Gegründet - und jetzt? – Das SHE works! Magazin im Oktober 2019

sheworks

Liebe Leserinnen und Leser, Marktstart, Expansion und Entwicklung – wer das eigene Unternehmen an den Start gebracht hat, hat schon diverse risikoreiche Klippen hinter sich gebracht. Sie oder er hat die richtige Idee gehabt, die Zielgruppe erkannt, den geeigneten Standort gefunden, sich als anpassungsfähig erwiesen, den richtigen Programmierer gefunden, ihr oder sein Produkt „zu Ende gedacht“ und auf den richtigen Plattformen beworben. Der nächste Schritt muss folgen: Personal muss eingestellt, das Unternehmen digitalisiert, „neue“ Finanzmittel akquiriert werden. Fehler vermieden und Neukunden gewonnen werden. Für Jungunternehmer folgt eine Herausforderung nach der anderen, die es zu meistern gilt, im wahrsten Sinn des Wortes. Herzliche Grüße und eine spannende Lektüre wünscht Carolin Schäufele

# Frauen

# Wirtschaft

# Karriere

GEGRÜNDET -

UND JETZT?

Ich habe gegründet -

und jetzt?

Claudia Zimmer hat

sich ihren

Mädchentraum erfüllt

und Atelier 018

eröffnet

Junge Unternehmen:

neue Kunden, das

erste Personal, digitale

Tools & neues Geld

Nachhaltig Investieren

Was ist Blockchain?

AmCham Award

Käthe Ahlmann Stiftung


Inhalt

Editorial

Seite 4

Impressum

Seite 5

Gegründet - und jetzt? Wie Kunden Vertrauen in Ihr Start-up fassen

Von Oliver Gorus

Seite 6

Gegründet - und jetzt? Wie Gründer*innen eine WIR-Kultur etablieren

Von Ulrike Stahl

Seite 10

Gegründet - und jetzt? Ich habe das Startkapital privat aufgebracht

Von Nicole Hänel

Seite 14

Gegründet - und jetzt? WEgate European Gateway for Women´s Entrepreneurship

Von Annemike Düvel

Seite 20

Gegründet - und jetzt? Wie Gründerinnen erfolgreich im Geschäft und erfüllt im Leben sind

Von Nicole Brandes

Seite 22

Gegründet - und jetzt? Digitale Sichtbarkeit schaffen

Von Anabel Ternès von Hattburg

Seite 25

Gegründet - und jetzt? Scheitern ist keine Alternative

Von Elmar Lesch und Ralf Koschinski

Seite 28

Gegründet - und jetzt? Jeder Kontakt ist ein potenzieller Kunde

Von Ricarda Farnbacher

Seite 32

Gegründet - und jetzt? Eine sinnvolle Fehlerkultur ist überlebenswichtig

Von Stefan Dudas

Seite 36

Gegründet - und jetzt? Erasmus for Young Entrepreneurs

Von Annemike Düvel

Seite 40

Gegründet - und jetzt? Auf dem Weg zur eigenen Größe

Von Anja Carron

Seite 42

Gegründet - und jetzt? TWIN- Two Women Win: Das Mentoringprogramm für

erfolgsorientierte Unternehmerinnen

Von Doreen Thomsen

Seite 45

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Inhalt

Gegründet - und jetzt? Kaum gegründet schon gestrandet?

Von Jürgen Kurz

Seite 48

RECHT Welche rechtlichen Schritte sind jetzt nötig?

Von RA Isabelle Dierks

Seite 50

FINANZEN Nachhaltiges Investieren ein Trendthema

Von Clara Creitz

Seite 54

DIGITALISIERUNG Blockchain - Was kann die neue Technologie?

Von Franziska Schmied und Lou Würriehausen

Seite 57

Netzwerken: Vernetzte Power

Von Susanne Bachmann, GenCEO

Seite 61

Endlich verdienen, was man wert ist! Caroline Timmermann ist Führungskräftecoach

Von Carolin Schäufele

Seite 64

AmCham Female Founders Award

Von Nadine Bütow

Seite 68

Businessreisen sinnvoll nutzen

Von Petra Polk

Seite 70

Bei fileee ist das Gender-Thema kein Thema mehr Jasmin Sudermann-Schaad

Seite 74

Zusammenarbeit und Arbeitsorganisation neu denken

Von Arno Schambach 80

Seite

Unternehmerinnen im Porträt: Sabine Scheunert

Von Susanne Bachmann, GenCEO

Seite 83

Gründerinnen im Porträt: Claudia Zimmer hat das Atelier 018 gegründet

Seite 86

Buchtipps & Events

ab Seite 89

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Editorial

Photo by Peter Fogden on Unsplash

Liebe Leserinnen und Leser,

Marktstart, Expansion und Entwicklung wer das

eigene Unternehmen an den Start gebracht hat,

hat schon diverse risikoreiche Klippen hinter sich

gebracht.

Sie oder er hat die richtige Idee gehabt, die

Zielgruppe erkannt, den geeigneten Standort

gefunden, sich als anpassungsfähig erwiesen, den

richtigen Programmierer gefunden, ihr oder sein

Produkt „zu Ende gedacht“ und auf den richtigen

Plattformen beworben.

Der nächste Schritt muss folgen: Personal muss

eingestellt, das Unternehmen digitalisiert, „neue“

Finanzmittel akquiriert werden. Fehler vermieden

und Neukunden gewonnen werden.

Für Jungunternehmer folgt eine Herausforderung

nach der anderen, die es zu meistern gilt, im

wahrsten Sinn des Wortes.

Ulrike Stahl, Oliver Gorus, Nicole Hänel, Nicole

Brandes, Anabel Ternès von Hattburg, Ricarda

Farnbacher, Stefan Dudas und Anja Carron haben

diese Phase erfolgreich gemeistert und führen

aktuell alle ihre eigenen Unternehmen.

Wie sie den Schritt vom Start-up zum

Unternehmen bewältigen, die einzelnen Bereiche

professionell abgedeckt haben, beschreiben sie in

unserem aktuellen Magazin, das Sie gerade

„aufgeschlagen“ haben: Digitale Sichtbarkeit,

Kundenvertrauen, das richtige Netzwerk, die

Nutzung von geeigneten Mentoringprogrammen

wie das der Käte Ahlmann Stiftung oder Erasmus

for Young Entrepreneurs, eine gute Fehlerkultur.

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Foto Anna Mederer

Unser Schwerpunktthema finden Sie von Seite 6

bis 49.

Um dann richtig aufzutreten und andere von sich

zu überzeugen, gibt Caroline Timmermann die

richtigen Tipps für ein sicheres und souveränes

Auftreten, Isabelle Dierks berät über

Rechtsformen und Netzwerkerin Petra Polk hat

ein paar Ratschläge für gut genutzte

Businessreisen. Clara Creitz gibt Finanztipps zu

nachhaltigem Anlegen.

Ein besonderer Dank geht an Claudia Zimmer vom

Atelier 018 für das Coverfoto! Sie ist unsere

Gründerin, Seite 86.

Auf Seite 89 stellen wir weiterführende

Veranstaltungen und unterstützende Literatur

vor!

IMPRESSUM

Herausgeber:

SHE works!

Schäufele & Brößling GbR

Anschrift: Hagenweg 2a

37081 Göttingen

✆ 0175/5240053

info@she-works.de

Vertreten

durch:

Carolin Schäufele

Katja Brößling

V.i.S.d.P. Carolin Schäufele

(gem. § 55 Abs. 2 RStV)

Internet: www.she-works.de

Redaktion:

AutorInnen:

Carolin Schäufele

Carolin Schäufele, Annemike Düvel, Oliver Gorus, Ulrike

Stahl, Nicole Hänel, Anabel Ternès von Hattburg, Elmar

Lesch, Ralf Koschinski, Ricarda Farnbacher, Stefan Dudas,

Anja Carron, Käte Ahlmann Stiftung, Jürgen Kurz, Clara Creitz,

Franziska Schmied, Lou Würriehausen, Susanne Bachmann,

Badine Bütow, Petra Polk, Sabine Scheunert, Claudia Zimmer,

Isabelle Dierks, Arno Schambach, NIcola Brandes

Layout: Carolin Schäufele, pw design

Fotonachweis:

Titelbild: Photo by Sebastian Matthias,

Covermodel: Claudia Zimmer/ Atelier 018

Herzliche Grüße

Carolin Schäufele und das SHE

works!-Team

Social Media:

Anna Mederer, Andrè Bakker, Kerstin Niglas, Mirjam

Knickriem photoselection.de, Bettina Volke, Barbara

Biemann-Bennke, Petra Polk, Christian Daube, Mercedes,

Sebastian Matthias, Stefan Dudas, Elmar Lesch und Ralf

Koschinski, Bilderwerk / Oldenburg

unsplash.com

http://www.facebook.de/sheworks.de

http://www.twitter.com/SHEworksDE

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Titelthema

Wie Kunden Vertrauen in Ihr Start-up fassen

Von Oliver Gorus

Die Gründungssituation bringt Ihnen viele

Vorteile: Ihre Geschäftsidee ist frisch und

zeitgemäß, Ihre Mitarbeiter der ersten Stunde

sind hoch motiviert, Sie haben Drive und

Motivation bis unter die Decke die Zukunft ist

wie eine weit offenstehende Tür. So jedenfalls hat

es sich für mich jedes Mal aufs Neue angefühlt,

wenn ich ein Unternehmen gegründet oder ein

neues Geschäftsfeld eröffnet habe.

Aber die Start-up-Phase bringt in vielen Fällen

auch Nachteile mit sich. Einer davon: Ihre

potenziellen Kunden hatten noch keine

Gelegenheit, Vertrauen in Ihr frisch gebackenes

Unternehmen, in Sie oder Ihre Produkte zu fassen.

Wie auch?

Aber genau hier liegt der Schlüssel, wenn Sie Ihr

Unternehmen langfristig am Markt positionieren

wollen: Sie wollen ja nicht irgendwelche Kunden.

Sie wollen keine skeptischen, kritischen,

zaudernden Kunden, sondern Sie wollen möglichst

viele Kunden, die Ihnen und Ihrem Team

zutrauen, dass Sie gut sind. Die Ihnen vertrauen.

Die Frage ist also: Wie schaffen Sie es, dass

Menschen Ihnen vertrauen?

Nice to meet you, Neukunde!

Die Antwort: Genau so, wie Menschen es zu allen

Zeiten, in allen Kulturen schaffen, Vertrauen

aufzubauen. Denken Sie an das in unseren Breiten

übliche Begrüßungsritual: Wie läuft das ab? Sie

schauen Ihrem Gegenüber in die Augen. Sagen

eine Begrüßungsformel. Geben sich die Hand.

Halten Small Talk. Und wozu das Ganze?

Ganz einfach: Sie sammeln Informationen.

Innerhalb weniger Sekunden und Minuten können

Sie den anderen Menschen dann schon deutlich

besser einschätzen als zuvor: Schaut er

freundlich? Klingt seine Stimme gepresst? Ist sein

Händedruck wie ein Schraubstock? Freut er sich

auch übers Regenwetter? Und die Summe aller

Informationen: Haben Sie ein komisches Gefühl im

Bauch bei diesem Typen oder ist schon erstes

Vertrauen entstanden?

Genau das ist der Punkt beim Begrüßungsritual:

Sie legen jede Menge Informationen über sich

offen, Sie geben Einblicke in Ihre

vertrauenswürdige Persönlichkeit eben mit dem

Ziel, dem anderen den Vertrauensaufbau zu

ermöglichen.

Sie wissen also eigentlich bereits, wie das geht mit

dem Vertrauen: Sie müssen im Wesentlichen

einfach nur etwas von sich erzählen. Aber

beachten Sie dabei einen wichtigen Aspekt …

Wie Vertrauen entsteht

Geschichten von sich erzählen das ist seit

Urzeiten das wichtigste Mittel, um Vertrauen

aufzubauen. Aber erzählen Sie bitte wirklich von

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sich nicht von Ihrem Produkt oder Ihrer

Leistung! Denn Vertrauen ist eine

zwischenmenschliche Funktion. Ihr potenzieller

Kunde möchte Ihnen oder Ihren Kollegen

vertrauen. Also den Menschen. Nicht dem

Produkt oder der Firma! Einem Ding kann man

nicht vertrauen. Man kann nur Menschen

vertrauen.

Und es würde auch nichts helfen, nur den

geschäftlichen Schwerpunkt auf Ihrer Website zu

betonen: wie professionell Sie sind, welche

Expertise Sie mitbringen, wie seriös Sie im

Hosenanzug aussehen. So wirken Sie höchstens

kompetent. Vertrauen haben Sie damit noch lange

nicht aufgebaut.

Wenn im Start-up Wolken aufziehen

Sie brauchen also den Mut, etwas von Ihrer

Persönlichkeit zu zeigen und damit implizit von

der Persönlichkeit Ihres Unternehmens in all ihren

Facetten! Nutzen Sie Ihre Website, Ihren Blog,

Ihren Newsletter und die Social Media, um sich

nah- und erlebbar zu präsentieren.

Eine solche „Präsentation“ geht dann über

Gute-Laune- und Schön-Wetter-Bilder und -Texte

hinaus. Posten Sie doch auch mal kritische

Beiträge und kontroverse Meinungen. Sprechen

Sie über Ihre Werte und Standpunkte. Denn das

sind Ankerpunkte für die Aufmerksamkeit Ihrer

Leser oder Kunden, die Sie kennenlernen wollen.

Auch ein Unternehmen, bei dem alles nur glatt

läuft, gibt es nicht. Eine

Rosa-Zuckerwatte-Unternehmensgeschichte, die

eine ewig währende Harmonie suggeriert, nimmt

Ihnen niemand ab. Im Gegenteil, das Misstrauen

wird geweckt: Da muss doch irgendwas im Busch

sein! Wenn Sie auch mal einen Fehler eingestehen

und darüber sprechen, wenn Sie Ihr Unternehmen

realistisch darstellen, kann sich Ihr Publikum

damit identifizieren.

Allerdings brauchen Sie etwas Platz und Zeit, um

Ihre Geschichte zu erzählen. Und genau das bietet

Ihnen schnelllebige Reklame, ein Werbebanner

oder ein kleines Pop-up nicht. Mit klassischer

Werbung Vertrauen aufbauen … unmöglich!

Vertrauensvoll gefesselt

Mein Team und ich empfehlen unseren Klienten

deshalb gerne Medien, die ihre potenziellen

Kunden über einen längeren Zeitraum „fesseln“.

In die sie Zeit investieren, mit denen sie sich

ausgiebig beschäftigen. Warum schreiben Sie als

Gründerin zum Beispiel nicht ein Buch oder eine

Kolumne oder lassen ein Hörbuch oder eine

Videoserie produzieren?

Stellen Sie sich doch mal vor, Sie sind, sagen wir,

Fensterbauerin, und stellen auf einer Messe aus.

Um Sie herum stehen lauter Fensterbauer, die alle

das Gleiche anbieten. Vielleicht der eine ein paar

Euro günstiger, der andere etwas teurer …

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Jeder wird einen ordentlichen Stand mit einigen

Werbeartikeln aufgebaut haben. Aber statt

langweiliger Kugelschreiber oder Flyer, auf denen

der Firmenname und ein simpler Kaufaufruf

stehen, können Sie Ihren Interessenten ein Buch

überreichen. Handsigniert! Ein Buch, das optisch

perfekt in das Corporate Design Ihres

Unternehmens passt. Das zeigt, wer Sie sind und

was Sie und Ihr Angebot besonders macht. Was

meinen Sie, was Sie damit für einen Eindruck

hinterlassen?!

Sie werden sehen: Plötzlich beschäftigen sich ganz

andere Menschen mit Ihnen und schenken Ihnen

einen Vertrauensvorschuss. Und wahrscheinlich

sind unter denen auch neue Kunden oder

Mitarbeiter.

Oliver Gorus ist Unternehmer und Namensgeber der Gorus Gruppe, die dafür sorgt,

dass Persönlichkeiten und ihre Unternehmen gehört, gesehen und gelesen werden.

Foto © André Bakker

Mit seinem Team hat Gorus das G-Pub entwickelt, ein multimediales Produkt, das

individuell auf die Kommunikationskanäle des Klienten angepasst wird. Zum

Beispiel als Buch, E-Book, Hörbuch oder Video.

www.g-pub.de

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Titelthema

Wie Gründer eine WIR-Kultur

etablieren: Praxistipps für konkurrenzlos

erfolgreiche Zusammenarbeit


Von Ulrike Stahl

Hochdiverse, globale, ad hoc zusammengestellte

Teams in frisch gegründeten Unternehmen ist

das an der Tagesordnung. Auf der einen Seite hilft

es, anspruchsvolle und komplexe Aufgaben zu

bewältigen. Auf der anderen Seite muss die

Herausforderung gemeistert werden, über die

Gründungstage hinaus, dauerhaft für eine

erfolgreiche Zusammenarbeit zu sorgen. Der

Schlüssel liegt im Gestalten einer WIR-Kultur.

Gründer lassen sich leicht vom „Swift Trust“

täuschen: Obwohl sich die Beteiligten nicht

besonders gut kennen, scheinen sie unvermittelt

vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Tatsächlich

beruht das sogenannte „flüchtige Vertrauen“

weniger auf Vertrauen, als vielmehr auf dem

Bewusstsein, es sich nicht leisten zu können,

misstrauisch zu sein. Unter dem Motto „Wir sitzen

alle im selben Boot“ stürzt sich jeder auf das, was

zu tun ist. Und weil man sich zu Beginn von seiner

besten Seite zeigen will, konzentriert sich jeder

auf das, was er am besten kann. Das gibt

Sicherheit. Persönliche Sichtweisen oder gar

Bedenken auszutauschen wird vermieden. Dumm

nur, dass „swift trust“ die Eigenschaft hat, nach

einiger Zeit zu verschwinden.

Die vier Aspekte einer erfolgreichen Teamarbeit

In der Gründungsphase sind viele Aufgaben

zeitkritisch, deshalb wird oft agil und virtuell

zusammengearbeitet. Werden beispielsweise für

die Entwicklung eines

neuen Produktes die besten

Experten aus

verschiedenen Bereichen

rekrutiert, zeigt sich

schnell, wie wichtig die

nachfolgenden vier Aspekte für Teamarbeit sind:

1. Fokus: Gemeinsames Ziel und

Ergebnisorientierung

2. Prozess: Arbeitsmethoden und

Messkriterien

3. Flow: Zusammenarbeit und Agilität, sprich

Lernen und Weiterentwicklung

4. Klima: Vertrauen und Zusammenhalt

Die Aspekte Prozess und Fokus bekommen

üblicherweise zu Beginn die größte

Aufmerksamkeit. Durch den hohen Druck sind alle

fokussiert, die geforderten Ergebnisse zu liefern. Da

die Experten sich zunächst in ihre Themen

vertiefen, spielt der Flow die Zusammenarbeit

noch keine große Rolle. Informationen fließen,

soweit der Prozess das fordert. Dass diese nicht

immer zur rechten Zeit am rechten Ort sind, fällt

noch nicht auf. Spätestens nach der Anlaufphase

müssen die Aspekte Flow und Klima ins Zentrum

der Aufmerksamkeit rücken. Gar nicht so einfach,

wenn Experten völlig unterschiedlicher Bereiche

zusammenwirken. Vom Gründer fordert das, zu

Beginn vor allem aufgaben-, im weiteren Verlauf

mehr und mehr menschenorientiert führen zu

können. Dazu gehört die Fähigkeit, Beziehungen

aufzubauen, Konflikte wahrzunehmen und zu

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Ulrike Stahl ist Rednerin, Autorin und Expertin für das neue WIR im Business. Wie

geht erfolgreiche Zusammenarbeit in einem agilen und globalen Umfeld? Wie

entwickeln wir eine WIR-Kultur für uns selbst, in unseren Unternehmen und

unter unseren Mitarbeitern? Darüber schreibt und redet sie mit internationaler

Erfahrung und Begeisterung. Sie ist Autorin des Buches „So geht WIRTSCHAFT!

Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ.“ laut Handelsblatt eines der besten

Wirtschaftsbücher und des internationalen Bestsellers „Ignite Your Female

Leadership.“ Als Design Thinking Coach und Coach für Top Teams ist sie am Puls

der Zeit und genau das macht ihre Vorträge so packend und lebensnah.

www.ulrike-stahl.com

Foto Kerstin Niglas

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lösen, unterschiedliche Arbeitspräferenzen und

Bedürfnisse zu erkennen und wertzuschätzen.

Wenn Lösungswege verteidigt werden, drohen

Sackgassen

Fakt ist: Menschen arbeiten leichter und

natürlicher zusammen, wenn sie sich ähnlich sind.

In der modernen Arbeitswelt lässt sich

Heterogenität aber kaum vermeiden.

Unterschiedlichkeiten erwachsen nicht nur aus

der Nationalität, sondern auch aus Alter,

Bildungsgrad oder Expertise. Was einerseits

Erfolgsgrundlage ist, ist andererseits die größte

Stolperfalle. Je größer die Diversität ist, desto

geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die

Teammitglieder ihr Wissen teilen oder sich sonst

kollaborativ verhalten. Wie oft erleben wir, dass

Lösungswege verteidigt werden und so

Sackgassen drohen?

Eine gemeinsame Basis herstellen …

Gründer unterschätzen häufig, wie wichtig es ist,

eine gemeinsame Arbeitsbasis herzustellen und

vergessen, sich dafür Zeit zu nehmen. Man stürzt

sich am liebsten sofort ins Tun. Aber wenn jeder

nur seine Arbeit macht, ist das Arbeitsteilung und

noch keine kooperative Zusammenarbeit.

Kooperation beginnt dort, wo jeder über seine

Rolle hinaus Verantwortung für das Endergebnis

übernimmt. Das erfordert ein klares,

gemeinsames Verständnis des angestrebten

Ergebnisses und die Fähigkeit, sich immer wieder

in die Situation der Anderen hineinzuversetzen

und für alle mitzudenken. Dazu muss man sich

erst einmal kennenlernen und offen austauschen

über die angestrebten Ziele und über die

unterschiedlichen Perspektiven.

… mit einem Filmplakat

Ein praktischer Weg, eine gemeinsame Vision zu

erstellen, ist es, gemeinsam ein Filmplakat zu

gestalten. Gründer und Team stellen sich die

Frage „Angenommen, unsere Zusammenarbeit

wäre ein Film wie würde das Kinoplakat dazu

aussehen?“ Bild, Kernaussage/Filmtitel und

weitere Fakten, wie Akteure/Rollen werden

benötigt. Die Diskussion bringt Informationen ans

Licht, die bei einer einfachen Zielformulierung

nicht zur Sprache kommen würden. Zu einem

gemeinsamen Plakat wird man nur dann kommen,

wenn unterschiedliche Werte und Perspektiven

geäußert und verstanden werden. Eine solche

gemeinsame Vision ist dann allerdings auch über

die Gründungsphase hinaus eine solide

Kooperationsbasis und zugleich der klare und

inspirierende Kurs für eine langfristig erfolgreiche

Zusammenarbeit.

Arbeiten Menschen zusammen, birgt das

Überraschungen. Zum Glück! Wenn wir immer

genau wüssten, was passiert, wo wäre dann die

Möglichkeit zur Entwicklung? Deshalb ist es

wichtig, eine kooperative Zusammenarbeit als

stetigen Lernprozess zu betrachten und sich ein

dynamisches Mindset zu bewahren..

