architektur_619_eMag

architekturonline.com

architektur - material und oberfläche - bauwirtschaft - planer - interior - design - architekt - baubranche - architekturlovers - architect - bauen - innendesign - retail - licht - edv - bim - 2019

architektur FACHMAGAZIN

06 2019

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

Sept./Okt. 2019

www.architektur-online.com

Material & Oberfläche

Material

& Oberfläche

© Adobe Stock/homydesign

© Adobe Stock/GOLFCPHOTO


A place

to retreat.

NEU

Showroom Wien Gumpendorfer Straße 15 / 9 1060 Wien

se:cube

Die Office Cube-Lösung

für offene Bürolandschaften.

sedus.com


www.architektur-online.com

3

Editorial

Material & Oberfläche

Was so leicht gesagt ist – Material und Oberfläche – kann auch zum Nachdenken

anregen. Nicht „oberflächlich mit Materialien“ umgehen, ist zwar nur ein einfaches

Wortspiel, aber wenn man bedenkt, dass Sand genauso wie Wasser (und das

sind immerhin wichtige Bestandteile bei der Herstellung von Beton) mittlerweile

weltweit zu raren Stoffen geworden sind, gewinnt es einen tieferen Sinn.

In diesem Zusammenhang steht auch das

2015 beschlossene Pariser Klimaabkommen,

es soll die Erderwärmung auf deutlich

unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen

Zeitalter beschränken. Dieses

Ziel ist möglicherweise noch erreichbar. Es

bedeutet aber, dass die Architektur bei Material

und Oberfläche sehr genau überlegen

muss, was sie wann und wo verwendet: Flächenversiegelung

vermeiden, Begrünung

fördern und nachhaltige Baustoffe einsetzen,

Reduktion der Bildmächtigkeit – das

wären einige Schlagworte dazu.

Dass Material und Oberflächen viel zur Gestaltung

von Architektur beitragen können,

sehen Sie an den Projekten dieser Ausgabe

des Fachmagazin architektur. In Chisinau im

ehemaligen Moldavien hat Architekt Maxim

Calujac ein Kulturzentrum entworfen. Architektonisch

liest es sich wie ein sehr überlegt

gestalteter Materialkatalog, so vielfältig sind

hier die Anwendungen und Oberflächen.

Das in Tokyo ansässige Architekturbüro

TERRAIN architects wählte den Eukalyptus

als identitätsstiftendes Baumaterial für

ein Restaurant in Uganda. Nicht nur, dass

das Holz ein lokales Baumaterial ist – es ist

auch extrem schnell nachwachsend und damit

sehr nachhaltig.

Mit einer großen Materialverliebtheit hat die

Architektin Laura Alvarez in Spanien eine

alte Steinruine zu einem, im Kontext stehenden

Schmuckstück verwandelt. Alle Bauteile

sind aus der Gegend und vor Ort verarbeitet.

Renzo Piano Building Workshop hat für einen

Hotel- und Wohnkomplex beim ehemaligen

Wiener Südbahnhof fünf individuelle,

vertikale Strukturen entworfen. Die einzelnen

Baukörper stehen auf neun Meter hohen

Stützen, schweben über der Erde und

haben eine Keramikfassade.

Und in Salzburg ist der Residenzplatz als

ein Projekt, das sich über viele Jahrzehnte

hingezogen hat, endlich (fast) fertig. Die

Architektengemeinschaft Erich Wagner/

Eduard Widmann belegte den Platz mit

Granitplatten und bezog – durch die nicht

versiegelte Oberfläche – auch ökologische

Kriterien mit ein.

Auch die internationalen Magazinbeiträge

befassen sich mit ungewöhnlichen und auch

aufregenden Materialien für Architekturen,

geografisch erstrecken sie sich von den Alpen

über die USA bis nach Asien. Die Kolumnen

und die Produkt News ergänzen wie immer

diese erste Ausgabe nach dem Sommer.

Eine spannende Lektüre wünscht

Peter Reischer

DISCOVER THE HEARTBEAT OF THE FUTURE

INFINITE

ALUMINIUM

HYDRO CIRCAL

www.wicona.com/infinitealuminium-circal

Follow the new HEARTBEAT #INFINITEALUMINIUM


architektur FACHMAGAZIN

Editorial 03

Start 08

Manifest für eine

schwindende Ressource

Magazin 12

Büro 34

Architekturszene 48

Bau & Recht 50

Materielle Entschleunigung 52

Villa Slow / Cantabria / Laura Alvarez

Ein Dach aus Eukalyptus 58

Yamasen Japanese Restaurant /

Kampala, Uganda / TERRAIN architects

Material schafft auch Kunst 64

ARTCOR – Creative Center /

Chisinau / Maxim Calujac

Die Wiedergeburt der 70

Vorfertigung

Sprzeczna 4 / Warschau /

BBGK Architekci

Wo einmal der 76

Südbahnhof stand

Parkapartments and Parkhotel am

Belvedere / Wien /

Renzo Piano Building Workshop

& NMPB Architekten

Ein Platz, seine Geschichte 80

und seine Oberflächen

Residenzplatz in Salzburg

RETAIL architektur 82

Produkt News 92

edv 128

Bau-CAD:

Neue Funktionen und Trends

4

52

64

70 76

Inhalt

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at) n REDAKTIONSLEITUNG mag. arch. Peter Reischer (rp)

MITARBEITER Linda Pezzei (lp), Dolores Stuttner, Mag. Heidrun Schwinger, DI Marian Behaneck, Mag. Matthias Nödl, Julia Mörzinger

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

MEDIASERVICE RETAILARCHITEKTUR Marion Allinger (marion.allinger@laserverlag.at)

GRAFISCHE GESTALTUNG Andreas Laser n WEB Michaela Strutzenberger n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 86,- / Ausland: € 106,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 56,- / Ausland: € 83,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 12,- / Ausland € 13,50

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

www.architektur-online.com

DRUCKAUFLAGE 12.000 n ÖAK GEPRÜFTE VERBREITETE AUFLAGE 11.155 (Jahresschnitt 2018) n Österreichs meist verbreitete Architektur-Fachzeitschrift


DER NEUE ŠKODA

SUPERB

Was wirklich zählt – Perfektion im Detail.

Der neue ŠKODA SUPERB zeigt mit seiner ausdrucksstarken Designsprache reichlich Selbstbewusstsein. Ein herausragendes

technisches Merkmal sind die innovativen Matrix LED-Scheinwerfer. Diese sorgen für noch mehr Sicherheit und Komfort.

Auch das Interieur vereint Qualität und Funktionalität. Der SUPERB SCOUT erweitert die ŠKODA Familie und tritt erstmals auch

im markanten Offroad-Look auf. Mit dem SUPERB iV mit Plug-in-Hybridantrieb feiert ŠKODA eine weitere Premiere und startet

in das Zeitalter der Elektromobilität. Lassen Sie sich bei einer Probefahrt von den sensationellen Neuheiten überzeugen.

Jetzt bei Ihrem ŠKODA Betrieb.

Symbolfoto. Stand 09/2019. Details bei Ihrem ŠKODA Berater.

Verbrauch: 4,2–7,1 l/100 km. CO 2 -Emission: 110–161 g/km.

skoda.at

facebook.com/skoda.at

youtube.com/skodaAT

instagram.com/skodaAT


MEHR DESIGN: Großzügige Glasflächen, unbegrenzte Farbvielfalt und

maximale Transparenz für optimalen Lichteinfall.

MEHR KOMFORT: Schnell, einfach und geräuschlos zu öffnen, perfekte

Wärmedämmung und Energiekosten senkend.

MEHR INNOVATION: Koppelbar mit Fingerprint, Funk oder iPad.


Mehr vom Leben sehen.

Mit innovativen Falt-, Hebe- und Schiebelösungen.

mehrvomlebensehen.com


architektur FACHMAGAZIN

8

Start

Manifest für eine

schwindende Ressource

Immer mehr Künstler nehmen sich in ihren Arbeiten der Probleme der Umwelt, des

Klimawandels und auch der sozialen Ungleichheiten auf der Welt an. Inspiriert von

den sich wandelnden geologischen und biologischen Formen und Systemen auf

der Welt, arbeitet der amerikanischen Künstler John Grade (geb. 1970 in Minneapolis,

lebt in Seattle) seit Jahren mit seinem Studio an immersiven, großformatigen

Skulpturen und Installationen in der Natur. Es sind oft Arbeiten, die in ihrer

Erscheinung an organische Architekturen erinnern. Die Kinetik, die Unbeständigkeit

und der Wandel sind ebenfalls zentrale Themen seiner Werke.

Text: Peter Reischer Fotos: John Grade Studio


www.architektur-online.com

Weltneuheit ONE by Josko.

9

Kompromisslos symmetrisch und nur halb so breit wie gewöhnliche Fenster und Türen.

Start

Die neue Avantgarde-Familie von


architektur FACHMAGAZIN

Frühere Projekte von Grade bezogen sich

auf Bergformationen, Waldgebiete in Guatemala

und die sich verändernde Landschaft

in der Arktis. In letzter Zeit nimmt er sich

vermehrt der Themen wie Stürme, Zerstörung

der Umwelt, Feuerkatastrophen und

Erdbeben etc. an. Aber immer stehen seine

Arbeiten in einem direkten Zusammenhang

mit der Natur, der Umwelt: sie verwittern,

zerfallen, geben so Rückschlüsse auf Vergängliches,

auch auf Prozesse. Und sie dienen

als Nahrung für Insekten und Vögel und

repräsentieren so den Wandel.

Auf einer kleinen Lichtung in einem italienischen

Wald kann man nun seine letzte

Installation bewundern. Das „Reservoir“

wirkt wie ein glitzernder Kronleuchter inmitten

der Pinienwipfel. Das Projekt befindet

sich im Arte Sella Skulpturen Park in

Borgo Valsugana, Südtirol und besteht aus

5.000 kleinen, tropfenförmigen Gefäßen,

aufgehängt an einem durchsichtigen Netz

zwischen den Bäumen. Beim Entwurf des

„Reservoirs“ hat sich Grade sehr genau mit

dem Ökosystem des Parks auseinandergesetzt,

um eine harmonische Eingliederung

in die Landschaft zu erzielen. Er studierte,

wie der Regen durch die Bäume zu Boden

fällt, wie die Baumkronen die einzelnen

Tropfen auffangen und langsam weitergeben

und wie ruhig und beschützt der Wald

während eines starken Regens wirkte.

Die Einzelteile der Skulptur bestehen aus

hitzeverformten Plastikstücken, welche

mit unter Dampf gebogenen Holzstücken

aus Zeder (aus Alaska) gefasst sind. Jeder

durchsichtige Plastiktropfen ist mit der Hand

geformt, der Künstler hat dazu 10 verschiedene

Personen beschäftigt, um eine möglichst

große Differenziertheit der Einzelteile

zu erreichen. Die Tropfen sind mit Nylongarn

10

an Fischernetzen befestigt, diese wiederum

werden mit rostfreien Stahlkabeln an den

Baumstämmen in Spannung gehalten.

Wenn nun Regen oder Schnee fällt, sammelt

sich das Wasser in den durchsichtigen

Taschen des Reservoirs und bildet so

die tropfenförmige Struktur aus. Langsam

wird die Installation schwerer und schwerer

und senkt sich herunter. Bei sonnigem

und warmem Wetter hebt sie sich wieder

in die Höhe, weil das gesammelte Wasser

verdunstet. Sie hebt und senkt sich je nach

atmosphärischem Niederschlag. Spiralfedern

begrenzen den vertikalen Hub in der

Bewegung so, dass das Reservoir immer

in mindestens drei Meter Höhe über dem

Waldboden schweben bleibt. Die trockene,

ungefüllte Skulptur wiegt in ihrer Originalkonfiguration

ca. 31 kg, gefüllt kann sie bis

zu 360 kg schwer werden. Sie dient als Wasserreserve

für die unmittelbare Umgebung:

Wenn das in ihr enthaltene Wasser verdunstet,

erzeugt die Feuchtigkeit eine die Vegetation

des Waldes fördernde Atmosphäre.

Start

Es ergeben sich mehrere intellektuelle, aber

auch ganz praktische Zugänge zu diesem

Kunstwerk. John Grade macht damit auf

den Prozess des Verlustes einer natürlichen

Ressource aufmerksam. Einerseits

ist damit der Naturraum Wald gemeint, andererseits

aber auch das Wasser, welches

in vielen Ländern bereits zur Mangelware

wird. Weltweit haben etwa vier Mrd. Menschen

bzw. zwei Drittel der Weltbevölkerung

mindestens einen Monat im Jahr nicht

ausreichend Wasser zu Verfügung, sodass

sie unter schwerer Wasserknappheit leiden.

Diese Installation kann mit ihrer Schönheit

und Grazilität ein Bewusstsein für den Wert

von (Regen)Wasser hervorrufen.

Es ist aber auch ein (künstlerischer) Aufruf,

sorgsamer mit der Ressource Wasser umzugehen.

Es zu schätzen und achtsam zu

behandeln, nicht einfach in Kanäle zu leiten,

sondern es der Natur nach Möglichkeit wieder

zurückzugeben.


Brillux Softfeel

Weil gute Gestaltung

auch etwas mit

Gefühl zu tun hat.

Transparente Veredelung

für farbig lackierte Flächen

Fühlbar matt und sichtbar edel.

Mit Brillux Softfeel lassen sich größere Flächen oder raffinierte Akzente besonders

in Szene setzen. Eine neue, hohe Wertigkeit entsteht und bietet eine besondere

haptische Erfahrung für viele Anwendungen. So eröffnet Brillux Softfeel jedem

feinfühligen Gestalter ganz neue Möglichkeiten.

www.brillux.at/softfeel


architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Geboren

in den Alpen

„On Mountain Hut“ befindet sich in 2.500 Meter Seehöhe, auf Europas

einziger Dreifachwasserscheide, zwischen dem Piz Lunghin und dem

Lunghin-Pass im Engadin, auf dem Dach Europas.

Fotos: On | Anne Lutz & Thomas Stöckli

Schon dort hinauf zu gelangen, ist eine Herausforderung,

die nur zu Fuß zu bewältigen ist. Die Kabine

ist komplett selbstversorgend und produziert auch

keinen Abfall: Eine Unterkunft für zwei Personen,

konstruiert aus nachhaltigen Materialien im Einklang

mit der alpinen Umgebung. Die Energieversorgung

wird über Solarzellen am Dach gewährleistet, ebenso

befindet sich hier ein Regenwasserkollektor – er

sammelt und filtert den Regen und Tau. Entworfen

wurde diese Architektur von Thilo Alex Brunner,

Head of Design der Firma On (bekannt für hightech

Laufschuhe). Die Konstruktion ist hauptsächlich

aus Holz, nur die Außenverkleidung besteht aus

reflektierenden Metallplatten, so fügt sich die Miniarchitektur

perfekt in die alpine Umgebung ein. Die

Fensterrahmen sind auch aus Metall. Alles ist leicht

zusammenzubauen und auch wieder zerlegbar. Der

schönste Platz, um die Aussicht in das Alpenpanorama

zu genießen, ist neben dem – auf einer kleinen

Mezzaninebene befindlichen – Bett, sicher die Holzstufe,

welche zugleich Sitzbank und Eingang bildet.


www.architektur-online.com

13

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

14

Magazin

Erdmaterial

Auch in den entferntesten Winkeln der Erde, wie dem Wüstenort Bluff in Utah,

entsteht Gemeinschaft. Umgeben von nichts als Sand und roten Felsen am Horizont,

hat sich die Ortsgemeinschaft dazu entschlossen, ein Kommunikationszentrum samt

Versammlungsort und öffentlicher Grillstation zu errichten.

Fotos: Dana Sohm

Der Platz soll für die alljährlich hier stattfindenden

Heißluftballontreffen als Eventzentrum genutzt

werden können. Als erstes errichtete das Team von

DesignBuildBLUFF eine große Küche mit einer öffentlich

zugängigen, über vier Meter langen Grillstation.

Die Architektur soll als Zentrum für Events, Kochen,

Musikveranstaltungen und Erholung dienen. Den Masterplan

für die weitere Entwicklung gibt es auch schon.

Ungefähr 40 m 2 groß ist diese „Fire Mesa“ (sie kann

auch gemietet werden) und sie ist aus recycelten,

gebrauchten und lokalen Materialien konstruiert. Die

Wände sind in einem langdauernden Prozess, unter

kräftiger Mitwirkung der Bevölkerung, aus Erde und

Lehm der Umgebung entstanden. Sie schützen die

Küche vor der Wüstensonne und den starken Winden

und temperieren das Innere durch ihre thermische

Masse. Die Konstruktion aus gestampfter Erde

(rammed earth) war die Gelegenheit, eine dauerhafte

Bautechnik unter Verwendung eines billigen, lokalen

Materials einer größeren Gruppe der Bevölkerung

nahe zu bringen. Die Mauern erzählen mit ihren

Schichten die Story der Entstehung und die Oberflächen

verleiten zum Angreifen, zum Tasten.

Viele der anderen Baumaterialien wurden gespendet

oder recycelt und es wurde auch improvisiert. Die Unterseite

der Auskragung des Daches ist mit gewellten

Metallplatten, die bei einem anderen Projekt übrig

geblieben sind, verkleidet. Die Metallfenster sind von

einem Abbruchobjekt und die Deckenbalken sind angekohlt,

um sie vor der Witterung zu schützen. Trotz

(oder vielleicht gerade wegen) der beschränkten Materialpalette

– alles musste erschwinglich sein – fügt

sich die „Fire Mesa“ mit ihren dunklen, erdigen Tönen

gut in den Kontext der Umgebung ein.


15

LED-Flächenscheinwerfer mit bandförmiger oder breitstreuender

Lichtstärkeverteilung, Schutzart IP 65. Sie überzeugen

durch kompakte Form, hohe Lichtausbeute, lange Lebensdauer

und Wahlmöglichkeit der Farbtemperatur. Ideal für

die gleichmäßige Ausleuchtung von Flächen und Fassaden.

BEGA Leuchten GmbH – Competence Center Innsbruck

Grabenweg 3 · 6020 Innsbruck · Telefon 0512 34 31 50

Fax 0512 34 31 50 89 · info-austria@bega.com · www.bega.com

www.architektur-online.com

Magazin

Das gute Licht.

Für die helleren Plätze.


architektur FACHMAGAZIN

16

Magazin

Der Preis für energieeffizientes Sanieren

Für 36 Prozent aller CO 2 -Emissionen

in Europa ist der gedämmte wie ungedämmte

Gebäudebestand verantwortlich.

In Österreich ist Raumwärme mit

einem Anteil von 27 Prozent am energetischen

Endverbrauch einer der wesentlichen

Bereiche des Energieverbrauches.

Bei einer umfassenden thermischen

Sanierung des derzeitigen Bestandes ist

mehr als eine Halbierung des aktuellen

Energieverbrauchs möglich.

Zum zehnten Mal vergibt nun die ARGE

Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG

WDS) den ETHOUSE Award. Der Preis würdigt

Gebäudesanierungen, die ein gestalterisches,

auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes

Herangehen an Energieeffizienz unter Beweis

stellen. Bewertungskriterien sind die

Ausführungsqualität, der Umgang mit dem

Altbestand, die architektonische Umsetzung

sowie der Umfang der Energieeinsparung.

Einreichungen sind in den drei Kategorien

öffentliche und gewerbliche Bauten

sowie Wohnbau möglich. Neben dem Planer

werden auch die verarbeitenden Betriebe

ausgezeichnet. Der mit 12.000 Euro dotierte

Preis wird im März 2020 verliehen.

Einreichen können alle privaten und öffentlichen

Bauträger, ArchitektInnen und

PlanerInnen, städtische oder einfache Verwaltungsinstitutionen

(auch Gemeinden)

sowie Wohnbaugesellschaften mit Sitz in

Österreich. Eingereicht werden können

Objekte, die mit 14. November 2016 oder

später in Österreich fertiggestellt worden

sind. Ausschreibungsbeginn ist ab sofort,

Einreich ende der 14. November 2019.

Weitere Informationen sowie alle Einreichunterlagen

finden sich unter:

ethouse.waermedaemmsysteme.at

Wo Abkühlung in Wien notwendig ist

Auch der heurige Sommer hat es gezeigt:

Wetterextreme wie Hitzewellen

werden durch die fortschreitende Klimakrise

immer häufiger. Erstmals verfügt

die Stadt Wien mit der Hitzekarte über

Daten, die zeigen, an welchen Orten

in Wien Abkühlung am dringendsten

benötigt wird.

Das Besondere an der Hitzekarte ist, dass

auch das Alter der Bevölkerung berücksichtigt

wird. Denn Kinder, ältere Menschen

und Kranke sind von der Hitze besonders

stark betroffen. In der Karte wird also auch

die Hitzeverträglichkeit sichtbar. Heiße

Orte, an denen viele ältere Personen und

Kinder leben, werden rot hervorgehoben.

Daneben liefert die Hitzekarte Informationen

zur Beschaffenheit von Grünraum und

Wasser sowie mit welchen Temperaturen

zu rechnen ist. Die Hitzekarte weist zehn

Hitze-Gebiete aus, also Orte, die beson-

ders stark von der Hitze betroffen sind.

Ausgewertet wurde nach Zählbezirken.

Das ermöglicht der Stadtplanung, lokal gezielte

Maßnahmen umzusetzen.

Vorwiegend befinden sich die Gebiete in

Favoriten, Ottakring und Margareten. In

diesen Gebieten leben 47.000 von der Hitze

besonders stark betroffene Menschen.

Davon sind 20.000 Kinder (unter 14 Jahre)

und 27.000 ältere Menschen (über 65

Jahre). In Gebieten, wo viele Kinder unter

der Hitze zu leiden haben, macht es zum

Beispiel Sinn, Wasserspielplätze zu errichten.

Bei vielen älteren Personen bieten sich

beschattete Sitzbänke zum Verweilen, Einkaufstaschenabstellen

und Plaudern an.

Mit der Hitzekarte kann neben langfristig

geplanten Maßnahmen auch mit Sofortaktivitäten

schnell für Abkühlung gesorgt

werden, zum Beispiel mit mobilen Beschattungselementen

oder der Installation von

Sprühnebelbrunnen.

© ecoten


www.architektur-online.com

17

Magazin

DIE NEUE GENERATION 7000

PERFEKTION NEU DEFINIERT

WWW.MIELE.AT/GENERATION7000

# LifeBeyondOrdinary


+

architektur FACHMAGAZIN

Dialogreihe in Wien

Bereits 2009 hat GROHE die Dialogplattform

trends thesen typologien ins Leben

gerufen, die seitdem in unterschiedlichen

Städten und Metropolen gastiert

und jährlich eine internationale Architektenschaft

und die Real Estate Branche

interessierende Themen aufgreift.

In diesem Jahr beschäftigt sich die

Dialogreihe mit der Thematik „Analoge

Techniken für digitale Prozesse“. Drei

renommierte Entscheidungsträger werden

ihre Erfahrungen in der analogen/

digitalen Projektplanung präsentieren.

18

Computergestützte Planungs- und Fertigungsprozesse

dominieren zunehmend die

Arbeit in den Planungsbüros. Die integrale

Zusammenarbeit aller beteiligten Disziplinen

erfordert neues Denken – Kooperation

statt Konfrontation, weniger Distanz zwischen

Design, Fertigung und Realisierung.

Daten werden nur durch Zusammenarbeit

verwertbar. Architektur entsteht im Kopf

– durch digitale Werkzeuge wird sie kommuniziert.

In Zeiten neuer Technologien ist

gerade die Beherrschung analoger Techniken

die entscheidende Voraussetzung – sei

es im funktionalen, kreativen, sozialen und

politischen Bereich – ob sich Maschinen als

Magazin

die ersehnten Erfüllungsgehilfen erweisen.

Der Architekt bleibt der kreative Motor, Ideengeber,

Qualitätssetzer! Im Rahmen des

Events am 14. November 2019 ab 18 Uhr

werden diese und andere Fragen im „Thirty

Five – On Top of Vienna!“, in den myhive

Twin Towers thematisiert und diskutiert.

Nach den Vorträgen und einer das Publikum

einbindenden Diskussion lädt GROHE

zum Netzwerken bei Flying Dinner und Getränken

ein.

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist

nur nach vorheriger Anmeldung unter:

architektur@grohe.com möglich.

Martin Haas

haascookzemmrich STUDIO2050, Stuttgart

Elke Delugan-Meissl

Delugan Meissl Asssociated Architects/DMAA

Michael Lohmann

Delugan Meissl Asssociated Architects/DMAA

Neuer Vorstand

In der Generalversammlung des 1987 gegründeten

Aluminium-Fenster-Instituts wurde ein neuer Vorstand

gewählt. Der AFI-Vorstand besteht aus zwei Vertretern

des österreichischen Metallbaus: Obmann Thomas

Sattler von GÄNSWEIDER Metalltechnik GmbH und

Obmann-Stv. Wilhelm Pichler von Metallbau WAST-

LER GmbH. Die Position der Systemanbieter wird von

Philip König von ALUKÖNIGSTAHL GmbH und Michael

Schuller von HUECK Aluminium GmbH besetzt.

Das klar definierte Ziel der neuen Führungscrew wird

im Sinne des österreichischen Metallbaus und der

Oberflächenveredelungsbranche umgesetzt. Schon

jetzt ist klar: Frischer Wind ist angesagt. Unter der

bewährten Geschäftsführung von Harald Greger und

in enger Zusammenarbeit mit der Schwesterorganisation

AMFT in der Wirtschaftskammer Österreich.

Aluminium-Fenster-Institut

T +43 (0)1 9834205

office@alufenster.at

www.alufenster.at

© www.alufenster.at | Rudolf Fric

Der AFI-Vorstand vlnr: Philip König | Alukönigstahl GmbH (Beirat), Thomas Sattler |

Gänsweider Metalltechnik GmbH (Obmann), Wilhelm Pichler | Metallbau Wastler

GmbH (Obmann-Stv.), Michael Schuller | Hueck Aluminium GmbH (Beirat)


www.architektur-online.com

Windschutz

in London

Die Stadt London hat mittlerweile „Wind Microclimate

Guidelines“ herausgegeben. Diese sollen

Fußgänger und vor allem Radfahrer vor den starken

Winden (Fallböen), die durch die steigende

Zahl von Skyscrapern entstehen, schützen.

Architekturen über 25 Meter Höhe müssen ab nun

strengen Tests zur Vermeidung von Windeffekten

unterzogen werden. Die Gebäudemodelle müssen

Versuche im Windtunnel über sich ergehen lassen

und beweisen, dass in Gebieten in denen Restaurants

und Cafés sind, die Windgeschwindigkeit unter 2,5

m/sek liegt. Gehsteige dürfen keine Windgeschwindigkeit

über 8 m/sek und alles, was über 25 m/sek

liegt, Gehsteige dürfen keiner Windgeschwindigkeit

über 8 m/sek ausgesetzt sein. Alles, was über 25 m/

sek liegt, gilt als gefährlich für die Sicherheit von

Fußgängern. Momentan gilt das nur für die City of

London, aber es wird gehofft, dass die Bestimmung

auf ganz London ausgedehnt wird. Ausgangspunkt

war eine Studie, die festgestellt hat, dass Windböen

am Fuß von Rafael Viñoly‘s Walkie Talkie Skyscraper

Menschen zu Boden geworfen haben.

19

Magazin

Das revolutionäre

Schlafsystem

mit spezieller

Ausgleichstechnik

für höchsten

Schlafkomfort

garger.at

KÖRPER & SEELE IN BALANCE

www.wellinno.at


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Der Albtraum

Als 1986 der Super GAU, der größte anzunehmende Unfall in der ukrainischen

Kleinstadt Tschernobyl passierte, wurden weite Teile der heutigen Staaten Ukraine,

Weißrussland und Russland, aber auch von Ost- und Westeuropa sowie Skandinavien

kontaminiert. Die damals in kürzester Zeit errichtete Schutzhülle aus

Beton über der Atomruine von Block 4 war nach 10 Jahren bereits brüchig, einsturzgefährdet

und sollte mit einer weiteren Hülle umgeben werden. Über 25 Jahre

arbeitete man an der Entwicklung dieser Lösung.

Fotos: WZV / Kalzip GmbH

Sie besteht nun aus einer 86.000 Quadratmeter

großen, bogenförmigen Schutzhülle

aus Edelstahl Rostfrei, die jetzt endlich,

über 30 Jahre nach der Katastrophe, fertiggestellt

ist. Die Konstruktion der New Safe

Confinement (NSC) genannten Ummantelung

erinnert an einen Flugzeughangar

und spannt sich bogenförmig über den zerstörten

Reaktorblock und Betonsarkophag.

Entsprechend gigantisch sind ihre Abmessungen:

257 Meter breit, 150 Meter lang

und bis zu 105 Meter hoch. Sie setzt sich

aus zwei Teilbögen zusammen. Ein Fachwerk

aus Stahlrohren, die von zwei längs

verlaufenden Betonträgern gestützt werden,

formt den Rahmen dieses Bogens. Seine

mehrschichtige Verkleidung aus Edelstahlblechen,

Kunststoffmembranen und

Isolierschichten soll verhindern, dass Regen

oder Schnee in den neuen Sarkophag eindringen

und zuverlässigen Schutz gegen

radioaktive Emissionen bieten. So muss sie

trotz ihrer gigantischen Größe erdbebenfest

sein und Windsogkräften der Tornado-

klasse 3 – also Windgeschwindigkeiten bis

zu 340 Stundenkilometern – standhalten.

Die Außenhülle besteht aus rund 700 Tonnen

nichtrostendem Edelstahlblech der Güte

1.4404, das mit 0,5 Millimeter Blechdicke als

Stehfalzsystem verarbeitet wurde. 500 Tonnen

0,5 Millimeter dicker Edelstahl in der

Legierung 1.4301 bilden die Innenschale als

Paneelsystem. Aus Strahlenschutzgründen

wurden alle Profile und Paneele auf mobilen

Produktionseinheiten in Containern vor Ort

in Tschernobyl hergestellt und verarbeitet.

So wurden allein 4.800 Bahnen Blech aus

Edelstahl zu 30 Zentimeter breiten und bis

zu 100 Meter langen Streifen geschnitten

und durch Spezialmaschinen mit dem Stahlrohrrahmen

mechanisch verbunden. Über

drei Millionen Spezialschrauben aus demselben

Material kamen dabei zum Einsatz.

Neben ihrer werkstoffbedingten Beständigkeit

sprach die Effizienz der Montage für

die vier Zentimeter langen Bohrschrauben

aus Chrom-Nickel-Stahl mit Bohrspitze aus

gehärtetem Stahl und einem Dichtring aus

Gummi. In nur einem Arbeitsschritt bohrten

sie die benötigten Löcher, schnitten die Gewinde

und verschraubten die Bauteile zugleich

dicht miteinander.

Die Hülle wiegt 29.000 Tonnen – dreimal so

viel wie der Eiffelturm. Anders als diese berühmte,

über 100 Jahre alte Stahlkonstruktion

in Paris kann der neue Sarkophag für

den Unglücks-Reaktor aus Strahlenschutzgründen

jedoch nicht alle sieben Jahre mit

Korrosionsschutz gestrichen werden. Deshalb

erhielt er ein aufwendiges Belüftungssystem,

das computergesteuert die Korrosion

verhindern soll. Zwischen der Innen- und

Außenschale befindet sich ein 13 Meter tiefer

Raum, in dem die Luftfeuchtigkeit konstant

unter 40 Prozent gehalten werden soll.

Dafür zirkulieren in ihm mit leichtem Überdruck

45.000 Kubikmeter Luft pro Stunde.

Eine konstante Temperaturdifferenz – die

Luft im Zwischenraum wird stets auf drei

Grad Celsius höher erwärmt als die Luft in

der gesamten Schutzhülle – beugt der Kondensation

vor.


www.architektur-online.com

21

Magazin

... und der Wachhund hat Pause!

Sicherheit - der meistgenannte Grund für die Investition in ein SmartHome

System. Mit Alarm- & Zutrittspaketen von Siblik SmartHome wird jedes Zuhause

und jedes Objekt zum sicheren Hafen, ohne ein Gefängnis zu sein.

Das ist Siblik. Das ist Siblik SmartHome.

smarthome.siblik.com


architektur FACHMAGAZIN

22

Magazin

Schmal, symmetrisch,

individuell

Modernes Wohnen hat viele Gesichter: vom offenen – und großzügig dimensionierten

Loft-Style bis zum minimalistischen nordisch-skandinavischen Stil, vom

trendig-funktionellen Industrial-Style bis zum von den Fifties und Sixties inspirierten

Retro- und Mid-Century-Look.

Deshalb hat Josko ein revolutionäres Fenster-, Schiebe-

und Innentürsystem geschaffen, das der Vielfalt

zeitgemäßer Wohnstile keinerlei Grenzen setzt: Mit

ONE by Josko hat das Unternehmen seinen bewährten

Systemgedanken und die Smart Mix-Philosophie

konsequent noch einen entscheidenden Schritt weiter

gedacht: Erstmals bietet ein Fenster- und Schiebetürsystem

eine nahezu unendliche Fülle an persönlichen

Gestaltungsmöglichkeiten, die das Fenster oder die Innentüre

selbst zum Einrichtungsgegenstand machen.

Grenzenlose Möglichkeiten für jeden Wohnstil

Möglich macht dies die ONE App, eine neue, ungemein

vielfältige Kollektion an individuell wählbaren

Applikationen für die Gestaltung der Rahmen des

Systems, die in den unterschiedlichsten Materialien

und Farben erhältlich sind. Oberflächen in echtem

Stahl, gebürstetem Aluminium, Glas oder Beton-Optik

harmonieren z.B. optimal mit der reduzierten Farb-

und Materialästhetik von Loft- oder Industrial Style.

Applikationsoberflächen in edlen Holzarten wie z.B.

deutsche Nuss, Eiche, Wildeiche, Fichte, Oregon oder

Lärche lassen sich wiederum ideal mit der warmen

Farbwelt von Retro- und Vintage-Looks, mit klassischen

Einrichtungsstilen oder sogar mit dem modern-rustikalen

Landhaus-Look kombinieren.

