SPORTaktiv Oktober 2019

Sportaktiv.Magazin

OKT./NOV. 2019

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN

MATSCH

MOOR FUN II

JETZT WIRD’ S UNGEMÜTLICH

DOPING

DARUM

WIE LANGE NOCH?

SKI AM GLETSCHER

HERBST

DURCHSCHNAUFEN

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FIT

RUN

BIKE OUTDOOR

PRO

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EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

HUPF IN

GATSCH

Foto: Thomas Polzer

Spulen wir doch einmal vor dem geistigen Auge zurück in unsere Kindheit:

Der Spaß, den wir im Freien hatten, war doch direkt proportional

zum Grad der eigenen Verschmutzung. Mit dem Rad durch Wasserlacken

flitzen, mit dem BMX im Wald kurven, Schweiß, Staub, Gatsch, Gras,

Schnee. Über die Jahre ist uns die Unbeschwertheit abhandengekommen,

das „Ja, aber ...“ bestimmt viel zu oft unseren Alltag. Die gute Nachricht:

Es ist nie zu spät. Daher unser Titel, der Film zu deinem Herbst: „Matsch

Moor Fun II – Jetzt wird’s ungemütlich.“ Die Schlagzeile, deutsch und

englisch zugleich, soll euch animieren, gerade in der Zeit von Nebel, Niesel,

Morgenfrost wieder die Verbindung zu spüren zu dem, was uns einst

so viel Freude bereitet hat, als im Dreieck Körper Geist Seele die Energie

noch konventionsfrei geflossen ist. Matsch, Moor, Fun für Spaß im

Schmutz, oder komplett englisch gelesen „Viel mehr Spaß“.

Zum Beispiel beim Biken in der Dunkelheit, beim täglichen Laufen,

das die Generation Instagram „Streak Running“ nennt, oder bei Wandertouren

im Spätherbst. Jahreszeitentypisch widmen wir uns aber auch

dem, was wir alle ununterbrochen tun, ohne ihm auch nur die geringste

Aufmerksamkeit zu schenken: dem Atmen. Was da mit ein paar einfachen

Übungen alles möglich ist, zeigen wir auf Seite 24.

Und wir beschäftigen uns auch mit einem ganz, ganz schlechten Film, der

da heißt: „Doping im Hobbysport“. Was Leute fernab von Profi-Gehältern

und weltweitem Ruhm dazu treibt, haben wir rundum beleuchtet.

So gilt am Ende für die Gatsch-Gaudi-Gruppe im positiven Sinne, was

für die Doping-Partie im negativen Sinne gilt und wie es Georg Danzer in

drei Worten so treffend ausgedrückt hat: „Hupf in Gatsch.“

Bleibt fit,

Euer Klaus

Contrast

Boosting

Lens

SEE ALL

DETAILS

+

SHRED. wide

SEE

EVERYTHING

AROUND

=

SEE MORE.

GO FROM

VHS TO HD.


Welchen

Fußabdruck hat

dein Pullover?

Die Zeiten haben sich

geändert. Kleidung, die

ewig hält, ist eigentlich keine

gute Sache. Plastik ist nicht

fantastisch. Die Natur weiß

nicht, was sie damit machen

soll. Wenn Kleidungsstücke

aus Merinofasern das

Ende ihrer Lebensdauer

erreicht haben, lassen sie

sich biologisch abbauen

und erneut als Rohstoff

einsetzen. Ein gesundes

Ökosystem erfordert Geben

und Nehmen. Es ist Zeit, in

die Zukunft zu investieren.


100% Merino.

Biologisch

abbaubar.

Ein Pullover aus natürlichen

Merinofasern hat eine

begrenzte Lebensdauer.

Und das ist eine gute

Sache. Am Ende seiner

Lebensdauer lässt er

sich unter den richtigen

Bedingungen biologisch

abbauen und erneut als

Rohstoff einsetzen. So

kannst du von der Natur

etwas borgen und es ihr

wieder zurückgeben.


Welchen

Fußabdruck hat

dein Pullover?

Strickwaren aus 100%

Merino.

Von Natur aus biologisch

abbaubar*

Von Natur aus atmungsaktiv

Von Natur aus erneuerbar.

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sammelte über 45.000

Teile Mikroplastik und

entnahm durch synthetische

Mikrofasern verschmutzte

Meerwasserproben.

*NZ Merino third-party tests show that icebreaker merino fibers degrade more than 90% over the space of nine months when buried in soil.


INHALT

TOP-STORY

FIT

16 DOPING: DARUM

Warum Freizeitsportler zu verbotenen Substanzen greifen

24 TIEF DURCHATMEN

Widme dem Atem täglich ein paar Minuten Aufmerksamkeit

32 ZÜNDSTOFF FÜR DIE ZELLE

Wie Ubiquinol all unseren Zellen Energie gibt

40 SCHNAUFEN ODER BLUTEN?

Selbstversuch an zwei Varianten einer Leistungsdiagnostik

44 AUSPROBIERT

Im Testeinsatz: eine Sportuhr, ein Kühlgerät und der Gymstick

RUN

50 GEFÜHLSBETONTE ZEITEN

Warum es sich jetzt lohnt in den Körper hineinzufühlen

54 GESETZ DER SERIE

Streak Running: Sinn oder Wahn des täglichen Laufens

60 ES GRÜNT AM EVENT-SEKTOR

Was eine Veranstaltung zum Green Event macht

64 AUSPROBIERT

Licht aus der Hüfte, mitwachsende Jacke, neuartiger Schuh

BIKE

68 BLOGGER, BLASE, BATTERIE

Wir haben uns auf der Eurobike die Trends für 2020 angesehen

74 BEI NACHT UND NEBEL

Herz und Hirn unterhalten sich über die Faszination Niteride

16

80 WENN IN CHINA EIN RADL UMFÄLLT

Unsere Tokio-Biker Fabio und Elias radeln bereits durch China

84 AUSPROBIERT

Cooler Helm, ein Trikot zum Verlieben und ein LED-Fluter

OUTDOOR

88 GLETSCHER - WIE LANGE NOCH?

Österreichs Skigebiete starten mit Elan in die Saison

96 BEAM ME UP, GERHARD

Live dabei beim Hike and Fly in Salzburg

104 WENN ES HERBST WIRD AM BERG

Was du bei Touren im Spätherbst bedenken musst

108 AUSPROBIERT

Holzkegel, Hüttenschlapfen und eine feine Windjacke

PRO

112 ES GIBT KEIN LIMIT

Olympiahoffnung Lemawork Ketemas bewegende Story

122 WIR GEGEN DIE STARS

Markus Geisler im Fechteinsatz gegen Lilli Brugger

126 DIE LINZER GIPFELSTÜRMER

LASK-Goalie Schlager über seinen Auftieg und den der Linzer

Fotos: Fabio Trenn, Elias Lang, istock

80


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Ergiebigkeit

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8 SPORTaktiv


SCHAU MIR

IN DIE AUGEN,

KLEINES

Die Wüste Gobi, Alaska, Himalaya,

Mongolei, Island. Auf der

Visitenkarte von Eliott Schonfeld

(Bild) steht als Adresse zwar

Paris, aber der junge Franzose

ist ganz woanders daheim. „Den

Sinn in meinen Erforschungen

sehe ich im Willen, die Natur

besser zu verstehen“, sagt er,

wenn er wieder einmal für ein

paar Monate in die Wildnis

abzieht. Zurück kommt er mit

neuen Erkenntnissen, neuen

Erfahrungen und neuem Bildmaterial.

Lust auf mehr? Die

European Outdoor Film Tour

hat den Franzosen heuer im

Programm. „Le Minimaliste –

An Himalayan Adventure“ zeigt

den Abenteurer beim Durchqueren

des Himalayas, zuletzt

ohne Zelt, Schlafsack und

Feuerzeug. Insgesamt umfasst

das Programm der Tour neun

verschiedene Outdoor-Filme mit

einer Gesamtlaufzeit von 120

Minuten. In Österreich gastiert

die EOFT von 10. Oktober

bis 1. Dezember mit 20 Stopps

zwischen Wien und Wolfurt bei

Dornbirn.

Tickets, Infos und Tourdaten

in Österreich unter:

www.eoft.eu

ANZEIGE/Foto: Eliott Schonfeld

SPORTaktiv

9


EINS, ZWEI,

DREI – RAUF

AUF DIE PLANAI

Nicht nur Skibergsteiger, auch

Läufer und Wanderer sind

beim Snowrun auf der Schladminger

Planai (St) am 14. Dezember

richtig. Es besteht also

freie Wahl der Mittel – die

Aufgabe ist für alle gleich:

1080 Höhenmeter sind vom

Tal aus auf der legendären

„Nightrace“- bzw. FIS-Abfahrtsstrecke

zu bewältigen –

bis zum Ziel bei der Schafalm.

Klingt anstrengend, ist es

auch – aber geil. „Snowrun“-

Schnuppern kann man auf der

kurzen Wanderstrecke (500

Höhenmeter ab der Mittelstation)

oder als Zweierstaffel.

Die Jugend-Tourenskiklasse

geht auch auf kurzer Strecke

in Szene.

www.snowrun.at

Foto: Snowrun Planai

10 SPORTaktiv


SPORTaktiv

11


12 SPORTaktiv


WEITER LAUFEN

ALS JE ZUVOR

Energie sparen beim Laufen:

Damit haben sich die Experten

im Asics-Labor in Kobe

intensiv auseinandergesetzt.

Herausgekommen ist jetzt nach

dem erfolgreichen Launch des

neuen Ride-Konzepts durch

das Konzept-Modell Metaride

das neueste Ride-Modell, der

Glideride.

Die geschwungene Mittelsohlenkonstruktion

hilft, die

Ermüdung hinauszuzögern. Eine

Sprengung von 5 mm unterstützt

die einzigartige Abrollbewegung

und das Gefühl müheloser

Fortbewegung. Nicht bloß

Gefühl, sondern wissenschaftlich

nachgewiesen sind folgende

Effekte des Glideride: weniger

Energieverlust am Sprunggelenk

während der Landephase,

verbesserte Dämpfung, weniger

Gewicht bei anhaltender Stabilität,

um Leistung und Schutz auf

langen Strecken zu bieten. Oder

wie es Asics-Präsident Yasuhito

Hirota nennt: „Diese Innovation

ist ein Meilenstein.“

www.asics.com

ANZEIGE/Foto: ASICS

SPORTaktiv

13


20. OKTOBER

48. INT. WOLFGANGSEELAUF

Vom 5,2-km-Panoramalauf als perfektem

Einstieg über den Klassiker,

die 27 km lange Seenrunde, bis hin

zum genussreichen Salzkammergut-

Marathon wird Laufbegeisterten

beim Internationalen Wolfgangseelauf

das volle Programm geboten.

www.wolfgangseelauf.at

6. NOVEMBER

FREERIDE-FILMFESTIVAL

Das Freeride Filmfestival tourt heuer

zum zehnten Mal durch Kinos

in Österreich, Deutschland und

der Schweiz und zeigt eine feine

Auswahl der besten Ski- und Snowboardfilme

des Jahres. Premiere ist

am 6. November in Innsbruck.

www.freeride-filmfestival.com

TOP

EVENTS

OKTOBER | NOVEMBER | DEZEMBER

5. BIS 6. OKTOBER

CMP TRAIL BASSANO DEL GRAPPA

Der CMP Trail in Bassano del

Grappa, Italien, am südlichen

Alpenrand gelegen, ist ein

Trailrunning-Event für alle:

Von Jung bis Alt, für Wettkampf-

und Spaßläufer, für

Sportler und Genießer dank

dem „Kulinarik Lauf“.

www.cmptrail.it

6. BIS 8. DEZEMBER

NORDIC OPENING RAMSAU

In Ramsau am Dachstein (St)

wird am Wochenende von 6. bis

8. Dezember die Langlaufsaison

feierlich eröffnet. Dank Snowfarming

mit Schneegarantie. Von

Anfänger bis Profi sind alle nordischen

Sportler willkommen.

www.ramsau.com

9. BIS 10. NOVEMBER

24-STUNDEN-SCHWIMMEN

In der Parktherme Bad Radkersburg

(St) findet zum 14. Mal das Benefiz-Schwimmevent

zugunsten von

Licht ins Dunkel statt. Jede Länge

bringt 5 Cent und jeder kann mitschwimmen:

Egal, ob als Einzelstarter

oder Staffel mit bis zu fünf

Schwimmern.

www.parktherme.at

14 SPORTaktiv


Fotos: Wolfgangseelauf/Horst von Bohlen, Ski Opening Planai /charinger, Graz-Marathon/GEPA Picturres, Freeride Filmfestival/MArc Weiler, CMP Trail, Ramsau Opening/Steiner, Veranstalter

28. NOV. BIS 1. DEZ.|

SKIOPENING OBERTAUERN|

Am 30. November läutet

Deutsch rapper CRO in Obertauern

(S) die Skisaison auf

1740 m Höhe ein – rund um

dieses Highlight feiert der

schneereichste Ort Österreichs

von 28. November bis 1. Dezember

den Winterstart.

www.obertauern.at

26. OKTOBER|

ST. JOHANNER OKTOBERLAUF|

In St. Johann im Pongau (S) geht

am Nationalfeiertag traditionell

der Oktoberlauf über die Bühne.

Der feine 6-km-Lauf ist auch für

Staffeln offen. Tipp: Mitlaufen

und das Wochenende für einen

kurzen Herbsturlaub nutzen.

www.aufiowi.at

9. BIS 10. NOVEMBER

ALPINMESSE INNSBRUCK

Workshops, Impulsvorträge,

Multivisionen und 200 namhafte

Aussteller: Die Alpinmesse

Innsbruck wird Anfang

November zum Dreh- und

Angelpunkt der alpinen Szene.

Im Blickpunkt steht heuer

„Nachhaltigkeit“.

www.alpinmesse.info

11. BIS 13. OKTOBER

GRAZ-MARATHON

6. DEZEMBER|

SKI-OPENING SCHLADMING|

Legendär ist das jährliche Skiopening

auf der Schladminger

Planai (St). Am 6. Dezember verwandeln

die Top-Star-DJs Dimitri

Vegas & Like Mike gemeinsam

mit Lost Frequencies, W&W und

Mike Williams das Planai-Stadion

in einen Dancefloor.

www.planai.at

Der Herbst-Marathonklassiker für die

ganze Familie ist der „Kleine Zeitung

Graz Marathon“. Am Samstag stehen

Familien-, Jugend- und Kinderläufe

auf dem Programm, dazu City Run

und Nordic Walk. Am Sonntag geht’s

beim Viertel- und Halbmarathon sowie

Marathon durch die Stadt.

www.grazmarathon.at

SPORTaktiv

15


er 27. Februar 2019 war

der Tag der „Operation

Aderlass“ bei der nordischen

Ski-WM in Seefeld.

Sieben Monate sind seither vergangen,

in denen sich unter anderem zeigte, dass

nicht nur Berufssportler die Dienste des

Netzwerkes in Anspruch genommen haben,

sondern auch solche, die man in

die Kategorie des (leistungsorientierten)

Freizeit sports einordnen kann.

Am 7. Juli des Jahres wurde „Aktion

Viribus“ durchgeführt. Bei der bislang

größten Anti-Doping-Razzia

von Europol wurden in 33 Ländern

Europas 234 Menschen

festgenommen, Geheimlabore

aufgedeckt, 3,8 Millionen

Dopingpräparate

und 22 Tonnen

Steroidpulver sichergestellt.

Als Drehscheibe

des

Netzwerkes wurde

Wien genannt. Zielgruppe

der Präparate:

Breitensportler.

Die Info, dass auch im Freizeitsport

gedopt wird, ist nicht neu

– trotzdem steht bei jeder dieser Meldungen

immer wieder eine simple Frage

im Raum. Während die Motiv lage im

Berufssport zumindest mit ökonomischen

Motiven nachvollziehbar ist, sieht

das im Freizeitsport anders aus. Da wird

viel Geld in Doping investiert, es werden

schwerwiegende mögliche Gesundheitsfolgen

in Kauf genommen – für Altersklassensiege,

einen gefinishten Wettkampf

oder einen Waschbrettbauch.

Warum?

Die Studienlage

Der deutsche Sportwissenschafter

Pavel Dietz kann

zumindest die Größenordnung

des Problems gut einschätzen.

Er kennt die internationale

wissenschaftliche

Studienlage und hat

selbst jahrelang über Doping

im Freizeitsport geforscht.

2013 ließ er 3000 Teilnehmer

(Nichtprofis) bei zwei Ironman-Veranstaltungen

und einem

Ironman 70.3 in Deutschland einen

Fragebogen anonym ausfüllen. Eine

der Fragen war, ob die Sportler im Jahr

vor dem Wettkampf zumindest einmal

eine Substanz zur Leistungssteigerung

eingenommen hätten, die „es nur in der

Apotheke, beim Arzt oder auf dem

Schwarzmarkt gibt (z.B. anabole Steroidhormone,

EPO, Wachstumshormone,

Aufputschmittel)“? 13 Prozent bejahten

die Frage, beim Ironman in

Frankfurt waren es sogar 20 Prozent.

Für Dietz keine Überraschung. „Es

gibt in zwei Bereichen des Freizeitsports

eine recht gute Studienlage: Zum einen

im Ausdauersport, etwa im Marathonlaufen.

Zum anderen im Fitnesssport.“

WER IST GRÖSSER,

REICHER, HAT EIN

SCHÖNERES HAUS

ODER EINEN BES­

SEREN OBERKÖR­

PER: DER SOZIALE

VERGLEICH IST

EINE MENSCH­

LICHE GRUND­

KOMPONENTE.

Im Outdoorsport etwa gebe es dagegen

kaum Untersuchungen.

10 bis 20 Prozent dopende Freizeitsportler

sei ein immer wieder auftauchender

Wert, der in Studien ermittelt

werde. Dietz hat auch untersucht, ob

Schachspieler sogenanntes Neuro-Enhancement

betreiben, also Mittel (wie z.

B. Ritalin) einnehmen, um ihre Geistesleistung

zu steigern. Immerhin acht Prozent

bekannten sich zum „Hirndoping“.

Der soziale Vergleich

Es sei ein Irrtum, dass es im Hobbysport

nur um die „goldene Ananas“ geht, sagt

der Sportpsychologe Alois Kogler. „Vom

Kinderwagen an geht es um den sozialen

Vergleich. Wer ist größer, reicher, hat ein

schöneres Haus oder einen besseren

Oberkörper“, spricht der Psychologe

aus, was viele vielleicht bloß denken.

„Das ist eine menschliche Grundkomponente.“

Der Vergleich sei ein wesentlicher

Faktor, der Sport attraktiv mache. Ein

erfolgreicher Vergleich wirke aufs Belohnungssystem

im Gehirn. Noch stärker in

einem Zustand höherer Erregung, also

etwa unmittelbar nach einer körperlichen

Anstrengung. Die Tendenz zum sozialen

Vergleich sei wohl in unseren Gehirnen

verankert, erklärt Kogler.

Der Psychologe sagt auch: „Es gibt

keine gesellschaftliche Struktur, in der es

den sozialen Vergleich nicht gegeben

hätte. Ohne würde es auch keinen Fortschritt

geben.“ Kogler sieht zahlreiche

Parallelen zwischen den „Erfolgsregeln

der Wirtschaft“ und dem Leistungsvergleich

im Sport.

Die Doping-Persönlichkeit

„Wir registrieren ganz klar, dass Doping

im Breitensport angekommen ist“, sagt

Foto: iStock

16 SPORTaktiv


DOPING:

DARUM

WENN PROFISPORTLER DOPEN, LÄSST SICH DAS

MIT STICHWORTEN WIE „KARRIERE“, „EXISTENZ“

ODER „FINANZIELLER ERFOLG“ WENIGSTENS IM

ANSATZ ERKLÄREN. UMGANGSSPRACHLICH:

„WEIL’S UM WAS GEHT.“ WARUM ABER DOPEN FREI-

ZEITSPORTLER? VERSUCH EINER ANNÄHERUNG.

VON CHRISTOF DOMENIG UND CHRISTOPH HEIGL

David Müller von der österreichischen

Anti-Doping-Agentur NADA (siehe

Folgegeschichte). Wobei er präzisiert,

dass in diesem Bereich „Medikamentenmissbrauch“

oft das treffendere Wort ist.

Im Hobby- und Breitensport sieht Müller

salopp formuliert einen für Doping

anfälligen Typen: „Der Mann im mittleren

Alter, der es noch einmal beweisen

will.“ 80 Prozent der NADA-Fälle sind

männlich. „Man könnte grundsätzlich

also festhalten, Doping ist ein männliches

Phänomen.“

Für Müller ist es zum einen das

Ego, das Bestreben, schneller und

stärker zu sein als der Nachbar, der

Kollege. Dafür wird viel investiert:

Zeit, Geld, Ressourcen. „Es gibt im

Breitensport Fanatiker, die trainieren

auf Fast-Profiniveau.“ Wenn es nicht

die pure Leistung ist, kann es zum

anderen im Hobbysport auch das

reine Körperbild sein, das zu unerlaubten

Mitteln greifen lässt. „Der

sportliche, athletische Körper ist das

Ziel.“ Das betrifft hier speziell jugendliche

Burschen und Männer, die

etwa schnell einen ansehnlichen Bizeps

antrainieren wollen, aber auch

Frauen, die im Streben um den fitten

Körper zu Schlankheitspillen,

Fatburner und Co. greifen. „Wobei

wir da nicht von verbotener Leistungssteigerung,

sondern eher von

einem Gesundheitsproblem sprechen,

wenn Menschen mit schädigenden

Mitteln ihren Körper

formen wollen.“

Die Einschätzung bestätigt auch

der Psychologe Kogler: „Das Verhältnis

zwischen dopenden Männern

und Frauen beträgt nach meiner

Erfahrung 4:1.“ Warum? „Weil

Frauen sich mehr um ihre Gesundheit

SPORTaktiv

17


WENN DU EINMAL

AUF STEROIDEN

BIST UND SIEHST,

WIE DAS TRAINING

WIRKT, WENN DU

MIT EPO DEUT-

LICH SCHNELLER

FÄHRST, WILLST DU

NICHT MEHR OHNE.

kümmern, eher einen Zusammenhang

zwischen Aussehen und Gesundheit erkennen,

sozial fürsorglicher und daher

auch zu sich selbst fürsorglicher sind.“

Anfällig für Doping sieht Kogler: einerseits

Jugendliche, wobei es sich öfters

um unsichere Persönlichkeiten handle,

in Kombination mit einer starken „Körper-Leistungs-Orientierung“

und

manchmal auch einer „Körperbildstörung“.

Im Ausdauersport seien es oft

sehr leistungsorientierte Persönlichkeiten,

die auch im Beruf entsprechend

agieren, „deutlich mehr als 40 Stunden

arbeiten und zusätzlich im Sport erfolgreich

sein wollen. Und das geht sich halt

irgendwann nicht aus.“

PD DR. PHIL.

PAVEL DIETZ

ist Sportwissenschafter, lehrt

und forscht an der Universitätsmedizin

Mainz (D).

DR. ALOIS

KOGLER

ist Sportpsychologe in Graz.

www.teamspirit.at

MAG. DR. DAVID

MÜLLER

ist Leiter der Abteilung

Information und Prävention

bei der österreichischen Anti-

Doping-Agentur NADA Austria.

www.nada.at

Verdrängte Folgen

Sportpsychologe Alois Kogler kannte einen

Freizeitsportler, der mit 45 an den

Folgen von Doping verstorben ist. Nebenwirkungen

von Dopingpräparaten

sind oft beträchtlich. Was ist mit Folgen

und Gefahren – werden diese ignoriert

oder sind sie zu wenig bekannt? „Es wird

von beidem etwas sein“, glaubt Pavel

Dietz, „man weiß auch, dass Rauchen

tötet und raucht trotzdem.“ Dietz sieht

auch eine große Suchtkomponente:

„Wenn du einmal auf Steroiden bist und

siehst, wie das Training wirkt, wenn du

mit EPO deutlich schneller fährst, willst

du nicht mehr ohne – so schilderten es

Dopinguser in Interviews.“

Für Kogler spielt eine Art Verdrängungsmechanismus

mit, die Psychologie

nennt es „Fusion“. „Man will daran

glauben, dass es keine Folgen hat. Auch

Donald Trump glaubt, was er sagt,

wenn er von Fake News spricht“. Kogler

sagt auch: „Der Wert von

Gesundheit ist bei uns allen

ein hoher – aber sobald es

ans Eingemachte geht, Geld

oder Schönheit im Spiel

sind, ist er nicht mehr an

oberster Stelle.“

Spiegel der Gesellschaft

Nicht nur unter Schachspielern

hat Pavel Dietz den

Missbrauch von Aufputschmitteln

erforscht. Sondern

auch herausgefunden, dass Neuro-

Enhancement, um die kognitive Leistung

zu verbessern, etwa auch unter

Studierdenden verbreitet ist. Die ermittelten

Zahlen stimmten fast exakt mit

denen von Doping im Freizeitsport

überein – 13 bis 20 Prozent. Kein Zufall,

meint Dietz. Eine ähnliche wissenschaftliche

Datenlage gebe es mittlereile

für verschiedenste Berufszweige, wo es

um Geistesleistungen geht – akademische

Berufe, Wirtschaftswissenschafter,

Ärzte ...

Was es nicht gibt, ist offenes Bekenntnis.

Doping ist wie jede Form von Medikamentenmissbrauch

ein Tabuthema.

Gedopt wurde immer schon, sagt Sportpsychologe

Alois Kogler, doch stets im

Geheimen. Das „Geheimnis“ wäre dabei

sogar eine wesentliche Komponente:

„Geheimwissen wird über Generationen

weitergegeben.“ Wer dopt, gehört zu einem

eingeweihten Kreis. Eine Beziehungssituation

zwischen den Eingeweihten

entsteht, die auch attraktiv ist.

Sportwissenschafter Dietz hat auch die

Kommunikation in Online-„Dopingforen“

erforscht und war immer wieder erstaunt,

wie viel Fach- und Detailwissen

dort ausgetauscht wird. Seine generelle

Einschätzung: „Es gibt Menschen, die

sehr leistungsorientiert sind und bereit,

als Mittel zum Zweck den einfachsten

Weg zu nehmen.“

Für Kogler ist das Dopen im Freizeitsport

ebenfalls ganz klar ein Spiegelbild

WOBEI WIR NICHT VON VER-

BOTENER LEISTUNGSSTEI-

GERUNG, SONDERN EHER

VON EINEM GESUNDHEITS-

PROBLEM SPRECHEN, WENN

MENSCHEN MIT SCHÄDI-

GENDEN MITTELN IHREN

KÖRPER FORMEN WOLLEN.

der Gesellschaft. Auch er ist überzeugt,

dass in vielen Berufsgruppen in ähnlichem

Ausmaß wie im Freizeitsport pharmazeutisch

nachgeholfen wird. Die Beschleunigung

in einer auf permanentes

Wachstum ausgerichteten Gesellschaft

sieht Kogler dabei genauso als Verstärker

wie die Möglichkeit, „Erfolge“ über Social

Media sichtbar zu machen. „Ich bin

überzeugt, dass das Phänomen Doping

im Freizeitsport dadurch deutlich zugenommen

hat und weiter deutlich zunimmt.“

18 SPORTaktiv


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9FRAGEN

AN DIE

NADA

2,1 MILLIONEN ÖSTERREICHER KÖNNEN VON

DER NADA BEI WETTKÄMPFEN KONTROLLIERT

WERDEN. UND SELBST HOBBYSPORTLERN

1

Was ist die NADA Austria und

was macht sie eigentlich ?

Die NADA Austria ist die Nationale

Anti-Doping-Agentur Austria GmbH

mit Sitz in Wien. Selbstdefinition: „Der

Schutz der sauberen Sportlerinnen und

Sportler ist das oberste und wichtigste

Ziel.“ Das betont auch Dr. David Müller,

Leiter der Abteilung Information

und Prävention. „Anti-Doping-Kampf

klingt so negativ, es ist kein Kampf, wir

sind keine Jäger. Die Sprache macht viel

aus. Ich sehe uns als Servicestelle für den

sauberen Sport. Unsere Arbeit funktioniert

nur, wenn die Sportler mitziehen.“

2

Ist 2019 mit Seefeld und Co. ein

gutes oder schlechtes Jahr für

den sauberen Sport?

„Für den Sport an sich nicht gut, weil jeder

Dopingfall einer zu viel ist“, meint

Experte Müller. „Die sauberen Sportler

sehen aber, dass Doping in Österreich

kein Kavaliersdelikt ist und es schwere

Konsequenzen bis hin zu strafrechtlichen

Folgen hat. Die sehr gute Zusammenarbeit

von österreichischer Polizei,

Zoll und Staatsanwaltschaften mit der

NADA Austria hat auch international

Vorbildwirkung für moderne Anti-Doping-Arbeit.“

DROHT BEI VERGEHEN EINE SPERRE.

3

Wo setzt die Prävention an?

„In Österreich haben wir eine Tablettenmentalität“,

konstatiert Müller.

„Das beginnt – überspitzt formuliert

– bei den Bachblüten für die Kinder vor

Schularbeiten. Im Laufe der Jahre haben

viele gelernt, dass sie gegen kleinere oder

größere Probleme ein ,Wundermittel‘

nehmen. Im Sport können das Schmerzmittel

oder Nahrungsergänzungsmittel

sein, auch wenn es nicht nötig wäre. Bei

Schulungen in Akademien machen wir

Rollenspiele, damit sich Jugendliche

früh der Frage stellen: Wie reagiere ich,

wenn jemand mit einem zweifelhaften

Angebot auf mich zukommt? Aus der

Anti-Doping-Arbeit wissen wir: Es gibt

Non-Responder, die weder auf Prävention

noch auf Abschreckung ansprechen.

Die müssen mit zielgerichteten Ermittlungen

überführt werden.“

4

Wie erreicht die NADA

Hobbysportler?

„Wir haben mit dem Gütesiegel für

Fitnesscenter ein eigenes Aufklärungsund

Schulungsprogramm für die Fitnessbegeisterten

geschaffen. Wenn wir in

Sportschulen Vorträge halten, erreichen

wir auch künftige Hobbysportler, denn

nur wenige schaffen es in den Profisport“,

sagt Müller. „Wir unterscheiden

in der Arbeit auch nicht zwischen Profiund

Hobbysportlern, der Kontrollbereich

der NADA erstreckt sich über den

gesamten organisierten Sportbetrieb.

Überallhin, wo angemeldete Sportbewerbe

stattfinden, also auch bis in die

unterste Fußballliga. Ich sehe unsere

Kontrollfunktion bei Verdachtsmomenten

gezielt auch im Breitensport. Für

uns schwer zu erreichen ist nur der reine

Hobbysportler, der in keinem Verein ist

und bei keinen Bewerben mitmacht.“

Auf der Website der NADA abrufbar:

Verbotslisten, Sperren, Empfehlungen,

Infos zur MedApp.

5

Wie hoch ist die Dunkelziffer bei

dopenden Hobbysportlern?

Aus Deutschland kursieren Zahlen

von 200.000 bis 1 Million dopender,

deutscher Freizeitsportler. Gibt es Dunkelziffern

in Österreich? „Bei diesem

Thema – wie generell beim Thema Dopingverdacht

– ersuche ich um größtmögliche

Sachlichkeit“, sagt Müller.

„Von der Volksmeinung ,Es tut eh jeder‘

bis zur Expertenanalyse muss man sagen:

Keiner weiß es ganz genau, Vermutungen

sind oft sogar kontraproduktiv,

weil sie jungen Sportlern ein falsches

Bild der Realität vermitteln könnten.

Ich kommentiere keine Dunkelziffern

und gehe, wenn wir unsere Präventionsaktivitäten

durchführen, immer von sauberen

Sportlern aus.“

6

Kann ich als Hobbysportler

auch gesperrt werden?

Bei Veranstaltungen, die beim

Fachverband gemeldet sind und die sich

der Anti-Doping-Arbeit verschreiben,

kann jeder kontrolliert werden. Dazu

unterschreibt jeder oder akzeptiert mit

einem Klick die Bestimmungen und die

Möglichkeit einer Kontrolle. „Wenn wir

dann kommen, können wir die Top-3

testen oder Platz 500. Das kann jeder

x-beliebige Freizeitsportler sein.“ Bei einem

schweren Dopingverstoß können

selbst Hobbysportler suspendiert und

von Wettkämpfen ausgeschlossen werden.

Die stehen dann zwar mangels Prominenz

nicht am nächsten Tag in der

20 SPORTaktiv


Zeitung, aber auf einer Liste von gesperrten

Sportlern, auf die die Veranstalter

Zugriff haben. Wer das ignoriert und

weitermacht, bekommt eine Verlängerung

der Sperre. Im organsierten Sportbetrieb

aktiv sind 2,1 Millionen Österreicher,

die potenziell von der NADA

kontrolliert werden können. In den letzten

Jahren hat sich diesbezüglich auch

das Whistleblower-System bewährt.

„Wir bekommen gar nicht so wenige

Hinweise aus der Szene selbst, dass sich

manche leistungsmäßig ,verdächtig‘ entwickeln.

Die schauen wir uns gezielt

an.“ Neu: Viele stellen ihre Leistungsdaten

ins Internet (Websites, Facebook,

Strava). „Was freiwillig zu haben ist,

schauen sich unsere Experten natürlich

genau an.“ Und sei es, um normale und

atypische Leistungsdaten abzugleichen.

7Helfen strengere Strafen?

Zwei Jahre Sperre, vier Jahre Sperre,

lebenslang, der Strafenkatalog

sieht einiges vor. „Noch härtere Konsequenzen,

wie die oft geforderte lebenslange

Sperre schon beim ersten Mal, erachten

wir nicht als sinnvoll. Bei Sportlern

zerbricht ohnehin grad das Leben

und meistens sind es ja junge Leute. Es

braucht eine gewisse Verhältnismäßigkeit.

Es ist Sport und es ist Betrug und

ich bezeichne es als Form von Wirtschaftskriminalität.

Der Gebrauchtwagenhändler,

der die Tachos frisiert, bekommt

auch seine Strafe, ist im besten

Fall geläutert und darf wieder arbeiten.“

8Was bringen mediale „Dopingbeichten“

von gefallenen Engeln?

Welche Signale senden sie?

Nach Dopingfällen sind reuige Sportler

genauso gefragte Interviewpartner wie

Zielscheiben heftiger Kritik. Sie sollten

in den Medien keine Bühne mehr bekommen,

meinen Hardliner. „Da ist sicher

eine differenzierte Sichtweise wichtig“,

meint Müller. Das Thematisieren

von Doping, Strafen und dem „Danach“

in den Medien findet er grundsätzlich

nicht schlecht, aber gewissen Aussagen

dürften nicht unkommentiert bleiben.

„Wenn ein Ex-Doper im großen Interview

mit treuherzigem Gesicht sagt, es

dopen eh alle, ist das ganz schlecht für

die Signalwirkung auf z.B. Nachwuchssportler.

Leider wird diesen Aussagen oft

Glauben geschenkt, sie spiegeln aber nur

die subjektive Sichtweise wider. Das ist

so, wie wenn ich einen korrupten Politiker

oder Geschäftsmann frage, ob seine

Mitbewerber auch korrupt sind.“

9Welche Wünsche hat die NADA?

Müller wünscht sich die Anti-Doping-Bestimmungen

flächendeckend

und plakativ in den Ausschreibungen

von Wettkämpfen. „Ein zentrales

Thema, das muss ins Bewusstsein der

Veranstalter.“ In dieser Hinsicht gibt es

positive Beispiele. Dass aber Riesenevents

wie der Ötztaler Radmarathon als

„Tourismus-Veranstaltung“ den Anti-Doping-Bestimmungen

nicht unterliegen,

zählt nicht dazu. „Die Veranstalter

könnten generell noch viel aktiver

und offener kommunizieren, dass sie

klar für Anti-Doping sind. Denn als

Sportler habe ich ein Recht auf sauberen

Sport und die Informationen dazu.“

DOPING

AKTUELL

Nach 2008 und dem Skandal

um Humanplasma in Wien

(Kohl, Hoffmann, Totschnig,

Botwinow, Pumper, Graf, Rottmann,

Tauber, Pinter etc.) ist

das Jahr 2019 der zweite negative

Höhepunkt. Die Operation

Aderlass in Seefeld erwischte

wieder den Profisport

(Hauke, Baldauf, Dürr, Preidler,

Denifl). Das Thema Doping

strahlt aber auch erstmals

weit in den Breiten- und Amateursport

hinein, mit den

überführten Christina Kollmann-Forstner

(MTB), Florian

Lienhart, Emanuel Moser (beide

Triathlon), Jürgen Teichtmeister

(Leichtathletik) und

zuletzt mit dem Masters-Skibergsteiger

Gerhard Tritscher.

Komplette Liste aller in

Österreich gesperrten oder

suspendierten Sportler auf

www.nada.at

Fit im Herbst

mit Vitamin D!

Für ein starkes Immunsystem

benötigt der Körper

unter anderem eine ausreichende

Versorgung mit

Vitamin D.

Wissenschaftliche Studien zeigen

den Zusammenhang zwischen

Vitamin D-Mangel und Erkrankungen

wie z.B.

