Abend vorher reingestellt

hat, müssen raus vor den

Kiosk unter das Dach der Sternplatzpassage

– erst dann kommt

der 69-Jährige hinter seine Kassentheke.

An den Ständern hängen

Geldbeutel, Handtaschen und

Zeitschriften. Damit wird schon

draußen deutlich: Drinnen gibt

es mehr als Zeitungen und Zigaretten

– Taschenbücher zum Beispiel,

Spielzeug, Kaugummi oder

Panini-Bildchen von Fußballern.

Dass er Eisenbahn-DVDs und

-Fachzeitschriften anbietet sowie

Science-Fiction-Taschenbücher,

ist seiner eigenen Leidenschaft

an diesen Themen geschuldet.

„Ich habe auch Stammkunden,

die wissen, dass sie das bei mir

kriegen“, berichtet der Kiosk-

Betreiber.

Alfred Dietrich war 23 Jahre

alt und hatte gerade mal 2000

Mark in der Tasche, als er sich

1973 mit dem Kiosk am Sternplatz

selbstständig machte. „Ich

wollte frei sein und keinen Vorgesetzten

über mir haben“, begründet

er. Anfangs bestand die

Inneneinrichtung aus weißen

Spanplatten, die Auslage

aus einigen Sorten Zigaretten

und wenigen Zeitungen.

„Ich lebte zum

Glück noch bei meinen

Eltern und

steckte jede

verdiente

Mark in den

Laden“, erzählt

der gelernte

Maschinenschlosser.

Seinen allerersten

Kunden

wird er

nie vergessen:

„Der kam mit seinem Hund in

den Kiosk, und während er sich

die Zeitungen anschaute, verrichtete

der Hund sein Geschäft.“

Als der Kunde das bemerkt

hatte, sei er so peinlich berührt

gewesen, dass er ohne Entschuldigung

flüchtete und das

Tier an der Leine hinter sich herzog.

„Das gab dann auch noch

eine Spur – und ich musste alles

wegwischen.“

Nach und nach etablierte sich

der Kiosk und wurde zur Anlaufstelle

für Tabakwaren,

Zeitungen,

Zeitschriften

„und all‘ die

Kleinigkeiten, die man so nebenbei

noch kauft“. 1981 entschied

sich Alfred Dietrich dafür, sich

zu spezialisieren und als Tabakwaren-Fachgeschäft

einen Namen

zu machen. „Damals war in

Altenstadt noch Action – kein

Vergleich zu heute“, berichtet er

und erinnert sich ans Kaufhaus

Hager, ans Textilhaus Binder, an

Lidl und Netto und Coop, an fünf

Banken und die Post, die alle für

sehr viel Laufkundschaft rund

um den Sternplatz gesorgt hätten.

Dietrich baute innen nach

den Vorgaben der Tabakfirmen

um, nannte den Kiosk „Tabakstüble

Dietrich“ und profitierte von

dem Trubel. Sein kleines Geschäft

boomte. „Es wurde bald

zu viel. Ich konnte keine Fachgespräche

führen, weil ständig andere

Kunden dazwischen platzten.“

Natürlich habe er darüber

nachgedacht, den Kiosk zu vergrößern,

„aber das ist kompliziert,

weil das Grundstück in der

Passage allen Wohnungseigentümern

gehört“.


KIOSK 7

In diese Überlegungen hinein

ergab sich im Jahr 1987 die Möglichkeit,

die Altenstädter Filiale

des Tabakladens Dürninger in

der Stuttgarter Straße zu erwerben.

Alfred Dietrich ergriff sie

und etablierte dort das Tabakstüble-Fachgeschäft;

den Kiosk behielt

er. Anfangs betrieb er das

Fachgeschäft, und seine Frau

Ursula hielt im Kiosk die Stellung.

Dann jedoch erlitt Alfred

Dietrich einen Herzinfarkt und

war ein Vierteljahr außer Gefecht.

krabbelte einer durch ein Loch

in der Scheibe ins Innere. „Den

haben sie erwischt. Der kam da

nicht wieder schnell genug raus.“

Inzwischen „wehrt“ sich Alfred

Dietrich mit Sicherheitsglas und

Alarmanlage.

Mit so gut wie allen Kunden

kommt der Kioskbetreiber gut

klar. Nur einmal hatte er Pech

mit einem Pärchen. Während die

Frau ihn in ein Gespräch verwickelte,

stahl sich ihr Partner in

den Nebenraum und entdeckte

Ohne den Kiosk am Sternplatz

würde in Geislingen etwas fehlen

– da sind sich seine Kunden,

darunter zahlreiche Stammkunden,

einig. „Ich wohne in der

Nähe. Das ist praktisch“, findet

zum Beispiel Günter Baum, der

hier seine Zigaretten kauft „und

ab und zu mal einen Roman“.

Christl Luik, die in der Passage

arbeitet, kommt „mindestens

zwei- bis dreimal pro Woche“ zu

Alfred Dietrich in den Kiosk.

„Und das, obwohl ich fanatische

Nichtraucherin bin“, betont sie.

Aber sie und ihr Mann lesen

Zeitschriften querbeet, und immer

wieder ergeben sich „nette

Schwätzle“ mit Alfred Dietrich

und anderen Kunden, ergänzt

Christl Luik und betont: „Solche

örtlichen Lädchen sind durch gar

nichts zu ersetzen.“

Meistens

schlugen sie

nur das Schaufenster

ein und

klauten die

Wasserpfeifen.

Seine Frau schloss die Lücke

im Fachgeschäft, ließ sich von

Vertretern der Tabakfirmen

schulen und fand Spaß am neuen

Wissen. Bis heute betreibt sie

seitdem den oberen Laden. Im

Kiosk sorgte derweil eine zuverlässige

Aushilfskraft dafür, dass

er nicht geschlossen werden

musste.

Alfred Dietrich liebt sein

17-Quadratmeter-Reich. Langweilig

wird es ihm dort nie. „Immerhin

habe ich doch oft Damenbesuch“,

sagt Alfred Dietrich

grinsend. Tatsächlich kommen

laufend Kunden, Frauen und

Männer, Junge und Alte. Sie

stammen aus allen Gesellschaftsschichten.

Viele duzen ihn. Die

meisten kaufen Zigaretten oder

Tabak. Alfred Dietrich rechnet

im Kopf zusammen, was das kostet

und kassiert ausschließlich

bar. „Das hält einen frisch“, sagt

er dazu. Weil er noch nie eine Registrierkasse

hatte, müsse er sich

jetzt auch keine Elektronikkasse

anschaffen.

Manchmal ist das Leben mit

Kiosk nicht nur „nicht langweilig“,

sondern sogar ziemlich aufregend.

Elfmal hat ihn die Polizei

im Lauf der vergangenen

46 Jahre nachts geweckt, weil jemand

in den Kiosk eingebrochen

war. „Meistens schlugen sie nur

das Schaufenster ein und klauten

die Wasserpfeifen dort.“ Aber

einmal hebelten Einbrecher die

Tür auf und nahmen sämtliche

Zigaretten mit. Ein anderes Mal

Fotos: Claudia Burst

dort das Wechselgeld. Den Verlust

bemerkte Dieterich erst, als

er mit dem Geld zur Bank gehen

wollte.

„Millionär wird man in diesem

Job nicht“, bekennt Dietrich,

der nicht zuletzt deshalb auch

mit 69 Jahren noch im Kiosk

steht. Würde er einen Käufer finden,

dann wäre er bereit, in Rente

zu gehen. „Aber den Kiosk vermieten

– das will ich nicht.“

Urlaub gönnen sich er und

seine Frau meistens im September,

weil das umsatzmäßig der

deutlich schwächste Monat ist.

„Da bringen die Leute ihre Zigaretten

vom Ausland mit“, kennt

er den Grund. Einmal, erinnert

er sich, habe einer tatsächlich

versucht, ihm seine ins Land geschmuggelten

Zigaretten anzudrehen.

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BLUMEN


8 KINDER UND MEDIEN

Erste Schritte in der

Medienwelt

Erziehung Smartphones und Tablets stehen auch bei Kindern hoch im Kurs. Andrea

Ziegler vom Landratsamt gibt im Degginger Familientreff Tipps zur Mediennutzung.

Von Heike Siegemund

Neun Besucherinnen des

Familientreffs im Bürgerzentrum

in Deggingen

sitzen an diesem

Dienstagmorgen mit ihren Kindern

in gemütlicher Runde beisammen.

Nach einem em

leckeren Frühstück

können sich

die Kleinen im

Bällebad austoben

und die anderen

Spielmöglichkeiten

im Familientreff

entdecken.

Die Mütter unterhalten

sich derweil

über ihren Familienalltag

und andere

Themen.

An diesem Morgen

gibt es noch einen

weiteren Programmpunkt

im „offenen

Café“ des Familientreffs:

Zu Gast ist

Andrea Ziegler vom

Göppinger Landratsamt.

Die Diplom-Sozialpädagogin

spricht

mit den Besucherinnen

über ein Thema, das

wohl viele Familien beschäftigt:

die Mediennutzung

ihrer Kinder.

Während früher das Fernsehen

an oberster Stelle stand, sind

mittlerweile auch bei Kindern

Smartphone und Tablet besonders

gefragt, weiß Andrea Ziegler.

Doch sie warnt: Schauen sich

Kinder hier zum Beispiel Videos

an, finde „wenig Interaktion

statt“, genauso beim Fernsehen.

Blättert ein Kind aber zusammen

mit einem Erwachsenen in einem

Buch und lässt sich daraus vorlesen,

sei dies ein gemeinsames

Erlebnis; nach dem

Vorlesen könnten sich Eltern und

Kinder nochmals über die Geschichte

unterhalten, ergänzt die

Sozialpädagogin.

Andrea Ziegler will die neuen

Medien aber keineswegs verteufeln.

Smartphone und Tablet seien

nicht generell schlecht und

aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken,

betont die Sozialpädagogin.

„Sie aus unserem Leben

zu streichen, geht nicht.“ Wichtig

sei aber, einen sinnvollen Umgang

damit zu erlernen, sich zu

überlegen, welche Regeln es

möglicherweise

Andrea Ziegler empfiehlt, mit Kindern regelmäßig Bilderbücher anzuschauen und

ihnen vorzulesen.

braucht, und sich als Mutter und

Vater darüber Gedanken zu machen,

was einem mit Blick auf die

Mediennutzung seiner Kinder

wichtig ist. „Dabei bleibt es nicht

aus, dass man selbst Vorbild ist.“

Sprich: Wer selbst viel am Smartphone

hängt, lebt seinem Kind

dieses Verhalten vor.

Dass Smartphones schon unter

dreijährige Kinder faszinieren,

wird in der Gesprächsrunde

schnell deutlich. „Das Display

wird hell und dunkel, es blinkt,

Bilder sind darauf zu sehen. Es

ist klar, dass Kinder das interessant

finden“, bestätigt Andrea

Ziegler. Hinzu komme: Alles,

was die Erwachsenen in ihren

Bann ziehe, wirke auch auf

Kinder spannend.

„Ich habe mein Handy öfter

in der Hand als mir lieb

ist. Ich versuche, das einzuschränken“,

räumt eine junge

Mutter ein. Eine andere

betont: „Als Familie haben

wir die Regel, dass auf dem

Esstisch keine Handys liegen.

Beim Essen gilt Handyverbot.“

Eine weitere

Mutter gesteht indes: In

gewissen Situationen und

wenn sie besonders gestresst

sei, erlaube sie

ihrem Kind, Videos auf

dem Smartphone anzuschauen.

„Die Nutzung von

Medien ist nur ein kleiner

Teil unserer Freizeitaktivität“,

gibt Andrea

Ziegler zu bedenken und

betont: „Es gibt so viel Zeit, die

man anders nutzen kann.“ Die

Sozialpädagogin verweist auf

Studien, für die Kinder nach ihrer

liebsten Freizeitbeschäftigung

befragt wurden. Die Antwort

der meisten: „draußen spielen“.

Gleichzeitig sei gefragt

worden, was tatsächlich die häufigste

Freizeitbeschäftigung der

Kinder sei: „Hier stand an erster

Stelle: Fernsehen.“


9

INFO

Fotos: Heike Siegemund

Seit 2017 gibt es den Familientreff

im Bürgerzentrum in Deggingen.

Interessierte Eltern und Großeltern

kommen mit ihren Kindern und

Enkelkindern dienstags von 9 bis

12 Uhr zusammen, um sich auszutauschen,

Abwechslung im Alltag

zu finden, Kontakte zu knüpfen und

Unterstützung bei der Erziehung

und bei allgemeinen Lebensfragen

zu erhalten. Der Treff wird vom

Landkreis finanziert. Die Gemeinde

Deggingen stellt die Räume zur

Verfügung. Das DRK ist Träger der

Personalstelle für die Leiterin Natalia

Weinberg, die von ehrenamtlichen

Helfern unterstützt wird und

die noch weitere Freiwillige sucht.