Minimalistisch schlank und charaktervoll

Neben der innovativen ONE App-Option sorgen auch

das einzigartige Konstruktionsprinzip und die extrem

schlanke Optik von ONE für Harmonie. Mit kompromissloser

Symmetrie sind alle vier Rahmenteile rundherum

absolut gleich breit und sorgen konsequent für

ausgewogene Proportionen. Mit der superschlanken,

eleganten Ansichtsbreite von nur 5 cm werden Fenster

und Schiebetüren zu außergewöhnlichen Hinguckern,

die jede Wohnumgebung nach dem „Weniger

ist mehr“-Prinzip auf faszinierende Weise bereichern.

Josko Fenster

& Türen GmbH

T +43 (0)7763 2241-0

office@josko.at

www.josko.at


www.architektur-online.com

23

Die neue MyMotion

Kollektion ist da!

Magazin

Entdecken Sie MyMotion in Motion.

Laden Sie die kostenfreie ARTIVIVE-App im App Store.

Anschließend App öffnen, Smartphone-Kamera auf die

Anzeige richten und MyMotion im Video erleben.

Mehr Infos zur neuen Produktserie: neudoerfler.com


architektur FACHMAGAZIN

24

Magazin

Lindower 22

In Zeiten der Berliner Mauer war der Bezirk Wedding ein Arbeiterviertel des westlichen

Teils von Berlin. Später entstand hier ein Mix aus Migranten und verbleibenden

Berliner Einwohnern. Diese kulturelle Mischung ist auch heute noch ein

Kennzeichen der Gegend. Die fortschreitende Gentrifizierung der Nachbarbezirke

machte ihn plötzlich auch für die Stadtentwicklung interessant.

Fotos: Andrea Garzotto, Nick Ash

Er hat in den letzten Jahren eine Menge Künstler,

Kunstgalerien und Ateliers angezogen. Sie alle bemächtigten

sich der verlassenen Produktionsstätten

der ehemaligen Industrie. Heute hat der Bezirk ein

mit seiner Bevölkerung (die Hälfte hat einen Migrationshintergrund)

ein großes Entwicklungspotenzial

und spielt eine gewisse Rolle in der urbanen Zukunft

der Stadt.

Das Projekt Lindower 22 wurde von den Heim Bal Architekten

& Asastudio als Kulturprojekt auf dem Areal

der verlassenen Max Hasse Maschinen Fabrik entworfen

und erdacht. Es beinhaltet die Umwandlung

von mehr als 6.000 m 2 existierender Gebäude mit einem

Fokus auf Kreativräume für Kunstproduktion und

Ausstellungen. Zusätzlich entstehen 5.000 m 2 Mischnutzungen

auf dem engen und schmalen Grundstück

an der Seite der Fabrik: 27 Wohneinheiten, ein kleines

Theater, Ateliers und auf der Erdgeschossebene Gemeinschaftsräume,

Cafés und Restaurants.


www.architektur-online.com

25

Magazin

Der Prozess der Transformation reduzierte

sich auf die notwendigsten Eingriffe und

möglichst wenig neue Substanz. Das Resultat

sind klare und reine architektonische

Räume, die kein ikonisches Statement benötigen.

Eine Architektur, die auf der Geschichte

aufbaut, statt sie auszulöschen.

Der größte, 4-geschossige, L-förmige Baukörper

erhielt einen zweigeschossigen Aufbau

am Dach, verkleidet mit reflektierenden,

gebürsteten Metallplatten. Er unterscheidet

sich klar von der alten Originalarchitektur.

Eine neue Treppe aus Stahlbeton,

sie war durch den Brandschutz notwendig

geworden, dient nun als Hauptzugang. Alle

Neuerungen im Inneren sind durch weiße

Farbe oder durch die Klarheit der Materialien

gekennzeichnet – so entsteht eine Differenzierung

zwischen Alt und Neu.

Das in der Mitte des Hofes frei stehende

Bauwerk, mit der Bezeichnung „Kathedrale“,

enthält Ausstellungsbereiche, Büros und

zwei neue Grünterrassen, im dritten Stock

befinden sich loftähnliche Wohneinheiten.

Die Ziegelfassade ist erhalten und nur – wo

notwendig – ausgebessert worden.

Der Teil des Komplexes an der Straßenseite,

ein existentes Wohnhaus, wurde erneuert

und mit einem Zusatz für vier Wohneinheiten

versehen. Ein schmales Geschäft auf

der Straßenebene dient als Bibliothek. Dieser

Teil des Ensembles schafft die Verbindung

vom industriellen Kern zur Öffentlichkeit

hin. Der Neubau ist niedriger gehalten,

um mehr Licht für die dahinter stehenden

Bauten zu gewährleisten.

PREISE WIE VOR 60 JAHREN!

Jetzt bestellen und wie vor 60 Jahren

keine MwSt. zahlen!* Ihren HELLA-Partner

finden Sie unter www.60jahre-hella.at

*-16,67% auf alle Brutto-Preise laut Preisliste. Angebot gültig bis 31.10.2019.


architektur FACHMAGAZIN

26

Magazin

Der Garten in der

Glaszitadelle

Direkt neben einer stark befahrenen Straße in Bangkok befindet sich auf einem

kleinen Grundstück das Verkaufs- und Präsentationsbüro für ein großes Wohnprojekt.

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Büro eines Mitbewerbers war eine

Bedingung des Auftraggebers, das Gebäude optisch eindeutig vom Konkurrenten

zu trennen.

Fotos: SPACESHIFT STUDIO


www.architektur-online.com

27

Magazin

Allein ein räumlicher Abstand war keine ausreichende

Lösung und das Team der Designer entschied

sich deshalb, das Bauwerk in seiner Orientierung von

dem Verkehrsweg weg zu drehen. So entstand nicht

nur ein Bruch in der dichten Urbanität, sondern auch

eine Grünfläche für die Passanten. Der Verkaufsraum

stellt also ein Stück seines eigenen Grundstückes

als Pocket-Park (AF 519) dem öffentlichen Raum zur

Verfügung. Zwei einfache, mehr oder minder rechteckige

Körper bilden eine ausgewogene architektonische

Komposition miteinander.

Einer der Kuben besteht aus ca. 20.000 Glassteinen,

er erscheint wie eine Festung aus Glas und enthält

in seinem Inneren einen versteckten Garten. Die Wirkung

der Fassade ändert ständig – je nach Sonnenstand

und Schattenwirkung der Bäume – ihr Aussehen.

In der Nacht sind die Steine von innen beleuchtet

und das Ganze wird zu einer riesigen Laterne aus

Glas. Die Glassteine sind rechteckig, nicht wie üblicherweise

quadratisch. Sie besitzen auch überstehende

Ecken und Kanten und somit verkleinern sie

die Dicke der Fugen von 10 auf 2 Millimeter. Dieses

spezielle Detail reduziert die optische Wahrnehmung

der Fugen und hilft so, den Eindruck einer durchgehenden

Glaswand zu erzeugen. Die durchgehenden,

waagrechten Mörtelfugen wiederum verkleinern den

Sonneneintrag durch die hochstehende Sonne in der

Sommerzeit, somit wird auch der Hitzeeintrag reduziert.

Die Luftschicht im Inneren der Glassteine wirkt

zusätzlich als thermische Isolierung.

Ein weiteres Entwurfskriterium war, einen friedlichen

Umraum im Inneren des Büros zu schaffen und

auch den Kontrast zur geschäftigen Außenwelt vor

der Eingangstüre zu betonen. Durch die acht Meter

hohen Glaswände, die den Garten umgeben, werden

der Verkehrslärm abgeschirmt und unliebsame Ausblicke

auf die Umgebung (die nicht sehr erfreulich

ist) vermieden. Am unteren Ende der Wände gibt

es einen Luftschlitz, so kann kühle Luft eindringen

und die erwärmte Luft wie in einem Kamin nach oben

abziehen. Die Bäume im Garten tragen zu einem Mikroklima

bei. Zusätzlich hilft ein Verdunstungssystem

an heißen Sommertagen mit, die Temperatur

zu kontrollieren. Die Raumwahrnehmung im Inneren

des Gebäudes ist ähnlich wie in einem Wohnraum mit

Ausblick ins Grüne – dank der überlegten und innovativen

Wahl und Verwendung der Baumaterialien.


architektur FACHMAGAZIN

28

Magazin

Aus Holz gebaut

Bis ins kleinste Detail haben die Schweizer Architekten Localarchitecture die neue

Mehrzweckhalle der Gemeinde Le Vaud unweit des Genfer Sees gestalterisch

durchgearbeitet. In der Außenansicht nimmt die ausdrucksstarke Kubatur mit

schrägen und gezackten Elementen und dunkler Metallverkleidung das Motiv der

Gipfel der naheliegenden Berglandschaft auf.

Fotos: David Matthiessen

Im Innenraum ist das Gebäude aufgrund der Vorgaben

für Sport- und Versammlungsstätten funktional

organisiert. Von allen Seiten fällt Tageslicht ins Gebäude

und der konsequente Einsatz des Werkstoffes

Holz verleiht dem Innenraum einen natürlichen Charakter.

Die 500 m² Dachfläche für die Halle wurde mit

280 mm hohen, vorgefertigten Flächenelementen realisiert.

Aufgrund ihrer guten statischen Eigenschaften

ermöglichen sie bis zu 8,40 m Spannweite und

können – in Sichtqualität ausgeführt – unverkleidet

im Raum sichtbar bleiben. Weitere 200 m² Flächenelemente

desselben Typs kamen auch beim Dachtragwerk

im Nebenschiff zum Einsatz, allerdings

mit einer Bauhöhe von 140 mm. Die Spannweiten

betragen hier maximal 3,60 m. Sämtliche Flächenelemente

wurden während der Produktion mit einem

Lichtschutz behandelt, um die helle und freundliche

Optik langfristig zu erhalten. Neben ihrer natürlichen

Anmutung und der hohen Tragfähigkeit sorgen diese

Holzelemente für eine ausgezeichnete Akustik in den

Räumen und schaffen damit eine hohe Aufenthaltsqualität

im neuen Gemeindezentrum.

Die hohe gestalterische Qualität der Holzarchitektur

hat auch die Jury des International Wood Award 2019

überzeugt: Im April 2019 wurde das Gemeindezentrum

auf dem Forum Bois Construction in Paris mit

dem internationalen Holzbaupreis ausgezeichnet.


www.architektur-online.com

29

Magazin

F E E L GO O D FA S S A D E N

IPASOL – STOPRAY - STOPSOL – SUNERGY

Ästhetische Fassadenverglasungen mit exzellentem

Sonnenschutz, hoher Wärmedämmung, perfekter

Sicherheit und maximaler Tageslichttransmission sind

seit vielen Jahren unser Antrieb und unsere Passion.

Denn natürliches Tageslicht kurbelt die Produktion von

Glückshormonen an, macht uns wach und hält gesund.

Darüber hinaus sammeln Sie mit unseren nach Cradleto-Cradle

zertifizierten Isolierglas-Produkten wertvolle

Punkte für LEED oder BREEAM.

Wir unterstützen die initiative-tageslicht.de

INTERPANE GLAS INDUSTRIE AG

Telefon: +49 5273 8090

info@interpane.com

www.interpane.com


architektur FACHMAGAZIN

30

Magazin

Nachher wie vorher

Die architektonische Bedeutung eines Pavillons ist die einer „Insel“, eines

Rückzugsortes für Besinnung, Vertiefung, ein Ort für Geistiges. Alle zwei

Jahre findet in Indien im Fort Kochi die Kochi-Muziris Biennale (KMB)

statt. Es ist immer das größte zeitgenössische Kunstfestival in Asien und

wird in verlassenen Fabriken und Lagerhallen, die als Galerien und Veranstaltungsräume

wiederverwendet werden, in Fort Kochi-Mattancherry, in

Kerala, Süd indien abgehalten. Jedes Mal wird ein Pavillon errichtet, um der

Filmkunst im Cabral Yard (Teil von Fort Kochi) einen Raum zu bieten. Auf

der KMB 2018 wurden die Anagram Architects damit beauftragt.

Fotos: Suryan//Dang

Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungsorten am

Gelände, gibt es im Cabral Yard keinerlei architektonische

Spuren der Vergangenheit oder Geschichte,

der Bereich ist eher dem Prozess einer Renaturierung

überlassen. Die Architekten betitelten ihren Entwurf

„Koodaaram“ oder Zelt und entwarfen einen halb

durchsichtigen, teilweise in der Umgebung versenkten

Rundbau für 420 Besucher. Entsprechend den

Kriterien der ortsüblichen (Kerala) Tempelbauten

enthält er Flechtwerk, Sockel und Dachvorsprünge.


www.architektur-online.com

31

Magazin

Die gesamte Konstruktion, ihr optisches Erscheinungsbild

verschleiert ihre Durchlässigkeit und ihre

Massivität, während sie gleichzeitig Licht von allen

Seiten in die Innenräume leitet und rundum seine

Zugänglichkeit ermöglicht. Indem es ein Pavillon

für alle Menschen wird, konterkariert die Architektur

die traditionelle Exklusivität, die mit derartigen

Kunstevents verbunden wird.

Die Architektur wurde in einer Rekordzeit von nur

zwei Monaten errichtet. Wände und Erdboden fließen

ineinander, alles kann zu 100% zerlegt und wiederverwendet

werden und der Ort bleibt nachher

unberührt (wie vorher) zurück und kann weiter

„verwildern“. Es ist das Gegenteil zu einer monolithischen

Bauweise und verbunden mit der Natur,

statt in Distanz zu ihr.

KlimaschutzFassade

Wer dämmt diffusionsoffen

zum besten Preis?

Baumit open ® air KlimaschutzFassade ist die kostengünstigste Möglichkeit,

atmungsaktiv zu dämmen und für ein gesundes Raumklima zu sorgen.

So bleiben Räume bei Hitze kühl und bei Kälte angenehm warm.

Optimal temperierte Wände erzeugen mehr Behaglichkeit im Sommer

und im Winter.

Baumit

open ® air

KlimaschutzFassade

i

m u a B

l

a e H t

L

y h t

v

i

g

n i

W E I N N E R E

M A S S E

D Ä M M E N

K L A S S E

I S T

F

I R S T

■ atmungsaktiv & kostengünstig

■ warm im Winter, kühl im Sommer

■ gesundes Raumklima

Ideen mit Zukunft.


architektur FACHMAGAZIN

32

Magazin

Kreislaufwirtschaft

am Bau

Im Süden Kopenhagens (Bezirk Ørestad) sind 20 neue Stadthäuser nach einem

Entwurf der Architekten der Lendager Group entstanden. An und für sich nichts

Ungewöhnliches, jedoch sind diese Architekturen aus Abfallmaterialien erbaut.

Das sieht man ihnen allerdings überhaupt nicht an.

Fotos: Rasmus Hjortshøj – COASR

Durch die Wiederverwendung von Abfall erhält das

Material einen zweiten Lebenszyklus, ganz im Sinne

der Nachhaltigkeit. Recycelter Beton für die Hülle,

neu genutzte, doppelt verglaste Fenster für die Fassade

und ausrangierte Tafeln eines Fußbodenbelages

für die Verkleidung der Hülle und die Fußböden im

Inneren. Alles Stoffe, die ansonsten auf der Mülldeponie

oder in der Verbrennungsanlage gelandet wären.

Deshalb auch der Projektname „Upcycle Studios“.

Die Architekten demonstrieren damit, wie man aus

Abfall durchaus ästhetische Architektur zum Wohnen

machen kann, ohne Kompromisse bei der Qualität,

dem Preis und der Energieeffizienz einzugehen. Der

Unterschied zu ähnlichen (Test)Projekten ist nämlich

der, dass die „Upcycle Studios“ für den Immobilienmarkt

konstruiert wurden und sich das Konzept auch

skalieren lässt. Es zeigt, wie sich Wachstum von der

Schadstoffemission entkoppeln lässt, indem man

nach lokalem Bauabfall Ausschau hält und so Nachhaltigkeit

und Wachstum zu – einander bedingenden

– Voraussetzungen macht.


www.architektur-online.com

33

Systeme in Metall

Magazin

fural.com

WIR SIND

STRECKMETALLDECKEN

fural.com

Die Lendager Group hat Bauteile aus upgecycelten

Materialien für die Verwendung in einem industriellen

Maßstab konzipiert und dabei Arbeitsplätze geschaffen.

Bei den Fenstern, zum Beispiel, haben die Architekten

zweifach verglaste (wiederverwendete) Fenster

in doppelter Ausführung in einem Holzrahmen konstruiert

– das spart 95% CO 2 im Produktionsprozess und

erfüllt sämtliche Wärmedämm- und Isolierwerte.

Sämtliche Bauteile bestehen aus geprüft ungiftigen

und zertifizierten Materialien. Die Architektur erzeugt

ein absolut positives, gesundes Innenraumklima, einige

Bereiche können als Büros oder zum Vermieten

verwendet werden, oder für Werkstätten und andere

nutzerspezifische Widmungen. Mit Solarpaneelen am

Dach sind die Häuser potenziell selbstversorgend.

Für die Biodiversität und Kommunikation der Nachbarschaft

sorgen Dachgärten.


architektur FACHMAGAZIN

34

Büro

© Eugenio Marongiu

Come together!

Wir brauchen keine Schreibtische mehr, das Büro der Zukunft wird mehr ein

Treffpunkt sein, als ein Arbeitsplatz – das ist zumindest die Ansicht einiger

führender Soziologen, Designer und Zukunftsforscher. Das Büro als Ort ist

zwar noch relevant, der Schreibtisch allerdings nicht mehr und die Designer

müssen auf diese, sich ändernden Bedürfnisse reagieren. Denn an den Schreibtisch

als Arbeitsplatz ist man mit unsichtbaren Ketten angebunden, das ist ein

Überbleibsel der industriellen Revolution.

Wie wahr, denn bei all dem Gerede über eine vierte

industrielle Revolution und den unaufhaltsamen

Aufstieg der künstlichen Intelligenz sollte man nie

vergessen, dass wir lebende Kreaturen sind, dass wir

die Gesellschaft anderer Menschen brauchen. Darum

sind die Coworking Spaces erfolgreich, in denen

der Mehrwert aus gutem Kaffee und einer gelegentlichen,

menschlichen und motivierenden Umarmung

besteht. Die neue Art der Coworking Spaces ist nicht

mehr der Treffpunkt nur für Wissensaustausch, sondern

auch ein sozialer Ort – es wird wieder analog!

Wir sind heute, dank technischer Errungenschaften,

neuer Arbeitsphilosophien und Unternehmenskulturen

sehr viel mobiler und flexibler in der Wahl unseres

Arbeitsplatzes. Das drückt sich auch in der Architektur

aus, denn auch innerhalb einer Organisation und

baulichen Einheit werden Arbeitsräume zunehmend

prozess- und projektorientierter gedacht und umgesetzt.

Das „Cosy Office“ bewegt sich zwischen Arbeiten

und Wohnen. Konzentriertes Arbeiten, Besprechungen,

Präsentationen, informelle Begegnungen

oder teambasierte Projektarbeit mit unterschiedlichsten

räumlichen Gegebenheiten und dazupassendem

Mobiliar sind gefordert. Menschen benötigen auch

Augenblicke der Intimität und des Sozialen. Die Büros

der Zukunft müssen und werden bequemer, gemütlicher

sein, mit Rückzugsbereichen, Ecken zum Plaudern

und vor allem Orte des Zusammenseins. Dieses

Wohlfühlen ist wichtig, um effizient zu sein.


www.architektur-online.com

35

Büro

© 2mmedia

Es gilt auch der Satz: „Der Raum ist die Körpersprache

einer Organisation“ – gleichzeitig beeinflusst dieser

Raum unser Verhalten und unser Denken. Firmen

und Organisationen können somit die eigene Unternehmenskultur

subtil intern und extern übermitteln.

Neben hoher Funktionalität muss der Arbeitsplatz/

Treffpunkt also auch Kultur vermitteln.

Allerdings ist ein wesentlicher Teil des Wandels zu

neuen Büros/Coworking Spaces der Prozess, der Weg

dorthin: Firmen und Organisationen – die sich verändern

wollen – müssen ihre Mitarbeiter mitnehmen, begleiten,

um die Vorbehalte dem Neuen gegenüber, die

in vielen Menschen präsent sind, abzubauen. Letztendlich

ist es aber eine Befreiung aus einem, über

Jahrzehnte kultiviertem Korsett, geboren aus dem

Taylorismus. Die Routinearbeiten im Büro nehmen

durch die Digitalisierung ab, Kollaboration, Kreativität

und Soziales werden dadurch für alle immer wichtiger.

© Andriy Bezuglov

© Andriy Bezuglov

PURE IS3

READY. SIT. GO!

DREIDIMENSIONALES SITZERLEBNIS FÜR

JEDEN UND JEDE SITUATION. INTERSTUHL.COM/PURE


architektur FACHMAGAZIN

36

Eröffnet neue Freiräume

Als Spezialist für die Einrichtung zukunftsweisender Bürokonzepte erweitert

Sedus sein Kompetenzfeld mit dem Office-Cube-System se:cube. Mit hoher

Funktionalität und durchdachter technischer Ausstattung eröffnet es neue Freiräume

in der Büroarbeit. Großraum- oder Open-Space-Büros bestimmen weiter

den Trend, sind aber bei der Belegschaft nicht besonders beliebt.

Büro

Mitarbeiter klagen vor allem über akustische

Einschränkungen und fehlende Privatsphäre.

Mit den neuartigen Office-Cubes

ist professionelle und wirkungsvolle Abhilfe

möglich. Die in den Größen S, M und

L erhältlichen Cubes bieten das perfekte

Umfeld für Besprechungen und Meetings,

konzentriertes Arbeiten oder einfach zum

Entspannen. Sie lassen sich aufgrund ihrer

ausgeklügelten Dimensionen in bereits vorhandene

Bürolandschaften integrieren und

bieten auch für den klassischen Einsatz wie

Brainstormings und Schulungen genügend

Raum für Bewegung und Interaktion. Auch

an die oft fehlenden Ablageflächen für Laptop,

Blocks und Stifte wurde gedacht und

selbst die Innenwände lassen sich als vertikale,

beschreibbare Flächen nutzen.

Zahlreiche Ausstattungsvarianten stehen

zur Verfügung und auch die Anbindung modernster

Kommunikationsmittel bis hin zur

professionellen Videotechnik wurden bei der

Entwicklung von Anfang an berücksichtigt.

Der Clou: Die Belüftung und Beleuchtung

sind vollautomatisch geregelt. Dabei lassen

sich selbst die Cubes in Größe L (Grundfläche

2,5 x 2,5 m) in Rekordzeit auf- und abbauen

oder versetzen, wenn sie an anderer

Stelle gebraucht werden.

Sedus Stoll GmbH

Showroom Wien

Gumpendorfer Straße 15/9, 1060 Wien

T +43 (0)1 982 94 17

sedus.at@sedus.com

www.sedus.com


www.architektur-online.com

37

Büro

Form, Funktion, Verantwortung

Gold für unternehmerische Verantwortung erreichte Girsberger im internationalen

EcoVadis Rating 2019. Mit 65 von 100 möglichen Gesamtpunkten ist die Schweizer

Unternehmensgruppe unter den Top 5 % in der Gesamtbewertung der Corporate

Social Responsibility (CSR), unter den Top 4 % im Bereich Umwelt und unter den

Top 3 % hinsichtlich nachhaltiger Beschaffung der von EcoVadis weltweit zertifizierten,

möbelproduzierenden Unternehmen.

Corporate Social Responsibility

EcoVadis stellt den weltweit mittlerweile

45.000 bewerteten Geschäftspartnern

mittels einer globalen, cloudbasierten

SaaS-Plattform ganzheitliche Ratings zur

Verfügung. Die evidenzbasierten Bewertungen

übersetzen die CSR der Unternehmen

in einfach zu lesende Scorecards mit Punktzahlen

und Medaillen. Die Unternehmen sehen

dadurch nicht nur, wie sie im Vergleich

zur Branche abschneiden, sondern finden

auch eine breite Palette an Anregungen, die

eigenen Maßnahmen und Managementsysteme

einschließlich deren Auswirkungen

auf die Umwelt, Einhaltung von Arbeitsund

Menschenrechten, Ethik sowie die Praxis

der nachhaltigen Beschaffung, weiterhin

zu verbessern.

Sozial und ökologisch verantwortungsvolles

Handeln, das sich am Grundgedanken

des nachhaltigen und zukunftsverträglichen

Wirtschaftens orientiert, gehört auch

zu den Grundwerten von Girsberger. 1889

als Drechslerei gegründet, entwickelte sich

das Unternehmen bald zu einem namhaften

Sitzmöbelhersteller. Schwerpunkt des

Angebots sind heute qualitativ hochwertige

und innovative Möbellösungen für den

Büro-, Objekt- und Wohnbereich sowie eine

besondere Verarbeitungskompetenz im

Segment Massivholz.

Massivholz – radikal minimalistisch

Der ökonomische Einsatz von Materialien,

die hohe Verarbeitungsqualität und Langlebigkeit,

intelligente Funktionen und kluge

Detaillösungen zeichnen auch die spezielle

Qualität von Girsberger Tischen aus. Jeder

der Tische ist ein Naturprodukt mit angenehmer

Haptik, gefertigt aus Massivholz

aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Einen universellen Tisch für Konferenzräume

und Teamarbeitsplätze stellen die Designer

Nathan und Ismaël Studer mit „Barra Work“

vor. Gleich einer schwebenden Ebene auf

filigraner Trägerkonstruktion setzt hier das

Tischblatt aus Massivholz designstarke Akzente

jenseits kurzlebiger Mode. Der zentrale

Doppelträger, ebenfalls aus Massivholz,

wird zudem zum Medienkanal und schafft

Raum für Anschlusselemente sowie Kabelführung.

Das Tischmodell vereint somit formale

Reduktion und konstruktive Logik.

Die 28 mm starke Tischplatte kann in rechteckiger

oder ovaler Form gewählt werden,

mit 110 oder 130 cm Breite und – mit drei

Beinpaaren und einem zweiteiligen Tischblatt

– bis zu 480 cm Länge. Schräg angestellte

Beinpaare aus Stahl, wahlweise

schwarz oder Silber pulverbeschichtet, sorgen

auch bei sehr langen Ausführungen für

überaus gute Stabilität.

Girsberger GmbH

Markus Hammer

+43 (0)664 1535401

markus.hammer@girsberger.com

www.girsberger.com


architektur FACHMAGAZIN

38

Büro

Immer in

Bewegung

Naturnah und mit vielen farbenfrohen Akzenten stimulieren die vom Büromöbelhersteller

Neudoerfler ausgestatteten Büros in der neuen NÖVOG

Betriebsstätte Alpenbahnhof in St. Pölten die dynamische Zusammenarbeit

der MitarbeiterInnen – zeitgemäße und effiziente Betriebsabläufe inklusive.

Fotos: Michael Baumgartner/KiTO

Insgesamt 80 Desksharing-Arbeitsplätze für rund

120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in der

neuen NÖVOG Betriebsstätte Alpenbahnhof eingerichtet.

Die neuen Büros, die ausschließlich mit

Sitz-Steh-Arbeitsplätzen ausgestattet sind, laden zu

mehr Bewegung ein. Sie schaffen einen stimulierenden

Rahmen für lebhaften Gedankenaustausch und

enge Zusammenarbeit. Die Zonierung der Büroflächen

orientiert sich dabei an den unterschiedlichen

Aufgaben der Menschen – und daran, dass hier echte

Teamplayer am Werk sind.

Akustisch wirksame Glastrennwände gliedern die

weitläufigen Flächen auf insgesamt drei Geschossen.

Sie kreieren Rückzugsbereiche, die fokussierte Konzentrationsarbeit

ermöglichen, ungestörte Gespräche

unterstützen und dabei gleichzeitig Transparenz

für ein gelebtes Miteinander schaffen. Zudem helfen

am Schreibtisch montierte Pinnwände dabei, in Ruhe

zu arbeiten. In den großzügig angelegten Kommunikationsbereichen

setzen einladende Loungemöbel

und großflächige Kunstdrucke belebende Farbakzente

in Gelb-, Orange- und Grüntönen.


www.architektur-online.com

39

Büro

Für mehr Dynamik am Arbeitsplatz

Dass jeder einzelne Arbeitsplatz dynamisch ausgerichtet

ist, hat gute Gründe: „Bewegung aktiviert,

führt zu mehr Vitalität und Dynamik. Mit einem

Sitz-Steh-Arbeitsplatz unterstützen wir die Menschen

dabei, sich im Büroalltag mehr zu bewegen.

Das kommt der Gesundheit zugute und sorgt für

mehr Leistungsfähigkeit“, so Heidi Adelwöhrer, CEO

& CFO Neudoerfler.

Da immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig

Bewegung am Arbeitsplatz ist, brachte Neudoerfler

2019 mit zwei neuen Hebetisch-Modellen noch mehr

Abwechslung ins Office. Der elektrisch höhenverstellbare

Flux E bietet als kostengünstiges Einsteigermodell

alles, was einen vollwertigen E-Hebetisch

ausmacht. Ebenso mühelos und schnell in der Höhe

verstellbar ist der neue Flux M. Er funktioniert rein

mechanisch und – als umweltbewusste Version der

Stehsitzkombination – ganz ohne Strom.

Neudoerfler Office Systems GmbH

T +43 (0)2622 774 44

bueromoebel@neudoerfler.com

www.neudoerfler.com


architektur FACHMAGAZIN

40

Büro

Fotos: Alexander Dobrovodsky

Das Büro als Anamorphose

Wieder einmal fallen unsere nördlichen Nachbarn mit einem innovativen Konzept in

der Bürogestaltung auf. Für die Marketingagentur DDB entwickelten B² Architecture

2019 ein neues Layout für deren 580 m 2 große Büroräume.

Das Konzept basiert auf einer anamorphen, optischen

Illusion: Beim Betreten der Räumlichkeiten, und zwar

nur an diesem einzigen Punkt, ist sofort das Logo des

Auftraggebers in seiner vollständigen Form sicht- und

lesbar. Setzt der Besucher seine Reise fort, bemerkt er,

dass dieses Bild durch Farben, die sich stringent durch

die ganze Ebene der Agentur weiterziehen, entsteht,

bzw. entstanden ist.

Das nächste Designelement ist eine Wand mit in ihr

hineingesteckten Hockern, gleich hinter dem Eingang.

Sie ist eine Sonderanfertigung und dient zur Aufbewahrung

der vielen benötigten Sitzmöglichkeiten.

Man kann jederzeit ein Stück entnehmen und entsprechend

nutzen, zum Beispiel bei Besprechungen und

allgemeinen Treffen. Diese in die Wand gesteckten

Hocker formen den Buchstaben B und sind in den Farben

des Logos der Firma gehalten.

Die Brainstorming-Arena ist ein halbkreisförmiges

Amphitheater in der Mitte des Büros. Sie besitzt eine

Glasabtrennung, welche auch zum (Be)Schreiben von

Ideen und Projekten genutzt werden kann. Natürlich

kann man den Bereich auch für Präsentationen verdunkeln

und mit Vorhängen schließen.

Die Bürolandschaft soll Kommunikation und Teamwork

fördern, mittels einer Mischung aus offenen Räumen,

Rückzugsnischen und Treffpunkten. Sie gewährt

Transparenz und auch Diskretion, ermöglicht eine

einfache Orientierung im Raum und reflektiert so den

kreativen Geist des Unternehmens. Eine Cafeteria und

ein Essbereich sind ebenfalls integriert und mit einer

variablen Bestuhlung versehen. So kann dieser Raum

auch für Trainings und interne Workshops genutzt

werden. Zusätzlich zu seiner Funktion als sozialer

Treffpunkt der Mitarbeiter.


www.architektur-online.com

41

Produkt News

MEHR LICHT,

MEHR RAUM,

MEHR RUHE

Mit dem Trennwandsystem

Variflex gestalten Sie Räume

schnell und kom for tabel

genau nach Bedarf. Die Kombination

mit Glas-Elementen

ermöglicht eine Raumteilung

mit maximaler Transparenz und

gleichzeitigem Schallschutz.

T +43 732 600451

office@dorma-hueppe.at

www.dorma-hueppe.at


architektur FACHMAGAZIN

42

Büro

Sitzend in Bewegung bleiben

Mit dem PUREis3 liefert Interstuhl eine hochinnovative und zugleich preisgünstige

Lösung gegen die negativen Folgen des sogenannten „Sedentary Lifestyles“

unserer Zeit. Wer beim Sitzen in Bewegung bleibt, sitzt gesünder – die positiven

Wirkungen des aktiven Sitzens auf beispielsweise die Wirbelsäule, Bandscheiben

und das Herz-Kreislauf-System sind vielfach belegt.

Statt starr zu sitzen, hält der PUREis3 den Sitzenden

in jedem Moment beweglich, ermöglicht vollumfängliche

Bewegungsfreiheit und fördert so Haltungsund

Positionswechsel. Jeder, der auf einem PUREis3

Platz nimmt, sitzt von der ersten Sekunde an spürbar

richtig und gut – und das ohne weitere Einstellungen.

Möglich macht das die Smart-Spring-Technologie,

die sich dem Sitzenden intuitiv anpasst. So wird jeder

PUREis3 sofort zum persönlich passenden Stuhl.

Wer noch mehr Bewegung in den Büroalltag bringen

möchte, setzt auf den PUREis3 in Verbindung mit

dem Sensor S 4.0 und erhält so eine vollumfängliche

„Active Sitting Solution“. Die Applikation, die

Interstuhl in Kooperation mit Garmin entwickelt hat,

analysiert das individuelle Sitzverhalten des Nutzers

und hilft aktiv dabei, es weiter zu verbessern. Komplementiert

wird die Lösung durch Anleitungen für

leicht umsetzbare Office-Workouts und Aufforderungen

zu Haltungswechseln. Der zugehörige Sensor

kann mittels einer kleinen Halterung mit einem

Handgriff an den PUREis3 – und auch an viele andere

Bürostühle – angebracht werden.

Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 61 64 113

oesterreich@interstuhl.com

www.interstuhl.at


www.architektur-online.com

43

Büro

Transparenz und Schalldämmung

Mit dem Wandel durch die Digitalisierung verändern sich auch die Anforderungen

an die Raumkonzepte im modernen Bankenwesen. Mit großer Flexibilität müssen

Flächen multifunktional nutzbar sein – für konzentriertes Arbeiten, für diskrete Beratungsgespräche,

für Mitarbeiter-Meetings, Vorträge und Kundenveranstaltungen.

Das Trennwandsystem Variflex und Variflex Glas von

Dorma Hüppe bietet vielfältige intelligente Lösungen,

um die Räume permanent an veränderte Nutzungen

und Gruppengrößen anzupassen. Da sich Glas- und

blickdichte Elemente des Systems miteinander kombinieren

lassen, können Raumteilungen mit großer

Offenheit und hohem Schallschutz realisiert werden

– mit Variflex bis Rw 59 dB, mit Variflex Glas bis Rw

52 dB. Eine Durchgangstür aus vollflächigem Glas

sorgt in Trennwänden oder Raum-in-Raum-Situationen

für eine helle, lichtdurchflutete Atmosphäre.

Ganz elegant auch die schmalen Rahmenprofile, die

dem vollflächigen Glas an Eckausbildungen den großen

Auftritt überlassen – zu Offenheit und Transparenz

auf ganzer Linie.

Funktionale Raumakustik

im eleganten Design

Auf den guten Ton und auf Diskretion kommt es in

Banken und Sparkassen immer an – gerade bei Parallelveranstaltungen

ist es erforderlich, Schallüber-

tragungen in Nebenräume zu vermeiden und gleichzeitig

die Hörbedingungen im Raum optimal zu

gestalten. Variflex Akustik ergänzt mit seinen effektiven

Akustikoberflächen das Dorma Hüppe Trennwandsystem

Variflex. Die Akustikelemente gibt es für

unterschiedliche Anforderungen in drei Versionen:

„Classic“ glänzt bei einer Trennwandstärke von nur

120 mm mit einer hervorragenden Gesamtperformance

aus Schalldämmung und -absorption, „SuperFine“

dazu mit seiner puren Ästhetik durch das optisch

kaum wahrnehmbare Lochbild, die schmale „Light“

Version mit der Trennwandstärke von nur 100 mm

und ihrer Kombinierbarkeit mit Variflex Glas.

Alle Variflex Trennwände können wahlweise mit manueller,

halb- oder vollautomatischer Bedienung ausgestattet

werden. Höchsten Bedienkomfort bietet

ComfortDrive, die vollautomatische Steuerung mit moderner

BUS-Technologie. Sie ist kundenspezifisch individuell

programmierbar und überzeugt mit einer hohen

Auf- und Abbaugeschwindigkeit mit bis zu 250 mm/s.

DORMA Hüppe

Austria GmbH

T +43 (0)732 600-451

office@dorma-hueppe.at

www.dorma-hueppe.at


architektur FACHMAGAZIN

44

Büro

Fotos: Y.Okamura

Ein Büro aus

Bewehrungsstahl

Das Organic Design Architecture Studio bekam den Auftrag, den leer stehenden

ersten Stock eines 33 Jahre alten Bürogebäudes in Tokyo mit neuem Leben und

Mietern zu füllen. Die Antwort war ein neu gestalteter Büroraum, aber nur in einer

Ecke des Geschosses.

Da das Gebäude eine zentrale Klimaanlage besaß, war

es notwendig, für einen durchgehenden Luftfluss auf

der ganzen Ebene zu sorgen. Die Architekten versuchten

mit den verschiedensten Materialien (perforierte

Paneele, Netze, Jalousien) eine transparente, den

Luftstrom ermöglichende Atmosphäre zu erzielen.

Gleichzeitig wollten sie aber auch eine kommunikative,

diskussionsanregende Raumkonstellation schaffen.

Der Projekttitel „ReBar“ kommt nun von der gewählten

Lösung: ReBar bedeutet in der Übersetzung Bewehrungsstahl

und diesen verwendeten die Designer

schließlich als Material für die Zonierungen und Raumbildung.

Das Material, das üblicherweise nicht an der

Oberfläche des Betons sichtbar ist, dient hier sowohl

funktional wie auch ästhetisch raumbildend.


www.architektur-online.com

45

Büro

So kann nicht nur die von der Aircondition erzeugte

Luft ungehindert durch das Geschoss zirkulieren,

sondern auch der Kommunikationsfluss und das

Licht. Außerdem sehen die verschiedenen Nutzer

der Ebene einander – das erzeugt Gemeinschaft.

Die weißen Gitterstrukturen wirken vor dem ruhigen,

hellblauen Hintergrund sehr cool, schaffen aber eine

Offenheit zum restlichen Raum der Geschossebene

und die Hoffnung besteht, dass sich bald neue Mieter

in diesen Bereichen einmieten und die interaktiven

Teilungen für einen geistigen Austausch über die

Raumgrenzen hinweg nutzen werden. So soll sich die

typisch japanische Motivation in der Arbeit auf die

ganze Ebene erstrecken.

INSPIRATION: VIEWTURE.MEDIA

FLEXIBILITÄT

MACHT DEN UNTERSCHIED.

WWW.PROLICHT.AT/HYPRO-X


architektur FACHMAGAZIN

46

Büro

Neue Maßstäbe

Hargassner Heiztechnik startete 1983 als Pionier für nachhaltige Biomasse-Heiztechnologie.

Heute zählt der Hersteller von Biomasse-Heizanlagen europaweit zu

den wichtigsten Playern der Branche. Mit der neuen Energy World, dem Schulungs-

und Kundenzentrum am Firmenstandort Weng im westlichen Innviertel,

setzt das Unternehmen neue Maßstäbe in puncto Ausstattung und Atmosphäre.

Zum Neubau gehören ebenfalls ein neues

Mitarbeiterrestaurant, neue Büro- und

Besprechungsräume und sogar ein Kinosaal.

Für die Ausstattung des Mitarbeiterrestaurants

sowie der Schulungs- und

Besprechungsräume hat sich der Heizanlagenspezialist

für Objektmöbel von Selmer

entschieden. Tische und Stühle der A-Collection,

die Modelle break und ray, die Polstersessel

crona sowie die Barhocker fina

unterstreichen die moderne Architektur der

Hargassner Energy World.

Offenes Raumkonzept

In der neuen Energy World gehen Büro- und

Schulungsräume, Showroom und Mitarbeiterrestaurant

fließend ineinander über.

Ein durchdachtes architektonisches Konzept

verbindet das Gefühl von Natur und

Modernität. Die offene Architektur fördert

Begegnung und Kommunikation. Das Mitarbeiterrestaurant

lädt Mitarbeiter und Schulungsgäste

zum Verweilen ein. Mit einem

modernen gastronomischen Konzept und

viel Liebe zum Detail setzt Hargassner ein

zukunftsweisendes Konzept um, von dem

das eigene Team und Partner gleichermaßen

profitieren. Auch das Schulungszentrum hält

den Vergleich mit den allerbesten Seminarhotels

des Landes stand und das großzügige

Entree bringt Besucher zum Staunen.

Objektmöbel weit ab vom Standard

Die Objektmöbel für die neue Energy World,

welche Selmer zusammen mit dem Kunden

nach dessen Vorstellungen individualisiert

hat, greifen Holz als Rohstoff für Biomasse-Heizanlagen

auf und verbinden das ursprüngliche

Material gekonnt mit modernen

Akzenten aus Metall. Gebürstete, geölte

Hölzer und eine moderne Formensprache

sorgen für eine perfekte Übereinstimmung

mit dem architektonischen Konzept des

Neubaus. Auch Sonderwünsche in der Funktionalität

der Objektmöbel wurden integriert

und bieten so ein Höchstmaß an Komfort.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at


www.architektur-online.com

47

Produkt News

we

ove

livefor

light

Ob klein oder groß - Projekte jeder Größe bedürfen bester Planung, qualitativ

hochwertiger Produkte und selbstverständlich reibungsloser Zusammenarbeit

der projektbeteiligten Unternehmen. Molto Luce bietet

zusätzlich zum umfassenden Sortiment an Qualitätsleuchten im technisch-architektonischen

Segment auch professionelle Beleuchtungsplanung.

Die perfekte Lichtstimmung ist unsere Stärke.

Für Corporate Buildings und Büros sowie für Shops, Hotellerie & Gastronomie, Arztpraxen

und auch den privaten Wohnraum, erarbeiten unsere Teams individuelle Lichtkonzepte, die

sowohl optisch beeindrucken als auch in der Energieeffizienz überzeugen und sich harmonisch

in den architektonischen Rahmen des Projektes einfügen.

BEST PRACTISE

ZENTRALE DER

STRABAG/KÖLN

Wels / Wien / Graz / Innsbruck

München / Köln / Hamburg

Brescia / Lenzburg

www.moltoluce.com


architektur FACHMAGAZIN

48

architekturszene

Die Gartenstadt

– veraltetes Konzept oder Lebensmodell der Zukunft?

Nicht nur die Sorge um Ökologie und Umwelt, sondern auch steigende Mietpreise

und Wohnungsnot treiben die Menschen heute auf die Straße. Gleichzeitig wächst in

der Gesellschaft der Wunsch nach einem nachhaltigen Lebensstil. Die Bauwirtschaft

stellt dies vor eine große Herausforderung. Denn um die Folgen des Klimawandels

abzuwehren, gilt es, schnelle und realistische Lösungen zu finden.

Text: Dolores Stuttner

Ein großer Problemfaktor sind die versiegelten

Oberflächen in den Städten. Sie

speichern Wärme und verschlimmern durch

das Entstehen urbaner Hitzeinseln die Auswirkungen

der Erderwärmung. Auch nachts

kühlen die Areale nicht aus – zum Teil mit

fatalen Folgen. Denn sowohl auf die Umwelt

als auch auf die Stadtbewohner haben dauerhaft

hohe Temperaturen negative Auswirkungen:

Verringerte Leistungsfähigkeit,

Stress und Schlafmangel bis hin zum Kreislaufkollaps

sind die Konsequenzen.

Einen Lösungsansatz liefert das Modell der

historischen Gartenstadt, vor über hundert

Jahren als Reaktion auf gesellschaftliche

und soziale Spannungen in den Großstädten

initiiert. Die auf dieser Idee beruhenden

Siedlungen sind eigenständig und leben das

heute angestrebte Konzept der Resilienz –

also die Nutzung persönlicher Ressourcen

zum Überleben. Gleichzeitig existieren die

begrünten Wohnsiedlungen unabhängig

von Stadt und Land. Die Bewohner versorgen

sich mit selbst erzeugten Nahrungsmitteln

und arbeiten in der Gartenstadt.

Das auf den ersten Blick utopische Konzept

liefert glaubhafte Lösungsansätze für das

heutige Krisenmanagement der Stadt- und

Regionalplanung.

Eine Utopie als Lösungsansatz

„Eine Gartenstadt ist eine planmäßig gestaltete

Siedlung auf wohlfeilem Gelände,

das dauernd in Obereigentum der Gemeinschaft

gehalten wird, derart dass jede

Spekulation mit dem Grund und Boden unmöglich

ist.“ So lauteten die Statuten der

Deutschen Gartenstadt-Gesellschaft.

Die ursprünglich als Utopie formulierte

Idee lieferte Antworten auf die Sozial- und

Wohnprobleme der Menschen. Der Brite

Ebenezer Howard entwickelte das heute

bekannte Modell der Gartenstadt im Jahr

1898. Eine gesteuerte Stadtentwicklung war

© Gugerell

damals der Gegenpol zu den schlechten

Lebensbedingungen in stark verschmutzten

Metropolen wie London. Die Neubegründung

von unabhängigen Siedlungen

sollte das unkontrollierte Wachstum von

Großstädten und die damit verbundenen

Probleme, wie die Bildung von Slums und

Satellitenstädten, eindämmen. Gleichzeitig

wurde mit der Gartensiedlung die strikte

Trennung von Stadt und Land aufgehoben.

Die Bewohner solcher Wohnquartiere sollten

in den Genuss der Vorteile einer Großstadt

kommen, ohne ihre Nachteile zu erleben.

Kennzeichnend für die Siedlungen war

außerdem eine feste Zuordnung von Bauund

Verkehrselementen. Durch die Funktionstrennung

beinhalteten traditionelle Gartenstädte

Wohn- und Industrieviertel sowie

Haupt- und Nebenzentren.

Ihre Blütezeit erlebte die Gartenstadtbewegung

zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Laut der Idee von Howard sollten die Wohnsiedlungen

auf Ackerland, im Umfeld großer

Siedlungsgebiete errichtet werden. Die

ideale Gartenstadt setzte sich aus sieben

unabhängigen Teilen in Form mittelgroßer

Stadtzentren zusammen – diese wurden

durch breite Agrargürtel voneinander getrennt.

Durch ein öffentliches Verkehrsnetz

aus Straßenbahnen, Eisenbahnen und

U-Bahnen waren sie trotzdem untereinander

vernetzt.

Bei der Utopie blieb es nicht. Schon 1903 realisierten

die Planer Barry Parker und Raymond

Unwin in der englischen Grafschaft

Hertfordshire die Gartenstadt Letchworth.

Im Jahr 1920 wurde mit der Welwyn Garden

City die zweite Siedlung dieser Art gegründet

– die von Louis de Soissons entworfene

Stadt zählt heute über 43.000 Einwohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Gartenstadtbewegung

in England einen starken

Aufschwung. Ab 1944 realisierte Großbritannien

rund um London mehrere sogenannter

New Towns. Finanziert wurden sie allesamt

mit staatlichen Mitteln. Dabei fungierten sie

als Gegenstück zur industriellen Großstadt

und ermöglichten den Bewohnern bessere

Lebensbedingungen. Außerdem entlasteten

die Kleinstädte die bevölkerungsstarke

Metropole. Die New Towns zeichneten sich

durch einen hohen Grünflächenanteil, eine

pluralistische Bausubstanz sowie eine strikte

Funktionstrennung aus. Insgesamt wur-


www.architektur-online.com

49

architekturszene

den in Großbritannien mehr als 60 solcher

Gartenstädte realisiert.

Auch im deutschsprachigen Raum fand

das Modell „Gartenstadt“ Anklang. Zwischen

1912 und 1955 erfolgte mit der

Knerling-Siedlung die Errichtung einer

der ersten begrünten Wohnanlagen. Sie

ist heute noch unverändert erhalten. Vorzeigemodell

ist jedoch die Siedlung Hellerau

in Dresden. Sie ist auch die einzige

„echte Gartenstadt“, die nach dem Vorbild

Howards im deutschsprachigen Raum

realisiert wurde. Kernstück des Stadtteils

sind die „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst“.

Rund um diese Einrichtung

schuf Architekt Richard Riemerschmid einen

lebendigen Organismus aus Wohnen,

Kultur und Bildung. Kleinstwohnhäuser,

Landhäuser, ein Markt, Geschäfte und

soziale Einrichtungen prägen noch heute

das Bild der Siedlung. Sie ist damit ein Positivbeispiel

für eine gekonnte Umsetzung

der einst utopischen Idee.

Die Gartenstadt in Österreich

In Österreich fasste das Konzept der Gartenstadt

ebenfalls Fuß. Viele dieser Siedlungsformen

sind noch heute erhalten und

bereichern das Ortsbild ihrer Städte. Wien

wurde dadurch sogar um einige Gemeindebauten

nach dem Modell Howards reicher.

Der Karl-Seitz-Hof in Floridsdorf und

die Siedlung Lockerwiese in Hietzing wurden

beide als Gartenstadt errichtet, sind in

ihrer Bauweise aber sehr verschieden.

Der Karl-Seitz-Hof im 21. Wiener Gemeindebezirk

wirkt auf den ersten Blick wie

eine Festung. Bei näherer Betrachtung

fallen weite Grünflächen sowie soziale

Einrichtungen auf. Kennzeichnend für den

Gemeindebau ist die geschickte Anlage

von Innenhöfen und Wohnbauten sowie

der geringe Flächenverbrauch. Auf 25.320

Quadratmetern wurden zwischen 1926

und 1931 1.173 Wohnungen samt Parks

errichtet. In den 1930er-Jahren war dies

nicht selbstverständlich. Häuser, die nicht

einmal die Hälfte ihrer Grundstücksfläche

in Anspruch nahmen, waren damals eine

Seltenheit. Insbesondere am Stadtrand

zeichneten sich Planungen durch einen

hohen Flächenverbrauch aus.

Die Siedlung Lockerwiese wurde ebenfalls

am Stadtrand errichtet. Nach dem

Karl-Seitz-Hof ist sie mit 750 Wohnungen

die zweitgrößte Gartenstadtsiedlung

Wiens. Realisiert wurde sie ab 1928 gemäß

den Plänen von Karl Schartelmüller

auf Weideland, wobei der Bau in mehreren

Etappen verlief. Im Gegensatz zum

Gemeindebau in Floridsdorf zeichnet sich

der Gemeindebau im 13. Wiener Gemeindebezirk

durch eine niedrige, kleinparzellige

Bauweise aus.

Das Zukunftsmodell

der Stadtentwicklung?

Ist die Gartenstadt also die Antwort auf

die Klimakrise? Alle Probleme der heutigen

Zeit wird das Konzept alleine sicherlich

nicht lösen. Doch liefert es zukunftsweisende

Ansätze für umweltverträgliche

Planungen. Die Idee zeigte bereits vor hundert

Jahren auf, dass sich selbst in dicht

verbauten Städten auf begrenzter Fläche

– unabhängig von Bauform und Materialien

– Siedlungsmodelle mit hoher Wohnund

Lebensqualität realisieren lassen.

Selbstverständlich ließ und lässt sich das

Konzept auf schon verbauten Flächen

nicht in seiner ursprünglichen Form realisieren.

Verwirklichte Gartenstadtprojekte

zeigen allerdings, dass es auch auf räumlich

begrenzten Arealen möglich ist, mehr

„Grün“ in die Stadt zu integrieren. Heute

ist das Wachstum von Pflanzen nicht auf

den Boden beschränkt. Mithilfe entsprechender

Materialen können Gewächse

auch entlang von Hausmauern oder auf

Dächern gedeihen. Solche Maßnahmen

lassen sich nicht nur bei Neubauten, sondern

auch bei bereits bestehenden Siedlungen

und Objekten umsetzen. Vor allem

bei Sanierungen ergeben sich gute Chancen,

die Gartenstadtidee zu implementieren

und den Freiraum aufzuwerten.

© Bwag


architektur FACHMAGAZIN

50

Bau & Recht

Nachbarrechte bei

Bauvorhaben im Fokus

Im Zuge der Entwicklung und Durchführung von Bauprojekten sollten aufgrund

eines aktuellen Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofes bereits in einem frühen

Planungsstadium – zur Vermeidung von allfälligen Konflikten, Bauverzögerungen

und Kostenüberschreitungen – die allfälligen subjektiv-öffentlichen Nachbarrechte

berücksichtigt werden.

Text: Mag. Matthias Nödl, Mag. Julia Haumer-Mörzinger

Den Nachbarn werden in den verschiedensten

öffentlich-rechtlichen Bereichen

subjektiv-öffentliche Abwehrrechte eingeräumt

um allfällige Beeinträchtigungen

und Eingriffe in deren Rechtssphäre (Eigentumsrechte,

Nutzungsrechte, etc.) entgegentreten

zu können. Insbesondere sind

bei der Errichtung eines Bauprojekts die

Bestimmungen der jeweiligen Bauordnung,

sowie allenfalls bei gewerblichen Projekten

die Bestimmungen der Gewerbeordnung

und bei der Umsetzung eines umweltverträglichkeitsprüfpflichtigen

Vorhabens die

Bestimmungen des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz

(UVP-G) zu beachten.

Da die Gesetzgebung hinsichtlich der baurechtlichen

Vorschriften aufgrund der verfassungsrechtlichen

Generalklausel (Art 15

B-VG) dem selbstständigen Wirkungsbereich

der Länder zugewiesen ist, bestehen

in Österreich neun verschiedene Bauordnungen

bzw. Baugesetze. Die Nachbarrechte

sind somit je nach Bundesland unterschiedlich

geregelt.

Bevor jedoch auf die Bauordnungen für

Wien Bezug genommen wird, ist zuvor der

Begriff des Nachbars näher zu konkretisieren.

Als Nachbar werden grundsätzlich

die Eigentümer (Miteigentümer) der Liegenschaften

bezeichnet, welche direkt an

die zu bebauende Liegenschaft angrenzen

oder im weiteren räumlichen Naheverhältnis

zur bebauenden Liegenschaft situiert

sind. Das räumliche Naheverhältnis wird –

mit Ausnahme in Kärnten und Steiermark

– durch die Angabe von Abständen zur

Nachbarliegenschaft genau gesetzlich festgelegt.

Die Mieter einer benachbarten Liegenschaft

erhalten jedoch keine Parteistellung

als Nachbar.

Den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer

ist ebenfalls gemeinsam, dass

die Nachbarrechte beschränkt sind. Die

Nachbarn können im baubehördlichen Bewilligungsverfahren

nur diejenigen Rechte

geltend machen, welche nicht nur dem

öffentlichen Interesse, sondern auch dem

Schutz der Nachbarn dienen. Diese Rechte

werden daher als subjektiv-öffentliche

Rechte bezeichnet.

Die subjektiv-öffentlichen Rechte der Nachbarn

sind in einigen Bauordnungen (z. B.

Tirol, Niederösterreich und Wien) abschließend

geregelt, sodass nur Verstöße gegen

die gesetzlich aufgezählten Vorschriften

von den Nachbarn geltend gemacht werden

können. Im Gegensatz dazu können

beispielsweise im Burgenland Nachbarn bereits

Einwendungen erheben, sobald sie die

Verletzung von ihren Interessen dienenden

– nicht näher gesetzlich definierten – Vorschriften

behaupten.

In den meisten Bauordnungen sind als wesentliche

Nachbarrechte die Vorschriften

über (i) die Einhaltung bestimmter Abstände,

(ii) die Gebäudehöhe und (iii) die Bauplatzgestaltung,

sowie die Verletzung von

Verfahrensvorschriften zulasten der Nachbarn

verwirklicht. Im Gegensatz stehen den

Nachbarn bei der Verletzung von Vorschriften

über die Beachtung des Ortsbildes bzw.

des Straßenbildes keine Nachbarrechte zu.

Die Bauordnung für Wien sieht eine weitere

Beschränkung der Nachbarrechte

vor. Die subjektiv-öffentlichen Rechte des

Nachbarn sind somit in zweifacher Weise

beschränkt, einerseits durch die abschließende

Regelung im Gesetz (§ 134a Wr BO)

und andererseits durch die Voraussetzung

„sofern sie ihrem Schutz dienen“. Das bedeutet,

dass – selbst wenn ein Verstoß ge-

gen eine der aufgezählten Bestimmungen

vorliegt – eine Verletzung eines subjektiv-öffentlichen

Nachbarrechts nur dann in

Betracht kommt, wenn nach der Situierung

des Bauvorhabens ein Eingriff auch im konkreten

Fall möglich ist. Dies bedeutet, dass

immer nur der direkt gegenüberliegende

Nachbar der vom Verstoß betroffenen Gebäudefront

Parteistellung im baubehördlichen

Verfahren hat.

Diese Besonderheit der Bauordnung für Wien

war auch Anlass eines erst kürzlich ergangenen

Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofes.

Im Zentrum Wiens sollte bei einem

Eckgebäude das Dachgeschoss ausgebaut

und ein Lift zugebaut werden. Nachbarn

dieses geplanten Bauvorhabens – welche

bereits in bestehenden Dachgeschosswohnungen

lebten – fühlten sich dadurch jedoch

in ihren subjektiv-öffentlichen Rechten beschränkt

und machten eine Verletzung der

Bestimmung über die zulässige Bauhöhe für

das gesamte Eckgebäude geltend.

Die Nachbarn haben jedoch bei der Geltendmachung

ihrer Einwendungen übersehen,

dass sie nur in Bezug auf die direkt

gegenüberliegende Gebäudefront der

Bauliegenschaft Parteistellung haben. Hinsichtlich

der Gebäudefronten, welche hinter

der gegenüberliegenden Gebäudefront

oder in einem rechten Winkel davon situiert

sind, können die Nachbarn keine subjektiv-öffentlichen

Rechte geltend machen.

Die bloße Möglichkeit der Einsichtnahme

auf eine Front der Bauliegenschaft ist somit

nicht ausreichend für Erhebung von

Einwendungen. Die Nachbarn können somit

nur eigene Nachbarrechte – wenn sie selbst

durch die Nichteinhaltung der Vorschriften

betroffen sind – geltend machen und nicht

solche, von denen nur andere Nachbarn betroffen

wären.


www.architektur-online.com

| BA12-12aG |

So baut

man heute

Building Automation von Beckhoff

Bau & Recht

Die höchstzulässige Gebäude- und Dachhöhe ist in

§ 81 Bauordnung für Wien normiert und bestimmt,

dass – sofern der Bebauungsplan nicht anderes

bestimmt – der oberste Abschluss des Daches keinesfalls

höher als 7,5 m über der zulässigen Gebäudehöhe

liegen darf. Der Bebauungsplan für die

streitgegenständliche Bauliegenschaft sah jedoch

vor, dass der höchste Punkt des Daches der zur Errichtung

gelangenden Gebäude nicht höher als 4,5

m über der tatsächlich ausgeführten Gebäudehöhe

liegen darf.

So baut man flexibel:

mit Beton.

So baut man klassisch:

mit Ziegelsteinen.

So baut man sicher:

mit Stahl.

Der Verwaltungsgerichtshof hat diesbezüglich – aufgrund

einer verfassungskonformen Interpretation

– entschieden, dass ein Dachgeschossausbau im

Sinne der gegenständlichen Bestimmung des Bebauungsplanes

auch als ein zur Errichtung gelangendes

Gebäude zu werten ist und der geplante Dachgeschossausbau

daher gegen die Vorschriften über die

zulässige Gebäudehöhe verstößt.

Im Zuge dieses Erkenntnisses wurden auch die Verfahrensrechte

der Nachbarn verstärkt. Bisher konnten

in Wien Nachbarn – im Gegensatz zu anderen

Bundesländern – keinen Antrag auf Abbruch eines

rechtswidrig errichteten Gebäudes an die Behörde

stellen und mussten daher darauf vertrauen, dass

die Behörde von Amtswegen tätig wird. Der Verwaltungsgerichtshof

hat jedoch nun entschieden, dass

subjektive Rechte – wie das Nachbarrecht – verfassungsrechtlich

geboten vom Betroffenen direkt

durchsetzbar sein müssen und keine Abhängigkeit

vom allfälligen Tätigwerden einer Behörde bestehen

kann. Dem Rechtsmittel der Nachbarn wurde daher

aufschiebende Wirkung zuerkannt, sodass mit dem

Bauvorhaben während des Rechtsstreites nicht begonnen

werden konnte.

So baut man intelligent:

mit Automatisierungskomponenten von Beckhoff.

www.beckhoff.at/building

Mit Beckhoff Building Automation lassen sich alle Gewerke auf

Basis eines ganzheitlichen, durchgängigen, PC- und Ethernetbasierten

Gebäudeautomatisierungskonzeptes integrieren. Der

Effekt: Investitionskosten werden minimiert, Wartung und Flexibilität

werden optimiert, die Engineeringkosten gesenkt und alle Kriterien

für Gebäudeautomation nach Energieeffi zienzklasse A erfüllt. Das

modulare Beckhoff Steuerungssystem erlaubt eine Anbindung aller

Datenpunkte und Subsysteme über Beckhoff Busklemmen sowie eine

fl exible Bedienung, vom Smart-Phone bis zum Touchpanel.

Im Hinblick auf die Vielzahl an zu realisierenden Dachgeschossausbauten

und der nunmehr zuerkannten

aufschiebenden Wirkung von Rechtsmitteln der Nachbarn

sollten daher bei der Entwicklung und Durchführung

von Bauprojekten insbesondere die Vorschriften

über die Abstände und Gebäudehöhen der jeweiligen

Bauordnung – unter Berücksichtigung der Bestimmungen

des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans

– berücksichtigt werden. Ansonsten drohen langjährige

baubehördliche Verfahren und daraus resultierende

Bauverzögerungen und Mehrkosten.


architektur FACHMAGAZIN

52

Material & Oberfläche

Materielle

Entschleunigung

Villa Slow / Cantabria / Laura Alvarez

Fotos: David Montero

Auf und aus einer Steinruine im Norden Spaniens hat

Architektin Laura Alvarez ein Feriendomizil geschaffen,

bei dem der Mix und auch Kontrast der Materialien

ein wesentlicher Faktor ist. Von außen gleicht

die Architektur einem typischen, landwirtschaftlich

genutzten Bauwerk, bei geöffneten Fenstern und von

innen erkennt man die ganzen Details und die Materialverliebtheit

der Architektin.


www.architektur-online.com

53

Laura Alvarez

Die Villa Slow ist ein Feriendomizil, welches auch

gemietet werden kann. Entworfen wurde es von der

Architektin Laura Alvarez und es liegt im Naturpark

Valles Pasiegos, im Norden Spaniens. Die Architektin

hat es aus einer Steinruine inmitten von mehr als zwei

Hektar Land aufgebaut. Die Typologie der neuen Architektur

bleibt im Kontext und bezieht sich auf eine

traditionelle, lokale Bauweise, „Cabaña Pasiega“ genannt.

Allerdings in einer zeitgemäßen Anwendung.

Die strategische Lage der Architektur auf einem Hügel

mit Blick nach Süden garantiert für die Bewohner

grandiose Ausblicke auf das Tal und die Berge.

Das Schema des Hauses ist leicht erklärt: ein rechteckiger

Grundriss (wie eine Scheune) mit zwei großen

Panoramafenstern an beiden Längsseiten. Sie

belichten den Wohnraum von beiden Seiten und geben

eben diese tollen Blicke auf die Szenografie der

umgebenden Berge, den Wolkenhimmel und die Bäume

frei. Sie verbinden das Zentrum des Hauses mit

dem Umraum, lassen die Natur hindurchfließen. Der

Eingang befindet sich auf der Westseite, gleich hinter

der Küchenzeile im Wohnraum.

u


architektur FACHMAGAZIN

54

Material & Oberfläche

Alle verbauten Materialien

stammen von der

ehemaligen Steinruine am

Bauplatz oder kommen

aus der unmittelbaren

Umgebung in Cantabria.

Die beiden Schlafräume sind im Ostflügel, im privaten

Teil, und beide identisch mit jeweils eigenem Badezimmer

und einer großzügigen Öffnung in die unendliche

Weite der Landschaft. Sie erhalten ihr Licht

durch die Morgensonne. Da das gesamte Gebäude

eingeschossig ist, ergibt sich über den Badezimmern

eine Mezzaninebene für einen zusätzlichen Schlafplatz

(für die Kinder). Der Schlaftrakt ist hinter einer

Wand mit eingebautem Feuerplatz verborgen, dieser

Kamin stellt den Eyecatcher des Wohnraums dar.


www.architektur-online.com

55

Laura Alvarez

Die Architektur ist mit einer außergewöhnlichen Bedachtsamkeit

auf Details, Natur, Umgebung, Materialien

und Kontext entworfen und gebaut. Das Haus

geht mit der Umwelt sehr respektvoll und ästhetisch

– auch in technischer Hinsicht – um. Die spanischen

Baugesetze verbieten einen Wohnbau ohne öffentlichen

Stromanschluss, deshalb ist das Haus auch

ans Netz angeschlossen. Die Luft-Wärmepumpe für

das Warmwasser und die Fußbodenheizung bezieht

Strom aus dem Netz, aber für jedes Kilowatt, das

sie verbraucht, erzeugt sie fünf Kilowatt Energie im

Gegenzug. Die qualitativ hoch isolierenden Fenster

vermeiden Wärmeverluste. Ein Hochleistungsglas

wärmt die Räume durch die Wintersonne und große

hölzerne Fensterläden schützen es vor zu großer

Hitze während der Sommerzeit. Und alle verbauten

Materialien stammen von der ehemaligen Steinruine

am Bauplatz oder kommen aus der unmittelbaren

Umgebung in Cantabria.

Die Architektur ist ein Anschauungsbeispiel subtiler

Kontraste und trotzdem stimmig im Gesamtbild: grob

und fein, offen und geschlossen, holzfarben und grau,

innen und außen, traditionell und modern. Die rauen

Steinmauern der Außenhülle kontrastieren mit den

feinen, hölzernen Möbeln im Inneren und der wohlüberlegten

Tragstruktur des hölzernen Dachstuhles.

Alvarez hat einen Hang zur Symmetrie, deshalb war

der Dachstuhl eine optische Herausforderung für

sie. Sie wollte auf jeden Fall eine Konstruktion ohne

Firstbalken. Die Balken, welche die Dachhülle bilden,

sollten durch nichts unterbrochen werden. Ein zentraler

Balken würde das genauso wie Türen, die Räume

öffnen, tun. Deshalb sind die Schlafzimmertüren

raumhoch und rahmenlos – wenn sie offen stehen,

zieht sich der Rhythmus der Dachbalken wie eine

Klaviertastatur durch das ganze Haus.

u


architektur FACHMAGAZIN

56

Material & Oberfläche

Überall, wo man hinblickt, findet man ausgewogene

Lösungen in den verwendeten Materialien. In diesem

Projekt bringt das Holz das warme Gefühl in der

Raumatmosphäre, dabei helfen die weißen Flächen

dem Betrachter das Konzept der Architektur und

der Hülle zu verstehen. Die Kombination von klassischen

Sitzmöbeln und -gruppen und minimalistische

Dekor elemente schafft die ruhige Stimmung, von der

aus man die Inszenierung der Natur beobachten und

sich an ihr erfreuen kann.

Die Beleuchtung, das künstliche Licht, besteht aus

LED-Streifen und passt auch ins Konzept – sie ist

kaum sichtbar. Die Küche, die Badezimmerregale, das

Regal beim Feuerplatz und die Fensterläden sind alle

aus massivem Walnussholz, der Esstisch aus Eichenholz.

Alle Holzarbeiten wurden von lokalen Arbeitskräften

und Tischlern durchgeführt, ganz im Sinne

einer Wertschöpfung vor Ort. Die Möbel sind fast alle

Second Hand und kommen aus Holland, wo sich das

Büro der Architektin befindet. Vintage-Tische, Stühle,

Lehnsessel und Ankleide ergeben eine harmonische

Komposition zusammen mit den einfachen Linien der

Architektur – man kann hier Ruhe und Frieden finden.

(rp)

Holz in Kombination mit

weißen Flächen vermittelt

Ruhe und Freiraum

gleichermaßen.


www.architektur-online.com

57

Laura Alvarez

Villa Slow

Cantabria, Spanien

Bauherr:

Planung:

Statik:

Laura Alvarez

Laura Alvarez Architecture B.V.

BYP Ingenieros

Grundstücksfläche: 2,4 ha

Bebaute Fläche: 160 m 2

Nutzfläche: 120 m 2

Planungsbeginn: 07/2014

Bauzeit: 10/2016 - 07/2017

Fertigstellung: 2017

Baukosten:

ca. 200.000 Euro


architektur FACHMAGAZIN

58

Material & Oberfläche

Ein Dach

aus Eukalyptus

Yamasen Japanese Restaurant / Kampala, Uganda / TERRAIN architects

Fotos: Timothy Latim

Die in Tokyo ansässigen TERRAIN architects setzen

bei ihrem Entwurf für ein Multifunktionsgebäude in

Ugandas Hauptstadt Kampala ganz auf Eukalyptus.

Unter dem luftigen Dach finden nicht nur ein Restaurant,

kleine Ladenflächen und ein Café, sondern

auch fünf bestehende Bäume Platz. So entsteht für

die Benutzer ein luftiges und leichtes Bauwerk, konstruktiv

durchdacht und ästhetisch ansprechend.


www.architektur-online.com

59

TERRAIN architects

Das Äquatorialklima im afrikanischen Uganda ist in

etwa gleichbleibend warm, wobei die Temperaturen

untertags ganzjährig um die 25 Grad Celsius erreichen

und nachts nicht unter 16 Grad Celsius fallen.

Viele Sonnenstunden, aber auch nahezu täglich

auftretende Gewitter stellen folglich besondere Ansprüche

an die Bauweise. Beim Entwurfsprozess für

das Yamasen Japanese Restaurant in einer Vorstadt

Kampalas spielten der Schutz vor dem starken Sonnenlicht

und großzügige, luftige Raumstrukturen daher

eine maßgebliche Rolle.

Das in Tokyo ansässige Architekturbüro TERRAIN

architects wählte den Eukalyptus als identitätsstiftendes

Baumittel für das multifunktionale Projekt,

das – neben fünf bestehenden Bäumen – Geschäftsflächen,

ein Restaurant und ein Café unter einem

Dach vereint. Eukalyptus ist in Uganda weit verbreitet

und dient gerade in den armen ländlichen Gebieten

als Energiequelle oder Bauholz. Aufgrund des

drastischen Rückgangs der Waldflächen von 24 % in

den 90er Jahren auf heute weniger als 9 % wird der

äußerst schnell nachwachsende Baum zudem gerne

zur Aufforstung eingesetzt, was aufgrund des hohen

Wasserverbrauchs der Pflanze allerdings auch kritisch

zu sehen ist.

Dennoch ist der Eukalyptus ein regionaler und natürlicher

Baustoff, auf dessen Verarbeitung sich die Einheimischen

bestens verstehen. Normalerweise wird

das Holz nur zum Bau von Dachsparren und Gerüsten

verwendet, da es zur Verformung und Rissbildung

neigt. Durch eine Verbesserung des Trocknungsund

Abholzungsprozesses im Zuge des Projekts

wurde der Eukalyptus in diesem Falle allerdings so

robust verarbeitet, dass er als tragendes Material für

die Hauptdachkonstruktion eingesetzt werden konnte.

Um die Arbeit der einheimischen Handwerker vor

Ort zusätzlich zu erleichtern, besteht das Dach aus

16 Rahmen, die ohne schweres Baugerät errichtet

werden konnten.

Das Dach an sich bestimmt allein schon wegen seiner

Dimension die Form und Ästhetik des Gebäudes und

wurde als markantes Gestaltungselement fast bis auf

das Erdgeschossniveau hinabgezogen. Mit Stroh eingedeckt

fügt es sich unauffällig und farblich passend

in die sanfte Hügellandschaft der Umgebung ein.

Sowohl von innen wie auch außen ist der Eukalyptus

als maßgebliches Konstruktionsmittel auf den ersten

Blick wahrnehmbar, da das gesamte Bauwerk äußerst

filigran und transparent gestaltet wurde. Wände

gibt es nur wo notwendig, um Funktionsflächen

von Aufenthaltsflächen abzugrenzen. Die vertikalen,

fachwerkartigen Strukturen wurden teilweise offen

gelassen, teils verglast. Die hohen Räume geben im

Inneren den Blick auf die statische Konstruktion der

Holzbalken frei, sogar die Eindeckung des Strohdachs

ist von unten sichtbar.

u


architektur FACHMAGAZIN

60

Material & Oberfläche

Dies verleiht dem Gebäude eine sehr naturbelassene,

einfache und unkomplizierte Anmutung. Barrieren

oder Hemmschwellen beim Betreten der Flächen werden

so von vornherein vermieden. Und obwohl modern

in seiner Ästhetik und technischen Umsetzung,

vermittelt das Yamasen doch ein Gefühl der Selbstverständlichkeit,

als hätte das Gebäude schon immer

an diesem Ort gestanden. Für Kampala, das wie viele

afrikanische Städte Ende des 19. Jahrhunderts rund

um das Kolonialgeschehen entstanden ist, ist diese

Festigung von Strukturen im städtischen Raum von

großer Bedeutung. Schließlich zählt die Metropole

bereits heute mehr als 1,5 Millionen Einwohner, bis

2050 wird aufgrund der Abwanderung der Bevölkerung

vom Land in die Stadt mit bis zu zehn Millionen

Einwohnern gerechnet, Tendenz steigend.

Eine Einbindung der Architektur in die umgebende

Naturlandschaft ist somit von immenser Bedeutung,

möchte man den vielen Menschen auch in Zukunft

attraktive Lebensräume bieten. Für TERRAIN architects

spielten solche Überlegungen bei der Positionierung

des Gebäudes daher eine tragende Rolle.

Aufgrund der geringen Steigung des Baugeländes

konnte das zweistöckige Gebäude so in die Topografie

eingebettet werden, dass das lang gezogene

Gebäude im vorderen Bereich zweistöckig in Erscheinung

tritt, ab der Hälfte im Erdgeschossbereich dann

allerdings zurückhaltend im Erdreich versinkt. Alle

Ebenen sind somit ebenerdig zugänglich, das Bauwerk

wirkt trotz seiner Größe urtypisch.


www.architektur-online.com

61

TERRAIN architects

Das vier Meter hohe Erdgeschoss ist aus Beton und

Stahl gefertigt und umfasst unter anderem eine

Park ebene. Das darüberliegende und nach außen hin

sichtbare Geschoss wurde in Holz und Eukalyptus

ausgeführt. Die durchlässige Dachkonstruktion ist

von vorne gesehen in drei Dachflächen aufgelöst und

am höchsten Punkt mit einem großzügig verglasten

Dachfirst versehen. Darunter spannt sich ein lichter

und luftiger Raum auf, in dem sich auch ein japanisches

Restaurant befindet. Aus jedem Blickwinkel

ergeben sich Blickbeziehungen in die angrenzenden

Bereiche, Innen- und Außenraum scheinen aufgrund

der Offenheit der Bauteile zu verschwimmen. Terrassen

befinden sich zwar einerseits im Freien, liegen

aber dennoch sonnengeschützt unter dem großen

Dach, sodass es schwer zu definieren ist, wo der Innenraum

aufhört oder der Außenraum beginnt.

So spiegelt das strohgedeckte Eukalyptusdach die

in Uganda herrschenden klimatischen Bedingungen

eins zu eins wider: Eine Dämmung oder Heizung ist,

aufgrund der angenehmen Temperaturen, schlicht

unnötig, was es hingegen braucht, ist ein großes

Dach, das die intensiven Sonnenstrahlen abhält, vor

den häufigen Gewittern schützt und Durchzug bietet.

Im Hinblick auf dieses konkrete Projekt kann man

vielleicht auch von einem Dach für alle sprechen, ein

Dach, unter dem sich Geschäfte, ein Restaurant und

Café harmonisch zusammenfügen und gegenseitig

ergänzen und befruchten. Ein Dach, das einen geschützten

Ort und Treffpunkt für Anwohner, Besucher

und dort Arbeitende bietet.

So umstritten der Baustoff Eukalyptus auch sein

mag, so ist sein Einsatz dennoch nicht als generell

verwerflich anzusehen. Zumindest, solange man sich

einige Aspekte vor Augen führt. Zum einen lautet das

Credo: Nachhaltig ist, was der Umgebung entspricht.

Das heißt, dass Eukalyptus als regionaler Baustoff in

Uganda durchaus sinnvoll einzusetzen ist, in anderen

Regionen allerdings sollte man wohl eher auf heimische

Hölzer zurückgreifen. Zudem ist der Eukalyptus

ein sehr schnell nachwachsender Rohstoff mit einem

Zyklus von nur knapp vier Jahren. Kritisch wird es

erst dann, wenn riesige Monokulturen das ökologische

Gleichgewicht destabilisieren oder durch den

enormen Wasserbedarf der Pflanzen zur regelrechten

Austrocknung der Böden und Grundwasserspeicher

führen.

u

Die Konstruktion des

weit ausladenden Daches

bleibt von unten sichtbar.

Oberlichter sorgen trotz

der markanten Dachfläche

für ein offenes und

lichtes Ambiente.


architektur FACHMAGAZIN

62

Material & Oberfläche

Bei all den kritischen Aspekten bleibt dennoch ein

Argument für den Einsatz von Eukalyptus als Baustoff

in Uganda positiv zu bewerten: Es handelt sich

um einen lokal verfügbaren Rohstoff, der von der einheimischen

Landbevölkerung kultiviert, geschlagen

und verarbeitet wird. Es gibt weder lange Transportwege

noch eine Anhäufung von Zwischenhändlern.

Die Bewohner können sich mit dem Material identifizieren,

denn die Verarbeitung von Eukalyptus gehört

seit jeher zu deren Kultur.

Gleiches gilt somit für die (moderne) Architektur, die

– wenn sie auf Eukalyptus und ähnliche heimische

Rohstoffe setzt – erst durch deren Hände Arbeit

möglich geworden ist. Sei es durch die Kultivierung,

Verarbeitung oder Veredelung. Letztendlich geht es

dieser Tage in fast allen unseren Lebensbereichen

um das Wort Nachhaltigkeit. In diesem Zusammenhang

umfasst der Begriff verschiedenste Teilaspekte

und kann nicht nur auf ökologische Gesichtspunkte

heruntergebrochen werden. Denn nachhaltig ist

letztendlich nicht nur, was nachhaltig produziert

wurde, sondern allen voran, was nachhaltig genutzt

wird. Was also könnte wohl nachhaltiger sein, als ein

Bauwerk, das zu 100 Prozent von seinen Nutzern

akzeptiert und in Folge wertgeschätzt, gepflegt und

genutzt wird?

(lp)

Natürliche Materialien und rohe Oberflächen

prägen gemeinsam mit bunten Accessoires und

Vintage Möbeln den unkomplizierten Charakter

des Restaurants und Cafés.


www.architektur-online.com

63

TERRAIN architects

Yamasen Japanese Restaurant

Kampala, Uganda

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Cots Cots Ltd

TERRAIN architects

Ikko Kobayashi + Fumi Kashimura

Mitsuhiro Kanada, Yoshinori Suzuki, Erias Walugumbe

Grundstücksfläche: 785 m 2

Bebaute Fläche: 562 m 2

Nutzfläche: 600 m 2

Planungsbeginn: November 2014

Bauzeit: Januar 2017 - Juni 2018

Fertigstellung: August 2018


architektur FACHMAGAZIN

64

Material & Oberfläche

Material schafft

auch Kunst

ARTCOR – Creative Center / Chisinau / Maxim Calujac

Fotos: Volker Kreidler, Ivan Bezvusceac


www.architektur-online.com

65

Maxim Calujac

Ein kleines, aber feines Bauwerk als Kulturzentrum

in Chisinau, Moldau hat Architekt

Maxim Calujac entworfen. Die Mischung

verschiedenster Materialien und Oberflächen

bietet trotz einer großen Vielfalt einen

sehr einheitlichen Rahmen für Kunst und

Veranstaltungen und der Baukörper fügt

sich auch in den Kontext ein.


architektur FACHMAGAZIN

66

Material & Oberfläche

Ein Kunst- und Kulturzentrum ist an und für sich

schon etwas Besonderes, zumindest für Kunstbeflissene.

Wenn aber dann bei der Architektur auch noch

mit den verschiedensten Oberflächen und Materialien

gespielt wird, wenn der Architekt offensichtlich

sehr sensibel mit Räumen, Wirkungen, Verschränkungen

und dem Kontext umgegangen ist – kann man

schon von einem Erlebnis sprechen. So geschehen

bei ARTCOR, dem neuen Kreativzentrum in Chisinau,

Republik Moldau (ehem. Moldavien), entworfen

von Architekt Maxim Calujac. Man kann an diesem

kleinen Beispiel sehen, dass im „Osten“ gute, sehenswerte

Architekturen entstehen, die nicht unbedingt

Produkte einer Exportarchitektur europäischer Stars

sind. Alles angesichts der Betonprovokationen, die

als einzigartige, architektonische Aushängeschilder

aus den letzten zwei Jahrzehnten der UdSSR in diesen

Ländern vor sich hingammeln.

Das ARTCOR - Creative Industries Center befindet

sich im Zentrum der Stadt im Hof der Art Academy

(AMTAP) und soll ein Katalysator für die Entwicklung

der Kreativindustrie Moldaus werden und sein. Die

räumliche Lösung des Baus ist von seiner Lage, der

Grundstücksform, einem architektonischen Denkmal

aus dem späten 19. Jahrhundert und den Nachbargebäuden

bestimmt. In einem Teil des Akademiehofes

befanden sich ein verwahrlostes Lager und ein

Schuppen – diese konnten abgerissen werden, um

ca. 300 m 2 zusätzlichen Platz für öffentliche Nutzungen

zu schaffen. Das Kulturzentrum setzt sich jetzt

aus einem neuen Gebäude mit 400 m 2 und einem Teil

mit 450 m 2 , der im bestehenden Akademiegebäude

untergebracht ist, zusammen.


www.architektur-online.com

67

Maxim Calujac

Im Neubau in der Hofmitte ist eine Mischung aus

kulturellen und geschäftlichen Nutzungen untergebracht,

der zweite Stock bietet hier Platz für Workshops

und junge Startups. Die Dachflächen präsentieren

sich als grüne Terrassen mit einem Zugang

über die Stiegen und Sitzstufen des Open-Air-Auditoriums,

das sich an der Längsseite des Körpers in die

Höhe erstreckt. Der links davon liegende Flügel des

um 1950 errichteten Akademiegebäudes, beinhaltet

in seinem ersten Stock die Räume für Workshops,

eine Bibliothek für diverse Medien und Versammlungsräume.

Zusätzlich hat Architekt Calujac – durch

Oberlichten belichtete – Bereiche für Verwaltung, ein

Buchgeschäft und einen Designstore untergebracht.

Die Räumlichkeiten für die Musik (ein Aufnahmestudio

und Proberäume) sind im renovierten Untergeschoss

situiert.

u


architektur FACHMAGAZIN

68

Material & Oberfläche

Die Herausforderung des Projektes bestand darin,

den historischen Background so gut wie möglich

zu erhalten und gleichzeitig einen kreativen Mix

von Nutzungen, Baukörpern, Ansichten und Orientierungspunkten

zu ermöglichen. Durch die Transformation

des Hofes in einen öffentlichen Raum ist

eine aktive, neue, urbane Zone geschaffen worden.

Sie ist für alle Besucher zugänglich und auch das

begehbare, grüne Dach stellt eine Bereicherung im

städtischen Kontext dar. Das Gesamtenvironment

wird durch die Begrünung und seine Wirkung als

„Kunstraum“ betont, die Gestaltung des öffentlichen

Platzes wirkt fast wie eine bewusste Kunstinstallation:

Statt, mit den üblichen Rigolen aus Edelstahl sind

die Entwässerungsrinnen und Steifen einfach mit

Kieselsteinen gefüllt. Dieser einfache Trick erfüllt genauso

seine Wirkung und wirkt ästhetisch. Zusätzlich

bringen diese Rinnen mit Kieselsteinen eine gestalterische

Note in die Betonflächen des Hofes.


www.architektur-online.com

69

Maxim Calujac

Vom Eingang erblickt man auf der Stahlbetonwand

des Neubaus die Skulptur „The Knowledge Tree“, diese

als Relief aus Beton gestaltete Wand symbolisiert

die menschliche Natur und stellt den Ursprung der

Entwurfsidee dar (laut Architekt Calujac). Die Konstruktion

des Körpers stellt sich als Stahlbetonbau,

teilweise umhüllt von einer Fassade aus Cortenstahl,

dar. Auch diese rostfarbenen Platten sind gestaltet,

teilweise geschnitten oder mit Mustern versehen –

sehr überlegt. Die Innenräume werden auch von der

Struktur des Stahlbetonbaus geprägt, der Versammlungsraum

besitzt eine Kassettendecke aus Beton,

die Wände und anderen Decken sind aus teilweise gefärbtem

Sichtbeton. Möbel und Teile der Deckenbeleuchtung

sind vom Architekten speziell für das Projekt

entworfen worden und die Böden durchgehend

aus glatt gestrichenem Estrich mit Versiegelung.

Bei der Gestaltung der dekorativen Elemente im Inneren

hat Calujac eng mit den Studenten, Künstlern

und Professoren der Akademie zusammengearbeitet

und die Mischung aus Stahlbeton, Sperrholz,

Holz, Steinmauern und Glas mit den unterschiedlichsten

Oberflächengestaltungen ist durchaus als

gelungen zu bezeichnen. Erstaunlich ist auch das

geringe verwendete Budget von nur 350.000 Euro

für das Gesamtprojekt.

(rp)

ARTCOR – Creative Center

Chisinau, Republik Moldau

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

COR Creative Industries Association Moldova

Maxim Calujac

Irina Dubinschi, Anton Brenici

Anatol Butnaru

Grundstücksfläche: 890 m 2

Bebaute Fläche: 215 m 2

Nutzfläche: 850 m 2

Planungsbeginn: 2017

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 2019

Baukosten:

350.000 Euro


architektur FACHMAGAZIN

70

Material & Oberfläche


www.architektur-online.com

71

BBGK Architekci

Die Wiedergeburt

der Vorfertigung

Sprzeczna 4 / Warschau / BBGK Architekci

Fotos: Juliusz Sokołowski

Vorfertigung und Bauen aus (Beton)Fertigteilen

genießen in den ehemaligen Ostländern einen

schlechten Ruf. In kommunistischen Zeiten und auch

während des Sozialismus wurden hier massenhaft

sogenannte Paneelbauten errichtet, in schlechter

Qualität, billig und für ein zeitgemäßes Wohnen heute

nicht mehr geeignet. Dieses Vorurteil sitzt tief im

Bewusstsein der Menschen.

Der mehrgeschossige Wohnbau Sprzeczna 4 der

BBGK Architekci im Stadtteil Praga von Warschau ist

nun ein Manifest für die Vorfertigung im architektonischen

Prozess. Ganz bewusst haben die Architekten

sämtliche, negativ konnotierte Kriterien und Methoden

des Vorfertigungsprozesses angewandt: sichtbare

Betonoberflächen, Muster und Reliefs, elektrische

Installationen in den Wänden, Deckenheizung

und vieles mehr. Das Resultat ist eine Architektur, die

aus vielen großformatigen, in der Fabrik vorgefertigten

Bauteilen zusammengesetzt ist.

u

Dieser prototypische

Demonstrationsbau der

BBGK Architekci in Warschau,

Polen, versucht,

mit den weitverbreiteten

Vorurteilen bezüglich vorgefertigter

Wohnbauten

aufzuräumen. Es ist der

erste in dieser Methode

errichtete Bau seit 30

Jahren, seit der Zeit

des Kommunismus. Alle

möglichen Produktionstechniken

wurden dabei

angewendet: gefärbter

Stahlbeton, in den Wänden

eingelegte Leitungen,

Deckenheizung und

Reliefstrukturen.


architektur FACHMAGAZIN

72

Material & Oberfläche

Die Architekten hatten mit ihrem Büro den Auftrag

bekommen, den Begriff (und die damit verbundenen

Vorurteile) der Vorfertigung zu entzaubern. Diese

Herausforderung haben sie angenommen. Die Architektur

wurde ganz bewusst auf einem Grundstück

errichtet, welches absolut nicht in die Stereotypen

der Vorfertigung passte: klein und verzwickt, mitten

in einer Fassade aus Gebäuden des 19. Jahrhunderts.

Und genau da haben sie – unlogischerweise - die Bedingungen

der Vorfertigung angewandt.

Die Liegenschaft aus den großformatigen Fertigteilen

ist nicht voll ausgebaut und enthält keinerlei

Accessoires, Dekorationen oder Beschläge im Innenausbau.

Es ist die ehrliche Geschichte eines Gebäudes,

was es eben ist, woraus es besteht und wie es

funktioniert. Die Betonfertigteile sind auch ganz bewusst

in roter Farbe hergestellt, um dem optischen

Alterungsprozess des Materials entgegenzuwirken.

Sie sind ein Kontrapunkt zu den verputzten Häusern,

die nur perfekt und schön im Augenblick des Verkaufes

sind, später fällt der Putz sowieso ab. Der Bezirk

Praga wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg nie

wieder komplett restauriert. Er ist somit für seine Bewohner

mit der roten Farbe verbunden, weil es die

Farbe der kaputten Ziegelbauten ist, ohne Verputz,

die Farbe der Kriegsruinen. Und das ist im (Unter)

Bewusstsein der Einwohner Warschaus eingeprägt.

Das Gebäude hat aber auch eine andere Bedeutungsebene,

nämlich in städtebaulicher Hinsicht. Die Architektur

erhebt den Anspruch, zu einer gelungenen und

„schönen“ Restaurierung des Bezirkes Praga beizutragen,

beziehungsweise will diese anregen. Sie soll nicht

nur in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein Zeichen

setzen, sondern auch in einem größeren Maßstab. Sie

soll der Ausgangspunkt für die Instandsetzung des

gesamten städtischen Blockes werden. Man kann in

dieser Hinsicht auch postulieren, dass der Schlüssel

zur Restaurierung eines Häuserblockes dessen Straßenfassade

ist. Die Ausrichtung der Architektur in

einem 45 Grad-Winkel am Grundstück resultiert auch

aus den Problemen des Wohnbaus in Polen. Nichtrechteckige

Räume in kleinen, sperrigen Appartements

– typisch für den Wohnungsmarkt in Warschau

– sind nicht zum Wohnen und Leben geeignet. Somit

trägt der Entwurf der Architekten mit der Drehung des

Grundrisses zu einer überraschenden Lösung bei. Die

rasterförmige Straßenansicht (der Nachbarbauten)

wird mit Balkonen und Loggien repliziert und die maximale

Baufläche genutzt. Somit entsteht wieder eine,

geschlossen wirkende, Blockfassade.

u

Der ziegelrote Wohnbau,

in nur vier Monaten,

errichtet bietet Raum für

Balkone, Loggien und

sogar Kunst.


www.architektur-online.com

73

BBGK Architekci


architektur FACHMAGAZIN

74

Material & Oberfläche

Sprzeczna 4 ist auch polemisch gemeint: Gegen ein

halbfeudales Konstruktionssystem (Ziegelbauten),

basierend auf der Arbeit minder bezahlter Migranten

mit einer Methode, die praktisch aus dem 19. Jahrhundert

stammt. Es ist somit der Versuch, in Polen

die Regeln des fairen Wirtschaftens und Produzierens

einzuführen, samt der sozialen Verantwortung

bei Verwendung einer Produktionsmethode, die in

Westeuropa und Skandinavien gebräuchlich ist. Und

paradoxerweise ist dieses kleine, extrem untypische,

aber fortschrittliche Gebäude die Vorausschau auf

eine – durch Industrialisierung und Vorfertigung –

mögliche Bauweise für die Zukunft. Die Architektur

steht für eine totale Vorfertigung, abgesehen von der

durchlässigen Wand in der Garage (Erdgeschoss)

und der Bodenplatte, dem Fundament, ist alles aus

Fertigteilen. Im Gebäude gibt es 57 Wohneinheiten

mit Größen von 28 bis 75 Quadratmeter. Die reine

Bauzeit betrug vier Monate, einschließlich des Einbaus

von Fenster und Türen.

Und da moderne Architektur immer eine Verbindung

zwischen Kunst und Handwerk anstreben sollte, befinden

sich einige kleine Ornamente als Relief in den

Betonteilen: zum Beispiel die Warschauer Meerjungfrau.

In Zeiten des beginnenden Kapitalismus in Polen

sollten auch Bewohner eines Immobilienprojektes

einen Kontakt mit Kunst haben können, meinten die

BBGK Architekci.

(rp)


www.architektur-online.com

75

BBGK Architekci

Sprzeczna 4 Wohnbau

Warschau, Polen

Bauherr:

Planung:

Landschaftsplanung:

Statik:

Budizol Sp. Zoo. S.K.A.

BBGK Architekci

Pasa Design

RWK Engineers

Grundstücksfläche: 1.319 m 2

Bebaute Fläche: 741 m 2

Nutzfläche: 2.660 m 2

Planungsbeginn: 09/2015

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 2017


architektur FACHMAGAZIN

76

Material & Oberfläche

Wo einmal der

Südbahnhof stand

Parkapartments and Parkhotel am Belvedere / Wien

Renzo Piano Building Workshop in Zusammenarbeit mit NMPB Architekten (Wien)

Fotos: Michel Denancé

Die wunderschöne Gründerzeitarchitektur des Südbahnhofes

wich nach dem Zweiten Weltkrieg einem

nüchternen Funktionalismusbau. Der Bahnhof

versandelte von Jahr zu Jahr mehr und parallel zu

diesem Prozess fand auch eine Verslumung der Geschäfte

im Bahnhof und in der Umgebung statt. Vom

berühmten Stehbuffet mit Hendl, Gulasch und Bier

zum „Eurosnack“ Cheeseburger mit Cola im Plastikbecher

und den Pizza&Döner-Take-aways. Der Südbahnhof

und die ganze Gegend wurden zum Unort.

Sein Abbruch und mit ihm gleich auch der des Ostbahnhofes

ermöglichten städtebaulich interessante

Perspektiven: Ein neues Viertel entstand und die

Konstruktion des neuen Wiener Hauptbahnhofes

schuf ein städtisches Zentrum mit höchst widersprüchlichen

Bedingungen. Auf der einen Seite das

Schloss Belvedere, der Park des Schweizergartens,

das renovierte 21er-Haus und das Arsenal. Auf der

anderen Seite der neue Hauptbahnhof mit seinen

Gleismassen, die Shoppingmall und eine dichte Urbanität

(die hoffentlich noch mehr wird). Es ist ein

Varieté von architektonischen Stilen und Nutzungen.

Da gibt es die szenischen Blicke auf das Weltkulturerbe

Wiens, das Belvedere und den Stephansdom

und auch auf den Wienerwald und den Schneeberg.

Es gibt aber auch die Bedürfnisse und die Realität

des modernen, städtischen Lebens. Und genau da

setzt das Projekt von Renzo Piano Building Workshop

(RPBW) an – 2008 wurden sie beauftragt, ein

Hotel samt Wohnkomplex zu entwerfen.

Was nun auf den ersten Blick wie ein kompaktes Gebäude

aussieht, ist jedoch in fünf individuelle, vertikale

Strukturen gegliedert – Baukörper, die alle einen

individuellen, polygonalen Grundriss haben. Die vertikal

aufstrebende Konstruktion mit der Keramikfassade

wurde auf markante, neun Meter hohen Stützen

gesetzt. Das – in zwei der fünf Baukörper situierte

– Hotel Andaz ist durch verschachtelte Brücken und

eine großzügige, durchlässig gestaltete Lobby miteinander

verbunden. Durch die raumhohe Verglasung

auf allen 16 Ebenen öffnet sich der Blick über fast

ganz Wien. Die anderen drei Bauteile beinhalten die

Appartements. Das Andaz Vienna am Belvedere und

der gesamte Komplex sind Teil der Hyatt-Gruppe, mit

Signa als Bauherrn.

Das Konzept dieses urbanen Entwurfes versucht

Sichtlinien und Kontakte zu ermöglichen, genauso

wie einen Übergang für den Ortswechsel von den

Gleisanlagen zum Schweizergarten. Die Eigenheit

des Designs ist der Anschein, dass die Architektur

– von der Straßenebene aus betrachtet – erst in der

Höhe zwischen dem vierten und sechsten Stock über

der Straßenebene beginnt. Der darunter frei werdende

Bereich dehnt visuell den Schweizergarten in

Richtung Bahnhof aus, der Raum fließt hindurch. Die

Hotelzimmer befinden sich erst in einer Höhe, in der

allen Gästen ein ausführlicher Weitblick garantiert

ist. Gleichzeitig wird so eine zusätzliche physische

Distanz vom Lärm, der von den Bahnhofsanlagen

und dem Stadtverkehr ausgeht, geschaffen. Die ersten

Fenster befinden sich über den Baumwipfeln und

über den Wänden, welche die Geleise flankieren.

Die 303 Gästezimmer, darunter 44 Suiten und eine

Penthouse-Suite im 15. Stock überzeugen nicht nur mit

aufwendiger Ausstattung und anderen Annehmlichkeiten,

sondern setzen auch lokale, zeitgenössische

Kunst in Szene. Alle Bereiche des Andaz am Belvedere

sind beeinflusst von der Leidenschaft für außergewöhnliche

Dinge und einer Liebe zu handwerklichen

Details: von raffiniert geschliffenem Glas in der Spiegeltür,

der aufwendigen Wandverkleidung und dem

Fischgrätparkett bis zum Einsatz zeitgenössischer

Lampen für eine abwechslungsreiche Lichtstimmung.

u

In unmittelbarer Nachbarschaft

zum neuen

Hauptbahnhof, neben

Belvedere, Schweizergarten,

Erste Campus

und der angrenzenden

Stadt hat das Büro Renzo

Piano Building Workshop

in Zusammenarbeit mit

NMPB Architekten ZT aus

Wien einen Komplex aus

Hotel und Appartements

errichtet. Markant auf

Stützen stehend, schwebt

die Anlage über der Erde.


www.architektur-online.com

77

Renzo Piano Building Workshop


architektur FACHMAGAZIN

78

Material & Oberfläche

Die Architektur ist von offenen, ineinander übergehenden

Räumen charakterisiert. Sie umfassen unter

anderem einen 2.200 m 2 großen Konferenzbereich,

einen 700 m 2 großen Ballsaal, Fitness- und Spabereich,

sowie insgesamt drei Restaurants, darunter

die goldene Schatulle des „Eugen 21“ und den legeren

„Cyclist“. Räume und Gemeinschaftsräume sind

mit hellen Eichenböden ausgestattet, ergänzt wird

die Möblierung mit geschliffenem Glas und geätzten

Spiegeln sowie Holzstühlen, die an klassische Wiener

Kaffeehäuser erinnern. Die in warmen Farben

gehaltene Lounge Bar mit dunklen Ledersofas und

Hartholzschränken bildet das Herzstück der sich der

Nachbarschaft öffnenden Lobby und präsentiert die

Arbeit von lokalen zeitgenössischen Künstlern.


www.architektur-online.com

79

xxxxxxxx

Die Baukörper besitzen einen Gebäudeabschluss auf

einem einheitlichen Höhenniveau, um die formale

Einheit des gesamten Komplexes zu stärken. Kontrastierend

zu der ruhigen Dachkante stuft sich das

Bauvolumen im unteren Bereich vielfältig ab. Es entsteht

das spannungsreich, lebendige Spiel von unterschiedlichen

Freiräumen und Blickwinkeln. Fast auf

dem gesamten Grundstück befinden sich getrennte

Gartenelemente, die eine visuelle Verbindung und

Weiterführung zum Schweizergarten symbolisieren.

Wesentlich zu der formalen Einheit des Entwurfs

trägt auch die einheitliche Fassadengestaltung der

fünf Körper bei. Im Raster leicht variierend, zieht sich

die Keramikfassade in gleicher Ausbildung über die

Hotel- und Wohngebäude. Sie materialisiert neben

der Eigenständigkeit des Projekts den hochwertigen

Anspruch der Hotel- und Wohnanlage. Gleichzeitig

vermittelt sie zwischen der historischen Fassade des

Arsenals und den Glasfassaden des daneben liegenden

Erste Campus.

Die Erschließung der Parkgarage sowie die Anlieferung

der Hotels erfolgen auf Straßenniveau über

die der Bahn zugewandte Südseite des Projektes.

Das Hotel öffnet sich im Erdgeschoss sowohl zur

Arsenalstraße als auch dem öffentlichen Platz auf

dem Nachbargrundstück, der sich auf das 21er-Haus

bezieht und damit dieses Museum in unmittelbare

Nachbarschaft rückt. Des Weiteren stärkt der Platz

die fußläufige Anbindung des Hotels an den Bahnhof.

Eine großzügige Glasfassade empfängt die

Besucher, die sowohl vom Bahnhof als auch vom

Belvedere über den Schweizergarten in das Hotel

kommen können. Im Sockelgeschoss der Wohngebäude

sind nur die Eingangslobbys als minimal geforderte

Funktionen vorhanden.

(rp)

ARCHITEKT I RENZO PIANO BUILDING WORKSHOP, PARIS

OBJEKT I PARKAPARTMENTS AM BELVEDERE, WIEN

FOTOGRAFIE I MICHEL DENANCÉ, PARIS

Parkapartments & Parkhotel am Belvedere

Wien, Österreich

Bauherr: Hotel am Belvedere GmbH & Co OG

(JV SIGNA / HYATT 50/50)

Planung: Renzo Piano Building Workshop

Architekt vor Ort: NMPB Architekten ZT GmbH

Statik:

Bollinger + Grohmann

Grundstücksfläche: 56.000 m 2

Bebaute Fläche: 10.951 m 2

Planungsbeginn: 2008

Bauzeit: 2015 - 2019

Fertigstellung: 04/2019

MOEDING KERAMIKFASSADEN

DAS FASSADENSYSTEM DER ZUKUNFT

VORGEHÄNGT I HINTERLÜFTET I WÄRMEGEDÄMMT

Fassade:

Fliesenverlegearbeiten:

Moeding Keramikfassaden GmbH

HB Fliesen

mit Produkten von Murexin

WWW.MOEDING.DE


architektur FACHMAGAZIN

80

Material & Oberfläche

Ein Platz, seine Geschichte

und seine Oberflächen

Belagsmaterialien und Oberflächen sind im öffentlichen Raum – nicht erst durch

den Klimawandel und die damit einhergehende sommerliche Erwärmung – ein

wichtiges Thema. Ein gutes Beispiel für die Neugestaltung eines Platzes unter

Einbeziehung vieler ökologischer Kriterien ist der Residenzplatz in Salzburg, gestaltet

durch die Architekten Erich Wagner und Eduard Widmann.

Text: Peter Reischer Fotos: Andrew Phelps, Eduard Widmann

Dem Residenzplatz in Salzburg, einem der

schönsten öffentlichen Räume Österreichs,

wird seit langem eine Italianità (italienischer

Flair) nachgesagt. Das ist zwar eine Eigenschaft,

die man nicht unvoreingenommen

nachempfinden kann, vielleicht ist es eher

eine Mischung aus Schöngeistigkeit und

„möchte gerne“. Aber auch Camillo Sitte,

ein Doyen der Stadtbaukunst, beschrieb

die Platzgruppe um den Dom als „echt italienisch“,

bezog sich dabei jedoch auf die

Tatsache, dass wie in vielen europäischen

Städten auch in Salzburg italienische Stadtbaumeister

und Baukünstler am Werk waren.

Das Zentrum des Residenzplatzes ist sicherlich

der gewaltige Residenzbrunnen

als, sozusagen, das Gravitationszentrum

des Platzes. Der Entwerfer des Brunnens

ist kunstgeschichtlich nicht festzumachen,

allerdings ist das Werk bereits seit 1664 in

den diversen Literaturen beschrieben. Seine

Wirkung entfaltet er im Platzraum durch

den Kunstgriff, ihn einen Meter tiefer als der

Rand des Platzes, also in einer Senke zu positionieren.

Außerdem ist der Residenzplatz

kein Rechteck, sondern ein verzogenes Parallelogramm

und der Brunnen sitzt nicht

in seiner räumlichen, sondern in seiner optischen

Mitte. Das heißt: Er ist leicht nach

Norden Richtung Bürgerhäuser verschoben

und gewährt dem Dom somit den nötigen

Respektabstand.

Da die Platzfläche fast „riesig“ ist, kommt

natürlich der Oberfläche und dem Belagsmaterial

eine große Bedeutung zu. 1680

wurde der Platz mit ca. 15 - 20 Zentimeter

großen Flusskieseln aus der Salzach gepflastert

und bis 1780 so erhalten. Da man

Schwierigkeiten beim Begehen und Befahren

des Platzes beklagte, wurde der Belag

dann mit einer Sandschicht versehen, eine

durchaus übliche Methode für die Salzburger

Plätze dieser Zeit. 1792 wurde ein Fußweg

aus Halleiner Würfelsteinen entlang

der Neuen Residenz zu den Dombögen

angelegt. Verschiedene weitere Veränderungen

und Erweiterungen des Pflasters

sind bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhun-


www.architektur-online.com

81

Erich Wagner und Eduard Widmann

derts nachgewiesen. Um 1900 wurde ein

lang bestehender, gepflasterter Weg quer

über den Platz Richtung Hauptpost verlegt.

Der zentrale Bereich blieb aber immer mit

Schotter bedeckt, eine Tatsache, die an heißen

Tagen zu einer Staubplage führte und

in einem kuriosen Vorschlag mündete: Man

sollte den Damen der Stadt das Tragen der

damals modischen langen Röcke verbieten,

da diese beim Gehen eine Staubfahne hinter

sich herzogen.

Bei einem (der vielen) Architektenwettbewerbe

in den 80er Jahren zur Gestaltung

der Fußgängerzone – die seit den 60er

Jahren sukzessiv erweitert wurde – erhielten

die Architekten Ekhart und Hübner

den ersten Platz. Ein Preisgericht kürte im

Oktober 2007 das Projekt von Max Rieder

und Andreas Knittel zum Sieger eines weiteren

Wettbewerbs. Das siegreiche Projekt

sah für die Neugestaltung ein Mischgut aus

Beton und Flusssteinen vor, das im getrockneten

Zustand abgeschliffen worden wäre.

Die Betonfassung war notwendig, damit der

Platz bei größeren Veranstaltungen dem

Gewicht schwerer Lastkraftwagen standhält.

Nach langem Hin und Her sowie nach

der Aufbringung einer Probefläche nahe

der Hauptpost wurde dieses Konzept verworfen,

weil die Oberfläche nicht den technischen

Anforderungen entsprach.

Nachdem nun die Flusssteinpflasterung

von Rieder/Knittel für den gesamten Platz

endgültig ad acta gelegt wurde, geriet die

Erhaltung des Sandplatzes zu einer Art

Glaubensfrage. Diese „atmende“ Oberfläche

entsprach allen ökologischen Anfor-

derungen einer nachhaltigen Klimaregulierung,

da sie sommerliche Überhitzung

dämpft und Regenwasser wieder dem

natürlichen Wasserkreislauf zuführt. Das

natürliche Material passte auch ideal ins

Konzept der „fünften Fassade“, war also ein

schlichter Kontrapunkt zur ohnehin prägnanten

Architektur.

Die Architektengemeinschaft Erich Wagner/Eduard

Widmann griff das Konzept der

fünften Fassade auf und erhielt als Sieger

eines neuerlichen Wettbewerbs 2015/16

den Auftrag für die Umgestaltung. Die

3-seitig umlaufenden Asphaltflächen wurden

entfernt und durch Granitbelag, mit

im Sandbett verlegten Platten im Format

60x120x16 auf wasserdurchlässigem Drainbeton,

ersetzt. Das Splittmaterial wurde

aus den Resten der Granitbelagsquader

hergestellt und hat somit auch die gleichen

Eigenschaften bezüglich Feuchtigkeitsaufnahme

und Farbtönen. Eine spezielle Siebkurve

wurde dafür ermittelt.

Klimatechnisch vergrößerte man die Splittfläche,

eliminierte die versiegelten Flächen,

ersetzte diese durch sickerfähige Flächen

und lenkte das Gefälle zur Platzmitte hin,

um möglichst wenig Wasser in die Kanalisation

leiten zu müssen. Die Splittfläche

nimmt Regenwasser auf, erzeugt somit einen

Wasserspeicher, reduziert die Oberflächenentwässerung,

entlastet die Vorfluter

und gibt „atmend“ die Feuchtigkeit bei Erwärmung

langsam an die Luft ab. Sie erfüllt

alle Anforderungen einer nachhaltigen Klimaregulierung,

da die sommerliche Überhitzung

gedämpft und Regenwasser wieder

dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt

wird. Der Brunnen in der Mitte ist nicht nur

Gestaltungselement, sondern befeuchtet

und kühlt damit die Umgebungsluft. Neben

den Spritzdüsen vergrößert ein permanent

laufender ringförmiger Wasserschleier die

Reibungsoberfläche zwischen Wasser und

Luft und benetzt zusätzlich durch Windvertragung

die umgebende Bodenfläche.

Mit den asphaltierten Flächen wurden auch

die ehemaligen Gehsteigkanten entfernt,

sodass die Granitfläche eine einzige Ebene

bildet und – stufenlos verlegt – bis unmittelbar

an die Häuserfronten heranreicht.

Entsprechend der Bedeutung des Platzes

haben die Steinplatten das größte, in der

Stadt für einen Platz verwendete Format,

nämlich 60 x 120 Zentimeter. Plattengröße

und Fugenteilung stehen in Relation zu den

Maßen des Platzes wie auch zur Höhe der

umliegenden Gebäude.

Zwischen Granitfläche und Sandsplitt

sammelt nun eine Rinne das (Regen)Wasser.

Dieser Übergang zwischen Stein- und

Splittfläche nimmt das Motiv der vor- und

zurückspringenden Kanten des Brunnenrands

auf. Auch auf die Farbigkeit des

Steins hat man besonders geachtet. In ihm

finden sich die vielen Farbnuancen eines

natürlichen Steins, Grau, Ocker und Gelb.

Der regennasse Platz lässt die Farben

kräftiger erscheinen, und bei prägnanten

Wetterstimmungen wie auch im Zusammenspiel

mit künstlicher Beleuchtung entstehen

besondere Lichteffekte.

Der Fiakerstandplatz erhielt eine Spezialbehandlung

und wurde von der Höhe des

Portals der Alten Residenz in den Schattenbereich

der Dombögen verlegt. Um dieser

spezifischen hohen Belastung des Pferdeverkehrs

gerecht zu werden, hat dieser

Platzausschnitt einen besonders geschichteten

Unterbau und schließlich eine sechs

Zentimeter hohe Schicht aus mit Polyurethan

verstärktem Sandsplitt. Auch eine

Wasserstelle zur Tränkung der Pferde sowie

eine spezielle Fäkalrinne mit automatischer

Wasserspülung wurden angelegt.


architektur FACHMAGAZIN

82

RETAIL architektur

Sehen und

gesehen werden

Andy Warhol sagte einmal: „In the future, everyone has a chance at 15 minutes of

fame.“ Diese 15 Minuten wollen sich manche auch gönnen. In Zeiten von Globalisierung,

Internet und Selfies ist das Essen nicht mehr auf die reine Nahrungsaufnahme

beschränkt, sondern auch ein Faktor der Selbstdarstellung geworden.

Fotos: Kuomin Lee

Man isst, man begibt sich zu Tisch, um gesehen zu

werden. Somit werden die Materialien der Essumgebung

auch immer wichtiger. Ein Beispiel dafür ist die

Doko Bar im Nanshan District von Shenzhen, China.

Sie ist ein Internet-Celebrity-Dessertshop, entworfen

von Waterfrom Design. Das Essen funktioniert

hier wie ein Bühnenspiel: Jeder im Shop ist Teil der

Aufführung und der Raum ist ein Labor, in dem die

Menschen ihr Essen testen können. Man wird vom

Gastgeber zum Gast, vom Zuschauer zum Akteur. Es

ist ein bisschen, wie wenn die virtuelle Welt Teil oder

Spiegel der realen Welt wird und ist.

Meistens sind die Plätze beim Fenster in Restaurants

die beliebtesten. Diese Funktion haben die Designer

ins Innere verlegt und in semitransparenten Wänden

Öffnungen untergebracht, die gewisse Tische und

Plätze in den Fokus rücken. Wie in den sozialen Medien

öffnen sich Rahmen und „Monitore“ in verschiedenen

Größen auf die dahinterliegende Show. Alle

Sitzplätze im Lokal sind in der Nähe eines Ganges

angeordnet und somit wird alles, von der Essenszubereitung

über das Servieren bis zur tatsächlichen

Nahrungsaufnahme zum Theater ohne Trennung

zwischen Zuschauer, Beobachter und Schauspieler.


www.architektur-online.com

83

RETAIL architektur

Das Ganze erstreckt sich über zwei Geschosse. In der

Mitte dieser Gänge mit rahmenförmigen Öffnungen

schwebt ein riesiger, blutroter Kubus. Im Gegensatz

zu den anderen, halbtransparenten Bereichen ist hier

der höchst reale VIP-Bereich situiert, sozusagen in

der visuellen Mittelachse des Theaters, wie die beste

Loge in der Oper.

Als Materialien wählte man Glas, Metallgittergewebe,

galvanisiertes Metall, Nylonfäden und rostfreien

Stahl. Es entstand ein sehr kontrastreiches Gemenge

aus Oberflächen. Nylon wird verwendet, um die mysteriösen,

semitransparenten Wände zu kreieren. Dazu

hängen Tausende von verschieden dicken Fäden von

der Decke und lassen die Raumgrenzen verschwimmen.

In der Eingangshalle tritt ein weißer, traumähnlicher

Nebel aus Düsen im Boden hervor und steht

zusammen mit den Nylonfäden symbolhaft für die

Komplexität der interpersonellen Beziehungen im digitalen

Zeitalter. Nur die servierten Süßigkeiten sind

absolut real.


architektur FACHMAGAZIN

84

RETAIL architektur

Shopping

in Russia

In Moskau ist eine weitere Shoppingmall eröffnet worden: die Kashirskaya Plaza.

Es war eines der derzeit größten Projekte in Russland und wurde von JERDE,

einem international bekannten Büro für Architektur und Stadtplanung mit dem

Hauptsitz in Los Angeles entworfen. Die Eröffnung des 185.000 Quadratmeter

großen Zentrums wurde entsprechend gefeiert.

Fotos: Ilya Egorkin

Kashirskaya Plaza ist eines der größten Immobilienprojekte

in Moskau überhaupt und versorgt nun seit

2018 die Stadt mit einem frischen, modernen Gemeinschaftszentrum.

Das Projekt soll die urbane Vitalität

von Moskau verstärken und auch eine Entwicklung

in den umgebenden Gebieten einleiten. Das Resultat

ist eine fußgängerfreundliche Nachbarschaft mit

vielfältigen Angeboten wie Modeshops, Fitness, Kino,

Unterhaltung, Essen und Trinken und einem Supermarkt.

Ein naheliegender öffentlicher Park verstärkt

seine Attraktivität.


www.architektur-online.com

85

| BA12-10G |

RETAIL architektur

Der Grundstein

für die Architektur

der Zukunft

Building Automation von Beckhoff

In die Architektur fließen organische Elemente ein,

um sie mit dem Umraum zu verbinden. Die rhythmischen

Öffnungen in der Fassade sollen nicht nur die

Menschen zum Eintreten animieren, sie relativieren

auch den Maßstab, um die Architektur verträglicher

mit der Umgebung zu machen. Verbindungen zur

Natur lassen sich auch in der Innengestaltung entdecken.

So sind die vier Hauptatrien entsprechend

den natürlichen Elementen Wasser, Luft, Feuer und

Erde gestaltet. Die Mall soll nicht nur ein wichtiger

Platz für Verkauf und Freizeit sein, sondern auch ein

wirtschaftlicher und sozialer Katalysator für die Umgebung

der Stadt.

Skalierbare

Steuerungstechnik

Das modulare Steuerungssystem

von Beckhoff bietet Lösungen

vom leistungsstarken Industrie-PC

oder Embedded-PC als Gebäudeleitrechner

bis zum dezentralen

Ethernet-Controller.

www.beckhoff.at/building

Der Automatisierungsbaukasten

Das Beckhoff-Busklemmensystem

für die Anbindung

der Datenpunkte unter stützt

mit 400 verschiedenen

I/O-Klemmen alle gängigen

Sensoren und Aktoren.

Mit PC- und Ethernet-basierter Steuerungstechnik von Beckhoff

lassen sich alle Gebäudefunktionen softwarebasiert realisieren.

Das durchgängige Automatisierungskonzept mit Hard- und Softwarebausteinen

für alle Gewerke bietet maximale Flexibilität

bei geringen Engineeringkosten. Die Automatisierungssoftware

TwinCAT beinhaltet alle wesentlichen Gebäudefunktionen sowie

eine standardisierte Systemintegration über Ethernet, BACnet/IP,

OPC UA oder Modbus TCP. Der Beckhoff Baukasten erfüllt eine

Gebäudeautomation nach Energieeffi zienzklasse A.


architektur FACHMAGAZIN

86

RETAIL architektur

Schönheit in

alten Mauern

Ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert beherbergt den ersten Shop einer neuen

japanischen Marke für Kosmetikprodukte in Paris. Der Name der Firma „en“ bedeutet

im Japanischen Schönheit, aber auch Kreis und Verbindung. Das Design ist

nun von diesen drei Bedeutungen definiert.

Fotos: David Foessel

Zu allererst trachtete das Team von ARCHIEE (Yusuke

Kinoshita & Daisuke Sekine) – ein 2011 in Paris gegründetes

Büro japanischer ArchitektInnen – existierende

Elemente in der architektonischen Struktur zu

erhalten. Neue Trennungen mussten zwar aufgrund

der benötigten Funktionen geschaffen werden, jedoch

alle in Kreisformen. Sie können sowohl Behandlungsräume

aufnehmen, als auch privaten Zwecken

und Beratungen dienen. Die inneren Oberflächen dieser

Zonen sind in reinem Weiß gehalten.

Der Raum, der durch die kreisförmigen Teilungen abgetrennt

wurde, enthält alle verlangten Funktionen.

Der verbleibende Raum verbindet und schafft eine

geometrische Kuriosität mit einer ästhetischen Erfahrung.

Der Kunde kann nicht in jeden Raum direkt

gelangen, sondern muss entlang eines verschlungenen

Pfades zu seinem Ziel wandern. Dieser Vorgang

ist typisch in der japanischen Gastlichkeit und der

Teekultur – er soll die Aufmerksamkeit und Spannung

des Gastes erhöhen.


www.architektur-online.com

87

RETAIL architektur

Die äußeren Oberflächen der Kreisteilungen sind

mit poliertem Messing verkleidet und erzeugen

eine verzerrte, aber warme Spiegelung. Man betritt

eine außergewöhnliche, elegante und exquisite Welt

der Schönheit. Der bestehende Raum wurde in vier

Hauptbereiche geteilt: zwei Räume mit Steingewölben

im Keller und zwei mit Gipskartonwänden im

Erdgeschoss.

Ein wichtiger Punkt war auch, alle Produkte ausstellen

zu können. Das erinnert nun an die Atmosphäre

eines Weinkellers und die Displays sind auch von französischen

Weinregalen inspiriert. Jedes Produkt steht

separat mit einer eigenen, speziellen Beleuchtung.

Die Verpackung ist aus dem Holz des japanischen

Blauglockenbaumes und einfach übereinander gestapelt

um wiederum an einen Lagerkeller zu erinnern.


architektur FACHMAGAZIN

88

RETAIL architektur

Immersion* in den

Hochleistungssport

Airports sind heute immer häufiger Sammelpunkte der Superlative. Die Stores,

welche in diesen Malls zu finden sind, haben oft etwas Futuristisches an sich. Das

international bekannte Büro „Ministry of Design“ (MOD) hat nun auf 183 Quadratmetern

am Jewel Changi Airport in Singapur (entworfen von den Safdie Architects)

den ersten Ultraperformance-Sportshop zum „Eintauchen“ in eine virtuelle Welt gestaltet.

Wozu man vor dem Einsteigen in den Flieger ein derartiges Erlebnis braucht,

ist eine andere Frage. Vielleicht lenkt es Passagiere von der Flugangst ab?

Fotos: CI&A Photography, Edward Hendricks

Man hat hier die Möglichkeit, die neuesten Sportgeräte

zu betrachten, zu testen und zu erfahren. Zum

Beispiel ein Fahrrad aus Graphen produziert: leichter

als Papier und 200 mal stärker als Stahl. Ebenso das

leichteste, faltbare Rad der Welt, aber auch Skischuhe,

die sich bergauf oder bergab den Gegebenheiten

automatisch anpassen. Auch für Kletterer, Schwimmer

etc. gibt es die neuesten HighTec-Ausrüstungen

und Geräte.

Fünf Simulatoren stehen zur Verfügung, um virtuell

(also ohne Gefahr!) den Nervenkitzel beim – zum

Beispiel – Freeclimbing in einer rotierenden Steilwand

mit den neuesten Kletterschuhen zu erleben

und zu testen. Selbstverständlich kann man auch

alle Arten des Skisportes probieren, Kleidung testen

und – ohne sie anzuziehen – Fotos von sich machen

und gleich versenden. Auch die eigene Technik beim

Kraulen kann man im “Vasa Swim Trainer Pro” erleben

und verbessern.


www.architektur-online.com

89

RETAIL architektur

* Immersion (fachsprachlich

„Eintauchen“) beschreibt

den durch eine Umgebung

der Virtuellen Realität (VR)

hervorgerufenen Effekt,

der das Bewusstsein des

Nutzers, illusorischen Stimuli

ausgesetzt zu sein, so weit in

den Hintergrund treten lässt,

dass die virtuelle Umgebung

als real empfunden wird.

Die Designer stellten sich zu Beginn der Frage, wie

man ein Sportgeschäft aus Ziegel und Mörtel in das

21. Jahrhundert transformieren kann. In einem übervollen

Markt wie Singapur, in dem Online-Shopping

an der Tagesordnung ist und ein Überangebot von

Sportgeschäften besteht – war es fast logisch, das

Segment der virtuellen Welt des Einkaufens um eine

(fast) haptische Variante zu erweitern. Dieser Marktanteil

richtet sich speziell an Ultraperformanceathleten

und Sportenthusiasten. Der Schlüssel zu diesem

Marketingkonzept liegt in einer 3-Schritte-Strategie:

Aufregen, Eintauchen und Überzeugen des Kunden.

Die Fassade des Stores soll Dynamik und Bewegung

ausdrücken, rostfreier Stahl wurde in einer sehr verbindenden

Art als Hauptmaterial für innen und außen

gewählt. Das ist gleichzeitig eine Referenz an die

weltweit typische Laboratmosphäre, in der innovative

Produkte entwickelt werden. Regale, Schienen

oder Halterungen können aus den vorgefertigten

Displaysystemen ein- und ausgeklinkt werden und

sind mit einem integrierten LED-System verbunden.

Gleichzeitig hat MOD auch ein Logo und ein durchgehendes

System für alle Schriftsachen des Auftraggebers

gestaltet. Als großes „X“ zieht es sich durch alle

Displays, Drucksachen und Einkaufstaschen durch.


architektur FACHMAGAZIN

90

RETAIL architektur

International gefragt

2018 brachte Agrob Buchtal die Innovation DryTile auf den Markt. Das neu entwickelte

System ermöglicht es, keramische Fliesen trocken, sprich ohne Kleber zu

verlegen. Bereits in mehreren Objekten in Deutschland hat DryTile seine Vorzüge

eindrücklich unter Beweis gestellt. Mit der Sanierung einer Filiale der renommierten

Bäckereikette Macrina in Seattle überzeugte „das Verfahren, das die Fliesenverlegung

auf den Kopf stellt“ jetzt auch in den USA.

Die Macrina-Bäckereien in den USA sind

nach dem Vorbild traditioneller Dorfbäckereien

konzipiert. Neben dem Einsatz

von natürlichen, regionalen Zutaten sowie

der Verwendung von Bio-Getreide oder

frischen Eiern von eigenen Hühnern, zählt

hierzu auch die Präsentation des Warenangebotes.

Ein Erfolgsrezept das offensichtlich

aufzugehen scheint, denn im Internet

ist bereits von „einer der besten Bäckereien

der Welt“ die Rede.

Damit dies so bleibt entschied sich die Geschäftsleitung,

die Filiale in Seattle von Grund

auf zu sanieren. Trotz alter Bausünden, die im

Zuge der Renovierung zu bewältigen waren,

konnte mithilfe des DryTile-Systems von

Agrob Buchtal in nur wenigen Tage ein neuer,

zeitgemäßer Bodenbelag realisiert werden.

Der Verdienstausfall war damit marginal und

das Ergebnis überzeugte sowohl in ästhetischer

als auch in funktionaler Hinsicht.

Passend zum Gesamtambiente entschied

sich Architekt Richard Floisant vom gleichnamigen

örtlichen Studio und Bauherr

Macrina für Keramikfliesen aus der Serie

Mandalay. Gerade im edel-rustikalen hellen

Farbton kommen die natürlichen holzähnlichen

Maserungen der Serie besonders gut

zur Geltung. Auf rund 140 Quadratmetern

wurde das Format 30x60 Zentimeter im dynamischen

Halbverband verlegt.

Das System DryTile

Voraussetzung für DryTile ist ein besonders

ebener Untergrund mit einem Stichmaß

von zwei Millimeter auf zwei Meter.

Hierauf erfolgt die Verlegung der qualitativ

hochwertigen Keramikfliesen. Ihre rückseitige

dünne Korkschicht, die bereits ab

Werk dauerhaft appliziert ist, sowie die für

das System explizit entwickelte Spezialfugmasse

ermöglichen die sichere trockene

Verlegung. Darüber hinaus lässt sich beim

Aneinanderstoßen der Fliesen mit der allseitig

und genau definiert überstehenden

Korkschicht ganz leicht eine präzise und

elegante Schmalfuge ausbilden. Unverfugt

ist der Belag sofort begehbar. Nach der Verfugung

ist die Fläche nach zwölf Stunden

begehbar und nach weiteren zwölf Stunden

voll belastbar. Das System DryTile ermöglicht

eine bis zu 8x schnellere Verlegung als

die herkömmliche Methode.

AGROB BUCHTAL

Ansprechpartner in Österreich siehe

www.agrob-buchtal.de (Rubrik Kontakte)


www.architektur-online.com

Hotel 2.0 &

Business

Zwei Teppich-Alleskönner für

jedes Objekt.

Ausgezeichneter C&C-Markt

Ressourcenschonung und Umweltbewusstsein zeichnen den

„METRO ZERO ONE, ST. PÖLTEN“ aus. Die planenden und zuliefernden

Projektpartner LUXWELT, VIESSMANN, kke und MOL-

TO LUCE wurden dafür aktuell im Rahmen des EHI Energiemanagement-Awards

als „TOP SUPPLIER RETAIL 2019“ prämiert.

Ausgangsbasis für die Planung bildete die Lokalisierung der

größten Energieverbraucher im Lebensmittelhandel. Insbesondere

die Beleuchtung bietet hier großes Energie-Einsparungspotenzial.

Gemeinsam mit dem Planungsunternehmen

LUXWELT stattete MOLTO LUCE das Vorzeigeprojekt mit

LEDs und einer Beleuchtungsanlage mit tageslichtabhängiger

Steuerung aus, die den hohen Tageslichtanteil optimal

nutzt. Für die Allgemeinbeleuchtung schweben als Dreieck

gruppierte Sonderleuchten „3ANGLE“ als markante Objekte

von der Decke. Im Frischebereich sorgen energieeffiziente

Einbau-Downlights der Serie ONLY IP54 sowie das ONE

ROW-SYSTEM in Kombination mit dem weltweit ersten Food

IP54 Tragschienenstrahler GO STORE IP54 für die nötige

Ausleuchtung. Je nach Warengruppe kommen abgestimmte

Lichtfarben zum Einsatz. Runde Deckenleuchten der Serie

BADO in unterschiedlichen Durchmessern durchfluten den

Kassen- und Ausgangsbereich, sorgen für beste Lichtverhältnisse

und vermitteln hier noch einmal ein besonders Gefühl

von Freundlichkeit.

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com

www.sonnhaus.at

Business

- geeignet für klassische Büro-Objekte,

Krankenhäuser,

moderne Cityhotels sowie

Banken und Versicherungen

- als Bahnenware oder

SL-Fliese erhältlich

- verfügbar in 30 verschiedenen

Qualitäten, 371 Farbstellungen

sowie 28 Designs

- ausgewählte Qualitäten in

400 und 500 cm Breite

lieferbar

- Individualdruck möglich

Hotel 2.0

- höchste Individualisierung für

Hotellerie und Gastronomie

- jeder Dekorwunsch möglich,

der Kreativität sind durch

Digitaldruck keine Grenzen

gesetzt

- beste Raumakkustikwerte

durch Vliesrückenverstärkung

SONNHAUS GmbH

Ginzkeystraße 38 ∙ 4600 Wels ∙ www.sonnhaus.at

Tel: +43 7242 634-100 ∙ office@sonnhaus.at


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Raum mit Magie

Stress, Burnout und fehlende Selbst(wieder)findung sind immer häufiger auftretende

Problemfaktoren unserer hektischen Zeit. Darauf reagiert teilweise auch die

Architektur und so hat der Designer Nico Ueberholz „Space“ entworfen, ein Hightech

Kubus, der – mit modernster Medientechnik ausgestattet – für Meetings,

Präsentationen, Fotoshootings oder Abendveranstaltungen genutzt, aber auch für

Achtsamkeitskurse und Gruppenmeditationen gebucht werden kann. Die 200 m 2

große Architektur ist von einer verspiegelten Außenhaut und einem matten inneren

Kern gekennzeichnet.

Fotos: Ulrich Beuttenmüller für Gira

Die äußere Hülle ist komplett mit vollverspiegelten

Alucobond-Oberflächen verkleidet. So wird die umgebende

Natur mit dem weitläufigen Garten und einem

Wasserbecken, aber auch der Himmel, Wind und

Wetter camouflageartig abgebildet und der Neubau

zu einem Teil der Landschaft. Hinter der überstehen-

den, reflektierenden Außenhülle tritt der innere Körper

als materielles Objekt zurück, kontrastiert aber

zugleich mit seiner skulpturalen Eigenwirkung. Dieser

matt verkleidete, zweite Körper, setzt sich durch

die Lichtfugen einer umlaufenden LED-Beleuchtung

noch stärker ab und scheint zu schweben.


www.architektur-online.com

93

Produkt News

BESTE

DECKKRAFT.

Der Innenraum empfängt den Besucher

mit einer Lichtinstallation, die zwischen

Warm- und Kaltweiß pulsiert, zugleich

spielt sie mit den Reflexionen in der

Verglasung. In der Kombination mit einer

Raumhöhe von 3,60 Meter und den

Akustikdecken entsteht eine ganz eigene

Atmosphäre der Ruhe, fast der Magie.

Dank einer modernen Gebäudetechnik

der Firma Gira, programmiert durch die

Firma Busche Elektrotechnik, lässt sich

der lichtdurchflutete Raum auf Knopfdruck

verschatten und zahlreiche Punktund

Deckenstrahler in unterschiedlichen

Lichtfarben frei an die individuellen Bedürfnisse

anpassen. Basis ist das KNX

System, das im Hintergrund alle gebäudetechnisch

relevanten Komponenten

miteinander vernetzt, unter anderem

Heizung, Zutrittskontrolle, Beleuchtung,

Jalousien, Bewässerungstechnik und

die Bose Surround-Sound-Anlage. Einfach

bedient wird über in der Wand installierte

Displays. Alternativ bringt eine

App die Bedienung aber auch aufs Tablet

und Smartphone. Über die Wanddisplays

sowie das iPad lassen sich neben

der Beleuchtung auch Verschattung,

Temperaturregelung, die Außen- und

Wegebeleuchtung sowie Steckdosen

aktivieren. Parallel zu der zeitgemäßen

Bedienung gibt es aber auch den klassischen

Schalter, passend zur klaren

Formensprache der Architektur. Die Gartenbewässerung

läuft ebenfalls via KNX:

Dazu sind sowohl Feuchtigkeitssensoren

eingebunden als auch eine Wetterstation

– ist es trocken und kein Regen in Sicht,

werden die Außenanlagen vollautomatisch

gegossen.

Nach EN 13300

Nassabriebklasse

ABTÖNBAR

FÜR STREIFLICHT

OPTIMIERT

DECKT BEIM ERSTEN

ARBEITSGANG

Einschichtfarbe

UNO 4000

UNO 4000 steht für eine hochwertige,

scheuerbeständige Einschichtfarbe

für innen mit sehr hoher

Deckkraft (Klasse 1). Aufgrund ihrer

matten Oberfläche und der langen

Offenzeit ist sie speziell für Streiflichtflächen

geeignet.

Murexin. Das hält.


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Licht als Kunst

Das Museum Louvre in Abu Dhabi gleicht

keinem anderen Gebäude der Welt: Auf

der Abu Dhabi City vorgelagerten Insel

Saadiyat erhebt sich das Museum als eine

eigene Stadt am Meer – mit 55 miteinander

verbundenen Gebäuden, in denen sich

26 Galerien befinden. Für das Projekt des

Architekten und Pritzker-Preisträgers

Jean Nouvel stand von vornherein fest,

dass der Bau selbst ein eigenes Kunstobjekt

werden würde.

Um trotz greller Wüstensonne im Inneren ein

angenehmes Lichtambiente zu schaffen und

die empfindlichen Kunstwerke vor aggressiven

Strahlen zu schützen, hat Sonnenschutzexperte

Warema dafür einzigartige Verschattungen

mit bewährt smarter Technologie entwickelt

und produziert. Der professionelle Sonnenschutz

baut dabei auf die gleiche Leichtigkeit

und Perfektion wie die Lichtinszenierung Jean

Nouvels auf: Er ist Teil des künstlerischen

Gesamtwerks und dient der Lichtgestaltung,

dem Schutz der Kunstobjekte sowie als Hitze-,

Sicht- und Blendschutz.

Eine Herausforderung war es, mit der filigranen

Anmutung der Architektur zu korrespondieren.

Zudem sollten die Unterglas-Markisen

und Rollos den besonderen Lichtverhältnissen

in der Wüste und den Anforderungen an

ein Museum gerecht werden. Daher wurden

sie jeweils dreilagig gefertigt. Je nach Lichteinstrahlung

wird das Tageslicht durch eine

oder zwei Stofflagen gefiltert. Die dritte Stoffschicht

ist ein Blackout und kommt beispielsweise

bei Fotoausstellungen, in der Nacht oder

als Wärmeschutz zum Einsatz.

Eine automatisierte Steuerung orchestriert

das Fahren der Lagen und Behänge zu bestimmten

Zeiten und abhängig von der Helligkeit.

Zudem ermöglicht eine aufwendige

Visualisierung eine präzise manuelle Regulierung

des Sonnenlichtes per PC-Bedienung

und über Tablets.

Wo Sonnenstrahlen zur Kunst und Licht zu einem

Teil der Architektur werden, sind außergewöhnliche

Sonnenschutzlösungen gefragt,

die höchste Ansprüche erfüllen. Warema zeigt

im Louvre in Abu Dhabi eindrucksvoll, was sich

durch eine enge Zusammenarbeit von Architekten

und Sonnenschutzexperten erreichen lässt.

WAREMA Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at


www.architektur-online.com

95

Produkt News

Komplexe Lichtinszenierung

Für das historische Stammhaus der Sparkasse Oberösterreich in Linz, vollendet

im Jahr 1892 nach Plänen des Architekten Ignaz Scheck, sollten die Architekten

Eva-Maria Bauer und Gerhard Stahl eine Gedenktafel zu Ehren der Gründungsmitglieder

gestalten. Nicht nur das als Standort für die Gedenktafel auserkorene

Foyer der Vorstandsbüros, sondern auch die zahllosen architektonischen Details

des Repräsentationsbaus benötigten nach Ansicht der Linzer Architekten allerdings

eine effizientere Lichtinszenierung.

Die Anforderungen an die Lichtinszenierung im

Treppenhaus und im Foyer waren komplex: Unterschiedlichste

Lichtszenarien bzw. Lichtwirkungen

von gleichmäßiger Grundbeleuchtung bis zur akzentuierten

Inszenierung aller prachtvollen Details sollten

realisierbar sein. Die Architekten und Lichtplaner

entwickelten dafür moderne, zeitgemäße sowie

technisch ausgeklügelte Lichtlösungen: DALI-Komponenten,

die in ein bestehendes KNX-System eingebunden

wurden, ermöglichen die komfortable

Steuerung der verschiedenen Lichtszenarien für die

vielfältige Nutzung des Hauses.

Realisiert wurden die Lichtlösungen durch den Einsatz

verschiedener BEGA Leuchten: Durchgängige

Formsprache, Materialität und Farbgebung der

BEGA Produkte ermöglichen die Kombination von

leistungsstarken Außen- sowie Innenleuchten. Tunable-White-Großflächen-Pendelleuchten

der Innenleuchtenserie

STUDIO LINE, Leistungsscheinwerfer

sowie Wandleuchten mit engbündelnder Lichtstär-

keverteilung für besondere Beleuchtungseffekte

setzen die Architektur des Hauses in Szene. Kompaktstrahler

mit in-trac-Adapter für EUTRAC 3-Phasen-Stromschienensysteme

dienen der Präsentation

von Kunstwerken und gleichzeitig der Beleuchtung

des Treppenhauses.

Die beeindruckenden Oberlichter des Gebäudes

inspirierten zur Realisierung tageslichtähnlicher

Beleuchtung im Foyer der Vorstandsetage. Zehn

Großflächen-Pendelleuchten der Serie STUDIO LINE

simulieren in Linz mit ihrer Farbtemperatur von 2700

bis 6500 Kelvin den Tageslichtverlauf von warmweiß

bis kaltweiß. Die eingesetzten DALI-Komponenten

stellen den Tageslichtverlauf nach.

BEGA Leuchten Österreich

T +43 (0) 512 343150

info-austria@bega.com

www.bega.com


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Abgestimmtes Beleuchtungskonzept

Die neue Deutschlandzentrale des Kosmetikkonzerns L’Oréal in Düsseldorf gilt

als Vorzeigeprojekt in Nordrhein-Westfalen. Bei diesem Bauprojekt der Horizon

Development GmbH und HPP Architekten sind Architektur, Arbeitskultur

und Beleuchtungskonzept perfekt aufeinander abgestimmt. Open Space Büros,

individuell gestaltete Empfangs- und Kommunikationsbereiche sowie ein großzügiges

Mitarbeiterrestaurant bieten für die knapp 1.000 Mitarbeiter eine moderne

Arbeitswelt. Regent Lighting lieferte die Infrastruktur- und Bürobeleuchtung aus

einer Hand.

Für Glaswände, Bodenbeläge und die fest

installierte Beleuchtung bei diesem Projekt

war der Bauherr verantwortlich. Die Möbel

wurden von L’Oréal selbst ausgewählt. Die

Entscheidung für die Stehleuchten auf den

Büroflächen erfolgte dann durch den Bauherrn

gemeinsam mit dem Mieter, wobei die

Wahl auf die Stehleuchten Lightpad LED

aufgrund der besten Kosten-/Nutzenkonfiguration

fiel. Mit 4 Leuchtenköpfen ermöglichen

sie die gleichmäßige Ausleuchtung

von 4er-Tischen, wobei der Bereich der

größten Helligkeit immer in der Tischmitte

liegt, obwohl die Leuchten seitlich stehen.

Für die größtmögliche Individualisierung eines

jeden Arbeitsplatzes verfügen die Stehleuchten

über je einen Tageslichtsensor

und Präsenzmelder pro Leuchtenkopf und

können im Rahmen des Lichtmanagementsystems

oder per Bedienpanel im Standrohr

geregelt werden.

Da die Büroflächen mit Ausnahme der Verkehrswege

ausschließlich über Stehleuchten

beleuchtet werden, wurde auch das von

Regent Lighting entwickelte Kommunikations-Modul

ALONEatWORK eingesetzt:

Über eine drahtlose optoelektronische

Kommunikation vernetzen sich die Leuchten

automatisch untereinander, sobald die

Module auf den Leuchten mittels Plug &

Play aufgesetzt sind und sorgen dann für

einen normgerecht ausgeleuchteten Umgebungsbereich

auch bei der Anwesenheit

von nur wenigen Mitarbeitern.

Das Mitarbeiterrestaurant wurde bewusst

großzügig gestaltet und als besondere Herausforderung

war dort das Akustik- mit dem

Lichtkonzept zu verbinden: Deshalb wurden

alle Leuchten mit der Unterkante bündig

zwischen Akustik-Baffeln positioniert.

Neben zylindrischen Pendelleuchten als

Sonderanfertigung, die wie Einbau-Downlights

anmuten, überzeugen Pendelleuchten

Slash LED als schattenfreie Lichtlinien

in zeitlosem Design. In den Empfangs- und

Kommunikations- sowie Verkehrszonen im

Mittelbereich des Gebäudes wieder sorgen

dezent in die Decke eingefügte Downlights

aus der Serie Prestige FIX und Prestige

CARDA für optimale Lichtwirkung. Und

die Flurbereiche in den Kernzonen sind mit

Lichtlinien Slash LED ausgestattet – auch

um damit eine attraktive nächtliche Außenwirkung

zu erzielen.

REGENT Licht GmbH

T +43 (0)1 879 12-10

info@regent-licht.at

www.regent.ch

© merTens AG, www.mertens.ag


www.architektur-online.com

97

Produkt News

Rufen. Sehen. Sprechen. Öffnen.

Eine Türsprechanlage ist eine Visitenkarte und eine gute Möglichkeit, bereits an

der Türschwelle Geschmack zu zeigen. Noch bevor ein Gast den Wohnbereich

betritt, erhält er einen ersten Eindruck. Was technisch perfekt funktioniert, soll

schließlich auch attraktiv aussehen. Video- oder Audiosprechsysteme von EL-

COM können beides.

Ein edles und modernes Design aus hochwertigem,

gebürsteten Edelstahl, das mit

den jeweiligen Ansprüchen mitwächst,

macht die ELCOM.ONE Außenstation vielfältig

einsetzbar – vom Einfamilienhaus bis

zu mehrgeschossigen Wohn- oder Büroanlagen.

2015 erhielt Siblik mit dem iF Design

Award dafür eine Auszeichnung. Dabei

erfüllen die Türstationen nicht nur die Anforderungen

einer klassischen Sprechanlage,

sie können auch mit einem ekey Fingerprint-System

aufgerüstet werden. So

richtet sich die Türstation ganz nach den

individuellen Bedürfnissen. Reicht es, einen

Besucher bloß zu hören, dann ist die simple

aber um nichts weniger ansehnliche Audio-Variante

eine gute Entscheidung. Soll

auch beim Telefonieren sichtbar sein, wer

sich am anderen Ende der Leitung befindet,

ist die Video-Variante die bessere Lösung.

Die eingebaute Kamera liefert ein gesto-

chen scharfes Bild und unterstützt so die

Entscheidung, ob einem Besucher Einlass

gewährt wird.

ELCOM.ONE Außenstationen sind praktisch

unkaputtbar. Rostfrei, weitgehend kratzfest,

langlebig, robust und ohne sichtbare

Verschraubungen – so haben weder Wind

und Wetter, noch Vandalen eine Chance.

Auch die ELCOM.TOUCH Innenstation

überzeugt mit puristischem, unaufgeregtem

Design und höchster Bild- und Tonqualität.

Für die optimale Anpassung an das Schalter-

und Steckdosen-Programm von Berker

stehen die Stationen entweder mit abgerundeten

oder rechtwinkeligen Kanten zur

Verfügung. Die Bedienung ist so, wie man es

von Notebook und Handy längst gewohnt

ist. Logisch aufgebaute Menüs, selbsterklärende

Icons, Tippen und Wischen machen

sie kinderleicht und intuitiv bedienbar.

Biometrisches Sensorterminal

Wer gerne seinen Schlüsselbund daheimlassen

möchte, für den gibt es die Hightech-Variante

einer Zutrittskontrolle. Sowohl

Audio- als auch Videostation sind

mit einem ekey-Fingerscan aufrüstbar. Der

Fingerscanner erkennt die berechtigten

Personen und öffnet ausnahmslos auch nur

diesen die Haus- oder Wohnungstüre oder

das Garagentor. Kein lästiges Kramen in der

Handtasche, keine verlegten oder verlorenen

Schlüssel mehr. Die eigenen Finger hat

man immer mit dabei. Hinhalten, einscannen

und Sesam öffnet sich. Einfacher geht

es nicht!

Siblik Elektrik GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 68 006-0

info@siblik.com

www.siblik.com

smarthome.siblik.com


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

6500 Kelvin

3000 Kelvin

Alle Potenziale ausgeschöpft

Seit Jahrzehnten sorgt Licht in Betrieben dafür, dass rund um die Uhr gearbeitet

werden kann. In Zeiten der Digitalisierung und Industrie 4.0 kommt der künstlichen

Beleuchtung aber größere Bedeutung zu. Kombiniert mit intelligenter

Steuerung ist Licht heute der Schlüsselfaktor für ideale Arbeitsbedingungen,

Wohlbefinden und Motivation im Rahmen von Human-Centric-Light-Konzepten

(HCL), Realisierung von Energieeinsparpotenzialen und Umweltschutz sowie Gewerkübergreifende

System- und Effizienzoptimierung.

In der Fertigungshalle des Automationsspezialisten

Beckhoff in Verl zeigt SITECO

idealtypisch, was intelligentes Licht heute

im industriellen Umfeld leisten kann.

Als Grundlage dafür wurde dort das

SITECO-Lichtbandsystem Modario® Performance

installiert. Leistungsstarke LED

sichern das nötige Beleuchtungsniveau für

die kleinteiligen Fertigungsprozesse, während

prismatische Lichtaustrittsflächen für

Entblendung und hohen Sehkomfort sorgen.

Die Leuchten verfügen zudem über

Tunable White, eine Funktionalität, die dynamische

Lichtverläufe in Sachen Lichtfarbe

und Beleuchtungsstärke erlaubt und die

Basis für Human-Centric-Light-Konzepte

ist. Deren Ziel ist ein Umfeld, in dem Menschen

nicht nur gut arbeiten können, sondern

sich auch wohlfühlen – mit positiven

Auswirkungen auf Produktivität, Motivation

und Konzentration.

Bedarfsgerechtes Licht

Bei Beckhoff ist das Thema HCL eingebunden

in eine IoT-Umgebung und integraler

Bestandteil einer Gebäudeautomationsplattform,

die den dynamischen Lichtverlauf

steuert und überwacht. Natürlich setzte

der Automationsexperte Beckhoff hier auf

sein eigenes System, grundsätzlich sind die

SITECO-Lösungen via Schnittstelle aber mit

allen gängigen Steuerungs- und Automationssystemen

am Markt kompatibel.

Durch das Zusammenspiel von Licht und

intelligenter Steuerung lässt sich auch

Energie in interessanten Größenordnungen

einsparen: Bei Beckhoff erfassen hochpräzise

Sensoren Anwesenheit, Bewegung und

die Menge des einfallenden Tageslichts. In

Abhängigkeit davon wird die künstliche Beleuchtung

geregelt. Beim Reifenhersteller

Pirelli in Breuberg haben SITECO und Beckhoff

gemeinsam eine Lagerhalle mit einem

derartigen System ausgestattet: Durch die

Umstellung auf LED und die Implementierung

einer „Follow-me“-Steuerung – Licht

geht nur in den Bereichen an, in denen sich

ein Staplerfahrer bewegt – wurde dort eine

Energieeinsparung von 90 Prozent erzielt.

Gewerkübergreifender

Optimierungsansatz

Mit Licht als Teil der Gebäudeautomation

stehen zudem Analysedaten und Auswertungen

zur Verfügung, die sich für die Optimierung

anderer Gewerke nutzen lassen.

Haben die Sensoren der Leuchten Bereiche

identifiziert, in denen sich niemand aufhält

oder die selten genutzt werden, können z. B.

auch Lüftung oder Klimatisierung angepasst

werden. Dafür hat Beckhoff seine

Lösung durch Kooperation mit Microsoft

cloudbasiert aufgesetzt. Alle Daten stehen

ortsungebunden und in Echtzeit zur Verfügung

und können direkt zu Zwecken des

Energiemanagements genutzt werden.

Siteco Österreich GmbH

T +43 (0)1 25024-0

info@siteco.at

www.siteco.at


www.architektur-online.com

Eurotheum Frankfurt

Das Eurotheum ist ein 110 Meter hohes Gebäude im Herzen

von Frankfurt am Main. Parallel zum Main Tower errichtet,

umfasst es 31 Stockwerke und ist eines der wenigen

Hochhäuser in Frankfurt, die sowohl Büroflächen

als auch ein Hotel beherbergen. Nach dem Auszug der

Europäischen Zentralbank als Großmieter wurde das Gebäude

vom Architekturbüro Peter Kulka umgestaltet. Das

Foyer mit unterschiedlich hohen Bereichen prägen nun

geschwungene Wände aus Industrieglasprofilen, die bis

zu sieben Geschosse in die Höhe ragen.

Spectral lieferte hierfür eine außergewöhnliche Lichtlösung.

Die satinierten Gläser sind mit über 1.100 Linearprofilen mit

Mid-Power-LEDs und einer speziell entwickelten Sekundäroptik

hinterleuchtet und können drahtlos über Low-Energy-Bluetooth

Module gesteuert werden. Die fünf Kanäle beinhalten

die Grundfarben RGB sowie zwei Weißkanäle (3.000

und 6.500 Kelvin) und ermöglichen eine eindrucksvolle Inszenierung.

Komplexe Szenen können einfach über ein Tablet

erstellt und Cloud-basiert gespeichert werden.

RIDI Leuchten GmbH

T +43 (0)1 7344 210-0

office@ridi.at

www.ridi-group.com

www.spectral-online.de

99

Produkt News

ALVA IST ESY,

WEIL SIE AUSSENBELEUCHTUNG

INTELLIGENT VERNETZT

ROBUSTE LED-AUSSENLEUCHTEN

IN VIELFÄLTIGEN VARIANTEN

Große, kleine und schmale Pollerleuchten

mit 360° oder 180° Lichtaustritt, der Option

auf DALI-Vernetzung und eine Integration von

Bewegungs- und Lichtsensorik. Wand-, Deckenund

Hausnummernleuchten sowie repräsentative

Up-/Downlights im passenden Design

und drei wählbaren Ausstrahlungswinkeln. Die

robusten Varianten der Serie ALVA mit ihren

seeluftgeschützten Aluminiumgehäusen bieten

vielfältige Möglichkeiten für die Gestaltung

individueller Lichtkonzepte im Außenbereich.

PERFORMANCE FOR SIMPLICITY

ESYLUX Österreich GmbH | info@esylux.at | www.esylux.at


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

Komfort, Design und Nachhaltigkeit

Mit dem HoHo in der Seestadt Wien entsteht derzeit eines der höchsten Holzhochhäuser

der Welt, das vor allem mit Natürlichkeit überzeugt. Die Fassade

erinnert an Baumrinde und Indoor ist Holz in allen Bereichen vorherrschendes

Element. Der Erschließungskern des Hauses ist massiv, die Holztragekonstruktion

wird an diesen angedockt. Diese Technik ermöglicht auch den hohen Holzbauanteil

von rund 75 Prozent.

Von der Qualität der Architektur und der

nachhaltigen Bauweise konnte man sich

Anfang Juni bei einem exklusiven Preview-Event

vor Ort überzeugen, zu dem die

Bauherren luden und erste Einblicke in das

zukunftsweisende Gebäude ermöglichten.

Erfrischende Einsichten gab es dabei auch

in die Produktwelt von Geberit, die den Gästen

mit der luxuriösen WC-Oase ein „stilles

Örtchen“ der Extraklasse bereitstellte.

Hochwertige Sanitärausstattung ist für

Geberit ein wichtiger Bestandteil moderner

Lebensräume. Bestes Beispiel dafür ist

die topausgestattete Geberit WC-Oase, die

durchs Land tourt und auch Station beim

exklusiven HoHo Wien-Preview machte.

Der voll funktionstüchtige, mobile „Schauraum“

gibt eine klare Vorstellung davon,

wie sich 5-Sterne-Ambiente auf kleinstem

Raum umsetzen lässt. Die HoHo-Besucher

durften sich über die komfortable Ausstattung

aus berührungslosen Armaturen,

hochwertigen Urinalen und Keramiken von

Geberit freuen und an einem heißen Junitag

das Frischegefühl von Geberit Aqua-

Clean Mera Comfort erleben.

„Das HoHo Wien ist ein beeindruckendes

Bauprojekt – die einzigartige Gebäudehöhe,

die innovativen Bautechniken und das

auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Konzept

imponieren“, erklärt Peter Ernst, Geberit

Vertriebsleiter Ausstellung und Design. „Wir

freuen uns, dass wir bei diesem Projekt mit

unseren Produkten u.a. bei der Trinkwasserversorgung,

der Dachentwässerung und

in diversen Sanitärbereichen vertreten sind

– vor allem deshalb, weil wir das gleiche Verständnis

vom perfekten Zusammenspiel aus

Komfort, Design und Nachhaltigkeit haben.“

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG

T +43 (0)2742 401 0

sales.at@geberit.com

www.geberit.at

www.geberit-aquaclean.at


www.architektur-online.com

101

Produkt News

Zerlegbare

Fassadensysteme

Umweltdeklarationen für Bauprodukte sind

ein entscheidender Weg für den rezyklierbaren

Einsatz knapper werdender Ressourcen.

In der Bauprodukteverordnung wird explizit

darauf verwiesen, dass die Zerlegbarkeit

eines Bauwerks bereits bei der Planung berücksichtigt

werden muss. Kosten- und umweltstrapazierende

Abrisse sollen so vermieden

oder zumindest minimiert werden.

DI Christian Öhler, Experte des BMNT für

die nachhaltige öffentliche Beschaffung im

Baubereich, würde es daher begrüßen, wenn

die diesbezüglichen Vorgaben der Bauprodukteverordnung

möglichst rasch in einer

eigenen OIB Richtlinie 7 umgesetzt würden.

Es ist einerseits wichtig, umweltverträgliche

Rohstoffe, Baumaterialien mit geringer

grauer Energie und auch umweltverträgliche

Sekundärrohstoffe zu verwenden und

andererseits die Dauerhaftigkeit sowie

eine gute Zerlegbarkeit zu priorisieren. Das

kommt der vorgehängten, hinterlüfteten

Fassade (VHF) zugute. Sie weist viele Ei-

genschaften auf, die sie jetzt und in Zukunft

zur Fassadenwahl erster Güte prädestiniert.

„Bei der VHF sind vor allem Schraubverbindungen

im Einsatz, die Zerlegung der

kompletten VHF, der Dämmung und der

Unterkonstruktion ist deshalb in aller Regel

einfacher als bei Verbundaufbauten“,

erklärt Ernst Gregorites, ÖFHF Vorstandsvorsitzender.

„Diese sortenreine Zerlegung

ist technisch möglich und wird bei 90 Prozent

aller Fälle friktionsfrei erfolgen. Zudem

schafft man so eine Wiederverwendung als

VHF. Es ist durchaus denkbar, dass die bei

der Zerlegung eines Gebäudes gewonnene

VHF bei einem anderen Gebäude wieder

appliziert wird. Damit habe ich auch eine

energieschonende Wiederverwendung, weil

ich Materialien 1:1 wiederverwerten kann.“

Österreichischer Fachverband für

hinterlüftete Fassaden (ÖFHF)

+43 (0)1 890 38 96

info@oefhf.at

www.oefhf.at

+

Innovative und hochflexible Aluminiumprofilsysteme

mit unendlichen Möglichkeiten.

Wir bringen Visionen von Architekten und Lichtdesignern

in nahezu jede denkbare Form.

H-80 Profil | H-140 PROFIL

Dome

Design trifft Licht

LICHT FOLGT FORM - FORM FOLGT ARCHITEKTUR

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien

Tel.: 01/73 44 210, Fax: 01/73 44 210 5; E-Mail: office@ridi.at, www.ridi.at


architektur FACHMAGAZIN

102

Produkt News

Pariser Justizpalast

Die spiegelblanke Fassade des 160 Meter hohen Tribunal de Paris, entworfen vom

italienischen Star-Architekten Renzo Piano, orientiert sich an der Transparenz des

Rechtssystems. Das außergewöhnliche, glitzernd verglaste Gebäude mit seinen

38 Etagen ist buchstäblich leuchtend und behauptet sich so in einer Stadt, die

sich auf visuelle Ästhetik stützt. In den drei übereinander liegenden Baukörpern

sind auf einer Gesamtfläche von 104.000 Quadratmetern alle Gerichtssäle und

Justizsäle vereint, die zuvor über die Stadt verteilt waren.

Fotos: Raphaël de Bengy

In diesem energieeffizienten Meisterwerk eines Gebäudes

halten Hochsicherheitsaufzüge und ein einzigartiger

Panoramaaufzug die Menschen in Bewegung.

„Die Herausforderung für KONE bestand darin,

diese Menschenströme absolut sicher zu steuern“,

erklärt Guillaume Fournier Favre, Geschäftsführer

von KONE Frankreich. Die Aufgabe seines Teams

bestand darin, bei der Planung und Lieferung der

vertikalen Transportlösungen zu helfen, die für den

Wolkenkratzer erforderlich sind, um sowohl die Sicherheit

– zum Beispiel beim Transport von Gefangenen

– als auch die Zugänglichkeit sowohl für die

Öffentlichkeit als auch für Gerichts- und Verwaltungsangestellte

zu gewährleisten.

Das Ergebnis ist eine sorgfältig geplante und konstruierte

Einheit, die 55 KONE Aufzüge und Rolltreppen

einsetzt, um täglich rund 9.000 Menschen im

Gebäude zu bewegen. Um die speziellen Herausforderungen

der verschiedenen Personengruppen zu

bewerkstelligen, wurde zudem ein fortschrittliches

KONE-Zielwahlsteuerungssystem installiert. Die herausragendste

Transportlösung dieses Projektes

ist zweifelsfrei ein einzigartiger Panoramaaufzug,

der 30 Stockwerke hochfährt und eine Strecke von

110 Metern bei einer Geschwindigkeit von 2,5 Metern

pro Sekunde zurücklegt.

Um sicherzustellen, dass die Vision des Architekten

in ein funktionales Design umgesetzt werden konnte,

arbeitete das KONE-Team bei diesem Projekt eng mit

Renzo Piano zusammen.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at


www.architektur-online.com

Nahezu „unsichtbar“

Bei der optimierten Generation des Antireflexglases

„Clearsight“ von AGC Interpane sinkt durch eine spezielle

Magnetron-Beschichtung die Reflexion auf weniger

als ein Prozent. So erzielt das Glas eine nahezu

perfekte Durchsicht und bietet sich als optimale

Lösung für Aussichts-Plattformen, Schaufenster und

Vitrinen an. Die neue Generation kann je nach Bedarf

thermisch vorgespannt und gebogen, mit Siebdruck,

Digitaldruck oder ipachrome weiter veredelt oder

auch nicht vorgespannt verwendet werden. Durch

die minimierte Reflexion steigt die Tageslichttransmission

auf 98 Prozent, das Glas lässt also nahezu

das komplette sichtbare Lichtspektrum in die Räume.

Üblicherweise zu Schauzwecken eingesetztes Floatglas

reflektiert etwa acht Prozent des sichtbaren

Lichts. Hinter dem Glas liegende Objekte lassen sich

darum nur mit einer professionellen Ausleuchtung

von außen gut sichtbar machen. Clearsight hingegen

ist nahezu „unsichtbar“, sodass der Bedarf für künstliche

Beleuchtung erheblich sinkt.

103

INTERPANE GLAS INDUSTRIE AG

T +49 (0)5273 809-0

info@interpane.com

www.interpane.com

Produkt News

Silica ®

Das flexible Linearsystem für dezentes Lichtdesign

in der Office-Beleuchtung.

www.siteco.at


architektur FACHMAGAZIN

104

Produkt News

Einfach Lüften

Raumluftqualität ist unumstritten ein entscheidender Faktor für Gesundheit,

Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit der Gebäudenutzer. Regelmäßige Lüftung

ist daher sehr wichtig und trägt zudem auch zum Werterhalt der Immobilie bei.

Mit den Schüco Lüftungssystemen, die auf den Anforderungen von Planern und

Investoren basieren, wird dieser Luftaustausch so einfach wie noch nie.

Schüco VentoLife lässt den lebensnotwendigen

Sauerstoff ungehindert passieren

und befreit nebenbei die Luft effizient von

Feinstäuben, Partikeln und weiteren gesundheitlich

bedenklichen Luftbestandteilen.

Die Integration von Schüco VentoLife

in Fenster oder Fassaden erfolgt nahezu

unsichtbar, verbessert die Wohn- bzw. Arbeitsqualität

und sichert den Wert der Immobilie

langfristig.

Das modulare Konzept des Schüco

VentoFrame bietet ein flexibles System

mit variabel einsetzbarer Lüfteranzahl, um

kontrolliert einen bedienerunabhängigen,

der Raumnutzung angepassten Luftwechsel

sicherzustellen. Der Einbau erfolgt im

Blendrahmenprofil, wodurch eine fast unsichtbare

Integration in das Fensterelement

gewährleistet ist. Dank einer selbstregulierenden

Außenklappe reagiert das System

eigenständig auf Winddruckänderungen

am und um das Gebäude und garantiert so

einen kontinuierlichen Luftwechsel ohne

störende Zugluft.

Das Prinzip des Fensterfalzlüfters Schüco

VentoAir basiert auf dem Druckdifferenzausgleich

zwischen außen und innen. Dabei

arbeitet der Lüfter rein mechanisch: Bei

stärkeren Windgeschwindigkeiten regelt

die Lüfterklappe automatisch die einströmende

Luft ab. Unangenehme Zugerscheinungen

werden so verhindert. Auch Schüco

VentoAir wird nahezu unsichtbar im Bereich

der Mitteldichtung eingesetzt.

Schüco VentoTherm Advanced gewährleistet

frische Luft in allen Gebäudetypen bei

geschlossenen Fenstern. Die integrierte

Wärmerückgewinnung steigert die Energieeffizienz

der Immobile und sorgt durchgehend

für optimale Raumluftqualität. Die

Besonderheit des Systems liegt in der hybriden

Lüftung. Das bedeutet, dass für die

Lüftung eines Raumes ein oder mehrere

elektrische Lüftungsgeräte in Kombination

mit einem oder mehreren Fenstern verwendet

werden. Während im Frühjahr, Sommer

und Frühherbst die Fenster manuell oder

elektrisch gesteuert geöffnet werden und

Frischluft in den Raum gelangt, so sind im

kalten Winter elektrische Lüftungsgeräte

mit Wärmerückgewinnung aktiv.

ALUKÖNIGSTAHL GmbH

T +43 (0)1 98130-0

office@alukoenigstahl.com

www.alukoenigstahl.com


www.architektur-online.com

Spannfassaden &

Gesamtlösungen

Techquadrat Werbetechnik GmbH ist in

den Bereichen Werbetechnik und Werbearchitektur

der perfekte Partner für technisch

und optisch anspruchsvolle Gesamtkonzepte.

Neben den umfassenden Möglichkeiten

in der Werbetechnik, z.B. Lichtwerbung

und Beschriftung, werden seit zwei Jahrzehnten

auch exklusive Lösungen für textile

Architektur umgesetzt. Insbesondere bei

Spannfassaden gilt jedes Projekt für sich

als Unikat mit hohen Anforderungen an die

Funktionalität und den Wiedererkennungswert

eines Firmengebäudes. Wie beim neu

errichteten Firmensitz der Sperer Acoustics

GmbH: Die 947 m 2 textile Fassade wurde

vom Architekturbüro SONOS Architektur

ZT-GmbH geplant und von Techquadrat

realisiert. Die an eine Acoustic-Oberfläche

erinnernde Spannfassade spiegelt das einzigartige

Design des Unternehmens wieder.

Spannfassaden bieten über den gesamten

Gebäude-Lebenszyklus individuelle

Gestaltungsfreiheiten und ermöglichen

105

eine effiziente Änderung des äußeren

Erscheinungsbildes ohne Eingriff in die

Gebäudesubstanz. Neben dem perfekt

inszenierten Gesamtbild, dient das zu

1/3 lichtdurchlässige Gewebe als Sonnenschutz,

wodurch ein angenehmes Raumklima

geschaffen wird. Gleichzeitig bietet

es Sichtschutz, ohne dem Nutzer die freie

Sicht von innen zu verwehren.

Produkt News

TECHquadrat Werbetechnik GmbH

F +43 (0)7243 54050-11

office@techquadrat.at

www.techquadrat.at

Andreas Jäger

Klimaexperte

Für ein gutes Klima,

drinnen wie draußen:

Dämmstoffe

aus Österreich

Klima-Experten wissen: Ein gutes

Raumklima erhöht die Lebensqualität.

Deshalb sorgen wir von Austrotherm

mit unseren innovativen Dämmstoffen

dafür, dass sich Ihre Kunden zuhause

besonders wohl fühlen – und schützen

dank der hohen CO 2

-Einsparung

zugleich das Weltklima.

austrotherm.com

Gutes Klima. Gutes Leben.


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Fotos: WICONA/Mediashots

Eine der grünsten

Aluminiumlegierungen

Dass Nachhaltigkeit bei WICONA im Fokus steht, beweist das Aluminium-Systemhaus

einmal mehr durch den Einsatz von Hydro’s CIRCAL in seinen Aluminium-Systemlösungen.

Bei Hydro CIRCAL handelt es sich um eine Aluminiumlegierung mit

dem derzeit höchsten Recyclinggehalt auf dem Markt. Nun gibt es die ersten Bauaufträge

mit WICONA Systemen in dieser Legierung u.a. in Kuwait, Deutschland,

Frankreich, Schweden, Großbritannien, den Niederlanden und Norwegen.

2018 hat die norwegische Hydro-Gruppe, zu

der auch WICONA gehört, seine neue Aluminiumlegierung

Hydro CIRCAL 75R vorgestellt.

Die Legierung besteht aus mindestens

75% Post-Consumer-Schrott, also Altschrott,

wie zum Beispiel Fassaden und Fenstern, die

am Ende ihrer Nutzung von Gebäuden demontiert

und vollständig recycelt wurden. Es

handelt sich um eine Legierung in Premiumqualität

mit dem derzeit höchsten Anteil an

wiederverwertetem Aluminium.

Das Einschmelzen von Aluminium für die

erneute Verwendung benötigt nur 5% der

Energie, die bei der Herstellung von Primäraluminium

benötigt wird. Je höher also

der Recycling-Anteil von Post-Consumer-

Schrott (Altschrotten), desto geringer ist

der CO 2 -Fußabdruck. Hydro CIRCAL 75R

kommt nachweislich auf den weltweit geringsten

CO 2 -Fußabdruck: rund 2,0 kg

CO 2 (1,5 – 2,3 kg CO 2 ) pro Kilo Aluminium

– 6-mal oder 84% weniger als der weltweite

Durchschnitt in der Primärgewinnung.

Hydro ist damit der erste Aluminiumproduzent,

der hochwertiges Aluminium mit

einem zertifizierten Gehalt von mehr als

75% wiederverwertetem End-of-life-Aluminium

liefert. Das Zerkleinern und Sortieren

von Schrott findet im Werk in Dormagen

statt. Von dort geht das Metall zum Umschmelzen

nach Clervaux, Luxemburg, wo

die Hydro CIRCAL 75R-Bolzen hergestellt

werden. Der Produktionsprozess ist lückenlos

nachvollziehbar, und das Produkt ist von

einem unabhängigen Dritten (DNV-GL) zertifiziert.

Mit Hydro CIRCAL 75R ermöglicht

WICONA Bauherren und Architekten, die

anspruchsvollen Nachhaltigkeitsziele von

morgen heute schon zu erreichen – darunter

auch Umwelt-Gebäudezertifizierungen

nach LEED, BREEAM oder DGNB.

Hydro Building Systems Austria GmbH

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


www.architektur-online.com

Maximale Sicherheit

Alle Produkte der Glas-Faltwand-Familie

von Solarlux bieten einen maximalen Sicherheitsanspruch

bei weiten Öffnungsmöglichkeiten.

Denn jetzt hat auch die Combiline

als erste Holz/Aluminium-Ausführung auf

dem Markt die RC2-Zertifizierung erhalten

und es ist belegt, dass die Holz/Aluminium-Faltwand

Combiline alle Anforderungen

an Sicherheitsstandards nach DIN EN 1627

erfüllt. Eine praxisgerechte Einbruchprüfung

bestätigt, dass es in der Gesamtkonstruktion

keinerlei Schwachpunkte gibt.

Die Einbruchschutzklasse bei der Combiline

zu erreichen, war im Vergleich zu den

anderen Glas-Faltwand-Systemen eine besondere

Herausforderung. Denn wie bei

allen anderen Fenstern in Holz/Aluminium-Ausführung

ist die äußere Aluminiumschale

gleichzeitig auch der Anschlag für

das äußere Glaselement. Diese Aluminiumschale

kann deshalb einfach aufgebrochen

werden – ein leichtes Spiel für Einbrecher.

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung

von Solarlux konnte mit einer spezi-

107

ellen Sicherheitsmaßnahme trotzdem eine

hohe Einbruchhemmung erzielen.

Optimal vorbereitet ist die Glas-Faltwand

Combiline auch im Hinblick auf Witterungseinflüsse.

Denn mit der Aluminium-Deckschale

garantiert sie höchste Wetterbeständigkeit.

Gleichzeitig bleibt im Inneren

der warme Charakter des Holzes erhalten.

SOLARLUX AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.at

Produkt News

ISOVER

ULTIMATE

Die Hochleistungs-Mineralwolle

Ultimativer Brandschutz

Schmelzpunkt ≥ 1000 °C

Höchster Wärmeschutz

Wärmeleitfähigkeit

ab λ D

= 0,031 W/m·K

Bester Schallschutz

ISOVER. So wird gedämmt.


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Fotos: Manuel Hollenbach, Bildrechte: brüderl.

Inszenierte Fernwirkung

Mit seiner ausgeprägt zylindrischen Silhouette und einer pittoresken silberfarbenen

Metallfassade setzt der ehemalige Wasserturm von Pirach in Deutschland

ein architektonisches Statement in die hügelige Landschaft des Traunreuter Alpenvorlandes.

Nach der Umstellung auf Pumpspeicherwerke Ende der 60er-Jahre

fristete der rund 30 Meter hohe Wasserturm zunächst ein vergessenes Dasein.

Vor sechs Jahren stellte die Stadt Traunreut die damals nicht sonderlich attraktive

Immobilie zum Verkauf.

Am Ende einer langen Konzeptionsphase einigte

sich dann der neue Eigentümer, der Unternehmer

Schorsch Brüderl, mit den kritischen Genehmigungsbehörden

auf eine Mischnutzung, die den Neubau

eines dreigeschossigen Anbaues mit einschloss. Mit

dunklen Holzfassaden tritt dieser Kubus optisch

kaum in Erscheinung. In den ersten beiden Etagen

befindet sich heute eine großzügige Privatwohnung,

im zweiten Obergeschoss lädt ein geschmackvoll

eingerichtetes Apartment Feriengäste zum Urlaub

mit Alpenblick ein. Alle Geschosse darüber dienen

der Leistungsschau der Brüderl-Gruppe sowie als Erlebniswelt

für die exquisiten Einrichtungsobjekte der

eigenen Möbelmanufaktur.

Fassade im Kreis gedreht

Wie stark Wind und Wetter der exponierten Turmfassade

zusetzen, hatte sich am arg strapazierten

Außenputz gezeigt. Doch dem zielbewussten Bauherrn

war der Aspekt des Wetterschutzes nicht das

einzige Anliegen. Er wollte die über 360 Grad weithin

sichtbare Landmarke auch optisch aufwerten. Und

so wurden Fassadenoptionen geprüft, variiert und

verworfen, und schließlich eine vorgehängte hinterlüftete

Metallfassade vom oberösterreichischen Unternehmen

DOMICO ausgewählt. Plane Flächen, die

in Segmenten der Rundung folgen, dazu eine durchdringungsfreie

Befestigung der Elemente, das waren

ausschlaggebende bautechnische Argumente für die

Planum-Fassade. Dass diese überdies mittels ihrer

flexiblen Unterkonstruktion den mitunter heftigen

Toleranzausgleich meistert, sprach ebenso für die

Entscheidung. Eine der größten Herausforderungen

war dabei, dass der Durchmesser des Turms von

rund zehn Metern ebenso eine Segmentierung notwendig

machte, wie der auf rund 30 Meter konisch

nach oben sich verjüngende Korpus. Die Lösung

wurde in einer Segmentschnürung gefunden, die

eine Aufteilung in 20 breitengleiche Teilsegmente

horizontal und elf Abstufungen vertikal ergab. Nicht

zuletzt ermöglichte die gemeinsam erarbeitete Fassadenlösung

eine sowohl handwerklich wie gestalterisch

akkurate Integration der Fenster, egal ob

diese innerhalb der Segmentfläche, an deren Rand

oder sogar segmentübergreifend positioniert sind.

Zur Ausführung kamen dann 1,25 Millimeter starke

Planum-Elemente im Farbton Weißaluminium, RAL

9006, der auch für alles sichtbare Zubehör übernommen

wurde. Die unterschiedlichen Spiegelungen und

das permanente Spiel von Licht und Schatten im Tageslauf

der Sonne, verleihen dem Turm eine spielerische

Lebendigkeit und Leichtigkeit. Und die horizontal

gegeneinander versetzten Elemente suggerieren

in der Fernwirkung optisch eine Drehbewegung.

DOMICO Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at


www.architektur-online.com

109

Produkt News

Ästhetik trifft Funktion

Matte Oberflächen sind nicht nur in Innenräumen

ein Trend, sondern werden auch für die Gestaltung

von Außenfassaden immer stärker nachgefragt. Die

Holzflächen sollen dabei gleichermaßen geschützt

wie verschönert werden. Mit der neuen Mattlasur 618

hat Brillux nun ein Beschichtungsmaterial entwickelt,

das die natürliche Anmutung von Holzfassaden und

anderen Holzbauteilen erhält und gleichzeitig einen

Rundumschutz bietet. Sie ist von den Eigenschaften

her vergleichbar mit der seidenglänzenden und absolut

beständigen Flächenlasur 620 von Brillux – der

einzige Unterschied: der Glanzgrad. Neben der Optik

überzeugt die neue Mattlasur aber auch durch holzpflegende

und -schützende Eigenschaften, die die

Beschichtung besonders robust gegenüber Witterung

und anderer Beanspruchungen macht.

Beide Lasuren sind aromatenfrei, weisen eine gute

Holzpenetration auf und überzeugen mit ihrer gut

eingestellten Viskosität. Dadurch sind das Verstreichen

und auch das Verarbeiten an Deckenflächen

über Kopf problemlos möglich.

Brillux Farben GmbH

T +43 (0)732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at

Abdichtung mit

Flüssigkunststoff

Ein Parapet, das zwischen zwei Geschossen die moderne

Fassadenoptik unterbricht, verleiht dem Neubau

der Peuerbacher Firma Aspöck einen zeitgenössischen

Charakter. Zugleich stellt dieses spezielle

architektonische Detail erhöhte Anforderungen an

die Abdichtung. Mit einem Wärmedämmverbundsystem

netzarmiert abgespachtelt, war eine kalt applizierbare

Lösung mit einer hohen Rissüberbrückung

gefordert. Um ein gleichmäßiges Oberflächenbild zu

erhalten, kam ausschließlich ein überputzbares Material

infrage.

Das Team der Firma Razenberger Raumgestaltung

e. U. aus Peuerbach setzte diese Vorgaben mit dem

Balkon Abdichtungssystem Triflex BWS innerhalb

von nur zwei Tagen um. Die Lösung auf Basis von Polymethylmethacrylat

(PMMA) eignet sich insbesondere

für die Abdichtung unter Fremdbelägen. Dank

der flüssigen Verarbeitungstechnik bindet es selbst

komplizierte Geometrien wie Anschlussbereiche sicher

ein. Da es vollflächig vliesarmiert ist, gewährt

das Spezialharz eine hohe Elastizität und ist dynamisch

rissüberbrückend.

Triflex GesmbH

T +43 (0)6233 20089

info@triflex.at

www.triflex.at

Eine in das flüssige Harz

eingearbeitete Vlieseinlage

sorgt dafür, dass

die Abdichtung auch in

den Anschlussbereichen

elastisch bleibt und ihr

Bewegungen aus der Konstruktion

nichts anhaben

können.


architektur FACHMAGAZIN

110

Produkt News

© Christopher Kelemen

Erlebbarer Trittschallschutz

Trittschall wird heute als wesentlich störender empfunden als noch vor einigen

Jahren. Das hat vor allem den Grund, dass vorrangig auf einen guten Schallschutz

der Außenhülle geachtet wird. Damit sind die Gebäude vielfach so dicht, dass kaum

noch Lärm von außen eindringen kann. Umso intensiver und unmittelbarer werden

daher interne Geräusche wahrgenommen. Und wer ständig einer störenden Lärmbelastung

ausgesetzt ist, leidet nicht nur unter verringertem Wohnkomfort. Die Belastung

kann zu gesundheitlichen Problemen, wie beispielsweise Stress oder Schlafstörungen,

führen und das Privat- und Berufsleben nachhaltig beeinträchtigen.

Zudem ist das Empfinden von Geräuschen sehr subjektiv

und verschiedene Frequenzen werden von den

diversen Baumaterialien unterschiedlich weitergeleitet.

„Eine gute Trittschalldämmung schafft hier in jedem

Fall Abhilfe. Die hochelastischen Glaswolle-Trittschalldämmplatten

von Saint-Gobain ISOVER Austria

sorgen unter schwimmenden Estrichen dafür, dass

deutlich weniger Schallenergie in die angrenzenden

Räume weitergeleitet wird,“ so der ISOVER-Experte

Thomas Traub.

Vor allem bei den störenden tiefen Frequenzen unter

500 Hertz, wie sie beim normalen barfußgehen in der

Wohnung auftreten, sind Verbesserungen um bis zu

zehn Dezibel möglich und werden bereits als Halbierung

des Lärms wahrgenommen. „Mit geringfügigen

Mehrkosten pro Quadratmeter Wohnnutzfläche lässt

sich der Trittschallschutz maßgeblich und dauerhaft

verbessern,“ rät der Experte.

Beim Saint-Gobain ISOVER Austria Trittschallevent

im TGM Wien konnte man sich davon in der Praxis

überzeugen: Dort standen verschiedene Fußbodenaufbauten

in einem genormten Prüfstand zum Test

bereit und machten die schalldämmende Wirkung

verschiedener Bodenaufbauten erlebbar. „Unsere

Zielsetzung war es, vor allem für Planer, Investoren

und Bauphysiker das Thema Trittschallschutz erlebbar

zu machen“, so Thomas Traub. „Denn im Wohnbau

ist Lärm bekanntlich das Beschwerdethema

Nummer eins.“

Saint-Gobain ISOVER Austria GmbH

T +43 (0)2266 6060

isover-at.marketing@saint-gobain.com

www.isover.at


www.architektur-online.com

Fortsetzung einer

Erfolgsgeschichte

111

Produkt News

Die Entscheidung, bei der Glaswolleherstellung

auf die Zugabe von Färbemittel und

Formaldehyd zu verzichten, fiel bei Knauf

Insulation bereits 2009. Möglich macht dies

das natürliche Bindemittel ECOSE. Nach intensiver

Forschung gelang es Knauf Insulation,

gänzlich auf das branchenübliche Bindemittel

aus Phenol-Formaldehydharz zu

verzichten. Diese Innovation stellt eine der

wichtigsten Komponenten für eine nachhaltige

Dämmstoffproduktion im Konzern dar.

Abgesehen von der hervorragenden Dämmleistung

ist Glaswolle mit ECOSE nichtbrennbar,

schalldämmend und angenehm in

der Verarbeitung, da sie kaum mehr juckt,

staubt oder riecht. Zudem trägt sie Auszeichnungen

wie das EUROFINS Indoor Air

Zertifikat in Gold für gesunde Raumluft und

das Umweltsiegel Blauer Engel.

Mit der jüngsten Innovation, der Dämmplatte

MINERAL PLUS, findet die Erfolgsgeschichte

eine gelungene Fortsetzung. Denn

mit dieser neuen ECOSE-Dämmung ist es

Knauf Insulation gelungen, die Vorteile von

Steinwolle mit den Vorteilen von Glaswolle

in idealer Weise zu kombinieren. Die kompakte

und gleichzeitig flexible Klemmplatte

eignet sich aufgrund ihrer sehr hohen Wärmedämmleistung

von Lambda 034 speziell

für den modernen Holzbau.

Knauf Insulation GmbH

T +43 (0)4257 3370-0

Info.at@knaufinsulation.com

www.knaufinsulation.at

BASWA Logo CMYK : Kreis C 100 / M 44 / Y 0 / K 0, Schrift C 0 / M 0 / Y 0 / K 100

Fugenlose Raumakustiklösungen &

Gesunde Architektur.

BASWA Akustiklösungen werden dort eingesetzt, wo im öffentlichen oder privaten Bereich der Wunsch nach

viel Gestaltungsfreiraum in Kombination mit hohen Anforderungen an das akustische Raumklima besteht. In Schulräumen

tragen BASWA Lösungen wesentlich zu einem gesunden akustischen Raumklima bei. Lange Besprechungen in

Konferenzräumen werden erträglicher und das Abendessen mit der Familie entspannter, wenn die Raumakustik stimmt.

www.baswa.com


architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

Vielseitige Deckengestaltung

Für die Haupt- und Realschule Birstein mit ihren rund 380 Schülern wurde der Bau

einer Mensa für die beiden Schulzweige sowie die angelegene Haidefeldschule

Birstein-Hettersroth realisiert. Der Speisesaal bietet Platz für insgesamt 70 Schüler

und soll darüber hinaus als möglicher Veranstaltungsraum genutzt werden.

Bereits in der Planungsphase hatte sich das Architektenbüro

HKR aus Gelnhausen an das Beratungsteam

OWA Consult gewandt und sich folgend für das Deckensystem

„Cloud“ entschieden. Das ausgewählte

System erfüllte das Anforderungsprofil der Ausschreibung

auf optimale Weise, weil es für die Gestaltung der

Mensadecke gleich mehrere Vorteile in sich vereint.

So hatte HKR die Inneneinrichtung nach Motiven

rund um das Schwerpunktthema „Meer“ konzipiert.

Die aufgefächerten Wolkenformationen „Cloud“ integrieren

sich hervorragend in dieses Konzept.

Ein weiteres „Cloud-Highlight“ bietet die damit realisierbare

Lichtgestaltung. Die in der Höhe versetzbaren

und sich gegenseitig durchdringenden Lamellen

können in Verbindung mit den Leuchten eine Vielzahl

unterschiedlicher Lichteffekte erzielen, die ein

sehr lebendiges Deckenbild erzeugen.

Ein weiteres Auswahlkriterium bildete das akustische

Verhalten der Deckenelemente. Eine Räumlichkeit,

die zu Stoßzeiten mit siebzig Schülern besetzt ist,

muss mit besonderem Fokus auf die Akustik geplant

werden. Ziel der Akustikplanung war es deshalb, den

Nachhall hochfrequenter Geräusche (Geschirr) bestmöglich

zu verkürzen, den der Gespräche aber auf

den Punkt hin zu optimieren.

Die unterschiedlichen technischen Anforderungen

und die ästhetischen Ansprüche an die Raumgestaltung

konnten mit den Deckenelementen „Cloud“ optimal

gelöst werden. Schlicht, formschön und äußerst

funktional, bilden sie in ihrer Lamellenstruktur eine

inhaltliche Einheit mit den gestalterischen Vorgaben

der Architekten. In ihrer akustischen Wirksamkeit ergänzen

die insgesamt 47 an der Decke installierten

Cloud-Elemente konsequent die von den Architekten

gesetzten Optimierungen der Raumakustik: Mit

Absorptionswerten von 0,65 (αw und NRC) fungieren

sie als wohldosierte Schallschlucker, zumal ihre

akustisch relevante Fläche von 1,30 x 1,30 m durch

die vertikale Lamellenstruktur noch erweitert wird.

Odenwald Faserplattenwerk GmbH

T +49 (0)93 73 201-0

info@owa.de

www.owa-ceilings.com


www.architektur-online.com

113

Produkt News

Entscheidende Argumente

Dezentrale Lüftungssysteme eignen sich hervorragend

für Neubau und energetische Sanierung. Sie

dienen der kontrollierten Be- und Entlüftung von

Räumen unterschiedlichster Nutzung. Durch direkte

Installation an der Fassade oder Decke lassen sich

dezentrale Geräte mit geringem Planungsaufwand

und ohne Verlust von Nutzungsflächen installieren.

Die neue Geräteserie SCHOOLAIR-HV von TROX

zeichnet sich vor allem durch ihre hohe Luftleistung

auf kleinstem Raum aus und geht in Sachen Wärmerückgewinnung

völlig neue Wege. Die Wärmeenergie

wird in einem langsam rotierenden Festkörper zwischengespeichert

und wird beim Eintreten in den

anderen Luftstrom wieder abgegeben. Da auch die

Luftfeuchte zurückgewonnen wird, arbeiten Rotationswärmeübertrager

kondensatfrei und benötigen

keine Frostabschaltung bei Minustemperaturen. Der

Schutz vor Austrocknung der Luft sorgt so für deutlich

mehr Gesundheit der Menschen, die die Räume

nutzen. Die hohe Luftleistung, die ganzjährige Wärmerückgewinnung,

der Schutz vor Austrocknung der

Luft, die effiziente Luftfilterung und vieles mehr sind

entscheidende Argumente für die neue Geräteserie.

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox@trox.at

www.trox.at

Thermisch getrennte Wände.

Mit dem Schöck Alphadock®.

Schließen Sie die letzte Wärmebrücke im konstruktiven Hochbau und reduzieren Sie den

Energieabfluss der Wärmebrücke an Stahlbetonwänden um bis zu 90%. So planen und realisieren

Sie wirtschaftlich optimiert mehrgeschössige Gebäude in höchsten Energiestandards.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H | Thaliastraße 85/2/4 | 1160 Wien | Tel.: 01 7865760 | www.schoeck.at


architektur FACHMAGAZIN

114

Produkt News

Akustiksysteme hautnah erleben

Das menschliche Gehör ist unglaublich sensibel. Akustische Reize beeinflussen

den Organismus dauerhaft und können gesundheitsschädliche Folgen haben.

Lange Meetings im Büro werden erträglicher und das Essen mit der Familie

entspannter, wenn die Raumakustik stimmt. Darauf muss in modern geplanten

Räumlichkeiten aber auch in Renovierungsprojekten ein entsprechender Fokus

gelegt werden. Ein ansprechendes Design und auch der angenehme Klang spielen

für den Wohlfühlfaktor eine essenzielle Rolle.

BASWA acoustic leistet als Pionier mit seinen fugenlosen

Akustiklösungen seit mehr als 30 Jahren unsichtbare,

fugenlose Abhilfe. Die Anpassungsfähigkeit

ermöglicht ein optimales Design mit der absorbierenden

Funktionalität in Abstimmung mit der architektonischen

Idee. Die Akustiklösungen des Unternehmens

werden dort eingesetzt, wo im öffentlichen oder privaten

Bereich der Wunsch nach viel Gestaltungsfreiraum

in Kombination mit hoher Anforderung an hervorragender

Schallabsorption besteht. Ob bunt, glatt, strukturiert,

flexibel – die BASWA Akustiklösungen passen

sich an die Architektur an und nicht umgekehrt. Der

Planer bestimmt die Eigenschaften des verwendeten

Systems fast komplett selbst.

Im neu eröffneten Showroom Wien, der gemeinsam

mit der DANIA Manufaktur als Spezialist für Farbe,

Wohnen und Parkett betrieben wird, können veredelte,

akustisch wirksame Oberflächen in Sichtbeton oder

patiniert hautnah erlebt werden. Ein besonderes Highlight

vor Ort ist die Heiz- und Kühldecke BASWA Cool,

welche akustisch wirksam ist und somit ein einzigartiges

Raumklima und Wohlbefinden schafft. So bietet

der neue Schauraum eine besondere Synergie aus

wirkungsvoller Raumakustik kombiniert mit moderner

Oberflächengestaltung und traditionellem Handwerk.

BASWA acoustic AG

T +41 (0)41 914 02 22

info@baswa.com

www.baswa.com


www.architektur-online.com

Produkt News

Gebündelte Kompetenz

Seit der ersten Jahreshälfte 2019 sind die Fural – Systeme in

Metall GmbH in Gmunden (Österreich), die Metalit AG in Büron

(Schweiz) und die Dipling Werk GmbH in Frankfurt/Hungen

(Deutschland) die starke, internationale Firmengruppe im

Bereich Metalldecken. Mit dieser internationalen Partnerschaft

wird jahrzehntelange Erfahrung in Entwicklung und Produktion

von Deckensystemen gebündelt.

Betreut werden die einzelnen Märkte dabei weiterhin regional:

Made in Austria, Made in Switzerland, Made in Germany -

höchste Produkt- und Servicequalität unter einem Dach vereint.

Die drei Marken Fural, Metalit und Dipling stehen für herausragende

Metalldecken und die Unternehmen dahinter sind erste

Ansprechpartner für Architekten und Planer, wenn es um ästhetisch,

technisch und logistisch anspruchsvolle Architekturund

Bauprojekte geht.

FURAL – SYSTEME IN METALL GmbH

T +43 (0)7612 74 851-0

fural@fural.at

www.fural.com

CHANNEL S.

ANPASSUNGSFÄHIGKEIT

IN VOLLENDETER FORM.

Die neue Channel S ist die viel schlankere Version

der beliebten Channel. Die Ausführung mit opaler

Optik bietet dank des rollbaren und vor Ort kürzbaren

Endlos-Diffusors mit RUN Technology eine kontinuierliche

Lichtlinie. Die elegante Leuchte mit hohen

Lichtströmen überzeugt eingebaut, angebaut oder

abgependelt. Das Sortiment Channel S Up bietet

zusätzlich indirektes Licht.

www.regent.ch


architektur FACHMAGAZIN

116

Produkt News

Fotos: Michel Denancé

Hoch hinaus in Wien

Dort wo früher Züge hielten, ist nun mit den Parkapartments am Belvedere (Bauherr

SIGNA Holding GmbH) das erste Projekt des bekannten italienischen Architekten

Renzo Piano in Österreich fertiggestellt worden. Die Keramikfassade für

das Gebäudeensemble aus fünf Wohn- und Hoteltürmen im neuen Wiener Stadtteil

Quartier Belvedere auf dem Areal des ehemaligen Südbahnhofs, stammt von

Moeding und ist in ihrer Produktionsart bisher einmalig.

Für ein stimmiges, hausübergreifendes Gesamtbild

haben sich die Architekten von Renzo Piano Building

Workshop neben einem Gebäudeabschluss auf gleichem

Höhenniveau auch für eine einheitliche Fassadengestaltung

entschieden. Diese ist in ihrer Materialität

ebenso vielfältig wie auch hochwertig. Neben

Aluminium und Glas überzeugen vor allem die filigranen,

grau glasierten Keramikelemente (MOEDING

Keramikfassaden ALPHATON®), die die geschosshohen

Fenster umrahmen. Der individuell hergestellte,

helle Grauton bricht dabei die geschlossene Fensterfront

durch seinen Sonnenlicht reflektierenden Charakter

auf und changiert in subtiler Weise von grau

zu rötlich bis ins Bläuliche.

Insgesamt stellte Moeding für die Fassadenflächen

60.000 Einzelteile her. Eine Herausforderung in Anbetracht

der kurzen Produktionszeit und der speziellen

Fertigung von waagerecht gebogenen Ziegelplatten.

Basierend auf dem Alphaton System ist die

Fassade vorgehängt und hinterlüftet montiert.

In enger Zusammenarbeit mit den Wiener Architekten

NMPB, die die Projektleitung vor Ort übernahmen,

ist es dem Team von Renzo Piano bei diesem

Projekt gelungen, die städtebauliche Lage, die hohe

Wohndichte sowie den Anspruch hochwertiger Qualität

in eine selbstbewusste Architektursprache zu

übersetzen. Die Verbindung zur umliegenden Natur,

eine für Renzo Piano wichtige Komponente, findet

sich in den baumähnlichen Pilotis (Stützen) wieder

und zeugt von außergewöhnlicher Originalität.

Moeding Keramikfassaden GmbH

T +49 (0)8732 2460-0

info@moeding.de

www.moeding.de


www.architektur-online.com

Ganzheitliche

Dämmkompetenz

Beim Neubau der Volksschule Kirchdorf konnte der

Dämmstoff-Spezialist Steinbacher mit seiner Produktpalette

einmal mehr „vom Keller bis zum Dach“

überzeugen: Ob Flachdach- oder Perimeterdämmung

– die hydrophobierten steinodur® Automatendämmplatten

schützen als PSN im erdberührten sowie

auch als UKD im Dachbereich nachhaltig vor Feuchtigkeit.

Ihre Vertiefungen ermöglichen vor allem am

Umkehrdach einen sicheren, ungehinderten Wasserablauf.

Im Fußbodenaufbau der Volksschule Kirchdorf

gewährleistet die Trittschallplatte steinopor®

EPS-T optimale Schalldämmung und das druckfeste

Polyurethan-Multitalent steinothan® 107 – der beste

gebräuchliche Dämmstoff am Markt – macht aufgrund

seiner hervorragenden Dämmeigenschaften

sehr schlanke Aufbauten möglich.

Im Heizraum des Neubaus reduzieren die steinonorm®

PU-Isolierschalen die Wärmeverluste der

Verrohrung – sorgen aufgrund ihrer ansprechenden

Optik für ein sauberes Erscheinungsbild. Aufgrund

der selbstklebenden Überlappung, der handwerklich

problemlosen Verlegung und der hohen Alterungsbeständigkeit

spart man mit den steinonorm®

PU-Isolierschalen viel Zeit und Geld.

117

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at

Produkt News

Höher. Schneller. Natürlicher.

So baut Österreich!

Seestadt Aspern

Bringen Sie das Beste aus der Natur in die Stadt.

Mit natürlichen Baustoffen wie dem Porotherm W.i Objektziegel mit

integrierter Mineralwoll-Dämmung. Speziell entwickelt für den mehrgeschoßigen

Wohn- und Objektbau, kombiniert er maximale Wanddruckfestigkeit

mit optimaler Wärme- und Schalldämmung. So bauen Sie

rasch, ökonomisch und ökologisch, mit perfektem Wohnklima.

Das ist für uns Bauen mit Wohlfühl-Garantie.

Jetzt neu:

die Wienerberger

Produktfinder-App

www.wienerberger.at


architektur FACHMAGAZIN

118

Produkt News

Fotos: Markus Kaiser

Steinevielfalt im „Wildgarten“

Im Wildgarten, einem Projekt der ARE Austrian Real Estate im 12. Bezirk in Wien,

entstehen derzeit auf rund elf Hektar vielfältige naturnahe Wohnkonzepte.

Bauplatz 1 wurde im Frühjahr fertiggestellt. Drei denkmalgeschützte Gebäude im

Stil der 30er Jahre – eines davon als Nachbarschaftszentrum und Kindergarten

genutzt – bilden dort das Herzstück des Wildgartens. Die Steine für die Freiraumgestaltung

dieses Areals kommen von Friedl Steinwerke.

Für die Außenraumgestaltung des Bauplatzes 1 wurde

das Landschaftsplanungsbüro „Land in Sicht“

betraut. Die Landschaftsarchitekten konzipierten

großzügige Wiesenflächen mit Altbaumbestand, um

den Bewohnern Raum zum Treffen, Picknicken und

Spielen zu bieten. Die Plätze auf beiden Seiten des

Nachbarschaftszentrums sowie die Terrassen auf

den Rampen wurden großzügig angelegt, um genügend

Platz für Veranstaltungen und den sozialen

Austausch zu schaffen. Um der Oberfläche des Platzes

einen lebendigen Charakter zu geben und sie

gegen Verschmutzung unempfindlicher zu machen,

wurden schattierte Betonsteine aus dem Produktangebot

des burgenländischen Pflasterstein-Herstellers

Friedl Steinwerke als Belag gewählt.

Aus dem breiten Farbangebot des Herstellers wurde

die Farbe Granitgrau-schattiert gewählt, die auf

40 x 40 x 4 cm, 60 x 30 x 5 cm und 90 x 60 x 5 cm

großen Platten auf den nur begehbaren Flächen rund

um das Nachbarschaftszentrum zum Einsatz kommt.

Auch die Wege sind mit granitgrau-schattierten Steinen

angelegt, hier aber in Form des Arret B15 VG4

Kombipflasters. Begrenzungen wurden mit Zaunund

Pflanzsteinen im gleichen Farbton ausgeführt,

Blockstufen mit granitgrau-schattierter Auftrittsfläche

im Format 100 x 40 x 15 cm komplettieren den

Produkte mix. Insgesamt wurden am Bauplatz 1 rund

3.100 m 2 Pflastersteine und Platten verlegt.

Friedl Steinwerke GmbH

T +43 (0)2618 3208-0

weppersdorf@steinwerke.at

www.steinwerke.at


www.architektur-online.com

119

Produkt News

Nachhaltig bauen

Nachhaltiges Bauen ist mehr als nur ein Trend, es ist eine Anforderung an unsere

Zeit und wird auch im mehrgeschossigen Wohnbau immer mehr zum Standard.

Auf die komplexen Herausforderungen gibt der oberösterreichische Ziegelhersteller

EDER mit seinem innovativen Vollwertziegel EDER V38W die Antwort

– von Wohngesundheit, Sicherheit und Statik bis hin zu den drängenden Fragen

des Klimawandels.

Nicht ohne Grund ist der Ziegel ein seit Jahrtausenden

beliebter und bewährter Baustoff, sorgt er doch

das ganze Jahr über für ein wohngesundes, angenehmes

Raumklima. Ständig weiterentwickelt und

perfektioniert wird der ökologische Baustoff bei den

Ziegelspezialisten im oberösterreichischen Peuerbach

– und das bereits seit mehr als 120 Jahren. „Aufgrund

seiner bauphysikalischen und ökologischen Eigenschaften

ist der Ziegel auch im mehrgeschossigen

Wohn- und Gewerbebau der Baustoff der Zukunft“, ist

Geschäftsführer Johannes Eder überzeugt.

Energiebewusstes Bauen, die nachhaltige Einsparung

von CO 2 und die Optimierung der Wohngesundheit

sind die Anforderungen der Zeit. CO 2 -Emissionen

werden u. a. durch langfristige Immobilienkonzepte

gesenkt – auch dafür hält der Baustoff Ziegel zukunftsweisende

Lösungen parat.

Ziegelwerk EDER GmbH & Co. KG

T +43 (0)7276 2415-0

info@eder.co.at

www.eder.co.at

Gerade beim monolithischen Mauerwerk kommen

die Vorzüge des Ziegels zum Tragen. Der 38 cm

starke EDER V38W zeichnet sich durch ein optimales

Zusammenspiel aus statischer Festigkeit, bestem

Wohnkomfort und ausgezeichneter Energieeffizienz

aus. Durch seine mineralische Füllung erreicht er

einen perfekten Wärmedämmwert und spart jede

künstliche Zusatzdämmung. Von unschätzbarem

Wert gerade im mehrgeschossigen Wohnbau sind

auch seine hervorragenden Schall- und Brandschutzeigenschaften.

Als bereits gebrannter Baustoff verzögert

er im Brandfall die Ausbreitung von Rauch

und Qualm.


architektur FACHMAGAZIN

120

Produkt News

Stadt in der Stadt

Moderne Infrastruktur für die Arbeitswelt von morgen verspricht der Austria

Campus: Der Gebäudekomplex im Wiener Nordbahnviertel zählt zu den zukunftsweisenden

Office-Projektentwicklungen Europas und versteht sich als eine Art

Stadt in der Stadt.

Direkt am Verkehrsknotenpunkt Praterstern erheben

sich fünf moderne Gebäudekomplexe, die Effizienz

und Flexibilität mit Nachhaltigkeit, vielfältiger Nahversorgung

und Gastronomie, sowie umfassenden Services

in einem ebenso ansprechenden wie funktionellen

Office-Ambiente vereinen.

Moderne Büros in unterschiedlichen Dimensionen und

für vielfältige Ansprüche wurden hier geplant und umgesetzt.

Auch für die Betreuung des Nachwuchses ist

mit einem Kindergarten für bis zu 365 Kinder am Areal

gesorgt. Das Budget Design Hotel Roomz betreibt

am Austria Campus einen Standort mit 265 modernen

Zimmern und Suiten und der Lebensmittelmarkt Hofer

ist mit einer Store-Fläche von 1.600 Quadratmetern

der Retail-Ankermieter am Austria Campus.

Auf den insgesamt 303.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche

finden sich neben den Office-Flächen,

Gastronomiebetriebe, ein Ärztezentrum, ein Konferenz-

und Veranstaltungszentrum sowie Geschäfte

zur Nahversorgung. Mehr als die Hälfte der Bürofläche

wird dabei als österreichisches Headquarter der

UniCredit Bank Austria genutzt.

In das nachhaltige Energiekonzept des geothermisch

aktivierten Komplexes, das Erdwärme sowohl zum

Heizen als auch zum Kühlen nutzt, integrieren sich

Dämmstoffe von Austrotherm perfekt ein: Dem Gedanken

der Nachhaltigkeit folgend wurden die Fassaden

zweier großer Bauteile mit der wirkungsvollen

Wärmedämmung Austrotherm EPS® F-PLUS ausgestattet.

Unter Stiegen, in den Außenanlagen und im

Gründach über einem Kellergeschoss sorgt druckfestes

Austrotherm XPS® TOP für einen sicheren Aufbau

der Flächen und Bauteile.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

info@austrotherm.at

www.austrotherm.at


www.architektur-online.com

121

Produkt News

concrete skin

für die Küstenstraße

Am Südufer der Themse, gegenüber des Londoner Parlaments,

befindet sich „The Corniche“ – „die Küstenstraße“. Das von

Foster + Partners entworfene Bauwerk in schwungvollem Design

beherbergt Apartments, Büros und Restaurants. 5.000 m 2

formparts und concrete skin von Rieder verkleiden die wellenförmigen

Balkonbrüstungen und die Fassade der beiden Türme.

Im Gegensatz zu typischen kastenartigen Gehäusen ermöglichen

die Balkone als geschwungene „Gärten am Himmel“ weite

cinemascope Perspektiven des Flusses und des Parlaments.

Dank der großen Spannweiten der formparts von Rieder kommt

die Verkleidung der Balkonbrüstungen mit wenigen Fugen aus.

Dieses durchgängige Design in Kombination mit hochreflektierenden

Metalldetails, die das Sonnenlicht einfangen sollen, betont

die außergewöhnliche Form der Balkone.

Die Verwendung von Glasfaserbeton war die ideale Lösung,

um die wellenförmigen Balkone zu verkleiden und gleichzeitig

die dazwischenliegenden Fassadenteile mit dem gleichen Material

auszustatten. fibreC Glasfaserbeton ist nur 13 mm dünn

und kann als großformatiges concrete skin Paneel eingesetzt

werden. Durch ihre Verformbarkeit lassen sich die dünnen Betonplatten

als formparts zu imposanten Betonelementen mit

komplexen Geometrien formen. Durch die Verwendung von

zwei unterschiedlichen Farben entstand ein spannender Effekt,

der die Krümmung der Balkone optisch verstärkt.

Rieder Sales GmbH

T +43 (0)6542 690-844

office@rieder.cc

www.rieder.cc

DIE GEMEINSCHAFTSMARKE


ALU-FENSTER RECHNET

SICH AUF DAUER.”

Mag. Michael Gehbauer

WBV-GPA, Bauträger

SIC | HER | HEIT

Für Architekten & Bauherren . alufenster.at


architektur FACHMAGAZIN

122

Die Ansprüche steigen

Produkt News

Widerstandsfähigkeit, robuste Oberflächen, guter Schallschutz und

Wirtschaftlichkeit in einem Produkt vereint, das sind die Anforderungen,

die im modernen Wohnbau vielfach gefragt sind. Alle diese

Eigenschaften vereint Saint-Gobain RIGIPS in der innovativen Trockenbauplatte

RIGIPS Habito. Ob Luxusresidenz, wie beispielsweise

in der Wiener Cotton Residenz, oder Familienwohnung, die Platte mit

dem natürlichen Gipskern kommt immer häufiger zum Einsatz.

Die Rigips Habito-Platte verfügt über eine besonders robuste

Oberfläche und ist deutlich widerstandsfähiger als herkömmliche

Innenwand-Oberflächen. Sie steckt beispielsweise Schläge und

Stöße locker weg. Dank der massiven Eigenschaften müssen Rigips

Habito-Wände nicht immer doppelt beplankt werden. Das bringt

mehr Raum – bei 20 Laufmeter Wand einen halben Quadratmeter

und bis zu 44 % niedrigere Investitionskosten. Zudem können

Rigips Habito-Wände mit doppelt so hohen Konsolenlasten beansprucht

werden wie herkömmliche Trockenbausysteme. An einer

einfach beplankten Wand können ganz ohne Dübel bis zu 80 kg

pro Laufmeter montiert werden. Diese Robustheit bringt auch noch

Vorteile beim Schallschutz. Aufgrund ihrer massiven Beschaffenheit

werden störende Geräusche sowohl von außen als auch von

Raum zu Raum messbar reduziert.

© JAM JAM

Saint-Gobain RIGIPS Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.com

Natürliche Klimaanlagen

Der Klimawandel macht sich in unseren Breiten immer stärker

bemerkbar: Seit dem Jahr 2000 kommt es nachweislich zu einem

Anstieg der Durchschnittstemperatur und zu immer mehr Hitzewellen

- die gesundheitlichen Belastungen nehmen massiv zu.

Immer öfter stellt sich daher die Frage: „Wie kann ich mein Haus

umweltfreundlich und kostengünstig kühl halten?»

Die wichtigsten Maßnahmen zum nachhaltigen und umweltfreundlichen

Erreichen einer angenehmen Raumtemperatur sind

eine möglichst massive Bauweise und effiziente Wärmedämmung.

Massiv gedämmte Wände dienen als Hitzeschild, unterstützen

den Kühleffekt und sorgen für konstantere Raumtemperaturen. Im

Viva Forschungspark von Baumit werden seit dreieinhalb Jahren

die Außen- und Innentemperaturen in mittlerweile zwölf unterschiedlichen

Forschungshäusern gemessen und aufgezeichnet.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Dämmung schützt vor sommerlicher

Überwärmung in Innenräumen. Auch bei Hitzewellen mit Außentemperaturen

von bis zu 36 °C im Schatten lagen die Innenraumtemperaturen

in gedämmten Massivhäusern um 24 °C – im

ungedämmten Massivhaus war es mit über 30 °C hingegen

tropisch warm.

Baumit GmbH

T +43 (0)501 888-0

www.baumit.com


www.architektur-online.com

Produkt News

Mehr Sicherheit

bei Großformaten

Kein Bogen mehr um großformatige Fliesen und Platten,

denn der Hybrid Kleber HX 1 von Murexin vereint extrem

geschmeidiges Verarbeiten mit höchster Standfestigkeit.

Für den Verarbeiter bedeutet das außergewöhnlichen Verarbeitungskomfort

und sicheres Verlegen. Der neue Kleber

lässt sich leicht aufzahnen, bleibt höchst standfest und sorgt

für eine ausgezeichnete Benetzung des Verlegeguts. Selbst

wenn er bis zu einer Schichtstärke von 20 mm aufgetragen

wird, gibt es kein Einsinken!

Der Hybrid Kleber HX 1 ist pulverförmig, lebensmittelecht,

wasser- und frostfest und hydraulisch abbindend. Er ist zum

Verkleben von allen keramischen Belägen und nicht durchscheinenden,

feuchtigkeitsunempfindlichen Natursteinen

sowie zum Ausgleichen für Wand und Boden im Innen- und

Außenbereich geeignet. Er ist auf allen bauüblichen Untergründen

von 2 bis 20 mm Schichtstärke einsetzbar.

Murexin GmbH

T +43 (0)2622 27401-0

info@murexin.com

www.murexin.com

VIELSEITIGE

DACH-

ABDICHTUNG.

MAXIMALE

PLANUNGS-

SICHERHEIT.

Unsere Dachabdichtungssysteme

basieren auf Flüssigkunststoff.

Sie eignen sich für einfache, detailreiche oder komplizierte

Dachkonstruktionen, sind flexibel einsetzbar, dichten

die Bausubstanz dauerhaft ab und bieten vielfältige

Gestaltungsmöglichkeiten. Und sie erfüllen dabei alle

Anforderungen der Flachdachrichtlinie. Vor allem aber

lösen wir Projekte immer gemeinsam.

www.triflex.com


architektur FACHMAGAZIN

Schlafen in der 4. Dimension

124

Produkt News

25 % der Österreicher schlafen regelmäßig schlecht. Schlafprobleme

und Schmerzen beim Schlafen aufgrund des falschen Schlafsystems

können schwerwiegende Folgen für Körper und Seele haben.

Für einen gesunden Schlaf braucht es mehr als nur eine Matratze

– Schlafkomfort beginnt beim Lattenrost.

Wellinno Schlafsysteme passen sich dank der speziellen Ausgleichstechnik

perfekt an die Körperform an und sorgen für höchsten

Schlafkomfort. Die Grundidee dieses Bettsystems besteht

darin, den menschlichen Körper in allen Schlafpositionen, egal ob

Rücken-, Bauch- oder Seitenlage, optimal zu unterstützen. Da jeder

Mensch seine eigene Liegestellung hat, ist es wichtig, die Einsinktiefe

der Zonenelemente zu regulieren. Dazu kann bei Wellinno das

Ausgleichsseil unterschiedlich stark gespannt werden. Seiten- und

Rückenschläfer sind sich in der Anpassung ziemlich ähnlich. Der

Bauchschläfer hingegen braucht ein viel flacheres Bettsystem. Zur

leichteren Orientierung ist das Ende des Seils in drei farblich unterschiedliche

Bereiche unterteilt. So sorgt das Wellinno Bettsystem

dafür, dass in jeder Schlafposition die Wirbelsäule entlastet wird

und sich Rückenmuskulatur und Bandscheiben im Schlaf optimal

regenerieren können.

Optional ist eine motorbetriebene Variante erhältlich. Hier lassen

sich ganz einfach per Knopfdruck die Grundeinstellungen auswählen.

Die Feineinstellung erfolgt über zwei Extratasten auf der Kabelfernbedienung.

Besonders geeignet für Hotels, die ihren Gästen

eine besonders erholsame Nacht wünschen.

WELLINNO® ist eine Marke der flexinno GmbH

+43 (0)6541 7956

info@flexinno.at

www.wellinno.at

Gutsboden

Der 3-Schicht Gutsboden Eiche Chateaux,

aus der HAFRO Designkollektion SURFACE

GEHACKT, ist ein Holzboden, der seine Geschichte

mit Charakter und Individualität

erzählt: Handgebürstet und handbehauen

vermittelt er die Optik von alten, belebten

Oberflächen.

Der Nut & Feder-Boden mit Fase spiegelt

Emotionen in lebendigen Mustern, in Natürlichkeit

und in einem perfekten Design

wider. Ein wunderschöner Naturboden im

Format 2200 x 260 x 15 mm mit einer Nutzschicht

von ca. 4 mm, der mit einer Oberfläche,

die geräuchert und gebrauchsfertig

oxidativ Natur geölt ist, für ein warmes, angenehmes

Raumklima sorgt.

HAFRO Holzagentur GmbH

T +43 (0)6458 20000

office@hafro.com

www.hafro.com


www.architektur-online.com

Produkt News

NATÜRLICH DÄMMEN

MIT HANF

Trendiges Vintage

SONNHAUS erweitert seine exklusive Parkett-Kollektion RO-

BIN WOOD um die neue Variante „Altholz“. Die neuen Eichenböden

der Kollektion werden bewusst im trendigen, angesagten

Used-Look gehalten und die Dielen weisen eine rustikal

gealterte Oberfläche mit unregelmäßigen Sägestrukturen auf.

Durch diese spezielle Struktur und ein zusätzliches, besonderes

Trocknungsverfahren entstehen einzigartige, charakteristische

Parkett-Oberflächen, die in ihrer Haptik und Optik an

antikes Holz erinnern. Kein Boden gleicht hier dem anderen

und jeder besticht durch seine Individualität und eine imposante

Ausstrahlung.

Sämtliche Produkte der Linie sind oxidativ Natur geölt. Im

Format 15 x 189 x 1860 mm und mit einer Nutzschicht von

ca. 4 mm ist die neue Robin Wood Altholz Kollektion seit Mai

2019 erhältlich.

Die ökologische Alternative

bei der Fassadendämmung

CAPATECT Hanffaser-Dämmplatte

Hervorragende

Dämmeigenschaften

Diffusionsoffen

Ausgezeichneter

Schallschutz

Nachwachsend

Öko-Förderung

Höchste Widerstandskraft

und Hagelsicherheit

durch Carbonarmierung

SONNHAUS GmbH

T +43 (0)7242 634-100

servicecenterwels@sonnhaus.at

www.sonnhaus.at

www.capatect.at


architektur FACHMAGAZIN

126

Produkt News

Neuentwicklung Abis-AVA2020

wickeltes Tool stark vereinfacht und auch

der IFC-Datenaustausch ist nun nach dem

Einbau in ABISPLAN auch in ABIS-AVA

möglich. Nun werden die Mengen von ABIS-

PLAN über die IFC-Schnittstelle an ABIS-

AVA übergeben, damit auch von anderen

CAD-Programmen die Mengen übernommen

werden können.

ABIS Softwareentwicklungs GesmbH

T +43 (0)316 83 13 61

reichhart@abis-software.com

www.abis.at

Controlling- und Managementlösung

Die neue Version 32 enthält nun neben zusätzlichen

Programmpunkten sämtliche

Programmfunktionen, die für ABIS-AVA

verfügbar waren: Der Ausdruck nach Kostengruppen

wurde wieder ermöglicht und

der integrierte Bauzeitplan steht nun in

verbesserter Version, ergänzt um grafische

Bearbeitungsfunktionen (Verschieben der

Balken) zur Verfügung. Ebenso ist der zweisprachige

Ausdruck wieder möglich und

auch Preistabellen können einer neueren

LB-Version zugeordnet werden. Für den

Datenaustausch GAEB wurde GAEB Xml

3.2 eingebaut, ebenso ist die Erkennung

häufiger Fehler und deren automatischer

Korrektur im B2063 Datenträger enthalten.

Die neue Version ist voll kompatibel zu

allen Neuerungen des Schemas ÖNORM

A2063-2015, kann aber für problemlosen

Datenaustausch auch weiterhin automatisch

A2063-2009/2011 verwenden. Auch

die Lizenzierung wurde durch ein neu entuntermStrich,

die Controlling Management

Software der Architekten und Ingenieure,

ist jetzt in neuem Gewand verfügbar: Das

aktuelle Update untermStrich X3 (13.0)

bringt neben einer Vielzahl von technischen

Neuerungen auch frische Front-Ends und

schafft Erleichterungen im Arbeitsalltag der

Planungsbüros. Die vollständige Überarbeitung

der Benutzeroberfläche ermöglicht

noch mehr Mobilität auf noch mehr Geräten.

Die Vereinfachung der Menüstruktur

und die maximale Bildschirmausnutzung

durch Einführung von Burgermenüs ermöglichen

intuitives Handling. Die Oberfläche

kann – je nach Aufgabenstellung – mit diversen

Butlern (Webapp) Seiten individuell

angepasst werden.

Die Darstellung aller Resultate erfolgt

jetzt mit Butlern. Neue, interaktive Grafiken

verbessern die Übersichtlichkeit der

geschäftsrelevanten Daten. Neues auch

im Bereich Rechnungen: Rechnungsabwicklung

nach EB interface 5.0, arbeitspaketbezogene

Nebenkosten und Rabatte,

Haftrücklass/Sicherheitseinbehalte sowie

die weitere Flexibilisierung von HOAI Rechnungen.

Hinzu kommt die sehr schnelle

Volltextsuche in der Datenbank, etwa nach

Dokumenten, E-Mails oder Terminen.

Das browserbasierte untermStrich X3 läuft

im stationären wie im mobilen Einsatz auf

den verschiedensten Betriebssystem- und

Geräteplattformen, auch als optimierte

Smartphone-Version.

www.untermStrich.com


www.architektur-online.com

127

Produkt News

Neues Werkzeug

für die Planung

Seit vielen Jahren arbeiten ARCHICAD-Programmierer und -Anwender eng zusammen,

wenn es um die Verbesserung und Vereinfachung von Arbeitsprozessen im

Planungsalltag geht. In ARCHICAD 23 kommt diese Partnerschaft erneut an vielen

Stellen zum Tragen – so zum Beispiel in nützlichen Features wie der Exposé-Ansicht

oder der grafischen Vorschau von Tabs.

Weitere Highlights der neuesten Version der

preisgekrönten BIM-Softwarelösung sind

das neu entwickelte Werkzeug zur Schlitzund

Durchbruchsplanung und das komplett

überarbeitete Stützen- und Trägerwerkzeug.

Hinzu kommen umfassende Prozessoptimierungen,

integrierte Schnittstellen

und Live-Anbindungen, die den Austausch

mit den Projektpartnern optimal gestalten

und den Planungsalltag erleichtern.

So kann der Architekt in der neuesten Softwareversion

die komplette Schlitz- und

Durchbruchsplanung des TGA-Fachplaners

direkt in seine BIM-Planung im ARCHICAD

übernehmen. Die Vorschläge des Fachplaners

werden als reale Öffnungen ins Modell

eingefügt. Das spart den bisher üblichen,

hohen Zeichenaufwand, denn zeitintensives,

manuelles Nachmodellieren von Schlitzen

und Öffnungen entfällt.

Und auch das bisherige Stützen- und Trägerwerkzeug

ist in der Programmversion

ARCHICAD 23 komplett überarbeitet und

erweitert worden. Das Werkzeug ermöglicht

die Modellierung von Stahlbetonfertigteilen,

von Stahlträgern, Stahlstützen, Holzkonstruktionen

sowie komplexen Stützenformen

und Stützenquerschnitten. Balken und

Träger werden darüber hinaus je nach Höhenlage

unterschiedlich dargestellt. Ebenso

steht in der neuesten Version ein komplett

neues Werkzeug für die Planung von Schlitzen

und Öffnungen zur Verfügung.

Für einen durchgängigen digitalen Workflow

ist die direkte Einbindung verschiedener

externer Werkzeuge in ARCHICAD

seit Jahren Standard. In ARCHICAD 23

kommen drei neue Live-Anbindungen hinzu:

Echtzeit-Rendering mit der Twinmotion

Live-Connection, eine überarbeitete

Solibri-Live Schnittstelle und die erweiterte

dRofus-Live-Anbindung.

GRAPHISOFT Deutschland GmbH

Vertrieb Österreich

mail@graphisoft.at

www.archicad.at

Neue Balken-, Stützen- und Öffnungswerkzeuge erhöhen

die Genauigkeit bei der Modellierung. Komplexe Stützenformen

und Stützenquerschnitte sowie gekrümmte, gezogene

und verzierte Balken lassen sich zügig in ARCHICAD 23

modellieren und umfassend dokumentieren.

Mit ABK8 zur transparenten und

erfolgreichen Kostenkontrolle!

ABK und BIM - Das 3D-Modell für AVA

www.abk.at


architektur FACHMAGAZIN

128

edv

Bau-CAD:

Neue Funktionen und Trends

Neue Funktionen für BIM, die CAD/AVA-Verknüpfung, Konstruktion, Präsentation,

Projektkooperation oder der Bestandsdaten-Import erweitern die Möglichkeiten

bauspezifischer CAD-Software.

Text: Marian Behaneck

CAD-Programme sind multifunktional und

wahlweise als 2D-Zeichenbrett, 3D-Konstruktions-,

Modellier-, Visualisierungs-,

Präsentations-, Mengen- oder Kostenermittlungswerkzeug

in Gebrauch. Mit der

BIM-Planungsmethode wird die Funktionspalette

noch umfangreicher: Neue

BIM-Konstruktionswerkzeuge, CAD/AVA-

Schnittstellen, die webbasierte Projektkooperation

und Präsentation oder der

Laserscan-Datenimport erweitern die Möglichkeiten,

beschleunigen und vereinfachen

die BIM-Projektplanung.

Neue Funktionen für BIM

Für BIM-Standardbauteile wie Wände,

Stützen, Decken, Fenster oder Türen bietet

BIM-fähiges CAD spezielle Funktionen.

Etwas spärlicher ist die Funktionsauswahl

bei komplexeren Bauteilen. Gibt es dafür

keine entsprechende BIM-Funktion und

keine Möglichkeit, BIM-Bauteile individuell

zu modifizieren, behelfen sich Anwender

häufig mit 3D-Standardelementen. Das

führt dazu, dass diese weder bei Massen/

Mengen- oder Kostenauswertungen berücksichtigt

noch per IFC-Schnittstelle

korrekt exportiert werden. Auch eine nicht

regelkonforme Bearbeitung eines BIM-Bauteils

kann zu Fehlern führen – etwa, wenn

mit nicht dafür vorgesehenen Werkzeugen

in eine Geschossdecke eine Öffnung oder

ein Gefälle eingefügt wird. Deshalb ist eine

möglichst umfangreiche BIM-Bauteilauswahl

ebenso wichtig, wie die Möglichkeit

zur individuellen, regelkonformen Modifikation

von BIM-Bauteilen.

Neben mehrschichtigen Wänden stellen

beispielsweise auch Treppen besondere

Anforderungen. Deshalb wurden einige

CAD-Programme wie Allplan oder Archi-

CAD mit neuen Treppenfunktionen erweitert:

Definiert der Anwender Grundparameter

wie Steigung, Treppenlauf und das

Zu den CAD-Trends gehört auch die Augmented Reality, mit der CAD-Entwürfe in der realen

Umgebung präsentiert werden können. © Computerworks

gewünschte Design, erzeugt das Programm

automatisch nach Möglichkeit eine normenkonforme

Treppenvariante. Kann sie

aufgrund der Vorgaben nicht regelkonform

generiert werden, weist das Programm darauf

hin. Erfüllt der Entwurf nicht alle Vorgaben,

werden andere sinnvolle Lösungen

vorgeschlagen. Auch individuelle Anpassungen

wie das Verziehen von Treppenläufen

sind teilweise möglich, ebenso wie eine

freie Ausbildung von Antritts- und Austrittsstufen

oder Zwischenpodesten. Mit

dem integrierten Geländerwerkzeug lassen

sich nach der Auswahl von Materialien,

Rohrquerschnitten und Systemdetails passende

Treppengeländer gestalten und individuell

modifizieren. Sowohl Geländer als

auch Treppen passen sich bei Änderungen,

etwa der Geschosshöhe, automatisch an.

„Generative Design“

für mehr Kreativität

Unter dem Begriff „Generative Design“ versteht

man einen Gestaltungsprozess, bei

dem das Ergebnis durch einen vom Anwender

modifizierbaren Programmalgorithmus

generiert wird. Dabei lassen sich frei geformte

oder amorphe Baukörper generieren,

die mit herkömmlichen CAD-Werkzeugen

– der Verschneidung geometrischer

Grundkörper oder über ein Netz von Dreiecken

– nicht oder nur sehr umständlich

realisierbar wären. Die dahinter stehenden

mathematischen Modelle sind komplex, die

Programmbedienung ist einfach: Die Gestalt

und Form wird durch die grafische Eingabe

und Modifikation von Parametern definiert,

was als Visual Scripting bezeichnet wird.

Mithilfe von Skriptsprachen wie Dynamo,

RhinoScript oder Python können Anwender

auch ohne Programmierkenntnisse selbst

komplexe Gestaltungsideen verwirklichen.

Dazu werden bestimmte Skriptelemente in

der gewünschten Reihenfolge platziert. Ein

Element erfordert bestimmte Eingabewerte,

verarbeitet diese oder löst bestimmte

Aktionen aus und liefert Ausgabewerte.

Die so erzeugten Werte oder Objekte kön-


www.architektur-online.com

129

edv

nen wiederum Eingangswerte für weitere

Elemente sein. Durch die Kombination von

Skriptelementen können unterschiedliche

Aufgabenstellungen gelöst werden, ohne

dafür einen Programmcode schreiben zu

müssen. Die visuelle Programmierung wird

in Planungsbüros deshalb häufig auch für

die Automatisierung, Optimierung und Beschleunigung

repetitiver Aufgaben eingesetzt.

Inzwischen verfügen auch BIM-fähige

CAD-Programme wie ArchiCAD, Revit oder

Vectorworks über integrierte Skriptsprachen,

mit denen Anwender frei geformte

Baukörper gestalten können. Allerdings

lassen sich die dabei generierten Objekte

nicht immer, wie bei BIM-Objekten üblich,

analysieren oder auswerten.

BIM macht AVA komfortabler

Kaum ein AVA-Anbieter offeriert sein

Programm mehr ohne BIM-, respektive

IFC-Schnittstelle. Schließlich verspricht die

modellorientierte Mengenübergabe Vorteile

bei der Ausschreibung und Kostenschätzung,

auch in der frühen Projektphase. Mit

speziellen Modulen lassen sich komplette

3D-Gebäudemodelle importieren, grafisch

darstellen, Massen und Mengen automatisiert

generieren. Das rationalisiert die

LV-Erstellung und liefert verlässlichere

Kostenvorhersagen. Da das 3D-Modell im

Projektverlauf häufig geändert wird, müssen

die Daten schnell und transparent aktualisiert

werden können. Dazu muss die

veränderte IFC-Datei erneut eingelesen, auf

Veränderungen überprüft und mit den Ausschreibungsdaten

nachvollziehbar abgeglichen

werden. Dass die CAD-AVA-Verknüpfung

funktionieren kann, hat kürzlich eine

Graphisoft-Feldstudie nachgewiesen. Dabei

wurde ein ArchiCAD-Modell manuell und automatisch

ausgewertet. Anschließend wurde

das Modell meist per IFC-Schnittstelle in

die jeweiligen AVA-Programme übertragen,

dort ausgewertet und verglichen. Danach

waren im Vergleich zur händischen Referenzberechnung

die Ergebnisse mit Abweichungen

zwischen +- 0,05 und +- 0,85 Prozent

praktisch identisch (www.graphisoft.

de/open-bim/open-bim-funktioniert).

Einen alternativen Ansatz bei der

CAD-AVA-Verknüpfung verfolgt Dr. Schiller

& Partner mit DBD-BIM. Qualitäten und

Kosten werden hier bereits während der

BIM-Planung im CAD-Programm definiert.

Die dafür nötigen Baudaten wie Bauleistungen,

Preise, Normen und Richtlinien stehen

mit DBD-BIM über eine integrierte Software

direkt im CAD-Programm passend

zum bearbeiteten Bauteil zur Verfügung.

Das ermöglicht die Erstellung normenkonformer

Kosten- und Angebotskalkulationen

direkt aus dem jeweiligen Planungsprogramm

heraus. Für eine automatische

Baukostenermittlung muss das BIM-Bauteil

lediglich ausgewählt und im Auswahldialog

von DBD-BIM beschrieben werden.

Weiterarbeiten lassen sich die Daten per

AVA- oder ERP-Software, GAEB-, IFC- oder

XLS-Schnittstelle. Unterstützt wird DBD-

BIM aktuell von Revit und ArchiCAD.

BIM-Projekte gemeinsam planen

BIM-Projekte setzen einen intensiven Austausch

von Informationen und Daten voraus.

Deshalb offerieren CAD-Anbieter, ergänzend

zu ihrer BIM-Planungssoftware, zunehmend

auch cloudbasierte BIM-Projektplattformen

für die Zusammenarbeit von BIM-Projektteams,

die mit der gleichen Software

arbeiten, sich aber an unterschiedlichen


architektur FACHMAGAZIN

130

edv

Standorten befinden. Die Datenübertragung

zwischen den Standorten erfolgt über einen

vom Anbieter betriebenen Cloud-Server. Damit

lassen sich mehrere lokale und externe

Arbeitsplätze miteinander verknüpfen, was

flexible Bürostrukturen optimal unterstützt.

Alle Beteiligten greifen auf denselben Projekt-Datenstand

zu und können simultan

daran arbeiten. Über eine zentrale Benutzerund

Projektverwaltung werden Rollen und

Zugriffsrechte für alle Projektbeteiligten klar

geregelt, was sicherstellt, dass nur autorisierte

Nutzer Projekte betrachten, verändern

oder administrieren können. Beispiele sind

Allplan Share, BIM360 von Autodesk oder

die BIMcloud von Graphisoft. Einen Schritt

weiter gehen openBIM-Projektplattformen.

Sie ermöglichen darüber hinaus über die BIM

Datenaustausch-Formate IFC, BCF, gbXML

oder COBie eine gemeinsame Zusammenführung,

Analyse, Kontrolle und Bearbeitung

von Fach- und Koordinationsmodellen mit

verschiedenen Softwareprodukten unterschiedlicher

Hersteller. Sämtliche BIM-Projektdaten,

Dokumente und Aufgaben lassen

sich damit gewerkübergreifend und über

den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg

zentral verwalten, dokumentieren und

archivieren. Task Boards sorgen für ein effizientes

Aufgaben-Management unter den

Projektbeteiligten. Der flexible Zugriff auf

die Planungsdaten auch über mobile Endgeräte

ermöglicht ein ortsunabhängiges

Arbeiten. Beispiele für openBIM-Projektplattformen

sind Allplan Bimplus, Autodesk

BIM360 Glue/Coordinate oder think project!

BIM Collaboration.

BIM-Objekte überall präsentieren

Cloudbasierte Präsentationen bieten Vorteile

in der Vermittlung von BIM-Projekten. Per

Smartphone, Tablet oder VR-Brille können

Bauherren ihre Bauvorhaben auch zu Hause

interaktiv begehen, aus beliebigen Perspektiven

betrachten, Details heranzoomen und

so eine bessere Vorstellung vom Projekt bekommen.

Das beschleunigt Entscheidungsprozesse,

beugt Missverständnissen vor,

weckt Emotionen und Begeisterung. Im Rahmen

virtueller Baubesprechungen lassen sich

Entwürfe und Konstruktionen optimieren, die

Bauausführung auf mögliche Problempunkte

überprüfen und neue Lösungen entwickeln.

Dabei kann der Betrachter zwischen 2D- oder

3D-Ansichtsmodus wechseln, den aktuellen

Planstand und BIM-Projektinfos einsehen

oder unterschiedliche Rendering-Modi wie

Drahtmodell- oder Röntgenmodus wählen.

Auch über eine Simulation des Sonnenstands

und des Schattenwurfs lassen

sich Gebäudeentwürfe optimieren. Möglich

macht das eine neue Rendering-Technologie,

die das komplette 360-Grad-Panorama des

BIM-Objektes in der Cloud berechnet und für

die Darstellung per App die Grafikchips von

Smartphone oder Tablet optimal ausnutzt,

sodass Rundgänge auch mobil flüssig präsentiert

werden können.

Offeriert werden cloudbasierte Präsentationslösungen

inzwischen von mehreren

Anbietern. Mit der kostenlosen App BIMx

von Graphisoft werden ArchiCAD-Projekte

als VR-Präsentationen auf iOS- und

Android-Mobilgeräten oder per VR-Brille

erlebbar. Mit dem Arcon-WebViewer von

Eleco Software/DI Kraus können Projekte

Betriebssystem-unabhängig auf verschiedenen

Hardware-Plattformen betrachtet

werden. Auch Revit LIVE von Autodesk

präsentiert Revit-Projekte virtuell als interaktives

Modell in der Cloud, das über einen

kostenlosen Viewer auf Windows- und

iOS-Mobilgeräten betrachtet werden kann.

CAD-Entwürfe mit der realen Umgebung

per Augmented Reality-Technologie (AR)

verschmelzen kann die Vectorworks Nomad

App. Auf iOS-Geräten, welche die AR-

Kit-Technologie von Apple unterstützen,

können Anwender Vectorworks-Modelle im

Kontext mit der realen Welt anzeigen.

Bestandsdaten importieren

Sollen Bestandsgebäude in den BIM-Planungsprozess

eingebunden werden, muss

man sie zunächst digitalisieren. Für das

BIM-gerechte Gebäudebestandsaufmaß

hat sich neben der Tachymetrie und Fotogrammetrie

vor allem das 3D-Laserscanning

etabliert, das eine schnelle, flächenorientierte

Objekterfassung ermöglicht. Dazu

tastet ein an mehreren Standorten aufgestellter

3D-Laserscanner das Umfeld in

Form einer dichten, aus mehreren Millionen

von 3D-Messpunkten bestehenden „Punktwolke“

ab. Aus den parallel erstellten Fotos

wird zusätzlich ein räumliches 3D-Panoramabild

erstellt. Innerhalb weniger Minuten

können damit auch komplexe, beispielsweise

frei geformte oder stark strukturierte

Objekte wie etwa Holz-/Stahlkonstruktionen

oder haustechnische Anlagen detailliert

erfasst werden. Die Messdaten werden

später im Büro manuell oder halb automatisch

ausgewertet.

Für den Import und die Bearbeitung von

Laserscan-Punktwolken bieten inzwischen

einige bauspezifische CAD-Programme

entsprechende Schnittstellen, wie etwa

Allplan, ArchiCAD, EliteCAD, MicroStation

oder Vectorworks. Damit lassen sich

Punktwolken sowohl im herstellerneutralen

Format E57 als auch teilweise in den

herstellerspezifischen Formaten, z. B. von

Faro, Leica oder Riegl, Topcon, Trimble

und Zoller+Fröhlich sowie ASCII-Formate

importieren. Beim Import werden für die

Objekterfassung relevante von nicht relevanten

Messpunkten getrennt. Anschließend

müssen die Messpunkte in CAD-Vektordaten

überführt werden. Dabei werden

die Messpunkte manuell, teilweise auch

halb automatisch ausgewertet und durch

BIM-Bauteile ersetzt, die anschließend mit

alphanumerischen Zusatzinformationen

(Attributen) ergänzt werden.

Schnittstellen zum 3D-Laserscanning rationalisieren die Erfassung und

Integration des Baubestands in den BIM-Planungsprozess.

© Graphisoft

Mit visuellen Scripting-Tools lassen sich auch individuelle Bauteile,

Tragwerksstrukturen, Fassaden oder Profile gestalten.

© Allplan


Mit ARCHICAD

kommen wir schneller

zu Ergebnissen.

Johannes Berschneider BERSCHNEIDER+BERSCHNEIDER GMBH, PILSACH

WIR

STEIGEN

UM.

schneller

Mit archicad zu Ergebnissen

kommen wir

Büros wie Berschneider + Berschneider steigen auf ARCHICAD um.

Johannes Berschneider: „Mit dem alten Programm sind die Mitarbeiter

nicht vorangekommen. Es war zu kompliziert. Unsere Vorstellung war

immer, dass wir von der ersten Skizze an in 3D arbeiten können – mit

BIM im Hintergrund. Mit ARCHICAD kommen wir schneller zu

vorzeigbaren Ergebnissen und können die Bauherren mit unseren

3D-Modellen begeistern.“

Mehr über den Umstieg unter

wir-steigen-um.at


So weich, da ist

stehen bleiben hart.

ray soft von jehs+laub.

Wer kann da schon nein sagen? Die schlanke, kissenartige Vollpolsterschale

bietet höchsten Sitzkomfort – und eine attraktive Design-Kombination, die

Sie nicht ablehnen können. Mit unterschiedlich hohen Rückenlehnen und

verschiedenen Gestelltypen zeigt sich der ray soft immer in bester Form.

Da dürfen Sie ruhig weiche Knie bekommen.

www.selmer.at

Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich

www.brunner-group.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine