Berliner Zeitung 30.09.2019

BerlinerVerlagGmbH

Wasist uns das Klima wert? Die große Debatte – Seiten 4und 8

Österreich

hat

gewählt

Seite 4

12°/17°

Wolken und Regen

Wetter Seite 2

Zu uncool für Mitte –

Katja Berlin geht bummeln

Kolumne Seite 8

www.berliner-zeitung.de

Karneval in Köln: Hertha

gewinnt auswärts 4:0

Sport Seite 20

Montag,30. September 2019 Nr.227 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Nebenjob gesucht? Was

Studenten wissen müssen

Wirtschaft Seite 6

Leichtathletik-WM

Im

Backofen

gegrillt

VonKarin Bühler

Yohann Diniz

quälte sich in Doha

und gabauf.

Der 41 Jahrealte französische Geher

Yohann Diniz aus Épernay

in der Champagne hat sich schon

durch viele außerordentlich harte

Wettbewerbe gequält, seit er 2006

Europameister über 50 Kilometer

wurde und 2007 in der Hitze von

Osaka Zweiter bei der Leichtathletik-

Weltmeisterschaft in Japan. Bei

Olympia in Rio vor drei Jahren etwa

brach er zwischenzeitlich

dehydriert

zusammen,

stand wieder

auf, kippte

sich eine Flasche

Wasser über den

Kopf und lief –

trotz Magenproblemen

und

Durchfall – weiter

bis ins Ziel.

Diniz hält den

Weltrekord über 50 Kilometer Gehen.

Wenn einer wie er, einer von

den Hartgesottenen also,keinen anderen

Ausweg weiß, als beim um

Mitternacht gestarteten WM-Wettbewerb

der Geher in Doha nach 20

Kilometern auszusteigen, ist das ein

bedenkliches Signal.

„Da draußen haben sie uns in einen

Backofen geschoben. Sie haben

aus uns Meerschweinchen gemacht,

Versuchstiere“ –soumschrieb Diniz

das Gefühl der Ohnmacht, das viele

der Ausdauerathleten auf der Strandpromenade

Corniche bei mehr als 32

Grad Celsius und mehr als 70 Prozent

Luftfeuchtigkeit befallen hatte.

Seit dem Beginn der Leichtathletik-WM

in Katar hat es viele befremdliche,

teilweise schockierende

Bilder aus Doha gegeben. Den taumelnden

Marathonläuferinnen folgten

die taumelnden Geher. Taumelnd

hatte die WM begonnen, als

Braima Suncar Dabo aus Guinea-

Bissau im Vorlauf über 5000 Meter

seinem entkräfteten Kollegen Jonathan

Busby aus Aruba unter die

Arme griff und ihn als rennende Krücke

bis ins Ziel stützte. Taumelnd

ging es am Sonnabend weiter, als

sich die 10 000-Meter-Läuferin Alina

Rehaus Laichingen auf der Schwäbischen

Alb vor Bauchkrämpfen

krümmte,wofür sie den Wechsel von

mehr als 40 Grad Außentemperatur

in das auf 26 Grad heruntergekühlte

Stadion verantwortlich machte.

DerPlan der Scheichs,mit derWM

Werbung für ihr Land zu machen, ist

bislang so schief gelaufen wie die Athleten

kurz vor dem Umkippen, die

sich dann kollabiert amBoden wiederfanden

oder in Rollstühlen ins

Medizinzelt gekarrtwerden mussten.

„Ich bin frustriert, verärgert, erschöpft

und enttäuscht, nicht kämpfen

zu können“, sagte der Geher Diniz.

Sein deutscher Kollege Carl Dohmann,

als Siebter im Ziel, sah mit Eisbeuteln

unter seiner Mütze aus wie

der Ritter von der traurigen Gestalt.

Und Evan Dunfee aus Kanada fand

als WM-Dritter noch eine Steigerung

zu Diniz’Bild vomMeerschweinchen

im Backofen: „Ich komme aus der

Tiefe der Hölle“, sagte er.

Berlin läuft

Nasses Pflaster,schnelles

Pflaster: Knapp 47 000

Menschen starteten trotz

Regen zum Berlin-Marathon.

Kenenisa Bekele aus Äthiopien

gewann und verpasste den

Weltrekord nur knapp.

Seiten 9und 17

Das Ost-West-Fremdeln

Forsa-Umfragezum Tagder Einheit: Diedeutsch-deutsche Teilung istnoch spürbar, sagen viele Berliner

VonElmar Schütze

Esbleibt einiges zu tun“, sagt

Bundeskanzlerin Angela

Merkel in ihrem aktuellen

Podcast anlässlich des Tags

der Deutschen Einheit am Donnerstag.

Die Regierungschefin spricht

über deutsch-deutsche Gemeinsamkeiten

und Unterschiede, aber auch

über den langenWegzur Angleichung

der Lebensverhältnisse in Ost und

West. „Einiges zu tun“, so die CDU-

Politikerin, sei noch in Bezug auf die

Entwicklung der Wirtschaftskraft der

neuen Bundesländer. Diese habe

zum Zeitpunkt der Vereinigung 1990

bei nur 43 Prozent der Kraft des übrigen

Bundesgebiets gelegen, inzwischen

sei der Wert auf 75 Prozent gestiegen.

Dieser Anstieg sei„ein großer

Erfolg“, sagt Merkel, aber es reiche

eben noch nicht. Außerdem müssten

zum Beispiel auch die noch bestehenden

Unterschiede im Rentensystem

angeglichen werden.

Überraschend und erschreckend

Wenn nicht alles täuscht, sind die

Unterschiede zwischen Ost und

West im Jahr 30 nach dem Mauerfall

aber noch deutlich vielfältiger, und

sie gehen tiefer. Das geht aus einer

Umfrage des Meinungsforschungsinstituts

Forsa im Auftrag der Berliner

Zeitung hervor. Es gibt sogar einen

kleinen Trend: Ost-West-Unterschiede

werden ganz offenbar wieder

wichtiger.

Laut repräsentativer Umfrage, für

die Forsa vom 17. bis 26. September

1002 Berliner befragte, denken

27 Prozent der Berliner nach eigener

Auskunft darüber nach, ob eine Person,

die sie kennenlernen, aus dem

Osten oder aus dem Westen kommt.

Das Überraschende –oder auch Erschreckende

–daran: Bei derselben

Frage hatten anderthalb Jahre zuvor

nur 19 Prozentgesagt, dass sie auf die

Herkunft ihres Gegenübers achteten.

Ost oder West: Ein Thema bei

neuen Bekanntschaften?

in Prozent

insgesamt

ja nein

Januar 2018

19

September 2019

27

Ost-Teil

West-Teil

25

29

73

71

75

Das klingt nach einer fortschreitenden

Entfremdung.

Forsa ist bei dieser Frage intensiver

ins Detail gegangen und hat herausgefunden,

dass es auch bei dieser

Frage einen –wenn auch kleinen –

Ost-West-Gegensatz gibt. So sagten

29 Prozent der Menschen aus dem

Osten, sie achteten auf die Herkunft

des Gegenübers –bei denWestdeutschen

sind es demnach nur 25 Prozent.

Wenig überraschend ist hingegen,

dass Befragte unter 30 Jahren

deutlich seltener als der Durchschnitt

über die Herkunft ihrer neuen Bekanntschaft

nachdachten.

Ein eher überraschender Gegensatz

der Geschlechter zeigt sich bei

den Antworten auf die Frage, ob die

Folgen der Teilung in Berlin auch

heute noch spürbar seien. 60 Prozent

der Befragten sagten Ja. Größer als

der Ost-West-Unterschied (61 zu 59

Prozent) ist der zwischen Frauen und

Die Folgen der Teilung sind auch

heute noch spürbar in Prozent

ja

nein, sind weitgehend überwunden

insgesamt

81 60

39

Ost-Teil

37

61

West-Teil

59

40

an 100 Prozent fehlende Angaben =weiß nicht

BLZ/HECHER; QUELLE: FORSA

Männern: Sospüren 65 Prozent der

Frauen dieTeilung Deutschlands und

Berlins noch heute,bei denMännern

sind es 54 Prozent.

In ihremEinheitstags-Podcast hat

Kanzlerin Merkel auch die Herstellung

gleichwertiger Lebensverhältnisse

angemahnt. Dies gelte „zwischen

Land und Stadt genauso wie

zwischen Nord und Süd und Ostund

West“, sagte sie.

Dass auch auf diesem Weg „noch

einiges zu tun“ bleibt, belegen die

Forsa-Zahlen. So nannten 29 Prozent

das Lohnniveau als wichtigsten Indikator

für eine immer noch spürbare

Teilung – das ist der mit Abstand

höchste Wert. 44Prozent der Ostdeutschen

halten das unterschiedliche

Lohnniveau für ein besonders

starkspürbares Merkmal der Teilung,

vonden Westdeutschen waren es nur

17 Prozent.

Dazu passen die Antworten auf

die Frage, obOstdeutsche in politischen

Führungspositionen ausreichend

vertreten seien. 48 Prozent

sagten Ja, 31Prozent sagten Nein,

22 Prozent hatten dazu keine Meinung.

Aufgeschlüsselt nach Herkunft

ergibt sich folgendes Bild: 65 Prozent

der Ostdeutschen glauben, Ostdeutsche

seien nicht ausreichend vertreten,

nur 17 Prozent vonihnen hielten

dies sehr wohl für gegeben. DieWestdeutschen

hingegen halten die Ostdeutschen

mehrheitlich für ausreichend

vertreten.

DerbesondereBlick

Ausgeprägt sind auch die Unterschiede

bei Reise-, oder Ausflugszielen:

65 Prozent der Ostdeutschen fahren

„häufig“ in ostdeutsche Bundesländer

(außer Ost-Berlin), bei den

Westdeutschen sind es nur 34 Prozent.

Nach Westdeutschland (außer

West-Berlin) fahren dagegen nur

19 Prozent der Ostdeutschen „häufig“,

bei den Westdeutschen gaben

dies 26 Prozentan.

In einemsind sich die Berliner –ob

Ost oder West –jedoch einig: Auf die

Frage, ob Berliner einen anderen

Blick auf dieTeilung haben als alle anderen,

sagten 83 Prozent Ja–bei den

in Ostdeutschland Geborenen waren

es 84 Prozent, bei den in Westdeutschland

Geborenen 81 Prozent.

GETTY IMAGES/BONGARTS

Schießerei

auf offener

Straße

Berliner Polizei prüft

Verbindungen zu Clans

VonPhilippe Debionne und Eric Richard

Bei einem Streit zwischen zwei

Personengruppen in der Nacht

zu Sonnabend an der Kantstraße in

Charlottenburg hat einer der Beteiligten

auf seine Kontrahenten geschossen.

Zwei Männer wurden getroffen

und schwer verletzt. Worum

es in Charlottenburg ging, ist noch

völlig unklar. Die fünfte Mordkommission

hat die Ermittlungen übernommen.

„Gegen 5.45 Uhr hörten Anwohner

der Kantstraße in Charlottenburg

mehrere Schüsse und setzten

einen Notruf ab“, so ein Polizeisprecher.

Nach Angaben von Augenzeugen

sollen mindestens sechs

Schüsse abgefeuert worden sein.

Zwei Männer,beide 25 Jahrealt, wurden

getroffen und verletzt.

Bedrohung im öffentlichen Raum

Immer wieder kommt es in Berlin im

öffentlichen Raum zu Auseinandersetzungen

mit Schusswaffen mit

Verletzten oder auch Toten, vor allem

im Bereich um den Kurfürstendamm

sowie die Gegend um die EmserStraße

in Neukölln. Oftmals stellt

sich bei den anschließenden Ermittlungen

heraus,dass Täter und Opfer

im Milieu arabischstämmiger Groß-

Familien verwurzelt sind. Das wird

auch im aktuellen Fall geprüft, allerdings

stünden die Ermittlungen am

Anfang, wie ein Polizeisprecher am

Sonntag sagte. Die Täter seien noch

unbekannt.

Wieviele Personen an der Auseinandersetzung

beteiligt waren, ist

derzeit ebenfalls noch unklar. Die

Opfer der Schießerei sollen sich kurz

zuvor in einem Club aufgehalten haben,

der sich ebenfalls in der Kantstraße

befindet. In dessen Eingangsbereich

wurden sie dann von den

Kugeln getroffen. Ob auch die späteren

Täter in dem Club waren, wird

noch ermittelt.

Am Sonnabendvormittag hatte

die Polizei das Areal großräumig abgesperrt,

Spezialisten der Kriminaltechnik

suchten akribisch nach Spuren

und sicherten mehrere Patronenhülsen

sowie einige kleine und

stark deformierte Metallstücke. Bei

ihnen handelt es sich möglicherweise

um Splitter von Projektile. Sie

werden jetzt im Labor untersucht.

Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin

Redaktion: (030) 63 33 11-457

(Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499;

leser-blz@dumont.de

Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76;

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97;

berlin.anzeigen@dumont.de

Postvertriebsstück A6517

Entgelt bezahlt

4

194050

501603

11040


2* Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Tagesthema

Er war Großbritanniens

schillerndster Premierminister

der vergangenen

Jahrzehnte, das Symbol

von „Cool Britannia“: Tony Blair

spricht über das Brexit-Chaos in seinem

Land, die großen Fehler seiner

Labour-Partei, in der er sich nicht

mehr zu Hausefühlt –und er formulierteine

große Bitte an Europa: Habt

Geduld.

Mr. Blair, inDeutschland verfolgen

die Menschen das politische Spektakel

im Königreich und fragen sich, ob

die Briten völlig verrückt geworden

sind. Hat Großbritannien den Verstand

verloren?

Unsere Politikist gerade ein einziges

Chaos,das kann man nicht leugnen.

Die Konservativen haben sich

zumindest vorläufig zu einer rechtsorientierten

nationalistischen Partei

gewandelt. Die Labour-Partei steht

weiter links als jemals zuvor in ihrer

Geschichte. Mit dem EU-Referendum

ist unserePolitik aus den Fugen

geraten. Aber ich kann Ihnen versichern,

wir werden uns über kurz

oder lang erholen – ob der Brexit

stattfindet oder nicht.

Vorwenigen Tagen hat der Supreme

Court die von Premierminister Boris

Johnson erzwungene Suspendierung

des Parlaments für rechtswidrig erklärt.

Wieordnen Siedas Urteil ein?

Die Entscheidung zeigt das Ausmaß

der Krise, in der die Politik

steckt. Als Regierung auf diese Weise

überstimmt zu werden, ist beispiellos,und

es begrenzt die Optionen für

Boris Johnson noch weiter. Letztlich

gibt es nur einen Weg, diese Angelegenheit

abschließend zu klären –die

Bevölkerung in einem erneuten Referendum

abstimmen zu lassen. Anders

als 2016 ist die Wahl nun klar:

Brexit unter Johnsons Bedingungen

oder der Verbleib in der EU.

Für ein Referendum gibt es derzeit

keine Mehrheit im Parlament. Als

wahrscheinlicher gelten Neuwahlen.

Eine Wahl im Zeichen des Brexit

ist im Grundsatz falsch. Wenn das

Parlament durch den EU-Austritt

blockiert ist, dann muss das Volk

dazu befragt werden. Es handelt sich

um eine konkrete, spezielle Angelegenheit.

Das sollte nicht vermengt

werden mit der allgemeinen Frage

einer Parlamentswahl, bei der die

Entscheidung zur Regierungsbildung

auf Basis einer ganzen Reihe

vonThemen getroffen wird.

Etliche Briten fühlen sich betrogen,

weil ihre Anweisung an die Politik

bislang nicht befolgt wurde. Die

Mehrheit der Leave-Wähler wünscht

laut Umfragen einen No-Deal-Brexit.

Warum ist deren Forderung so inakzeptabel,

dass Siesie auf dem Stimmzettel

ignorieren würden?

Weil es nicht vernünftig für das

Land ist. Dasist der Moment, in dem

Politiker führen müssen. Den Auftrag

zu erteilen, ist einfach. Ihn umzusetzen,

nicht. Nunwirdzwar anerkannt,

dass die Angelegenheit zurück

zum Volk getragen werden

muss, aber dies sollte durch den direkten

Weg eines Referendums geschehen.

Im Übrigen mag eine Wahl

auch kein klares Ergebnis ergeben,

es könnte dasselbe passieren wie

2017 und wir enden in einer parlamentarischen

Hängepartie.

Mit Verlaub, Ähnliches gilt für ein

zweites Referendum. Was, wenn die

Brexit-Befürworter wieder gewinnen?

Meiner Meinung nach ist der

Verbleib in der EU das bei weitem

wahrscheinlichste Resultat. Die

Menschen erkennen unter all den

Wirren, dass der Brexit ein Fehler

ist. Aber wie auch immer das Ergebnis

ausfällt, es würde akzeptiert

werden. Falls die Briten nach diesem

ganzen Chaos noch immer für

den Austritt stimmen, werden Leute

wie ich sagen: Okay, das war’s.Entscheiden

wir uns aber fürs Bleiben,

dann verspreche ich Ihnen, dass die

nächste Person, die das Wort Brexit

nur in den Mund nimmt, aus der

Stadt gejagt wird.

In großen Teilen der Labour-Partei

werden Sie als Persona non grata betrachtet,

insbesondere unter Anhängern

des Labourchefs Jeremy Corbyn.

Fühlen Siesich politisch verloren?

Natürlich. Die Labour-Partei hat

meiner Ansicht nach eine funda-

Brexit

Der britische Ex-Premier Tony Blair sieht sein Land aus den Fugen geraten.

Er rechnet mit Boris Johnson ab. Der gerät politisch immer mehr in die Defensive.

„Wir befinden uns

im Endspiel“

ZUR PERSON

Tony Blair, 66, war von1997 bis 2007 Premierminister des Vereinigten Königreichs. Unter

seiner Parteiführung gewann Labour drei Wahlen. Er verfolgte einen Kurs der „politischen

Mitte“ und galt als Erneuerer.2003 zog er an der Seite der USA in den Irak-Krieg.Auf der Insel

ist er deshalb umstritten und unbeliebt. Heute steht er unter anderem dem „TonyBlair Institute

for Global Change“ vor, das sich mit den Folgen der Globalisierung beschäftigt.

AP/AARON CHOWN

mental falsche Richtung eingeschlagen.

Sie wurde von der extremen

Linken übernommen, und

diese Leute haben kein wirkliches

Verständnis,wie Politik funktioniert

oder wie man eine Wahl gewinnt.

Aber in den nächsten zwei, drei Jahren

wird das eine oder andere passieren.

Entweder die Labour-Partei

kehrt zurück zu einer gemäßigteren

Position, oder die britische Politik

wird sich grundlegend neu formen.

Wenn die zwei großen Parteien meinen,

sie könnten sich weiterhin so

verhalten, werden sie an einem bestimmten

Punkt einen Schock erleben.

Denn ich bin ganz sicher nicht

die einzige Person, die sich im Moment

politisch etwas heimatlos

fühlt. In einer Demokratie füllt sich

dieses Vakuum schlussendlich.

DasKönigreich galt stets als schwieriges

EU-Mitglied. Nun verursacht der

Brexit Probleme in der Gemeinschaft.

Warum sollte die EU nach diesem

Drama die Briten überhaupt noch

halten wollen?

Europa wird ohne Großbritannien

schwächer sein. Falls wir in der

von Boris Johnson gewünschten

Form eines verhandelten harten Brexit

aus der EU scheiden, führtdas zu

einem Drittstaaten-Abkommen wie

mit Kanada. Das ist eine massive

Umstellung für die britische Wirtschaft.

Diese Veränderung wirdauch

Auswirkungen auf Europa haben.

Denn Großbritannien wird sich neu

sortieren, es ist ein starkes Land. Wir

werden uns zu einem äußerst attraktiven

Ort für Investoren entwickeln

und sicherstellen müssen, dass wir

den USA näherrücken und den europäischen

Orbit eher verlassen. Die

normale Dynamik eines harten Brexit

wird zueiner Situation führen, in

der wir mit Europa konkurrieren.

Daswäreein Problem.

Welche Form von Unterstützung

wünschen Siesichvom Kontinent?

Wirbrauchen eine Sachevon Europa:

Geduld. Ichweiß, dass die sich

dem Ende neigt, aber meine zentrale

Botschaft lautet: Man kann nicht

eine Entscheidung von solcher Bedeutungauf

der Basisvon Ungeduld

treffen. Ausdem Gefühl heraus,dass

man genervt ist und genug hat. Ich

verstehe diese Psychologie.Wäreich

im Moment Teil einer europäischen

Regierung, wäre ich zutiefst frustriert.

Aber nur mit einer rationalen

Sicht kann dieser Brexit-Albtraum

beendet werden. Vielen Staats- und

Regierungschefs bereitet der Gedanke

Sorgen, dass das Königreich

bei einer erneuten Abstimmung für

denVerbleib votiertund die EU dann

ein dauerhaft in der Europafrage gespaltenes

Land in der Gemeinschaft

mitträgt. Die Angst ist, dass dies das

europäische Projektdestabilisiert.

Istdiese Sorge nicht berechtigt?

Der Brexit ist weder imlangfristigen

historischen Interesse von

Europa noch von Großbritannien.

Wirbefinden uns im Endspiel. Falls

es eine Fristverlängerung gibt, bin

ich sicher, dass wir während dieser

Zeit das Problem lösen werden, so

oder so.

Wie beurteilen Sie die ersten Wochen

vonBorisJohnson alsPremier? Manche

meinen, hinter seinen Aktionen

stecke ein genialer Plan.

DasGenie muss an mir vorbeigegangen

sein. Er hat eigentlich keine

Strategie, nur jene, dass ersie täglich

ändert. Johnson reitet auf dem

Brexit-Tiger, und dieser wird ihn

hinführen, wohin auch immer der

Tiger ihn bringt. Seiner Ansicht

nach schadet es ihm, wenn er den

Brexit nicht am 31. Oktober umsetzt,

weil die Hardliner einen Austritt

um jeden Preis als einzigen Ausweg

sehen, die Sache hinter sich zu

bringen. Aber er muss laut Gesetz

eine Verschiebung der Austrittsfrist

beantragen, das kann er nicht umgehen.

Johnson schließt das aus und fordert

Neuwahlen.

Ja, aber er ist blockiert. Labour

verweigert ihm Neuwahlen, meiner

Meinung nach zu Recht. Es ist das

einzig Schlaue, das die Labour-Führung

getan hat. Boris Johnson steckt

im Moment in derZwickmühle,und

wenn Labour smartist,lassensie ihn

in derFalle.

DasGesprächführte Katrin Pribyl.

Zum Beginn des Parteitags der regierenden

Konservativen ist der

britische Premierminister Boris

Johnson noch stärker unter Druck

geraten. Die Tories tagen von Sonntag

bis Mittwoch in Manchester.

Der Brexit-Experte der oppositionellen

Labour-Partei, Keir Starmer,

warf Johnson vor, Ängste vor

Unruhen zu schüren, wenn der Brexit

Ende Oktober nicht vollzogen

werde. Auf diese Weise könnte der

Premier versuchen, eine Notstandsermächtigung

zu aktivieren, und so

die Verlängerung der EU-Mitgliedschaft

vermeiden. „Wenn das Teil

des Plans von Johnson ist, die Kompetenzen

unter einer Notstandsgesetzgebung

zu missbrauchen, werden

wir ihn vor Gericht und im Parlament

besiegen.“

Außerdem wird Johnson vorgeworfen,

als Bürgermeister von London

eine Geschäftsfrau aus den USA

begünstigt zu haben. Es geht dabei

um Fördergelder und die Teilnahme

an Reisen, von denen die mit Johnson

befreundete Jennifer Arcuripro-

Parteitag der Konservativen in Manchester

Ein Bündel Vorwürfe gegen Boris Johnson

fitiert haben soll, obwohl sie nicht

die erforderlichen Bedingungen erfüllte.

Nach Angaben der Sunday

Times sollen die beiden ein Verhältnis

miteinander gehabt haben. Johnson

und das Ex-Model Arcuriwiesen

die Vorwürfe zurück.

„Ich bin sehr, sehr stolz auf alles,

was wir getan haben, und sicherlich

auch auf das, was ich als Bürgermeister

vonLondon gemacht habe“,

sagte Johnson in einem BBC-Interview.

Eshabe keine Unregelmäßigkeiten

gegeben. Nach Angaben der

Londoner Stadtverwaltung liegen

Indizien für eine Straftat vor. Bewiesen

sei das aber noch nicht. Ob ermittelt

werde, müsse die Polizeiaufsicht

entscheiden. Johnson war von

2008 bis 2016 Bürgermeister der

Hauptstadt.

Die Sunday-Times-Kolumnistin

Charlotte Edwardes bezichtigte

Johnson gar, sie in seiner Zeit als

Chefredakteur des konservativen

Spectator-Magazins um die Jahrtausendwende

begrapscht zu haben.

Später habe sie erfahren, dass es einer

Frau auf der anderen Seite neben

Johnson genauso ergangen sei,

schrieb Edwardes.

Ex-Finanzminister Philip Hammond

warfJohnson unterdessen vor,

die Unterstützung von Spekulanten

zu genießen, die Milliarden auf einen

No-Deal-Brexit gesetzt hätten,

um von dem erwarteten Währungsverfall

zu profitieren. „Für sie taugt

nur ein einziges Ergebnis: ein krachender

No-Deal-Brexit, der die

Währung abstürzen und die Inflation

ansteigen lässt“, schrieb Hammond

in der Sunday Times. Der

Tory-Politiker wurde von Johnson

aus der Fraktion geworfen, nachdem

er mit der Opposition für ein Gesetz

gestimmt hatte,mit dem ein ungeregelter

Brexit verhindertwerden soll.

Johnson war schon zuvor quer

durch alle Parteien wegen seiner

kriegerischen Ausdrucksweise im

Brexit-Streit scharfkritisiertworden.

Er hatte die Befürworter einer weiterenVerlängerung

der Brexit-Frist der

„Kapitulation“ und des „Verrats“ beschuldigt.

(dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute haben viele Wolken teilweise Regen oder Schauer zur Folge. Es werden

Höchstwerte von 16 bis 18Grad erreicht, und der Wind weht in Böen

teilweise mit Sturmstärke aus West. Inder Nacht gibt es Wolken, Sternenhimmel

und Regenschauer, und die Tiefsttemperaturen pendeln sich bei

9bis 7Grad ein.

Biowetter: Die Luftmasse macht

Rheumatikern zu schaffen. Sie klagen

über Gelenk- und Gliederschmerzen

ebenso wie über

Muskelverspannungen. Der Tiefschlaf

verläuft leicht gestört.

Pollenflug: Derzeit sind aufgrund

der Witterung und Jahreszeit größtenteils

keine Pollen in der Luft.

Gefühlte Temperatur: maximal 17Grad.

Wind: frisch aus West.

Wittenberge

10°/16°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

10°/17° 12°/17°

Luckenwalde

10°/17°

Prenzlau

10°/16°

Cottbus

11°/18°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Regen stark bewölkt stark bewölkt

10°/17° 8°/14° 6°/14°

Frankfurt

(Oder)

10°/17°

Ein umfangreiches Tiefdrucksystem liegt über Skandinavien und lenkt anseiner

Westseite kühlere Luft in Richtung Mitteleuropa. Derweil formiert sich vor den

Britischen Inseln Tief Nils und nimmt Einfluss auf Westeuropa. Leichter Hochdruckeinfluss

sorgt über Südwesteuropa für freundliches Wetter.

Sylt

11°/15°

Hannover

11°/17°

Köln

13°/17°

Saarbrücken

11°/17°

Konstanz

12°/20°

Hamburg

11°/15°

Erfurt

11°/16°

Frankfurt/Main

14°/18°

Stuttgart

12°/18°

Rügen

10°/15°

Rostock

10°/15°

Magdeburg

11°/18°

Nürnberg

11°/16°

München

11°/20°

Dresden

12°/17°

Deutschland: Heute gibt es zeitweise

schauerartige Regenfälle bei stark

bewölktem Himmel, und die Temperaturen

steigen am Tage auf 15 bis

20 Grad. Nachts gehen die Werte

dann auf 12 bis 7Grad zurück. Der

Wind weht lokal mit schweren Sturmböen

aus westlichen Richtungen.

Morgen herrscht bei vielen Wolken

wechselhaftes Wetter mit teils schauerartigen

Regenfällen. Dabei werden

Höchstwertevon 10 bis 24 Grad anvisiert,

und der Wind weht schwach

bis mäßig aus Südwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 15°-16°

Nordsee: 15°-17°

Mittelmeer: 21°-30°

Ost-Atlantik: 15°-20°

Mondphasen: 05.10. 13.10. 21.10. 28.10.

Sonnenaufgang: 07:05 Uhr Sonnenuntergang: 18:46 Uhr Mondaufgang: 08:57 Uhr Monduntergang: 19:59 Uhr

Lissabon

27°

Las Palmas

31°

Madrid

29°

Reykjavik

11°

Dublin

13°

London

19°

Paris

21°

Bordeaux

26°

Palma

29°

Algier

32°

Nizza

27°

Trondheim


Oslo


Stockholm

11°

Kopenhagen

15°

Berlin

17°

Mailand

25°

Tunis

29°

Rom

28°

Warschau

17°

Wien

22° Budapest

23°

Palermo

27°

Kiruna


Oulu

11°

Dubrovnik

25°

Athen

31°

St. Petersburg

13°

Wilna

14°

Kiew

21°

Odessa

23°

Varna

27°

Istanbul

29°

Iraklio

27°

Archangelsk


Moskau

15°

Ankara

26°

Antalya

30°

Acapulco 28° bedeckt

Bali 37° heiter

Bangkok 34° heiter

Barbados 30° heiter

Buenos Aires 25° Schauer

Casablanca 30° wolkig

Chicago 28° wolkig

Dakar 31° sonnig

Dubai 38° sonnig

Hongkong 35° sonnig

Jerusalem 29° sonnig

Johannesburg 25° wolkig

Kairo 33° sonnig

Kapstadt 19° heiter

Los Angeles 19° sonnig

Manila 30° Gewitter

Miami 32° heiter

Nairobi 32° wolkig

Neu Delhi 29° bewölkt

New York 21° bewölkt

Peking 31° sonnig

Perth 23° heiter

Phuket 32° wolkig

Rio de Janeiro 22° wolkig

San Francisco 18° sonnig

Santo Domingo 30° Gewitter

Seychellen 26° heiter

Singapur 31° Gewitter

Sydney 15° Schauer

Tokio 30° wolkig

Toronto 19° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 3· ·

·······················································································································································································································································································

Seite 3

Der Wasser-Mann

Besessen vom Ozean: Bernhard Wache aus München, 47 Jahre alt, Künstler und Seatrekker. MEIKO HERRMANN (2)

Als mich allmählich die Kraft verlässt,

bin ich noch lange nicht am

Ziel. Ichschwimme gegen die Strömung

des Meeres an, entlang einer

kroatischen Inselküste. Rechts von mir:

blaue Weite bis zum Horizont. Links vonmir:

löchrige Kalksteinfelsen, die das Meer über

die Jahrtausende scharf geschliffen hat.

Meine Hände sind schon zerschnitten von

denVersuchen, daran im starkenWellengang

Rast zu finden. Es bleibt nur der Wegnach

vorn.UnterWasser wiegt das Seegras hin und

her, ein beruhigender Rhythmus angesichts

meines Kampfes. UmKraft zu sparen, muss

ich die Flossen gleichmäßig durch das Wasser

treiben. Bloß nichts durch den Schnorchel

schlucken. Keine Panik.

Zwanzig Minuten später erreiche ich den

abgelegenen Steinstrand, den wir uns vorher

auf der Karte als Ziel gesetzt hatten. Bernhard

Wache steht in seinem Neoprenanzug

schon dort, die Taucherbrille auf die Stirngeschoben.

Hinter ihm wachsen Granatapfelund

Feigenbäume am Fuße steiler Felsen,

die diese Bucht vom Land aus unerreichbar

machen. Ichkrieche ans Ufer,meine Glieder

zittern. „Dahaben zwei Kilometer schon gereicht,

dass du eine existenzielle Erfahrung

machst“, sagt Bernhard mit seinem zarten

bayrischen Akzent. Ichschlafe vorseinen Füßen

ein.

Jenseits der Routine

Bernhard Wache ist 47 Jahre alt, wirkt aber

mindestens zehn Jahre jünger. Das habe der

Ozean mit ihm gemacht, sagt er. Sein Element,

seine große Sehnsucht, der er folgt,

wann immer er kann. Diesmal hat er den Fotografen

Meiko und mich mitgenommen in

seine Welt, zum Seatrekking, wie er es nennt.

Bernhard und die weltweit etwa 50 anderen

Seatrekker zieht es an die einsamen Küsten

dieserWelt, vonThailand bis Teneriffa, wo sie

mit Karbonflossen, Neoprenanzug, Taucherbrille

und Schnorchel tagelang Dutzende Kilometer

zurücklegen und in der Wildnis biwakieren.

Auf ihren Trails möchten sie eins

werden mit der Unterwasserwelt, die sie mit

fließenden Bewegungen durchströmen.

Wirtreffen BernhardWache einen Tagvor

unserem gemeinsamen Aufbruch im kroatischen

BergdorfBeli, auf der Insel Cres. Erist

ein Alien unter den Touristen aus Deutschland

und Österreich, die hier Urlaub von ihrem

geregelten Leben machen. Wache, der

sonst als Künstler in München mit Glas und

Licht experimentiert, ist ein Getriebener.

Sein Glück wartet da draußen, fernab von

Strandbars und Ferienhotels. Es liegt im

Meer, das die meisten seiner Artgenossen

nur oberflächlich kennen, in 15, 20 Meter

Tiefe vielleicht –indem Gefühl, schwerelos

durch die Unendlichkeit zu gleiten. Dieses

Glück, sagt er, lässt sich nicht mit einer Kreditkarte

kaufen. Er ist besessen vomOzean.

Er selbst hat die Bewegung des Seatrekking

mit Anfang zwanzig für sich gefunden

und seitdem weiterentwickelt. Seine Inspiration

waren die anderen wasserliebenden

Säuger wie Otter, Robben und Delfine. Er

wollte die üblichen Routinen durchbrechen,

Bernhard Wache hat eine Technik entwickelt,

mit der er große Strecken im Meer zurücklegen kann –und zwar

unterhalb der Wasseroberfläche.

Seine Seatrekking-Touren sind etwas für Abenteurer.

Eine Mutprobe in der kroatischen Adria

mit denen sich der Mensch im Meer bewegt:

entweder horizontal, beim Schwimmen

oder Kajakfahren – oder vertikal beim

Apnoe- oder Tiefseetauchen. Seatrekking ist

die Verbindung von Weite und Tiefe, von

Schnorcheln, Freitauchen und Streckemachen

unter der Wasseroberfläche. Bernhard

Wache streckt im Wasser die Arme nach

vorn, die Hände dabei flach aufeinandergelegt,

und vollführtmit dem Körper eine Wellenbewegung

vonden Fingerspitzen bis zum

Flossenende.

Auf einer Karte erklärt uns Wache die

Route für unseren Trip abseits der Zivilisation.

Dann packen wir die Ausrüstung, Trinkwasser

und Essen für vier Tage in die riesigen

Rucksäcke, die er selbst entwickelt hat. Sie

sind wasser- und luftdicht, außerdem aufblasbar,

damit wir sie später im Wasser an

elastischenSeilen hinter uns herziehen können.Wenn

sie schwimmen, bemerkt man die

25 Kilo kaum. Doch wir müssen sie erst mal

sechs,sieben Kilometer durch die zerklüftete

kroatische Felslandschaft schleppen, aus der

sich trockene Büsche und knorrige Bäume

trotzig erheben. „Wenn du dich in der freien

Natur bewegst, musst du immer auch etwas

geben“, sagt Bernhard.„Sonst macht sie dich

fertig.“ Es duftet nach wilden Kräutern. Wir

wandernauf den alten Bergpfaden der Schäfer,

die ihre Tiere einst hier entlangtrieben.

Kein Mensch weit und breit, nur manches

zottelige Schaf streift einsam durch die Wälder.

ImSonnenuntergang erreichen wir einen

Strand.

Eine Gruppe betrunken palavernder Österreicher,

die mit einem Luxusmietboot in

der Buchtankern, störteigentlich kaum. Wir

sind ohnehin in verschiedenen Welten unterwegs.

Denn was praktisch sofort passiert,

wenn man nur das Nötigste mitgenommen

hat und nassgeschwitzt am Strand ankommt

nach einem dreieinhalbstündigen Hitzemarsch:

Diekleinen Dinge werden großartig.

Daseine und einzige lauwarme Bier,das wir

jetzt teilen; das über dem Kocher zusammengerührte

Porridge mit Honig, Rosinen

und Nüssen; die salzige Brise vom Meer her

und Millionen Sterne am Himmel. Dasalles,

so unser aufrichtiges Gefühl in dem Moment,

ist –völlig klar –der absolute Wahnsinn.

Mitder Morgensonne erwachen die Zikaden,

ihr lärmendes Zirpen ist der Soundtrack

VonMartin Theis, Cres

Seatrekker strecken im Wasser die Arme nach

vorn, die Hände dabei flach aufeinandergelegt, und

vollführen mit dem Körper eine Wellenbewegung

von den Fingerspitzen bis zum Flossenende.

der Insel Cres. Als ich um 6.43 Uhr von meiner

Luftmatratzeinden Himmel blinzle,köchelt

neben mir schon ein Blechpott mit Kaffee.BernhardWache

sitzt daneben, mit einer

zierlichen Espressotasse aus Blümchenkeramik,

die nicht recht zur ansonsten strikt

funktionalen Outdoorausrüstung passt. „Ich

bin nicht so der Survival-Typ, der unbedingt

versuchen muss, nur mit einem Messer in

der Wildnis zu überleben“, sagt er.„Aber nur

mit einem Messer und soeiner Tasse, das

könnte ich mir vorstellen.“ Dann schaut er

wieder ins Blaue, als sei er in Gedanken

schon dortdraußen unterwegs.

DerMensch ist im Meer ja erst einmal ein

ziemlicher Depp,inGrazie und Überlebenskompetenz

so ziemlich allem unterlegen,

was da sonst noch so schwimmt. Die intuitiveBewegung

im Ozean haben wir verlernt,

zu lange ist es her, dass unsere urzeitlichen

Vorfahren an Land krochen. Die fließende

Bewegung, mit der BernhardWache Strecke

macht, erfordert eine Menge Übung. Wir

sind dabei anfangs so unbeholfen wie

Neuntklässlerbei der ersten Tanzstunde.

Doch der Meeresmensch übt mit Meiko

und mir ganz geduldig in der Bucht. Wir lernen,

in der Vorwärtsbewegung abtauchen,

die Nase zuzuhalten und mit geschlossenem

Mund Luft von innen in die Ohren zupressen,

um den Wasserdruck ausgleichen. Weil

wir in den Neoprenanzügen sonst oben

schwimmen würden wie Korken, tragen wir

kleine Trinkrucksäcke auf dem Rücken, wie

sie Marathonläufer benutzen, allerdings gefüllt

mit Steinchen vomStrand.

Seit ich mit zwölf Jahren einmal fast im Atlantik

ertrunken wäre, weil ich nicht mehr

gegen die Strömung ankam, reicht mir seichtes

Planschen, um mich eins mit dem Meer

zu fühlen. Wache aber erweitert imblauen

Raum stetig seineGrenzen, seit seinVater ihn

als Knirps ins Salzwasser schob. Auf der italienischen

InselElba büxte er mit drei Jahren

aus, um am Strand Krebse zu jagen, und

kehrte erst nach Sonnenuntergang zurück

zum Campingplatz, wo ihn schon alle panisch

suchten. Dort schwamm er als Heranwachsender

kilometerweit auf seiner Luftmatratze.

Dort entdeckte er irgendwann für

sich selbst den Druckausgleich und übte

dann den ganzen Tag Freitauchen in der

Bucht. Er merkte,dass das Meer die Kraft hat,

Raum undZeitvergessen zu machen.

Das kroatische Meer ist schon ein bisschen

leergefischt, was der meditativen Wirkung

aber keinen Abbruchtut. Da unten, bei

den Korallen und Seeigeln, bei den Seegurken

und dem sanft sich wiegenden Seegras,

zwischen gelegentlich dann doch vorbeihuschenden

Schwärmen silberner Minifische,

im Reich der Taschenkrebse und Rippenquallen,

ist es unvorstellbar, dass man da

oben bald wieder irgendwelche Termine hat.

Hier unten spielt all das, was da oben so

selbstverständlich das Leben bestimmt,

schlicht keine Rolle. Dieser blaue Wer-binich-eigentlich-wirklich-Raum

ist schier endlos,viel

größer zumindest als der persönliche

Radius oben, der einen aber seltsamerweise

doch so stressen kann, als wäreerdie einzige

verfügbareWirklichkeit.

Wache, der das alles natürlich schon viel

länger weiß, ist zurück in seinem Element. Er

durchfließt das Meer, kommt meist nur für

einen einzigen Luftzug nach oben, taucht

dann wieder ein und macht das fünf, zehn

Minuten lang. Immer wieder kommt er bei

mir vorbei und checkt, ob alles okay ist.

Dann schwebterwieder im blauen Raum auf

15 Metern Tiefe, oder sinkt hinab auf den

Meeresgrund und geht in die Knie wie zum

Gebet. Manchmal könne er da unten alles

loslassen, hatte er mir an Land erzählt, ein

heilsamer Weg der Selbstaufgabe sei das,

brutale Freiheit.

So nötig viele Menschen eine solche Erfahrung

womöglich hätten und so gerne

Bernhard Wachesie jedem vermittelt, der sie

sucht: Seatrekking kann nicht zum Breitensport

werden, das Wachstumspotenzial ist

natürlich begrenzt. Zumeinen wollenWache

und seine kleine Community möglichst

keine Spuren in derNatur hinterlassen. Zum

anderen muss man sich mit der Materie beschäftigen

und kann sich nicht einfach

blindlings ins Abenteuer stürzen. Ein Seatrekking-Trip

durch die Unterwassserwelt,

mit Biwakieren in der Natur,gerät ebendoch

fast immer zu einer existenziellen körperlichen

und psychischen Herausforderung –

wie ich selbstauf denletzten Metern unserer

ersten Etappemerke.

Erschöpfung,Euphorie –und Hunger

Als ich nach dem Endspurt im Meer am

Steinstrand liege undlangsam wieder zu mir

komme, hat Wache schon eine Plane gespannt,

unter derwir Schutz vordem aufziehenden

Regen finden. Über unstürmensich

Wolken. Meine Erschöpfung weicht allmählich

der Euphorie, es geschafft zu haben –

undeinemübermächtigen Hungergefühl.

Er habe einen Traum, erzählt uns Bernhard

Wache später bei einem Teller Spaghetti:

einengigantischen Trail, sein persönlicher

Mount Everest. Über den Tiefseegräben

zehn Kilometer vor der sri-lankischen

Hafenstadt Trincomalee versammeln sich

einmal im Jahr die Meeressäuger –Blauwale,

Pottwale und Gruppen vonHunderten Spinnerdelfinen.

Mit einem befreundeten Freitauch-Profi

will er dorthin gelangen, drei

Tage und zwei Nächte über das offene Meer

und nachts abwechselnd schlafen auf einer

speziellen, leichten Luftmatte. Sie suchen

dafür gerade Sponsoren. „Ich möchte zu den

Bewohnern der blauen Wildnis und mit ihnen

Zeit verbringen“, sagt er.„Dort, wo sich

die Kräfte des Meeres bündeln.“

Dann nimmt Bernhard seine Matte und

geht durch den Regen bis zum Wasser. Er

wirft sie hinein und setzt sich im Schneidersitz

darauf. Es donnert. Mit geschlossenen

Augen treibt er hinaus aufs Meer.

Martin Theis ist in den Wellen seekrank

geworden, würde aber jederzeit

wieder mit Bernhard Wache losziehen.


4* Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Politik

NACHRICHTEN

Ukraine-Affäre: US-Präsident

Trump schlägt zurück

Nach den Turbulenzen der vergangen

Woche in der Affäreumden

möglichen Machtmissbrauch ist US-

Präsident Donald Trump wieder in

den Angriffsmodus übergegangen.

DieUkraine-Affäreund der Vorstoß

der Demokraten, ein Amtsenthebungsverfahren

gegen ihn anzustrengen,

seien der „größte Betrug in

der Geschichte der amerikanischen

Politik“, sagte Trump in einer auf

Twitter veröffentlichten Video-Botschaft.

„Es ist alles sehr einfach: Sie

versuchen, mich zu stoppen, weil ich

für euch kämpfe.Und ich werdedas

niemals zulassen.“ (dpa)

Thüringer NSU-Ausschuss

kritisiertJustiz

Im Abschlussbericht des zweiten

Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses

werden Richter und Staatsanwälte

im Land vonden Abgeordneten

scharfkritisiert. So habe es bei

der Justiz nur „wenige Erkenntnisse“

darüber gegeben, wie sich etwa die

rechtsextreme Szene mit der Organisierten

Kriminalität überschnitten

habe,steht im Abschlussbericht des

Ausschusses.Woeinzelne Fakten bekannt

gewesen seien, seien diese als

irrelevant erachtet worden. (dpa)

Anschläge überschatten

Wahl in Afghanistan

Überschattet vonDutzenden Anschlägen

haben die Afghanen einen

neuen Präsidenten gewählt. Mindestens

fünf Menschen wurden nach

Behördenangaben bei der ersten

Runde der Präsidentschaftswahl am

Sonnabend durch Angriffe der radikalislamischen

Taliban getötet und

Dutzende weitereverletzt. Präsident

Aschraf Ghani, der erneut für das

Amt des Staatschefs kandidierte,

hatte die 9,6 Millionen registrierten

Wähler aufgerufen, trotz der Drohungen

der Taliban vorder Wahl ihre

Stimmen abzugeben. (AFP)

Wieder Demonstrationen

und Gewalt in Hongkong

Der CO 2 -Streit

Das Klimapaket polarisiert: Die Grünen profitieren, die Regierungsparteien verlieren. Und alle reden mit

VonSteven Geyer und Jörg Köpke

Nach dem Beschluss des

Klimapakets durch die

Bundesregierung und

nach dem Klimagipfel

der Vereinten Nationen bestimmt

die Klimapolitik weiterhin die Debatte

in Deutschland. Auch dabei

zeigt sich eine Polarisierung in der

Parteienlandschaft: DieGrünen profitieren,

die Regierungsparteien verlieren

– und die AfD hofft auf ein

neues Mobilisierungsthema.

Die Grünen, die sich dank der

Wähler-Unzufriedenheit mit dem

schwarz-roten Klimapaket in neuen

Umfragen sogar den Spitzenrang mit

der CDU/CSU teilen, sehen dabei

Verbote als zentrales Element.

So sagte Parteichefin Annalena

Baerbock am Sonntag im Deutschlandfunk,

sie sehe „das Ordnungsrecht,

man kann es auch Verbot nennen,“

als erfolgreichstes und zugleich

sozial gerechtes Instrument in

der Umweltpolitik. Als Beispiel

nannte sie Asbest in Baustoffen: Da

habe man auch nicht gesagt, „das

müssen wir jetzt einmal ein bisschen

teurer machen, sondern man hat es

verboten“, so Baerbock.

Forderungen und Verdruss

Es sei zudem zu zaghaft, dass die

Bundesregierung klimaschädliche

Brennstoffe aus Öl, Erdgas und Kohle

erst ab 2021 verteuernwill, indem sie

mit einem CO 2 -Preis von zunächst

nur10Europro TonneCO 2 einsteigt.

Benzin würde dann etwa drei Cent

proLiter teurer.

Tatsächlich meldeten sich inzwischen

auch aus der CDU Stimmen,

die langfristig mehr wollen. So fordert

Unionsfraktionsvize Andreas

Jung, die Obergrenze für den CO 2 -

Preis bis 2030 auf 180 Euro proTonne

anzuheben. Das könnte einen Aufpreis

vonmehr als 50 Cent für Treibstoffe

bedeuten – also Spritpreise

von zwei Euro pro Liter. Mit Zwischenschritten

über 35 Euro ab 2025

und 60 Euro ab 2026 solle so die Zielmarke

von180 Euro erreicht werden.

Diese entspricht den Schäden, die

eine Tonne CO 2 laut Umweltbundesamt

verursacht.

Erste Reaktionen fallen jedoch

kritisch aus: Rainer Holznagel, Präsident

des Steuerzahlerbundes, sagte

Im Zentrum der Debatte: das Auto und der Preis für den Sprit.

der Berliner Zeitung ((Redaktionsnetzwerk

Deutschland, RND), wenn

die Spritpreise derart explodieren

würden, wäre eine deutlich höhere

Pendlerpauschale nötig. So wichtig

ein CO 2 -Preis sei, so wenig dürfe man

„die Menschen überfordern, sonst

wird der Politikverdruss nur noch

größer“, so Holznagel. „Auf dem

Land steht nicht der öffentliche Personennahverkehr

vor der Tür, und

die Arbeit ist oftmals auch nicht um

IMAG0 IMAGES

die Ecke.“ FDP-Wirtschaftsexperte

Hagen Reinhold spricht von einem

unsinnigen Überbietungswettbewerb.„Ichfrage

mich, wendie Regierung

steuern will, wenn sie durch

eine höherePendlerpauschale astronomische

Spritpreise zurückzahlt“,

sagte er dem RND.Ohnehin sei völlig

unklar, obund wie die CO 2 -Abgabe

überhaupt wirkt. Wichtiger sei deshalb

eine Deckelung des CO 2 -Ausstoßes

proJahr.

Die Linke fordert dagegen mutigere

Schritte – etwa eine absolute

Obergrenzefür den CO 2 -Ausstoß pro

Pkw. „Solange CO 2 -Grenzwerte nur

im Durchschnitt der angebotenen

Fahrzeuge eingehalten werden müssen,

gibt es keine Notwendigkeit für

Autokonzerne, Spritfresser aus dem

Programm zu nehmen“, sagte Parteichef

BerndRiexinger.