Sie würde sich freuen, wenn sich

noch Ehrenamtliche bei ihr melden

würden, die gerne mit Kindern

spielen und ihr beim Zubereiten

des Frühstücks helfen: Telefon

0172 / 4173651 oder E-Mail

n.weinberg@drk-goeppingen.de

Natalia Weinberg leitet den

Familientreff.

Andrea Ziegler gibt Tipps zum

Medienkonsum.

Alter

0 – 3 Jahre

3 – 6 Jahre

6 – 10 Jahre

Bilderbücher / Bücher

regelmäßig Bilderbücher

anschauen

und vorlesen (ab

etwa 6 Monaten)

regelmäßig vorlesen/

lesen

Doch was macht ein zu großer

Medienkonsum mit Kindern? „Er

kann die kindliche Entwicklung

beeinträchtigen, wenn die Medien

nicht kind- und altersgerecht

sind“, sagt Andrea Ziegler. Medien

sollten deshalb stets ein

kleiner Teil der Freizeitbeschäftigung

sein und nicht zur Dauerbeschäftigung

werden. Es gelte –

im Übrigen auch für Erwachsene

–, eine Balance zu finden zwischen

Mediennutzung und möglichen

anderen Aktivitäten.

Sich bewegen, selbst etwas

ausprobieren und erfahren, begreifen,

fühlen und sehen –

schlichtweg: Die Welt entdecken.

Das sei das Entscheidende für

Kinder unter drei Jahren, ergänzt

Andrea Ziegler. Eltern mit Kindern

im Kindergartenalter empfiehlt

sie, nur kurze Sendungen

anzuschauen und darauf zu achten,

dass die Bildfolge nicht zu

hektisch und schnell ist. Werbung

sollte man generell meiden.

Im ersten und zweiten Grundschuljahr

könnten Kinder bereits

einem Film folgen, „aber noch

nicht so wahrnehmen wie Erwachsene“.

Je größer die Kinder

werden, desto wichtiger seien

Regeln: Zum Beispiel das Handy

beim Essen wegzulegen oder es

nicht im Kinderzimmer benutzen

zu dürfen. Wichtig sei, dass Medien

nicht zur Gewohnheit werden

und dass man sich als Eltern

einen Überblick über die unterschiedlichen

Kindersendungen

verschafft. Hier empfiehlt Andrea

Ziegler „Flimmo“, eine Programmberatung

für Eltern, die

auf das aktuelle Fernsehprogramm

eingeht, dieses bewertet

und Tipps zur Fernseherziehung

gibt.

Andrea Ziegler geht noch auf

eine weitere Studie ein, für die

sechs- bis 13-jährige Kinder befragt

wurden. Demnach nutzt jedes

dritte Kind täglich Whatsapp,

und jedes zweite Kind besitzt

ein eigenes Smartphone. Erfreulich

ist: Trotzdem haben

Bücher nach wie vor einen großen

Stellenwert. So gaben 51 Prozent

der Befragten an, täglich in

einem Buch zu lesen, das für ihre

Altersklasse geeignet ist.

Hörmedien (Musik-CDs,

Kassetten, MP3s, Hörgeschichten)

höchstens 30 Minuten

höchstens 45 Minuten

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10 ORTSNAMEN

Die Eisbären und

die Schweiz

Serie Viele Gemeinden und deren Einwohner haben einen Neck- oder Spitznamen.

In Weiler gibt es gleich zwei kuriose Bezeichnungen. Von Heike Siegemund

Wer nicht in Weiler

wohnt, hat die beiden

Bezeichnungen

wahrscheinlich

noch nie gehört: Im Ödenturmweg

sind die Schweizer beheimatet;

im oberen Bereich der Dorfstraße

(etwa ab dem Feuerwehrmagazin)

und im Franzosenweg

leben die Eisbären. Warum die

Bewohner dieser Gebiete so genannt

werden, ist sogar vielen en

Weilerern nicht bekannt. In der

Ortschronik findet sich

nichts dazu; auch sonst ist

scheinbar nirgends etwas

schriftlich vermerkt.

Doch Jürgen Klaus, der im

Ort als „Yogi“ bekannt ist,

weiß aus den mündlichen

Überlieferungen seiner Vorfahren,

was es mit den beiden

Namen auf sich hat: Es muss s

kurz vor oder kurz nach dem

Zweiten Weltkrieg gewesen

sein, als der örtliche Gesangverein

in die Krone zu einer Faschingsveranstaltung

eingeladen

hatte. An diesem Abend

habe man sich „über die Aufteilung

im Ort ausgelassen“. Ob

dies in einem Sketch, einer Bütitenrede

oder ausschließlich den Gesprächen an den Tischen

geschah, ist unklar. Jedenfalls

habe man festgestellt, dass im

Ödenturmweg ein gemäßigteres

Klima herrsche als im oberen Bereich

der Dorfstraße (den Franzosenweg

gab es damals noch

nicht). Das hänge damit zusammen,

dass der Ödenturmweg tiefer

liege und windgeschützt sei,

erklärt Jürgen Klaus.

Bettina Maschke mit zwei Eisbären – hier braucht man auch im

Sommer eine Mütze. Fotos: Heike Siegemund

Tatsächlich verrät ein kleiner

Rundgang mit Ortsvorsteherin

Bettina Maschke, dass zwischen

dem höchsten Punkt der Eisbären

(684 Höhenmeter) und dem

niedrigsten Punkt in der Schweiz

(642 Höhenmeter) ein Unterschied

von 42 Höhenmetern

liegt. Das hat die Ortsvorsteherin

auf ihrem Smartphone mittels

einer App festgestellt. Weil

es „dort oben“, wie Jürgen Klaus

sagt, zugiger und kälter ist, blühen

die Blumen später als in der

Weilerner Schweiz. Im Winter

sei zu beobachten, dass die Fensterscheiben

der Eisbären-Autos

noch gefroren sind, während bei

den Schweizern bereits klare

Sicht herrsche. „In extremen Situationen

gibt es zwischen dem

Franzosen- und dem Ödenturmweg

einen Unterschied von zehn

Grad“, weiß Jürgen Klaus. Der

59-Jährige selbst lebt im unteren

Bereich der Schweiz und fühlt

sich dort überaus wohl. In seinem

Elternhaus im Ödenturmweg

ist er geboren. Das eigene

Haus baute er ans Elternhaus an.

Nur insgesamt eineinhalb Jahre

wohnte er woanders: ein halbes

Jahr in Heidelberg und ein Jahr

in Geislingen direkt am Sternplatz.

„Hätte ich damals nicht gewusst,

dass es zeitlich befristet

ist, wäre ich aiganga wie a Primale“,

sagt er rückblickend.

Es ist die Ruhe, das Ländliche,

das er an seinem Heimatort

Weiler schätzt.

Aber es ist auch ein gewisser

Stolz, in Weiler in der Schweiz

zu leben. „Da fühle ich mich ja


ORTSNAMEN 11

fast benachteiligt“, sagt Bettina

Maschke schmunzelnd, die früher

bei den Eisbären wohnte und

jetzt mit ihrer Familie in der

Burggasse zuhause ist – für Letztere

gibt es keinen speziellen

Necknamen. „Die Ortsvorsteherin

wohnt sozusagen im Niemandsland“,

fügt sie grinsend

hinzu.

Die Schweizer – darunter viele

Alteingesessene – zelebrieren

ihren Namen und veranstalten

seit acht Jahren alljährlich am

1. August einen Hock im Ödenturmweg.

An diesem Tag wird

auch in der richtigen Schweiz

Nationalfeiertag gefeiert. In Weiler

werden dann auch Schweizer

Flaggen gehisst – „drei Stück,

wenn wir voll beflaggen“, sagt

Jürgen Klaus, dessen Frau tatsächlich

Schweizer Staatsbürgerin

ist. Heuer gab es sogar ein

kleines Feuerwerk.

Jedes Jahr veranstalten die Schweizer ihren Hock. Dann sind auch

die Häuser im Ödenturmweg mit Schweizer Flaggen geschmückt.

In extremen

Situationen

gibt es zwischen

dem Franzosen- und

dem Ödenturmweg

einen Unterschied

von zehn Grad.

Jürgen Klaus aus Weiler

Die Frage, ob die Bewohner

der Dorfstraße und des Franzosenwegs

gekränkt reagieren,

wenn sie Eisbären genannt werden,

verneinen Bettina Maschke

und Jürgen Klaus. „Unsere Eisbären

haben ein gutes Gemüt.

Außerdem haben sie die bessere

Sicht“, sagt die Ortsvorsteherin.

Freilich necke man sich, aber

wirklich eingeschnappt sei deshalb

keiner, ergänzt Jürgen

Klaus. Das liege auch an der eingeschworenen

Gemeinschaft

und dem Zusammenhalt im gesamten

Ort.

Die Ortsvorsteherin selbst hat

übrigens lange gar nichts von

den beiden Necknamen gewusst.

Als sie davon erfuhr, rätselte sie

zunächst über die Hintergründe.

Ihre Erklärung waren die beeindruckenden

Felsformationen, die

man auf dem kleinen Wanderweg

vom Ödenturm herkommend

sieht. „Die Felsen sehen

aus wie in der Schweiz“, begründet

Bettina Maschke.

Während sich die etwa 40 Bewohner

der Schweiz sehr mit

ihrem Namen identifizieren, wissen

viele in der Dorfstraße und

im Franzosenweg lebende Weilerner

überhaupt nicht, dass sie

Eisbären sind. So wie zum Beispiel

Rolf Münkle, der, darauf angesprochen,

ganz überrascht ist.

Hans Eberhard hingegen hat den

Namen schon mal gehört. Als

Eisbär bezeichnet zu werden,

macht ihm überhaupt nichts aus,

sagt er und winkt ab: „Deshalb

bin ich nicht beleidigt.“

Ein echter Schweizer:

„Yogi“ Jürgen Klaus

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12 HÜHNERMOBIL

Die Hühner

sind los

Landwirtschaft Manfred und Birgit Mauz

halten auf ihrem Bauernhof in Gingen

in zwei transportablen Ställen etwa

600 eierlegende Weidehühner.

Von Günter Hofer

In den zwei fahrbaren Hühnermobilen

fühlen sich die

weißen und braunen Hühner

sichtlich wohl – nichts ahnend,

dass sie in etwa 15 Monaten

im Kochtopf enden. Den bekannten

„Hahn im Korb“ gibt es

in den Hühnermobilen gleich

fünfmal. Im kleinen Hühnermobil

legen die Tiere täglich etwa

180 Eier, in der großen Mobilstallung

weitere 220.

Schon seit gut 4000

Jahren werden von Menschen

Hühner gehalten.

Weltweit zählen Hühner

mit 20 Milliarden zu den

Favoriten unter den Haustieren.

Europaweit ist die

Rede von etwa 150 unterschiedlichen

Rassen, die

für die Haltung geeignet

sind. Eingruppieren kann

man dabei das Huhn in

Lege-, Fleisch- und Zwiehuhnrasse.

Die Legerasse,

wie sie die Familie Mauz in

Gingen hält, kommt auf etwa 200

Eier im Jahr und wird nicht auf

wuchtige Fleischmasse hin gefüttert.

Doch auch das „Gingener

Huhn“ marschiert, wenn die Zeit

reif ist, als Suppenhuhn oder Frikassee

auf den Essteller.

Wie fast auf jedem Bauernhof

üblich, scharrten in Gingen bis

2015 etwa 20 Hühner für die

Eigenproduktion auf dem Hof,

Info

Manfred und Birgit Mauz

betreiben in Gingen eine konventionelle

Vollerwerbslandwirtschaft.

Ihr Betrieb geht bis etwa

ins 16. Jahrhundert zurück. Die

nächste Generation, zwei Buben

und zwei Mädchen, steht schon

bereit. Neben den beiden Hühnermobilen

werden im Milchviehbetrieb

75 Melkkühe und

50 Stück Jungvieh gehalten. Für

die Kühe gibt es einen modernen

Auslaufhof. Die Melkarbeit (pro

Kuh zwei- bis viermal am Tag)

übernimmt ein Melkroboter. Die

täglich gewonnene Milch geht

zur Molkerei und im Direktverkauf

in den Milchautomat. Das

Milchhäusle mit dem Milchautomat

und dem Eierverkauf ist

täglich ab 6.30 Uhr geöffnet.

und der Hahn signalisierte krähend

sein Dasein hoch oben auf

dem Misthaufen. Als 2015 ein

Milchautomat auf dem Mauz-

Hof in Betrieb genommen worden

war, häufte sich bei den privaten

Milchabholern (die kamen

aus der gesamten Region) die

Nachfrage nach frischen Landeiern.