• Grippale

Infekte

• Müdigkeit

• Entzündungen

• Bluthochdruck

Zu einem Vitamin D-Mangel

kommt es, wenn die mit der

Nahrung aufgenommene oder im

Körper gebildete Menge für die

Versorgung nicht ausreicht. Durch

eine gezielte Vitamin D-Zufuhr

kann der Mangel ausgeglichen

werden.

Denken Sie deshalb an eine optimale

Versorgung mit Vitamin D

– das ganze Jahr über.

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Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke

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Mangel. Nur unter ärztlicher Aufsicht verwenden.


61%

geben an, dass sich Sport positiv auf die Stimmung

im Berufsalltag auswirkt. Für 51 Prozent erhöht sich

dadurch sogar die Belastbarkeitsgrenze.

59%

der sportlichen Aktivitäten üben Herr

und Frau Österreicher im Freien aus.

Der beliebteste Ort der Freizeitsportler

ist dabei der Wald. Für satte 90 Prozent

ist die Natur die „Energietankstelle“.

SO SPORTELT

ÖSTERREICH

DER SPORTREPORT VON INTERSPORT IST WIEDER DA. 5000 LEUTE IN ÖSTERREICH, DEUTSCHLAND,

TSCHECHIEN, UNGARN UND DER SLOWAKEI WURDEN DABEI ZU IHREM SPORTVERHALTEN BEFRAGT.

FÜR ÖSTERREICH KOMMT DABEI HERAUS: 67 PROZENT DER BEFRAGTEN BETREIBEN MINDESTENS

EINMAL PRO WOCHE SPORT. DAZU NOCH EIN PAAR INTERESSANTE DETAIL-ERGEBNISSE

48%

der Befragten fahren zumindest

fallweise mit dem Fahrrad – wodurch

Radfahren den Sieg bei

der beliebtesten Sportart einfährt.

Gefolgt übrigens von

Schwimmen (46 %), Wandern

(45 %) und Laufen (31 %).

5der Befragten machen

der Umfrage zu Folge

gar keinen Sport.

%

%

der Kinder zwischen

6 und 17 sind in

einem Sportverein

aktiv. Dennoch sind die

Hälfte der Eltern mit dem

Vereinsangebot ihrer

Umgebung unzufrieden.

22 SPORTaktiv


FIT

Training – Gesundheit – Ernährung

Fotos: iStock, privat

GESUNDHEITSMESSE

Am 18. Oktober findet im Amtshaus

des 7. Wiener Gemeindebezirks die

Messe für Gesundheit und Prävention

statt. Auf einer „Gesundheitsstraße“

kann man seine Fitness

kostenlos überprüfen lassen.

www.wiener.hilfswerk.at

EISIGER REKORD

Josef Köberl hat in einer Glaskabine

in Wien einen Weltrekord aufgestellt.

2:08 Stunden saß der als

„Eis-Schwimmer“ bekannte Steirer

in Eiswürfeln. Nächste Idee: Donau

und Nil längs durchschwimmen.

www.7minds.at

STARKE LEBEN LÄNGER

Eine US-Studie belegt: Muskelkraft hat

bei Menschen mit kritischer oder chronischer

Erkrankung einen Einfluss auf

die Lebenserwartung. Ernährung und

Training sind demnach fast so wichtig

wie Medikamente.

medical-media-consulting.at

SPORTaktiv

23


TIEF

DURCH-

ATMEN

Fotos: iStock, Klaus Landauf

24 SPORTaktiv


DER HERBST IST DIE ZEIT ZUM DURCHSCHNAUFEN. WEIL

IN UNSERER HEKTISCHEN WELT VIELE CHRONISCH AUSSER

ATEM SIND, OHNE ES ZU WISSEN, LOHNT ES SICH, DEM

ATMEN ETWAS AUFMERKSAMKEIT ZU SCHENKEN.

MIT EIN PAAR MINUTEN TÄGLICH IST SCHON VIEL GETAN.

VON CHRISTOF DOMENIG

uch wenn man sich in Ruhe glaubt,

kann man außer Atem sein. Die

meisten Menschen in unserer Zeit

sind das auch, ohne es zu wissen. Manche hyperventilieren

sogar chronisch, auch wenn sie

es selbst gar nicht bemerken. Das erklärt der

Grazer Mentaltrainer Klaus Landauf, der nicht

nur mit Sportlern arbeitet, sondern sich auch

dem Faktor Stress in der heutigen Arbeits- und

Freizeitwelt in besonderem Maß widmet.

„Für Burn-out-Betroffene ist es ganz typisch,

nur noch flach und kurz zu atmen“, weiß

Landauf – der aber auch betont, dass kaum jemand

einen langsamen, gesunden Atemrhythmus

hat, es sei denn, er beschäftigt sich bewusst

damit. Das Hetzen von Termin zu Termin, das

durchgetaktete Leben spiegelt sich nämlich in

der Atmung wider. Dass sich so ein ständiges

„Außer-Atem-Sein“ auf die Leistungsfähigkeit

im Sport und Alltag wie auch auf die so wichtige

„Regulations- und Regenerationsfähigkeit“

auswirkt, kann man sich leicht ausrechnen.

15.000 Mal pro Tag atmen wir ein und wieder

aus, wobei vor allem der Qualität der

Atemvorgänge große Bedeutung zukommt:

„Wir nutzen unsere Lungenkapazität nicht,

wenn wir nur flach atmen“, betont Landauf.

Zur Veranschaulichung: Mit jedem Einatmen

strömt im Schnitt ein halber Liter Luft in die

beiden Lungenflügel, pro Minute sind es also 5

bis 6 Liter. Aber: Bei einem tiefen, entspannten

Atemzug holen wir sechs bis zehn Mal mehr

Luft in unsere Lungen als bei einem schnellen,

flachen Atemzug.

Der Unternehmensberater hält seinen Klienten

– vielfach Führungskräfte – auch gern mit

diesem Argument die Bedeutung des Atmens

vor Augen: Man kann mehrere Wochen ohne

Essen überleben, vier bis fünf Tage ohne zu

trinken – aber nur vier bis fünf Minuten ohne

zu atmen. Warum also schenkt man Ernährungsfragen

oder jener der richtigen Flüssigkeitsaufnahme

(zu Recht) viel Aufmerksamkeit,

dem Atem aber kaum?

Wer weiß außerdem schon, dass die Lunge

unser größtes inneres Organ ist – und das

Zwerchfell der flächenmäßig größte Muskel? In

der Physik wisse man, dass größere, übergeordnete

Systeme kleinere harmonisieren. Stellt

man vier Metronome, die in unterschiedlichen

Rhythmen schwingen, auf eine Schaukel, dann

führt die Bewegung der Schaukel die Metronome

nach kurzer Zeit in einen absoluten Gleichklang.

So ähnlich könne man sich das auch mit

den Körperfunktionen vorstellen – und der Atmung,

die über allen Dingen steht, weil sie die

Funktionsweise der Organe harmonisiert.

Das Zwerchfell wiederum ist neben seiner

Größe auch stark von parasympathischen, also

für die Entspannung zuständigen Nervenbahnen

durchzogen, nennt Landauf einen weiteren

interessanten Punkt. Eine ruhige tiefe „Bauchatmung“,

die in Wahrheit übers Zwerchfell passiert,

wirkt sich auch aus diesem Grund positiv

auf den Entspannungszustand aus. Diese tiefe

Bauchatmung zu erlernen (siehe die Übungen

hinten), ist deshalb auch ein erster wichtiger

Schritt zum besseren, harmonischen Atmen.

Sauerstoff und Kohlendioxid

Es gibt noch mehr gute Argumente dafür, sich

ein paar Minuten täglich mit seiner Atmung zu

beschäftigen. Natürlich geht es dabei auch um

den Sauerstoff, unser eingeatmetes Lebenselixier.

Aber auch der ist nur ein Teil dessen, was

wir über unsere Atmung regulieren können.

„Die Art zu atmen verändert auch unseren

Kohlendioxid-Haushalt – und gerade der ist für

die optimale Leistung in Alltag, Beruf und

Sport das Maß der Dinge“, sagt Klaus Landauf.

Noch einmal das Stress-Beispiel: In Drucksituationen

neigt der Mensch also dazu, kurz

SPORTaktiv

25


1

2

3

4

5

ÜBUNGEN ZUM

DURCHATMEN

TIEFE BAUCHATMUNG

In Rückenlage auf den Boden

legen und für vier Sekunden

ein- und sechs Sekunden ausatmen.

Zur Kontrolle die Handinnenfläche

auf den Bauchnabel

legen um zu überprüfen, ob

sich der Bauch beim Atmen

wirklich hebt und senkt.

ATEM ANHALTEN

Ausatmen, zählen, bis der

Drang einzuatmen groß wird –

dann wieder einatmen. Werte

ab 20 Sekunden zeugen von einem

guten Atemverhalten –

darunter empfiehlt sich unbedingt

ein Atemtraining.

GEHEN UND ATMEN

Im Gehen 3 bis 4 Schritte einatmen,

dann 5 bis 8 Schritte lang

ausatmen. Diese Rhythmik hilft

dabei, im Atmen nicht zu

schnell zu werden und auf die

10 bis 12 Atemzüge pro Minute

zu kommen.

SPÜR DICH

Ruhig atmen und dabei auf

eine Körperstelle fokussieren,

zum Beispiel jenen Punkt, auf

dem der Körper am intensivsten

den Boden berührt.

BEIM TRAINING

Während einer ausdauersportlichen

Betätigung: ausatmen, so

lange nicht einatmen, bis der

Drang zu atmen groß wird,

dann einatmen. Danach gut

durchatmen, den Atem harmonisieren

und die Übung während

fünf bis zehn Minuten

wiederholen.

und flach zu atmen. Wenn Stress- und

Druckphasen nun über längere Zeiträume

vorherrschen, verändert sich der

CO2-Zustand im Organismus. „Wird

CO2 nicht vollständig ausgeatmet und

sammelt sich an, muss es in der Nacht

abgebaut und das wirkt sich auf die

Schlafqualität aus.“ Wer sich trotz ausreichender

Schlafstunden morgens gerädert

fühlt, hat also vielleicht ein Problem

mit seinem CO2-Haushalt. Auf jeden

Fall ist dann die körpereigene Erholungsfähigkeit

beeinträchtigt. Wer Sport

macht, kennt den „inneren Schweinehund“

– und auch dieser meldet sich

umso kräftiger zu Wort, je schlechter wir

erholt sind, ist Landauf überzeugt.

Kohlendioxid ist aber, und auch das

soll nicht unerwähnt bleiben, nicht nur

ein Schadstoff, der aus dem Körper raussoll.

In der richtigen Konzentration ist

es wichtig, um Sauerstoff aus den roten

Blutkörperchen zu lösen – und ihn damit

optimal nutzbar zu machen.

Zwölf Atemzüge pro Minute

Wie kann man nun konkret an seiner

Atmung arbeiten? Schon erwähnt haben

wir, dass Klaus Landauf als Basis die tiefe

Bauchatmung empfiehlt, die man

möglichst täglich ein paar Minuten

üben und sich anstatt der verbreiteten,

flachen Brustatmung angewöhnen sollte.

Und es gibt auch eine wichtige Faustregel,

die besagt, dass 10 bis 12 Atemzüge

pro Minute für fast alle ein idealer

Atemrhythmus sind. Hier gilt es, einmal

zu registrieren, welchen Atemrhythmus

und welches -tempo man tatsächlich in

unterschiedlichen Alltagssituationen an

den Tag legt. „Wenn ich mich zwei-,

drei- oder viermal pro Tag für ein paar

Minuten zurücknehme und die Atmung

in den optimalen Bereich bringe, bin ich

auf einem guten Weg“, rät Landauf.

Ausdauersportlern empfiehlt er, auch

in Grundlageneinheiten immer wieder

darauf zu achten, in den idealen Rhythmus

mit zehn bis zwölf Atemzüge pro

Minute zu kommen. Darüber hinaus

gibt es eine Menge von Übungen wie die

links beschriebenen, die man, so oft man

möchte und Zeit findet durchführen

kann. Anregungen kann man sich auch

in den Seminaren holen, die der Experte

regelmäßig anbietet – und dabei lässt sich

auch der unmittelbare Wohlfühlwert der

Übungen besonders gut erfahren.

Falls jemand meint, keine fünf Minuten

täglich erübrigen zu können, dem

empfiehlt Landauf die beschriebene Geh-

Atem-Abung: Kurze Gehstrecken sind

nun wirklich Teil jedes Alltags, die

Übung wirkt ungemein beruhigend. Generell

sollte die eine oder andere Atemübung

Alltagsroutine werden, „wie duschen

oder Zähne putzen“, sagt Landauf.

Auch das sind Tatsachen: 20 Prozent

der Schadstoffe im Körper werden über

die Haut abgegeben, 10 Prozent über

den Darm – aber 70 Prozent abgeatmet.

Ruhiges, tiefes Atmen verzehnfacht die

Lymphreinigung und die Hormone Adrenalin,

Cortisol, Dopamin und Endorphin

werden ins Positive reguliert.

„Somit wird durch die Atmung wichtige

Psychohygiene in Gang gesetzt, der

Stoffwechsel forciert und die Schlafqualität

verbessert“, fasst Klaus Landauf zusammen

– „und das sind lauter wesentliche

Mosaiksteine, die sich auf die Leistungs-

und Regenerationsfähigkeit auswirken“.

Gute Gründe also, jetzt im

Herbst wirklich auch im wörtlichen

Sinn richtig durchzuschnaufen.

KLAUS LANDAUF

ist Unternehmensberater und

Mentaltrainer in Graz und arbeitet

mit vielen internationalen und

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26 SPORTaktiv


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MIT WASSER

GEGEN STRESS

Die Wettkampfsaison neigt sich für

Läufer, Biker, Triathleten dem

Ende zu und auch Hobbysportler

treten gerne kürzer, wenn die Nächte

wieder länger werden. Zeit also, Körper

und Geist zur Ruhe kommen zu lassen

und das Hauptaugenmerk auf die Regeneration

zu legen. Das steckt schon im

Wort regenerieren selbst drin. „Mit neu-

LÄNGST HABEN THERMEN DAS VERSTAUBTE

IMAGE ABGELEGT. HIER FINDET MITTLER­

WEILE AKTIVE REGENERATION STATT, DIE

GERADE FÜR SPORTLER OPTIMAL IST.

Fotos: Dominik Wartbichler, Tauern Spa

30 SPORTaktiv


er Kraft versehen“ beschreibt es der Duden.

Besonders Thermen eignen sich mit

warmem Wasser, Sauna und Massageangeboten

dazu, einmal mit allen Sinnen

zu entspannen.

Hatte das Baden im Thermalwasser

lange Zeit ein eher verstaubtes, passives

Image, haben einige Thermen mittlerweile

die Sportler als neue Zielgruppe

Ab Oktober möglich:

erst Skifahren am

Kitzsteinhorn, dann

relaxen im nahen

Tauern Spa.

entdeckt. Besonders viele Sportler trainieren

immer wieder im „Tauern Spa“ in

Kaprun. Denn dort kann man sich nicht

nur im Warmwasser treiben lassen. Das

25-Meter-Sportbecken eignet sich bestens

zum Schwimmtraining. „Wir bieten

auch seit einigen Jahren Sportcamps für

Triathleten an“, sagt Petra Hofmann

vom Tauern Spa. Lauf- und Radstrecken

sind WM-erprobt, 2015 fand in der Region

Zell am See Kaprun die Ironman-

70.3-Weltmeisterschaft statt.

Täglich werden auch Fitnesskurse angeboten.

Die genießen offenbar einen

mehr als guten Ruf, denn nicht nur

Spa-Gäste nutzen das Angebot, auch die

einheimische Bevölkerung bringt sich

dort in Form. „Die Kurse sind auch jahreszeitlich

abgestimmt“, erklärt Petra

Hofmann. Jetzt im Herbst steht spezielles

Zirkeltraining auf dem Programm als

Vorbereitung auf die Skisaison.

Apropos Skifahren. Das kann man in

Kaprun schon ab Oktober vor der Regeneration

im Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn,

das ab Dezember auch noch

besser vom Ort aus zu erreichen ist,

wenn der Seilbahnlückenschluss fertig

ist. Dann geht es aus Kaprun erst mit

der 2018 eröffneten Maiskogelbahn auf

1570 Meter und von dort mit der

brandneuen „K-onnection“ auf den

Langwiedboden und damit direkt ins

Gletscherskigebiet.

Ganz wichtig ist aber auch die bewusste

Entspannung. Das warme Wasser

tut nicht nur Muskeln, Bändern und

Sehnen gut. Nachweislich reduzieren

schon 20 Minuten im Thermalwasser

den Stress deutlich. Danach schläft es

sich besser und auch der Schlaf ist ein

wesentlicher Faktor in der Regeneration.

Neben ausreichender Quantität (rund

sieben Stunden pro Nacht) spielt aber

auch die Qualität eine Rolle. Die lässt

sich übrigens steigern. „Indem man vor

dem Schlafengehen meditiert, über den

Tag reflektiert und ihn so nicht in den

Schlaf mitnimmt“, rät der Grazer Mentaltrainer

Klaus Landauf.

Nur jetzt im Herbst auf die Regeneration

zu achten ist freilich zu wenig, da

sind sich Experten einig. Aber die Jahreszeit

kann als Initialzündung dienen,

auch das bewusste Loslassen und das Bestreben,

Körper und Geist eine Pause

gönnen zu gönnen, in den Alltag zu integrieren.

Denn immerhin sollten 40

Prozent des Trainingsaufwandes der

Regeneration gelten.

SPORTaktiv

31


osmetik und Leistungssteigerung

– wie passt das zusammen?

Über das Coenzym Q10,

das schon in den 1990ern-Jahren

in vielen Anti-Aging-

Cremes enthalten war. Es

sollte den Alterungsprozess der Haut

verhindern. Und um dieses Coenzym

Q10 dreht es sich bei Ubiquinol, das

derzeit in aller Munde ist. „Vereinfacht

gesagt liefert es den Mitochondrien, also

den Kraftwerken der Zelle, Energie“,

sagt Dr. Robert Fritz, Sportmediziner

und Experte für Orthomolekularmedizin.

Und es kommt in jeder Zelle des

Körpers vor, egal, an welcher Stelle. Daher

auch der Name Ubiquinol, abgeleitet

vom Lateinischen „ubique“, zu

Deutsch „überall“. Bei Ubiquinol handelt

es sich um die reduzierte Form des

Coenzyms Q10. Das produziert der

Körper im Prinzip selbst, nur nimmt

DR. ROBERT

FRITZ

ist Sport- und Ernährungsmediziner

in Wien und begeisterter

Hobbysportler

www.sportordination.at

diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter

ab. „Manche sagen schon zwischen 20

und 30 Jahren, andere meinen erst im

Alter zwischen 40 und 50 und das

kommt eher hin“, sagt Fritz. „Das heißt

aber nicht zwingend, dass man einen

Mangel bekommt. Es reagiert ja nicht

jeder gleich.“

Bemerken kann man den Mangel

auch ohne Arzt. Müdigkeit ist zum Beispiel

ein Indikator. Oder wenn man

konsequent nach einem individuell erstellten

Trainingsplan trainiert, sich die

Leistung aber nicht steigert. „Das kann

mehrere Gründe haben“, erklärt Fritz.

„Eisen- oder Magnesiummangel, zu wenig

Vitamin D oder eben das Coenzym

Q10. Klarheit kann dann eine Vollblutanalyse

schaffen, die in fast jedem Labor

durchgeführt werden kann. „Am besten,

man geht zuvor zu einem Sportmediziner

oder spricht seinen Hausarzt oder

Internisten einmal darauf an.“ Zeigt sich

im Blut dann ein Mangel, kann man das

Coenzym Q10 über Kapseln zuführen.

Aber dieses ist zweierlei Präparaten enthalten:

im Ubiquinon und im Ubiquinol.

„Das Ubiquinon muss der

Körper mit einem chemischen

Prozess noch umwandeln, das

ZÜNDSTOFF

FÜR DIE ZELLE

ÜBERALL DAHEIM, NUR MANCHMAL NICHT AUSREICHEND VORHANDEN.

UBIQUINOL GIBT ALLEN KÖRPERZELLEN ENERGIE UND BREMST

DADURCH DEN ALTERUNGSPROZESS.

VON KLAUS MOLIDOR

32


Vitamine

Ubiquinol ist dagegen schon die aktive

Form“, erklärt Fritz. Ganz billig sind

die Präparate meistens nicht. „Im Monat

kostet das bei einer Kapsel pro Tag

schon so zwischen 80 und 100 Euro.

Ubiquinol sogar noch eine Spur

mehr.“ Trotzdem rät er zur teureren

Form. Weil nämlich nicht alle Menschen

das Ubiquinon gleich gut in die

aktive Form umwandeln. „Ich hatte in

den letzten zehn Jahren einige Leute,

bei denen das der Fall war. Bei Ubiquinol

weiß ich dagegen, dass es sehr gut

funktioniert.

Das Gute an der Sache: Selbst wenn

man zuviel nimmt, Schaden richtet

man damit keinen an. Anders als etwa

beim Eisen, das der Körper nicht selbst

Wie erkennt man nun aber das richtige

Präparat? Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln

sollte der erste

Blick auf die Kölner Liste fallen. Was

dort drauf ist, ist unbedenklich – nicht

nur weil es nicht unter Doping fällt.

„Weiters würde ich auf hochwertige

Qualität achten. Also: Dass das Ubiquinol

in Reinform vorhanden ist,

vielleicht mit zwei, drei Trägersubstanzen,

aber nicht mit noch 25 weiteren

Vitaminen.“ Im Zweifelsfall gilt sowie-

Bleib‘

gesund!

Beste

Bioverfügbarkeit

Fotos: iStock, Dr. Fritz

ausscheiden kann. „Aber selbst wenn

man einen Mangel hat und den dann

behebt, muss das nicht die Ursache für

Müdigkeit oder zu geringe Leistungssteigerung

sein. „Kann es aber.“ Bei

Spitzensportlern würde Fritz den Status

in jedem Fall überprüfen lassen,

„weil es da um viel geht und sehr oft

Kleinigkeiten den Unterschied machen.“

Hobbysportler schickt er dagegen

nur bei Leidensdruck zur Blutabnahme.

„Wer dann Ubiquinol nimmt, hat vielleicht

auch wieder mehr Spaß am Sport

und an der Bewegung. Das ist das

Wichtigste – dass sich möglichst viele,

möglichst lange bewegen können und

aktiv sind.“

so: am besten einen Experten fragen.

„Es gibt schon einige große Hersteller,

die sehr gute Präparate herstellen.“

Und was hält Experte Fritz von all

den wundersamen Versprechungen

und Wirkungen, die dem Ubiquinol

zugesprochen werden: Leberschäden

soll es verhindern, in der Krebstherapie

helfen, die Gesundheit von Neugeborenen

fördern, ja, sogar gegen

männliche Unfruchtbarkeit helfen. „Es

gibt zu wenig seriöse und aussagekräftige

Studien dazu“, meint Fritz. „Aber

bei Krankheiten, die mit der Energieproduktion

von gewissen Zellen zu

tun haben – das sind nicht alle, aber

doch einige – probieren wir es. Hilft’s

nix, schadet’s nix.“

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Ubiquinol unterstützt

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33


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Murauen und die ausgedehnten Radwege der

Umgebung für unterschiedliche Trainingseinheiten

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Radkersburg darüber hinaus ein modernes Kompetenzzentrum

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Heilmittel (wie Moorpackungen oder dem „Long

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Herzstück des Vita med Gesundheitszentrums

ist das „Medizinische Trainingszentrum“ (MTZ).

Neben modernen Trainingsgeräten für Ausdauer,

Kraft und Beweglichkeit findet man dort auch

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zielgerichtet dabei, die Eigenschaften des muskulären

Bindegewebes positiv zu beeinflussen und

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Händen von Therapeuten und Medizinern: In der

Parktherme Bad Radkersburg fühlen sich Sportler

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Fotos: Parktherme Bad Radkersbur/Harald Eisenberger

34 SPORTaktiv


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SPORTaktiv

39


SCHNAUFEN

ODER

BLUTEN?

LEISTUNG, LEISTUNG, LEISTUNG. WER SEIN

SPORTLICHES ZIEL ERREICHEN WILL, WER EFFIZIENT

TRAINIEREN WILL, WER WISSEN WILL, WO ER AUF

DER LEISTUNGSKURVE STEHT, DER KOMMT UM EINE

SPORTWISSENSCHAFTLICHE DIAGNOSTIK NICHT

HERUM. STELLT SICH NUR DIE FRAGE: RAMPE ODER

STUFE, ERGOMETER ODER LAUFBAND, ATEMMASKE

ODER OHRSTECHEN? WIR HABEN UNS BEIDE

VERSIONEN ANGESEHEN UND ERKLÄREN DIE

UNTERSCHIEDE UND GEMEINSAMKEITEN VON

SPIRO-ERGOMETRIE UND LAKTATTEST.

VON KLAUS MOLIDOR

DIE AUSGANGSLAGE

Spiro-Ergometrie steht für den Test auf

dem Fahrrad-Ergometer. Dabei hat man

eine eng sitzende Maske über Mund und

Nase. Über den Atemausstoß werden die

Leistungsfähigkeit gemessen und die

Schwellenwerte ermittelt. Also in welchem

Leistungsbereich das Training aerob

oder anaerob ist.

Beim Laktattest, den wir auf dem

Laufband absolviert haben, wird zwischendurch

immer wieder Blut aus dem

Ohrläppchen abgenommen und als Indikator

für die Schwellen der Laktatwert

gemessen. Wenn also kein Sauerstoff im

Muskel benötigt wird, wird Zucker in

Milchsäure umgewandelt, als „Abfallprodukt“

entsteht Laktat, das Salz der

Milchsäure. Ein weiterer Unterschied:

Bei der Spiro-Ergometrie machen wir einen

Rampentest, bei der Laktat-Diagnostik

einen Stufentest.

DIE BELASTUNG

„Du radelst jetzt bitte mit einer Frequenz

von rund 80 Umdrehungen pro

Minute“, erklärt Patrick Koller vom

Sportresort Hohe Salve. „Die Belastung

wird dabei ständig und gleichmäßig stärker.

Sie steigt also wie eine Rampe an.

Und du sprichst bitte nicht mehr, sondern

nickst oder hebst den Daumen zur

Verständigung“, sagt Koller. Sprechen

würde das Ergebnis verfälschen. Am

Monitor vor dem Ergometer sieht man

die Trittfrequenz und die Leistung in

Watt. 50, 60, 70 – alles kein Problem,

der Atem geht ruhig. Erst über 100 wird

es dann anstrengend. Dazu kommt langsam

die Sorge, ob man durch die Maske

eh genug Luft kriegt. „Das ist ein gewisser

Nachteil“, sagt auch Koller. Weil die

Situation ungewohnt ist und die Maske

ein wenig einschränkt. Der Vorteil ist

für ihn die Handhabung. Keine Nadeln,

kein Blut, keine Unterbrechung. Er

kann alles alleine durchführen und hat

sofort Ergebnisse. Mir dem „move and

relax“-Konzept will das Sportresort

Fotos: Thomas Polzer

40 SPORTaktiv


Wellness mit Training verbinden. Koller

bietet Trainings mit Körpergewicht und

Hanteln an, Gymnastik und eben Leistungsdiagnostiken.

„Viele verbinden

Sport und Urlaub und wollen dabei einfach

einmal wissen, wo sie stehen.“

Anders ist das beim Laktatstufentest.

Bevor das Laufband loslegt, kommt erst

einmal eine durchblutungsfördernde Salbe

auf das rechte Ohr. „Damit wir das

Blut leichter abnehmen können“, erklärt

Sportwissenschafterin Natalie Mentel

von der Sportordination in Wien. Dann

geht es erst einmal fünf Minuten im forscheren

Spaziertempo dahin. In der ersten

kurzen Pause wird dann aus dem

Ohr Blut herausgequetscht, um den Laktatwert

zu bestimmen. In der Folge wird

das Tempo in Stufen gesteigert: 8 km/h,

10, 12, 14, 16 km/h. Jeweils drei Minuten

und in den Pausen Blutabnahme.

„Willst die 18 auch noch probieren?“,

stichelt Natalie. „Ist der Papst katholisch?“,

schnaufe ich schweißgebadet zurück.

Die Herausforderung dabei ist

auch das Laufband. Bei hohem Tempo

immer an der richtigen Stelle zu laufen,

ist gar nicht so einfach, wenn man diese

Geräte nur aus der Ferne kennt. Bei 18

km/h und in schwerer Sauerstoffschuld

keimt auch ein wenig Angst auf, vorne

drüberzukippen und in den Fernseher

einzuschlagen, der zur Motivation einen

herrlichen Waldweg zeigt.

Auch die Abwicklung ist beim Laktattest

schwieriger als bei der Spiro-Variante.

Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu

bekommen, darf sich kein Schweiß mit

dem Blut mischen.

Ausbelastet fühlt man sich am Ende

nach beiden Versionen. Beim Radeln ist

das Gefühl am nächsten Tag deutlich angenehmer

als nach dem Laufbandtest.

Weniger Muskelkater, dafür mehr Lust

gleich wieder Sport zu machen.

Die Ergebnisse sind großteils deckungsgleich.

Allerdings: Mit der Ergometrie

bekommt man nicht nur Pulswerte

geliefert, sondern auch die Leistung

in Watt. Für Radfahrer ist das

schon lange DIE Währung, Wattkurbeln

gehören zur Grundausstattung ambitionierter

Rennradler. Aber auch in den

Laufbereich sickert die Wattmessung

langsam ein. Über Pulsuhren und eigene

Sensoren, die man wie einen Zeitmesschip

am Schuh montieren kann. Der

Vorteil daran: die Leistung lässt sich

vom ersten Schritt an exakt messen,

während der Pulsbereich immer ein wenig

verzögert ist. Die allerletzten Prozent

kann man so also herauskitzeln und

noch genauer trainieren. Das mag für

Profis etwas bringen, für den Hobbysportler

ist es dagegen völlig egal.

„Eine spannende Entwicklung ist das

trotzdem“, sagt Robert Fritz, der überzeugt

ist, dass sich in diesem Bereich

noch einiges tun wird. Aktuell hat Polar

als einziger Sportuhrenhersteller eine

Uhr mit Wattmessung im Programm –

gemessen wird aber nur über das Handgelenk.

Die Werte haben daher wohl

eher mit Mathematik als mit Physik zu

tun. Sprich, sie werden hochgerechnet

und nicht über Sensoren gemessen. Eigene

Sensoren wie der Stryd-Footpod

sind noch nicht massentauglich.

Natürlich werden Radfahrer eher den

Ergometertest machen und Läufer das

Laufband bevorzugen. Aber: Die Werte

sind wirklich vergleichbar. Und ein wenig

Abwechslung kann ja nie schaden.

SPORTaktiv

41


DIE TESTS IM

VERGLEICH

Foto: Ferienregion Hohe Salve

Der LAKTATSTUFENTEST hat mir einen

Maximalpuls von 206 Schlägen pro Minute

bestätigt. Der optimale Bereich für das

Grundlagen-Ausdauertraining liegt zwischen

126 und 145 Schlägen – beim Laufen.

Weil beim Radfahren weniger Muskelgruppen

beansprucht werden, muss man

dafür rund 10 Schläge abziehen.

Der RAMPENTEST bei der Spiroergometrie

ergab eine maximale Leistung von 305

Watt und einen Grundlagenausdauerbereich

von 115 bis 135 Schlägen – beim

Radfahren. Fürs Laufen sind rund 10 Schläge

zu addieren.

Auch die aerobe und anaerobe Schwelle

sind deckungsgleich gewesen

HERBSTLICHE FAMILIENWOCHEN

Während der „FamilienHerbstWochen“ ist die Ferienregion

Hohe Salve in Tirol noch attraktiver als gewohnt.

TIROL. In der Ferienregion Hohe Salve schlägt jedes Wanderherz

höher. Bis 10. November sind die Bergbahnen und

ihre sieben Bergerlebniswelten geöffnet und Kinder bis 15

Jahre fahren in dieser Zeit bei den „FamilienHerbstWochen“

kostenlos. Auch in der Wörgler Wasserwelt haben – bei

Kauf einer 4-Stunden- oder Tageskarte – alle Kinder bis 15

freien Eintritt. Dank hervorragender Bahnanbindung kann

das Auto daheim bleiben. Vor Ort nutzen Sie die kostenlose

Gästekarte als Fahrkarte für alle Nahverkehrszüge und Busverbindungen

in der Region. www.hohe-salve.com

Patrick Koller

erklärt die

Ergebnisse der

Spiro-Ergometrie.

Fazit: gute

Werte, aber

auch gut Luft

nach oben.

Bei der Spiro-Variante bekommt man gleich noch mitgeliefert,

wie gut es um die Atemfrequenz bestellt ist, wie

gut die maximale Sauerstoffaufnahme ist und ob man an

der Ein- und Ausatemkapazität noch arbeiten sollte. Sie

zeigt auch, ob man sich wirklich voll verausgabt oder vielleicht

doch ein bisschen vor der eigenen Grenzen aufgehört

hat. „Du bist in die Hyperventilation gekommen.

Also keine Sorge, das war Ausbelastung“, beruhigt Patrick

Koller, als die Maske weg und der Atem wieder normal ist.

Beim Laktattest läuft man mit Pulsmesser oder die ganze

Zeit angehängt ans EKG und unter ärztlicher Aufsicht.

Das ist vor allem für Einsteiger sinnvoll, damit man sehen

kann, ob es unter Belastung zu Auffälligkeiten kommt

und ob man sich überhaupt bis zum Maximalpuls ausbelasten

soll. „Schaut gut aus, hau rein“, hat Dr. Robert

Fritz noch reingerufen, als die 18 km/h schon seit 45 Sekunden

anliegen. 30 Sekunden später war Schluss mit einem

Maximalpuls von 206. Und das in meinem Alter.

DER TAG DANACH

Im ersten Moment fühlt sich die Ausbelastung bei beiden

Versionen ziemlich ähnlich an. Schnaufen im roten Drehzahlbereich,

Herzschlag on fire, brennende Muskeln in

den Beinen und Schweiß, Schweiß, Schweiß. Erholen

sich Atem und Puls, kommt die Zufriedenheit dazu, alles

gegeben zu haben. Und zwar nicht nur subjektiv, sondern

wissenschaftlich bestätigt.

Der Tag danach gestaltet sich dann schon anders. Nach

dem Ergometertest am späten Nachmittag geht in der Früh

schon wieder problemlos ein lockerer Lauf. Im selben Zeitabstand

nach dem Vollgas am Laufband hält sich die Lust

aufs Laufen deutlich in Grenzen. Klar – durch die höhere

Muskelbelastung beim Aufprall miaut der Muskelkater viel

lauter.

Am Ende des Tages wird es eine Geschmacksfrage bleiben,

wie man seine Leistung überprüfen lässt. Wer aber

weder in der einen noch der anderen Sportart Profi ist

oder große Ambitionen hat, kann ruhig beides einmal

probieren. Wichtig ist nur, eine Kontrolldiagnostik nach

einigen Monaten sollte in der selben Version gemacht

werden.

42 SPORTaktiv


Wir schreiben

nicht, um zu

gefallen.

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FIT

DIE STANGE, DIE ALLES KANN

Rhythm Stick kenn ich aus der Nummer „Hit me with your

Rhythm stick“ von Ian Dury and The Blockheads. Aber GYM-

STICK? Hat mir erst einmal nichts gesagt. Das Teil mit der

Stange (sprich: Stick) und den flexiblen Bändern hat sich dann

aber als echter Allrounder für Fitness- und Kräftigungsübungen

entpuppt. Füße in die Schlaufen und los geht‘s. Entweder

Bizepsübungen oder Latissimus-Kräftigungen, Brustmuskel-Übungen,

Kniebeugen, Bauchmuskeltraining und, und, und.

In der Anleitung sind Dutzende Übungen beschrieben, wem

das nicht reicht, der schaut sich Youtube-Tutorials an. Das

beste daran: Der Widerstand und somit der Trainingsreiz lässt

sich stufenlos verstellen. Für mehr Intensität rollt man die Bänder

einfach am Stick entlang auf.

Der Gymstick ist bei Physiotherapeuten beliebt und auch mir

längst zum treuen Begleiter geworden – weil er vielseitig und

gleich bei der Hand ist. Eine super Alternative zu Krafttraining,

Beweglichkeits- und Koordinationsübungen. Ein kleines Fitnessstudio

quasi, in dem man immer trainieren kann. Und in

dem es immer meine Lieblingsmusik spielt. Hit me with your

Gymstick, Mister Dury.

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QUALITÄT ERKLÄREN: DAS

„AUSPROBIERT“ IM OKTOBER.

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44 SPORTaktiv


SCHLAF, SUUNTO, SCHLAF

„Guten Morgen!“, sagt die freundliche SUUNTO 5 in der Früh beim

ersten Tastendruck. Am Display leuchtet die Auswertung der letzten

Nacht: Einschlafzeit, Aufwachzeit, Abweichung von der einstellbaren

„Soll-Zeit“, Schlafqualität in Prozent, Durchschnittspuls,

Zeit im Wachzustand sowie Zeit im Tiefschlaf. Abgespeichert im

Wochenprofil. Vielen Dank und guten Morgen zurück.

EISBECKEN TO GO

Der positive Effekt von Kälte auf die Regeneration ist längst

bekannt. Auch am eigenen Leib. „Steig in einen Kübel mit

Eiswürfeln“, hat mir Marco, mein Physiotherapeut, geraten,

als die Wadeln nach Läufen immer Probleme gemacht haben.

Logistisch ein bisserl schwierig. Entmüdungsbecken

hab ich daheim auch keines herumstehen, also musste bislang

die kalte Dusche herhalten. Bis das FIBULA-System

von „EMCOOLS“ hereingeflattert ist, einer Firma die aus dem

Medizinbereich (Emergency Medical Cooling Systems)

kommt. In zwei Neoprenmanschetten mit Klettverschluss finden

sich Netztaschen für spezielle flexible Cool-Akkus. Die

schnallt man sich um Waden oder Oberschenkel. Der Effekt:

sehr gut. Die punktgenaue Kühlung beanspruchter Areale

funktioniert optimal, die Erholung geht damit tatsächlich

schneller. Damit geht sich auch nach 25 Kilometern Lauftraining

noch eine Tischtennisrunde mit den Kids aus. Zweittester

Alfred Brunner vergibt für die Produktinnovation „made in

Austria“ sogar einmal mehr den Brunner Award.

Vorweg: Die Finnen von Suunto haben mit der Suunto 5 eine

Top-Sportuhr am Markt, die alle relevanten GPS-, Puls- und Sportfunktionen

blind beherrscht. Das darf beim UVP von 329 Euro auch

erwartet werden. Sie kann aber mehr. Sie zeichnet rund um die

Uhr alle Aktivitäten auf, z.B. Schritte, Kalorien, allgemeine Belastung

und eben den Schlaf. Wie das geht? Über den Bewegungssensor

und den Puls am Handgelenk. Es funktioniert! Gefühlt

„schlechte“ Nächte weisen einen höheren Puls auf, mit weniger

Tiefschlafzeit und mehr Wachphasen. Dass man im Schnitt kaum

auf seine acht, neun Stunden Schlaf kommt, sieht man schwarz auf

weiß. Die zwei Weizenbier vom Vorabend auch: Puls höher, weniger

Tiefschlaf, weniger Qualität. Auch wenn es keine medizinisch

genaue Diagnose ist und Suunto bewusst von „Schätzungen“

spricht – die Richtung stimmt. Auch Stress und Energieressourcen

werden angezeigt und helfen bei der Selbsteinschätzung.

Sonst? Die Suunto 5 ist angenehm flach und klein, funktioniert mit

Brustgurt, kann aber auch ohne verwendet werden. Diese Messung

des Blutflusses via LED bezeichnet Suunto ehrlicherweise als

„geschätzter Handgelenkspuls“, in der Praxis war mir das viel zu

ungenau. Also beim Sport doch besser mit Brustgurt. 80 Sportmodi

bietet die Uhr, alle sind via App frei konfigurierbar, tadellos.

Erfreulich: sehr lange Batterielaufzeit.

Unerfreulich: einige Display-Modi bei Tageslicht zu dunkel.

Fazit: Top-Sportuhr mit lehrreichen Zusatzfeatures.

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beachten Sie die Gebrauchsanweisung (Etikett) genau.

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AUSREIZEN?

CHRISTOPH

SUMANN

war als Biathlet

viele Jahre

Weltklasse

und ist jetzt

leidenschaftlicher

Freizeitsportler.

Den Profisport hat das Thema Doping

wieder voll im Griff. Von Langlauf bis

Radsport vergeht keine Woche ohne neue

Hintergründe und Meldungen, welche strafrechtlichen

Konsequenzen drohen. An der Spitze

des Leistungssports geht es um Macht, Kohle

und Erfolg. Da ist immer betrogen worden und

da wird immer betrogen werden. Man lebt in

der Hoffnung, dass man nicht erwischt wird und

davonkommt, alleine oder als Teil eines Systems.

Im Profisport wird man Doping nur schwer in

den Griff kriegen. Was würde helfen? Prävention

und die Androhung von Strafen. Wobei ich bei

allem Verständnis für Geldstrafen und Sperren

sage: keine Haftstrafe. Das sind Sportler und keine

Verbrecher.

Dass Doping auch im Hobbysport ein Thema

ist, liegt auf der Hand, ich gehe von einer großen

Dunkelziffer aus. Anders als vor 30, 40 Jahren ist

das ja kinderleicht. Hinter deinen verschlossenen

Türen klickst du ein bissl herum, zwei Tage später

bringt die Post ein Paket und am Wochenende

bist du beim Er&Sie-Lauf drei Plätze weiter

vorne. Bravo!

Aber warum dopen Hobbysportler, bei denen

es nicht um Gold, Silber und Bronze, um

Prämien und Sponsorenverträge geht? Wahrscheinlich,

weil man den Kollegen in der M45

in die Schranken weisen will oder den endlich

einmal abhängen, der dich jetzt schon drei Jahre

herbrennt. Aber ob du Platz 165 belegst oder

99. wirst, ist doch völlig egal. Erklären kann ich

es mir nur damit, dass Hobbysportler gleich wie

Profis enorm viel Geld und Aufwand investieren.

Und dabei reizen sie eben alles aus. Profis sind

ein schlechtes Vorbild.

Foto: Thomas Polzer


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Wenn bei uns die Saison zu Ende

ist, gehen im Süden Europas noch

einige feine Marathons über die

Bühne. Wie etwa jener in Valencia

am 1. Dezember.

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Den Hahnenkamm in Kitzbühel runterlaufen

können Kurzentschlossene

am 5. Oktober. Anmeldungen beim

„inov-8 Descent Race“ waren bei

Redaktionsschluss noch möglich.

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LASS DICH ZIEHEN

Beim Herbstklassiker am 13. Oktober

in Graz haben Läufer wieder die

Möglichkeit, sich von den SPORTaktiv-Pacemakern

auf ihre persönliche

Bestzeit ziehen zu lassen.

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SPORTaktiv

49


GEFÜHLSBETONTE

ZEITEN

aten sind heutzutage die besten

Freunde vieler Läufer. Auch als

Digitalisierungs-Skeptiker und

zum Beispiel Strava-Verweigerer

muss man zugeben, dass das

Aufzeichnen und Auswerten der

persönlichen Trainingsdaten ein Motivationsfaktor

sein kann („drei Wochen Sommerurlaub,

158,7 Laufkilometer – hui, stolz :-)“).

Speziell für alle, die zielgerichtet trainieren und

sich weiterentwickeln wollen, ist die Vermessung

des Läufer-Ichs per GPS-Uhr sowie die

nachfolgende Auswertung am Computer sowieso

von unbestritten hohem Wert.

Der SPORTaktiv-Experte für den Lauf- und

Triathlonsport Herwig Reupichler ist gewiss

keiner, der das Datensammeln kritisch sieht.

Dennoch lautet sein herbstlicher Ratschlag an

alle leistungsorientierten Hobbyathleten, jetzt

bewusst einmal nicht auf Kilometerzeiten,

Herzfrequenz und Co. zu achten, und stattdessen

das Gefühl für seinen Körper in den Mittelpunkt

zu stellen.

Wie genau das gemeint ist? Nun, der Sportwissenschafter

und Trainer unter anderem von

Marathonprofi Eva Wutti stellt zunächst einmal

eine Langzeit-Beobachtung in den Raum:

„Trotz immer ausgefeilterer technischer Hilfsmittel

gehen die meisten Hobbyläufer ein Rennen

zu schnell an – und verfehlen so das Optimum,

das für sie möglich wäre. An diesem

Phänomen hat sich seit Marathon-Urzeiten, als

es lediglich die Stoppuhr als technisches Hilfsmittel

gab, nichts geändert.“

WARUM ES SICH IM

HERBST BESONDERS LOHNT,

KILOMETER UND KILOME­

TERZEITEN, HERZFREQUENZ

UND SCHRITTFREQUENZ

AUSSER ACHT ZU LASSEN

UND STATTDESSEN AUF

DER LAUFRUNDE IN DEN

EIGENEN KÖRPER HINEIN­

ZUFÜHLEN. DAS GILT AUCH

FÜR ALLE LEISTUNGS­

ORIENTIERTEN LÄUFER.

VON CHRISTOF DOMENIG

50 SPORTaktiv


MAG. HERWIG

REUPICHLER

ist Sportwissenschafter, Lauf- und

Triathlontrainer. Neben Spitzenathleten

und -athletinnen wie

z. B. Eva Wutti betreut er auch viele

Hobbysportler im „SpoWiMed“ der

Sportunion Steiermark.

www.spowimed.at

„Schuld“ am zu schnellen Wegrennen

bei Massenstarts sei aber nicht die Technik,

sondern der Mensch: „In der Starteuphorie

ignorieren fast alle das, was die

Uhr anzeigt, und vertrauen plötzlich auf

ihr Gefühl. Das trügt aber in dem Moment

und die Leute lassen sich von der

Meute mitreißen“, analysiert Reupichler.

Seine Überzeugung: Starke Läufer

brauchen beides – ein gutes Gefühl für

ihren Körper genauso wie die Daten, die

GPS-Uhr und Co. liefern. Mit dem Fokus

auf den messbaren Parametern leidet

aber bei vielen das Körpergefühl. Und

genau für die Entwicklung dieses Gespürs

ist im Herbst, wenn die Wettkampfsaison

vorbei ist und der Wiederaufbau

beginnt, der ideale Zeitpunkt.

Fotos: iStock

Lückenloses Tracking

Doch bleiben wir kurz beim Datensammeln:

Das ist für viele reine Spaßläufer

heute ein wichtiger Motivationsfaktor

und für leistungsorientierte Läufer heute

zu Recht nicht wegzudenken, daran gibt

es nichts zu rütteln. Nicht umsonst wird

auch im Profisport praktisch lückenlos

jede Trainingseinheit „getrackt“. Zwei

Gefahren gibt es dabei aber dennoch im

Datendschungel – die kleinere: In der

Fülle der heute aufgezeichneten Parameter

geht der Blick fürs Wesentliche verloren.

Herzfrequenz, Pace und Schrittfrequenzmessung

seien die „großen drei“

SPORTaktiv

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erreichen, ist im Arc’teryx Norvan

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für leistungsorientierte Hobbyläufer, erklärt

Reupichler dazu (siehe auch im

Kasten rechts).

Die zweite, größere Gefahr ist eben,

dass das Gefühl für den Körper beim

ständigen Blick auf die technischen Helfer

flöten geht. Die Folge sieht man

dann in den Rennen, Marathons, Halbmarathons

und Co. – und nicht nur wie

schon beschriebenen in der Starteuphorie.

„Rennsituationen sind nie wie in einem

Labor. Es gibt Steigungen und Gefälle,

Gegenwind oder es ist heißer als

erwartet und vieles mehr. Da hilft es

dann nicht, nur auf die Anzeige am Display

zu achten, sondern man muss ständig

mit sich selbst Feedback halten, in

den Körper hineinhören. Wie geht es

mir, bin ich im Rhythmus, wie erschöpft

bin ich, wie fühlen sich die Beine

an? Diese Signale des Körpers sind

immens wichtige Ratgeber“, sagt Reupichler,

der auch überzeugt ist: „Auch in

der Weltspitze sind jene vorne, die das

beste Körpergefühl haben.“

BRUSTGURT

ODER HAND-

GELENK?

Eine (empirisch freilich nicht

belegte) Beobachtung der

SPORT aktiv-Redaktion deckt

sich mit jener von Trainer

Herwig Reupichler und vieler

der von ihm trainierten Sportler:

dass nämlich die heute

übliche Pulsmessung per LEDs

am Handgelenk von Generation

zu Generation zwar besser

wird, jedoch an die Zuverlässigkeit

der bewährten Brustgurt-Systeme

noch nicht

herankommt. Unser Rat: Wer

im Training nicht nur eine

grobe Kontrolle wünscht,

sondern wirklich leistungsorientiert

trainieren möchte,

sollte den kleinen Aufpreis für

einen zusätzlichen Brustgurt

investieren.

Gefühlsentwicklung

Das Gefühl für den Körper, das in der

technisierten Zeit vielen fehlt, holt man

sich am besten jetzt im Training, sobald

der Saison-Neuaufbau begonnen hat.

Reupichler rät, so vorzugehen:

Sich eine Trainingsaufgabe vornehmen,

zum Beispiel: im Grundlagenbereich

bleiben und dann unterwegs bewusst

nicht auf die Uhr schauen. Wer

sich schwertut, weil der regelmäßige

Blick aufs Display schon automatisiert

ist, kann es auch abkleben. Die Uhr

ganz daheim zu lassen, empfiehlt der

Coach aber nicht – im Nachhinein solle

man nämlich die Daten auswerten, um

dann wertvolle Schlüsse über den Zustand

seiner „inneren Sensoren“ zu ziehen.

Ist es mir gut gelungen, in dem angestrebten

Zielbereichen zu bleiben?

Oder hat das Gefühl komplett getrogen?

Alles, was die Aufmerksamkeit ablenkt,

soll man bei diesen Trainingsrunden

weglassen, Musik zum Beispiel.

Läufe zur Körpergefühlsschulung soll

man auch allein und nicht mit Partner

oder in der Gruppe laufen.

Bewusst in der Dämmerung oder bei

schlechter Sicht zu laufen, ist ebenfalls

wertvoll. Man macht jetzt sozusagen aus

der jahreszeitbedingten Not eine Tugend.

Wird der Sehsinn „zurückgefahren“,

schärfen sich automatisch die anderen

Sinne: „Man hört besser – seinen

Atem, die Schritte. Man spürt den Fußaufsatz

oder den Fußabdruck viel genauer.“

Logisch: Beim Laufen bei Dunkelheit

soll man eine bekannte Strecke

laufen und darauf achten, von anderen

Verkehrsteilnehmern gut gesehen zu

werden (helle Kleidung, Reflektoren).

Fahrtspiele, also freie Läufe „nach

Lust und Laune“ im hügeligen Gelände,

eignen sich für eine Körperwahrnehmungsschulung

ebenfalls sehr gut. Und

genauso Geländeläufe. Für Fortgeschrittene:

„Man setzt sich zum Beispiel zur

Aufgabe, einen Pulsbereich auch bei

Bergauf- und Bergabpassagen möglichst

einzuhalten, indem man bergauf entsprechend

langsamer, bergab entsprechend

schneller läuft. Und immer darauf

achten: Was macht meine Atmung,

wie fühlt sich der Lauf an – das ist ge-

52 SPORTaktiv


Funktionskleidung

für ein optimales

Körperklima.

ORIENTIERUNG IM

DATEN DSCHUNGEL

Streckenlänge, Geschwindigkeit und Pace dank GPS-Empfang; Herzfrequenz

sowieso; Schrittfrequenz und Schrittlänge durch Bewegungssensoren;

Kalorienverbrauch, Regenerationszeiten und vieles

mehr: Moderne Trainingscomputer liefern eine Fülle von Daten. Was

davon wirklich wichtig ist? Unser Coach Herwig Reupichler rät Läufern,

vorrangig auf diese Leistungsparameter zu achten:

+ In Grundlageneinheiten ist die Herzfrequenz der entscheidende

Faktor, um das Ziel, Stoffwechsel und Sauerstoffaufnahme zu trainieren,

zu erreichen.

+ In Tempoläufen, wo man etwa im angepeilten Renntempo unterwegs

ist, orientiert man sich am besten an der Pace-Angabe.

+ Intervalltrainings läuft man am besten wie in alten Zeiten bloß mit

der Stoppuhr.

+ Eine Schrittfrequenz-Analyse ist darüber hinaus ebenfalls wertvoll:

Das Ziel, 180 Schritte pro Minute zu laufen, erreichen nur wenige

Hobbyläufer, weil die Schrittlänge bei den meisten zu groß ist.

nau das, was ich später in Wettkämpfen

brauche.“

Und noch einmal: Puls, Pace oder

Schrittfrequenz unterwegs nicht kontrollieren,

aber daheim auslesen. „Zu

versuchen, möglichst lang einen Pulsbereich

oder etwa Schrittfrequenz 180

einzuhalten; im Nachhinein zu schauen,

ob es gelungen ist, und es beim

nächsten Mal besser zu machen: aus

diesen Aufgaben kann man spielerische

Challenges machen, die Spaß machen

und zum Training motivieren“,

sagt Herwig Reupichler.

Das Schöne, das Unberechenbare

Warum bei aller Messbarkeit von Leistungs-Parametern

das Körpergefühl

nach wie vor unverzichtbar ist, erklärt

Reupichler letztlich auch so: „Es gibt

so viele Variablen, die die Leistung

beeinflussen, die man unmöglich alle

messen kann.“ Für das letzte „Alzerl“

zum persönlichen Erfolg sei daher immer

das Körpergefühl ausschlaggebend

und das gelte für Profis genauso wie

für Hobbysportler. Und: „Es ist doch

das Schöne, dass der Sport trotz aller

Messgrößen unberechenbar ist – man

weiß nie, wie es ausgeht, und das wird

auch immer so bleiben. Ebenso, dass

ein gut entwickeltes Körpergefühl immer

die Chance erhöhen wird, das

eigene Potenzial auszureizen“ – bei

allem Wert, den Daten bieten.

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54 SPORTaktiv

GESETZ

DER

SERIE


DAS ZEITALTER DER SELBSTDARSTELLUNG

HAT EINEN NEUEN TREND HERVORGEBRACHT:

STREAK RUNNING. ODER AUF DEUTSCH:

JEDEN TAG LAUFEN GEHEN. WIE

SINNVOLL DAS IST UND WARUM ES

DIE MEISTEN TROTZDEM LIEBER

NICHT MACHEN SOLLTEN.

VON KLAUS MOLIDOR

Fotos: iStock

Jeden Tag laufen. Wochen-,

monate-, jahrelang. Das kennen

wir aus dem Filmklassiker

Forrest Gump. Drei Jahre,

zwei Monate und 14 Tage ist

der gelaufen. Seit geraumer Zeit hat dieses

Jeden-Tag-Laufen einen Namen:

Streak Running. Je länger der Streak,

also die Serie, desto besser. Um sich in

sozialen Medien oder sonstwo auch

wirklich als Streak Runner inszenieren zu

können, gibt es sogar Regeln, ab wann

ein Lauf ein Lauf ist. Aufgestellt von der

United States Running Streak Association.

„Der Lauf muss zwischen 0 und 24

Uhr stattfinden, mindestens eine Meile

lang sein und ohne die Unterstützung

anderer Personen absolviert werden.“

So weit, so gut. Aber jeden Tag laufen

bedeutet auch eine tägliche Belastung

für Bänder, Sehnen und Gelenke. Ist das

wirklich sinnvoll? „Es kann sinnvoll

sein, um einen Rhythmus zu bekommen,

um regelmäßig Sport auszuüben“,

sagt Sportwissenschafter Stefan Arvay,

der selbst Läufer und Triathlet und aktuell

auch Konditionstrainer des Fußball-

U21-Nationalteams ist. „Es kann helfen,

die Bewegung in den Tagesablauf zu integrieren.“

Allerdings lauern auch viele

Gefahren. Laufanfänger, die vielleicht

noch mäßig sportlich bis übergewichtig

sind, laufen sehr schnell in eine Überbelastung.

„Für solche Leute sind 15 Minuten

bei einem Schnitt von 7:20 Minuten

pro Kilometer schon eine große

Anstregung. Wenn man das jetzt über

einen längeren Zeitraum jeden Tag

macht, bekommt man sehr schnell Probleme.“

Besser wäre in diesem Fall sanft

zu starten, etwa mit drei Minuten Laufen

und zwei Minuten Gehen und das

dreimal zu wiederholen, damit sich der

Körper langsam an die Belastung gewöhnen

kann.

Wer dagegen schon besser trainiert ist,

läuft buchstäblich Gefahr, es zu übertreiben

und es nicht bei kürzeren Einheiten

zu belassen. „Bei solchen Leuten hat das

tägliche Laufen eigentlich auch gar keinen

Sinn. Denn ein, zwei Kilometer

bringen fortgeschrittenen Läufern trainingstechnisch

gar nichts, sie nehmen

ihnen nur die Regenerationstage.“ Es

schadet dann vielleicht zwar körperlich

nicht, aber man vergibt sich sein volles

Potenzial, „denn die Verbesserung der

Leistung findet in der Regeneration

statt“, erklärt Arvay. „Training besteht

nun einmal aus dem Wechsel zwischen

Be- und Entlastung.“

Richtig gefährlich wird es, wenn man

den Streak über alles stellt, nicht mehr

auf seinen Körper hört und auch die

Laufschuhe schnürt, wenn man krank

ist und Fieber hat. „Der Körper sagt dir

SPORTaktiv

55


über den Schmerz, dass er eine Pause

braucht. Darauf sollte man hören.“

Wenn der Streak dann aber vielleicht

schon 98 Tage anhält, ist die Versuchung

groß, die Stimme des Körpers

zu überhören oder medikamentös

zum Schweigen zu bringen. Auch

Sportmediziner Robert Fritz stößt im

Interview mit dem „Standard“ in dieses

Horn. „Jeden Tag eine Stunde auf

Anschlag zu laufen wird nicht funktionieren.“

Schwieriger Absprung

Jeden Tag eine Stunde oder mehr ist

Philipp Grill aus Oberösterreich gelaufen.

Viereinhalb Jahre lang, zumindest

acht Kilometer pro Tag. Länger

als Forrest Gump. „Das war aber nie

mein Ziel. Ich bin gelaufen, weil es

mir gutgetan hat. Er hat auch gelernt

auf seinen Körper zu hören. „Ich hab

keine Medikamente genommen.

Wenn ich mir in der Früh nicht sicher

war, ob ich krank werde, bin ich losgelaufen.

Mein Körper hätte mir dann

schon gesagt, was los ist.“ Passiert ist

nichts, bis auf eine kürzere Phase mit

Knieschmerzen hatte Philipp Grill

auch keine Probleme. „Und da hab

ich dann einfach die Intensität reduziert.“

STEFAN

ARVAY

ist Sportwissenschafter und

Konditionstrainer des Fußball-

U21-Nationalteams

arvay-sportconsulting.com

sportpark-athletik.at

Aufgehört hat er dann aber trotzdem

vor rund einem Jahr. „Es war

schon ein innerer Stress, das Laufen

jeden Tag zu integrieren.“ Auf Reisen

zum Beispiel – Grill ist während seines

Streaks in 40 Ländern gewesen –

oder wenn er eine Bergtour gemacht

hat und den Lauf davor oder danach

noch zusätzlich zu absolvieren hatte.

Den Absprung hat er dann vor rund

einem Jahr in Vorarlberg im Wanderurlaub

geschafft. „Einfach so, an einem

normalen Tag aufzuhören – das

hab ich nicht geschafft.“ In Mellau

bot sich dann aber die Gelegenheit.

„Wie in dem Lied bin ich dann von

Mellau bis nach Schoppernau gelaufen.

Die Füße haben mir zwar nicht

wehgetan, ein schöner Abschluss war

das aber trotzdem.“ Und der Tag danach?

„Schwierig. Das Loslassen war

nicht leicht.“ Jetzt fühlt er sich befreit.

Laufen gehört nach wie vor zu

seinem Leben. „Aber nicht mehr um

jeden Preis und jeden Tag.“

Sein Resümee zum Streak Running

fällt dann ähnlich aus wie jenes von

Sportwissenschafter Stefan Arvay. „So

wie es jetzt gehypt wird, einen oder

zwei Kilometer pro Tag – das kann

man ja in der Jean laufen. Eine Serie

mit jedem Tag Laufen würd ich nicht

empfehlen. Ich sag Leuten, die mich

um Rat fragen, immer: Nehmt euch

vier, oder fünf Tage die Woche vor.

Dann müsst ihr nicht jeden Tag laufen,

wenn es wirklich nicht geht. Und

wer vier Tage nicht unterbringt, der

gibt dem Laufen keine Priorität.“

Arvay empfiehlt auch Abwechslung.

Rad fahren, schwimmen, wandern.

„Immer nur eine Sportart so intensiv

auszuüben ist wegen der einseitigen

Belastung nicht gut. Abwechslung

trainiert andere Muskelgruppen und

tut auch dem Kopf gut.“ Denn am

Ende des Tages sollte der Sport Spaß

machen. „Wenn du dich zum Sport

nicht mehr überwinden musst, sondern

dich darauf freust – dann hast

du es geschafft.“ Nur so schafft man

es in eine Regelmäßigkeit und in einen

gesünderen Alltag.

EINFACH SO,

AN EINEM

NORMALEN

TAG AUFZU-

HÖREN –

DAS HAB

ICH NICHT

GESCHAFFT.

56 SPORTaktiv


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ZEHN BEWERBE UND

JEDE MENGE SIEGER

„KÄRNTEN LÄUFT“ LUD AN DEN

WÖRTHERSEE UND DIE LAUFGE-

MEINDE KAM IN SCHAREN. IN ZEHN

BEWERBEN KONNTE DAS „LAUFEN

MIT URLAUBSFEELING“ GENOSSEN

WERDEN.

Fotos: Markus Traussnig, Helmuth Weichselbraun

Sonne, See und Urlaubsfeeling.

Kein Laufevent vermag das so zu

vermitteln wie Kärnten Läuft. Beim

traditionellen Laufwochenende am

Wörthersee Ende August waren dann

auch wieder jede Menge strahlende

Gesichter zu sehen.

Sportlich im Blickpunkt steht

traditionell der Sonntag, wenn der

Viertel- und der Halbmarathon

entlang des Sees gelaufen werden.

Den „Halben“ entschied Streckenrekordhalter

Geoffrey Ronoh (links im

großen Bild) in 1:02:28 Stunden im

Zielsprint vor seinem kenianischen

Landsmann Emanuel Kemboi für

sich. Auch bei den Damen war mit

Joyline Chemutai (1:12:01 h) eine

Läuferin aus Kenia Spitze.

Stefan Herzog (im kleinen Bild

unten) jubelte besonders ausgelassen,

der Salzburger schaffte es mit

der starken Zeit von 1:03:53 h zum

besten Österreicher (und insgesamt

auf Platz 7). Victoria Schenk tat es

Herzog in 1:15:58 bei den Damen

gleich, ebenfalls Platz 7 – und beide

sicherten sich damit den Titel bei

der heuer in Kärnten ausgetragenen

Halbmarathon-Staatsmeisterschaft.

Ein stolzes Resümee

Knapp 7000 Anmeldungen wurden

in allen zehn Bewerben verzeichnet –

vom Wörthersee-Nightrun über den

Dogging-Hundelauf, Familienlauf,

Frauenlauf und Junior-Marathon bis

hin zu den Highlights Viertel- und

Halbmarathon. Auch die Neuerungen

wie das neue Maskottchen

oder die Gemeinde-Wertung kamen

sehr gut an. Veranstalter Michael

Kummerer zog nach drei Tagen ein

höchst zufriedenes Resümee: „Ich

bin stolz auf ein tolles Wochenende,

damit kann sich Kärnten weiterhin

als Top-Laufland positionieren. Besonders

stolz bin ich auf die gesamte

Kärnten-Läuft-Crew, die wieder

für perfekte Rahmenbedingungen

gesorgt hat.“

Fazit: Die 18. Auflage von Kärnten

Läuft war wieder ein tolles Lauffest

für alle – und der Termin für die 19.

Auflage im nächsten Jahr steht auch

schon fest. Zum Vormerken: 21. bis

23. August 2020!

SPORTaktiv

57


DER KLASSIKER

STEHT VOR DER TÜR

Zum 26. Mal steigt vom 11. bis 13. Oktober der

Kleine Zeitung Graz-Marathon. Der Herbst-Klassiker

lädt zum Laufen und Shoppen in der Altstadt ein.

Längst sind es nicht mehr die 42,195 Kilometer

alleine, die Läufer anlocken – auch

das Drumherum an einem Marathon-Wochenende

muss stimmen. Und da

kann der Herbstklassiker in Graz ordentlich

punkten. Nicht nur mit buntem Laub und

Start und Ziel vor der malerischen Kulisse der

Grazer Oper. Sondern auch mit Kultur und

Sightseeing in der Altstadt, die von der Unesco

zum Weltkulturerbe geadelt worden ist. Dort

kommt auch das Shoppingerlebnis nicht zu

kurz. Dank zahlreicher Innenstadt-Partner gibt

Fotos: GEPApictures/Graz Marathon

58 SPORTaktiv


Ein Event von

MJK Sportmarketing

PROGRAMM

12. Oktober : Maskottchenlauf,

Bambinisprint, Junior-Marathon,

City Run (ab 14.15 Uhr)

13. Oktober: Start Kleine-Zeitung-

Marathon und Frutura-Staffel

Marathon (10), Gigasport-Halbmarathon

(10.10) und Garmin-

Viertelmarathon (10.30)

Infos und Anmeldung:

www.grazmarathon.at

Egal ob Bambinisprint, Marathon oder Halbmarathon.

Glückliche Gesichter sind beim Kleine Zeitung

Graz-Marathon immer garantiert

es wieder zahlreiche Aktionen, die aus dem

Wochenende auch einen Shopping-Erlebnis-Marathon

machen. Schon am 10. Oktober

kann man kulturell in das Wochenende starten,

bei der Aufführung von Charles Gounods „Romeo

et Juliette“.

Am Rennsonntag selbst dürfen sich die Läufer

dann über lautstarke Anfeuerung an den

zehn Hotspots entlang der Strecke freuen.

Rennluft für jedermann

Insgesamt werden an diesem Wochenende wieder

an die 10.000 Läuferinnen und Läufer dabei

sein. Somit kann auch wirklich jeder Rennluft

schnuppern und die besondere Atmosphäre

eines großen Laufevents aufsaugen. Etwa beim

Gigasport-Halbmarathon, der auch in Graz voll

im Trend liegt, oder beim Garmin-Viertelmarathon.

Besonders beliebt ist auch immer die

Staffel, bei der vier Läufer die gesamte Marathonstrecke

absolvieren. Lauferlebnis kombiniert

mit Teamspirit.

Schon einen Tag davor, am Samstag, wird gelaufen.

Die Allerkleinsten starten beim Maskottchensprint

um 14.15 Uhr, danach folgen

der Bambinisprint und der Junior-Marathon,

bei dem sich 1200 Kinder und Jugendliche auf

Distanzen zwischen einem und vier Kilometer

messen werden. Auch einen Familienlauf gibt

es, bei dem zwei bis sechs Familienmitglieder

eine 600 Meter lange Strecke gemeinsam absolvieren.

Der 5 Kilometer lange City Run und

der Nordic-Walking-Bewerb beschließen dann

den sportlichen Samstag.

Der Höhepunkt ist dann der Sonntag mit

dem Startschuss für Marathon und Staffelmarathon

um 10 Uhr, gefolgt von Halb- und Viertelmarathon,

die um 10.10 bzw. 10.30 Uhr

starten.

Ab 12.10 Uhr wird dann gefeiert, wenn der

Sieger des 26. Graz-Marathon über den roten

Teppich ins Ziel läuft.

SPORTaktiv

59


ES GRÜNT

AM EVENT-SEKTOR

KLIMASCHUTZ IST DAS THEMA DES JAHRES. BEI

IMMER MEHR LAUFEVENTS WERDEN MASSNAHMEN

GESETZT, UM DEN ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK

ZU VERKLEINERN. WAS BRINGEN DIESE – UND WAS

IST EIGENTLICH EIN „GREEN EVENT“?

VON CHRISTOF DOMENIG

100

Millionen Becher

werden pro Jahr bei

europäischen Laufveranstaltungen

exakt einmal verwendet

und landen dann im Müll. Diese Zahl

war heuer beim Vienna City Marathon

im April zu hören, weshalb die Veranstalter

von Österreichs größtem Lauf

erstmals wiederverwendbare Becher organisierten.

Beim Wachau-Marathon

Ende September gab es keine Goodiebags

und Regenponchos aus Plastik

mehr, der Transport mit „Öffis“ zu den

Startorten ist an der Donau schon seit

Jahren im Startgeld inbegriffen; Begleitfahrzeuge

fuhren heuer emissionsfrei

zwischen Emmersdorf, Spitz und Krems,

und die Plastikbecher an den Labestationen

sind ebenfalls schon seit einigen

Jahren durch Pappbecher ersetzt.

Bei unseren deutschen Nachbarn hat

der TÜV für den Köln-Marathon 2018,

mit rund 22.000 Teilnehmern einen

ökologischen Fußabdruck von 140 Tonnen

CO 2 errechnet (zur Einordnung:

Der Durchschnittsösterreicher verbraucht

11 bis 12 Tonnen CO 2 pro Jahr

– um die Erderwärmung bei 2 Grad

zu stoppen, sollten Menschen in der

westlichen Welt möglichst rasch auf

rund 2,5 Tonnen CO 2 -Jahresverbrauch

im Schnitt herunterkommen, sagen Klimaforscher).

Für den 13. Oktober haben

die Kölner Veranstalter deshalb umgeschwenkt,

es gibt T-Shirts aus Holzfaser

statt Polyester, die Finisher bekommen

regional produzierte Holzmedaillen umgehängt.

Allein die neuen Medaillen sollen

in Köln 30 Tonnen CO 2 einsparen.

Beispiele gäbe es noch einige – es

scheint, dass in dem Jahr, in dem der

Klimaschutz wie nie zuvor im Blickpunkt

der Öffentlichkeit steht, auch

Veranstalter von Lauf- und generell

Sportevents ihr grünes Gewissen entdecken.

Aber bringt das auch was – außer

einem beruhigtem Gewissen?

Größte Flurreinigung Europas

Der Gedanke, dass Veranstaltungen einen

Fußabdruck in der Umwelt hinterlassen,

der nicht gerade klein ist, und die

Idee, diesen möglichst klein zu halten,

sind grundsätzlich nicht neu. In Österreich

gibt es seit 2006 die beim Bund angesiedelte

Initiative „Green Events Austria“,

und mittlerweile gibt es auch in den

Bundesländern Stellen, die Veranstaltern

dabei helfen, möglichst ökologische

Events auf die Beine zu stellen. Eine

Auszeichnung als „Green Event“ wird

jährlich – unter anderem in der Kategorie

Sportveranstaltungen – vergeben.

Als einer von drei „grünen“ Sportevents

wurde heuer die „24-Stunden

Burgenland Extrem Tour“ prämiert, der

winterliche Lauf- und Outdoorevent am

Neusiedlersee, der wieder am 24. und

25. Jänner 2020 stattfindet. „Der nach-

Fotos: iStock, Burgenland Extrem

60 SPORTaktiv


haltige Gedanke war von Start weg vor

neun Jahren mit dabei“, erzählt Tobias

Monte, einer der drei „Burgenland Extrem“-Veranstalter.

Die Startersackerl

habe man von Beginn weg bewusst nur

mit hochwertigen und sinnvollen Produkten

bestückt, um keinen unnötigen

Müll zu produzieren; mit dem burgenländischen

Müllverband gibt es eine Kooperation;

Teilnehmer werden im Vorfeld

dazu aufgerufen, Fahrgemeinschaften

zu bilden, weil die Versorgung mit

öffentlichen Verkehrsmitteln im Burgenland

nicht gerade ideal ist; Verpflegung

stammt aus der Region: das nur einige

Beim „24-Stunden Burgenland

Extrem“ bekommen

alle Starter ein Mistsackerl

mit auf den Weg für Europas

größte Flurreinigung.

KRITERIEN FÜR

GRÜNE EVENTS

KLIMASCHONENDE MOBILITÄT:

Der Eventort soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln,

zu Fuß oder mit dem

Fahrrad gut erreichbar sein. Der Veranstalter

soll die Möglichkeiten klimaschonender

An- und Abreise rechtzeitig

und möglichst gut kommunizieren.

VERPFLEGUNG:

Überwiegend saisonale und regionale

Lebensmittel und Getränke, die biologisch

produziert werden, ausgeben.

Vegetarische/vegane Gerichte anbieten.

ABFALLVERMEIDUNG

Mehrweggeschirr, -becher usw.

verwenden, in Ausnahmefällen (z. B.

wegen Sicherheitsbestimmungen)

aus Pappe oder nachwachsenden

Rohstoffen.

ABFALLTRENNUNG

In allen Veranstaltungsbereichen die

jeweils anfallenden Abfallarten unter

Berücksichtigung des regionalen Abfalltrennsystems

sammeln. Genügend

Abfallbehälter für alle Abfallarten zur

Verfügung stellen.

RESSOURCENSCHONUNG

Auf effizienten Einsatz von Wasser,

Strom, Wärme und die Verwendung

umweltfreundlicher Materialien achten.

Strom, Wärme aus erneuerbaren Quellen

bzw. Eigenversorgung, z.B. per

Photovoltaik.

BARRIEREFREIHEIT

Achten auf Barrierefreiheit in allen

Bereichen und die entsprechenden

Angebote frühestmöglich aktiv

kommunizieren.

AKTIVE KOMMUNIKATION

Green-Events-Maßnahmen intern

und der Öffentlichkeit frühzeitig und

um fassend, vor und während der

Veranstaltung kommunizieren.

Quelle: Green Events Austria

SPORTaktiv

61


der Ideen, die die Burgenländer im Lauf

der Jahre umsetzten, erzählt Monte. Sicher

das Highlight: Es wurden zuletzt an

alle 5100 Starter Mist sackerl ausgegeben,

mit der Aufforderung, Müll auf der

Strecke rund um den Neusiedlersee aufzusammeln

und mitzunehmen. Heraus

kam Europas größte und dazu länderübergreifende

Flurreinigungsaktion.

Den „Green Event“-Preis haben die

Burgenländer trotzdem nicht wegen der

Landschaftssäuberung allein bekommen.