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Titelthema

Foto Mirjam Knickriem / photoselection.de

Ich habe das Startkapital

privat aufgebracht

Von der Personalchefin zur Unternehmerin bei

ninepoint consulting. Nicole Hänel sprach mit

SHE works! über Startphasen und

Finanzierungswege.

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Frau Hänel, wie haben Sie gegründet? Aus

einer Festanstellung heraus oder aus der

Selbstständigkeit heraus?

Ich habe 2014 als angestellte Projektleiterin bei

ninepoint consulting begonnen. Nach einem

Jahr habe ich dort den Posten der

Geschäftsführerin übernommen. Damals waren

wir noch ein sehr kleines Team, weshalb die

Bereiche so fließend ineinander übergingen,

dass der „Sprung“ gut zu managen war. Ein

weiteres Jahr später habe ich die Firma

gekauft.

Neben einer guten Idee braucht es finanzielle

Mittel, um ein Unternehmen aufzubauen. Wie

war Ihre Situation?

Die Firma bestand ja zum Glück schon. Das

heißt, ich musste nicht aus dem „Nichts“

gründen und alles komplett neu aufbauen. Ich

habe das Stammkapital privat aufgebracht und

konnte danach auf bestehende Strukturen

zugreifen, die dann nur noch im Laufe der Zeit

ausgebaut und an das Wachstum des

Unternehmens angepasst werden mussten. In

der „Gründungsphase“ hatte ich daher noch

keine größeren Hürden zu überwinden.

Haben Sie Erfahrungen gemacht, dass Sie als

Unternehmerin von Kreditinstituten anders

behandelt wurden als männliche Kollegen?

Unser Unternehmen arbeitet als Dienstleister

im E-Fulfillment-Bereich. Unsere Kunden sind

internationale Konzerne aus dem

Nicole Hänel ist eine Unternehmerin, die modernes Unternehmertum lebt.

Der Schlüssel ihres Erfolgs ist ihre Leidenschaft und der Mut, Neues zu wagen. Schon zu Beginn ihrer

Karriere suchte die studierte Politikwissenschaftlerin die Herausforderung. So ging sie in den Libanon

und arbeite für die „Herald Tribune“ als Auslandskorrespondentin. Noch während des Krieges führte sie

Interviews für die Serie „Arabische Business-Frauen“. Dabei entdeckte sie den brennenden Wunsch,

selbst ein Unternehmen zu gründen eine Vision, die sie wenig später als Quereinsteigerin in die Tat

umsetzen würde.

Heute ist sie Geschäftsführerin und Inhaberin des Kölner Unternehmens ninepoint consulting und

konnte ohne jegliche Unterstützung von Investoren dessen Fokusbereiche ausbauen, den Umsatz von

0,5 Millionen auf über 5 Millionen Euroerhöhen und das Team verzehnfachen.

Das global operierende Firmennetzwerk Ernst & Young wählte sie als eine von fünf Gewinnerinnen für

das Mentorenprogramm „Entrepreneurial Winning Women“ aus und zugleich erhielt sie die

Auszeichnung als „Certified Women Business Enterprise“ des internationalen Business-Netzwerks

WEConnect.

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IT-Hardware-Segment. Dort sind Frauen leider

noch stark unterrepräsentiert. Als in meinem

Unternehmen der erste große Wachstumsschub

anstand, bemühte ich mich um eine Finanzierung.

In dieser Situation wurde meine Kompetenz als

Frau bzw. weibliche Inhaberin eines solchen

Unternehmens häufig hinterfragt und auch

konkret in Frage gestellt.

Hat man den ersten Schritt getan und die

monetäre Situation ist angespannt, welche

Möglichkeit gibt es, sich Geldmittel zu

beschaffen?

Gerade für frisch gegründete Unternehmen bieten

sich diverse Fördermöglichkeiten an. Startups

können auf deutlich mehr Fördertöpfe zugreifen

als bereits etablierte Unternehmen. Hier lohnt es

sich auf jeden Fall, sich beraten zu lassen, um alle

Optionen zu eruieren.

Neben den regulären Einnahmen, die über das

Unternehmen erwirtschaftet werden, gibt es für

Firmen aus unserer Branche die Möglichkeiten der

Einkaufsfinanzierung und auch des Factorings, um

die Liquidität des Unternehmens sicherzustellen.

Dann gibt es ganz klassisch den Kredit und das

Kontokorrent der Hausbank. Wir haben es am

Ende ohne Fremdkapital geschafft, die ersten

Wachstumsschritte umzusetzen. Dies hat dann am

Ende länger gedauert als ursprünglich geplant, hat

uns als Team aber auch dabei geholfen, ein sehr

sensibles und transparentes Controlling

aufzubauen über die ersten Jahre.

Neben Banken, welche Wege kann man noch

gehen?

Neben Banken gibt es mittlerweile viel

P2P-Finanzierungsmodelle, die sich auf schnell

wachsende oder auch sich schnell verändernde

Unternehmen besser einstellen können. In

unserem Unternehmen finden quartalsweise

Strategie-Workshops statt, da wir uns aufgrund

der schnellen Entwicklungen im IT-Hardwaresowie

auch im E-Commerce-Bereich allgemein

extrem schnell anpassen müssen mit unseren

Strategien. Wenn wir einen klassischen Kredit

beantragen würden, wäre der eingereichte

Businessplan nach 3 Monaten schon wieder

veraltet. Meist dauern die internen

Abstimmungsprozesse bei Banken deutlich länger.

Dort werden unsere häufigen „Strategie-Updates“

als Wankelmütigkeit wahrgenommen und nicht

als notwendige Anpassung an den Markt. Der

momentan stark wachsende Markt an

alternativen Finanzierern, vor allem aus dem

P2P-Bereich, ist stark durchsetzt von

Unternehmern, die unser Konzept schneller

nachvollziehen können und so auch eher bereit

sind, uns finanziell bei unserem Wachstum zu

unterstützen.

Gibt es von Seiten der

Kommunen/Arbeitsämtern, usw. bei der

Einstellung von Personal Unterstützung?

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Photo by Yunming Wang on Unsplash

Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen mit dem

Engagement des Arbeitsamtes gemacht. Die

zeitnahe Ausschreibung von Stellen, auch auf

lokalen/städtischen Plattformen, Beratung zu

Themen wie Eingliederungszuschuss oder

weiteren Fördermitteln und -programmen wird

von unserem Berater immer schnell umgesetzt.

Leider ist es so, dass die meisten Stellen, die wir

ausschreiben, sehr speziell und sehr gefragt sind,

weshalb wir mittlerweile da auch unseren Fokus

neu justiert haben und europaweit nach Personal

suchen. Dadurch verlagert sich natürlich der

Firmenschwerpunkt dann auch mehr und mehr

Richtung Homeoffice.

Wenn man kurzfristig Geld braucht, um eine

Investition zu tätigen, was würden Sie raten?

Dies kommt auf die Investition an. Handelt es sich

um Ware im weitesten Sinne, ist eine Einkaufsoder

Lagerfinanzierung ein guter Weg.

Handelt es sich um eine „Idee“ im weitesten

Sinne, die neu und speziell ist und dann auch

umgesetzt werden muss, bieten sich

Crowdfunding-Plattformen an.

Wenn man in Wachstum und/oder Personal

investieren will, sind P2P-Anbieter wie Lendico

oder Funding Circle vermutlich der schnellste

Weg.

Wichtig bei all diesen Themen ist, dass man

gerade als Jungunternehmer, wenn die Umsätze

noch überschaubar sind, im Auge behält, dass

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man immer eine gewisse Balance zwischen

Fremd- und Eigenkapital bewahrt, da man sonst

schnell als überschuldet gelten kann.

Wenn man sich selbst nicht in all diese Themen

reinarbeiten will oder vielleicht auch noch nicht

genau weiß, welche Form der Finanzierung

sinnvoll ist, gibt es zum Glück mittlerweile

Plattformen wie FinCompare, bei denen man sein

Portfolio einreichen kann und diese dann als

Berater und Verteiler wirken und die passenden

Finanzierer mit dem jeweiligen Unternehmen

zusammenbringen.

Kennen Sie Programme, bei denen sich junge

Unternehmer*innen (finanzielle) Hilfe holen

können?

Als Gründer kann man auf diverse

Förderprogramme zugreifen. Das Gute daran ist,

dass man sich sogar einen Unternehmensberater

fördern lassen kann, der einen genau bei dem

Thema mit seiner Expertise begleitet. Dies haben

wir in der Startphase genutzt. Der

Unternehmensberater war spezialisiert auf

Fördermittel und hat dann gemeinsam mit uns

einen Businessplan erarbeitet, den wir dann

wiederum für weitere Fördermittel einreichen

konnten. Ein bisschen Startgeld muss man dafür in

die Hand nehmen. Aber ein guter Berater zeigt

einem, wie man das durch Förderungen wieder

ausgleichen kann.

Würden Sie grundsätzlich den Frauen empfehlen,

sich professionelle Beratung in diesen

Angelegenheiten zu holen?

Frauen sind in der Regel risikoscheuer als Männer

aus meiner Erfahrung. Dies ist Fluch und Segen

zugleich. Im Austausch mit anderen

Unternehmerinnen ergab sich das Bild, das Frauen

deutlich länger zögern und mit sich hadern, bis sie

gründen oder auch bis sie den Schritt machen und

sich um eine Finanzierung bemühen. Aber wenn

sie es dann tun, ist es in der Regel sehr gut

durchdacht und belegt und kein „Schnellschuss“.

Ich denke, dass vermutlich jedem Gründer eine

professionelle Beratung hilft, egal ob männlich

oder weiblich. Wie schon erwähnt kann man als

Gründer nicht alles können und alles wissen.

Daher ist es gut, jemanden an seiner Seite zu

haben, der einen durch den Förder- und

Finanzierungs-Dschungel führt.

Die meisten Unternehmerinnen, die ich

kennengelernt habe, haben mir zurückgemeldet,

dass es ihnen vor allem schwerfällt, sich und ihr

Unternehmen mit der nötigen Sicherheit zu

präsentieren. Hier wäre eine professionelle

Beratung oder ein entsprechendes Coaching

sicherlich zu empfehlen. Da man in der Startphase

seines Unternehmens sein „Baby“ sehr häufig

präsentieren muss, sollte „frau“ hier genauso

selbstsicher auftreten können wie ihre

männlichen Pendants.

Wenn das Geld fehlt, macht sich schnell

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existenzielle Angst breit. Was tun Sie dagegen?

Aus meiner Erfahrung bekommt man irgendwann

einen sehr ungesunden Tunnelblick, wenn das

Geld fehlt oder mal ein größerer Auftrag nicht

zustande kommt, den man eingeplant hatte.

In der Anfangsphase habe ich dann immer

schlecht geschlafen, bin dann müde zur Arbeit,

habe mich durch den Tag gekämpft und am

nächsten Tag ging es von vorn los. Ich habe eine

Weile gebraucht, um zu realisieren, dass das aus

vielen Gründen kontraproduktiv ist. Einerseits war

ich irgendwann nur noch bei 50%-60% meiner

regulären Leistungsfähigkeit und man sieht

irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht

mehr.

Mir hat in der Phase der Austausch mit anderen

Unternehmerinnen geholfen, um zu realisieren,

dass meine Probleme in der Startphase absolut

normal waren und dann habe ich mir einen Plan

erstellt mit To-do’s, sortiert nach Relevanz. Jeden

Tag habe ich mir morgens eine Liste gemacht, mit

allen Dingen, die ich an dem Tag realistisch

erledigen kann und habe diese Liste abgearbeitet.

Wenn man sich die Aufgaben so strukturiert, kann

man auch abends nach Hause gehen mit dem

Gefühl, alles erledigt zu haben. Dann schläft man

auch wieder gut und ist fit am nächsten Tag.

Und Wochenenden freihalten! Ganz wichtig. Der

Begriff der Work-Life-Balance ist ja mittlerweile

schon ein wenig überstrapaziert, aber ohne einen

gesunden Ausgleich, kann man irgendwann nicht

mehr für sein Projekt brennen. Und Leidenschaft

ist der Motor, der eine Unternehmerin über die

ersten Jahre rettet.

Was würden Sie Jungunternehmerinnen in

finanziellen und anderen Angelegenheiten raten?

Nicht entmutigen lassen! Die ersten Jahre sind für

jeden Gründer und jede Gründerin schwer, wobei

Unternehmerinnen nochmal andere Hürden zu

bewältigen haben als Ihre männlichen Mitstreiter.

In der ersten Zeit muss man sich permanent

Gehör verschaffen, die Werbetrommel rühren,

Kunden gewinnen, evtl. Finanzierer, Banken und

Investoren von sich überzeugen. Ein Marathon,

gespickt von Rückschlägen.

Mein Rat ist, so viel wie möglich zu netzwerken. Es

gibt einige Netzwerke, die sich gezielt an

Unternehmerinnen wenden, zum Beispiel der VdU

mit regelmäßige Treffen, Austausch zu vielen

Themen, Fokusgruppen und auch

Mentorinnen-Programme, wo man als

Jungunternehmerin einerseits viel lernen kann,

aber eben auch die Unterstützung erfährt.

Desweiteren würde ich jeder Gründerin raten, von

dem Angebot der Fördermittel Gebrauch zu

machen. Denn wenn man von Anfang an ein

kleines finanzielles Polster hat, lassen sich alle

weiteren strategischen Entscheidungen auch mit

mehr Bedacht treffen.

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Titelthema

WEgate European Gateway for Women´s

Entrepreneurship

Info-Portal für Unternehmerinnen in Europa


Von Annemike Düvel

WEgate ist ein „Gateway“, also ein Tor zu

Gründung und Unternehmerinnentum für Frauen

in ganz Europa. Ins Leben gerufen wurde WEgate

von der Europäischen Kommission, um mehr

Frauen bei der Gründung eines Unternehmens

oder dem Schritt in die Selbstständigkeit zu

unterstützen; denn es sind immer noch sehr viel

mehr Männer als Frauen, die ein eigenes Business

starten. WEgate ist keine Organisation und

verfolgt keine kommerziellen Zwecke. Ziel der

E-Plattform ist es vielmehr, den Nutzerinnen (und

Nutzern) nützliche und inspirierende

Informationen zu vielen gründungsrelevanten

Themen gebündelt zugänglich zu machen.

Konkret bedeutet das: Bei WEgate finden sich zu

fast allen Themen rund um

Unternehmensgründung und Nachgründungszeit

wichtige Informationen: beispielsweise zu

Finanzierung und Förderung, zu rechtlichen

Fragen, zu Innovationen, Beratungsangeboten

oder auch zu Themen wie Steuern, Personalfragen

oder Unternehmenspartnerschaften. Damit ist

WEgate kein reines Gründungsportal, sondern

behandelt auch viele Themen, die vielleicht erst

zwei, drei oder fünf Jahre nach dem Start als

Unternehmerin zum Tragen kommen.

Das Portal funktioniert dabei ein bisschen wie eine

Meta-Suchmaschine: Zum gewünschten

Themengebiet, also z. B. zum Thema

„Marktzugang“, können die Infos nach dem

jeweiligen Land gefiltert werden; schließlich ist die

Rechtslage in jedem Land anders. Ob man nun

Lebensmittel auf dem spanischen Markt

einführen, Arzneimittel in Frankreich in den

Verkehr bringen oder die Ökodesign-Standards für

Fenster in Italien erfahren möchte WEgate leitet

seine Nutzerinnen und Nutzer auf die

entsprechenden Websites weiter und machte

ihnen so Informationen über alle wichtigen

Verordnungen, Richtlinien und Beschlüsse

zugänglich. Natürlich wird auch die Einhaltung des

EU-Rechts thematisiert. Das Angebot auf WEgate

ist übrigens in Deutsch, Englisch und Französisch

verfügbar.

Ergänzt wird das gut gegliederte und inhaltlich

sehr breit aufgestellte Portal unter anderem durch

Verweise auf Unterstützungsmöglichkeiten auf

politischer Ebene, eine umfangreiche

IT-Lernfunktion sowie Links zu

Schulungsprogrammen, Coaching-Angeboten und

Webinaren. Mittels Tags ist es außerdem möglich,

alle Rubriken und Unterrubriken gezielt nach

einem Suchbegriff zu durchforsten; das spart Zeit.

Fazit: WEgate ist ein sehr umfassendes und

informatives „Tor“ mit guten Informationen zur

Gründung und zum Aufbau eines Unternehmens.

Wer eintritt, sollte sich ein bisschen Zeit für seine

Suchanfrage nehmen, um den Weg durch die

Masse an Themen zu finden. Klar umrissene

Fragen können dank einer guten Suchfunktion

recht schnell geklärt werden, aber es lohnt sich

auch, bei WEgate einfach mal in Ruhe zu stöbern!

21


Titelthema

Wie Gründerinnen sowohl erfolgreich im

Geschäft als auch erfüllt im Leben sind

Von Nicole Brandes

Ob Sie schon lange Unternehmerin sind oder kurz

davor Ihr eigenes Geschäft zu gründen Sie haben

eine inspirierende Vision von Ihrem Leben. Ihr

Geschäft ist dabei wichtiger Teil, Sie diesem Leben

näher zu bringen. Und zwar so, dass Sie dabei

glücklich, erfolgreich, frei und finanziell

unabhängig sind.

Realität ist, dass viele Selbstständige, eben wie

man sagt selbst arbeiten und das ständig. Sie

setzen ihr Leben für das Geschäft ein, statt

umgekehrt. Und das kann ganz schön an den

Kräften zehren. Ich habe das selbst erlebt als ich

als Topmanagerin neue Organisationen in den

Vorstandsetagen von Firmen wie Swissair

aufbaute oder für Königin Silvia von Schweden in

den Königshäusern Europas unterwegs war oder

als Unternehmerin. Sich fast nur für das Geschäft

zu verausgaben, ist nicht schön. Und das muss

nicht so sein.

Wenn Sie Ihre ganze Genialität mit Freude,

Leidenschaft und Sinnhaftigkeit zum Ausdruck

bringen und dabei nicht ausbrennen wollen, dann

hat das nichts mit dem Geschäft zu tun, sondern

mit dem Wichtigsten in Ihrem Leben: Ihnen selbst.

Da liegen der Schatz und die Kraft. Hier sind fünf

Ideen, wie Sie diese wertvollen Ressourcen

mobilisieren.

1. Starke Gründerinnen wissen genau, was sie

wollen.

Leider wissen die wenigsten Menschen, was sie

Foto © André Bakker

Nicole Brandes hat als internationale Managerin

über 15 Jahre mit den Mächtigen und

Einflussreichen dieser Welt gearbeitet. Heute

unterstützt sie Entrepreneurs, Executives und

Experten darin, ihre Lebensvision zu finden,

sodass sie auf inspirierende Weise sich selbst und

ihr Unternehmen in die Zukunft führen. Zudem ist

sie als Keynote-Speakerin weltweit gefragt, wie

zum Beispiel dieses Jahr beim World Economic

Forum in Davos.

Mehr erfahren: https://www.nicolebrandes.ch

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genau wollen. Dann kann es sein, dass sie

erfolgreich sind, aber spüren, da fehlt etwas.

Warum? Wir alle sind mit Lebensentwürfen

aufgewachsen, die wir von unserem Umfeld

bekommen haben. Und die sind gut aber

Standard! Wenn wir in der Kraft sein wollen, dann

können wir nur ein Leben leben: unser eigenes.

Und dazu müssen Sie haarscharf ihre eigene

Lebensvision definieren. Das energetisiert! Das

gibt Kraft. Nutzen Sie sie.

2. Starke Gründerinnen gehen durch die Angst

Wenn Sie ihr großes, inspirierendes Ziel definiert

haben, dann kommen die Hindernisse, die

Nein-Sager und der größte Grund, an dem viele

Menschen scheitern: die Angst.

Alle Heldinnen und Helden haben Angst! Aber da

müssen Sie durch! Sonst sind Sie erledigt. Denn:

Sie können nie weiter gehen als Ihre Angst. Oft

kommt sie verkleidet als Aufschieberitis, Ausrede

oder Ablenkung. Lassen Sie sich nicht täuschen.

Identifizieren Sie die Angst. Wo die Angst ist, ist

der Weg. Da liegt der Durchbruch. Viele

Gründerinnen haben herzzerreißende

Geschichten erlebt, bevor sie den Durchbruch

schafften. Ich selbst hatte solche Angst, auf die

Bühne zu stehen, dass ich nächtelang nicht

schlafen konnte und für eine kurze Zeit meine

Sprache verlor. Heute spreche ich vor tausenden

von Menschen! Lassen Sie sich niemals aufhalten

von Ihrer Angst. Niemals.

3. Starke Gründerinnen holen sich starke Helfer

Bob McKee, ein Drehbuchautor in Hollywood,

sagte mir mal: Wir gehen ins Kino, weil wir

Antworten aufs Leben bekommen. Alle Helden

sind verletzlich und haben Helfer! Vor allem

wenn es am gefährlichsten wird. James Bond hat

Q, Harry Potter hat Dumbledore, Katniss in The

Hunger Games hat Haymitch und wen haben

Sie?

In der Arbeit wissen wir, dass wir Teams

brauchen. Im Leben sind wir einsame

Kämpferinnen. Ja, wir haben Freunde und unsere

Lieben. Die sind wichtig aber keine Profis, wenn

es um Ihre Weiterentwicklung geht.

Holen Sie sich Ihren persönlichen Dumbledore.

Das katapultiert Sie nach vorn. Sie können sich ja

selbst nicht auf den Kopf schauen.

4. Starke Gründerinnen nutzen Ihr Potenzial

Die Wissenschaft ist sich einig: Die wenigsten

Menschen (97 bis 99 Prozent) schöpfen ihr

Potenzial aus. Dabei macht uns genau das

glücklich: Wenn wir mehr von uns selbst

ausdrücken! Was hindert uns daran? Nicht

irgendwelche finsteren Mächte, sondern wir

selbst. Wir boykottieren uns in der Art und Weise,

wie wir denken. Alles entspringt unseren

Gedanken. Wenn Athleten sich nicht nur

körperlich und technisch vorbereiten, sondern

auch mental, dann leuchtet das ein. Sie nutzen

andere Denkräume, um nach den Sternen zu

greifen. Und das sollten Sie auch. Das muss man

lernen.

23


5. Starke Gründerinnen haben Courage

Kürzlich habe ich auf Netflix einen Film gesehen,

in dem der Held ein Tattoo quer über sein Herz

hatte: „Nothing here“.

Ich habe lange im Investmentbereich gearbeitet.

Genau so war die Kultur: tough, no pain, no

emotion. Alle haben gelitten. Warum? Wir waren

erfolgreich, aber emotional unterernährt. Dabei

sind Emotionen die Verbindung zum Leben. Dort

er-LEBEN wir. Wenn wir im Stress sind, gehen wir

in den Kopf. Aber die Ratio bringt uns in

Sicherheit. Das Herz hingegen bringt uns zu uns

selbst. Das kann allenfalls nicht praktisch sein,

dafür stark. Dann sind wir uns selbst treu. Haben

Sie die Courage, Ihr ganzes Herz in alles

einzugeben, was Sie tun. Courage kommt vom

lateinischen Wort „Cor“, Herz. Es ist das

Epizentrum Ihrer Kraft und das ist Energie pur!

Das steckt an!

Investieren Sie nicht nur in Ihre Fachkompetenz,

sondern auch in sich selbst. Starke Gründerinnen

ergründen sich selbst. Bewusst oder intuitiv. Da

liegt die Kraft. Dann wird aus einem getriebenen

Leben ein geniales Leben.

24


Titelthema

Digitale Sichtbarkeit schaffen!

GetYourWings-Gründerin Anabel Ternès von Hattburg über digitale Notwendigkeiten

Tech-Unternehmen hat Dr. Anabel Ternès von

Hattburg schon mehrere gegründet. Aber nicht

jede Neugründung ist tech-gesteuert.

Grundsätzlich braucht, so Anabel Ternès von

Hattburg, jedes Unternehmen eine

Mindestausstattung an Digitalem, auch, wenn die

Produkte nicht digital oder auch nicht digital

produziert sind: „Neben einer klaren

übersichtlichen und zielgruppenorientierten

Website sollte man von Anfang an eine digitale

Sichtbarkeit da schaffen, wo die Kunden und/oder

die Kandidaten sind. Auf welchen

Social-Media-Kanälen man sichtbar ist, sollte man

neben den Stakeholdern davon abhängig machen,

was machbar ist. Die einen Kanäle sind nützlich,

die anderen notwendig. Und wenn das Geld erst

einmal nicht dafür reicht, alles zu bespielen, was

sinnvoll wäre, konzentriert man sich auf den

Kanal, der am besten auf die eigene

Geschäftsentwicklung einzahlt.“

In ihrer Tätigkeit als Mentorin für Gründerinnen

hat Anabel Ternès von Hattburg festgestellt, dass

viele Neugründerinnen zu Beginn oft die

Sicherheit der Daten vernachlässigen. „Man sollte

sich“, so Anabel Ternès, „sehr früh klar darüber

werden, wo man die Daten sicher speichert und

mit einberechnen, dass es beim

Unternehmenswachstum irgendwann viel mehr

Daten werden. Entscheidet man sich eher für eine

externe Cloud- oder Server-Lösung oder für einen

eigenen Server und was ist mit Sicherheitskopien

für den Notfall?“ Neben dem Speichern heißt

Sicherheit auch das Investieren in gute

Virenschutzprogramme, das macht in jedem Fall

Sinn.

Auch die Ordnung der digitalen Daten ist absolut

grundlegend und sollte gleich zu Beginn klar

geregelt sein. Es macht viel Arbeit, die vermeidbar

ist, wenn man nicht von Beginn an im

Unternehmen eine klare Struktur für alle regelt.

Was Daten bzw. Dateien angeht, muss eine klare

Ordnung schon im Detail beginnen, nämlich bei

der Kennzeichnung der Dateien. Eine einheitliche

Kennzeichnung im gesamten Unternehmen hilft

Dateien schnell zu finden.

Digitale Tools bestimmen in der Welt von heute

den Büroalltag. Damit sich die Mitarbeiter dabei

nicht verlieren, ein Gefühl für die eigene

Belastbarkeit behalten und mit den

Anforderungen der Digitalisierung umgehen

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Dr. Anabel Ternès von Hattburg ist

Digitalunternehmerin, Gründerin und Autorin,

CEO von GetYourWings und von Deutsche

Initiative Gesunde Digitalisierung. Sie leitet das

Institut für Nachhaltigkeitsmanagement, hält eine

Professur für Internationale BWL, ist u. a. im

Vorstand vom Bitkom AK Work 4.0 & Innovation

und von NFTE, sowie in Beiräten, Mentorin u. a.

bei StartupTEENS und Grace, Botschafterin

sozialer Organisationen, u. a. für Miss AI, Impact

Hub, Same Sky und Make A Wish. Sie war mehrere

Jahre Führungskraft in internationalen

Lifestyle-Unternehmen.

Foto Bettina Volke

Foto Bettina Volke

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Über GetYourWings

GetYourWings vermittelt Gesunde Digitalisierung. Dazu wendet sich das

gemeinnützige Unternehmen mit einer multimedialen Unterrichtsreihe und

Computerlernspielen an Schüler, die in den 3 Modulen Gesundes Ich, Starkes

Ich und Zukunftsgestalter ganzheitliche Zukunftskompetenzen erlernen. Die

Vermittlung von Zukunftskompetenzen ist nicht nur das Ziel für die Zielgruppe

Schüler, sondern auch für Berufstätige und Führungskräfte klein- und

mittelständischer Unternehmen. An diese wendet sich die Deutsche Initiative

Gesunde Digitalisierung mit einem ebenfalls multimedialen

Weiterbildungsangebot.

können, ist es wichtig, gesund zu digitalisieren.

Was das heißt? An erster Stelle bedeutet das, die

Mitarbeiter mitzunehmen und an erste Stelle zu

stellen. Neben der Technisierung bleibt ein

Arbeitsumfeld motivierend und menschlich, wenn

es von klaren Werten und Wertschätzung geprägt

ist.

Das allein reicht allerdings nicht.

Lebenslanges Lernen ist notwendig für jeden

Mitarbeiter, um mit den technischen

Entwicklungen mitzukommen, flexibel zu bleiben

und veränderungsbereit. Alle Neugründer tun

deshalb gut daran, ihren Mitarbeitern

Weiterbildung anzubieten, die sie fit macht für die

Anforderungen der Digitalisierung. Aus der

Erfahrung heraus von Anabel Ternès ist es gut,

nicht alles digitalisieren zu wollen, was möglich ist

- und auch analoge Elemente zu kultivieren.

Analog macht da Sinn, wo der menschliche

Kontakt zueinander wichtig ist und sich nicht

ersetzen lässt durch virtuelle Kontakte und

digitale Tools. „Etwa bei der

Mitarbeiterbewertung,“ so Geschäftsführerin

Anabel Ternès, „ist es wichtig, dass regelmäßig

klare wertschätzende 1:1 Gespräche mit der

Geschäftsführung, Teamverantwortlichen und den

Mitarbeitern

geführt werden. Hier geht es weder nur um Kritik

oder Lob, sondern um ein regelmäßiges,

transparentes und achtsames Feedback, dass

konstruktiv kritisch sein sollte.“ Diese Gespräche

würde ihr Unternehmen nie komplett durch ein

technisches Tool ersetzen wollen. Denn, so Anabel

Ternès: „Feedbackgespräche stärken das

Miteinander, das gegenseitige Vertrauen, die

Unternehmenskultur und helfen den Mitarbeitern

zu wachsen - sich besser einschätzen und

weiterentwickeln zu können. Durch diese

Vertrauensbasis funktionieren bei uns auch

Arbeitsformen sehr gut, bei denen Mitarbeiter in

virtuellen Teams zusammenarbeiten.“ Dezentrale

Units mit Ergebnisverantwortung ebenso wie

agiles Arbeiten mit digitalen Tools sind Alltag in

ihrem Unternehmen: „Digital arbeiten unsere

Teams im Alltag überall dort, wo schnelle agile

Strukturen und Produkte sinnvoll sind. Feste

Bestandteile sind unser digitales

Projektmanagement, virtuelle

Kommunikationslösungen, wie Video-Meetings

und Conference Calls, gemeinsame digitale

Kalender, eine digitale Buchhaltung,

Doc-Share-Plattformen für Texte, Fotos und

Videos, ein digitales HR-Verwaltungs-Programm,

eine Finanzplanungs- und eine

Organisationsplattform.“

27


Titelthema

Scheitern ist keine Alternative! Mit der

8A-Umsetzungsmethode den S.A.U.-Fallen

entgehen

Von Elmar Lesch und Ralf Koschinski

Umsetzung scheitert häufig, weil Gründer

eingebunden ins dringliche Tagesgeschäft sich

nicht selbst reflektieren. Sind die Geschäfte

angelaufen, verharren sie im Status quo. Um als

junges Unternehmen in der VUCA-Welt

überlebensfähig zu sein und zu bleiben, ist

allerdings dauerhafte eine schnelle Umsetzung

notwendig.

Es gilt, auch über die Gründung hinaus Chancen

und Potenziale zu erkennen, agil zu denken und zu

handeln, sich persönlich weiterzuentwickeln und

flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

Voraussetzung dafür sind Gründer, die in der Lage

sind, je nach Bedarf zu führen und folgen, mal

Coach und mal Coachee, immer aber

verantwortlich zu sein. Das richtige Mindset dafür

auch in der Führung von Mitarbeitern bietet

die 8A-Umsetzungsmethode, mit der es gelingt,

von Anfang an nicht in die S.A.U.*-Fallen zu

tappen. (* Scheitern An Umsetzung)

Ursachen für Scheitern: Die 6 S.A.U.-Fallen

1. Positionierung: Oftmals fehlt die intensive

Beschäftigung mit der wichti gen Ausgangsfrage:

„Wo stehen wir heute und warum?“.

2. Perspektive: Eine klare Vision sowie genaue

Zukunftsideen für weiteres Wachstum und

Fortschritt fehlen. Die wichtige Klärungsfrage „Wo

wollen wir hin?“ wird nicht ausreichend diskutiert.

3. Personal: Hier geht es um das Verharren in der

Komfortzone und die mangelnde Motivation für

Umsetzung, weil immer weniger Mitarbeiter

emotional an Unternehmen gebunden sind.

4. Plan: Zu viele oder nicht messbare Ziele, keine

Priorisierung und Auf tragsklärung führen zur

Verunsicherung, sodass die Umsetzung erst gar

nicht in Gang kommt.

5. Prozess: Hier geht es um die zu geringe oder

fehlende Transparenz hinsichtlich der Verantwort

lichkeit und um die erforderlichen Kompetenzen.

Wie ist der Prozess genau definiert und welche

Teilschritte das Was sind konkret zu tun?

6. Potenzial: Aufgrund mangelnder Kreativität

kommt kein Innovationsprozess in Gang.

Mangelnde Selbstkritik sowie eine schlechte

Fehlerkultur im Unter nehmen führen zusätzlich zu

einer grundlegenden und weitreichenden

Stagnation.

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Faktor Mensch statt Fokus

Ziel: Die 8A-Umsetzungsmethode

Junge Unternehmen haben Ziele ebenso wie

jeder Gründer, jeder Mitarbeiter, jedes Team sich

von Zielen leiten lässt. Um diese zu erreichen, ist

nicht das System oder die Strategie entscheidend,

sondern der Mensch. Umso wichtiger ist deshalb,

dass genau das, die Umsetzung durch den

Menschen, in den Mittelpunkt gerückt wird und

nicht das sachliche Ziel an sich. Das Problem ist:

Wir Menschen sind „Gewohnheitstiere“. Nur zu

gerne leisten wir Widerstand, wenn etwas neu

oder anders gemacht werden soll. Sich selbst und

andere im Prozess der Erneuerung zu

unterstützen, ist so schwer.

Foto Elmar Lesch und Ralf Koschinski

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Leichter gelingt es mit folgenden acht Erfolgshebeln:

1A = Auftrag: Wissen, wohin ich will

Keine Umsetzung ohne Auftrag. Erfolgt keine

klare, transparente und messbare

Zielbeschreibung, geraten Teams oft auf den

falschen Kurs und erreichen kein optimales

Ergebnis.

2A = Analyse: Das Ergebnisteam auswählen

Die Analyse ist wichtig für die Auswahl und

Führung des Teams. Im Mittelpunkt stehen die

Verantwortung und Mitwirkung jedes

Mitarbeiters, damit Aufgaben tatsächlich erfüllt

werden.

3A = Adresse: Betroffene zu Beteiligten machen

Viele Gründer meinen, es werde sich schon jeder

das herausgreifen, was für ihn wichtig ist. Weit

gefehlt! Sinnvoller ist, Mitarbeiter persönlich

anzusprechen und so verantwortlich zu machen.

4A = Aktivität: Wissen, was zu tun ist

Nachvollziehbare Abläufe und Termine erleichtern

die Umsetzung. Am Ende steht der gemeinsam

entwickelte Plan. Je konkreter die Aktivitäten

beschrie ben sind, umso besser können sich die

Mitarbeiter im Prozess selbst steuern.

5A = Antrieb: Menschen zur Umsetzung bewegen

Wenn Mitarbeiter „müssen“ statt „wollen“ und

nicht wissen „warum“, fehlt für neue Aufgaben oft

der Antrieb. Die Aktivierung der individuellen

Treiber gibt die nötige Startmotivation.

6A = Ausführung: Wissen, wie es zu tun ist

Oft wird nur das „Was“ besprochen, aber nicht

das „Wie“. Der Frust der Mitarbeiter wird

verstärkt durch Über- oder Unterforde rung. Bei

Ausführung wird gemeinsam entschieden,

inwieweit Kompetenzen vorhanden, ent wickelt

oder delegiert werden.

7A = Ausrichtung: Erfolgreich zum Ziel navigieren

Ziele werden nur erreicht, wenn regelmäßige IST

und SOLL abgeglichen und Arbeiten darauf

abgestimmt werden. Die Leistung bleibt so auf

einem hohen Niveau.

8A = Automatisierung: Verantwortung zur

Selbststeuerung leben

Am Ende steht mit der Automatisierung die

selbständige und freiwillige Umsetzung. Ziel ist,

dass nicht nur der Prozess automatisiert abläuft,

sondern auch das Ergebnis automatisiert erreicht

wird.

Zum Glück gibt es Gründer, die in unseren

disruptiven Zeiten alles mitbringen, um als agile

Führungscoaches das kreative Potenzial ihrer

Mitarbeiter zu fördern. Sie ermöglichen, statt zu

verhindern. Sie gehen weg von der

Ausredenkultur hin zur Umsetzungskultur. Sie

haben erkannt: Umsetzen heißt nicht probieren

sondern tun!

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Titelthema

Jeder Kontakt ist ein potenzieller Kunde

Ricarda Farnbacher hat “Ricarda Farnbacher catering event location” gegründet. Mit SHE works! sprach sie

über das erste eigene Personal und über die Wichtigkeit von Kontakten, wenn man das eigene Unternehmen

voranbringen will.

Frau Farnbacher, wie nützlich ist beim Aufbau

eines Unternehmens ein großes Netzwerk?

Besonders als Newcomer braucht man ein großes

Netzwerk. Es ist wichtig, dass man von anderen

empfohlen und unterstützt wird.

Ich habe sehr lange strategisch an meinen

Kontakten gearbeitet, bevor ich offiziell mit

meinem Event- und Cateringunternehmen

gestartet bin.

Was, wenn man ein eigenes Unternehmen

gegründet hat, aber über kein entsprechendes

Netzwerk an potenziellen Kunden verfügt. Was

ist zu tun?

Es ist wichtig sich bei Kunden präsent zu machen.

Jeder Kunde bringt potenzielle Neuaufträge und

empfiehlt auch weiter. Man muss an jedem

Kontakt dranbleiben, den man neu bekommt, sich

immer wieder melden und kleine Lebenszeichen

geben. Es heißt, dass Kunden oftmals erst nach

dem 4. Kontaktversuch anbeißen. Das bedeutet,

man muss hartnäckig sein, auch wenn es

manchmal schwerfällt. Dazu wird man auch oft

vom Bekanntenkreis empfohlen. Da ist es gut,

wenn man sein Portfolio immer mal wieder in den

Sozialen Medien teilt. Die Aufmerksamkeit ist auf

Facebook und Instagram immer noch sehr hoch.

Eine eigene Website ist dazu ein Must Have!

Sie haben eine Catering-Agentur aufgebaut, die

auch Events plant und die passenden Locations

sucht. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Ich bin als Eventmanagerin für Clubs und

Eventlocations gestartet. Außerhalb der Locations

wurde ich oft von Kunden gefragt, ob ich auch

Essen und Getränken organisieren kann. Daraus

habe ich ein Unternehmen gestrickt. Ich habe in

meiner beruflichen Laufbahn gesehen, dass es

Agenturen wie Sand am Meer gibt. Da braucht es

mehr Anreiz für Kunden, gerade mich zu buchen.

Mit Eventmanagement, eigenem Catering und

persönlichen Kontakten in die richtigen Locations

habe ich einen Vorteil gegenüber anderen

Agenturen, die alle Positionen einkaufen müssen.

Ich kann preiswerter arbeiten.

Sie haben ohne Investoren ein 20-köpfiges Team

aufgebaut. Wie haben Sie das geschafft?

Durch gute Kontakte in die Branche, die ich seit

Jahren gesammelt habe. Ich verkaufe über

Personality und Zuverlässigkeit. Dabei habe ich

natürlich jahrelange Berufserfahrung, um zu

wissen, was der Kunde braucht. Die meisten

Kunden kommen immer wieder und ich konnte

viele feste Partner gewinnen.

Sind Sie Posten für Posten vorgegangen oder

haben Sie gleich mehrere Angestellte auf einmal

ins Boot geholt?

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Ich bin mit einem Angestellten gestartet und

innerhalb von 2 Jahren habe ich 10 weitere

Mitarbeiter angestellt. Das Team ist dann stetig

gewachsen. Dazu habe ich mir nach jedem Event

immer wieder neues Equipment angeschafft. Ich

habe niemals einen Kredit aufgenommen, um mir

alles auf einmal zu kaufen. Ich brauchte erst mal

keinen Firmenwagen, der kam später. Irgendwann

habe ich mir dann ein Gewerbe gemietet, eine

Cateringküche gebaut und eigene Kühlschränke

und Öfen gekauft und so ging das dann immer

weiter.

Wenn ein Team wächst, welche Probleme

können auftauchen?

Wenn das Team wächst, zieht meistens auch das

Geschäft an. Oftmals weiß man als

Unternehmer/in gar nicht so genau, was auf einen

zukommt. Einerseits kann es dazu führen, dass

man die Mitarbeiter überfordert, oder dass man

es nicht schafft, sie richtig zu lenken. Das führt zu

Unsicherheiten auf beiden Seiten. Besonders

Gehaltsgespräche und die Ansprüche, die

Mitarbeiter an mich gestellt haben, sind mir

schwergefallen. Ich bin kein Arbeitsrechtler und

habe auch kein BWL studiert, trotzdem müssen

Entscheidungen im laufenden Geschäft schnell

gehen. Wichtig ist, dass die Gehälter auf den

monetären Erfolg des Unternehmens abgestimmt

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Ricarda Farnbacher ist eine der

gefragtesten Eventagenturen in Berlin. Die

Agentur entwirft für ihre Kunden

maßgeschneiderte Veranstaltungskonzepte,

mit besonderem Fokus auf Food und

spannende Locations. So wählte

„Eventsofa“, der Online-Marktplatz für

Event-Locations, Ricarda Farnbacher unter

die Top 10 der Catering-Unternehmen

Deutschlands.

Unter dem Slogan „Die Zeit miteinander

genießen“ kreiert ein 20-köpfiges Team,

unter der Leitung von Namensgeberin und

Inhaberin Ricarda Farnbacher, Erlebnisse

für Kunden aus den unterschiedlichsten

Bereichen, wie Politik, Marken, Fashion,

Sport, Lifestyle oder der IT-Branche.

sind, alle gleichberechtigt verdienen und das

Team mit der Bezahlung und den Arbeitsumfang

zufrieden ist. Das ist eigentlich schon ein Fulltime

Job. Hier sollte man ganz schnell einen Personaler

finden, der den Job unternimmt!

Viele Gründerinnen starten allein und holen sich

später Verstärkung mit einem Team. Oft ist dann

zu hören, dass es schwierig war, Aufgaben

abzugeben und Vertrauen zu haben. Wie war das

bei Ihnen?

Ich musste zuallererst verinnerlichen, dass Fehler

seitens der Mitarbeiter*innen in Ordnung sind. Es

ist besser, hinterher Arbeitsabläufe zu evaluieren,

als von vornherein alles selbst zu machen.

Dennoch muss man sich „Abgeben“ auch leisten

können. Angestellte mit Verantwortung verlangen

auch entsprechend mehr Geld. Ich persönlich

habe gemerkt, dass Entlastung Gold wert ist und

es gut ist, Aufgaben ans Team abzugeben oder

eine Position mehr zu schaffen, um sich selbst zu

entlasten. Dann ist der Kopf frei für neue Projekte.

Sind Sie weiter auf Wachstumskurs?


Als Unternehmerin ist das nicht immer ganz leicht

auf so eine Frage eine direkte Antwort zu geben.

Ich weiß, dass es gut läuft, aber wie gut es wirklich

aussieht, das weiß ich erst am Ende des Jahres. In

der Saison ist es auch schwer, zu entscheiden, ob

man weiter wachsen will oder nicht. Man nimmt

erst mal vieles an und sehnt sich die Zeit herbei, in

der man entscheiden kann, ob das der richtige

Weg ist oder man einen Gang zurückschaltet.

Wachsen kann ich immer, aber es ist die Frage, ob

es sich lohnt. Das meine ich auch nicht nur im

monetären Sinne, man muss auch abwägen, wie

viel die eigene Lebenszeit wert sein soll. Als

Unternehmerin sehe ich mein Kind, meine Familie

und Freunde viel weniger als andere, die mehr

Wert auf ihr Privatleben legen. Da muss man sich

genau ausrechnen, wie viel Geld weiteres

Wachstum einbringen soll.

Der Faktor Wachstum spielt eine große Rolle, bei

der Gründung oder Führung eines

Unternehmens. Was sagen Sie, wird dieser

Aspekt zu hoch gehängt?

Ich denke ja. In der Event- und Gastro Branche

wollen viele wachsen und fühlen sich erst

anerkannt, wenn sie 200 Angestellte haben. Ich

denke, Wachstum ist nur dann gesund, wenn man

alle Aufträge ordentlich abarbeiten kann und die

Qualität immer stimmt. Wenn dann auch der

Gewinn prozentual zum Umsatz steigt, die

Mitarbeiter*innen glücklich sind und man die

gleiche Zeit wie vorher hat, dann habe ich als

Unternehmerin alles richtig gemacht. Aber nur

wild wachsen, um die Größte auf dem Markt zu

sein, halte ich für falsch. Und oftmals stecken

dann da fünf Gründer*innen drinnen und drei

Investoren. Da verdient ein 1-Personen-

Unternehmen mit weniger Aufträgen oftmals

mehr.

Mit welchen Hindernissen müssen neue

Unternehmerinnen rechnen?

Mit der Digitalisierung des Marktes und der

Konkurrenz. Dazu sind auch die bürokratischen

Hürden, die durch das deutsche Steuersystem und

die Pflichten gegenüber Angestellten entstehen,

nicht zu unterschätzen.Wenn es mal nicht läuft

im eigenen Unternehmen und alles in Stocken

gerät, welche Tipps würden Sie geben?

Ich schaue immer, dass es nicht zum Stocken

kommt. Sobald ein Kunde wackelt, suche ich mir

zwei neue. Aber sollte es doch dazu kommen,

dann würde ich erst mal schauen, warum es

stockt. Und dann würde ich mit vollem Elan daran

arbeiten, hochzukommen. Alle Netzwerke,

Kunden, potenzielle Neukunden, Bekannte und

Verwandte anhauen und mich präsent machen.

Manchmal muss man laut sein, um gesehen zu

werden. Und auch wenn es nicht meinem

persönlichen Geschmack entspricht: Man muss

auch manchmal dick auftragen und zeigen, was

man alles schon erreicht hat. Bescheidenheit ist

eine Tugend, bringt einem als Unternehmer/in

aber oftmals nicht voran.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Titelthema:

Als Startup von Anfang an alles richtig machen:

Eine sinnvolle Fehlerkultur ist überlebenswichtig

Von Stefan Dudas

Gründer gelten als innovativ. Immer wieder

werden neuartige Dinge ausprobiert. Das Risiko,

dass dabei Fehler passieren, geht man ein.