Birgit und Manfred Mauz

reagierten darauf, beschafften

sich zuerst eins und kurze Zeit

später ein zweites Hühnermobil

der Type „de luxe“. Für Manfred

Mauz war von Beginn an klar:

„Ich will selbst ein geschmacklich

gutes Ei. Deshalb soll es den

Hühnern in der mobilen Stallung

gut gehen.“

Heute ist die Logistik so abgestimmt,

dass es immer legende

Hühner gibt. Im Schnitt zweimal

im Jahr werden mit einem

Lastwagen ungefähr 200 jeweils

18 Wochen alte Junghühner von

einer Aufzuchtanlage auf der Alb

angeliefert. Immer zehn Stück

befinden sich in einem Geflügelkäfig.

Birgit Mauz und ihre vier

Kinder sind dann eingespannt:

Jedes Huhn wird einzeln mit der

Hand aus dem Käfig geholt und

auf die Stange im Hühnermobil

gesetzt. Es wäre falsch, das Federvieh

einfach aus dem Käfig zu

scheuchen, erklärt die Hofchefin.

„Hühner sind sehr sensible

und schreckhafte Tiere.“ Wichtig

sei, dass sie sich von Anfang

an wohlfühlen.

Grund zum Wohlfühlen in

den Hühnermobilen der Familie

Mauz haben die Hühner allemal:

Jedes ist sehr geräumig,

verfügt über ein trockenes,

abgedichtetes Erdgeschoss

und im Obergeschoss über

einen übersichtlichen Fressund

Trinkbereich. Auf derselben

Etage befinden sich

hinter schwarzen Lederklappen

die Legenester.

Ausgestattet sind die Hühnermobile

mit Solaranlage

für Lichterzeugung und

Dämmung.

Dies sorgt für konstante

Temperaturen – ob

Sommer oder Winter.

Mindestens 16 Stunden Licht

sind notwendig, damit die Hühner

ihre Eier ordentlich legen

können. Die Hauptlegezeit in

Gingen ist in der Regel gegen

10.30 Uhr. Täglich kurz vor zwölf

Uhr holt die Bäuerin die Eier aus

dem kleineren Mobil, wiegt diese

am Hof, sortiert sie nach weiß

und braun und verpackt sie

schließlich in Kartons. Gegen

16 Uhr erfolgt dasselbe Spiel im

größeren Hühnermobil.

Die beiden Mobile werden

durchschnittlich alle vier Wochen

umgesetzt. Jeweils zwei

Ziegen bewachen die mit Weidezaun

eingefassten Freiflächen.

Jeder, der in der Brunnenstraße

an der „Hühnerfarm“ vorbeifährt,

wundert sich beim Anblick

der Ziegen, die meist auf ihrer

Aussichtsplattform liegen und

Wache schieben. Hintergrund


HÜHNERMOBIL 13

Fotos: Schwabenpress

ist, dass es im Spätsommer 2017

etliche tote Hühner im Auslauf

gab: Ein Bussard hatte sich über

die Tiere hergemacht und etwa

30 getötet. Durch einen Bekannten

kamen Manfred und Birgit

Mauz auf die Zwergziegen. In jedem

Freilauf haben zwei Ziegen

ihr Zuhause gefunden; sie harmonieren

bestens mit den Hühnern

und sind ideale Wächter. So

droht den Hühnern die Gefahr

aus der Luft nicht mehr.

Abends bei Einbruch der

Dämmerung geht’s zum Schlafen

auf der Stange in den Stall. Die

Eingangsklappen schließen automatisch.

Wenn der Hahn morgens

kräht, geht es wieder raus

in die Natur. Für die Hühner ist

dies tagein, tagaus dasselbe Spiel

– etwa 18 Monate lang. Dann

kommt wieder der Lastwagen

vorgefahren. Diesmal allerdings

mit dem Ziel: Endstation Kochtopf.

Info

Wer Hühner auf dem eigenen Grund und Boden halten will, muss rechtlich

nicht viel beachten. Hühner zählen zu den Kleintieren; ihre Haltung

ist in reinen Wohngebieten grundsätzlich erlaubt. Mit dem Nachbarn

sollte man aber im Vorfeld sprechen und vielleicht auch mal das eine

oder andere frische Ei als Geschenk zusagen. Schließlich gibt es ja auch

noch den Hahn – und der kann durchaus mit seinem frühmorgendlichen

Krähen für Unmut in der Nachbarschaft sorgen.

Um den Hühnern ein schönes Leben zu bieten, sollte man an

Folgendes denken:

– Trockener Stall in Stelzenbauweise

– Einbau von Be- und Entlüftung

– Fenster für Licht und Lüftung, auch zum Schutz vor gefährlichen

Bakterien

– Erhöhte Sitzstangen zum Schlafen

– Dreiseitig geschlossene Nester zum Eierlegen

– Ausreichend Platz für Futter- und Trinkbehälter

– Genügend Freifläche als Auslauf (je Huhn etwa zehn Quadratmeter)

– Schattenspender wie Bäume und Büsche

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14 HEILIGS BLECHLE

Genussvolle Oldtimer-

Leidenschaft

Automobil Matthias Kehrer aus Deggingen hat sich seinen Oldtimer-Traum erfüllt:

Seit Herbst 2018 ist er stolzer Besitzer eines Opel Diplomat B V8, Baujahr 1977.

Von Patricia Jeanette Moser

Mein Traum vom Oldtimer

ist abschließend

erfüllt“, erzählt

Matthias Kehrer aus

Deggingen. Beim Gespräch mit

ihm wird deutlich, dass er ein

Oldtimer-Fan mit Maß und Ziel

ist. Die Familie hat Priorität.

Schon als kleiner Junge hatte er

gerne die kleinen Matchbox-Autos

gesammelt und war fasziniert

von den unterschiedlichen Autos

in Miniatur. Später als Erwachsener

sollte er die Autotypen

häufig wechseln. Parallel zur

Autoliebe prägt ihn die Leidenschaft

für Raritäten aus den

1950er, 60er und 70er Jahren.

Seit 2003 Besitzer der ehemaligen

Wäschefabrik in Deggingen,

verfügt er über ausreichend

Raum und Abstellfläche für seine

Retro-Schätzchen. So baute er

zum Beispiel alte Kühlschränke

um; eine Retro-Zapfsäule aus den

1950er Jahren hat er fürs heimische

Wohnzimmer zur Hausbar

umgewandelt. „Die Sammelleidenschaft

entwickelte sich hin

bis zur Oldtimer-Leidenschaft“,

erzählt Matthias Kehrer. In den

eigenen Firmenräumen, wo es

um Textildruck geht, befindet

sich seine Autowerkstatt. Auch

hier präsentieren sich Retro-

Artikel dekorativ. Ein alter Parkettboden

ist Teil der gepflegten

Werkstatt. Der Traum vom Opel

Diplomat mit Acht-Zylinder-Motor

führte zunächst über den Besitz

eines Opel Diplomat in Einzelteilen

mit Sechs-Zylinder-Motor.

Aus einer Schlachtkarosse

entnommen, war ein Acht-Zylinder-Motor

schon da und sollte

noch ausgewechselt werden. Viele

Stunden Freizeit hätte das gekostet,

wenn es nicht anders gekommen

wäre. Vom gleichen

Vermittler, der den Acht-Zylinder-Motor

verkauft hat, kam

das Angebot, einen kompletten

Diplomat B V8 mit acht Zylindern

zu kaufen. Das komplette

Auto stand in Aussicht, im gepflegten

Zustand. Eine solche

Chance bietet sich nicht oft in

der Oldtimer-Branche, die den

Acht-Zylinder Opel Diplomat,

Baujahr 1977, mit dem Prädikat

2 – 3 bewertet.

Der Anbieter kaufte die komplette

„Baustelle“ auf, und Matthias

Kehrer griff beim intakten


HEILIGS BLECHLE 15

„Komplett-Auto“ zu. Erspart blieben

ihm viele Arbeitsstunden,

worüber sich die Familie freute.

Der Diplomat B, den Matthias

Kehrer erwarb, war von 1969 bis

1977 produziert worden. Der

Degginger besitzt heute einen

der wenigen aus der Endproduktion.

Beeindruckende 230 PS hat

der Diplomat B von Matthias

Kehrer unter der Haube. „Limousinen

haben mich schon immer

fasziniert“, erklärt er die Wahl

seines Oldtimers. Vom Sound

des Motors schwärmt er und

lässt ihn gleich darauf erklingen.

Nach dem Kauf im Herbst

2018 waren nur wenige Ausbesserungen

notwendig. So reparierte

Matthias Kehrer die Elektrik;

außerdem wurde eine originale

Auspuffanlage verbaut. Der

Tank und der Tankgeber wurden

getauscht und Drei-Punkt-Gurte

Von meinem

Schätzchen

existieren

deutschlandweit

noch vier Stück.

für die Kinder nachgerüstet. Originalität

ist dem Oldtimer-Fan

wichtig. Doch die Sicherheit der

Kinder hat Priorität, betont Matthias

Kehrer, der an Geburtstagen

und Festtagen die Familie

und Verwandtschaft stilvoll im

Retro-Chic chauffiert.

Der Chevrolet-Acht-Zylinder-

Motor ist nicht sparsam im Benzinverbrauch.

Matthias Kehrer

macht sich dabei jedoch kein

schlechtes Gewissen. Mit seinem

Diplomat B fährt er durchschnittlich

im Jahr grade mal 1000 genussvolle

Kilometer. Da fallen

für ihn die 16 bis 25 Liter auf

100 Kilometer nicht ins Gewicht.

„Ich habe den Arbeitsplatz im

Haus und kann fast alles zu Fuß

oder mit dem Rad erledigen“,

sagt Matthias Kehrer zum Aspekt

des Verbrauchs und mit Blick auf

die Umwelt. „Mein Diplomat ist

das ganze Jahr über angemeldet

und bei jedem Wetter einsatzbereit“,

sagt der Oldtimer-Besitzer

weiter. Nur dem Salz des Winters

setzt er sein Schmuckstück

nicht aus; so vermeidet er unwillkommenen

Rost.

Gattin Beatrice teilt die Leidenschaft

für Altes, Rares und

für Oldtimer. Ihr Wagen ist daher,

wie sollte es anders sein, ein

VW-Käfer, Baujahr 1997. Der in

Mexiko produzierte Käfer ist das

Familienfahrzeug. Auch hier sind

die sicheren Kindersitze und

Gurte selbstverständlich. Die

Oldtimer-Leidenschaft von Matthias

Kehrer ist keine, die Leiden

schafft. „Die Kinder wachsen mit

den alten Dingen und mit dem

Oldtimer auf“, beschreibt er das

wachsende Interesse seiner

Kinder.

Weitere Oldtimer-Ziele spuken

Matthias Kehrer derweil

nicht im Kopf herum. Er genießt

die Ausfahrten zu Oldtimer-

Treffen in der Region und schaut

sich gerne an, was der Markt so

bietet. Von seinem Schätzchen

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existieren

deutschlandweit noch vier Stück,

weiß der Degginger. Nachfolgemodelle

gibt es nicht, nachdem

die Produktion eingestellt worden

war. Mit der Gewissheit, etwas

Besonderes zu besitzen,

schweigt Matthias Kehrer – und

genießt weiter.

Die Perücke von Heute

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16 FREILICHTMUSEUM

Vom Ab- und Aufbau

des Gartensaals

Geschichte Im Gartensaal des früheren Geislinger Restaurants „Wilhelmshöhe“ wurden

einst rauschende Feste gefeiert. Jetzt steht das historische Gebäude im Freilichtmuseum

in Beuren. Eine Chronologie. Von Heike Siegemund

Innenaufnahme des Saals aus Geislingen aus dem Jahr 1964.

Foto: Bildarchiv Freilichtmuseum Beuren

Der Abbau

Eigentlich stand der 125 Jahre alte

Gartensaal, der sich in einem

schlechten Zustand befand, kurz

vor dem Abbruch. Doch die

ehemalige Betreiberin der Wilhelmshöhe,

Inge Hafner, die

32 Jahre lang als Altenhilfe-Fachberaterin

des Landkreises Esslingen

tätig war, machte die Verantwortlichen

im Esslinger Landratsamt

auf das historische Gebäude

aufmerksam. Zu dieser

Zeit entstand im Freilichtmuseum

in Beuren (Kreis Esslingen)

die Idee, alte, regionale Kulturpflanzen

besser und größer zu

präsentieren; dafür wurde ein

Gebäude benötigt – und so kam

man schließlich zusammen.