Die AfD hat derweil das Mobilisierungspotenzial

des Themas erkannt:

DerProtest gegen den Klimaschutz

soll laut Parteichef Alexander

Gauland zum neuen Kernthema

werden.„Die Kritik an der sogenannten

Klimaschutzpolitik ist nach dem

Euro und der Zuwanderung das

dritte große Thema für die AfD“,

sagte er der Welt am Sonntag. Sie

habe dabei ein Alleinstellungsmerkmal,

da alle anderen beim Klimaschutz

mitmachten – seine Partei

aber der Klimaforschung widerspricht

und die Rolle des Menschen

beim Klimawandel für „zumindest

umstritten“ hält.

Die Wünsche der Deutschen

In ersten Meinungsumfragen nach

den Groko-Klima-Beschlüssen hatten

sich widersprüchliche Mehrheiten

gezeigt:Viele Deutsche gaben an,

dass ihnen der Klimaschutz wichtig

sei und sie unzufrieden mit dem Klimapaket

sind.

So sahensowohlimneuen Trendbarometer

von RTL/ntv als auch im

ZDF-Politbarometer Mehrheiten

von 52und 59 Prozent den Klimaschutz

als derzeit wichtigstes Thema

an. Im Politbarometer gaben zudem

53 Prozent an, das Klimapaket der

Groko gehe ihnen nicht weit genug.

Nur13Prozent geht es zu weit.

Die Grünen als Partei, der man

bei dem Thema am meisten zutraut,

legten drei Prozentpunkte zu. Sowohl

CDU/CSU, als auch SPD verloren

ein bis zwei Prozentpunkte –so

dass Union und Grüne erstmals auf

Augenhöhe bei 27 Prozent liegen.

DieAfD schob sich auf Bundesebene

erstmals vor die SPD (14 zu 13 Prozent).

Die von der Groko beschlossene

CO 2 -Abgabe ab 2021 reicht den meisten

Befragten allerdings aus. 33Prozent

wünschen sich eine stärkereBesteuerung

vonBenzin und Diesel. 63

Prozent lehnen das ab.

Höcke darf

„Faschist“

genannt werden

Der AfD-Politiker unterliegt

vor Gericht in Meiningen

VonJörg Köpke

Eigentlich sollte das Motto „Protest

gegen die rassistische AfD

insbesondere gegen den Faschisten

Björn Höcke“ den Gegnern eines

Auftritts des Rechtsauslegers in Eisenach

verboten werden. So hatte es

die Stadtverwaltung beantragt und

in einem ersten Urteil auch Recht

bekommen. Nun jedoch wurde das

Motto in einem Eilverfahren doch

genehmigt.

Das Verwaltungsgericht Meiningen

hob das Verbot der Bezeichnung

„Faschist“ für Höcke auf, weil die Antragstellerin

„in ausreichendem Umfang

glaubhaft“ gemacht habe,„dass

ihr Werturteil nicht aus der Luft gegriffen

ist, sondern auf einer überprüfbaren

Tatsachengrundlage beruht“.

Das Urteil sei mit Zitatstellen

aus einem Buch Höckes und Presseberichten

„ausreichend belegt“. Die

Richter erklärten, dass es um eine

„die Öffentlichkeit wesentlich berührende

Frage“ gehe, bei der „die

Auseinandersetzung in der Sache

(...) im Vordergrund steht“.

Die Antragsteller führten zahlreiche

Belege an, die Höcke als Faschisten

kennzeichnen sollten. In seinem

Buch „Nie zweimal in denselben

Fluss“ vertrete der AfD-Politiker

„eine faschistische Agenda“. Die

Rede sei dortvon einem neuen Führer

und dem angeblichen „Volkstod

durch den Bevölkerungsaustausch“.

Höcke trete für eine „Reinigung“

Deutschlands von politischen Gegnern

auf und relativiere den Hitler-

Faschismus.

Ein Demonstrant geht mit Mundschutz

durch eine Wolkeaus Tränengas. DPA/V. THAN

Beiden anhaltenden Protesten in

Hongkong ist es am Sonntag zu

schweren Zwischenfällen gekommen.

DiePolizei ging mit Wasserwerfern,

Tränengas und Pfefferspray

gegen Demonstranten vor, die

Brandsätze, Steine und andereGegenstände

warfen. Dutzende wurden

festgenommen. Radikale Demonstranten

schlugen Scheiben an

der U-Bahn-Station WanChai ein.

Anderezündeten Plakate zum 70.

Jahrestag der Gründung der Volksrepublik

am Dienstag an. (dpa)

Zehntausende protestieren

in Moskau

Mehr als 20 000 Menschen haben in

der russischen Hauptstadt Moskau

für die Freilassung politischer Gefangener

demonstriert. Kremlkritiker

Alexej Nawalny,der führende

Kopf der liberalen Opposition, sagte

bei einer Kundgebung am Sonntag,

die Amtszeit vonPräsident Wladimir

Putin werdefür immer in Verbindung

mit solchen unrechtmäßigen

Inhaftierungen gebracht. Menschen

unter Druck zu setzen, diene dazu,

dessen Macht zu sichern. (dpa)

Sebastian Kurz siegt in Österreich

Nach ersten Hochrechnungen liegt die ÖVP klar vorne. Die rechte FPÖ sackt deutlich ab, die SPÖ aber auch

Die konservative ÖVP mit ihrem

Spitzenkandidaten Sebastian

Kurz ist der klare Sieger der Parlamentswahl

in Österreich. Die ÖVP

erreichte am Sonntag 37,1 Prozent

der Stimmen, wie die Hochrechnungen

zeigten. Das ist ein Plus von 5,6

Prozentpunkten im Vergleich zu den

Wahlen 2017.

Diesozialdemokratische SPÖ mit

Pamela Rendi-Wagner verlor 5,0 Prozentpunkte

und kam auf 21,8 Prozent.

So schlecht hat die SPÖ bei einer

Nationalratswahl noch nie abgeschnitten.

Dierechte FPÖ unter Norbert

Hofer erzielte 16,0 Prozent. Das

ist ein deutliches Minus von 10,0

Prozentpunkten.

Grüne mit grandiosem Comeback

Nationalratswahl in Österreich 2019

Hochrechnung 18.50 Uhr,inKlammernVeränderung zu 2017

37,1 %

(+5,6)

ÖVP

Konservative

21,8 %

(–5,0) 16,0 %

(–10,0)

Die zuletzt an der Vier-Prozent-

Hürde gescheiterten Grünen profitierten

von der Debatte um die Klimakrise

und feiernein spektakuläres

parlamentarisches Comeback. Die

Partei mit dem Spitzenkandidaten

Werner Kogler erhielt 14,0 Prozent

der Stimmen nach 3,8 Prozent vor

zwei Jahren. Die liberalen Neos verbessern

sich um 2,5 Prozentpunkte

auf 7,8 Prozent. Die Liste Jetzt

kommt auf 2,0 Prozent.

Am Sonntag waren 6,4 Millionen

Österreicher zur Wahl aufgerufen. Da

mehr als eine Million Stimmen von

Briefwählern erst am Montag ausgezählt

werden, wirdamSonntagabend

von Seiten der Wahlleitung nur das

Ergebnis der Urnenwahl verkündet.

Die Hochrechnungen berücksichtigen

aber bereits das voraussichtliche

Ergebnis der Briefwahl.

Die ÖVP hatte den Wahlkampf

ganz auf Ex-Kanzler Kurz zugeschnitten.

Der 33-Jährige warb damit,

dass er denWegder Modernisierung

des Standorts Österreich fortsetzen

wolle.VieleWähler –soein Ergebnis

der Fernsehduelle –sprechen

ihm hohe Wirtschaftskompetenz zu.

Migrations- und Asylfragen spielten

keine so dominante Rolle wie im

Wahlkampf 2017. Die FPÖ setzte

ganz auf eine Fortsetzung der bishe-

14,0 %

(+10,2) 7,8 %

(+2,5)

2,0 %

(–2,4)

1,3 %

(–0,8)

SPÖ FPÖ Grüne Neos Jetzt Sonstige

Rechtspopulisten

Liberale Linkspopulisten

Sozialdemokraten

BLZ/HECHER; QUELLE: ORF, SORA

rigen ÖVP-FPÖ-Koalition und

warnte vor einem Linksruck bei einer

Koalition der ÖVP mit anderen

Parteien. DieSPÖ setzte auf Themen

wie bezahlbares Wohnen, einen

steuerfreien Mindestlohn von 1700

Euro und generell Menschlichkeit.

Die Grünen fordern unter anderem

eine CO 2 -Steuer, günstige Tickets für

den Nahverkehr und eine flächendeckende

Lkw-Maut.

Die vorzeitige Wahl war wegen

der in Österreich beispiellosen Regierungskrise

vom Mai nötig geworden.

Das von Spiegel und Süddeutscher

Zeitung veröffentlichte Ibiza-

Video von 2017, das den einstigen

FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler

Heinz-Christian Strache anfällig für

Korruption erscheinen lässt, löste

eine politische Kettenreaktion aus.

Nach dem Rücktritt Straches von allen

Ämtern kündigte Kurz auch die

Koalition auf. Wenige Tage später

folgte ein Misstrauensvotum, mit

dem Kurz als Kanzler vom Nationalrat

gestürzt wurde. Seitdem regiert

ein Expertenkabinett unter Kanzlerin

Brigitte Bierlein das Land. Es

bleibt bis zur Bildung einer neuen

Regierung im Amt.

Der Wahlkampf war zuletzt auch

geprägt vonVorwürfen, dass der Ex-

FPÖ-Chef Strache über ein üppiges

Spesenkonto verfügt haben und bei

der Abrechnung von Belegen nicht

korrekt vorgegangen sein soll. Die

Staatsanwaltschaft Wien ermittelt

gegen den 50-Jährigen wegen des

Verdachts der Untreue.Strache weist

die Vorwürfe vehement zurück.

Kurz sagteamAbend, dass er nun

mit allen im Parlament vertretenen

Parteien die Möglichkeiten für ein

Regierungsbündnis ausloten wolle.

„Ich werdemir jeden Schritt sehr gut

überlegen“, sagte er. Eine Fortsetzung

der ÖVP-FPÖ-Koalition wird

laut Umfragen von vielen Wählern

am meisten gewünscht. Viele politische

Beobachter rechnen mit zähen

Verhandlungen und einer Regierungsbildung

erst um den Jahreswechsel.

(dpa)

BjörnHöcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion

im Thüringer Landtag DPA/MARTIN SCHUTT

In erster Instanz war noch entschieden

worden, die Bezeichnung

„Faschist“ im Rahmen eines Protests

gegen eine AfD-Versammlung in Eisenach

zu untersagen. Damit wollten

sich die Initiatoren aber nicht abfinden

und strebten ein Eilverfahren

an –mit Erfolg. Das Gericht in Meiningen

folgte am Donnerstag den

Argumenten der Antragsteller.

Kuchen statt Parolen

Der Schutz der freien Meinungsäußerung

stehe über dem ehrverletzenden

Charakter, den die Bezeichnung

„Faschist“ haben könne, urteilte

das Gericht. Die von der Stadt

Eisenach angeführte strafrechtliche

Relevanz des Begriffs als Beleidigung

sah das Verwaltungsgericht Meiningen

ebenso wenig wie eine Gefährdung

der öffentlichen Sicherheit.

Somit durfte die Aktion am 26.

September unter dem Motto „Protest

gegen die rassistische AfD insbesondere

gegen den Faschisten Björn

Höcke“ stattfinden. Neben dieser

fand auch eine weitere Gegenaktion

statt, die unter dem Motto„Keine Parolen,

dafür Kuchen“ stand. An dieser

beteiligten sich zahlreiche Eisenacher.

„Wir wollten keine parteipolitische

Aktion und schon gar nicht die

Nazi-Keule schwingen“, sagte Initiator

Andreas Artschwager, Vereinschef

des Theaters am Markt. Mit der

Resonanz zeigte er sich zufrieden

und stellte fest, dass Eisenach für

Vielfalt stehe.„Unddiese Vielfalt findet

sich vorallem in den Vereinen.“


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 5· ·

·······················································································································································································································································································

Politik

Die Bilder von damals

Zeitzeugen, Geschichtsinteressierte und Politiker treffen sich in Prag, um sich an die Botschaftsbesetzung vor 30 Jahren zu erinnern –und um zu feiern

VonAndreas Förster

Rudolf Seiters, der als Kanzleramtschef

von Helmut

Kohl an jenem 30. September

1989 auf dem Balkon

der deutschen Botschaft in Prag neben

Außenminister Hans-Dietrich

Genscher stand, kann diesen Moment

nicht vergessen. „Dieser Jubel,

den wir auf dem Balkon hörten, als

wir in diesen verschlammten, nachtdunklen

Garten blickten, wo die Gesichter

gar nicht zu erkennen waren“,

erinnert ersich. „Ich habe in

meinem Leben noch nie so viele Tränen

gesehen, und ich selber hatte ja

auch Tränen in den Augen.“

Seiters, heute 82 Jahre alt, ist am

Wochenende ins Palais Lobkowicz

zurückgekehrt. Hier,inder 300 Jahre

alten einstigen Stadtresidenz der

böhmischen Adelsfamilie Lobkowicz

auf der Prager Kleinseite,befindet

sich seit 1973 die Botschaft der

Bundesrepublik. Am Sonnabend

wurde dort ein Volksfest begangen,

das „Fest der Freiheit“. Anlass war

der 30. Jahrestag des berühmtesten

unvollendeten Satzes der deutschen

Geschichte, den Außenminister

Genscher am 30. September 1989 auf

dem Balkon des barocken Bauwerks

sprach: „Wir sind zu Ihnen gekommen,

um Ihnen mitzuteilen, dass

heute Ihre Ausreise …“ Der Rest seines

Satzes ging damals im Jubel von

rund 4000 DDR-Bürgern unter, die

zum Teil seit Wochen unter chaotischen

Bedingungen im Botschaftsgarten

ausgeharrthatten.

Der Botschaftsgarten in Prag –30Jahre danach. Eine Trabi-Kunstinstallation und eine Foto-Ausstellung erinnernandie Ereignisse im August und im September 1989.

Seit August 1989 waren immer

mehr fluchtwillige DDR-Bürger in

die CSSR gereist, um dortdie Grenze

in den Westen zu überwinden. Weil

jedoch die tschechoslowakische

Grenze –anders als die ungarische

nach Österreich – zu diesem Zeitpunkt

noch scharf bewacht und jeder

Flüchtling an die DDR-Behörden

ausgeliefert wurde, blieb vielen Ausreisewilligen

nur die westdeutsche

Botschaft in Prag als Zufluchtsort. An

den ersten Tagen gelangten die Menschen

noch durch das Torindas Innere

der Vertretung, später mussten

sie den Zaun an der Rückseite des

Grundstücks überwinden. Die Fotos

vonMännernund Frauen, die an Polizeisperren

vorbei wie um ihr Leben

rennen und mit Babys und Kinderwagen

über den eisernen Staketenzaun

klettern, gehören ebenso zum

ikonografischen Gedächtnis der

deutsch-deutschen Teilungsgeschichte

wie Genschers, von einer

Stehlampe geradezu mystisch ausgeleuchteter

Auftritt auf dem Botschaftsbalkon.

Im Palais Lobkowicz konnten sich

am Sonnabend die Besucher des

GETTY IMAGES

Volksfestes viele dieser Fotos noch

einmal ansehen. Die Bilder hingen

auch im Garten, wo zudem die Installation

einer tschechischen

Künstlergruppe aufgebaut war:

mehrere alte Trabis, die an die rund

eintausend, vonden DDR-Flüchtlingen

im September 1989 in den Straßen

rund um die Botschaft zurückgelassenen

Autos erinnern sollten.

Auf Podien schilderten Rudolf Seiters,damalige

Botschaftsmitarbeiter

und ehemalige Flüchtlinge, wie sie

die Tage in Prag und das Ringen um

eine Lösung für die Flüchtlinge erlebt

hatten. DasRote Kreuz hatte originalgetreue

Katastrophenschutz-

Zelte aufgebaut, es gab Essen aus der

Gulaschkanone, ander auch ein ehrenamtlicher

Helfer jener Tage wieder

Brotscheiben austeilte. „Wir haben

im Prinzip 24 Stunden durchgekocht,

weil die Leute hier Schlange

standen“, erinnert sich der Mann

aus Euskirchen.

Für ihn und die vielen anderen

Zeitzeugen, die an diesem Sonnabend

zurückgekehrt waren in das

Haus und den Garten in der Vlašská

19, war es eine kleine Zeitreise. Vor

allem den einstigen Flüchtlingen

dürften dabei die Bilder von damals

wieder vor Augen gestanden haben.

Denn die Bedingungen auf dem Botschaftsgelände

waren trotz aller Bemühungen

der deutschen Helfer katastrophal.

Männer,Frauen und Kinder

drängelten sich in dem durch

Dauerregen in eine Schlammwüste

verwandelten Garten.

Diedortaufgestellten Großraumzelte

reichten längst nicht für alle,

sodass die Männer auf Feldbetten im

Freien schlafen mussten, vor dem

Regen nur notdürftig abgedeckt

durch riesige Planen. Wer Glück

hatte, kam im Palais Lobkowicz unter,woauf

den Gängen und im Treppenhaus

Feldbetten aufgestellt oder

einfache Schlafdecken auf die Fußböden

gelegt worden waren.

Zum8.Mal in Folge

ausgezeichnet

ANGEBOTE GÜLTIG BIS MITTWOCH, 02.10.2019

XXL

MEGAPACKUNG

AUS UNSERER

KÜHLUNG

K-PURLAND

XXL-Schweinenacken/-kamm

ohne Knochen,

am Stück, ca. 2-2,8 kg

kg

(entspr. z.B.für eine

2-kg-Packg. 7.98)

-38%

6.49

3.99

AUS UNSERER

KÜHLUNG

EXQUISA

oder MIREE

Frischkäsezubereitung

versch. Sorten, Exquisa

auch in Scheiben

je 125 -200-g-Packg.

(100 g =0.39 -0.62)

-44%

1.39

0.77

1

italienischer

Tafelapfel

»Gala«,

Kl. I

1-kg-Schale

-25%

1.99

1.49

KINDER

Milch-Schnitte

mit Milch und Honig

10 St. =280-g-Packg.

(1 kg =6.04)

AUS UNSERER

KÜHLUNG

AKTION

nur

1.69 *

FERRERO

Küsschen

Nusspralinen, versch. Sorten

je 20 St. =178-g-Packg.

(100 g=1.12)

nur

AKTION

1.99 *

BARILLA

Collezione Pasta

aus Hartweizengrieß,

ohne Ei, für den

italienischen Genuss

daheim, versch. Sorten

je 500-g-Packg.

(1 kg =2.78)

-30%

1.99

1.39

DASH

Voll- oder

Colorwaschmittel

Pulver 6,5 kg, Color

auch als flüssig 5,5 l,

=100 Anwendungen

je

(pro Anwendung =

0.08)

AKTION

nur

7.77 *

*Aktionsware kann aufgrund begrenzter Vorratsmengen bereits im Laufe des ersten Angebotstages ausverkauft sein. Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen und solange der Vorrat reicht. Alle Artikel

ohne Deko. Abbildungen ähnlich. Irrtum vorbehalten. Für Druckfehler keine Haftung. Firma und Anschrift unserer Vertriebsgesellschaften finden Sie unter kaufland.de bei der Filialauswahl oder mittels

unserer Service-Nummer 0800 /1528352. 1 Bei der Onlineverbraucherumfrage „Händler des Jahres 2019/2020“ in Deutschland, durchgeführt von Q&A Research BV, wählten deutsche Verbraucher die

besten Handelsketten inverschiedenen Kategorien wie bspw. Preisniveau, Aktionen und Angebote, Produktqualität, Service etc. Insgesamt wurden 168.898 Bewertungen abgegeben. Die Umfrage fand

zwischen dem 04.06. -27.08.2019 statt. Kaufland hat in der Kategorie Supermärkte im stationären Handel den ersten Platz erreicht. Mehr Informationen unter haendlerdesjahres.de

Weitere tolle Angebote

unter kaufland.de


6* Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

NACHRICHTEN

Mehr Beschwerden

über Banken

Immer mehr Kunden beschweren sich

bei der Finanzaufsicht über ihreBank.

„Uns haben in diesem Jahr bisher insgesamt

5684 Beschwerden zu Banken

erreicht –Stand 19.September“, sagte

ein Sprecher der Bundesanstaltfür Finanzdienstleistungsaufsicht

(Bafin)

den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.Das

sind bereits mehr als im

gesamten Vorjahr.Damals waren es

5539 Beschwerden, 2017 zählte die

Bafin 5587. Regelmäßig gehe es dabei

um Problemebei der Abwicklungeinzelner

Geschäftsvorgänge wie Kontoführung

oder Überweisungen. Auch

bei der Umstellung auf das neue Onlinebanking-Verfahren

mit starkem

Authentifizierungsverfahren gibt es

häufig Probleme. (dpa)

Bahn fordert hohen

Schadensersatz

DieDeutsche Bahn fordertimZusammenhang

mit dem sogenannten

Lkw-Kartell Schadensersatz in Höhe

vonrundeiner halbeMilliarde Euro.

Diese Summe hätten die Bahn, die

Bundeswehr und andereUnternehmen

einschließlich Zinsen wegen der

Preisabsprachen der Hersteller zu viel

gezahlt, teilte der KonzernamSonntagmit.

Eine entsprechende Klage

werdebeimLandgericht München

eingereicht. Externe Experten hätten

die Summe in einem nun vorliegenden

Gutachten ermittelt.Die Bundeswehr

und 40 weitereUnternehmen

„aus allen Bereichen der deutschen

Wirtschaft“ hätten ihre Ansprücheandie

Bahn abgetreten,

heißt es in der Mitteilung. (dpa)

USA und China

wieder im Gespräch

China leidetunterden US-Strafzöllen für

seine Exportgüter.

FOTO: AFP

China und die USA nehmen bald

wieder Verhandlungen über ein Ende

ihres seit einem Jahr anhaltenden

Handelskrieges auf. In derzweiten

Oktoberwoche werdeeine Delegation

nach Washington reisen, berichtete

das Handelsministerium. Er

hoffe,dass sich beide Seiten in dieser

Verhandlungsrunde aufeinander

zu bewegen können, sagte Vizehandelsminister

Wang Shouwen. Vor

den neuen Gesprächen gab es zwar

einige Gesten des guten Willens auf

beiden Seiten, doch auch wieder

neue Drohgebärden vonSeiten der

US-Regierung. (dpa)

Nutzfahrzeuge

laut TÜV sicherer

In Deutschland zugelassene Nutzfahrzeuge

sind in den vergangenen

Jahren nach Einschätzung des TÜV

insgesamt sicherer geworden. „Die

technische Sicherheit vonLastkraftwagen

hat sich in Deutschland in

den vergangenen Jahren trotz steigender

Beförderungsleistung spürbar

verbessert“, sagte RichardGoebelt,

Bereichsleiter Fahrzeug und

Mobilität beim TÜV-Verband, bei

der Vorstellung des aktuellen TÜV-

Reports Nutzfahrzeuge in Berlin.

Demnach bestand zwar jedes fünfte

Nutzfahrzeug (19 Prozent) mit erheblichen

technischen Mängeln die

Hauptuntersuchung nicht. Im Jahr

2015 betraf dies aber noch 25 Prozent

der Nutzfahrzeuge. (dpa)

Neben dem Studium arbeiten

Die Zeiten sind günstig wie nie für alle, die einen Nebenjobsuchen. Doch es gibt einiges zu beachten

Von Christine Dankbar

Zwei Drittel aller Studenten

arbeiten nebenihrer Ausbildung,

und sie verdienendabei

nicht einmal schlecht.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung

der studentischen Personalvermittlung

Studitemps.

Studitemps ist als Personaldienstleister

gewissermaßen der größte

Arbeitgeber für Studenten in

Deutschland. Es gibt aber noch weitere

Anbieter, die sich auf die Vermittlung

von Studentenjobs spezialisiert

haben. Eine Anlaufstelle für Studierende,

die Arbeit suchen, sind aber

auch nach wie vordie Studentenwerke

der Universitäten. Siebieten überdies

kostenloseBeratungenund auch

Bewerbungstrainings an.

Gute Aussichten, gute Bezahlung

„Mindestlohn funktioniert mit Studenten

nicht“, sagt Simon Herfurth

vomVermittlungsdienst Young Capital.

Seine Firma ist die zweitgrößte

Vermittlungsagentur für Studierende

in Deutschlandund bietet Jobs,deren

niedrigste Bezahlungbei 10 Euro pro

Stunde liegt. Der Mindestlohn in

Deutschland liegt derzeit bei

9,19 Euro. ImSchnitt bekommt man

bei den Young-Capital-Jobs rund

11 Euro,sagt Herfurth. Nach oben gebe

es theoretisch keine Grenze, weil

die Plattform auch Angebote im Verkauf

vermittelt, beidenen eine Provision

erwirtschaftet werden kann.

Bei den fest dotierten Jobs liegen

die höchsten Stundenlöhne laut Herfurth

bei 25 Euro. Diese Bandbreite

deckt sich in etwa mit den Umfrageergebnissen,die

Studitemps ermittelt

hat. In Zusammenarbeit mit der

Maastricht University wurden im

März mehr als 22000 Studierende in

49 Universitätsstädten befragt. Dort

werden Löhne zwischen 9,50 und

30 Euro proStunde bezahlt. Generell

gilt: Am besten zahlt die IT-Branche.

Ähnliche Erfahrungen hat man

auch beim Studentenwerk Berlin gemacht.

„Jobs, die lediglich mit dem

Mindestlohn ausgeschrieben sind,

gibt es nur noch ganz selten“, sagt

Sprecherin Jana Judisch. „Im Schnitt

beträgt der ausgeschriebene Stundenlohn

auf unserer Plattformderzeit

11 Euro pro Stunde.“ Dass der Markt

günstig für den Nachwuchs ist, stellt

Judisch vor allem daran fest, dass es

auch für das Studentenwerk immer

schwieriger werde, studentische Aushilfen

zu finden.

WasArbeitgeber wissen sollten

Da angesichtsdes Arbeitskräftemangels

in vielen Branchen Studierende

eine interessante Zielgruppe sind, haben

sich in den vergangenen Jahren

verschiedenste Anbieter etabliert, die

die Vermittlung studentischer

Arbeitskräfte anbieten. Neben Studitemps

und Young Capital gibt es noch

Stellenwerk.de, jobmensa.de, Stepstone,

Indeed, studentjob.de sowie

weiterekleinereAnbieter. DieBedingungen

dort variieren. Manche sind

eine reine Jobvermittlung, anderewie

Young Capital bieten verschiedene

Von Michael Donhauser

Die Konjunkturwolken über

Deutschland verdunkeln sich

nach Ansicht von Volkswirten im

Herbst weiter. Von einer HerbstbelebungaufdemArbeitsmarktkönnekeine

Rede sein, die Situation vorallem in

der Industrie sei schwierig, ergab eine

Umfrage unter Volkswirten führender

Institute. Die Probleme der Autoindustrie,die

Flaute beim Exportund

politische Risiken wie Welthandel und

Brexit drücken auf die Stimmung. Auf

den Arbeitsmarkt schlagen die Probleme

vorläufig noch nicht maßgeblich

Kindergeld: Elternstudierender Kinder haben

Anspruch auf Kindergeld. Das gilt bis

zum vollendeten 25. Lebensjahr des Sohnes

oder der Tochter.Das Kindergeld wird an die

Elternausgezahlt, die es auch beantragen

müssen. Um festzustellen, dass das Studium

ernsthaft betrieben wird, kann die Kindergeldkasse

Leistungsnachweise fordern.

WASELTERNWISSEN SOLLTEN

durch. DieExperten sehen für das Jahr

2019 noch sinkende Arbeitslosenzahlen,

wenngleich längst nicht mehr in

dem Tempo,wie dies noch im vergangenen

Jahr und in den ersten Monaten

2019 zu beobachten war.

„Der Konjunkturabschwung

macht dem Arbeitsmarkt zwar zu

schaffen, aber der hält sich nach wie

vorgut“, sagte Enzo Weber,Leiter des

Forschungsbereichs Prognosen und

gesamtwirtschaftliche Analysen beim

Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung

(IAB) der Bundesagentur

für Arbeit. DerStellenindexBA-Xsank

im September leicht.

Krankenkasse: Studierende sind ebenfalls

bis zum 25. Lebensjahr kostenlos in der Familienversicherung

ihrer ElternMitglied. Dazu

genügt es, der Krankenkasse die Immatrikulationsbescheinigung

zu schicken. Für privat

versicherte Beamtenkinder könnte es aber

günstiger sein, in eine gesetzliche Krankenversicherung

zu wechseln.

Nicht so rosig

Volkswirte erwarten keineBelebung der Konjunktur in Deutschland

„Mit einer großen Portion Glück ist

die deutsche Wirtschaft im dritten

Quartal 2019 zwar vermutlich noch

knapp an einer Rezession vorbeigeschlittert“,

sagte Katharina Utermöhl

vonder Allianz. „Doch die zunehmende

Eintrübung vorliegender Frühindikatorendeutetdaraufhin,dassdiederzeitige

konjunkturelle SchwächephasekeineEinjahresfliegeist.“DieAllianz

rechne für Deutschland im laufenden

und im nächsten Jahr mit einem Plus

von0,6ProzentbeiderWirtschaftsleistung.

Dies bedeute,dass Deutschland

nurhalbsoschnellwachsewiederRest

der Euro-Zone. „Deutschland ist von

ILLUSTRATION: SASCHA JAECK

ModelleundVertragsartenan.„Unsere

Recruiter betreuen meist zwischen

40 und 50 Leute“, sagt Simon Herfurth.

„Daist der persönliche Kontakt

schon recht eng.“ Für Herfurth macht

das den Unterschied beim erfolgreichen

Anheuern studentischer Hilfskräfte.

„Man kann Studenten nicht

genauso behandeln wie andere

Arbeitnehmer“, sagt er.Soseien viele

darauf angewiesen, ihreArbeitszeiten

variabel zu halten,etwa, wenn sie sich

auf Klausuren vorbereiten müssen.

Für manche Mittelständler bildet

YoungCapitaldaherPoolsmitmehreren

Jobbern, die sich entsprechend

koordinieren lassen.

WasStudierende wissen sollten

So smart sich viele Hochschulanfänger

beim Vorstellungsgespräch geben

mögen –invielenDingendes praktischen

Arbeitslebens sind sie nicht bewandert.

Das gilt vor allem für jene,

die zum ersten Malarbeiten.

Das Studierendenwerk Berlin hat

deshalb vorzweiJahren damit begonnen,

Trainings rund um den studentischen

Nebenjob anzubieten. So gibt

es regelmäßig Seminare mit Arbeitsrechtlern,

die den Studierenden

Rechte und Pflichten des studentischen

Arbeitnehmers erläutern. Oder

erklären, wie man seine Steuererklärung

macht. Weitere Informationen

darübergibtesunterwww.stw.berlin/

trainings.

Steuernund Studenten

Theoretisch muss jeder ArbeitnehmerseinEinkommenversteuern.Das

gilt auch für Studenten. Sie unterliegen

aber teilweise anderen Freibeträgen.

Der Steuerfreibetrag für 2019

liegt bei 9168 Euro. Soviel darf verdient

werden, ohne dass Steuernentrichtet

werden müssen. Alles,was darüber

hinausgeht, muss anteilig versteuert

werden. Wer einen Minijob

hat und nicht mehr als 450 Euro pro

Monat verdient, bleibt folglich ebenfalls

steuerfrei. Dabei darfman in einzelnen

Monaten Überstunden ansammeln,

wenn in anderen entsprechend

weniger gearbeitet wird. Entrichtet

der Arbeitgeber für die mehr

geleisteten Arbeitsstunden Lohnsteuer,kannman

siesich beim Lohnsteuerjahresausgleichzumindestteilweise

zurückholen.

Achtung, Bafög-Bezieher

WerBafög bekommt, bezahlt darauf

keine Steuern,weil diese Zuwendungen

als Ausbildungsbeihilfe gelten

und nicht als Einkommen. Werzusätzlichjobbengehtundvielverdient,

muss aufpassen: Wer mehr als

5400 Euro im Jahr dazuverdient, muss

mit Bafög-Kürzung rechnen. Dasbedeutet:

EinMinijobist okay.

Kompliziertwirdes, wenn man als

Student verschiedene Jobs wahrnimmt.HatmangleichzeitigzweiverschiedeneArbeitsstellen,rutschtman

mit einer Beschäftigung in Steuerklasse6.BeidieserabergiltderSteuerfreibetragnichtmehr.Amgünstigsten

ist es, sich in diesen Fällen Beratung

beim Finanzamt oder dem Studentenwerkzuholen.

einemZugpferdzueinemLandgeworden,

das hinterherhinkt“, sagte Utermöhl.

Es sei aktuell noch kein Anstieg

der Arbeitslosigkeit zu erwarten, auch

weil die Firmen Fachkräfte nicht vorschnell

preisgeben wollen. Ende 2020

werde jedoch im Vergleich zu Ende

2018 ein Anstieg um 90000 erwartet.

Marc Schattenberg (Deutsche Bank)

sieht die Lage noch etwas schwieriger

und geht voneiner technischen Rezession

im dritten Quartal 2019 aus.Von

einer technischen Rezession wird gesprochen,

wenn die Wirtschaftsleistung

in mindestens zwei Quartalen in

Folge schrumpft. (dpa)

Thomas Cook

warnt vor

Betrug

Fälscher fragen perMail

Kundendatenab

Von Holger Göpel

Nach der Pleite des Reisekonzerns

Thomas Cook wollen Betrüger

offenbar sensible Kundendaten abfischen.

Thomas Cook in Deutschland

warnte am Samstagabend via Twitter

und auf seiner Homepage: „Derzeit

gibt es eine böse E-Mail-Betrugsmasche:

Diese E-Mail ist als offizielle

Nachricht von Thomas Cook deklariert

mit dem Betreff: ‚Wichtig: Erstattung

IhrerThomas Cook-Reise.‘“

Darin würden sensible Daten abgefragt,

beispielsweise Pass- und Kreditkartendaten.

Thomas Cook habe

aber „zu keiner Zeit E-Mails dieser

ArtanKunden verschickt. Bitte ignorieren

Sie diese Mails und löschen

diese“, hieß es weiter.

Thomas Cook in Deutschland war

in den Sog der Pleite des britischen

Mutterkonzerns geraten und hatte

am Mittwoch einen Insolvenzantrag

gestellt. Das Unternehmen, zu dem

unter anderem Neckermann Reisen,

Öger Tours und Bucher Reisen gehören,

beschäftigt in Deutschland etwa

2000 Menschen. Insolvenzverwalter

wollen nun versuchen, die Gesellschaften

in Deutschland fortzuführen.

Für die Unternehmen sollen Investoren

gefunden werden.

Auch für den zu Thomas Cook gehörenden

Ferienflieger Condor läuft

die Suche nach einem möglichen

Käufer.AmDienstaghatten der Bund

und das Land Hessen einen sogenannten

Massekredit über 380 Millionen

Euro beschlossen. DerFerienflieger

bekommt so finanziellen

Spielraum, um sich vonder insolventen

britischen Muttergesellschaft

Thomas Cook zu lösen. Es wird bereits

mit möglichen Kaufinteressenten

gesprochen. Sollte Condor gerettet

werden, verdient der Staat laut

„Bild am Sonntag“ mindestens 13

Millionen Euro.

Demnach lassen sich Bund und

Land Hessen den Überbrückungskredit

für den Ferienflieger teuer bezahlen.

Allein die Bearbeitungsgebühr

liege bei 3,8 Millionen Euro,berichtete

die Zeitung unter Berufung

auf Firmenkreise. Dazu kommen

demnach Zinsen zwischen 5und 10

Prozent, also zwischen 9,5 und 19

Millionen Euro für das halbe Jahr

Laufzeit. Die genaue Höhe werde

derzeit noch verhandelt.

Über den Antrag der Thomas

Cook GmbH auf einen Überbrückungskredit

ist jedoch noch nicht

entschieden. Dabei soll es sich um

375 Millionen Euro handeln. DiePrüfung

läuft hier noch.

Urlauber können nicht mehr mit

der deutschen Thomas Cook starten.

Alle Reisen bis einschließlich 31. Oktober

wurden abgesagt, auch wenn

sieschonbezahltsind.WieesumReisen

mit Start abdem 1. November

2019 steht, ließ das Unternehmen offen.

Dieweitere Vorgehensweise werde

geprüft, hieß es.

Grundsätzlich ist für abgesagte

Reisen die Versicherung Zurich zuständig.

Verbraucherschützer bezweifeln

allerdings,dass die Gesamtsumme

von 110 Millionen Euro

reicht, um allen Betroffenen den vollen

Preis zurückzuerstatten.(dpa)

Aus derPleite vonThomas Cookwollen

BetrügerKapital schlagen. FOTO: IMAGO IMAGES


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 7 *

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

FincaBerlín in Nöten

Den Kaffeeproduzenten in Guatemala macht der stark gesunkene Rohstoffpreis schwer zu schaffen

Von Nick Kaiser und Marc Niedoka

Ein gewaltiger Ceiba-Baum

ziertden zentralen Platz des

Städtchens SanPablo in Guatemala.

DerNationalbaum

des mittelamerikanischen Landes ist

in der Region in der Unterzahl –es

dominieren die Kaffeepflanzen der

unzähligen kleinen Plantagen in

dem tropisch heißen und feuchten

Gebiet.

In EuropaistderKaffeeausGuatemala

gefragt. Nach Angaben der EU-

Kommission wurden im vergangenen

Jahr rund 43000 Tonnen Kaffee

aus Guatemala in die EU exportiert

im Wert von130 Millionen Euro.

Namen wie Finca Berlín erinnern

daran, dass einige Plantagen von

Deutschen gegründet wurden, bevor

diese während des Zweiten Weltkriegs

des Landes verwiesen und ihre

Plantagenaufgeteiltwurden.Eingroßer

Teil der hier wachsenden Bohnen

landet heute als Fairtrade-Biokaffee

in den deutschen Geschäften.

Daskönnte sich allerdings ändern

– wegen des niedrigen Weltmarktpreises

sind die Kaffeebauernder Region

in einer unhaltbaren Situation.

„Der Kaffeeanbau ist heutzutage definitiv

nicht mehr rentabel“, sagt José

de León, der mit einer fünf Hektar

großen Plantage zu den größten der

Kleinbauernvon SanPablo gehört.

In Deutschland zählt der Wachmacher

zu den beliebtesten Getränken.

Nach Angaben des Deutschen

Kaffeeverbandes trank jeder Deutsche

im vergangenen Jahr durchschnittlich

164 Liter Kaffee.

DerPreis für Rohkaffee fiel im August

nach Angaben der International

Coffee Organization (ICO) im Vergleich

zum Juli um knapp 7Prozent.

Mit96,07 US-Cent proPfund lag der

Durchschnittswert um mehr als

8Cent unter dem Wert vom August

2018. Im April war der Preis mit

94,42 Cent so tief wie seit Juli 2006

nicht mehr. ImApril 2011 hatte er

noch bei mehr als 2,30 Dollar gelegen.

EinÜberangebot ist laut ICOder

Hauptgrund – die Exportmengen

steigen jedes Jahr. Die größten Ausfuhrländer

sind Brasilien und Vietnam.

Fast jeder schreibt rote Zahlen

Seit vier Jahren schreibe in SanPablo

so gutwie jeder Verluste,erzählt Don

José, wie der 63-jährige Landwirtgenannt

wird. Viele gäben den Kaffeeanbau

auf, nicht wenige wanderten

wegen fehlender Alternativen aus.

„Kaffee ist der weltweit zweitwichtigste

gehandelte Rohstoff, hinter

Rohöl“, sagt Katrin Knauf vom

Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut.

Dem Überangebot stehe kein

nennenswerter Nachfrageschub

gegenüber, vor allem nicht aus China.

Ebenso sei nicht erkennbar,dass

Kaffee in anderen Produkten wie

Kosmetik verwendet werde.

Beim Blick in die deutschen Verkaufsregale

fällt auf: Verbraucher

KaffeebauerJosé de Léon.

kaufen Kaffee häufig im Angebot.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens

Nielsen stieg

der Absatzanteil vonFilterkaffee,der

im Angebot erhältlich ist, im ersten

FOTO: NICK KAISER/DPA

Halbjahr auf 61 Prozent. Im selben

Zeitraum des Vorjahres waren es

59 Prozent. „Gerade der Filterkaffee

ist eine Kategorie, bei der der Verbraucher

auch die Eckpreise im Kopf

hat“, sagt Christiane Stuck, Getränkeexpertin

bei Nielsen.

Am meisten wird hierzulande

nach wie vorder klassische Filterkaffee

gekauft. Nach Angaben des Deutschen

Kaffeeverbandes lag der

Marktanteil im vergangenen Jahr bei

57 Prozent. Zunehmender Beliebtheit

erfreut sich demnach das Segment

ganze Bohne, der Anteil lag

2018 bei29Prozent.

Etwa 80 Prozent der rund 60000

Bewohner von San Pablo leben Don

José zufolge vom Kaffeeanbau. 87

Bauernhaben sich zu einer Kooperativezusammengeschlossen,

die dem

nationalen Verband Fedecocagua

angehört. Dieser vermarktet den Kaffee

–Chef ist ein Schweizer.

Biostandard

Pro Zentner Kaffee müsse man

750 Quetzal (rund 86 Euro) einnehmen,

um über die Runden zu kommen,

rechnet Don José vor. „Wir verkaufen

im Moment für 650.“ Nurweil

der Verband etwas dazugebe, könnten

viele überhaupt noch weitermachen.

Manhalte sich an die vonden USA

und der Europäischen Union geforderten

Biostandards, erklärt Leonel

Carmelo,technischerBeratervonFedecocagua

in San Pablo. Das werde

aber nicht entsprechend vergütet.

„Die Erzeuger fragen uns: Wasbringt

uns die Zufriedenheit, dass unsere

Kunden ein chemiefreies Produkt

konsumieren können, wenn wir

Hunger leiden?“ DieBauern könnten

es sich nicht leisten, ihren Arbeitern

den gesetzlichen Mindestlohn von

umgerechnet gut 10 Euro am Tagzu

zahlen, sagt Carmelo. Umihre Fairtrade-Zertifikate

nicht zu verlieren,

bezahlten sie also nach Menge geernteter

Kaffeekirschen statt proTag.

DasGeld reiche auch nicht mehr,um

so oft zu düngen, neu anzupflanzen

oder Unkraut zu beseitigen wie zuvor.

Darunter werdeauf längereSicht

die Qualität leiden, und für die Arbeiter

gebe es weniger Jobs. „Weil sie

auch sonst in der Umgebung nichts

finden, wandernsie aus –indie Städte,

nach Mexiko oder dahin, wo alle

hin wollen: in die USA“, sagt Carmelo.

Die anBauern gezahlten Preise

reichten in vielen Fällen nicht aus,

um die Produktionskosten zu decken,

heißt es in einem ICO-Bericht

vom Mai. Die Existenzgrundlagen

von Kleinbauern seien dadurch

ernsthaft beeinträchtigt.

„Multinationale Kaffeekonzerne

zahlenKaffeebauernzumTeilnurein

Viertel des im Internationalen Kaffeeabkommen

von1983 festgelegten

Preises“, betont Fernando Moralesde

la Cruz, Gründer der Initiative

Café for Change. Die Europäische

Union sei als größter Kaffeeimporteur

der Welt der größte finanzielle

Nutznießer desElendsindenAnbauregionen,

meint er. Esbleiben harte

Zeiten für Kaffeeanbauer wie Don José.

(dpa)

Stimmung der Brauer

hellt sich auf

Die Nachfrage nach Bier zieht an

Von Volker Danisch

Inder deutschen Braubranche und

im Bierhandel läuft es nach einem

schwachen August wieder besser –

nicht zuletzt dank der vielerorts laufenden

Oktoberfeste. Branchenkenner

stimmen insbesondere eine

deutlich wachsende Nachfrage bei

Bieren in der oberen Preiskategorie

und bei alkoholfreiem Bier optimistisch.

Allerdings steht nach dem bisherigen

Jahresverlauf auch außer

Frage, dass die Braubranche 2019

einen Absatzrückgang verkraften

muss.ImAugustwar derAbsatz von

alkoholhaltigem Bier zweistellig gesunken.

„Nach einem desolaten August

liegt die Kaufneigung im September

erfreulich über dem hochsommerlichen

Vorjahresmonat –esläuft wieder

richtig gut, die Kästen klimpern

wieder auf den Höfen“, sagte der Generalbevollmächtigte

der Privatbrauerei

Veltins,Michael Huber.Die

deutsche Brauindustrie dürfte nach

dem Jahrhundertsommer 2018 in

diesem Jahr „mit einem blauen Auge

davonkommen“. Er geht davon aus,

dass der deutsche Biermarkt 2019

um etwa 1,5 Millionen Hektoliter

schrumpfen wird. Das entspreche

dem Ausstoß einer Großbrauerei.

Ähnliches ist vom Bundesverband

des Deutschen Getränkefachgroßhandels

(GFGH) zu hören. „Die

Entwicklungistjetztbezogenaufden

September wieder etwas besser“,

sagte Geschäftsführer Dirk Reinsberg.

Daran hätten Festivitäten

einen großen Anteil. „Die Oktoberfeste

sind nicht nur in Bayern und

Baden-Württemberg Publikumsmagneten“,

schilderte er. Eine steigende

Nachfrage bei Biermischgetränken,

Hellbier und alkoholfreiem

Bier dämpfe zwar den Absatzrückgang

bei anderen Biersorten, könne

ihn aber letztlich nicht ausgleichen.

Dennoch habe der Getränkefachgroßhandel

im ersten Halbjahr 2019

auch bei Bier eine positive Umsatzentwicklung

erzielen können. Reinsberg

verwies auf erfolgte Preiserhöhungen

vieler Brauereien. „Und es

gibt die Tendenz der Kunden zu höherpreisigen

Bieren“, erklärt Reinsberg.

Die Braubranche musste im August

den höchsten Absatzrückgang

bei alkoholhaltigem Bier seit rund

drei Jahren hinnehmen. Nach Daten

des Statistischen Bundesamtes setzten

die Brauereien in Deutschland

11,4 Prozent weniger alkoholhaltiges

Bier ab als im gleichen Monat des

Vorjahres.Für die ersten acht Monate

2019 zusammengenommen weisen

die Statistiker ein Absatzminus

von 2,8 Prozent bei alkoholhaltigem

Bier und Biermischgetränken aus.

Nach Beobachtung des Branchendienstes„Inside“hatgeradeBilligbier

schlechter abgeschnitten.

Das Preiseinstiegssegment stehe

unter Druck, sagte Herausgeber NiklasOther.DerAbsatzkehrenachdem

Jahrhundertsommer 2018 wieder

zur Normalität zurück. Gerade mit

Blick auf den Trend zu Hellbier, das

im oberen Preissegment angesiedelt

ist, bestehe in der Braubranche aber

„kein Anlass zum Heulen“. DieKaufbereitschaft

für hochwertigesBier sei

gestiegen.

Alkoholfreilegt stetig zu

DerDeutsche Brauer-Bund verweist

unter anderem auf die steigende

Nachfrage bei alkoholfreiem Bier.Allein

im Handel sei damit ein Absatzplus

von 3Prozent im ersten Halbjahr

verzeichnet worden, sagte ein

Sprecher.Daneben legten auch Radler

und Spezialitätenbiere zu. Mittlerweile

sei jeder 15. Liter Bier,der in

Deutschland hergestellt wird, alkoholfrei.

DerBrauer-Bund rechnet damit,

dass der Marktanteil alkoholfreier

Biere künftig auf 10 Prozent

steigt.

Laut den Marktforschern von

Nielsen ist das Alkoholfreie die einzige

Sorte, die seit zehn Jahren im Lebensmittelhandel

und im Getränkemarkt

„was draufsetzt“. „Alkoholfreies

Bier wird mehr und mehr ein

Erfrischungsgetränk“, meint Marcus

Strobl, Bierexperte von Nielsen. Das

Alkoholfreie mache Limonade und

Schorle Konkurrenz. (dpa)

FürProjekte, die Wohnraum schaffen

Sie suchen die passende Finanzierung für Bau, Sanierung oder Modernisierung

IhrerImmobilie? Wir haben sie.Kompetent, zuverlässig und mit dem Ziel,

IhrBauvorhaben erfolgreich zu gestalten. Sprechen Sie mit uns!

Hotline Immobilienförderung: 030/2125-2662

ibb.de/vermieter_investoren

Besuchen Sie uns vom

7.–9.10.2019 auf der

EXPOREAL in München


8 Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Meinung

Höcke-Urteil

ZITAT

Lehren für die

Wahl in Thüringen

Harald Stutte

begrüßt die klare Entscheidung des

Gerichts.

Thüringens AfD-Vorsitzender Björn

Höcke darf „Faschist“ genannt werden;

ab sofort sogar mit dem Segen der

Richter des Meininger Verwaltungsgerichts.

Das ist eine klare Ansage. Historisch

belastbar ist sie indes nicht. Weil der

Begriff „Faschismus“ längst zu einer Metapher

in der politischen Auseinandersetzung

geworden ist, die ihre historische

Bedeutung (als extrem nationalistische,

antimarxistische Bewegung des italienischen

Diktators Benito Mussolini) hinter

sich gelassen hat.

Ob der Mann, der die „erinnerungspolitischeWende

um 180 Grad“ fordert, politische

Gegner als „Volksverräter“ und

„Lumpenpack“ diffamiert, tatsächlich in

der Tradition des europäischen Faschismus

steht, muss jeder für sich beantworten.

Die Richter zumindest haben gegen

diese Gleichsetzung keine Einwände.Und

für die politische Auseinandersetzung mit

dem Demagogen und Hetzer ist das nur

beiläufig.Weil der„Flügel“-Mann im Duktus

seiner Reden ja seit langem gezielt mit

NS-Allegorien kokettiert. Der Demagoge

und Hetzer liebt dieses Katz-und-Maus-

Spiel mit toxischen Begriffen. Und seine

Anhänger feiernihn dafür.