Geschieht dies in der Startup-Phase noch relativ

gelassen, können sich viele Unternehmen eine

fehlerfreudige Denkhaltung auf Dauer nicht

bewahren. Der Glaube, alles können zu müssen,

bringt viele junge Unternehmerinnen und

Unternehmer schnell an den Rand eines Burnouts

und darüber hinaus.

Fehler sind schlecht! Das haben wir als Kinder

gelernt. Oft ziehen sie eine „Strafe“ nach sich,

zumindest aber negative Gefühle. Ob schlechte

Noten in der Schule oder die Standpauke zuhause

die Erfahrungen nehmen wir in unser Leben mit:

Wir glauben, wir müssten alles können und alles

kennen. Sollten wir etwas nicht wissen oder noch

schlimmer, einen Fehler begehen, ist dies

„peinlich“.

Müssen wir wirklich „perfekt“ funktionieren?

Das ist nicht nur extrem anstrengend, sondern oft

auch frustrierend. Aber es gibt einen Ausweg:

Gerade in Startups können wir von Anfang an eine

Kultur etablieren, in der mutige Mitarbeiter, die in

einem ambitionierten Projekt einen Fehler

machen, gelobt werden. Wir wissen alle: Ohne

verrückte Ideen, die logischerweise eine hohe

Fehlerquote haben, wären wichtige Erfindungen

nicht möglich gewesen. Am Schluss lassen sich

viele durch das perfekte Endresultat blenden

doch den steinigen Weg dorthin können sich die

wenigsten vorstellen. Auch der Weg zu einer

guten Fehlerkultur ist steinig es lohnt sich aber

definitiv, ihn von Anfang an im Auge zu haben.

Fehler ja, aber…

Natürlich sollte man als Unternehmerin nicht

jubeln, wenn der Kunde ein falsches Produkt

erhalten hat. Solche Fehler dürfen einfach nicht

passieren. Eine Fehlerkultur ist kein Freibrief für

unüberlegte Handlungen oder nachlässigen

Service. Wenn es unser Tagesgeschäft betrifft,

sind Fehler teuer, nicht gewollt und auch nicht

sinnvoll. Wenn sich allerdings Unternehmen und

das ist in der Gründungsphase allemal der Fall

auf Neuland bewegen, oder auch später in

innovativen Projekten neues wagen, dann dürfen

(und müssen) Fehler zugelassen werden.

Schließlich lernen wir durch Trial und Error. Junge

Unternehmen, die von sich behaupten, dass keine

Fehler gemacht werden, ersticken gleichzeitig

Innovation und Fortschritt und machen aus

Mitarbeitern ruhige und unauffällige

Lohnbezüger.

Der hat einen Fehler gemacht …

Viele Menschen lieben es, auf andere mit dem

Finger zu zeigen. Vor allem, wenn Fehler passiert

sind oder ein Traum geplatzt ist. Oft sind das

Menschen, die noch nie selber etwas gewagt

haben, geschweige denn ihren eigenen Traum

leben. Diese Handlung wird als Legitimation

genommen, sich weiterhin nicht zu bewegen. Weil

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man ja auch mal zufrieden sein müsse, so viele

Leute immer wieder scheitern und Geld auch nicht

glücklich mache … Diese eingebrannten

Denkmuster verhindern, dass man Fehler als

Chance des Lernens erkennen kann.

Aus Fehlern lernen eine Frage der

Unternehmenskultur

Es lohnt sich, darüber nachzudenken, welche

Arten von Fehlern vorkommen können. Die

„sinnlosen“ Fehler gilt es natürlich zu vermeiden.

Durch Checklisten können diese Routinefehler

weitestgehend eliminiert werden. Die „sinnvollen“

Fehler bringen das Unternehmen weiter, weil

daraus wichtige Erkenntnisse gewonnen werden

können. Es geht also darum, eine

Unternehmenskultur zu schaffen, die eine

sinnvolle Fehlerkultur besitzt. Wie man das

macht? Setzen Sie das um, was in den meisten

Unternehmens-Leitbildern geschrieben steht. Als

Gründerin und Startup-Unternehmen haben Sie

von Anfang an die Chance, es anders und besser

zu machen:

Setzen Sie den Mitarbeiter wirklich in den

Mittelpunkt! Das bedeutet, dass man mit ihm

sprechen darf. Nicht nur einmal im Jahr 20

Minuten in einem Jahresgespräch, sondern immer

wieder. Nicht nur über Auftragsthemen, sondern

auch über Werte, Sinn, Fehler und sogar Ängste.

vorleben. Wenn da Werte wie Offenheit,

Transparenz, Leidenschaft, Optimismus, Mut,

Respekt oder Vertrauen stehen, sollte dies eine

Verpflichtung sein.

Übrigens: Eine interne „Kultur“ baut man nicht

während eines 2-Tages-Workshops auf. Man baut

sie zwischen zwei Workshops im Abstand von

Monaten oder gar Jahren auf. Dann entsteht

Vertrauen. Und aus diesem Vertrauen heraus

verändern sich auch eigene Denkmuster in Bezug

auf Fehler. Und dies ist mehr als nötig.

Jedes innovative Unternehmen begeht Fehler

sogar unglaublich viele. Deshalb lernen diese

Firmen auch so viel. Diskutieren Sie also in Ihrem

Startup-Team, wie Ihr Unternehmen sein soll. Und

wenn da auch nur ein Funken Innovation ist,

wovon ich ausgehe, sollten Sie parallel dazu auch

über Ihre Fehlerkultur sprechen. Oder fragen Sie

Ihre Mitarbeiter, welche Neuheit in Ihrer Branche

die nächste sein könnte und welche Gefahren

dadurch für Ihr junges Geschäft lauern. Wenn Sie

nur wenige Rückmeldungen erhalten, sollten Sie

über die Fehlerkultur und den vermittelten Sinn

der Arbeit nachdenken. Denn Mitdenken ist in

Startup-Unternehmen nicht Kür, sondern Pflicht.

Diese Kultur muss man allerdings zulassen.

Ansonsten begeht man einen folgenschweren

Fehler.

Vermitteln Sie die Werte, die im Leitbild stehen!

Indem Sie als Unternehmerin diese täglich

38


Stefan Dudas ist Business-Experte für Sinngebung.

Der Keynote-Speaker, Coach und Autor „VOLL SINN

Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen“ legt

humorvoll und tiefsinnig das Fundament für neue

Denkansätze. Sein Suxess-System für sinnbasiertes

Management vermittelt Sinnhaftigkeit in Führung,

Kommunikation sowie Motivation. Weitere Infos:

www.stefandudas.com


Titelthema

Erasmus for Young Entrepreneurs

40


„Schüleraustausch“ für junge Unternehmer

Von Annemike Düvel

Spanien, Frankreich, Italien oder Großbritannien:

Viele Schüler und Studierende gehen während

ihrer Schulzeit für einige Zeit ins Ausland, um neue

Erfahrungen zu machen, Sprachkenntnisse zu

erwerben und ganz einfach mal eine andere

Lebensart kennen zu lernen. Nun haben auch

junge Unternehmer die Möglichkeit, an einem

Austauschprogramm der europäischen

Kommission teilzunehmen: Erasmus for Young

Entrepreneurs. Die Nachwuchsunternehmer leben

und arbeiten für einen bestimmten Zeitraum in

einem anderen EU-Staat an der Seite eines

erfahrenen Unternehmers in dessen Betrieb. Ziel

ist es, Erfahrungen auszutauschen, von

Branchenprofis zu lernen und gezielt

Geschäftskontakte zu knüpfen. So bekommen die

Junggründer branchenspezifische Kenntnisse und

Know How, erweitern ihre technischen

Fähigkeiten und erlangen

Managementkompetenzen, um ein Unternehmen

in Europa zu gründen bzw. erfolgreich zu führen

quasi eine innerbetriebliche Ausbildung!

Die 35-jährige Tatjana Baļvas aus Lettland ist eine

der Teilnehmer*innen, die den Sprung gewagt

haben. Die Gründerin von “BT Production”, einer

jungen PR-Agentur, war zu Gast bei Anna

Korjakina in Großbritannien. Viereinhalb Monate

lebte und arbeitete Tatjana in London und bekam

Insider-Einblicke in die Arbeit des

Lifestyle-Magazins “Rutage”. Von diesem

Austausch haben beide Seiten profitiert -

inzwischen verbindet die Unternehmerinnen eine

enge Kooperation.

Austausch profitieren beide Seiten so entstand

zwischen beiden Unternehmern eine enge

Kooperation.

Neben den Neugründern profitieren natürlich

auch die Gastgeber: Sie bekommen eine ganz

neue Sicht auf ihr Unternehmen, andere Ideen

und frischen Input. Und möglicherweise bringt der

Branchen-Neuling zudem spezifische Fähigkeiten

und Kenntnisse mit, die den Wissenspool des

Gastgebers ergänzen. Viele Gastunternehmer

haben mit dem Austausch so gute Erfahrungen

gemacht, dass sie auch weiterhin junge Gründer

aufnehmen wollen.

Teilnehmen am Programm Erasmus for Young

Entrepreneurs können angehende

Unternehmer*innen, die aktuell bei der Planung

ihres eigenen Unternehmens sind oder die bereits

in den letzten drei Jahren gegründet haben. Dabei

ist der Austausch nicht auf bestimmte Branchen

beschränkt; auch das Alter der

„Jung“-Unternehmer spielt keine Rolle. Ein paar

Bedingungen gibt es allerdings: Die Unternehmer

müssen ihren Wohnsitz in einem der

teilnehmenden Länder haben, eine konkrete

Geschäftsidee angeben sowie bereit sein zur

Mitarbeit im Gastunternehmen.

Der Aufenthalt im Gastland kann dabei zwischen

einem Monat und einem halben Jahr dauern; die

Kosten für die Reise und den Aufenthalt werden

von der Europäischen Kommission bezuschusst,

die Teilnehmer*innen müssen jedoch einen

Eigenanteil tragen.

41


Anja Carron (links) bei einer kurzen Pause in Delhi (Hauz Khas)

während der "Theia-LifeCareerJourney" mit jungen High

Potentials.

Foto THEIA International

42


Titelthema

When one goes to space, he comes back half a

food taller: Auf dem Weg zur eigenen Größe

Von Anja Carron, Gründerin THEIA International

Vor einem Jahr haben wir Theia International e.V.

gegründet. Mit und einem Team von jungen

Leuten entwickeln wir Programme für Studenten

und Schüler, um sie auf die Herausforderungen

der Zukunft vorzubereiten. Dazu bieten wir ihnen

u.a. eine Life-Career Journey mit Projekten und

Leuchtturmunternehmen zu den

UN-Nachhaltigkeitszielen in verschiedenen

Ländern und Kontinenten. Ihre Erfahrungen

begleiten und reflektieren mit ihnen sogenannte

Theia-Pathfinder. Es geht uns darum ihnen, die

Möglichkeit zu geben, außerhalb ihres gewohnten

Umfeldes, ihre Fähigkeiten zu erproben, neue zu

erlernen und so sich und ihre Grenzen

kennenzulernen. Dazu inspirieren wir sie immer

wieder ihre Komfortzone zu verlassen und sich

den jeweiligen Herausforderungen zu stellen. Sie

lernen so sich schrittweise zu vertrauen und auf

unbekanntem Terrain sicher ihre Kompetenzen

und Skills einzusetzen egal wo auf der Welt.

Seit meiner Gründung bin auch ich aus der

Komfortzone. Das ist herausfordernd und zugleich

belebend. Heute ein Social Business aufzubauen

ist anders als vor vielen Jahren. Es ist nicht mehr

nur die Leidenschaft die in erster Linie zählt. Es ist

ein Hochleistungssport. Und genauso organisiere

ich mein Leben.

Die Finanzierungswege sind komplex wie auch die

rechtliche Situation gerade wenn man weltweit

aufgestellt ist. Meine juristische Ausbildung, die

Erfahrungen aus meiner Kapitalmarktzeit und aus

den jahrelangen Beratungen haben mich auf

meine Hausaufgaben, ein ganz neues Konstrukt im

Übergang von alter zu neuer Welt aufzubauen, gut

vorbereitet. Ich kenne die Regeln der

sogenannten alten Welt und bin offen, agiere

international und besonnen genug, um zu sehen,

wo wir sie brechen können und dabei das große

Ganze im Blick zu halten. Das ist die eine Seite der

Medaille eine fachliche und eher

kopfgesteuerte. Die andere ist die menschliche

Seite. Ich kenne meine Werte und weiß was mich

antreibt und warum. Und ich kenne meine

Fallstricke. Heute besser als früher. Sie machen

mir keine Angst. Sie sind wie Freunde - Signale, die

mich warnen und darauf aufmerksam machen,

innezuhalten und mir die Situation aus so

verschiedenen Blickwinkeln anzusehen.

Für mich hilfreich in herausfordernden

Situationen: Zunächst eine achtsame Wortwahl.

Ich spreche nie von Problemen. Distanz und

Perspektivenwechsel, Reflektion mit meinen

Kollegen, Kontext und Situationssimulationen, das

Verständnis von Bindung und Autonomie,

Fokussierung in der Komplexität, je nach

Intensität der Situation Atemübungen. Und das

Team.

Heute habe ich ein Netzwerk um mich, mit

Menschen, die anders sind als ich. Sie leben

anders, sie haben eine andere Kultur und eine

andere Ausbildung. Wir arbeiten in drei

Kontinenten, was eine große Herausforderung im

Timing ist. Viel wichtiger ist unser gemeinsames

43


Mindset. Wir verfolgen alle das gleiche Ziele mit

der gleichen inneren Haltung und das macht es so

einfach. Um diese Menschen zu finden, habe ich

keine Persönlichkeitstest machen müssen, ich

habe sie einfach kennengelernt und mich gezeigt.

Das bedeutet in Zeit in Menschen zu investieren

und wenn man das macht, investiert man in sich

selbst und in das was man erreichen möchte,

rückt in greifbare Nähe. Ich spreche von

tragfähigen Netzwerken über Grenzen und

Herkunft hinaus.

Ich habe gelernt, dass Authentizität nicht

Integrität bedeuten muss. Für meine Führung, die

ich ebenfalls als ein Pathfinding verstehe, heißt

das, dass wir loyal miteinander umgehen. Ich

mache mich nicht zur Grenze der Entwicklung

meines Teams und des Einzelnen, sondern suche

die Vielfalt und die Erfahrung in der Begegnung.

Sie sind für mich der Motor unserer

Innovationskraft und Entwicklung gerade in Zeiten

der Transition.

Das ist der ureigene Theia Gedanke.

44


Titelthema

TWIN- Two

Women Win:

Das Mentoringprogramm

für

erfolgsorientierte

Unternehmerin

nen

Von Doreen Thomsen

45


In der Aufbau- und Wachstumsphase gelangen

Unternehmen nicht selten an einen Punkt, an dem

die Weichen für den nachhaltigen Erfolg neu

gestellt werden müssen. Im Alleingang ist das oft

kaum zu bewältigen. Aber gerade in

geschäftsverantwortlicher Position fehlt es an

Ansprechpartnern auf Augenhöhe, die

weiterhelfen. Daher hat die Käte Ahlmann Stiftung

ihr TWIN Two Women Win Programm ins Leben

gerufen und stellt Unternehmerinnen erfahrene

Geschäftsfrauen als ehrenamtlich tätige

Mentorinnen zur Seite. Der Aufbau eines starken

Netzwerkes, der intensive Austausch über

Strategie oder alltägliche Fragen,

Know-how-Transfer und wertvolle Impulse, die

Mut machen, neue Wege zu gehen, stehen dabei

im Vordergrund.

In erfolgreichen Unternehmungen gibt es keinen

Stillstand: Kaum sind die ersten Jahre der

Gründungs- oder Übernahmephase vorbei, stellen

sich neue Fragen. Ist meine Anfangsidee noch

kunden- und marktgerecht? Wie stärke ich meine

Marke, und wie sorge ich für neue Kunden und

Umsatzwachstum? Brauche ich mehr Personal für

die nächsten Schritte, traue ich mir diese

Verantwortung zu und bin ich fit in guter

Führung?

Um hier die passenden Antworten zu finden,

stellen erfolgreiche Unternehmerinnen ihr

·

Know-how und ihre Erfahrung der

nachkommenden Unternehmerinnen-Generation

ehrenamtlich zu Verfügung. Denn oftmals braucht

es den Impuls von außen, um weiter zu denken

und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

„Ohne ‚Käte‘ wäre ich als Unternehmerin klein

geblieben“, beschreibt Dr. Birgit Oschmann,

Unternehmerin aus Bochum und seit Beginn des

Jahres Vorstandsvorsitzende der Käte Ahlmann

Stiftung, ihre eigene Erfahrung mit dem TWIN

Two Women Win Programm. „Es war wichtig,

mich mit jemanden auszutauschen, der mein

Business objektiv bewertet und mich an seinen

Erfahrungen teilhaben lässt. Meine Mentorin hat

mich dazu gebracht, größer zu denken, mich mehr

zu trauen. Und gerade Frauen brauchen diese

Anstöße oft mehr, als Männer, weil sie, z.B. durch

Familie, viele weitere Themen haben, die sie

mitdenken müssen. Diese Erfahrung war

einzigartig und wertvoll, für mein Geschäft und

mich persönlich. Das möchte ich heute

weitergeben.“

Diesen Ansatz verfolgen auch zahlreiche weitere

Geschäftsfrauen vielfach aus dem Verband

Deutscher Unternehmerinnen (VdU) -, die sich als

Mentorinnen über die Käte Ahlmann Stiftung zur

Verfügung stellen. Damit fördert die Stiftung eine

46


Kultur, in der erfolgreiche Frauen Verantwortung

für die nächste Generation übernehmen und ihr

gesellschaftliches Engagement stärken. So ist in

den letzten Jahren ein deutschlandweites,

flächendeckendes Netzwerk entstanden, in dem

die Käte Ahlmann Stiftung für jede Mentee die

geeignete Mentorin findet. Ein Jahr lang begleitet

die Mentorin ihre Mentee ehrenamtlich zu allen

Fragen rund um die Geschäftsentwicklung und das

persönliche Weiterkommen. Neben der

intensiven, individuellen Begleitung werden auch

zahlreiche Weiterbildungen und Seminare

angeboten passgenau zu den Anforderungen

des unternehmerischen Alltags.

Diesen Ansatz verfolgen auch zahlreiche weitere

Geschäftsfrauen vielfach aus dem Verband

Deutscher Unternehmerinnen (VdU) -, die sich als

Mentorinnen über die Käte Ahlmann Stiftung zur

Verfügung stellen. Damit fördert die Stiftung eine

Kultur, in der erfolgreiche Frauen Verantwortung

für die nächste Generation übernehmen und ihr

gesellschaftliches Engagement stärken. So ist in

den letzten Jahren ein deutschlandweites,

flächendeckendes Netzwerk entstanden, in dem

die Käte Ahlmann Stiftung für jede Mentee die

geeignete Mentorin findet. Ein Jahr lang begleitet

die Mentorin ihre Mentee ehrenamtlich zu allen

Fragen rund um die Geschäftsentwicklung und das

persönliche Weiterkommen.

Neben der intensiven, individuellen Begleitung

werden auch zahlreiche Weiterbildungen und

Seminare angeboten passgenau zu den

Anforderungen des unternehmerischen Alltags.

Eine Erfolgsstory das TWIN Programm im

Überblick

TWIN Two Women Win ist ein

Mentoringprogramm für selbstständige Frauen.

Erfolgreiche Unternehmerinnen geben ihr Wissen

zu allen Fragen des unternehmerischen Alltags

weiter. Die Käte Ahlmann Stiftung blickt dabei auf

eine zwanzigjährige Erfolgsgeschichte zurück.

Mit TWIN wächst eine lebendige

Unternehmerinnenkultur, in der erfolgreiche

Frauen voneinander profitieren.

Die Begleitung durch die Mentorinnen erfolgt

ehrenamtlich. Mentees entrichten lediglich eine

einmalige Bearbeitungsgebühr von 250,- Euro.

Kontakt:

KÄTE AHLMANN STIFTUNG

Tel. 040 20 93 19 23-0

info@kaete-ahlmann-stiftung.de

www.kaete-ahlmann-stiftung.de

47


Titelthema

Kaum gegründet, schon gestrandet? Das muss

nicht sein!

Von Jürgen Kurz

Nach der Gründung einer eigenen Firma beginnt

der Ernst des Lebens auch wenn die Zeit vorher

eigentlich schon nervenaufreibend genug ist.

Doch erst, wenn die Türen des eigenen Ladens

zum ersten Mal geöffnet wurden oder der eigene

Webshop endlich online ist, muss das aus einer

Geschäftsidee entwickelte Geschäftsmodell

zeigen, ob es in der Realität bestehen kann.

Waren die angepeilten Kundenzahlen wirklich

realistisch? Entwickelt sich der Umsatz wie

geplant? Liegen die Kosten im Rahmen?

„Oft zeigt sich schon in einer solch frühen Phase,

wie durchdacht der Businessplan war“, sagt

Andreas Dirksen, Teamleiter der

Online-Gründerakademie GO AHEAD.

Andererseits sei aber völlig klar, dass kaum eine

Gründung von Beginn an reibungslos verläuft,

beruhigt der Gründungsexperte. „Entscheidend in

der Anfangsphase sind insbesondere drei Dinge,

so Dirksen:




Nicht hektisch werden.

Dem Plan treu bleiben.

Die Finanzen im Blick halten.

„Die Gründungsphase ist mit vielen oft

unerwarteten Hürden und Herausforderungen

verbunden. Es ist wichtig an seine eigene

Fähigkeiten zu glauben, den Mut und Ehrgeiz nicht

zu verlieren, aber auch Ratschläge und Kritik von

Außenstehenden anzunehmen nur so kann ein

erfolgreiches Unternehmen nach Kundenwünschen

entstehen“, ergänzt Gründerin Isabelle Tebrügge,

die sich in Düsseldorf mit dem Bio-Genussladen

Feinisa selbstständig macht.

Eines der häufigsten Probleme, mit denen

Gründerinnen in den ersten Monaten konfrontiert

werden, ist ein zu geringes Kundenaufkommen.

„Oft werden hier bereits in der Planung Zahlen

eingesetzt, die sich in der Realität als nur schwer

erreichbar herausstellen“, sagt Dirksen. In einer

solchen Phase zeigt sich, wie entscheidend ein

finanzielles Polster für die erste Zeit sein kann.

Ebenfalls zur Herausforderung werden kann aber

auch ein über der Planung liegender

Kundenandrang. Hier geht es dann nicht um das

Abfedern einer finanziellen Durststrecke, sondern

um das Management der Kundenerwartungen

sowie um die Anpassung der Geschäftsausstattung

und gegebenenfalls die Frage nach der Einstellung

von Personal. „Wichtig ist in solchen Fällen eine

klare Kommunikation gegenüber den Kunden und

ein realistischer Blick für die eigenen Kapazitäten“,

sagt Dirksen. Es bringe nichts, jeden Auftrag

anzunehmen, obwohl vorher klar sei, dass Termine

nicht gehalten werden könnten. Enttäuschte

48


Kunden sind in der Regel nachtragend und was

fast noch schlimmer ist mitteilsam. Regel

nachtragend und was fast noch schlimmer ist

mitteilsam.

Um die Beantwortung einer Frage kommt in einer

solchen Situation keine Gründerin herum: Soll auf

Aufträge verzichtet oder die Kapazität gesteigert

werden? Ersteres ist eine Lösung, die wohl

niemanden leicht fallen würde. Da klingt die

zweite Alternative deutlich attraktiver. Dafür muss

aber entweder die eigene Arbeitsleistung erhöht

werden, was gerade in der aufreibenden

Startphase der eigenen Firma oft nur begrenzt

möglich ist, oder es muss Personal eingestellt

werden. „Das Finden guten Personals gehört für

viele Gründerinnen schnell zu einer der

Hauptaufgaben. Hier braucht es nicht nur eine

klare Vorstellung der eigenen

Unternehmenskultur, sondern auch ein gewisses

Maß an Menschenkenntnis und Mut“, sagt

Dirksen.

Wand gepinnt und mit Post-Its beklebt, auf denen

Ideen, Informationen oder auch potenzielle

Partner und mögliche Vertriebswege notiert sind.

„Eine so entstandene Unterlage sollte nach der

Gründung unbedingt weitergeführt werden“, rät

Dirksen.

Das eigene Geschäftsmodell sollte also auch nach

der Gründung wenn nötig an der ein oder

anderen Stelle nachjustiert werden. „Deshalb sind

Techniken, die dabei unterstützen, Denkbarrieren

abzubauen und offen für Neues zu bleiben, ein

entscheidender Bestandteil der GO AHEAD

Gründerakademie“, erklärt Dirksen. Eine dieser

Techniken ist etwa das „Business Modell Canvas“

(BMC), wobei Canvas übersetzt soviel heißt wie

„Leinwand“. Dabei wird ganz klassisch ein Plan,

der neun vorgegebene Kategorien enthält, an die

Photo by Charisse Kenion on Unsplash

49


Recht

Unternehmen gegründet welche rechtlichen

Schritte sind jetzt zu beachten!

Von RA Isabelle Dierks, Kanzlei Buse Heberer Fromm

Sie haben ein Unternehmen gegründet und fragen

sich nun welche rechtlichen Gesichtspunkte

weiter beachtet werden müssen. Im Folgenden

finden Sie die wichtigsten rechtlichen Aspekte für

die Zeit nach der Gründung eines eigenen

Unternehmens.

I. Markenanmeldung

Marken gehören wie Patente und

Gebrauchsmuster zu den gewerblichen

Schutzrechten. Dabei wird zwischen Wortmarken,

Bildmarken und Wort-/Bildmarken unterschieden.

Wenn Sie eine Marke für ein neues Unternehmen

anmelden wollen, dann müssen Sie sich zunächst

informieren, ob Ihre Marke bereits bestehende

Markenrechte verletzt. Falls nicht, müssen Sie Ihre

Marke über das Deutsche Patent- und Markenamt

eintragen und damit vor Wettberbern schützen

lassen. Wichtig: Der Firmenname ihres

Unternehmens ist bei der

Unternehmensgründung regional bereits durch

die Eintragung ins Handelsregister geschützt!

Überregional müssen Sie sich jedoch auch Ihren

Firmennamen durch Eintragung beim

Deutschen-Patent und Markenamt schützen

lassen.

II.

Prokura erteilen

Sie sollten sich überlegen ob Sie einen Prokuristen

ernennen möchten. Dieser hat dann eine

umfassende Vertretungsvollmacht inne und darf

in eigener Verantwortung Rechtsgeschäfte für das

Unternehmen vornehmen. Die Prokura muss

ausdrücklich schriftlich oder mündlich erteilt

werden und muss ins Handelsregister eingetragen

werden.

III.

Finanzplanung

Nicht nur während der Gründungsphase sollten

Sie die Finanzierung im Blick behalten, sondern

auch danach, um frühzeitig Liquiditätsprobleme

zuerkennen und entsprechend reagieren zu

können. Auch wenn das Unternehmen wachsen

sollte, muss die Finanzplanung entsprechend

angepasst werden. So kann der Bedarf an Kapital

überblickt werden und mögliche

Finanzierungslücken ggf. durch die Aufnahme

eines Darlehns geschlossen werden. Wichtig: Die

gesamte Finanzierung ist von Anfang an sauber zu

dokumentieren, damit den Banken und späteren

Investoren und auch den Steuerbehörden

professionell der aktuelle Kapitalbestand

dargelegt werden kann.

IV.

Verträge und AGB

Das Abschließen von Verträgen (wie

Arbeitsverträge, Mietverträge, Kaufverträge,

Dienstleistungsverträge etc.) sollte immer

schriftlich und gewissenhaft erfolgen. Eine

rechtliche Beratung und Prüfung ist dabei sinnvoll,

da die Verträge für Sie rechtsverbindlich sind und

Fehler bei der Vertragsgestaltung zu erheblichen

finanziellen Problemen für das Unternehmen

50


Foto Daniel Rosenthal

Isabelle Dierks ist Rechtsanwältin

und Counsel bei Buse Heberer

Fromm am Standort Hamburg. Ihre

Tätigkeitsschwerpunkte bilden das

Handels- und Gesellschaftsrecht,

das Bank- und Kapitalmarktrecht

und das allgemeine Vertragsrecht.

führen können. Insbesondere sollten in einem

Vertrag die Vertragsparteien, der

Vertragsgegenstand, die Laufzeit, Liefer- und

Zahlungsbedingungen, Kündigungsfristen,

Haftungsregelungen sowie Regelungen zum

Vertragsbruch festgelegt werden. Bei

Arbeitsverträgen sollte besonders auf Regelungen

zur Vergütung, Arbeitszeit, Urlaub,

Kündigungsfristen und vertragliches bzw.

nachvertragliches Wettbewerbsverbot geachtet

werden.

Bei AGB´s handelt es sich um vorformulierte

Vertragsbedingungen, die für ihre Wirksamkeit in

den jeweiligen Vertrag miteinbezogen werden

müssen. Sie sind daher meist Teil der Verträge

und können somit bei Vertragsabschlüssen

eingesetzt werden. Die AGB´s sollten eine für

Laien geeignete Formulierung sowie einen

übersichtlichen Aufbau haben. Zudem sollten die

gesetzlichen Vorschriften der §305 ff. BGB

insbesondere die gravierenden Unterschiede des

Anwendungsbereichs zwischen Verbraucher und

Unternehmer beachtet werden. Auch bei dem

Erstellen von AGB´s empfiehlt sich eine rechtliche

Beratung.

V. Gesellschafterversammlungen und

Gesellschafterbeschlüsse

Beachten Sie die Regelungen der Satzung

(Gesellschaftsvertrag) und halten

dementsprechend die

Gesellschaftsversammlungen ab. Diese sollten

51


schriftlich dokumentiert werden. Die dort

beschlossenen Gesellschafterbeschlüsse haben

schriftlich zu erfolgen.

VI.

Rechnungen

Auch die Rechnungen an Ihre Kunden sollten sie

ordentlich und richtig schreiben. Die Rechnung

dokumentiert die von Ihnen erbrachten

Leistungen, Liefer- und Zahlungsbedingungen.

Dabei sind insbesondere die steuerrechtlichen

Anforderungen zu beachten. Eine Rechnung sollte

daher Name und Anschrift des Unternehmens,

den Rechnungsempfänger, eine Steuernummer,

Rechnungsdatum- und Nummer, Art-, Menge und

Umfang der gelieferten Ware und erbrachten

Leistung, Zeitpunkt oder Zeitraum der Lieferung

bzw. Auftragsdurchführung enthalten.

VII.

Informationspflichten beachten

Sollten Sie eine Dienstleistung (für den Bereich

Handel, Gastronomie, Handwerk und

IT-Dienstleistungen) erbringen, müssen Sie

zusätzlich nach der DL-InfoVO ihren Kunden

umfangreiche Informationen zur Verfügung

stellen (wie bspw. AGB, Steuernummer,

wesentliche Merkmale der Dienstleistung,

Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung etc.).

Auch hier empfiehlt sich rechtliche Rat

einzuholen, da bei Verletzung Sanktionen und

Abmachungen von Wettbewerbern drohen.

Gesellschaftsformen

Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick

über die wichtigsten Gesellschaftsformen:

1. Einzelunternehmen Einzelkaufmann/-freu,

Freiberufler:

Vorteil: Einzelunternehmer müssen kein

Mindestkapital aufbringen und sind nicht nur

Inhaber, sondern auch Leiter ihrer Firma.

Nachteil: Einzelunternehmer haften mit ihrem

privaten Vermögen.

2. Personengesellschaften

a. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Vorteil:

52


Eine GbR entsteht automatisch, sobald

mindestens zwei Unternehmer

zusammenarbeiten und eine andere Vereinbarung

treffen. Nachteil: Gründer haften mit allem, was

sie besitzen, und zwar nicht nur für ihre eigenen

Fehler, sondern auch für die der Mitgründer.

b. Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Vorteil: Sie genießt bei Kapitalgebern höheres

Ansehen als die GbR. Nachteil: Sie ist

buchführungspflichtig. Außerdem muss die OHG

ins Handelsregister eingetragen werden.

c. Kommanditgesellschaft (KG)

Vorteil: es fällt keine Körperschaftsteuer an. Es

gibt zwei Arten von Gesellschafter: Zum einen die

Komplementäre, die persönlich und unbegrenzt

haften. Zum anderen die Kommanditisten, die sich

finanziell am Unternehmen beteiligen, aber

lediglich mit ihrer Einlage haften dafür sind sie

von der Geschäftsführung ausgeschlossen.

d. GmbH & Co. KG

Vorteil: es fällt keine Körperschaftsteuer an. Der

voll haftende Komplementär der KG ist die GmbH,

und deren Inhaber wiederum haften nicht

persönlich.

Nachteil: Gründung und Verwaltung sind

aufwendig.

3. Kapitalgesellschaften:

a. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Vorteil: Trennung von Firmen- und

Privatvermögen. Die Gesellschafter haften somit

mit ihrer Kapitaleinlage und nicht mit

Privatvermögen.

Nachteil: Bei der Gründung muss mindestens

insgesamt EUR 25.000,- als Startkapital

aufgebracht werden. Es fallen Gewerbe- und

Körperschaftsteuer an.

b. Unternehmergesellschaft (UG)

Vorteil: Ein (1) Euro Stammkapital ausreichend.

Nachteil: Ein Viertel der Gewinne darf jedoch

nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden,

sondern muss in die Rücklage der UG fließen bis

dort mindestens 25.000 Euro zusammenkommen.

c. Aktiengesellschaft (AG)

Vorteil: geeignet für Unternehmer, die mit ihrer

Firma an die Börse gehen möchten.

Nachteil: Die Aktionäre zahlen Kapital ein, sie

wählen einen Vorstand, der jedes Jahr

Rechenschaft ablegen muss. Startkapital beträgt

50.000 Euro.

53


Finanzen

Nachhaltiges Investieren ein Trendthema - Die

Top 5 Fakten

Von Clara Creitz von finelles

Nachhaltiges, soziales und ökologisches

Investieren ist ein Thema, welches immer häufiger

aufpoppt. Fridays for Future, der Vormarsch von

nachhaltigen Produkten aber auch die Frage wie

man Umweltverschmutzung reduzieren kann, sind

alles Themen, die derzeit vorne in den Medien

sind. Dies macht auch vor dem Investieren keinen

Halt. Hier zu den fünf wichtigsten Fakten:

# 1 - Warum nachhaltiges, soziales und

ökologische Investieren?

Typischerweise stellt sich beim Geldanlegen meist

erst einmal die Frage nach der Rendite und dem

Risiko. Allerdings fragen sich immer mehr, was

macht das Geld sonst noch? Immer mehr fragen

sich, was macht die Firma, deren Aktien man hält?

Immer mehr sagen, sie möchten lieber nicht in

Firmen investieren, die in der Öl- & Kohleindustrie

oder der Rüstungsindustrie unterwegs sind und

somit indirekt Umweltverschmutzung und Krieg

fördern. Immer mehr wollen mehr Einfluss

nehmen über ihre Investitionen und somit positiv

ihr Geld für das Alter ansparen. Auch wollen

immer mehr in soziale & nachhaltige Themen

Investieren, damit im Alter auch noch ein Welt

existiert, in der man leben möchte. Wie viel sind

denn immer mehr? Laut einer Studie vom Forum

nachhaltiger Geldanlagen (FNG), liegen in

Deutschland 219 Milliarden Euro in nachhaltigen

Geldanlagen, Tendenz steigend. Laut einer

Prognose der FNG steigen diese Investments

jährlich um 28 % in den nächsten 5 Jahren.

# 2 - Was heißt denn jetzt nachhaltig, sozial und

ökologisch?

Das große Problem derzeit ist die Definition was

„nachhaltig”, „sozial oder „ökologisch” ist bzw. die

Messung. Hier zwei Definitionen, die man am

häufigsten hört:

ESG (Environmental, social, governance) - bei

dieser Definition werden Unternehmen auf ihre

Nachhaltigkeit, aber auch ihre ethischen und

sozialen Aktivitäten überprüft. Die Daten sind ein

Mix aus Analysen, wie auch das Selbst-Reporting

der Firmen selber. Unternehmen erhalten dann

Punkte für ihre Aktivitäten basierend auf den

Daten.

SRI (Social Responsibility Investing) - beim SRI

geht es primär darum, nach dem

Ausschlussprinzip Firmen zu exkludieren, die einer

bestimmten Branche angehören z. B. Öl, Kohle

oder auch Glücksspiel. Auch können die ESG

Kriterien genutzt werden, um Firmen

auszuschließen, die nicht nachhaltig oder sozial

genug agieren.

Exkurs: Was heißt „Best in Class” oder

„Ausschlussprinzip”?

Ausschlussprinzip: Hier werden nach Themen

Geldanlagen ausgeschlossen, die in einer gewissen

Industrie unterwegs sind, z. B. Öl und Kohle,

Rüstung, Alkohol, Tabak aber auch Pornografie.

Was an diesem Mechanismus vorteilhaft ist, ist,

dass konkrete Industrien

54


komplett ausgeschlossen werden. Der Nachteil an

diesem Mechanismus ist, dass er nichts über die

übriggebliebenen Unternehmen aussagt. Z. B.

wäre McDonalds weiterhin enthalten, da diese

nicht in kontroversen Industrien wie Öl sich

bewegen, aber ist McDonalds nachhaltig?.

Best in Class: Hier werden jeweils die Firmen

ausgewählt, die zu den besten 25 % Firmen in

ihrer Industrie gehören, basierend auf den

Standards der ESG-Kriterien. Dieser Mechanismus

stellt sicher, dass nur die nachhaltigsten,

ökologisch oder sozialen Unternehmen im

Portfolio eingeschlossen werden. Dies führt aber

auch dazu, dass weiterhin in Firmen investiert

wird, die man jetzt nicht als besonders nachhaltig

empfindet.

Integration: Bei diesem Mechanismus, werden

nicht Firmen ausgeschlossen, sondern umgekehrt

nur Firmen oder Projekte eingeschlossen, die

konkret sich um eine nachhaltige, soziale oder

ethische Welt kümmern. Ein Beispiel wäre ein

Mikrokredit für den Bau eine Solaranlage.

# 3 - Was sind denn jetzt nachhaltige, soziale und

ökologische Geldanlagen?

Aktien: Man kann selbstständig in Aktien

investieren, die besonders nachhaltig sind und

den eigenen Ansprüchen gerecht werden. Um die

Nachhaltigkeit der Firmen zu überprüfen kann

man Tools nutzen wie

https://sray.arabesque.com/ oder

https://yoursri.com/, um zu verstehen wie

Photo by Louis Moncouyoux on Unsplash

55


nachhaltig, soziale oder ökologisch die Firmen

agieren. Das Rating über die Rendite bzw. die

Finanzkennzahlen kann man über Tools wie

finviz.com/ oder

https://https://www.morningstar.de/ überprüfen.

In Einzelaktien zu investieren, kann riskant und

zeitintensiv sein, da man genug Aktien benötigt

um diversifiziert zu sein..

Greenbonds sind Anleihen, also Kredite an

Firmen, Länder oder Institutionen, die diese

Gelder nutzen um in nachhaltige Projekte zu

investieren.

Fonds und ETF: Zu häufigsten Variante gehören

Fonds und ETFs. Ein Fond oder auch ein ETF

(Exchange Traded Fund) ist ein Sammelsurium an

Anlagen wie Aktien oder Anleihen. So gesehen

investiert man in ganz viele Aktien oder Anleihen

gleichzeitig, was den Vorteil hat, dass man

diversifiziert ist. Beim nachhaltigen Investieren in

Fonds wählt der Fondsmanager meist durch

Analysen und Gremien die Aktien oder Anleihen

aus, in die investiert wird. Die Alternative ist ein

ETF, hier bestimmt ein Index z. B. der MSCI World,

in welche Aktien oder Anleihen investiert wird.

Beim nachhaltigen Investieren werden dann

häufig per Ausschlussprinzip Aktien

ausgeschlossen, die in kontroversen Industrien

unterwegs sind wie z. B. der MSCI World SRI. Der

Nachteil bei ETFs und Fonds ist, dass man Aktien,

die man nicht gut findet, nicht zusätzlich

ausschließen kann.

Mikrofinanzierung: Im Fall von

Mikrofinanzierungen wird in ein bestimmtes

Projekt wie den Bau einer Solaranlage investiert.

Diese Projekte sind häufig sehr riskant. Daher

sollte man in diese Geldanlage nur Geld

investieren, welches einem nicht wehtut.

#4 - Welche Anbieter kann man nutzen?

Für Einzelaktien, Anleihen wie Greenbonds oder

ETFs, kann man die eigene Bank oder

Online-Broker nutzen. Online-Broker-Vergleich bei

https://online-broker-vergleich.focus.de/. Nicht

alle Banken und Online-Broker bieten eine gute

Auswahl der ETFs an, große Anbieter wie

Comdirect bietet relative viele ETFs an.

Für Fonds kann man auch die eigene Bank wie

auch Online-Broker nutzen. Leider bieten nicht

alle Banken eine gute Auswahl an nachhaltigen

Fonds an.

Für Mikrofinanzierungen gibt es Anbieter wie

https://www.bettervest.com/de/, allerdings ist

das Angebot relativ limitiert und teilweise sehr

riskant.

#5 - Rendite von nachhaltigen Geldanlagen?

Studien zeigen, dass nachhaltiges Investieren

nicht weniger Rendite bringt wie nicht

nachhaltiges Investieren, solange man ähnlich

diversifiziert ist. Beispielsweise steht der MSCI

World in der Rendite in den letzten 10 Jahren

nichts nach.

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Digitalisierung

Blockchain Was kann die neue

Technologie?


Von Franziska Schmied und Lou Würriehausen

Papiere über Papiere. Wer schon einmal ein Haus

gekauft, ein Fahrzeug geleast oder seine

Krankenakten nachverfolgt hat, der weiß, wie

schwer es sein kann, sich in unzähligen Unterlagen

zurechtzufinden.

Blockchain auch Distributed Ledger Technologie

- bietet genau hierfür eine Lösung. Die neue

Technologie macht es möglich, Prozesse zu

vereinfachen und abzusichern. Alles was von Wert

ist, egal ob materiell, immateriell oder digital,

kann in einem Blockchain-Netzwerk

zurückverfolgt und bestätigt werden. Durch

sogenannte Smart Contracts können

Transaktionen automatisiert werden. Hierdurch

können Arbeitsaufwand und Kosten eingespart

werden.

Hintergrund für die Nutzung von Blockchain

Die Einführung von Papier- und Münzgeld hat

bereits in der Vergangenheit dafür gesorgt, den

Austausch von Werten zu erleichtern sowie Käufer

und Verkäufer besser zu schützen. Mit der Zeit

haben neue Innovationen wie

Kreditkartensysteme oder das Internet

Transaktionen beschleunigt und bequemer

gemacht. Aktuell steht die Welt vor neuen

Herausforderungen. Online-Banking,

In-App-Käufe, wachsende Mobilität, das Internet

der Dinge und vieles mehr. All diese Neuerungen

fordern eine neue Technik, die globale

Transaktionen ermöglicht, ohne die User im

internationalen Netzwerk zu kennen die

Blockchain Technologie.

Wie funktioniert Blockchain?

Die Blockchain speichert Bewegungsdaten in

einzelnen Blöcken, die zu einer Kette verknüpft

werden. Je mehr Transaktionen erfolgen, desto

länger und sicherer wird also die Blockchain. Die

einzelnen Blöcke geben die zeitliche Abfolge einer

Transaktion wieder, die innerhalb eines diskreten

Netzwerks protokolliert werden. Über sogenannte

Hash´s werden Blöcke zeitlich zu einer Blockkette

verbunden. So können Blöcke im Nachhinein nicht

geändert, getauscht oder zusätzlich eingefügt

werden. User können genau identifiziert werden,

ohne, dass sie öffentlich bekannt sind.

Manipulationen sind auf diese Weise

ausgeschlossen.

Wo wird Blockchain angewandt?

Die digitale Zahlmethode Bitcoin ist der erste und

bekannteste Anwendungsfall der

Blockchain-Technologie. Die Blockchain wird

hierbei genutzt, um Bitcoin-Transaktionen

aufzuzeichnen, zu speichern und auszuführen.

Darüber hinaus gibt es viele Anwendungsfälle, die

sich mit Themen aus den unterschiedlichsten

Bereichen beschäftigen. So können zum Beispiel

58


Lebensmittelketten nachvollzogen, verschiedene

Rechte identifiziert oder Wahlen in einer

Blockchain abgestimmt werden.

Anhand des Beispiels Earn.com kann man gut

verstehen, wie die Verkettung von Transaktionen

funktioniert. Jede Email, die eine zu bearbeitende

Aufgabe enthält und ausgeführt werden soll, wird

mit einer Gebühr hinterlegt. Dies gibt der

Community im Netzwerk einen Anreiz, die

Aufgaben zu lösen und dabei Geld zu verdienen.

Diesen Vorgang bezeichnet man dann als

Proof-of-Work, da User zu sogenannten Minern

(bezeichnet in Anlehnung an

Goldmienen-Arbeiter) werden und versuchen ein

kryptografisches Puzzle zu lösen. Wenn dieses

Puzzle gelöst wurde, kann die Email validiert

werden. Erst wenn die anderen Nutzer in dem

Netzwerk die Richtigkeit des gelösten Puzzles

verifiziert haben, kann die Email der Blockchain

angefügt werden. In diesem Moment bekommt

der User, welcher in diesem Fall der Miner ist, die

Gebühr, die auf der Email lag. Nach einiger Zeit

kommen immer mehr Blöcke mit validierten und

verifizierten Emails zu der Blockchain hinzu,

sodass die Blöcke abgesichert werden. Dies stellt

sicher, dass nur gute User in der Blockchain und

dem Netzwerk aktiv sein dürfen. Blöcke, die von

der Community nicht verifiziert wurden, werden

der Kette nicht angefügt. Das Gute an dieser

Struktur ist, dass ein dezentrales System entsteht,

indem grundsätzlich Jeder Jedem vertrauen kann,

da immer rechtlich abgestimmt wird. In zentralen

Systemen kann der Intermediär alle

Entscheidungen treffen, was diese anfällig und

unsicher macht.

Welches Potenzial wird Blockchain künftig noch

haben?

Das große Potenzial, das die Distributed Ledger

Technologie haben wird, ist die globale

Vernetzung von unterschiedlichsten Usern, die

sich nicht kennen müssen. Ein weiterer Vorteil von

Blockchain ist ihre Struktur. So kann nur die

Mehrheit der Stimmen über den Verlauf von

Transaktionen entscheiden. Obwohl alle

Transaktionen und Hashwerte öffentlich bekannt

und ersichtlich sind, ist jeder User anonym. Ob als

Supply Chain, als Identifizierungsprozess, als

Bezahl-/Email-System oder als

Abstimmungsverfahren in allen Bereichen kann

eine Blockchain einen immensen Mehrwert

schaffen, um Interaktionen zu vereinfachen und

vor allem sicherzustellen.

Wer jetzt mehr über Blockchain erfahren will, der

kann sich für die moinblockchain-Konferenz am

18. Oktober im Herzen Hamburgs anmelden:

moinworld.de/moinblockchain-blockchain-confer

ence/

.

59


Die Konferenz wird von dem gemeinnützigen

Verein moinworld e. V. organisiert, der sich für

mehr Frauen in der Technik starkmacht. Daher

liegt der Fokus der moinblockchain´19 neben der

Blockchain-Technologie vor allem auf Diversität

und unterschiedlichen Denkweisen. Neben

vorwiegend weiblichen Speakerinnen erwartet

das Publikum inspirierende Talks, spannende

Hands-on-Workshops und vieles mehr.

Moinworld e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der

sich zum Ziel gesetzt hat, den weiblichen Anteil

von Software-Entwicklerinnen und Managerinnen

im IT-Bereich auf 50 % zu erhöhen. Dafür bietet

moinworld e. V. Programmierkurse, Workshops,

Konferenzen und Meetups an. In diesem Jahr

richtet der Verein zum dritten Mal in Folge die

internationale Konferenz moinblockchain in

Hamburg aus. Zentrales Thema ist die

Blockchain-Technologie. Mehr unter:

moinworld.de/moinblockchain-blockchain-confer

ence/

60


Netzwerken

Vernetzte Power: Ein Plädoyer für

Frauen-Netzwerke

Von Susanne Bachmann, GenCEO

Männer wissen, scheint’s, wie es geht: das

Netzwerken für die Karriere. Man trifft sich im

eigenen Zirkel, bei Veranstaltungen, beim Sport,

an der Theke. Der nächste Karriereschritt wird

hier nicht selten netzwerkend vorbereitet. Bei

Frauen scheint das allerdings weniger gut zu

funktionieren. Denn obwohl es inzwischen einige

hochprofessionelle Frauen-Netzwerke gibt,

werden weibliche Karrieren noch viel zu selten

dort geschmiedet. Es wird Zeit, dass sich das

ändert.

Die gute Nachricht vorweg: Frauen-Netzwerke

werden immer populärer, immer professioneller

und immer bekannter. Fakt ist: Strategische

Netzwerke, die sich an Frauen richten, boomen

und nehmen Einfluss. Ob mehr Frauen in die

Führungsetagen, wie es sich Generation CEO

vorgenommen hat, oder mehr weibliche

Sichtbarkeit auf den Bühnen dieser Welt, wie es

sich die Digital media Women auf die Fahnen

geschrieben haben selbstbewusst und

netzwerkend gehen Frauen heute deutlich

offensiver mit ihren Ansprüchen an die

Öffentlichkeit als noch vor einigen Jahren.

61


Für Simone Kauffeld, Professorin für Arbeits- und

Organisationspsychologie an der Technischen

Universität Braunschweig, ist das nicht

überraschend. „Frauen netzwerken eher besser

als Männer“, stellt sie empirisch fest. Und

widerspricht damit dem sich so hartnäckig

haltenden Klischee, dass Frauen die schlechteren

Netzwerker(innen) sind. Kauffeld untersucht

derzeit in einer Längsschnittstudie noch bis Ende

dieses Jahres die Netzwerke von eintausend

angehenden Wissenschaftlerinnen und

Wissenschaftlern auf ihre Auswirkungen auf den

individuellen Karrierefortschritt.

Noch scheint der Einfluss der Netzwerke allerdings

begrenzt, der der männlichen Pendants dagegen

nicht. Andrea Nahles, zurückgetretene

SPD-Vorsitzende, weiß warum und erklärt es auf

einer Veranstaltung zur Gleichberechtigung:

„Stets hat es die männlichen Zirkel gegeben.

Selbst als ich ins Präsidium der Partei aufgestiegen

bin, den Kernbereich der Macht, habe ich immer

mal wieder festgestellt, dass sich die Jungs doch

wieder vorher getroffen hatten.“ Zwar habe diese

Art der männlichen Absprachezirkel

abgenommen, als sie Parteivorsitzende geworden

sei, aber es hätte immer noch genug davon

gegeben. „Frauen“, so fasst sie sicher auch die

Erfahrungen mit der eigenen Partei zusammen,

„haben weniger Erfahrung mit dem Netzwerken

als Männer. Sie unterstützen sich auch nicht so

uneingeschränkt.“ Denn: „Unter Frauen existieren

weniger Lobkartelle“, ist sie überzeugt. Die blinde

Solidarität wie sie Männer untereinander oft an

den Tag legen, gäbe es unter Frauen schlicht nicht.

Für Männer hat das durchweg positive Effekte:

Nutzen sie ihre Netzwerke aktiv für die eigene

Karriere, machen sie in der Regel auch eine. Das

bestätigt auch Karin Kreutzer, Professorin für

Social Business an der EBS Universität für

Wirtschaft und Recht: „Männer haben

durchschnittlich größere Netzwerke, und es

gelingt ihnen besser, sie für die Karriere zu

mobilisieren.“ Frauen dagegen unterschätzen

durchschnittlich ihren Marktwert in einem

Netzwerk. Kreutzer: „Frauen sind

geschlechtsspezifisch bescheiden. Ich weiß gar

nicht, was ich dazu beitragen soll“, ist so ein Satz,

den wir von Frauen oft gehört haben. Oder: „Ich

weiß gar nicht, ob ich da dazugehöre.“

Dabei netzwerken Frauen nicht erst seit gestern.

Niemals hätte das Frauenwahlrecht eine so echte

und so frühe Chance gehabt, hätte es nicht

formale Bündnisse von Frauen gegeben, die

62


vehement dafür gestritten haben. Zur Kaiserzeit

und in der Weimarer Republik bildeten sich

innerhalb von Parteien, Organisationen,

Gewerkschaften und natürlich der

Frauenbewegung selbst zahlreiche

Frauennetzwerke mit einem formalen Charakter.

Allerdings: Die breite weibliche Masse wurde mit

ihnen nicht erreicht Gendergerechtigkeit erst

recht nicht. So wurde zum Beispiel erst 1970 ein

Paragraf gestrichen, der festlegte, dass bei

Meinungsverschiedenheiten in einer Ehe am Ende

der Mann entscheidet. Erst seit 1977 dürfen

Frauen arbeiten, ohne ihre Männer vorher fragen

zu müssen. Diese Errungenschaften einer

Gesellschaft, die sich per Grundgesetz der

Gleichheit verschrieben hat, haben wir nicht

zuletzt der Frauenbewegung zu verdanken, die

seit den frühen 1970er Jahren aktiv wurde.

Übrigens mit der von Alice Schwarzer initiierten

„Selbstbezichtigungskampagne“, in der Frauen

wie Romy Schneider oder Senta Berger im Stern

bekundeten: „Ich habe abgetrieben!“.

Dass wir darüber heute nicht mehr diskutieren

müssen, ist sicher eine Errungenschaft, den wir

der Frauen-Solidarität und der Emanzipation zu

verdanken haben. Bedauerlicherweise sind wir

trotz aller Erfolge der letzten Jahrzehnte noch

lange nicht in einer gendergerechten Gesellschaft

angekommen. Noch immer sind die Vorstände

von DAX-Unternehmen vornehmlich in männlicher

Hand, nur wenige leisten sich die eine oder

andere weibliche Ergänzung. Noch immer sind die

Lehre und die Politik männlich dominiert. Auch

und gerade deshalb sind Frauennetzwerke, wie

Generation CEO, FidAR, Global Digital Women,

Working Moms oder die Business and Professional

Women, unerlässlich. Geben sie uns Frauen doch

eine Stimme, nehmen sie Einfluss, mischen sie

sich ein. Sie haben Gewicht nicht nur in der

öffentlichen, sondern auch in der veröffentlichten

Meinung. Allerdings: „Solange die entscheidenden

Posten in der Wirtschaft maßgeblich von Männern

besetzt und zu wenig Frauen in Leitungspositionen

sind, zahlt sich das wegen des

„Homophilie-Effekts“ nicht aus“, weiß Simone

Kauffeld. Der Homophilie-Effekt (oder „gleich und

gleich gesellt sich gern“) sorgt also letztlich dafür,

dass Frauen immer wieder an die gläserne Decke

stoßen. Die schlichte Wahrheit: Männer

bevorzugen in Sachen Karrierefortschritt Männer.

Sorgen wir dafür, dass sich das ändert, und helfen

uns gegenseitig auf die nächste Karrierestufe.

Netzwerken wir, aber richtig.

63


Endlich das verdienen, was man wert ist!

Caroline Timmermann ist Führungskräftecoach, leidenschaftliche Gender-Pay-Gap-Schließerin und Dozentin an

der International School of Management ISM in Dortmund. Eines ihrer Betätigungsfelder: Frauen zu coachen,

dass sie mit mehr Selbstbewusstsein auftreten.

Von Carolin Schäufele

„Was Du erzählst, das musst Du allen erzählen!“

Caroline Timmermann ist Karrierecoach. Und wenn

sie abends mit Freundinnen ein Glas Wein trinkt

und um Rat gefragt wird, hört sie immer wieder

diesen Satz.

Ausgestattet mit der Berufserfahrung als HR

Managerin bei der British Airways Group und

Personalreferentin der BMW AG hat sie vor 18

Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit getan

und ihr eigenes Coachingprogramm entwickelt.

„Meine erste Tochter kam damals auf die Welt und

ich wollte selbst entscheiden, wie viel Zeit ich mit

ihr verbringe. Und ich wollte mich ausschließlich

mit den Themen befassen, die mich mit

Leidenschaft erfüllen: Personalentwicklung,

Trainings, Seminare zu den Themen Führung,

Kommunikation und Selbstmanagement.“ Und die

Unabhängigkeit, ihre persönliche Werte leben zu

können, waren die Gründe für diese neue

berufliche Laufbahn.

Kann ich in einer Gehaltsverhandlung klar

formulieren, was ich eigentlich leiste?

Selbstbewusstsein stärken, den eigenen Marktwert

ermitteln, sicher und kompetent auftreten und

kommunizieren.

„Am Anfang meines Selbstcoachingprogramms, das

die Klientin an die Hand nimmt und ihr Schritt für

Schritt einen Weg aufzeigt, steht ganz klar das

Herausarbeiten der eigenen Ziele.“ Will ich eine

Führungsposition, mehr Gehalt, einen anderen

Job? Wie schaffe ich es, bei einer

Gehaltserhöhung zum Erfolg zu kommen?

Sind die Vorstellungen klar, geht es an die

Umsetzung, das Gespräch. „Bitten Sie nie um ein

Gespräch zu einer Gehaltserhöhung. Bitten Sie um

einen Termin, um über Ihre Perspektiven und

Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen zu

sprechen.“ Dann wird an den Argumenten

gearbeitet, die das Gespräch in die richtige

Richtung bringen sollen. „Werden Frauen gefragt,

was sie im Unternehmen leisten, fällt ihnen

spontan nichts ein, und viele fangen an, sich

hinter der Bescheidenheit zu verstecken.“

Das Ziel und die Kernbotschaft müssen in einem

Satz gesagt werden können.

Das A & O laut Timmermann: die Körpersprache.

„Es ist verblüffend einfach, die eigene Wirkung auf

das Umfeld zu verändern: Legen Sie den Kopf

nicht schief, das ist eine Unterwerfungsgeste.

Spielen Sie nicht mit Ihren Haaren, das ist ein

Flirtsignal und setzen Sie sich gerade hin, zeigen

Sie, dass Sie da sind, voller Power und Energie und

genau wissen, was Sie wollen. Lassen Sie alle

weichmachenden Wörter aus Ihrer

64


Caroline Timmermann arbeitet

freiberuflich als Führungskräftecoach

und Dozentin an einer der besten

internationalen Wirtschaftshochschulen

Deutschlands, ist Gründerin der

Leadership Academy, sie berät

Arbeitgeber bei der Personalauswahl

und hat viele Jahre auf der anderen

Seite der Gehaltsverhandlung

gesessen. Als stolze Working Mum von

zwei Teenager-Töchtern verhilft sie seit

Jahren Frauen und Männern dazu, für

ihre Leistungen fair bezahlt zu werden.

Kontaktdaten:

Caroline Timmermann

https://caroline-timmermann.com

www.linkedin.com

Schreibe mir eine Nachricht an:

office@caroline-timmermann.com

Foto Bilderwerk / Oldenburg

Die ISM International School of Management

erhält seit Jahren im CHE-Ranking und auch von

Studierenden Bestnoten als eine der besten

privaten Wirtschaftshochschulen Deutschlands.

Wer dort den MBA studiert, entwickelt sich

beruflich und persönlich auf internationalem

Niveau und schafft die idealen Voraussetzungen

für eine Führungsposition im Management. Ein

professionelles Coaching begleitet in Dortmund

jeden MBA-Studierenden in seiner aktuellen

beruflichen und persönlichen Situation und

umfasst Themen wie Karriereberatung,

Persönlichkeitsentwicklung und

Leadership-Coaching.

https://www.ism.de/studium-berufsbegleitend/m

ba/mba-general-management

65


Argumentation, ein „vielleicht“, „eventuell“, „es

wäre schön“ sabotieren Ihr Anliegen.“

80 % fragen erst gar nicht nach einer

Gehaltserhöhung

Wenn Frauen das Angebot der 52-jährigen

buchen, sind die Gründe vielfältig: ob

Gehaltsverhandlungen oder herausfordernde

Veränderung im Leben. „Eine meiner Klientinnen

kam im Rahmen eines Zusatzstudiums zu mir. Sie

hatte gerade ein Baby bekommen. Was sie

brauchte, war eine Hilfe, um Kind, Job und die

Weiterbildung zu koordinieren.“

Mehr Selbstwertgefühl in Sachen Karriere

vermitteln, das ist Timmermann wichtig, eine

bessere Position bekommen, mehr Gehalt

verlangen, die Gender Pay Gap-Lücke schließen.

„Die wenigsten Frauen trauen sich, nach einer

Gehaltserhöhung zu fragen und wenn sie es tun,

dann meist in Bittstellerhaltung.“

Hier greift ihr Coachingprogramm. „Wir machen

einen Realitätscheck und analysieren, was die

Klientin an Leistung im Unternehmen erbringt,

dann gehen wir ins Detail und machen eine

Bestandsaufnahme, sodass die Frauen selbst

sehen, was sie alles an Stärken und Kompetenzen

mitbringen.“ Die Reaktion auf die

Bestandsaufnahmen: Wow! Und schon ist der

erste Schritt getan.

In der zweiten Phase lernt man, seinen eigenen

Marktwert zu ermitteln, damit man sich nicht

unter Wert verkauft. Dann liefert Timmermann

das Know-how in der Verhandlungsführung,

sodass man eine Gesprächsstrategie hat und sogar

unter Stress noch klar agieren und kommunizieren

kann. Im letzten Modul geht es um die eigene

Souveränität: Wie bleibe ich innerlich ruhig und

selbstsicher, selbst wenn mein Gegenüber

aggressiv agiert. „Das geht bis zum Survivalpaket

gegen Killerargumente.“

Manchmal versuchen Entscheider, die

Gehaltserhöhung abzuwimmeln, indem sie auf die

schlechte finanzielle Lage des Unternehmens

verweisen, die Gehaltsstruktur oder den

nächsthöheren Vorgesetzten als Vorwand

benutzen. In der Aussage „Vielleicht nächstes

Jahr…“ steckt jedoch schon mal ein Ja des

Vorgesetzten. Das kann man sofort positiv

strategisch nutzen und als zweiten Schritt der

Gehaltserhöhung bestätigen. Und dann hartnäckig

den ersten Teil der Gehaltserhöhung zum jetzigen

Zeitpunkt verhandeln: mit den eigenen aktuellen

Leistungen argumentieren, von denen das

Unternehmen jetzt profitiert, und dass diese

Leistungen jetzt erbracht werden und nicht erst in

einem Jahr. „Gerne können wir über eine

Erhöhung in zwei Schritten sprechen.“

Und ist die erste Runde ohne das angestrebte

Ergebnis verlaufen, dann ist der einfache Teil der

Verhandlung: es wird um Bedenkzeit gebeten und

24 bis 48 Stunden später die zweite Runde

eingeläutet.

66


Die Vorbereitung auf die Gespräche ist

unglaublich wichtig und kostet die meiste Kraft.

„Aber wie ich immer sage: Eine Rakete verbraucht

80 % ihres Treibstoffs für den Start, fliegen tut sie

mit den restlichen 20 %. Und so ist es bei den

Verhandlungen im Job auch.“

Und bitte nicht lächeln bei diesen Gesprächen:

„Viele Frauen wollen weicher wirken und lächeln

deshalb, das ist aber in diesen Situationen völlig

fehl am Platz! Es ist ein ernstes Thema, also seien

Sie auch ernst.“

Erfolg und Zufriedenheit sind für jeden

Menschen etwas anderes

Die Mutter zweier Töchter legt großen Wert auf

Zufriedenheit, nicht nur bei ihren Klienten,

sondern auch bei sich selbst. „Meine Definition

von Zufriedenheit ist, wenn jemand seine eigenen

Ziele erreicht und selbstbewusst im Einklang mit

seinen eigenen Stärken lebt.“

Was sie antreibt, ist der Sinn ihres Tuns: Anderen

zu helfen, ihr Leben leichter zu machen, indem sie

das Beste in ihnen erkennt und hervorholt.

Tipps für mehr Erfolg bei Verhandlungen

Kleiden Sie sich mit klaren Farben, verzichten Sie

bei Gehaltsverhandlungen auf rosa Blusen oder

Pünktchenmuster. Ihre Kleidung soll signalisieren,

dass Sie ernst zu nehmen sind.

Fordern Sie mehr, als Sie möchten, dann hat Ihr

Gegenüber die Möglichkeit, Sie

herunterzuhandeln.

Informieren Sie sich im Internet bei

Gehaltsdatenbanken über die Höhe der Gehälter.

Geben Sie hier ein, dass Sie männlich sind, dann

umgehen Sie den Gender Pay Gap.

Bleiben Sie ruhig, auch wenn Ihr Gegenüber mit

Drohgebärden und Dominanzgesten aufwartet.

Nutzen Sie Powerposing! Vor dem Gespräch zwei

Minuten lang schnell im Waschraum oder im

Treppenhaus die Arme in Siegerpose v-förmig

nach oben strecken. Das baut Stresshormone ab

und steigert die Testosteronproduktion.

Bereiten Sie sich akribisch auf das Gespräch vor.

Mit einem Leitfaden an der Hand sind Sie nicht

aus der Ruhe zu bringen.

Bleiben Sie höflich, sachlich, respektvoll und ernst.

Und wenn alle berechtigten Argumente ungehört

bleiben, dann überlegen Sie, ob Sie bei diesem

Unternehmen wirklich bleiben wollen.

67


AmCham Germany Female Founders Award

Deutsches Unternehmertum trifft

amerikanischen Unternehmergeist

Gründerinnen sind immer noch eine Minderheit

im Start-up-Ökosystem auf beiden Seiten des

Atlantiks. Der Female Founders Award der

transatlantischen Wirtschaftsorganisation

AmCham Germany geht mit gutem Beispiel voran

und zeichnet im Dezember zwei erfolgreiche

Gründerinnen als positive Vorbilder aus.

Nominierungen können noch bis zum 3.

November 2019 erfolgen.

Der Verband will Gründerinnen in ihrer

Sichtbarkeit und Vernetzung fördern und Frauen

inspirieren und motivieren, Unternehmerinnen zu

werden. Insbesondere sollen weibliche Talente in

den Bereichen IT, Technik, Elektronik,

Maschinenbau oder anderen Branchen gefördert

werden, in denen Frauen besonders stark

unterrepräsentiert sind.

Als AmCham Germany 1903 gegründet wurde,

war an Frauen in der transatlantischen Wirtschaft

oder gar Gründerinnen kaum zu denken. Die

Transatlantiker waren lange Zeit eine

Männergesellschaft. Doch „Diversity“ wurde

immer mehr in die DNA deutscher und

amerikanischer Unternehmen eingebaut und so

wurde weibliches Unternehmertum auch in den

transatlantischen Beziehungen sichtbarer. „Das

Image von Gründergeist und Unternehmertum ist

häufig noch männlich geprägt. Deshalb wollen wir

erfolgreichen Unternehmerinnen eine größere

Sichtbarkeit geben und Vorbilder schaffen“,

unterstreicht Eveline Metzen, Geschäftsführerin

von AmCham Germany.

Torsten Oltmans, Vorsitzender des

Berlin-Chapters von AmCham Germany und

Jury-Mitglied, betont: „Mit dem Female Founders

Award wollen wir ein Zeichen setzen und

Unternehmerinnen und deren erfolgreiche

Geschäftsmodelle noch stärker in unsere Arbeit

und in unser Netzwerk integrieren.“

Beispiel „NextGen Initiative“: Hier durchlaufen

junge Führungskräfte ein intensives Programm,

das der Festigung der transatlantischen

Wirtschaftsbeziehungen dient auch hier wird

der Anteil weiblicher Führungskräfte immer

höher.

Der Verband widmet sich zudem dem Thema

„Business Women“. Im Frühjahr war Lorraine

Hariton, President und CEO von Catalyst zu Gast

einer Non-Profit-Organisation, die sich für die

Förderung von Frauen am Arbeitsplatz einsetzt

und Unternehmen in Gender-Bias-Fragen berät

und trainiert. Vor kurzem besuchte Mariam

Naficy, CEO und Gründerin von minted.com, ein

Online-Marktplatz für individualisierte

Schreibwaren mit Sitz in San Francisco, AmCham

Germany. Naficy beschäftigt über 400 Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen. Ein Schlüssel zu ihrem

Erfolg: die Einbeziehung von Datenanalysen. Sie

empfiehlt daher, sich in diesem Bereich gute

Kenntnisse anzueignen. Es würde die Gründung

eines Unternehmens enorm erleichtern.

Eine kürzlich durchgeführte Mitgliederumfrage

der AmCham zum Thema „Diversity“ ergab, dass

bei 75 Prozent der Befragten Diversity

Management integraler Bestandteil der

68


v. l. n. r. Nadine Bütow (Digital Media Women und Moderation), Mariam Naficy (Founder und CEO von

Minted.com), Eveline Y. Metze (Geschäftsführerin American Chamber of Commerce in Germany e. V.)

Foto: Barbara Biemann-Bennke, AmCham Germany

Unternehmensstrategie und -praxis ist. Für Eveline

Metzen sind die Unternehmen daher auf einem

guten Weg: „Doch es ist noch viel Luft nach oben.

Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, dass

zwar viele Unternehmen schon einige

Maßnahmen realisieren, um Frauen zu fördern.

Trotzdem können wir besonders von

amerikanischen Unternehmen lernen, wie

Diversity noch nachhaltiger im Arbeitsalltag

umgesetzt wird.“ Nadine Bütow, Jurymitglied des

Awards und Leiterin der Kampagne #30mit30 der

Digital Media Women, ergänzt: „Eine gesunde,

offene und transparent gelebte

Unternehmenskultur ist ausschlaggebend für

nachhaltige Diversität in Unternehmen.“

Der AmCham Germany Female Founders Award

soll Frauen ermutigen, sich von ihrem Weg in die

Wirtschaft nie abbringen zu lassen. Gründerinnen

sollten jede sich bietende Gelegenheit nutzen, auf

sich, ihre Ideen und ihren Unternehmerinnengeist

aufmerksam zu machen beispielsweise durch

eine Nominierung für den Award.

AmCham Germany Female Founders Award

Der Award wird von der transatlantischen

Wirtschaftsorganisation American Chamber of

Commerce in Germany e.V. (AmCham Germany)

verliehen.

Nominierungen sind bis 3. November 2019 über die

Website AmCham Germany Female Founders Award

möglich, dort finden sich auch die

Teilnahmebedingungen. Die Gründerinnen können sich

entweder selbst nominieren oder von Unternehmen

oder Einzelpersonen nominiert werden.

AmCham Germany veranstaltet alljährlich im

Dezember einen „Transatlantic Evening“ in Berlin. In

diesem Rahmen findet die Preisverleihung statt.

69


Viel Unterwegs? Businessreisen sinnvoll

nutzen

Von Petra Polk

Aufgrund der globalisierten Welt, wo Business

immer mehr digital stattfindet, könnte man

denken, persönliche Kontakte sind in ihrem Wert

gesunken. Weit gefehlt - oft gilt immer noch:

Persönlich ist immer noch persönlicher. Und das

bedeutet, dass es bei einigen Terminen, trotz aller

virtuellen Möglichkeiten, unsere Präsenz

erfordert. Reisen im Business gehört nach wie vor

zum Alltag.

Doch ich habe oft den Eindruck, Reisen fühlt sich

für viele schwer an. Nur was Sie mit Freude

machen, wird Sie Ihren Zielen und Visionen

näherbringen.

Seit 2010 gehört für mich Reisen zum

Businessalltag, genau wie jeden Morgen Zähne

putzen.

Von meinen Kundinnen höre ich: „Petra ist eine

Chancendenkerin und eine Chancengeberin.“ Und

so halte ich es auch mit meinen Reisen. Ich sehe

darin eine große Chance und nutze die Reisezeit

effektiv, um dann an Tagen, an denen ich nicht

reise, mehr Freiräume für mich, meine Familie

und die schönen Dinge des Lebens zu haben. So ist

dieser Beitrag auf einer Reise von Erfurt nach

Frankfurt entstanden.

Damit Reisen auch für Sie viel effektive Freude

und Leichtigkeit bringt, teile ich gern hier mit

Ihnen meine Tipps und Erfahrungen:

Finden Sie Ihr passendes Verkehrsmittel

2012 bin ich aus Zeitgründen auf Reisen mit der

Bahn umgestiegen, denn nur so kann ich die

Reisezeit effektiv zum Arbeiten nutzen. 80 Prozent

meiner Businessreisen in der DACH Region mache

ich mit der Bahn und nutze diese Zeit zum

Schreiben, lesen und für die Kommunikation.

Hotelbuchungen

Achten Sie darauf, dass Ihr Hotel passend zu dem

Verkehrsmittel, die Sie nutzen möchten, gebucht

ist. Reisen Sie mit der Bahn sollte es sich zwischen

Ort des Termins und dem Bahnhof befinden,

Reisen Sie mit dem Auto ist die Parkmöglichkeit

ganz wichtig und wenn es der Flieger ist, ist die

gute Erreichbarkeit des Flughafens

ausschlaggebend.

Fahrgemeinschaften

Können sehr sinnvoll sein. Reisen Sie zu einem

Kongress oder Event mit Netzwerkpartnerinnen.

Sie können die Fahrzeit für den Austausch und

Gespräche nutzen.

Leichtes Gepäck

Ich bin Pragmatikerin und mag es, mit leichtem

und kleinem Gepäck zu reisen. Dazu gehört auch,

dass Sie Ihre Garderobe so anpassen, dass sie

kombinierbar und koffertauglich ist.

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Technische Ausstattung

Mein Büro auf Reisen besteht aus meinem

Smartphone, meinem Laptop und einer virtuellen

Datenbank, von der sowohl ich als auch mein

Team von überall auf der Welt auf unsere Daten

zugreifen können.

Reisezeit ist auch Lesezeit

Ich liebe es, Businessmagazine in meiner Reisezeit

zu lesen. Entweder online oder ich versorge mich

an Bahnhofsbuchhandlungen mit spannender

Lektüre.

Zeitplanung

Planen Sie Ihre Reisen nie zu knapp, dass Sie bei

Verzögerungen, Stau zum Bahnhof oder dem

Flieger nicht in Stress geraten. Das mobile

Arbeiten ermöglicht es Ihnen, die Stunde, die Sie

sonst am Schreibtisch gesessen hätten, unterwegs

zu nutzen.

Reiseutensilien

Dazu gehört bei mir immer ein Getränk und ein

Snack, ein Tuch oder Schal, auch im Sommer für

zu kalte Klimaanlagen, bequeme Schuhe für den

Sprint bei knappen Umsteigezeiten, eine

Powerbank, wenn der Akku des Handys leer ist,

Ladekabel für Laptop und Handy, Kopfhörer und

meine persönlichen Utensilien.

72

Petra Polk Foto privat

Leerlaufzeiten nutzen

Nutzen Sie Leerlaufzeiten am Bahnhof oder in der

Bahn, wenn Sie auf das Taxi warten oder einfach

am Abend bei einem Drink an der Bar.

Netzwerken beim Reisen

Unterwegs habe ich schon die tollsten Kontakte

geknüpft. Seien Sie einfach immer offen für einen

netten Small Talk, denn Sie wissen nie, was daraus

entstehen kann. Schaffen Sie jedoch auch

Gelegenheiten, bei denen Ihre virtuellen Kontakte

Sie persönlich kennenlernen.

Sie möchten Ihr persönliches Netzwerk

erweitern?

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch einige

Empfehlungen geben, wo und wie Sie Ihr ganz

persönliches Netzwerk erweitern können, denn

Kontakte schaden bekanntlich nur dem, der sie

nicht hat.

Event Empfehlungen: Nutzen Sie die

Netzwerkevents von W.I.N Women in Network®

dem Netzwerk für Business- und Karrierefrauen.

Aktuell gibt es 10 Events im Monat. Alle Termine

unter www.win-women-in-network.com.

Der W.I.N Innovation Summit ist am 21.03.2020 in

Berlin. Buchen Sie jetzt Ihr Ticket und nutzen Sie

diese besondere Chance.

https://www.win-innovation-summit.com


73


Chief Marketing Officer Jasmin

Sudermann-Schaad

Foto Christian Daube


Bei fileee ist das Gender-Thema kein Thema mehr

Jasmin Sudermann-Schaad über Frauen in

Führungspositionen

Jasmin Sudermann-Schaad ist Chief Marketing

Officer bei fileee, einem digitalen Assistenten für

Dokumente. Bei der Suche nach einer neuen

Anstellung legte sie vor allem Wert darauf, dass

die neue Anstellung und sie zusammenpassen,

dieselbe Sprache sprechen. Bei fileee ist sie fündig

geworden. Im Interview mit SHE works! erzählt sie

von ihrer Suche, der neuen Anstellung und warum

sie so für ihren Job bei fileee "brennt".

Frau Sudermann-Schaad, Sie arbeiten in der

IT-Branche und haben vor einiger Zeit den Job

gewechselt. War es schwer, eine neue Anstellung

zu finden?

Schwer war es nicht unbedingt, es hat einfach nur

seine Zeit gebraucht. In meiner Position arbeite

ich ja auch viel kreativ, daher hatten meine

Bewerbungen auch diesen Anspruch. Ich wollte

schauen, ob das Unternehmen und ich auch

wirklich dieselbe Sprache sprechen. Mir kam es,

neben den Aufgaben, vor allem drauf an, dass das

Unternehmen und ich zusammenpassen. Und bis

es eben passt, kann es schon einige Monate

dauern. In meiner Bewerbungszeit konnte ich

auch einiges dazulernen und neue Kontakte

knüpfen, selbst wenn aus dem Job nichts

geworden ist.

Das war nicht der Grund, warum ich mich bei

fileee beworben habe. Ich habe mich dort

beworben, weil ich das Unternehmen und die Art

und Weise wie es sich ausdrückt interessant und

sympathisch fand. Und warum ich mich

letztendlich für den Job entschieden habe, war

einfach, weil es „gepasst“ hat. Die Chemie hat

einfach gestimmt. Ich möchte nicht den Eindruck

erwecken, dass ich explizit auf der Suche nach

„gendergerechten“ Unternehmen war. Für mich

ist es gelebte Gleichberechtigung, wenn man

einfach nicht mehr darüber spricht und es einfach

tut, es also kein Thema mehr ist. Und genau das

war es, was mich zusätzlich von fileee überzeugt

hat: das Gender-Thema war kein Thema mehr.

Sie arbeiten bei fileee, einem IT-Unternehmen,

das eine App, die Dokumente digitalisiert,

archiviert und verwaltet, programmiert. Wie

viele Frauen arbeiten mit Ihnen dort?

Insgesamt arbeiten sieben Frauen bei fileee, drei

davon in Führungspositionen. Interessanter Weise

arbeitet in fast jedem Bereich sogar mindestens

eine Frau: Design, Entwicklung, mehrere Bereiche

im Marketing und HR. Das Team besteht

insgesamt auf persönlicher und

Kompetenz-Ebene aus sehr unterschiedlichen

Charakteren, die aber alle eine gewisse

Schnittmenge haben: Wir teilen alle die

Leidenschaft moderner Technik, die den Alltag

vereinfachen. Dabei ist unsere fileee App natürlich

auf Platz 1 ;) Ich finde es toll, in einem so bunten

Team zu arbeiten. Alle haben unterschiedliche

Herangehensweisen.

Dennoch sind bei fileee, im Verhältnis, viel

weniger Frauen als Männer angestellt. So ist es

auch schon mal vorgekommen, dass ich die

75


einzige Frau im Raum war und es mir aber erst am

Ende aufgefallen ist.

Frauen in Führungspositionen sind immer noch

kein Alltagsanblick. Wie haben die männlichen

Kollegen reagiert?

Gar nicht. Und das ist das Gute daran: Es war

schlichtweg egal, ob eine Frau oder ein Mann

diese Position innehat. Vorher war die

Marketingleitung durch einen Mann besetzt.

Sicher führe ich und gehe Aufgaben anders an als

er es getan hat. Aber das liegt einfach daran, dass

ich ein anderer Mensch bin. In meiner

Einarbeitungsphase habe ich auch sehr intensiv

mit ihm zusammengearbeitet und war begeistert

von seiner bisherigen Arbeit.

Was glauben Sie hat der Arbeitgeber für einen

Anteil, wenn es darum geht, Frauen besser in

Unternehmen einzugliedern?

Einen sehr hohen. Hierbei ist die

Unternehmensphilosophie ausschlaggebend und

das Arbeitsklima an sich. Der Arbeitgeber lebt

damit vor, wie der Umgang miteinander gepflegt

wird. Dazu gehören zwar auch Arbeitsmodelle, die

der heutigen Work-Life-Balance angepasst sind,

dies ist aber nicht nur ein Umstand, der den

Frauen zu Gute käme, sondern allen. Mir ist klar,

dass flexible Arbeitszeiten, Jobsharing-Modelle

oder die Möglichkeit von Home-Office nicht in

jedem Arbeitsbereich umgesetzt werden können.

Dort wo es möglich ist, sollte es aber dringend

Usus werden.

Sie haben bei Ihrer neuen Anstellung durch und

durch positive Erfahrungen gemacht, gerade

auch vor dem Hintergrund Mutter zu sein, was ja

leider nicht üblich ist. Woran liegt das Ihrer

Meinung nach?

Bei fileee wird einfach auf die Kompetenzen der

einzelnen Teammitglieder gesetzt und nicht auf

Akkordarbeit oder eine Stempeluhr. Unsere

Arbeitszeiten gestalten wir weitestgehend frei in

Bezug auf Uhrzeiten und Ort. Dennoch ist unser

fileee-Office der Nummer-1-Arbeitsplatz für alle.

Wir haben alle Möglichkeiten, um entfernt und

online miteinander zu arbeiten und zu

kommunizieren. Das macht die Arbeit unheimlich

einfach. Gerade für mich ist der Weg zu fileee

76


etwas länger, weshalb ich in der Woche

regelmäßige Tage im Home-Office arbeite. So

habe ich die Möglichkeit, die dadurch nicht

entstehende Fahrtzeit anders zu nutzen. Das

alles sind aber Punkte, die nicht nur mich als

Mutter betreffen, sondern für alle gelten. Ich habe

früher immer gedacht, Arbeit und Privates

trennen zu müssen. Aber ich bin ja EIN Mensch

und im Idealfall gefällt mir ja meine Arbeit auch.

Deshalb freue ich mich so flexibel arbeiten zu

können, wodurch ich viel besser agieren kann und

leistungsfähiger bin.

Eine Mutter zu sein und als Frau in der

IT-Branche arbeiten zu wollen, sind immer noch

Hindernisse. Hat sich hier in den letzten Jahren

etwas geändert?

Auf jeden Fall. Ich denke, dass sich besonders in

meiner Generation die Denkweise geändert hat.

Viele sind offener gegenüber Neuem und lassen

die Menschen so wie sie sind. Gesetze tragen auch

dazu bei, dass Hindernisse abgebaut werden.

Diese sind aber nur Spiegel der Gesellschaft und

kommen im Nachgang auf oder wenn diese

regelrecht eingefordert werden. Zum Beispiel

waren Frauen noch bis 1977 verpflichtet den

Haushalt zu führen und durften nur Arbeiten

gehen, sofern es den häuslichen Pflichten nicht in

die Quere kam. Heute gibt es auch immer mehr

Vorbilder für Frauen, die zeigen, dass

Gender-Klischees einfach nicht mehr greifen.

Meine Vorbilder waren und sind meine Mutter

und mehrere Professorinnen in meiner

fileee ist der digitale Assistent für

Dokumente. Die 2011 in Münster gegründete

fileee GmbH hat die Vision, dem lästigen

Papierkram ein Ende zu setzen. Mit der fileee

App können alle Dokumente, ob privat oder

geschäftlich, einfach und digital an einem Ort

verwaltet werden. So sind auch unterwegs

alle Dokumente immer griffbereit. Mit der

C2B-Platform ergeben sich zudem für

Unternehmen durch die Partnerschaft mit

fileee einzigartige Möglichkeiten zur

digitalen, sicheren und akzeptierten

Kundenkommunikation. www.fileee.com

77


Studienlaufbahn, die alle ihren eigenen Weg

gegangen sind.

Vor fileee habe ich in einem

genderwissenschaftlichen Projekt an der Uni

gearbeitet und konnte über die Jahre sehen, wie

sich die Wahrnehmung der Schülerinnen auf das

Frauenbild gekoppelt mit Berufen positiv

verändert hat.

Was muss Ihrer Meinung nach weiter passieren,

um eine gleichberechtigte Situation herzustellen?

Es muss aufhören, Frauen und Männer in eine

Schublade stecken zu wollen. Es gibt sicherlich

immer noch die Chefs, die der jungen Managerin

(ab 30) keine Aufgaben zutrauen, während sich

Senior Manager (unter 30) hocharbeiten dürfen.

Wir müssen einfach die Menschen sehen und

nicht irgendwelche Attribute, die vermeintlich zu

einem Geschlecht gehören.

Ihre Erfahrungen machen Mut. Was würden Sie

Frauen als Rat geben, wenn sich diese ebenfalls

nach einem neuen Arbeitgeber umsehen?

Sucht nicht nur nach Unternehmen, zu denen ihr

passen könntet, sondern vor allem nach

Unternehmen, die zu Euch passen. Wenn es

menschlich schon nicht passt, dann wird es auch

im Arbeitsalltag schwierig. Es kann gut sein, dass

es mehrere Monate dauert und Euch das an den

Rand der Verzweiflung bringt. Aber es lohnt sich!

„Gut Ding will Weile haben“ beschreibt die

Situation wohl am besten.

Was geben Sie Arbeitgeber an die Hand, wenn

diese neue Mitarbeiter suchen?

Schaut in erster Linie auf die Menschen und ihre

Kompetenzen. Welche Qualifikationen bringen sie

mit und wie kann ich diese in meinem

Unternehmen bestmöglich einsetzen? Und fragt

euch immer „Würde ich diese Frage auch einem

Mann/einer Frau stellen?“ Mir wurde in einem

Vorstellungsgespräch, dass sehr gut verlief man

hat sich sofort verstanden und sprach nach kurzer

Zeit über die wirklich wichtigen Dinge, die Distanz

war schnell weg tatsächlich die Frage gestellt,

wie denn meine Kinderplanung aussähe … Ich

war so perplex. Mich hatte es sehr überrascht,

dass heutzutage wirklich noch diese Frage gestellt

wird. Das geht gar nicht. Natürlich ist das ein

Risiko für Unternehmen. Das sollte sich aber nicht

nur auf Frauen beziehen. Immer mehr Väter

nehmen mehr als die zwei sogenannten

„Vätermonate“, weil es eben ELTERNzeit ist. Wird

die Position durch Elternzeit frei, ergibt sich die

Chance für eine andere Person, sich in dieser

Vertretungszeit zu beweisen. Das ist eine

Win-Win-Situation für beide Seiten. Das

Unternehmen lernt so auch neue potenzielle

Arbeitskräfte kennen.

Meine Antwort auf diese Frage war einfach nur,

dass ich es noch nicht weiß. Kinder zu haben,

sollte kein Hindernis sein, besonders nicht in

einem zukunftsorientierten Unternehmen. Wem

das nicht gefällt, dass ich eine Tochter habe und

vielleicht sogar noch mehr Kinder haben möchte,

bei dem möchte ich auch nicht arbeiten. Daher

78


sage ich immer ganz offen direkt zu Beginn des

Gesprächs, dass ich eine Tochter habe und

verheiratet bin. Mein Running-Gag dazu ist, dass

zu mir noch zwei Menschen gehören, die beide

noch zur Uni gehen. Mein Mann studiert noch und

meine Tochter geht in die Uni-Kita. Ich lache jedes

Mal


Zusammenarbeit und Arbeitsorganisation neu

denken

Von Arno Schambach, Taskworld

Kaum etwas hat die Zusammenarbeit von Teams

in den letzten Jahren so grundlegend

revolutioniert wie der Einsatz von

Collaboration-Tools und virtuellen

Arbeitsumgebungen. Während viele

Digitalisierungsprojekte etwa bei der komplexen

Integration der Daten- und

Anwendungslandschaft nur in kleinen

Entwicklungsschritten voranschreiten, lässt sich

die Zusammenarbeit von Teams und Mitarbeitern

etwa mit virtuellen Workspaces innerhalb weniger

Tage digitalisieren. Der Gewinn an Transparenz,

Produktivität und Schnelligkeit im Tagesgeschäft

entwickelt dabei vielfach eine virale Dynamik

unter den Mitarbeitern, sodass

Collaboration-Tools in kurzer Zeit einen enormen

Effekt auf die zugrunde liegende Ablauf- und

Organisationskultur ausüben.

Projekte, Aufgaben, Abstimmungsprozesse und

Kommunikation das sind die wesentlichen

Elemente, die heute unseren Arbeitsalltag im Büro

bestimmen. Collaboration-Tools setzen genau hier

an, indem sie die Art und Weise, wie wir uns in

unserem Tagesgeschäft organisieren und

miteinander interagieren, von Grund auf

verändern und bestenfalls diese auf die

persönlichen Anforderungen der jeweiligen

Nutzer ausrichten.

Nur weniger als jeder zweite Mitarbeiter fühlt sich

die meiste Zeit produktiv. Dies ist das Ergebnis

einer aktuellen Studie des internationalen

HR-Outsourcing Dienstleisters ADP unter knapp

10.000 Arbeitnehmern in Europa. Als die größten

Produktivitätskiller am Arbeitsplatz wurden vor

allem ineffiziente Systeme und Prozesse (19,6 %),

veraltete Technologien (19 %) und schlechtes

Management (18 %) angeführt.

Produktivitätskiller Nr. 1: E-Mail

Nicht immer aber ist „digital“ auch gleich effektiv.

Viele Unternehmen und Mitarbeiter nutzen heute

die elektronische Mail ähnlich wie Excel

nahezu inflationär: zur Ablage, als Reminder, als

To-do-Liste anstehender Aufgaben, zur

Abstimmung mit den Kollegen oder um

Mitarbeiter per „cc“ auf dem Laufenden zu halten.

Wichtige Informationen wie Aufgaben, Fristen

oder Verantwortlichkeiten liegen zumeist in

unstrukturierter Textform vor und müssen vom

Bearbeiter zunächst extrahiert und sofern

vorhanden für workflow-fähige Systeme

„übersetzt“ und erfasst werden.

Informationsdefizite und fehlende

Prozesstransparenz werden dabei häufig als

Gründe für ein wachsendes E-Mailaufkommen

angeführt. Diese wachsende Zahl an E-Mails wirkt

sich dabei erheblich auf die Arbeitsproduktivität

aus. Die E-Mail-Kommunikation ist damit bis heute

der Produktivitätskiller Nummer 1.

Singletasking statt Multitasking

„Multitasking“ ist heute eine Eigenschaft, die im

80


Büroalltag immer mehr an Bedeutung gewinnt. Doch

macht sie uns weder produktiver noch

leistungsfähiger, so die herrschende Meinung von

Neurowissenschaftlern und Arbeitspsychologen.

Durch das Umschalten zwischen unterschiedlichen

Sachverhalten, Systemen und Logiken verlieren wir

Zeit und die Fähigkeit, uns auf die wesentlichen

Aspekte zu konzentrieren. Produktivitätsexperten

raten daher dazu, die täglichen Aufgaben zu

visualisieren, nach Prioritäten zu ordnen, als

Arbeitseinheiten zu bündeln und strikt nacheinander

abzuarbeiten.

Große Wirkung: Collaboration-Tools als Einstieg in

agile, digitale Arbeitswelten

Unsere heutigen Arbeitswelten erfordern eine neue,

auf Agilität und Zusammenarbeit basierende

Ablauforganisation. Kollaborationstools ermöglichen

Mitarbeitern und Teams auf effiziente Art und

Weise, die über Jahre gewachsenen, konservativen

Kommunikations- und Arbeitsstrukturen

aufzubrechen, individuelle Leistungen messbar zu

machen und gleichzeitig bereichsübergreifend

Produktivität und Transparenz zu schaffen.So

sollten Collaboration-Tools Unternehmen u. a.

unterstützen bei:

der Zuweisung von Aufgaben

der Nachverfolgung von Projekten und Tasks

der Zeiterfassung für einzelne Tasks oder ganze

Projekte der Projektplanung und

Projektmanagement

kontextbezogener Bündelung von Aufgaben,

Korrespondenz, Kennzahlen und Dateien

der Mitarbeiter-, Team- oder Projektbasierten

Kommunikation

dem Onboarding von Mitarbeitern, Partnern oder

Kunden

Feedback- und Leistungsbeurteilungen

dem Filemanagement für einen

plattformübergreifend sicheren Dateiaustausch

81


Change-Management einfach gemacht

Während organisatorische oder infrastrukturelle

„Verbesserungsmaßnahmen“ bei Mitarbeitern

häufig zunächst auf wenig Gegenliebe stoßen,

fallen Maßnahmen zur Verbesserung von

Kommunikation und Zusammenarbeit vielfach auf

sehr fruchtbaren Boden. Die Kommunikation über

Chats und das einfache Teilen von Dateien oder

Aufgaben verbindet Mitarbeiter über alle

Altersgruppen hinweg. Gruppen erstellen,

Beteiligte einladen, Infos austauschen, Bilder und

Dokumente teilen oder von unterwegs ein

„Thumbsup!“ für Vorschläge übersenden. Mit

dem Teilen, Chatten und „Tasken“ entwickelt sich

eine andere, digitale Struktur von Arbeitsräumen

und Arbeitsbereichen, die Design-Thinking sowie

den vertikalen und horizontalen Wissenstransfer

zwischen Kompetenzträgern fördert,

Veränderungen in unserer dynamischen

Arbeitswelt erleichtert und eine

unternehmensweite Innovationskultur schafft.

Denn Mitwachsen und Experimentieren ist in

virtuellen Umgebungen ausdrücklich erwünscht.

Die betriebswirtschaftlichen Vorbehalte von

Führungskräften gegenüber Heimarbeit, z. B.

fehlender Know-how-Transfer, mangelnde

Leistungsmessung oder fehlende

Prozesstransparenz, gelten für moderne

Collaboration-Tools heute nicht mehr und

eröffnen Unternehmen ganz andere

Möglichkeiten bei der Gestaltung von

Arbeitsmodellen.

82


Sabine Scheunert Foto Mercedes

Unternehmerinnen im Porträt

Sabine Scheunert, Vice President Digital & IT

Marketing and Sales bei Daimler - Als Frau

unterwegs in untypischen Domänen

Von Susanne Bachmann GenCEO

Sie macht alles ein bisschen anders als andere,

wechselt von München nach Paris, von Paris nach

Shanghai und schließlich als Vice President IT Sales

und Marketing nach Stuttgart zu Mercedes-Benz.

Sabine Scheunert ist in ihrem Umfeld nicht nur als

internationale Top Managerin mit einem Track

Record zahlreicher spannender internationaler

Stationen, sondern auch für ungewöhnliche

Karriereschritte bekannt und das in der

Automobilindustrie, einer bis dato klassischen

Männerdomäne. Seit 2013 gehört sie

zu GenCEO. Hier ist ihre Geschichte. Sabine

Scheunert hat immer sehr gezielt nach

Herausforderungen und Möglichkeiten gesucht,

diese identifiziert und gefunden. Sie habe stets

fest daran geglaubt, „dass man den nächsten

Schritt im Beruf aktiv machen muss.“ Was sie

dabei besonders auszeichnet, ist, dass Sabine

Scheunert keine Angst vor dem Unbekannten und

Unbequemen hat. Weder thematisch noch

geographisch oder kulturell.

Dazu passt, dass sie immer schon in für Frauen

untypischen Domänen unterwegs gewesen ist.

83


Fußball. Mathematik. Automobil. Trotzdem, so

Scheunert, „bin ich mir meines Frauseins sehr

bewusst, und gerade, weil ich das bin, war dieses

Frauenthema im Zusammenhang mit Karriere nie

eines für mich.“ Vielmehr ginge es doch um

Authentizität und das, was man mitbringe an

Kompetenz und Erfahrung. Eine Aussage übrigens,

die man nicht nur von Sabine Scheunert bei

GenCEO hört, sondern die im Netzwerk weit

verbreitet ist.

Ihre erste Station nach dem Studium ist eine Tech

Company Hewlett Packard. Zuerst in Stuttgart

und später in Grenoble, Frankreich. 1998 startet

sie ihre Reise in der Automobilindustrie, sie heuert

bei BMW in München an und legt so ihr

Fundament für eine Karriere in dieser Branche.

„Die Zeit bei BMW war für mich sehr wichtig“,

sagt Scheunert „ich habe dort ein profundes

Verständnis darüber entwickelt, wie ein

Automobilunternehmen tickt. Und das auf hohem

Niveau“. Bei BMW übernimmt Sabine Scheunert

sehr schnell eine internationale Funktion sie

verantwortet die Marketingkommunikation der

Marke MINI und später das Produktmanagement

für BMW der Vertriebsregion Europa. „Diese

ersten internationalen Erfahrungen haben mich

geprägt“, sagt sie heute. „Das und spannende

Weggefährten, mit denen ich mich austauschen

und von denen ich lernen konnte.“

Sabine Scheunert trifft dann eine Entscheidung,

die nur wenige BMW-Mitarbeiter treffen: Sie

verlässt das Unternehmen und folgt dem Ruf von

PSA nach Paris. Eine enorme kulturelle

Umstellung: Der PSA Konzern ist durch und durch

Französisch; Französisch sogar Konzernsprache.

Mit der weltweiten Verantwortung für das CRM

aller PSA Marken wird Sabine Scheunert schon

sehr früh mit einem Thema vertraut, das heute

aktueller denn je ist: Customer Journey und Daten.

Aus Frankreich hat sie die Liebe fürs Detail

mitgenommen und die Relevanz des

wertschätzenden Rahmens für eine erfolgreiche

Zusammenarbeit multidisziplinarischer Teams.

Etwas worauf sie bis heute im Management

großen Wert legt.

Und dann kommt der in jeder Hinsicht ganz große

Schritt. Als erste weibliche CEO eines

Autokonzerns übernimmt Sabine Scheunert die

Verantwortung für Citroën in China. Den

Kulturschock nimmt sie mit viel positiver Energie

gelassen. Muss sie auch, denn sie startet in einer

Krisensituation und sieht sich bei Citroën mit

rückläufigen Verkaufszahlen konfrontiert. So muss

sie in China gleich am Anfang Feuerwehr spielen:

die Einführung neuer Modelle, den Aufbau des

Händlernetzes, den Spagat zwischen Rabatten und

Lagerbeständen und vor allem die Entwicklung des

lokalen Managementteams. „Man kann China

eigentlich nur verstehen, wenn man dort gelebt

hat.“, sagt Sabine Scheunert. Beeindruckt haben

sie vor allem die einzigartige Ambition und die

Konsequenz der Chinesen. „Das gesehen und

erlebt zu haben, schärft dein Verständnis und

84


deine Einschätzung des chinesischen Marktes“,

ergänzt sie eine Fähigkeit und Erfahrung, die

heute für jeden globalen Konzern Gold wert ist.

Anfang 2017 erhält Scheunert einen Anruf, der ihr

Leben von heute auf morgen wieder auf den Kopf

stellt: Daimler will sie dafür gewinnen, die

Digitalisierung der Marke Mercedes-Benz

voranzutreiben. Als Vice President Digital & IT

Marketing and Sales soll sie die technologische

Infrastruktur für den Kundendialog von morgen

bauen. Die Aufgabe klingt für sie so spannend,

dass sie erneut die Koffer packt. Dieses Mal, um

nach Stuttgart zu gehen.

Scheunert kennt niemanden hier bis auf die

Regionalgruppe von GenCEO, die sie herzlich

empfängt und ihr die ersten Schritte deutlich

leichter macht. Ansonsten ist alles wie immer: Eine

neue Stadt, ein neues Team, neue Kollegen, eine

neue Aufgabe, lediglich die Branche ist dieselbe

geblieben. „Du fängst in keinem neuen Job wirklich

bei Null an“, kommentiert sie ihren Wechsel ins

Ländle. „Du bringst ja schließlich vieles mit, was du

bereits bei anderen Stationen erprobt und getestet

hast.“ Über 2.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt

gehören zu ihrem Bereich, die Frauenquote liegt

nach drei Jahren bei beachtlichen 35 %. Gefragt,

was und ob Frauen etwas anders machen als

Männer, beantwortet sie in der ihr eigenen

Klarheit: „Ich glaube schon, dass es Unterschiede

zwischen Männern und Frauen gibt. Frauen

bringen Empathie in Problemlösungsprozesse.“

Klar, dass sie gern mit aus Geschlechtern und

Nationen

gemischten Teams arbeitet.

Überhaupt ist für Sabine Scheunert das Thema

Frauenförderung zentral. Sie engagiert sich stark

dafür, junge Frauen für die sogenannten

MINT-Fächer zu gewinnen. Darüber hinaus ist sie

als Mentorin sowohl in als auch außerhalb des

Konzerns aktiv. Nach ihrem Rat für junge

Managerinnen gefragt sagt sie: „Es ist zentral, sich

als Frau nicht unnötig infrage zu stellen, Feedback

sachlich einzuschätzen und nicht persönlich zu

nehmen.“

Sabine Scheunert ist selbst Mutter eines kleinen

Sohnes. Den Spagat zwischen international

agierender Top-Managerin eines DAX30-Konzerns

und liebevoller und fürsorglicher Mutter, kennt sie

zu gut. Erst recht vor dem Hintergrund der (oft

auch zeitlich) begrenzten

Betreuungsmöglichkeiten. Dennoch ist sie hier in

ihrem Rat klar; auch mit Kind müsse man

zumindest heute noch - Präsenz zeigen und da

sein. Und sie bleibt pragmatisch: „Es liegt immer

an einem selbst, wie aktiv man ist, wie sichtbar

man bleibt.“ Aktivität ist für sie auch ein

Schlüsselwort, wenn es um GenCEO geht. „Wir

müssen uns unserer privilegierten Verantwortung

bewusst sein; GenCEO darf nicht nur eine

Sammlung exzellenter Frauen sein, sondern muss

auch sichtbar Kante zeigen“, meint sie. „Und das

müssen wir uns alle vornehmen. Jede Einzelne

muss mit ihrem Netzwerk, ihrer Kompetenz, ihrer

Erfahrung für deutliche Positionen sorgen. Nur so

werden wir letztlich gemeinsam etwas bewirken

und verändern.“

Sabine Scheunert Foto Mercedes

85


Gründerinnen im Porträt

Ich habe mir

meinen

Mädchentraum

erfüllt

Claudia Zimmer hat in Wiesbaden ihr eigenes

Atelier eröffnet, das Atelier 018, eine echte

Mutprobe.

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?

In meinem Atelier kreiere ich Unikate für

Menschen, die auf Individualität Wert legen und

auf Nachhaltigkeit achten. Letzteres bedeutet für

mich, dass meine Neuanfertigungen oft zeitlos

und die Materialien so hochwertig sind, dass diese

Kleidungsstücke meine Kunden über viele Jahre

begleiten können. Mit speziellen Techniken

verändere ich auch Kleidungsstücke, die aus

irgendwelchen Gründen nie getragen wurden. Oft

werden sie dann zu Lieblingsstücken.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Das ging total schnell: Ich habe kurz vor der

Ferienzeit eröffnet und da sind Passanten in das

Atelier gekommen, die sonst nie hier sind.

Manche waren in Wiesbaden auf

„Ferien-Shopping-Tour“. Daraus haben sich dann

Stammkunden entwickelt, die viel

„Mund-zu-Mund-Propaganda“ für mich gemacht

haben. Das fand ich total verblüffend und

ermutigend.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Claudia Zimmer Foto Sebastian Matthias

Ich habe eine klassische Schneiderlehre gemacht

und danach Modedesign studiert. Das hatte ich

als kleines Mädchen schon so beschlossen, da

meine Mutter auch Schneiderin war und für uns

Kinder ganz viel genäht hat. Ich habe immer

lieber umgearbeitete Sachen von ihr getragen

als etwas Neues. Nach meiner Ausbildung hat

alles so funktioniert, wie ich mir das gewünscht

86


hatte. Nach dem Studium bin ich ins Ausland

gegangen und habe für deutsche

Bekleidungsfirmen die Produktionsleitung

übernommen überwiegend in Osteuropa, Asien

und Nordafrika. Danach war ich noch fünf Jahre in

der Schweiz, bevor ich wieder nach Deutschland

zurückgekommen bin.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes

Unternehmen zu gründen?

Ich bin der Liebe wegen nach Wiesbaden

gekommen und habe mir Zeit genommen, mich

hier beruflich neu zu orientieren. Währenddessen

haben mein Mann und ich diesen Laden entdeckt,

der gerade mal drei Minuten von unserer

Wohnung entfernt ist. Ein Showroom und eine

Werkstatt für mich genial! Da hat mein Mann

gesagt: Machen!!! Innerhalb von sechs Wochen

haben wir die Räume in der Oranienstraße 18 in

liebevoller Kleinarbeit renoviert und als „Atelier

O18“ eröffnet.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und

Mentoren?

Nur wunderbare Menschen: mein Mann und

meine Tochter, die Produktdesign studiert. Sie hat

mein „Corporate Design“ und mein Logo

entwickelt. Bei Berufswege für Frauen habe ich

mir die Informationen geholt, die ich noch

brauchte. Sie bieten sehr gute Workshops an und

man fühlt sich da einfach gut aufgehoben. Aber

auch meine Kundinnen und Kunden geben mir

täglich wichtiges Feedback.

Modell Ella Foto Sebastian Matthias

Was war Ihre größte Herausforderung und wie

haben Sie diese gemeistert?

Die größten Herausforderungen bestehen

weiterhin: Das sind wirklich Zeitmanagement und

Organisation. Mit meiner One-Woman-Show habe

ich an manchen Tagen das Gefühl, dass ich nicht

vorangekommen bin, weil es neben der Produktion

auch noch so viele Dinge zu erledigen gibt.

87


Modell Ella Foto Sebastian Matthias

Dafür arbeite ich dann auch mal außerhalb der

Öffnungszeiten. Auf lange Sicht würde ich gerne

eine Auszubildende oder einen Auszubildenden

einstellen, um das Wissen und die Kenntnisse, die

ich erlernen durfte, weiterzugeben. Aber es muss

jemand sein, der zu mir passt und genauso für

diesen Beruf brennt, wie ich.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen

aufmerksam? Was ist Ihre beste

Vermarktungsidee?

Meine Kundinnen und Kunden sind meine beste

Werbung. Außerdem bin ich auf Google My

Business präsent. Darüber kommen die meisten

Anfragen. Ich poste auch regelmäßig auf

Instagram für mich eine professionellere

Plattform als Facebook. Dann sind da noch meine

Events. Im Moment mache ich diese so zwei bis

drei Mal im Jahr. Da verbinde ich Kunst und Mode

mit Kulinarischem. Im Juni haben zum Beispiel

zwei Künstlerinnen bei mir ausgestellt: Die eine

zeigte wunderschöne Kleider aus getrockneten

Pflanzen und Strandgut, zauberhafte Objekte zum

Träumen, nicht zum Anziehen. Die andere führte

original Chanel-Stickereitechniken vor. Dazu gab

es Catering und tolle Weine.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung

umgesetzt?

Ich habe ausschließlich eigene Mittel verwendet.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Ich würde gerne eine Kollektion mit Stoffen von

Julian Schnabel kreieren. Man darf ja träumen!

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich

mehr Zeit hätte, …

… würde ich Önologie studieren und einen

Weinberg haben.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie

Gründerinnen und Gründern empfehlen?

Natürlich ist es wichtig, alles Für und Wider einer

Selbstständigkeit in die Waagschale zu werfen,

doch letztendlich muss die Gründung irgendwie

aus dem Bauch kommen. Also nicht zu lange

nachdenken und grübeln, sondern einfach

machen. Dann kommt irgendwie eins zum

anderen. Wirklich wichtig finde ich, Menschen,

um sich zu haben, die einem den Rücken stärken

und Mut machen. Denn eine Gründung ist schon

eine wahre Mutprobe.

88


Und wohin?

moinblockchain Conference 2019

Wann 5. Juli 201918. Oktober 2019

Wo SQUARE HSBA Innovation Hub, Adolphsplatz

6, Hamburg

Der moinworld e.V. weiß, dass die IT von morgen

Frauen braucht, die mit ihren Ideen mutig voran

gehen. Deswegen lädt er euch herzlich ein, Teil

der moinblockchain-Konferenz am 18. Oktober

2019 im Herzen Hamburgs zu sein. Euch erwarten

inspirierende Speaker*innen, zukunftsweisende

Talks und spannende Hands-on-Workshops, die

euch mit der neuesten Blockchain-Technologie

versorgen.

Weitere Infos und Tickets unter

www.moinworld.de/moinblockchain-blockchain-co

nference

Die 3 häufigsten Anlegerfehler und wie du sie

vermeidest

Wann 17. Oktober 2019

Wo Internet

Was sind die häufigsten Fehler bei der Geldanlage

und wie kannst du sie als Anfängerin vermeiden?

Wenn dich diese Fragen interessieren, solltest du

dich für unser Webinar am 16.10. anmelden. Nina

Albrecht, die Expertin vom Robo Advisor

VisualVest, wird Licht ins Dunkel bringen.

Das Webinar startet um 19:30 und dauert 60

Minuten. Es ist ausreichend Zeit für Fragen &

Antworten eingeplant. Organisatoren sind Finelles

in Zusammenarbeit mit Nina Albrecht, VisualVest.

Hier könnt ihr euch anmelden: www.eventbrite.de

SHE works!-Leserinnen erhalten bei der

Buchung einen Rabatt von 30%!

89


Women in Mobility Summit

Gründerwoche Deutschland 2019

Wann 14. November 2019

Wo DB Systel, Silberturm, Jürgen-Ponto-Platz 1,

Frankfurt am Main

Am 14. & 15. November 2019 findet in Frankfurt

eine Konferenz zum Thema Mobilität statt, bei der

nur Fachexpertinnen auf der Bühne stehen. Der

Women in Mobility Summit wird allein durch

Frauen gestaltet auf dem Podium, in den

Sessions und in der Organisation.

Der Women in Mobility Summit vereint die

interaktiven Elemente eines Barcamps mit denen

einer klassischen Konferenz. Anmeldung ab sofort

möglich. Der Ticketverkauf erfolgt über die VDV

Akademie, den offiziellen Veranstaltungspartner:

www.vdv-akademie.de/tagungen/womeninmobili

tysummit

Wann 18. bis 24. November 2019

Wo bundesweit

Während der bundesweiten Aktionswoche bieten

die Partner der Gründerwoche vom 18. bis 24.

November über Workshops, Seminare, Planspiele,

Wettbewerbe und viele weitere Veranstaltungen

rund um das Thema berufliche Selbständigkeit an.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für

Wirtschaft und Energie setzen sie damit Impulse

für eine neue Gründungskultur und ein

freundlicheres Gründungsklima in Deutschland.

Nähere Informationen unter

www.gruenderwoche.de.

90


Was zu lesen!

VOLL SINN: Nur was Sinn macht, kann uns

erfüllen

von Stefan Dudas

Wenn man immer das tut, was scheinbar erwartet

wird, stellen sich früher oder später die

entscheidenden Fragen: Was mache ich

eigentlich? Macht das Sinn? Ist das, was ich

mache, wirklich Erfüllung?

Die Suche nach dem Sinn ist dringlicher denn je.

Die Arbeitswelt verändert sich in

atemberaubendem Tempo. «Sinn» wird zur

Voraussetzung für Motivation. Das beginnen sogar

die Unternehmen zu erkennen. Auf der einen

Seite stehen wir als Mensch. Auf der anderen

Seite buhlen Unternehmen, Kollegen, Freunde um

unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit, unsere

Energie.

Stefan Dudas spricht in seinem Buch Klartext.

Humorvoll, aber immer tiefgründig zeigt er, wie

jeder von uns mehr Sinn in sein Leben bringen

kann.

Verlag: BusinessVillage

ISBN-10: 3869803940

So geht WIRtschaft

von Ulrike Stahl

Nach wie vor herrscht in vielen

Unternehmensbereichen das klassische

Silodenken: Guerillakämpfe zwischen den

Abteilungen, Boykott zwischen CEO und

Abteilungsleitern, schnelle Gewinnmitnahmen

statt nachhaltiger Win-Win- Lösungen. Doch das

bringt uns in der heutigen Wissensgesellschaft

nicht weiter. Es ist an der Zeit, umzudenken.

Kooperation eröffnet neue geschäftliche

Spielräume: Komplexe Aufgaben werden in

kürzester Zeit kollaborativ über Abteilungs-,

Länder- und Unternehmensgrenzen hinweg

gelöst, kokreativ entstehen zukunftsweisende

Innovationen. So geht WIRTSCHAFT heute!

Ulrike Stahl ist dem kooperativen Denken und

Handeln auf der Spur und illustriert gekonnt, was

den Unterschied macht.

Verlag: Metropolitan

ISBN-10: 3961860017

91


Was zu lesen!

Power für Frauen

von Petra Polk

Petra Polk unterstützt Frauen darin, erfolgreicher

zu werden. Sie zeigt auf, wie Frauen es schaffen,

aus eigenem Antrieb heraus ihren Erfolgsweg zu

gehen und richtet sich dabei insbesondere an

Frauen im Business und jene auf dem

Karriereweg.

Sie behandelt in ihrem Buch Themen wie das

richtige Mindset, Selbstmarketing,

Selbstwertschätzung und Netzwerk-Strategien.

Aber auch viele Glaubenssätze, die Frauen am

Erfolg hindern, werden betrachtet.

Dabei stellt die Autorin unangenehme Fragen zur

Selbstreflexion und sticht mit der imaginären

Nadel in jene Stellen, mit denen sich Frauen

normalerweise nicht so gerne auseinandersetzen.

Als Belohnung erhält die Leserin - neben der

Erkenntnis, dass sie letztlich immer nur ganz

alleine für ihren Erfolg verantwortlich ist - die

erforderlichen Werkzeuge zur Umsetzung.

Lass deine Tigerin aus dem Käfig

von Heike M. Cobaugh

In diesem Buch geht es um Mut. Wie

insbesondere Frauen mutiger werden können.

Und das, obwohl sie Angst haben. Mut ist wie ein

Muskel, der sich aufbauen lässt. Mit über

zwanzigjähriger Erfahrung als Coach und

Trainerin, hilft die Autorin den Leserinnen mit

praxisnahen Übungen, Fallbeispielen, Anregungen

und Tipps, ihren ganz persönlichen Mutmuskel

aufzubauen. Mit mehr Selbstvertrauen berufliche

und private Situationen zu meistern. Mutig das

eigene Leben zu leben.

Verlag: TWENTYSIX

ISBN-10: 3740732679

Verlag: Wiley-VCH

ISBN-10: 3527509682

92


Was zu lesen!

Ja, ich will dein Kunde sein

Weiblich, wild & weise

von Team Gorus

Sehr gutes Angebot, faires

Preis-Leistungsverhältnis, kontinuierliche

Werbung. Und trotzdem reagieren gerade

Neukunden skeptisch auf das, was Sie anbieten.

In diesem Buch verrät das Team Gorus, wie Sie so

kommunizieren, dass Ihre Kunden und die, die es

noch werden möchten, Ihnen glauben, wie gut Ihr

Angebot, wie eingespielt Ihr Team, wie

unschlagbar Ihre Produkte sind.

Die Marketingspezialisten und Textprofis von

Gorus beraten ihre Klienten häufig in genau dieser

Situation. Fest steht: Werbung schalten bis der

Geldbeutel leer ist, ist nicht das Patentrezept. Eine

zeitgemäße, clevere Form der Kommunikation

muss her.

Der Knackpunkt dabei: Nur, wenn Kunden

vertrauen, dann klicken, buchen, reservieren und

kaufen sie auch.

von Nicola Brandes

In „Weiblich, wild & weise“ (Goldegg-Verlag,

2019) zeichnet Nicole Brandes auch anhand

ihres eigenen, spektakulären beruflichen

Aufstiegs, der sie in die höchsten

Wirtschaftskreise führte, den Königsweg zu

einem erfüllten, glücklichen Leben auf ein

hilfreicher Karrierewegweiser, nicht nur für

Frauen.

Verlag: Goldegg Verlag

ISBN-10: 3990600974

r

Verlag: Orgshop GmbH

ISBN-10: 3947572174

93


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