In einem aufwendigen Verfahren

wurde der Gartensaal

schließlich im Februar und März

2018 in seine Einzelteile zerlegt.

Die Elemente wurden mit einem

Kran auf Sattelschlepper gehievt

und – in Spezialverpackungen geschützt

– abtransportiert, wobei

zuvor jedes einzelne Teil nummeriert

und in Plänen genau erfasst

worden war. Der Transport

der rund 3000 größtmöglichen

Einzelteile auf Tiefladern von

der Fünftälerstadt in die große

Restaurations-Halle der Spezial-Firma

„JaKo“ nach Rot an der

Rot war nicht ganz ohne: Zu welcher

Uhrzeit fährt man welche

Route? Welche Tunnel, Brücken

und Kurven könnten schwierig

werden? Sogar Polizeibegleitung

war notwendig.

In der Restaurations-Halle

bauten Fachleute der Firma, die

sich auf die Restaurierung und

Verlegung historischer Gebäude

spezialisiert hat, den 28 Meter

langen und 15 Meter breiten Saal

komplett wieder auf: Wie bei einem

Puzzle mussten sie die zahlreichen

Einzelteile des Gebäudes

wieder zusammensetzen. Anschließend

folgte die Restauration.

Und dann begann das Spiel

von vorne: Die Spezialisten bauten

das Gebäude erneut ab, wobei

die Einzelteile nicht mehr zurück

nach Geislingen transportiert

wurden, sondern nach Beuren,

wo das Gebäude auf dem

Areal des Freilichtmuseums nun

seine neue Heimat und Bestimmung

findet.

Die Historie

1893 hatte Johannes Hafner den

Geislinger Gartensaal auf einer

Streuobstwiese mit Blick auf die

Fünftälerstadt und die WMF erbaut.

Damals trug das Gebäude

den Namen „Gartenwirtschaft

zur Neuen Türkei“. 1911 eröffneten

die Hafners auf demselben

Grundstück das Höhenrestaurant

Wilhelmshöhe. 1937 vergrößerten

sie den Gartensaal mit

Biergarten, der nur im Sommer

bewirtschaftet war, von 120 auf

240 Quadratmeter; 1952 kam ein

Foyer hinzu. Das bis zu 300 Personen

fassende Nebengebäude

des früheren Wirtshauses Wilhelmshöhe

wurde vor allem in

den 30er und 50er Jahren für

Hochzeiten, Bälle, Konzerte und

Tanzveranstaltungen genutzt.

Auch eine Kegelbahn gab es, auf

der Meisterschaften ausgetragen

wurden.

Der Gartensaal war 1939 von

den Nazis beschlagnahmt worden.

Damals wurde er als Getreidelager

genutzt. 1945 wurde die

Familie Hafner ausquartiert; sie

musste vorübergehend die Wilhelmshöhe

verlassen, weil dort

geflüchtete Menschen aus Estland

untergebracht wurden. In

den 70er Jahren kam in dem Saal

eines der ersten Fitnessstudios

Deutschlands unter.


FREILICHTMUSEUM 17

Der Aufbau

Im Januar 2019 begannen die

Fachleute der Firma „JaKo“ mit

dem Wiederaufbau des Gartensaals

im Freilichtmuseum in

Beuren. Von der Errungenschaft

aus Geislingen, dem 25. Gebäude

im Museumsdorf, konnte relativ

viel Originalsubstanz erhalten

werden. Nicht mehr gerettet

werden konnten jedoch die

Dachplatten: Die Biberschwanzziegel

wurden in derselben Art

und Farbe neu beschafft. Das

Dachgebälk der im Jahr 1893 er-

bauten Gartenwirtschaft befindet

sich im Originalzustand, ebenso

die Wände, die Fenster mit

Schiebefunktion, die Dielen aus

1893 sowie der Massivparkettboden

aus 1937 und viele weitere

Details, wie zum Beispiel eine

Theke aus dem Büfettraum, wo

Bier ausgeschenkt worden war,

oder die Lampen (Milchglas-

Kugeln von der WMF). Auch

gut erhaltene Tapeten-Reste im

italienischen Stil wurden wieder

angebracht; weitere Tapeten

wurden in Original-Ausführung

reproduziert.

Museumsleiterin Steffi Cornelius sowie Projektleiter und

Die Zukunft

Im Freilichtmuseum in Beuren

wird der Geislinger Gartensaal

im Zustand der 1950er Jahre gezeigt

und stellt das zentrale Gebäude

zwischen den Baugruppen

Neckar-Land und Schwäbische

Alb dar. Der Saal ist Mittelpunkt

eines geplanten Erlebnis-Genuss-Zentrums

für regionale Kulturpflanzen

mit Tradition. Zu

Fotos: Heike Siegemund

Architekt Carl-Heinz Mosch führten Interessierte über die Baustelle.

sehen ist eine Dauerausstellung

zum Schwerpunktthema „Alte

regionale Sorten“ mit Genussund

Schauküche.

Im Foyer wird auf die Geschichte

des Gebäudes eingegangen;

im früheren Büfettraum

wollen die Verantwortlichen Einblicke

in die schwäbische Gaststättenkultur

geben.

Jochen Christ von der Firma

„JaKo“ zeigt die Pläne für den

Wiederaufbau des Gartensaals.

INFO

Der Ab- und Aufbau sowie die Restauration

des Geislinger Gartensaals

kostet insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Das Projekt wird finanziert vom Landkreis

Esslingen und vom Land Baden-

Württemberg. Außerdem beteiligen

sich der Förderverein Freilichtmuseum

Beuren, der Verband Region Stuttgart

und die Ehmann-Stiftung an der

Maßnahme. Weitere Infos gibt es auf

www.wilhelmshoehe-geislingen.de

und www.freilichtmuseumbeuren.de

im Internet.

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18 WANDERTIPP

Das sind ja schöne

Aussichten

Natur Helmut Walter aus Bad Überkingen ist begeisterter Wanderer.

Für die GZ präsentiert er eine Tour von Hausen über Ave Maria zur Hiltenburg

oberhalb von Bad Ditzenbach.

Start und Ziel der Tour

ist in Bad Überkingens

Ortsteil Hausen bei der

Bushaltestelle an der

B 466. Von dort aus wandern wir

von der Filsbrücke bergaufwärts.

Als Wanderzeichen dient uns die

„Rote Raute“ des Schwäbischen

Albvereins. Wenige Schritte führen

über Asphalt – und schon

geht es auf einen Wiesenweg, der

in einen Hohlweg mündet.

Jetzt sind wir bereits im Wald

und steigen beharrlich bergan.

Beim Blick zurück schauen wir

auf Hausen und den Weigoldsberg.

Wir sind nun für etwa

20 Minuten unterwegs und kommen

schon ganz schön aus der

Puste. Der Weg gabelt sich, und

wir wandern nach rechts. Es geht

eben weiter. Je nach Jahreszeit

blühen Märzenbecher, Bärlauch

oder Akeleien. Der Waldweg

geht in einen schmalen Pfad über

und mündet bald wieder in einen

breiten Waldweg. In gemäßigter

Steigung schlängelt sich unser

Weg in Richtung Deggingen. An

der nächsten Gabelung wandern

wir nach links. Wieder geht es

bergauf und nach einiger Zeit

achten wir auf einen schmalen

Abzweig nach rechts, der mit

dem Hinweis „Franziskuspfad“

ausgeschildert ist. Über diesen

Pfad erreichen wir Ave Maria, die

Wallfahrtskirche im Spätbarock

aus den Jahren 1716 bis 1718, oberhalb

von Deggingen gelegen.

Ave Maria in Deggingen ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Fotos: Helmut Walter

Nach einer Pause und der Besichtigung

der Anlage wandern

wir auf dem Weg des „Albtraufgängers“

weiter. Wir orientieren

uns an dem geschwungenen

T-Symbol. Unser nächstes Ziel ist

Berneck. Der Waldweg führt zuerst

eben und nach einer Linkskurve

steil hinauf zum Trauf. Als

wir die Anhöhe erreichen, weisen

Schilder zur Buschelkapelle

und zum kleinen Weiler Berneck.

Dort bietet ein kurzer Abstecher

eine schöne Aussicht und die

Möglichkeit der Einkehr.

Wieder zurück wandern wir

auf dem „Albtraufgänger“ weiter

in Richtung Schonterhöhe. Immer

wieder bieten Aussichtsplätze

und Felsen herrliche Blicke

hinunter ins Täle. Genannt seien

hier der Eckfels und der Oberbergfels.

Unser Wanderweg

mündet bei der Schonterhöhe in

die Landstraße, die als Steige von

Bad Ditzenbach nach Aufhausen

führt. Wir queren die Straße, gehen

an der gegenüberliegenden


WANDERTIPP 19

Abbiegestraße weiter bergauf

und biegen unmittelbar nach den

beiden Holzhütten des Straßenbauamts

nach rechts ab. Dieser

Spurweg hat keine Wanderhinweise.

Schon nach etwa 30 Metern

biegt der Pfad nach links

und führt als Hangweg weiter.

Für die nächste Stunde ist der

Wanderer mit der Natur eins.

Idyllisch führt der etwas eingewachsene

Pfad bis zur Hütte des

Albvereins Bad Ditzenbach. Ab

hier folgen wir wieder dem „Albtraufgänger“

und steigen hinauf

zum Schlossberg, um die Reste

der Burg Hiltenburg zu besichtigen.

Nachdem die Helfensteiner

ihre Stammburg und Geislingen

an die Ulmer verloren hatten,

wurde die Hiltenburg zu ihrem

Wohnsitz. Im ehemaligen Burghof

gibt es eine Grillstelle und

somit die Möglichkeit einer ausgiebigen

Pause mit traumhafter

Aussicht. Beim Abstieg orientieren

wir uns wieder an den Hinweisen

des „Albtraufgängers“

und später an der „Roten Raute“

des Schwäbischen Albvereins.

Schnell erreichen wir Bad Ditzenbach

und haben hier unterschiedliche

Möglichkeiten der

Einkehr. Mit dem Linienbus geht

es zurück zum Ausgangsort

Hausen.

Die Hiltenburg bei Bad Ditzenbach bietet sich für eine längere Rast an.

MEHR LEISTUNGEN

UNTER EINEM DACH!

Wandern mit

Helmut Walter

Die reine Gehzeit dieser Tour liegt

bei viereinhalb Stunden. Es sind

etwa 14 Kilometer Wegstrecke

sowie ein Aufstieg von 420 Höhenmeter

und ein Abstieg von

590 Höhenmeter zu bewältigen.

Gerne begleitet Helmut Walter

interessierte Wanderer am Sonntag,

13. Oktober, bei dieser Tour.

Start ist um 9 Uhr in Hausens

Ortsmitte beim Backhaus. Eine

Anmeldung ist nicht nötig.

Helmut Walter betont: „Jegliche

Haftung für Sach- und Personenschäden

ist ausgeschlossen.“

Weitere Infos zu Helmut

Walter und seinen Touren gibt es

auf www.wandern-ueberkingen.de

im Internet.

Peter Brendel & Peter Achtert

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73312 Geislingen an der Steige

Telefon: 07331 - 444 00

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20 UNIKATE

Mauerkunst trifft

auf Tuschemännchen

Kunst Original-Stücke der Berliner Mauer von Joe Schönmoser und die Werke des

Künstlers Rainer Hoffelner: Die beiden Kreativschaffenden haben eine gemeinsame

Ausstellung in Albershausen auf die Beine gestellt. Von Heike Siegemund

Es war ein Zeitungsbericht

im Juli 2018, der Rainer

Hoffelner aus Oberlenningen

(Kreis Esslingen)

aufhorchen ließ: 19 monströse

originale Stücke der Berliner

Mauer, jeweils zwischen drei und

4,6 Tonnen schwer, von Künstlern

gestaltet und bunt bemalt,

stehen im Hof von Joe Schönmoser

in Albershausen. Was ist das

für ein Mensch, der sich diese

Kunst, dieses Stück deutsche Geschichte,

in den Hof stellt, fragte

sich der Lenninger Künstler und

kam schließlich zu dem Schluss:

„Das muss ein cooler Typ sein.“

Ganz klassisch per Post nahm

Rainer Hoffelner daraufhin Kontakt

mit Joe Schönmoser auf und

fragte an, ob er eine Privatführung

erhalten könne. Der kunstaffine

Sammler aus Albershausen

war gleich offen dafür. Und so

kam es zur ersten Begegnung der

beiden Kreativschaffenden. Sofort

war klar: „Die Chemie

stimmt“, betont Joe Schönmoser.

„Ich bin relativ oft in Berlin.

Dort muss man die Mauer ja fast

suchen“, sagt Hoffelner. Dass

gleich 19 der geschichtsträchtigen

Teile im vergleichsweise

kleinen Albershausen stehen, sei

„einfach eine coole Nummer“,

ergänzt er. „Mauer ist Pop Art –

und das ist genau mein Style.“

Auch die Räume der Medienproduktionsfirma

„take entertainment“

von Joe Schönmoser haben

es Rainer Hoffelner

vom ersten Augenblick

angetan:

„Der Eingangsbereich

gleicht einem

Atelier oder einer

Galerie.“ Und in der Tat: Im Prinzip

ist das gesamte Gebäude ein

Kunstwerk. Es handelt sich um

eine ehemalige Edeka-Filiale, die

Schönmoser umgebaut hat. Hunderte

Vasen, Kannen und Teller

von Rosenthal, alles Unikate,

wurden feinsäuberlich über- und

nebeneinander in Regalen

aufgestellt.

Graffiti und weitere

Kunstwerke,

wie zum Beispiel

ein großes, aus

mehreren Einzelteilen

bestehendes

Bild mit der

Aufschrift „Leading

with Creativity“,

zieren die

Wände. Ein Flügel

steht mitten

im Raum. Alte

Holzpaletten

hat Schönmoser

zu Sitzmöbeln

und Tischen

umgestaltet.

Und

dazwischen:

Miniaur-Mauerstücke

aus

Porzellan von Rosenthal – bunt

bemalt oder in schlichtem Weiß.

Eines davon ist handsigniert von

Michail Gorbatschow und

stammt ursprünglich aus der

Sammlung von Patrice Lux, der

die Mauerkunst Anfang der 90er

Jahre ins Leben gerufen hat.

Umgekehrt stattete Joe Schönmoser

Rainer Hoffelner in seinem

Atelier einen Besuch ab –

und verliebte sich gleich in seine

Bilder. Die Vielfalt fasziniert

ihn, das Filigrane, das personifizierte

Malen. Die beiden sind

sich einig: Die Mauerstücke von

Joe Schönmoser und Rainer Hoffelners

Kunst passen bestens zusammen

– aus dieser Verbindung

kann etwas Tolles entstehen.

„Was passiert, wenn zwei Kreative

aufeinandertreffen?“, fragt

Hoffelner, um sogleich die Antwort

zu geben: „Bei uns wurde

ein Kreativkomp(l)ott draus.“ So

haben die beiden eine gemeinsame

Ausstellung auf die Beine gestellt,

die anlässlich des 30. Jahrestags

des Mauerfalls am 9. November

dieses Jahres vor und

in der Medienproduktionsfirma

von Joe Schönmoser in Albers-


KUNST 21

hausen steigt (siehe Info). Die

Location hat dafür eigens einen

neuen Namen erhalten: „Neu

West Berlin Depot“. Die Besucher

können zum einen die Mauerstücke

bestaunen; zum anderen

stellt Hoffelner etwa 40 seiner

großformatigen Bilder aus –

auch solche, die er bei einer

musealen Ausstellung in Peking

präsentiert hat.

In Albershausen zeigt Hoffelner

ganz unterschiedliche Werke,

die sein vielfältiges kreatives

Schaffen widerspiegeln: unter

anderem farbenprächtige Bilder,

die je nach Blickwinkel den Farbton

wechseln. Außerdem erdballähnliche

Gebilde, ein Hirsch auf

moderne Art interpretiert sowie

seine Porträts von bekannten

Persönlichkeiten. Gemalt hat er

zum Beispiel Elvis Presley, Che

Guevara und Johnny Depp alias

Captain Jack Sparrow aus „Fluch

der Karibik“. Während diese Porträts

alle sehr ansprechend gestaltet

sind, stellt Hoffelner auf

einem anderen Bild Donald

Trump wie ein Wildschwein dar.

„Bei ihm ging das nicht anders“,

sagt er. „Gleich daneben steht für

mich Rock ’n’ Roll“, ergänzt der

Lenninger und zeigt auf ein Porträt

des Musikers und Motörhead-Sängers

Lemmy Kilmister.

Alle seine Bilder erkennt man an

Hoffelners Markenzeichen: Seinen

kleinen Tuschemännchen,

die mit feinen Strichen gezeichnet

sind und die über die Bilder

tanzen, springen und klettern.

Nach der Ausstellung mit Rainer

Hoffelner plant Joe Schönmoser

übrigens eine weitere Veranstaltung

anlässlich 30 Jahre

Mauerfall: In Zusammenarbeit

mit der Gemeinde Albershausen

wird er seine Mauerstücke über

einen längeren Zeitraum „nochmals

separat inszenieren“.

INFO

Die gemeinsame Ausstellung von

Rainer Hoffelner und Joe

Schönmoser im „Neu West

Berlin Depot“ in der Schafhofstraße

11 in Albershausen läuft

bereits seit Mitte Juni.

Am Donnerstag, 3. Oktober,

ist um 19 Uhr Finissage.

Verstehen sich bestens: Rainer Hoffelner (links) und Joe Schönmoser.

Fotos: Heike Siegemund

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22 MUSEUM

Erinnerung

an die Juden

Geschichte Das Jüdische Museum in der Alten Kirche in

Jebenhausen veranschaulicht auf spannende und lebendige Weise

das Leben der Juden in Jebenhausen und Göppingen. Von Claudia Burst

Das Fragment eines Davidsterns

steckt außen

in der Alten Kirche in

Jebenhausen. Die Objekt-Installation

des Göppinger

Künstlers Rudolf Bender verweist

auf die Verschmelzung

zwischen Juden- und Christentum.

Aber auch auf das, was die

beiden Religionen voneinander

trennt. Ähnliches schafft das ehemalige

Dorfkirchlein an der Boller

Straße in Jebenhausen selbst:

Es beherbergt seit 1992 das Jüdische

Museum Göppingen.

Bereits lange vorher, ab 1906,

saßen Jebenhauser Christen auf

Kirchenbänken und unter Messingleuchtern,

die sich zuvor in

der jüdischen Synagoge im Ort

befunden hatten. Bänke und

Leuchter waren ein Geschenk

der Jebenhauser Juden an die

evangelische Kirchengemeinde,

nachdem im Jahr 1899 die Synagoge

aufgelöst worden war.

Wie es dazu kam, erfährt der

Museumsbesucher, wenn er im

hinteren Bereich der Kirche einen

Bildschirm berührt: Es war

im Jahr 1777, als die Jebenhausener

Ortsherren, die Freiherren

von Liebenstein, den Juden einen

Schutzbrief ausstellten und ihnen

– in der Hoffnung auf eigenen

ökonomischen Aufstieg –

erlaubten, in Jebenhausen eine

Gemeinde zu gründen. Sie garantierten

ihnen freie Religionsausübung,

eigene Bauplätze, eine

eigene Schule, einen eigenen

Friedhof und einiges mehr. 1850

lebten 530 Juden in Jebenhausen

in friedlicher Koexistenz mit

630 Christen. Ein Dorf-Modell im

Museum zeigt, wie sich das

jüdische Straßendorf im Anschluss

an das ursprüngliche

Christendorf bildete. „Der Friedhof

mit allen 350 Grabstellen

existiert heute noch“, berichtet

Karl-Heinz Rueß, Leiter der

Archive und Museen der Stadt

Göppingen.

In einem zweiten Bereich erläutert

die Ausstellung typische

Merkmale jüdischen Lebens,

stellt christliche Feste den jüdischen

gegenüber. Ein Türchen in

einer Vitrine lässt sich öffnen –

darin befindet sich ein Deko-

Türmchen, ein sogenannter Besamim-Behälter,

der nach Nelken

und anderen Gewürzen duftet.

„Daran riechen Juden am Ende

des Schabbats und nehmen diesen

Wohlgeruch mit in die profane

Woche“, erläutert Rueß den

Sinn des Exponats.

Im Chor der Kirche erfährt

der Besucher, dass die Jebenhauser

Juden ab Mitte des


MUSEUM 23

19. Jahrhunderts in die Nachbarstadt

Göppingen auswanderten.

Die rechtliche Gleichstellung

aller Juden mit den Christen ab

1864 machte dies möglich, und

in der Stadt erhofften sie sich

bessere Erwerbsmöglichkeiten.

1867 weihte die jüdische Gemeinde

in Göppingen eine neue

Synagoge ein.

Diese gibt es heute nicht

mehr; nur ein Modell und Fotos

erinnern an das Gebäude, das in

der Nacht auf den 10. November

1938 während der „Reichskristallnacht“

von Nazis abgefackelt

wurde. Unterhalb der Treppe

nach oben zur Empore wird anhand

der Biografie des Göppinger

Rabbiners Dr. Aron Tänzer

dargestellt, wie sich die „Denke“

der Menschen wandelte: Aron

Tänzer, der unter ande-

rem die Göppinger

Stadtbücherei

gründete,

meldete

sich während

des Ersten Weltkriegs

als deutscher

Patriot

freiwillig an die

Front. Er erhielt

fünf Orden für

seine Verdienste

und die Mitgliedschaft

im Militärverein.

Aber 15

Jahre später wurden

ihm diese wieder

aberkannt mit

der Begründung: g:

„Als Nicht-Arier r

können Sie nicht

Mitglied sein.“ Zu

seiner Beerdigung

im Jahr 1937 traute sich nur ein

einziger Christ.

Die Härchen, die sich dem Besucher

bei diesen Informationen

aufstellen, bleiben stehen. Auf

der Emporenbrüstung befinden

sich Schriftstücke, die den Wandel

im Verhältnis zwischen

Christen und Juden veranschaulichen.

Ruft ein Aushang-Zettel

zu Beginn des Ersten Weltkriegs

die Juden noch zur Ausübung

ihrer Patriotenpflicht auf, so

verleumdet ein Aushang nach

dem Krieg sie bereits als Drückeberger.

Eine Protokollnotiz aus

einem Gespräch mit Adolf

Hitler im Jahr 1922 lässt dessen

Anhand von Exponaten

wird jüdisches

Leben anschaulich

dargestellt.

Fotos: Claudia Burst

Karl-Heinz Rueß (rechts) erklärt die Entwicklung des dörflichen Lebens in

Jebenhausen ab dem Zuzug der Juden.

extremen Judenhass erkennen.

Deutlich sagt er schon damals,

dass er sie vollkommen ausrotten

will. Richtig pervers wird es

dort, wo es um das Niederbrennen

der Göppinger Synagoge

geht. Während auf einer großen

schwarzen Wand die Ruine der

Synagoge zu sehen ist, ist auf der

Brüstung eine Rechnung über

3858,85 Mark ausgestellt. Sie ist

an die jüdische Gemeinde gerichtet,

die diesen Betrag für die Entfernung

des Bauschutts berappen

musste.

Aber auch Zivilcourage und

Menschlichkeit werden im Museum

beleuchtet. Etwa der Feuerwehrkommandant

Karl Keuler,

der bei der Synagoge löschen

wollte, aber davon abgehalten

wurde; oder das Ehepaar Palmer,

das eine Jüdin versteckte und ihr

das Leben rettete.

Im neu gestalteten Museum

hört die jüdische Geschichte in

Göppingen nicht mehr 1945 auf.

Fragen, die Karl-Heinz Rueß im

Lauf der Jahrzehnte bei Führungen

oft gestellt bekommen hat,

werden jetzt beantwortet. Wie

etwa, was mit den Brandstiftern

passierte, wer an den Deportationen

mitgewirkt hatte. In den

1960er Jahren hatte der Liedermacher

Peter Rohland Erfolg mit

jiddischen Liedern. Er rehabilitierte

damit das jüdische Liedgut.

2018 wurde das Jüdische Museum komplett runderneuert. Mit

seiner modernen Technik und der Kombination aus Ausstellung von

Exponaten, Informationen per Touch-Screen oder über Audio-Stationen

sowie ansprechender Darstellung und informativen, makabren, spannenden

Inhalten entspricht das Museum jetzt dem Wahrnehmungsverhalten

heutiger Besucher. Karl-Heinz Rueß initiierte vor 27 Jahren die

Einrichtung eines Jüdischen Museums im damals leer stehenden, seit

1966 profanierten Kirchengebäude und verantwortete auch die neue

Präsentation. Darin werden jetzt auch Fragen beantwortet, die dem

Museumsführer oft gestellt wurden.

INFO

Das Jüdische Museum

Göppingen in Jebenhausen hat

mittwochs von 13 bis 17 Uhr sowie

samstags und sonntags von 11 bis

17 Uhr geöffnet. Führungen gibt es

nach Anmeldung (auch außerhalb

der Öffnungszeiten) per E-Mail an

museen@goeppingen.de oder

unter der Telefonnummer

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24 NACHGEFRAGT

Wandern und

Drachen

steigen lassen

Foto: ©Phimak – stock.adobe.com

Umfrage Unsere Region hat viel zu bieten – darin sind sich die Befragten einig, die den

Herbst nicht nur für Wanderungen nutzen. Von Heike Siegemund

Sevgi (46) und Hidir Tan (58)

aus Geislingen:

„Bei uns in der Gegend kann man so schön wandern

– da muss man nicht unbedingt weit weg

fahren. Die Tour zum Wasserberghaus ist zum

Beispiel toll oder hoch zum Helfenstein. Auch

bei Türkheim kann man schön wandern. Wenn

wir im Wald sind, kommt unsere Seele zur Ruhe

– hier finden wir Erholung und können richtig

abschalten.“

Lea Autenrieth (24)

aus Blaubeuren:

„Im Herbst lasse ich gerne Drachen

steigen, zum Beispiel auf

der Albhochfläche bei Bühlenhausen.

Wir haben mehrere

Drachen, da suche ich mir den

passenden aus. Ein tolles Ausflugsziel

im Herbst ist auch der

Blautopf in Blaubeuren. Und auf

dem Eiszeitjägerpfad, der um

Blaubeuren herumführt, lässt es

sich gut wandern.“

Tobias Mangold (19)

aus Bühlenhausen:

„Ich spiele auch im Herbst gerne

Fußball oder gehe auf die

Mountainbikestrecke in Laichingen

beim Sportplatz. Auch

der Kletterwald in Laichingen

ist zu empfehlen – er eignet sich

auch gut für Kinder. Auf dem

Löwenpfad bei Geislingen zu

wandern, ist schön – oder zum

Blaufelsen, der eine gute Aussicht

auf Blaubeuren bietet.“

Ilka (50) und Ralf Nienaber (60)

aus Süßen:

„Wir besuchen im Herbst gerne Besenwirtschaften,

zum Beispiel im Nassachtal, und Weinfeste

an der Mosel, wo es auch offene Weinkeller gibt.

Wir gehen aber auch gerne spazieren, zum Beispiel

im Schlater Wald, auf dem Messelberg bei

Donzdorf oder bei der Roggenmühle. Unsere Gegend

ist sehr schön und hat viel zu bieten.“

Nicole Roos (26) und

Dennis Mack (27)

aus Gosbach:

„Der Herbst ist die Zeit, in der

wir gerne Thermen besuchen.

Ich (Nicole Roos) gehe auch

gerne in die Sauna – ich (Dennis

Mack) bin kein Saunagänger, da

fahre ich lieber mit dem E-Bike

Richtung Filsursprung oder

zum Wanderparkplatz Aimer

oberhalb von Gosbach. Joggen,

zum Beispiel zur Hiltenburg bei

Bad Ditzenbach, gehört für uns

auch zum Herbst dazu.“


REZEPT 25

Mit Erbsen-Mousse

gefüllte Cannelloni

Kochen Selbst hergestellte Nudeln schmecken viel besser als die

gekaufte Variante, betont GZ-Küchenmeister Walter Bauhofer.

In Italien gehöre das Nudelmachen längst zu den Grundlagen in

der Küche.

Walter Bauhofer

GZ-Küchenmeister

INFO

„Nudelteig und Nudelsoßen

selbst machen ist nicht wirklich

schwierig und schmeckt viel besser“,

weiß GZ-Küchenmeister Walter

Bauhofer. Dies gehöre in Italien längst

zu den Grundlagen in der Küche – ob

bodenständig oder gehoben, ergänzt

er und betont: „Alles was man zum

Nudelmachen benötigt, sind Mehl,

Eier, Salz und Olivenöl.“

Rezept für 4 Portionen

Teig:

300 g Mehl Type 00

(oder 405 und 550 je zur Hälfte)

3 Eier

½ TL Salz

2 EL Olivenöl

alternativ: 8 fertige Cannelloni

(bissfest vorgekocht)

Füllung:

650 g Erbsen TK

180 g Ricotta

90 g Parmesan

40 g Pinienkerne, geröstet

4 Eigelbe

4 gehäufte EL Semmelbrösel

Salz, Pfeffer aus der Mühle

Muskatnuss

1 EL Honig

25 g Butter

Abrieb einer Bio-Zitrone

1 – 2 Knoblauchzehen

10 g gehackter Salbei

2 EL Olivenöl

8 Cocktailtomaten

etwas Puderzucker

Zubereitung

Für den Teig alle Zutaten mit

einer Küchenmaschine oder

mit dem Handrührgerät zu einem

Teig verkneten und abgedeckt

ruhen lassen. Erbsen in

kochendem Salzwasser etwa

drei Minuten blanchieren und

in Eiswasser abschrecken. Erbsen

zusammen mit dem Ricotta,

mit 50 g des fein geriebenen

Parmesans, den gerösteten Pinienkernen,

mit drei Eigelben und

den Semmelbröseln in einen

Bechermixer geben und pürieren.

Mit Salz, Pfeffer, geriebener

Muskatnuss und Honig würzen.

Teig dünn ausrollen, in Rechtecke

schneiden und mit einem

Eigelb bestreichen. Masse mittels

Dressierbeutel und Lochtülle

darauf dressieren und einrollen.

Cannelloni in eine gefettete

Form geben, mit Butter bepinseln

und für sieben Minuten

in den auf 130 Grad geheizten

Backofen geben.

Für die Gremolata Butter

mit Zitronenabrieb, Knoblauch

und Salbei vermengen und zu

einer pastösen Masse verarbeiten.

Olivenöl in eine Pfanne

geben und vorsichtig erhitzen.

Cannelloni zugeben und darin

vorsichtig erwärmen. Nun

die Gremolata zugeben und die

Nudeln darin schwenken. Cocktailtomaten

halbieren, mit Salz

und Puderzucker würzen und

kurz im Backofen leicht karamellisieren.

Anrichten und mit

restlichem Parmesan vollenden.

Immer gute Kultur . . .

Vielseitige Veranstaltungen

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26 ORTSHISTORIE

Wappenkunde

Gruibingen

Das Gruibinger Wappen zeigt

in Grün ein silbernes Widderhorn

in Form einer linken Unterschnecke.

Nach dem Bericht

von Ober- und Untervogt zu

Göppingen von 1535 haben die

von Gruibingen „weder Schild

noch Wappen je gehabt“. Im

Jahr 1930 erscheint im Gemeindedienstsiegel

ein Widderhorn,

die Wappenfigur des einstigen

Gruibinger Ortsadels. Auf Anregung

der Stuttgarter Archivdirektion

wurde die Gestalt des

Widderhorns im Jahr 1958 nach

dem Vorbild im Siegel des Albrecht

von Gruibingen von 1391

heraldisch verbessert. Gleichzeitig

wurden die frei gewählten

Wappenfarben festgelegt.

Das Wappen und die Flaggenfarben

wurden am 18. Februar

1959 vom Innenministerium

verliehen.

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Wiesensteig

Auf dem Wiesensteiger Wappen

ist in Rot ein aus einem

goldenen Fünfberg wachsender

silberner Elefant zu sehen. Obwohl

Wiesensteig schon 1356 als

Stadt bezeichnet wurde, stammt

der früheste Siegelbeleg erst

vom Jahr 1482. Das Siegelwappen,

ein aus einem schräglinken

Vierberg wachsender Elefant,

bezieht sich auf die Stadtherren,

die Grafen von Helfenstein,

die einen auf einem Drei- beziehungsweise

Vierberg stehenden

Elefanten im Wappen führten.

Zur Unterscheidung vom Familienwappen

ist das Wappen

der Stadt „gemindert“, indem

es anstelle des ganzen Elefanten

nur dessen Rumpf enthält. Das

Siegel ist bis 1533 nachzuweisen,

wurde aber 1623 noch einmal

gebraucht.

Um 1550 wurde ein kleineres

Stadtsiegel mit demselben

Wappen verwendet, dem bald

wieder ein größeres mit einem

aus einem Dreiberg wachsenden

Elefanten folgte. Dieses

Siegel war wohl in den Wirren

des Dreißigjährigen Kriegs verlorengegangen.

1659 erschien

ein ähnliches, aber in der Ausführung

gröberes Siegel. Für die

Zeit bis 1800 können noch zwei

weitere Siegel festgestellt werden,

die, wie auch die späteren

Siegel, stets den wachsenden

Elefanten beibehalten.

Vom Übergang der Stadt

nach dem Aussterben der Helfensteiner

(1627) an das bayerisch-fürstenbergische

Kondominat

im Jahr 1642 sowie vom

vollständigen Übergang an Bayern

1752 und an Württemberg

1810 ist das Stadtwappen nicht

beeinflusst worden. Im Schildfuß

der Siegelwappen erscheint

meist ein mehrfacher Berg;

doch kommt auch ein einfacher

Hügel oder – in dem um 1820

entstandenen und noch 1902

verwendeten Siegel – eine Art

„Boden“, aus dem der Elefant

wächst. Der Fünfberg im heutigen

Wappen ist in den Stadtsiegeln

erst seit dem um 1930 gebrauchten

Siegel festzustellen.

Die Farben des Stadtwappens

entsprechen – was Elefant

und Schildgrund betrifft – dem

Wappen der Grafen von Helfenstein

und haben sich seit

der ältesten bekannten farbigen

Darstellung im Stuttgarter

Schützenbuch von 1560 nicht

geändert. Gewechselt hat lediglich

die Figur im Schildfuß.

In dem Wappen von 1560, im

Siebmacherschen Wappenbuch

von 1856-85 und dann wieder

in Hupps Ortswappenwerk von

etwa 1930, wächst der Elefant

aus einem Dreiberg, im Wappen

auf einem Kupferstich von

Wiesensteig um 1700 bricht er

aus dem Schildrand hervor, und

in den Wappenabbildungen bei

Pfaff (1854) und im „Königreich

Württemberg“ (1886 und 1907)

kommt er aus dem Fünfberg.

Die Wiedergabe im „Königreich

Württemberg“ dürfte den

Anlass dazu gegeben haben, das

Wappen auch im Siegel in dieser

Weise zu führen. Als Ortszeichen

erscheint der Elefant

auch auf Wiesensteiger Marksteinen.

Die Stadt führte bis zum

Jahr 1958 die Flagge Grün-Rot,

änderte aber dann diese Zusammenstellung

in die aus

dem Wappen entnommenen

Farben Weiß-Rot, die der Stadt

am 4. Februar 1959 vom Innenministerium

verliehen worden

sind.

Mühlhausen

Das Wappen der Gemeinde

Mühlhausen, das das Innenministerium

am 19. Februar 1959

offiziell verliehen hat, zeigt in

Rot auf silbernem Zweig einen

silbernen Kuckuck. Bereits 1930

hatte die Gemeinde das Wappen

in jetziger Form angenommen.

Die Farben Rot und Weiß

sind die Farben des Hauses

Rechberg. Der Kuckuck bezieht

sich auf den Necknamen, den

die Einwohner Mühlhausens erhalten

haben. Weil der Kuckuck

als schöner und kluger Vogel

angesehen wird, findet er im

Gemeindewappen seinen Platz.


AUSFLUGSZIEL 27

Foto: © Jürgen Fälchle/Fotolia

Fahr mal raus

Ausflug ins

römische

Imperium

Ende Mai wurde das

Limesmuseum in Aalen

neu eröffnet. Bereits im

Sommer 2016 hatte die

umfassende Sanierung

begonnen. Außerdem

wurde die Dauerausstellung

mit einem Landeszuschuss

Foto: Stadt Aalen, Ulrich Sauerborn

von 1,5 Millionen Euro Großflächige Illustrationen,

völlig neu gestaltet. Das neue

Limesmuseum ist das größte

Römermuseum am UNESCO-

Welterbe Limes. Vom neu gestalteten

Vorplatz aus betritt der

Besucher zunächst das grundlegend

veränderte großzügige

Foyer des Hauses mit Empfangstheke,

Museumsshop und einem

kleinen Museumscafé. Von hier

aus gelangt man in die Dauerausstellung,

auf das Freigelände

mit den Überresten des römischen

Kastells oder aber in den

neuen Sonderausstellungsbereich

im Obergeschoss des

Museums.

Die völlig neue Dauerausstellung

mit über 1500 Originalfunden

wird auf einer erweiterten

1500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche

präsentiert. Im

Erdgeschoss tauchen die Besucher

dabei zunächst ein in das

Leben am Limes vor 1800 Jahren.

In einem ersten Schritt,

einer Art Prolog, werden die

Entwicklung des römischen Reiches,

seine Herrschaftsideologie,

sein Verständnis von Grenzen

und das Verhältnis der Römer

zu den Germanen erläutert.

So lässt sich begreifen, warum

die Römer hier im heutigen Süddeutschland

überhaupt einen Limes

Modelle und vor allem die archäologischen

Originale ergeben

in der Zusammenschau einen

eindrucksvollen Einblick in

den Alltag der Menschen entlang

des Limes. Im zweiten Teil

der Ausstellung im Obergeschoss

kehrt der Besucher aus

der Römerzeit in die Gegenwart

zurück. Er begibt sich auf eine

archäologische Entdeckungsreise

entlang der 164 Kilometer langen

Limesstrecke in Baden-

Württemberg. An 14 spezifischen

Orten erfährt er so, was

heute noch vom Limes übriggeblieben

ist. Das breite Spektrum

der baulichen Überreste und

eine Vielzahl bedeutender Einzelfunde

verdeutlichen dabei

den außergewöhnlichen und

universellen Wert des Limes als

UNESCO-Welterbe. Moderne

Medienangebote bieten dabei

die Möglichkeit, selbst als Forscher

beziehungsweise Archäologe

aktiv zu werden, um die

vielfältigen Geheimnisse entlang

des Limes zu entschlüsseln.

Den Abschluss der Ausstellung

bildet schließlich ein Epilog,

der den Blick weitet und das

Thema Grenzen anhand mehrerer

Beispiele – historisch wie aktuell

– aufzeigt. Birgit Rexer/pm

errichteten. In einem zwei-

ten Schritt lernt der Besucher

dann anhand von konkreten archäologischen

Objekten sieben

Personen kennen, die im römischen

Aalen gelebt haben. Er

begleitet diese Soldaten und

Zivilsten in ihre spezifischen

Lebensbereiche – am Limes, im

Kastelldorf und im Kastell.

Info

Das Limesmuseum

in der St.-Johann-Straße 5

in Aalen hat dienstags bis

sonntags und an Feiertagen

von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Geschichte

und Fortschritt

an der Fils

Um 1850 begann auch im Filstal

die Industrialisierung. Doch es

entstanden nicht nur neue Fabriken;

benötigt wurden auch

Arbeitskräfte, die an den Maschinen

arbeiten sollten. In Kuchen

gründete Arnold Staub,

der aus einer calvinistisch geprägten

Schweizer Unternehmerfamilie

stammt, 1857 eine

Textilfabrik. Aus seiner christlichen

Prägung heraus plante

Staub bereits 1858 den Bau einer

Siedlung für seine Arbeiter. Er

beauftragte den Architekten

Georg Morlok mit der Planung

von drei Arbeiterwohngebäuden.

1862 erfolgt die Planung

von weiteren Gebäuden durch

den bekannten Züricher Architekten

Leonhard Zeugheer. So

wurden im Laufe der Zeit eine

Schule, eine Bibliothek, ein

Lese- und Versammlungszimmer,

ein Kaufladen, eine Apotheke

und ein Spital gebaut.

Das Bad- und Waschhaus galt

als Prunkstück der Arbeitersiedlung

mit Schwimmbecken,

HEISSER

Dampfbad, Badezimmern,

Waschanstalt und Bügelzimmern.

Das fortschrittliche Siedlungsprojekt

galt als absolutes

Novum im frühen Industriezeitalter.

Bei der Weltausstellung in

Paris 1867 erhielt Arnold Staub

für die Siedlung den Großen

Preis mit Goldmedaille und

wurde zum Ritter der Ehrenlegion

ernannt. Bis heute sind

verschiedene der denkmalgeschützten

Häuser erhalten und

können bei einer Führung besichtigt

werden. Natürlich kann

man die Siedlung mit ihren Gebäuden

– zumindest von außen

– auch selbst entdecken. Wer

mit dem Fahrrad unterwegs ist,

den führen die Filstalroute und

die Route der Industriekultur

direkt an Kuchen vorbei.

Birgit Rexer

Info

Lesestoff

für die

KALTEN

Herbsttage

SCIENCE FICTION IM

KIOSK STERNPLATZPASSAGE

ALFRED DIETRICH

Stuttgarter Str. 90

73312 Geislingen

Tel.: 07331 627 33

Führungen durch die historische

Arbeitersiedlung

in Kuchen finden ausschließlich

nach Vereinbarung statt.

Weitere Informationen gibt es bei

Helmut Junginger aus Kuchen

unter der Tel. 07331 / 8 12 56.


28 LESEN

Buchtipps

Von Anne Meßmer

Zwei Kommissare, vier Leichen

Eigentlich war Hauptkommissar

David Büttner gerade auf dem

Sprung in den Urlaub. Doch dann

erreicht ihn der Anruf seiner Sekretärin:

Auf der Insel Juist wurde

ein totes Paar aufgefunden.

Zunächst sieht alles nach einer

Überdosis aus. Doch der Staatsanwalt

ordnet eine genauere Untersuchung

an – denn die Tote ist

seine Nichte.

Als die Kieler Kommissarin

Lena Lorenzen von den beiden

Toten hört, setzt sie sich mit

Büttner in Verbindung. Denn in

Sankt-Peter-Ording gab es vor

wenigen Monaten einen ganz

ähnlichen Fall. An beiden Tatorten

wurde ein Strauß roter

Mohnblumen gefunden. Zusammen

machen sich die Ermittler

auf die Suche nach weiteren Verbindungen

zwischen den Toten.

Die Autorinnen

Elke Bergsma wurde 1968 in Ostfriesland

geboren. Als Kind las

sie mit Begeisterung die Geschichten

rund um die Abenteuer

der „Fünf Freunde“ von Enid

Blyton. Anna Johannsen stammt

aus Nordfriesland. Sie liebt die

Landschaft und Menschen der

Region: Besonders verbunden ist

sie mit den nordfriesischen Inseln.

Das Buch:

Juister Mohn

Elke Bergsma, Anna Johannsen

Verlag: Edition M

Preis: 9,99 Euro

ISBN: 978-2-919-80826-7

Der Tod duftet wie das Meer

Das Letzte, das Lucien Aubert in

seinem Leben wahrnimmt, ist die

salzige Luft des Mittelmeers –

das schon wenige Momente später

sein Grab wird. Zu dieser Zeit

ahnt Pierre Durand, Chef de Police

Municipale in der Provence,

noch nicht, dass der Tod des Parfümeurs

schon bald seine heimische

Welt beeinflussen wird.

Denn rund drei Wochen später

taucht Anouk bei ihm auf. Sie ist

eine Freundin seiner Partnerin

Charlotte und eine bekannte Rosenzüchterin

– die unter Mordverdacht

steht. Ihr Nachbar wurde

tot im seinem „Archiv der

Düfte“ gefunden. Zudem fehlen

wichtige Dokumente. Und so

macht Pierre sich auf die Suche

nach der Wahrheit.

Die Autorin

Hinter dem Pseudonym Sophie

Bonnet verbirgt sich die deutsche

Autorin Heike Koschyk. Geboren

wurde sie 1967 in New

York. Aufgewachsen ist Koschyk

in Hamburg und Travemünde.

Bevor sie sich ihrem Traum vom

Schreiben widmete, war sie Inhaberin

einer Modeagentur und

absolvierte eine Ausbildung als

Heilpraktikerin. Zusammen mit

ihrer Familie lebt Heike Koschyk

in Hamburg.

Das Buch:

Provenzalischer Rosenkrieg

Sophie Bonnet

Verlag: Blanvalet

Preis: 15 Euro

ISBN: 978-3-76450-693-3

Von irischen Kühen –

und Frauen

Als Tom eines Tages auf Catherines

Kuh-Farm mitten in Irland

auftaucht, geht diese davon aus,

dass Tom der lange erwartete

neue Mitarbeiter ist. Doch eigentlich

ist Tom ein Sternekoch,

der auf der grünen Insel gerade

seine neue Stelle antreten wollte.

Anstatt den Irrtum aufzuklären,

bleibt Tom auf Catherines

Farm. Denn er ist sich sicher: Sie

ist die Frau seines Lebens. Um

seine Herzdame zu beeindrucken,

legt er sich voll ins Zeug.

Vor allem, als es um den Sieg

beim nationalen Kuh-Wettbewerb

geht. Doch mit der verrückten

Kuh-Welt der Iren muss er

erst noch warm werden. Und die

Frage klären: Warum muss eine

Kuh eigentlich regelmäßig zum

Friseur?

Die Autorin

Auch in der Heimat von Kirsten

Harder gibt es viele Kühe: Die

Autorin stammt aus Norddeutschland.

Doch auch die Berge

kennt sie gut, denn in den Rocky

Mountains hat sie auf einer

Pferderanch und als Assistentin

eines Paläontologen gearbeitet.

Heute lebt Kirsten Harder zusammen

mit ihrem Mann und

ihrem Pferd in Berlin und leitet

dort die „Skript Akademie“ für

Autoren.

Das Buch:

Waschen, Schneiden, Melken

Kirsten Harder

Verlag: Brokejoke Books

Preis: 9,99 Euro

ISBN: 978-3-982-07990-5

Foto: ©kaipong – stock.adobe.com


LESEN 29

Das Leben in all seiner

verrückten Pracht

Irgendwann kommt bei jedem

Menschen der Punkt, an dem ihm

der Geduldsfaden reißt. Bei Nico

äußert sich dieser in einer Kaffeetasse,

die er auf den Finanzvorstand

der Firma schleudert,

bei der er als Controller arbeitet.

Sein Chef schickt ihn daraufhin

in Zwangsurlaub. Entweder Nico

kommt entspannt zurück oder er

ist seinen Job los. Also geht es in

einen kanarischen Ferienclub.

Dieser ist zwar traumhaft schön

– doch schon kurz nach der Ankunft

fragt Nico sich, was ihn geritten

hat, dass er seine hyperaktive

und klammernde Mutter

mit in den Urlaub genommen

hat. Und das Unheil nimmt seinen

Lauf.

Der Autor

Tommy Jaud arbeitet als Schriftsteller

und Drehbuchautor. Geboren

wurde er 1970 im fränkischen

Schweinfurt. Während seines

Germanistikstudiums in

Bamberg jobbte er als Moderator

bei Antenne Thüringen und

schrieb Gags für die „Harald

Schmidt Show“. Sein Studium

hängte er irgendwann an den Nagel

und zog nach Köln, um als

Autor für Comedy-Sendungen zu

arbeiten. Seine Romane „Vollidiot“

oder „Hummeldumm“

wurden Bestseller.

Das Buch:

Der Löwe büllt

Tommy Jaud

Verlag: Scherz

Preis: 16,99 Euro

ISBN: 978-3-65102-558-5

Gejagt von den Toten der

Vergangenheit

Manchmal hat es einen guten

Grund, warum man seiner Heimat

den Rücken kehrt. Denn Heimat,

das sind nicht nur Erinnerungen

an fröhliche Kindertage,

sondern manchmal auch Erinnerungen

an unsere dunkelsten

Stunden. So geht es auch Charlie

Lager. Seit langem lebt sie in

Stockholm und hat als Ermittlerin

bei der Polizei Karriere gemacht.

Doch dann verschwindet die

17-jährige Annabelle. Charlie

wird gebeten, als Expertin bei

den Ermittlungen dabei zu sein.

Doch dazu muss sie nach Gullspång

reisen, eine kleine Stadt im

Westen Schwedens. Und genau

an diesen Ort ihrer Kindheit

wollte Charlie nie zurückkehren.

Denn auch sie jagen die Dämonen

der Vergangenheit.

Die Autorin

Lina Bengtsdotter wurde 1977 geboren

und wuchs dort auf, wo

ihr erster Krimi spielt: in Gullspång.

In ihrer schwedischen

Heimat wurde ihr Erstlingswerk

sofort ein Erfolg und wurde mit

dem „Crimetime Specsavers

Award“ ausgezeichnet. Vor ihrem

Job als Krimiautorin unterrichtete

sie Schwedisch und Psychologie.

Heute lebt Lina Bengtsdotter

in Stockholm.

Das Buch:

Löwenzahnkind

Lina Bengtsdotter

Verlag: Penguin

Preis: 13 Euro

ISBN: 978-3-3281-0381-3

Foto: ©yolya_ilyasova – stock.adobe.com

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30 RECHTSTIPPS

Ist der Samstag

ein Arbeits- oder

Werktag?

Der „Werktag“ ist in Deutschland

allgegenwärtig: zum

Beispiel auf dem Fahrplan

an der Bushaltestelle, im

Mietvertrag oder auf

vielen Verkehrsschildern.

Die genaue Definition des

„Werktags“ sorgt dabei

immer wieder für Missverständnisse.

Kann man

den Samstag ebenso zu

dieser Einordnung zählen?

Das Online-Portal

Anwaltsauskunft.de liefert

eine Definition: Der

„Werktag“ wird oft fälschlicherweise

mit dem „Arbeitstag“ verwechselt.

Die meisten Menschen

arbeiten heute von Montag bis

Freitag und gehen deshalb davon

aus, dass der arbeitsfreie Sams-

§

tag kein Werktag ist. Doch mit

dieser Einschätzung liegt man in

der Regel daneben. So entschied

beispielsweise das Oberlandesgericht

Hamm,

dass der Samstag im „allgemeinen

Sprachgebrauch“

auch heute noch

ein Werktag sei (AZ: 2 Ss

OWi 127/01). Der Begriff

sei nicht mit „Arbeitstag“

gleichzusetzen, sondern

vielmehr als Gegensatz

zum Begriff „Sonn- und

Feiertag“ zu verstehen.

Der Kläger in diesem Fall war an

einem Samstag an einer Stelle zu

schnell gefahren, an der „werktags“

eine Geschwindigkeitsbegrenzung

gilt.

Heike Viefhaus

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per E-Mail an info@stadtwerke-geislingen.de

Schwarz

fernsehen,

bis der Gerichtsvollzieher

kommt

Mit dem Rundfunkbeitrag

für öffentlich-rechtliches

Radio, Fernsehen

und Online-Angebote wird garantiert,

dass die Sendeanstalten

frei von wirtschaftlichen und politischen

Interessen berichten

können. Vielen ist diese Gebühr

jedoch ein Dorn im Auge. Mancher

bezahlt den Beitrag auch

nicht. Welche rechtlichen Konsequenzen

das haben kann, erläutert

das Online-Portal Anwaltsauskunft.de.

Wer alle Briefe mit dem Logo

von ARD, ZDF und Deutschland-Radio

einfach in den Papierkorb

„weiterleitet“, muss damit

rechnen, dass irgendwann

der Gerichtsvollzieher klingelt.

Bevor es so weit kommt, dauert

es allerdings eine Weile. Das erste

Anschreiben des Beitragsservices

ist in der Regel eine reine

Datenabfrage, mit der geklärt

werden soll, ob die angeschriebene

Person schon gemeldet ist.

Ignoriert man dieses und eventuell

folgende ähnliche Schreiben,

erhält man irgendwann einen

sogenannten Beitragsbescheid.

In diesem teilt der Bei-

Foto: ©stadtratte – stock.adobe.com

tragsservice die Höhe des

Beitrags mit und fordert zur Zahlung

auf. Bleibt man auch hier

passiv und legt keinen Widerspruch

ein, wird der Bescheid

nach einem Monat im rechtlichen

Sinne „bestandskräftig“.

Von diesem Zeitpunkt an können

die Rundfunkanstalten ihre Forderungen

aktiv eintreiben wie jeder

andere Gläubiger auch – bis

hin zu Lohnpfändung und Gerichtsvollzieher.

Das müssen sie

sogar. Die Anstalten sind gesetzlich

dazu verpflichtet, ausstehende

Beiträge einzufordern. Dabei

greifen sie als letztes Mittel auch

auf Zwangsvollstreckungen zurück

– nach eigenen Angaben

aber erst, nachdem der Beitragspflichtige

mehrfach nicht auf Anschreiben

reagiert hat. Wer länger

als sechs Monate nicht bezahlt,

begeht zudem laut Rundfunkbeitragsstaatsvertrag

eine

Ordnungswidrigkeit und kann –

rein theoretisch – mit einem

Bußgeld belegt werden. In der

Praxis sehen die Landesrundfunkanstalten

aber in der Regel

davon ab, ein Bußgeld zu beantragen.

Heike Viefhaus


31

Veranstaltungskalender

OKTOBER

3. Oktober, Reichenbach: Linsenfest,

Fischbachhalle

3. Oktober, Geislingen: Trance-

Tanz-Konzert, Busch-Werk,

Rätschenmühle, 20.00 Uhr

5. Oktober, Geislingen: Markt,

Warentauschtag, Rätschenmühle,

12.30 Uhr

5. Oktober, Geislingen: Varieté,

Chris Blessing, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

6. Oktober, Nellingen: Kartoffelfest,

Festhalle

6. Oktober, Bad Überkingen: Apfelfest

beim Heimatmuseum

9. Oktober, Gerstetten: Gerstetter

Herbstmarkt

10. Oktober, Bad Ditzenbach: Singapur

– vom Fischerdorf zur Finanzund

Weltwirtschaftsmetropole, Dipl.

Geol. Dr. H. H. Gruss, Vinzenz Klinik,

Vortragssaal Haus Luise, 19.45 Uhr

11. Oktober, Bad Ditzenbach:

Märchenabend, Schwester Hedwig

Syga, Vinzenz Klinik, Vortragssaal

Haus Luise, 19.45 Uhr

11. Oktober, Geislingen: Disco,

TanzRaum 22 mit DJ Serek,

Rätschenmühle, 21.00 Uhr

12. Oktober, Geislingen: Kabarett,

Frank Lüdecke, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

13. Oktober, Böhmenkirch: Großer

Seniorennachmittag, Gemeindehalle

13. Oktober, Deggingen: Verkaufsoffener

Sonntag, Schaf- und Heidefest

13. Oktober, Bad Ditzenbach:

Sonntagsmatinee, Posaunenchor

Auendorf, Foyer Vinzenz Therme,

10.30 Uhr

13. Oktober, Bad Ditzenbach:

Böhmisch-mährische Blasmusik,

Butzbachmusikanten Albershausen,

Vinzenz Klinik, Vortragssaal Haus

Luise, 19.00 Uhr

13. Oktober, Geislingen: Konzert,

RätscheChor, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

17. Oktober, Bad Ditzenbach:

„Für Herz und Gemüt...“, Konzert mit

dem Singkreis des Schwäb. Albvereins,

Bad Ditzenbach, Vinzenz Klinik,

Vortragssaal Haus Luise, 19.45 Uhr

18. Oktober, Geislingen: Konzert,

Die Lehrerkonferenz, Lehrer der Musikschule,

Rätschenmühle, 20.00 Uhr

19. Oktober, Bad Ditzenbach:

„Konzert der Panflöte“ Kevin Schäfer,

Bad Urach, Vinzenz Klinik, Vortragssaal

Haus Luise, 19.00 Uhr

20. Oktober, Kuchen: Apfelfest,

Ankenhalle

20. Oktober, Bad Ditzenbach:

Sonntagsmatinee, Musikverein

Gosbach, Foyer Vinzenz Therme,

10.30 Uhr

20. Oktober, Geislingen: Treffpunkt,

Kulturherbst Revue & Schubart-Kulturpreisverleihung

2019,

Rätschenmühle, 19.00 Uhr

21. Oktober, Geislingen: KinoAkzente,

Paranza – Der Clan der Kinder,

Gloria Kino Center, 20.00 Uhr

24. Oktober, Bad Ditzenbach:

„Musik, Frohsinn und Schwung hält

das Herz uns jung“, Musikabend zum

Hören, Bewegen und sich Entspannen,

Annemarie Frey, Geislingen,

Vinzenz Klinik, Vortragssaal Haus

Luise, 19.45 Uhr

25. Oktober, Bad Ditzenbach:

„Musikalisches Potpourri“ Holger

Frey, Musikschule Geislingen, Vinzenz

Klinik, Vortragssaal Haus Luise,

19.45 Uhr

25. Oktober, Geislingen: Konzert,

Kai & Funky von TON STEINE

SCHERBEN mit Gymmick, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

26. Oktober, Geislingen: Konzert,

Michael Fitz, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

27. Oktober, Geislingen: Verkaufsoffener

Sonntag

27. Oktober, Geislingen: KlangFrühstück,

Triaz, Rätschenmühle,

10.00 Uhr

30. Oktober, Geislingen: Kabarett,

Jochen Malmsheimer, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

31. Oktober, Geislingen: Jazz@

Night, JazzOpen, Jamsession mit

dem Martin Rosengarten Trio,

Rätschenmühle, 20.00 Uhr

NOVEMBER

2. November, Amstetten: Adonia

Musical, Aurainhalle, 19.30 Uhr

2. November, Böhmenkirch: Musikverein

Böhmenkirch, Großes Herbstkonzert

der drei Muskvereine, Gemeindehalle,

19.30 Uhr

2. November, Nellingen: Kreisschützenball,

Sporthalle

2. November, Geislingen: Konzertlesung,

Dieter Mann, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

8. November, Geislingen: Konzert,

Goitse, Rätschenmühle, 20.00 Uhr

8./9./10. November, Wiesensteig:

Theateraufführungen, Theaterfreunde

Wiesensteig

10. November, Geislingen: Workshop,

Tanz in der Fläche, Special

Pierre, Rätschenmühle, 16.00 Uhr

9. November, Gruibingen: Martinimarkt

9. November, Nellingen: Sportlerevent,

Sporthalle

12. November, Amstetten: Seniorennachmittag,

Gemeindehaus

Amstetten-Dorf

14. November, Geislingen: Verein

Zarok e.V. Kenzingen, Selbsthilfe

für Jesid*innen, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

15. November, Geislingen: Konzert,

Brother Dege & The Brotherhood of

Blues, Rätschenmühle, 20.00 Uhr

16. November, Gerstetten: Albkonzert,

Turn- und Festhalle, Gussenstadt

TERMINE

16. November, Geislingen: Kabarett,

Patrizia Moresco, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

17. November, Geislingen: Familienveranstaltung,

Naturtheater Heidenheim,

Du bist in Ordnung, Charlie

Brown, Rätschenmühle, 15.00 Uhr

22. November, Geislingen: Querformat,

Berthold Seliger, Wie Großkonzerne

die kulturelle Vielfalt zerstören,

Rätschenmühle, 20.00 Uhr

23. November, Geislingen: Konzert,

Fred Ape, Rätschenmühle, 20.00 Uhr

24. November, Geislingen: Markt,

Bücher- und CD-Flohmarkt,

Rätschenmühle, 14.00 Uhr

28. November, Geislingen: Jazz@

Night, JazzOpen, Jamsession mit

dem Martin Rosengarten Trio,

Rätschenmühle, 20.00 Uhr

29. November, Geislingen: Konzert,

The Siyou Gospel Project, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

30. November, Geislingen: Theater,

Lisa Wildmann & Patrick Schimanski,

Nico – Sphinx aus Eis, Rätschenmühle,

20.00 Uhr

30. November, Geislingen:

Adventszauber-Weihnachtsmarkt

im Schulhaus, Weiler

30. November, Gerstetten:

Weihnachtsmarkt in Gerstetten

30. November, Gingen: Adventstreff

30. November, Nellingen: Adventsmarkt,

Dorfmitte

30. November, Hohenstadt: Weihnachtsmarkt

30. November/1. Dezember,

Kuchen: Adventsmarkt, Marktplatz

DEZEMBER

1. Dezember, Deggingen: Weihnachtsmarkt

1. Dezember, Geislingen: Klang-

Frühstück, Musikschule Geislingen,

Rätschenmühle, 10.00 Uhr

6. Dezember, Geislingen: Disco,

TanzRaum 22 mit DJ Micha & DJ HP,

Rätschenmühle, 21.00 Uhr

7. Dezember, Drackenstein:

Winterfest

7./8. Dezember, Lonsee:

Weihnachtsmarkt

7./8. Dezember, Westerheim:

Weihnachtsmarkt

7./8. Dezember, Wiesensteig:

Weihnachtsmarkt

8. Dezember, Geislingen: Familienveranstaltung,

Puppentheater Firlefanz,

Der starke Max, Rätschenmühle,

15.00 Uhr

8. Dezember, Böhmenkirch:

Weihnachtsmarkt, Marktplatz

8. Dezember, Bad Überkingen:

Weihnachtsmarkt

10. – 13. Dezember, Gerstetten:

KulturWinter, Kulturhof Erpfenhausen

13. Dezember, Geislingen: Kabarett,

Matthias Egersdörfer,

Rätschenmühle, 20.00 Uhr

13. – 15. Dezember, Geislingen:

Weihnachtsmarkt Geislingen

14. Dezember, Laichingen: Weihnachtsmarkt

19. Dezember, Geislingen: Jazz@

Night, JazzOpen, Jamsession mit

dem Martin Rosengarten Trio,

Rätschenmühle, 20.00 Uhr

23. Dezember, Geislingen: Konzert,

Werner Dannemann meets Yasi

Hofer, Rätschenmühle, 20.00 Uhr

Für das Helfensteiner Land I,

Erscheinungstermin

März 2020, nehmen wir

gerne Ihre Termine auf.

Senden Sie eine E-Mail an:

geislinger-zeitung.termine@

swp.de


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