Bedeutung dürfte das Meininger Urteil

allerdings für den Wähler in Thüringen

haben, der in vier Wochen zur Stimmenabgabe

gebeten wird. Hier könnte der

Richterspruch für bemerkenswerte Klarheit

sorgen. Wer diese Partei favorisiert,

laut Umfragen ist das ein Viertel aller

Wähler im Freistaat, kann sich nicht mehr

herausreden, bürgerlich oder konservativ

zu sein. Nein, Thüringens AfD-Wähler geben

ihre Stimme einem der selbst erklärten

Totengräber unserer Demokratie –

und sind damit auch für die Folgen ihres

Votums verantwortlich.

Cheerleader

Böser weiblicher

Sex-Appeal

Christine Dankbar

hat noch Fragen zur vonoben verordneten

weiblichen Emanzipation.

Der Basketball-Bundesligist Alba Berlin

hat den Kampf gegen männlichen

Chauvinismus um eine interessante Facette

erweitert. Er hilft seinen Cheerleadern,

den Alba Dancers, bei ihrer weiblichen

Emanzipation, indem er sie abschafft.

Gegen den Willen der betroffenen

Frauen. Die Alba Dancers hätten gerne

weitergemacht, aber vermutlich sind sie

in ihrem Bewusstsein einfach noch nicht

so weit wie ihremännlichen Vereinschefs.

Diehaben klar erkannt: Frauen in sexy

Klamotten und Emanzipation –das geht

einfach nicht zusammen. Genauer gesagt,

„es passt nicht mehr in unsereZeit“.

Mit exakt dieser Formulierung hat der

Club auf seiner Webseite die Entscheidung

begründet, warum man die jungen

Frauen nicht mehr als „attraktivePausenfüller“

auftreten lassen will. Man kann

sich jetzt darüber ärgern, dass die hart

trainierenden Dancers von der eigenen

Vereinsführung als „Pausenfüller“ abgewertet

werden, und überlegen, ob diese

bigotte Einstellung nicht das wahreProblem

ist. Man kann aber auch mal über

„unsereZeit“ nachdenken, in der sexy bekleidete

Frauen offenbar per se nicht

mehr der politischen Korrektheit entsprechen,

wenn sie dazu auch noch tanzen.

Der weise alte Mann der Sportpolitik,

Innen- und Sportminister Horst Seehofer,

hat sich nun in die Debatte eingeschaltet

und erklärt, man könnte über gemischte

Teams nachdenken. Vermutlich ist er der

Meinung, dass männliche Tänzer den

weiblichen Sex-Appeal irgendwie neutralisieren

könnten. Unddas ist ja das Ziel der

weiblichen Emanzipation, nicht wahr?

Weil wir nicht auf Sex-Appeal reduziert

werden wollen, ist er gleich ganz auszurotten.

Kommt das nur mir unlogisch vor?

American Hero

Mir leuchtet ja jede ökologische

und soziale Kritik am Onlinehandel

ein. Aber wie kommen

Menschen darauf, dass er die

Innenstädte veröden lässt? Das kann doch

nur jemand behaupten, der in den vergangenen

20 Jahren in keiner deutschen Innenstadt

war.Wie viel öder kann es denn noch werden

als die immergleiche Aneinanderreihung von

H&M, Tchibo, Deichmann und C&A? Dazwischen

zwei Bäckereikettenfilialen, ein McDonald’s

und ein Thalia-Buchladen. Abwechslung

gibt es hier höchstens durch marodierende

Junggesellenabschiede.

Ich verstehe jeden, der lieber zu Hause

vor dem Rechner shoppt als dort zubummeln.

Würde man mich in einer beliebigen

deutschen Innenstadt aussetzen, ich könnte

in den allerseltensten Fällen erraten, in welcher

ich mich gerade befinde. InGroßstädten

wie Berlin geht das zum Glück auch anders.

Hier gibt es nicht nur eine gesichtslose

Fußgängerzone in der Innenstadt, sondern

auch viele kleine Geschäfte in den jeweiligen

Kiezen. Geübte Kennerinnen und Kenner

können in Berlin zum Beispiel relativ sicher

anhand des Ladensortiments erkennen, in

welchem Bezirksie sind.

DieGeschäfte in meiner Nachbarschaft in

Gesundbrunnen sind Spätis, türkische Gemüseläden

und Handyshops. Die profiliertesten

Handydoktoren haben sich hier niedergelassen

und führen ambulante und stationäre

Operationen an offenen Smartphonedisplays

durch. Alle Kassen, versteht sich.

Zehn Debatten in zehn Wochen.

Die Berliner Zeitung,der Tagesspiegel und dieBundeszentrale

für politische Bildung feiern30Jahre Meinungsfreiheit.

Diese Woche: Wasist unsdas Klima wert?

Argumente und Ideen bitte an

leser-blz@dumont.de; Stichwort: Meinungsfreiheit

Alle Debatten online unter

berliner-zeitung.de/meinungsfreiheit

Ignoranz

und Wut

Harald Welzer

ist Soziologe, Sozialpsychologeund Publizist. Er stellt fest, dass

die Klimapolitik Alt und Jung radikal spaltet.

KOLUMNE

Mysteriöse

Geschäfte

in Mitte

Katja Berlin

Autorin

Ein paar Straßen weiter in Prenzlauer

Berg gibt es diese unfassbar seltene Kinderbekleidung

ohne hellblau oder rosa und viele

kleine Lädchen mit niedlichen Wohnaccessoires

und Berlin-Frühstücksbrettchen.

Warum sich die ausgerechnet als typisches

Berliner Mitbringsel durchgesetzt haben,

lässt sich wohl nur durch die Scheußlichkeit

der Ampelmännchen- und Buddy-Bären-Alternativen

erklären.

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Was uns das Klima wert ist?

Kommt darauf an, wer mit

„uns“ gemeint ist. Wenn man

weite Teile der sogenannten

Funktionseliten aus Politik, Wirtschaft und

Verwaltung meint, dann lautet die Antwort

leider: nichts. Wenn man weite Teile der erwachsenen

Bevölkerung meint: nicht viel.

Wenn man weite Teile junger Menschen unter

25 meint: alles.

Niewurde diese radikale Spaltung der Gesellschaft

deutlicher als am 20. September

2019. Es könnte sein, dass dies ein Tagvon

historischer Bedeutung war. Denn an diesem

Tagdemonstrierten allein in Deutschland

1,4 Millionen junge Menschen für eine

überlebenstaugliche Zukunft, während eine

Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm

verkündete, das nach Auffassung aller

Expertinnen und Experten nicht einmal

entfernt dazu taugt, die vonderselben Regierung

verkündeten Ziele zu erreichen.

Eine krassere Demonstration von Totalversagen

in Sachen Daseinsvorsorge hat

noch keine Regierung der Bundesrepublik

gezeigt, und die erbärmliche Show, die der

Präsentation des „großen Wurfs“ vorausging,

passte perfekt dazu. Denn diese Gruppe älterer

uninspirierter Damen und Herren gab

ihre Beratungsergebnisse nach einer 18-

stündigen Nachtsitzung bekannt, so als hätten

sie erstens heroisch um irgendetwas gerungen

und zweitens erst letzte Woche Mitteilung

von der Erderhitzung bekommen.

Wervon den jungen Menschen das nicht als

dreiste Provokation empfindet, muss ein zutiefst

sanftes Gemüt haben.

Ich bin Sozialpsychologe und frage mich,

ob in der politischen Klasse niemand darüber

nachdenkt, welche Wut diese ostentativeIgnoranz

bei der jungen Generation auszulösen

vermag, die ja seit einem Jahr demonstriert,

und das friedlich und mit allen

Argumenten der Wissenschaft im Rücken.

Wenn man weiß, dass Generationenungerechtigkeit

der stärkste Treiber von gesellschaftlichen

Umbrüchen, von Rebellionen

und Revolutionen ist: Warum verhält man

sich dann so,als seien einem die mehr als berechtigten

Anliegen, wie sie in der Bewegung

„Fridays for Future“ artikuliert werden, einfach

egal?

Ein radikales Nicht-Handeln beim

Menschheitszukunftsthema Erderhitzung

fortzusetzen, hat sogar noch eine weiterreichende

Dimension: Wenn nämlich eine

komplette Generation unabhängig vonihren

politischen Präferenzen damit konfrontiert

ist, dass die Herrschenden sich für sie und

die damit verbundene Gerechtigkeit nicht

interessieren, werden Teile der Bewegung

sich radikalisieren und die Politik damit auf

ungute Weise unter Druck setzen, was wiederum

neue Dynamiken erzeugt. Kurz: Etwas

Kurzsichtigeres als das, was man am 20.

September getan hat, hätte man gar nicht tun

können.

Und diese geradezu lächerliche Angst,

auch in Deutschland käme es zu Gelbwesten-

Protesten, wenn man den Leuten –mit sozialem

Ausgleich –Energiepreiserhöhungen zumutet,

ist völlig irrational. Erstens kann man

die französische Protestgeschichte auch in Sachen

Radikalität mit der deutschen überhaupt

nicht vergleichen und zweitens könnte man

auch mal sagen, dass die Kaufkrafterhöhung

pro Kopf in den vergangenen Jahren jeweils

bei 600 bis 700 Euro lag –woist da das Problem,

für Klimaschutz mehr Steuernzubezahlen?

Unddrittens: Wiekommt man auf die bizarre

Idee, sich vor künftigen Protesten autoaffiner

Gestriger zu fürchten, wenn ganz real

und gegenwärtig nahezu anderthalb Millionen

auf der Straße sind, viele von ihnen jede

Woche? Nichts könnte die Entrücktheit und

das Schlafwandlerische der gegenwärtigen

Politik deutlicher machen als das.

Klimapolitik ist ein eigenständiges Politikfeld

mit besonderer Dringlichkeit. Hier geht

es nicht um die nächste Wahl, sondern um

die nächste Generation. Werdas nicht versteht,

macht sich schuldig.

Sieht man Messinglampen und Avocados

in den Schaufenstern, handelt es sich um

Kreuzberg. Finden sich dazwischen Geschäfte

mit billiger Polyacryldamenkleidung

(„Restposten aus Paris“), dann ist es wahrscheinlich

Neukölln. Hanfpflanzen und

Bongs stehen für Friedrichshain, exklusive

Damenboutiquen dagegen sind ein Hinweis

auf Charlottenburg. Bieten sie Mode für etwas

jüngereDamen, dann spricht das für Schöneberg,

bei einer noch älteren Zielgruppe wiederum

fürWilmersdorf. Diemit Abstand mysteriösesten

Geschäfte sind in Mitte. Vonaußenlässt

sich nieerkennen, ob es sich um eine

Bekleidungsboutique, Galerie, Espressobar,

um einen Schmuckladen oder einfach nur

um ein leeres Ladengeschäft handelt, in das

der Makler zu Marketingzwecken ein paar

Sukkulenten gestellt hat. Als Faustformel gilt:

wenn man sich nicht in ein Geschäft traut,

weil man sich zu uncool dafür fühlt, dann ist

es wahrscheinlich in Mitte.

Der unabhängige Einzelhandel operiert

in Berlin also mit einer passgenauen Zielgruppenorientierung.

Statt einheitlicher

Massenware für alle finden wir in unseren

Nachbarschaften ein exklusiv auf uns zugeschnittenes

Sortiment. Beieiner zunehmenden

Heterogenisierung der Gesellschaft

kann ich nur hoffen, dass sich die diversen

Innenstädte ein kleines Beispiel daran nehmen,

denn sonst muss man am Ende dem

Kapitalismus ganz allgemein die Verödung

der Innenstädte vorwerfenund daswill doch

nun wirklich niemand. Oder?

„Nach jetzigem Stand ist

die Chance, dass Trump

angeklagt wird, zwar recht

hoch, dass er tatsächlich

aus dem Amt entfernt wird,

gering.“

Cass Sunstein, Harvard-Jurist und führender

Verfassungsrechtler der USA, über die Aussichten des

Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump

AUSLESE

Das Phänomen

Greta Thunberg

Die Klimaproteste gehen auch nach

dem Uno-Gipfel weiter. Gleichzeitig

gibt es Kritik vonPolitiker an der Galionsfigur

der Bewegung, Greta Thunberg, wegen

ihres leidenschaftlichen Auftritts in

New York. Im Internet schlägt ihr schon

länger geradezu Hass entgegen.

So sieht die bulgarische Zeitung Trud,

das „Projekt ‚Greta Thunberg‘“ als Versuch

„die Weltenergieindustrie zu begraben

und nach alternativenVarianten zu suchen

... An der Spitze dieser Absurdität wurde

ein 16-jähriges Kind installiert, das nicht

einmal die blasseste Ahnung hat, worum

es geht.“ „Kritik an Greta Thunberg zu

üben, ist töricht“, kommentiert die Neue

Zürcher Zeitung. „Sie ist ein Kind, das für

seine Aussagen und Theorien nicht zur Rechenschaft

gezogen werden kann. Vielmehr

verdientThunbergfür ihr eindrückliches

Engagement, ihre Energie und Eloquenz

breite Bewunderung.“ Kritische

Fragen müssten sich allerdings all die Erwachsenen

gefallen lassen, die Thunberg

in ihrem radikalen Tununterstützen und

selbst vonihrem Ruhm profitierten.

Die italienische Zeitung Corriere

della Sera wird grundsätzlicher: „Greta

ist eine archetypische antike Figur außerhalb

der Zeit, die uns zurückführt zu

den großen menschlichen Dramen der

griechischen Tragödie, zu einer Antigone,

die gegen den Zynismus und die

Gesetze der Erwachsenen ankämpft,

emblematisch repräsentiertinder Figur

vonTrump.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

Chefredakteur: Jochen Arntz.

Mitglied der Chefredaktion: Elmar Jehn.

Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft): Tobias Miller,

Michael Heun.

Textchefin: Bettina Cosack.

Newsroom-Manager: Jan Schmidt.

Teams:

Investigativ: Kai Schlieter.

Kultur: Harry Nutt.

Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.

Service: Klaus Kronsbein.

Sport: Markus Lotter.

Story: Christian Seidl.

Meinungsseite: Christine Dankbar.

Seite 3/Report: Bettina Cosack.

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind

verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes.

Reporterin: Sabine Rennefanz.

ArtDirektion: Annette Tiedge.

Newsleader Regio: Stefan Henseke, Susanne Rost, Marcus Weingärtner.

Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager.

Hauptstadtredaktion: Gordon Repinski (Ltg.), StevenGeyer (Stv.).

RND Berlin GmbH, GF: UweDulias, Marco Fenske.

Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.

Istanbul: Frank Nordhausen,

Moskau: Stefan Scholl,

Rom: Regina Kerner,

TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens.

Redaktion: Berliner Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH,

Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@dumont.de

Berliner Verlag GmbH Geschäftsführer:Jens Kauerauf.

Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105,

Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33;

Internet: www.berliner-zeitung.de.

Vertrieb: BVZ Berliner Lesermarkt GmbH, KayRentsch.

Leserservice Tel.: (030) 23 27-77, Fax: (030) 23 27-76

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: BVZ BM Vermarktung GmbH (BerlinMedien), Andree Fritsche.

Postfach 11 05 06, 10835 Berlin;

Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019.

Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH, Am Wasserwerk 11,

10365 Berlin, Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de

Die Berliner Zeitung erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich

45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg

49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und

Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €,

außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich

29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt monatlich

18,99 €.Im Falle höherer Gewalt und bei Arbeitskampf (Streik/Aussperrung)

besteht kein Belieferungs- und Entschädigungsanspruch. Erfüllung und

Gerichtsstand Berlin-Mitte. Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial

wird keineHaftung übernommen.

Die Auflageder Berliner Zeitung wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft.

Die Berliner Zeitung ist die reichweitenstärkste Abonnementzeitung Berlins

und erreicht laut Mediaanalyse 2018 in Berlin und

Brandenburg täglich 274 000 Leser.


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 – S eite 9

·························································································································································································································································································

Berlin

Heirat in der Bar jeder

Vernunft: Chin Meyer

und Susanne Schmid

Seite 14

Großangelegte Grabung: Einblicke in die Welt der Schamanen von der Wuhle Seite 10

Kurzfristige Okkupation: Linke räumen Häuser nach wenigen Stunden Seite 12

Lauft, Füße, lauft!

Trotz Nieselregen: Der Stimmung schadet das

Wetter beim 46. Berlin-Marathon nicht. Ein Besuch

am Streckenabschnitt Potsdamer Platz

VonJulia Haak

Kein Grund zum Schwächeln: Trotz des feuchten Wettersstarteten fast 47 000 Läufer beim Berlin-Marathon.

JUERGEN ENGLER

Der Lärm am Potsdamer

Platz ist ohrenbetäubend.

Laut schallt Musik

durch die Straßenschlucht

zwischen den Häusern. Auf

der Seite zur Philharmonie heizen

zwei Männer mit treibenden Beats

Läufern und den Menschen am

Rand der Strecke ein. Die Leute am

Absperrgitter schütteln Glocken und

Rasseln. Sieklatschen und rufen: Go,

go, go. Das alles bleibt nicht ohne

Wirkung. Erste Läufer, eben noch

mit müden Gesichtern im Zuckeltrab,reißen

die Arme hoch, als ob sie

bereits im Ziel wären. Dabei sind von

diesem Punkt aus noch 13 Kilometer

zu laufen. Unddaspürtman es dann

auch am Rand der Strecke: ein Kribbeln

im Bauch, ein rührendes Gefühl.

Glückliche Momente gibt es

manchmal vollkommen überraschend.

Es war nicht zu erwarten,

dass es bei diesem 46. Berlin-Marathon

zu so etwas kommen würde.

Nieselregen, 15 Grad. Es gibt eine

Sturmwarnung. Wermöchte sich da

schon einen Marathon ansehen.

Stimmung am Rand der Strecke? Ja,

auf ein paar treue Freunde in zeltartigen

Pelerinen werdeman wohl treffen,

denkt man sich am Morgen,

während man eine Bahn besteigt,

um sich anzusehen, wie fast

47 000 Menschen leicht bekleidet im

Laufschritt und in einem weiten Bogen

die Stadt durchqueren.

Rinnsal im Kragen

Aber es kommt dann doch anders.

Am Potsdamer Platz jedenfalls ist die

Stimmung am späten Vormittag

großartig. Zu diesem Zeitpunkt sind

die ersten Läufer bereits im Ziel. Die

Äthiopierin Ashete Bekere hat die

Strecke in exakt 2Stunden 20 Minuten

und 14 Sekunden bewältigt. Der

Sieger bei den Männern kommt

ebenfalls aus Äthiopien (Kenenisa

Bekele, 2:01:41 Stunden). Wahnsinn,

denkt man sich, als diese Nachricht

auf dem Display des Mobiltelefons

aufleuchtet. Aber dann reißt die

Nachbarin mit dem großen Regenschirm

die Arme hoch und das Telefon

landet in der nächsten Pfütze.

Passiert ist dem Gerät zum Glück

nichts. Und auch sonst ist es ganz

schön so mit nassen Füßen, die immer

noch nasser werden, weil jeder

Läufer, der in die Pfütze hinter dem

Gitter springt, einen neuen Schwall

herüberschickt. Aber während man

noch nachdenkt über das kleine

Rinnsal, das sich in den Kragen vorarbeitet,

reicht die Nachbarin einen

Becher mit heißem Teeherüber und

alles ist wieder gut.

Massenereignisse muss man mögen.

Aber sie bieten auch immer ein

paar tolle Zahlen. Eine Million Trinkbecher,

272 000 Sicherheitsnadeln,

240 000 Liter Wasser, 145 000 Bananen,

80 000 Kekse, 45000 Äpfel,

10 000 Joghurtdrinks, 2 780 Kilogramm

Medaillen und 250 Liter

Massageöl werden am Ende des Tages

verbraucht worden sein. Es sind

46 983 Läufer am Start, 5081 Inline

Skater, 160 Handbiker, 69Rollstuhlfahrer.

Kiss and goodbye

Für Autofahrer ist so ein Marathon-

Tagjaimmer ein Alptraum. Für den

Verkehr ist die Innenstadt weiträumig

gesperrt, und selbst an den wenigen

Tunneln, die zur Streckenquerung

genutzt werden können, gibt es

Probleme. AmAlexanderplatz zum

Beispiel. Weil an der Mollstraße ein

Umleitungsschild steht und der Streckenposten

falsch informiertist, finden

Autofahrer das Nadelöhr, den

Tunnel an der Otto-Braun-Straße,

nicht. Aber so ist es eben an einem

Marathon-Tag. Aufs Auto verzichtet

man besser und nimmt die U-Bahn.

DieBahnen sind voll mit Menschen,

die zum Anfeuern oder Gucken an

die Strecke wollen. Auch das ist ganz

schön. Zu größeren Not- oder Zwischenfällen

kommt es laut Feuerwehr

und Polizei nicht.

Zu lustigen Momenten dagegen

schon. Am Potsdamer Platz eilt eine

Mutter mit zwei kleinen Kindern

Richtung Absperrgitter. „Kommt,

hier können wir Papa gleich sehen“,

ruft sie ihren Kindern zu. Aber Papa

steht schon da, grinst, macht einen

Luftkuss und weg ist er wieder. Er

war einfach schneller als erwartet.

Ein Mann läuft vorüber. Erträgt

ein weißes Ballettröckchen und einen

Plüschschwan auf dem Kopf.

DieKinder finden ihn großartig. Und

zum Wetter passt er auch. Aber bejubelt

wirdjetzt an diesem Ortsowieso

jeder, der noch laufen kann. „Jetzt

kein Mimimi“, steht auf einem

Schild. Zähne zusammenbeißen.

Weitermachen.

Julia Haak

fand den Marathon-Besuch

sehr erfrischend.

DIE WELTNEUHEIT:

KLEINER ALS EIN

GUMMIBÄRCHEN.

amplifon.de

2cm

Entdecken Sie unsere Mini-Hörgeräte.

Die neuen ampli-mini Hörsysteme sind winzig klein –

aber bieten Hörgenuss für’s ganze Leben. Überzeugen Sie

sich selbst –beim kostenlosen Probetragen!

Jetzt Termin vereinbaren und Ihr Fachgeschäft

in Ihrer Nähe finden:

Tel.: 0800 589 25 42 oder auf amplifon.de

1,2 cm

Jetzt

unverbindlich

testen!


10 Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Stadtgeschichte

Die Schamanen von der Wuhle

Berlins größte Grabung belegt in Biesdorf eine 11 000 Jahre währende Siedlungsgeschichte. Sie erzählt von Steinzeitmenschen und Klimawandel

VonMaritta Tkalec

Das Gras der Schmetterlingswiesen

liegt braun,

nur von einigen grünen

Büschelinseln durchsetzt

in der milden Herbstsonne.Nur

ein paar junge Bäume ragen heraus.

Wahrscheinlich sah es hier,woheute

der gemütliche Teil Biesdorfs liegt,

vor 11000 Jahren so ähnlich aus:

nacheiszeitliche, lichte Tundra, über

die Hirsche, Rehe und Auerochsen

streiften. Ihnen auf der Spur: nomadische

Jäger der Mittelsteinzeit.

Offensichtlich mochten Tiere wie

auch Menschen die Gegend: Das

Flüsschen Wuhle kommt von der

Grundmoränenhochfläche des Barnim

und fließt sanft in Richtung Berliner

Urstromtal bergab.Inalten Zeiten

breitete es sich in einer feuchten

Niederung aus, inder sich stellenweise

Seen gebildet hatten. Wildtiere

gelangten leicht über das terrassenförmig

abfallende Gelände zur

Tränke.Ein exzellenter Platz auch für

Jäger.

Heute verläuft die begradigte

Wuhle am östlichen Rand des Grünzuges

Schmetterlingswiesen unterhalb

einer etwa zwei Meter hohen

Böschung. Nach zwei trockenen

Sommernführtsie kaumWasser und

ähnelt einem dunklen Tümpel.

So verblüffend es ist, im Zusammenhang

mit Berlin über Steinzeitmenschen

zu sprechen, so deutlich

sind die Beweise, dass es sie gab.

Nicht in der Mitte, dem historischen

Zentrum Berlins –die Stadt ist mit

knapp 800 Jahren von geradezu teenagerhaft-jugendlichem

Alter. Aber

in Biesdorf. Mehr noch: Ausder Stein-

,Bronze- und Eisenzeit, dem Mittelalter

und natürlich auch aus der Gegenwart

fanden sich hier Besiedlungsspuren,

mit nur wenigen Unterbrechungen.

An keinem anderen Ort

Berlins ist eine derartig kontinuierliche

Besiedlung sicher belegt.

Sensation Hirschgeweihkappe

Dieses Wissen erbrachte die größte

wissenschaftliche Grabung, die je im

Berliner Raum stattgefunden hat,

und zwar zwischen 1999 und 2014 auf

22 Hektar. Kein anderes Areal des

Stadtgebiets konnte bisher auf solch

einer großen Fläche untersucht werden.

DieChance dafür ergab sich, als

moderne Menschen moderne Häuser

bauen wollten und ihnen das Gesetz

vorschrieb: Wasdurch Baumöglicherweise

zerstörtwird, muss dokumentiert

werden –also ausgegraben,

erfasst, gegebenenfalls gesichert. Der

Verursacher,inder Regel der Bauherr,

zahlt für die Ausgrabungen. Das ist

die Stunde der Archäologen. Dass in

Biesdorf etwas zu entdecken war,

wussten sie schon lange.Zufallsfunde

hatte es über Jahrzehnte gegeben, bei

Gartenarbeiten zum Beispiel.

Dasälteste Fundstück ist zugleich

das Spektakulärste: das Geweih eines

drei bis vier Jahre alten Rothirsches,

das vor etwa 11 000 Jahren

vonmenschlicher Hand als Kopfaufsatz

hergerichtet wurde. Gefunden

wurde es zufällig im Jahr 1953 bei

Schachtarbeiten in der Heesestraße

Schamanin in Haselhorst 2019: Anne Sklebitz trägt die Replik der 11 000 Jahre alten, in Biesdorf gefundenen Geweihmaskeso, wie sie vielleicht benutzt wurde. GERT ENGELSMANN (3)

in 5,50 MeternTiefe im kalkhaltigen

Faulschlamm einer ehemaligen Seesenke

nahe dem heutigenWuhlelauf.

Weraber hat das Geweih bearbeitet

und warum? Wozu diente die

Kappe? Die Wissenschaftler haben

zwei Vermutungen: Womöglich benutzte

ein Schamane oder eine

Schamanin den Kopfaufsatz bei rituellen

Handlungen, oder Jäger setzten

sie auf, um sich beim Anpirschen zu

tarnen. Sicher belegt ist keine derVarianten,

dennoch sind die Vermutungen

durch ethnographische Beispiele

fundiert.

Die Archäologin Anne Sklebitz

hat eine Replik des Sensationsfundes

zur Ortsbesichtigung an einen

der wichtigsten Ausgrabungsplätze,

Haselhorst und die Schmetterlingswiesen,

mitgebracht. Sieist die Kuratorin

der großen Ausstellung, die von

diesem Mittwoch an im Museum für

Vor- und Frühgeschichte das Publikum

über die Ergebnisse der Biesdorfer

Grabungen informiert.

Die Replik wird man in der Ausstellung

anfassen und ausprobieren

können. Vielleicht macht man sogar

ein Selfie.Sie lehrt, wie der Handwerker

der Mittelsteinzeit das Stück anfertigte.

Der Archäotechniker Ludwig

Steiger vom Museumsdorf Düppel

hat es mithilfe zweier Studenten

der Freien Universität (FU) nachgebaut,

selbst die steinzeitlichen Werkzeuge

dafür haben sie selbst hergestellt.

Das Geweih dafür stiftete ein

Jäger.

Die Ausstellung: „Berlins

größte Grabung –Forschungsareal

Biesdorf“ ist

zu sehen vom2.Oktober bis

zum 19. April im Neuen Museum,

Eingang James-Simon-Galerie.

Geöffnet täglich

10 bis 18 Uhr,donnerstags

10 bis 20 Uhr.

BERLINS GRÖßTE GRABUNG

Dr.Anne Sklebitz

Miterleben: Am „Tag der

lebendigen Archäologie“,

Sonntag,6.Oktober,wird in

Zusammenarbeit mit dem

Museumsdorf Düppel

(Stadtmuseum Berlin) die

Replik eines Brunnens für

die Sonderausstellung fertiggestellt.

Ausschnitt aus der Grabungskarte, die in Haselhorst zwischen Pollnower Wegund

Wuhle eine besondershohe Funddichte zeigt. Hier lag die Germanensiedlung.

Der Ur-Biesdorfer hatte die Geweihstangen

der Länge nach aufgespalten,

sodass das poröse,

schwammartig aussehende Innere,

Spongium genannt, zutage trat. Genau

das tat man auch in Düppel und

erreichte auf diese Weise dasselbe

Ziel, das auch der Schöpfer im Sinne

hatte: das schwere Geweih tragbar

zumachen. Dessen ursprüngliches

Gewicht von 1 700 Gramm konnte

auf 1090 reduziertwerden.

Als der ursprüngliche Nutzer

lebte, war ein Klimaumschwung im

Gange,der um 9500 vorunserer Zeitrechnung

zu einer spürbaren Erwärmung

führte und damit zu Veränderungen

von Flora und Fauna. Der

Mensch hatte sich um den Preis des

Überlebens auch vor der Sesshaftwerdung

den Herausforderungen

des Klimawandels zu stellen. Er

musste findiger werden. Womöglich

half ihm das Kultobjekt Hirschgeweih,

Strategien zu entwickeln –

durch Gemeinschaft bildende Riten

oder praktische Jagdmethoden.

VomWandel der Lebensweise jener

Zeit zeugen Pollenanalysen der

Biesdorfer Funde. Sie belegen, dass

frühe Bauern Wald rodeten und

kleinteilige Äcker anlegten, auf denen

sie erste Getreide wie Emmer

und Einkorn sowie Hülsenfrüchte

wie Erbsen anbauten.

Die frühesten Biesdorfer Funde

zeugen jedoch von der Anwesenheit

nomadisierender Jäger und Sammler.

Archäologen lokalisieren ihre

Plätzezum Beispiel durch Feuerstellen.

Auch ein Steinbeil belegt die Anwesenheit

geschickter Menschen.

Menschliche Knochen wurden nicht

gefunden, so weiß man auch nichts

über die Herkunft dieser Leute und

wo ihre Vorfahren während der Eiszeit

überwinterthaben.

Erste Siedlungen mit Häusernfinden

sich am Habichtshorst, beginnend

mit der Bronzezeit im 2. Jahrtausend

vorunserer Zeitrechnung. So

wie für die steinzeitlichen Nomaden

waren die Bedingungen an derWuhle

auch für Siedler günstig: „Schon in

zwei bis drei Metern Tiefe fand sich

Grundwasser“, sagt Anne Sklebitz.

Sauberes Wasser gehört zuden wesentlichen

Grundlagen für menschliche

Siedlungen, bis heute. Bei den

Ausgrabungen fand man die erstaunliche

Anzahl von mehr als 100 Brunnen

verschiedener Bauformen aus

der Bronzezeit bis in das Mittelalter.

Gutes Wasser und Welse

Andererseits wurde das Wasser nie

bedrohlich. Nichts spricht dafür,

dass der Wuhlepegel stark stieg, so

waren die Siedlungen vor Hochwasser

recht sicher. Die in die römische

Kaiserzeit (etwa 600 v. u. Zbis 400

v. u. Z.) zu datierende Siedlung, derenSpuren

direkt auf den Schmetterlingswiesen

freigelegt wurden, war

nur wenige Meter vom Wuhleufer

entfernt angelegt. Diedortlebenden

Germanen bauten Lang- und Grubenhäuser.

Dazwischen fanden sich

die Reste eines Backofens, Kochund

Feuerstellen und ein auf Stelzen

errichteter Speicher. Ein Kastenbrunnen

gehörte zum Dorf, ein Kalkbrennofen

und, am anderen Wuhleufer,ein

Eisenschmelzofen.

Knochenfunde zeigen, dass diese

Alt-Biesdorfer domestizierte Rinder,

Schweine,Hunde und Pferde hielten

–sowie Schafziegen, wie die Archäologen

sagen, weil Schaf- und Ziegenskelette

einander sehr ähneln. Von

Hühnerngibt es keine Spur.

Siedlungsbauer anderer Zeitalter

wählten andere, jedoch stets in der

Nähe gelegene Plätzefür ihreHäuser

aus. Sobildete sich ein regelrechtes

Siedlungsband entlang der Wuhle.

Alle Siedler werden im Fließ Fische

gefangen haben. Dass Wels verspeist

wurde,belegen Grätenfunde.

Die Wirren nach dem Zusammenbruch

des Römischen Reiches

blieben auch für die Alt-Biesdorfer

nicht ohne Folgen. Die germanische

Siedlung wurde aufgegeben, etwa

300 Jahre lang wohnte niemand an

der Wuhle. Umdas Jahr 750 gab es

dann eine frühslawische Siedlung –

die letzte auf der Fläche am Haselhorst.

Die urgeschichtliche Nutzung

des Geländes endete noch im 8. Jahrhundert.

Es folgten später ein mittelalterlicher

Bauernhof und etwas

DDR-Bebauung.

Jetzt leuchten die Dächer von

Einfamilienhäusern hinter den Hecken

hervor. Ein Kollege sagt: „Fahrenwir

wieder in besiedeltes Gebiet“

–ermeint damit Mitte.Anne Sklebitz

widerspricht: Hier am Haselhorst ist

besiedeltes Gebiet. Seit Jahrtausenden.

Also: Respekt!

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Otto Nagel im Wedding

BVB oder BVG?

Ermelerhaus

Zur Erinnerung an den 125. Geburtstag des Malers und

Zeichners Otto Nagel ließen Bürger den Künstler wieder

in seinen Berliner Bezirk zurückkehren. Am 27.September

1894 in der Reinickendorfer Straße 67 geboren, verbrachte

Nagel sein Leben zum großen Teil im Wedding,

hatte Atelier und Zeichenschule in der Badstraße und

malte als Chronist seiner Zeit, was er sah. Seit kurzem

stehen Tafeln im öffentlichen Raum, die seine Bilder aus

den 20er- und 30er-Jahren mit aktuellen Perspektiven

verknüpfen.

Bilder Otto Nagels, Standorte im Wedding: Tafel 1vor der Stadtbibliothek

Luisenbad, Tafeln 2und 3Swinemünder Straße 64 und am Humboldthain

Hinter der Abkürzung BVGstehen die Berliner Verkehrsbetriebe

–ganz ohne „G“ im Namen. Wie kommt dieser

Buchstabe in die geläufige Abkürzung? Hier hat sich einer

der zahlreichen Vorläufer unseres gegenwärtigen

Unternehmens für öffentlichen Personennahverkehr

festgeschrieben: die Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft.

Sie wurde am 10. Dezember 1928 gegründet und

überwand ein Jahrzehnte währendes Nebeneinander

vonparallel wirtschaftenden Verkehrsgesellschaften. Vor

dem Zusammenschluss Berlins mit seinen Umlandgemeinden

zur Einheits-Gemeinde Groß-Berlin im Jahr

1920 hatte sich eine Vielzahl von Unternehmen entwickelt,

die auch nach dem Zusammenschluss weder ihre

Fahrpläne aufeinander abstimmten noch einheitliche

Fahrpreise einführten. Seit 1927 schlossen sich drei Gesellschaften

zusammen und vereinbarten den 20-Pfennig-Einheitstarif,

doch die Konflikte blieben –bis die Berliner

Verkehrs-Aktiengesellschaft kam. Die Nationalsozialisten

machten das Unternehmen am 1. Januar 1938

unter der Bezeichnung Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG)

zum Eigenbetrieb der Stadt Berlin. Nach der Teilung Berlins

entstand 1949 eine eigene BVG-Verwaltung im Osten,

ab 1969 firmierte sie unter VEB Kombinat Berliner

Verkehrsbetriebe (BVB). BVG(West) und BVB(Ost) fusionierten

am 1. Januar 1992 unter dem Namen Berliner

Verkehrsbetriebe (BVG). (mtk.)

Das Ermelerhaus in Mitte zählt zu den überragenden

Bauzeugnissen des Berliner Barock und Klassizismus.

1567 wurde das Patrizierhaus an der Breiten Straße 11

erstmals verzeichnet. Nach Bombentreffern imZweiten

Weltkrieg, der Renovierung in den 50er-Jahren und dem

Abriss im Jahr 1966 folgte der Wiederaufbau an einer

neuen Adresse, ein paar Hundert Meter weiter südlich

am Märkischen Ufer. Am6.Oktober 2019 jährt sich die

Wiedereröffnung. Derheutige Eigentümer art’otel Berlin

lädt zum Feiernein.

Tage der offenenTür undAusstellung vom5.bis 7. Oktober im Ermelerhaus

am Märkischen Ufer 10–12


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 11 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Im Metropol

wird wieder

getanzt

Thomas Spindler betreibt

das Haus am Nollendorfplatz

Fünf Jahre lang war es geschlossen,

seit dem Wochenende hat

das legendäre Metropol am Nollendorfplatz

in Schöneberg wieder geöffnet.

Neuer Betreiber der Tanzund

Konzertlokation ist eine Firma

namens Zarya International, hinter

der Thomas Spindler steht. Er ist

Chef der Konzertagentur Trinity,veranstaltet

unter anderem Festivals auf

der Spandauer Zitadelle und betreibt

das Huxleys Neue Welt am Hermannplatz.

Der Betreiber will –so

heißt es auf der Homepage –andie

goldenen Zeiten anknüpfen, die das

1905/1906 als Theater errichtete

Haus in den 80er- und 90er-Jahren

erlebte. Damals traten dort Popgrößen

wie David Bowie, Iggy Pop und

Nina Hagen auf, spielten legendäre

Bands wie Kraftwerk, The Cure und

Depeche Mode am Nollendorfplatz.

DasInteresse der Berliner am Metropol

scheint groß zu sein: Ausverkauft

waren sowohl Eröffnungsparty

am Freitag wie die Veranstaltung am

Sonnabend, bei der das Moka-Efti-

Orchestra aus der TV-Serie „Babylon

Berlin“ auftrat. Allerdings berichtete

der RBB, dass die Eröffnungsparty

eher schleppend anlief: Erst nach

Stunden habe sich die Tanzfläche gefüllt.

Im Oktober und November sind

zehn Veranstaltungen geplant –unter

anderem mit Kiefer Sutherland und

Westbam. (BLZ)

Ein Mädchen im Knabenchor

Weil sie in Berlin nicht darf, soll eine Neunjährige bei den Thomanern vorsingen. Doch der Termin fällt aus

VonNorbertKoch-Klaucke

Sie möchte in einem Jungenchor

singen. Dieneunjährige

Pankowerin, die – wie berichtet

–bereits per Gerichtsurteil

damit scheiterte, im Berliner

Staats- und Domchor zugelassen zu

werden, hat eine überraschende Einladung

aus Leipzig erhalten. DerThomanerchor

will sich die kleine Sängerin

aus Berlin anhören. Eine Sensation.

Denn das Mädchen aus Pankow

wäre damit das erste in der mehr als

800 Jahrelangen Geschichte des weltberühmten

Knabenchores, das dort

vorsingen darf. Doch aus der Sensation

wirderst einmal nichts.

Susann Bräcklein, Mutter und

Anwältin des Berliner Mädchens,

möchte vorerst, dass ihre Tochter

beim Thomanerchor nicht ihr Können

zeigt. Sie hat Bedenken. „Solange

ungewiss bleibt, ob der Thomanerchor

überhaupt gewillt ist,

Mädchen aufzunehmen, macht das

Vorsingen keinen Sinn“, sagte Bräcklein

der Berliner Zeitung. Siewertete

die Einladung des Stadt Leipzig zum

Aufnahmeverfahren in den Thomanerchor

als sehr befremdlich. Denn

im Mai hatte die Stadt als Trägerin

des Chores noch eine Bewerbung ihrerTochter

abgelehnt.

Der Grund für den Sinneswandel

liegt offenbar in einem Rechtsstreit,

der gerade bundesweit für Aufsehen

sorgte.Wie berichtet, hatte Bräcklein

versucht, ihreTochter auch im Berliner

Staats- und Domchor, ebenfalls

ein Knabenchor, unterzubringen.

Der Thomanerchor:Hier sangen auch Mitglieder der Band Die Prinzen.

DPA

Das Mädchen wurde abgelehnt, die

Mutter klagte.Nach ihrer Ansicht sei

es diskriminierend, dass staatliche

Knabenchöre keine gleichwertigen

Angebote für Mädchen offenhielten.

Am 16. August kam der Fall vor

das Berliner Verwaltungsgericht. Es

wies die Klage zurück. Mit Blick auf

den besonderen Klang eines reinen

Knabenchores dürften Mädchen abgelehnt

werden, wenn ihreStimmen

nicht dem geforderten Klangbild

entsprächen, so das Gericht. Das

Recht auf Kunstfreiheit aus Artikel 5

Grundgesetz überwiege hier das Diskriminierungsverbot

aufgrund des

Geschlechts aus Artikel 3, Absatz 3

(VG3K113.19).

Drei Tage nach dem Urteil entschied

plötzlich die Stadt Leipzig,

das Berliner Mädchen, das man erst

abgewiesen hatte und das sich zwischenzeitlich

auch beim Dresdener

Kreuzchor bewarb, nun doch zum

Vorsingen einzuladen. DieKulturbehörde

hob mit einem Widerspruchsbescheid

die im Mai gefällte Ablehnung

auf. Allerdings sei es allein die

künstlerische Entscheidung des

Thomanerchores,das Mädchen aufzunehmen,

so das Kultur-Dezernat.

Unddie Behörde machte der Mutter

in einer Mail klar: Thomanerchor-

Kantor Gotthold Schwarzsei nur bereit,

das Mädchen zum Vorsingen

einzuladen, wenn die Mutter glaube,

„die Stimme der Tochter entspricht

dem Klangbild einer Knabenstimme“.

Eine Aussage,die Bräcklein

befürchten lässt, die Thomaner hätten

ihr Urteil schon längst gefällt.

16 Ballons für

die vermisste

Rebecca

Familie denkt an Tochter,

die jüngst Geburtstag hatte

Die Schwester der seit sieben Monaten

vermissten Schülerin Rebecca

hat der Schülerin über ihren Instagram-Account

Geburtstagswünsche

gesendet. Aufeinem im Internet

hochgeladenen Foto sind schwebende

Luftballons zu sehen, die die

Zahl 16 zeigen. Darunter sind Fotos

der seit über sieben Monaten vermissten

Schülerin und Kerzen. Zwei

davon sind ebenfalls mit den Ziffern

eins und sechs beklebt. Siestehen für

den Geburtstag von Rebecca am

Sonnabend voreinerWoche.

„16 Jahre Becci. Deine Freunde

und Familie haben heute 16 Ballons

für dich steigen lassen“, schreibt ihre

Schwester Vivien R. Und weiter: „Es

gibt keinen Tag, an dem wir nicht an

dich denken, für dich beten. Du

fehlst uns so sehr.Der Schmerzist so

unerträglich.“

Seit dem 18. Februar ist Rebecca

spurlos verschwunden, die Polizei

geht weiter voneinem Tötungsdelikt

aus.Die Leiche der beim Verschwinden

15-jährigen Schülerin wurde

bislang allerdings nicht gefunden.

Die Polizei führte aufgrund eines

neuen Hinweises erst kürzlich eine

neuerliche Suchaktion in einem

Waldgebiet bei Storkow durch. Wie

vergleichbare Maßnahmen in den

vergangenen Wochen und Monaten

wurde jedoch auch diese Suche erfolglos

abgebrochen. (pde.)

ANZEIGE

Thema Herz-Kreislauf

Spezielle

Mikro-Nährstoffe

unterstützen die Herz-

Kreislauf-Gesundheit

Der Hauptauslöser für

Bluthochdruck sind erhöhte

Cholesterinwerte.

Denn zu viel Cholesterin

im Blut verstopft unsere

Gefäße. Genial: Forscher

haben einen natürlichen

Cholesterin-Senker

namens Beta-Glucan

entdeckt (in Mindalin

Komplex 26), der nachweislich

das Blutcholesterin

reduziert!* Experten

kombinierten Beta-Glucan

nun mit 25 weiteren wichtigen

Bausteinen, z. B.

Kalium für einen normalen

Blutdruck und Thiamin

für eine gesunde Herzfunktion.

Das Ergebnis:

eine einzigartige Kombination

von Mikro-Nährstoffen

für ein gesundes

Herz-Kreislauf-System

(Mindalin Komplex 26,

Apotheke).

Tipp: Einfach täglich ein

GlasMindalinKomplex 26.

Für Ihren

Apotheker:

Mindalin

Komplex 26

(PZN 13169019)

*Hafer-Beta-Glucan reduziert nachweislich

den Cholesteringehalt imBlut. Das Senken

des Cholesterinspiegels kann das Risiko für

die koronare Herzerkrankungreduzieren. Die

positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen

Beta-Glucan-Aufnahme von 3g ein.

•www.mindalin.de

NEU

Cannabis ausder Apotheke

In der Apotheke

gibt es jetzt endlich

ein CannabisÖl

(Rubaxx Cannabis) –

unddas frei

verkäuflich.

Cannabis (umgangssprachlich

auch Hanf) ist derzeit in

allerMunde.AuchinDeutschland

steigt die Nachfrage nach

Cannabisprodukten rasant an.

Vonder Apotheken-Qualitätsmarke

Rubaxx gibt es jetzt ein

Cannabissamenöl freiverkäuflich

in der Apotheke (Rubaxx

Cannabis).

Cannabis ganz ohne Rausch

Cannabis gilt als eine der

ältesten traditionellen Heilpflanzen.

Schon vor

Tausenden von

Jahren wurden

ihre Blüten

zur Behandlung

unterschiedlichster

Krankheiten

genutzt. Wissenschaftlern

ist

es nun gelungen,

aus den Samen einer speziellen

Cannabispflanze ein

wertvolles Ölzugewinnen.

Cannabissamen

gelten als nicht

berauschend

Das Geniale:

Cannabissamen

haben keine berauschende

Wirkung!

Das hochwertige

Öl gibt es jetzt als Rubaxx

Cannabis freiverkäuflich in

derApotheke.

Was steckt dahinter?

HöchsteQualitätin

Tropfenform

Rubaxx Cannabis wurde

speziell für den täglichen Verzehr

hergestellt. Sowohl die

Herstellung als auch die Abfüllung

findennachstrengsten

deutschen Qualitätsstandards

statt. Dank der Tropfenform

können Verbraucherdas Öl individuell

verzehren. Weiterer

Pluspunkt: Das Cannabissamenöl

ist vegan und für

Diabetiker geeignet. Nebenoder

Wechselwirkungen sind

nichtbekannt.

ANZEIGE

Cannabis –Arzneipflanze

der Zukunft?

Experten sind sich einig: In der

Cannabispflanze steckt großes

Potenzial! Wissenschaftler erforschen

laufend neue Einsatzmöglichkeiten,

etwa bei Stress

oder Schlafstörungen.

Qualität aus

Deutschland

Rubaxx Cannabis wird nach

höchsten Qualitätsstandards in

Deutschland hergestellt. VerwendetwerdenCannabissamen

einer

gezielt ausgewählten Cannabispflanze

mit hoher Qualität –für

einen sicheren

und rauschfreien

Verzehr!

Für Ihren Apotheker:

Rubaxx Cannabis

(PZN 15617485)

Ist das Produkt nicht

vorrätig, kann es sofort

bestellt werden.

www.rubaxx-cannabis.de

NEU


12 * Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

POLIZEIREPORT

Leiche im See entdeckt.

EinSportbootfahrer hat am Sonnabend

im Müggelheimer Seddinsee

eine Leiche entdeckt. Dernoch nicht

identifizierte Mann, der im Wasser

trieb,wies nach Polizeiangaben

mehrereVerletzungen auf. Eine Obduktion

habe ergeben, dass der

Mann getötet wurde,teilte die PolizeiamSonntag

mit. Eine Mordkommission

ermittelt. WeitereAngaben

zu dem Toten machte die Polizei zunächst

nicht. Einsatzkräfte brachten

den Leichnam an Land.

Blutiger Familienstreit.

In der Nacht zu Sonntag hat ein

Mann in Biesdorfseinen Bruder und

seine Schwägerin mit einer Axt angegriffen

und lebensgefährlich verletzt.

Dermutmaßliche Täter,ein 52-Jähriger,wurde

festgenommen. Die

Schwerverletzten –ein Mann und

eine Frau, beide 48 Jahrealt –kamen

zu Notoperationen in Krankenhäuser.Eine

Mordkommission ermittelt.

Über Hintergründe der Tathielt sich

die Polizei am Sonntag bedeckt.

Hochzeitskorso gestoppt.

DiePolizei hat am Freitag einen Autokorso

einer türkischen Hochzeitsgesellschaft

gestoppt. Zuvorhatten

Anwohner der Koloniestraße in

Wedding den Notruf gewählt, nachdem

aus mindestens einem Auto

heraus Schüsse zu hören waren. Die

Einsatzkräfte beschlagnahmten eine

Schreckschusswaffe,deren Besitzer

wurde angezeigt. MehrereTeilnehmer

der Hochzeit zeigten den sogenannten

Wolfsgruß, das Hand- und

Erkennungszeichen der als faschistisch

eingestuften türkischen Vereinigung

„Graue Wölfe“.

Prostituierte überfallen.

Unbekannte haben in der Nacht zu

Sonntag eine Prostituierte in Schönebergmit

Gewalt ausgeraubt. Die

29-Jährige war nach Polizeiangaben

an der Bülowstraße in den Wagen

zweier Freier eingestiegen. Im Auto

schlug ihr einer der Männer mit der

Faust ins Gesicht und entriss ihr die

Tasche.Dann öffnete der Schläger

die Beifahrertür und stieß die Frau

aus dem Auto.Die Frau stürzte auf

die Fahrbahn und verletzte sich. Anschließend

rief sie die Polizei. Rettungskräfte

brachten die Frau in eine

Klinik. DieTäter flüchteten unerkannt,

die Polizei ermittelt. (pde.)

Maskierte Besetzer haben in der Frankfurter Allee ein Transparent aufgehängt, ein Mann spricht durchs Megafon zu den Demonstranten vor dem besetzten Haus.

Hausbesetzer für einen Tag

Linke Aktivisten okkupieren kurzzeitig zwei Gebäude in Friedrichshain und Lichtenberg

VonGerhard Lehrke

Die Hausbesetzungen

währten nur einen Tag:

Ein Gebäude der früheren

Schultheiß-Brauerei

an der Landberger Allee 54 in Friedrichshain

wurde noch am Sonnabend

geräumt. Das Haus Frankfurter

Allee 187 in Lichtenbergwurde in

der Nacht zu Sonntag vonden Besetzern

verlassen. Um die Zukunft dieses

Hauses gibt es jetzt Meinungsverschiedenheiten

innerhalb der

rot-rot-grünen Koalition.

DieBesetzungen waren Teil einer

Reihe von Aktionen der linken „Tu

Mal Wat“-Bewegung, die sich unter

anderem gegen den Leerstand potenziellen

Wohnraums richtet. Etwa

ein Dutzend Menschen hatte das seit

sieben Jahren leereBrauereigebäude

geentert, das nach Angaben der Besetzer

seit 2017 einem Tochterunternehmen

des Konzerns Investa gehört.

Bei der Räumung kam es zu

14 Festnahmen. Zuvor hatte es einige

Rangeleien mit den laut Polizei

Aktionstage: Vom26. bis

29. September waren Linke

unter dem Motto „TuMal

Wat“ aktiv.Unter anderem

bekannten sich anonyme

Teilnehmer dazu, Autos eines

Händlers an der Rhinstraße

angezündet zu haben.

rund 50 Demonstranten gegeben,

die sich vordem Gebäude eingefunden

hatten.

DieBesetzung des Hauses Frankfurter

Allee fand offenbar mitten in

der Nacht ein Ende, weil die Polizei

keine Unterstützer zu den etwa

80 Besetzerndurchließ, die per Twitter-Nachricht

darum gebeten hatten,

ihnen Schlafsäcke und Lebensmittel

zu bringen. Der Eigentümer

LINKE UND RECHTE

Besetzungen: Zur Vorbereitung

auf die Hausbesetzungenhatten

dieVeranstalter einenWorkshopangeboten.Zu

weiteren Besetzungenvon

Häusernüberdie Frankfurter

Allee und die Landsberger Alleehinaus

kam es nicht.

Krawall: Jenseits der „Aktionstage“

könnte es am

3. Oktober Ärger geben. Der

rechtsextreme Verein „Wir für

Deutschland“ will am Tagder

Deutschen Einheit durch die

City ziehen, mehrere Gegendemos

sind angekündigt.

ERIC RICHARD

hatte den Besetzern eine Frist bis

Sonntag 15 Uhrgesetzt. Dielaut Polizeirund

100 Demonstranten vorder

Tür blieben weitgehend friedlich.

Die Debatte über das rund hundertJahrealte

Gebäude in der Frankfurter

Allee ist damit nicht beendet.

Es gehörtder landeseigenen Berliner

Immobilen GmbH (BIM) und steht

seit Jahren leer.Eswar einstmals Teil

des vonder Stasi genutzten Komplexes

zwischen Rusche- und Magdalenenstraße

und wurde zum Bürohaus

umgebaut, war dann ein Verwaltungssitz

des Bezirks und sollte eigentlich

bis 2018 saniert und für

Künstler und ihre Ateliers nutzbar

gemacht werden.

Kultursenator Klaus Lederer

(Linke) verkündete überTwitter,dass

das Gebäude dem Bund übertragen

werden wird. Es soll Teil des „Campus

der Demokratie“ werden, einer

Weiterentwicklung des Stasi-Areals,

und mit als Außenstelle des Bundesarchivs

für die MfS-Akten dienen.

Der Grünen-Abgeordnete Daniel

Wesener widersprach. DasAbgeordnetenhaus

habe lediglich eine Unterstützung

der Vorhaben beschlossen.

Der Beschluss des Bundestags

wiederum, die MfS-Akten ins Bundesarchiv

zu integrieren, sicherenur

den Bestand des Archivs. Die Entwicklung

zum „Campus der Demokratie“

habe der Bundestag lediglich

in Aussicht gestellt, so Wesener. Es

sei deshalb nicht nötig, das Haus zu

verkaufen.

Punkband

wehrt sich

Keine Verstöße auf Zitadelle

Die Linken-Punkband Feine

Sahne Fischfilet hat Vorwürfe

zurückgewiesen, dass es bei einem

Konzert inder Zitadelle Spandau zu

Verstößen gekommen sei. „Es war

ein großes, friedliches, harmonisches

Fest“, teilte die Band zu dem

Auftritt vor rund einem Monat mit.

DerLeiter der Sicherheitskräfte habe

bescheinigt, „dass es eines der Konzertemit

den wenigsten Sanitätseinsätzen

und sonstigen Vorfällen des

diesjährigen Citadell Musicfestivals

gewesen wäre“, hieß es weiter.

In einer Antwort auf eine Große

Anfrage der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus

hatte das Bezirksamt

Spandau zuvor mehrere Verstöße

aufgeführt, die während des Konzertsfestgestellt

worden seien. (dpa)

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 13 -24-27-30-43-44

Superzahl: 7

Spiel 77: 2812283

Landeslotterie Super 6: 630827

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

3=10Euro

71 =25Euro

269 =100 Euro

0154 =1000 Euro

54 327 =10000 Euro

690 731 =100 000 Euro

305 554 =100 000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10 000 Euro auf die Nummer 8858 528.

ARD-Fernsehlotterie:

6165 873 gewinnt VW Touran Comfortline

5572 904 gewinnt VW takeup!

8560 023 gewinnt Reise mit einem Hausboot

0487 571 reist ins Chateaux-Hotel Dollenberg

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

0227 939 gewinnt 1000 000 Euro

393 201 gewinnt 100 000 Euro

97 783 gewinnt 10 000 Euro

2061 gewinnt 1000 Euro

36 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Veranstaltungen

RENNTAG

D ER

DEUTSCHEN

EINHEIT

pferdewetten.de

29. PREIS DER DEUTSCHEN EINHEIT

Do., 3. Oktober 2019

1. Start 12:00 Uhr

TICKETS AB15EURO*

hoppegarten.com

*Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis

18 Jahre in Begleitung von Erwachsenen

Präsentiert von:

Karrierechancen.

Anzeigenannahme:

( 030) 2327-50


Spar nicht

beim

Wachhund.

Spar bei Netto!

Du willst über 5000 Artikel zu Discountpreisen?

Dann geh doch zu Netto!

Dallmayr Prodomo

Prodomo,

entkoffeiniert

oder naturmild,

Kaffee

gemahlen,

500 g

(6.98 /kg)

Rotkäppchen

Sekt oder

Fruchtsecco

versch. Sorten

0,75 Liter

(3.32 /l)

auch

online

3.

–46%

49*

3.6.49

auch

online

–37%

49*

2.3.99

KW 40 /PoDeKiTuWoWoe Ost Nord West

netto-online.de

netto-online.de

Große Auswahl –

online shoppen

DieabgebildetenArtikel sind nichtinallen Filialen erhältlichund könnenwegen desbegrenztenAngebotsschon am ersten Tagausverkauft sein.

*Erhältlichbei NettoCity(nichtinallen Sorten). Abgabenur in haushaltsüblichen Mengen.

Filialangebote: NettoMarken-Discount AG &Co. KG •Industriepark Ponholz1•93142 Maxhütte-Haidhof,Onlineangebote: NeS GmbH•Wissollstraße 5–43•45478 Mülheimander Ruhr

Montag, 30.09.19 –Samstag, 05.10.19


14 * Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Berlin/Brandenburg

NACHRICHTEN

Tödlicher Unfall auf dem

„Potsdamer Oktoberfest“

Beim„Potsdamer Oktoberfest“ ist am

späten Sonntagnachmittag eine 29-

jährige Beschäftigte tödlich verunglückt.Wieein

Polizeisprecher mitteilte,stand

die Frau auf einem Fahrgeschäft

namens„Playball“. Dieses

besteht aus einer sich drehenden

Plattformmit offenen Gondeln, die

sich ebenfalls drehen. Als die Plattformanfuhr,sei

die Frau –eine Mitarbeiterin

des Betreibers –mehrereMeter

heruntergefallen, so der Sprecher.

DasFest sei nach dem Unglück geschlossen

worden. Nach Angaben

vonAugenzeugen versuchte ein Arzt

noch, dieVerunglückte zu retten.

Seelsorger kümmerten sich um mehrere

Menschen. DiePolizei leitete ein

Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt

wegen desVerdachtes der fahrlässigen

Tötung ein. DieUntersuchungen

führtdie Kriminalpolizei.

Auch das Amt für Arbeitsschutz soll

hinzugezogen werden. (dpa)

Flughäfen rechnen mit

2,2 Millionen Passagieren

Reisende müssen sich an den Berliner

Flughäfen während der Herbstferien

auf längereWartezeiten einstellen.„Zwischen

dem 2. und 20. Oktober

werden in Tegel und Schönefeld

mehr als 2,2 Millionen Passagiereerwartet“,

teilte die Flughafengesellschaft

Berlin Brandenburgmit. Der

verkehrsreichste Tagwerde für den

18. Oktober erwartet. DieGesellschaft

empfiehlt, mindestens zwei

Stunden vorAbflug am Terminal zu

sein. (dpa)

Polizei findet nach langer

Suche vermisste Berlinerin

Diemehrstündige Suche nach einer

vermissten Berlinerin und ihrem

Hund in einemWaldgebiet bei Frankenförde

(Teltow-Fläming) ist am

Wochenende glücklich zu Ende gegangen.

Diebeiden seien voneinem

Polizeihubschrauber gefunden worden,

wohlbehalten, aber erschöpft,

teilte die PolizeidirektionWest am

Sonntag mit. DerEhemann hatte am

Nachmittag zufolge seine Frau als

vermisst gemeldet. Beim Spaziergang

auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz

hatte sich das Paar aus

den Augen verloren. DieSuche war

zunächst erfolglos,bis zum Einsatz

des Hubschraubers. (dpa)

CHIN MEYER &

SUSANNE SCHMID

sitzen im schicken Anzug und im

Brautkleid auf der Bühne der Bar jeder

Vernunft. Immer wieder brandet

Beifall auf. Und obwohl Meyer zu

den bekannten Kabarettisten des

Landes gehört, handelt es sich nicht

um Applaus für sein neuestes Programm.

Der Pfarrer auf der Bühne

des Wilmersdorfer Spiegelzelttheaters

ist nämlich echt (und ein Verwandter

Meyers). Der Berliner

Künstler und die Münchner Psychologin

holen etwas nach. Sie hatten

im Februar barfuß an einem Strand

in Australien geheiratet, am Sonnabend

feierten sie mit Familie und

Freunden die kirchliche Trauung.

Und weil man schon mal so gemütlich

beisammensaß, wurde anschließend

auch gleich noch Chin Meyers

60. Geburtstag begangen.

ECKART VONHIRSCHHAUSEN

trat dabei mit einer Kombination aus

freundschaftlich-mildem Spott und

Zaubertricks auf, die am Anfang seiner

Bühnenkarriere, als er Chin

Meyerkennenlernte,imMittelpunkt

seiner Programme standen. Den

spöttischen Teil leitete Hirschhausen

mit dieser Information ein: „Mit

Chin habe ich die Welt der Esoterik

entdeckt.“ An den Jubilar gewandt

sagte er:„Ich kenne niemanden, der

die Erleuchtung so verbissen sucht

wie du! Undder sich dazu in dunkle

Höhlen begibt und sich wundert,

dass es nicht heller wird…“ Hirschhausen

stichelte über die Hochzeit

von Chin &Susanne, mit denen er

befreundet ist: „Der 60. Geburtstag

ist ein Zeitpunkt, zu dem man sich

leichter tut mit Aussagen wie ‚Bis

dass der Todeuch scheidet‘…“

Hirschhausen verweist auf eine

Parallele seiner Bühnenkarriere zu

der von Meyer. Ein Bandscheibenvorfall

von Gayle Tufts katapultierte

den Mediziner mit Drang ins Entertainement

vom Nachtprogramm ins

Hauptprogramm der Bar jeder Vernunft,

was für seinen endgültigen

Durchbruch sorgte.Auch dafür,dass

Chin Meyer seine Paraderolle des

Steuerfahnders Sigmund vonTreiber

finden konnte, musste ein anderer

Mensch leiden: Hans-Otto Reintsch

hatte diese Rolle im Dinner-Theater

Pomp Duck and Circumstance als

Erster gespielt. Bei einem Unfall

während der Show stürzte er aus

acht Metern und zog sich viele Brüche

zu. Meyermusste einspringen.

Reintsch gehörte am Sonnabend

zu den Gästen der Feier in der Barje-

Trauung im Spiegelzelt

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Chin Meyer &Susanne Schmid

feiern Hochzeit und Geburtstag

in der Bar jeder Vernunft

Nicht ohne Tanz: Das Hochzeitspaar Chin Meyer und Susanne Schmid. CHRISTIAN SCHULZ (3)

Schauspieler Hans Werner Meyer singt

seinem Bruder zu Ehren.

Eckartvon Hirschhausen erfreut mit Passagen

aus seinem eigenen Buch.

der Vernunft und fasste die für ihn so

schmerzhaften Ereignisse zusammen:

„Ich musste von der Decke

stürzen, damit Chin durch die Decke

gehen konnte.“

HANS-WERNER MEYER

schockierte die Festgäste mit dunklen

Wahrheiten aus dem Leben seines

fünf Jahre älteren Bruders Chin.

Der Schauspieler erzählte, wie Chin

ihn und seine Schwester vermöbelte.

Für den Fall, dass das,was an diesem

Abend sonst noch so ans Licht kommen

sollte,seine Schwägerin in ihrer

Entscheidung für Chin verunsichert,

baut der kleine Bruder ihres Mannes

ihr eine goldene Brücke: „Es gibt

14 Tage Rückgaberecht!“

Hans-Werner Meyer erinnerte

sich auch an seine eigene Hochzeit

vor 20Jahren, bei der Bruder Chin

als Zeremonienmeister dafür gesorgt

hatte, dass der Bräutigam am

Ende mit nacktem Oberkörper auf

der Bühne kauerte und sang: „Ich

habe lange auf den Tagder Rache

warten müssen.“ Er revanchierte

sich mit einem Quiz, durch das die

Gäste Peinlichkeiten aus Chin Meyers

Leben erfuhren. Wie den Kaufpreis,

den der große Bruder seiner

Schwester Anita auf dem Weg zum

von weltlichem Besitz freien Leben

in Indien für seine Plattensammlung

abknöpfte.

THOMAS NICOLAI

war beim Fest von Susanne Schmid

&Chin Meyer mal ausnahmsweise

der „+1“ seiner Frau Ela: „Sie schneidet

Chin die Haare.“ Der Comedian

irritierte die Gäste zunächst mit einer

schräg beginnenden Nummer,

während der er einen Hut mit roten

Bömmelchen trug. Am Ende seines

mitreißenden Auftritts brach Jubel

aus.Was nicht nur am Satz „Finanzamt

verpiss dich, Finanzamt, keiner

vermisst dich!“ lag, der auf Chin

Meyers Bühnenexistenz als Steuerfahnder

anspielte.

Ebenfalls unter den Gästen: die

Kabarettisten Timo Wopp, Michael

Krebs und RobertGriess (er spielt gemeinsam

mit Chin Meyer das Programm

„Das Leben ist kein Boni-

Hof“). Schauspieler Ottokar Lehrner

schreckte angesichts vonKindernim

Publikum davor zurück, einen allzu

freizügigen und eigenhändig geschriebenen

Text vorzulesen. Stattdessen

trug er das Gedicht eines berühmten

Dramatikers vor, das Hans-

Werner Meyer als Moderator des

Abends so kommentierte: „Brecht,

du alte Drecksau!“

Landwirte

verlangen

mehr Klarheit

Kritik an der Grundlage für

die Koalitionsgespräche

In den laufenden Koalitionsverhandlungen

der SPD mit CDU und

Bündnis 90/Grüne für eine neue

Brandenburger Regierung erwarten

die Landwirte mehr Berücksichtigung

ihrer Interessen. „Es ist noch

Luft nach oben“, sagte der Präsident

des Landesbauernverbands, Henrik

Wendorff. „Das vorliegende Papier

nach den Sondierungsgesprächen

bietet großen Spielraum für Interpretationen“,

sagte er. Damüsse es

an einigen Stellen konkreter werden,

damit die Vorhaben am Ende auch

abrechenbar seien.

Wendorff sagte, dass zwar der

Ausbau der regionalen Produktion

und Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen

Produkte angesprochen

werde. „Ich hätte aber erwartet,

dass gemeinsam mit Berlin eine Ansiedlungsstrategie

und ein Verarbeitungskonzept

ins Auge gefasst wird.“

Die Region mit über 6,5 Millionen

Verbrauchern benötige zu diesem

Thema genaue Abstimmungen der

Länder Berlin und Brandenburg.

„Vor allem ein Investitionsplan ist

zwingend notwendig“, forderte er.

Brandenburg brauche eine stabile

Tierhaltung. „Was nützt es, wenn

Verarbeitungskapazitäten vorhanden

sind oder geschaffen werden,

aber die Tiereaus anderen Regionen

kommen müssen“, sagte er.

Der Landesbauernpräsident

regte an, sich in den Koalitionsverhandlungen

eingehender mit dem

Thema Förderung für Investitionen

in den Tierschutz zu beschäftigen.

Der Begriff sei zwar aufgenommen

worden. „Geht es hier wirklich um

Tierwohl in der Nutztierhaltung?“,

fragte er. Dasei unklar, was gemeint

sei. Auch der aufgenommene Punkt

„Unterstützung der Tierschutzvereine“

ist aus seiner Sicht noch unverständlich.

Es fehle ihm auch eine

Antwort der möglichen künftigen

Landesregierung, wie mit Klimaschutz

und Landwirtschaft umgegangen

werde.

Seit dem 23. September verhandeln

SPD, CDU und Grüne über die

Bildung einer Koalition. Grundlage

dafür sind die Ergebnisse der Sondierungsgespräche.Sieben

Gruppen

arbeiten der großen Verhandlungsgruppe

zu. Am 7. Oktober soll sie erneut

tagen. (dpa)

Sofort

Barauszahlung!

berliner adressen

Wir kaufen alle EDELMETALLE...

Zahngold - Altgold

Schmuck - Münzen - Platin - Silber

Zinn und Versilbertes

Berlin-Tegel

Grußdorfstr.16, gegenüber derGorki-Einkaufspassage

Mo.-Fr.: 9.00 -13.00 u. 14.00 -18.00 Uhr, Sa.: 9.00 -13.00 Uhr

seit 41 Jahren

Schwäbische

schwäbisch solide, fleißigund schnell

Goldverwertung Reutlingen

Tel. 07121/38 13 01 Fax07121/38 03 25

Waimer GmbH

www.waimergold.de

Telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50

CARE-Pakete verändern

Leben. Machen Sie mit!

Spendenkonto 44040

Sparkasse KölnBonn ·BLZ 370 501 98

30

Mehr nützliche Geschenkideen: www.care.de/spendenshop

kostet eine Ziege,

die einer Familie

mit Kindern zuverlässig

Milch liefert.

Faire Preise!

Vermischtes

dienstleistungen

Wirliefern Getränke in ganz Berlin...

Firmen,Büros,Privat

Heutebestellt...

morgen sind wirda!

Testen Sieuns!

FragenSie

nach unserem

Geschenk für

Neukunden

Tel. 566 1837

www.getraenke-basar.de

Entrümp.,10%Rabatt f. Seniorenbei Leerwhg.

an- und Verkäufe

Kaufgesuche

Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.

Richter, 01705009959

Immobilienwelten

Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design




Ihre Spende hilft unheilbar

kranken Kindern!

Bitte online spenden unter:

www.kinderhospiz-bethel.de

Wichtige Information für unsere Anzeigenkunden:

Vorgezogener

Anzeigenschluss

3. Oktober 2019

Erscheinungstag Anzeigenschluss Rubrik

Mittwoch, 02.10.2019 Montag, 30.09., 16 Uhr Veranstaltungen, Kulturkalender

Freitag, 04.10.2019 Mittwoch, 02.10., 10 Uhr alle Rubriken

Sonnabend, 05.10.2019 Mittwoch, 02.10., 10 Uhr Automarkt &Boote

Mittwoch, 02.10., 12 Uhr

Mittwoch, 02.10., 15 Uhr

Stellenmarkt

Reisemarkt

Bildungsmarkt

Immobilienmarkt

Am 03. Oktober 2019

erscheint die

Berliner Zeitung nicht

Freitag, 04.10., 10 Uhr Bauen, Dienstleistungen u. a.

Veranstaltungen

Traueranzeigen

redaktionelle Anzeigen

Jetzt Anzeige buchen!

Telefon: 030 2327-50, Fax: 030 2327-6697, E-Mail: berlin.anzeigen@dumont.de


Mo. 30.09.-Sa. 05.10.

KNALLER-

PROZENTE!

KNALLHARTREDUZIERT!

Kundenmonitor ® Deutschland 2019 A

Platz 1 ALDI

Preisführer

Kategorie: Preis im Wettbewerbsvergleich

in derBrancheLebensmittelmärkte –Discounter 2019

bis zu

-45%

JETZT

NOCHMAL EIS

GENIESSEN!

-20%

125-ml-Tube

1.11 *

(100 ml =0.89)

1.39

blend-a-med

ZahncremeXXL

Verschiedene Sorten

-45%

Packung

1.79 *

(Liter=1.99/1.79)

3.29

Langnese

Cremissimo 3

Verschiedene Sorten undGewichte,

900mloder1.000 ml

XXL!

PASSENDZUM

Tagdes

Kaffees

AM 01.10.19

-12%

104-g-Packung

3.49 *

(100 g=3.36)

3.99

-20%

1,25-L-Flasche

0.79 *

(Liter =0.63)

0.99

Coca-Cola/Sprite/

mezzomix/Fanta

Erfrischungsgetränk; z. T. koffeinhaltig;

verschiedene Sorten; zzgl. Pfand =0.25

Jacobs Kaffeekapseln

Verschiedene Sorten;je20Kapseln

aldi-nord.de/aktion

*Bitte beachten Sie, dass diese Artikel nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen. Sie können daher zu bestimmten Zeiten der Aktion ausverkauft sein.

3Aus der Tiefkühlung

A

Quelle: Kundenmonitor ® Deutschland 2019 (www.kundenmonitor.de: Rubrik „Serviceprofile“), ServiceBarometer AG,München. Stand: 12.09.2019

ALDI Einkauf GmbH &Co. oHG, Eckenbergstr.16+16A, 45307 Essen. Firma und Anschrift unserer regional tätigen Unternehmen finden Sie unter aldi-nord.de unter

„Filialen und Öffnungszeiten“.Ferner steht Ihnen unserekostenlose automatisierte telefonische Hotline unter 0800-723 48 70 zur Verfügung.

30092019


16 * Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Lokalsport

NACHRICHTEN

Al-Dersimspor vom

Spielbetrieb suspendiert

FUSSBALL. DerBerliner Fußball-

Verband (BFV)hat den Berlin-Ligisten

BSV Al-Dersimspor vomSpielbetrieb

suspendiert. DieSanktion gilt

zwei Wochen lang bis zum 11. Oktober.Bis

zu dem Tag, an dem vordem

Sportgericht über eine endgültige

Strafe verhandelt werden soll. Ein

Spieler des BSV Al-Dersimspor hatte

nach der Begegnung in der Berlin-

Liga am Sonntag voreinerWoche gegen

den Frohnauer SC (2:4) den

Schiedsrichter attackiert. Daraufhin

hatte der Schiedsrichter-Ausschuss

des BFV entschieden, den Klub zu

boykottieren, weil das nicht der erste

Vorfall dieser Artbei diesem Verein

war.Dersimspor hat den betreffenden

Spieler bereits ausgeschlossen,

der BFV hat ihn ebenfalls bis zum 11.

Oktober suspendiert. „Wir fordern

eine Rückkehr zur Toleranz und Respekt

auf Berlins Fußballplätzen“,

sagt BerndSchultz, Präsident des

BFV. (mj.)

Wasserfreunde starten mit

Erfolg in die neue Saison

WASSERBALL. DieWasserfreunde

Spandau sind mit einem 19:10 gegen

OSC Potsdam in die Bundesligasaison

gestartet. Nach anfänglichen

Schwierigkeiten konnte der Deutsche

Meister in der Schwimmhalle

Schönebergdoch noch seine Klasse

unter Beweis stellen. Als Ziel haben

sich die Wasserfreunde wieder einmal

das Double gesetzt, das man in

der Vorsaison durch die Niederlage

im Pokalfinale gegen Waspo Hannoverjaverpasst

hatte.Fürs Erste muss

Trainer Petar Kovacevic dabei auf

Remí Saudadier verzichten. Beim

französischen Nationalspieler wurden

Herzrhythmusstörungen ausgemacht.

Der33-Jährige wirdauf jeden

Fall beim Supercup am dritten Oktober

gegen Waspo Hannover, aber

auch fünf Tage darauf beim ersten

Champions-League-Spiel der Saison

gegen Zodiac Barceloneta nicht mit

vonder Partie sein.

Tennis Borussia erstmals

ohne Sieg in der Saison

Rufer am Rand: Dennis Kutrieb treibt sein

Team von TeBe an.

IMAGO IMAGES

FUSSBALL. Oberligist Tennis Borissa

ist zum ersten Malindieser Saison

ohne einen Sieg vomPlatz gegangen.

DieMannschaft vonTrainer Dennis

Kutrieb trennte sich im Auswärtsspiel

vonLok Stendal 2:2. Zweimal

war es den Gästen gelungen, einen

Rückstand auszugleichen. Nach

dem 0:1 durch Stendals Denis Neumann

bereits in der ersten Minute

erzielte MarkoPerkovic vier Minuten

Später das 1:1. Nach einem Eigentor

rettete Nicolai Matt Tennis Borussia

wenigstens noch den einen Punkt

für den Tabellenführer.

Berliner HC verliertbeim

Hamburger Polo Club 2:3

HOCKEY. DieMänner des Berliner

HC haben in der Bundesliga beim

Hamburger Polo Club eine schmerzliche

Niederlage einstecken müssen.

Denn durch das 2:3 rutschte das

Team vonTrainer Rein vanEijk in der

Tabelle der Staffel Bmit elf Punkten

auf Platz drei, während die Hamburger

(zwölf Punkte) hinter Spitzenreiter

RW Köln (15 Punkte) nun den

zweiten Rang einnehmen.

Die Mischung stimmt

Wiesich der Berliner Fußballklub VSG Altglienicke in der Regionalliga als Spitzenklub etabliert hat

VonMichael Jahn

Nein, bei der VSG Altglienicke

hebt niemand ab,

obwohl die Mannschaft

aus dem Südosten Berlins

die bislang große Überraschung

in der stark besetzten Regionalliga

Nordost ist. Nach zehn Spieltagen

liegt das Team vonCheftrainer Karsten

Heine,64, nach dem 5:0 über Bischofswerda

am Sonntag punktgleich

mit Tabellenführer Hertha

BSC II und dem Dritten Lok Leipzig

auf Tabellenrang zwei.

Noch nie stand die Mannschaft in

der vierten Liga tabellarisch so gut da

wie im Moment. Fakt ist, dass die

VSG erfolgreichen, ansehnlichen

und offensiven Fußball zeigt. „Wir

spielen bisher eine sehr ordentliche

Saison“, sagt Heine, der das Team

erst im Sommer übernahm, „vor allem

freue ich mich über die vielen

guten spielerischen Leistungen.“

DerJugend eine Chance

Altglienicke absolviert die dritte

Spielzeit in der Regionalliga und war

bislang stets im unteren Drittel der

Tabelle zu finden. Zweimal zitterte

man im Verein sogar um den Klassenerhalt.

In der Vorsaison konnte

man sich erst einen Spieltag vor

Schluss retten. Das sollte sich nun

ändern, und die VSG-Macher um

den ehrgeizigen Sportlichen Leiter

Daniel Böhm verpflichteten in Karsten

Heine einen Trainer mit großen

Meriten –vor allem im Berliner Fußball,

wo er einst beim 1. FC Union

und bei Hertha BSC seine Spuren

hinterlassen hat. Das Saisonziel laut

Böhm: „Es sollte mit einem einstelligen

Tabellenplatz klappen, wir wollen

uns in dieser Liga endgültig etablieren.“

MitHeine zogauch ein Wandel in

der Transferpolitik ein. Lange setzte

Altglienicke auf erfahrene Kicker,die

einst höherklassig gespielt hatten,

aber meist über den Zenit ihrer Karriere

hinaus waren. Torsten Mattuschka,

heute Heines Assistent,

Björn Brunnemann, Boubacar Sanogo,

Lennart Hartmann oder Chinedu

Ede trugen das VSG-Trikot.

Heine,bereits der neunte Coach seit

2015, favorisiert ein Team mit vielen

jungen Talenten: „Unsere Mischung

Daumen hoch: VSG-Trainer Karsten Heine beim 5:0-Sieg gegen Bischofswerda.

aus aufstrebenden Spielern und

auch erfahrenen Leuten ist gut.“

Zugang Berk Inaler, der aus der

U19 des 1. FC Union kam, hat sich

bereits einen Stammplatz erobert.

„Das ist nicht die Regel für solch ei-

HUNDT

nen jungen Mann“, sagt Heine.„Und

wir haben noch einige gute Jungs,

die nachdrängen.“

DieVSG erhoffte sich gerade von

den jüngeren Spielern einen größeren

Erfolgshunger.„Die wollen noch

Die Masse macht’s

nach oben“, sagt Sportchef Böhm.

Derhatte nicht unbedingt mit einem

Spitzenplatz nach zehn Spieltagen

gerechnet. „Wichtig ist“, meint er,

„dass wir seit Wochen zahlreiche

Ausfälle von Spielern nach Verletzungen

gut wegstecken konnten.

Auch unsereNummer 16, 17 oder 18

ist stark. Die Geschlossenheit und

Leistungsdichte ist bei uns groß.“

DerTrainer sieht eine weitere Ursache

für den Aufschwung: „Wir suchen

immer die gesunde Balance

zwischen Offensive und Defensive.

Wir wollen immer nach vorne spielen

und die Gegentore minimieren.

Dabei verwischen sich unsere Spielsysteme.

Wichtig ist, dass wir Konstanz

in unsereLeistungen bringen.“

DieVSG gehörtzuden Teams,die

die meisten Tore erzielt haben. Mit

acht Treffern ist Benjamin Förster,

29, der beste Schütze.„Der ist im Moment

sehr gut drauf“, lobt Heine,

„aber leider hat er sich eine Muskelverletzung

zugezogen.“ Der Trainer

kennt Förster, der 2018 von Energie

Cottbus nach Altglienicke kam, aus

Chemnitz. Dort war Heine einst

Coach (Oktober 2013 bis März2016),

Förster schaffte schon in der Saison

2010/11 in der damaligen Regionalliga

Nord 25 Treffer für den CFC.

Stolz auf das Drumerhum

Besonders in den Partien gegen den

BFC Dynamo (4:1), beim Berliner AK

(4:2) und in Babelsberg (4:0) überzeugte

die VSG. Heine ist auch stolz

auf das„Team Drumherum, auf meinen

Assistenten Torsten Mattuschka,

meine Torwarttrainer und alle im

Stab.Wir haben kurze Wege,auch zu

unserem Sportchef Daniel Böhm.“

Wichtig ist, dass die Mannschaft

auf der Willi-Sänger-Sportanlage in

Baumschulenweg eine neue Heimat

fand. Noch muss die VSG die Heimspiele

im 20 Kilometer vonAltglienicke

entfernten Jahnsportpark ausrichten,

aber der wird inder neuen

Spielzeit wegen Umbaumaßnahmen

gesperrt. Die Sänger-Anlage muss

regionalligatauglich werden. Böhm

sagt: „Der Bauantrag ist gestellt, die

Förderanträge sind fertig. Der Stadtbezirkhilft

uns.Ich hoffe,dass wir in

der Saison 2020/21 das Grosunserer

Heimspiele in der Sänger-Anlage

durchführen können.“

Serie –Tierisch fit: Warum die Karower Dachse Vorreiter bei der Inklusion im Sport sind und was ein Tandem damit zu tun hat

VonAnnika Schultz

Wie so oft war es ein Zufall, der

den Stein ins Rollen brachte.

Eine leidenschaftliche Läuferin wird

von einer sehbehinderten Physiotherapeutin

behandelt, die ihr erzählt,

wie gerne sie selbst laufen

würde. Daraus wurde ein Plan. „Wir

mussten aber erst viel ausprobieren.

Wie verhält man sich als Guide, auf

welcher Seite läuft man und so weiter“,

erzählt Kirsten Ulrich, die leidenschaftliche

Läuferin. Sie hat den

Kontakt zu Regina Vollbrecht gesucht,

der Weltrekordhalterin im

Blinden-Marathon der Frauen. Das

war im März 2010. Drei Jahre später

liefen Ulrich und ihre frühere Physiotherapeutin

Constanze Thoms

den Berliner Halbmarathon.

Kirsten Ulrich ist Vorsitzende der

Karower Dachse, eines Vereins, der

heute über Berlin hinaus für seine

Inklusionsarbeit bekannt ist. „Mir

war klar: Esmuss noch mehr sehbeeinträchtigte

Menschen geben,

die auch gerne laufen wollen“, erinnert

sich Ulrich. Inzwischen bilden

die Dachse unter dem Projektnamen

Lauftandem Begleitläufer aus. Das

ist in Deutschland einzigartig. Und

sie bieten so Sehbehinderten die

Möglichkeit zu laufen. „Uns geht es

darum, für das Thema ein Bewusstsein

zu schaffen“, sagt Ulrich. „Wenn

man einmal als Sehender merkt, wie

Laufende Pionierarbeit: Constanze Thoms und Kirsten Ulrich (v.l.).

es ist, nicht sehen, nicht laufen zu

können, wird man sensibler.“ Das

Projekt Lauftandem liegt der 55-Jährigen,

die hauptberuflich Heilpraktikerin

ist, sehr am Herzen.

Die Karower machen aber weit

mehr. Der Verein organisiert zum

Beispiel alljährlich eine Inklusionswoche.Vor

20 Jahren von sieben Familien

gegründet, verfolgten die

Dachse von Anfang an einen sozialen

Ansatz.„Uns alle vereinte,dass es

uns darum ging, Sportsozialverträglich

für alle anzubieten“, sagt Ulrich,

„der Leistungsaspekt war nie wichtig.

Wir wollten Sportarten, die Spaß

machen, und Familien ansprechen.“

Mehr als 2600 Mitglieder aus allen

Altersgruppen hat derVerein, das

jüngste Mitglied ist ein Jahr alt, das

BLZ/BERND FRIEDEL

älteste Mitte 80. Die Dachse wachsen.

Das war nicht immer so. Zwischen

2015 und 2017 gab es einen

Negativtrend, vorzweiJahren hatten

sie nur noch 1200 Mitglieder. Damals

mussten die Dachse auf ihre

Stammhalle verzichten. „Teilweise

haben wir Ausweichmöglichkeiten

gefunden, aber viele Angebote konnten

nicht stattfinden“, sagt Ulrich.

Der Verein hat sich erholt, so die

Vorsitzende.„Manchmal müssen wir

in bestimmten Sportarten aber auch

Anträge ablehnen. Wie die meisten

Berliner Vereine haben auch wir ein

Raumproblem.“ Fünf Mitarbeiterinnen

beschäftigt der Verein, eine davon

hauptberuflich. Getragen werden

die Karower von vielen ehrenamtlichen

Helfern. Sie stoßen regelmäßig

an Grenzen: „Es gibt noch viel

mehr Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung

zu bekommen. Aber die

Flut von Vorschriften, Bestimmungen,

Gesetzen und die großen Hürden,

die zu nehmen sind, machen es

nicht leichter“, sagt Ulrich: „Der Aufwand

ist zu groß.“ Die Ausgaben

deckt der Verein durch Zuschüsse,

Sponsorengeld, Spenden, Mitgliederbeiträge.„DieMasse

macht’s.“

Den niedrigen Mitgliedsbeitrag

zu erhöhen, kommt für Ulrich nicht

infrage. „Bei uns gibt es eine Familien-Mitgliedschaft

für 20 Euro im

Monat –ganz egal, wie groß die Familie

ist. Eine Familie mit sieben

oder auch mehr Personen, wie wir

sie mitunter auch haben, könnte

sich Sportsonst gar nicht leisten.“

Neun Jahre nach dem Start des

Tandems Kirsten Ulrich und ConstanzeThoms

ist Ulrich immer noch

Begleitläuferin für Breitensportler,

die geistig beeinträchtig oder sehbehindert

sind. Thoms wiederum ist

vorkurzemMutter geworden. Siehat

pausiert, möchte aber bald sie wieder

anfangen mit ihrer großen Leidenschaft.

Siewill wieder loslaufen.

Bisherinder Serieporträtiert:

Zehlendorfer Wespen (29.7.), WeddingerWiesel

(22.7.), Berlin Flamingos (12. 8.), BC LionsMoabit

21 (19. 8.), Berlin Kettle Bears (26. 8.), BerlinerWasserratten(2.

9.), PBCAdler (9.9.), Möwe

Britz(16. 9.), NTC Kängeruhs(23.9.).

ZAHLEN

Fussball

Regionalliga, Nordost, 10. Spieltag

1. FC Lok Leipzig -Wacker Nordhausen 4:3 (1:1)

Hertha BSC II -SVBabelsberg 03 3:3 (0:0)

Optik Rathenow-ZFC Meuselwitz 1:1 (0:0)

Energie Cottbus -BFC Dynamo 6:0 (3:0)

VSG Altglienicke-Bischofswerdaer FV 5:0 (2:0)

SV Lichtenberg -Union Fürstenwalde 0:1 (0:0)

Germania Halberstadt -FCViktoria 1889 0:1 (0:0)

VfB Auerbach -Berliner AK 07 3:2 (2:1)

Rot-Weiß Erfurt-BSG Chemie Leipzig 0:0

1. Hertha BSC II 10 31:13 22

2. VSG Altglienicke 10 28:12 22

3. 1. FC Lok Leipzig 10 19:11 22

4. Wacker Nordhausen 10 24:14 20

5. Energie Cottbus 10 28:21 17

6. FSV Union Fürstenwalde 10 16: 9 17

7. FC Viktoria 1889 Berlin 10 10: 6 15

8. Berliner AK 07 10 17:17 12

9. ZFC Meuselwitz 10 16:16 12

10. BFC Dynamo 10 10:18 12

11. SV Lichtenberg 10 8:10 11

12. VfB Auerbach 10 18:24 11

13. Germania Halberstadt 10 15:18 10

14. Rot-Weiß Erfurt 10 11:15 10

15. BSG Chemie Leipzig 10 10:14 9

16. SV Babelsberg 03 10 11:18 7

17. Optik Rathenow 10 7:22 7

18. Bischofswerdaer FV 10 9:30 5

Oberliga, Nordost, 7. Spieltag

Blau Weiss 90 -Hertha 03 Zehlendorf 0:3 (0:2)

Brandenburger SC Süd -Greifswalder FC 0:2 (0:2)

Hansa Rostock II -SVTasmania 3:1 (0:0)

TorgelowerFCGreif -FCStrausberg 2:3 (1:0)

Ludwigsfelder FC -Victoria Seelow 1:3 (1:2)

TSG Neustrelitz -CFC Hertha 06 3:0 (1:0)

SC Staaken -MSV Pampow 1:1 (1:0)

Lok Stendal -Tennis Borussia 2:2 (2:1)

1. Tennis Borussia Berlin 7 22: 6 19

2. Hertha 03 Zehlendorf 7 15: 6 16

3. Greifswalder FC 7 15: 9 16

4. TSG Neustrelitz 7 12: 8 16

5. Hansa Rostock II 7 17:11 13

6. MSV Pampow 7 14: 7 10

7. Ludwigsfelder FC 7 13: 9 9

v8. Victoria Seelow 7 12:18 9

9. TorgelowerFCGreif 7 8: 9 8

10. 1. FC Lok Stendal 7 8:11 8

11. Blau Weiss 90 7 8:12 8

12. SC Staaken 7 18:10 7

13. FC Strausberg 7 11:26 6

14. Brandenburger SC Süd 7 5:12 5

15. SV Tasmania 7 6:17 3

16. CFC Hertha 06 7 4:17 2

Berlin-Liga, 7. Spieltag

Sparta Lichtenberg -FCBrandenburg 9:2 (6:1)

TSV Rudow-Berlin United 0:1 (0:0)

TuSMakkabi -Füchse Berlin 3:2 (1:1)

SFC SternBerlin -VfB Fortuna Biesdorf 0:0

Frohnauer SC -Hilalspor 1:1 (0:0)

Eintracht Mahlsdorf -Spandauer Kickers 2:0 (0:0)

Türkiyemspor -Berlin Türkspor 1965 0:5 (0:2)

Berliner SC -Dersimspor

abgesagt

SD Croatia Berlin -SVEmpor 3:0 (2:0)

1. Eintracht Mahlsdorf 7 21: 8 18

2. SFC SternBerlin 7 14: 5 17

3. Sparta Lichtenberg 7 28:13 16

4. TuSMakkabi 7 18:11 16

5. Berlin United 7 17: 7 15

6. Frohnauer SC 7 14: 4 15

7. TSV Rudow 7 16:10 12

8. Füchse Berlin 7 21:17 10

9. Berliner SC 6 14:10 10

10. Hilalspor Berlin 7 9:13 10

11. SV Empor Berlin 7 9:13 8

12. SD Croatia Berlin 7 12:16 7

13. Berlin Türkspor 1965 7 11:15 7

13. Türkiyems. Berl. 7 11:15 7

15. FSV Spandauer Kickers 7 10:16 6

16. Dersimspor 6 9:23 3

17. VfB Fortuna Biesdorf 7 5:18 1

18. FC Brandenburg 03 7 6:31 0

Leichtathletik

Berlin Marathon

Männer: 1. Kenenisa Bekele (Äthiopien) 2:01:41

Std.; 2. Birhanu Legese (Äthiopien) 2:02:48; 3.

SisayLemma (Äthiopien) 2:03:36; 4. Jonathan

Korir (Kenia) 2:06:45; 5. Felix Kandie (Kenia)

2:08:07; 6. Yohanes Gebregergish (Eritrea)

2:08:26; 7. Dong Guojian (China) 2:08:28; 8.

Bethwel Yegon(Kenia) 2:08:35; 9. Kenta Murayama

(Japan) 2:08:56; 10. Abel Kipchumba

(Kenia) 2:09:39

Frauen: 1. Ashete Bekere (Äthiopien) 2:20:14

Std.; 2. Mare Dibaba (Äthiopien) 2:20:21; 3. Selly

Chepyego (Kenia) 2:21:06; 4. Helen Bekele Tola

(Äthiopien) 2:21:36; 5. Sara Hall (USA) 2:22:16;

6. Melat Yisak Kejeta (Kassel) 2:23:57; 7. Sally

Jepkosgei Kipyego (Kenia) 2:25:10; 8. Haftamnesh

Tesfaye (Äthiopien) 2:26:50; 9. Martina

Strähl (Schweiz) 2:31:24; 10. Nina Lauwaert(Belgien)

2:31:25

Inlineskating,Männer: 1. Felix Rijhnen

(Deutschland) 1:10:30 Stunden ;2.Nolan Beddiaf

(Frankreich) gleiche Zeit; 3. Elton De Souza

(Frankreich) gleiche Zeit

Inlineskating,Frauen: 1. Sandrine Tas(Belgien)

1:25:49; 2. Katharina Rumpus (Deutschland)

gleiche Zeit; 3. Yi-Hsuan Liu (Taiwan) gleich Zeit


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 17 *

·························································································································································································································································································

Sport

Mehr als

nur eine

Dimension

So hilft Markus Eriksson

Alba Berlins Basketballern

VonChristian Kattner

Natürlich hatte er vor dem Spiel

noch eine Dusche genommen.

Undauch auf das individuelle Stretching

nach dem Spiel hatte Marcus

Eriksson nicht verzichtet. Beides

sind nicht nur Marotten. „Die Dusche

hilft mir immer, umnoch einmal

richtig wach zu werden, bevor es

zur Halle geht“, sagt der Schwede.

Mit Erfolg, wie beim 92:81-Erfolg im

BBL-Pokal gegenWürzburgzusehen

war. Immerhin beendete Marcus

Eriksson sein Pflichtspieldebüt für

Alba Berlin gleich als Topscorer der

Mannschaft, erzielte 19 Punkte.

Als Einziger der Sommerzugänge

hatte es Eriksson in die Startformation

der Berliner geschafft. Dass sein

erster Wurfversuch gleich hinter der

Dreierlinie erfolgte, war nicht überraschend.

Eher,dass er nicht im Korb

landete.Der 25-Jährige wurde vorallem

wegen seiner Gefahr von außen

verpflichtet. Doch auch ein guter

Schütze braucht Anlaufzeit. „Das

erste offizielle Heimspiel ist immer

speziell. Das erste Mal vor den eigenen

Fans zu spielen, da ist man

manchmal noch etwas nervös“, erzählte

er nach dem Spiel. DieNervosität

ließ er sich auf dem Feld nicht

anmerken. Auch nicht, als der zweite

Wurf daneben ging. Erleichtert

wirkte er aber, als er im dritten Anlauf

traf: natürlich per Dreier.

Offensivgefahr gegen Würzburg

Die 7 233 Zuschauer, unter denen

sich auch seine verletzten Teamkollegen

Stefan Peno, Peyton Siva und

Johannes Thiemann befanden, durften

im weiteren Spielverlauf sehen,

dass Marcus Eriksson mehr als nur

der eindimensionale Distanzschütze

ist. Neben seinen drei erfolgreichen

Dreiern waren Korbleger, Floater

und Mitteldistanzwürfe aus der Bewegung

zu bestaunen. „Es ist falsch,

Großen Anteil am Erfolg von Alba:

der Schwede Eriksson. IMAGO IMAGES/HMB MEDIE

ihn auf seine Dreierstärke zu reduzieren.

Natürlich ist das seine erste

Qualität, aber er macht mehr“, sagt

Alba-Geschäftsführer Marco Baldi,

„er ist lang, man muss ihn auf eine

bestimmte Art und Weise verteidigen,

weil er so gut Dreier werfen

kann, und das öffnet wiederum andere

Möglichkeiten. Dass er selber

zum Korb zieht oder andere Spieler

einsetzt. Dasmacht er zunehmend.“

Mit seiner Offensivgefahr hatte

Eriksson großen Anteil daran, dass

sein Team im zweiten Viertel mit

41:33 erstmals etwas komfortabler

führte. Bei allen offensiven Glanzpunkten

offenbarte Eriksson allerdings

noch defensive Probleme.

Wenngleich das für fast alle in der

Mannschaft galt. Den Würzburgern

wurden zu viele Offensivrebounds

gestattet, in der Verteidigung waren

noch einige Abstimmungsprobleme

zu sehen.

Alles Dinge, die sich im Laufe der

Saison einspielen werden. Undauch

das Spiel von Marcus Eriksson wird

sich weiter ändern. Denn: „Das, was

er wollte –ein Trainerteam, das ihn

so schult, dass er zu seinem Spiel

noch etwas hinzubekommt –wirder

hier bekommen“, sagt Baldi, „das

wird uns aber auch helfen, wenn er

noch vielseitiger wird.“

Zwei Sekunden fehlen: Kenenisa Bekele gewinnt in Berlin mit der zweitschnellssten Marathonzeit der Geschichte.

Ganz nah dran

Kenenisa Bekele verpasst beim Berlin Marathon den Weltrekord knapp, widerlegt aber seine Kritiker

VonAnnika Schultz

Als er sich der Ziellinie auf

der Straße des 17. Juni näherte,

hatte Kenenisa Bekele

nur noch diese eine

Zahlenkombination im Kopf. Immer

wieder schaute er auf seine Armbanduhr

am linken Handgelenk,

spürte die Unerbittlichkeit der Sekunden,

die zerrannen. Als der 37-

Jährige schließlich die Ziellinie überquert

hatte, konnte er die Enttäuschung

in seinem Gesicht schwer

verbergen. Zwar hatte Bekele gerade

zum zweiten Mal den Berlin Marathon

gewonnen, aber die ganz große

Überraschung, den im Vorjahr aufgestellten

Weltrekord von 2:01:39

Stunden zu verbessern, hatte er verpasst.

Um zwei Sekunden.

Erst einige Minuten später

konnte sich der Äthiopier auf der Ehrenrunde

ein Lächeln abringen, gab

im ersten Interview unumwunden

zu, enttäuscht zu sein:„Glücklich bin

ich nicht, ich hätte den Rekordgerne

geholt. Es tut mir leid.“ Aber auch

ohne den Weltrekordhat Bekele sich

mit dieser Zeit und diesem Rennen

im nieselgrauen Berlin, dessen Verlauf

an sich schon eine eindrucksvolle

Geschichte war, zurückgemeldet.

„Ich bin sehr froh, dass ich

meine persönliche Bestzeit verbessert

habe. Das macht mich zuversichtlich

für die Zukunft“, sagt er.

Dabei hatten wohl nur die wenigsten

damit gerechnet, dass Bekele

dem Rekord überhaupt so nahe-

EL OUARTASSY WIRD BESTER BERLINER

Genuss: Bester Berliner Läufer beim Marathon

am Sonntag wurde Mustapha El Ouartassy.Der

Athlet vom1.VfL Fortuna Marzahn

steigerte seine persönliche Bestzeit vomDebüt

in 2:15:28 Stunden im zweiten Marathon

seiner Karriere auf 2:14:02 Stunden. Damit

belegte er in einem hochkarätigen internationalen

Teilnehmerfeld den 26. Platz.

kommen würde.ImVorfeld des Rennens

hatte sich niemand, weder die

Sportler noch der Veranstalter, getraut,

vom Weltrekord zusprechen.

Vielleicht aus Respekt vor dem kenianischen

Weltrekordhalter Eliud

Kipchoge,der auf den StartinBerlin

verzichtete und stattdessen Mitte

Oktober in Wien die Zwei-Stunden-

Grenze knacken möchte. Vielleicht,

weil die Zeit unerreichbar erschien

für einen wie Bekele, der sich vor

fünf Monaten noch mit einer Verletzung

und acht Kilo Übergewicht herumschlug.