Es gibt ein Punktesystem, wo in sieben

Bereichen (siehe Kasten vorne) die

Nachhaltigkeit der eingereichten Events

bewertet wird. Die Bereiche dienen für

Organisatoren auch als Leitfaden und

Checkliste. Aber auch Laufteilnehmer

können sich daran orientieren und so

selbst ihren Teil zu einer möglichst grünen

Veranstaltung leisten – zum Beispiel

bei der Anreise oder Müllvermeidung.

Tu Gutes und sprich darüber

Die in der Liste zuletzt genannte „Kommunikation“

ist kein Selbstzweck. Denn

EIN PAPIERBECHER

HAT KEINEN BESSEREN

CO 2 -FUSSABDRUCK

ALS PLASTIK.

natürlich hängt der Öko-Fußabdruck

von Veranstaltungen auch wesentlich

vom Verhalten der Teilnehmer ab. Die

sind durchaus sensibel, ist auch Jürgen

Smrz von „Fairsport Events“ überzeugt.

Er hat bis 2018 den „Fairness Run“ in

Wien organisiert, Österreichs ersten

Sport event, der mit dem strengen „Österreichischen

Umweltzeichen“ ausgezeichnet

wurde. Smrz sagt aber auch, dass das

Empfinden manchmal trügt, „so hat ein

Papierbecher keinen besseren Fußabdruck

als ein Plastikbecher. Wer nachhaltig

sein will, sollte auf ein Mehrwegbechersystem

zurückgreifen ...“

Smrz, der auch den Lindkogel-Trail veranstaltet,

ist überzeugt, dass Läufer sensibel

in Sachen Nachhaltigkeit sind. Im

Trailrunning etwa hat sich das Mitführen

des eigenen Trinkbechers und „Selberzapfen“

bei den Labestationen bewährt

und durchgesetzt.

Nicht jeder Event könne in allen Bereichen

vollständig nachhaltig gestaltet

werden, weil die Voraussetzungen überall

anders sind, erklärt der Wiener auch.

Ob es das Vorzeigebeispiel „Fairness

Run“ 2020 wieder geben wird, steht übrigens

noch nicht fest.

Was man final festhalten kann, ist das,

was in Sachen klimafreundlicher Lebensführung

generell gilt: Einzelne

Schritte können nicht die Welt retten –

aber jeder gesetzte Schritt, jede Sensibilisierung

hilft auf dem langen Weg.

SUPPORT &

PERFORMANCE

Raffinierte Tech-Features, smartes

Design und die richtigen Details

an der richtigen Stelle – das alles

hat der brandneue „Anita active

performance“- Sport-BH zu bieten.

„Maximum Support“ ist seine Aufgabe.

Der Sport-BH „performance“

von „Anita active“ geht pünktlich zur

Herbst/Winter-Saison 2019 an den

Start. Für perfekten Tragekomfort sorgt

neben dem breiten Unterbrustband,

den atmungsaktiven Netzeinsätzen auf

der Rückenpartie und den ergonomisch

geformten, partiell gepolsterten Trägern

vor allem die innovative Gestaltung der

vorgeformten Cups. Sie sind außen aus

gelochtem Stoff gearbeitet und innen

mit feinem Piqué kaschiert.

Im Zusammenspiel garantieren beide

Materialien perfekten Feuchtigkeitstransport

und Temperaturausgleich

– und damit ein angenehmes Hautklima.

Der farblich abgesetzte Innencup

und die kontrastreichen Bänder an den

Trägern setzen modische Akzente und

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62 SPORTaktiv


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natürlichen Bestandteile Kampfer,

Kiefernnadelöl und Lavendelöl sind

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ASICS setzt seine Entwicklung energiesparender

Laufschuhe fort und präsentiert nach dem

revolutionären MetaRide ® jetzt den GlideRide ® .

Im Mittelpunkt steht die speziell geformte

Sohle, die wissenschaftlich bestätigt besonders

ökonomisches Laufen erlaubt.

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MIT LEICHTER SOHLE

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RETROLOOK

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das Gewicht von Trailrunningschuhen

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ist Gewicht ein bestimmender Faktor.

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Ginseng, Süßholzwurzel und

Schlafbeere.

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SPORTaktiv

63


AUS

PRO

BIERT

RUN

DER HERBST IST DA! PASSEND

ZUR JAHRESZEIT: EINE JACKE

(NICHT NUR) FÜR TRAILRUN-

NER SOWIE EIN HÜFTLICHT.

UND EIN SPANNENDER NEUZU-

GANG AM LAUFSCHUHMARKT.

EIN HAUCH VON GLOCKNER

Seit DYNAFIT vor etwa zehn Jahren sein Sortiment in Richtung

Trailrunning erweitert hat, macht die Marke mit dem Schneeleoparden

auch hier ultraviel richtig. Abgesehen davon, dass

sich das lässige Trailrunning-Image seit damals noch einmal

deutlich weiterentwickelt hat, schaffen es die Dynafitler immer,

Teile zu präsentieren, die optisch auffallen, etwas ausstrahlen

und den „Will-haben-Reflex“ auslösen.

Auch bei mir, der auf Wanderwegen normalerweise bloß wandert

und nur Stadt vor der Wohnungstür hat. Die „DYNAFIT

Ultra GTX Shakedry 150“ ist ein blauer Wetterschutz mit orangen

Akzenten, mit 150 Gramm extraleicht und nimmt auch in

kleinen Trailrunning-Rucksäcken kaum Platz weg. Beim Stichwort

„Rucksack“ kommt auch eine hervorstechende Eigenschaft

der Jacke zum Tragen: Öffnet man den Reißverschluss

am Rücken, passt ein 10- oder 15-l-Trailrunning-Rucksack locker

drunter, ganz ohne störendes oder enges Gefühl.

Bei morgendlichen September-Testläufen zwischen trockenen

5 und nassen 13 Grad hat auch das Körperklima gestimmt. Die

Atmungsaktivität bei voller Dichtheit und Leichtigkeit des Gore-

Tex-Shakedry-Materials ist erstaunlich gut, Nässe staut sich

nirgendwo (außer natürlich unterm Rucksack, wenn man einen

trägt). Ein Hauch von Glockner-Feeling kommt dank Dynafit-Jacke

auch schon – zum Beispiel – beim Jungfernsprung-Felsen

200 Höhenmeter über Graz auf. Bloß den Grammpreis rechnet

man, bei 330 Euro für 150 g, lieber nicht so genau aus ...

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Thomas Polzer

64 SPORTaktiv


AUS DER HÜFTE GELEUCHTET

MIT FRISCHEM SCHWUNG

Als die ersten Rocker-Ski auf den Markt gekommen sind,

wurden diese auch mit ähnlich fragenden Blicken bedacht.

Der ASICS GlideRide mit seiner spannenden Biegelinie in

der Sohle ist seit Ende September im Handel (UVP € 160,–),

wir durften vorab schon ein Paar ausprobieren. Der rote

Schuh fällt jedenfalls sofort auf, ist aber genau genommen

nach dem exklusiven MetaRide, der heuer im Frühling erschienen

ist, der zweite Asics, der das energiesparende

Konzept fortführt.

Asics hat ein ganzes Team beschäftigt, um besonders energiesparendes

Laufen dank der „GuideSole“ genannten

Technologie zu ermöglichen. Im Zentrum steht die geschwungene

Mittelsohlenkonstruktion, die helfen soll, Ermüdung

hinauszuzögern, weiter und länger zu laufen. Eine „Reduktion

des Energieverlusts im Sprunggelenk während der

Landephase“ wurde laut Asics in wissenschaftlichen Tests

ebenso nachgewiesen wie ein „reduziertes Gewicht bei anhaltender

Stabilität, speziell auch über lange Strecken“.

Was spürt man jetzt? Zunächst, dass der Schuh (übrigens

mit 5-mm-Sprengung) sich anders anfühlt als Otto-Normal-Laufschuh,

eine Tendenz zum Nach-vorne-Kippen ist im

Stand nicht zu verleugnen. Die Gewöhnung an das Phänomen

tritt aber rasch ein. Beim Laufen ist das „rollende“ Gefühl

dank der Biegung zunächst ebenfalls ungewohnt, wird

aber schnell vertraut. Der Rückumstieg auf die alten Laufschuhe

fällt gar nicht leicht. „Anders“ ist der GlideRide also

sicher. Empirische Studien, ob ich nach Läufen jetzt frischer

bin als mit anderen Schuhen, hab ich aber noch keine geschafft.

Der Halbmarathon im Rahmen des Graz-Marathons

am 13. Oktober wird die erste echt Bewährungsprobe für

mich und den roten Asics.

SPANNINGA kommt aus den fahrradfreundlichen Niederlanden

und hat neben Bikebeleuchtung jetzt auch den S-Run

(UVP: € 69,90) im Programm. Ein Hüftgurt für Läufer mit Frontund

Rücklicht, wobei das weiße Licht 350 Lumen entwickelt

und das rote bis zu 1 Kilometer weit gesehen wird, so verspricht

es der Hersteller. Eine Alternative zu Stirnlampen?

200 Gramm wiegt der Gürtel samt Lichtern bloß und trägt sich

sehr angenehm, kaum spürbar. Der Lichtkegel ist beachtlich,

das Frontlicht lässt sich aufkippen und so die Leuchtweite regulieren

(zum Beispiel beim Bergauflaufen).

Was auffällt, ist, dass der Lichtkegel sich beim Laufen stärker

als jener von Stirnlampen bewegt. Vielleicht haben Kollege

Klaus und ich, die es beide ausprobiert haben, auch Bedarf

nach einem Lauftechniktraining oder stabilisierenden Hüftübungen.

Abends in der Stadt hat mich das Gewackel nicht gestört,

als passive Beleuchtung trägt der S-Run gerade auf gemischten

Rad-Geh-Wegen sehr zum sicheren Gefühl bei. Klaus

im dunklen Tann hat sich doch nach einer Stirnlampe gesehnt.

Ein interessantes Konzept ist das Hüftlicht aber allemal.

SPORTaktiv

65


WANDERN WAR

NOCH NIE SCHÖNER

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Navigations-App, die für Community-Spirit

sorgt, ihre Nutzer inspiriert

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wenn es um Navigation und Routen beim

Wandern und Radfahren geht. Bereits

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vertrauen bei der Planung auf

komoot.Komoot plant nicht irgendeine

Route, komoot plant genau deine Route.

Wähle im Menü einfach Wandern als deine

Sportart aus, lege Start- und Zielpunkt

fest und komoot plant die Route zwischen

diesen Punkten entlang offizieller Wanderwege

oder auch ruhiger Waldwege,

je nachdem, in welchem Gebiet du dich

befindest. Sobald du deine Route geplant

hast, siehst du ein interaktives Profil mit

Informationen zur Art der Wege und ihrer

Beschaffenheit sowie das Höhenprofil der

gesamten Route, sodass du schon vorher

genau weißt, wie viele Berge du rauf und

auch wieder runter musst. Beim Wandern

wird zudem immer versucht, die Route so

weit wie möglich nicht über Asphalt, sondern

über schöne Wanderwege zu führen.

Das Besondere an komoot sind die

Highlights: von der Community erstellte

Empfehlungen, die als kleine rote Punkte

auf der Karte markiert sind und die du

einfach deiner Route hinzufügen kannst.

Oder du lässt dich von den komoot Collections

inspirieren – diese werden z.B. von

Redakteuren erstellt und du wirst selbst in

deiner Heimatregion dank der Collections

Neues entdecken.

Mit komoot kannst du online wie offline

navigieren, jedes beliebige Handy verwenden

und dich – ganz praktisch – auch von

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66 SPORTaktiv


BIKE

Technik – Menschen – Material

Fotos: iStock, Ötztal Tourismus/Gstrein, Facebook/UCI

REKORD BEIM „ÖTZI“

Neuer Streckenrekord beim legendären

Ötztaler Radmarathon: Mathias

Nothegger (V, 40) verbesserte

die alte Bestzeit aus 2001 gleich

um zehn Minuten und gewann in

6:47 Stunden. Damen: 1. Christina

Rausch (GER, 7:45).

oetztaler-radmarathon.com

NEUE REGELUNGEN

Österreich führt den weltweit

ersten Kollektivvertrag für Fahrradzusteller

ein. Ab 1. 1. 2020 gilt

ein Basislohn von 1506 Euro brutto.

Damit soll im Boom der Paket- und

Essenszusteller auch die Scheinselbstständigkeit

bekämpft werden.

www.sozialpartner.at

SCHNELLE GIRLS

Starke rot-weiß-rote Bilanz bei der

Mountainbike-Weltmeisterschaft

in Kanada: Vali Höll (Bild) flog zu

Downhill-Gold bei den Juniorinnen,

im Cross-Country gab es WM-

Silber für Laura Stigger (U23) und

Mona Mitterwallner (Junioren).

www.radsportverband.at

SPORTaktiv

67


inderwagen, Strumpfhosen und

Strampler sind auf der Eurobike

ein eher seltenes Bild. In den

Hallen der größten Fahrradmesse der

Welt regiert das große Bling-Bling. Carbon

wohin das Auge blickt, E-Bikes,

LED-Helme mit Abbiegelicht, Hightech

pur. Doch es gibt im Gewühl der

Massen ein paar dieser kleinen Inseln,

auf denen die kleinen Menschen am

Wort sind. „Wir lassen keine Erwachsenenräder

schrumpfen, sondern fragen:

Was will ein Kind?“ Mit diesen Worten

eröffnet Christian Bezdeka die Präsentation

der nächsten Evolutionsstufe von

Woom Bikes, einer jungen österreichischen

Marke, die in den letzten Jahren

den Markt für Kinderbikes ganz schön

aufgemischt hat. Es ist hier bunt und rosarot,

Giro del Gelato steht auf den

Shirts der Mitarbeiter. Tatsächlich sieht

man hier leibhaftige Kinder herumwuseln

sowie Händler und Medien, für die

das Thema Kinderbikes mehr als eine

Nischenrolle einnimmt. „Wir sind wohl

die einzige Firma, die digitale Kinder-Dummys

hat, um Geometrien auszuprobieren.

Unsere Daten sind mittlerweile

genauer als jene von Kinderärzten“,

erzählt der Woom-Gründer.

Schnulleralarm in Friedrichshafen!

Der Anlass: Woom präsentiert das erste

Kinder-E-Mountainbike der Firmengeschichte.

„Zuerst haben wir gesagt:

E-Bike? Sicher nicht!“, gesteht Bezdeka,

aber bei reiflicher Überlegung überwogen

beim Entwickler genauso wie beim

zweiten Führungskopf Marcus Ihlenfeld

BLOGGER,

BLASE,

BATTERIE

EUROBIKE 2019 ODER: JEDER FINDET,

WAS ER SUCHT. E-MOBILITY, CARGO,

GRAVEL, E-FALTRÄDER UND MIETBIKES.

WIR HABEN UNS DIE BESTEN TRENDS

FÜR 2020 ANGESEHEN UND SOGAR ETWAS

ÜBER POSTKUTSCHEN ERFAHREN.

VON CHRISTOPH HEIGL

die Argumente pro. Kurz gesagt: Mit

dem kindgerechten E-Bike kriegt man

die Kids eher von Playstation und Handy

weg, also positiven Anreiz schaffen.

Was in einer Garage als Bastelprojekt

zweier Papas begann, bringt 2020 das

erste Kinder-E-Mountainbike in 24 und

26 Zoll auf den Markt, wird die Philosophie

„leicht und günstig“ aber ein wenig

ausreizen. 15,3 Kilogramm sollen

die Bikes mit Fazua-Antrieb wiegen und

2890 bzw. 2990 Euro kosten. „Wir wollen

uns den Spirit eines Start-ups bewahren,

etwas ausprobieren und Fehler

machen dürfen“, sagt Bezdeka. „Wir

schauen, wie der Markt reagiert.“ Zuletzt

hat man die Zahl der Mitarbeiter

verdoppelt, so rasant wuchs Woom. Neu

sind ab 2020 auch ein Kinder-Mountainbike

mit spezieller, mit RST entwickelter

Federgabel und die entzückende

Modelinie „Worn to be wild“. Um die

Radfahrer von morgen kümmern sich

auch Marken wie Puky Bikes, Early Rider

und das gewitzte Konzept von

„leg&go“, bei dem zusammensteckbare

Module aus Birkenschichtholz ein ständig

mitwachsendes Lauf- und Kinderrad

ermöglichen. Acht Varianten für Kinder

von 6 Monaten bis 6 Jahre – aber immer

dasselbe Grundrad.

Und sonst in der Szene?

Erfreulicherweise wieder in Friedrichshafen

vertreten: die ZEG-Gruppe mit

Ständen von Flyer, Bulls, Hercules und

Kettler. Dafür entsagte mit Scott der

nächste Bike-Gigant der Messe die

Treue. Simplon, KTM und Co. tragen

Fotos: Eurobike Friedrichshafen, Christoph Heigl, Simplon

EUROBIKE-SPLITTER

Am Stand von SQlab sah man die

neuen Radhosen und superleichte

Sättel der 612er-R-Serie.

68 SPORTaktiv

Augenweide: Simplon präsentierte

die neuen E-Modelle

Rapcon Pmax , Kiaro Pmax

und Inissio Pmax.


nun die Bürde, die verbliebenen Topmarken

zu repräsentieren, denn Megaseller

wie Specialized, Trek, Giant, Cannondale,

Cube oder Haibike und Onlinemarken

wie Canyon, Rose, Radon

und YT werden weiter schmerzlich vermisst.

Feine Gustostückerl wie Colnago,

Yeti und Van Nicholas sowieso. Die entstehenden

Lücken füllen zwar Bekleidungsriesen

wie Deuter und Ortlieb

(auch Vaude war nicht mehr da), die Sicherheitsexperten

von Abus und Zubehörgrößen

wie SKS aus, dennoch ist ein

„Aufrücken“ der chinesischen und

taiwanesichen (Billig-)Konkurrenz aus

den hinteren Hallenregionen in Richtung

Hallenmitte und damit zu mehr

Auf in die Zukunft: Die

Eurobike will Schnittstelle

für Radhandel, E-Mobilität,

Tourismus, Medien und

Endverbraucher sein – ein

schwieriger Spagat.

Kettler startet

bei den

Mountainbikes

wieder

voll durch.

Das Scarpa

FS 1.0 LTD

Gold beeindruckt

schon

im Stand.

Safety first: Die

Sicherheitsexperten

von Abus präsentierten

neue Helmmodelle und

Schlösser.

Pivot-Tech, Rotor, Ceramic

Speed und Co. basteln an

Konzepten, Shimano und

Sram bleiben beim Antrieb

aber wohl unantastbar.

SPORTaktiv

69


Christian Bezdeka

zeigt uns das erste

Kinder-E-Mountainbike

von Woom.

Größere und zweiteilige

220-mm-Bremsscheiben

für E-Mountainbikes

von Magura.

Im Trockenen: Virtual

Training dank neuem

Wahoo Kickr Bike.

Nachhaltig: Aus alten

PET-Flaschen fabriziert

Pearl Izumi die Fasern

dieses Trikots.

Greyp aus Kroatien setzt

auf futuristisches Design

und Software aus dem

Reich von Mate Rimac.

Aufmerksamkeit nicht zu übersehen.

Die besten News für E-Biker in der

Gretchenfrage Reichweite: Die Akkus

werden potenter, mehr Kilometer und

Höhenmeter werden möglich. Dank

Kopplung von zwei Akkus stehen bei

Bosch bis zu 1125 bzw 1250 Wattstunden

zur Verfügung (Dual Battery), Brose

bietet 630 Wh, Anbieter wie BMZ

schon 725 Wh. Parallel zum absoluten

Powertrend gibt es auch die kleineren,

leichteren Lösungen für Rennräder, zum

Teil auch mit schlankem Nabenmotor

am Hinterrad. Apropos Sport: Die hitzige

Emotionalität um E-Motoren im

sportiven Bereich sind auf der Eurobike

kein Thema, bleiben aber weiter Zündstoff

für Stammtisch- und Forendiskussionen.

Und während man nach Promis wie

Hans Rey, Danny MacAskill und Romain

Bardet Ausschau hält, diskutieren

oben im ersten Stock beim „Travel Talk“

Blogger und Experten zum Thema Radtourismus,

Digitalisierung und Verkehr.

„Der Autoverkehr in den Städten hat

2019 wieder das Geschwindigkeitsniveau

von Postkutschen erreicht“, konstatiert

Kommunikationsprofi Markus

Lobis. Und als Folge dessen die Prophezeiung:

„Der wahre Boom des Radfahrens

kommt erst noch.“ Deshalb gibt es

viele Projekte wie den Radweg München–Venedig,

Biketrails, die aus dem

Boden schießen, und wegen der teils hohen

Anschaffungskosten neuer Räder

erstmalig Angebote für E-Bike- Mieten

wie bei „ebike-abo.de“ mit einem

Abo-Modell und monatlichen Kosten.

Bunte Welt

Woom macht es vor. Wenn man kleine

Nischen kompetent und konsequent besetzt,

können sich kleine Anbieter behaupten

und so der Eurobike den bunten

Touch geben, den sie so dringend

braucht. Wer genau schaut, findet genau

das, was er sucht, fast wie in einer Social-Media-Blase.

Wer will, sieht überall

Cargobikes und Menschen, die ganz verrückt

sind auf Lastenräder abenteuerlichster

Machart. Mountainbiker 2.0 sehen

überall die neuesten Powerräder mit

Elektroschub von Bosch, Brose und Co.

Aparte Stadtradler sind erfreut zu sehen,

dass es plötzlich elegante Mode für die

Fahrt ins Büro und zur Verhandlung

gibt. Schicke Blazer und winddichte

Mäntelchen kombiniert mit edlen Helmen

sorgen im Sektor der Urban- und

Pendler-Konzepte für neuen Look.

Damit kann man auch in die Oper.

Die schnellste

Trinkflasche der Welt

wie immer am Lambo

von Namedsport.

Rennrad- Aficionados stehen mit offenen

Mündern vor den Schönheiten von Wilier,

Vaaru, Tommasini und dem handsignierten

Tour-de-France-Siegerrad von

Egan Bernal. Abenteurer freuen sich,

dass die Bikeszene das Draußensein

ernst nimmt und Packtaschen mittlerweile

überall anbringen kann, wo nur irgendwie

ein Velcro-Tape Halt findet.

Gepäck für zwei Wochen Urlaub am

Rad? Null problemo. „Self-supported

race“ als Nischentrend, auch das gibt es

auf der Eurobike. Gravelbikes als Hoffnungsträger

für das ehemalige Niemandsland

zwischen Rennrad und

Mountainbike sowieso, Niner setzt auf

Gravel mit 50-mm-Fullsuspension und

Dropper Seat Post. Da biegt ein Pärchen

um die Ecke. Zwei vollgepackte Reiseräder

mit Anhängern hinten dran, tausend

Taschen und Hund. „Wo kommt ihr

grad her?“, fragt eine Bekannte. „Na ja“,

überlegt der Mann mit langen grauen

Haaren. „Losgefahren sind wir in Russland.“

Diese Anekdote unterstreicht das

Fazit von Messe-Geschäftsführer Klaus

Wellmann: „Angetrieben vom besonderen

Schub der Elektrifizierung wurde

klar: Das Fahrrad spielt eine zunehmend

wichtige Rolle – ob in der Stadt oder auf

dem Land, in der Freizeit oder auf dem

Weg zur Arbeit.“

EUROBIKE

2019

Info: größte und bedeutendste

Zweiradmesse der Welt,

28. Auflage in Friedrichshafen,

1400 Aussteller, 99 Nationen,

39.800 Fachbesucher, 21.200

Fans am Publikumstag.

70 SPORTaktiv


KOPFSACHE

CARPE DIEM

PETER

GURMANN

Sport- und Gesundheitspsychologe

sowie

Beratungs lehrer in

Klagenfurt. Kontakt:

peter.gurmann@aon.at

Was verbirgt sich hinter dem oft verwendeten

Spruch? „Nutze den Tag“ oder

„Genieße den Tag“ sind gängige Übersetzungen.

Dieses lateinische Zitat zielt darauf

ab, sich seiner begrenzten Lebenszeit bewusst zu

werden, dadurch dem eigenen Leben mehr Bedeutung

zu geben.

Der Schweizer Schriftsteller Rolf Dobelli

schlägt für dieses Denken die „Via negativa“ vor.

Mit diesem Weg, den bereits die alten Griechen

und Römer gekannt haben, sind der Verzicht, das

Weglassen und das Reduzieren gemeint. Es geht

darum, Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen,

sie bereits im Vorfeld zu ersticken.

Er untermauert diese Art des Vorgehens mit einer

Anekdote über Michelangelo, den berühmten

italienischen Bildhauer. Der römische Papst fragte

Michelangelo: „Verraten Sie mir das Geheimnis

Ihres Genies. Wie haben Sie die Statue von David

erschaffen – dieses Meisterwerk aller Meisterwerke?“

Michelangelos Antwort: „Ganz einfach. Ich

entfernte alles, was nicht David ist.“

Gleichzeitig erfordert der persönliche Lebenskompass

ein ständiges Nachjustieren. Lebensfreude

zeigt mir, ob ich auf dem richtigen Weg

bin, meine Prioritäten passen.

Eine kleine Geschichte: Marcel Hirscher, das

Skisportidol einer ganzen Nation, ist zurückgetreten.

Er holte sich selbst vom Denkmalsockel,

bevor es andere tun konnten. „Ich bin nicht

mehr bereit, den Preis zu zahlen!“, erklärte er

bei der Verkündung seines Karriereendes! Was

meinte er damit? Spitzensportler/-innen leben

zumeist in einer abgeschlossenen Blase, in der

es nur trainieren, essen und schlafen gibt. Carpe

diem – die Wertigkeiten von Hirscher haben sich

verschoben. Sein Leben ist nicht mehr völlig auf

den Skirennlauf ausgerichtet. Verständlich, wenn

man sportlich alles erreicht hat.

AKKU SCHEINWERFER

STRIKE 1000 - BLS-132

Nie wieder von der Dunkelheit überrascht

Diese Lampe garantiert unter allen Umständen

eine perfekte Sicht, ob im regen Stadtverkehr

oder auf einer pechschwarzen Landstraße.

Eine multifunktionale Lampe mit umkehrbarem

Kopf, sodass sie problemlos auch unter

dem Lenker befestigt werden kann.


UNTER DER SONNE

DES PELOPONNES

HUERZELER BICYCLE HOLIDAYS GOES GRIECHENLAND!

DER SCHWEIZER RADREISEANBIETER ENTDECKT DEN

SÜDLICHEN PELOPONNES UND FINDET DORT TRAUMHAFTE

LANDSCHAFTEN UND ANGEBOTE FÜR RADSPORTLER.

WASSERFÄLLE, TRAUMBUCHTEN, KULTUR PUR –

UND DIREKTFLÜGE AUS ÖSTERREICH.

Seit sich das Rad dreht, steht der

Name Huerzeler Bicycle Holidays

für Radreisen und Trainingslager in

höchster Qualität. Huerzeler? Mallorca!

Eng verbunden ist das Auftreten der

Schweizer vor allem mit den Destinationen

auf Mallorca, Lanzarote und

in Andalusien. Weltweite Radreisen

mit Huerzeler lassen Radsportler im

entspannten Thailand radeln, durchs

sonnige Kalifornien oder sie tauchen in

die Schönheiten Südafrikas ein.

Ganz neu poppt bei Huerzeler ein

absoluter Geheimtipp für die Herbstmonate

am Monitor auf: Griechenland,

Süd-Peloponnes. „Völliges Neuland,

radtouristisch kaum erschlossen“,

macht Michael Widmer Gusto auf die

Region. Als Stationsleiter kennt er die

Gegend bestens. Mit ihren einsamen

Landstraßen, den fast unberührten

Küstenlandschaften, den urtümlichen

Bergdörfern und einem Reichtum an

historischen Sehenswürdigkeiten hat die

Provinz Messenia alles zu bieten, was

Radfahrer beim Kurbeln lieben, ein echtes

Paradies. Weingärten, Olivenhaine,

versteckte Wasserfälle, menschenleere

Traumbuchten – wen packt da nicht die

Sehnsucht auf einen Aktivurlaub? Und

die Gastfreundschaft der Menschen dort

ist legendär. Vorweg: Nonstop-Flüge

aus der Schweiz, aus Deutschland und

Österreich (jeweils montags ab Wien)

bringen Radurlauber direkt zum Regionalflughafen

Kalamata.

ANZEIGE / Fotos: Huerzeler Bicycle Holdidays

72 SPORTaktiv


Geschichte und

Kultur begegnen

einem in Griechenland

auf Schritt

und Tritt. 4500

Jahre alt sind

die Spuren am

Peloponnes.

INFOS

• Die Station: Die neue

Huerzeler-Radsportstation-Süd

Peloponnes befindet sich auf

dem Gelände des „The Westin

Resort Costa Navarino“ in der

Bucht von Navarino; mit Vermietung,

Radkeller, Werkstatt,

Waschstation und Boutique.

• Anreise: vom Flughafen

Kalamata in 50 Autominuten

zum Westin Resort und Zoe

Seaside Resort, vom Flughafen

Athen direkter Transfer in 3:45

Stunden.

• Radsportsaison: heuer noch

bis 30. November, dann

wieder 13. März bis

21. November 2020.

www.huerzeler.com/de/

radsportstationen

MICHAEL

WIDMER

Der Schweizer ist

Stationsleiter auf dem

Süd-Peloponnes. Widmer

ist Ethnologe, Religionsund

Islamwissenschafter

und lebt seit 2012 mit seiner

Familie in Kalamata.

Heuer dauert die Radsaison bei

Huerzeler auf dem Süd-Peloponnes

noch bis 30. November, bevor es im

März wieder losgeht. „Im Oktober ist es

bei uns noch angenehm warm mit 20,

22 Grad, manchmal auch noch darüber“,

erzählt Widmer vom idealen Klima

fürs Radfahren. „Selbst im November

kann man mit 16 bis 20 Grad rechnen

und die Sonne ist noch richtig stark.“

Da frösteln in Mitteleuropa die Radfahrer

schon im Zwiebellook.

Drei Top-Hotels stehen Huerzeler-Kunden

an dieser neuen Station zur

Verfügung: das Westin Resort Costa Navarino,

ein Fünf-Sterne-Paradies mit 445

Zimmern und Suiten in traumhafter

Lage am Strand, das Zoe Seaside Resort,

ein Drei-Sterne-Superior-Hotel in Gialova

am Ionischen Meer, und im selben

Ort das Hotel Imathoessa (drei Sterne).

Die Nähe zum Meer macht für Widmer

diese Region auch so attraktiv. „Wir haben

sehr schöne Strände.“

Wie immer bei Huerzeler kann man

sich Guides und Gruppen in unterschiedlichen

Niveaus anschließen, so

kommen Hobbyradfahrer genauso auf

ihre Kosten wie ambitionierte Rennradfahrer.

Huerzeler-Kunden stehen auf

dem Süd-Peloponnes Carbon-Leihräder

von Centurion zur Verfügung.

Für Individualisten

Das Angebot an Touren ist abwechslungsreich

und das Terrain zeichnet

sich durch variantenreiche, hügelige

Strecken aus. „Wir sprechen damit Radsportler

an, die sich im tendenziell hügeligen

Gelände wohlfühlen“, sagt der

Schweizer. „Für echte Anfänger ist es

wohl eher anspruchsvoll.“ Am interessantesten

ist der Peloponnes aber für die

Individualisten. „Für jene, die einmal

etwas anderes sehen wollen, die auch die

Stille suchen.“ Denn touristisch überlaufen

ist die Region nicht. Dafür sind

Kulinarik und Gastfreundschaft umso

stärkere Argumente.

SPORTaktiv

73


BEI NACHT

UND NEBEL

WENN ES LÄNGER FINSTER IST UND MOUN-

TAINBIKER NICHT AM ERGOMETER UND AUF

DER WALZE STRAMPELN WOLLEN, FAHREN

SIE MIT POWERFLUTERN DURCH DIE NACHT.

EIN NICHT UNUMSTRITTENES VERGNÜGEN,

WENN ES IN SENSIBLES GELÄNDE GEHT. WAS

NUN? EIN ZWIEGESPRÄCH ZWISCHEN HERZ

UND HIRN ÜBER DIE FASZINATION NITERIDE.

PROTOKOLLIERT VON CHRISTOPH HEIGL.

Die Tage werden kürzer, die Finsternis greift Raum und

Biker kriegen ein Problem. Das Tageslicht geht uns

aus. Für viele Radfahrer endet spätestens jetzt die Saison.

Wenn es dunkel, nass und ungemütlich wird. Das

Bike kommt in den Keller und wird am ersten sonnigen

Aprilsonntag wieder rausgeholt. Oder? Wer sich nach dem

Arbeitstag noch etwas abstrampeln will, kann sich jetzt im Wohnzimmer

auf den Ergometer setzten oder auf der Walze im Stand

fahren. Na ja, Biken ist das nicht.

Mach das Magazin kurz zu. (Und wieder auf). „Matsch Moor

Fun II“ steht bei uns auf dem Cover. Also raus aus der Komfortzone,

rein in diese Natur, in der es gerade schmutzig, ungemütlich,

finster wird.

Spätestens an der Waldgrenze gibt es aber ein Dilemma: Mountainbiken

in der Nacht mit starken Lampen spaltet die Gemüter

selbst unter Enthusiasten und Hardcore-Bikern. „Geht gar nicht“,

sagen die einen. „Warum denn nicht?“, ätzen die anderen. Wir

lassen Herz und Hirn sprechen und hören in uns hinein.

Herrlich, die Niteride-Saison beginnt.

Mountainbiken bei Nacht und

Nebel eröffnet eine neue Dimension, das

schärft die Sinne, öffnet die Augen für

das Unsichtbare. Was gibt es Schöneres,

als nur im Licht seiner eigenen Lampe

auf den Berg zu kurbeln? Stille, nur dein

Schnaufen, ein Traum! Und dann die

Singletrails wie in einem Lichttunnel heruntersurfen,

super nice. Hirn, was

willst du mehr?

Geht’s noch? Bei Finsternis hast du

im Wald nix mehr verloren. Das ist sensibelster

Naturraum, da haben andere

ihre Ruhe verdient. Wenn du Wild verschreckst,

hat das schlimmste Folgen.

Das weiß doch jedes Kind!

Ach Hirni, nimm nicht alles gleich

so ernst. Wir brettern ja nicht mitten

durch die Fütterungsstellen. Ich muss

dir ja nicht sagen, dass es auch in der

Nacht normalen Verkehr gibt: Autos,

Busse, Lkw, Pistenraupen, Forstarbeiten,

Züge. Auch sie fahren in der Nacht

durch bewaldetes Gebiet, über Passstraßen,

durch einsame Landschaften. Motorenlärm

und LED-Lichter des Verkehrs

müssen Tiere also gewohnt sein,

da kann ein einsamer Mountainbiker

alle heiligen Zeiten ja wohl kein Problem

sein.

Fotos: Christoph Heigl

74 SPORTaktiv


Wie naiv, Herzchen. Dann frag

einmal einen Jäger oder Förster!

Hab ich!

Und?

Na ja ...

Was?

Also. Ich habe da einen coolen Jäger

kennengelernt, ein super Typ. Und

der ist auch leidenschaftlicher Mountainbiker.

Ja, so was gibt es! Ich sage seinen

Namen nicht. Nennen wir ihn

Andi. Der kennt sich aus. Der sagt:

Beim Wild muss man unterscheiden. Da

gibt es das schlaue, das sich längst an

den Menschen und seine blöden Autos

und Marotten gewöhnt hat. Die schauen

kurz auf, wenn tagsüber ein Mountainbiker

auf bekannten Strecken unterwegs

ist, kriegen keinen Stress und fertig.

Tagsüber null Problem …

Und in der Nacht?

(Ganz leise) Mein Jägerfreund Andi

sagt, seit er Mountainbiker und Jäger ist,

sind Niterides für ihn tabu. Das macht

er nicht mehr.

Siehst du?! Und du emotionengeleitetes

Organ findest diesen völlig richtigen

Grundsatz nicht vernünftig? Erstens

SPORTaktiv

75


gibt es ein Forstgesetz und zweitens gibt

es so was wie Hausverstand. Der Andi

sollte dir ein Vorbild sein.

Wer sagt, dass ein Herz keine Ratio

kennt? Aber beim Abwägen der Argumente

pro und contra kommen mir halt

immer ein paar Emotionen in die

Quere.

Ach, du immer mit deinem Flow

und deinen Bikeremotionen. Was

bringst du vor, was gegen Vernunft und

gesetzliche Regelungen spricht?

Hör zu, Spaßbremse. Als Mountainbiker

verstößt man in Österreich fast

auf jedem Meter gegen irgendein Gesetz,

zumindest im Osten. Die Tiroler sind da

eh besser dran. Was bei Tag schon illegal

ist, wird bei Nacht nicht verbotener.

Bravo, Herz, willst du den Rechtsstaat

untergraben?

Nein, im Ernst. Ich sehe nicht ein,

dass man andere Sportarten in der

Nacht erlaubt und das Radfahren nicht.

Skitourengeher starten auch mit Stirnlampen

los oder fahren über Pisten ab,

Trailrunner und sonstige Läufer genauso,

auch Wanderer, Schwammerlsucher

und Geo-Cacher. Und der Biker darf

nicht? Also Schluss mit der Scheinheiligkeit.

Erklär mir das und komm mir

nicht mit dem Forstgesetz aus 1975.

Doch. Vurschrift is Vurschrift, daran

kannst du nix ändern.

Eh nicht, aber ich weiß auch, dass

ich kein Kapitalverbrechen begehe,

wenn ich über die eine oder andere

rot-weiße Verbotstafel hinwegsehe, mich

fit halte und eben nicht mit Chips und

Bier auf dem Sofa Germany’s Next

Heulkrampf schaue. Denn weißt du,

was ich erlebe?

(Gähnend) Erzähl.

Mein bestes Niteride-Erlebnis ever:

Ich mit meinen drei Kumpels auf 1000

Meter Seehöhe, 20 Zentimeter frischer

Pulverschnee, 21.30 Uhr. Beim Runterfahren

über die Wiese hat es im Licht

der 2000-Lumen-Lampen aufgestaubt

wie beim Tiefschneefahren unter Discokugeln.

Überall Glitzer und Feenstaub,

märchenhaft, unvergesslich. Du fahrst

heim, gehst duschen und bist für die

nächsten drei Tage energiegeladen bis

unter den Deckel. Volksgesundheit, du

verstehst?

Nicht einmal im Ansatz. Was sagt

der Grundbesitzer?

Gut, dass du fragst. Wir fahren in

der Nacht nur in Stadtnähe, meiden

Problemzonen. Wenn ein Bauer sagt, bei

Tag stören ihn die Biker nicht, bei

Nacht will er uns nicht erwischen, wird

das respektiert. Alles schon erlebt. Man

kann sich ja alles ausreden. Außerdem

gibt es sogar legale Angebote, wo etwa

auf beleuchteten Rodelbahnen und Pisten

gefahren werden kann.

Du bist ein Freak, Herz!

Nein, nur leidenschaftlich. Du

musst das einmal erlebt haben. Im Finstern

radeln schärft die Sinne. Du schaust

nicht auf Puls, Watt, Uhrzeit, Ganganzeige

oder sonst was am Display. Man

sieht nur mit dem Herzen gut. Kennst

du den Spruch? Dieser Antoine muss ein

Niterider gewesen sein. Die erleuchteten

30 Quadratmeter vor dir, du achtest auf

Starkes Licht am Lenker,

zusätzlich die Helmlampe, der Rest

zappenduster. Das Vergnügen kann

starten. Wenn es nur nicht oft am

Grat der Legalität wäre.

jede Wurzel, versuchst zu spüren, ob sie

rutschig und eisig oder nur rutschig ist

oder spielst dich damit, im Schnee am

Fatbike das Gleichgewicht zu halten.

Gar nicht leicht, wenn rundherum alles

finster ist …

und das Hirn nicht mitspielt….

… und du vielleicht unten die

Lichter der Stadt siehst. Du riechst besser,

du hörst besser, weil alle Sensoren

auf 100 Prozent sind. Und das reine Bikeerlebnis

ist beim Niteride ja sowieso

fantastisch. Mit gutem Licht schafft man

auch schwere Trails. Ja, auch wenn das

Vergnügen nur halblegal ist, dieses bisschen

Mikro-Abenteuer hat noch keinem

geschadet.

Ich versteh’s trotzdem nicht.

Ich hab noch einen Spruch: Hör

auf dein Herz, dein Verstand wird dich

niemals glücklich machen.

Noch so ein Spruch: Rahmenbruch.

Ach was, ich nehm dich einfach

einmal mit.

76 SPORTaktiv


LESER

AKTION

E IN SOMMER

MIT E-POWER

FÜR CENTURION UND SPORTAKTIV HABEN SECHS LESER DEN GANZEN SOMMER

LANG EIN CENTURION NO POGO TESTEN KÖNNEN. IHR FAZIT ZWISCHEN TIROL,

PETZEN, TRAUNSEE, LEITHAGEBIRGE UND SÜDSTEIERMARK? HERVORRAGEND!

HERBERT HASLINGER

Sechs Leser von SPORTaktiv hat Centurion

über seine Fachhändler mit dem E-Mountainbike

No Pogo E R 2500 ausgestattet.

Sie konnten das Rad nach Herzenslust testen und

mussten es nicht schonen. Den zum Teil ausführlichen

Testprotokollen unserer Leser entnehmen

wir eine tatsächlich adäquate Nutzung zwischen

hügeligen Ausfahrten und Endurotrails. Allen hat

es Spaß gemacht und einige überlegen jetzt ernsthaft,

selbst das erste E-Mountainbike zu kaufen.

Hier das Best-of der Testberichte:

1A-QUALITÄT

BEI AKKU

UND MOTOR

„Mir wurde das Bike bei

Sports&More Stadler in

Texing übergeben, echte

Vollprofis, das habe ich

gleich gesehen. Ich bin

1400 Kilometer mit dem

Bike gefahren und vollauf

zufrieden. Keine Mängel

und 1a-Qualität bei Motor,

Akku und Handling. Ein

verlässlicher Wegbegleiter,

ob im hochalpinen Gelände

oder vor der Haustür

im Ötscherland. Auch als

Ersatz für das Auto!“

ERST KRITISCH, ABER

DANN VOLL ÜBERZEUGT

„Ich war vorher noch mit keinem E-Bike

unterwegs und eher kritisch eingestellt. Das

hat sich nach der Übergabe bei Tyl4Sports in

Villach sehr schnell geändert! Nach meinen

ersten Touren war und bin ich immer noch

begeistert. Das macht einfach nur Spaß! Ich

war rund um Wolfsberg, auf der Koralpe und

am Endurotrail „Thriller“ auf der Petzen. Der

satte Federweg und die breiten Reifen lassen

es bergab richtig knallen. Die Fahreigenschaften

sind echt super. Ich fahre zu 99 Prozent

nach der Arbeit und auf der schnellen

Runde nach 18 Uhr spielt das E-Bike für mich

seine große Stärke aus.“

BERNHARD HOFER

Fotos: Privat

78 SPORTaktiv


CHRISTIAN REIFAUER

BIKEPARK, UPHILL-FLOW

UND STUFEN BERGAUF

„Das No Pogo hat jetzt 900 Kilometer auf dem Tacho

und hat keinerlei Probleme gemacht. Hauptsächlich

war ich auf unseren Hausstrecken unterwegs

(Traunsee, Attersee, Hausruck). Ich war im Bikepark

Geißkopf, habe im Uphill-Flow-Trail alle Unterstützungsfunktionen

durchprobiert und bin im urbanen

Gelände sogar Stufen hochgefahren. Erstaunlich, wie

leicht das geht. Ja, mit dem Bike geht fast alles. Danke

an SPORTaktiv für die coolen Centurion-Dressen

und die Unterstützung bei Radpoint in Vöcklabruck.“

CHRISTIAN REICH

FANTASTISCHE

UNTERSTÜTZUNG

UND FREIHEIT

„Zuerst Abholung bei Fahrrad

Migschitz in Rust, dann ab in den

Wald damit, auf die Mountainbikestrecken

des Leithagebirges.

Das Rad meistert alle Schwierigkeiten

der nicht zu unterschätzenden

Trails hier. Der Motor ist

in jeder Stufe eine fantastische

Unterstützung. Ein einzigartiges

Gefühl, das süchtig macht. Dieses

Bike gehört in den Wald, in die

Berge, auf unbefestigtes Terrain,

dort spielt es seine Stärken aus.

Dort fühlst du die Freiheit.“

HERVORRAGEND FÜR AUSFLÜGE,

EGAL MIT WELCHER STEIGUNG

„Ich habe mich sehr über den Gewinn des Centurion-Testbikes

gefreut und es noch am selben Tag ausprobiert, an dem ich es bei

Bike Total Radsport in Hartberg abgeholt habe. Ich war sehr überrascht,

welche Schubkraft das Bike bergauf hat! Es eignet sich

hervorragend für Ausflüge mit jeder Steigung, speziell in unserer

Südsteiermark. 60 km, 700 Höhenmeter? Kein Problem.“

HANSJÖRG HACKL

ZEIT FÜR DEN

WECHSEL

„Der Umstieg vom

Top-Hardtail auf ein

Top-E-Fully öffnete

eine neue Welt. Der

Federweg von 150 mm,

der absenkbare Sattel,

die breiten DT-Swiss­

Laufräder oder die

Zee-Bremse lassen

keine Wünsche offen.

Bei meinem Händler

2Rad Hummel haben

sie mir das No Pogo

auch perfekt angepasst.

Ich habe große

Fortschritte gemacht

und werde mit meinen

58 Jahren jetzt fix vom

Hardtail zum E-Fully

wechseln.“

SILVIA ERKINGER

SPORTaktiv

79


WENN IN CHINA

EIN RADL UMFÄLLT

DANN SOLLTE ES NICHT DAS VON FABIO ODER ELIAS SEIN.

DENN DIE BEIDEN WOLLEN HEUER NOCH DEN WEG VON GRAZ NACH

TOKIO FERTIGRADELN. IM IDEALFALL. JETZT IN CHINA ZWICKT ES EIN

BISSCHEN, DIE ERSTE KRISE. EIN INTERVIEW MIT DEN BEIDEN ÜBER

WASSER, WÜSTE UND WHATSAPP.

VON CHRISTOPH HEIGL

80 SPORTaktiv


und Wasser gegeben. Man wird überall

eingeladen und bekommt Wasser

geschenkt, eigentlich total schön.

Fotos: Fabio Trenn, Elias Lang

Erstaunlich. Die Kommunikation

mit Fabio Trenn und Elias

Lang ins hinterste Kirgisistan

oder ins tadschikische Bergdorf

funktioniert besser, als wenn man versucht,

jemanden in Wien zu erreichen.

Die jungen Steirer haben Laptop und

verschiedene SIM-Karten mit, sind regelmäßig

online, schreiben einen Blog

und posten auf Instagram. Jetzt sind

sie allerdings in China angekommen

und alles ist anders. Sie haben die erste

große Krise ihrer Radreise von Graz

nach Tokio. Der Überwachungsstaat

macht ihnen das Leben schwer, überall

Kontrolle und Polizei. Grund genug,

bei ihnen näher nachzufragen

nach Motivation, Krisenbewältigung

und Heimweh. Um der Staatsmacht

und ihrem Zensurwahn ein Schnippchen

zu schlagen, wurde das Interview

nicht am Telefon, sondern per Whatsapp-Sprachnachrichten

geführt. Auch

für uns ein Novum.

Nach sechs Monaten seid ihr

von Graz mittlerweile bis China

geradelt. Was waren bislang die

Highlights eurer Reise?

Fabio: Das mit Abstand schönste Erlebnis

war der Pamir-Highway, die

zweithöchste Fernstraße der Welt.

Zwei Wochen sind wir darauf in Tadschikistan

die afghanischen Grenze

Autobahn?

Der Pamir-Highway

führte Elias Lang

(links) und Fabio Trenn

bis auf 4600 Meter

Seehöhe.

entlanggefahren, immer nur einen

Fluss, quasi einen Steinwurf, von Afghanistan

entfernt. Da wird einem

bewusst, wie weit man schon ist. Man

hört in den Medien „Afghanistan“,

denkt sich „wow, sooo weit weg“ und

assoziiert sofort viele negative Dinge.

Und jetzt sind wir doch tatsächlich

mit den Rädern aus Graz hergefahren.

Der Pamir-Highway in Tadschikistan

bedeutet auch mehrere Pässe über

4000 Meter Seehöhe, der höchste

Pass war 4633 Meter hoch. Aber diese

Landschaft – einfach traumhaft! Und

die Menschen sind unglaublich nett.

Beeindruckend war auch, als sich im

Süden Russlands erstmals die Landschaft

zu ändern begann und es steppenartiger

geworden ist. Wenn sich

die Umgebung ändert, motiviert uns

das immer, weil es bedeutet, dass wir

vorankommen.

Ihr radelt durch zum Teil abgelegene

Regionen, beschreibt in eurem

Blog aber die Menschen als unglaublich

gastfreundlich. Ist man zu

Reisenden besonders freundlich?

Elias: Die Menschen sind eigentlich

überall extrem freundlich zu uns. In

der usbekischen Wüste ist uns das

Wasser ausgegangen. Da sind zwei

Lkw-Fahrer stehen geblieben, haben

uns mitgenommen und uns Essen

Was waren die brenzligsten

Situationen?

Fabio: So viele gab es nicht. An der

Grenze von Russland zu Kasachstan

hatten wir kein Geld gewechselt und

der nächste Ort war Hunderte Kilometer

entfernt. Also haben wir vier

oder fünf Tage nur Reis und Salz gegessen,

das war nicht sehr angenehm.

Und als uns eben mitten in der Wüste

das Wasser ausgegangen ist und uns

die usbekischen Lkw-Fahrer geholfen

haben. Sonst wäre es echt brenzlig geworden.

Die chinesische Grenze war

auch nicht einfach, weil uns in den

Unterlagen etwas gefehlt hat. Also

sind wir zurück nach Kirgisistan, haben

die Dokumente heruntergeladen

und sind wieder zum chinesischen

Posten. Lebensgefahr hatten wir nie.

In China sieht das jetzt ein wenig

anders aus. Wie geht es euch seit

der Einreise?

Elias: Mittlerweile wieder gut. Aber

nach der Einreise in China war es

schwierig, weil im Westen Chinas die

Regierung den totalen Polizeistaat testet.

In der Proving Xinjiang ist alles

überwacht, überall ist Polizei, überall

gibt es Checkpoints. Wir mussten täglich

drei, vier Polizeikontrollen überstehen.

Wir konnten nicht mehr frei

Rad fahren, nicht mehr campen. Oft

sind wir erwischt worden und mussten

weiterziehen. In dieser Phase hatten

wir beide zum ersten Mal keinen Bock

mehr auf diese Reise. Dann haben wir

eine Woche Pause gemacht, das war

echt nicht lustig. Aber das hat uns gutgetan,

wir haben uns wieder neu motiviert.

Jetzt sind wir endlich aus dieser

Provinz draußen, wieder frisch und das

Radfahren taugt uns wieder. Aus der

Provinz Xinjiang sind wir aber mit

dem Zug raus, weil wir dort keine Lust

mehr auf Radfahren hatten.

Fabio: Insgesamt war die Pause sogar

SPORTaktiv

81


Von Land und Leuten sind die jungen Grazer stets begeistert. „Man

sieht, wie groß und schön unsere Welt ist, schwer in Worte zu fassen.“

So sind die 14.000 Kilometer gleich leichter zu ertragen.

82 SPORTaktiv

zweieinhalb Wochen lang. Wir haben

zwei Deutsche mit einem Wohnmobil

getroffen und mit ihnen einen achttägigen

Ausflug nach Chengdu unternommen

und sind dann zurück zum

Ausgangspunkt. Das war total erholsam.

Ihr seid am 10. März in Österreich

aufgebrochen. Was vermisst ihr am

meisten, wenn ihr an zu Hause

denkt?

Elias: Mir fehlt das abwechslungsreiche

Essen, weil die Mahlzeiten speziell

hier in China jetzt sehr eintönig

sind. Ganz gut eigentlich, aber eben

immer nur Reis und Nudeln. Da vermisse

ich die Gemüselasagne von der

Mama. Auch die Kaffeehauskultur

geht uns beiden extrem ab. In die

Sonne setzen, einen Kaffee trinken,

das gibt es seit unserer Abreise halt

nicht mehr (lacht). Familie und

Freunde vermisse ich natürlich auch,

aber man weiß ja, dass man wieder

heimkommt. Vorfreude ist die

schönste Freude.

Fabio: Kaffee! Natürlich fehlen mir

Familie und Freunde auch. Aber ganz

ehrlich? Jetzt wäre es mir noch zu

früh, wenn ich schon daheim wäre.

Ich bin innerlich noch nicht bereit,

jetzt nach Hause zu fahren.

Noch einmal ganz ehrlich: Habt ihr

euren Abenteuermut und die ganze

Reise je bereut?

Elias: Auf keinen Fall, das ist das

geilste Erlebnis meines bisherigen Lebens.

Auch wenn es oft hart ist oder

noch wird, aber davon werde ich

mein ganzes Leben lang erzählen.

Eine super Lebenserfahrung! Man

sieht, wie groß und schön unsere

Welt ist. Das ist auch schwer in Worte

zu fassen, das muss man selber erlebt

haben. Man lernt, nicht immer

nur das Negative zu sehen, wie es in

unserer westlichen Welt halt üblich

ist, sondern bekommt die Augen geöffnet

für diese Freude der Menschen

und das Schöne in der Welt.

Fabio: Also in Westchina hat es mich

ehrlicherweise voll angezipft. Aber ich

habe es noch keine Sekunde bereut,

dass ich aufgebrochen bin.

Wie schaut euer weiterer Zeitplan

aus? Bei unserem Gespräch vor

dem Aufbruch wolltet ihr „etwa im

Spätherbst“ in Tokio angekommen

sein?

Elias: Schwer zu sagen, das wissen wir

gar nicht genau. Wir haben noch ca.

4000 Kilometer in China vor uns.

Und weil wir die paar Kilometer mit

dem Zug „geschummelt“ haben

(lacht), wollen wir das gutmachen

und von Shanghai einen kleinen Umweg

nach Peking rauffahren. Mal

schauen, das wären noch einmal 1200

Kilometer zusätzlich. Unser China-Visum

läuft Mitte November aus.

Wenn es sich zeitlich ausgeht, möchten

wir gerne Peking sehen. Dazu

müssen wir 60 Kilometer pro Tag im

Schnitt fahren. Eigentlich wollen wir

aber auch in Shanghai ein paar Tage

bleiben. Nach China warten noch

Korea und Japan auf uns, aber das

sind ja kurze Strecken. Ende Dezember

oder gegen Neujahr könnten wir

Tokio erreichen. Aber da bleiben wir

offen und wollen uns gar nicht genau

festlegen.

Wie viele Kilometer habt ihr schon

abgespult?

Elias: 8500. (Anm.: Stand Mitte September)

Inwiefern reifen auf so einer Reise

Ideen für die Rückkehr und das

„Danach“?

Elias: Wir wollen auf jeden Fall einen

Film über die Reise machen und haben

auch andere Ideen in unseren

Köpfen, aber noch keine konkreten

Vorstellungen. Noch ist es zu früh.

Bei mir sind nach wie vor der Zivildienst

geplant und die Aufnahmeprüfung

in die Schauspielschule. Und

man wird schauen müssen, dass man

sich wieder ins normale Gesellschaftsleben

einfügt (lacht).

Fabio: Ich gehe wieder zurück auf die

Universität und nehme nach der Pause

das Jusstudium wieder auf. Im

März 2020 sollte es eigentlich losgehen.

(Lacht) Ich bin schon sehr gespannt,

wie schnell ich mich zu

Hause integriere.

PROJEKT GRAZ–TOKIO

Start von Fabio Trenn (22) und Elias Lang (20) am 10. März in

Graz. Hinter dem Hinterreifen: Österreich, Ungarn, Rumänien,

Moldawien, Ukraine, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan,

Kirgisistan, China. Vor dem Vorderreifen: Südkorea,

Japan. Insgesamt: 14.000 Kilometer. Ende des Jahres wollen

sie ihr Ziel in Japan erreicht haben. Ganbatte! („Viel Glück!“)


Ausbruch

aus der

Filterblase

Du verlässt dich nicht gern auf Algorithmen, sondern machst dir lieber dein

eigenes Bild? Wir haben das passende Basismaterial für dich: gecheckte

Fakten, spannende Stories, tiefgehende Reportagen, vielfältige Meinungen.

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SAUTEUER, ABER ES WIRKT

AUS

PRO

BIERT

BIKE

Damit gleich eines klar ist: Das Rennrad hab ich mir nicht nur

für das Bild ausgeliehen und lässig an den Stein gelehnt. Ein

unschlagbar günstiges Angebot hat mich zuschlagen und mir

einen Kindheitstraum in Erfüllung gehen lassen. Grundlagenausdauereinheiten

des Lauftrainings finden seither immer öfter

auf dem Renner statt. Da braucht es natürlich auch eine entsprechende

Bekleidung – auch wenn ich mit dem Styling-Fetischismus

der Community grundsätzlich wenig anfangen kann.

Bisher war Radbekleidung vor allem funktionell. Recht angenehm

zu tragen, wenngleich immer mit einem Hauch von

Kunststoffgefühl auf der Haut.

Die C7-RACE-Trägerhose samt Trikot von GORE (UVP € 249,95

bzw. € 179,95) hat alles verändert. Der Tragekomfort ist sagenhaft.

Das Trikot fühlt sich wie eine zweite Haut an, die Hose

glänzt mit einem Polster, das super geschnitten ist und vorne

nicht bis über den Nabel geht. Im Einsatz zwickt nichts, flattert

nichts, passt einfach alles. Auf der mittleren Trikottasche findet

sich noch ein Extrafach mit Zipp. Alles da. Sagt auch mein großer

Freund, der Tausende Kilometer mehr pro Jahr abspult als

ich. Und das Schwarz schaut auch edel aus. Ein bisschen Style

muss ja schließlich doch irgendwie sein. Einzig der Preis ist

am oberen Ende der Fahnenstange. Aber dafür ist es echt was

Gscheits. Oder wie es früher in einem Werbespot so schön geheißen

hat: Sauteuer, aber es wirkt.

WIR TESTEN FÜR DICH:

RADMODE ZUM VERLIEBEN,

EINEN AEROHELM ZUM

BEHIRNEN UND EINE POWER-

BANK ZUM BELEUCHTEN.

VON KLAUS MOLIDOR UND CHRISTOPH HEIGL

Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl

84

SPORTaktiv


3 IN 1 – RADLICHT, POWERBANK

UND TASCHENLAMPE

VANQUISH, DER WINDFLÜSTERER

„Ein Meilenstein in der Kunst der Helmkonstruktion, unser

bislang schnellster Aerohelm“, schwärmte Produktmanager

Scott Junker bei der Präsentation des GIRO VANQUISH. Unsere

Kollegen vom Tour-Magazin testeten im Windkanal und attestierten

dem laut UVP 259,99 Euro teuren Superhelm Werte

wie bei Zeitfahrhelmen. Der Aerodynamikvorteil sei vergleichbar

mit dem Bonus von Aerofelgen am Rennrad. Und Aero ist

gerade extrem angesagt in der Rennradwelt.

Das mussten wir auch auf Praxistauglichkeit testen. Unverständlicherweise

wurde uns die Anschaffung eines eigenen

SPORTaktiv-Windtunnels aus Kostengründen nicht genehmigt.

Also vertrauen wir unserem Instinkt und der sagt: Das ist der

leiseste Helm, der je unseren Kopf geschützt hat. Leise heißt

sehr wenig Windgeräusche, also superschnell. Die Besonderheit

des Vanquish, der bei unserem Testmodell im rattenscharfen

Matte-Grey-Fire-Chrome begeistert, ist das Vivid-Visier von

Zeiss-Optics. Magnetisch hält sich die wunderschön getönte

Panoramascheibe am Helm fest. Mit einem Handgriff kann

man sie herunternehmen und verkehrt herum oben am Helm fixieren.

Brillenträger jubeln, denn unter dem großen Visier haben

auch optische Gläser Platz. Der Look? Hammer! Dagegen

schaut Captain Future aus wie ein Nasenbohrer.

Ein Fahrradlicht wie jedes andere? Sicher nicht, wenn man

sich die Funktionen der TRELOCK VISION mit dem Zusatz LS

760 I-Go anschaut. Schon einmal mit dem Radlicht dein Handy

aufgeladen? Eben. Das Frontlicht (UVP € 124,99) verfügt zum

Laden über einen normalen USB-Anschluss, gibt aber über

den C/A-Adapter auch Strom ab wie eine herkömmliche Powerbank.

Auf der Oberseite gibt ein großes LCD-Display Auskunft

über Uhrzeit, gewählte Leuchtstufe (5 Modi), minutengenaue

Restlaufdauer und Akkustand. Zusätzlich hilft die

„Level-Funktion“, eine Art digitale Wasserwaage, das Licht im

optimalen Winkel am Lenker einzustellen.

Das Licht selbst? Mit 100 Lux über jeden Zweifel erhaben.

120 Meter weit strahlt der moderne LED-Fluter laut Angabe

(Praxiseindruck: fast noch weiter), gesehen wird man bis zu einer

Entfernung von 6500 Metern. Voll aufgeladen reicht der

Akku im Idealfall bis zu neun Stunden, im hellsten Modus (Stufe

5) ist 2,5 Stunden alles bestens ausgeleuchtet. Für Stadt und

finstere Umgebung völlig ausreichend.

Ja, mit 139 Gramm ist sie kein Leichtgewicht und auch nicht

ganz klein. Für den urbanen Einsatz ist das Spitzenmodell der

Marke aus Münster aber superpraktisch. Schnell ist sie mit

dem Einhand-Schnappverschluss vom Rad genommen und

dient dann auch als Taschenlampe.

Die Aero-und Safety-Features mit geschlossener Bauweise

haben trotz Ventilationsdüsen beim 355 Gramm schweren Helm

nur einen baubedingten Nachteil. Es gibt für heiße Tage sicher

kühlere Helme. Coolere? Nein. Und jetzt kommen ohnehin

herbstliche Temperaturen.

SPORTaktiv

85


MIT DOPPELAKKU

Mit Vollfederung, neuem

Bosch-Performance-Line-

CX-Antrieb und generösen

1125 Wh Akkukapazität (mit

optionaler DualBattery) ist das

neue Uproc3 von FLYER wie

geschaffen für lange, epische

Touren in der Bergwelt.

www.flyer-bikes.com

VORSICHT,

KRAFTWERK!

Das Rapcon Pmax von SIMPLON

definiert den Begriff E-MTB neu.

Mit bis zu 1125 Wh Akkukapazität,

Carbonrahmen und neuem Bosch-

CX-Motor ist richtig Dampf im

Kessel. Mit Top-Geometrie, 29 Zoll

und 160 bzw. 170 mm Federweg

für Trails ohne Grenzen.

www.simplon.com

BIKE

WELTNEUHEIT VON

KETTLER ALU-RAD

Tiefer Einstieg und sagenhafte 1250

Wh Akkuleistung dominieren das

brandneue Quadriga Duo CX12 von

KETTLER. Die zwei integrierten

Bosch-Powertubes (je 400, 500 oder

625 Wh) geben dem Trekkingbike

Energie ohne Ende. Plus: Federgabel,

12-fach-Shimano, absenkbare

Sattelstütze. Eine Weltneuheit!

www.kettler-alu-rad.de

86 SPORTaktiv

NEWS

RENNRAKETE

HELLES

KÖPFCHEN

Hunderte Ideen und viele Jahre

Entwicklungsarbeit stecken im brandneuen

Downhillbike Gambler Tuned von SCOTT.

Das Ergbenis: superflexibel, superleicht

(Rahmen nur 2650 g). Ein Bolide für

Racetracks und gröbstes Gelände, für

Piloten, die an ihre Limits wollen.

www.scott-sports.com

Satte 1000 Lumen Lichtleistung hat

der neue Akku-Scheinwerfer Strike

1000 von BBB. Er verfügt über fünf

Lichtstufen und einen Blinkmodus und

wird per USB geladen. Clever: Den

Lampenkopf kann man um 180 Grad

drehen und somit auch unter dem

Lenker montieren.

www.bbbcycling.com

Fotos: Hersteller


OUT

DOOR

Touren – Menschen – Sicherheit

Fotos: iStock (2), Martin Huber, Michael Neumann

RADAR FÜR DEN GLETSCHER

Ein Radarsystem soll kleinste Bewegungen

des Mont-Blanc-Gletschers

aufzeichnen, der in Italien

einzustürzen droht. 250.000 Kubikmeter

Eis könnten abbrechen.

www.chamonix.com

SPEKTAKULÄRE FILME

Von 12. bis 16. November läuft in Graz

wieder das Mountain-Film-Festival

mit so spektakulären Produktionen

wie hier vom Eiskajak. Bis 10. Oktober

gibt es verbilligte Karten.

www.mountainfilm.com

450 BERGRETTER-FANS

Anfang September fand in Ramsau am

Dachstein wieder die Fanwanderung

zur TV-Serie „Die Bergretter“ statt.

450 Fans wanderten mit den Schauspielern

zu den Originalschauplätzen.

www.schladming-dachstein.at

SPORTaktiv

87


88 SPORTaktiv

GLETSCHER

WIE LANGE NOCH?


ÖSTERREICHS GLETSCHER ÖFFNEN

IHRE SKIGEBIETE. WIE JEDES JAHR MIT

GROSSEM TAMTAM, OPENINGS, NEUEN

ANLAGEN UND GROSSER VORFREUDE

AUF DIE WINTERSAISON – ABER AUCH

BEGLEITET VON KRITISCHEN TÖNEN

UND UNKENRUFEN. WIR HABEN UNS

ZWISCHEN STUBAITAL UND DACHSTEIN

UMGEHÖRT. PLUS: WAS SAGT DIE GLET-

SCHERFORSCHERIN ANDREA FISCHER?

VON CHRISTOPH HEIGL

Fotos: Stubaier Gletscher/Andre Schönherr, Hintertux/shootandstyle.com

er letzte Winter war ein außergewöhnlich

schneereicher,

das hat man auf den

Gletschern bis in den Sommer

hinein gespürt. „Der

heurige Sommer war fast ein

,Gletschersommer‘“, sagt Andreas Kleinlercher,

Seilbahndirektor am Stubaier

Gletscher. „Die Gletscher waren bis Anfang

August mit Schnee bedeckt, sodass

das Gletschereis nicht angegriffen wurde.

Schneefrei waren die Gletscher erst

ab Mitte August. Der Schneefall am ersten

Septemberwochenende hat ein Weiteres

Abschmelzen bis auf weiteres wieder

verhindert.“ Somit konnte man auf

dem Stubaier Gletscher bereits am 13.

September mit dem Winterbetrieb am

Daunferner starten.

Der Hintertuxer Gletscher im Zillertal

ist Österreichs einziges Ganzjahresskigebiet,

auch hier schwillt um diese Jahreszeit

der Ansturm richtig an. „Speziell ab

September steigt die Anzahl an Nachwuchsklubs

und Trainingsmannschaften“,

berichtet Ines Eberl-Kammerlander,

Marketingleiterin der Zillertaler

Gletscherbahnen. „Oft sind es mehr als

50 Nationen täglich, die am Gletscher

trainieren. Zum anderen gibt es zahlreiche

Freizeitsportler, die bereits im

Herbst ihre ersten Schwünge ziehen

wollen.“ Während es am Stubaier Gletscher

heuer im Sommer keine Bautätigkeiten

gab, wurde am Hintertuxer Gletscher

umfassend in Sicherheit und Qualitätsverbesserung

investiert. Etwa in

neue Seilbahnkabinen und an der

Bergstation in 3250 Meter Seehöhe wurden

die Lager der drei Umlenkscheiben

ausgetauscht. Das technische Highlight:

Beim Gletscherbus 3 wurde das Seil ausgetauscht,

was alleine schon ob der Daten

des Seils ein logistisches Großprojekt

ist: 48 mm dick, 7,6 km lang, 66 Tonnen

schwer. Das Gesamtgewicht des

Transports mit drei Zugmaschinen betrug

126 Tonnen, dieser führte von der

Schweiz über Hintertux zum Fernerhaus

auf 2600 Meter Höhe.

Lohnen sich solche Bemühungen?

Sind die Menschen unten im Tal noch

heiß auf Gletscherskifahren? Oder spürt

man in der Branche ein wenig Zurückhaltung

angesichts allgegenwärtiger

Öko-Überlegungen und Nachhaltigkeitsphilosophien?

„Eine Zurückhaltung

aufgrund von ökologischen Überlegungen

können wir nicht feststellen“, sagt

Seilbahndirektor Kleinlercher (Stubai).

„Im Herbst sind die Skifahrer heiß auf

das Skifahren und wollen auch so früh

wie möglich die ersten Schwünge machen.

Sobald die Großwetterlage nach

Schneefall in den höheren Lagen aussieht,

steigt die Nachfrage nach geöffneten

Pisten rasant an.“ Das auch politisch

breit gespielte Thema Klimawandel betrifft

aber natürlich auch die hoch gelegenen

Skigebiete. „Die Gletscherschmelze

ist in jedem Sommer sichtbar“, erzählt

Kleinlercher. „Natürlich hängt sie

auch von der jeweiligen Wetterlage ab.

Für uns gilt es, auf die Gletscherschmel-

SPORTaktiv

89


ze zu reagieren und dies bei eventuellen

Investitionsplanungen zu berücksichtigen.“

Davor können sich auch die Hintertuxer

nicht verschließen: Klimawandel

und Gletscherschmelze sind überall

gegenwärtig und zu erkennen, „das wird

uns wahrscheinlich auch in den nächsten

Jahrzehnten begleiten.“

Gibt es Prognosen und Befürchtungen?

Die Dynamik der sich stetig ändernden

Witterungs- und Niederschlagsverhältnisse

lasse keine genauen

Prognosen für die Zukunft des Gletscherskifahrens

zu, heißt es am Hintertuxer

Gletscher. „Da wir uns in der

glücklichen Lage befinden, auf über

3000 Meter Seehöhe Ski zu fahren, ist

schon davon auszugehen, dass in diesen

Höhenlagen das Skifahren auch weiterhin

problemlos möglich sein wird“,

meint Eberl-Kammerlander. Dazu greift

man auf den Gletschern zusätzlich in die

Trickkiste: Mittels Snowfarming und

ÖSTERREICHS

GLETSCHER-

SKIGEBIETE

• HINTERTUXER GLETSCHER (Ganzjahresskigebiet):

Winterstart mit Pow(d)er-Weekend am

12./13. Oktober. www.hintertuxergletscher.at

• STUBAIER GLETSCHER: Start am 13. September,

Ski-Oktoberfest am 12./13. Oktober,

Snowpark-Opening von 18. bis 20. Oktober.

www.stubaier-gletscher.com

• SÖLDEN: Rettenbachgletscher seit 13.

September offen. www.soelden.com

• KAUNERTALER GLETSCHER: Wintersaison seit

28. September, Kaunertal-Opening am

13. Oktober. www.kaunertaler-gletscher.at

• PITZTALER GLETSCHER: Skisaison seit 21.

September. www.pitztal.com

• KITZSTEINHORN: Skibetrieb voraussichtlich ab

12. Oktober, Opening 3K K-onnection am

30. November. www.kitzsteinhorn.at

• MÖLLTALER GLETSCHER: www.gletscher.co.at

• DACHSTEIN: Loipenstart am 18. September,

Pisten-Opening in Kürze. www.derdachstein.at

90 SPORTaktiv


Abdecken mit Vlies sollen am Pitztaler,

Ötztaler, Kaunertaler, Hintertuxer und

Stubaier Gletscher etwa 70 bis 80 Prozent

des „Schnees von gestern“ erhalten

und über den Sommer gerettet werden.

Die Stimmung in der Branche erscheint

vorwiegend positiv. Die ersten

Schlagzeilen der Saison gehörten aber

den kritischen Stimmen. Jüngst gingen

Bilder vom WWF um die Welt, die Bagger

am Pitztaler Gletscher zeigten, wo

für das Projekt einer „Skigebietserweiterung

Pitztal-Ötztal“ Gletschereis abgegraben

wurde. Alpenverein, Naturfreunde

und WWF haben daraufhin die „Allianz

für die Seele der Alpen“ geschmiedet

und einen sofortigen Stopp des Projektes

für eines der größten zusammenhängenden

Skigebiete Europas gefordert.

Greenpeace sieht in einer Aussendung

das Schmelzen der Gletscher in Tirol als

eine der „verheerendsten Auswirkungen

der Klimakrise“, zwischen 2006 und

2016 hätten die heimischen Gletscher

insgesamt ein Fünftel ihrer Eismasse

verloren.

Könnte das Abdecken der Gletscher in

Skigebieten ein Abschmelzen überhaupt

dauerhaft verzögern? „Durch Abdeckungen

kann die Abschmelzung der Skigebietsgletscher

deutlich verzögert werden“,

sagt Gletscherforscherin Andrea

Fischer, Direktorin am Institut für interdisziplinäre

Gebirgsforschung in Innsbruck.

„Unter der Abdeckung schmilzt

nur etwa ein Drittel der Menge, die

IN ÖSTERREICH GIBT ES 900

GLETSCHER. DIE MEISTEN SIND

ABER SEHR KLEIN.

ohne Abdeckung verloren geht.“ Auch

die Funktion als Skipiste hilft theoretisch:

„Durch die Präparierung wird der

Schnee verdichtet und kann nicht so

leicht vom Wind abtransportiert werden

wie unpräparierter Neuschnee, das wirkt

sich ganz leicht positiv auf die Massenbilanz

aus.“ Das große Aber: „Wir haben

in Österreich mehr als 900 Gletscher,

nur zehn Gletscher werden durch Skigebiete

genutzt. Die meisten der 900 Gletscher

sind sehr klein.“

Auch wenn sich die Skigebiete über

verhältnismäßig geringe Eisverluste freuen,

Glaziologin Fischer kennt auch andere

Zahlen. „Der Sommer 2019 war

extrem warm, mit Monatsmitteltemperaturen

von bis zu 4 Grad über dem

Mittelwert von 1981 bis 2010. Die Silvretta

etwa ist innerhalb Österreichs extrem

von Schmelze betroffen, in den Hohen

Tauern schaut es wesentlich besser

aus.“ Bei der Frage, ob aus der Sicht der

Gletscherforschung das Skifahren im

ewigen Eis ein zukunftsträchtiges Geschäft

sein wird, stellt Fischer zunächst

die Relationen klar. „Das Produkt Skifahren

an sich ist ja noch nicht sehr alt,

knapp mehr als 100 Jahre. Gletscherskifahren

gibt es erst seit den 1970ern, zunächst

als Sommersport. Erst in den

1990ern wurde Gletscherskifahren ein

Wintersport und zum Massensport.“

Und das hat eben schon deutliche Spuren

hinterlassen. „Wenn man diesen

zeitlichen Verlauf mit der Klimanormalperiode

von 30 Jahren vergleicht, dem

Verhalten der Gletscher mit einem Vorstoß

in den 1980ern und Rückgängen

seither, wird deutlich, dass die raschen

Veränderungen im Bereich des Menschen

liegen und nicht im natürlichen

Teil des Systems.“

Solange sich der Österreicher, der

Mensch an sich, aber noch gerne die Ski

anschnallt, um fast ganzjährig und in

Massen dem Skisport zu frönen, wird es

weiter einen Ausbau der Skigebiete, immer

noch mehr Liftanlagen und Pisten

bis hinauf in die Gletscherregionen geben.

Mögen die Gletscher noch möglichst

lange mitspielen.

www.mountainfilm.com

/ mountainfilmgraz

12. - 16. Nov. 19

Congress Graz

vonnebenan.at Foto: Bill Hatcher / Grand Canyon Jump

Hauptsponsor:


HERBSTZAUBER UND

GLETSCHERPOWDER

Das Tiroler Tuxertal

präsentiert sich

in diesen Wochen

von seiner schönsten

Seite: mit dem

Kontrast aus bunten

Wäldern und weißem

Gletscher und mit

grandioser Fernsicht.

Naturliebhaber kommen im herbstlichen

Tux-Finkenberg voll auf ihre

Kosten – nicht umsonst spricht man

vom „goldenen Herbst“. Die Luft ist klar, die

bunten Blätter färben die Landschaft, Laub

raschelt unter den Wanderschuhen und die

Sonne taucht die Bergwelt der Tuxer und Zillertaler

Alpen in goldenes Licht. Für Wanderbegeisterte

und Gipfelstürmer gibt es an diesen

schönen Tagen kein Halten mehr und bei 350

Kilometer gepflegten Wanderwegen findet jeder

die passende Tour. Egal, ob man eine einfache

Wanderung zu einer gemütlichen Schutzhütte

unternimmt oder noch einmal zu einer hochalpinen

Gipfeltour aufbricht.

Tux-Finkenberg bietet sich daher auch in den

Herbstferien als ideales Erholungsziel an – und

Foto: TVB Tux-Finkenberg

92 SPORTaktiv


TVB TUX-FINKENBERG

T. +43 (0)52 87/85 06

M. info@tux.at

www.tux.at

es verspricht Action, Spaß und Abenteuer

für Groß und Klein. Die Almspielerei

auf der Eggalm, Pepis Kinderland am

Penkenjoch und Luis Kugelsafari mit

ihren Attraktionen sorgen für reichlich

Abwechslung speziell für die jungen

Gäste. Die TUX-Welten – dazu gehören

verschiedene Themenwege und -welten

wie die Schluchtwelt, Natur-, Tier- und

Pflanzenwelt – geben spielerisch Einblicke

in die Natur und garantieren ebenfalls

Spaß, Action und ganz viel Erlebnis

für alle. Sollte aber einmal das Wetter

nicht mitspielen, bietet die Indoor-Playarena

in Tux-Vorderlanersbach auf 1000

Quadratmetern alles, was junge Urlauberherzen

höherschlagen lässt.

Gletscherpow(d)er in Hintertux

Wenn der Lauf der Jahreszeiten voranschreitet,

steigt auch schon die

Vorfreude aufs Skifahren. Im Tuxertal

muss man sich nicht in Geduld üben

– dank Österreichs einzigem Ganzjahresskigebiet

am Hintertuxer Gletscher.

Moderne Lifte und Bahnen garantieren

minimale Fahr- und Wartezeiten bei

maximalem Schneespaß und führen

bis auf 3250 m Höhe hinauf. Dort

befindet sich auch der Gletscherflohpark,

Europas wohl höchstgelegener

Spielplatz.

Im Skigebiet am Hintertuxer Gletscher

erwarten die Wintersportler also

schon im Herbst bis zu 60 Kilometer

bestens präparierte Pulverschneepisten,

ebenso wie der fantastisch geshapte

„Betterpark Hintertux“. Garniert wird

das Gletscherski-Erlebnis mit der

Aussicht auf die umliegenden Dreitausender

und die markanten Gipfel wie

den Olperer. Apropos Aussicht: Die ist

auch für den Winter in Tux-Finkenberg

hervorragend – denn dann warten nicht

weniger als 202 Kilometer Pisten in fünf

Skigebieten auf die Wintersportler.

EVENT-HIGHLIGHTS

3.–6. Okt.: Hotzone.tv Park Opening

am Hintertuxer Gletscher

12./13. Okt.: Pow(d)er Week end am

Hintertuxer Gletscher

28. Nov.: Benefizkonzert mit Marc

Pircher in Finkenberg

30. Nov.: „Advent‘ln tuats“ am

Dorfplatz im Finkenberg

1. Dez.: Tuxer Advent mit

Nikolauseinzug und Krampuslauf

in Tux-Lanersbach

5. Dez.: Die Krampusse ziehen durch

das Tuxertal

12. Dez.: Bergadvent im Tuxertal

SPORTaktiv

93


GRENZENLOSER

SKISPASS IM

STUBAITAL

Blauer Himmel, imposante

Gletscher, weiße Bergspitzen,

so weit das Auge reicht. Vor

einem der frisch präparierte

Hang. Dann die erste Spur, ein

überwältigendes Erlebnis!

Im Tiroler Stubaital erleben

Winterliebhaber gleich viele

solcher Momente.

Hier warten vier Skigebiete

und unzählige Pistenkilometer.

Grenzenloser Skispaß am

Stubaier Gletscher, familiäre

Atmosphäre im Skizentrum

Schlick 2000, das anfängerfreundliche

Skigebiet Serlesbahnen

und die fordernden

Hänge der Elferbahnen.

Mit dem neuen SKI plus CITY

Pass Stubai Innsbruck gibt

es ab Oktober einen tollen

Mehrwert – mehr dazu auf:

ski-plus-city.com.

www.stubai.at

Foto: TVB Stubai Tirol

94 SPORTaktiv


SPORTaktiv

95


Es ist ein Tag wie im Bilderbuch.

Strahlend blauer Himmel, 30

Grad und zugegebenermaßen

schwitze ich im Moment nicht

nur wegen der Temperaturen. Denn für

mich geht es heute hoch hinaus – und

zwar bei einem Tandemflug. Genauer

gesagt: zum Hike and Fly. Und wie der

Name schon verrät, geht es hier ums

Wandern und Fliegen. Wobei mich der

erste Teil mit dem Bergaufgehen diesmal

weniger beunruhigt als das Abheben.

Frühmorgens machen wir uns auf den

Weg nach Werfenweng zu unserem

Flugberg, dem Bischling. Durch seine

begünstigte Lage ist er für Paragleiter

und Drachenflieger ein wahres Flieger-Eldorado

und zählt zu den beliebtesten

Flugbergen im Salzburger Land. Auf

circa 1840 Höhenmetern weht uns der

warme, wilde Föhn um die Ohren und

wir genießen die spektakuläre Aussicht.

Vom Gosaukamm im Osten über den

Großglockner im Süden bis zum Hochkönigmassiv

im Westen hast du hier

oben einen atemberaubenden Ausblick.

Grande! Doch vom idyllischen Weitblick

wechsle ich in null Komma nix in

den Beobachtermodus und versuche die

anderen Paragleiter beim Start zu analysieren:

„Wie um Himmels Willen soll

mich dieser Schirm durch die Lüfte tragen?“

Bevor sich mein Gedankenkarussell

aber weiterspinnt, begrüßt mich ein

sympathisches Hallo von der Seite – da

ist er also, der Mann, dem ich gleich

mein Leben anvertrauen werde: Gerhard,

mein Tandempilot. Was das Fliegen

für ihn bedeutet? Pure Freiheit! Mit

dem Paragleiten, verrät er mir, beamt er

sich jedes Mal in eine andere Welt.

Während ich versuche, die Rolle der

toughen Journalistin aufrechtzuerhalten

und mich abflugbereit mache, Helm

und weiteres Rüstzeug anlege, legt Gerhard

den Schirm auf, schaut, dass alle

Leinen frei liegen und nicht verknotet

sind, und checkt noch einmal die Ausrüstung,

bevor er mir hilft das Gurtzeug

anzuschnallen. Danach verschließt er

alle Karabiner und kontrolliert, ob auch

alles fest sitzt.

Fotos: Ale Faedda, Nicole Thüringer

96 SPORTaktiv


BEAM

ME UP,

GERHARD

EINMAL IM LEBEN DIE WELT AUS DER VOGELPERSPEKTIVE

BETRACHTEN UND DIE FREIHEIT DES FLIEGENS SPÜREN:

BEIM „HIKE AND FLY EVENT“ VON SALEWA UND IM

RAHMEN DER „RED BULL X-ALPS“ DURFTE ICH EINEN

PERSPEKTIVENWECHSEL EINNEHMEN UND PER

GLEITSCHIRM MIT SKYWALK ABHEBEN.

VON NICOLE THÜRINGER

Bitte anschnallen. Pilot Gerhard checkt

den Sitz aller Gurte, bevor wir uns in die

Lüfte erheben.

Puh, schön langsam wird es ernst und

ich werde an den Tandempiloten und

den Schirm geschnallt. Boarding completed!

Als ich einen letzten Blick den

Hügel hinunter riskiere, wird mir irgendwie

heiß und kalt. „Ready?“, fragt

Gerhard und wirft mir einen entschlossenen

Blick zu, als wir uns für den Abflug

bereit machen. Ich nicke entschieden

und versuche mich auf seine Instruktionen

zu konzentrieren. „Wir laufen

jetzt langsam los, okay?“, wieder nicke

ich und laufe erste Schritte den Hügel

hinunter, während uns ein anderer

Gleitschirmpilot wegen des starken

Föhns hilft, den Schirm ohne Probleme

in die Lüfte zu bekommen und uns

SPORTaktiv

97


Starthilfe leistet. In diesem Moment schlägt mir das Herz

bis zum Hals, die Hände sind schwitzig und auf einmal

spüre ich den Rückzug des Schirmes, bevor plötzlich alles

ganz leicht wird, wir den Boden unter den Füßen verlieren

und abheben. Es ruckelt, Gerhard lenkt mit den

Steuerleinen, erst rechts, dann links, bis wir auf dem richtigen

Kurs sind. Zeit, in die Sitzendposition zu kommen

und ein perfekter Zeitpunkt um einmal ganz tief durchzuatmen.

Und so lasse ich mich tief in das Gurtzeug sinken

und fliege quasi First Class fußfrei. Lautlos schweben

wir vom Gipfel talwärts, spüren den Aufwind und gleiten

dahin. Ich glaube, so müssen sich Adler fühlen – so

schwerelos leicht und majestätisch und für einen Moment

vergesse ich die Welt um mich herum und fühle

mich so lebendig und frei wie noch nie! Euphorisch lasse

ich einen lauten „Juchitzer“ los und wie im Wolfsrudel

heult Gerhard mir nach. Wir fangen an zu lachen. Das ist

es also: das Gefühl grenzenloser Freiheit!

„Magst du die Steuerung übernehmen?“, und schwups

habe ich die beiden Steuerleinen in der Hand und guide

uns durch die Lüfte. „Linkskurve“, rufe ich entschlossen

und verlagere mein gesamtes Gewicht zur linken Seite.

Was für ein Gefühl, die Kontrolle über den Gleitschirm

zu haben. Hier bekommst du die Fliehkraft so richtig zu

CARBON

TRAILSTICKS

Die neuen Faltstöcke mit dem cleveren

Faltsystem überzeugen durch minimales

Gewicht und kleinstes Packmaß, bei

zugleich höchster Stabilität.

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das gibt‘s nur von Komperdell!

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ab

36 cm

Packmaß


IN DIESEM MOMENT

SCHLÄGT MIR DAS

HERZ BIS ZUM HALS,

DIE HÄNDE SIND

SCHWITZIG UND AUF

EINMAL SPÜRE ICH

DEN RÜCKZUG DES

SCHIRMES.

spüren. Es kribbelt im Bauch, mir hebt es den Magen,

ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken und für

eine Sekunde schließe ich die Augen vor lauter Schwindel.

Am besten lässt es sich mit einer Achterbahnfahrt

vergleichen, bei der es mal auf und ab geht und die mir

ein mulmiges Gefühl in der Magengegend bereitet, mich

aber gleichzeitig vor Glück überschäumen lässt. Kennst

du dieses Gefühl, dass dir eine höllische Angst einjagt,

du aber gleichzeitig mehr davon möchtest? Genauso

fühlt es sich an. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Kontrolle

übergebe ich relativ schnell wieder einem echten Flugexperten,

der sich übrigens prächtig über meine Flugkünste

amüsiert.

Nach ungefähr 20 Minuten ist der Landeplatz in Sicht

und wir starten mit unserem Sinkflug, der viel unkomplizierter

läuft als gedacht. Smooth! Als wir den Boden

unter den Füßen wieder spüren, laufen wir noch ein paar

Meter, bevor der Gleitschirm hinter uns zu Boden sinkt.

Huch, alles dreht sich! Aber ganz ehrlich? Das war es

wert. Das Glücksgefühl überwiegt. Mission completed

und Learning fürs Leben: Auch bodenständige Menschen

dürfen ruhig einmal abheben!

WIR SEHEN

UNS DRAUSSEN

Die Natur wartet auf dich

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MERINO-BUFF

Die Produkte von BUFF ®-

aus Merinowolle sind vom

Frühherbst bis in den tiefen

Winter hinein ideale Begleiter

im Bergsport, egal, ob Merino-

Mütze oder Schlauchtuch. Die

Naturfaser aus kontrollierten,

mulesing-freien Farmen ist

auch besonders nachhaltig.

www.buff.com

OUT

DOOR

NEWS

„WOLLIG“ WARM

AN KALTEN TAGEN

ALLESKÖNNER

WOOLPOWER-Produkte

werden vom Garn weg in

Östersund in Schweden

hergestellt. Wie das Full-Zip-

Jacket 400 aus 70 Prozent

Merinowolle, das als mittlere

Schicht wohligwarm hält

und außen getragen lässig

ausschaut.

www.woolpower.de

Der HANWAG Ferrata II bringt Gehkomfort

und Kletter-Performance auf den

gemeinsamen Nenner. Der

leichte, flexible und bedingt

steigeisenfeste Schuh passt für

alpine Felsklettereien genauso

wie für Klettersteige.

www.hanwag.de

FÜR SIE UND IHN

Die ZIENER-Softshell-

Hybrid-Jacke Nalik (für

Männer) bzw. Neta (für

Frauen) spendet dank der

wattierten Vorderseite

Wärme, Windshield-

Material schützt vor

dem Wind. Eingesetzte

Stretchpartien sorgen

für Beweglichkeit.

www.ziener.com

STARKER HALT AUF

SCHNEE UND EIS

Die leichten STUBAI-Mount-Track-Steigeisen eignen

sich für anspruchsvolle Wanderer und Bergsteiger und

sind im verschneiten und vereisten Gelände (nicht im

Hochgebirge) zu verwenden. Bei Bedarf einfach über die

Schuhe ziehen.

www.stubai.sports.com

Fotos: Hersteller

100 SPORTaktiv


HERRLICH HERBSTLICH,

WUNDERBAR VIELFÄLTIG

Das Farbenspiel der Bergnatur spiegelt jetzt das bunte

Angebot für Bergfexe, Naturliebhaber und Genießer

wider. Das Zillertal zeigt sich im Herbst besonders abwechslungsreich.

Am Berg und im Tal tun sich tausend

und eine Möglichkeit für eine Auszeit vom Alltag auf.

Fotos: Zillertal Tourismus GmbH.

Beinahe verschwenderisch geht die Natur

im Herbst mit ihrer Schönheit um. Die

Wälder färben sich in Orange, Rot und alle

Schattierungen dazwischen, darüber spannt

sich ein tiefblauer Himmel. Nie ist die Luft

klarer und die Fernsicht spektakulärer. Im

Zillertal zelebriert man diese besonderen

Wochen mit unvergesslichen Gipfelsiegen,

lebendiger Volkskultur, kulinarischen

Köstlichkeiten und ganz viel Zeit für die

schönen Dinge des Lebens.

Der Zillertaler Bergherbst ist wie gemacht

für sportliche Höhenflüge und ausgedehnte

Streifzüge über die heimischen Almwiesen.

Der riesige Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler

Alpen ist ein Garten Eden für seltene

Tier- und Pflanzenarten, hier kommt man

der Natur ganz nah. Wer möchte, kann von

Hütte zu Hütte wandern, auf den Almen

köstliche Gaumenfreuden genießen oder

gemeinsam mit einem Naturparkführer die

Geheimnisse der Alpennatur erkunden.

Der Herbst vereint dazu den gesamten

Facettenreichtum der Region: Auch bei

spätsommerlichen Temperaturen am Talboden

bietet sich am Hintertuxer Gletscher

bereits feinster Skigenuss. Ob man nach

dem vormittäglichen Gletscherspaß noch in

die Pedale treten will oder lieber den Golfschläger

schwingen möchte, bleibt jedem

selbst überlassen. Auch zahlreiche Möglichkeiten

zum Klettern sind vorhanden, wenn

der Zillertaler Bergherbst für die ideale

Temperatur des Gesteins sorgt.

So bunt wie die herbstliche Natur präsentiert

sich das Zillertal auch in Sachen

Kultur und Kulinarik. Jetzt ist Erntezeit

und auf den Bauernhöfen und Almen ist

viel zu tun: So wird Obst zu feinen Marmeladen

verkocht, würzige Almkräuter werden

getrocknet oder der berühmten Zillertaler

Schnaps gebrannt. Auch dazu bietet sich

also der Herbst an: diese ganz frischen kulinarischen

Besonderheiten zu verkosten.

Kontakt:

Zillertal Tourismus

GmbH

T. +43 52 88/87 187

E-Mail: holiday@

zillertal.at

www.zillertal.at

SPORTaktiv

101


DIE BERGE SIND

DEIN BÜRO

Werde Skilehrer oder Snowboardlehrer.

Die Snowsports Academy

bietet im November wieder Ausbildungen

am Kitzsteinhorn (S) an.

Mach die Ausbildung zum Ski- und

Snowboardlehrer in der wunderschönen

Region Zell am See/Kaprun.

Dabei hast du die Möglichkeit, mit

vielen Gleichgesinnten dein Hobby

zum Beruf zu machen – oder auch nur

deine eigene Fahrtechnik zu verbessern

und neue Erfahrungen zu sammeln.

Ein unvergessliches Erlebnis wartet

auf dich. Die nächsten Ausbildungen

finden im November am Kitzsteinhorn

statt.

HERBSTAUSBILDUNG

AM KITZSTEINHORN

Snowboardlehrer, alle Kursteile:

6.–17. November 2019

Skilehrer, alle Kursteile:

17.–28. November 2019

ALLE INFOS/ANMELDUNG:

T. +43 650/500 55 22

office@snowsports.at

www.snowsports.at

ANZEIGE/Foto: Snowsports Academy


Foto: Ranggetiner

OUTSIDE

IM

FREIRAUM

HERBERT

RANGGETINER

... ist Profikletterer

und einer der

besten Extremkletterer

Europas –

und ein „Querdenker“

der Outdoorsportszene.

In seiner

„Outside“­ Kolumne

lässt er die SPORTaktiv-Leser

an seinen

Gedanken teilhaben.

Annadrahdeantumundprotzenta, ja genau so sehen

Dinge aus, wenn man auf Freiraum pfeift!

Ohne Dialekt und mit dem nötigen Abstand

soll Anna nur die Ente umdrehen und sie auch auf

der anderen Seite braten. Wer kennt nicht „du Schatz,

ich brauch einfach meinen Freiraum“. Sich eben solchen

zu schaffen ist ein wichtiger Schritt in puncto

Selbstfindung und Problembewältigung. Dass ich als

Sportler auf hirnrissige Fragen von Journalisten oder

Besuchern meiner Vorträge einfach nicht antwortete,

das war mein Freiraum. Ich grinste oder konterte

mit einer lässigen Gegenfrage. Ja, eventuell ist es unhöflich,

wenn man einer Dame nicht antwortet, die

gerade noch mit gefühlt zehntausend fanatischen Fans

im Publikum saß und deinen Nervenzerfetzerfilm

ansah. Ich, seilfrei in einem Überhang turnend, gefühlte

fünftausend Meter über dem Abgrund in einer

Felswand, welche die Struktur einer Raufasertapete

aufweist. Spiderman würde High five geben und um

ein Autogramm bitten.

Real, vor 250 Menschen, leise Zweifel, war der

Vortrag doch nicht so grenzgenial? Bilder-Gedankengänge

– die Frage der Dame manifestiert sich und ….

(Die restlichen Besucher sind im Adrenalinrausch,

oder schlafen). Entschuldigen Sie, werden die Einnahmen

der Veranstaltung auch versteuert? Grinsen

– Freiraum – basta! Meine Mutter sagt immer, „der

Gescheitere gibt nach und der Dumme fällt in den

Bach‘‘. Der Haken an der Gschicht: Gibt der Gescheite

zu oft nach, glaubt der Dumme irgendwann

im Recht zu sein. Oft schärft erst der Abstand zu Dingen

die Sichtweise! Nehmt euch euren Freiraum, wenn

es an der Zeit ist. Nur, bevor der Hut brennt und

bevor die Sicherungen um die Ohren fliegen! Leben

heißt lernen. Mit einem VW Käfer ständig 120 heizen

obwohl nach 100 am Tacho nix mehr steht – für

diese Rechnung brauch ich keinen Doktortitel. Aus

Freiraum wird dann schnell Warteraum, dort wartet

Schwester Hildegard mit der weißen langärmligen

Jacke. Wer keine Fehler macht, der macht wahrscheinlich

auch sonst nicht viel! Wir sind nicht da um perfekt

zu sein. Wir sind einfach da um da zu sein!

BERGSCHUTZ*

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die passende

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GARANTA Versicherungs-AG Österreich


ES IST NICHT MEHR SOMMER. UND

NOCH NICHT WINTER. SELBST IN

HOCHALPINEN LAGEN. PRACHT-

WETTER LOCKT. MIT GUTEM RISIKO-

MANAGEMENT UND ZUSÄTZLICHER

AUSRÜSTUNG IST DIE CHANCE AUF

COOLE TOUREN GROSS.

VON OLIVER PICHLER

Die Verlockung im Oktober und

November ist groß. Prachtwetter

lädt zu Wanderungen wie auf unserem

Bild auf den Dobratsch bei

Villach, aber auch zu Hochtouren, Klettersteig-

und Klettertouren ein. Und doch lauern,

selbst bei stabilem Wetter, zusätzliche

Risiken, auf die man sich auch bei einfachen

Touren bewusst einstellen muss. Kurze

Tage, Kälte und durch Bodenfrost rutschige

Passagen sind drei davon. „Auch bei Wanderungen

gehören warmes, isolierendes Gewand,

Handschuhe und Haube, Wechselwäsche

sowie Wind- und Wetterschutz in

jeden Rucksack“, betont Bergführer Sepp

Egarter von der Alpinschule 4 Jahreszeiten

in Villach. „Geht es über die 2000-Meter-Marke

hinaus, ist durch Reifbildung mit

oberflächlichen Gefrierschichten zu rechnen.

Insbesondere auf Erd- und Wiesenflächen

erhöht sich dadurch das Risiko auszurutschen

deutlich“, mahnt der Bergprofi

und rät Grödel mitzunehmen. Weitere Gefahren:

Durch die Kälte kann es auf nassem

Fels zu Eisbildung kommen. Nasse Klettersteigseile

können auch vereisen bzw. durch

Reif rutschiger sein. Bei Hochtouren ist es

gut möglich, dass die Verhältnisse bereits

winterlich sind. Und herbstliche Wetterstürze

können bereits große Schneemengen

bringen. „Wir raten dringend dazu, die

Wettervorhersagen ernst zu nehmen und im

Zweifelsfall höhere, exponierte Lagen zu

meiden“, betont Karl Gabl, Meteorologe

und Präsident des Österreichischen Kuratoriums

für alpine Sicherheit.

Fotos: Region Villach, Hersteller

104 SPORTaktiv


WENN ES

HERBST WIRD

AM BERG

CHECKLISTE

HERBSTTOUREN

BASICS

• Isolierende, warme Bekleidung

• Wechselwäsche, auch Socken

• Handschuhe & Haube

• Wind- & Wetterschutz

• Grödel/Spikes

• Bergstöcke

• Stirnlampe

• Erste-Hilfe-Set inkl. Aludecke und Biwaksack

• Smartphone, Powerbank als Zusatzakku und/

oder zweites Mobiltelefon

• App bzw. GPS-Gerät – um im Notfall seinen

Standort Rettungskräften mitteilen zu können

• Warme Getränke

SPEZIELLES

• Full-Finger-Handschuhe (Klettersteig)

• Stirnband bzw. dünne Haube – unter den

Kletterhelm passend

• Steigeisen, Pickel und je nach Tour weitere

(Winter-)Ausrüstung (Hochtouren)

SPORTaktiv

105


Routenwahl & Tourenplanung

„Bei der Routenwahl sind im Herbst südlich

ausgerichtete Touren zu bevorzugen. Doch

auch dort gilt, sobald die Sonne untergegangen

ist, wird es schnell empfindlich kalt“,

weiß Sepp Egarter. „Für Touren mit unseren

Kunden wählen wir im Herbst sonnige Routen

insbesondere in den Julischen Alpen, etwa

von den Montasio-Almen auf den 2754 m

hohen Montasio, auch kombiniert mit dem

Klettersteig Via Leva“, erklärt der Alpinschulenchef.

Neben dem Ziel, möglichst viel Zeit

in sonnigen Lagen unterwegs zu sein, sind bei

der Tourenplanung zu bedenken, dass es später

im Herbst kaum mehr geöffnete Hütten

gibt und die Tage deutlich kürzer sind. Stirnlampen

gehören deshalb zur Standardausrüstung.

„Ich würde im Herbst empfehlen,

hauptsächlich Touren zu wählen, die zumindest

eine Person der Gruppe bereits kennt.

Das hilft, Fehleinschätzungen zu vermeiden

und sich, trotz möglicher Herbstnebel, zurechtzufinden“,

so ein weiterer Ratschlag des

Kärntners. „Im Herbst ist es besonders wichtig,

sich nicht zu überschätzen und eher defensiv

eine kürzere statt einer längeren Tour

zu machen, um rechtzeitig wieder retour zu

sein“, rät Alpin-Sicherheitsexperte Karl Gabl.

ISOLATIONSKLEIDUNG

Insbesondere dünne, leichte Isolationsjacken gehören

im Herbst in jeden Rucksack.

• Carinthia G-Loft TLG Jacket – leichte, warme und sehr

funktionelle Isolationsjacke: € 189,90 | www.carinthia.eu

• Helly Hansen Lifaloft Hooded Stretch Insulator Jacket

– leicht, elastisch, mit Fleece-Einsätzen ausgeführte

Kapuzenjacke: € 250,– | www.hellyhansen.com

• Löffler Isolations-Shorts bzw. Röcke aus Primaloft – leicht

und superwarm, zum schnellen Drüberziehen: ab € 99,– |

www.loeffler.at

HERBST-

AUSRÜSTUNGS-

TIPPS

Zwischen heiß, beinahe sommerlich in

der Sonne und eiskalt im Schatten

liegen im Herbst oft nur wenige

Schritte. Bekleidungsmäßig eine

Herausforderung.

• BlackYak Tulim Vest &

Convertible Jacket – die Weste

mit im Hüftbund versteckter

Jacke: € 249,99 |

www.blackyak.com

• Hyphen Stüdlgrat – warme,

innovative, winddichte Weste

mit Schulterschutz: € 189,95 |

www.hyphen-sports.com

STIRNLAMPEN

Der kurzen Tage wegen sind Stirnlampen wichtig.

Kleine, deutlich weniger lichtstarke Modelle, als

man sie im Winter für Abfahrten braucht, genügen.

• Petzl Actik Core – leichte (75 Gramm),

leistungsstarke (450 Lumen), universell einsetzbare

Akku-Stirnlampe: € 59,95 | www.petzl.com

• Led Lenser MH 10 – solide, im Langzeittest sehr

bewährte und leistungsstarke (600 Lumen) Akku-

Stirnlampe: € 89,90 | www.ledlenser.com

• Luma Boost Stirnlampen-Innovation –

superpraktisch & superleicht ist die Stirnlampe Teil

des Stirnbands bzw. der Mütze: 129,-- |

www.luma-enlite.com

HANDSCHUHE

Kälte und/oder Schutz – im Herbst müssen Handschuhe mehr Funktionen erfüllen.

Für Klettersteige sind auf jeden Fall Fullfinger-Modelle ratsam.

• Kinetixx Friis – gemacht für Biathleten ist der Friis ein perfekter leichter Handschuh, ideal

wenn man mit Bergstöcken unterwegs ist: € 79,99 | www.kinetixx.de

• Skylotec Gloves Half Leather – an kalten Tagen am Klettersteig der ideale, robuste,

schützende, warme Handschuh aus Ziegenleder und Nylon: € 56,23 | www.skylotec.com

106 SPORTaktiv


GRÖDEL/SPIKES

Eisige Passagen und frische Schneefelder

erfordern zusätzliche Sicherheitsausrüstung.

Grödel bzw. Spikes sollten

zur Standardausrüstung gehören.

• Snowline Spikes Chainsen Pro bzw.

Light – über Wander- und Bergschuhe

einfach überziehbare Spikes: € 49,90 |

www.kochalpin.at

• Stubai Mount Track bzw. Ice Track –

robuste Spikes, flexibel auf jeden Schuh

passend: ab € 34,95 |

www.stubai-sports.com

STEIGEISEN

& PICKEL

Wer im Herbst Hochtouren macht, muss

wissen, dass „oben“ bereits winterliche Verhältnisse

herrschen können. Dann sind Pickel

und Steigeisen sowie weitere Winter-Hochtourenausrüstung

unerlässlich.

• Petzl Irvis Hybrid Steigeisen – leicht & robust:

€ 140,-- | www.petzl.com

• Stubai Trekking Classic Steigeisen – robust, aus

Stahl: € 105,80 | www.stubai-sports.com

• Petzl Summit Evo Eispickel – Allroundpickel

für klassisches Bergsteigen: € 140,-- |

www.petzl.com

• Stubai Level Eispickel – leichter, robuster Pickel:

€ 95,90 | www.stubai-sports.com

STIRNBÄNDER USW.

Windig und kalt – der Herbst erfordert das

Mitnehmen dünner Kopfbedeckungen, etwa

• Buff Tech Fleece Headband – Stirnband als total

winddichter Sturmschutz: € 15,95 |

www.epmsports.at

• Löffler Mono Mütze TVL – leichte,

wärmeisolierende Haube mit Transtex-Futter:

€ 19,99 | www.loeffler.at

Die neue GPS Multisport Watch mit Höhenmessung und

Komoot-Navigation. Die integrierte Geocaching Funktion

macht die Welt um dich herum zum Abenteuer.

www.sigmasport.com

SPORTaktiv

107


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

HOLZKEGEL FÜR DIE ACHILLES-SEHNE

Holz, genauer Kernesche, in Form eines speziell gedrechselten

Kegels, soll helfen, die Achillessehne fit zu halten. Fit heißt, die

dickste und stärkste Sehne des Körpers soll wieder geschmeidig

und gestärkt gleichmaßen werden. Ein gerade einmal 11,5

Zentimeter langer und 5,5 cm breiter Holzkegel soll dafür sorgen?

Das „Ding“, das auf den ersten Blick aussieht, wie eine

chice Eieruhr, heißt Wildfüssler „Flex“ und kostet

€ 39,–. Spätestens wenn man die Anwendungsanleitung liest

und erfährt, dass Mitentwickler des Holzkegels Reinhard

Schmidt vom Sportambulatorium Wien ist, wird man neugierig.

Jetzt geht es ums Anwenden – konsequente drei Minuten je

Bein und Tag lautet der Rat von Mediziner Schmidt. So langsam

wie möglich rollt man von unten nach oben, vom Fersenbeinansatz

bis zur unteren Hälfte des Unterschenkels. Retour

soll man etwas schneller rollen, so der Sportmediziner. Dadurch

wird das Abfließen der Lymphe gefördert. Nach vier

Testwochen inklusive zahlreicher langer Läufe und mehrerer

harter Berg-/Klettersteigtouren fühlen sich die Achillessehnen

beider Beine fit und gar nicht überbelastet an.

EINEN KEGEL FÜR DIE SEHNE,

FELLE FÜR DEN FUSS UND EINE

LEICHTE WINDJACKE HABEN

WIR DIESMAL UNTER DIE LUPE

GENOMMEN

VON OLIVER PICHLER

Fotos: Oliver Pichler

108

SPORTaktiv


FAUSTGROSS, DICHT UND ROBUST

HÜTTENSCHLAPFEN 2.0

Wenn ein Hersteller von Skisteigfellen (Contour aus Tirol)

und ein Öko-Sandalen- & Schuhhersteller (Doghammer

aus Bayern) sich gemeinsam um die Zweitverwertung

von Verschnittresten aus der Skisteigfellproduktion kümmern,

heißt das Ergebnis „Hüttenschua“. Konkret werden

aus den Fellresten Riemen und Schaft schicker

Must-Haves fürs Hüttenübernachten, die natürlich auch

als Hausschuhe durchgehen, gemacht. Die Contour/Doghammer-Hüttenschua

ab € 42,90 in mehreren stylishen

Farben gibt es in zwei Varianten: „Offen“, also mit Riemen

und Filzfußbett. Oder „zua“ und superwarm mit echter

Schafwolle als Innenfutter. Beide Modelle verfügen

über eine rutschfeste Kork-Gummisohle, der auch nasse

Böden nichts anhaben. Das Testmodell „zua“ ist weich

und tatsächlich sehr warm. Es ist eher klein und etwas

eng geschnitten. Ein knapper 42er-Fuß passt mit dünnen

Socken in den 43er-Hüttenschua gerade hinein. Dass

sich der Riemen etwas steif und eng anfühlt, soll sich

laut Doghammer nach mehrmaliger Benützung geben.

160 Gramm, dünn, winddicht und angenehm zu tragen.

Zusätzlich wird Robustheit versprochen (120.000 Scheuerzyklen).

Die Rede ist von einem Teil, das im Herbst,

selbst wenn die Sonne sich nochmals mächtig ins Zeug

legt, auf keiner Wanderung fehlen darf. MERINO PRO-

TECT WINDBREAKER nennt ORTOVOX diese Kapuzenjacke

um € 190,–, die sich in ihrer eigenen Brusttasche

faustgroß verpacken lässt. Im Test zeigt sich dreierlei:

1. Die Jacke ist sehr viel angenehmer auf bloßer Haut

(überhaupt nicht „anklebend“) als viele andere dünne

Windbreaker. Und man fühlt sich auch sehr wohl, wenn

man unter ihr einen Midlayer trägt. 2. Sie ist absolut

winddicht, auch im alpinen Sturm am Grat.

3. Sie hält, wenn es kalt ist, die Körperwärme innen,

ohne dabei schweißtreibend zu sein. Die Erklärung:

Ortovox hat für „Merino Protect“ einen Materialmix

entwickelt, der zu 55 Prozent aus Merino besteht und

trotzdem superwinddicht und wasserabweisend ist. Die

erstaunliche Robustheit der dünnen Jacke macht es

möglich, sie auch dann einzusetzen, wenn man einen

schweren Rucksack zu tragen hat.

SPORTaktiv

109


DER NEUE ÖFB CORNER!

Jetzt

am

Kiosk!

Foto: ©Jorge Antonio / iStockphoto

DER ÖFB CORNER IM ABO!

4 Ausgaben um nur € 10

Bestellung unter: www.magazin-abo.com


Ab dem 21. Oktober greift

Dominic Thiem nach dem

Titel bei den Erste Bank

Open in Wien.

PRO

SKI-WELTCUP IN SÖLDEN

Ende Oktober geht es wieder los.

Die Saison eins nach dem Rücktritt

von Marcel Hirscher beginnt für die

Skifahrer traditionell in Sölden.

www.soelden.com

EURO-QUALIFIKATION

Im Oktober und November entscheidet

sich in den letzten vier

Spielen, ob es das ÖFB-Team zur

EURO 2020 schafft.

www.oefb.at

AUFTAKT DER SKISPRINGER

Mit dem Weltcup in Wisla (Polen)

beginnt am 23. November für Stefan

Kraft, Michael Hayböck & Co.

die Saison der Skispringer.

www.fis-ski.com

Fotos: Getty Images (4)

SPORTaktiv

111


IN ÄTHIOPIEN IM GEFÄNGNIS, IN

TRAISKIRCHEN IM FLÜCHTLINGS-

LAGER, HEUTE ÖSTERREICHS

GRÖSSTE MARATHON-HOFFNUNG

BEI WM UND OLYMPIA. DIES IST

DIE BEWEGENDE GESCHICHTE VON

LEMAWORK KETEMA. SIE ZEIGT:

WER NICHT AN SEINE TRÄUME

GLAUBT, IST SELBER SCHULD!

VON MARKUS GEISLER

LIMIT

ES GIBT KEIN

Foto: Getty Images

112 SPORTaktiv


Grund zur Freude:

In diesem

Jahr lief Ketema

österreichischen

Rekord

und knackte das

Olympialimit.

as jemand als hart empfindet, ist

immer eine Frage der individuellen

Perspektive. Lemawork Ketema

zum Beispiel läuft jede Woche etwa 240 Kilometer

– und würde nie auf die Idee kommen,

mit der Belastung zu hadern. „Ein Leben ohne

Laufen ist langweilig, sinnlos, für mich unvorstellbar“,

sagt er. Es muss ihm schon richtig

dreckig gehen, damit er seine Laufschuhe im

Kasten stehen lässt, motiviert werden muss er

nie. Eine Einstellung, die in ihm drinzustecken

scheint und die es ihn schaffen ließ, dass

er heuer bei der WM in Doha und nächstes

Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio an

den Start gehen kann. Die aber auch vielleicht

darin begründet liegt, dass er schon mit den

wirklichen Härten im Leben konfrontiert wurde.

Mit Existenzfragen. Mit der Entscheidung,

eine Familie zurückzulassen und sein Glück

auf einem anderen Kontinent zu suchen.

Ein begnadeter Läufer war Lemawork immer

schon. Ganz wie es dem Klischee ent-

SPORTaktiv

113


spricht, hat er als Kind den Weg in die

acht Kilometer entfernte Schule als Trainingsstrecke

benutzt. Morgens hin, am

Nachmittag zurück zur elterlichen

Landwirtschaft, wo es Tiere gab und wo

Kaffee und Getreide angebaut wurden.

„Ich bin aber immer nur zum Spaß gelaufen,

ich hatte nie im Kopf, dass das

irgendwann zu meinem Beruf werden

könnte“, erzählt er. Was auch daran lag,

dass es in seinem Umfeld viele Läufer

gab, die hierzulande als herausragend

gelten würden, in Äthiopien aber eher

die Norm als die Ausnahme sind. „Ich

kann mich an Crossläufe erinnern“, sagt

er, „bei denen am Ende 20 Teilnehmer

innerhalb von einer Sekunde lagen. Niemand

kann sich vorstellen, wie groß die

Leistungsdichte dort ist.“

Und trotzdem stach Ketema aus der

Masse heraus, nahm an Wettkämpfen teil

und wurde zu internationalen Bewerben

geschickt. Nach China, nach Italien, er

war auch schon in Amsterdam oder Rotterdam.

Das ist deswegen wichtig, weil er

bei diesen Reisen bereits die Möglichkeit

gehabt hätte, aus seiner Heimat zu fliehen

und woanders ein neues Leben anzufangen.

Doch er kehrte immer wieder in sein

Dorf in der Nähe von Huruta zurück. Zu

seinen Eltern, seinen acht Geschwistern,

seinen Freunden, seiner Laufgruppe. Obwohl

die Lage dort für ihn immer ungemütlicher

wurde.

Lemawork Ketema ist nicht vor Krieg

geflüchtet. Auch nicht vor Hunger.

Wenn man ihn fragt, was letztlich den

Ausschlag gab, sagt er: „die Regierung.“

Man habe ihn gedrängt, Interna von

Laufkollegen weiterzugeben, Lügen zu

verbreiten. Wenn Lemawork davon erzählt,

riecht es nach Stasi-Methoden.

Einmal hätte er sogar jemanden schlagen

sollen. Wollte er aber nicht. „Ich bin

Christ, ich kann solche Dinge nicht tun.

Deswegen habe ich Probleme bekommen.

Da haben sie mich ins Gefängnis

gesteckt.“ Eine kleine Strafe, sagt er, sei

das gewesen. Weil der Druck aber nicht

nachließ, die Forderungen heftiger wurden,

hat jemand, der es gut mit ihm

meint, gesagt: „Lemawork, du musst

weg, sonst gibt es eine große Strafe.“

Als Ketema 2013 die Einladung an-

Links: Ketema

beim Unterbieten

des Olympialimits

in Wien. Rechts:

mit seinem

Trainer Harald

Fritz. Unten: In

Berlin gewann er

mit Peter Herzog

und Christian

Steinhammer

EM-Bronze im

Team-Bewerb.

114 SPORTaktiv


Fotos: Getty Images, VCM/Leo Hagen, VCM

nahm, am Marathon in Salzburg teilzunehmen,

wusste er noch nicht, dass er

diese Gelegenheit zur Flucht nutzen

würde. Immer wieder wägte er ab, was

ihm ein neues, unbekanntes Leben bringen

würde im Vergleich zu dem, was ihn

der Verlust des alten kostet. Doch die

Einsicht, dass eine Rückkehr keinen

Sinn mehr hat, war größer. Er blieb,

stellte einen Asylantrag und kam ins

Flüchtlingslager nach Traiskirchen. Gut

ging es ihm dort nicht. „Eine sehr

schwere Zeit“, sagt er. Er war erstmals

von seiner Familie getrennt, lag mit vier

fremden Menschen in einem kleinen

Zimmer. Und wartete. Und rannte. „Ich

bin jeden Tag laufen gegangen, hab trainiert

wie ein Profi. Ich hätte es sonst

nicht ausgehalten“, erzählt er. Doch

auch aus einem anderen Grund sollte

sich genau das als sein großes Glück herausstellen.

Denn er fiel einer Läufergruppe

rund um Ausdauercoach Harald

Fritz auf. Man sprach einander an, lernte

sich kennen. „Wir haben für ihn gesammelt,

er hatte weder gescheite Schuhe

noch Gewand für den Winter“, erzählt

Fritz. „Dann haben wir ihn zum Silvesterlauf

eingeladen und angefangen, einen

Plan für ihn zu machen. So fing das

Ganze an.“

Harald Fritz wehrt sich dagegen, wenn

man ihn als Entdecker von Lemawork

Ketema bezeichnet. „Viel schwerer wäre

es gewesen, nicht zu erkennen, dass er

ein herausragender Läufer ist“, sagt er.

Doch wie gut er wirklich war, stellte sich

erst im Laufe der Zeit heraus. 2014 wurde

sein Asylantrag positiv beschieden,

2015 folgte per Ministerratsbeschluss

die Einbürgerung. Denn längst war klar,

dass man es hier mit einem Mann zu

tun hat, der Maßstäbe setzen kann. Das

ICH BIN JEDEN TAG

LAUFEN GEGANGEN,

ICH HAB TRAINIERT

WIE EIN PROFI. ICH

HÄTTE ES SONST

NICHT AUSGEHALTEN.

Olympialimit für Rio verpasste er um 23

Sekunden knapp, doch spätestens 2018

wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Bei der EM in Berlin lief er im

rot-weiß-roten Dress zum achten Platz

im Marathon und sorgte zusammen mit

Peter Herzog und Christian Steinhammer

dafür, dass Österreich Bronze im

Teambewerb holte. „Mit einer taktisch

etwas besseren Leistung wäre sogar noch

mehr drin gewesen“, glaubt Fritz.

Beim Wien-Marathon 2019 lief Ketema

in 2:10,44 nicht nur österreichischen

Rekord, sondern unterbot das Limit für

Tokio 2020 um satte 46 Sekunden. Und

das, obwohl ihm bei zwei Trinkstationen

seine Flaschen abhanden kamen. „Viele

haben mir das nicht zugetraut“, sagt er.

„Als ich wusste, dass es für Olympia

reicht, ist ein Traum in Erfüllung gegangen,

ein wunderbares Gefühl.“ Eines,

das er auch seinem großen Idol Haile

Gebrselassie zu verdanken hat. Äthiopiens

Wunderläufer kommt aus einem

Ort, der nur 30 Kilometer von Lemaworks

Landwirtschaft entfernt liegt, was

in seinen Dimensionen einem lockeren

Trainingslauf entspricht. Oft holte er

sich Tipps von seinem Idol, der wichtigste

war: „Wenn du fleißig bist und an

den Erfolg glaubst, ist alles möglich.“

„Das habe ich zu meinem Lebensmotto

gemacht“, erzählt Ketema.

Wenn Lemawork heute an Olympia

denkt, weiß er, dass es sinnlos ist, von einer

Platzierung zu sprechen. Sein Ziel ist

ein anderes. „Ich will bei jedem Marathon,

bei dem ich antrete, eine neue

Bestzeit laufen. Das gilt für die WM in

Doha, aber auch für Tokio. Und dann

schauen wir, was herauskommt.“ Die zu

erwartende Hitze in Fernost kommt ihm

entgegen, die Tatsache, dass Läufe bei

Großereignissen meist taktisch geprägt

sind, auch. Denn bei Olympia geht es

weniger um Rekorde, mehr um Medaillen.

Auf die Frage, welche Zeit für ihn

dann möglich ist, winken Lemawork

und sein Trainer Harald Fritz ab. „Er hat

sich jedes Jahr deutlich verbessert, ist

heute schneller denn je. Es gibt kein

Limit“, sagt Fritz. Und Ketema ergänzt

mit einem Lachen: „Genau, es gibt

kein Limit – bis ich sterbe.“

SPORTaktiv

115


Den Weltrekord im Marathon hält

Eliud Kipchoge schon – nun will er im

Wiener Prater als erster Mensch unter

zwei Stunden laufen.

„WIE DIE MOND-

LANDUNG“

WELTREKORD-MANN ELIUD KIPCHOGE WILL IM

WIENER PRATER ALS ERSTER MENSCH EINEN

MARATHON UNTER ZWEI STUNDEN ABSOLVIEREN.

KANN DAS FUNKTIONIEREN? VON MARKUS GEISLER

So gut Lemawork Ketema und

sein Trainer Harald Fritz als

Laufduo funktionieren – bei

der Frage, ob Eliud Kipchoge bei der

„INEOS 1:59-Challenge“ schaffen

kann, als erster Mensch einen Marathon

unter zwei Stunden zu absolvieren,

sind sie sich uneins. „Ich glaube

nicht, dass es funktioniert“, sagt Ketema.

„Er schafft das“, glaubt dagegen

Fritz. Eine Uneinigkeit, die sich quer

durch die Lauf-Community auf der

ganzen Welt zieht. Und die zeigt, wie

sehr der Versuch des kenianischen

Weltrekordhalters (2:01:39 Stunden,

aufgestellt 2018 in Berlin) die Massen

bewegt.

Wissen werden wir es am 12. Oktober

oder an einem der darauf folgenden

acht Tage. Denn wenn die Wetterbedingungen

nicht mitspielen,

macht der Versuch keinen Sinn. „12

Grad, kein Regen und Windstille wären

ideal“, weiß Ketema, der die Strecke

im Prater auf der Hauptallee aus

unzähligen Trainingsläufen wie seine

Westentasche kennt. Naturgemäß optimistisch

zeigt sich Kipchoge selber,

der einen erfolgreichen Versuch auf

eine Stufe mit der ersten Mondlandung

stellen würde „Einige Leute

glauben, es ist unmöglich”, sagte der

35-Jährige. „Ich respektiere ihre Ansicht,

sie sollen meine respektieren.

Wir werden beweisen, dass die Zweifler

falsch liegen.”

Mit „wir“ meinte er die etwa 25

Tempomacher, die allein schon für

sich genommen ein Weltklassefeld

ausmachen würden. Die Ingebrigtsen-Brüder

Filip, Henrik und Jakob,

Bernard Legat (USA), der Schweizer

Shootingstar Julien Wanders und

US-Olympiamedaillengewinner Paul

Chelimo wollen alle ihren Teil dazu

beitragen, dass in Wien Geschichte

geschrieben wird. Sie werden sich in

Gruppen abwechseln, um das Tempo

für Kipchoge ständig so hoch zu halten

(nämlich auf etwas mehr als 21

km/h), dass der Coup gelingen kann.

Wegen der vielen Pacemaker und der

laborartigen Bedingungen wird die

Zeit, egal, wie sie am Ende ist, übrigens

nicht als offizieller Weltrekord

eingetragen. Ein Meilenstein wäre es

trotzdem.

Vor zwei Jahren gab es diesen Versuch

auf der Rennstrecke von Monza

übrigens schon einmal, damals verpasste

Kipchoge das Ziel um 26 Sekunden.

Ein wichtiger Lerneffekt, wie

er heute sagt: „Ich war wie ein Boxer,

der in den Ring geht und nicht weiß,

was geschehen wird. Aber diesmal bin

ich vorbereitet und weiß, was passiert.“

Ein Vorteil ist aus seiner Sicht,

dass diesmal viele Fans am Streckenrand

stehen und ihn anfeuern werden.

Und am Ende soll beim Zielbogen

auf der Höhe des Ernst-Happel-Stadions

gemeinsam gefeiert werden.

Foto: GEPA Pictures

116 SPORTaktiv


Fotos: Red Bull Content Pool/Christoph Perkles

VON LEGENDE ZU

LEGENDE: DAS

FRÜHERE SKISPRUNG-

ASS ANDREAS GOLD-

BERGER ÜBER DEN

RÜCKTRITT VON

SKI-IKONE MARCEL

HIRSCHER. „ER KONNTE

SEINEN PERFEKTIONIS-

MUS NICHT MEHR

BEFRIEDIGEN.“

BYE-BYE,

MARCEL!

Natürlich habe ich mir den Rücktritt

von Marcel Hirscher live im Fernsehen

angeschaut. Der Größere meiner

zwei Buben meinte: „Schau, Papa,

da ist der Marcel, dem wir immer die Daumen

drücken.“ „Ja“, meinte ich, „aber jetzt nicht

mehr, er hört nämlich auf.“ Da war er voll

traurig, hat geweint und gefragt: „Aber wem

sollen wir denn jetzt die Daumen drücken?“

Ich gebe zu: Ich hätte mich ja gefreut, wenn

Marcel nach den vielen Gerüchten im Vorfeld

allen ein Schnippchen geschlagen und gesagt

hätte, dass er jetzt doch weiterfährt. Aber ich

kann schon nachvollziehen, warum er jetzt

einen Schlussstrich zieht. Hirscher ist ein

Perfektionist, hat einen irrsinnig hohen Anspruch

an sich selbst. Er will immer noch besser

und noch besser und noch besser werden.

Dabei fährt er längst auf einem Level, wo genau

das immer schwieriger wird. Der Tag hat

eben nur 24 Stunden, an 23 davon hat Marcel

gefühlt ohnehin gearbeitet. Da geht sich – aus

seiner subjektiven Sicht – ein Sommer zur

Vorbereitung nicht mehr aus, um seinem eigenen

Anspruch gerecht zu werden.

Bei mir war es immer so, und ich glaube da

ist Marcel ganz ähnlich, dass der Druck von

außen nie so groß war, dass er an den Druck,

den ich mir selbst gemacht habe, herankam.

Was von außen kam, habe ich eher als Motivation

wahrgenommen. Klar ärgert es einen,

wenn man nach einem dritten Platz gefragt

wird, warum es heute schlecht lief. Aber viel

mehr ärgert es dich, wenn du weißt, dass du

selbst nicht zu 100 Prozent das abgerufen hast,

was möglich gewesen wäre.

Ich bin mir sicher, dass Marcel trotzdem

noch in der Lage gewesen wäre, drei oder vier

Jahre vorne mitzufahren. Aber wenn zu dem

eben beschriebenen Prozess noch dazukommt,

dass du merkst, dass dich andere brauchen,

vielleicht noch mehr brauchen als der Sport,

dann wird es brenzlig. Als Junger denkst du

immer: Es gibt nichts Wichtigeres als den

Sport. Aber irgendwann bist du zum zehnten

Mal im gleichen Ort, im gleichen Hotel,

frierst dir wieder die Zehen ab. Dann denkst

du: „Das kenn ich alles schon. Muss ich mir

das wirklich noch mal antun?“ Und dann ist

es tatsächlich besser, einen Cut zu machen.

Ich habe keinen Zweifel, dass Marcel genau

weiß, was er mit seiner dazugewonnenen Zeit

anfangen kann. Ich habe es irrsinnig genossen,

endlich nicht mehr nach meinen Trainingsplänen

leben zu müssen. Und auch wenn ich

– bis heute – gerne irgendwo springe; aber der

Wettkampf, dieses ständige Sich- Messen und

Bewertet-Werden, das ist mir nie abgegangen.

Ob Marcel noch mal ein Comeback wagt?

Ausschließen würde ich es nicht. Und es wäre

ein irrsinnig spannendes Projekt. Aber das ist

Zukunftsmusik. Eins ist jedenfalls klar: Seinen

Nachfolgern hat er die Latte verdammt

hoch gelegt, die werden es schwer haben, in

seine riesigen Fußstapfen zu treten.

Meinem Sohn hab ich jedenfalls gesagt:

„Jetzt drücken wir halt anderen Österreichern

die Daumen, Stefan Kraft zum Beispiel.“

Da hat er gelacht und war wieder fröhlich.

SPORTaktiv

117


SPORTTALK

MIT HERZ

UND KOPF

VIKTORIA SCHWARZ UND ANA ROXANA LEHACI

GEHÖREN ZUR WELTELITE DES PADDEL-

GEWERBES. IM DOPPEL-INTERVIEW SPRECHEN

SIE ÜBER TEAMWORK, VERLÄSSLICHKEIT UND

IHRE OFFENE RECHNUNG MIT OLYMPIA.

VON MARKUS GEISLER

Hinter dem Paddel-Duo Viktoria

Schwarz und Ana Roxana Lehaci, Österreichs

einzige Kajak-Asse auf Weltklasseniveau,

liegen bewegte Wochen.

Bei der WM in Ungarn wurden sie

Achte und verpassten um die Winzigkeit von 0,4

Sekunden das Olympialimit. Da sie auch beim

(höchst komplizierten) Quoten- und Nachrückverfahren

nicht zum Zug kamen, müssen sie sich

im Kontinental-Cup im Mai das Ticket für Tokio

2020 sichern. Was die beiden Kämpfernaturen

aus Oberösterreich nur noch mehr anspornt, wie

sie im Doppel-Interview verraten.

118 SPORTaktiv


Foto: GEPA Pictures

Ihr habt die erste Chance zur Olympiaqualifikation

hauchdünn verpasst. Wie

bitter ist das?

Viktoria: Schon bitter! Wir hätten uns

ab sofort auf Olympia fokussieren und

den Kontinental-Cup links liegen lassen

können. So müssen wir uns auf den fokussieren,

um das Ticket noch zu lösen. Aber

wir sind optimistisch und glauben fest daran,

dass wir es nach Tokio schaffen.

Ana: Niemand kann sich vorstellen,

wie hart es ist, sich über eine Top-6-Platzierung

bei einer WM für Olympia zu

qualifizieren. Da sind lauter Top-Boote

am Start, die alle bessere Voraussetzungen

haben als wir. Die kommen mit

Ärzten, Physios, Masseuren, Psychologen

– das haben wir alles nicht. Wir sind ein

kleines Team und versuchen, das Beste

herauszuholen.

Viktoria: Man hat im Jahr vor Olympia

nur diese eine Chance, sich zu qualifizieren.

Mit diesem Druck muss man

erst einmal klarkommen.

Viki, du hast dir sogar die olympischen

Ringe auf den Oberarm tätowieren

lassen.

Viktoria: Ja, 2018 in Australien. Ich

war ja schon bei drei Spielen, aber 2016

in Rio war schon sehr speziell für uns.

Die Qualifikation war total verkorkst

und als klar war, dass wir doch dabei

sind, bin ich beim Schlafwandeln vom

Balkon gefallen. Ana ist dann mit einer

anderen Partnerin gefahren (Anm.:

Yvonne Schuring), ich bin im Einer

gestartet, hatte aber totalen Trainingsrückstand.

Wir haben also noch eine

Rechnung mit Olympia offen.

Ihr seid seit 2013 ein Team. Wie habt

ihr zueinandergefunden?

Ana: Ich bin fünf Jahre jünger als Viki

und kenne sie, seit ich Kajak fahre.

Viktoria (lacht): Ich war ihr Idol.

Ana: Stimmt. Ich hab mir sogar mal

eine Dreiviertelhose gekauft, weil ich sie

bei ihr so super gefunden hab.

Viktoria: In Österreich gibt es nicht

viele Kajakfahrer, da blieb uns fast nichts

anderes übrig, als miteinander zu fahren.

Bis 2011 bin ich mit Yvonne Schuring

gefahren und als die sich auf den Einer

konzentrieren wollte, brauchte ich eine

neue Partnerin.

Ana sitzt immer vorne, Viki immer hinten.

Ist das ein großer Unterschied?

Viktoria: Ich saß immer schon hinten.

Dort musst du den Rhythmus von der

Schlagfrau annehmen, du brauchst totale

Synchronität. Das muss man lernen, dafür

braucht es Erfahrung.

Ana: Wenn du von vorne gefilmt wirst,

darf – inklusive Paddel – nur eine Person

zu sehen sein. So gut muss Viki meine

Schläge kopieren können. Ich gebe dafür

den Rhythmus vor.

Gibt es einen klaren Chef im Boot?

Ana: Nein. Wir sprechen uns immer

ab, sagen einander, was sich gut anfühlt

und was nicht passt. Entscheidungen

treffen wir gemeinsam.

Viktoria: Unser Vorteil ist, dass wir

uns wirklich sehr gut verstehen. Daher

fällt es leicht, offen über alles zu reden.

Wir wollen ja gemeinsam besser werden.

Bei einer Mannschaft, die nur aus

zwei Personen besteht, ist Teamwork

vermutlich alles.

Ana: Es ist sehr intensiv! Wir sind

permanent zusammen, essen, trainieren,

SPORTaktiv

119


Foto: GEPA Pictures

relaxen gemeinsam, verbringen in Trainingslagern

manchmal 24 Stunden miteinander,

wenn wir nur ein Zimmer haben.

Wenn du da nicht an einem Strang

ziehst, hast du keine Chance.

In welchen Punkten müsst ihr euch

blind vertrauen können?

Ana: In allem! Dass die andere nicht

krank wird, gescheit isst, nicht bis Mitternacht

unterwegs ist, wenn am nächsten

Morgen Training ist. Wenn du nach

einer anstrengenden Vormittagseinheit

keinen Mittagsschlaf machst und am

Nachmittag voll durchhängst, leidet auch

die andere darunter. Es ist nicht so wie

in einem Volleyball- oder Fußballteam,

wo man sich auch mal etwas verstecken

kann, wenn man nicht gut drauf ist.

Viktoria: Wenn eine von uns schlecht

drauf ist, spürt die andere das sofort.

Wenn Ana nicht gescheit anschiebt, denke

ich: Hey, was ist los mit dir? Bei uns

muss jede zu 120 Prozent fit sein, damit

es funktioniert.

Erfolgsteams ergänzen einander entweder

oder sie ticken ziemlich synchron.

Wie ist das bei euch?

Ana: Ich glaube, wir haben eine gute

Mischung. Ich finde nicht, dass wir so extrem

ähnlich sind. Wobei: Manchmal kann

ich Vikis Sätze schon vervollständigen.

Viktoria (lacht): Weil du die Pointen

meiner Schmähs klaust.

120 SPORTaktiv

Ana (lacht): Das glaubt natürlich nur sie.

Viktoria: Ich denke, dass es sehr wichtig

ist, dass wir so gut befreundet sind. Ana ist

einer der wenigen Menschen, mit denen

ich wirklich viel Zeit verbringen kann,

ohne dass sie mir auf den Wecker geht.

Ana: Es gibt nur wenige Freundinnen,

denen man ganz offen sagen würde: Hey,

du gehst mir auf die Nerven. Bei Viki

würde ich das sofort tun. Sie weiß immer,

wie meine Stimmungslage ist, und

ist nicht beleidigt, wenn ich sie anfahre.

Viktoria: Wir werden oft gefragt, wie

oft wir miteinander streiten. Die Wahrheit

ist: so gut wie nie. Wir haben nach

einer Saison sogar schon gemeinsam Urlaub

gemacht.

Und wo seid ihr euch am unähnlichsten?

Ana: Schwere Frage. Viki ist teilweise

sozialer als ich, trifft sich öfter mit Freunden.

Ich bin meistens froh, wenn ich

daheim meine Ruhe habe.

Viktoria: Das stimmt! Dafür frisst du

öfter Dinge in dich hinein, die ich jemandem

direkt sage.

Ana: Sie sagt es jedem direkt ins Gesicht.

Am Punkt. Manchmal auch zu

hart. Da sage ich dann: Das war jetzt too

much. Ich bin bei anderen Menschen

zurückhaltender.

Viktoria: Ich kann das nicht. Wenn

mich etwas ärgert, muss es heraus.

Wer ist pünktlicher?

Bei Viktoria

Schwarz

(links) und

Ana Roxana

Lehaci rennt

außerhalb

des Boots

oft der

Schmäh.

Viktoria: Wir sind beide unpünktlich,

bei uns wird es gern mal zehn Minuten

später. Aber da es gleich ist, sind wir

dann doch wieder pünktlich für uns.

Organisierter?

Viktoria: Ich!

Ana: Stimmt überhaupt nicht! Wo bist

du organisierter?

Viktoria: Na gut, gleich organisiert.

Wer ist mehr Kopf-, wer mehr

Bauchmensch?

Ana: Das ist eindeutig ein Unterschied.

Ich bin mehr Kopfmensch, gehe

die Dinge rationaler an. Viki regelt viel

mehr über das Herz.

Viktoria: Vor allem im Umgang mit

Menschen, das ist mir wichtig.

Wie problematisch ist es, wenn eine von

euch beiden krank oder verletzt ist?

Viktoria: Prinzipiell ist es so, dass 75

Prozent des Trainings im Einer stattfinden,

25 Prozent im Zweier. Nur wenn

man im Einer schnell ist, kann man es

auch im Zweier sein. Aber problematisch

ist es schon. Ana hat sich 2018 bei der

WM die Schulter gebrochen und konnte

den ganzen Winter über kein Krafttraining

machen. Dazu muss man wissen:

Gute Kajakfahrer werden im Winter

gemacht.

Ana: Drei Monate ohne Krafttraining,

das ist das Schlimmste, was dir passieren

kann. Das ist uns bei den Wettkämpfen

heuer sicher abgegangen.

Die Energie AG unterstützt seit 19 Jahren

Spitzensportler aus Oberösterreich und formt

damit ein Team, in dem Leistungswille,

Zusammengehörigkeitsgefühl und Authentizität

für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Hier die Heldinnen und Helden dieser

einzigartigen Sportfamilie:

Hannes Trinkl (Kapitän), Vincent Kriechmayr,

Lukas Weißhaidinger, Michael Hayböck, Andrea

Limbacher, Viktoria Schwarz, Barbara Haas,

Max Lahnsteiner, Johnny Rohrweck, Mendy

Swoboda, Ana Roxana Lehaci, Thomas

Mayrpeter, Stefan Spiessberger, David Brandl,

Alexander Trampitsch


Ana Roxana Lehaci & Victoria Schwarz

Kanu Flachwasser

Teamgeist

Die Energie AG unterstützt und fördert in ihrer Sportfamilie 15 Sportlerinnen und Sportler aus Oberösterreich,

die sich mit Topleistungen revanchieren. Kapitän ist der Abfahrtsweltmeister von 2001, Hannes Trinkl.

Leistungswille, Zusammengehörigkeit und Authentizität zeichnen die Sportfamilie der Energie AG aus.

www.sportfamilie.at

Entgeltliche Einschaltung

Bilder: Robert Maybach und gepa-pictures

v.l.n.r. Hannes Trinkl, Kapitän // Thomas Mayrpeter, Ski Cross // Viktoria Schwarz, Kanu-

Flachwasser // Max Lahnsteiner, Ski Alpin // David Brandl, Schwimmen // Vincent Kriechmayr,

Ski Alpin // Ana Roxana Lehaci, Kanu-Flachwasser // Mendy Swoboda, Paracanoe // Lukas

Weißhaidinger, Diskus // Barbara Haas, Tennis // Alexander Trampitsch, Schwimmen // Johnny

Rohrweck, Ski Cross // Andrea Limbacher, Ski Cross // Michael Hayböck, Skisprung // Stefan

Spiessberger, Kitesurfing //


TARNEN

TÄUSCHEN&

FINTE, PARADE, RIPOSTE – EIN GUTES GEFECHT

IST IMMER AUCH EINE MISCHUNG AUS SCHACH

UND POKER. WER SICH ALLERDINGS AUF EINEN

ZWEIKAMPF MIT ÖSTERREICHS TOP-FECHTERIN

LILLI BRUGGER EINLÄSST, STELLT FEST: ES IST

VOR ALLEM EIN SCHWEISSTREIBENDER HOCH-

LEISTUNGSSPORT, BEI DEM SCHNELLIGKEIT UND

REAKTIONSSTÄRKE NEU DEFINIERT WERDEN.

VON MARKUS GEISLER FOTOS: THOMAS POLZER

eim Fechten bekommt der Begriff „Aufwärmen“ eine

ganz neue Bedeutung. Strümpfe bis zu den Knien, Knickerbocker,

bis zum Hals zugeknöpfte Weste, darüber

eine Metallweste für die Trefferfläche, Handschuh und

natürlich die hieb- und stichfeste Maske – der Schweiß im Salzburger

Fechtzentrum rinnt bereits, noch bevor der erste Ausfallschritt

gemacht wurde. „Mir taugt es, wenn es immer so schön

warm ist“, sagt Lilli Brugger, Österreichs Nummer zwei mit dem

Florett und mit 19 Jahren die größte Zukunftshoffnung des Landes.

Sie hat leicht reden, denn seit ihrem vierten Lebensjahr ist sie

es gewohnt, mit voller Rüstung und am Rücken angeleint über

die Planche zu tänzeln. Für mich ist es dagegen die erste Berührung

mit dem faszinierenden Kampfsport, der als einziger ohne

Gewichtsklassen auskommt und von respektvollem Miteinander

genauso geprägt ist wie von taktischen Kniffen, bei denen es auf

Tarnen und Täuschen ankommt.

Die Grundstellung ist einfach. Die Füße stehen im

90-Grad-Winkel zueinander, bei Rechtshändern geht das rechte

Bein nach vorn, die Knie sind leicht gebeugt. Geht es nach vorn,

startet man immer mit dem rechten Bein, nach hinten mit dem

linken. „Bei einem Angriff geht der rechte Fuß voran, wenn man

122 SPORTaktiv


seine Reichweite schnell und überraschend vergrößern will, macht

man einen Ausfallschritt“, erklärt Lilli. Wichtig: Nur wer im Angriff

ist, hat das Recht, einen Treffer zu setzen. Erst wenn der Gegner

diesen pariert hat, kann er seinerseits punkten. „Und hier

kommt die Finte ins Spiel“, erklärt Moritz Hinterseer, bis vor vier

Jahren selbst Fechter auf internationalem Topniveau und als Salzburger

Landesverbandstrainer auch für Lilli zuständig. „Eine

klassische Variante ist, einen Angriff anzutäuschen, die Parade zu

umgehen und dann den Treffer zu setzen.“ Dabei gilt die Formel:

Einen Angriff sollte man immer wie eine Finte aussehen lassen –

und umgekehrt.

Klingt logisch, dann können wir ja anfangen. Die Masken,

durch die man die Welt wie durch die Augen einer Fliege sieht,

werden hochgeschoben, Gegner und Kampfrichter werden begrüßt,

indem man die Klinge vors Gesicht hält. „Fechter bereit –

los!“ Eigentlich gilt Brugger als eher defensive Fechterin, die langsam

in ein Gefecht startet und sich erst einmal anschaut, was ihr

Gegenüber macht. Doch so schnell kann ich gar nicht schauen,

hat Lilli ihr 550 Gramm schweres und 110 Zentimeter langes

Florett auf meine Rippen gestoßen. Treffer! Dass man dabei nur

einen leichten Stich und keinen echten Schmerz spürt, liegt an

der Schutzweste, in die ich mich zu Beginn gezwängt habe. „Die

sind sogar schusssicher“, erklärt Hinterseer, während ich mir

überlege, wie ich den nächsten Gegentreffer ein bisschen länger

hinauszögern kann. Der Plan: Angriff ist die beste Verteidigung,

Fecht-Etikette: Vor dem Kampf stehen sich die Kontrahenten gegenüber und begrüßen sich, indem

sie sich die Klinge vors Gesicht halten. Trainer Moritz Hinterseer erklärt, dass beim Florett

nur der Rumpf als Trefferfläche gilt und die Spitze einen Druck von 500 Gramm ausüben muss.

SPORTaktiv

123


Lilli Brugger zeigt

unserem Redakteur

Markus Geisler, wie

schwer es ist, einen

Tennisball zu treffen.

Unten: das vielschichtige

Gewand eines

Fechters inklusive

Waffe und Maske.

also stürme ich beim nächsten Kommando

auf Lilli los und versuche im

Hurra-Stil, meine Florettspitze auf ihren

Oberkörper zu rammen. Pustekuchen.

Als ob sie jeden meiner Gedanken vorausahnen

könnte, schiebt sie mein Florett

locker zur Seite und deutet eigene

Treffer an.

So nett ich es finde, dass Lilli mir zuliebe

nicht permanent einen Treffer

setzt, so sehr könnte ich allerdings eine

Pause gebrauchen. Denn je länger das

Gefecht dauert, umso mehr geht mir

unter der engen Maske die Puste aus.

Dass die Westen aus Sicherheitsgründen

eng am Hals sitzen, macht die Sache

auch nicht angenehmer. Immerhin motiviert

mich Trainer Moritz von außen.

„Angriff, Parade, Riposte“, ruft er, wobei

Letzteres bedeutet, dass man nach einer

abgewehrten Attacke direkt zum Gegenangriff

startet. Guter Gedanke, da er

aber für beide Fechter gilt, ziehe ich dabei

grundsätzlich den Kürzeren.

Zu meiner Ehrenrettung muss gesagt

werden, dass Lilli Brugger zu den gehyptesten

Aufsteigern der nationalen Fechtszene

gilt. Heuer gerade erst 19 Jahre alt

geworden, vertrat sie Österreich bei der

124 SPORTaktiv

Fotos: Thomas Polzer


Europameisterschaft in Düsseldorf und

bei der Weltmeisterschaft in Budapest,

wobei es ihr bei erstem Event sogar gelungen

ist, die französische Vizeweltmeisterin

Ysaora Thibus zu schlagen.

„Das war auch deswegen genial, weil sie

immer ein Vorbild von mir

war“, sagt Lilli. Olympia in

Tokio dürfte für die Salzburgerin

noch eine Spur zu

früh kommen („Versuchen

werde ich es

trotzdem“), die Spiele

2024 und 2028 hat

sie dafür fest im Visier.

„Dann bin ich

im besten Fechtalter“,

sagt die Heeressportlerin,

die neben

dem ganzen Wettkampfstress

und ihrer Grundausbildung

auch noch die Matura im

Sommer abgeschlossen hat.

Aus dem besten Fechtalter dürfte ich

dagegen schon heraus sein. Selbst wenn

ich mal bis zu Lillis Körper durchkomme,

erwische ich nur die Flächen außerhalb

ihres Rumpfes, die beim Florett

nicht zählen. „In dem Fall leuchtet das

weiße Licht auf. Nur

wenn es grün wird, ist es

ein Treffer für dich“, erklärt

Hinterseer. Erwischt

man allerdings

die Trefferweste,

muss man

dies mit einem

Druck von mindestens

500 Gramm

tun. Dadurch werden

unsaubere Aktionen,

bei denen man

den Gegner nur streift, ausgeschlossen.

Wobei auch das bei den verschiedenen

Waffen variiert.

An dieser Stelle eine kleine Regelkunde,

was die verschiedenen Disziplinen

beim Fechten angeht. Auf Wettkampfniveau

wird mit Degen (wiegt

am meisten), Säbel (hier zählt der

ganze Oberkörper und der Kopf als

Trefferfläche) und eben Florett gefochten.

Letztere gilt als die eleganteste

und für den Einsteiger geeignetste

Waffe und ist die Spezialdisziplin der

Salzburger Kaderschmiede, die bereits

Olympiateilnehmer wie Roland

Schlosser oder René Pranz hervorgebracht

hat. Kein Wunder also, dass

sich Lilli gerade dafür entschieden

hat. „Für mich ist es die komplexeste

Waffe“, sagt sie. „Nicht so schnell wie

der Säbel, nicht so langsam wie der

Degen.“ Nachsatz mit einem Lachen:

„Auch wenn man das einem Degenfechter

nicht sagen sollte.“

Mir dagegen kann es gar nicht langsam

genug gehen. Bei vielen Turnieren

dauern Gefechte dreimal drei Minuten

reine Kampfzeit mit jeweils einer

Minute Pause dazwischen. Unvorstellbar

bei dem Tempo, mit dem mich

Lilli die 14 Meter lange Planche rauf

und runter jagt. Ich signalisiere Aufgabe,

doch bevor ich mich aus meiner

Fecht-Kluft schäle, macht mich Lilli

mit ihrer Trainingspartnerin Lucie

bekannt und schlägt mir vor, mit ihr

noch ein Gefecht zu machen. Zwar

brennen meine Oberschenkel schon

ziemlich von den vielen Ausfallschritten

der letzten Stunde, trotzdem gehe

ich gern auf das Angebot ein. Denn

gegen eine lebensgroße Lederpuppe

kann sogar der ärgste Laie ein paar

Treffer landen.

Das verkabelte

Florett wird so

gehalten, dass man

mit den Fingern

feine Bewegungen

ausführen und

aus dem Arm Kraft

herausholen kann.

SPORTaktiv

125


Es ist gerade einmal dreieinhalb

Jahre her, da sah die Welt für Alexander

Schlager und den LASK

noch ganz anders aus. Der Torhüter

war von seinem Klub Red Bull

Salzburg gerade an Grödig verliehen und

pendelte dort zwischen erster und zweiter

Mannschaft. Und der Linzer Traditionsklub

scheiterte an dem Versuch, unter

einem gewissen Oliver Glasner die

Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen.

Es war also im Frühjahr 2016 nicht

zwingend davon auszugehen, dass sich

für beide Parteien eine Erfolgsgeschichte

entwickeln sollte, die einem modernen

Sportmärchen gleichkommt. Doch der

LASK widersetzte sich den Gesetzen der

Branche, hielt an Glasner fest und katapultierte

sich in die Beletage des österreichischen

Fußballs. Vizemeister, Europa-League-Gruppenphase,

und viel hat

nicht gefehlt die Linzer hätten es sogar

in die Königsklasse unter die 32 besten

Teams Europas geschafft.

Einen beachtlichen Anteil an dieser

Entwicklung hat Alexander Schlager. Er

wechselte 2017 zu den Oberösterreichern,

saß ein Jahr als Nummer zwei hinter

Pavao Pervan (heute Wolfsburg) auf

der Bank und hechtete sich danach mit

tollen Paraden und einer überragenden

Ausstrahlung bis in die Nationalmannschaft.

„Was in der letzten Zeit alles passiert

ist, ist schon surreal“, sagt der

23-Jährige im Gespräch mit SPORTaktiv.

„Zum Ganzen kommt ja noch die

U21-EURO in Italien, das bisher größte

Erlebnis meiner Karriere.“ Ach ja, geheiratet

hat er vergangenen Sommer auch

noch, aber das ist eine andere Geschichte.

Nun gab es viele Unkenrufer, die dem

LASK ein jähes Ende der Erfolgsparty vo-

Fotos: GEPA pictures (3)

126 SPORTaktiv


Alexander

Schlager und

seine LASK-

Teamkollegen

haben viel Grund

zum Feiern.

FÜR DEN LASK UND SEINEN

KEEPER ALEXANDER SCHLA-

GER GAB ES IN LETZTER ZEIT

NUR EINE RICHTUNG: STEIL

BERGAUF. HIER ERKLÄRT

DER ÖFB-TORMANN, WAR-

UM DER AUFSTIEG FORTGE-

SETZT WIRD. UND WIE ER

SELBST DEM GEGENWIND IN

SEINER KARRIERE TROTZTE.

VON MARKUS GEISLER

GIPFEL-

STÜRMER

DIE LINZER

rausgesagt haben. Denn nach vier Jahren

verließ Oliver Glasner den Klub im vergangenen

Sommer Richtung VfL Wolfsburg

und nahm einen wichtigen Teil seines

Trainerstabs gleich mit. Klar, jetzt

bricht das Haus zusammen, wenn der Architekt,

Baumeister und Polier in einer

Person das Weite sucht. Erst recht, da

Vize präsident und LASK-Macher Jürgen

Werner auf die abstruse Idee kam, ausgerechnet

Valerien Ismael als Nachfolger zu

installieren. Der Franzose hatte den Ruf,

als Spieler Weltklasse und als Trainer

Kreisklasse zu sein. Bei seinen einzigen

beiden Stationen im Profifußball hatte er

einen mageren Punkteschnitt von 1,0 pro

Spiel, die Engagements in Nürnberg und

Wolfsburg dauerten gerade einmal vier

beziehungsweise sechs Monate. Wie soll

das funktionieren?

In etwa so: „Ismael hat von Beginn an

gesagt, dass er der Mannschaft sehr viel

zutraut und er nicht viel verändern will,

nur Details. Er wollte ein paar neue Akzente

im Spiel mit dem Ball, das war’s.

Mit seiner Gelassenheit, seiner Erfahrung,

auch als Spieler, gibt er uns die

nötige Ruhe vor wichtigen Spielen mit

und vermittelt uns immer ein gutes Gefühl“,

erklärt Schlager. Die Folge: Der

LASK startete trotz Mega-Rotation mit

vier Siegen aus den ersten fünf Spielen

in die Liga und scheiterte nur hauchzart

am FC Brügge in der Champions-League-Quali.

Es deutet also vieles darauf hin, dass

sich die Schwarz-Weißen auf dem Platz

hinter Red Bull Salzburg als Nummer

zwei des heimischen Kicks gemütlich

einrichten würden – vor den vermeintlichen

Branchengrößen Rapid, Austria

oder Sturm. Ein Dauerzustand? Geht es

SPORTaktiv

127


„Trainer Ismael

gibt uns vor

den Spielen ein

gutes Gefühl“, lobt

Schlager (hier in

der CL-Qualifikation

gegen den FC

Brügge).

nach Schlager, bleibt es nicht beim One-

Hit-Wonder. „Die Möglichkeiten, die

der Klub bietet, die Kaderpolitik, der

Ansatz, sich ständig weiterzuentwickeln

– das hat alles Hand und Fuß! Dahinter

steckt ein ganz konkreter Plan. Wenn

das durchgezogen wird, bin ich sehr optimistisch,

dass wir in Zukunft noch erfolgreicher

werden.“ Das ist mal eine

Ansage.

Doch der Mann weiß, wovon er

spricht, denn mit dem Weg nach oben

kennt er sich genauso aus wie mit den

Rückschlägen, die es dabei einzukalkulieren

gilt. Schon früh wurde das Talent

des gebürtigen Salzburgers erkannt, Red

Bull sicherte sich schnell die Dienste des

Teenagers. Mit 18 Jahren wurde er in

die Kooperations-Filiale nach Leipzig

verliehen, ein Schritt, der den jungen

Mann reifen ließ. „Ich war erstmals weg

von zu Hause, durfte einen komplett

neuen Stil, eine ganz andere Sichtweise

auf den Fußball kennenlernen. Das hat

mich geprägt“, sagt er heute. Doch zurück

in Salzburg tat er sich schwer, sich

ein Standing im Klub zu erarbeiten und

an den Platzhirschen wie Péter Gulácsi

oder Alexander Walke heranzuschnuppern.

„Ich denke, es war alles etwas zu

früh für mich“, sagt er. „Ich konnte damals

mit dem Niveau, das in Salzburg

eben sehr hoch ist, nicht mithalten. Ich

wollte aber unbedingt spielen, deswegen

war es richtig und wichtig, mich verleihen

zu lassen.“ Zuletzt zum FAC, wo er

2016/17 in der zweithöchsten Spielklasse

immerhin 23 Einsätze hatte. Genug

für den LASK, um das große Potenzial

zu erkennen und zuzuschlagen. „Ich hatte

noch einen Vertrag in Salzburg und

bin froh, dass die Klubs sich geeinigt haben“,

erinnert er sich.

Dass er bei den Athletikern zunächst

nur die Bank drückte, irritierte ihn dabei

nicht. „Oliver Glasner hat ganz ehrlich

mit mir kommuniziert und mir gesagt,

dass ich das Back-up für Pavao Pervan

bin. Ich hab die Zeit genutzt und so

viel wie möglich von ihm gelernt.“ Als

Pervan dann vor einem Jahr dem Heulen

der Wölfe folgte, entschied Glasner:

„Wenn wir so ein Top-Talent wie Alex in

unseren Reihen haben, lassen wir ihn

auch spielen.“ Eine mutige, aber keine

übermütige Entscheidung. Schlager

zeigte in seinem ersten Jahr als Stammgoalie

in der Bundesliga, was in ihm

steckt. Und dass eine vermeintlich zu

geringe Körpergröße (1,84 Meter) je-

manden wie ihn nicht daran hindert,

Spitzenleistungen abzurufen. „Ich kompensiere

das mit Reaktionsschnelligkeit,

gutem Mitspielen und im Lösen von

Eins-gegen-eins-Situationen.“

Eine Fähigkeit, die er in diesem

Herbst auch auf europäischem Niveau

regelmäßig unter Beweis stellen kann.

Der Weg des LASK mag noch nicht zu

Ende sein, der von Alexander Schlager

ist es genauso wenig. Und sollte er noch

ein paar Jahre gemeinsam verlaufen,

kann sich Fußball-Oberösterreich freuen.

Vor dreieinhalb Jahren konnte jedenfalls

noch niemand davon ausgehen,

dass sich für beide solch eine Erfolgsstory

entwickeln würde.

128 SPORTaktiv


JEDES MAL SPIELEN,

ALS GINGE ES UM

EIN ZIPFER!

Zipfer – urtypischer Partner des LASK.


5

Thorsten Schmitz

Geschäftsführer Intersport Austria

1Was sind die aktuellen

„big news“ bei Intersport

Österreich?

Das Hauptfokusthema ist die

Digitalisierung, konkret die

Verbindung der erfolgreichen

Filialen mit dem stärker werdenden

Onlinevertrieb. Das zweite

Thema ist die Etablierung von

Intersport als attraktive Arbeitgebermarke

und Thema drei

ist die Stärkung des Intersport-

Händlernetzes, konkret mit tollen

Neueröffnungen im Herbst

unter anderem in Graz und

Salzburg.

2

Welche Sportarten übst

du selbst aus?

Meine größte Leidenschaft

ist das Mountainbiken,

konkret das Downhillfahren auf

Europacup-Eliteniveau. Auch

das Trailrunning begeistert mich,

sofern es meine Kniegelenke zulassen.

2020 plane ich im Team

den Traunsee-Bergmarathon.

Die notwendige Körperspannung

trainiere ich mittels Bodyweight-Einheiten.

3

Was sind deine Hauptmotive

fürs Sporteln?

Mein Hauptmotiv fürs

Sporteln ist der Ausgleich zum

fordernden Job.

4

Wie entwickelt sich der

Megatrend „Aktivsport“

in den nächsten Jahren?

Aktivsport ist Ausdruck des

starken Gegentrends zur Digitalisierung;

die dafür notwendige

Entschleunigung findet dabei

meist aktiv in der Natur statt.

Auch sehr digitalaffine Zielgruppen

entdecken aktuell das Bergerlebnis

und gehen gemeinsam

wandern.

5

Zu welchen Teams hält

der Sportfan Thorsten

Schmitz?

Ich verfolge fast alles im Sport

außer Fußball. Begeistern kann

ich mich bei meinen Lieblingsteams

im Basketball: LA Lakers

und Gmunden Swans.

Thorsten Schmitz, 41, ist seit 2018

Geschäftsführer bei Intersport

Österreich, Slowakei, Tschechien

und Ungarn.

Foto: Nadine Rupp

130 SPORTaktiv


SPORTBUSINESS

VIP-CORNER

FIT MIT MERKUR

Die Geschäftsführer der Merkur

Lifestyle (fit4life), Robert Murg (l,)

und Walter Kogler (r.) luden zu einem

Medienevent ins Hotel Loisium

in der Südsteiermark. SPORTaktiv-

Geschäftsführer Alfred Brunner

war ebenfalls aktiv dabei. Auf dem

Programm standen eine gemeinsame

Functional-Fitness-Einheit sowie fit-

4life Körper analysen. Im gerade neu

gebauten MERKUR-Versicherung-

Headquarter in Graz wird es auch

ein supermodernes Fitnesscenter geben,

das im April 2020 eröffnet wird.

Fotos: Sascha Pseiner, Nadine Rupp, Sporthilfe/GEPA-pictures.com, GEAP-pictures.com, Emotion/Bildagentur Zolles

FANTICKET FÜR LOTTERIEN-

SPORTHILFE-GALA

Am 31.10. findet das gesellschaftliche

Sporthighlight

des Jahres statt, die Sportlerwahl

2019. Du kannst dabei

sein: Ticket um € 129,–,

unter www.wienticket.at

oder bei Wien Ticket.

SO SPORTELT ÖSTERREICH

Detaillierte Erkenntnisse zu

den Sportgewohnheiten von

Österreichs Aktivsportlern

präsentierten Mathias Boenke,

Vorstand Intersport Deutschland,

und Thorsten Schmitz,

Geschäftsführer Intersport Austria,

im malerischen Leogang.

NEUER PRÄSIDENT

DER SPORTHILFE

GEWINN EIN TREFFEN

MIT DOMINIC THIEM

SPORTaktiv und KIA ermöglichen

ein sensationelles Gewinnspiel

mit „Meet & Greet“ am

22. Oktober mit Tennissuperstar

Dominic Thiem beim Tennisturnier

in Wien. Registriere dich

einfach bis spätestens 18. Oktober

unter www.sportaktiv.com und

spiel mit.

Ende September 2019 wurde Sportminister Eduard

Müller einstimmig zum Präsidenten der Österreichischen

Sporthilfe gewählt. Müller wird diese Funktion

bis zur neuen Regierungsbildung ausüben.

SPORTaktiv

131


ATHLETE’S CORNER

VIKTORIA SCHNADERBECK

„TROTZDEM

GLÜCKLICH“

132 SPORTaktiv


HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN: ÖFB-TEAMKAPITÄNIN VIKTORIA

SCHNADERBECK ÜBER DAS JAHR, IN DEM SIE EIN NEUES ABENTEUER

BEIM FC ARSENAL LONDON WAGTE UND NACH EINER SCHWEREN

KNIEVERLETZUNG UM IHRE KARRIERE BANGEN MUSSTE.

Fotos: imago images/ZUMA Press, GEPA pictures, privat

Geduld, das muss ich zugeben,

gehört nicht zu meinen hervorstechendsten

Eigenschaften.

Ich halte es auch ganz schlecht

aus, wenn ich keine Kontrolle über die

Dinge habe und das Gefühl aufkommt,

etwas nicht planen zu können. Ich

musste also viel Neuland betreten, als

ich vor etwas mehr als einem Jahr die

Diagnose „Knorpelschaden im Knie“

bekam. Denn eine solch schwere Verletzung,

bei der man mit vielen Rückschlägen

rechnen muss und bei der einem

kein Arzt sagen kann, ob man überhaupt

je wieder Fußball spielen kann,

hatte ich noch nie. Und ich musste erkennen:

Es gibt Situationen im Leben,

in denen man selbst nur Passagier ist.

Wo einem der Körper – in meinem Falle

das Knie – Tempo und Weg vorgibt.

Kurzer Rückblick: Im Sommer 2018

habe ich mich entschieden, nach elf

Jahren beim FC Bayern meine Zelte in

München abzubrechen und zum FC

Arsenal nach London zu wechseln. Als

ich meine Siebensachen gepackt hatte,

wurde mir noch mal so richtig bewusst,

was für ein riesiges Kapitel meines Lebens

ich in dem Moment zuschlug. Erfolge,

Verletzungen, Freunde, Schule,

Studium – ich kam ja schon mit 16 Jahren

nach München, wurde dort erwachsen.

Das prägt! Dort wurde ich zu dem

Menschen, der ich heute bin. Auf der

anderen Seite wusste ich: Ich bin bereit

für den nächsten großen Schritt. Sportlich

ohnehin, aber auch menschlich.

Wenn man von Österreich nach Bayern

zieht, erlebt man keinen echten

Kulturschock, dafür ist alles zu ähnlich.

Wenn man hingegen nach London

geht, lernt man eine ganz neue Kultur,

eine andere Lebensweise kennen, eine

neue Sprache sowieso. Wenn eine solch

große Entscheidung ansteht, gehe ich

BEI ARSENAL WUSSTE

ICH SOFORT: ES FÜHLT

SICH RICHTIG AN.

zunächst sehr rational an die Dinge heran,

informiere mich über alles – Mannschaft,

Liga, System – und will nichts

dem Zufall überlassen. Wenn es aber

um die entscheidende Frage geht, „ja

oder nein“, verlasse ich mich auf mein

Bauchgefühl. Das hat mich noch nie im

Stich gelassen. Und bei Arsenal wusste

ich sofort: Es fühlt sich richtig an.

Mein Gefühl hat mich auch diesmal

nicht getäuscht. Ich habe eine schöne

Wohnung gefunden, in der ich mich

auf Anhieb daheim gefühlt habe. Der

Betreuerstab war sehr umgänglich, die

Mitspielerinnen haben mich unterstützt,

genauso wie mein Cousin Sebastian

(Anm.: Prödl), der die Stadt ja

schon gut kannte, weil er seit 2015 bei

Watford spielt. Es waren viele Faktoren,

die mir den Start erleichtert haben. Und

dann kam der Tag, der alles veränderte:

Genau nach zwei Wochen Vorbereitung,

im zweiten offiziellen Testspiel,

kam ich kurz vor der Halbzeit vor der

gegnerischen Stürmerin an den Ball. Ich

hab einen Schritt gemacht, bin richtig

reingestampft – und hatte plötzlich starke

Schmerzen im Knie. Ich wusste, dass

etwas passiert ist, hab mit einer Meniskusverletzung

oder so etwas gerechnet.

Als dann nach dem MRT die Diagnose

„Knorpelschaden“ kam, war ich allerdings

wie vor den Kopf gestoßen. Das

saß! Die ersten Stunden waren nicht einfach,

ich musste das Ganze erst einmal

realisieren und für mich annehmen.

Klingt einfach, ist es aber nicht. Ich

habe in der Phase viel mit meinen Eltern

geredet und hatte im Prinzip zwei Möglichkeiten.

Entweder ich sitze jeden Tag

zu Hause, weine und bemitleide mich

selber. Dann würde es aber schwer werden,

die Energie für die Reha aufzubringen.

Oder ich finde einen Zugang, bei

dem ich positiv bleiben kann und mein

Glück nicht nur davon abhängig mache,

wie es meinem Knie gerade geht.

Ich habe mich für Zweiteres entschieden.

Sooft es mein Reha-Zeitplan zuließ,

bin ich nach London gefahren, war

in Ausstellungen, in Museen und ich

hab mir ein Fahrrad ausgeborgt, um

durch irgendwelche Viertel zu radeln.

Ich hatte ganz viel Besuch von Freunden

und Verwandten, was mir vor Augen

geführt hat, in welch glücklicher Situation

ich mich eigentlich befinde.

Und ich habe meine Speaker-Tätigkeit

vorbereitet, mit der ich seit Juni am

„Ich habe mich nach der Verletzung total

auf London eingelassen.“

SPORTaktiv

133


Markt bin und Vorträge über meine Erfahrungen

als Profifußballerin halte.

Dinge also, die mich trotz der Verletzung

glücklich gemacht haben. Diesen

Mittelweg zu finden war allerdings alles

andere als leicht. Ich habe alles dafür getan,

an meinem Comeback zu arbeiten,

wirklich alles, von Ernährung bis zusätzlicher

Physiotherapie habe ich nichts

ausgelassen. Und dennoch gab es immer

wieder Rückschläge, es war sogar eine

zweite Operation nötig. Und über allem

schwebte die Frage, ob ich nicht sogar

mit dem Karriereende rechnen muss.

Auch wenn ich diesen Gedanken nicht

zulassen wollte, ich auch immer an meine

Rückkehr geglaubt habe, beschäftigt

habe ich mich schon mit der Frage:

„Was wäre, wenn...“ Einfach weil dir bei

einer Knorpelverletzung kein Arzt eine

Garantie geben kann, wie es ausgeht.

Und weil ich das Gefühl haben wollte,

für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Ich bin froh, dass es mir gelungen ist,

diese beiden Pole – Kampf ums Comeback

auf der einen, Erhalt der Lebensfreude

auf der anderen Seite – unter einen

Hut zu bringen. Dazu gehörte für

mich auch, Emotionen zuzulassen.

Wenn mir zum Heulen zumute war,

habe ich geweint. Das war mir wichtig.

Es kann sich wohl jeder ausmalen,

wie groß bei mir Dankbarkeit und Erleichterung

waren, als ich Ende März

Mit den ÖFB-

Frauen ist Viktoria

Schnaderbeck

erfolgreich in die

EURO-Qualifikation

gestartet.

erstmals in einem Meisterschaftsspiel

für Arsenal London auflaufen konnte.

Ich wollte jede Sekunde genießen, das

Gefühl, wieder Fußball spielen zu können,

voll auskosten. Dass wir einen Monat

später Meister wurden, war für mich

ein echtes Happy End, eine Belohnung

und Bestätigung dafür, dass sich der

Kampf ausgezahlt hat. Mir wurde vor

ICH BIN FROH, DASS

ES MIR GELUNGEN IST,

DIESE BEIDEN POLE –

KAMPF UMS COMEBACK

UND ERHALT DER

LEBENSFREUDE – UNTER

EINEN HUT ZU BRINGEN.

Augen geführt: Nach jedem noch so tiefen

Tal geht es irgendwann auch wieder

bergauf.

Die Vorbereitung in diesem Sommer

habe ich dazu genutzt, wieder in meinen

Rhythmus zu kommen, die Abläufe

zu verinnerlichen, spielfit zu werden.

Mein Ziel ist es, in der kommenden

Saison regelmäßig zum Einsatz zu kommen,

was bei unserem Programm mit

nationalen Bewerben und der Champions

League wohl auch der Fall sein

wird. Darauf freue ich mich riesig. Wir

werden in der Liga der Gejagte sein,

eine Rolle, die nicht viele meiner Mitspielerinnen

kennen, die ich aber vom

FC Bayern gewohnt bin. Da kann ich

meine Erfahrungen einbringen. Ich sehe

die Saison als riesige Chance für uns, an

unseren Aufgaben zu wachsen.

So wie es mir auch mit meiner

Verletzung gelungen ist.

134 SPORTaktiv


SPORTUHREN

NEWS

Fotos: Hersteller

IWC

IWC PILOT’S WATCH DOUBLE

CHRONOGRAPH TOP GUN

CERATANIUM

Stattliche 44-mm Durchmesser zieren das Heldenhandgelenk

des Trägers dieses Bombers. Die Höhe von 16,7 mm

lässt einiges an Technik im Inneren des Gehäuses aus Ceratanium

vermuten. Tatsächlich benötigt der Doppelchronograph-Mechanismus

etwas mehr Raum als herkömmliche

Chronos. Dieser ermöglicht das Ablesen von Zwischenzeiten

innerhalb einer Minute. Bei allen Fliegeruhren von

IWC schützt ein Mantel aus Weicheisen das wertvolle

Uhrwerk vor Magnetfeldern. In Zeiten von Induktionsherden

nicht nur für Piloten interessant. Preis: 14.700,– Euro

www.iwc.com

SEIKO

PRESAGE AUTOMATIK

CHRONOGRAPH

Auch wenn es um Mechanik geht, ist den Japanern

ein Hang zur Präzision nicht abzusprechen. Der Uhrengigant

Seiko stellt dies mit diesem Schönling aus der

Presage-Reihe eindrucksvoll zur Schau. Wahre Schönheit

kommt auch hier von innen, ist das Kaliber doch

mit technischen Leckerbissen ausgestattet. Säulenrad

und vertikale Kupplung sorgen für exaktes Schalten,

ein 3-Punkt-Herzhebel für unmittelbare Nullstellung

der 3 Chronographenzeiger. Preis: 2199,– Euro

www.seiko.at

A. LANGE & SÖHNE

SAXONIA TRIPLE SPLIT

Vermag ein „gewöhnlicher“ Doppelchronograph bloß

Zwischenzeiten anzuzeigen, welche innerhalb einer Minute

stattfinden, so schafft es diese Ausnahmeuhr der

Ausnahmekönner aus Glashütte in Sachsen bei allen drei

Anzeigen. So erhalten hier der zentrale Sekundenstopper,

der Minutenzeiger und der Stundenzeiger einen Verfolger.

Praktisch, wenn etwa nach mehreren Stunden eine Zwischenzeit

abgelesen werden soll, etwa bei nervenzerfetzenden

Schildkrötenrennen. Dennoch: Das mechanisch

Machbare wird bei dieser Uhr so ziemlich ausgereizt und

der Blick auf die Hunderten Einzelteile des Werks ist einfach

nur faszinierend! Preis über 140.000,– Euro

www.alange-soehne.com

LOS, STOPP,

RETOUR …

Ja, und nach dem Retour

geht´s wieder los. Bei einem

Chronographen ist das ganz

sicher der Fall, ist es doch seine

urtümlichste Aufgabe die Zeit

zu messen. Wörtlich übersetzt

bedeutet Chronograph eigentlich

Zeitschreiber und die ersten

Exemplare taten dies tatsächlich.

Das im Jahr 1821 entwickelte

Wunderwerk des Uhrmachers

Nicolas Rieussec markierte die

vergangene Zeit mittels Tintenklecks

auf einer Papierrolle.

Trotz genialer Durchbrüche im

Bereich der Miniaturisierung

macht eine Handgelenksvariante

dieser Technologie eher

keinen Sinn. So ermöglichen

bei modernen, mechanischen

Armbandchronographen meist

Zeiger das Ablesen von Zeitabschnitten.

Verwendung finden

Chronographen bei vielen

Sportarten, immer dann, wenn

der oder die Schnellste ermittelt

werden muss. Wurde früher

tatsächlich präzise Mechanik

verwendet, so geht es heutzutage

nur noch mit modernster Elektronik.

Hundertstelsekunden

entscheiden über Heldenstatus

oder Randnotiz. Dann schon

lieber Held!

PHILIPP PELZ

Seit bald 25 Jahren professionell

mit der Welt der Luxusuhren

verbunden, widmet er sich hier

schreibend dem Thema Zeitmesser.

SPORTaktiv

135


AUTO

AKTIV

P

SUV GOES COUPÉ

DER NEUE KIA XCEED

VERBINDET DIE PRAK­

TISCHEN VORZÜGE

EINES SUVS MIT DEM

SPORTLICHEN

AUFTRETEN UND

DEM DYNAMISCHEN

HANDLING EINES

SCHRÄG HECK­

MODELLS.

VON ALFRED BRUNNER

Das Jahr 2019 ist geprägt vom neuen Umweltbewusstsein.

Zahlreiche Gewohnheiten

werden damit infrage gestellt, aus

Sicht des Autors völlig zu Recht, there is just

one planet earth! Bevor die Benzin- und Dieselmodelle

mittel- und langfristig den Elektromodellen

Platz machen, gilt es vorerst, den automobilen

Wahnsinn der fetten und übermotorisierten

SUV-Bomber runterzufahren.

KIA setzt mit der vierten Ceed-Baureihe

XCeed (nach dem Grundmodell Ceed, dem

Kombi und dem Shooting Brake ProCeed)

nun einen Crossover in den Markt, der die

Vorzüge eines Kompaktautos mit den praktischen

Vorteilen eines SUVs perfekt verbindet.

Der XCeed ist aber nicht ein Standard-Ceed in

Outdoor-Optik, nein, er ist bis auf die Vordertüren

eine vollständige Neuentwicklung. Die

Abmessungen sind größer als beim Kompaktmodell

Ceed: um 8,5cm in der Länge, 2,1 cm

in der Breite und bis zu 4,2 cm in der Höhe –

bei 18-Zoll-Felgen. Das Fahrwerk ist eine Spur

weicher abgestimmt.

Motorenseitig gibt es drei Benziner und zwei

Diesel aus dem bekannten Ceed-Portfolio zur

Auswahl. 115 bis 204 Pferdestärken warten

damit auf den Galopp. Ab Anfang 2020 folgen

ein 48-Volt-Mildhybrid- und Plug-in-Hybridsysteme.

Für uns Aktivsportler wichtig sind

die 426 Liter Kofferraumvolumen, das auf

1376 Liter erweitert werden kann, sowie die

dreigeteilte (40/20/40) Rücksitzbank für unsere

geliebten Tourenski. Interior-Highlight ist

der neue KIA-UVO-Connect-Onlinedienst in

Verbindung mit dem neuen 10,25-Zoll-Navi.

Die vier Ausstattungsvarianten Titan, Silber,

Gold und Platin lassen keine Ausstattungswünsche

offen.

Der XCeed ist ein echter Europäer – er

wurde in Frankfurt designt und wird in der

Slowakei produziert. KIA-typisch gelten auch

diesmal sieben Jahre Werks- und Mobilitätsgarantie.

Der Kia XCeed startet in der Titan-Ausstattung

mit 1.0 T-GDI bei € 21.790. Fazit:

der KIA XCeed ist die sportliche und vernünftige

Alternative zum herkömmlichen SUV.

Foto: Hersteller

136 SPORTaktiv


RO

BRAUCHT ÖSTERREICH EIN

NEUES NATIONALSTADION?

„FUSSBALL EIN TEIL DES

GROSSEN GANZEN“

„KEIN STEUERGELD

OHNE KONZEPT“

Als Sportstadtrat bin ich einem verantwortungsvoll-

len Umgang mit Steuergeld verpflichtet. Ich kann

Geld nicht freihändig vergeben wie ein Big Spender,

in seine Goldkiste greift. 300 Millionen Euro für ein

neues Nationalstadion, in dem im Jahr vier oder fünf

Fußballspiele stattfinden, das kann den Steuerzahlern

niemand plausibel erklären. Vor allem, wenn kein

Konzept vorliegt, wie Investitionen zurückgezahlt und

der laufende Betrieb finanziert werden sollen. Dazu

kommt, dass das zur EURO 2008 sanierte Happel-Stadion

als Mehrzweckarena sehr gut ausgelastet ist. Neben

Fußballländerspielen finden hier pro Jahr rund 80 weitere

Veranstaltungen statt – aus dem Sportbereich, aber auch

große Open-Air-Konzerte, wo wir von den Veranstaltern

sehr gutes Feedback erhalten. Daneben sind im Stadion

diverse Magistratsabteilungen, die Zentralen des Wiener

Fußballverbands und des ÖFB, Rapid Wien mit seinem

Trainingszentrum und Vereine aus dem Box- und Laufsport

beheimatet. Die Stadt Wien arbeitet derzeit mit Hochdruck

an einem Sportstättenentwicklungsplan. Dabei erheben wir

mit Fachverbänden und externen Experten, welche Maßnahmen

für die Sportinfrastruktur in Wien nötig sind, um den Bedarf

der Sportlerinnen und Sportler abzudecken. Der Fokus soll

auf dem Breitensport liegen, aber auch für den Leistungs- und

Spitzensport braucht es Investitionen. In diesem Zusammenhang

werden wir auch weiter über die Zukunft des Happel-Stadions

nachdenken. Ich habe nie gesagt, dass wir nicht bereit sind, über

Investitionen zu sprechen. Dazu braucht es aber brauchbare Konzepte.

Wenn die vorliegen, stehe ich für konstruktive Gespräche

jederzeit zur Verfügung.

Im Vergleich mit den anderen UEFA-Nationen liegt Österreich im

Bereich Infrastruktur mittlerweile im letzten Viertel. Länder wie vol-

Montenegro, Albanien und Nordmazedonien haben uns überholt.

Ein zeitgemäßes Stadion sowie ein Trainingszentrum ist für den der

ÖFB, die Nationalteams und ganz Fußballösterreich von zentraler

Bedeutung. Man muss schleunigst handeln, wenn man international

konkurrenzfähig bleiben will. Aber der Fußball ist nur ein

Teil eines „großen Ganzen“. Das Konzept muss eine Multifunktionsarena

sein, die ganzjährig Veranstaltungen wie Konzerte,

Kongresse, Business-Events, andere Sportveranstaltungen sowie

eine ausgeklügelte Konzeption im Bereich der Hospitality

vorsieht. Klar ist: Keine noch so große Investition würde das

Ernst-Happel-Stadion zu einem modernen Fußballstadion

werden lassen. Eine von Bund und Stadt in Auftrag gegebene

Machbarkeitsstudie hat zudem ergeben, dass eine wesentliche

Weiterentwicklung des bestehenden Ernst-Happel-Stadions

teurer kommen würde als ein Neubau. Sportstadtrat Peter

Hacker hat mich persönlich informiert und auch öffentlich

kundgetan, dass ein Stadionneubau in Wien nicht realisierbar

ist. Nun ist der ÖFB dabei, mit Experten mögliche

alternative Standorte im Burgenland und in Niederösterreich

zu sondieren und zu evaluieren, um hier zeitnah

die nächsten Schritte setzen zu können. Der Fußball ist

mit rund 300.000 aktiven Spielerinnen und Spielern

sowie über 800.000 gemeldeten Vereinsmitgliedern ein

enormer Gesellschaftsfaktor in Österreich, gerade was

die Zukunftsthemen Gesundheitsprävention und Integration

betrifft. Da müsste es einer Volkswirtschaft

wie Österreich auch wert sein, diesen Beitrag für die

Bevölkerung zu leisten.

Fotos: GEPA-pictures.com

LEO WINDTNER

Präsident des ÖFB

PETER HACKER

Sportstadtrat Wien

137


NACHSPIEL

FOR ICEBERG!

Klimakatastrophe! Erderwärmung! Gletscherschwund!

Das sind ernste Themen!

Die gehen uns alle an! Die Extremsportler

unter uns natürlich, die Extremskifahrer, die

am Gletscher trainieren, so lange es ihn noch

gibt, die Extrembergsteiger, die Extrembergsteigerausrüsterfirmen

und die Alpinisten,

darüber hinaus aber: UNS ALLE! Wir haben

nur diesen einen Planeten! Wir müssen uns

zu unserer Enkelverantwortung bekennen!

Man muss ein Zeichen setzen, meinte ein gut

befreundeter Maler, der bei mir mit seinem

Anliegen natürlich offene Türen einrannte,

und er zeigte mir seine Bleistiftzeichnung

einer Eishalle, in der ein Eisberg steht! Ein

großartiges Bild! Und aberwitzig.

Der Status quo ist ja nur die Spitze des Eisbergs!

Wann wird’s mal wieder richtig Winter?

Ein Winter, wie er früher einmal war …

Wenn die Erderwärmung so weitergeht, wird

man Eisberge in ein paar Jahrzehnten nur

noch in der Eishalle bewundern können, wie

in einem Museum, wie ein Tier in einem Zoo!

Ganz im Ernst! Kein Spaß! Mit Klimaschutz

treibt man keine Späße!

Aus diesem Grund habe ich beschlossen,

das apokalyptische Bild meines Freunds

in Wirklichkeit nachzustellen. Ich nenne

EGYD GSTÄTTNER

Der Klagenfurter ist

freier Schriftsteller

und Hobbysportler.

mein Projekt FOR ICEBERG, als Location

schwebt mir die Eishalle Klagenfurt vor. Als

Sponsor hätte ich gerne die STRABAG und

Immobilienmogule. Die Bilder des Eisbergs in

der Eishalle werden um die Welt gehen! Fünf

Städte mit schönen Eishallen haben leider abgelehnt.

Daher ersuche ich die Stadt Klagenfurt,

die ja schon einmal großen Erfolg damit

hatte, mir ihre Eishalle vier Monate gratis

zur Verfügung zu stellen. Den Eishockeyclub

KAC und seine Anhänger ersuche ich um viel

Verständnis dafür, dass mein Projekt absolute

Priorität hat. Ich wünsche ihm ehrlich

alles Gute. Er kann seine Heimspiele in der

Zwischenzeit gerne in der Trainingshalle, in

Villach oder am Teich austragen.

Ebenso ersuche ich auf diesem Wege alle

Multimillionäre und Milliardäre, gerne auch

Schweizer, die namentlich nicht genannt

werden wollen, sich umgehend zu melden,

mich fürstlich zu unterstützen und finanziell

sorgenfrei zu stellen. Dafür verspreche ich,

dass sie anonym bleiben werden. Dasselbe

gilt für sämtliche Medien, die ich außerdem

einlade, meinen Halleneisberg zu besichtigen.

Einladung meine ich wörtlich: Anreise, Hotel

und Aufenthaltskosten übernehmen meine

anonymen Ermöglicher! Die Extremausdauersportler

dieser Welt werden es Ihnen danken!

Nicht vergessen: Enkelverantwortung! Sport

frei – und lang lebe unser Planet!

IMPRESSUM

sportaktiv.com

EIGENTÜMER/VERLEGER

TOP TIMES Medien GmbH, 8010 Graz, Gadollaplatz 1

Tel.: 0 316/80 63-25 80

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Offenlegung gem. § 25 MedienG mit der Url: sportaktiv.com/de/offenlegung

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Assistenz: Elisabeth Rechling (-25 86)

CHEFREDAKTION

Klaus Molidor (-25 93), E-Mail: klaus.molidor@styria.com

REDAKTION

Christoph Heigl (-25 88), Christof Domenig (-25 89), Thomas Polzer (-25 87)

STÄNDIGE MITARBEITER

Linda Freutel, Markus Geisler, Klaus Höfler, Wolfgang Kühnelt, Wolfgang Kuhn,

Oliver Pichler, Axel Rabenstein, Herwig Reupichler

FOTOREDAKTION

Thomas Polzer (-25 87)

138 SPORTaktiv

SPORTaktiv

06/2019

erscheint am

5. Dezember

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Arnold Pauly (-25 83), E-Mail: arnold.pauly@styria.com

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DESIGN, LAYOUT & PRODUKTION

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HERSTELLER

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Beiträge über Tourismusregionen und Eventankündigungen werden in Kooperation mit der

Tourismuswirtschaft und mit Veranstaltern gegen Druckkostenbeiträge produziert.

ABO-HOTLINE

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Tel.: 01/51414-800, Fax: 01/51414-810, E-Mail: abo@sportaktiv.com

Das Jahresabonnement (6 Ausgaben) kostet € 19,90.


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