Auch am Sonntag hatte

es lange nicht so ausgesehen, als

könne der Rekord wirklich angegriffen

werden.

Die Favoriten aus Äthiopien und

Kenia hatten sich schnell abgesetzt,

nahmen von Beginn ein unerwartet

hohes Tempo auf. Mit Leul Gebrselassie

musste der erste Topläufer die-

Guss: Keiner der deutschen Läufer konnte

sich vordem Marokkaner qualifizieren, der

darauf hofft, bald eingebürgertzuwerden

und künftig für Deutschland zu starten. Sein

Lauf war wie aus einem Guss. Die Halbmarathonmarkepassierte

er nach 1:07:00 Stunden.

Der gegenEnde einsetzende Wind verhinderte

eine bessere Zeit.

sem bei Kilometer 24 Tribut zollen,

kurze darauf war die Spitzengruppe

nur noch 30 Sekunden über dem

Weltrekord–aber auch ohneTempomacher.Bei

Kilometer 30 schien sich

eine Vorentscheidung anzubahnen,

Bekele fiel hinter seinen Landsmann

Birhanu Legese zurück. Er habe

muskuläre Probleme gehabt und

wollte geduldig bleiben, erzählte er.

Am Kudamm lief Legese in Sichtweite

vorneweg. Mit großer Willensleistung

kämpfte Bekele sich zurück,

sieben Kilometer später gelang es

ihm, aufzuschließen, Legese zu

überholen. Leichtfüßig und ohne

seinen Konkurrenten eines Blickes

zu würdigen. Stattdessen fiel Bekeles

Blick immer wieder auf seine Uhr.

Nun ging es nur noch um die Zeit.

„Ich habe zu spät realisiert, dass ich

so nahe dran war, erst bei Kilometer

41,5“, sagt Bekele.AmEnde stand die

Das Mädchen mit den Perlenohrringen

AP/MICHAEL SOHN

Zeit von2:01:41.VordreiJahren hatte

Bekele in Berlin ebenfalls einen erfolgreichen

Marathon bestritten.

Den damaligen Weltrekord hatte er

um nur sechs Sekunden verpasst.

Diese Leistung konnte er im Anschluss

nicht bestätigen, Bekele

schien sich nach der erfolgreichen

Läufer-Karriere auf der Bahn nie

richtig auf der Straße zurechtzufinden.

„Viele dachten, dass meine Karriere

vorbei ist. Ich wollte ihnen hier

das Gegenteil beweisen“, sagt er.

Neben Bekele, der mit dem Sieg

40 000 Euro Preisgeld verdiente,

standen zwei weitere Äthiopier auf

dem Podium. Sowohl Birhanu Legese

als auch Sisay Lemma verbesserten

ihre Bestleistungen. Dass sowohl

die Zeit vonBekele als auch die

vonLegese voriges Jahr noch Weltrekord

bedeutet hätte, untermauert

den Status des Berlin Marathons als

dem schnellsten der Welt.

Davon wollte eigentlich auch

Philipp Pflieger profitieren. Der vielversprechendste

deutsche Läufer

wollte sich in Berlin zum zweiten

Malfür Olympische Spiele qualifizieren.

Zunächst lief es nach seinen

Vorstellungen, Pflieger fand sich in

einer Gruppe starker Läufer wieder,

zeigte ein starkes Rennen, lag auf

Qualifikationskurs – musste dann

aber aufgrund einer Hüftverletzung

aufgeben. Eine herbe Enttäuschung

für den 32-Jährigen. Bekele dagegen

hatte bei aufkommendem Wind die

zweitschnellste je gelaufene Marathonzeit

geschafft.

Melat Kejeta krönt ihre Geschichte beim Marathondebüt mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele

VonAnnika Schultz

Nicht einmal im Training war Melat

Kejeta bisher einen Marathon

gelaufen. DasMaximum waren

40 Kilometer am Stück, in einem

Trainingslager in Äthiopien, das zur

letzten Vorbereitung auf den Berlin

Marathon dienen sollte.Das hielt die

27-Jährige nicht davon ab, sich mit

2:22:00 Stunden eine ambitionierte

Zielzeit für den ersten Marathon ihres

Lebens zu setzen. Eine Zeit, die

sie auf Anhieb in die erweiterte Weltspitze

katapultieren würde. Wie

bitte? 2:22:00? Beieinem Debüt?

Dass die Deutsche mit äthiopischer

Herkunft nicht zu hoch gegriffen

hatte,bewies sie am Sonntag eindrucksvoll:

Melat Kejeta belegte

beim Sieg der Äthioperin Ashete Bekerein2:23:57

Stunden den sechsten

Rang und unterbot nebenbei auch

die Norm für die Olympischen Spiele

(02:29:30) im kommenden Jahr.

Es ist eine beeindruckende Geschichte,

die diese junge Frau mit

den Perlenohringen und dem Ring

Eindrucksvoller Lauf: Melat Kejeta überzeugt beim Debüt.

in der Nase zu erzählen hat. 2013

kam die in Äthiopien geborene und

aufgewachsene Kejeta über Italien

und Belgien nach Deutschland, weil

sie sich in ihrer Heimat geweigert

hatte,gegen ihren Vater auszusagen.

In Gießen erhielt sie Asyl, sie arbeitete

als Putzfrau. Nach einem Jahr

Pause fing Kejeta auch wieder an zu

AFP/JOHN MACDOUGALL

laufen. Bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften

machte sie 2016

mit dem Titel über zehn Kilometer

erstmals auf sich aufmerksam. Dann

aber änderte der Deutsche Leichtathletik-Verband

sein Reglement:

War bis dahin der Startplatz für einen

deutschen Verein für die Teilnahmeberechtigung

an den Deut-

schen Meisterschaften relevant, war

es nun der deutsche Pass. Kejeta

wechselte auf die Straße und siegte

im vorigen Jahr beim Berliner Halbmarathon.

Trotzdem wollte die

Langstreckenläuferin, die mittlerweile

mit Rafael, einem Deutschen,

verheiratet ist, unbedingt die deutsche

Staatsbürgerschaft. Mit Unterstützung

des Verbands konnte ihre

Einbürgerung beschleunigt werden,

seit Märzist Kejeta Deutsche.

EinGlücksfall für den DLV, dessen

beste Marathon-Läuferin bisher

Anna Hahner war, die am Sonntag

mit körperlichen Problemen zu

kämpfen hatte und als 23. in 2:36:34

Stunden die anvisierte Norm für

Olympia verpasste.

Kejetas Zeit beim Berlin Marathon

ist die drittschnellste, die eine

Deutsche je in einem Marathon gelaufen

ist.„Ich bin froh und sehr stolz

auf mich und meine Trainer“, sagte

Kejeta. Ihr Trainer und Förderer in

Kassel ist der langjährige Marathon-

Bundestrainer Winfried Aufenanger,

der sich mit seiner Athletin freute.

Ferrari

schlägt sich

selbst

Hamilton profitiert in Sotschi

vom Chaos in der Scuderia

Ferrari hat sich im grotesken

Teamduell selbst geschlagen und

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton den

ersten Sieg seit der Sommerpause

geschenkt. Beim Großen Preis von

Russland kämpfte vor allem Sebastian

Vettel gegen seine Misere und

witterte gegen den Ferrari-Rivalen

Charles Leclerc Morgenluft –dann

musste er mit einem Schaden am

Hybridsystem aufgeben. Der

nächste Tiefschlag in der verkorksten

Saison des Deutschen kostete

auch Leclerc den Sieg, die Safety-

Car-Phase warfden Monegassen zurück,

am Ende holte er in Sotschi nur

Rang drei, noch hinter Hamiltons

Teamkollegen ValtteriBottas.

Hamilton führt im WM-Klassement

jetzt noch deutlicher, mit 322

Punkten liegt er vorBottas (249) und

Leclerc (215). Fünf Rennen vor Saisonschluss

ist es nur noch eine Frage

der Zeit, wann der sechste Titel des

Briten auch rechnerisch perfekt ist.

Vettel (194) ist längst abgeschlagen –

dabei hatte er noch eine Woche zuvorsoviel

Hoffnung geschöpft.

VonRang drei ging der Heppenheimer

zunächst mühelos am

schwach gestarteten Hamilton vorbei,

dann nutzte er den Windschatten

auf den 890 Metern bis zum ersten

Bremspunkt, um auch den von

der Pole Position ins Rennen gegangenen

Leclerc ohne Probleme zu

kassieren –der wehrte sich nicht. Offenbar

gehörte das zur Ferrari-Strategie,ummit

beiden Autos sofortan

die Spitzezukommen.

Denn Leclerc forderte schon wenig

später via Funk: „Lasst uns die

Positionen tauschen“, und die Box

bestätigte dies zunächst. Vettel hatte

allerdings andere Pläne. An der

Spitze war er klar schneller als Leclerc,

der wiederum vergrößerte den

Abstand auf den drittplatzierten Hamilton.

„Lasst uns die Lücke noch

Sebastian Vettel marschiertzuFuß zurück

zum Fahrerlager. IMAGO IMAGES/ZUMA

vergrößern“, funkte er. Leclerc beschwerte

sich nun wiederholt, doch

auch den Ferrari-Strategen dämmerte,dass

ein künstliches Einbremsen

problematisch wäre. „Wir tauschen

die Plätze später“, wiesen sie

den Monegassen knapp an:„Konzentrieredich

auf dein Rennen, danke.“

Die Reihenfolge blieb damit unverändert,

Ferrari schien auf einen

Doppelsieg zuzusteuern. Leclerc

durfte als erster neue Reifen holen,

dann jedoch überschlugen sich die

Ereignisse: Vettel kam an die Boxund

fiel hinter seinen Teamkollegen zurück.

Aufgrund der vorteilhaften Strategie

des Monegassen kam das nicht

überraschend. Nurwenige Kilometer

nach der Boxenausfahrtmeldete Vettel

aber Probleme mit dem Hybrid-

Antrieb, rollte aus –und der Ferrari

stand so ungünstig, dass das Virtual

Safety Car aktiviert werden musste,

um den Boliden sicher zu entfernen.

Das war die Chance für Hamilton –

und Mercedes nutzte sie.

Während die Konkurrenz langsam

um die Strecke schleichen musste,

kam der Engländer zum Reifenwechsel

und verlor so wenig Zeit, dass er an

der Spitze blieb. Leclerc ging noch

einmal an die Box, holte sich schnellereReifen,

doch er kam einfach nicht

mehr an der Mercedes-Konkurrenz

vorbei. (sid)


18 * Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Sport

NACHRICHTEN

Däne Pedersen gewinnt

WM-Straßenrennen

RADSPORT. Diedeutsche Mannschaft

um John Degenkolb hat bei

strömendem Dauerregen im WM-

Straßenrennen zum Abschluss der

Titelkämpfe in der britischen Grafschaft

Yorkshireeine Medaille verfehlt.

Neuer Weltmeister wurde bei

zwölf Grad Celsius nach 261 Kilometernüberraschend

der Däne Mads

Pedersen. DasPodium komplettierten

Matteo Trentin (Italien) und Stefan

Küng (Schweiz).

Wales glückt bei Rugby-WM

historischer Sieg

RUGBY.Das walisische Team hat

erstmals seit 28 Jahren bei einer

Weltmeisterschaft wieder gegen

Australien gewonnen und damit

beste Chancen auf den Einzug in das

Viertelfinale beim Turnier in Japan.

Nach dem 29:25 (23:8)-Erfolg am

Sonntag in Tokio führen die Dragons

die Gruppe Dmit zwei Siegen vor

Australien an, es folgen die Außenseiter

Georgien, Uruguay und Fiji.

DerErst- und Zweitplatzierte aus jeder

der vier Fünfer-Staffeln ziehen in

das Viertelfinale ein.

Erzgebirge Aue besiegt im

Sachsen-DerbyDresden 4:1

FUSSBALL. Dank der Doppel-Torschützen

Dimitrij Nazarov und

Pascal Testroet hat Zweitligist FC

Erzgebirge Auedas Sachsen-Derby

gegen die SG Dynamo Dresden gewonnen.

DasTeam vonTrainer Dirk

Schuster siegte am Sonntag vor

15 500 Zuschauernimausverkauften

Erzgebirgsstadion 4:1 (3:1).

Moussa Koné (18.) brachte Dynamo

in Führung, doch Nazarov (27./Foulelfmeter,39.)

und Testroet

(45.+2/71.) drehten das Spiel. Aue

(14 Punkte) liegt als Tabellenvierter

nur noch einen Punkt hinter dem

Relegationsplatz. Dresden ist mit

neun Punkten Tabellenzwölfter.

Herzog holt überraschend

WM-Gold im Kanuslalom

KANUSLALOM. Canadier-Spezialistin

Andrea Herzog (Leipzig) hat bei

den Weltmeisterschaften im spanischen

La Seud'Urgell überraschend

Gold gewonnen. Die19-Jährige

überzeugte im Finale mit einem fehlerfreien

Lauf und bescherte dem

Deutschen Kanu-Verband (DKV)damit

am letzten Wettkampftag die

einzige Medaille der Titelkämpfe.

Dazu sicherte sich die Newcomerin

den Startplatz für die Olympischen

Spiele 2020 in Tokio.Silber ging an

die Australierin Jessica Fox, Bronze

holte Nadine Weratschnig aus Österreich.

Kerber und Petkovic

erreichen zweite Runde

TENNIS. Angelique Kerber hat wie

zuvor Andrea Petkovic die zweite

Runde des Tennisturniers in Peking

erreicht. Diedreimalige Grand-

Slam-Siegerin gewann am Sonntag

bei der mit rund 8,3 Millionen Dollar

dotierten WTA-Veranstaltung in

knapp zwei Stunden mit 6:2, 1:6, 6:4

gegen die Chinesin Zhang Shuai.

Serbiens Volleyballer

sind Europameister

VOLLEYBALL. Serbiens Volleyballer

sind zum zweiten MalEuropameister.ImÜberraschungsfinale

der

Endrunde setzte sich die Mannschaft

vonTrainer Slobodan Kovac

am Sonntag in Parisgegen Slowenien

mit 3:1 (19:25, 25:16, 25:18,

25:15) durch. DieSerben waren zuvor2011

Europameister geworden

und hatten in der Gruppenphase

Deutschland besiegt. Weltmeister

Polen wiederum sicherte sich dank

eines 3:0 gegen Frankreich Bronze.

Sebastian Streu von den Eisbären (m.) kreuzt mit Blackhawk Ryan Carpenter die Schläger.

Nur Einer fehlt bei der großen Eishockey-Party

Gar nicht mal chancenlos waren die Eisbären Berlin beim 1:3 (0:1,

1:0, 0:2) gegen das mit Superstars gespickte Team der Chicago Blackhawks,immerhin

sechsfacher Meister in der nordamerikanischen Eishockeyliga

NHL. Die Gäste aus der US-Metropole waren am Sonntag

für ein Testspiel in der Mercedes-Benz-Arena und lieferten den Zuschauernmit

ihren TopspielernJonathan Toews (31) und Patrick Kane

(30) eine tolle Abwechslung zum zuletzt oft eher tristen Alltag in der

Vorleeren Tribünen

Selbst das 100-Meter-Finale der Männer interessiert die Zuschauer bei der Leichtathletik-WM in Doha nicht

Die Licht- und Lasershow

im Khalifa Stadion von

Doha war bunt, kurzweilig

und durchaus unterhalsam.

Sie tauchte die heruntergekühlte

Arena, in der seit Freitag die

Leichtathletik-Weltmeisterschaften

stattfinden in lilafarbiges, grünes

und grellweißes Licht. Kurz vor dem

100-Meter-Finale der Männer wurden

die Gesichter der acht schnellsten

Männer, die unterdessen schon

hinter ihren Startblöcken standen,

auf die Laufbahn projiziert. Vermutlich

hatten sie in diesem Moment

nicht die Muße, die Choreographie

zu genießen.

Ohnehin war die Wirkung dieser

Inszenierung vorallem auf die Fernsehbilder

reduziert, die aus Katar

hinaus in die weite Welt gesendet

werden. Im Stadion jedenfalls interessierte

sich an den ersten drei Tagen

der Weltmeisterschaft kaum jemand

für die Läufer, Werfer und Springer,

um die es ja eigentlich gehen sollte

bei so einer Veranstaltung.

EinDesaster

DieHälfte der 40 000 Zuschauer fassenden

Arena ist von den Veranstaltern

abgedeckt worden, die verbliebenen

Sitzplätze waren beim 100-

Meter-Finale der Männer am Sonnabend

nicht mal zu 50 Prozent

belegt. Und sokonnte man diejenigen

Zuschauer beinahe von Hand

abzählen, die auf den Rängen saßen,

um zu sehen, wie sich der umstrittene

US-Sprinter Christian Coleman

vor dem noch umstritteneren US-

Kollegen Justin Gatlin sowie dem Kanadier

André de Grasse in 9,76 Sekunden

den Titel holte.

„Jeder kann sehen, dass dies hier

ein Desaster ist“, sagte Frankreichs-

Zehnkampf Weltrekordler Kevin Mayer

den Auftakt der WM, „die Tribünen

sind leer, und die Hitze hat man

überhaupt nicht in den Griff bekommen.“

Die deutsche Sprinterin Gina

Lückenkemper verglich denWegvom

Aufwärmplatz bis auf die Bahn mit einem

Gang „durch verschiedene Klimazonen“.

Am Sonntagabend scheiterte

sie genauso wie Tatjana Pinto

(Paderborn) über 100 Meter bereits

im Halbfinale, machte anschließend

ihre „irgendwie schmerzenden

Fragwürdiger Sieger vor fragwürdiger Kulisse: Christian Coleman.

Diskussion: Bei der Leichtathletik-WM

in Doha wird

derzeit unter den Sprinterinnen

eine Debatte geführt.

Sie dreht sich um die Startblöcke,

in die Kameras eingebaut

sind, um die Gesichter

der Athletinnen und Athleten

in den Sekunden vor

dem Rennen zu filmen.

Kritikerin: Die deutsche

Sprinterin Gina Lückenkemper

empfindet die Aufnahmen

als „unangenehm“ und

„sehr fragwürdig“. Die Sportlerin

vomSCC Berlin fragt

sich: „War an der Entwicklung

dieser Kamera eine

Frau beteiligt? Ich glaube

nicht. In den knappen Sachen

über diese Kamera zu

steigen, um in den Block zu

gehen, finde ich sehr unangenehm.“

STARTBLOCK

Streitfrage: Es geht im Kern

um die Frage, wo Selbstvermarktung

aufhörtund wo

Voyeurismus anfängt. Im

Beachvolleyball wurde sie

bereits seit zwei Jahrzehnten

geführt. Seit etwa sieben

Jahren gibt es dorteinen

Kompromiss. Statt Bikini

oder Badeanzug sind dort

auch Shorts und Oberteile

mit Ärmeln erlaubt

Prinzipien: Lückenkemper

hat für sich diese Grenze gezogen.

Anfragen des Playboy

etwa, freizügigeFotos zu machen

und zu veröffentlichen,

hat sie stets abgelehnt.

Allerdings: Das Sendesignal,

das vomöffentlichrechtlichen

Fernsehen aus

Doha ausgestrahlt wurde,

zeigte lediglich die Gesichter

GETTY/HASSENSTEIN

der Athletinnen. Den Start

selbst sahen die TV-Konsumenten

in der Totalen. Auch

ist das Objektiv hinter getönten

Scheiben verborgen. „Du

weißt aber,dass die Kamera

da ist, das finde ich unangenehm“,

sagt Lückenkemper.

Überraschung: Eine psychologische

Barriere? Beim Debüt

mit den neuen Startblöcken

im Vorlauf am Sonnabend

jedenfalls streifte Lückenkemper

den

verlängerten Teil mit der integrierten

Kamera mit der

Schuhspitze. Sie verlor erheblich

an Zeit und sagte:

„Im Trainingsstadion stehen

komplett andere Blöcke, in

der Aufwärmhalle stehen

noch mal andere und im Stadion

stehen die mit der Kamera.“

AFP/ANDERSEN

DEL. Nurdie Tore wollten nicht so recht fallen. Erst kurzvor der ersten

Pause traf Toews für die Blackhawks zur Führung, Eisbär Sean Backman

glich im zweiten Drittel aus (35.). Im Schlussdrittel entschieden dann

Alexander Nylander (51.) und David Kämpf (59.) die Partie zu Gunsten

der Gäste, bei denen allerdings Einer fehlte, auf den sich Viele gefreut

hatten: der deutsche Nationalspieler Dominik Kahun. Er war schon im

Sommer aus Chicago nach Pittsburgh gewechselt.

Beine“ dafür verantwortlich, ohne

das mit dem Rahmenbedingungen in

Verbindung zu bringen.

Dass es den Funktionären weder

um den Sport, noch um die Sportler

geht, bewies Thomas Bach, der präsident

des Internationalen Olympischen

Komitees (IOC) dann wieder

einmal, als er konstatierte, eine Diskussion

über Sinn oder Unsinn, die

WM in denWüstenstaat Katar zu vergeben

halte er für müßig. Vielmehr

hoffte er, dass der Leichtathletik-

Weltverband (IAAF) „die richtigen

Maßnahmen“ treffe, umdas „für die

Athleten dann Erträgliche zu machen“.

Katar gilt als Olympia-Bewerber

in spé.

Eine Herausforderung

DieRobustheit ging manchem deutschen

Athleten im Khalifa Stadion

ab. Richard Ringer etwa schied im

5000-Meter-Vorlauf in schwachen

13:49,20 Minuten aus und war „total

frustriert“. Diskus-Olympiasieger

Christoph Harting scheiterte mit

63,08 Metern in der Qualifikation.

Dabei hatte er beim Einwerfen

mehrmals Weiten über 64 Meter erzielt.

Sein Trainer Torsten Lönnfors

sprach von Kreislaufproblemen, die

der 29 Jahre alte Berliner zwischen

Einwerfen und Qualifikation bekommen

habe. Weil Harting, wie

schon in der Olympia-Vorbereitung

auf die Spiele in Rio nun in der Vorbereitung

auf Olympia in Tokio 2020

keine Interviews gibt, war von ihm

selbst nichts zu erfahren.

Der deutsche Diskus-Meister

Martin Wierig aus Magdeburg steht

nun im Gegensatz zu Harting im Finale

an diesem Montag. Einem Tag,

an dem Europameisterin Gesa

Krause über 3000 Meter Hindernis

die erste Medaille für den DLVholen

könnte.„Mitder Medaille wirdesnatürlich

schwer, wir haben hier grandiose

Mädels am Start“, sagt Krause,

die in Höhentrainingslagern inKenia,

den USA, der Schweiz und Südafrika

ackerte. Kämpfen kann sie ja.

Nach ihrem Bronze-Coup bei der

WM 2015 lief sie zwei Jahrespäter in

die Herzen der Fans: Unverschuldeter

Sturz, Aufholjagd, Platz neun. In

Doha hofft sie nun wieder auf etwas

Zählbares. (BLZ)

Ein

Küsschen

von Silvio

Beim 29:19 in Ludwigshafen

ragt ein Fuchs heraus

VonCarolin Paul

So richtig wusste Marko Kopljar

gar nichts mit sich anzufangen

nach dem 29:19(12:9)-Sieg gegen die

Eulen aus Ludwigshafen. Erschöpft

aber glücklich beschreibt wohl am

ehesten, was in dem Kroaten nach

Abpfiff vorging. Nach achtzehn Monaten

fernab des Handball-Parketts,

konnte der Rückraum-Schütze nach

seinem Achillessehnen-Riss endlich

sein Comeback feiern. „Ich war aufgeregt,

aber ich glaube meine

Freunde,meine Familie und alle hier

waren wesentlich aufgeregter“, erzählte

Kopljar nach dem Spiel. Seine

Rückkehr außerdem noch mit einem

Sieg verbinden zu können, versüßte

den Tagnur noch mehr.

Der Erfolg zeichnete sich allerdings

nicht von vornherein ab.

Ganze viereinhalb Minuten dauerte

es, bis die Füchse ihr erstes Torauf

dem Konto hatten. Undessollte zäh

weiter gehen. DieFriesenheimer traten

erwartet körperbetont auf, während

die Hausherren sich im Angriff

zu viele Fehler erlaubten, dafür aber

in der Abwehr kaum etwas zuließen.

DasResultat: Nach einem Viertel der

Spielzeit zeigte die Anzeigetafel gerade

einmal acht Tore für beide

Mannschaften am −zusammen!

Dann aber fanden die Füchse

besser in die Partie, legten an Geschwindigkeit

zu und sicherten sich

am Ende doch die wichtigen zwei

Punkte. Ein Verdienst der durchaus

Torwart Silvio Heinevetter zuzuschreiben

war. Der 34-Jährige hielt

mehrere freie Bälle und ermöglichte

so den schnellen Gegenzug. Mitinsgesamt

zwölf Paraden und einer

Quote von neununddreißig Prozent

war der gebürtige Thüringer der notwendige

Rückhalt für den Umschwung

im Spiel der Füchse.

Marko Kopljar feierte nach 18 Monaten

sein Comeback für die Füchse. CITY-PRESS

Doch ging diese Leistung fast etwas

unter. Denn in der 22. Minute

folgte der Moment, auf den die Berliner

Fans anderthalb Jahre gewartet

hatten. Marko Kopljar betrat zum

Wohlgefallen der Massen das Spielfeld.

Und noch besser, esvergingen

nur neunundfünfzig Sekunden zwischen

der Einwechslung des 2,10

Meter-Hünen und seinem ersten

Torerfolg. Ein Tor, welches die gesamte

Mannschaft in Jubel versetzte.

„Es freut mich natürlich sehr, ihn

wieder auf dem Feld zu sehen. Besonders

nach so einem Verlauf“,

sagte Kapitän Hans Lindberg.

Und nicht nur der Däne feierte

seinen Teamkameraden. Nach Abpfiff

lag sich Kopljar lange mit Mijajlo

Marsenic in den Armen, klatschte

mit allen ab und bekam von Heinevetter

sogar noch einen Kuss auf die

Wange gedrückt.

Der 33-Jährige blieb allerdings

bescheiden. Dass er in seinem Fünfzehn-Minuten-Einsatz

gleich zweimal

einnetzen konnte, war für ihn

nebensächlich: „Wichtig ist, dass wir

gewonnen haben. Ich fühle mich

frisch und glaube, dass ich auch am

Dienstag gut drauf sein werde.“

Dienstag, dann wartet mit dem

SC Magdeburg imPokalspiel. Dann

will Kopljar erneut unter Beweis stellen,

dass er wieder ganz zurück ist.


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 19 *

·························································································································································································································································································

Sport

Wenn Waliser

wunderschön wuseln

Leroy Sané gilt als der

schnellste Spieler der

Premier League. Nur bei seinem

Klub Manchester City

war er dies lange Zeit nicht.

Da stellte ein erstaunter

Chefcoach PepGuardiola vor

zwei Jahren fest,

dass ein 17-jähriger

Jüngling in der

Jugendakademie

alle gestandenen

Profis übertraf.

Rabbi Matondo

hieß der Bursche,

und er hatte den

20-Meter-Sprint in

2,62 Sekunden absolviert.

Guardiola

war beeindruckt, was den

Klub aber nicht hinderte,

den Stürmer im Januar 2019

für elf Millionen Euro an

Schalke 04 abzugeben. Teil

eines bewährten Geschäftsmodells,

rund 150 Millionen

Euro hat City seit 2016 mit

dem Verkauf von Talenten

aus dem Nachwuchspool

eingenommen.

Gekommen war Matondo

mit 16 Jahren von Cardiff

City, sehr zum Unmut des

walisischen Klubs, der vergeblich

eine Beschwerde ge-

FC Schalke 04

gen die dreiste Abwerbung

einlegte. In Cardiff war der

Sohn kongolesischer Eltern

im übel beleumundeten

Stadtteil Tremorfa aufgewachsen,

wo er als Kind zunächst

in einem Park Fußball

spielte. Die Loyalität

zu Wales ist geblieben.

Spielberechtigt

auch für

die DR Kongo und

England, entschied

sich Matondo für

das Team von Nationaltrainer

Ryan

Enteilt Leipzig: Giggs, der ihn bisher

dreimal ein-

Matondo. DPA/WOITAS

setzte und auf eine

große Zukunft des Angreifers

hofft. Die hält auch Manchester

City für möglich, der

Klub soll sich eine Rückkaufoption

gesicherthaben.

Ausgutem Grund, wie der

inzwischen 19-Jährige bei

seinem Saisondebüt nach

längerer Verletzung bewies.

Beim 3:1 in Leipzig verlieh er

dem Schalker Angriff nicht

nur reichlich Dynamik und

Biss, sondern schoss auch

sein erstes Bundesligator.

Nach einem 20-Meter-

Sprint, versteht sich. (mali.)

Borussia Dortmund

Das böse

M-Wort, Teil II

Schon vergangene Woche

haben wir nach dem 2:2

von Borussia Dortmund in

Frankfurt an dieser Stelle

über das gestörte Verhältnis

der BVB-Profis zum Thema

Mentalität berichtet. Borussen-Kapitän

Marco Reus

hatte ja nach der Partie zu

verstehen gegeben, dass

man ihn und seine Teamkameraden

doch bitte nicht

mehr mit dieser „Mentalitätsscheiße“

konfrontieren

soll. „Jede Woche dieselbe

Kacke“, wetterte er.

Recht hat er, auch nach

dem 2:2 gegen Werder Bre-

Männer mit Mentalität: Reus und Witsel.

men stellte sich nämlich die

Frage, warum die Dortmunder

so leichtfertig Punkte

verschenken. Dieses Mal

kam Reus zu folgendem

Schluss:„Wir haben das Spiel

ganz gut unter Kontrolle gehabt.

Hintenraus haben wir

aber nicht genügend zwingende

Torchancen gehabt,

um das Spiel für uns zu entscheiden.“

Tja, echt Kacke,

aber natürlich keine Frage

der Mentalität.Vielleicht hilft

die Einlassung seines Torhüter

etwas weiter. Roman

Bürki befand: „Wir spielen

nicht wie Männer.“ (lot.)

DPA/THISSEN

BUNDESLIGA

Verein Sp S U N Tore Punkte

1 München 6 4 2 0 19: 6 14

2 RB Leipzig 6 4 1 1 14: 6 13

3 SC Freiburg 6 4 1 1 13: 5 13

4 FC Schalke04 6 4 1 1 13: 6 13

5 M'gladbach 6 4 1 1 10: 5 13

6 Leverkusen 6 4 1 1 11: 7 13

7 VfL Wolfsburg 6 3 3 0 9: 4 12

8 Bor.Dortmund 6 3 2 1 17: 9 11

9 Eintr.Frankfurt 6 3 1 2 9: 8 10

10 Hertha BSC 6 2 1 3 9: 11 7

11 SV Werder Bremen 6 2 1 3 10: 14 7

12 Hoffenheim 6 1 2 3 4: 10 5

13 FC Augsburg 6 1 2 3 7: 14 4

14 Düsseldorf 6 1 1 4 8: 11 4

15 Union Berlin 6 1 1 4 6: 12 4

16 1. FC Köln 6 1 0 5 5: 16 3

17 Mainz 05 6 1 0 5 5: 16 3

18 SC Paderborn 6 0 1 5 8: 17 1

Freiburg hebt ab

Der eingewechselte Luca Waldschmidt hat

den SC Freiburgauf Platz drei der Bundesliga gebracht.

Etwas glücklich schoss der Angreifer das

Team von Trainer Christian Streich am Sonntag

zum 2:1 (1:1) bei Fortuna Düsseldorf ineinem

ansonsten schwachen Spiel (81. Minute). Jonathan

Schmid (45.) hatte vor 39244 Zuschauern

7. Spieltag,4.bis 6. Oktober:

Hertha BSC -Düsseldorf Fr., 20.30

FC Bayern-Hoffenheim Sa., 15.30

Leverkusen -Leipzig Sa., 15.30

Freiburg -Dortmund Sa., 15.30

SC Paderborn-Mainz 05 Sa., 15.30

FC Schalke-Köln Sa., 18.30

M’gladbach -Augsburg So., 13.30

Wolfsburg -1.FCUnion So., 15.30

Frankfurt-Bremen So., 18.00

Torjäger

10 Tore: Lewandowski (Bayern München)

5Tore: Alcácer (Borussia Dortmund),

Werner (RB Leipzig)

4Tore: Harit (FC Schalke04), Reus (Borussia

Dortmund)

3Tore: u. a. Andersson (1. FC Union)

Florian Niederlechner (FC Augsburg)

AFP/FASSBENDER

zuvor ausgeglichen, nachdem Rouwen Hennings

(42.) die Fortuna in Führung gebracht

hatte. Mit 13 Punkten liegt der Sportclub nach

sechs Spielen auf Rang drei. DieFortuna liegt mit

vier Punkten aus sechs Spielen einen Zähler

schlechter als zum selben Zeitpunkt der Vorsaison.

Borussia Mönchengladbach

Famoser

Filius

Ohne Zweifel ist fußballerisches

Talent erblich –

wenn auch nur in Maßen. So

gibt es zwar zwei Brüderpaare,

Fritz und Ottmar Walter

sowie Bobby und Jackie

Charlton, die Weltmeister

wurden, aber noch keine Vater-Sohn-Kombination.

Marcus Thuram könnte

das ändern. Sollte der Angreifer

von Borussia Mönchengladbach

so weitermachen

wie am Sonnabend mit

einer Vorlage und einem Tor

beim 3:0-Sieg gegen die TSG

Hoffenheim in Sinsheim

oder vor einer Woche mit

zwei Treffern zum 2:1 gegen

Fortuna Düsseldorf, wird

Frankreichs Nationaltrainer

wohl nicht mehr lange auf

die Dienste des Sohnes von

LilianThuram verzichten, intellektuell

angehauchter Verteidiger

des französischen

Weltmeisterteams von 1998.

Nicht dass die Franzosen einen

Mangel an fähigen Stürmern

beklagen, aber wenn

Antoine Griezmann oder Kylian

Mbappé mal schwächeln,

gäbe Thuram einen

versierten Stellvertreter ab.

Das theoretische Rüstzeug

bekam der 22-Jährige

quasi in dieWiege gelegt, von

klein auf durfte er die Großen

des Weltfußballs aus nächs-

FC Bayern

Einfach

sagenhaft

Nachdem vor allem Bayern-Präsident

Uli Hoeneß

gesagt hat, was es zum

Bayern-Schlussmann Manuel

Neuer zu sagen gab in

der Debatte um die Nummer

eins im deutschen Nationaltor

und zu dem, was Konkurrent

Marc-André ter Stegen

vom FC Barcelona zum

Thema sagte,hat nun der besagte

Neuer etwas gesagt.

Undzwar nach dem 3:2-Sieg

beim SC Paderborn.

„Das haben wir uns selbst

zuzuschreiben“, sagte der

Münchner Kapitän. „Wenn

wir im ersten Durchgang unsere

Chancen nutzen, dann

fahren wir mit einem Kantersieg

nach Haus.“ So kann Ter

Stegen nachlesen, was die

Statistik aussagte: Neuer bekam

zehn Schüsse aufs Tor,

Paderborns 1:2 und 2:3 gingen

rein. Das sagt ja wohl alles

über den Auftritt des Tabellenersten

beim Tabellenletzten.

Schluss,Mann, sagte

der Schlussmann daraufhin,

Immer wertvoller für die Borussia:

Marcus Thuram. DPA/BECKER

ter Nähe studieren. Lionel

Messi schenkte ihm ein paar

Schuhe, als der Vater beim

FC Barcelona spielte,und einen

alten Bekannten traf er

vorige Saison beim Match

seines EA Guingamp gegen

Paris St. Germain. Da

tauschte er mit Torhüter Gianluigi

Buffon das Trikot,

einst zehn Jahre lang Teamkollege

von Lilian bei AC

Parmaund Juventus Turin.

Für zwölf Millionen Euro

gekommen, wird Marcus

Thuram für die Gladbacher

immer wertvoller. Nun muss

er nur noch schnell Weltmeister

werden, möglichst

vor Bayerns Thiago. Dessen

Vater Mazinho war 1994 mit

Brasilien Champion. (mali.)

mit den Faxen nämlich. Am

Dienstag tritt sein FC Bayern

in der Champions League bei

Tottenham Hotspur an.

Nun sagt der Volksmund,

der in der Hoeneß-Neuer-

Ter-Stegen-Debatte bisher

kaum zu Wort kam, dass ein

Versagen bei der Generalprobe

gut für die Aufführung

ist. Daspasst, zumal sich Tottenham

in der Premier

League ein 2:1 gegen Southampton

zusammenstotterte

und Torwart Hugo Lloris

beim 1:1 verhaspelte.Wie gesagt,

das hat alles nichts zu

sagen. Sagt auch Neuer:„Wir

müssen, wollen und wir werden

uns steigern.“

Das muss sich TerStegen

vor Barcelonas Partie am

Mittwoch bei Inter Mailand

nicht nachsagen lassen. In

Spaniens Liga beim 2:0 gegen

Getafe gab er die sagenhafte

Vorlage zum 1:0 durch

Luis Suárez.Gut so,weiter so:

Lasst Tore sprechen! Ja, ja.

Dassagt sich so leicht. (cs.)

SIEBTER SPIELTAG

2:2 (2:1)

DORTMUND–BREMEN

1:3 (0:2)

LEIPZIG–SCHALKE

0:3 (0:1)

HOFFENHEIM–M’GLADBACH

0:4 (0:1)

KÖLN–HERTHA BSC

0:1 (0:1)

MAINZ–WOLFSBURG

0:3 (0:1)

AUGSBURG–LEVERKUSEN

2:3 (0:1)

PADERBORN–BAYERN

1:2 (0:0)

UNION–FRANKFURT

1:2 (1:1)

DÜSSELDORF–FREIBURG

Borussia Dortmund: Bürki -

Piszczek, Weigl, Akanji, Hakimi -

Dahoud (67. Brandt), Witsel -T.

Hazard, Reus, Sancho (80. Guerreiro)

-M.Götze (72. Alcácer)

Werder Bremen: Pavlenka -Gebre

Selassie, Groß, Friedl -

Lang,N.Sahin, Klaassen -M.

Eggestein, Bittencourt(82. J.

Eggestein) -Sargent (87. Pizarro),

Rashica (73. Goller)

Schiedsrichter:Aytekin

Zuschauer:81365

Tore: 0:1 Rashica (7.), 1:1 M.

Götze (9.), 2:1 Reus (41.), 2:2

Friedl (55.)

Gelbe Karten: Weigl (1) /-

RB Leipzig: Gulacsi -Mukiele

(74. Nkunku), Orban, Upamecano,

Halstenberg -Haidara,

Demme (59. Lookman) -Sabitzer,Forsberg

-Poulsen (65. Matheus

Cunha), Werner

FC Schalke04: Nübel -Kenny,

Stambouli, Salif Sané, Oczipka -

Serdar,Mascarell (82. Kabak) -

Matondo (85. Schöpf), McKennie,

Harit (69. D. Caligiuri) -

Burgstaller

Schiedsrichter:Gräfe

Zuschauer:42146

Tore: 0:1 Salif Sané (29.), 0:2

Harit (43./FE), 0:3 Matondo

(58.), 1:3 Forsberg (83.)

Gelbe Karten: Halstenberg (2) /

D. Caligiuri (2)

1899 Hoffenheim: Baumann -

Posch (67. Locadia), Akpoguma,

B. Hübner,Skov-Grillitsch

-Rudy, Geiger (79. L.

Rupp) -Kaderabek, Bebou,

Baumgartner (51. Adamjan)

Bor.Mönchengladbach: Sommer

-Lainer (88. Jantschke),

Ginter,Elvedi, Wendt -C.Kramer,Zakaria

-Neuhaus (86.

Raffael) -Thuram (77. P. Herrmann),

Embolo, Pléa

Schiedsrichter:Osmers

Zuschauer:29030

Tore: 0:1 Pléa (43.), 0:2 Thuram

(65.), 0:3 Neuhaus (83.)

Gelbe Karten: Rudy(2), Grillitsch

(1) /Lainer (3), Zakaria

(4)

1. FC Köln: T. Horn-Schmitz,

Bornauw,Mere, Hector -Skhiri,

Höger -Drexler (6. K. Schindler),

F. Kainz -Modeste (63. Terodde),

Cordoba Hertha BSC:

Jarstein -Klünter,N.Stark,

Boyata, Mittelstädt -Skjelbred

(82. Löwen), Grujic -M.Wolf,

Darida, Dilrosun (73. Lukebakio)

-Selke(58. Ibisevic)

Schiedsrichter:Storks

Zuschauer:49700

Tore: 0:1 Dilrosun (23.), 0:2 Ibisevic

(59.), 0:3 Ibisevic (63.),

0:4 Boyata (83.)

Gelbe Karten: Terodde (1) /-

Rote Karten: Mere (41./grobes

Foulspiel)

FSV Mainz 05: Zentner -Pierre-

Gabriel (62. Maxim), St. Juste,

Niakhaté, Brosinski -Kunde Malong

-R.Baku, Fernandes (76.

Awoniyi) -Boetius -Quaison

(46. Onisiwo), Szalai

Wolfsburg: Pervan -Knoche,

Bruma, Tisserand -William, Guilavogui,

Arnold (71. Gerhardt),

Roussillon -Mehmedi (84. Victor),

Brekalo (65. Klaus) -Weghorst

SR: Brych -Zuschauer:24303

Tore: 0:1 Tisserand (9.)

GK: Niakhaté (3), Maxim (1) /

Tisserand (1), Knoche (2), Weghorst

(2) -Gelb-Rot: Mainz-Trainer

Schwarz wegenunsportlichen

Verhaltens (90.+6)

FC Augsburg: Koubek -Lichtsteiner,Jedvaj,

Uduokhai, Max (80.

Moravek) -Vargas, Oxford, R.

Khedira, Iago-Finnbogason

(67. Schieber), Niederlechner

(87. Cordova)

BayerLeverkusen: Hradecky -

Weiser,Dragovic (83. Tah), S.

Bender,Sinkgraven(73. Wendell)

-Baumgartlinger,Ch. Aranguiz

-Havertz, Amiri, K. Volland -

Alario (66. Paulinho)

Schiedsrichter:Kampka

Zuschauer:27113

Tore: 0:1 Niederlechner

(34./ET), 0:2 K. Volland (76.),

0:3 Havertz(84.)

GK: Max (1), Lichtsteiner (1),

Vargas (3), Schieber (1) /-

SC Paderborn07: J. Huth -Dräger,

Kilian, Hünemeier,Collins -

Vasiliadis, Gjasula (84. Shelton)

-Oliveira Souza (73. Ritter),

Antwi-Adjej -Zolinski (62.

Pröger), S. Michel

Bayern München: Neuer -Süle,

Boateng,Lucas Hernández (46.

Davies) -Pavard, Kimmich, Thiago(46.

Javi Martinez) -Gnabry,

Philippe Coutinho, Coman -Lewandowski

(80. Müller)

Schiedsrichter:Zwayer

Zuschauer:15000

Tore: 0:1 Gnabry(15.), 0:2 Philippe

Coutinho (55.), 1:2 Pröger

(68.), 1:3 Lewandowski (79.),

2:3 Collins (84.)

GK: Vasiliadis (3) /Süle (1)

1. FC Union: Gikiewicz -Trimmel,

M. Friedrich, Subotic, K. Reichel

-Andrich, Schmiedebach (66.

Ujah), Gentner -Gogia (59. Becker),

Bülter (66. Mees) -Andersson

Eintracht Frankfurt: Trapp -

Touré, Hasebe, Hinteregger -

Durm(77. Chandler), Sow, G.

Fernandes, Kostic -Kamada

(71. Kohr) -A.Silva, Dost (83.

Paciencia)

Schiedsrichter:Stegemann

Zuschauer:22012

Tore: 0:1 Dost (48.), 0:2 A. Silva

(62.), 1:2 Ujah (86.)

Gelbe Karten: Andrich (1) /Sow

(1)

Düsseldorf: Steffen -Matthias

Zimmermann, Andre Hoffmann,

Ayhan, Gießelmann -Bodzek,

Baker -Thommy (68. Tekpetey),

Kownacki (76. Ampomah) -Karaman,

Hennings

Freiburg: Schwolow-Lienhart,

Koch, Heintz -Schmid (89. Kübler),

Abrashi (72. Grifo), Höfler,

Günter -Haberer,Petersen, Höler

(72. Waldschmidt)

SR: Siebert

Zuschauer:39244

Tore: 1:0 Hennings (42.), 1:1

Schmid (45.), 1:2 Waldschmidt

(81.)

Gelbe Karten: Gießelmann (2),

Kownacki -Höfler (2), Petersen


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 – S eite 20 *

·························································································································································································································································································

Sport

Weiß, wo er hin muss, im Strafraum und beim Torjubel: Vedad Ibisevic.

IMAGO IMAGES/MORITZ MÜLLER

Der nächste Schritt

Die prächtige Tagesform vieler Einzelspieler fügt sich bei Hertha BSC zu einer prächtigen Mannschaftsleistung, das Ergebnis ist ein 4:0 in Köln

Es war in der Tatein bemerkenswerter

Auftritt vonHerthas

Javairô Dilrosun. Nahezu

alles wollte dem 21

Jahre alten Niederländer an diesem

Herbstabend in der Kölner Arena gelingen.

Seine vonhohem Tempo und

feiner Technik getragenen Dribblings

–unbändig. SeineTorabschlüsse –ein

Genuss. Ja, der bei Ajax Amsterdam

ausgebildete Flügelspieler hat das

Zeug zum Ausnahmespieler. Siehe

sein sagenhaftes Solo zum 1:0 am vergangenen

Wochenende beim 2:1 im

Olympiastadion gegen den SC Paderborn.

Siehe seinen sagenhaften

Schuss aus 25 Metern gestern Abend

zum 1:0 in Köln, als er flugs ein kurzes

Zuspiel vonVladimir Darida verarbeitete

und dem Ball mit seinem linken

Fuß soviel Tempo und so viel Effet

mit auf den Weggab, sodass Kölns

Keeper Timo Horn noch nicht einmal

zu einer Reaktion fähig war.

Man könnte Dilrosun nach diesem

aufregenden 4:0 (1:0) der Hertha

beim 1. FC Köln also getrost zum

Mann des Abends küren, wenn es da

nicht paar andere inden Reihen des

Bundesligaklubs gegeben hätte, die

genauso auffällig agierten wie der soeben

hoch gelobte Angreifer. Die

prächtige Tagesform vieler Einzelspieler

fügte sich jedenfalls zu einer

prächtigen Mannschaftsleistung, aus

der Hertha-Trainer Ante Covic für

sich eine große Genugtuung ableiten

durfte.Dascheint sich vielleicht doch

was zu entwickeln, aus Jung und Alt.

Da scheint womöglich was in

Schwung zu kommen, nachdem es

nach den ersten Spielen der Saison

doch schon ein paar Zweifel an der

Befähigung des Bundesligatrainernovizen

gegeben hatte. Covic gab sich

aber bescheiden: „Mit ist wichtig,

dass wir heute auswärts mal souverän

aufgetreten sind. Dass wir das umgesetzt

haben, was wir uns im Laufe der

Woche im Training vorgenommen

hatten. Ich bin froh, dass wir den

nächsten Schritt gemacht haben.“

Wie schon erwähnt, ist es nicht

allzu fair,dem einen oder anderen ein

Extralob zukommen zu lassen. Aber

der eine oder anderehat es sich dann

Erklären: Um die hoch gesteckten

Ziele mit Bundesligist

Hertha BSC zu erreichen,

würde Investor Lars Windhorst

wenn nötig auch weit

mehr als die bisher vorgesehenen

225 Millionen Euro

investieren.

doch verdient. Vladimir Darida beispielsweise,

der vom ersten Moment

an in seiner Funktion als Rumtreiber

für die Kölner nie zu greifen war, der

im Pressing mehrmals früh den Ball

eroberte,mit klugen Pässen durch die

Reihen die Abwehr des Gastgebers

destabilisierte und sogar als Torvorlagengeber

in Erscheinung trat.

Auch PerSkjelbred überzeugte an

der Seite von Marco Grujic mit Fleiß

WINDHORST LEGT NACH

Erwägen: „Wir haben uns

dafür keine Beschränkungen

auferlegt. Bei Bedarf werden

wir darüber nachdenken,

weitere Mittel zur Verfügung

zu stellen, um unser Ziele zu

erreichen“, so Windhorst in

der Bild am Sonntag.

Erwerben: Bisher hat Windhorst

für 125 Millionen Euro

37,5 Prozent der Anteile an

der Hertha BSC KGaA erworben.

Weitere 100 Millionen

sollen zeitnah fließen. Dann

würde Tennor 49,9 Prozent

der Hertha-Aktien halten.

und Sachlichkeit, stellte Pass- und

Laufwege der Elfvon Achim Beierlorzer

immer wieder gekonnt zu. Wie

wertvoll doch der Norweger, der in

der Vorbereitung doch ziemlich außen

vorwar,noch immer für die Hertha

sein kann.

Undschließlich kommt man nicht

umhin, sich eingehender mit der Darbietung

vonVedad Ibisevic auseinanderzusetzen.

Erneut hatte Covic zu-

nächst auf Davie Selke gesetzt und

dem Bosnier einen Platz auf der Bank

zugeteilt. Was ja auch gar nicht so

falsch war, weil Selke knapp eine

Stunde lang in vorderster Linie die

vonihm geforderte Schweißarbeit erledigte.

Dann aber kam Ibisevic ins

Spiel und zeigte dem soeben Ausgewechselten

auf, was es braucht, um

als Stürmer aus ziemlich viel ganz viel

zu machen.

Noch keine Minute war er auf dem

Platz, als er sich gekonnt von seinem

Gegenspieler absetzte und nach einem

Pass von Lukas Klünter per Direktabnahme

zum 2:0 und damit zur

Vorentscheidung traf. Und nur fünf

Minuten später war er bei einem Zuspiel

von Darida erneut zum rechten

Moment am rechten Ort, um mit etwas

Glück das 3:0 zu erzielen. „Es

hätte nicht besser laufen können –

heute zumindest“, sagte Ibisevic, der

dann Erstaunliches einbrachte: „Ich

bin mir meiner Situation bewusst. Ich

bin 35 Jahrealt, da kann es schon mal

sein, dass so ein alter Mann auf der

Bank sitzt. Ich habe hart gearbeitet

über Jahrehinweg, um in diese Situation

zu kommen. Jetzt ist alles gut. Ich

kann das akzeptieren.“ Den Erfolg,

den Abwehrmann DedryckBoyata in

der 83. Minute mit einem Kopfballtreffer

zum 4:0 vollendete, bewertete

er als extrem wichtig für das Team.

„Wir haben uns am Anfang der Saison

sehr schwergetan, viel Selbstvertrauen

verloren. Daskann man nicht

so einfach wegstecken. Jetzt ist aber

das Selbstvertrauen zurück. Wir haben

eine gute Reaktion gezeigt.“

Wenn es etwas zu kritisieren gab

am Auftritt der Hertha, dann könnte

man auf die leichte Schläfrigkeit des

Teams nach Wiederanpfiff erzielen.

Nach der Tätlichkeit von Jorge Meré

an Darida in der 41. Minute, die

Schiedsrichter Sören Storks nach einem

Einsatz des Videobeweises mit

einem Platzverweis ahndete, waren

die Berliner ja in Überzahl aus der Kabine

gekommen, aber eben auch mit

einer kurzen Konzentrationsschwäche.Die

wiegte nicht schwer,weil Ibisevic

dem Aufbegehren der Kölner

mit seinem Torein Ende setzte. (BLZ)

Das Problem mit dem Konjunktiv

Auch nach dem 1:2 gegen Frankfurt erhält Union jede Menge Lob –Trainer Urs Fischer weiß allerdings, dass sein Team gerade auf einem schmalen Grat wandert erhält

VonMathias Bunkus

Esliegt in der Natur der Dinge,

dass ein Lob gern genommen

wird. Auch ein Kompliment erfreut

im Allgemeinen das Herz des Adressaten.

Könnte man mehr von gebrauchen.

Am Freitagabend reihte

sich der österreichische Sportsfreund

in hessischen Diensten, Adolf

Hütter, nach dem 2:1-Sieg seiner

Eintracht in Köpenick in die Phalanx

derjenigen ein, die Respekt und Anerkennung

verteilten. So wie vorihm

beispielsweise schon Florian Kohfeld,

der nach dem 2:1 seiner Bremer

an gleicher Stätte,ebenfalls sehr beiläufig

Aufsteiger Union zum Klassenerhalt

gratulierte, indem er davonsprach,

dass er sich darauf freue,

in der kommenden Spielzeit wieder

im Stadion An der Alten Försterei

gastieren zu dürfen. Was janur bei

einem Klassenerhalt der Eisernen

möglich wäre.

Gemischte Gefühle: Die Profis des 1. FC Union bedanken sich bei ihren Fans. MATTHIAS KOCH

Debütiert: Union muss monatelang ohne

Akaki Gogia auskommen. Der Offensivspieler

hat sich bei seinem Startelfdebüt im Oberhaus

gegenFrankfurt(1:2) einen Riss des

Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen.

GOGIAS VERLETZUNGSPECH

Operiert: Der 27-Jährigemusste wegender

Verletzung in der 59. Minute ausgewechselt

werden. Eine MRT-Untersuchung erbrachte

die Diagnose. Gogia wird in der kommenden

Woche operiert.

Nun Sportsfreund Hütter, gemeinhin

nur Adi gerufen, versuchte

dem freundschaftlich zugeneigten

Schweizer in Berliner Diensten, Urs

Fischer, ein wenig aufzubauen nach

der neuerlichen Niederlage des 1. FC

Union. „Ich glaube, dass hier noch

einige Mannschaften Punkte liegenlassen

werden“, sagte der 49-Jährige.

An dieser Stelle darf sich der geneigte

Leser ruhig den im modernen

Kommunikationszeitalter gern bemühten

Smiley mit den rollenden

Augen als Reaktion des Union-Trainer

vorstellen. Es hätte seine Gemütslage

als Emoticon perfekt widergespiegelt.„Auf

der einen Seite ist

es schön, wenn der Gegner Komplimente

macht. Aber es ist auch das,

was ein bisschen nervt“, sagte Fischer

nach einem Spiel, bei dem seiner

Meinung nach „mehr drin gewesen“

sei. Was sich im Übrigen ein

bisschen wie ein roter Faden durch

die Vorstellung des Bundesliganovizen

zieht, wenn man von der Pleite

gegen Leipzig zum Auftakt absieht.

Aber Fischer weiß auch: „Aber wäre

und wenn: Der Konjunktiv ist ein

schlechter Begleiter.“

Schleichendes Gift

Wie schon zuvor gegen Werder Bremen

war aber auch gegen Eintracht

Frankfurt tatsächlich mehr drin. Ein

Eindruck, der oberflächlich gesehen

durchaus Nahrung erhält, wenn

man bedenkt, dass durch Anthony

Ujahs späten Anschlusstreffer zum

1:2 (86.) –zuvor hatten BasDost (48.)

und Silva (62.) allerdings für klare

Verhältnisse gesorgt –die Eisernen

nicht so chancenlos ausgesehen hatten

wie gegen RB Leipzig (0:4) oder

beim Gastspiel in Leverkusen (0:2).

„Die Leistung hat gestimmt, es

fehlen wirklich nur ein paar Kleinigkeiten.

Da müssen wir ansetzen“,

glaubte denn auch Mannschaftskapitän

Christopher Trimmel. Der

Blick nach hinten sei dabei wenig

förderlich, auch wenn der vermeintliche

Pluspunkt Alte Försterei angesichts

von drei Heimpleiten in vier

Spielen sich bisher nicht als die erhoffte

Festung erwiesen hat, mit der

die Grundlage für den Klassenerhalt

geschaffen werden kann. Fischer

weiß daher auch, dass es ein schmaler

Grat ist, auf dem seine Mannschaft

in diesen Tagen wandelt. „Wir

wussten von Anfang an, dass auch

mal eine Serie von Niederlagen dabei

sein wird“, sagte der Fußballlehrer.

Und: „Du musst aber aufpassen,

irgendwann sind dann 18 Spiele gespielt

und du sprichst immer noch

so.“

DemTrend muss also Einhalt geboten

werden. Damit er sich nicht

als schleichendes Gift in den Köpfen

der Köpenicker festsetzt, immer

doch einen Tick schlechter zu sein

als die Widersacher. Und damit im

Endeffekt nicht erstligatauglich.


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 – S eite 21

·························································································································································································································································································

Feuilleton

„Solidaritäts“-

Performance in den

Sophiensälen

Seite 23

„In der Shoppingmall bezahlt man mit Gesichtserkennung.“

Tilman Baumgärtel über „Micro Era“, eine Ausstellung chinesischer Medienkunst Seite 22

Lob des Regens

Lasst euch

treiben!

PetraKohse

macht gern das Fenster auf,

wenn es draußen tropft.

Ein regnerischer Sonntag, wie

schön! Nicht schön für die Marathonläufer

und -läuferinnen da

draußen, aber die meisten Laufschuhe

sehen ja ohnehin aus wie

Amphibienfahrzeuge, sodass sie es

damit schon ins Ziel schaffen werden.

Regenzeit ist geschenkte Zeit.

Denn man muss nicht nach draußen,

um „die Sonne zu genießen“

und dabei seine Zeit an Cafétischen

oder auf Parkbänken vertrödeln.

Sondern man kann tun, was man

wirklich gerne macht, und das umsonst

und drinnen: Lesen. Stricken.

Schlafen. Lesen. Sachen ordnen. Lesen.

Essen. Lesen. Lesen. Oder auch

Garnichtstun. Undzwar bei offenem

Fenster unter der Decke, um kein

Plitsch oder Platsch zu verpassen.

Regengeräusche sind ja wie

Trommelmusik, Meeresrauschen,

Grillenzirpen oder Katzenschnurren

Balsam für den Geist, weil sie das,

was Yogalehrerinnen gerne „Monkey

Mind“ nennen, lahmlegen. Langsam,

aber sicher bändigen sie das

Alltagsbewusstsein, indem sie das

affenartige Hin und Her der Gedanken

sanft an sich ziehen und verwischen.

Werdarüber nicht gleich einschläft,

bekommt sturmfreie Bude

im Kopf und kann den Geist das tun

lassen, was er am dringendsten

braucht, und das ist: dahintreiben.

In Retreats im Bayerischen Wald

oder auf Lanzarote bezahlt man für

diesen Effekt bestimmt zweihundert

Euro am Tagmit Vollpension, noch

einmal fünfzig dazu, wenn man sich

jeden Morgen das Smartphone abnehmen

lässt, und weitere fünfzig,

wenn man dabei fastet. In dem Bewusstsein

stören dann auch die Geräusche

der übers Berliner Kopfsteinpflaster

vorbeifahrenden Autos

schon etwas weniger.Und nein, es ist

kein Verbrechen, das Getropfe als

Meditation zu loben, obwohl es auch

daran erinnert, dass der Eisbär dringend

eine Rettungsweste braucht.

Im Gegenteil. Wenn man häufiger

aus dem System aussteigen würde,

das all die Probleme verursacht, fiele

es vielleicht leichter,eszuändern.

Gabriel trägt teure Anzüge,

arbeitet zu viel und hat

nicht die allergeringste

Lust, sich über seine

Hautfarbe den Kopf zu zerbrechen.

Nicht zuletzt deswegen lebt er im

multikulturellen London. Während

er voneinem Bauprojekt zum nächsten

hetzt, sein eigenes Architektur-

Büro eröffnet, heiratet und Vater

wird, tanzt sein Bruder Mick die Berliner

Nächte durch, widmet sich

Spaß, Drogen, Musik und vielen

Frauen. Mick rackertsich für rein gar

nichts ab und hat dennoch irgendwann

einen eigenen Club, den er

aber bald wieder verliert. Im neuen

Jahrtausend tingelt er durch die Welt

und wirdschließlich Yogalehrer.

Die beiden sehen sich ähnlich

und könnten unterschiedlicher

nicht sein, der Streber und der Lebenskünstler.

Sie wissen nichts voneinander.Denn

sie haben zwar denselben

Vater, einen Senegalesen, der

Anfang der 70er-Jahre in der DDR

studierte, aber unterschiedliche

Mütter, eine in Leipzig, eine in Berlin.

Jackie Thomae erzählt in ihrem

Roman „Brüder“ ihre Geschichten.

Es sind die Geschichten zweier

durchaus typischer Vertreter ihrer

Generation –der eine macht Party,

bis sein Leben quasi zerbröselt (und

fällt trotzdem auf die Füße), der andere

schuftet sich an die internationale

Architektenspitze, bis er vorlauter

Funktionieren die Nerven verliert.

Mick und Gabriel

Wirbegleiten sie vonihrer Geburtin

Leipzig und Berlin-Treptowbis in die

Gegenwart. BeiMick legt Thomae einen

Schwerpunkt auf die Neunzigerjahre

inBerlin und ihre Clubkultur,

in der die Hautfarbe, soheißt es jedenfalls

in ihrem Roman, keine

große Rolle spielte. Bei Gabriel konzentriertsie

sich mehr auf die ernsterenJahrzehnte

danach, in denen der

Architekt schon mal gesagt bekommt,

er solle sich mehr für seine

schwarze Identität und den Kolonialismus

interessieren.

Der Roman fächert beide Leben

nacheinander auf, führt uns in

Clubs, Büros, Bars, Häuser und

Wohnungen, stets mit Sinn für das

zeitgeistige Detail und die Torheiten

der jeweiligen Ära. Er tut es mit

entspanntem Humor. Wenn Mick

als Teenager kurzfristig zum

schwarzen Skinhead mutiert –„Oi

Mama, ich bin Red Skin, kein Nazi,

das geht bei mir doch gar nicht!“ –

ist das ziemlich lustig. Oder wenn

Gabriel, der sein halbes Leben lang

so tat, als gäbe es keinen Rassis-

Leben

von heute

Jackie Thomaes Roman über zwei Brüder

steht auf der Shortlist

des Deutschen Buchpreises

VonSabine Rohlf

Jackie Thomae, geboren 1972 in Halle, lebt seit 1989 in Berlin.

DAS BUCH

Jackie Thomae: Brüder

Roman, Hanser Berlin, 2019,

430 Seiten, 23 Euro

DPA

mus,amEnde als rassistischer Irrer

dasteht, auch. Gleichzeitig ist beides

auch bitterernst – ein Leben

ohne Vater, dessen Gene beziehungsweise

Hautfarbe doch stets

an ihn erinnern.

Statt einfache Antworten zu geben,

widmet Thomae sich den Widersprüchen

ihrer Hauptfiguren.

Der eine baut manisch Bahnhöfe,

Museen oder Villen, seine Arbeit

führt ihn bis in aus dem Boden gestampfte

Metropolen Chinas.

Nichts interessiert ihn so sehr wie

urbane Räume, die er am liebsten

sozial, ökologisch und innovativ gestalten

würde,während er vorallem

Angeberarchitektur für Reiche baut.

Seine Leidenschaft und auch sein

starrsinniger Ernst passen nicht

recht zusammen, und gerade das

macht ihn lebendig. Der andere,

Mick, belügt und betrügt seine Frau

auf eine Weise, die schlicht unverzeihlich

ist. Und amEnde mag man

ihn dennoch, denn er hat auch sehr

liebenswürdige Züge. Dazu gibt es

Frauen und Freundinnen, Kinder

und Freunde, unter denen auch interessante

bis sperrige Menschen

sind.

Rassismus definiertsie nicht

Thomae hat einen weitläufigen Roman

geschrieben, der sich nicht auf

eine Aussage oder dieses oder jenes

Hauptproblem festlegen lässt. Er ist

ein Entwicklungs-, Liebes-, ein Zeitund

Großstadtroman –wenn man

denn Schubladen aufziehen will.

Das heißt überhaupt nicht, dass

dies nicht auch ein Buch über Rassismus

wäre, im Gegenteil. Rassismus

begegnet beiden Männern,

aber,und das ist wichtig, er definiert

sie nicht. Sie gehen nicht darin auf,

denn sie sind nicht das Problem,

sondern etwas ganz anderes und

viel mehr.

Undder Roman ist auch mehr als

ein Reflex auf Jackie Thomaes eigenes,

dem der Brüder nicht unähnliches

Leben. Die in Berlin lebende

Journalistin und Fernsehautorin

wurde 1972 als Tochter eines Westafrikaners

und einer Deutschen in

Halle geboren und wohnte bis 1989

in Leipzig. Dass sie für ihren zweiten

Roman (2014 erschien „Momente

der Klarheit“) männliche Hauptfiguren

wählte, und dann noch zwei so

verschiedene, deutet darauf hin,

dass sie keine Freundin schlichter

Zuordnungen ist. Das lässt sich

durchaus auch als Statement zum

Thema Rassismus lesen, vor allem

aber ist es eine Haltung, aus der heraus

wirklich ganz ausgezeichnete Literatur

entsteht.

NACHRICHTEN

Russischer Regisseur

MarkSacharow gestorben

Derrussische Regisseur Mark Sacharowist

tot. Er sei im Alter von85Jahrennach

langer Krankheit gestorben,

teilte das Lenkom-Theater der

Agentur Interfax zufolge am Sonnabend

mit. Dortwar er bis zuletzt

künstlerischer Leiter.Invier Jahrzehnten

habe er mehr als 40 Aufführungen

auf die Bühne gebracht. Sacharow,der

sich auch in Deutschland

einen Namen gemacht hatte,

führte darüber hinaus bei zahlreichen

Filmen Regie –etwa „Zwölf

Stühle“ von1976 und „Genau jener

Münchhausen“ von1979. Sieseien

Klassiker des sowjetischen Kinos,

würdigte das Theater.Außerdem

drehte er demnach mehr als 20 Fernsehsendungen.

Er erhielt für sein

Wirken viele Auszeichnungen. Im

Jahr 2018 bekam er den Titel „Held

der Arbeit“ verliehen. (dpa)

Prange und Fitzek arbeiten

an gemeinsamem Thriller

Beide sind Bestseller-Autoren. Jetzt

arbeiten die Schrifsteller Peter

Prange („DasBernstein-Amulett“)

und Sebastian Fitzek („Amokspiel“)

eigenen Angaben zufolge an einem

gemeinsamen Krimi. Wiedie beiden

der Bild am Sonntag sagten, gebe es

für den historischen Thriller bereits

ein Konzept. „Es geht um die Frage,

ob es das Böse an sich gibt“, sagte

Fitzek. Prange ergänzte: „Arbeitstitel

ist ,Der geborene Verbrecher‘.“ Der

64 Jahrealte Peter Prange ist durch

historische Romane bekanntgeworden.

Sebastian Fitzek, 47, stand mit

Krimis wie „Passagier 23“ und „Der

Insasse“ wochenlang an der Spitze

der Bestsellerlisten. (dpa)

Isabelle Huppertbegeistert

als Maria StuartinHamburg

Triumph für Isabelle Huppertin

Hamburg: Für ihreeineinhalbstündige

Soloperformance „MarySaid

What SheSaid“ erhielt die französische

Schauspielerin (66, „Greta“,

„Frankie“) im Thalia Theater minutenlangen

Applaus.Die Deutschlandpremieredes

Stücks vonDarryl

Pinckney,bei der Altmeister Robert

Wilson Regie führte,war am Freitagabend

ausverkauft. (dpa)

UNTERM

Strich

Rom &Peter

Über den

Brillenrand

VonPeter Wawerzinek

Pass ja nur gut auf, warnen sie im Studio

Rom, nachdem ich dortüber mein neues

Buch, den Liebestölpel, reden durfte.Die Linie

64 ist dafür bekannt, dass dort die Taschendiebe

mitfahren. Die Haltestelle ist direkt

vorder Haustür.Besser geht es nicht. Ist

allerdings die bekannteste Touri-Strecke der

Stadt, sagt der Mitarbeiter. Und redet dann

vonKollegen, die,trotzdem sie argaufmerksam

geblieben sind, frech beklaut wurden.

Ist nicht so schlimm wie geschildert, sucht

eine Frau vomRadio mich wieder zu beruhigen.

Wenn man die Geldbörse auffällig dick

in der Hintertasche trägt, muss man sich

nicht wundern. Winkt ab, schüttelt in Zeitlupe

den Kopf.

Und doch räume ich vor der Haltestelle

flink meine Taschen leer, stecke die Geldscheine

in mein Brillenetui. Halte die knallrote

Schatzschatulle in meiner Faust. Die

Brille klemmt auf meiner Nase. Ich halte ein

Buch auf meinen Knien. Möchte so römisch,

wie es nur geht, wirken, wie ein normal Busreisender

erscheinen. Einer, der eben liest

statt sich die Dinge um den Busherum anzusehen,

muss doch wohl von hier sein, sage

ich mir.Guter Trick überall auf der Welt. Und

so sitze ich im Bus recht locker und lose tuend,

schaue über den Brillenrand hin eher

nebenbei heraus.Als würde ich das alles um

mich herum sehr gut kennen. Dabei geht es

mit dem BusamPapstgebäude und so anderen

Bauten vorbei, die alle Reisenden von

den Rombildbänden her kennen. Und sie

steigen auch wirklich alle ein, die Leute, die

wie aus einem Null-acht-fünfzehn-Katalog

angezogen so waschecht als Touristen zu erkennen

sind. Die neckisch bunt gekleidete,

KLAUS ZYLLA

seltsame Gesellschaft mit ihren Hütchen auf

dem Kopf, dem üblichen Behänge. Also Kameras,

Täschchen und Stadtpläne vor der

Brust, unter die Arme geklemmt.

Es werden so viele, dass ich es an einer

nächsten Haltestellen nicht mehr aushalte,

aussteige und den Buswechsle.Die Linie 492

ist es.Der Busist alt und klappertlaut. Es ist

stickige Luft. Es sind wohl mehr Einheimische

in ihm als Schaugäste. Ich sitze rechts

vorne seitlich neben dem Fahrer und

schwitze schnell. Wie ich nach hinten fasse,

spüreich den Sitz voll heiß. Ob es vomMotor

kommt, wer weiß. Ich denke schon. Und

stehe auf. Eine Frau übernimmt den Sitz, will

es jedenfalls. Sitzt kaum und spürt deutlich

rascher als ich die Tücke des heißen Stuhls.

Steht wieder auf und lieber im Gang. Es dauertlange,bis

ich am Ziel bin. Wirfahren sehr

viele bekannte Stätten ab.Ich werdedaheim

unbedingt nachsehen. Denn ich will schon

wissen, wie das heißt, was ich eben noch anschaue,von

welcher Bedeutung es ist.

Stazione Tiburtina endet die Fahrt. Von

dort aus gehe ich zuFuß zurVilla Massimo.

Dasist ganz gutso. Da kann ich die Zeit messen,

die ich für den Wegbrauche. Denn ich

muss ganz sicher bald schon denWegzurück

nehmen. Wenn ich Romzum ersten Malverlasse

und nach Berlin fliegen will. Wenn es

früh am Morgen ist und ich nicht auf einen

Bus warten mag, schon gar nicht mit dem

Taxi zur Bahnstation sausen will. Dann bin

ich die Strecke schon einmal gegangen.

Dann weiß ich Bescheid. Dann schlendere

ich auf dem Bürgersteig und werde sicher

auch nicht so aufgeregt sein. Sondern ruhig

einen Fußvor den anderen setzen. Ganz wie

es der Römer vonWelt mit seinen Füßen hält.

Dem Römer nämlich suche ich gleich zu

sein, der zwischen Rom und Berlin wie ein

Werktätiger hin und her pendelt.


22 Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Trostloser Hyperkonsum

Die wichtigste Ausstellung in diesem Herbst: Chinesische Medienkunst in der Ausstellung „Micro Era“ in den Staatlichen Museen

VonTilman Baumgärtel

Auf einer Texttafel am Eingang

der Ausstellung

„Micro Era“ steht ein

merkwürdiger Satz: Die

Künstler, die bei der Präsentation

chinesischer Medienkunst im Kulturforum

vertreten sind, „hinterfragen

die verführerische These vonder

Demokratisierung“ durch Medien.

Hm. Bei China denkt wohl niemand

an Demokratisierung durch

Medien –eher an staatliche Propaganda

und Manipulation auf allen

Kanälen. Und wer gegenwärtig an

China denkt, dem fällt wohl als erstes

ein, wie das riesige Land versucht,

dem kleinen Stadtstaat Hongkong

sein bisschen Demokratie zu nehmen.

Nunmag es unfair sein, voneiner

Ausstellung, die ja lange vorbereitet

wird, eine direkte Reaktion auf die

aktuelle politische Lage zu erwarten.

Aber andererseits ist es unmöglich,

sie sich anders als durch die „Hongkong-Brille“

anzusehen.

Dystopisch und uncool

„Micro Era“ bezieht sich auf eine

Kurzgeschichte des chinesischen

Science-Fiction-Autors Liu Cixin, in

der China durch wissenschaftlichtechnischen

Fortschritt den Weltuntergang

verhindert. (Die englische

Übersetzung der Story heißt allerdings

anders als die Berliner Ausstellung

„Micro-Age“.) Doch das China,

das die Ausstellung zeigt, ist dystopisch

und uncool.

Als gesunde Demokratie mit

freien Medien erscheint China in

keiner der gezeigten Arbeiten, im

Gegenteil: Cao Fei, die wohl bekannteste

Teilnehmerin der Ausstellung,

legt ihren Finger in eine

bekannte Wunde der chinesischen

Gesellschaft. In dem Video „Asia

One“ hat sie ohne großes Kunstwollen

trostlosen chinesischen Hyperkonsum

abgefilmt: In der Shopping-Mall

bezahlt man per Gesichtserkennung,

ohne dass sich jemand

über den Verlust der

Privatsphärebeschwert.

Bespaßt werden die Kunden –

während sie von allgegenwärtigen

Überwachungskameras gefilmt

werden –von aufdringlichen Werbefiguren.

Hinter den Kulissen laufen

die Paketboten um ihr Leben

und sinnieren in der kurzen Pause

darüber,obsie wohl demnächst von

Drohnen ersetzt werden. Und wo

sie schon dabei ist, lässt Cao Fei in

ihrer zweiten Videoinstallation ein

paar versprengte Hausmeisterinnen

und Hausmeister in einem gigantischen,

vollautomatisierten

Asia One, Videoinstallation von Cao Fei, 2018

Delusional Mandala, Video von Lu Yang,2015 LU YANG Assignment No.1., Zwölf-Monitor-Videoinstallation von Zhang Peili, 1992 ZHANG PEILI

und weitgehend menschenleeren

Logistikzentrum zu Eurodisco absurde

Choreografien tanzen. Im

Hintergrund werben Banner wie

aus der Zeit der Kulturrevolution

dafür, dass „Mensch und Roboter

Hand in Hand arbeiten“ sollen.

CAO FEI

Der gierige, sinnentleerte Konsumismus

bei gleichzeitiger staatlicher

Gängelung und Totalüberwachung,

der China heute prägt, gehört bekanntlich

genau zu den Dingen, die

sich die Demonstranten in Hongkong

nicht gerne aufoktroyieren lassen

möchten. Das Leiden an der reduzierten

Existenz, das sich in den

Arbeiten vonCao Feiartikuliert, trifft

sich in der generationenübergreifenden

Ausstellung aufs Schönste mit

den Videos vonZhang Peili. Derchinesische

Pionier der Videokunst gehörte

in den 90er-Jahren zu den ersten

Künstlern, die nach dem Ende

des chinesischen Sonderwegs zum

Sozialismus international Erfolg hatten.

In„1988 30x30“ aus dem namensgebenden

Jahr zerkloppt er eine

Glasscheibe,klebt sie wieder zusammen,

haut sie wieder kaputt, klebt sie

wieder zusammen, bis das Tape zu

Ende ist. In „Uncertain Pleasures“

schabt eine Hand so lange auf Körperteilen

herum, bis aus der scheinbaren

Liebkosung entzündliche

Striemen geworden sind.

In den 90er-Jahren verstand man

solche selbstzerstörerischen, an einen

sinokommunistischen SM-Beckett

gemahnenden Exerzitien als

Reflexionen einer realsozialistischen

Selbstentleerung und Auslöschung.

Wenn man diese Arbeiten

nach einem Vierteljahrhundertwieder

sieht, kann man sie auch als

Darstellung der inneren Leere nach

dem Ende des realsozialistischen

Mangels begreifen. Um die Arbeit

für das Hongkong der Gegenwartzu

aktualisieren, müsste man möglicherweise

ein iPhone kaputtmachen

und wieder und wieder zusammenkleben.

Dann ist da noch Lu Yang, die sich

den größten Raum nimmt, um das

Lebensgefühl der Gegenwartmit der

Hilfe von Videos von Lobotomien,

Elektroschocks und Anime-Schlägereien

auszudrücken. Wenn das die

Gesellschaft widerspiegelt, aus der

die Künstlerin kommt, kann man jeden

verstehen, der damit nichts zu

tun haben will.

Kolonialismus bleibt Kolonialismus

Schier zum Verzweifeln sind die

zwei Videos von Fang Di, die möglicherweise

zu zeigen versuchen, wie

zweifelhaft jede Art von kultureller

Aneignung immer ist – in diesem

Fall der Folklorevon Papua Neuguinea.

Die Neue Seidenstraße, die

China derzeit um den Globus zu legen

versucht und an der der Künstler

mitarbeitet, dürfte auf jeder

Ebene genau solche bizarren Verständnisversuche

und Fehlkommunikation

hervorbringen, wie sie in

diesen beiden Videos zu beobachten

sind. Kolonialismus ist und

bleibt eben Kolonialismus.

Trotz dieser beiden Totalausfälle

ist diese Ausstellung auf jeden Fall

die wichtigste in diesem Herbst in

Berlin. Nicht zuletzt hilft sie,die Befürchtungen,

die die Demonstranten

vonHongkong motivieren, auch

im Westen verständlich zu machen.

Kulturforumder StaatlichenMuseen

bis zum 26. Januar ,Di–Fr 10–18/Do bis

20/Sa+So 11–18 Uhr

Tilman Baumgärtel

versucht, seine Privatsphäim

Netz zu re schützen

Exklusive Reisen mit Liebe zum Detail

LESERREISEN

Die Weltwunder Jordaniens

©iStock/mantaphoto

11-tägige Erlebnisreise

03.10. –13.10.2020

14.11. –24.11.2020

Weitere Termine auf Anfrage und

online Kennwort: Berliner Zeitung-A-0JORD50

Im Preis enthaltene Leistungen:

·Direktflug ab Tegel mit Royal Jordanian ·Visumskosten ·

Premium-Ausflugsprogramm: Wüstenzauber, Weltkulturerbe

und faszinierende Meere ·Highlights: Felsenstadt Petra,

Jeepfahrt in der Wüste Wadi Rum, 1001 Nacht-Barbecuebüfett

·24/7 deutschsprachige Reiseleiterbetreuung ·10ÜN/F:

4- und 5-Sterne-Hotels und in einem Wüstencamp

Zusätzliche Kosten p. P.:

·9xHP: €90,– ·EZ-Zuschlag: €530,–

ab €2.029,–

p. P. im DZ

Einzigartiges Südfrankreich

©Fotolia/phb.cz

10-tägige Busreise

Zeitraum: 03.04. –16.10.2020

Abfahrtstermine in Ihrer Nähe auf

Anfrage

Kennwort: Berliner Zeitung-A-0SAAR50

INFORMATIONEN UNTER

030–544 45962

LESERREISEN@

BERLINER-ZEITUNG.DE

ab €1.699,–

p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

·An-/Abreise 4-Sterne-Komfort-Reisebus ·9ÜN/F in

4-Sterne-Hotels ·3xAbendessen · deutschsprachige

Reiseleiterführungen ·Ausflugsprogramm mit Pferdeshow,

Dampfzugfahrt, Nugatverkostung, Weinprobe etc.

Zusätzliche Kosten p. P.:

·Mai –Oktober 2020: €49,– · EZ-Zuschlag: €390,–

·Tourismussteuer: ca. €15,–

Mehr Informationen auch unter www.berliner-zeitung.de/leserreisen |leserreisen@berliner-zeitung.de

Detaillierte Informationen zur Reise und rechtliche Hinweise erhalten Sie vor Buchung vom Reiseveranstalter.

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Humboldt ReiseWelt GmbH, Telefon 030-544 459 62, Bückebergstr. 26, 31710 Buchholz

THEMENABEND

WIR LADEN SIE EIN!

INFORMATIONEN:

030–544 45028

LESERREISEN


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 23 *

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Geigenlehrerin

in der

Lebenskrise

Silberne Muschel für

Nina Hoss

Nina Hoss bei der Preisverleihung in San

Sebastián.

AFP

Große Auszeichnung für Nina

Hoss: Die 44-jährige Stuttgarterinhat

beim Filmfestival im nordspanischen

San Sebastián die Silberne

Muschel für die beste Schauspielerin

erhalten. Die Jury der traditionsreichen

Veranstaltung überzeugte sie

mit ihrer Rolle als strenge Geigenlehrerin

imdeutschen Drama „Das Vorspiel“

von Ina Weisse. Sie nahm den

Preis am Sonnabend in der baskischen

Küstenstadt in Empfang.

DieDarstellerin von„Yella“ (2007)

und „Barbara“ (2012) bezeichnete die

Dreharbeiten zu „Das Vorspiel“ als

„sehr intensive Reise“. In dem Film,

der erst in diesem Monat beim Toronto

Filmfest Weltpremiere feierte

und dort die Zuschauer begeisterte,

fixiertsich ihreFigur auf den Erfolg eines

Schülers und gerät deshalb mit

ihrer Familie in eine tiefe Lebenskrise.

Am Sonntagabend erhielt Nina

Hoss eine weitere renommierte Auszeichnung:

den Douglas-Sirk-Preis

des Hamburger Filmfests.Nach Jodie

Foster, Isabelle Huppert, Tilda Swinton

und Catherine Deneuve ist Hoss

die fünfte Schauspielerin, die mit

dem undotierten Preis geehrt wird.

Die Darstellerin, die auch in der US-

Serie „Homeland“ an der Seite von

Claire Danes und Mandy Patinkin

glänzte, wird inden nächsten Tagen

an der Alster in zwei Filmen zu bewundernsein:

in„DasVorspiel“ sowie

auch in Katrin Gebbes „Pelikanblut“,

in dem sie eine alleinerziehende Mutter

spielt.

DenPreis für die beste Schauspielerin

bei der 67. Ausgabe des San-

Sebastián-Festivals bekam neben

Hoss auch die junge Spanierin Greta

Fernández (24). Hoss, die für „Yella“

den Silbernen Bären gewann und dieses

Jahr in die Oscar-Akademie berufen

wurde, freute sich: „Wir Frauen

bekommen nie genug Preise“, sagte

sie und erntete tosenden Beifall.

Die Concha de Oro, die Goldene

Muschel für den besten Film, gewann

die brasilianische Produktion „Pacified“

des US-Regisseurs Paxton Winters.Indem

Streifen über eine 13-jährige

Bewohnerin einer Favela, eines

Elendsviertels der Stadt Rio de Janeiro,

spielt auch der in Belgien geborene

brasilianisch-kongolesische

Schauspieler und Sänger Bukassa Kabengele

mit, der in San Sebastián als

bester männlicher Darsteller geehrt

wurde.

Ins Rennen um die Goldene Muschel

waren unter anderem „Thalasso“

des Franzosen Guillaume Nicloux

und der Eröffnungsfilm „Blackbird“

von Roger Michell mit Kate

Winslet, Susan Sarandon und Sam

Neill gegangen. DieDonostia-Ehrenpreise

für ihr Lebenswerk erhielten

der kanadische Schauspieler Donald

Sutherland, der griechisch-französische

Filmregisseur und Drehbuchautor

Konstantinos Costa-Gavras sowie

die spanische Oscar-Gewinnerin

Penélope Cruz.

DasFestival Internacional de Cine

de San Sebastián ist das wichtigste

Filmfestival Spaniens. Esfindet bereits

seit 1953 jedes Jahr statt. DieTrophäen

sind nach der Form der berühmten

Bucht benannt, an der die

baskische Stadt liegt. (dpa)

Tückisch: „Fear &Fever“ der Gruppe Flinn Worksbeschäftigt sich mit dem Thema Malariabekämpfung.

Schillerndes Wesen in tausend Farben

„Fear &Fever“ und ein „Solidaritätsstück“– zwei Performances in den Sophiensälen

Doris Meierhenrich

Gerade staunt die politische

Welt noch, wie eine

Schülerbewegung zum

globalen Politikum wird

und die unbestechliche Ernsthaftigkeit

einer Sechzehnjährigen den

Spielereien der Mächtigen mit den

Ressourcen dieser Welt einen moralischen

Spiegel vorhält. Und schon

erobertsich –umgekehrt–die politische

Agitation auf interessant spielerische

Weise die Bühnen zurück.

Im HAU singen Christiane Rösinger

&Co. gegen den entfesselten Mietenmarkt

an und ein paar Kilometer

weiter in Mitte streift ein nicht ganz

unbekanntes Gespenst durch die Sophiensäle.

Esist ein hübsches, nicht

ohne Lächeln anzusehendes weißes

Etwas, das, mit sieben Seilen an der

Decke des Festsaals befestigt, wie ein

losgerissenes Segel oder verselbstständigtes

Zeltdach auf und ab flattert.

DasGespenst des Kommunismus

Nein, sagen wir ruhig: geistert. Denn

dass die Kulturwissenschaftlerin Simone

Dede Ayivi, die hier zusammen

mit einem Chor aus acht Komplizinnen

eine Performance namens

„Solidaritätsstück“ aufführt, auch an

das berühmteste aller Gespenster,

Marx' Kommunismus, gedacht hat,

liegt nicht fern.

Historische Saiten anzuzupfen,

verdeckte Bedeutungsschichten aufzufalten,

gehörtzumWesen ihrer kritisch-ironischen

Kunst, die immer

die sensibelsten, wundesten Linien

des gesellschaftlichen Selbstverständnisses

hinterfragt. Doch ist der

Flattergeist hier keineswegs nur der

Bekannte aus der historischen Mottenkiste,

sondern ein konzentriert

agierendes, bedächtig sprechendes,

zugleich in tausend Farben schimmerndes

Lebewesen namens „Solidarität“.

Das mag sich simpel anhören, ist

es aber nicht. Denn was Dede Ayivis

Versuch einer Solidaritäts-Performance

so schwer macht, ist, dass sie

sie einerseits nicht postmarxistisch

mit detaillierter Systemkritik aufladen,

andererseits aber doch umfassend

halten will. So versucht sie die

sehr heutige Protestbewegung der

„Vielen“, die sich immer auch in

viele Einzelthemen zersprengt, in

eine Bewegung und ein umgreifendes

Facettenbild zu bringen. In Form

eines langen Protestbriefes, der in

seiner Wortwahl jenen offenen Brief

vom Juni dieses Jahres kopiert, den

Mitarbeiter des Theaters an der Parkaue

an den Senat sandten, um ein

Klima der Angst und des Rassismus

an ihrem Haus zu beklagen,

schraubt Dede Ayivi dies und andere

Missstände der letzten Jahre geschickt

zusammen: von streikenden

Pflegern der Charité bis zu den

Grundrechte einfordernden asylsuchenden

Besetzern der Gerhart-

Hauptmann-Schule.

Und wie die Parkaue-Mitarbeiter

zieht sich auch ihr Chor zunächst in

den Schutz der Anonymität zurück,

indem sich jeder eine glitzernde Discokugel

aufsetzt. Als Facettenaugenköpfe

lesen sie so sehr langsam den

vielschichtigen, doku-fiktiven Text

und entwerfen ein Protestmosaik

aus der Gegenwart für die Zukunft,

in dem Rassismus, Sexismus, bezahlbarer

Wohnraum, Migrationsund

Klimapolitik nicht mehr als Spezialprobleme

gedacht werden, sondern„intersektional“.

Das ist inhaltlich

so richtig wie es szenisch gut gelingt.

Doch bleibt die fehlende Systemkritik

ein Manko, dadie Einsicht

in die tatsächliche Wechselwirkung

der Einzelfelder fehlt. Solidarität

wird erst da wirklich wichtig, wo die

bedrohten Gruppen sich widersprechen:

„Sofortige Abschaffung der

Kohle!“, skandiertder Chor.Und was

skandieren wohl die Kumpel?

Tropenlabor im Festsaal

Dass Solidarität auch andere Zerrissenheiten

nach sich ziehen kann,

zeigte,ganz nebenbei, einen Tagvorher

die Gruppe Flinn Works mit ihrem

interaktiven Recherchestück

„Fear&Fever“, in dem die medizinischen

und ökonomischen Tücken

Dialog der runden Formen

LEA DIETRICH

der Malaria und ihrer Bekämpfung

aufgeblättert werden. Zusammen

mit Performern aus Tansania haben

sie ein Tropenlabor unter Moskitonetzen

in den Festsaal gebaut, in

dem die Besucher in vier Gruppen

als Probanden an einer neuen Studie

teilnehmen.

Selbsterfahrung steht also auf

dem Programm, wobei man für die

Bewertung der Dokuvideos,Kräutertees,

Tabletten- und Mückenatrappen

sowie der afrikanischen Tänze,

die die performenden Weißkittel

dann zwischen Voodoo und Wissenschaft

vorführen, aber auf sich selbst

gestellt ist. Eins ist klar, Geld und

Macht spielen eine bedeutende

Rolle im uralten Malaria-Drama,

weshalb dem Stifter Bill Gates und

dessen Malaria-Foundation eine besondereLektion

gewidmet ist.

Daringeht es darum, mittels Genmanipulation

aus der tödlichen Anopheles-Mücke

ein harmloses Tierchen

zu machen, wobei sich die riskanten

Genversuche in burkinischen

Geheimlabors vollziehen und

als Nächstes in der Natur ausprobiert

werden sollen. Die Bewohner

der Gegend wurden bis jetzt weder

gefragt noch aufgeklärt. Ist das nun

noch Solidarität oder doch schon

Rassismus?

SimoneDedeAyivi: „Solidaritätsstück“,30.9.,

19 Uhr,Sophiensäle, Sophienstr.18

In der Friedrichshainer Inselgalerie geht es um Frauenpower und die Transformation eines alten Teppichbodens

VonIngeborg Ruthe

Antje Fels’ Siebdruckkreise und Jane Garberts Tepichkugeln, ein heiter- melancholisches

Spiel mit der Verwandlung des Galerieraumes.

INSELGALERIE

Ausgedient hat die alte dunkelblaugraue

und mit weißen Kästchen

durchzogene Auslegeware,

über die jahrzehntelang wer weiß

wie viele Sparkassen-Kundinnen

und Kunden gelaufen sind. Seit 2017

ist die einstige Filiale der Berliner

Sparkasse an der Petersburger

Straße ein Kunstort. Hier arbeitet die

nicht nur bei Frauen beliebte, von

Männern ehrenamtlich unterstützte,nach

vielen vonder Berliner

Gentrifizierungswut erzwungenen

Umzügen seit dem Mauerfall endlich

angekommene Inselgalerie.Deren

Träger ist der gemeinnützige

Verein Xanthippe e.V.

Weibliche Kunst hat hier ein Podium.

Frauen aus beiden Teilen der

einst durch die Mauer zerschnittenen

Stadt stellen aus.Die ehrenamtliche

Galerieleiterin Eva Hübner

und die Kuratorin Gabi Ivan benannten

diesen neuen Ort vor zwei

Jahren mit Dada-Humor: „Spar/Insel/Galerie/Kasse“.

Dada-artig ging

nun auch die junge Bildhauerin Jane

Garbert, Absolventin der Universität

der Künste Berlin, zu Werke. Statt einer

Entsorgungsfirma riss sie selbst

in einem Kraftakt die 100 Quadratmeter

Teppichboden heraus, rollte

die Streifen zu Kugeln aller Größen –

vomWinzling bis zum Fels.„Sich aus

dem Staub machen“, nennt Garbert

humorvoll ihre Skulpturen. Die darf

man durch die Galerie rollen, und

mit ihnen korrespondiert eine intensiv

farbige Wand aus 14 großen

Siebdruck-Blättern: DieMotivesind

lauter schwebende, einander überlagernde,

sich dann wieder vereinzelnde

Kreise der Malerin Antje Fels,

tanzend, den Galerieraum „durchfliegend“

so der Titel. Man erlebt einen

fröhlichen, poppigen, auch meditativen

Dialog der runden Formen.

Und die lichte Heiterkeit der

fliegenden Kreise strömt förmlich

über Garberts dunkel-melancholische

Kugeln aus dem unnütz gewordenen

Teppichboden, die an die Sisyphos-Legende

denken lassen, an

jenen Antihelden aus der griechischen

Mythologie, den die Götter

damit straften, auf ewig einen

schweren Felsen einen steilen Berg

hinaufzuwälzen. Doch kaum oben

angelangt, rollt der wieder ins Tal. Sisyphus

–die Symbolfigur des endlosenWiederversuchens,auch

des Absurden.

Zugleich erweist sich Garberts

krudes Werk auch als Akt der Nachhaltigkeit.

Der olle Teppich sollte

endlich weg. Und nun hat die Galerie

einen coolen Betonfußboden.

Ausder Altlast wurde Kunst. Einpaar

Schritte weiter, im Kabinett, erinnern

Bilder der 2018 verstorbenen

Gisela Breitling an eine Malerin aus

dem Kreis der (West-)Berliner Realistinnen.

Sie hinterließ fast renaissancehafte

Bilder, soein Selbstporträt

mit dem Trikolore-Turban der

französischen Frauenrechtlerin

„Olympe de Gouges“.

Inselgalerie, Petersburger Str.76A.Bis 19.Oktober,Di–Fr

14–19/Sa 13–17 Uhr

Seidensamt,

Goldstoff und

Prunkmöbel

Paraderäume im Dresdner

Schloss wiedereröffnet

Knapp 75 Jahrenach ihrer Zerstörung

sind in Dresden die Königlichen

Paraderäume vonAugust dem

Starken im Residenzschloss wiedereröffnet

worden. Die barocken

Räume wurden bis ins kleinste Detail

rekonstruiert. Es sei nicht nur ein besonderer

Ortsächsischer Geschichte

von der Renaissance bis zur Gegenwart,

sondern deutscher und europäischer

Geschichte, sagte Ministerpräsident

Michael Kretschmer

(CDU) am Sonnabend bei einem

Festakt.

Die Paraderäume sind die „Krönung“

beim 1986 begonnenen Wiederaufbau

des 1945 zerstörten Gebäudes

als Museumskomplex der

Staatlichen Kunstsammlungen. In

die Rekonstruktion von Eckparadesaal,

Audienzgemach und Paradeschlafzimmer

samt Vorzimmern

investierte der Freistaat knapp 35

Millionen Euro. Fast schon ausgestorbene

Handwerkstechniken kamen

dabei zum Einsatz. DerRestaurierung

vorausgegangen war eine intensive

Recherche anhand von Fotos,

Kupferstichen und Briefen, um

alles so originalgetreu wie möglich

wiederherzurichten. Anhand von

Farbfotografien aus den Jahren 1942

Besondersprachtvoll: das Audienzgemach.

TOP 10

Sonnabend, 28. September

DPA

bis 1944 konnten etwa die monumentalen

Deckengemälde vonLouis

de Silvestrerekonstruiertwerden.

Sachsens legendärer Kurfürst

August der Starke (1670–1733), seit

1697 König vonPolen und Großfürst

von Litauen, hatte die Räume im

Westflügel des Schlosses anlässlich

der Hochzeit seines Sohnes mit der

Habsburger Kaisertochter Maria Josepha

1717 umbauen und kostbar

ausstatten lassen –mit Goldstoffen,

Seidensamt, Silber- und Prunkmöbeln

sowie 100 Quadratmeter großen

Deckengemälden. Allein für das

Audienz-Schlafgemach wurden

rund 1,5 Kilometer Seidensamt und

3,5 Kilometer Goldstoff verarbeitet.

Zum Teil konnten sie über die Wirrungen

und Zerstörungen des

Kriegs gerettet werden. „Fadengenau“,

nur anhand eines Fragments,

konnte der karmesinrote Seidensamt,

der sich hier über die gesamte

Wandfläche spannt, rekonstruiert

werden.

Besucher können sich nun von

der wiedergewonnenen Pracht

überzeugen – der Zugang ist mit

Zeitkarten limitiert. (BLZ/dpa)

1 Tagesschau ARD 6,02 23 %

2 Wer weiß denn ... ARD 5,08 19 %

3 Sportschau ARD 4,43 20 %

4 Das Supertalent 3 RTL 3,94 14 %

5 heute ZDF 2,83 13 %

6 SportextraMod. ZDF 2,74 10 %

7 SportextraLA-WM ZDF 2,72 10 %

8 Tagesthemen ARD 2,64 16 %

9 TakeMeOut 1 RTL 2,45 12 %

10 Sportschau ARD 2,42 14 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Der Tatortreiniger

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Giselle (Staatsballett Berlin)

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.00: Der Menschenfeind

Ehem. Postfiliale (Hallesches Ufer 60)

17.00: Hau: Berlin bleibt! Stadt, Kunst, Zukunft –

Projektraum urbaner Aktion

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: Small Town Boy

20.00: Get deutsch or die tryin’

Schaubühne (& 89 00 23)

20.30 Studio: Jeff Koons

Sophiensaele (& 283 52 66)

19.00 Festsaal: Solidaritätsstück (Simone Dede Ayivi

und Kompliz*innen)

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

20.00: Cosmic Comedy(Dharmander Singh,Neil

Numb u. a.)

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Zaubershow(Siegfried &Joy)

BKA (& 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Distel (& 204 47 04)

20.00: Zwei Zimmer,Küche: Staat!

HAU1(&25 90 04 27)

20.00: Berlin bleibt! Stadt unter Einfluss –Das

Musicalzur Wohnungsfrage

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: TheBest &The Test (Fil)

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Je östrogener,testosteroner (Jürgen vonder

Lippe &Astrid Kohrs)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Jäger des verlorenen Satzes (Willy Astor)

KLASSIK

Martin-Luther-Gedächtnis-Kirche (& 47 01 74 46)

18.00: Maryfield-Concert-Band der Gustav-Heinemann-Oberschuleund

das Symphonieorchester

der Bischöflichen Willi-Graf-SchulenSaarbrücken,

Saarbrücken meets Berlin –Galakonzert, Klassik,

Filmmusik, Pop

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.30: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Ltg.

Robin Ticciati, GustavMahler:Symphonie Nr.1D-Dur

KINDER

BKA (& 202 20 07)

11.00: Teenagers In Trouble, Platypus Theater,English

Children’sTheatre (ab11J.).Anm. erf.

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

18.00: Das Nacktschnecken-Game (ab 12 J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Phoenix in der KULTSchule (& 72 01 19 19)

16.00 MediaLab: Phoenix-Küken, Kindertheater-Workshop,

Leitung: Oksana Loidova (ab 4bis 12 J.)

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: Pinocchio will nicht, Teatro Baraonda (ab 3J.)

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

9.00: Die fürchterlichen Fünf (ab 5bis 9J.)

Theater o.N. (& 440 92 14)

10.00: Future Beats, Performance für Babys ab 6

Monate und ihre Erwachsenen

LITERATUR/VORTRAG

Buchbox! Kastanienallee (& /40 50 02 35)

20.00: Harro &Libertas, Norman Ohlers, Buchpremiere,

Mod.: ShellyKupferberg

English Theatre Berlin (& 691 12 11)

20.00: Mauerblümchen, Holly-Jane Rahlens,

Evas Arche (& 282 74 35)

19.00: Gesichter einer Frau, Annie Ernaux

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

20.00: Finale. Das letzte Jahr der DDR, Hannes

Bahrmann und Christoph Links

Literaturhaus Berlin (& 8872860)

21.00: Wortservierung: Wasist so schlimm am Kapitalismus?,

vonJean Ziegler mit Richard Burger

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Liebestölpel, Peter Wawerzinek,

Buchpremiere

Prachtwerk Berlin (Ganghoferstr.2)

20.00: Eine Runde Kurze: Dirk Bernemann, LiveArt

&Talk Show

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Montagslesung: Ludwig Tieck „Die männliche

Mutter”, mit Reinhard Scheunemann,Autor/in: Ludwig

Tieck

Reinhard Scheunemann

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00 Roter Salon: Konrad Wolf. Chronist im Jahrhundertder

Extreme, mit Antje Vollmer,Hans-Eckardt

Wenzel

FÜHRUNG

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

14.00: Kuratorenführung in den aktuellen Ausstellungen

14.00: Kuratorenführung in den aktuellen Ausstellungen

Bärentouren (& 015 20 -5 22 67)

14.00: Berlin on the Second View –Berlin insider

tour to famous historical sights, Meeting point:

‚Granitschale’ (big stone bowl), Lustgarten, Führung in

engl. Spr.. Anm. erf.

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain –

Geschichts- und Biologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute,Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,

Hochstr.. Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit der Romantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmann überdie Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm. erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-BerlinerSagen und

Anekdoten: romantiktour zwischen Hackeschem Markt

und Klosterviertel, Treff: Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(Nähe

U-Bhf. Klosterstraße). Anm. erf.

22.00: The Ghost Tour with Nightwatchman –Tracing

the ghosts and sagas of Old-Berlin, Meeting point:

Entrance Nikolaikirche, Propststr.(Mitte), English

guided tour.. Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí –Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Gedenkstätte Berliner Mauer –Besucherzentrum

(Bernauer Str.119) 11.30: Die Berliner Mauer vom

Wasser aus, Treff: Anleger Berliner Dom (11.30, 14.30

Uhr); Anleger East Side Gallery(12.00 Uhr)

Meyers Stadtgänge (& 442 32 31)

14.00: Prenzl. Berg: Europas modernstes Großplanetarium

bis Tauts Weltkulturerbe-Wohnstadt Carl

Legien, DDR-Denkmal Thälmannpark, Bernd S. Meyer,

Treff: S-Bhf. Prenzlauer Allee, Bahnhofshalle.Anm. erf.

Theater

Alles

ist

improvisiert

Theatersport ist Improvisationstheater.

Dieses hat

der Regisseur Keith Johnstone

erfunden, denn er wollte

Schauspieler spontaner machen.

Dürften sie Regeln ignorieren,

würden sie freier und

freudiger spielen, hoffte er.

Theatersport ist eine Sonderform

dieses Theaters, hier

wetteifernzweiMannschaften

von Schauspielern um die

Gunst des Publikums. „Das

Match“ ist der Abend der

Gruppe Theatersport Berlin

folgerichtig betitelt, die seit einiger

Zeit immer montags im

BKA auftritt. Jede Szene ist zu

100 Prozent improvisiert, verspricht

das Programm, jede

Show somit einzigartig. Die

Schauspieler nehmen Vorschläge

aus dem Publikum

auf, sie machen daraus Geschichten,

Gedichte, Lieder,

acht Runden lang. Das Publikum

kürt dann das bessere

Team. Susanne Lenz

Theatersport :Das Match 20 Uhr,

BKA,Mehringdamm 34,Kartentel.ab12

Uhr:2022007

Heimat oder

Alptraum?

Das Thema der Wocheist natürlich „Einheit“.

Aber dabei geht es nicht nur um

Diese Woche steht unter

dem Motto „Einheit“, allen

voran die deutsche,

die trotz aller Feierlichkeiten

tiefe Risse zeigt. Kein Wunder,

sagt die Journalistin Daniela Dahn

schon lange. Sie hat das Ende der

DDR als Gründungsmitglied des

„Demokratischen Aufbruchs“ miterlebt

und wurde eine der schärfsten

Kritikerinnen der Wiedervereinigung.

Waseine tatsächliche Revolution

hätte werden können, so Dahn,

etwas Neues und Besseres, endete

als „schlechte Kopie des Westens“.

In ihrem neuen Buch „Der

Schnee von gestern ist die Sintflut

von heute“ beschreibt sie 30 Jahre

Einheit als „feindliche Übernahme

auf Wunsch der Übernommenen“.

Der politische Prozess verlief, meint

sie,zustarkbeeinflusst vonder alten

BRD, zuschnell, unehrlich und respektlos

gegenüber einer Gesellschaft,

die immerhin einen friedlichen

Umsturz der Machtverhältnisse

hingelegt hatte. Hätten die

Menschen Zeit gehabt, sich Westdeutschland

in Ruhe anzuschauen,

Vor- und Nachteile abzuwägen, hätten

sie sich womöglich nicht auf eine

Deutsch-Deutsches

umstandslose Angliederung eingelassen.

Schließlich, so Dahn, war

nicht alles schlecht an der DDR.

Ihr Buch bezieht die Vergangenheit

auf aktuelle Probleme wie

Fluchtbewegungen, Rechtsradikalität

oder Klimakrise und verbindet

dies mit einer klaren Absage an globalen

Kapitalismus und europäische

Wirtschaftspolitik. Egal, ob man ihr

in jedem Punkt zustimmt, es ist

wichtig, wie hier Geschichte gegen

den Strich gebürstet wird. Dahn fordert

Raum für verschiedene, insbesondereostdeutsche

Sichtweisen, in

ihrem Fall ist es eine vehemente

linke Haltung. Das bietet Stoff für

lebhafte Diskussionen.

In der Anthologie „Eure Heimat

ist unser Alptraum“ geht es nicht um

Ost-West-Unterschiede, sondern

um Menschen, die aufgrund ihrer

Abstammung,ihres Aussehens, ihrer

Religion in Deutschland benachteiligt,

beleidigt, angestarrt, ja als Bedrohung

wahrgenommen werden.

Hengameh Yaghoobifarah schreibt

über Blicke, die stets werten und in

Herkunfts- oder Geschlechterschubladen

sortieren. Fatma Aydemir berichtet,

wie sie mit dem allgegenwär-

Sabine Rohlf

würde Bundesinnenminister

Horst Seehofer gerneeineAnthologie

zum Heimatbegriff auf den Nachttisch

legen und freut sich auf die Diskussion

über das Buch vonDaniela Dahn bei der

Premiere im Pfefferberg.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Gut gegen

Nordwind 14.30; Once Upon aTime in...Hollywood

17.00,20.30

Cinema Paris (& 881 31 19) Gelobt sei Gott

14.45,20.30; Nurejew –The White Crow 17.40

Delphi Filmpalast (& 312 1026) Downton Abbey

14.50,17.40,20.30

Delphi LUX (& 322 931040) Systemsprenger

14.30, 17.15, 20.00; Gelobt sei Gott –Grace a

Dieu (OmU) 14.30, 17.30; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 20.30; Late Night –Die Show

ihres Lebens 14.20; Ad Astra –Zuden Sternen

(OmU) 18.00, 20.45; Nurejew –The White Crow

(OmU) 14.15, 16.00, 18.45, 21.30; Der Distelfink

–The Goldfinch (OmU) 14.45, 17.00, 20.15;

Und der Zukunft zugewandt 14.00, 16.30, 19.00;

Midsommar (OmU) 21.30; Ein Licht zwischen den

Wolken 14.00; Synonymes (OmU) 16.40; Ein Licht

zwischen den Wolken (OmU) 19.20; Midsommar

(OF) 21.20

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Systemsprenger

17.30, 20.00; Celebration (OmU) 18.00; Mein Leben

mit Amanda 20.15

Kant Kino (& 319 98 66) Nurejew –The White

Crow 14.30, 20.30; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 15.15, 17.30; Gelobt sei Gott 17.15;

Der Distelfink 17.15, 20.15; Ein leichtes Mädchen

14.15; Late Night –Die Show ihres Lebens 18.45;

Wer 4sind –Die Fantastischen Vier 21.00; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 13.45, 15.50; Gut gegen

Nordwind 16.15, 18.00; Leid und Herrlichkeit

20.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!15.20;

Once Upon aTime in...Hollywood 19.30

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) Downton Abbey

14.00, 16.50; Leon –Der Profi (Director‘s Cut)

19.45; Es: Kapitel II22.50; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 15.00; Ad Astra –Zu den Sternen

17.20, 23.00; Downton Abbey 20.10; Die drei !!!

14.45; Es: Kapitel II17.10, 20.45; Angry Birds 2:

Der Film 14.45; Der Distelfink 17.10;AdAstra –Zu

den Sternen 20.30; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 15.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

17.20; Gut gegen Nordwind 20.20; Angel Has Fallen

23.10;AdAstra–Zuden Sternen 14.50,19.50;

Shaundas Schaf: DerFilm:UFO-Alarm17.35; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 22.40; Gut gegenNordwind15.15;Angry

Birds 2: DerFilm18.00;

Der Distelfink 20.30

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Endzeit

11.00; Unsere große kleine Farm –The Biggest Little

Farm (OmU) 12.30; Berlin Bouncer (OmenglU)

14.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

15.30; Mein Leben mit Amanda (OmU) 17.00;

Wer 4sind –Die Fantastischen Vier 18.45; Systemsprenger

20.30; The Dead Don‘t Die (OmU) 22.40;

Cleo (OmenglU) 11.00; Berlin, ILove You (OmU)

12.45;Idioten der Familie14.45; Crawl 16.30;Und

der Zukunft zugewandt 18.00; Synonymes (OmU)

19.50; Es: Kapitel II –It: Chapter Two (OF) 22.00;

Der Goldene Handschuh 11.00; Sunset –Napszallta

(OmU) 12.45; Free Solo (OmU) 15.15; Angry

Birds 2:Der Film 17.00; Celebration (OmU) 18.40;

OnceUpon aTime in...Hollywood (OmU)20.00;Paranza:

DerClan der Kinder –Laparanza dei bambini

(OmU) 22.45

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 8129) Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 14.00, 17.00; Midsommar

(OmU) 20.00, 22.45;Becoming Animal 14.00;

Super Friede Liebe Love 15.45; Über Grenzen –

Der Film einer langen Reise 17.30; Playland USA

19.45; Celebration (OmU) 21.30

UCI LuxeKino Mercedes-Platz Es: KapitelII13.45,

17.10,20.20;AToy Story:Alles hört auf kein Kommando

14.15, 17.40; Stuber –5Sterne Undercover

14.20; Downton Abbey 14.20, 17.20, 19.50;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 14.30, 17.00; Gut

gegen Nordwind 14.45; Good Boys 14.45; Angry

Birds 2:Der Film 14.50, 17.20; Spider-Man: Far

From Home 15.00; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 15.00, 18.30; AdAstra –Zuden Sternen

15.00, 17.00, 20.00, 20.45; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 15.20; Get Lucky –Sex verändert

alles 15.30, 18.10; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 16.45; Angel Has Fallen 16.50, 19.45;

Rambo 5: Last Blood (OF) 17.25; Rambo 5: Last

Blood 17.40,21.00;AdAstra –Zuden Sternen (OF)

17.50; Ready or Not? –Auf die Plätze, fertig, tot

18.00, 19.30; Downton Abbey (OF) 19.30; Leon –

Der Profi (Director‘s Cut) 20.00,21.00; Sneak Preview

20.30; Midsommar 20.30; 3D: Der König der

Löwen 20.40; Der Distelfink 20.50

Zukunft (& 01 76/57 861079) Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 18.00; Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 20.15; Berlin Bouncer

(OmU) 23.15; Heute oder morgen 18.00; Frau

Stern 19.50; Synonymes (OmU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Es: Kapitel II

16.00, 19.10; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 16.20; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

16.30; Downton Abbey 16.45, 20.00; Good Boys

16.50; 3D: Angry Birds 2: Der Film 17.00; 3D: Everest:

Ein Yeti willhoch hinaus17.15; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 19.20; Gut gegen Nordwind 19.30;

Midsommar 19.40; Ad Astra – Zu den Sternen

19.50; Rambo 5:Last Blood 20.10

Kino Kiste (& 998 74 81) Once Upon aTime in...

Hollywood 13.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 16.25; Blinded by the Light 18.10;

Ein Becken voller Männer 20.20

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 4109) Downton Abbey

14.15,17.00,19.30; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 14.20; 3D: Angry Birds 2: Der Film

14.30; Ad Astra –Zuden Sternen 14.40, 20.15;

Get Lucky – Sex verändert alles 14.45, 17.40,

19.30; Good Boys 14.50; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 15.00,17.20;Angry Birds 2: Der Film

15.00, 17.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 15.10, 17.20; Gut gegen Nordwind 16.40;

3D: Everest:Ein Yeti will hoch hinaus 16.50; Rambo

5: Last Blood 17.10, 19.45; Der König der Löwen

17.15; Es: Kapitel II19.50; Ready or Not? –Auf

die Plätze, fertig, tot 20.00; Midsommar 20.00;

Leon –Der Profi (Director‘s Cut) 20.00; Angel Has

Fallen 20.10

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Once Upon aTimein...

Hollywood (OmU) 17.10, 20.30; B Ad Astra –Zu

den Sternen (OmU) 17.00, 19.30, 22.00

fsk am Oranienplatz (& 614 24 64) Systemsprenger

(OmenglU) 17.45, 19.45; Ein Licht zwischen

den Wolken –Streha mesreve (OmU) 18.00; Gelobt

sei Gott –Grace aDieu (OmU) 20.15; Heute oder

morgen 22.00

Moviemento (& 692 4785) Benjamin Blümchen

14.45; Prelude 17.00; Ruth (OmenglU) 19.30; Ein

leichtes Mädchen –Une fille facile (OmU) 22.45;

Anina (OmU) 11.00;Systemsprenger 14.00,19.00,

21.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

16.45; Systemsprenger 11.30; Midsommar

(OmU) 15.00, 21.15; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 18.00

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Synonymes

(OmU) 20.30

Sputnik (& 694 1147) Cleo (OmenglU) 16.30;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 18.15;

Mein Leben mit Amanda (OmU) 20.15; Once Upon

aTimein... Hollywood (OmU) 22.00; Gloria: Das Leben

wartet nicht –Gloria Bell (OmU) 16.30; Idioten

der Familie 18.15; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 20.00; Paranza: Der Clan der Kinder

–Laparanza dei bambini (OmU) 22.45; Kinobarim

Sputnik Berlin Bouncer 20.30

Yorck (& 78 91 32 40) Systemsprenger 17.15,

20.00; New Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

14.00, 16.00; Nurejew –The White Crow 14.30,

20.30; Und der Zukunft zugewandt 18.00

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 9590) Shaun das Schaf:

Der Film:UFO-Alarm14.00, 16.15, 18.15; 3D: Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.00,18.15; Downton

Abbey 14.30, 17.15, 20.00; Angry Birds 2: Der

Film 15.15, 17.30; AToy Story:Alles hört auf kein

Kommando 15.15; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

16.00; Systemsprenger 17.30, 20.15; Es: Kapitel II

19.45; Rambo 5:Last Blood 20.30; AdAstra –Zu

den Sternen 20.30

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Systemsprenger

13.00,18.00; Der Honiggarten: Das Geheimnis

der Bienen13.00; Ad Astra –Zuden Sternen 13.00,

18.00, 20.30; Gut gegen Nordwind 15.20, 20.30;

Downton Abbey15.30,18.00, 20.30;Der Königder

Löwen 15.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) Get

Lucky –Sex verändert alles 14.00; Downton Abbey

14.10, 17.10, 20.00; Der König der Löwen 14.15;

Good Boys 14.25; Angry Birds 2: Der Film 14.30,

16.50; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.30; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 14.40,

17.15; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

14.45, 16.55; Es: Kapitel II 16.40, 19.30; Gut gegen

Nordwind 17.15; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 17.15; Rambo 5: Last Blood 17.30, 20.15;

Once Upon aTime in... Hollywood 19.35; Ready or

Not? –Auf die Plätze,fertig,tot 20.00; Leon –Der

Profi (Director‘s Cut) 20.00; Ad Astra –Zuden Sternen

20.00; Angel Has Fallen 20.15

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Mein Lotta-Leben –Alles

Bingomit Flamingo! 17.00; Cleo(OmenglU)18.45;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 20.45;

Und der Zukunft zugewandt 18.00; Nur eine Frau

(OmenglU) 20.00; Und wer nimmt den Hund?

21.45

Babylon (& 242 59 69) Africa Look: Entre eu e

deus –Between God And I(OmenglU) 17.00; 60‘s

BRD:Abschied von gestern 18.15; Africa Look: Rafiki

(OmenglU) 18.15;60‘sBRD:Zur Sache,Schätzchen

20.00; Africa Look: Mother, IAmSuffocating.

This Is My Last Film About You. (OF) 20.00; Und wer

nimmt den Hund? 21.45;Africa Look: Talking About

Trees (OmU) 21.45; 60‘s BRD: Die Artisten in der

Zirkuskuppel: ratlos 22.00

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Yesterday

(OmU) 14.00, 18.30; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 16.15; Midsommar (OmU)

21.00;Auf dem Weg zur Schule 10.00; Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 12.45; Midsommar(OmU)14.45,17.30;

Es: KapitelII–It: Chapter

Two(OF) 20.30

CineStar CUBIX (& 04 51/703 0200) Pets II

11.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 11.00; Angry

Birds 2: Der Film 11.00, 14.10; Der König der

Löwen 11.10, 14.15; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 11.15, 13.50; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 11.30, 14.00, 18.30; Mein Lotta-

Leben – Alles Bingo mit Flamingo! 11.45; Playmobil:

Der Film 11.50, 13.30; Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 12.00, 14.30, 16.50; Good

Boys 13.30, 23.15; Get Lucky –Sex verändert alles

14.10, 16.00; Downton Abbey 14.30, 16.45,

19.30, 23.15; Es: Kapitel II 16.00, 19.20, 22.30;

3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 16.30; Ad

Astra –Zuden Sternen 16.30, 19.45, 23.15; 3D:

Angry Birds 2: Der Film 16.40; Gut gegen Nordwind

17.10; Rambo 5:Last Blood 17.30, 20.15,

23.00; Midsommar 19.50, 22.50; Sneak Preview

(OF) 20.00; Leon–Der Profi (Director‘s Cut)20.00;

Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig, tot 20.30,

23.10; Once Upon aTime in... Hollywood 21.00;

Angel Has Fallen 23.15

Hackesche Höfe (& 283 46 03) Berlin Babylon

(OmU) 15.00; Systemsprenger 17.00, 19.30; Idioten

der Familie 22.00; Gelobt sei Gott –Grace

aDieu (OmU) 14.30, 19.30; Und der Zukunft zugewandt

17.15, 22.15; Frau Stern 15.00; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 17.00, 20.15;

Der Distelfink –The Goldfinch (OmU) 14.00, 17.00,

20.00; Ein Licht zwischen den Wolken –Streha mes

reve (OmU) 14.30; Nurejew–TheWhite Crow(OmU)

16.30, 19.15; Ein leichtes Mädchen –Une fille facile

(OmU) 22.00

International (& 24 75 60 11) Und der Zukunft

zugewandt 13.50; Nurejew –The White Crow 16.15,

19.00; Siegessäule und Teddy präs. MonGay: Preview:

Nevrland (OmU) 22.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

Get Lucky 14.00; Angry Birds 2 14.00, 17.05;

Downton Abbey 14.10, 16.50, 19.45; Everest (OF)

14.20;AToyStory 14.20,16.50; Shaun das Schaf:

UFO-Alarm 14.30, 17.00; Mein Lotta-Leben 14.30;

Everest 14.30, 17.30; Der König der Löwen 14.45,

17.00; EsII16.30, 19.20; 3D: Everest 16.45; Ad

Astra –Zuden Sternen 17.00, 20.10; Ready or

Not? –Auf die Plätze,fertig, tot 19.30; Midsommar

19.35; Sneak Preview (OF) 20.00; Sneak Preview

20.00; Firincinin Karisi (OmU) 20.00; Rambo 5:

Last Blood 20.15

IL KINO (& 91 70 29 19) Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria (OmU) 10.00; Synonymes (OmenglU)

12.10; Diego Maradona (OmenglU) 14.30; Mein

Leben mit Amanda (OmU) 17.00; Preview: Normal

(OmenglU) 19.00; Nurejew –The White Crow (OmU)

21.00

Neues Off (& 62 70 95 50) Midsommar (OmU)

17.00; Leon –Der Profi (OmU) 20.00

Passage (& 68 23 70 18) Frau Stern 14.50; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 16.40, 20.00;

Downton Abbey (OmU) 14.45, 17.20, 20.00; Gelobtsei

Gott 15.10, 18.00; Gelobt seiGott –Grace

aDieu (OmU) 20.50

Rollberg (& 62 70 46 45) Nurejew –The White

Crow (OmU) 17.45, 20.30; Midsommar (OmU)

19.30, 22.30; Ad Astra – Zu den Sternen (OF)

16.20, 19.30, 21.40; Leid und Herrlichkeit –Dolor

ygloria (OmenglU) 17.00, 22.10; Systemsprenger

(OmenglU) 19.00; Der Distelfink –The Goldfinch

(OmU) 16.45, 20.00; Synonymes(OmenglU) 16.50

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Downton Abbey 14.00, 17.00, 20.15; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 14.00; Der König

der Löwen 14.10; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.30, 17.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.45, 17.10; Angry Birds 2: Der Film 15.00,

17.30; Es: Kapitel II16.30, 19.30; Ad Astra –Zu

den Sternen 16.50, 19.50; 3D: Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 19.40;Leon–Der Profi(Director‘s Cut)

20.00; Sneak Preview 20.15

Wolf (& 921 039333) Wajib –Die Hochzeitseinladung

(OmU) 12.00; Das Wunder im Meer von

Sargasso –Tothavma tis thalassas ton Sargasson:

The Miracle of the Sargasso Sea (OmU) 12.10;

Heute oder morgen (OmenglU) 14.00; Ein leichtes

Mädchen –Une fille facile (OmU) 14.30; Wir Kinder

aus Bullerbü 16.00; Systemsprenger 16.20, 21.10;

Synonymes (OmU) 18.40; Heimat ist ein Raum aus

Zeit (OmenglU) 19.10


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

tigen Satz „die Ausländer nehmen

uns die Arbeit weg“ aufwuchs. Sharon

Dodua Otoo reflektiert die Unmöglichkeit,

ihre Kinder vor Rassismus

zu schützen. Deniz Utlu schildert,

wie sich der NSU-Prozess auf

sein Vertrauen in Staat und Behörden

auswirkte, Margarete Stokowski

erzählt, wie ihren Elternihr Polnisch

unangenehm wurde, Max Czollek

verabschiedet aus einer jüdischen

Perspektivedas ZauberwortIntegration.

Diese und acht weitere Beiträge

beleuchten, wie es ist, nicht zu einer

Mehrheit zu gehören, die ihre Privilegien

nicht einmal bemerkt. Oder

eigentlich ganz in Ordnung findet.

Manmöchte das Buch nicht nur Heimatminister

Seehofer auf den

Nachttisch legen. Aydemir, Yaghoobifarah

und Czollek stellen es in der

Zitadelle Spandau vor, moderiert

vonder Berliner AutorinElisa Aseva.

Die Lesung findet in den Räumen

der Ausstellung „Just Love“ statt, die

Malerei und Skulptur rund um queeres

Leben und Selbstverständnis

präsentiert.

Wermehrsprachig ist oder auch

gerade nicht, kann diese Woche

LITERATUR

Nacht der Übersetzung,30.9., 19.30

Uhr,Institut français, Berlin Kurfürstendamm

211

Eure Heimat ist unser Albtraum 1.10.,

19 Uhr,Zentrum für Aktuelle Kunst, Zitadelle

Spandau, Am Juliusturm64

Daniela Dahn: Der Schnee von gestern

ist die Sintflut von heute. Die Einheit –

eine Abrechnung Buchpremiere, 1.10.,

20 Uhr,Pfefferberg Theater,Schönhauser

Alle 176

Scharfe Kritikerin der

Wiedervereinigung:

Daniela Dahn.

IMAGO

nicht nur den Tagder deutschenEinheit,

sondern auch den Internationalen

Übersetzertag begehen. Und

zwar gleich am Montag, mit Gesprächen,

Performances und Lesungen

im Institut français. Ineiner „Nacht

der Übersetzung“ wird dort die

Kunst gefeiert, Literatur von einem

Sprachraum in einen anderen zu befördern.

Übersetzer und Übersetzerinnen

schildernihreArbeit mitprominenten

Texten, etwa von Didier

Eribon oder Simone de Beauvoir,

und diskutieren, welchen Einfluss

unbewusste Vorstellungen von einem

Land und seiner Kultur aufden

Übersetzungsprozess haben.

Die Übersetzerin der französisch

schreibenden Léonora Miano aus

Kamerun oder ein Blick ins frankophone

Kanada machen außerdem

klar, dass nicht nur das Deutsche,

sondernauchdas Französische viele

Formen und Facetten hat. Diese –

natürlich simultan übersetzte –Veranstaltung

ist eine Hommage an

Menschen, deren Berufesist,unterschiedliche

Sprachen und Wirklichkeiten

einander zu vermitteln und in

Austausch zubringen. Anstatt Einheit

zu behaupten, wo keine ist.

Konrad Wolf

Chronik

des

Chronisten

Es gibt wohl nicht viele

Künstler, deren Liste der

Auszeichnungen länger ist als

die der Werke. Aber der Filmemacher

Konrad Wolf starb ja

auch schon so jung, mit 56 Jahren

1982. Da war er 17 Jahre

lang Präsident der Akademie

der Künste der DDR gewesen

und hatte Filme gedreht wie

„Sonnensucher“, „Der geteilte

Himmel“,„Ich war neunzehn“

oder „Solo Sunny“, die durch

den genauen und fast sachlichen,

in jedem Fall lakonischen

Blick auf das Milieu

Zeitgeschichte abbildeten.

Nachdem die schöne Biografie

„Der Sonnensucher“ von

Wolfgang Jacobsen und Rolf

Aurich im Aufbau Verlag von

2005 inzwischen vergriffen ist,

haben Antje Vollmer und

Hans-Eckardt Wenzel in der

Anderen Bibliothek nachgelegt:„KonradWolf:

Chronist im

Jahrhundert der Extreme“. In

der Volksbühne stellen sie das

Buch vor. PetraKohse

Konrad Wolf,20Uhr,Roter Salon, VolksbühneamRosa-Luxemburg-Platz

Potsdamer Platz

10.00, 14.00: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen

(ab Potsdamer Platz), Secret Tours Berlin, Treff: Potsdamer

Pl. 3(vordem Hotel„Ritz-Carlton“) .Anm. erf.

10.00, 12.00: Lost Place Teufelsberg (ab Potsdamer

Platz) inkl. 360 Grad Rundblick über Berlin, Secret

Tours Berlin, Treff: vordem Hotel„Ritz-Carlton“ am

Potsdamer Platz 3. Anm. erf.

Schloss Charlottenburg (& 32 09 14 40)

15.30: Prunkvolle Säleund private Kammern. Das

Alte Schloss Sophie Charlottes und Friedrichs I., Treff:

Gruppenkasse im Ehrenhof; Führung für blinde und

sehbehinderte Besucher

Stadt im Ohr (& 20 07 88 41)

9.00: Hörspaziergang Friedenau –Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge, Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr, Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblickins Geheime,Treff:

Foyer

KONZERT

Arcanoa (& 67 96 26 51)

21.00: Open-Stage–Singer-Songwriter +Poets

Auster Club (& 611 33 02)

20.00: Ida Mae

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Arthur Possing Quartett

Burg Schnabel (Schleusenufer 3)

19.15: District 97, support: Time Shift Accident +

Mt. Amber

Café Engels (Herrfurthstr.21)

20.00: Blue MoondayJazzsession hosted by Charlotte

Joerges

Gretchen (& 25 92 27 02)

21.00: JoeArmon-Jones +Dorian Concept

Junction Bar (& 694 66 02)

20.30: Michael Krebs, Falk, Melvin Haack, Lennart

Schilgen, Lied &Greet –Die Berliner Liederbühne

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (& 218 50 23)

20.00: Black Tide –Konzertfür sauberes Wasser:

Jocelyn B. Smith, Choir of Redemption&Berlin

Soulchor

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano Series: Rossano Snel

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: Billy Raffoul

Quasimodo (& 318 04 56 70)

22.30: Nacht der Gitarren –Lulo Reinhardt, Daniel

Stelter,YuliyaLonskaya,Itamar Erez

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: MondayNight Pro Jam Session mitJürgen

Bailey

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Insul–Bertram Burkert(g), Jonas Timm (p),

Lukas Akintaya (dr), Fabian Timm (b)

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: Just Friends and Lovers

Wild At Heart (& 611 70 10)

22.00: Danger!Man +Terrorfett

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Nice One invites Raving Lebanon

Kulturbrauerei/Alte Kantine (& 44 31 50)

22.00: Hungry Monday

Matrix (& 293 69 9- 90)

22.00: Scandal, Fox

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(& 89 75 13 27) 18.00: Multisexual Boxhopping

21.00: Sing on stagewith Felix Fauxpas

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 Globus: House of Waxx, De Ambassade, Eluize,

Juliano

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00: Salsa, Flori, Wilbert, Naudy

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Montagsswing,MondaySwing Night DJ Team

MUSEEN

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

10.00: Kunst in Berlin 1880–1980, Mi-Mo 10-18 Uhr

10.00: Gartenparade, Atelier le balto, Mi-Mo 10-18

Uhr

10.00: 12x12, Mi-Mo 10-18 Uhr

10.00: original bauhaus –Die Jubiläumsausstellung,

Mi-Mo 10-18 Uhr

10.00: Bettina Pousttchi, Mi-Mo 10-18 Uhr

Botanisches Museum (& 83 85 01 00)

9.00: Licht Luft Scheiße: Perspektiven auf Ökologie

und Moderne, tgl. 9-19 Uhr

Brücke-Museum (& 831 20 29)

11.00: The Garden Bridge, Mi-Mo 11-17Uhr

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.00, 12.00: Dalí –Die Ausstellung am Potsdamer

Platz, tgl. 12-20 Uhr

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

10.00: Deutsche Geschichte in Bildernund Zeugnissen,

tgl. 10-18 Uhr

10.00: Die Armbrust –Schrecken und Schönheit, tgl.

10-18 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (& 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadt der Spione, tgl. 10-20 Uhr

James-Simon-Galerie (Bodestr.)

10.00: Nah am Leben –200 Jahre Gipsformerei, tgl./

Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Jüdisches Museum (& 25 99 33 00)

10.00: StändigeAusstellungdes Jüdischen Museums

(bis 2019 wg Umbau geschl.), Mo 10-22, Di-So

10-20 Uhr

10.00, 12.00 Museumsgarten: Ganzfeld „Aural“,

James Turrell, tgl. 12-18 Uhr

10.00: Awie Jüdisch. In 22 Buchstaben durch die

Gegenwart, tgl. 10-20 Uhr

10.00: This Place, WendyEwald, Martin Kollar,Josef

Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress u. a., tgl. 10-20

Uhr

Keramik-MuseumBerlin (& 321 23 22)

13.00: Max Roesler,Fr-Mo 13-17 Uhr

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

(& 28 59 94 07) 10.00: Blindes Vertrauen –

versteckt am Hackeschen Markt1941-1943, tgl.

10-20 Uhr

10.00: „... und immer wieder bewundernwir Eure

mit aufopfernder Liebe prima gepackten Pakete“, tgl.

10-20 Uhr

Museum für Film und Fernsehen (& 300 90 30)

10.00: 120 Jahre Deutsche Filmgeschichte und

Fernsehgeschichte in West und Ost, Di-So 10-18, Do

10-20 Uhr

10.00: Kino der Moderne. Film in der Weimarer

Republik, Mi-Mo/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Schwules Museum (& 69 59 90 50)

14.00: Love at First Fight! Queere Bewegungen in

Deutschland seit Stonewall, Mi-Mo 14-18, Do 14-20,

Sa 14-19 Uhr

14.00: HIVstories: Living Politics, Mi-Mo 14-18,Do

14-20, Sa 14-19 Uhr

KINO

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 16.00; Und der Zukunft

zugewandt 18.00; Nurejew –TheWhite Crow 20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.00, 16.00; Der Distelfink

–The Goldfinch (OmU) 18.00; AdAstra –Zu

den Sternen (OmU) 21.00; Sneak Preview 22.00;

Systemsprenger 14.30, 17.00, 19.30; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 13.45, 15.50; DowntonAbbey

(OmU) 17.40, 20.15; Und der Zukunft zugewandt

15.15, 18.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 20.30; Gelobt sei Gott 15.00, 20.30; Nurejew

–The White Crow (OmU) 17.45

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

Systemsprenger 13.45, 16.00,20.15;Ein Lichtzwischen

den Wolken 13.45, 23.00; Downton Abbey

13.45; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.00; Der König der Löwen 14.20; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.30, 16.50; Angry

Birds 2:Der Film 14.30; Nurejew –The White Crow

(OmU) 15.00, 19.00; Midsommar (OmU) 16.45,

21.00; AdAstra –Zuden Sternen (OmU) 17.00,

22.30; Gelobt sei Gott –Grace aDieu (OmU)

17.10, 19.15; Gut gegen Nordwind 18.00; Sneak

Preview 20.00; Leon –Der Profi (OmU) 20.00; Der

Distelfink –The Goldfinch (OmU) 20.20; Es: Kapitel

II 21.50

Krokodil (& 44 04 92 98) Über Grenzen –Der Film

einer langen Reise 17.30; Heimat ist ein Raum aus

Zeit 19.30

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Luft zum Atmen

–40Jahre Opposition bei Opel inBochum 17.45;

Das melancholische Mädchen (OmenglU) 19.00;

Gestern Mitte Morgen (OmenglU) 20.30; Leid und

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 22.30

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Mein

Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 14.15;

Downton Abbey14.15, 17.10, 20.00; Der König der

Löwen 14.15, 17.00; Angry Birds 2: Der Film 14.20,

17.00; Get Lucky –Sex verändert alles 14.30; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.30, 17.00; AToy

Story:Alles hört auf kein Kommando 14.30; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.35, 16.50;

Playmobil: Der Film 14.35; Die drei !!! 14.35; Es:

Kapitel II16.25, 19.30, 22.15; AdAstra –Zuden

Sternen 16.50, 19.50, 22.55; Systemsprenger

16.55,19.50; Rambo 5: Last Blood 17.00, 19.30,

22.55; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 17.05;

Midsommar 19.35, 22.45; Ready or Not? –Auf die

Plätze, fertig,tot 19.45, 22.50;

Leon –Der Profi (Director‘s Cut) 20.00; Downton

Abbey (OF) 20.00; 3D: DerKönig der Löwen 20.10;

Once Upon aTime in... Hollywood 22.15; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw 22.35; Gut gegen Nordwind

23.00; Angel Has Fallen 23.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Systemsprenger 14.35, 17.30, 20.25

Cosima (& 85 07 58 02) Leid und Herrlichkeit

18.00; Once Upon aTime in...Hollywood 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Downton Abbey (OmU)

15.00, 20.30; Nurejew –The White Crow (OmU)

17.40

Xenon (& 78 00 15 30) Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria (OmU) 18.00; Nurejew (OmU) 20.30

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) Shaun

das Schaf:UFO-Alarm 10.00, 12.00, 14.20, 17.00;

Everest 10.00, 12.15,14.45; Angry Birds 210.00,

12.05, 14.25, 16.50; 3D: Angry Birds 212.10;

Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

12.20; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.15; Good Boys 14.30; Downton Abbey 17.10,

19.30; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 17.15;

Ad Astra–Zuden Sternen 17.20, 20.10;Es: Kapitel

II 19.20; Midsommar 19.40; Sneak Preview 20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81) Gloria:

Das Leben wartet nicht 14.30, 20.15; Und wer

nimmt den Hund? 16.30; Frau Stern 18.30

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Downton Abbey

14.20, 17.10, 20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00,

12.15, 14.35, 17.00; Playmobil: Der Film 10.00;

Pets II 10.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

10.00, 12.10, 14.00, 15.00; Benjamin Blümchen

10.00, 11.55; Angry Birds 2: Der Film 10.00,

12.10, 14.35, 17.05,17.25; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 10.00, 12.10, 15.00; Der König

der Löwen12.05, 14.55, 17.00; 3D: AngryBirds

2: Der Film 12.30; Get Lucky –Sex verändert alles

14.35; Es: Kapitel II 16.20, 19.15, 22.50; Good

Boys 17.45; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

17.45; Midsommar 19.45, 22.30; Ready orNot?

–Auf die Plätze, fertig, tot 20.00, 23.00; Once

Upon aTime in...Hollywood20.00; Leon –Der Profi

(Director‘s Cut) 20.00; Ad Astra –Zuden Sternen

20.00; Gut gegen Nordwind 20.10; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 22.55; Sneak Preview (OF) 23.00;

Sneak Preview 23.00

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 15.45, 18.15; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 15.45; Downton Abbey

15.45, 18.00, 20.30; Angry Birds 2: Der Film

15.45, 18.15; Winnetou –Der Schatz im Silbersee

18.00; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 18.00;

Rambo 5: Last Blood 20.30; Gut gegen Nordwind

20.30; Es: Kapitel II 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Frank Borzage: Erbe des

Henkers –Moonrise (OmU) 20.00; Filmspotting:Die

große Pause (m. Live-Musikbegleitung) 19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 12.30, 13.50,

18.20; Benjamin Blümchen 12.30; Aladdin 12.30;

3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

12.30, 17.10; Es: Kapitel II13.00, 15.15, 18.00,

19.00, 20.30, 22.30; Once Upon aTime in... Hollywood

13.10,15.15, 18.00, 20.10, 22.00; Der Distelfink13.10,

16.50, 20.20; Ad Astra –Zuden Sternen

13.10, 17.00, 19.40, 22.50; Und der Zukunft

zugewandt 13.15; Gloria: Das Leben wartet nicht

13.15; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

13.35; Rambo 5: Last Blood 13.40, 16.30, 20.00,

22.50; Downton Abbey 13.40, 16.20, 19.30,

22.40; Pets II 14.00; Der König der Löwen 14.00,

16.00, 19.30;Angry Birds 2: Der Film 14.10; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.30, 17.30;

Good Boys 14.40, 17.30, 20.00, 22.30; 3D: Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 15.15; Get Lucky –

Sex verändert alles 15.40, 17.10; Systemsprenger

16.15, 19.30; Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig,

tot 16.30, 22.50; Gut gegen Nordwind 16.45,

19.50; 3D: Der König der Löwen 16.50, 22.50; 3D:

Angry Birds 2:Der Film 17.00; Midsommar 19.20,

22.40; Yesterday 19.30; LateNight –Die Show ihres

Lebens 19.50; Sneak Preview 20.00; Leon –Der

Profi (Director‘s Cut) 20.00; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 21.00, 22.40; John Wick: Kapitel III 22.00;

AnnabelleIII 22.30; AngelHas Fallen 22.40; Stuber

–5SterneUndercover22.50; Spider-Man: FarFrom

Home 22.50

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 02 00)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm –Shaun the

Sheep Movie: Farmageddon (OF) 13.30, 15.50,

18.15; Downton Abbey (OF) 13.30, 16.40, 20.15;

Der Königder Löwen –The Lion King(OF)13.45;Angry

Birds 2:Der Film –The Angry Birds Movie II (OF)

14.00; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando –

ToyStoryIV(OF)14.30;Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 15.10,19.00; Good Boys (OF) 15.15;

Der Distelfink (OF) 16.30; Rambo 5: Last Blood

(OF) 16.45,20.30;AdAstra –Zuden Sternen (OF)

17.15; 3D: Angry Birds 2(OF) 17.45; Midsommar

(OF)19.45; Leon –Der Profi (OF) 20.00; Es: Kapitel

II –It: Chapter Two(OF) 20.00; Ready or Not? –Auf

die Plätze, fertig, tot (OF) 20.45

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D: Buckelwale:

Giganten der Meere 11.45; Ad Astra –Zuden

Sternen (OF) 13.05, 16.00, 19.15

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Frau Stern

(OmenglU) 18.30;Apollo 11 (OmU) 20.00; Blinded

by the Light (OmU) 22.00

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 14.00, 16.00, 18.00; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 14.00; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 14.00, 16.00; Angry Birds 2:Der

Film 14.00, 16.00; Downton Abbey 15.00, 17.30,

20.00, 22.30; Ad Astra –Zuden Sternen 16.00,

20.00, 22.30; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

18.00; Es: Kapitel II18.00, 20.15, 21.30; Rambo

5: Last Blood 18.30, 20.30, 22.30

Casablanca (& 677 5752) Bohemian Rhapsody

17.45; Once Upon aTime in...Hollywood 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

Downton Abbey 13.55, 16.50, 19.45; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.00, 16.30; Good

Boys 14.00; Angry Birds 2: Der Film 14.00, 17.10;

Der König der Löwen 14.10; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 14.15, 16.50; Get Lucky –Sex verändert

alles 14.20, 16.55; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 14.35; Playmobil: Der Film

14.40; Es: Kapitel II16.20, 20.00; AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 16.30; Rambo 5:Last

Blood 17.15, 20.10; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 17.20; Once Upon aTime in... Hollywood

19.25; Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig, tot

19.55; Ad Astra –Zuden Sternen 19.55; Sneak

Preview (OF) 20.00; Midsommar 20.00; Leon –Der

Profi (Director‘s Cut) 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) Downton

Abbey 14.00, 17.00, 19.30; Der König der Löwen14.10;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 14.15,

14.40; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.20; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

14.30, 17.00; Angry Birds 2: Der Film 14.30,

17.20; Ad Astra –Zuden Sternen 16.45, 19.50;

Rambo 5: Last Blood 16.50, 19.50; 3D: Everest:

EinYeti willhoch hinaus 17.00; Es: KapitelII17.00,

20.30; Once Upon aTime in... Hollywood 19.30;

Midsommar 19.30; Firincinin Karisi (OmU) 19.45

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 40 01) Wajib –Die Hochzeitseinladung

(OmU) 18.00; Ein Licht zwischen

den Wolken –Streha mes reve (OmU) 20.00; Die

untergegangene Familie –Familia sumergida (OmU)

21.30

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Planet Deutschland:

300 Millionen Jahre 11.00; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 13.45, 16.00; Downton Abbey

18.15, 21.00; Amelie rennt 9.30; Downton Abbey

12.30,15.15; Gut gegen Nordwind 21.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Frau Stern

16.00; Synonymes 18.00; Diego Maradona 20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Nurejew –The

White Crow 15.00, 20.15; Gut gegen Nordwind

17.30

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Leid und Herrlichkeit 18.00;

Rocketman 20.30

Capitol (& 831 64 17) Nurejew –The White Crow

15.00,20.30; Systemsprenger 17.45

FREILUFTKINOS

Pompeji –FLK am Ostkreuz (& 01 76/56 70 92 98)

Border –Gräns (OmU) 20.00

POTSDAM

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) Systemsprenger

15.15, 18.15, 20.45; Nurejew –TheWhite

Crow (OmU) 15.30, 18.15; Gelobt sei Gott –Grace

aDieu (OmU)15.30, 20.45; AngryBirds 2: Der Film

16.00; Und der Zukunft zugewandt 18.00; Downton

Abbey (OmU) 18.00, 20.30; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 20.15

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70) Der

König der Löwen 13.40, 16.45; Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 13.45, 16.50; Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 13.45; Downton

Abbey13.55, 16.55,19.55;Angry Birds2:Der Film

14.00,16.40;AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.00; Playmobil: Der Film 14.10; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.15, 17.15; Es: Kapitel

II 16.10, 19.40; Ad Astra –Zuden Sternen 16.30,

20.00; Rambo 5: Last Blood 16.55, 20.10; Midsommar

19.40; Gut gegen Nordwind 19.45; Leon

–Der Profi (Director‘s Cut) 20.00; 3D: Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 20.10

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 88 77)Angry Birds

2: Der Film 15.00; Downton Abbey 17.30,20.20

Capitol Königs Wusterhausen (& 033 75/46 9777)

Late Night –Die Show ihres Lebens 17.15; Blinded

by the Light 20.00

CineStar Wildau (& 04 51/703 02 00) Get Lucky

–Sex verändert alles 16.05; 3D: Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 16.20, 18.10; Es: Kapitel II

16.45, 19.45; AToy Story:Alles hört auf kein Kommando

17.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 17.15, 19.30; Rambo 5: Last Blood 17.15,

20.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

17.15; Downton Abbey 17.20, 19.50; 3D: Der

Königder Löwen 17.30;3D: AngryBirds 2: DerFilm

17.30; Once Upon aTime in... Hollywood 19.45;

Leon –Der Profi (Director‘s Cut) 20.00; Gut gegen

Nordwind 20.00; Ad Astra –Zuden Sternen 20.00;

Midsommar 20.10; Ready orNot? –Auf die Plätze,

fertig,tot 20.15

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 5454) Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 15.30; Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 15.30, 18.00; Angry Birds 2:

Der Film 15.30;Downton Abbey 17.45, 20.30; Winnetou

–Der Schatz im Silbersee 18.00; 3D: Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 18.00; Gut gegenNordwind

20.30; Es: Kapitel II20.30

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 4828)

3D: Angry Birds 2: Der Film 15.00, 17.00; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 15.10; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 15.15; 3D: Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 17.15; Der König der Löwen

17.20; Made in China 19.45; Leon –Der Profi

(Director‘s Cut) 20.00; Ad Astra –Zuden Sternen

20.05; Es: Kapitel II 20.15

Kino-Cafe Dahme (& 03 54 51/343) Es: Kapitel

II 20.00

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Gut gegen

Nordwind 14.00, 20.00; Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 15.00; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

17.30; Und der Zukunft zugewandt 18.00

Union Fürstenwalde (& 033 61/73 6440) Das

zweite Leben des Monsieur Alain 14.00; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 16.30; Über

Grenzen –Der Film einer langen Reise 18.15; Systemsprenger

20.15

Union Kino-Center Luckenwalde (& 03371/40 16 41)

Angry Birds 2:Der Film 15.30, 17.30; AToy Story

15.30;Shaun das Schaf: UFO-Alarm15.45,17.45;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts

17.45; Es: Kapitel II 19.30; Gut gegen Nordwind

20.00; Ad Astra –Zuden Sternen 20.00

Weltspiegel Kino Finsterwalde (& 035 31/22 11)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 17.30; Edie

–Für Träume ist es nie zu spät 17.30, 20.00; Gut

gegen Nordwind 20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019

·························································································································································································································································································

Anzeigensonderveröffentlichung

Zeitungspaten

Anzeigensonderveröffentlichung

Lesen, was wichtig ist

Im medienpädagogischen Projekt „Spreewild“ der Berliner Zeitung lernen Schüler, wie Journalismus funktioniert. Morgen startet das nächste Projektjahr

Von Selly Häußler, 28 Jahre

Wie können wir die

Erderwärmung stoppen?

Warum bekommen

populistische

Parteien immer mehr Wählerstimmen?

Und warum gibt es in Berlin

so wenig bezahlbaren Wohnraum?

Diese und noch viel mehr Fragen

könnten Schülern durch den Kopf

gehen, wenn sie in der Tageszeitung

blättern. Mit zunehmendem

Alter beginnen sie sich dafür zu

interessieren, was in der Welt passiert.

„Spreewild“, das medienpädagogischeProjekt

derBerliner Zeitung,

unterstützt dieses Interesse.

Durchdie kostenlose Lieferung der

Tageszeitung an die Schule können

die Klassen mit dem aktuellsten

Lehrbuch schlechthin im Unterricht

arbeiten. Dieses Angebot nehmen

im Schuljahr 2019/2020 wieder

Tausende Schüler wahr: Rund

600 Klassen mit etwa 13 000 Schülerinnen

und Schülern haben sich

für das morgen startende Projektjahr

angemeldet.

Im Kernzeitraum, der bis zum

31. Märzläuft, erhalten die Klassen

an fünf Tagen inder Woche etwa

zehn Exemplare in die Klassen.

Darauf folgt die Nebenzeit bis zum

19. Juni mit fünf Exemplaren.

Das Projekt animiert die jungen

Leser, auch selbst Artikel zu schreiben.

DieSchüler versuchen sich im

Recherchieren, Fotografieren und

Texten. Die Berichte, Kommentare

und Reportagen erscheinen auf

der Internetseite der Jugendredaktion,

Spreewild.de,inder Kategorie

„Klassenbeiträge“. Wer dabei sein

Journalistenherz entdeckt, kann

sich bei der Jugendredaktion be-

Hast du das schon gelesen? Mit „Spreewild“ lernen Schüler die Tageszeitung als informative Informationsquelle kennen.

werben und wöchentlich Beiträge

für die gleichnamige Print-Seite

veröffentlichen.

Über „Spreewild“ zum Redakteur

Dadurch, dass sich die Schüler

als Nachwuchsreporter ausprobieren,

verstehen sie leichter, wie

journalistische Texte funktionieren.

Sie lernen, was die verschiedenen

Textformen unterscheidet,

wie man am besten in einen Artikel

einsteigt und wie man den Leser

„Spreewild“ –das Medienprojekt

der Berliner Zeitung

– unterstützt Lehrkräfte

an Berliner Schulen bei der

Vermittlung von Medienkompetenz

im Unterricht.

DAS PROJEKT IM ÜBERBLICK

Vom 1. Oktober 2019 bis

19. Juni 2020 bekommen

teilnehmende Klasse wochentags

Exemplare der

Berliner Zeitung kostenlos

in die Schule geliefert.

Das Projekt ermutigt Schüler,

journalistische Texte für

die Berliner Zeitung zu verfassen.

Alle eingereichten

Schülertexte erscheinen auf

der Projektseite im Internet.

RAUFELD MEDIEN

fesselt, auch ohne dabei reißerisch

zu werden. Hinund wieder passiert

es dann, dass junge Menschen dabei

ihren Berufswunsch entdecken

und all ihre Kreativität und ihr Engagement

in diese Arbeit stecken.

Ein willkommener Nebeneffekt.

Lehrmaterial unterstützt Lehrer

Damit die Lehrkräfte die Zeitungen

wiederum problemlos in den

Unterricht integrieren können, erhalten

sie zusätzlich „Spreewild“-

Unterrichtsmaterialien. Diese sind

auf die unterschiedlichen Klassenstufen

abgestimmt. Sie beinhalten

nicht nur redaktionelle Recherchehilfen,

sondern esgibt auch regelmäßig

Arbeitsbögen zu aktuellen

Themen.

Beides soll dabei unterstützen,

Medienkompetenz zu vermitteln.

In Zeiten von Social Media und

Blogs wird esimmer wichtiger, Informationen

kritisch zu hinterfragen

und selbstbewusst mit Medien

umzugehen. Auch ihre Konzentrationsfähigkeit

nimmt durch die tägliche

Zeitungslektüre nachweislich

zu. In Zeiten des Internets dient die

Zeitung als sorgsam recherchiertes

und gedrucktes Medium der Entschleunigung.

Zeitungspaten gesucht

Möglich ist das Projekt dank Unterstützung

von Sponsoren. Insgesamt

ermöglichen bereits mehr als

100 Zeitungspaten Schulen, durch

ein Jahresabonnement der Berliner

ZeitungamProjekt „Spreewild“ teilzunehmen.

Einige vonihnen stellen

sich im unteren Teil dieser Seite vor.

Zeitungspate werden können

Unternehmen, Stiftungen oder Einzelpersonen

–kurz: alle, die junge

Leser fördern und einen gesellschaftlichen

Beitrag leisten wollen.

Die Schüler erhalten dabei täglich

eine regionale Nachrichtenquelle,

die ihre Medien- und Entscheidungskompetenz

stärkt und ihre

Allgemeinbildung fördert. Paten

können eine oder mehrere Schulen

ihrer Wahl für ein Jahr unterstützen

und das Abonnement beliebig oft

verlängern. Werden auch Sie Zeitungspate

und leisten einen gesellschaftlichen

Beitrag.

Werden Sie Zeitungspate

Als Zeitungspate sorgen Sie dafür, dass

Kindern und Jugendlichen ein umfangreicher

Zugang zu aktuellen lokalen und

internationalen Nachrichten gewährleistet

und ein breites Wissen über alle gesellschaftlich,

wissenschaftlich und politisch

relevanten Bereiche vermittelt wird.

Unser Zeitungspaten-Team beantwortet

Ihnen gerne alle Fragen!

Tel. 030/23 27 70 69

Fax 0800/55 30 300

E-Mail: berlinerpaten@dumont.de

CDU BERLIN

Emine Demirbüken-Wegner, MdA

GEBÄUDESERVICE WODARA GMBH

Mario Wodara, Geschäftsführer

KRANKENHAUS WALDFRIEDE E. V.

Bernd Quoß, Vorstand

„Als leidenschaftliche Zeitungsleserin begeistert

mich das Projekt, denn es fördert

die Freude junger Menschen am Lesen,

weckt Neugier und erweitert

den Wissenshorizont. Zudem

vermitteln die sorgfältig aufbereiteten

Themen, wie aufregend

bunt und vielgestaltig

das Leben in unserer Stadt

und der Welt ist. Und im Gegensatz

zuvielen Konsumierern

bewegter Bilder mit Kurznachrichten

suchen sich Zeitungsleser

mit Genuss und Konzentration die Beiträge,

die sie ganz besonders interessieren.

Das führt zueinem bewussteren

Aufnehmen von Informationen

sowie zu mehr

Spaß anBildung und Kommunikation.

Und unter uns:

Wer noch niemals im Umblättern

und Rascheln einer

guten Zeitung geschwelgt

hat, verpasst etwas.“

FOTO HOLLIN

„Im Rahmen unseres lokalen, gesellschaftlichen

Engagements haben wir eine

Zeitungspatenschaft für die Marzahner

Johann-Julius-Hecker-Schule

übernommen. Die Patenschaft

ergänzt sehr gut unser bisheriges

Engagement: Vor einigen

Jahren hat Gebäudeservice

Wodara sich der Gemeinwohl-

Ökonomie (GWÖ) des Wiener

Sozialwissenschaftlers Christian

Felber angeschlossen, bei

der es um Werte wie Menschenwürde,

Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit,

soziale Gerechtigkeit und demokratische

Mitbestimmung geht. Zeitungslektüre

unterstützt die

persönliche Entwicklung und

Entscheidungskompetenz der

Schülerinnen und Schüler.

Deshalb freuen wir uns

darüber, dass immer eine

aktuelle Ausgabe der Berliner

Zeitung ausgelegt wird.“

GEBÄUDESERVICE WODARA GMBH

„Das Krankenhaus Waldfriede engagiert

sich als ,Kiezkrankenhaus‘ mit vielen

sozialen Projekten im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Die Allgemeinbildung

ist dabei ein wesentlicher Teil

beim Heranwachsen von Kindern

und Jugendlichen. Auch

unseren Patienten stellen wir

tagtäglich die aktuellen Tageszeitungen

zur Verfügung.

Daher freut es uns besonders,

das Projekt der Berliner

Zeitung zu unterstützen und Zeitungspate

für zwei Schulen in Zehlendorf zu sein.

Wir freuen uns, dass junge Schülerinnen

und Schüler die Möglichkeit

bekommen, wichtige Themen

aus Politik, Wirtschaft, Kultur

und Gesundheit tagesaktuell

nachlesen und miteinander

besprechen und diskutieren

zu können. Wir wünschen

ganz viel Spaß beim Lesen

der Zeitung!“

KAI ABRESCH

CDU BERLIN

Burkard Dregger, Fraktionsvorsitzender

VEREIN GESICHT ZEIGEN!

Sophia Oppermann, Geschäftsführerin und Vorstand

FRAKTION DIE LINKE, ABGEORDNETENHAUS BERLIN

Niklas Schrader, Vorstandsmitglied

„Mir kommt es darauf an, dass junge

Menschen früh an das Zeitunglesen herangeführt

werden. Ich möchte ihr Interesse

für das politische, kulturelle

und gesellschaftliche Geschehen

in Berlin stärken. Eine

gute Tageszeitung mit guter

journalistischer Recherche bewahrt

zudem vor Fake News,

Desinformation und Radikalisierung.

Daher möchte ich

auch die Wertschätzung für

gute journalistische Arbeit steigern, die es

nicht zum Nulltarif geben kann. Außerdem:

Unsere Sprache ist ein Kulturgut.

Die Schülerinnen und Schüler

üben, wenn sie Zeitung lesen,

den Umgang mit Sachtexten

und erweitern ihren Wortschatz

und ihren Ausdruck.

Ich freue mich daher sehr,

eine Zeitungspatenschaft für

das Friedrich-Engels-Gymnasium

zu übernehmen.“

CDU-FRAKTION BERLIN

„Gesicht Zeigen! setzt sich ein für ein

weltoffenes Deutschland und arbeitet

schon lange mit Schulen zu Themen wie

Ausgrenzung, Rassismus und

Diskriminierung zusammen.

Wir freuen uns daher, als Zeitungspaten

die Schülerinnen

und Schüler des Robert-Koch-

Gymnasiums in Kreuzberg mit

den neuesten Nachrichten aus

Berlin und der Welt zu versorgen.

Denn: Wer mitreden und

unsere Gesellschaft mitgestalten will,

sollte gut informiert sein. Eine unabhängige

Presse ist für unsere Meinungsbildung

unersetzlich. Wir wünschen

allen Schülerinnen und

Schülern ein inspirierendes

Schuljahr 2019/2020

und möchten sie ermutigen:

Traut euch, setzt euch ein

für die Dinge, die euch wichtig

sind. Euch gehört die Zukunft!“

GESICHT ZEIGEN!

„Ich finde, Schulen sollten ein Ort sein,

an denen aktuelle politische und gesellschaftliche

Entwicklungen aufgenommen

und debattiert werden. Orte,

an denen Demokratie, Diskurs

sowie Meinungsvielfalt gelebt

werden. Und auch Orte, an

denen junge Menschen in

Zeiten der Informationsflut

aus dem Internet und den

sozialen Medien lernen, den

Wert von Nachrichten kritisch

zu hinterfragen und zubewerten. Der Zugang

von Schülerinnen und Schülern zu

qualitativ hochwertigen Zeitungen und

deren Einbindung in den

Schulunterricht sind hierfür

unerlässlich. Aus diesem

Grund bin ich froh, dass es

dieses Projekt gibt, und unterstütze

sehr gerne als Zeitungspate

die Gemeinschaftsschule

Campus Efeuweg in

Neukölln.“

BEN GROSS

SPD BERLIN

Matthias Kollatz, MdA Steglitz

„Gezielte Manipulationen, Desinformation

und Fake News gefährden

unsere Demokratie. Als Politiker und

gesellschaftlicher Akteur gehört

die politische Bildung

auch zu meinen Aufgaben.

Die Zeitungspatenschaft der

Berliner Zeitung ist eine gute

Sache. Dieses Projekt ermöglicht

den Schülerinnen

und Schülern den Zugang zu

seriös recherchierten Nachrichten.

In einer digitalisierten Welt

müssen Printmedien weiterhin zum

Spektrum der Meinungsbildung gehören.

Das Zeitunglesen wird

durch das Auslegen an den

Schulen zur täglichen

Selbstverständlichkeit.

Somit übernehme ich sehr

gerne eine Zeitungspatenschaft

für die Evangelische

Schule Steglitz in meinem

Wahlkreis.“

JOACHIM GERN

DIE LINKE

Dr. Gesine Lötzsch, MdB

„Als direkt gewählte Abgeordnete für die

Partei DIE LINKE vertrete ich die Lichtenbergerinnen

und Lichtenberger seit 2002

im Bundestag. Viele Gesetze,

die im Bundestag beschlossen

werden, betreffen unmittelbar

das Leben in unserer

Stadt. Gerne bin ich Zeitungspatin

für die Mildred-Harnack-

Schule in Lichtenberg. Gut

recherchierte Informationen

unterstützen die Meinungsbildung

und tragen dazu bei, dass sich junge

Menschen in die Politik einmischen.

Viel zu viele politische Entscheidungen

werden leider gar nicht mehr

hinterfragt. Das ist gefährlich

für unsere Demokratie. Ich bin

daher froh, dass es dieses

Projekt gibt, und wünsche allen

Schülerinnen und Schülern

ganz viel Spaß beim Lesen

und beim anschließenden

Diskutieren.“

INGA HAAR

Diese Schulen freuen sich über einen Zeitungspaten

Sie möchten junge Menschen in

Ihrer Nähe fördern? Das Lesepaten-

Projektbüro verrät Ihnen gern,

welche Schulen sich über Ihre

Unterstützung freuen.

Aktuell suchen unter anderem diese

Schulen einen Zeitungspaten:

• Schule am Wilhelmsberg in Hohenschönhausen

• Robert-Koch-Gymnasium in Kreuzberg

• Grundschule am Travepl. in Friedrichshain

• Carlo-Schmid-Oberschule in Spandau

• Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium

in Lichtenberg

• Albert-Einstein-Gymnasium in Neukölln

• Grundschule am Königsgraben

in Lankwitz

• Grundschule an der Mühle in Marzahn

• Ernst-Adolf-Eschke-Schule für Gehörlose

in Charlottenburg

• Schule an der Jungfernheide in Spandau

• Robert-Blum-Gymnasium in Tempelhof-

Schöneberg


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) LivenachNeun 9.55 (für

HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG)Meister des

Alltags 11.15 (für HG)Wer weiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-

Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00

(für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote Rosen

15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für HG)Sturm

der Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für

HG) Verrückt nach Meer. Der Traum vomBroadway

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 Brisant 18.00

(für HG) Werweiß denn sowas? 18.50 (für HG)

Morden im Norden. Selbstlos 19.45 (für HG) Wissen

voracht–Zukunft 19.55 (für HG)Börse vor

acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Wer beherrscht

Deutschland?

Dokumentation

21.00 (für HG) Hart aber fair

Trump und Johnson unter Druck –

Endspiel der Populisten?

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 Der Mordfall Lübcke und rechter

Terror in Deutschland

23.30 (für HG) Unser Deutschland Einigkeit

0.15 (für HG) Nachtmagazin

0.35 (für HG) Tatort Hüter der Schwelle

TV-Kriminalfilm, D2019

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report. Nackter

geht mit Samurai-Schwert auf Bauarbeiter

los /Baby wird aus Auto entführt 11.00 Der

Blaulicht-Report. Mutter wird zur Prostituierten

12.00 Punkt 12 14.00 Die Superhändler XXL.

Moderation: Sükrü Pehlivan 16.00 Mensch

Papa! Väter allein zu Haus 17.00 Herz über

Kopf. Krimiserie 17.30 Unter uns. Daily Soap

18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv

–Das Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05

(für HG) Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Wer wird Millionär?

Quiz-Show

Moderation: Günther Jauch

Mit seiner gewitzten Art hat der Moderator

Günter Jauch schon so manchen

Kandidaten aus der Fassung gebracht.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.15 SpiegelTVComeback des Kokain /10

Jahre unschuldig imGefängnis?

0.00 Nachtjournal

0.30 Die Alltagskämpfer –ÜberLeben in

Deutschland UnterArrest –

Jugendliche hinter Gittern

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

Smartphone:

MDR WDR

Rätsel, Videos,

Sonderausgaben Arte

14.00 (für HG) MDR um zwei 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um vier

17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.50 (für HG) Gedanken zuRosch Haschana

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 MDR Regional

19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG)

Mach dich ran! 20.15 (für HG) Polizeiruf 110.

Rosentod. TV-Kriminalfilm, D2004 21.45 (für

HG) Aktuell 22.05 (für HG) Fakt ist! 23.05

Udo Jürgens –Eine Reise durch die Zeit. Dokumentarfilm,

D2014 0.35 (für HG) Salto postale

1.30 (für HG) Weissensee

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Querbeet 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Landfrauenküche 21.00 (für HG) Bayern

erleben 21.45 (für HG) Rundschau Magazin

22.00 (für HG) Lebenslinien 22.45 (für

HG) Der Kaiser von Schexing 23.35 Schlachthof

0.25 Ringlstetter 1.10 (für HG) Dahoam is

Dahoam 1.40 (für HG) Wir inBayern

Vox

15.00 Shopping Queen 16.00 Die schönste

Braut 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00

First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das perfekte

Dinner 20.00 Prominent! 20.15 Goodbye

Deutschland! Viva Mallorca! Jasemin und Sohel

/Caro undAndreas Robens /Marcund Licia

22.15 (für HG) Survivor. Sportler gegenStrategen

23.40 Goodbye Deutschland! Die Auswanderer.

Sascha undMarina Thielen, Mallorca /

David Schlosser,Mallorca 0.30 nachrichten

0.50 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Zeugen derOpfer

Super RTL

15.20 Mr.Bean –Die Cartoon-Serie 15.50

ALVINNN!!! und die Chipmunks 16.20 Zig &

Sharko –Meerjungfrauen frisst man nicht!

16.45 Die Nektons –Abenteurer derTiefe

17.10 Mr.Magoo 17.40 Zak Storm –Super

Pirat 18.10 Die Tomund Jerry Show 18.45

Woozle Goozle und die Weltentdecker 19.10

ALVINNN!!! und die Chipmunks 19.40 Angelo!

20.15 On the Case –Unter Mordverdacht

21.15 On the Case –Unter Mordverdacht

22.10 On the Case –Unter Mordverdacht

23.10 On the Case –Unter Mordverdacht

Sport1

16.30 Lost &Sold. Dreckwäsche 17.00 Lost

&Sold. Pferdestärken 17.30 Yukon Gold. Die

Uhr tickt 18.30 Storage Hunters. Satans Sarg

19.00 Storage Hunters. Der erste Schuss

19.30 Storage Hunters. Der Tresorraum 20.00

Storage Hunters. Brandon vs.Lori 20.30 Storage

Hunters. Fehlschuss 21.00 Storage Hunters.

Hawaii I 21.30 Storage Hunters. Hawaii II

22.00 Sport1 News 22.30 Goooal! –Das internationale

Fußball-Magazin 23.00 Fußball:

Die MLS-Highlights 23.30 3. Liga pur

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin. Moderation:

Moderation:Anna Planken, Till Nassif 9.00

(für HG) heute Xpress 9.05 (für HG) Volle Kanne

–Service täglich 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante.

Latin Lover. Krimiserie 11.15 (für

HG) SOKO Wismar. Nasser Tod. Krimiserie

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für

HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute Xpress 16.05 (für

HG) Leichtathletik:WM.Speerwerfen Damen;

200 mDamen; 400 mDamen 17.45 (für HG)

Leute heute 18.00 (für HG) SOKO Potsdam.

Nervenkitzel 19.00 (für HG) heute

19.20 (für HG) Leichtathletik: WM 110 m

Hürden Herren; Hochsprung Damen,

Finale; 200 mHerren; 5000 mHerren;

Diskuswerfen Herren; 3000 mHindernis

Damen, Finale; 800 mDamen, Finale;

400 mHürden Herren, Finale

22.00 (für HG) heute-journal

22.30 (für HG) Das Jerico-Projekt

Actionfilm, USA/GB 2016

0.10 heute+

0.25 Die große Reise –Seyran Ates und

der Weg zueinem reformierten Islam

Dokumentarfilm, D2019

5.30 Frühstücksfernsehen. Gäste: Vanessa Blumhagen,

René Rast. Moderation: Karen Heinrichs,

Daniel Boschmann 10.00 Im Namen der Gerechtigkeit

–Wir kämpfen fürSie! Mit Alexander Hold,

Stephan Lucas,Alexander Stephens, Isabella Schulien

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas,Alexander

Stephens, Isabella Schulien 12.00

Anwälte im Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz

14.00 AufStreife.Reportagereihe 15.00 AufStreife

–Die Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik

am Südring 17.00 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Die Ruhrpottwache 19.00 Genial

daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 7Zwerge –Der Wald ist nicht genug

Fantasykomödie, D2006

Mit Otto Waalkes, Mirco Nontschew,

Boris Aljinovic, Ralf Schmitz, Gustav-

Peter Wöhler,Norbert Heisterkamp u.a.

Regie: Sven Unterwaldt

22.20 akte.

23.20 Aufwachen,Polizei! Schulschwänzern

auf der Spur

0.25 7Zwerge –Der Wald ist nicht genug

Fantasykomödie, D2006

2.15 Criminal Minds

Kindersoldaten. Krimiserie

16.00 (für HG) Aktuell 16.15 Hier und heute

18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15 (für

HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde

19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Lecker an Bord 21.00 (für HG)

Viel für wenig 21.45 (für HG) Aktuell 22.10

(für HG) Unterwegs im Westen 22.40 (für HG)

Sträters Männerhaushalt 23.25 (für HG) Carolin

Kebekus: PussyTerror TV 0.10 (für HG) Carolin

Kebekus: PussyTerror TV 0.55 (für HG)

Carolin Kebekus: PussyTerror TV 1.40 Erlebnisreisen

2.00 Lokalzeit aus Köln

NDR

15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG)

aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag 17.10

(für HG) Leopard, Seebär &Co. 18.00 Ländermagazine

18.15 (für HG) Die Nordreportage

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Markt

21.00 (für HG) Die Garten-Docs 21.45 (für HG)

aktuell 22.00 (für HG) 45 Min 22.45 (für HG)

Kulturjournal 23.15 (für HG) Der Mann mit dem

Fagott. TV-Biografie, D2011 0.55 (für HG) Die

Garten-Docs 1.40 (für HG) Markt 2.30 Die Tagesschau

vor20Jahren

Kabel eins

7.25 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

8.20 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

9.20 Numb3rs 10.15 Navy CIS 11.10 Without

aTrace 12.05 Numb3rs 13.00 Castle 13.55

The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A. 15.50

News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben

täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Spezial

18.55 Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns

drum 20.15 Auf der Flucht. Actionfilm, USA

1993 23.00 Alien vs. Predator. Sci-Fi-Horror,

USA/GB/CZ/CDN/D 2004 0.45 Late News

0.50 Auf der Flucht. Actionfilm, USA 1993

RTL 2

6.00 Die Straßencops West –Jugend im Visier

7.00 Die Straßencops West –Jugend im Visier

8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Frauentausch 14.00 Traumfrau gesucht 15.00

Traumfrau gesucht 16.00 Hilf mir! Die volle

Dröhnung 17.00 News 17.05 Krass Schule –

Die jungen Lehrer 18.05 Köln 50667 19.00

Love Island Flash 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Love Island –Heiße Flirts und wahre

Liebe 21.15 Reeperbahn privat! 23.15 Das

Messie-Team –Start inein neues Leben 1.15

Love Island –Heiße Flirts und wahre Liebe

Eurosport 1

18.30 WATTS. Die Tennis-Spezial-Ausgabe der

Eurosport-Clipshow 19.00 Polo Line 19.30

Springreiten: Global Champions League 20.00

Eurosport News 20.05 Volleyball: Europameisterschaft

20.15 Snooker:World MainTour. China

Championship: Finale 21.45 Volleyball:

Europameisterschaft 21.55 Eurosport News

22.00 Radsport: Straßen-Weltmeisterschaften

23.00 Radsport: Straßen-Weltmeisterschaften

0.00 Radsport: Straßen-Weltmeisterschaften.

Straßenrennen Herren Elite 1.30 Pause

SAT.1, 20.15 UHR FANTASYKOMÖDIE

7Zwerge –Der Wald ist nicht genug

Das im Märchenwald nichtalles immer Friede,Freude,Eierkuchen ist, ist

hinlänglich bekannt. Doch alsSchneewittchen (CosmaShiva Hagen) auf

Rumpelstilzchen trifft,wirdespikant: Derraffgierige Gnom fordertdas Kind

der frischgebackenen Königin ein, solltediesenichtbinnenzweiTagen RumpelstilzchensNamen

erraten haben. Dochzum Glückstehen derverzweifelten

Mutter ja ihre Freunde,die sieben Zwerge bei.Mit „7 Zwerge –Der Wald ist

nichtgenug“gingStarkomikerOtto Waalkes mit seinem Blödel-Ensemble(u.a.

MircoNontschew,Heinz Hoenig,RalfSchmitz undMartinSchneider) in die

zweite Runde.Aufgrunddes ErfolgsseinerKomödie brachteder ostfriesische

Spaßvogelund Ottifanten-Erfinder achtJahrespäternoch das computeranimierte

Prequel„Der7bteZwerg“indie deutschen Kinos.

(Dtl./2006)

Anzeige

ZDF, 22.30 UHR

Immer und überall.

www.berliner-kurier.de/mobil

NORMALVARIANTE –MITTEL

SUDOKU

9 1 7

4 5

3 6

4 7

8 3 7

1 6

3 9

8 2

2 7 1 5

MIT DIAGONALEN –SCHWER

1 4 7 8

9 3

7 1

5 8

2

4

5 9 6 1

3

Nur fürs

u.v.m.

Foto: Sat.1

AUFLÖSUNG

VOM 27./28. 9. 2019

MITTEL

AUFLÖSUNG

VOM 27./28. 9. 2019

SCHWER

7.45 Kinder stellen Fragen 8.00 Brandenburg

aktuell /Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell

/Abendschau 9.00 In aller Freundschaft

9.45 In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte

10.30 Rote Rosen 11.20 Sturm der Liebe

12.10 Julia –Eine ungewöhnliche Frau 13.00

rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00 Mein

Traum vom Hof 14.45 Die rbb-Reporter 15.10

Landschleicher 15.15 Zwischen Gletschern

und Fjorden 16.00 rbb24 16.15 Gefragt –Gejagt

17.00 rbb24 17.05 Panda, Gorilla &Co.

17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Super.Markt

Gefährliche Küchengeräte /Matratzen

im Test /Miese Haustürgeschäfte

21.00 Die Wahrheit über ...

Deutsche

21.45 rbb24

22.00 Tatort Mord auf Langeoog

TV-Kriminalfilm, D2013

23.30 Polizeiruf 110

Abschiedslied für Linda

TV-Kriminalfilm, DDR 1987

1.00 Alles Klara

Mord im Spukschloss. Krimiserie

ProSieben

11.55 2Broke Girls. Fremde Finger/Auf dem

falschen Raddampfer.Comedyserie 12.50

Mom. Der verschwundene Obstgarten. Comedyserie

13.15 Twoand aHalf Men. Ich wollte

immer einen Nacktaffen/Wo ist die Leiche,

Sir?/Es ist kein Frauenauto! Comedyserie

14.40 The Middle. Der Nebenjob/Der Super

Bowl. Comedyserie 15.35 The Big Bang Theory.

Die Kissen-Katastrophe/Das Placebo-Bier/

Business im Wohnzimmer.Comedyserie 17.00

taff. Moderation: Viviane Geppert, DanielAminati

18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons.

Vier Powerfrauen und eine Maniküre/Es war

einmal in Homerika. Zeichentrickserie 19.05

Galileo. Moderation: Aiman Abdallah

20.15 The Big Bang Theory

Das Zuchthengst-Dilemma

20.45 Young Sheldon Der Mathe-Notfall, das

Schlafzimmer-Problem und der Veteran

21.15 Die Simpsons

Rezeptfrei /Talent mit Pfiff

22.15 The Big Bang Theory

Das Vegas-Weekend. Comedyserie

22.40 The Big Bang Theory

Festgehalt statt Taschengeld

23.10 Late Night Berlin

Gast: Sido (Rapper)

Moderation: Klaas Heufer-Umlauf

11.30 Der Kleine Panda 12.15 Re: 12.50 Arte

Journal 13.00 Stadt Land Kunst 13.45 Im Juli.

Roadmovie, D/TUR 2000 15.50 +/- 5Meter

16.40 X:enius 17.10 Wie das Land, so der

Mensch 17.40 (für HG) Der Retter der Bienen

18.35 Mit dem Zug ... 19.20 Arte Journal

19.40 Re: 20.15 (für HG) Bronco Billy. Abenteuerfilm,

USA 1980 22.10 Liebhaber für einen

Tag. Drama, F2017 23.20 Lass dein Herz

sprechen. Dokumentarfilm,I/B 2016 0.25

Arte Journal 0.45 (für HG) Die Sieger. TV-Thriller,D1994

3.10 (für HG) Theos Tierwelt

3Sat

13.00 (für HG) ZIB 13.35 Unterwegs auf alten

Bahntrassen –Raderlebnis inNiederösterreich

14.00 Unser Österreich 14.45 (für HG) Universum

15.30 (für HG) Universum 16.15 (für HG)

Universum 17.00 (für HG) Universum 18.30

nano 19.00 (für HG) heute 19.15 Kulturzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Einstein

21.50 10vor10 extra 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 Der Ost-Komplex. Dokumentarfilm,D

2016 23.55 (für HG) Mein dickes Problem

0.25 10vor10 0.55 Sendung ohne Namen

1.20 Sendung ohne Namen 1.40 Kulturpiloten

Phoenix

17.30 phoenix der tag 18.00 Gefährlicher Roller-Rausch:

E-Scooter und die mobile Zukunft

18.30 Alte Bündnisse –neue Bedrohungen

19.15 Das Atomwaffen-Kartell –Ende der Abrüstung?

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Katastrophen, die Geschichte machten

21.45 Boeings Todesmaschinen 22.15

unter den linden. Der Druck der Straße –Die

emotionalisierte Republik? 23.00 phoenix der

tag 0.00 unter den linden. Der Druck der Straße

–Die emotionalisierte Republik? 0.45 Katastrophen,die

Geschichte machten

Kika

12.00 (für HG) Tashi 12.25 (für HG) Die Maus

12.55 (für HG) Insectibles 13.15 4½Freunde

13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10

Schloss Einstein 15.00 Jamie Johnson 15.30

Ein Fall für TKKG 16.40 (für HG) Geronimo Stilton

17.25 (für HG) Mascha und der Bär 17.35

(für HG) Belle und Sebastian 18.00 Der kleine

Nick 18.15 Kleine lustige Krabbler 18.35 Elefantastisch!

18.50 Sandmann 19.00 Tib &

Tumtum 19.25 (für HG) Wissen macht Ah!

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

20.10 Twin Teams –Die Geschwister-Challenge

Dmax

12.15 Border Control –Spaniens Grenzschützer

13.15 Canada Airport –Flughafen extrem

14.15 Abenteuer Survival 15.15 Ed Stafford:

Allein gegen die Wildnis 16.15 Die Zwangsvollstrecker

17.15 Asphalt-Cowboys 18.15 Steel

Buddies –Stahlharte Geschäfte 20.15 Die

Gebrauchtwagen-Profis 22.15 Diesel Brothers

23.18 Diesel Brothers 0.18 Die Gebrauchtwagen-Profis

1.15 So baut man Traumautos 1.40

So baut man Traumautos 2.05 Speed Is the

New Black –Hauptsache schnell!

5.02 hessenschau 5.30 Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Bauhaus in Brandenburg

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15

Alles Wissen 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Mehr Bürger an dieMacht?

20.00 Tagesschau 20.15 Das System Milch. Dokumentarfilm,D2017

21.47 Westpol 22.15 Markt

23.00 Tagesthemen 23.30 Wetter extrem 0.00

Kowalski &Schmidt 0.30 Europamagazin 1.00

Nachtmagazin 1.20 Puzzle 1.50 Schätze der Welt

2.05 Die Tagesschau vor20Jahren 2.23 Sachsen-

Spiegel 2.53 Extra 3.02 Aktuelle Stunde 3.47

Extra 4.02 Brandenburgaktuell

ONE

10.35 Lindenstraße 11.05 Großstadtrevier 11.55

Sturmder Liebe 12.40 Sturmder Liebe 13.30 Um

HimmelsWillen 14.20 Utta Danella –Wenn Träume

fliegen. TV-Liebesdrama, D2008 15.50 Großstadtrevier

16.40 Hot in Cleveland 17.00 Hot in

Cleveland 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturm der

Liebe 20.15 GrandHotel 21.00 Grand Hotel

21.45 Seriös–Das Serienquartett 22.30 Private

Eyes 23.10 Hot in Cleveland 23.30 Hot in Cleveland

23.50 Der Bozen-Krimi:Gegendie Zeit. TV-

Kriminalfilm, D2019 1.20 Grand Hotel 2.05 Grand

Hotel 2.50 Private Eyes 3.35 kinokino 3.50 Hart

aber herzlich 4.40 Lindenstraße

ZDF NEO

9.00 Lafer! Lichter! Lecker! 9.45 Bares fürRares

10.35 Bares für Rares 11.30 Bares fürRares –

Lieblingsstücke 12.15 Monk 13.35 Psych 15.00

Monk 16.20 Psych 17.45 Bares für Rares –Lieblingsstücke

18.30 Bares für Rares 19.20 Bares

fürRares 20.15 (fürHG) Inspector Barnaby.

Mord –nur fürMitglieder.TV-Kriminalfilm, GB

2009. Mit John Nettles, JasonHughes, Jane Wymark

21.45 (für HG) Inspector Barnaby. Morden

ist auch eine Kunst. TV-Kriminalfilm, GB 2009. Mit

John Nettles, JasonHughes, Jane Wymark 23.20

Scott &Bailey 0.50 Spooks–ImVisier des MI5

1.45 heute-show 2.15 Shapira Shapira 2.45 Terra

X 3.35 TerraX4.20 TerraX

ZDF INFO

6.35 Daswar dannmal weg 8.50 Mördernauf der

Spur 9.50 Täterjagd 12.50 Die Welt derAntike

14.20 (für HG)Terra X 15.05 (für HG) TerraX

15.50 (für HG) TerraX16.35 (für HG) TerraX

17.15 Momente derGeschichte 18.05 Momente

derGeschichte 18.45 Wunder derBaukunst

19.30 Wunder der Baukunst 20.15 Genial konstruiert

20.55 Genial konstruiert 21.40 Genialkonstruiert

22.25 Genial konstruiert 23.10 Superjet

Concorde 23.55 Superjet Concorde 0.35 (für HG)

heute-journal 1.05 Das unterirdische Reich 2.35

Die Geheimprojekteder Nazis 3.20 Himmelfahrtskommando

–ImKajak gegen dieNazis 4.00 (für

HG) DieSuche nachHitlers„Atombombe”

Radio

KLASSIK

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Fjodor Schaljapin. „Dieser

Mensch ist gelinde gesagt ein Genie...“ schrieb

Maxim Gorki über diesen Künstler,als er ihn

zum ersten Mal singen hörte. Er bewunderte

die ungeheuerliche, fast dämonische Gewalt,

mit der sich der Sänger die Zuhörer untertan

machte., ca. 56 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Der Komponist Philippe

Manoury. Er gilt als Wegbereiter und Forscher

auf dem Gebiet der Musik mit Live-Elektronik.,

ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Tage Alter Musik Regensburg 2019 Miserere-

Vertonungen. Acappella-Werke über den Bibel-Psalm

51 von Gregorio Allegri, William

Byrd, James MacMillan u.a. Die Engländerin

Suzi Digby ist eine sehr erfahrene und schon

in vielen Ländern aktive Chorpädagogin und

-leiterin. Vor fünf Jahren startete sie ihr bisher

größtes Projekt: Sie gründete das Vokalensemble

ORA Singers, um mit ihm acappella-Werke

der Renaissance 100 in Auftrag gegebene

Neukompositionen gegenüberzustellen., ca.

105 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Einstand Von der Musikhochschule zu „Fridays

for Future”. Die Hornistin Isabel Hunter.,

ca. 30 Minuten

HÖRSPIEL

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Heilige Mörderin” Kriminalhörspiel nach

dem gleichnamigen Roman von Keigo Higashino.

Mit Peter Kurth, Sascha Icks, Sonja Beißwenger,Samuel

Weiss, Anne Müller,

Wolf-Dietrich Sprenger,Gerd Wameling,Tilo

Werner,Karoline Eichhorn, Hedi Kriegeskotte,

Julian Greis, Michael Prelle, Eva Gosciejewicz,

Marie Jung.Regie: Janine Lüttmann, ca. 57

Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Steffen Kopetzky: „Propaganda”

(16/29), Schauspieler lesen in Fortsetzung die

großen Werke der Weltliteratur., ca. 31 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Andrea Motis, die 23-jährige Katalanin

kann schon einen künstlerischen Lebenslauf

vorweisen, der viele ältere Kollegen vor

Neid glatt erblassen lassen könnte. Mit Ortrun

Schütz, ca. 30 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

In Concert Rolf Kühn Quartet: „Yellow &Blue”.

Mit Rolf Kühn (Klarinette), Frank Chastenier

(Klavier), Lisa Wulff (Bass), Tupac Mantilla

(Schlagzeug und Perkussion)., ca. 87 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 227 · M ontag, 30. September 2019 – S eite 28

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

Barack Obama (58) hat ja schon während

seiner Amtszeit angekündigt,

mal das Oktoberfest besuchen zu

wollen. Nunwar der frühereUS-Präsident

am Wochenende tatsächlich

in München, allerdings nicht zum

Hendl-Essen oder Maßkrug-Stemmen,

sondernals Stargast der Gründermesse„Bits

&Pretzels“. In Sachen

Wiesnplanung merkte Obama an,

dass der Besuch des Volksfests für

ihn schwierig sei: „Der Secret Service

wirdetwas nervös.“ Vielleicht könne

er sich verkleiden, mit falschem Bart

beispielsweise,witzelte er noch, bevorerwieder

abreiste –imGepäck

eine Lederhose,die er aber nur für

seine Frau Michelle tragen will.

Schade eigentlich.

Ed Sheeran (28) hat eine stressige

Tournee hinter sich, mit mehr als 250

Auftritten vorsieben Millionen Fans.

Wieder zu Hause,locken nicht etwa

Sofa und Netflix-Abo,sondernPinsel

und Leinwand. Ganz recht, der britische

Popstar ist unter die Maler gegangen

und zeigt auf Instagram eines

seiner farbenfrohen, großformatigen

Kunstwerke.„Hatte so viel Spaß

dabei. Wenn ich ehrlich bin, fühlte

ich mich ein bisschen nutzlos,sobald

die Tour beendet war“, schrieb

der Musiker.Jetzt wolle er aber Winterschlaf

halten. Vermutlich ein Nickerchen,

bevor er einen Roman

schreibt und eine Oper komponiert.

Angelina Vogt (25) ist jetzt die oberste

Miss Most, man könnte auch sagen,

die First Lady des Rebensafts –oder,

wie es ganz offiziell heißt: Deutsche

Weinkönigin. DieErnährungswissenschaftlerin

und angehende Winzerinvom

Anbaugebiet Nahe findet

das seit 1949 existierende Amt „moderner

denn je“ und kündigte eine

aktiveRegentschaft mit politischen

Akzenten und durchaus bestechenden

Ideen an: „Ich würde gerne 100

Flaschen Nahewein zollfrei an Donald

Trump schicken, weil ich ihm

zeigen möchte,dass man nicht alles,

was gut ist, im eigenen Land herstellen

kann.“ Wirfreuen uns schon auf

Trumps Twitter-Reaktion.

Hicks!

(avo.)

TIERE

Trägt Rot,

trinkt Rot:

Angelina Vogt.

Ein Bootsfahrer entdeckte das eingeklemmte

Tier.

DPA

DPA

In höchster Not: Als viel beschäftigter

Stadtfuchs kann man seine Augen

nicht überall haben. Manmuss im

Müll wühlen, Ratten jagen und aufpassen,

dass man nicht überfahren

wird. Unser Streuner hier brachte

sich jedoch in eine ganz andereGefahrenlage:

Er geriet am Dortmund-

Ems-Kanal zwischen eine Spundwand

und eine Aufstiegsleiter.Die

Dortmunder Feuerwehr musste ausrücken,

um das eingeklemmte, panische

Tier zu befreien. Nach seiner

Rettung suchte der Fuchs sofortdas

Weite.Nie wieder Kanaltouren! (avo.)

„Mir gefällt

die

Disziplin“

Ralph Fiennes über Ballett, Rudolf

Nurejew und die russische Mentalität

Der Meister des durchdringenden Blickes: Ralph Fiennes.

Ralph Fiennes eilt der Ruf

voraus, kein leichter Gesprächspartner

zu sein.

Unssowird auch beim Interview

zu seinem neuen Film „The

White Crow“ (jetzt in den Kinos)

über die Ballett-Legende Rudolf Nurejew

wenig gelächelt oder gar gelacht.

Der 56-jährige Brite, der mit

Filmen wie „Schindlers Liste“ oder

„Der englische Patient“ berühmt

wurde und längst auch selbst Regie

führt, nimmt sein Gegenüber genau

in den Blick –und spricht hochkonzentriert

lieber über Kunst und Politik

als über Privates.

Mr. Fiennes, „The White Crow“ spielt

über weite Strecken in Russland. Was

verbindet Siemit dem Land?

Ich war 1997 zum ersten Mal in

Russland und habe damals alles begierig

aufgesogen: die Sehenswürdigkeiten

in Moskau, die Tretjakow-

Galerie, die Fahrt imNachtzug nach

Sankt Petersburg, das auch im April

noch ganz in Schnee gehüllt war …

Die touristischen Aspekte sind das

eine, die russische Mentalität noch

einmal etwas ganz anderes …

In der Tat. Mich beeindruckt immer

wieder, wie schnell in Russland

ein Gespräch zu einer intensiven,

tiefschürfenden Debatte über den

Sinn des Lebens wird. Undselbst ein

jahrhundertealtes Kunstwerk mit einer

Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit

diskutiert wird, als ginge es um

Tagespolitik. Diese tiefe Hingabe,die

viele Russen gegenüber einem Sinn

und Zweck des Lebens empfinden,

beeindruckt mich immer wieder

sehr. Ich weiß noch, wie ich mal einer

Gruppe russischer Freunde erzählte,

ich würde ein paar Wochen

Pause einlegen und meine Batterien

neu aufladen. Die guckten mich alle

irritiert anund meinten, das könne

ich doch auch noch machen, wenn

ich tot sei. Dieses bedingungslose

Weitermachen und Durchhalten in

Russland, das finde ich schon toll.

Darüber lässt sich ja ganz gut der Bogen

zur Disziplin schlagen, die im

Ballett so wichtig ist. Haben Sieselbst

mal getanzt?

ZUR PERSON

Ralph Fiennes wurde 1962 in der ostenglischen Küstenstadt Ipswich geboren. Er stammt aus

einer Künstlerfamilie, sein Bruder Joseph ist ebenfalls Schauspieler,seine Schwester Martha

Regisseurin. Besonders eindrucksvoll ist Fiennes in der Rolle des Finsterlings –etwa als Harry

Potters Erzfeind Lord Voldemortoder als KZ-Kommandant Amon Göth in „Schindlers Liste“.

Als Regisseur gabFiennes 2011 mit dem Historiendrama „Coriolanus“ sein Debüt. In der Nurejew-Biografie

„The White Crow“, die in Russland, Kroatien, Serbien und Frankreich gedreht

wurde, übernahm er neben der Regie auch die Rolle vonNurejews MentorAlexander Puschkin.

Oh nein, ich bin ein fürchterlicher

Tänzer.Und es ist auch nicht so,dass

ich „The White Crow“ gedreht hätte,

weil ich ein großer Ballett-Fan wäre.

Siekönnen damit nichts anfangen?

Doch, und gerade durch die Arbeit

am Film habe ich das Ballett mehr

schätzen und lieben gelernt denn je.

Aber zunächst war Nurejews Profession

der Grund, warum ich den Film

um ein Haar nicht gedreht hätte. Er

faszinierte mich als Persönlichkeit,

aber von Ballett hatte ich keine Ahnung.

Ichwusste nicht, wie ich das inszenieren

soll. Also habe ich mir Hilfe

gesucht: erfahrene Tänzer und Choreografen,

die mich auf jedes Detail

hinwiesen, das nicht stimmte.

Und was genau lieben Sie heute am

Ballett?

Mir gefällt die Disziplin, die beim

Ballett gefragt ist. Wieder Körper mit

aller Hingabe darauf trainiert wird,

eine ganz spezifische Bewegung hinzubekommen

–das ist bemerkenswert.

Undwas interessierte SieanNurejew?

Ganz konkret war es die Geschichte

seines Überlaufens, als er

während eines Paris-Aufenthalts der

Ballettkompanie 1961 beschloss,

nicht in die Sowjetunion zurückzukehren.

Das ist ein Moment, der

seine ganze Kompromisslosigkeit

zeigt. Die bedingungslose Leidenschaft,

mit der er für seine Kunst,

aber eben auch seine Überzeugungen

eintrat. Dass in dieser Entwicklung

nicht immer nur die angenehmen

Seiten seiner Person zutage treten,

machte Nurejew als Filmfigur

natürlich umso reizvoller.

Bloß nichts verschütten!

IMAGO IMAGES

IstNurejewinRussland eigentlich ein

Reizthema?

Er gilt natürlich als einer der größten

russischen Künstler aller Zeiten,

daran hat auch seine Flucht in den

Westen nichts geändert. Problematisch

ist, was sein offizielles Standing

angeht, eher seine Homosexualität.

Um das Thema schlich man auch

immer herum, als es darum ging,

womöglich russische Finanziers für

den Film ins Boot zu holen. Da kamen

dann Fragen wie: „Spielt Nurejews

Privatleben im Film eine Rolle?“

Darinzeigt sich, wie viel Angst solche

Regime davor haben, dass Künstler

ihre persönliche Freiheit ausleben

und präsentieren. Sie könnten ihre

Mitmenschen inspirieren, in ihnen

Hoffnung wecken und sie provozieren.

Daran ist einem Regime nicht

gelegen, wobei es letztlich natürlich

genau darin seine Schwäche zeigt.

Sie interessieren sich sehr für Politik.

Welche Themen treiben Sieum?

Dieeuropäische Idee liegt mir sehr

am Herzen. Undausgerechnet meine

Heimat steckt beschämenderweise in

einer großen Identitätskrise, was das

Verhältnis zu Europa angeht. Ich bin

Engländer, aber fühle einen starken

Bezug zu einer gewissen europäischen

Mentalität und Kultur.Und ich

bin sicher,dass der dahinterstehende

Zusammenhalt, der gemeinsame

Kampf für eine transparente,liberale

Demokratie immer etwas Gutes war.

Gerade jetzt ist es wichtig, sich intensiv

darüber auszutauschen, was Europa

heute noch bedeutet. Dass England

nicht mehr mit am Tisch sitzen

wird, um darüber zu diskutieren,

macht mich traurig.

Interview: Patrick Heidmann

Kellnerwettläufe haben in Frankreich Tradition. Sie sollen den Beruf aufwerten –sowie am Wochenende in Limoges

VonBirgit Holzer,Limoges

Das Geheimnis besteht darin,

nicht zu schnell zu laufen. Man

muss strategisch denken.“ Laëtitia

Wolfersperger hat ihr Trikot schon

angezogen: eine schwarze Kellnerschürze

mit der Startnummer 24.

Gleich wird sie ein Tablett in die

Hand nehmen, auf der eine Colaflasche,ein

halb gefülltes Glas und eine

Kaffeetasse stehen, und mit 130 weiteren

Wettbewerberndurch Limoges

laufen. 4,4 Kilometer über Kopfsteinpflaster

und betonierte Straße, ohne

etwas zu verschütten oder gar das

Geschirr zu Bruch gehen zu lassen.

Startnummer 24: Laëtitia Wolfersperger

beim Wettlauf der Servierkräfte. BIRGIT HOLZER

Die 45-Jährige nimmt seit Jahren

am Wettlauf der Café-Kellner in Limoges

teil. Zwar gibt es im ganzen

Land regionale Rennen dieser Art,

doch in der Stadt im französischen

Zentralmassiv findet seit neun Jahren

der nationale Wettbewerb statt.

Wolfersperger hat sich in ihrer Heimatstadt

Belfort qualifiziert, die mit

zehn Läufern vertreten ist. Sie selbst

arbeitet nicht als Bedienung, sondern

ist Hoteldirektorin, doch verwandte

Berufe aus der Gastronomie

sind zugelassen bei dem Rennen,

das eine lange Tradition hat.

Der Ursprung aller Kellnerwettläufe,bei

denen es um Geschwindigkeit,

Geschick und Haltung geht, soll

1920 in Paris liegen. Heute stellen

Kaffee- und Getränkehersteller ihre

Stände am Rande der Veranstaltung

auf. Zu verdanken ist das Frédéric

Fayette von der örtlichen Industrieund

Handelskammer,der das Metier

aufwerten will: „Im Fernsehen drehen

sich viele Sendungen um Köche

oder Konditoren, dabei sind die Kellner

genauso wichtig, um die Restaurants

am Laufen zu halten.“

Es gebe in dem Bereich Jobs, er

wolle junge Leute für den Beruf interessieren

und zugleich Limoges

bewerben –selten kommt das Städtchen

einmal in die Nachrichten.

Festnahme

nach Attacke

in Göttingen

Gegen Frank N. wird wegen

zweifachen Mordes ermittelt

Nach einer Messerattacke auf

zwei Frauen im niedersächsischen

Göttingen ist der wegen Mordverdachts

gesuchte Mann am späten

Freitagabend festgenommen worden.

Dem 52-jährigen Frank N. wird

vorgeworfen, am Donnerstag zunächst

eine 44-jährige Bekannte getötet

zu haben. Eine 57-jährige Arbeitskollegin

des ersten Opfers erlag

laut Polizei in der Nacht zum Sonnabend

ihren schweren Verletzungen.

Frank N. hatte den Ermittlungen

zufolge seiner 44-jährigen Bekannten

am Donnerstag aufgelauert und

sie auf offener Straße mit einem

Brandbeschleuniger überschüttet

und angezündet. Als die Frau versuchte

wegzulaufen, stach er mehrfach

mit einem Messer auf sie ein,

wie die Behörden am Wochenende

auf einer gemeinsamen Pressekonferenz

vonPolizei und Staatsanwaltschaft

mitteilten. Zudem habe er auf

die 57-jährige Frau eingestochen, die

ihrer Kollegin zu Hilfe kommen

wollte. Einem Passanten, der mit einem

Feuerlöscher der 44-Jährigen

helfen wollte, habe er diesen entrissen

und damit auf den Kopf der jüngeren

Frau eingeschlagen.

Außergewöhnliche Brutalität

Der Göttinger Polizeivizepräsident

Gerd Levin sprach von einer Tat„in

abscheulicher Artund Weise und mit

außergewöhnlicher Brutalität“. Während

die 44-Jährige kurznach der Tat

starb,war die 57-Jährige zunächst mit

lebensgefährlichen Verletzungen ins

Krankenhaus gebracht worden. Laut

Polizei verletzte Frank N. bei der Attacke

zwei weitereMenschen leicht. Berichte,wonach

es sich bei der getöteten

44-Jährigen um eine frühere Lebensgefährtin

von Frank N. handelt,

bestätigten die Ermittler nicht. Die

Rede war von einer seit eineinhalb

Jahren bestehenden Bekanntschaft,

von der sich der 52-Jähriger offensichtlich

„mehr erhofft“ habe.

Irritiert äußerten sich die Ermittler

darüber,dass N. nach der Messerattacke

am Abend mehrfach vongeliehenen

Handys bei der Polizei anrief

und sich nach seinem Opfer erkundigte.

Den Behörden zufolge

suchte er die Frau bereits am 20. September

auf und randalierte auf dem

Balkon der Wohnung, in der sich die

44-Jährige aufhielt. Es habe daraufhin

eine „intensive Gefährderansprache“

gegeben. Hinweise auf eine

drohende Gewalttat seien zu diesem

Zeitpunkt aber nicht erkennbar gewesen,

Frank N. habe auch bei der

Ansprache einsichtig gewirkt.

Der Mann hatte drei Haftstrafen

wegen Vergewaltigung hinter sich,

von der er die letzte, sechsjährige

Gefängnisstrafe 2001 verbüßt hatte.

Danach seien keine Vorkommnisse

mehr bekannt geworden. Gefasst

wurde Frank N. in einem Schnellrestaurant

in der Göttinger Innenstadt.

Passanten hätten ihn dort erkannt

und die Polizei informiert. Die Festnahme

erfolgte demnach durch eine

Zivilstreife,der 52-Jährige habe massiven

Widerstand geleistet und eine

Beamtin leicht verletzt. Gegen ihn

sei Haftbefehl wegen Mordes sowie

zu diesem Zeitpunkt noch wegen

Mordversuchs erlassen worden. Angaben

habe er gegenüber dem Haftrichter

nicht gemacht. Im Fall einer

Verurteilung droht Frank N. eine lebenslange

Freiheitsstrafe. Der Festnahme

war eine intensiveFahndung

mit rund 200 Beamten vorausgegangen.

Dabei war N. auch am Bahnhof

in Elze in der Nähe von Hildesheim

in einem Zug entdeckt worden,

konnte aber durch ein Fenster entkommen.

(AFP)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine