Stahlreport 2019.10

markushuneke
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74. Jahrgang | Oktober 2019

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

10|19

50 Jahre, die uns verbinden


WIR fahren mit Ihnen

die Erfolge ein.

„In der Agrarwirtschaft wächst der

Wettbewerb stetig. Wie aber macht man

Landmaschinen trotz Kostendrucks immer

leistungsfähiger? Die Antwort: mit speziellen

Werkstoffen und einer hochpräzisen Anarbeitung

von Klöckner.“

www.kloecknerdeutschland.de

WIR machen den Mehrwert.


„50 Jahre, die uns verbinden“ –

das war das Motto des Stahlhandelstages 2019. Doch nicht nur

der BDS feiert diesen runden Geburtstag in diesem Jahr. Auch

einige am Stahlhandelstag teilnehmende Persönlichkeiten der

Branche gehören in diesen erlauchten Kreis der „best agers“.

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

dass ein gewisser Ludger Wolfgart „mit

Wirkung vom 1. Oktober 1984 die Redaktion

unserer Zeitschrift“ übernommen

hat, meldete „Lernen+Leisten/Stahl-

Report“ im Oktoberheft 1984 „in eigener

Sache“ (vgl. 10/84, S. 261). Noch im selben

Monat kam für mich mit der Leitung von

„Qualitäts- und Edelstahl“ in Düsseldorf ein erstes Seminar

dazu. (Vgl. 12/84, S. 336 f). Das alles ist jetzt genau 35 Jahre

her – und Anlass, mich schon jetzt aus diesen Verantwortungen

zurückzuziehen, bevor ich gegen Ende des kommenden

Jahres ganz in den Ruhestand wechsele.

Meinem ersten Heft im Oktober 1984 sind rund 500 Monatsund

Sonderausgaben des heutigen „Stahlreport“ gefolgt, bei

etwa ebenso vielen Seminaren habe ich in dreieinhalb Jahrzehnten

Regie geführt und Verantwortung für die heutige

BDS-Berufsbildung übernommen, deren Fernstudium inzwischen

mehr als 500 erfolgreiche Absolventen kennt. So beindruckend

diese einzelnen Zahlen auch sein mögen, wichtiger

ist mir in der Rückschau, dass ich für den Stahlhandel den

Auf- und Ausbau eines Systems begleiten durfte: Brancheninformation

und Berufsbildung.

Dieser verbandlichen Marke fühle ich mich auch weiterhin

verpflichtet und hoffe, auch künftig noch einige Beiträge

zu deren Weiterentwicklung leisten zu können. In diesem

Sinne verabschiede ich mich hiermit aus der ersten Reihe

der Verantwortung Tragenden und wünsche den Übernehmenden

für die anstehenden Aufgaben alles Gute.

Zu diesem Guten gehört auf jeden Fall eine interessiertwohlwollende

Leserschaft, die Sie bitte auch für Markus

Huneke sind, ab 1.10.19 mein Nachfolger als Chefredakteur

des Stahlreport. Er hat für dieses Heft 10/19 auf ein eigenes

Editorial verzichtet und mir so Gelegenheit gegeben, mich

in dieser Rubrik in meinen bisherigen Funktionen von Ihnen

zu verabschieden.

Ich tue dies mit Dank und freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport

und BDS-Bereichsleiter Berufsbildung

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Stahlkontor Lingemann – Volles Programm

in die Zukunft

ANARBEITUNG & LOGISTIK

14 Makro implementiert neues ERP-System

15 Padersoft – Zusatzmodul für integrierte

Tourenplanung

MESSEN UND MÄRKTE

16 Vorschau auf parts2clean

18 Vorschau auf die Blechexpo 2019

19 Vorschau auf die DeburringExpo

20 „Bauwerksprüfung im Hochbau“ – Teil 2

Schwerpunkt Konjunktur

23 Fakten und Fantasien auf der EMO

24 Maschinenbauer ohne echte Lichtblicke

26 Bauwirtschaft läuft weiter gut

27 Stahl- und Metallverarbeitung mit Rückgängen

28 Autmobilmärkte entwickeln sich differenziert

29 Stahlkonjunktur bleibt verhalten

BDS

30 Research: Die Unsicherheit nimmt zu

32 50 Jahre, die uns verbinden – das war der

Stahlhandelstag 2019

38 Der Stahlhandel auf der Blechexpo 2019

39 Recht: Schutz vor Geschäftsgeheimnissen

42 Der Rechtsfall: „Spion gegen Spion“

VERBÄNDE & POLITIK

44 Studie – Daten- statt Technologieorientiert

45 VDE-Sonderpreis – Bau neuer Ladestationen

WISSENSWERTES

46 Werkstoffwoche – Zukunftsfähiges Zentrum

LIFESTEEL

48 Edelstahl Rostfrei: Stehende Zweiradmobilität

49 Hightech-Bike von thyssenkrupp

51 Impressum

Stahlreport 10|19

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Oliver Schaper/TU Dortmund

Anja Karliczek

hat im Sommer ein Forschungszentrum des

Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und

Logistik IML und der Technischen Universität

Dortmund besucht und sich dabei über das

Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen

Rhein-Ruhr informiert. Dort bündeln Fraunhofer

sowie die Universitäten Dortmund und Bonn

ihre Forschungskompetenz in den Bereichen

künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

Wie die dabei erreichten Forschungsergebnisse

ihren Weg in die Anwendung finden, zeigten die

beteiligten Wissenschaftler anhand von sechs

konkreten Projekten. Ein Highlight bildete

dabei ein aus 20 Objekten bestehender Drohnenschwarm,

der in der Lage ist, autonom

komplexe logistische Aufgaben zu bewältigen.

Der Besuch fand im Rahmen einer Reise statt,

bei der es der Bundesbildungs- und Forschungsministerin

(2.v.l.) darum ging, sich Eindrücke

von herausragenden Projekten zu verschaffen,

die durch ihr Haus gefördert werden.

Taoufiq Boussaid

ist seit 15.7.19 neuer Finanzchef (CFO) des

belgischen Drahtherstellers Bekaert. Der Neue

hat den Posten von Frank Vromant übernomme,

der seit Ende 2018 als Interims-CFO

agiert hatte. Taoufiq Boussaid war seit Beginn

seiner Karriere bei Ernst & Young in Frankreich

ausschließlich international tätig.

Achim Berg

ist als Präsident des Digitalverbands Bitkom

(Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation

und neue Medien e.V.) wiedergewählt

worden. Berg wurde bereits im Rahmen

der Bitkom-Jahrestagung in Berlin

einstimmig für eine zweite Amtszeit bestätigt.

Er wird damit in den kommenden beiden Jahren

für die mehr als 1.800 Mitglieder des Bitkom

mit ihren in Deutschland zwei Millionen

Beschäftigten sprechen. Ulrich Dietz, Vorsitzender

des Verwaltungsrats der GFT Technologies

SE, und Michael Kleinemeier, Vorstand

SAP SE, wurden als Bitkom-Vizepräsidenten

Foto: VDE

bestätigt. Neu zum Vizepräsidenten gewählt

wurde Dr. Dirk Wössner, Vorstand Deutsche

Telekom AG und Sprecher der Geschäftsführung

Telekom Deutschland GmbH. Catharina

van Delden, Gründerin und Geschäftsführerin

innosabi GmbH, wurde als Schatzmeisterin

bestätigt und ist damit Mitglied im Geschäftsführenden

Vorstand, dem engsten Führungskreis

des Bitkom.

Christophe Cazabeau

ist zum Leiter des globalen Geschäftsbereichs

Surface Treatment des Unternehmensbereichs

Coatings der BASF ernannt worden, der unter

der Marke Chemetall agiert. Mit Wirkung zum

1.8.19 folgte der Senior Vice President auf

Dr. Martin Jung, der das Chemetall-Geschäft

seit 2017 geleitet hatte. Der Unternehmensbereich

Coatings von BASF verfügt über eine globale

Expertise in der Entwicklung, Produktion

und Vermarktung innovativer Fahrzeug- und

Autoreparaturlacke, Bautenanstrichmittel

sowie angewandter Oberflächentechnik von

Metall-, Plastik- und Glassubstraten für zahlreiche

Industrien.

Björn Kemper

wird neues Vorstandsmitglied beim Deutschen

Verband für Schweißen und verwandte Verfahren

(DVS). Das gilt für den Vorsitzenden der

Geschäftsführung der Kemper GmbH ab Januar

2020 für eine Amtszeit von vier Jahren bis

Ende 2023. Das Unternehmen des neuen Präsidiumsmitglieds

ist Hersteller von Absaugund

Filteranlagen für die metallverarbeitende

Industrie. Wohl auch deshalb möchte Björn

Kemper die Relevanz von Arbeitsschutzthemen

stärken. „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels

sind saubere Produktionsumgebungen

in Zukunft ein entscheidender Faktor für

den Erfolg unserer Branche“, argumentiert er in

dieser Logik.

Wolfgang Niedziella

ist seit 1.8.19 für das neu geschaffene Kompetenzcenter

„Digitale Sicherheit“ im Verband

der Elektrotechnik

Elektronik Informationstechnik

(VDE) verantwortlich.

In seiner

Position führt der 57-

jährige Elektroingenieur

die in der

Gruppe verteilten

Kernkompetenzen zu

einem organisationsübergreifenden

Geschäftsfeld zusammen. „Mit

dem neuen Bereich Digitale Sicherheit geht der

VDE auf die Bedürfnisse seiner Kunden ein und

adressiert ihre Anforderungen nach Informations-

und Unternehmenssicherheit. Internationale

Cyber-Kriminalität boomt und kein Ende

ist in Sicht mit fatalen Auswirkungen auf die

Informationssysteme von Unternehmen, Behörden

und Bürgern und damit auch auf deren

Geschäftstätigkeit.“

Ansgar Hinz, CEO, und Dr. Beate Mand, CFO,

des Verbandes. Nach seinem Studium der

Elektrotechnik hatte Wolfgang Niedziella seine

Karriere 1987 beim VDE-Institut in Offenbach

begonnen. Heute ist er Geschäftsführer in der

VDE-Gruppe.

Lieselotte Schneider

beendet in diesem Herbst ihre berufliche Laufbahn.

Das Besondere daran: Dann wird die

66-jährige Seniorchefin 45 Jahre lang in einund

demselben Unternehmen gearbeitet

haben, der Uhl GmbH & Co. Stahl- und Metallbau

in Würzburg. Begonnen aber hatte Lieselotte

Schneider ihre berufliche Tätigkeit von

1973 bis 1974 bei

der Bischöflichen

Finanzkammer in

Würzburg – bis zur

Hochzeit mit ihrem

Mann, dem heutigen

Uhl-Geschäftsführer.

„Ich war immer im

Foto: Pressebeck

kaufmännischen

Bereich, in der Finanzbuchhaltung

und

Lohnbuchhaltung“, bilanzierte Lieselotte

Schneider zu ihrem Ausscheiden und formulierte

ihre Erwartungen: „Dass die Firma immer

gut dasteht – und die folgende Generation

unser Unternehmen gut in die Zukunft führt.

Das wünsche ich mir.“

Meinrad Maria Grewenig

hat sich von seiner Lebensaufgabe offiziell verabschiedet:

dem Weltkulturerbe Völklinger

Hütte, dessen Gründungsdirektor er vor mehr

als 20 Jahren geworden war. Der 65-Jährige

legte zu seinem Abschied großen Wert darauf,

dass erstmals aus einem alten Stahlwerk praktisch

unverändert eine Museumsanlage geworden

ist – sozusagen ein sanierter Lernort für

alle, die sich für diesen Werkstoff interessieren.

1954 in Saarbrücken geboren, ging Grewenig

in Völklingen zur Schule und fand in der

damaligen Hütte einen Ferienjob. Nach dieser

ersten Begegnung mit dem Stahlwerk studierte

4 Stahlreport 10|19


Foto: Fraunhofer IRB

Fotos, 2: Schuler AG

der spätere Welterbe-Chef Kunstgeschichte,

klassische Archäologie, Erziehungswissenschaften,

Philosophie und Katholische Theologie.

1983 wurde er promoviert und übernahm

herausgehobene Aufgaben in der westdeutschen

Museumslandschaft, die er vor allem

aber mit der Völklinger Hütte prägte.

Julia Ehl

hat im Fraunhofer IRB Verlag im August 2019

den Posten der verantwortlichen Redakteurin

der Fachzeitschrift Bauen + übernommen.

Außerdem ist die 47-

jährige Diplom-Ingenieurin

(FH) Ansprechpartnerin

für

entsprechende Buchprojekte.

Volker

Schweizer, Leiter des

Fraunhofer IRB-Verlages,

zeigte sich von

der Personalie begeistert:

„Wir freuen uns,

dass wir mit Frau Ehl eine so kompetente Kollegin

gewinnen konnten. Gemeinsam mit dem

motivierten Team wird sie die Zeitschrift noch

näher an den Wünschen der Leserinnen und

Leser ausrichten.“ Vor ihrem Einstieg in den

Verlagsbereich hatte Julia Ehl kurz in einem

Statikerbüro gearbeitet.

Thomas Kamphausen

ist zum 1.9.19 als Mitglied des Vorstands

bestellt und übernimmt bei der Schuler AG mit

Ausscheiden von Norbert Broger (r.) zum

1.11.19 das Amt als Finanzvorstand und

Arbeitsdirektor im Konzern. Der 56-Jährige

wechselt vom führenden internationalen Logistik-Unternehmen

SSI Schäfer mit Sitz im nordrhein-westfälischen

Neunkirchen, wo er zuletzt

als Chief Financial Officer und Geschäftsführer

tätig war, nach Göppingen. SSI Schäfer

beschäftigt weltweit rund 10.500 Menschen

und gilt als Vorreiter der Digitalisierung bei der

Beschaffung, Lagerung sowie Beförderung von

Gütern für Industrie und Handel. Finanzvorstand

Norbert Broger hatte bereits im Frühjahr

erklärt, seinen laufenden Vertrag beim Pressenhersteller

Schuler nicht verlängern zu wollen,

um sich neuen Aufgaben zuzuwenden.

Martin Winterstein

tritt in die Geschäftsführung der Gehring Technologies

GmbH ein und übernimmt als Chief

Sales Officer (CSO) global die Verantwortung

für die Vertriebsaktivitäten der Gehring-Gruppe

mit Sitz im schwäbischen Ostfildern. Deren

Schwerpunkt ist – neben der Hontechnologie,

ein dem Schleifen verwandtes Verfahren mit

besonderen Oberflächenergebnissen auf den

behandelten Metallen

– die E-Mobilität. Als

CSO soll der 41-jährige

Diplom-Ingenieur

die strategische Entwicklung

der Vertriebs-

und Marketingaktivitäten

mit

Schwerpunkten in der

Hontechnologie sowie

der Produktionstechnik

für den elektrischen Antriebsstrang vorantreiben.

Darüber hinaus stehen die Digitalisierung

und der intensive Austausch mit der

Kundenbasis im Vordergrund.

Alexander Hahn

ist in diesem Jahr der Sprung ins Finale des

Wettbewerbs gelungen, mit dem die Prüfungsund

Beratungsgesellschaft Ernst & Young die

besten inhabergeführten Unternehmen

Deutschlands auszeichnet. Der Gründer und

CEO der Deutsche Lichtmiete AG ist einer von

38 Nominierten. Die Bekanntgabe der Gewinner

findet am 25.10.19 in Stuttgart statt. Die

Begrüßungsrede hält

der baden-württembergische

Ministerpräsident

Winfried

Kretschmann. Alexander

Hahn hatte sein

Unternehmen 2008

auf dem Höhepunkt

der weltweiten

Finanz- und Wirtschaftskrise

und mit

einer innovativen Idee gegründet: Outsourcen

von energieeffizienter Industriebeleuchtung

und Mieten des fertigen Produkts Licht. Elf

Jahre später beschäftigt die Deutsche Lichtmiete

über 100 Mitarbeiter, hat mehr als 400

Projekte realisiert, mit denen viele tausend

Tonnen CO 2 eingespart wurden, und sieht sich

als Marktführer bei Light as a Service (LaaS).

Foto: Gehring

Foto: Gehring

Peter Boye

ist mit der höchsten Auszeichnung des DVS –

Deutscher Verband für Schweißen und verwandte

Verfahren geehrt worden. Die DVS-

Plakette, wurde an Dipl.-Ing. Peter Boye durch

DVS-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing im

Rahmen der DVS-Jahresversammlung in Rostock

verliehen. Der Verband mit seinen rund

19.000 Mitgliedern

würdigte mit dieser

Auszeichnung den

langjährigen stellvertretenden

Präsidenten

und Vorsitzenden

des Ausschusses der

Landesverbände für

seine hervorragenden

Verdienste auf dem

Gebiet der Schweißtechnik

in Wissenschaft und Praxis. Darüber

hinaus wurden zwei weitere Persönlichkeiten

auf Beschluss des DVS-Präsidiums in Rostock

geehrt: Dipl.-Ing. Jochen Mußmann und Dipl.-

Ing. Wolfgang Satke. Sie erhielten die DVS-

Ehrenringe, weil sie sich durch ihre Arbeit auf

technisch-wissenschaftlichem Gebiet besonders

ausgezeichnet oder sich in hervorragender

Weise um den Verband verdient gemacht

haben.

Oliver Sonst

hat zum 1.10.19 die Geschäftsführung der

Stahlo Stahlservice GmbH übernommen, die

sich als eines der größten und modernsten

Stahl-Service-Center in Europa sieht. Oliver

Sonst folgt auf Guido Spenrath, der außerhalb

der Gruppe neue Aufgaben übernimmt, und

soll für die Neuausrichtung des Unternehmens

auf die Zukunft stehen – durch Technologieführerschaft

im Bereich der Hightech-Stahlverarbeitung,

starke Partnerschaften in der Automobilindustrie

und die Expansion in den

osteuropäischen Markt. In diesem Jahr nimmt

Stahlo sein neues Werk in Gera in Betrieb. Mit

dem Neubau verdoppelt das Unternehmen

nicht nur die Zahl der Anlagen, sondern erhöht

auch die Produktionskapazität auf jährlich rund

400.000 Tonnen Stahl in Gera. An den Standorten

Dillenburg, Gera

und Nordhausen produziert

das Unternehmen

individuell nach

Kundenwunsch Spaltband,

Zuschnitte,

Standardformate,

Formzuschnitte und

Konturen in allen gängigen

Güten.

Foto DVS

Foto: Friedhelm Loh Group

Stahlreport 10|19

5


Stahlhandel

Bericht

Volles Programm

aus einer Hand:

Stahlkontor Lingemann

kann mit der

Zugehörigkeit zur

EHG-Gruppe nicht

nur auf die eigene

Bevorratung von

7.000 t am Standort

Bad Oeynhausen

zurückgreifen,

sondern zusätzlich

auf rund 45.000 t

Lagervorrat der

EHG-Gruppe.

[ kontakt ]

Stahlkontor

Lingemann GmbH

32547 Bad

Oeynhausen

Tel. +49 5731 180050

www.lingemanngroup.de

Stahlkontor Lingemann und EHG wachsen zusammen

Volles Programm in die Zukunft

Entscheidende Weichenstellung zum vergangenen Jahresende: Am 6. Dezember 2018 ist die heutige

Stahlkontor Lingemann GmbH Teil der EHG-Gruppe geworden. Die österreichische Stahl- und

Metallhandelsgruppe vergrößert mit der Übernahme nicht nur ihr Liefergebiet, sondern erweitert

zugleich ihr Leistungsspektrum. Für Stahlkontor Lingemann ist die Übernahme ein wichtiger

Schritt, um sich voll auf die Herausforderungen der Zukunft zu konzentrieren.

Für über eine halbe Million

mittelständische Unternehmen steht

der Kreditanstalt für Wiederaufgbau

(KfW) zufolge in den nächsten drei

Jahren ein Generationenwechsel an.

Eine gute und passende Nachfolge

zu finden ist für viele Mittelständler

jedoch oft ein Problem – unter anderem,

weil die Anzahl an nachrückenden

Existenzgründerinnen und Existenzgründern

seit Jahren sinkt.

Generationenwechsel

gemeistert

Vor der Herausforderung des Generationenwechsels

standen auch die

beiden eng verzahnten, aus historischen

Gründen aber getrennt firmierenden

L. Lingemann Stahlgroßhandel

GmbH und Stahlkontor GmbH.

Nachdem der langjährige Geschäftsführer

der Stahlkontor GmbH, Reinhard

Niebrügge, Ende 2017 altersbedingt

ausgeschieden war, rückte

auch für Lorenz Lingemann das Ende

seiner aktiven Zeit als Gesellschafter

beider und als Geschäftsführer von

L. Lingemann Stahlgroßhandel in

Sicht. Es stellte sich die Frage nach

der Nachfolge.

Die Lösung kam aus dem Süden:

Am 6. Dezember 2018 hat Lorenz

Lingemann alle Anteile seiner Unternehmen,

inklusive dem gesamten

Standort Bad Oeynhausen sowie

allen zugehörigen Liegenschaften,

an die österreichische EHG-Gruppe

übergeben – einer selbst mittelständischen

Stahlhandelsgruppe mit insgesamt

rund 360 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern sowie neun Standorten

in Deutschland, Österreich,

der Schweiz und Rumänien.

Vom Materialzum

Lösungsanbieter

Die mittlerweile zur Stahlkontor Lingemann

GmbH vereinigten Stahlhandelsunternehmen

passen hervorragend

zum Produkt- und

Leistungsspektrum der EHG-Gruppe.

Blank- und Qualitätsstähle, Edelstahl,

Walzstahl und Rohre sowie umfangreiche

Anarbeitungsdienstleistungen

gehören zum Kernsortiment der Ostwestfalen

wie der Österreicher.

Hinzu kommt eine in vielen

Punkten ähnliche Marktstrategie.

Um Kunden einen erweiterten Service

zu bieten, sind die beiden Bad

6 Stahlreport 10|19


Internationale Fachmesse

für Blechbearbeitung

Fotos: BDS/mh

„Mit der Zugehörigkeit zur EHG-Gruppe hat Stahlkontor Lingemann die Möglichkeit,

sich erfolgrich weiter in die Zukunft zu entwickeln“, sagt Geschäftsführer Detlef Schwer.

Oeynhausener Unternehmen schon

früh etwa in die Rohr-Laserbearbeitung

eingestiegen. Ebenso kundenund

lösungorientiert ist die EHG-

Gruppe aufgestellt. Mit 45.000 t

Lagervorrat und einem breiten Anarbeitungsspektrum

versteht die österreichische

Gruppe mit Sitz in Dornbirn

nahe des Bodensees sich nicht

nur als Materiallieferant, sondern

als Systempartner seiner Kunden.

„Mit der Zugehörigkeit zur EHG-

Gruppe hat Stahlkontor Lingemann

eine echte Möglichkeit, sich erfolgreich

weiter in die Zukunft zu entwickeln“,

ist Detlef Schwer,

Geschäftsführer von Stahlkontor Lingemann,

überzeugt. Schon jetzt stehen

für das Unternehmen weitere

Investitionsvorhaben wie eine

geplante Hallenmodernisierung oder

mittelfristig die Anschaffung eines

weiteren Rohrlasers auf dem Plan.

Vorteile auf beiden Seiten

Mit der Integration der Ostwestfalen

profitieren alle Unternehmen der

EHG-Gruppe. Mit einem tieferen

Angebot, erhöhter Lieferfähigkeit

sowie Synergieeffekten in den Abläufen

ist die Übernahme für beide von

Vorteil. „Unsere Kunden fragen

schon jetzt Produkte von EHG bei

uns an. Ein gutes Zeichen, dass die

Zugehörigkeit zur EHG-Gruppe im

Markt positiv aufgenommen und

akzeptiert wird“, sagt Detlef Schwer,

der seit über 20 Jahren für das Unter-

D 05. – 08. NOV. 2019

a STUTTGART

Blechbearbeitung

im Weltformat

Die 14. Blechexpo bildet mit über 1.200

Ausstellern aus ca. 35 Nationen das aktuelle

Weltangebot an Produkten und

Lösungen für die industrielle Bearbeitung

von Blechen, Rohren und Profilen ab.

Das praxisnahe Messe-Duo Blechexpo

und Schweisstec ist die weltweit einzige

Veranstaltung für die komplementären

Technologien Blechbearbeitung und

Fügetechnik.

5 Blechbearbeitungsmaschinen

5 Trenn- und Umformtechnik

5 Rohr- und Profilbearbeitung

5 Füge- und Verbindungslösungen

5 Blech-, Rohr-, Profil-Halbzeuge

Zeitgleich: 7. Schweisstec –

Internationale Fachmesse

Stahlkontor Lingemann: Vor über zehn Jahren ist das ostwestfälische Unternehmen in

für Fügetechnologie

die Laserbearbeitung blanker Rohre eingestiegen – und hat sich mittlerweile zu einem

international agierenden Zulieferer in diesem Bereich entwickelt. www.blechexpo-messe.de Bäg

Stahlreport 10|19

7

Veranstalter: P. E. SCHALL GmbH & Co. KG

+49 (0) 7025 9206-0

blechexpo@schall-messen.de


Stahlhandel

Bericht

nehmen bzw. die Vorgängerunternehmen

tätig ist.

Als nördlichster Standort erweitert

Stahlkontor Lingemann den

Aktionsradius der EHG-Gruppe. Mit

dem traditionsreichen Stahlhandelshaus

hat die EHG-Gruppe einen alteingesessenen,

etablierten und

erfolgreichen Zulieferer der starken

ostwestfälischen Industrie sowie

darüber hinaus im gesamten nordwestdeutschen

Raum in ihren Reihen.

Hinzu kommt das Know-how in

der Laserbearbeitung von Rohren, die

das Unternehmen in die EHG-Gruppe

einbringt. Während die EHG in diesem

Bereich mit Lohnfertigern zusammenarbeitet,

ist Stahlkontor Lingemann

schon vor über zehn Jahren als eines

der ersten Stahlhandelsunternehmen

in die Laserbearbeitung blanker Stahlrohre

eingestiegen. Mittlerweile ist

das Unternehmen ein international

tätiger Lieferant für laserbearbeitete

Rohre.

„Alles aus einer Hand“

noch besser bedienen

Auch im Hinblick auf die Anforderungen,

die Kunden an ihre Lieferanten

stellen, sieht Schwer in der

Zugehörigkeit zur EHG-Gruppe eine

große Chance: „Es wird oft gesagt

und es stimmt: Kunden möchten

alles aus einer Hand bekommen. In

diese Richtung haben wir uns frühzeitig

zum Beispiel mit der Laserbearbeitung

von Rohren bewegt. Mit

der EHG-Gruppe bieten sich große

Chancen, uns noch weiterzuentwickeln.

Die Systempartnerschaft mit

Kunden, davon bin ich überzeugt,

ist die Zukunft nicht nur im Rohrbereich,

sondern auch beim klassischen

Blank- und Qualitätsstahl“,

sagt Schwer.

Ein großer Pluspunkt für Stahlkontor

Lingemann ist auch das

Know-how der EHG-Gruppe im

E-Commerce. Schon immer hatte

man informationstechnisch den Finger

am Puls der Zeit und viel Wert

auf moderne IT-Prozesse gelegt. Die

Themen E-Commerce, Onlineshop

und digitaler Handel wurden bisher

jedoch nur als aufmerksamer Beobachter

verfolgt. Die EHG-Gruppe ist

mit dem eigenen, gut aufgebauten

Sägespezialist Frank Winkler im Gespräch mit Geschäftsführer Detlef Schwer:

Bearbeitung verschiedenster Materialien auf modernen Hochleistungssägen – unter

anderem der neuesten Investition, eine Behringer-Hochleistungskreissäge HCS 150 E.

Onlineshop hier zwei bis drei

Schritte weiter. „Das in der EHG vorhandene

Webshop-Know-how erleichert

uns die Zusammenarbeit

erheblich – etwa bei der Durchführung

von Lagerzugriffen“, erläutert

Milena Luthe, Leiterin IT und Prokuristin

bei Stahlkontor Lingemann.

Die Chemie stimmt

Eine der entscheidenen Herausforderungen

für das Gelingen von

Fusionen, Unternehmenskäufen und

Übernahmen ist neben allen wirtschaftlichen

Gründen aber auch die

erfolgreiche Integration von Unternehmenskulturen.

Jedes Unternehmen

hat seine eigene Art, die Dinge

zu sehen und zu handhaben und

wenn „die Chemie nicht stimmt“,

kann ein Vorhaben schlimmstenfalls

auch scheitern.

Die Gefahr besteht bei Stahlkontor

Lingemann und EGH nicht. „Wir

passen auch deshalb so gut zur EHG,

weil sich beide Unternehmensstrukturen

in vieler Hinsicht ähneln“, sagt

Detlef Schwer: „Beide sind mittelständische

Unternehmen im Stahlhandel,

beide wurden bzw. werden

engagiert und langfristig ausgerichtet

geführt. Da passt einfach vieles

gut zusammen“, erläutert der

Geschäftsführer weiter.

Vor allem müssen die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter mitziehen.

„Da muss ich ein großes Lob aussprechen

– sowohl den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der EHG

wie auch unseren eigenen“, sagt

Schwer. Mit großer Offenheit habe

die eigene Belegschaft auf der einen

Seite die neue Zugehörigkeit aufgenommen

und aktiv umgesetzt. Auf

der anderen Seite sei man aber auch

herzlich und mit echter Bereitschaft

vom EHG-Team aufgenommen worden.

Ein guter Start.

„Einen großen Anteil daran

haben die beiden Geschäftsführer

der EHG, Mag. Stefan Girardi und

Dr. Markus Lutz. Als Herr Lingemann

die Belegschaft Anfang

Dezember 2018 über den Verkauf

informiert hat, waren sie beide persönlich

vor Ort und haben ihre Strategie

dargelegt. „Sie haben sehr

menschlich auf Bedenken und

Ängste reagiert, die bei jedem Unternehmensverkauf

normal sind, und

so die Basis für die offene, gute

Zusammenarbeit gelegt“, erzählt

Detlef Schwer. „Jetzt werden wir in

der kommenden Zeit erfolgreich

zusammenwachsen“, ist der Manager

überzeugt.

Als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit

zur EHG-Gruppe soll die

Stahlkontor Lingemann in absehbarer

Zeit umfirmiert werden – in

EHG Stahl.Metall Bad Oeynhausen

GmbH. 2

8 Stahlreport 10|19


gegründet 1969

Europäischer

Stahldistributeur

Besuchen Sie uns auf der Blechexpo, Stuttgart

5. - 8. November 2019, Halle 10, Stand 10214

Bepro Blech und Profilstahl GmbH & Co. KG

Consolstraße 11, D-45889 Gelsenkirchen

Tel. +49(0)209/98251-10, Fax +49(0)209/98251-31

info@bepro.de, www.bepro.de


Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Foto: Van Leeuwen

Van Leeuwen-Lager am Hauptstandort Zwjindrecht, Niederlande: Die auf Stahlrohre und Rohranwendungen spezialisierte Firmengruppe hat mehr als vierzig

Niederlassungen in Europa, dem Mittleren Osten, Asien, Australien und Nordamerika mit insgesamt 1.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Van Leeuwen-Gruppe stärkt mit Akquisition ihre Marktposition

Benteler verkauft Distributionsgeschäft

Im Zuge einer stärkeren Ausrichtung auf die Automobilindustrie veräußert die

Benteler-Gruppe ihre Handelsdivision BENTELER Distribution. Käufer ist die niederländische

Van Leeuwen Pipe and Tube-Gruppe.

Digitalisierung, neue Technologien

und Änderungen der Produktionsmethoden

in der Automobilindustrie

eröffneten Benteler neue

Chancen – die zugleich mit einer

aktiven Ausrichtung auf das Kerngeschäft

mit umfangreichen Investitionen

verbunden seien, begründete

der Stahlrohrhersteller diesen

Schritt.

Benteler Distribution ist ein

internationaler Handelspartner für

hochwertige Stahlrohre und damit

verbundene Services und beschäftigt

rund 1.600 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Das Unternehmen

ist in den Bereichen Maschinenbau,

Automotive, Energie, Konstruktion

und Schiffsbau tätig und erwirt-

schaftet einen jährlichen Umsatz in

Höhe von ca. 750 Mio. € (2018) und

soll Van Leeuwen Zugang zu weiteren

Schlüsselmärkten in Europa

ermöglichen sowie zur Verbesserung

der Marktposition als „führender

Lieferant von Rohren und Rohrzubehör

in Europa“ beitragen, hieß

es von der niederländischen Gruppe

dazu.

Van Leeuwen investiert weiter

in Entwicklung von Lösungen

Peter Rietberg, Vorstandsvorsitzender

von Van Leeuwen: „Die Erweiterung

des Van Leeuwen-Netzwerks

mit Benteler Distribution ist ein perfektes

Beispiel dafür, dass das Unternehmen

‚more than tubes‘ bietet.

Wir freuen uns, unsere neue Kollegen

in der Van Leeuwen-Familie

begrüßen zu können. Ihre Expertise,

Marktkenntnisse und Engagement

sind sehr wertvoll für uns. Gemeinsam

können wir weiter in die Entwicklung

von Systemen, Lösungen

und Infrastruktur investieren, sodass

wir unseren Kunden eine noch breitere

Palette von Rohren und Rohrzubehör

sowie Anarbeitung anbieten

können. Diese Übernahme unterstreicht

unsere Ambition, in unserem

Industriezweig führend zu bleiben.“

Der Verkauf soll bis Ende 2019

abgeschlossen sein und steht unter

dem Vorbehalt der Zustimmung der

Wettbewerbsbehörden. 2

10 Stahlreport 10|19


Großer Preis des Mittelstandes 2019

Sülzle-Gruppe erhält hohe Mittelstands-Auszeichung

Die SÜLZLE-Gruppe wurde im September

mit dem Großen Preis des Mittelstandes

2019 ausgezeichnet. Der von der

Oskar-Patzelt-Stiftung seit 1994 ausgelobte

Unternehmenswettbewerb gilt als Aushängeschild

für die Marke „Made in Germany“

und zählt deutschlandweit zu den begehrtesten

Wirtschaftsauszeichnungen.

Von den bundesweit 5.399 Nominierten

wurden am 14. September in Würzburg

unter Teilnahme von Persönlichkeiten aus

Politik, Wirtschaft und Medien die Preisträger

und Finalisten aus Süddeutschland ausgezeichnet.

Nominiert durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft

für den

Zollernalbkreis mbH, gewann die Sülzle-

Gruppe nach dem Erfolg als „Finalist 2017“

in diesem Jahr den „Großen Preis des Mittelstandes“

und konnte die Jury in allen Kategorien

durchweg überzeugen.

„Es ist schon etwas Besonderes, hier geehrt

zu werden und sich in diesem hochkarätigen

Umfeld durchzusetzen. Wir nehmen

diese Auszeichnung stellvertretend für

unsere tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

gerne entgegen“, freuten sich die

geschäftsführenden Gesellschafter Heinrich

und Andreas Sülzle nach der Preisverleihung.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung war

unter anderem die Gesamtentwicklung des

Unternehmens, die Schaffung und Sicherung

von Arbeits- und Ausbildungsplätzen,

die Modernisierung und Innovation, das

Engagement in der Region sowie Marketing,

Service und Kundennähe.

Die in vierter Generation familiengeführte

Sülzle-Gruppe hatte im Mai schon mit der

Eröffnung einer der modernsten Biegereien

Europas von sich reden gemacht. Am Sülzle

Stahlpartner-Standort Lübeck entstand ein

neuartiges Produktions- und Logistikkonzept,

das in Kooperation mit führenden Herstellern

und Softwarehäusern geschaffen

wurde und einzigartig für die Branche in

Deutschland ist.

Die Preisverleihung „Großer Preis des Mittelstandes

2019“ in Würzburg (v.l. geschäftsführender

Gesellschafter Andreas Sülzle, Mitglied der

Geschäftsleitung Edith Kuret, geschäftsführender

Gesellschafter Heinrich Sülzle)

Als einziger Wirtschaftspreis Deutschlands

betrachtet die höchste Auszeichnung im

Mittelstand nicht nur Zahlen, Innovationen

oder Arbeitsplätze, sondern das Unternehmen

als Ganzes, in seiner komplexen Rolle

in der Gesellschaft. Die teilnehmenden

Unternehmen stammen aus Industrie,

Dienstleistung, Handel, Handwerk und

Gewerbe.

Foto: Sülzle

Die Weinmann Aach AG ist ein starker Partner für Stahl, Edelstahl, Aluminium

und Buntmetalle. Mit rund 50.000 Quadratmetern Gesamtlagerfläche, moderner

Lagertechnik und 50 firmeneigenen LKW sorgen wir dafür, dass Material

in allen erdenklichen Formen und Güten schnell und reibungslos an Sie ausgeliefert wird.

Weitere Infos unter www.weinmann-aach.de


Stahlhandel

Nachrichten

Die neue Hochregalanlage von Hoberg &

Driesch am Hauptstandort Düsseldorf

umfasst insgesamt 8.500 Kassetten und

verarbeitet bis zu 800 Positionen pro Tag.

Foto: Hoberg & Dreisch

Höhere Lieferfähigkeit und effizientere Abläufe

Hoberg & Driesch weiht neues Hochregallager ein

Das Großhandelshaus für Stahlrohre

Hoberg & Driesch hat im September eine

neue Hochregalanlage sowie ein neu errichtetes

Hallensegment am Hauptstandort

Düsseldorf offiziell eingeweiht. Vor rund

100 geladenen Gästen, Kunden und Freunden

des Hauses betonte Geschäftsführer

Hanns-Jörg Westendorf die Bedeutung der

neuen Anlage als weiterer Meilenstein der

Hoberg & Driesch-Gruppe, um auch in

Zukunft erfolgreich im Markt zu agieren.

Die in zwei Produktbereiche aufgeteilte

neue Anlage umfasst insgesamt 8.500 Kassetten

mit jeweils 4.250 Kassetten für

warmgefertigte Rohre bzw. Präzisionsstahlrohre.

Ausgestattet mit je einem Regalbediengerät

pro Seite ist das Hochregallager

(HRL) in der Lage, bis zu 800 Positionen pro

Tag zu verarbeiten. Das HRL des Schweizer

Herstellers Fehr Lagerlogistik ist dabei nahtlos

ins SAP-Warenwirtschaftssystem bei

Hoberg & Driesch integriert und arbeitet

komplett papierlos.

Der Bau der neuen Anlage und des neuen

Hallensegments ist die zweite Erweiterung

am Düsseldorfer Unternehmenssitz, nachdem

im Zuge der Neuorganisation der

Gruppe bereits 2014 zwei neue Hallenseg-

mente errichtet worden waren. „Wir müssen

immer zu den Besten gehören und am

schnellsten laufen“, begründete Gesellschafter

Stephan Hoberg im Rahmen der

Einweihungsfeier die Erweiterung. „Nun

müssen wir die Investition mit Leben füllen.“

Die Hoberg & Driesch-Gruppe gehört mit

über 130.000 m 2 Lagerfläche, 70.000 t

Lagermaterial, 13.000 verschiedenen Artikeln

sowie gruppenweit rund 570 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern zu den führenden

europäischen Großhandelshäusern für

Stahlrohre.

Kürzere Durchlaufzeiten, neuartige Supply-Chain-Services

thyssenkrupp Materials Services setzt auf ERP-System DESCA

Das neue ERP-System DESCA soll es

thyssenkrupp Materials Services künftig

ermöglichen, sämtliche Prozesse entlang

der Wertschöpfungskette intelligent und agil

zu steuern. DESCA steht für „Digital Extended

Supply Chain Accelerator“ und setzt auf

SAP HANA auf. Die Software ist in der Lage,

Millionen von Datensätzen innerhalb von

Sekunden zu verarbeiten und weiterzuleiten

– etwa Materiallieferungen, Kundenbestellungen,

Auftragsbearbeitungen oder Daten

der Transportlogistik. Davon profitierten vor

allem die Kunden, so der Werkstoffhändler.

Mit DESCA sollen Durchlaufzeiten von Aufträgen

verkürzt, die Lagerlogistik optimiert

und Wege für neuartige Supply-Chain-Services

geebnet werden.

DESCA sei ein wichtiger Baustein in der

strategischen Weiterentwicklung, so das

Unternehmen. Mit dem Ansatz „Materials

as a Service“ gewährleiste man nicht nur

den Zugang zu globalen Versorgungsmärkten,

sondern gebe auch eigenes Prozesswissen

in Form von maßgeschneiderten

Supply-Chain-Lösungen weiter. Damit setzt

Materials Services neben dem Kerngeschäft

des Werkstoffhandels konsequent

auf den Ausbau des Dienstleistungsportfolios.

12 Stahlreport 10|19


Foto: rff

EN- und ASME-Normen

Erfolgreiche Seminarreihe von rff

FÜR EINE

WELT DES

HANDELS.

Seit vielen Jahren werden bei der rff Rohr

Flansch Fitting Handels GmbH Seminare rund um ENund

ASME-Normen durchgeführt. Mittlerweile sind es 70

Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmerinnen und

Teilnehmern. Dass die Nachfrage weiter groß ist, hat die

jüngste Seminarreihe zum Herbstbeginn gezeigt. Im

September führte das Handelshaus mit Hauptsitz in

Stuhr bei Bremen neun Veranstaltungen durch. In verschiedenen

Workshops ging es um EN- bzw. ASME-Normen

für Rohre, Flansche, Rohrformteile und Werkstoffe.

Die Resonanz war dabei mit insgesamt über 100 Teilnehmern

an den verschiedenen Standorten erneut sehr

groß. „Auch nach fast zehn Jahren sind die Normenseminare

immer noch gefragt. Mittlerweile kommen Mitarbeiter

der nachfolgenden Generation in unsere Workshops,

um sich über Normen und Regelwerke zu informieren“

erläutert Marco Rode. Der Seminarleiter bei rff ergänzt,

wie wichtig es sei, technisch auf dem aktuellen Stand zu

bleiben. Der Austausch auf Augenhöhe mit und zwischen

den Teilnehmern sei ein zusätzlicher Erfolgsfaktor,

so Rode.

„Jedes Seminar ist etwas anders. Je nach dem aus welchen

Bereichen die Teilnehmer kommen, ergeben sich

unterschiedliche Schwerpunkte. Der offene Dialog ist für

mich wichtig und macht die Seminare lebhaft und interessant.

Aus jeder Veranstaltung nimmt nicht nur jeder

Teilnehmer Wissen und neue Eindrücke mit, sondern

auch wir lernen jedes Mal dazu“ sagt Rode. Dieses

zusätzliche Wissen fließe in die zukünftigen Seminare

ein und komme den nachfolgenden Einkäufern und

Technikern zu gute. Auf diesem Weg wird Wissen und

Erfahrung erfolgreich geteilt und vermehrt. Das sei ein

guter Grund, warum rff auch in Zukunft Seminare rund

um Rohre, Flansche und Fittings anbieten werde, so das

Unternehmen.

Stahlreport 10|19

13

Stahl verbindet – deshalb beliefern

wir ausschließlich den Handel.

Worauf Sie sich verlassen können!

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Anarbeitung

XXXXXXXXXX

und Logistik

XXXXX Bericht/Nachricht A XXXXX

gevis ERP|Nav macht Prozesse

effizienter und transparenter

Makro implementiert

neues ERP-System

Bei der MAKRO Handels-GmbH u. Co. KG in Itzehoe ist seit kurzem

das ERP-System gevis ERP | NAV der GWS Gesellschaft für

Warenwirtschafts-Systeme mbH inklusive einer neu integrierten

Schnittstelle zur Laser- und Brennschneidesoftware LANTEK im

Einsatz. Mit der modernen IT-Landschaft, die auch neue Hardware

und ein modernes Dokumentenmanagement-System einschließt,

beschleunigt der Stahl- und Werkezuggroßhändler die internen

Prozesse deutlich und erhöht die Transparenz.

[ kontakt ]

GWS Gesellschaft

für Warenwirtschafts-

Systeme mbH

48155 Münster

Tel. +49 251

7000-3816

liane.heimann@

gws.ms

www.gms.ms

Weiterer wichtiger Vorteil für

das E/D/E-Mitglied: Die in Lantek

hinterlegten Auftrags- und Produktionsdaten

können nach gevis ERP

| NAV übertragen, dort gespeichert

und für die Abrechnung genutzt werden.

Die vor über hundert Jahren

gegründete MAKRO Handels-GmbH

u. Co. KG beschäftigt rund 50 Mitarbeiter

und zählt heute zu den führenden

Dienstleistern im Stahl-,

Werkzeug- und Arbeitsschutz-

Bereich im südlichen Schleswig-Holstein

und nördlichen Hamburg. Zum

Portfolio des Familienunternehmens

gehören auch Laser- und Brennzuschnitte

sowie weitere Anarbeitungsservices.

Anlass für die umfangreiche IT-

Neuausrichtung war vor einigen

Monaten die Analyse der Infrastruktur

und der internen Abläufe. Hierbei

wurde deutlich, dass die vorhandene

Hardware ausgetauscht und die Software

modernisiert werden muss.

Henning Krohn, Geschäftsführer des

Familienunternehmens in fünfter

Generation: „Wir hatten seit vielen

Jahren eine für den Stahlhandel ausgerichtete

Warenwirtschafts-Lösung

auf DOS-Basis im Einsatz. Diese

funktionierte grundsätzlich noch. In

bestimmten Details, zum Beispiel

bei Auswertungen, wurden die Defizite

und Einschränkungen aber

immer wieder deutlich. Da wir

sowieso die Hardware erneuern

mussten, war eine Erneuerung aller

IT-Elemente die logische Konsequenz.“

GWS nach Sondierung

an Platz eins

Zu den Vorgaben, die an das neue

ERP-System gestellt wurden, gehörte

eine sichere und langfristig nutzbare

Technologie, der weitestgehende

Verzicht auf individuelle Programmierung

und die Einbindung eines

modernen Dokumentenmanagement-Systems.

Zudem war eine gute

„Chemie“ zum Dienstleister und die

erneute Schnittstelle zum Brennund

Laserschneidesystem Lantek

auf der Wunschliste. „Als wir den

Markt sondierten und intensiv vorhandene

Technologie, Funktionen

und das Preis-Leistungsverhältnis

verglichen, war klar, dass gevis ERP

| NAV unseren Zuschlag erhält.“

Dies galt auch, weil der Münsteraner

Dienstleister viele Referenzen im

Stahl-, Werkzeug- und Arbeitsschutz-

Umfeld präsentierte und umfangreiche

Erfahrungen in der Schnittstellen-Erstellung

hatte.

Umfangreiche Funktionen

schaffen neue Möglichkeiten

Wenige Monate nach der Inbetriebnahme

der neuen IT-Strukturen fühlt

man sich in Itzehoe fachlich gut beraten

und ist zufrieden mit den neuen

Möglichkeiten. Die deutlich umfangreicheren

Funktionen und Optionen

von gevis ERP | NAV vereinfachen

und beschleunigen die täglichen Prozesse

im Einkauf, Lagerwesen und in

der Tourenplanung. Die bessere Preisfindung,

schnellere Rechnungsstellung

und Reduzierung der Lagerbestände

nennt Geschäftsführer Krohn

Einsparpotentiale. Die gleichzeitige

Nutzung einer Software für alle Unternehmensbereiche

ist zudem bei der

Abwicklung von übergreifenden Projekten

hilfreich. Das Dokumentenmanagement-System

ermöglicht die vollständige

elektronische Archivierung

und Suche nach Belegen. Als wichtigen

Vorteil sieht Krohn auch die auf

Windows aufsetzenden Masken und

Oberflächen. „Im alten System musste

ein Mitarbeiter sehr genau die Tastenkombinationen

kennen, jetzt lässt

sich durch die Erfahrung aus anderen

Office-Programmen vieles intuitiv

ableiten und lösen.“ Besonders für

junge Mitarbeiter, die noch nie mit

DOS gearbeitet haben, sei dies ein

großer Vorteil.

Datenübernahme aus Lantek

So reibungslos wie im vorherigen

System funktioniert zudem die Übernahme

und Nutzung der Lantek-

Daten. „Die Auftragsdaten werden

von uns in Lantek angelegt und für

die Produktion genutzt“, erläutert

Krohn. Nach Abschluss gehen die

relevanten Informationen dann automatisch

zu gevis ERP | NAV und

werden dort direkt dem Kunden

zugeordnet. 2

14 Stahlreport 10|19


Das Webfleet-Tracking-Dashboard

veranschaulicht alle

wichtigen Toureninformationen

und

dient als Basis für

weiteres Controlling.

Foto: Padersoft

Lkw-Logistik zentral aus dem Warenwirtschaftssystem organisieren

Padersoft präsentiert neues Zusatzmodul

für integrierte Tourenplanung

Eine Vielzahl geladener Händler aus dem Stahl- & Baufachhandel hat sich beim „Libori-Workshop“

des Softwarehauses SE PADERSOFT live von den Vorteilen dieser direkt im Warenwirtschaftssystem

UNITRADE® implementierten Lösung überzeugt. Zu dem Workshop lädt der Softwarehersteller traditionell

anlässlich der Paderborner Libori-Kirmes im Sommer ein.

Unter dem Workshop-Slogan „100 % Digitalisierung“

veranschaulichten Mitarbeiter der SE Padersoft

in verschiedenen Fachvorträgen die Potentiale papierlos

abgewickelter Warenwirtschaftsprozesse. Für das Unternehmen

sind digitale Handelsabläufe kein reines Lippenbekenntnis:

Von der Auftragserfassung, über das

Bestellwesen bis hin zu Lagerverwaltung und Disposition

wird nun auch die Tourenplanung direkt aus der Warenwirtschaft

heraus zentral organisiert. Als Grundlage für

das neue Unitrade-Zusatzmodul dienen die im ERP-System

generierten Belege sowie Kunden- und Baustelleninformationen

aus dem Stammdatenbereich.

Alle Touren übersichtlich auf einen Blick

Mit dem Tourenplanungssystem UNITRADE TOUR kann

der Disponent direkt aus der Belegverarbeitung mit der

Planung der Touren starten – und das ohne zusätzliche

Schnittstellen und Papierausdrucke. Eine Optimierungs-

funktion berechnet unmittelbar, welche Route auf Basis

unterschiedlicher Parameter, beispielsweise Lieferzeiten,

Lkw-Typ, Ladehilfsmittel oder spezieller Produktbeschaffenheiten

zu empfehlen ist. Mittels Knopfdruck werden

die Routeninformationen dann an das Navigationsgerät

des Fahrers übertragen. Über eine WEBFLEET ® -Anbindung

wird der aktuelle Aufenthaltsort des Lkw während

der Fahrt auf einer digitalen Landkarte im System dargestellt.

Weitere Kennzahlen, wie Fahrtzeiten, Tempoverstöße

und Tagesstrecken werden ohne Zeitversatz

ausgewertet und plakativ auf einem Dashboard dargestellt.

Im Anschluss an den Workshop wurden die Besucher

zu einem gemeinsamen Dinner mit anschließendem

Rundgang über den Paderborner Libori-Rummel eingeladen.

Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen

und Teilnehmer und der rege Austausch untereinander

haben dieses Traditionsevent zu einer gelungenen

Veranstaltung gemacht, so SE Padersoft. 2

[ kontakt ]

SE PADERSOFT

GmbH & Co. KG

33100 Paderborn

www.unitrade.com

Tel. +49 5251 3016100

Stahlservice24 heißt jetzt

Kaltenbach.Solutions

Der webbasierte Dienstleister für den

Stahlhandel und Stahlbau stahlservice24

GmbH hat zum 12.07.2019 umfirmiert. Der

neue Name des Unternehmens lautet nun

KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH.Im Zuge

der Umfirmierung wurden ebenfalls der

Domainname des Webauftritts sowie die

Email-Adresse des Unternehmens geändert.

Diese lauten nun www.steelsuite.com

sowie ...@kaltenbachsolutions.com.

Sämtliche allgemeine

Geschäftsbedingungen bleiben weiterhin

unverändert gültig, teilte das Unternehmen

mit. Ferner bleibt die bekannte Anschrift

von der Namensänderung unberührt.Die

Namensänderung sei notwendig geworden,

um dem eigenen Anspruch als Dienstleister

webbasierter Services gerecht zu werden,

so das Unternehmen weiter.

www.steel-suite.com

Stahlreport 10|19

15


Messen

und Märkte

Berichte

Menschen und Märkte

Das Messegeschehen der nächsten Monate

Messen bilden – Menschen und Märkte. Deshalb verfolgt die Redaktion des Stahlreport regelmäßig

das entsprechende Veranstaltungsgeschehen im deutschsprachigen Raum. Dabei ist der Handel

mit Werkstoffen, insbesondere mit Stahl, als Verbindung zwischen Produktion und Verarbeitung

relativ häufig involviert. In dem bevorstehenden halben Jahr zwischen November 2019 und April 2020

stehen u.a. die folgenden Events an, die häufig Ausstellungs- und Kongresselemente miteinander

verbinden.

Auf zwei Veranstaltungen im Oktober 2019, die

z Deburring Expo. Fachmesse für Entgrattechnolo gien

und Präzisionsoberflächen.

Karlsruhe, 8.-10.10.19 (siehe S. 19)

z Parts2clean. Internationale Leitmesse für industrielle

Teile- und Oberflächenreinigung

Stuttgart, 22.-24.10.19 (siehe S. 16f)

wird in diesem Heft besonders eingegangen – sowie

auf die

z Blechexpo. Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung.

Stuttgart, 5.-8.11.19, mit Beteiligung der BDS AG

(siehe S. 38)

Es folgen dann in dem angegebenen Zeitraum chronologisch:

z A+A. Internationale Leitmesse für Sicherheit und

Gesundheit bei der Arbeit, Düsseldorf, 5.-8.11.19

z Schweißtec. Internationale Fachmesse für Fügetechnologie.

Stuttgart, 5.-8.11.19

z Formnext. Leitmesse für additives Manufacturing.

Frankfurt, 19.-22.11.19

z Swissbau. Fachmesse der Bau- und Immobilienwirtschaft

in der Schweiz. 14.-18.1.20, Basel

z Nortec. Fachmesse für Produktion. Hamburg,

21.-24.1.20

z Learntec. Fachmesse und Kongress für digitale

Bildung. Karlsruhe, 28.-30.1.20

z digitalBAU, Fachmesse für digitale Lösungen

in der Baubranche. Köln, 11.-13.2.20

z Bautec. Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik.

Berlin, 18.-21.2.20

z Internationale Eisenwarenmesse. Köln, 1.-4.3.20

z LogiMAT. Fachmesse für Intralogistik-Lösungen

und Prozessmanagement. Stuttgart, 10.-12.3.20

z Metav. Internationale Messe für Technologien

der Metallbearbeitung. Düsseldorf, 10.-13.3.20

z Wire & Tube. Internationale Messen für die

Draht-, Kabel- und Rohrindustrie. Düsseldorf,

30.3.-3.4.20

z (Saw Expo. Messe für die Sägebranche. Im Rahmen

der Tube. Düsseldorf, 30.3.-3.4.20)

z Hannover Messe. Internationale Industriemesse.

Hannover, 20.-24.4.20

z PaintExpo. Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik.

Karlsruhe, 21.-24.4.20

z Cutting World. Fachmesse für professionelle Schneidtechnik.

Essen, 28.-30.4.20 2

16 Stahlreport 10|19


Messelogo und …

… Messethemen der parts2clean im Bild.

Fotos: Deutsche Messe AG

Saubere Bauteile

Parts2clean in Stuttgart

Bedarfsgerecht saubere Bauteile sind in allen Branchen eine

Grundvoraussetzung, um die Qualität nachfolgender Prozesse

sowie eine einwandfreie Produktfunktion sicherzustellen. Die

parts2clean vom 22.-24.10.19 in Stuttgart will entsprechend

Wege zur Prozessoptimierung aufzeigen. Sonderschauen und

Fachforen dieser internationalen Leitmesse für die industrielle

Bauteil- und Oberflächenreinigung sind als ergänzende

Informations- und Wissensquellen angekündigt.

Anwender industrieller Reinigungstechnik

stehen aktuell vor

Veränderungen und neuen Herausforderungen.

Das gilt für den Fahrzeug-

und Maschinenbau, für die

Medizintechnik, Luftfahrt, Elektronik,

Fein- und Mikromechanik, Optik

und Halbleiter-Zulieferindustrie.

Zusätzlich zu partikulären Verunreinigungen

rücken filmische Kontaminationen

immer stärker in den

Fokus. Darüber hinaus erfordern

neue Werkstoffe und Herstellungstechnologien,

beispielsweise die

additive Fertigung, sowie immer kleinere

Losgrößen und nicht zuletzt

der Wandel in der Automobilindustrie

angepasste Reinigungslösungen.

„Die Aussteller der parts2clean

zeigen, wie Anwender neuen Aufgabenstellungen

und aktuellen

Anforderungen begegnen können“,

sagte dazu Olaf Daebler, Global

Director parts2clean bei der veranstaltenden

Deutschen Messe AG. „Es

werden dabei unter anderem Lösungen

für eine verbesserte Energieund

Ressourceneffizienz, höhere

Wirtschaftlichkeit und Flexibilität

sowie die Automatisierung und Einbindung

der Bauteilreinigung in vernetzte

Prozesse vorgestellt.“

Guided Tours ermöglichen es

Fachbesuchern, sich an ausgewählten

Messeständen entlang der Prozesskette

über spezielle Themen der

Bauteil- und Oberflächenreinigung

zu informieren. Sie sollen dabei

Lösungen, Innovationen und Anbieter

für ihre individuellen Aufgabenstellungen

auf kürzestem Weg kennenlernen.

Die rund zweistündige

Tour wird an allen drei Messetagen

unter Anleitung eines geschulten

Guides mit maximal 25 Personen in

englischer Sprache durchgeführt.

Aktuelle und zukünftige Themen

in der industriellen Teile- und Oberflächenreinigung

stehen zudem auch

im Mittelpunkt des Rahmenprogramms

mit Sonderschauen und

Foren. 2

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Messen

und Märkte

Berichte

Blechexpo 2019

Zuwachs in jeder Hinsicht

Austeller und Fachbesucher haben den Termin fest im Kalender: Vom 5. bis 8. November 2019 geht es in Stuttgart

bei der 14. Blechexpo und der 7. Schweisstec um herausragende Prozesskompetenz in Sachen Bearbeitung

von Blechen, Rohren und Profilen. Schon jetzt ist klar, dass die beiden komplementären Branchenveranstaltungen

einige Rekorde brechen werden, meldet der Veranstalter: Die Ausstellerzahl geht auf 1.500 zu und bei der

verkauften Standfläche gab es 15 % Zuwachs. Auf dem BDS-Gemeinschaftsstand in Halle 10, Stand 10214,

präsentieren sich auf der Blechexpo auch Unternehmen des Stahlhandels.

Foto: P.E. SChall GmbH & Co. KG

Rekordmesse: Bei

der kommenden

14. Blechexpo und

7. Schweisstec zeigen

knapp 1.500

Austeller neue Produkte

und Dienstleistungen

entlang

der Prozesskette

Blech.

[ INFO ]

Weitere Infos zur

Messe unter

www.blechexpomesse.de

Das Messedoppel Blechexpo/

Schweisstec zeigt ein umfassendes

Produkt- und Leistungsangebot rund

um die thermische und mechanische

Be- und Verarbeitung von Blechen,

Rohren und Profilen sowie die

Schweiß-, Füge- und Verbindungstechnik.

Die Blechexpo / Schweisstec deckt

alle relevanten Themen und Trends

rund um die digitalisierte und automatisierte

Welt der Blech- und Metallverarbeitung

ab. Die Fachveranstaltung

findet im Zweijahresturnus statt

und ist ein absolutes Branchenhighlight.

Das Messeunternehmen P. E.

Schall mit dem Projektleiter für die

Blechexpo und die Schweisstec, Georg

Knauer, stellt sich in diesem Jahr

wenige Wochen vor dem Start auf neue

Dimensionen ein: mehr Aussteller,

mehr Fläche, höhere Internationalität

als vor zwei Jahren.

Rekorde aus 2017 werden getoppt

Insgesamt werden rund 1.500 Aussteller

das Messegeschehen rund

um die Blechexpo/Schweisstec in

neun Hallen bestimmen – das ist ein

Zuwachs von gut 150 Hauptausstellern.

Der Flächenzuwachs von 15 %

entspricht rund eineinviertel mehr

Messehallen. Bei den Buchungen

und Reservierungen aus dem nahen

und fernen Ausland gibt es im Vergleich

zu 2017 sogar eine Verdopplung.

Blech dominiert den Maschinenbau

Der Konstruktionswerkstoff Blech ist

zusammen mit Rohr- und Profilmaterialien

eine gebräuchliche Alternative

zu Guss-, Stahlbau- und Kunststoffkonstruktionen.

FEM-optimierte

Leichtbau- und modulare Komponentensysteme

prägen das Bild des modernen,

material-, gewicht- und kostensparenden

Fahrzeug-, Maschinen- und

Apparatebaus. Nicht zuletzt deswegen

nehmen das präzise Schneiden, Stanzen

und Umformen von Stahl, Aluminium-

und NE-Metall-Blechen auf der

Blechexpo und Schweisstec einen

besonderen Rang ein. Der Fachbesucher

erhält Lösungen und Systeme

rund um die Vor- und Endbearbeitung,

die Baugruppen-Komplettierung sowie

das Oberflächen-Finish sichtempfindlicher

Bauteile. Auch die Themen

Leichtbau, Konstruktionslösungen,

Handling, Qualitätssicherung, Automatisierung

und Digitalisierung in der

Blechbearbeitung und Fügetechnik

werden umfassend behandelt.

Blechexpo-Expertentreff und

Wissenstransfer

Für den nutzbringenden Gedankenaustausch

organisiert die stahlnews.de

GmbH & Co. KG gemeinsam mit dem

Messeveranstalter am Abend des ersten

Messetages am 5. November 2019

ab 18.15 h den 4. Stahlnews-Experten-Treff.

Diese Veranstaltung steht

unter dem Motto „Die Stahlindustrie

in Zeiten von Globalisierung und

Industrie 4.0“. Es werden namhafte

und international anerkannte Brancheninsider

referieren. Sie richtet sich

an Fachleute aus dem Industriebereich

Stahl- und Blechbearbeitung, an Betreiber

von Stahl-Service-Centern und an

Stahldistributeure mit eigenen Anarbeitungs-Zentren.

Auch am darauffolgenden

Messetag werden weitere Vertreter

renommierter Unternehmen

Kurzvorträge im Rahmen des

Blechexpo-Forums halten.

Stahlhandel auf der Blechexpo

Unter dem Motto „TREFFPUNKT

STAHLHANDEL” präsentieren sich

auf der Blechexpo auch der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

sowie fünf seiner Mitgliedsunternehmen.

Auf rund 100 m 2 stellen in

Halle 10, Stand 10214, neben dem

BDS folgende Unternehmen aus:

z BEPRO Blech und Profilstahl Handelsges.

mbH & Co. KG

z Gebr. Lotter KG

z Artur Naumann Stahl AG

z Weinmann Aach AG

z XOM Materials GmbH

18 Stahlreport 10|19


Bessere Oberflächen

und die Wege dazu

präsentiert die

DeburringExpo …

Bildquellen: fairXperts

… unter diesem

Messelogo.

Präzisionsoberflächen

DeburringEXPO in Karlsruhe

So konzentriert und umfassend wie noch nie sollen auf der DeburringEXPO vom 8.-10.10.19 in

Karlsruhe Lösungen für das Entgraten, Verrunden und die Herstellung von Präzisionsoberflächen

dargestellt werden: Über 170 Aussteller präsentieren innovative und weiterentwickelte

Technologien, Produkte und Dienstleistungen für diese qualitätsentscheidenden Fertigungsschritte.

Abgerundet wird das Ausstellerangebot durch ein Rahmenprogramm mit Themenparks,

Forschungspavillon und Fachforum.

Entgraten und das Oberflächenfinish

sind in den letzten Jahren

für Unternehmen offenbar zu Qualitäts-

und Wettbewerbsfaktoren

geworden. Ein Indiz dafür ist, dass

die Anbieter entsprechender Lösungen

für Fertigungsunternehmen

zunehmend Benchmark-Partner sind

und vergleichsweise früh in die Produktentstehungsphase

oder einen

Optimierungsprozess einbezogen

werden.

Neues erwartet die Besucher

auch für das Entgraten und Bearbeiten

von Dünn- und Dickblechen. Die

Anbieter von Entgrat-Werkzeugen

reisen ebenfalls mit unterschiedlichsten

Neuheiten, beispielsweise

für das automatische und manuelle

Entgraten von Bohrungen und Bohrungsverschneidungen,

nach Karlsruhe

an.

Sowohl mit dem „Themenpark

AM Parts Finishing“ als auch durch

weitere Aussteller wird erstmals die

Nachbearbeitung additiv gefertigter

Teile auf der Messe abgebildet.

„Durch den zunehmenden Einzug

von Additive Manufacturing in die

Serienfertigung steigen die Anforderungen

an die Oberflächen 3Dgedruckter

Komponenten rasant.

Diese Entwicklung berücksichtigen

wir mit dem neuen Ausstellungsformat

und sind bei den entsprechenden

Unternehmen auf großes Interesse

gestoßen“, erklärt Hartmut Herdin,

Geschäftsführer der fairXperts GmbH

& Co KG und Veranstalter des

Messeevents. Das Spektrum reicht

vom Entfernen von Stützstrukturen

über das Entpulvern und Reinigen

bis zum Finish beziehungsweise der

Vorbereitung der Oberfläche für die

nächsten Fertigungsschritte.

Entgraten im Fokus

Zu den Highlights der diesjährigen

DeburringEXPO dürfte auch der Themenpark

Prozesskette Blech-Entgratung

zählen. Auf dieser Aktionsfläche

werden neben den originär der

Blech-Entgratung zugerechneten

Fertigungsschritten wie Entschlacken,

Entfernen von Oxid-Schichten,

Entgraten, Verrunden und Oberflächenfinish

unterschiedliche Technologien

und nachgelagerte Prozesse

gezeigt.

Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch

stehen im Mittelpunkt

des dreitägigen Fachforums. Die insgesamt

29 Vorträge von Experten

aus Industrie und Wissenschaft werden

simultan (Deutsch/Englisch)

übersetzt.

Ein weiteres Novum der diesjährigen

Leitmesse für Entgrattechnologien

und Präzisionsoberflächen ist

der Forschungspavillon. Er soll es

Besuchern ermöglichen, sich über

kürzlich abgeschlossene, laufende

bzw. zukünftige Forschungsprojekte

mit Einfluss auf den Qualitätsfaktor

Entgratung zu informieren. 2

Stahlreport 10|19

19


Messen

und Märkte

Bericht

Was die Arbeitsstättenverordnung fordert

Die Bauwerksprüfung im Hochbau

Während sich Teil 1 zur Bauwerksprüfung im Hochbau (siehe Stahlreport 7/8.2019, S. 22 f.)

zunächst nur mit dem Gebäudetragwerk und der Gebäudehülle im Abgleich mit der jeweiligen

Landesbauordnung beschäftigt hat, unterliegt die bauliche Konzeptionierung des Gebäudeinnern

zusätzlich auch der jeweils aktuellen Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Details dazu erläutert

Teil 2 der Artikelserie „Bauliche Konzeptionierung nach der Arbeitsstättenverordnung“ von

Dipl.-Ing. Marc Blum, Bausachverständiger für Bauwerkserhaltung und Sanierung sowie

Schweißfachingenieur für Bau- und Betonstahl.

[ Autor ]

Marc Blum, Dipl.-Ing.,

Dipl.-Wirt.-Ing. (FH),

M.Sc., Schweißfachingenieur

für Bau- &

Betonstahl, zert.

BauSV für Bauwerkserhaltung

& Sanierung,

gepr. Restaurator

& Denkmalpfleger

im Metallbauhandwerk

Für den Betreiber überschneiden

sich bei der baulichen Konzeptionierung

des Gebäudeinneren die

gesetzlichen Vorgaben aus dem Baurecht

und dem Arbeitsschutz –

sowohl in den gewerblichen als auch

in den verwaltungstechnischen

Räumlichkeiten. Mit Verweis auf

§ 2 ArbStättV sind Arbeitsstätten

wie folgt definiert:

z „Orte im Gebäude oder Freien, auf

dem Gelände eines Betriebes oder

einer Baustelle zur Nutzung für

Arbeitsplätze“

z „Andere Orte in Gebäuden und im

Freien, auf dem Gelände eines Betriebes

oder einer Baustelle zu denen

Beschäftigte bei der Arbeit Zugang

haben.“

Die sich aus der ArbStättV ergebenden

baulichen Regeln für die Einrichtung

und das Betreiben einer Arbeits-

stätte sind nach § 3a ArbStättV sehr

vielschichtig – und können mitunter

auch höhere bauliche Schutzanforderungen

als nur nach der jeweiligen

Landesbauordnung beinhalten:

z „Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen,

dass Arbeitsstätten … so eingerichtet

und betrieben werden, dass von

ihnen keine Gefährdung für die

Sicherheit und Gesundheit der

Beschäftigten ausgeht.“

Dieser weitere Ansatz geht über die

Verkehrssicherungspflicht nach

§ 823 ff des Bürgerlichen Gesetzbuches

BGB (vgl. auch Teil 1) hinaus

und beinhaltet zusätzlich auch noch

die Fürsorgepflicht für die beschäftigten

Arbeitnehmerinnen und

Arbeitnehmer nach § 618 BGB.

Nach dem Anhang „Anforderungen

und Maßnahmen für Arbeitsstätten

nach § 3 Absatz 1“ zur Arb-

StättV sind die baulichen Anforderungen

sehr umfangreich (siehe Infobox

„Anforderungen und Maßnahmen

für Arbeitsstätten“, S. 28).

Wenngleich die aktuell gültige

Fassung der ArbStättV noch aus dem

Jahre 2004 stammt, ergeben sich die

baulichen wie konstruktiven Details

aus den jeweils gültigen Arbeitsstättenregeln

(ARS), die fortlaufend

ergänzt und dem jeweiligen allgemeinen

Stand der Technik angepasst werden.

Hier gab es in den letzten Jahren

über die „Verordnung zur Änderung

von Arbeitsschutzverordnungen

(Artikel 1, Änderung der ArbStättV,

in Kraft getreten am 3.12.2016)

umfangreiche Aktualisierungen, was

die baulichen sowie konstruktiven

Details anbelangt (siehe Infobox

„Änderungen der Arbeitsstättenverordnung“).

20 Stahlreport 10|19


ArbStättV, §3 Absatz 1, Anhang „Anforderungen und Maßnahmen

für Arbeitsstätten“

1 Allgemeine Anforderungen

1.1 Anforderungen an Konstruktion und Festigkeit

von Gebäuden

1.2 Abmessungen von Räumen, Luftraum

1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

1.4 Energieverteilungsanlagen

1.5 Fußböden, Wände, Decken, Dächer

1.6 Fenster, Oberlichter

1.7 Türen, Tore

1.8 Verkehrswege

1.9 Fahrtreppen, Fahrsteige

1.10 Laderampen

1.11 Steigleitern, Steigeisengänge

2 Maßnahmen zum Schutz vor besonderen

Gefahren

2.1 Schutz vor Absturz und herabfallenden

Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen

2.2 Maßnahmen gegen Brände

2.3 Fluchtwege und Notausgänge

3 Arbeitsbedingungen

3.1 Bewegungsfläche

3.2 Anordnung der Arbeitsplätze

3.3 Ausstattung

3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung

3.5 Raumtemperatur

3.6 Lüftung

3.7 Lärm

4 Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume,

Kantinen, Erste-Hilfe-Räume und Unterkünfte

4.1 Sanitärräume

4.2 Pausen- und Bereitschaftsräume

4.3 Erste-Hilfe-Räume

4.4 Unterkünfte

5 Ergänzende Anforderungen und Maßnahmen für

besondere Arbeitsstätten und Arbeitsplätze

5.1 Arbeitsplätze in nicht allseits umschlossenen

Arbeitsstätten und Arbeitsplätze im Freien

5.2 Baustellen

6 Maßnahmen zur Gestaltung von

Bildschirmarbeitsplätzen

6.1 Allgemeine Anforderungen an

Bildschirmarbeitsplätze

6.2 Allgemeine Anforderungen an Bildschirme

und Bildschirmgeräte

6.3 Anforderungen an Bildschirmgeräte und Arbeitsmittel

für die ortsgebundene Verwendung an

Arbeitsplätzen

6.4 Anforderungen an tragbare Bildschirmgeräte

für die ortsveränderliche Verwendung an

Arbeitsplätzen

6.5 Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit

von Bildschirmarbeitsplätzen

Es gilt grundsätzlich, dass bestehende

Arbeitsstätten die Mindestanforderungen

nach dem Anhang II

der EG-Arbeitsstättenrichtlinie

89/654/EWG erfüllen müssen. Demnach

erlischt der Bestandschutz für:

1 Gebäude, erbaut nach dem

1.5.1976 (= Inkrafttreten der ersten

ArbStättV) bzw. 20.12.1996

für das Beitrittsgebiet der östlichen

Bundesländer,

2 Gebäude, erbaut vor dem 1.5.1976

bzw. 20.12.1996 für das Beitrittsgebiet,

jedoch mit Änderung der

Nutzung,

3 wesentliche Änderung des Gebäudes

(= alle Veränderungen, die

über Schönheits- und Pflegereparaturen

hinausgehen),

4 spätestens jedoch am 31.12.2020.

Der Bestandschutz gilt grundsätzlich

nicht, wenn Gefahr für Leib und

Leben besteht; dies ggf. auch durch

verschärfende ARS-Anforderungen

begründet. Daraus abgeleitet, bietet

es sich regelrecht an, die „Bauwerksprüfung

im Hochbau“ auch zum baulichen

Abgleich der aktuellen Erfordernisse

nach der ArbStättV mit zu

nutzen, um auf Betreiber- und Arbeitgeberseite

abgesichert zu sein.

Verkehrs- und Fluchtwege

z Unterteilung durch Brandabschnitte

z ausreichend lichte Breiten und

lichte Höhen (siehe Tabelle „Lichte

Breiten und Höhen“)

z eben und rutschhemmend,

z Höhenunterschiede im Boden

(-belag) ≤ 4 mm,

z Bodenfestigkeit ist auf Nutzung

abzustimmen,

z Einhaltung der Verkehrswegebreiten

bei Fahrzeugverkehr,

z Einhaltung zulässiger Neigungen

bei Rampen,

z Absturzsicherungen sind vorzusehen

• ≥ 3 Stufen (neu), einseitiger

Handlauf/Geländer vorsehen,

Änderungen der

ArbStättV

z Mai 2018:

Raumabmessungen & Bewegungsflächen

(ASR A1.2),

Fußböden (ASR A1.5/1.2),

Türe & Tore (ASR A1.7),

Verkehrswege (ASR A1.8),

Schutz vor Absturz …

(ASR A2.1),

Maßnahmen gegen Brände

(ASR A2.2),

z Juli 2017

Gefährdungsbeurteilungen

(ASR V3),

Sicherheits- & Gesundheitsschutzkennzeichnung

(ASR A1.3),

Sanitärräume (ASR A4.1),

z Jan. 2017

Fluchtwege & Notausgänge

(ASR A2.3).

Stahlreport 10|19

21


Messen

und Märkte

Bericht

Maximale Fluchtweglänge

≤ 35 m für

Räume ohne besondere

Gefährdung (in

dem roten Bereich

zusätzliche Notausgänge

erforderlich)

Foto: VBG Hamburg, Seminar ASPG I – 2019

Maximale Fluchtweglänge

35 m

Fluchtweglängen nach ASR A 2.3

• ≥ 3 Stufen (neu) & 1,5 m Stufenbreite

=> beidseitig,

• ≥ 3 Stufen (neu) & 4,0 m Stufenbreite

=> beidseitig & Zwischenhandlauf

oder Geländer,

• Absturzgefahr ≥ 1 m => Geländerhöhe

≥ 1,0 m,

• Absturzgefahr ≥ 12 m => Geländerhöhe

≥ 1,1 m,

• Achtung (neu): für Treppen,

Zugänge und Bühnen zu ortsfesten

maschinellen Anlagen

• Absturzgefahr ≥ 0,5 m => Geländerhöhe

≥ 1,1 m (nach DIN EN

ISO 14122),

z Maschenteilung bei Gitterrosten:

• gewerblich < 35 x 51 mm,

• Büro (empfohlen) ≤ 10 x 10 mm,

z Lastansätze => Oberkante Geländer-Handlauf:

• Wartungsgänge = 300 N/m,

• Laufstege = 500 N/m,

• Bühnen = 1.000 N/m.

Maximale Fluchtlaufweglänge

bei

Hindernissen

≤ 1,5 x 35 m

Foto: VBG Hamburg, Seminar ASPG I – 2019

Lichte Breiten und Höhen

Personen lichte Breiten lichte Höhen

≤ 5 MA 0,875 mm 1,90 m Wartungsgang

≤ 20 MA 1,0 m 2,00 m Bestandsbau

≤ 200 MA 1,20 m 2,10 m Neubau

≤ 300 MA

≤ 400 MA

1,80 m

2,40 m

≥ 0,5 m

≥ 0,6 m

Bediengänge

Zugang zum

Arbeitsplatz

Rutsch hemmungs-bewertungsgruppen

Trockenbereich zulässiger Neigungswinkel α in ° Nassbereich

R 13 ≥ 35 ≥ 24 C

R 12 < 35

R 11 < 27 < 24 B

R 10 < 19 < 18 A

R 9 < 10 < 12 keine

keine < 6

≤ 52,5 m

• Fluchtweglänge ≤ 35 m

• tatsächliche Laufweglänge ≤ 1,5 x 35 ≤ 52,5 m

Laufweglänge: Tatsächlich zurückzulegende Wegstrecke vom Aufenthaltsort

bis zum Notausgang. Diese darf nicht mehr als das 1,5 fache der Fluchtweglänge

betragen

ASR A 1.5/1,2 DGUV-I 207-006

bei flüssigen gleitfördernden Stoffen ist auch noch die V-Bewertung

V4 bis V10 (=> Verdrängung) zu beachten

Fluchtwege müssen:

selbständig begangen werden können,

z möglichst kurz sein (max. Fluchtweglänge

≤ 35 m),

z ständig freigehalten werden,

z möglichst ins Freie führen oder in

einen (ab-)gesicherten Bereich,

z dauerhaft und angemessen

gekennzeichnet sein,

z ggf. mit einer ausreichenden

Sicherheitsbeleuchtung versehen

sein,

z zusätzlich auch das Bauordnungsrecht

der Länder beachten.

Fußböden müssen:

z gegenüber gleitfördernden Stoffen

rutschhemmend sein,

z Rutschhemmungsbewertungsgruppen

(siehe Tabelle links

unten).

Die zuvor aufgeführten baulich einzuhaltenden

Kennwerte nach der

ArbStättV stellen nur einen Ausschnitt

dar, deren es noch viele weitere

gibt.

Wer Arbeitsstätten effektiv, sicher

und gesundheitsgerecht betreibt, integriert

in der Bauwerks-prüfung als

Zusatzoption eine regelmäßige

„Gefährdungsbeurteilung“ des baulichen

Bestandes, um diesbezüglich

auf der sicheren Seite zu sein. 2

22 Stahlreport 10|19


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Wie die Metallbearbeitung auf die

Werkzeugmaschinenmärkte reagiert

Fakten und Fantasien

auf der EMO

Wie verbreitet man in Zeiten konjunkturellen Rückgangs trotzdem

optimistisch stimmende Botschaften? Vor dieser Herausforderung

standen Mitte September die Verantwortlichen der EMO in Hannover.

Ihre Antworten für die Werkzeugmaschinenbranche orientierten

sich an Fakten und Fantasien, wobei deren jeweilige Grenzen

schwer auszumachen sind. Dieses Muster galt für den verbandlichen

Akteur VDW ebenso wie für beteiligte Unternehmen.

Im Mittelpunkt der Fakten standen

quantitative und qualitative Markteischätzungen,

wie sie etwa Carl Martin

Welcker, Generalkommissar der

EMO Hannover 2019, oder Dr. Wilfried

Schäfer, Geschäftsführer im Verein

Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW), im Rahmen der Eröffnungspressekonferenz

am Messemontag

verbreiteten. Demnach hat dieser

Branchenverband seine Produktionsprognose

für Deutschland und das

Jahr 2019 auf minus 2 % revidiert –

nach acht Jahren der Hochkonjunktur.

Zur Begründung wurde darauf

verwiesen, dass sich die weltweite

Investitionsgüternachfrage seit dem

vierten Quartal 2018 deutlich beruhigt

hat. Entsprechend ist der Auftragseingang

im ersten Halbjahr 2019 in

allen Regionen kräftig ins Minus

gerutscht. Für Deutschland sank dieser

Wert bis einschließlich Juli um

mehr als ein Fünftel (- 21 %). Dabei

stellten sich die Auftragseingänge aus

dem Inland (- 19 %) besser dar, als die

aus dem Ausland (- 23 %).

Die Kapazitätsauslastung betrug

in den ersten sechs Monaten durchschnittlich

88,9 % und entsprach damit

allerdings immer noch dem langjährigen

Durchschnitt.

Neben diesen quantitativen Botschaften

beeinflussten auf der sechstägigen

EMO aber vor allem qualitative

Hinweise die Stimmung der Branche.

Die machte sich nämlich bewusst,

dass die Automobilindustrie ihr größter

Abnehmer ist – ein Marktakteur,

der sich erst am Anfang eines gewaltigen

Transformationsprozesses befindet,

der vor allem auf einem Wechsel

bei den Antriebstechnologien basiert

– mit weitreichenden Folgen, denn:

Forscher von FEV Consulting hätten

bezogen auf 118 Mio. Neuzulassungen

in 2018 für 2030 einen globalen Anteil

voll elektrifizierter Fahrzeuge von

19 % berechnet. Diese Experten wiesen

in diesen Zusammenhängen auf

64 % weniger Wertschöpfungspotenzial

im Fertigungsprozess für den reinen

Elektrobetrieb sowie auf 24 %

mehr beim Plug-in-Hybrid hin.

An solchen Differenzierungen

macht sich auch die bereits angesprochene

Fantasie der Beteiligten fest.

So wurde in der Eröffnungspressekonferenz

darauf hingewiesen, dass

in der Fertigung wegfallende Bereiche

durchaus über neue Anforderungen

kompensiert werden könnten.

Genannt wurden in diesen Zusammenhängen

beispielsweise Effizienzverbesserungen

bei den verbleibenden

Verbrennungsmotoren und Getrieben

durch optimierte Oberflächen, die

Reduzierung von Geräuschemissionen,

der Schutz vor Bauteilverschleiß

oder die Neuauslegung leistungsfähiger

Bremssysteme. Insgesamt gäben

die ehrgeizigen Klimaschutzziele bis

2030 Anlass zur Hoffnung sowie –

ganz generell – die anstehende Digitalisierung,

wie sie sich in der Branche

verbandlich durch die standardisierte

Schnittstelle umati realisiere.

Foto: VDW

Standardisierte Schnittstelle

Zu den Fakten diesseits der Fantasien

gehörten auf der EMO die Vorstellung

und Erprobung von umati: universal

machine tool interface – eine Schnittstelle,

über die unterschiedliche

Maschinen bzw. Softwaren selbstständig

miteinander kommunizieren können.

Vor gut zwei Jahren hatte der VDW

diesen Ansatz auf den Weg gebracht

– mit dem Ziel, auf der Basis von OPC

UA als internationale Basis weltweit

und kostenlos eine neue Ära in der

Produktion einzuläuten. Denn die Verbindung

und eine einheitliche Sprache

von Maschinen, Anlagen und Software

ist eine der wichtigsten Voraussetzungen,

um in der Fertigung aus der

Digitalisierung Nutzen zu ziehen.

Wenn sich die einzelne Firma nicht

darum kümmern muss, dass die Vernetzung

funktioniert, sei dies ein ungeheurer

Fortschritt, sagte Dr. Heinz-

Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW,

im Rahmen einer Pressekonferenz in

Hannover.

Dass der Ansatz funktioniert,

bewiesen auf der Messe 70 Unternehmen

aus zehn Ländern, die auf dem

Ausstellungsgelände in Hannover 110

Werkzeugmaschinen und 28 Mehrwertdienste

zum EMO-Showcase

zusammengeschaltet hatten.

Der eigentliche Startschuss aber

steht erst noch bevor. Nach Einschätzung

von Heinz-Jürgen Prokop dürfte

es noch bis Mitte des kommenden Jahres

dauern, bis die umati-Version 1.0

auf den Markt kommt. Bis dahin stünden

noch zahlreiche Abstimmungen

auf dem Programm – insbesondere

im internationalen Bereich. 2

Stahlreport 10|19

23


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Erwartungen rutschen tiefer in den negativen Bereich

Maschinenbauer ohne echte Lichtblicke

Im Juli 2019 verfehlte der Auftragseingang im Maschinenbau in Deutschland sein Vorjahresniveau

lediglich um 3 %, gab der Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) Anfang

September bekannt. Die Inlandsorders sanken dabei um 4 %, die Auslandsbestellungen um 3 %.

Damit ist der Abschluss im Juli im Vergleich mit den letzten Monatsergebnissen zwar weniger trübe

ausgefallen. Doch der Trend zeigt dem VDMA zufolge dennoch weiter nach unten und die Geschäftssowie

Exporterwartungen blieben angesichts der konjunkturellen und politischen Risiken pessimistisch.

Quellen: VDMA

Deutsche Maschinenausfuhr nach Regionen

Region (Bedeutung*)

Afrika (2,2)

Nordamerika (12,1)

Ostasien (14,8)

EU-28 (48,3)

Sonstiges Europa (10,0)

Lateinamerika (3,8)

Südostasien (2,7)

Australien-Ozeanien (1,3)

Zentral- u. Südasien (2,5)

Naher,Mittlerer Osten (2,4)

*) Anteil an der gesamten deutschen Maschinenausfuhr in Prozent.

jahresniveau zwar noch um 1 % übertroffen.

Doch für den Juni rechnet

der VDMA mit einem starken Minus,

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent

Ø Jan. - Juni 2019:

0,9% (real -0,7%)

-15 -10 -5 0 5 10 15

Deutsche Maschinenproduktion

Preisbereinigter Index, Basis 2015 = 100

140

130

120

110

100

90

80

70

Jan. - Juni 2019 April - Juni 2019

Gleitender 12-Monats-Durchschnitt

Originalindizes

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

In den ersten fünf Monaten

des laufenden Jahres hat die deutsche

Maschinenproduktion ihr Vorda

der Juni 2019 Arbeitstage weniger

hatte als der Juni 2018. Insgesamt

rechnet der Verband für das erste

Halbjahr 2019 mit einem Ergebnis

der Maschinenproduktion unter dem

Vorjahresniveau. Angesichts der

anhaltenden und sich verdüsternden

Aussichten hielten sich viele Kunden

mit Bestellungen zurück, was zu

Produktionsrückgängen bei vielen

Maschinenbauern führe, so der Verband.

Exportdynamik lässt nach

Die deutschen Maschinenausfuhren

sanken im Juni 2019 im Vorjahresvergleich

um nominal 10,2 % - wobei

der Rückgang auch der im Bundesdurchschnitt

um 2,7 Tage reduzierte

Arbeitszeit im Juni im Vergleich zum

Vorjahresmonat geschuldet ist. Im

Halbjahresvergleich der Jahre legten

die Maschinenexporte zwar noch

um 0,9 % nominal zu. Im zweiten

Quartal habe die Dynamik jedoch

spürbar nachgelassen. Nach China

wurden dem VDMA zufolge in den

ersten sechs Monaten lediglich 0,6 %

Maschinen mehr exportiert als 2018.

Die Maschinenexporte in die USA

stiegen dagegen um 7,8 %. Auf den

wichtigsten europäischen Absatzmärkten

zeige sich ein differenziertes

Bild, nur Frankreich (+6,8 %) und

Österreich (+0,1 %) legten zu.

Auftragseingänge bei Mehrheit

der Branchen rückläufig

In den letzten drei statistisch nachweisbaren

Monaten (Mai bis Juli

2019) wiesen neun der insgesamt

27 in der VDMA-Auftragseingangs-

24 Stahlreport 10|19


statistik getrennt abgerechneten

Fachzweige im Vorjahresvergleich

ein Plus auf und 16 Fachzweige ein

Minus. Vier Fachzweige erzielten

Zuwachsraten von 20 % und mehr:

Power Systems, Bekleidungs- und

Ledertechnik, Gießereimaschinen

und Bergbaumaschinen. Ein MInus

von über 20 % mussten die Branchen

Werkzeugmaschinen, Textilmaschinen,

Fluidtechnik Robotik und Automation

sowie Kunststoff- und Gummimaschinen

hinnehmen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist

im August ein weiterer Rückgang

des Geschäftsklimaindikators zu

beobachten. Die Zufriedenheit mit

der aktuellen Lage hat erneut abgenommen.

Die Erwartungen rutschten

tiefer in den negativen Bereich. Bei

keiner der deutschen Schlüsselindustrien

zeigten sich Lichtblicke.2

BGA zur Konjunktur

Deutsche Wirtschaft

im Auf und Ab

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden

Gewerbe stiegen nach Angaben

des Statistischen Bundesamtes im Juni

2019 gegenüber dem Vormonat um

2,5 %. Während die Ordereingänge aus

dem Nicht-Euroraum um 8,6 % stiegen,

fielen sie im Inland und dem Euroraum

um 1,0 % beziehungsweise um 0,6 %. Die

Zahl der Großaufträge war überdurchschnittlich.

Die Produktion im Produzierenden

Gewerbe entwickelt sich dagegen negativ.

Im Juni 2019 fiel die sie gegenüber

dem Vormonat um 1,5 %. Dabei nahm die

Erzeugung in der Industrie um 1,8 % ab,

die Produktion im Baugewerbe stieg

jedoch um 0,3 %. Innerhalb der Industrie

kam es in allen drei Hauptgruppen, den

Vorleistungsgütern (-2,0 %), den Investitionsgütern

(-1,8 %) und den Konsumgütern

(-1,4 %) zu Rückgängen.

Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld

beurteilt der Bundesverband Großhandel,

Außenhandel Dienstleistungen (BGA)

die Situation als durchwachsen. Die Auftragseingänge

unterlägen seit dem Jahresanfang

einem Auf und Ab. Auf der Seite

der Produktion seien zwar durchaus einige

kleine Lichtzeichen zu erkennen, die

negativen Wachstumsraten überwiegen

jedoch und zeichnen in der Tendenz eine

eher abwärtsgerichtete Bewegung, so der

Verband. Für die mittelfristige Perspektive

geht der BGA daher von einer weiteren

leichten konjunkturellen Abkühlung für die

zweite Jahreshälfte 2019 aus.

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Stahlreport 10|19

25


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Positive Umsatzentwicklung verstetigt sich bis 2020

Die Bauwirtschaft läuft weiter gut

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) bewertet die Lage der Bauindustrie

weiterhin positiv. Für 2019 erwartet die Branche ein Umsatzwachstum von 8,7 % auf 137,5 Mrd. €.

Das Wachstum betreffe dabei die drei Bausparten Hochbau, Straßen- und Tiefbau sowie den

Ausbau gleichermaßen. Damit ist die Bauwirtschaft momentan der bedeutendste Konjunkturtreiber.

Für das kommende Jahr geht die Branche von einem Umsatzplus von 5 % auf 145 Mrd. € aus –

was der erwarteten Preisentwicklung entspricht.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V., Statistisches Bundesamt, 2019/2020 Prognose

Gemeinschaftsdiagnose der Forschungsinstitute. Frühjahr 2019

200

180

160

140

120

100

80

60

40

20

163

79

39

131 133

66

titionsneigung hindeute, würden

aktuell die Aufträge noch ausgeweitet.

Demnach floriert insbesondere

der Dienstleistungsbereich, der

einen Großteil der Bauinvestitionen

der gewerblichen Wirtschaft beauftrage.

Vor diesem Hintergrund

erwartet das Baugewerbe bis zum

Entwicklung der Bauinvestitionen nach Bausparten

Mrd. €

Bauinvesonen nach Sparten (real)

154

171

184

71 72 76 79

32 33 30 34 35

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

Für den Wirtschaftsbau

ergebe sich in 2019 ein ambivalentes

Bild, kommentiert der Präsident des

Zentralverbands Deutsches Baugewerbe,

Reinhard Quast, die aktuelle

Branchenkonjunktur. Während der

Frühindikator „Baugenehmigungen“

bereits auf eine eingebremste Inves-

Wohnbauten

gewerblicher Bau

öffentlicher Bau

dritten Quartal 2019 eine positive

Umsatzentwicklung. Im vierten

Quartal rechnet der ZDB allerdings

mit einem Tempoverlust: „Das heißt,

dass wir von einem Umsatzwachstum

von 7,5 % auf 48,6 Mrd. € ausgehen,“

so der ZDB-Präsident.

Für den Wohnungsbau erwartet

der Branchenverband der Bauwirtschaft

ein Umsatzplus von 9 % auf

50,9 Mrd. €.

Tiefbau ist Treiber

des Öffentlichen Baus

„Die öffentliche Hand investiert wieder.

Das merken unsere Firmen landauf

landab“, erläuterte Quast die

Daten des Statistischen Bundesamtes

zum öffentlichen Bau. Die Branche

geht daher davon aus, dass der

Umsatz im öffentlichen Bau um 10 %

auf 38 Mrd. € steigen wird. Getragen

werde diese Entwicklung maßgeblich

vom Tiefbau, dessen Umsatz der

ZDB bei 30,6 Mrd. € veranschlagt.

„Der Hochbau sollte die 7-Mrd.-

Grenze überschreiten,“ so Quast weiter.

26 Stahlreport 10|19


Insbesondere der Investitionshochlauf

des Bundes, wonach die Investitionen

in die Infrastruktur auf 17

Mrd. € steigen sollen, trage zu dieser

Entwicklung bei. Weiterhin Sorgen

mache allerdings das Investitionsverhalten

der Kommunen. Über die

Hälfte, nämlich 55 % der öffentlichen

Investitionen werden von den Kommunen

ausgelöst. Ihnen gelingt es

dem ZDB zufolge jedoch nicht, den

Verschleiß ihrer öffentlichen Infrastruktur

aufzuhalten und abzubauen.

Entwicklung von Umsätzen und Auftragsbeständen im Bauhauptgewerbe

in % 2019/2018

Quartale 2018 in % zum Vorjahr

Bauhauptgewerbe Jul. Jan.-Jul. 2. Q. 1. Q. 4. 3. 2. 1.

Umsatz 1 7,8 11,7 9,3 17,8 14,3 11,1 9,4 6,3

real (preisbereinigt) 2,2 5,7 3,4 11,1 7,8 5,1 4,2 1,6

Auftragseingang 1 10,9 10,8 7,8 14,3 14,7 10,7 8,0 6,8

real (preisbereinigt) 5,0 4,7 1,9 7,9 8,2 4,7 2,9 2,0

Baugenehmigungen 2 5,6 2,0 0,2 2,7 0,7 8,6 11,1 7,8

Beschäftigte 1 4,6 5,2 5,0 5,7 5,4 4,9 4,5 4,9

1. Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigte, nominale Veränderungsrate

2. Wohn- und Nichtwohngebäude, Neu- und Umbau, Baukosten

Quelle: HDB

Fortsetzung des

Wachstums erwartet

Auch der Hauptverband der Deutschen

Bauindustrie erwartet für

das Bauhauptgewerbe eine Fortsetzung

des Wachstums. Dafür

sprächen Faktoren auf allen Ebenen:

Geschäftsklima, Baugenehmigungen,

Auftragseingang und

-bestand sowie nominaler Umsatz,

sagte der Präsident des Verbands

Peter Hübner. 2

BDI-Industriebericht

Stahl- und Metallverar beitung

mit Rückgängen

Nach einem erfreulichen Jahresbeginn 2018 mit Zuwächsen von

über 5 % gegenüber dem sehr guten Jahr 2017 hat sich die Produktion

der Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe in Deutschland im

Jahresverlauf 2018 abgeschwächt. Angesichts der vielen Risiken

und geopolitischen Baustellen startete das Jahr 2019 ebenfalls mit

Rückgängen. Das meldete der Bundesverband der Deutschen Industrie

(BDI).

Während die Produktionsprognose

von plus 4 % zur Jahresmitte

noch erreicht werden konnte,

schwächte sich die Dynamik in der

zweiten Jahreshälfte spürbar ab. Im

letzten Quartal konnte das Vorjahresniveau

nicht mehr erreicht werden.

Auf Jahressicht wurde die Produktion

um 1,9 % ausgeweitet.

Umsatz

Die Umsatzentwicklung der Stahl

und Metall verarbeitenden Branchen

zeigt dem BDI zufolge ein ähnliches

Bild wie die Produktion. Sowohl die

Inlandslieferungen als auch die

Exporte verzeichneten zum Start in

das Jahr 2018 hohe Wachstumsraten

(10 % Inland, 7 % Export), die sich

im Verlauf auf Plus von 1,8 % Inlandsumsatz

und 1 % Exportwachstum

reduzierten. Die Auftragseingänge

sind im Vorjahresvergleich zurückgegangen,

aus dem Inland kamen

2,3 % weniger Bestellungen, aus dem

Ausland 6,2 %, wobei die Exportnachfrage

durch Großaufträge im letzten

Quartal 2017 verzerrt ist. „Die Hauptursache

für diese Entwicklungen

dürfte mit dem Stichwort Verunsicherung

treffend beschrieben sein –

Verunsicherung von Verbrauchern

und Investoren in vielen wichtigen

Märkten“, konstatiert der BDI-Industriebericht.

Angesichts der vielen Risiken

und geopolitischen Baustellen startete

das Jahr 2019 mit Rückgängen: 2,9

% weniger Umsatz, 4,2 % niedrigere

Inlandsabsätze 0,2 % weniger Exporte,

9,6 % geringere Inlandsauträge und

8,5 % weniger Exportnachfrage. 2

Einkaufsmanager-Index

Industrieproduktion

im roten Bereich

Der Abschwung des Verarbeitenden

Gewerbes in Deutschland hält an. Das zeigen

die aktuellen Umfrage-Ergebnisse zum

IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index

(EMI). Mit 43,5 Punkten nach 43,2 im Juli

rutschte der PMI im August noch tiefer in

den roten Bereich.

Gleichzeitig liegt der wichtige Frühindikator

für die Industrieproduktion der größten

Volkswirtschaft Europas bereits den achten

Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle

von 50,0 Zählern. Angaben des

englischen Finanzdienstleisters IHS Markit

zufolge habe der erneut kräftige Rückgang

der Neuaufträge viele Unternehmen veranlasst,

ihre Produktion weiter zu drosseln

und abermals beim Personal zu kürzen.

„Der deutschen Industrie ist es auch im

August nicht gelungen, ihre seit Jahresbeginn

anhaltende Talfahrt zu stoppen. Das

belegen die aktuellen EMI-Daten“, sagte

Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer

des Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME).

Bedenkenswert sei zudem die Negativentwicklung

des Teilindex Jahresausblick, der

mit 39,1 (Juli: 43,2) Punkten regelrecht

abgestürzt sei.

Stahlreport 10|19 27


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Positive Umsatzentwicklung verstetigt sich bis 2020

Automobilmärkte

entwickeln sich differenziert

Im Juli haben sich die internationalen Automobilmärkte dem Verband der Automobilindustrie (VDA)

zufolge differenziert entwickelt. Während der US-Markt erstmals in diesem Jahr zulegen konnte,

erreichte der Absatz in Westeuropa Vorjahresniveau. Der deutsche Pkw-Markt erreichte im August mit

dem zweitbesten Wert für diesen Monat überhaupt erneut hohes Niveau. Im bisherigen Jahresverlauf

stiegen die Neuzulassungen in Deutschland um 1 % auf 2,5 Mio. Einheiten.

Grafik: VDA/KBA

Insgesamt blieb die Zahl der Pkw-Neuzulassungen

in Westeuropa im Juli mit 1,2 Mio. Einheiten auf Vorjahresniveau.

Die fünf größten Einzelmärkte entwickelten

sich dabei sehr unterschiedlich. In Deutschland

stiegen die Neuanmeldungen um 5 %, der italienische

Markt erreichte Vorjahresniveau. Frankreich (-2 %) und

das Vereinigte Königreich (-4 %) mussten jeweils ein

Minus verbuchen. Der spanische Markt war im Juli

zweistellig rückläufig (-11 %). Nach den ersten sieben

Monaten des Jahres steht der westeuropäische Pkw-

Markt bei einem Volumen von 8,9 Mio. Fahrzeugen –

ein Rückgang von 3 %.

Deutscher Pkw-Markt leicht gewachsen

Der deutsche Pkw-Markt erreichte im August mit

313.800 Neuzulassungen erneut hohes Niveau. Das ist

der zweitbeste Augustwert.

Deutscher Pkw-Markt im August

August 2019 Januar – August 2019

Personenkraftwagen *) Anzahl ±% Vorjahr Anzahl ±% Vorjahr

Neuzulassungen 313.800 -1 2.495.600 1

davon:

dt. Marken inkl. Konzernmarken 217.100 1 1.754.600 1

ausl. Marken 96.700 -4 741.000 1

Export 234.300 -6 2.373.000 -14

Produktion 313.200 1 3.160.400 -11

*) z.T. vorläufig

Der Auftragseingang aus dem Inland übertraf im August

den Vorjahreswert um 8 %, seit Jahresbeginn gingen

gut 4 % mehr Aufträge inländischer Kunden ein. Aus

dem Ausland hingegen kamen im abgelaufenen Monat

11 % weniger Aufträge herein, seit Jahresbeginn steht

ein Minus von 5 % in den Büchern.

Die deutschen Pkw-Hersteller fertigten an den inländischen

Standorten im August 313.200 Pkw (+1 %). Seit

Januar liefen knapp 3,2 Mio. Pkw vom Band (-11 %).

Schwächer entwickelte sich der Export: Im August wurden

234.300 Pkw an Kunden in aller Welt ausgeliefert

(-6 %). In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres

wurden aus Werken in Deutschland 2,4 Mio. Pkw exportiert,

14 % weniger als im Vorjahreszeitraum.

US-Markt im Plus, China verzeichnet Rückgang

Erstmals in diesem Jahr ist der US-Light-Vehicle-Markt

(Pkw und Light Trucks) im vergangenen Monat gewachsen:

Die Verkäufe erhöhten sich um 2 % auf 1,4 Mio.

Neufahrzeuge. Von Januar bis Juli wurden 9,8 Mio.

Light Vehicles verkauft (-2 %). Der Trend zu Light Trucks

hält weiter an: Seit Jahresbeginn stieg ihr Absatz um

2 %, während die Pkw-Verkäufe um 9 % zurückgingen.

Der chinesische Markt verzeichnete im Juli einen

Rückgang von 4 % auf 1,5 Mio. Pkw. Seit Januar ist das

Marktvolumen um 13 % auf 11,4 Mio. Neufahrzeuge

zurückgegangen. Seit nunmehr 13 Monaten ist der Pkw-

Absatz im größten Einzelmarkt rückläufig. Für das

Gesamtjahr 2019 geht der VDA von einem Marktvolumen

von 21,6 Mio. Neufahrzeugen aus (-7 %), die bisherige

Prognose lag bei minus 4 %. 2

28 Stahlreport 10|19


Marktversorgung zurückgegangen

Stahlkonjunktur

bleibt verhalten

Die Stahlmengenkonjunktur in Deutschland hat dem Industriebericht

des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI)

zufolge im vergangenen Jahr den Rückwärtsgang eingelegt:

Die Marktversorgung mit Walzstahl ging im Jahresdurchschnitt

2018 um 4 % zurück, die Lieferungen sanken um 5 %, für die

Rohstahlproduktion ergab sich ein Minus von 2 %.

Zu dieser Entwicklung beigetragen

haben demnach Sonderfaktoren

wie insbesondere die Umstellung

des Prüfverfahrens in der

Automobilindustrie sowie das Niedrigwasser

am Rhein im Schlussquartal

des vergangenen Jahres.

Auftragseingänge

Walzstahl rückläufig

Auch im ersten Quartal des laufenden

Jahres blieb die Stahlkonjunktur

dem Bericht nach verhalten. So sind

die Auftragseingänge Walzstahl –

Angaben des Statistischen Bundesamtes

zufolge – zu Jahresbeginn

deutlich rückläufig. Die Unternehmen

blieben weiterhin skeptisch

hinsichtlich ihrer Erwartungen für

die nächsten Monate. Auch weltweit

hat sich seit dem zweiten Halbjahr

die konjunkturelle Grundtendenz in

der Stahlindustrie abgeschwächt.

Zudem sei der Konjunkturausblick

mit erheblichen Abwärtsrisiken verbunden.

Schließlich bestünden der

jüngsten Einschätzung der OECD

zufolge die strukturellen Probleme

in der globalen Stahlindustrie in

Form von verfestigten Überkapazitäten,

der Ausbreitung protektionistischer

Tendenzen sowie Wettbewerbsverzerrungen

als Folge

staatlicher Subventionen weiter fort.

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen

Gesamtsituation sei es

aus Sicht der Stahlindustrie ein notwendiger

Schritt der EU gewesen,

endgültige Schutzklauselmaßnahmen

einzuführen, um Handelsumlenkungen

im Zuge der US-amerikanischen

Strafzölle in den

EU-Markt zu begrenzen. Kritisch

hingegen bewertet die Stahlindustrie,

dass bereits im Juli trotz der

bestehenden fragilen konjunkturellen

Lage erste Schritte zur Lockerung

der Zollkontingente eingeführt wurden

und damit die Wirksamkeit der

Maßnahmen spürbar eingeschränkt

werde. 2

ArGeZ-Geschäftsklima

Zulieferer-Perspektiven unverändert unter Druck

Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie

zeigte sich im August weiter unter Druck. Eine eher

„homöopathische Verbesserung“ bei der Bewertung der

aktuellen Lage zeige keine Trendwende an, so die Arbeitsgemeinschaft

Zulieferindustrie (ArGeZ). Entscheidend für

die Konjunktureinschätzung der Branche sei die Erwartungshaltung

bezogen auf die nächsten sechs Monate.

Angesicht der offenen Fragen bei den Handelsstreitigkeiten

sowie dem näher rückenden Brexit suchten die Maktteilnehmer

nach Orientierung.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der

Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie ArGeZ in Zusammenarbeit

mit dem Ifo-Institut, München, ermittelt. Er

beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen und

deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

zusammengeschlossenen Branchen Gießerei-Industrie,

Aluminiumindustrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und

Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie

sowie Technische Textilien ab.

Quelle: Ifo München, ArGeZ Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie, Indexbasis 2015=100

Geschäftsklima Zulieferindustrie Deutschland Juni 2019

Saldo der positiven und negativen Meldungen

70

60

50

40

30

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

Aktuelle Lage

Zukunftserwartungen

-70

Jan. 06 Jan. 07 Jan. 08 Jan. 09 Jan. 10 Jan. 11 Jan. 12 Jan. 13 Jan. 14 Jan. 15 Jan. 16 Jan. 17 Jan. 18 Jan. 19 Jan. 20

Stahlreport 10|19

29


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Die Unsicherheit nimmt zu

Nach einem für Stahlhersteller, -händler und -verarbeiter guten Jahr 2018 haben sich die weltweiten

Konjunktur erwartungen im Laufe des Jahres 2019 nach und nach eingetrübt. Handelskonflikte und

die immer noch ungeklärten Fragen zum Brexit führen zu Unsicherheiten. Sorgen bereitet vor allem

die Situation bei den Automobilherstellern. Die deutschen Maschinenbauer schauen ebenfalls

pessimistischer in die Zukunft. Auch wenn andere stahlverarbeitende Industriezweige, allen voran

die Bauwirtschaft, weiterhin gut beschäftigt sind, ist die Stahlnachfrage geringer als im vergangenen

Jahr. Enttäuschend verlief für die Stahldistribution der Juni. Im Juli konnte die fehlende Menge dann

wieder einigermaßen kompensiert werden. Der August zeigte sich wiederum ziemlich durchwachsen.

Foto: privat

Jörg Feger, Prokurist

und Bereichsleiter

Research im Bundesverband

Deutscher

Stahlhandel (BDS),

berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

August 2019 vorliegenden

Zahlen.

Feger-BDS@

stahlhandel.com

Lagerabsatz

Der Lagerabsatz verlief im Jahr 2018

recht erfreulich. Insgesamt wurden

bei Walzstahlfertigerzeugnissen 11,2

Mio. t abgesetzt. Dies ist der beste

Wert seit dem Jahr 2012. Im Vergleich

zum Vorjahr wurde 1,4 %

mehr Menge erreicht. Bei Rohren

wurden sogar noch deutlichere

Zuwächse verzeichnet.

Das Jahr 2019 ist für die deutsche

Stahldistribution mengenmäßig

etwas schwächer gestartet. Insgesamt

wurden im Januar etwas über

950.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse,

im Februar 908.000 t und im

März knapp 930.000 t abgesetzt.

Ähnlich verlief der April. Der Lagerabsatz

betrug 931.000 t. Vergleichsweise

gut zeigte sich der Mai.

954.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

wurden ausgeliefert. Dafür war

wiederum der Juni ungewöhnlich

schwach.

Auch aufgrund der vielen Feierund

wenigen Arbeitstage konnte ein

Lagerabsatz von lediglich 848.000 t

verzeichnet werden. Der Juli zeigte

mit seinen 23 Arbeitstagen wieder

ein ordentliches Volumen auf. Der

Absatz verfehlte mit 999.000 t die

Eine-Millionen-Tonnen-Schwelle nur

haarscharf. Der August wurde als

typischer Sommermonat wahrgenommen.

Nur knapp 900.000 t Lagerabsatz

wurden gemeldet. Insgesamt

wurde in den ersten acht Monaten

2019 4,6 % weniger Menge als im

Vorjahreszeitraum abgesetzt. Besonders

der Absatz von Flachprodukten

und Stabstahl zeigte sich schwächer.

Als einziges Produkt konnte Betonstahl

weiter zulegen.

Lagerbestand

IIm vergangenen Jahr wurde der Jahreshöchstbestand

im Sommer

erreicht. Ende Juli 2018 wurden 2,56

Mio. t Bestand gemeldet. Ab Herbst

setzte dann ein deutlicher Bestandsabbau

ein. Im Dezember beliefen sie

sich die bundesweiten Lagerbestände

auf 2,22 Mio. t. Dabei lag der

branchenweite Bestand im Vergleich

zum Vorjahresmonat um knapp 5 %

höher.

Zwischen Januar und März 2019

erfolgte der übliche Lageraufbau: Im

April und Mai wurden nur noch

geringe Mengen aufgebaut. Im Juni

und Juli wurde dann ein leichter

Rückgang der Bestände beobachtet.

Im August wurden die Bestände,

wahrscheinlich auch aufgrund von

Werksferien, spürbar zurückgefahren.

Ende August 2019 wurden 2,31

Mio. t Bestand gemeldet. Das sind

knapp 8 % weniger als Ende August

2018 bevorratet wurden.

Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite

bei Walzstahlfertigerzeugnissen

lag aufgrund der relativ geringen

Absatzmengen und niedrigen

Bestände im August bei 2,6 Monaten

bzw. 78 Tagen. Dieser Wert wurde

auch im Schnitt der ersten acht

Monate 2019 erreicht (vgl. Abbildung

1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise

recht starke Preisanstieg, der

im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten

beiden Monaten des Jahres 2018

konnten bei fast allen Produkten

Preissteigerungen festgestellt werden.

Zwischen März und Mai gestaltete

sich das Bild differenzierter.

Große Veränderungen wurden dabei

jedoch nicht festgestellt. In den

Monaten Juni bis September waren

die Preise bei fast allen Produkten

wieder im Aufwärtstrend. Der Oktober,

November und Dezember zeigten

sich uneinheitlich. Mitunter wurden

auch sinkende Preise

beobachtet.

Auch im Januar und Februar

2019 wurde tendenziell von fallenden

Verkaufspreisen berichtet. Im

März konnten teilweise auch wieder

Preissteigerungen festgestellt werden.

Im April, Mai, Juni und Juli war

die Tendenz bei nahezu allen Produkten

rückläufig. Diese Rückgänge

waren bei Rohren und den meisten

Flachprodukten ausgeprägter als bei

Langprodukten. Im August war die

Tendenz zwar bei den meisten Produkten

weiterhin rückläufig. Bei einzelnen

Produktgruppen konnten

aber auch Preiserhöhungen festgestellt

werden (vgl. Abbildungen

2 und 3). 2

30 Stahlreport 10|19


Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

101

97 94 93

96

96

100

90 90

95 140

89

91 93 93 93

85 90

120

100

55

80

78 78 75 81 78 78 84 75 72 123 75 81 81 81 78 87 72 78

60

40

20

0

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Ø

2019

Aug.

2018

Sep.

2018

Okt.

2018

Nov.

2018

Dez.

2018

Jan.

2019

Feb.

2019

März

2019

April

2019

Mai

2019

Juni

2019

Juli

2019

Aug.

2019

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Preisentwicklung

bei Langprodukten

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Quelle Bild 2 u. 3: BDS

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Stahlreport 10|19

31


BDS

Kommunikation

Stahlhandelstag 2019

Über 320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, spannende Fachvorträge und viele gute Gespräche – und zugleich ein

ganz besonderes Branchentreffen: Das war der Stahlhandelstag 2019. Denn vor 50 Jahren wurde der BDS ebendort

gegründet, wo am 19. und 20. September 2019 die 27. Auflage der Veranstaltung stattfand – in Neuss.

32 Stahlreport 10|19


Die Stahldistribution und ihr Fachverband ist von

großem Interesse für die gesamte Stahl-Lieferkette.

Eberhard Frick, Geschäftsführer Friedrich Kicherer GmbH & Co.

KG sowie Vorsitzender des BDS-Vorstandsrats.

Für uns als Unternehmen bietet der BDS

unverzichtbare Dienstleistungen, die wir alleine

nicht in Lage wären zu handeln – zum Beispiel

die berufliche Aus- und Weiterbildung.

Heinz Herbort, Geschäftsführer Kerschgens Werkstoffe &

Mehr GmbH sowie BDS-Gebietsvorstand Gebiet 5 (NRW)

Stahlreport 10|19

33


XXXXXXXXXX

BDS

XXXXX Kommunikation A XXXXX

BDS-Stahlhandelstag mit hochkarätigen Referenten

Ausblick, Analysen, Konjunktur

Deutsche Wirtschaft

zeigt gespaltenes Bild

Die deutsche Konjunktur zeigt

derzeit ein gespaltenes Bild. Einer

ausgesprochenen Schwäche der

Industrie steht eine weiterhin stabile

Baukonjunktur sowie ein noch

robuster Dienstleistungssektor entgegen,

sagte Prof. Dr. Roland Döhrn

vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

e.V. Die Produktionsrückgänge

finden dem Wirtschaftsexperten

zufolge auf breiter

Basis quer durch die industriellen

Sektoren statt, insbesondere zeige

die Automobilkonjunktur Schwäche.

Mit Produktionsrückgängen

kämpfen auch die Stahlindustrie

und die Stahlverwender in Deutschland.Im

Vergleich zu früheren

Rezessionen seien die derzeitigen

Rückgänge aber noch moderat, so

Döhrn.

„Die deutsche Konjunktur

zeigt derzeit ein gespaltenes

Bild. Einer ausgesprochenen

Schwäche der

Industrie steht eine weiterhin

stabile Baukonjunktur

sowie ein noch robuster

Dienstleistungssektor

entgegen.“

Weltweit nehmen laut Döhrn die

geopolitischen Unsicherheiten in

Zukunft eher zu. Diese Unsicherheiten

hinterließen Spuren in der Weltwirtschaft.

Die deutsche Wirtschaft

befindet sich in mancherlei Hinsicht

in einer Phase des Übergangs, so

Döhrn weiter.

Roland Döhrn, RWI Leibniz-Institut für

Wirtschaftsforschung

Während die Außenwirtschaft weiter

dämpfend wirke, sei die Inlandsnachfrage

robust. Für das laufende

Jahr 2019 prognostizierte er ein

Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts

(BIP) von 0,4 %, für 2020 ein

Wachstum von 0,9 % und für 2021 ein

BIP-Wachstum von 1,3 %. 2

Dirk Habecke, RockTechLithium

Großes Potenzial für

Batterie-Metalle

Der Umbruch in der Automobilindustrie

zieht einen großen –

und oft unterschätzten – Umbruch

auch im Rohstoffhandel nach sich.

Diese Bilanz zog Investor Dirk Habecke

von RockTechLithium, einem

Entwicklungsunternehmen einer

Lithiummine in Kanada.

Für den international umtriebigen

Finanz- und Projektentwicklungsexperten

– und gebürtigen Dortmunder

– ist die Frage, ob die Elektromobilität

sich als Pkw-Antriebstechnologie

durchsetzen werden, bereits entschieden.

Zu viel sei von den großen Herstellern

wie VW, Toyota oder General

Motors bereits in diese Technologie

investiert worden. Bis 2030 werde

jedes dritte Auto weltweit elektrisch

angetrieben. Zudem sei der größte

Markt für elektrobetriebene Fahrzeuge,

China, politisch auf diese Technologie

festgelegt.

„Die Auswirkungen der

Elektromobilität auf die

Nachfrage nach Batterie-

Metallen sind enorm.“

Vor allem asiatische Unternehmen

bauten daher gerade große Kapazitäten

für die Batterieproduktion

auf. Infolge bekämen die dafür nötigen

Rohstoffe wie etwa Lithium in

den nächsten Jahren einen starken

Auftrieb. Am Beispiel Lithium

zeigte Harbecke, vor welchen

Herausforderungen Investoren,

Anbieter und Produzenten in dieser

Marktsituation stehen. Da die

Entwicklung einer nach akzeptablen

Standards arbeitenden

Lithium-Mine einige Jahre in

Anspruch nehme, könne eine stark

steigende Nachfrage nicht von

heute auf morgen komplett bedient

werden. Hinzu komme, dass neue

Projekte aufgrund des derzeit noch

kleinen Lithium-Markts schwierig

zu finanzieren sind. Auf rund 24

Mrd. $ bezifferte der Rohstoff-

Experte das Finanzierungsvolumen

für den Ausbau der Lithiumproduktion.

2

34 Stahlreport 10|19


Stahlschrottrecycling in

schwierigem Fahrwasser

Die Stahlschrottrecycling-

Branche steht vor großen Herausforderungen.

Das machte Sebastian

Will, Vizepräsident Fachbereich

Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling

des bvse, deutlich. Wegen vielfacher

regulatorischer Vorschriften, die die

Stahlschrottrecycling-Branche in

den letzten Jahren zu integrieren

hatte – etwa das Kreislaufwirtschaftsgesetz,

das Wertstoffgesetz

oder die Technische Anleitung zur

Reinhaltung der Luft (TA Luft) –

kämpfen die Unternehmen der Branche

mit einer signifikanten Kostenzunahme.

Der Branche zu schaffen

machten zudem ein Überangebot

der vorhandenen Aufbereitungsanlagen

sowie schwindende Margen.

„Zölle zahlen nicht

diejenigen, die ein Produkt

liefern, sondern die, die das

Produkt kaufen. Die Zeche

für die Zölle, die die USA

aufgelegt haben, zahlen

die amerikanischen

Konsumenten.“

Wie für die Industrie insgesamt, sind

die konjunkturellen Einflüsse auch

für die Unternehmen des Stahlrecyclings

derzeit ein Quell der Unsicherheit.

Nach der Wirtschaftskrise von

2008/09, habe es bis dato für die

Branche zwar eine lange Phase des

Aufschwungs gegeben. Aber für viele

Unternehmen fehle immer noch „der

Speck“, so Will. Mit der aktuellen,

globalen Krise der Realwirtschaft

stünden viele im Stahlrecycling vor

einer echten Herausforderung.

Sebastian Will, bvse – Bundesverband

Sekundärrohstoffe & Entsorgung

Die unmittelbaren Aussichten seien

nicht ermutigend. Seit Februar 2019

ist der Preis für Stahlschrott deutlich

zurückgegangen und auch für das

erste Halbjahr 2020 erwartete der

Schrottexperte keine Verbesserung.

Das internationale Geschäft sei von

zu vielen Unsicherheiten geprägt –

neben der Entwicklung in der Türkei,

etwa durch die US-Handelspolitik

sowie den Brexit. 2

Dr. Christian Piehl, B-Tec Concept GmbH

Höheres Coilgewicht bei

Betonstahl in Ringen

Wer eine europäisch harmonisierte

Norm für Betonstahl sucht,

tut das vergebens. Zwar gibt es mit

der DIN EN 10080 auch auf europäischer

Ebene eine für Betonstahl

vorgesehene Norm. Die aber aufgrund

von Einsprüchen zurückgezogen

werden musste, erinnerte Dr.

Christian Piehl, B-Tec Concept

GmbH. „Aktuell gibt es für die DIN

EN 10080 nur einen Entwurf. Dabei

wird diskutiert, ob auch Nachhaltigkeitsaspekte

in die Norm aufgenommen

werden sollen“, sagte Piehl.

Stand heute sei es jedoch offen, wann

die europäische Norm tatsächlich

komme. Die für den deutschen Markt

gültige Norm sei daher nach wie vor

die DIN 488.

Immer wieder zu Missverständnissen

führe, dass die Norm erlaubt,

die mechanischen Eigenschaften

von Betonstahl der Duktilitätsklasse

B500A (Betonstahl in Ringen, abgewickelte

Erzeugnisse, Betonstahlmatten,

Gitterträger) bei einem

Nenndurchmesser von 4,0 bis 5,5

mm abzumindern. Demgegenüber

verbietet Tabelle 3 der DIN 488-1

gleichzeitg die Anwendung dieser

Produkte nach DIN 1045-1 – der

Norm, die Statiker und Tragwerksplaner

bei der Planung heranziehen.

„Das führt zu der

paradoxen Situation,

dass wir diesen Betonstahl

mit verminderten

Eigenschaften zwar

herstellen, aber nicht

anwenden dürfen.“

Eine Weiterentwicklung bei Betonstahl

in Ringen ist die Entwicklung

höherer Coilgewichte der B-Tec Concept

GmbH. Gängig bei Betonstahl in

Ringen sind derzeit Coilgewichte bis

5 t und 25 mm Durchmesser des aufgewickelten

Betonstahls. Demgegenüber

entwickelt das Baden-Württembergische

Unternehmen ein 8-t-Coil,

das Anfang des kommenden Jahres

auf den Markt kommen soll. „Je höher

das Coilgewicht, desto mehr Material

ist aufgespult, desto weniger oft müssen

Anwender das Coil in der

Maschine wechseln“, unterstrich

Piehl. 2

Stahlreport 10|19

35


XXXXXXXXXX

BDS

XXXXX Kommunikation A XXXXX

Save the Date:

28. Stahlhandelstag

2021

30.09./1.10.2021,

Maritim Magdeburg

Chancen in digitalen

Geschäftsmodellen

Die aktuelle Situation der

deutschen Stahlrohrhersteller gleiche

einer Hochgebirgstour: Nach der

Gipfelbesteigung werde bergab auf

jeden Fall Geschwindigkeit aufgenommen,

sagte Wilbert Bosch von

Benteler Steel/Tube. Der Höhepunkt

der konjunkturellen Entwicklung

für die Stahlrohrindustrie sei

erreicht. Nach Jahren mehr oder

weniger stetigem Produktionswachstum

der Branche, befinden sich entscheidenden

Märkte – Automotive,

Landtechnik und die Öl- und Gasindustrie

– im Rückgang.

Mit der Prognose von weltweit

91,6 Mio. produzierten Fahrzeugen

in 2019 (-3,7 % gegenüber 2017) fiele

die Branche auf das Niveau von

2016. Dennoch seien aber die für

das zuvor höhere Produktionsvolumen

benötigten Kapazitäten vorhanden.

„Den Herausforderungen

des Wandels gilt es, sich zu

stellen. Und damit haben

wir begonnen.“

Hinzu kommen auch für die Stahlrohrhersteller

die derzeitigen geopolitischen

Unsicherheiten, etwa der

US-Handelspolitik. So sorge eine

Rekordzahl internationaler Handelsbarrieren

derzeit für niedrigere

Exporterwartungen. Der Brexit, ein

schwankender Ölpreis, hohe Investitionen

in die Elektrifizierung im

Automobilbau sowie in die Digitalisierung

erschwerten es zusätzlich,

erfolgreich zu agieren.

Wilbert Bosch, Benteler Steel/Tube

Digitale Geschäftsmodelle werden

in Zukunft dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit

der Stahlrohrhersteller

in Deutschland zu sichern,

so der Manager weiter. Data Mining,

Anlagenvernetzung, verbesserte

Kundenkommunikation sowie Prozessoptimierungen

– das alles berge

großes Potenzial. 2

Alle Präsen -

ta tionen als

Download unter

www.stahlhandel.com

Gregor Machura, bauforumstahl e.V./

Deutscher Stahlbauverband DStV e.V.

Stahlbauverband setzt auf

offene Baumodelle

Auch für den Stahlbau ist die

Digitalisierung „ein Riesenthema“,

hob Gregor Machura, Geschäftsführer

des bauforumstahl e.V. sowie des

Deutschen Stahlbauverbands DStV

e.V. hervor. „Viele Akteure der Wertschöpfungskette,

unter anderem Universitäten

und Softwarehäuser, kommen

derzeit mit der Aufforderung auf

uns zu, uns an dem Prozess der Digitalisierung

zu beteiligen“ berichtete

Machura.

„Stahlbau ist einfach.

Sie können in unserem

Konfigurator eine komplette

Halle in fünf Minuten

erstellen – ob rosa,

gelb oder gepunktet.“

bauforumstahl sowie DStV verfolgen

dabei den Ansatz, für die Digitalisierung

von Bauprojekten benötigte

Modelle (BIM-Modelle) allen Beteiligten

offen zugänglich zur Verfügung

zu stellen – darunter Parkhaus-

Modelle, Logistikhallen und Bürogebäude.

Softwareherstellern bieten die

Verbände zusätzlich die Möglichkeit,

ein Update zu Stahlbauprodukten zu

erhalten, die aktuell auf dem Markt

zur Verfügung stehen. Mit Blick auf

Prozessverbesserungen beim Einkauf

von Stahlprodukten in seiner Branche,

warb Gregor Machura für einen einheitlichen

Datenstandard.

Ein weiteres wichtiges Thema für

das bauforumstahl/den DStV ist die

Weiterbildung. Aktuell modernisiert

der Verband Inhalte und Formate und

entwickelt eine eLearning-Plattform

rund das Bauen mit Stahl.

Ein entscheidender Faktor für den

Erfolg des Stahlbaus seien darüber

hinaus die vielfältigen Aktivitäten in

der nationalen wie internationalen

Normung. „Der Erfolg einer Bauweise,

eines Bauprodukts wird maßgeblich

von der Normung beeinflusst“,

betonte Machura. 2

Ein Dank an alle aussteller und Sponsoren des BDS-Stahlhandelstags

Aussteller

z abas GmbH & Co. KG, Karlsruhe

z alnamic AG, Neuss

z De Causmaecker & Partner,

Frankfurt Airport

z DIP Concept GmbH, Köln

z Dr. Demuth Derisol Lackfarben

GmbH & Co. KG, Northeim

z Fehr Lagerlogistik AG, Winterthur – CH

z GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-

Systeme mbH, Münster

z Ingenieurbüro Roth, Unterheinriet

z Kaltenbach GmbH + Co. KG, Lörrach

z KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH, Berlin

z Karsten Stahlhandel GmbH, Grevenbroich

z Kasto Maschinenbau GmbH & Co, Achern

z KI GmbH, Bielefeld

z Krause Maschinenhandels- & Service GmbH,

Achim

z MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH,

Westerheim

z MEPS International Ltd, Sheffield – UK

z Messe Düsseldorf GmbH – Tube 2020,

Düsseldorf

36 Stahlreport 10|19


Persönlichkeiten des Stahlhandels im Gespräch

50 Jahre BDS – (k)ein Rückblick mit Gästen und Geschichten

Drei BDS-Generationen gemeinsam auf der Bühne (vlnr): der

amtierende BDS-Vorstand Oliver Ellermann und seine Vorgänger

Jürgen Nusser sowie Eberhardt H. Brauner und Moderatorin

Nadine Dlouhy.

Nadine Dlouhy: Was waren für Sie in Ihrer

aktiven Zeit die größten Herausforderungen?

Eberhardt H. Brauner: Eine unserer Aufgaben war es,

die Gespräche mit den Lieferwerken und Verbrauchern

zu gestalten. Das war kein Smalltalk. Schließlich ging

es damals darum, wer bei den Werken kaufen durfte

und wer nicht.

Jürgen Nusser: Als ich anfing, fand ich eine Branche

vor, die geprägt war von der Produktorientierung. Das

haben wir zu einer Kundenorientierung hin entwickelt:

Nicht das Produkt eines Erzeugers sollte zentral sein,

sondern die eigene unternehmerische Leistung für die

Kunden.

Nadine Dlouhy: Wie sehen Sie die Stahlhandelsbranche

aktuell aufgestellt?

Oliver Ellermann: tahl ist anspruchsvoll. Eine durchschnittliche

Stahlhandelsniederlassung mit 70.000 Artikeln

in einem Gewerbegebiet in Deutschland ist wie 50

Stahlwerke um die Ecke. Wer anders soll das denn können?

Das Geschäftsmodell des Stahlhandels ist unverzichtbar.

Was fasziniert Sie am Stahlhandel?

Ina Rother: Ich bin schon während meiner Ausbildung

in den 1970er-Jahren mit interessanten Persönlichkeiten

zusammengekommen. Das hat mich fasziniert, dieser

Stahl. Heute halte ich es für die größte Herausforderung,

so viele verschiedene Themen zu managen und sich

dabei immer wieder auf die Grundlagen zu besinnen:

Dass Stahlhandel das Einkaufen, Lagern und Verkaufen

von Stahl an Kunden ist, die diese Dienstleistung bezahlen.

Das machen wir vielleicht manchmal zu kompliziert

und darauf müssen wir uns immer wieder besinnen.

Franz-Günther Kleine: Die Vielfältigkeit des Stahlhandels

finden wir kaum ein zweites Mal in einer anderen

Branche. Wenn junge Menschen ihre Begeisterungsfähigkeit

mitbringen, dann sind in unserer Branche

viele Wege offen. Mit Old Economy hat der Stahlhandel

nichts zu tun. Der Stahlhandel ist eine spannende,

riesige Herausforderung für den Nachwuchs.

Wie sehen Sie als regional aufgestellter Stahlhandel

die Zukunft?

Dr. Hartmut Prosch: Wir haben den Kaiser überlebt,

wir haben die Weimarer Republik überlebt, zwei schwere

Kriege und auch im Sozialismus haben wir immer einen

eigenen Betrieb gehabt. 1990 habe ich den Betrieb meiner

Eltern in Eigenregie übernommen. Wir haben immer

existiert und wir schaffen das jetzt auch. Warum sollten

wir nicht? Dafür ist die Weiterbildung unserer Mitarbeiter

ein wichtiger Baustein und da nutzen wir immer

wieder die Angebote des BDS.

Warum haben Sie sich für eine Ausbildung im Stahlhandel

entschieden?

Wied: Dass ich meine Ausbildung im Stahlhandel begonnen

habe, war eher Zufall. Dann habe ich aber nach

und nach mitbekommen, wie vielfältig Stahl ist und wo

er zum Beispiel überall eingesetzt wird. Jetzt bin ich

froh, dass ich da bin. 2

Eine Stimme zum Stahlhandelstag

Svenja Gieth,

Stahlrohr GmbH

Dr. Hartmut Prosch,

Ed.Prosch KG

Ina Rother,

Salzgitter Mannesmann

Stahlhandel GmbH

Franz-Günther Kleine,

ArcelorMittal Distribution

GmbH

„Mit dem Stahlhandelstag hat der BDS viele Entscheider und Experten der

Branche zusammengebracht. Das war für uns als Messegesellschaft außerordentlich

wertvoll. Wir haben intensive Gespräche mit Vertretern von

Stahlhändlern, Metallbearbeitern und Maschinenherstellern geführt. Unser

Ziel war es, ihnen die neue Fachmesse für die Schneidbranche CUTTING

WORLD vorzustellen. Die Resonanz auf unsere Präsentation war durchweg

positiv. Viele der Gesprächspartner sehen in unserer Messe eine vielversprechende

Plattform, um sich über neue Produkte und Dienstleistungen zu

informieren. Zudem konnten wir auch Kontakte zu Unternehmen knüpfen,

die daran interessiert sind, auf unserer neuen Messe auszustellen. Daher

war der Stahlhandelstag für die Messe Essen ein voller Erfolg.“

Torben Wegner, Leiter Unternehmensentwicklung, Messe Essen

z Messe Essen GmbH – CUTTING WORLD ® ,

Essen

z Nissen & Velten Software GmbH,

Stockach

z OttComputer GmbH, Langenfeld

z Progress Maschinen & Automation AG,

Brixen – I

z P4S Partners 4 Steel: Behringer GmbH,

Rösler Oberflächentechnik GmbH, Vernet

Behringer

z RSA cutting systems GmbH

z Scheffer Krantechnik GmbH, Sassenberg

z SE Padersoft GmbH & Co. KG, Paderborn

z SHComputersysteme GmbH, Speyer

z Vetten Krane & Service GmbH, Neuss

z Voortman Steel Machinery, Rijssen – NL

z XOM Materials GmbH, Berlin

Sponsor

z P4S Partners 4 Steel: Behringer GmbH,

Rösler Oberflächentechnik GmbH,

Vernet Behringer

Stahlreport 10|19

37


BDS

Kommunikation/Recht

BDS-Gemeinschaftsstand in Halle 10, Stand 10214

Der Stahlhandel auf der Blechexpo

Nach den großen Erfolgen mit den Gemeinschaftsständen in den Jahren 2016 und 2018 auf der Tube

in Düsseldorf präsentieren sich der BDS und fünf seiner Mitglieder erstmalig auch auf der Blechexpo

2019 mit einem Gemeinschaftsstand.

Eine runde Sache:

Der BDS-Gemeinschaftsstand

auf

der Blechexpo in

Halle 10, Stand 10214

Gemeinsam mit dem BDS präsentieren

sich unter dem schon von

der Tube bekannten Motto „TREFF-

PUNKT STAHLHANDEL“ in Halle

10, Stand 10214 folgende Unternehmen:

z BEPRO Blech und Profilstahl Handelsges.

mbH & Co. KG

z Gebr. Lotter KG

z Artur Naumann Stahl AG

z Weinmann Aach AG

z XOM Materials GmbH

Die teilnehmenden Unternehmen

verfügen durch das Stand-im-Stand-

Konzept über einen individuellen

eigenen Bereich und profitieren von

gemeinsamen, zentralen Lounge-

Bereichen. Ordentliche BDS-Mitglieder

können diese Lounge-Bereiche

auf dem Messestand ebenfalls nutzen,

um etwa Kunden und Geschäftspartner

zu Gesprächen einzuladen.

Ziel des BDS ist es, seinen Mitgliedern

die Möglichkeit anzubieten,

sich ebenfalls auf dieser wichtigen

Leitmesse dem nationalen und internationalen

Publikum zu präsentieren.

Damit spricht der Verband in

erster Linie die Unternehmen an,

die bisher nicht mit einem eigenen

Stand auf der Messe vertreten waren.

Durch die konzertierte Organisation

war es möglich, die Messeteilnahme

auf einem interessanten Preisniveau

anzubieten. 2

Foto: BDS

38 Stahlreport 10|19


BDS

Recht

Konkrete praktische Maßnahmen zum Schutz des Know-hows

Schutz vor Geschäftsgeheimnissen –

Umsetzung im Unternehmen

Anknüpfend an den Beitrag „Schutz von Geschäftsgeheimnissen – hier besteht Handlungsbedarf“

aus der Stahlreport-Ausgabe 7/8.2019 sollen hier in einem zweiten Teil erste praktische Ansätze zur

Umsetzung der neuen Vorgaben für den Geheimnisschutz vorgestellt werden. Ein Fachbeitrag von

Dr. Almut Riemann und Nina Schmitz-Berg, beide Rechtsanwältinnen bei Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB..

Der Schwerpunkt liegt hierbei

auf dem Umgang mit Geschäftsgeheimnissen

im Unternehmen, d.h.

auf dem Verhältnis der Unternehmen

zu ihren Beschäftigten. Die dargestellten

Grundsätze können jedoch

auch auf das Verhältnis der Unternehmen

zu ihren Geschäftspartnern

herangezogen werden.

Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen

angemessene Maßnahmen

ergreifen, um wichtiges Knowhow

zu schützen und gegebenenfalls

Ansprüche aus dem neuen Ge -

schäftsgeheimnisgesetz (Gesch-

GehG) geltend machen zu können.

Es stellt sich die Frage, welche Maßnahmen

als angemessen gelten und

wie dies im Unternehmen bestimmt

werden kann. Bisher wird einhellig

angenommen, dass ein „angemessener“

Schutz sich nicht durch perfekte,

unüberwindbare Sicherungsmechanismen

auszeichnet. Vielmehr

ist im Einzelfall zwischen dem wirt-

schaftlichen und persönlichen Aufwand

einerseits und dem Wert des

Geschäftsgeheimnisses andererseits

abzuwägen, um so sinnvolle Schutzmaßnahmen

ergreifen zu können.

Einführung geeigneter

Schutzmaßnahmen

Der Weg zu einer angemessenen

Schutzmaßnahme führt häufig über

ein mehrstufiges Vorgehen. Zumeist

besteht dies aus mindestens drei

Schritten: „Identifizieren – Kategorisieren

– konkrete Schutzmaßnahmen“.

Identifizierung

Um einen Überblick über vorhandenes

schützenswertes Knowhow

zu erhalten, sollte zunächst im Rahmen

einer „Bestandsaufnahme“ festgestellt

werden, welches schützenswerte

Wissen bei welchen Personen

im Unternehmen besteht und welche

Maßnahmen bereits getroffen werden.

Hier wird empfohlen, die Feststellung

entlang des Wertschöpfungsprozesses

vorzunehmen.

Kategorisierung

Für die Ermittlung der richtigen

Maßnahme ist es wichtig, das

Knowhow zu klassifizieren. Dies

erfolgt häufig wiederum in einem

dreistufigen Modell. Der ersten Kategorie

werden all solche Informationen

zugeordnet, deren Bekanntwerden

existenzbedrohende Folgen für

das Unternehmen nach sich zögen.

Die Informationen aus dieser Kategorie

werden auch als „Kronjuwelen“

bezeichnet. Die Coca-Cola Rezeptur

dürfte beispielsweise ein solches

„Kronjuwel“ darstellen. Für Hersteller

sind regelmäßig große technische

Innovationen im Herstellungsprozess

als „Kronjuwelen“ anzusehen.

Für Händler ist die Einordnung von

Geschäftsgeheimnissen in diese

Kategorie schwieriger. Ggf. können

Stahlreport 10|19

39


XXXXXXXXXX

BDS

Recht

Foto: Henseler & Partner

Rechtsanwältin

Dr. Almut Riemann,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Rechtsanwältin

Nina Schmitz-Berg,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

die Gesamtheit der Kontakte zu Lieferanten

und Kunden sowie Preiskalkulationen

in diese Kategorie fallen.

Die zweite Kategorie umfasst für

das Unternehmen wichtige Informationen.

Folglich ein solch zentrales

Knowhow, dessen Verlust einen signifikanten

wirtschaftlichen Nachteil

zur Folge hätte.

In die dritte Kategorie gehören

all solche Informationen, die im Wettbewerb

relevant sind und deren Verlust

einen kurzfristigen wirtschaftlichen

Nachteil nach sich zöge.

Einzelfallentscheidung, welche

Information schützenswert ist

Welche Informationen zu welcher

Kategorie gehören, kann nicht allgemeingültig

festgelegt werden. Es

hängt stark vom Einzelfall ab, ob

eine Information schützenswert ist

und welcher Kategorie sie angehört.

Abstand sollte jedoch von der Vorgehensweise

genommen werden,

grundsätzlich alles im Unternehmen

vorhandene Knowhow als geheimhaltungsbedürftig

einzustufen. Dies

könnte im schlimmsten Fall hohe

Kosten für unnötige Geheimnisschutzmaßnahmen

verursachen und

die Wirksamkeit des Geheimnisschutzes

beeinträchtigen, da die Aufmerksamkeit

und Sorgfalt der betroffenen

Personen nachlassen kann,

wenn die Handhabung von Geheimnissen

zur „Normalität“ wird.

Die Einordnung des Knowhows

kann in einem Unternehmen nur

funktionieren, wenn die einzelnen

Abteilungen auf Dauer eng zusammenarbeiten.

So kann sichergestellt

werden, dass auch neu erworbenes

Wissen unmittelbar der richtigen

Kategorie zugeordnet und angemessen

geschützt wird.

Konkrete Schutzmaßnahmen

Nachdem die Klassifizierung vorgenommen

wurde gilt es, angemessene

Geheimhaltungsmaßnahmen zu

ergreifen. Die Angemessenheit der

zu ergreifenden Maßnahme hängt

von verschiedenen Faktoren ab. Ausschlaggebend

kann zum Beispiel der

Wert der Information (Kategorie eins,

zwei oder drei), das konkrete Bedrohungsszenario

(welche Angriffswege

bestehen?) und auch die Größe des

Unternehmens sein. Die Gesetzesbegründung

stellt weitere Kriterien

der Angemessenheitsprüfung dar:

Entwicklungskosten, Natur der Informationen,

übliche Geheimhaltungsmaßnahmen

im Unternehmen, Art

der Kennzeichnung der Informationen

und vereinbarte vertragliche

Regelungen mit Arbeitnehmern und

Geschäftspartnern.

Um wirksamen Geheimnisschutz

zu betreiben, müssen organisatorische

Maßnahmen vorgenommen

werden. Das Kernstück bildet

hier das sogenannte „Need-to-know“-

Prinzip. Hiernach sollte ein Mitarbeiter

nur Zugang zu solchen vertraulichen

Informationen erhalten,

die zur Durchführung seiner Aufgaben

notwendig sind. Ausnahmen

von diesem Prinzip sollten, wenn

betriebliche Belange dies erfordern,

durch den Vorgesetzten genehmigt

werden. Hier sollte jedoch auf eine

klare zeitliche Beschränkung und

schriftliche Dokumentation Wert

gelegt werden. Das „Need-to-know“

-Prinzip ist eine sehr effiziente und

wirksame Maßnahme. Ein Geheimnis

kann nur dann in Gefahr geraten,

wenn potenzielle Rechtsverletzer

auch Zugang haben.

Die Anwendung des „Need-toknow“–Prinzips

kann auf verschiedene

Arten erfolgen. Bereiche des

Unternehmens, welche Geheimnisse

in physischer Form enthalten, sollten

beispielsweise durch entsprechende

Zugangsbeschränkungen für nicht

betroffene eigene Mitarbeiter und

Besucher gesichert werden. Insbesondere

sollten Informationen der

ersten Kategorie in stärker gesicherten

Räumen oder Tresoren aufbewahrt

werden.

Technische Maßnahmen

Geschäftsgeheimnisse eines Unternehmens

liegen jedoch häufig nicht

physisch in Form von Akten vor, sondern

sind in Datenbanken gespeichert.

Es empfiehlt sich folglich, einen

Schwerpunkt auch auf technische

Maßnahmen zur IT-Sicherheit zu

legen. Um auch hier die konsequente

Anwendung des „Need-to-know“-

Prinzips sicherzustellen, sollten Mitarbeiter

nur beschränkte Zugriffsrechte

erhalten. Rechner, durch welche

auf Geschäftsgeheimnisse zugegriffen

werden kann, sollten stets

mit einem Passwort gesichert sein.

Die Handhabung solcher Passwörter

muss ebenfalls organisiert werden.

Handelt es sich um besonders bedeutsame

Geheimnisse (Kategorie eins

oder zwei), kann es notwendig sein,

den Zugriff auf bestimmte Funktionen

(z.B. USB-Port, Internetbrowser)

zu sperren und den Einsatz privater

IT-Geräte zu untersagen.

Zudem sollte auch der Umgang

mit Geschäftsgeheimnissen im

Berufsalltag geregelt werden. Hier

bietet sich beispielsweise die Vorgabe

an, den Arbeitsplatz erst zu verlassen,

wenn physische Geheimnisse weggeschlossen

und Computer gesperrt

sind. Weiterhin sollte es untersagt

werden, Geheimnisse ohne vorherige

Rücksprache mit dem Vorgesetzten

an Kollegen (welche ggf. nach dem

„Need-to-know“-Prinzip keinen

Zugang zu der Information haben)

weiterzugeben.

Ferner wird empfohlen, eine Kennzeichnung

von vertraulichen Informationen

vorzunehmen. Dies wird

die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter

im Umgang mit vertraulichen Informationen

erhöhen und fördert auch

den Nachweis der Vertraulichkeit.

Eine etwaige Exkulpation eines

Rechtsverletzers, das Geheimnis sei

versehentlich offengelegt worden,

sollte bei einer erkennbaren Kennzeichnung

der Vertraulichkeit erheblich

erschwert werden.

Je nach Unternehmensgröße

könnte auch die Einrichtung eines

Geheimnisschutzbeauftragten sinnvoll

sein, um die Verwaltung von

Geschäftsgeheimnissen zu zentralisieren

und folglich effizienter zu

arbeiten. Der Geheimnisschutzbeauftragte

soll die zentrale Anlaufstelle

für alle Fragen im Zusammenhang

mit dem Geheimnisschutz, insbesondere

auch hinsichtlich der Durchführung

und Einhaltung der beschriebenen

Maßnahmen, bilden.

Mitarbeiter, welche regelmäßig

mit Geschäftsgeheimnissen zu tun

haben, sollten im Umgang mit

Geschäftsgeheimnissen geschult und

regelmäßig auf die bestehenden vertraglichen

und gesetzlichen Verpflich-

40 Stahlreport 10|19


tungen hingewiesen werden. Dies schafft ein größeres

Bewusstsein im Hinblick auf die Sorgfalt im Umgang

mit Geschäftsgeheimnissen.

Letztlich sind Verschwiegenheitsklauseln im Arbeitsvertrag

im Hinblick auf eine Warn- und Belehrungsfunktion

der Arbeitnehmer angezeigt. Auch der Abschluss

von gesonderten Verschwiegenheitsvereinbarungen

(Non-Disclosure Agreements) mit den wichtigsten

Knowhow-Trägern im Unternehmen kann sinnvoll sein.

Bei den arbeitsvertraglichen Verschwiegenheitsklauseln

sind mit Inkrafttreten des GeschGehG die geheim zuhaltenden

Informationen so konkret wie möglich zu benennen.

Dies steht natürlich dem Arbeitgeberinteresse gegenüber,

möglichst umfassend alle relevanten betrieblichen

Informationen (aktuelle und künftige) mit der Klausel

abzudecken. Hier sollte daher ein Mittelweg gefunden

werden.

Beachte: Die bisher häufig in Arbeitsverträgen verwendeten

allgemeinen Verschwiegenheitsklauseln,

wonach „alle zur Kenntnis gelangten betrieblichen Angelegenheiten

geheim zu halten sind“ (sog. „catch all“-

Klauseln) sind unwirksam und sollten dringend ersetzt

werden.

Weiterhin sollte in der Verschwiegenheitsklausel

beschrieben werden, auf welche Geschäftsgeheimnisse

der Arbeitnehmer in seiner Position und bei seiner Tätigkeit

regelmäßig Zugriff hat. Zudem kann es sinnvoll sein,

in der Klausel auf die organisatorischen sowie technischen

Schutzmaßnahmen Bezug zu nehmen. Damit wird ein

Zusammenhang der vertraglichen Abrede mit den sonstigen

Schutzmaßnahmen hergestellt. Namentlich könnten

die technischen Schutzeinrichtungen konkret benannt

werden, etwa das betriebliche IT-Zugangssystem.

Schließlich sollte die Klausel auf die Ausnahmen hinweisen,

in denen die Offenlegung eines Geschäftsgeheimnisses

erfolgen darf, wie insbesondere für Fälle des

sog. „Whistleblowings“. Das GeschGehG regelt, wann

Hinweisgeber Geschäftsgeheimnisse ausnahmsweise

rechtmäßig offenlegen dürfen. Auch die Offenlegung

eines Geschäftsgeheimnisses durch Arbeitnehmer gegenüber

der Arbeitnehmervertretung ist zulässig, wenn dies

für die Arbeitnehmervertretung zur Erfüllung ihrer Aufgaben

erforderlich ist. Derartige Ausnahmen sollten aus

der vertraglichen Verschwiegenheitsverpflichtung ausgenommen

werden, damit das vertragliche Verschwiegenheitsgebot

nicht überschießend formuliert und schon

deshalb unwirksam ist.

Fazit

Es muss stets im Einzelfall ermittelt werden, welche

konkreten Maßnahmen geboten und vor allem auch im

Hinblick auf Kosten und Umsetzung zumutbar sind, um

der „Angemessenheit“ nach dem GeschGehG zu genügen.

An KMU sind hierbei sicherlich andere Anforderungen

zu stellen, als an Konzerne. Einigkeit besteht jedoch

hinsichtlich der Feststellung, dass sich ein angemessenes

Schutzniveau nach der Einordnung der Information richtet.

Es erfordert nicht einen perfekten, unüberwindbaren.

2

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Betons unter Umständen korrodieren, was zu schwer oder gar nicht

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Stahlreport 10|19

41


BDS

Recht

Rechtsfall zur Gültigkeit von AGB-Klauseln

„Spion gegen Spion“

Im aktuellen Rechtsfall geht es um einen „Klassiker“ im Vertragsrecht: Die Einbeziehung – oder Nichteinbeziehung

– von AGB, wenn sich beide Vertragspartner auf ihre AGB berufen. In der Kanzlei des

Autors ist kürzlich eine neue Variante aufgetreten, die an den Comic-Klassiker „Spion gegen Spion“

erinnert. Die Einzelheiten erläutert Rechtsanwalt Tim Lieber von Henseler & Partner Rechtsanwälte.

Leser des MAD-Magazins kennen

den typischen Verlauf des

Comic-Klassikers „Spion gegen

Spion“: Darin plant der eine Spion

einen Angriff auf den anderen Spion.

Der andere Spion hat diesen Plan

aber schon durchschaut und insgeheim

Maßnahmen getroffen, durch

die der Angriff vereitelt wird. So lag

es auch bei den Vertragsdokumenten,

die zwei Stahlhändler kürzlich

ausgetauscht haben.

Sachverhalt

Stahl und Co. bestellte verschiedene

Abmessungen von warmgewalztem

Rundstahl der Sorte S355J2+N bei

Import-Stahl, die diesen Stahl aus

dem nicht-europäischen Ausland

bezog. In der Bestellung nahm Stahl

& Co. ausdrücklich Bezug auf ihre

„Allgemeinen Einkaufsbedingungen“.

Import-Stahl bestätigte die

Bestellung mit einer Auftragsbestä-

tigung, in der sie sich zur Auftragsdurchführung

„nach Maßgabe

unserer Allgemeinen Verkaufsbedingungen“

verpflichtete.

Diese Auftragsbestätigung übersandte

Import Stahl sodann Stahl &

Co. und bat diese, die Auftragsbestätigung

gegenzuzeichnen und an

sie zurückzureichen. Tatsächlich

fand sich am Ende der Auftragsbestätigung

ein Unterzeichnungsfeld,

das mit „Bestätigung“ und folgendem

Hinweis überschrieben war: „Diese

Auftragsbestätigung ersetzt Ihre

Bestellung und alle darin enthaltenen

Bedingungen.“

Der zuständige Mitarbeiter von

Stahl & Co. kam der Bitte um Gegenzeichnung

umgehend nach. Er unterzeichnete

die Auftragsbestätigung

an der vorgesehen Stelle, versah sie

– was ihm später viel Ärger ersparen

sollte – mit einem Stempel und

reichte sie an die Import-Stahl

zurück. Diese lieferte daraufhin das

Material unmittelbar „Strecke“ an

den Kunden von Stahl & Co. aus –

und Stahl & Co. zahlte den Kaufpreis.

Reklamation nach

eineinhalb Jahren

Nun geschah lange Zeit nichts. Doch

ca. eineinhalb Jahre nach Auslieferung

meldete sich der Kunde von

Stahl & Co. und reklamierte, dass

die von ihm aus dem Rundstahl hergestellten

Motorbauteile aufgrund

von „unzulässigen Einschlüssen“

ausgefallen seien. Er verlangte daher

den Kaufpreis zurück und forderte

Schadenersatz für die Kosten der

Neufertigung der ausgefallenen Bauteile.

Stahl & Co. leitete die Reklamation

an Import-Stahl weiter und forderte

diese auf, sie von den Ansprüchen

ihres Kundens frei zu halten.

Import-Stahl war dazu aber nicht

42 Stahlreport 10|19


ereit, sondern verwies nur knapp

auf ihre Allgemeinen Verkaufsbedingungen,

wonach Ansprüche „aus

Anlass oder im Zusammenhang mit

der Lieferung der Ware ein Jahr nach

Ablieferung der Ware verjähren“.

Stahl & Co. will dies nicht hinnehmen

und beruft sich ihrerseits

auf ihre Einkaufsbedingungen, die

eine Geltung der gesetzlichen zweijährigen

Verjährungsfrist vorschreiben.

Die Import-Stahl widerspricht

und argumentiert, dass Stahl & Co.

durch die Unterzeichnung ihrer Auftragsbestätigung

der ausschließlichen

Geltung ihrer Allgemeinen Verkaufsbedingungen

zugestimmt habe.

Wer hat Recht?

Die entscheidungserhebliche Frage

ist, ob die Allgemeinen Verkaufsbedingungen

der Import-Stahl wirksam

in den Vertrag einbezogen wurden.

Denn wäre dies der Fall, würde eine

wirksame Verkürzung der Verjährungsfrist

von 2 Jahren auf 1 Jahr

vorliegen – und die Mängelansprüche

von Stahl & Co. wären verjährt.

Die Prüfung, ob die Allgemeinen

Verkaufsbedingungen wirksam einbezogen

werden, liest sich allerdings

wie „Spion gegen Spion“: Der erste

„Angriff“ liegt in der Bestätigung

des Auftrages durch die Import-Stahl

„nach Maßgabe unserer Allgemeinen

Verkaufsbedingungen“. Damit will

Import-Stahl eine Verkürzung der

Verjährungsfrist auf ein Jahr durchsetzen.

Dieser Angriff wird allerdings

dadurch vereitelt, dass auch Stahl

& Co. in ihrer Bestellung auf ihre

Allgemeinen Einkaufbedingungen

Bezug genommen hat. Dadurch wird

eine sog. „Kollision“ der AGB ausgelöst,

die nach der Rechtsprechung

des Bundesgerichtshofs zur Folge

hat, dass weder die Einkaufs-, noch

die Verkaufsbedingungen gelten,

sondern die gesetzliche zweijährige

Verjährungsfrist Anwendung findet.

Auch zweiten „Angriff“ pariert

Mit diesem Gegenangriff hatte die

Import-Stahl jedoch schon gerechnet

und dafür eine zweite Angriffslinie

eröffnet: Nämlich indem sie am Ende

ihrer Auftragsbestätigung Stahl &

Co. zur Gegenzeichnung der Auftragsbestätigung

aufforderte und lis-

tigerweise noch darüber schrieb,

dass durch die Gegenzeichnung „die

Bestellung und alle darin enthaltenen

Bedingungen ersetzt“ würden.

Und tatsächlich hatte Stahl & Co. ja

auch wunschgemäß die Auftragsbestätigung

gegengezeichnet – so dass

man durchaus die Auffassung vertreten

könnte, dass sich die Parteien

über die ausschließliche Geltung der

Auftragsbestätigung inklusive der

Allgemeinen Verkaufsbedingungen

von Import-Stahl einig waren– und

die Verjährungsfrist dadurch wirksam

auf ein Jahr verkürzt wurde.

Doch der Fall ist noch nicht zu

Ende – denn auch für den Fall einer

Gegenzeichnung einer Auftragsbestätigung

hatte sich Stahl & Co. eine

versteckte „Hintertür“ offen gehalten!

Schaute man sich nämlich den

Stempel unter der Unterschrift des

Mitarbeiters von Stahl & Co. genauer

an, fand man hier nicht nur den Firmennamen,

sondern auch einen in

den Stempel gravierten Hinweis: „Es

gelten unsere Allgemeinen Einkaufsbedingungen“.

Angesichts dieses Hinweises

dürfte die mit der Gegenzeichnung

versehene „Bestätigung“ so zu verstehen

sein, dass die Auftragsbestätigung

der Import-Stahl zwar von

Stahl & Co. akzeptiert, jedoch den

Was Sie wissen sollten

darin in Bezug genommenen „Allgemeinen

Verkaufsbedingungen“

durch Hinweis auf die eigenen Allgemeinen

Einkaufsbedingungen

widersprochen wurde. Durch den

Stempel wird daher ein zweites Mal

eine „Kollision“ der Verkaufs- und

Einkaufsbedingungen ausgelöst –

und damit hinterrücks auch der

zweite „Angriff“ der Import-Stahl

pariert.

Fazit

Trotz Gegenzeichnung der Auftragsbestätigung

und der darin verlangten

„Bestätigung“ wird die von Import-

Stahl gewünschte Einbeziehung

ihrer Allgemeinen Verkaufsbedingungen

einschließlich der darin geregelten

Verkürzung der Verjährungsfrist

auf ein Jahr von Stahl & Co.

vereitelt. Wie bei „Spion gegen

Spion“ ist Stahl & Co. durch den vorsorglichen

– wenn auch im Stempel

versteckten – Hinweis auf ihre Allgemeinen

Einkaufsbedingungen

ihrem Vertragspartner einen Schritt

voraus. Dadurch neutralisieren sich

die konträren AGB, so dass am Ende

die gesetzliche Regelverjährungsfrist

von zwei Jahren gilt. Das hat nicht

nur Unterhaltungswert, sondern

erscheint zudem verursachungsgerecht

und daher angemessen. 2

z Allgemeine Geschäftsbedingungen können nur dann Vertragsbestandteil

werden, wenn sich in den Vertragsdokumenten ein sog. „Einbeziehungshinweis“

findet, in dem auf die Geltung der AGB hingewiesen wird.

Ein Abdruck der AGB auf der Rückseite der Vertragsdokumente ohne

Einbeziehungshinweis reicht nicht aus.

z Bei grenzüberschreitenden Vertragsabschlüssen ist neben einem Einbeziehungshinweis

regelmäßig zusätzlich Voraussetzung für die Einbeziehung

der AGB, dass dem Vertragspartner die AGB vor oder bei Vertragsschluss

zugänglich gemacht werden. Ein Hinweis auf die Abrufbarkeit

der AGB im Internet ist nicht ausreichend.

z Im Falle einer „Kollision“ von Allgemeinen Verkaufs- und Allgemeinen

Einkaufsbedingungen finden regelmäßig weder die einen noch die anderen

Bedingungen Anwendung. Vielmehr gilt dann die gesetzliche Regelung,

in Deutschland daher das BGB und HGB.

z Für Sachmängelansprüche sieht das BGB eine Regelverjährungsfrist von

zwei Jahren ab Ablieferung der Kaufsache vor. Diese Frist kann durch

AGB wirksam auf ein Jahr verkürzt werden. Bei Sachen, die entsprechend

ihrer üblichen Verwendungsweise für ein Bauwerk verwendet

worden sind und dessen Mangelhaftigkeit verursacht haben, beträgt die

Verjährungsfrist fünf Jahre ab Ablieferung.

Rechtsanwalt

Tim Lieber

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Stahlreport 10|19

43


Verbände

XXXXXXXXXX

und Politik

Bericht/Nachrichten

Foto: VDMA

Studie zur Zukunft des Großanlagenbaus

Daten- statt

technologieorientiert

Basierend auf einer quantitativen

Umfrage unter mehr als 40 Anlagenbauern

und zahlreichen Interviews

mit internationalen Branchenexperten

zeigt die Studie, dass die heute mit

einem Anteil von rund 60 % dominierenden

technologieorientierten

Geschäftsmodelle („technology enabled“)

bis 2025 erheblich an Bedeutung

verlieren werden. Digitale, datengesteuerte

Dienste und Serviceleistungen

(„open digital“) werden ihren

Marktanteil bis 2025 hingegen mehr

als verdreifachen.

„In diesem veränderten Umfeld

werden Fähigkeiten wie Agilität und

Flexibilität immer wichtiger“, betonte

Dr. Hannes Storch, Mitglied der

Geschäftsleitung der Outotec GmbH

& Co. KG und stellvertretender Sprecher

der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau

(AGAB) im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA), anlässlich der Veröffentlichung

der Studie in Frankfurt am

Main.

Die Unternehmen des Großanlagenbaus

seien gefordert, sich rasch

auf die veränderte Marktsituation und

die neuen Kundenbedürfnisse einzustellen.

Auf Basis eines digitalen Refe-

Dr. Hannes Storch ist stellvertretender

Sprecher der AGAB und kommentiert eine

neue Branchenstudie

Dem Großanlagenbau stehen im Zuge der fortschreitenden

Digitalisierung deutliche Marktveränderungen bevor, auf die sich

die Unternehmen intensiv vorbereiten müssen: daten- statt

technologieorientiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle

Benchmark-Studie der VDMA-Arbeitsgemeinschaft

Großanlagenbau und der Beratungsgesellschaft PwC.

renzmodells identifiziert die Studie

18 für den Großanlagenbau spezifische

Fähigkeiten, die notwendig

sind, um die Marktpotenziale im Jahr

2025 umfassend nutzen zu können.

Dazu zählen beispielsweise Kenntnisse

im Changemanagement, die

Beherrschung agiler Methoden im

Projektmanagement, die Förderung

einer Gründermentalität und die Entwicklung

intelligenter Logistikkonzepte,

mit deren Hilfe vor allem Baustellenabläufe

optimiert werden

können.

Der Großanlagenbau begreife die

Digitalisierung zunehmend als

Chance, um effizienter zu werden

und die Anforderungen der Kunden

optimal bedienen zu können. Deutlich

werde auch, dass noch erhebliche

Investitionen erforderlich sind,

um die erwarteten Veränderungen

im Markt bis 2025 erfüllen zu können.

„Pauschallösungen hierfür gibt

es nicht. Die Studie bietet jedoch

eine Richtschnur, die jedes Unternehmen

individuell nutzen kann,

um die wesentlichen Schritte zum

digitalen Erfolg selbst zu definieren“,

lautet das Resümee von AGAB-Sprecher

Storch. 2

Gemeinsame Entsorgungsbedingungen

für Abfall

Mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die

Gestellungen von Abfallcontainern und die Entsorgung

von Abfällen („AGA 2019“) haben

mehrere Verbände branchenübergreifend ein

gemeinsames Bedingungswerk erarbeitet.

Beteiligt sind der Bundesverband Güterkraftverkehr

Logistik und Entsorgung e.V. (BGL), der

Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

e.V. (bvse), die Bundesvereinigung Deutscher

Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen

(BDSV) und der Verband Deutscher

Metallhändler e.V. (VDM). Die beteiligten Verbände

betonen, dass die AGA 2019, deren

Anwendung sie seit dem 29.5.19 unverbindlich

empfehlen, durch inhaltlich ausgewogene Klauseln

für einen guten Interessenausgleich zwischen

den Vertragspartnern sorgen.

Verbände: E-Commerce

im Groß- und Außenhandel

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel

Deutschland (bevh) ist neues Mitglied

im Bundesverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA). Damit hat der sein

Netzwerk um einen Verband erweitert, der in

den Themen E-Commerce-Strategie, Plattform-

Ökonomie, Online-Marktplätze, Multichannel-

Handel, Logistik sowie „Letzte Meile“ zu Hause

ist. Das neue Mitglied wiederum will von der

Vernetzung des Spitzenverbandes sowie von

dessen spezifischer Expertise u.a. in Fragen

des Im- und Exports profitieren. Diese werden

im Hinblick auf den wachsenden grenzüberschreitenden

Handel über das Internet immer

wichtiger. Der BEVH repräsentiert nach eigenen

Angaben mehr als 75 % des Umsatzes der

Branche im Endkundengeschäft. Der BGA vertritt

rund 150.000 Unternehmen seiner Branche

mit über 3 Mio. Beschäftigten.

Nachhaltigkeitswebsite

des EDE

Auf ihrer neuen Nachhaltigkeitswebsite

(www.ede-nachhaltigkeit.de) gibt die Wuppertaler

Verbundgruppe Einkaufsbüro Deutscher

Eisenhändler GmbH (E/D/E) einen Überblick zu

den Entwicklungen und Projekten ihrer wirtschaftlichen,

sozialen und ökologischen Verantwortung.

Die neue Website, die sich an der klassischen

Definition von Nachhaltigkeit orientiert,

löst den bisher im Zwei-Jahres-Rhythmus veröffentlichten,

gedruckten Bericht des Familienunternehmens

zu diesen Themen ab. Ziel ist es, das

Wirtschaften und Handeln des EDE sowie der

gleichnamigen Stiftung transparent zu machen.

44 Stahlreport 10|19


Bildung und Forschung

Der deutsche Maschinenbau

investiert weiter

Der deutsche Maschinenbau setzt

sein Engagement für die Branchenbildung

sowie für Forschung und Entwicklung fort.

Das hat der VDMA zum Jubiläum der Nachwuchsstiftung

und anlässlich der neuesten

Zahlen des Stifterverbands deutlich

gemacht.

„Mit der Digitalisierung in das nächste Jahrzehnt“

– unter diesem Motto feierte die

Nachwuchsstiftung Maschinenbau kürzlich

in Bielefeld mit über 300 geladenen Gästen

aus Wirtschaft, Politik und Bildung ihr zehnjähriges

Jubiläum. Tenor des Programms

mit Vorträgen von Unterstützern und Förderern,

u.a. von Carl Martin Welcker, Präsident

des Verbands Deutscher Maschinenund

Anlagenbau (VDMA), war, dass das

Thema Digitalisierung als Chance verstanden

und genutzt werden muss. Die Nachwuchsstiftung

Maschinenbau gGmbH mit

Sitz in Frankfurt am Main, Bielefeld und

Tübingen wurde 2009 gegründet. Sie engagiert

sich für die Gewinnung und Förderung

von jungen Menschen im Maschinen- und

Anlagenbau.

Die Maschinenbauer haben 2017 rund 7,1

Mrd. € für interne Forschung und Entwicklung

aufgewendet. Das bestätigte Hartmut

Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer,

anlässlich der in diesem Mai

veröffentlichten Zahlen des Stifterverbands

zu den FuE-Aufwendungen im Wirtschaftssektor.

Auch für das Jahr 2018 sei aufgrund

der Planzahlen ein weiteres Plus der Aufwendungen

für Forschung und Entwicklung

zu erwarten. „Seit 2009 hat der Maschinenbau

stetig in sein FuE-Personal investiert“,

unterstrich Rauen weiter. „Dabei stehen wir

auf zwei Beinen – unseren Facharbeitern

und Ingenieuren“. Die Zahl der Beschäftigten

in Forschung und Entwicklung lag im

Jahr 2017 bei mehr als 49.000 (Vollzeitäquivalente).

Bildquelle: Jugend forscht

Moritz Kunst, Felix Ulonska und Leonard Sondermann (v.l.n.r.) aus Münster entwickelten

ein cleveres Ladenetz für Elektroautos und erhielten dafür den VDE-Sonderpreis

beim Jugend forscht-Finale.

VDE-Sonderpreis für Münsteraner Jungforscher

Bau neuer Ladestationen

Das Projekt „Anchar“ dreier Gynmansiasten aus Münster hat den

mit 1.000 € dotierten VDE-Sonderpreis im „Jugend forscht-Finale“

gewonnen. Auszeichnungswert fand die Jury deren innovativen

Ansatz für den Bau neuer Ladestationen.

Elektroautos gelten als eine

Säule der künftigen Mobilität. Der Bau

neuer Ladestationen stellt eine Herausforderung

dar, denn bislang existiert

in Deutschland kein flächendeckendes

Ladenetz für Elektroautos. Abhilfe soll

„Anchar“ schaffen, eine Idee von Leonard

Sondermann, Felix Ulonska und

Moritz Kunst vom Annette-von-Droste-

Hülshoff-Gymnasium in Münster. In

ihrem Forschungsprojekt setzen die

drei Achtzehnjährigen auf die Blockchain-Technologie,

die auch Kryptowährungen

wie der Bitcoin nutzen.

„Der Vorteil dieses Ansatzes ist,

dass er weniger anfällig für Störungen

und Hackerangriffe ist“, erklärt das

Team, das mit seiner Arbeit zunächst

in einem naturwissenschaftlichen Projektkurs

der Schule begann. Die Praxistauglichkeit

prüften sie in einem

Modellnetz, das aus einer kleinen

Ladesäule und einem Elektro-Kettcar

bestand. „Bisherige Ladenetze sind

zentralisiert aufgebaut, es gibt also

eine einzige Firma, die für das Funktionieren

des Ladenetzes verantwortlich

ist“, beschreiben die Schüler. Im

Hinblick auf die größer werdende

Relevanz der Elektromobilität wollen

sie die Abhängigkeit von einem einzigen

Akteur aufheben und ein dezentrales

Ladenetz entwickeln.

„Das Team widmet sich einem

wichtigen Zukunftsthema. Wir unterstützen

mit dem VDE-Sonderpreis das

Engagement von Jugendlichen im

MINT-Bereich und möchten sie auf

ihrem weiteren Weg in die Zukunftstechnologien

aktiv begleiten“, sagte

dazu Ansgar Hinz, Geschäftsführer

des Verbands der Elekrtotechnik Elektronik

Informationstechnik (VDE).

Das Team veröffentlicht seine

Ideen dem Open Source-Prinzip folgend

und erklärt: „Wir selbst versuchen,

die Vorteile unseres Systems

durch Präsentationen zu verdeutlichen

und stehen mit einigen Firmen aus

dem Bereich der Ladetechnik in engem

Kontakt. Unsere Hoffnung ist es, dass

wir durch den einfachen und kostengünstigen

Zugang diese dazu bewegen

können, das Lade netz im Sinne aller

Beteiligten zu dezentralisieren“.

Der VDE ist mit 36.000 Mitgliedern

(davon 1.300 Unternehmen) und 2.000

Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen

Verbände

Europas. 2

Stahlreport 10|19

45


Wissenswertes

Bericht

Fotos, 2: BDS

Sprachen in Dresden Themen der Nachhaltigkeit an: (v.r.n.l.) Dr. Peter Dahlmann und Prof. Brigitte Voit. Mit von der Partie

waren außerdem Dr. O. R. Fischer (Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde), Oberbürgermeister

Dirk Hilbert sowie Dr. Oliver Schauerte (Leiter Forschungsfeld Werkstoffe und Fertigungsverfahren Volkswagen AG).

Werkstoffwoche in der Materialhauptstadt Dresden

Zukunftsfähiges Zentrum

Im Zusammenhang mit der dritten Werkstoffwoche hat sich die sächsische Landeshauptstadt

Dresden Mitte September weiter als zukunftsfähiges Zentrum für solche Materialien etabliert.

Das bestätigte in der Eröffnungspressekonferenz im Kreis der Werkstoffwettbewerber auch

Dr.-Ing. Peter Dahlmann, Geschäftsführender Vorstand im Deutschen Stahlinstitut VDEh.

Richtig verstandene Nachhaltigkeit dürfte diesbezüglich zum entscheidenden Kriterium werden.

Das machte ein kurzes Statement

deutlich, mit dem Prof. Dr. Brigitte

Voit als Vorstandsvorsitzende

des Materialforschungsverbunds

Dresden auf die ökologischen Ansagen

von Peter Dahlmann zur CO 2 -

freien Stahlproduktion mit Wasserstoff

als Reduktionsmittel reagierte:

Das sei technisch nicht ungefährlich

und müsse deshalb von der Gesellschaft

erst einmal akzeptiert werden.

Brigitte Voit ist auch Direktorin des

Dresdner Leibnitz-Instituts für Polymerforschung

und weiß deshalb in

Zeiten des allgegenwärtigen Plastikmülls

um die soziale Brisanz solcher

Themen. Die wird um das dritte

Element der Nachhaltigkeit, die Ökonomie,

noch verstärkt.

Nachhaltigkeit, also der Ausgleich

zwischen sozialen sowie ökonomischen

und ökologischen Interessen

bzw. Fakten, bestimmt im

Übrigen auch die vielfältige Wissen-

schaftslandschaft in Dresden, in der

inzwischen allein rund 2.000 Werkstoffforscher

unterwegs sind. Über

die äußerste sich anlässlich der Eröffnung

der künftigen „Materials

Week“ Oberbürgermeister Dirk Hilbert

ebenso stolz wie angesichts der

Tatsache, dass die sächsische Landeshauptstadt

beispielsweise inzwischen

europaweit der größte Standort

der Fraunhofer-Gesellschaft ist.

Kongress und Fachmesse

Diese Forscher hatten zum Kongress

und zur Fachmesse, die vom 18.-

20.9.19 in der Elbmetropole stattfanden,

kurze An- bzw. Abreisewege.

Insgesamt erwarteten etwa 800

Akteure zu dem Doppelevent in etwa

die doppelte Anzahl von Werkstoffexperten.

Veranstaltet wurden der Kongress

und die begleitende Fachmesse

– mit Unterstützung vieler

anderer Organisationen – von der

Deutschen Gesellschaft für Materialkunde

(DGM) und vom Stahlinstitut

VDEh.

Für die Stahlfachleute ist im

Übrigen neben der CO 2 -Minimierung

der Leichtbau eine der wichtigsten

Herausforderungen, wie Peter Dahlmann

betonte. Da traf es sich gut,

dass Dresden auch als das Leichtbau-Zentrum

Deutschlands gilt.

Präsentiert wurde auf der Kongressmesse

zu den Bereichen

Maschinenbau, Energie-, Medizin-,

Verkehrs, Fertigungs-, Informationsund

chemischer Verfahrenstechnik.

Schwerpunktthemen waren die

Additive Fertigung, die Biologisierung

sowie die Digitalisierung.

Forschungsprojekte

Was das für die Forschungspraxis

sowie für Stahl bedeutet, machten

beispielsweise zwei Projekte deut-

46 Stahlreport 10|19


Bildungskongress der Bundeswehr

Digitalisierung bringt Individualisierung

und Rationalisierung

Zwischen positiv zu bewertender Individualisierung und negativ einzuschätzender

Rationalisierung sind die Folgen der Digitalisierung

für den Bildungsbereich anzusiedeln. Das hat im September in Hamburg

der diesjährige „(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr mit

Forum Fernausbildung“ deutlich gemacht – vor allem in der Expertendiskussion

zur Kooperation von Mensch und Maschine.

Forscht – nicht nur in Dresden – über

die Sicherheit von Schweißnähten bei

Unterwasser-Gründungsstrukturen von

Offshore-Windkraftanlagen: Dr. Bianca

Weihnacht vom Fraunhofer-IKTS.

lich, die Dresdner Fraunhofer-Institute

aus Anlass der Werkstoffwoche

der Öffentlichkeit vorgestellt haben:

z Marie Jurisch vom Fraunhofer Institut

für Fertigungstechnik und

Angewandte Materialforschung

(IFAM) beschäftigt sich mit Additiver

Fertigung auf der Basis von

Aluminium, Titan und Stahl. Letztgenannter

Werkstoff eigne sich für

den 3D-Druck interessanterweise

manchmal weniger aus konstruktiven

als aus qualitativen Gründen.

Das sei beispielsweise bei martensitischen

Stählen der Fall. Die

könnten additiv hochwertiger produziert

werden.

z Dr. Bianca Weihnacht vom Fraunhofer

Institut für Keramische Technologien

und Systeme (IKTS)

beschäftigt sich mit den bisher

noch weitgehend unbekannten Folgen

des Offshore-Windparkbooms.

Die geschweißten Gründungsstrukturen

aus Stahl kommen in die

Jahre und müssen sicherheitstechnisch

überwacht werden – vielleicht

am besten mit dem Manschetten-Messsystem,

zu dem die

Dresdner Forscherin wissenschaftlich

und praktisch unterwegs ist,

weil es drahtlose Kommunikation

und Energieübertragung ermöglicht.

2

Zwar war das diesjährige Kongressthema

vordergründig sehr bundeswehrbezogen:

„Im Einsatz für die

Gesellschaft – (Aus)Bildung für Einsatzkräfte

der Zukunft“. Externe Fachleute

wie beispielsweise die Arbeitssoziologin

Prof. Dr. Mayer-Ahuja von der

Universität Göttingen machten jedoch

immer wieder die Verbindungen zur

Wirtschaft deutlich. Dort zwinge allerdings

nicht „der Gegner“, sondern „der

Wettbewerber“ zum Handeln.

Das gelte auch für das künftige

Zusammenwirken von Menschen und

Maschinen, war sich die Diskussionsrunde

schnell einig – sowie auch darüber,

dass es sich keineswegs um eine

neue Herausforderung handele. Deutlich

zugenommen habe aber die

Geschwindigkeit bei der Entwicklung

der Herausforderungen und der Zeitdruck,

unter dem Lösungen gefunden

werden müssen. Dieser These stimmten

auf dem Podium auch die drei Hochschullehrer

von der Universität der

Bundeswehr zu, die unter der Moderation

von Generalmajor a.D. Georg

Nachtsheim diskutierten.

Mensch und Maschine

Einig war sich die zivil-militärische

Runde außerdem mit der Prognose,

dass auch am Ende der angesprochenen

Entwicklung der Mensch nicht vollständig

von der Maschine ersetzt werden

könne/dürfe. Bis zu dieser Finalisierung

eröffne sich für die „Zukunft

der Arbeit“ sowie als „Konsequenzen

für die Aus-, Fort- und Weiterbildung“

– so die Untertitel der Gesprächsrunde

– ein Spektrum an zu bewältigenden

Folgen der Digitalisierung; zwischen

Individualisierung und Rationalisierung.

z Die technischen Fortschritte der Digitalisierung

böten gerade für die

Berufsbildung viele Ansätze, das Lernen

inhaltlich und methodisch zu

individualisieren. Dies komme den

betroffenen Menschen sehr entgegen,

zumal alle Beteiligten Bildung als

lebenslange Aufgabe verinnerlicht

hätten.

z Als eine der Entwicklungsstufen des

technischen Fortschritts gilt die Schaffung

künstlicher Intelligenz. Deren

Leistungsfähigkeit werde aber

zwangsläufig dazu führen, dass viele

heutige Lerninhalte für die Mitarbeiterschaft

der Zukunft keine Rolle mehr

spielen. Es gelte, Themenkataloge

dahingehend zu durchforsten.

Die so zu skizzierende Polarisierung

mit zahlreichen Zwischenfärbungen,

die ebenfalls Themen des Bildungskongresses

der Bundeswehr waren, führt

schon bald zu zwei großen neuen

Herausforderungen – in Sachen Führung

und Verantwortung:

z Die technische Entwicklung begünstigt

durch die Entwicklung von Netzwerken

den drastischen Abbau von

Hierarchien. Damit müssen Organisationen

wie die Bundeswehr ebenso

zurechtkommen wie die Wirtschaft.

z Mit der künstlichen Intelligenz dürfte

auch so etwas wie künstliche Verantwortung

entstehen, mit der die reale

Welt aber wenig wird anfangen können.

Wer soll Systeme verantworten,

die er selber nicht mehr versteht?

Der seit 2004 jährlich stattfindende

(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr

vereint eine wissenschaftliche

Tagung sowie eine begleitende Fachausstellung.

2

Stahlreport 10|19

47


Lifesteel

Berichte

In Spiralparkern finden bis zu fünf Räder gleichzeitig Platz.

Klemme mit Querholm zum Anschließen von Rad und Rahmen.

Fotos, 2: WZV

Edelstahl Rostfrei prägt Fahrradständer

Stehende Zweiradmobilität

Mit einer gemeinsamen Bike & Ride-Offensive wollen das Bundesumweltministerium und die Deutsche Bahn die Zweirad -

mobilität verbessern: Bis Ende 2022 sollen 100.000 neue Fahrradabstellplätze vor allem an Bahnhöfen entstehen. Aber auch

Geschäftsleute, Arbeitgeber und Vermieter seien gut beraten, auf den stark steigenden Trend zum Fahrrad mit geeigneten

Abstellanlagen zu reagieren, meint man beim Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei und argumentiert für diesen Werkstoff.

Im Zeitalter von Klimawandel und Feinstaubbelastung

gewinnt das Fahrrad als ebenso umweltfreundliches wie

effizientes Fortbewegungsmittel immer mehr an Beliebtheit:

75,5 Mio. davon gibt es nach Auskunft des Zweirad-Industrie-Verbands

allein in Deutschland. Elf Prozent ihrer Wege

legen die Deutschen laut einer infas-Studie mit dem Drahtesel

zurück.

Für lange Strecken ist die Kombination aus Fahrrad

und öffentlichem Nahverkehr oder Bahn insbesondere für

Pendler gängige Praxis. Fehlende Abstellplätze in Bahnhofsnähe,

wo sie ihr Rad einfach und sicher parken können,

beeinträchtigen jedoch vielerorts die Freude am multimodalen

Arbeitsweg. Mengen von kreuz und quer stehenden Fahrrädern

gehören angesichts klammer Kassen der Kommunen

auf den meisten Bahnhofsvorplätzen zum Alltagsbild. Hindernislauf

für Passanten ist dadurch ebenso programmiert

wie Diebstahl und Beschädigung der Räder.

Mit einer bisher beispiellosen Gemeinschaftsoffensive

wollen Bundesumweltministerium und Deutsche Bahn deshalb

den Bestand von 400.000 Fahrradabstellplätzen bis

Ende 2022 um 25 % erhöhen. Das Bundesumweltministerium

unterstützt Kommunen bei der Errichtung im Rahmen der

Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative

mit einer anteiligen Finanzierung von 40 %. Die Deutsche

Bahn (DB) hilft bei Planung und Standortsuche, stellt geeignete

Flächen aus DB-Eigentum mietfrei zur Verfügung und

koordiniert Lieferung sowie Montage der Anlagen. Zusätzlich

können Drittmittel eingebracht werden, sodass der Eigenanteil

für die Kommunen auf 15 % oder weniger sinken

kann.

Die Auswahl an Fahrradabstellanlagen ist jedoch riesig.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass beim Kauf nicht nur

auf Form und Größe, sondern auch auf Expertenrat und die

Erwartungen der Nutzer geachtet wird. Eine gute Anlage

zeichnet sich durch Sauberkeit, Sicherheit, angemessene

Dimensionierung, gute Erreichbarkeit, zielnahe, gut frequentierte

Lage sowie komfortables Ein- und Ausfahren,

Abschließen und Beladen aus. Dazu punkten Abstelleinrichtungen

aus Edelstahl Rostfrei, argumentiert man beim

gleichnamigen Warenzeichenverband: Sie sind – ohne Reinigungsaufwand

– immer in einem glänzenden Zustand.

Widerstandsfähig gegen witterungsbedingte Korrosion und

Vandalismus lade ihre attraktive Optik auch nach vielen

Jahren noch zum sicheren Parken ein.

Unterschiedliche Typen

Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gibt es

grundsätzlich drei verschiedene Typen von offenen Abstellanlagen

sowie eine geschlossene Art. Die offenen unterscheiden

sich nach Art der Einstelldauer – Kurzparker zum

Be- und Entladen, längere Abstellzeiten vor Bahnhöfen,

Schulen, Kinos oder Schwimmbädern – und benötigtem

Frachtraum (beladene Reiseräder). Die geschlossenen sind

vor allem für mehrtägige Aufbewahrung mit erhöhtem Diebstahlschutz

ausgelegt und empfehlen sich deshalb auch für

Wohnanlagen ohne eigenen Fahrradkeller.

z Einfachste und platzsparendste Maßnahme sind Fahrradklemmen,

die jedoch kaum Möglichkeit zum Anschließen

des Rahmens bieten.

z Gleiches gilt für Spiralparker, in denen bis zu fünf Räder

gleichzeitig Platz finden.

z Ideal für kleine Budgets sind Anlehnbügel, die in Modulbauweise

als Einzel- oder Doppelparkanlage angeboten

werden. Montagefertig geliefert, genügt zu ihrer Befestigung

48 Stahlreport 10|19


einfaches Verschrauben im Boden. Den Nutzern ermöglichen

sie ein felgenschonendes, komfortables Abstellen

mit der Möglichkeit, auch den Rahmen anzuschließen.

z Reihenanlagen schöpfen den verfügbaren Platz besser als

einfache Anlehnbügel aus.

z U-förmige Modelle mit Querholm lassen sich gleichzeitig

als Absperrbügel nutzen.

z Doppelstockanlagen sind insbesondere dort die beste

Lösung, wo die Fläche klein und der Bedarf groß ist. Da

in ihnen die Fahrräder auf zwei Ebenen eingestellt und

sicher angeschlossen werden, bieten sie das mit Abstand

größte Parkplatzangebot.

z Teuerste aber auch sicherste Variante sind Sammelschließanlagen,

die überdacht und nur per App oder Schlüsselkarte

zu bedienen sind.

In der im Mai 2016 vom ADFC herausgegebenen technischen

Richtline TR 6102 und der daraus abgeleiteten DIN-Norm

79008 sind alle Rahmenparameter für gute Abstellanlagen

im Detail nachzulesen. 2

Hightech-Bike von Thyssenkrupp

Roter Punkt

Steelworks heißt die neue Meisterleistung, mit welcher der Stahlbereich von Thyssenkrupp

in diesem Jahr den Best of the Best Red Dot Design Award in der Kategorie Material & Surfaces

gewonnen hat. Im Zuge des Gewinns wird das ausgezeichnete Fahrrad nun ein Jahr lang im Red

Dot Design Museum in Essen ausgestellt.

Der Hightech-Fahrradrahmen

der thyssenkrupp Steel Europe AG ist

aus Dualphasen-Stahl gefertigt. Dabei

handelt es sich nach Produzentenangaben

um modernsten, besonders

beständigen Stahl, der eine höhere Festigkeit

und Steifigkeit als Aluminium

besitzt und eine Formgebung wie Carbon

erlaubt.

Das verzinkte Stahlblech wird

zunächst in zwei Halbschalen gepresst

und dann mit automatisierter und

dadurch hochpräziser 3D-Laserschweißtechnik

gefügt. Diese Halbschalenfertigungstechnologie,

die sonst nur

in der Hightech-Industrie zum Einsatz

kommt, ermöglicht nahezu unsichtbare

Schweißnähte und eine gleichbleibende

High-End-Qualität bei der Produktion

der Fahrradrahmen. Der Werkstoff

Stahl zeige dabei eine völlig neue Variante

seiner konstruktiven Möglichkeiten:

Die extreme Steifigkeit des Stahlrahmens

im Tretlagerbereich sichert

eine optimale Kraftübertragung und

unterstützt den Vortrieb. Gleichzeitig

ermöglichen die hohe Flexibilität im

Sattelrohr sowie die eigene Dämpfung

des Materials ein ermüdungsfreies,

komfortables Fahren.

Im Normalfall würden heutige Fahrradrahmen

aus Aluminiumrohren oder

Kohlefaserlaminaten gefertigt, um eine

hohe Steifigkeit zu erreichen, wodurch

allerdings zwangsläufig der Komfort

leide. Steelworks setze genau an diesem

Punkt an, argumentiert man beim Hersteller.

„Die vielseitigen Eigenschaften

von Stahl haben uns inspiriert. Ohne

die hervorragenden Umformeigenschaften

des Stahls bei gleichzeitig hoher

Festigkeit wäre die bionische Gestaltung

des Sattelrohres nicht möglich

gewesen“, sagte Jia-Uei Chan, Projektleiter

von steelworks. Mit Stahlfeinblech

und modernsten Fertigungsverfahren

breche man mit den üblichen Konventionen

des Fahrradrahmenbaus und

vereine so die sonst gegensätzlichen

Design-Ansprüche Steifigkeit und Komfort.

Nicht nur die Ingenieure sind von

dem neuen Drahtesel überzeugt. Seinen

Härtetest absolvierte der Rahmen

bereits Mitte Juni beim Ruhr2NothSea-

Challenge. Bei dieser 300-km-Tour von

Duisburg nach Bensersiel testete Bayer

05 Uerdingen-Triathlet Peter Krins die

blau-weiß lackierte Neuentwicklung:

Knapp zehn Stunden nach dem Start

im Morgengrauen rollte der Sportler

im Nordseehafen mit der Spitzengruppe

ins Ziel.

Kaufen kann man das ausgezeichnete

Fahrrad von Thyssenkrupp Steel

(TKS) übrigens seit dem Spätsommer

2019. Die Rahmen des Renners werden

in Duisburg produziert und anschließend

in der TKS-Inklusionswerkstatt

zu Kompletträdern zusammengebaut.

2

Foto: TKS

Thyssenkrupp Steel

hat ein Hightech-

Rennrad aus Stahl

entwickelt: Steelworks

heißt die neue

Ingenieurs-Meisterleistung,

mit der das

Essener Unternehmen

in diesem Jahr

den Best of the Best

Red Dot Design

Award in der Kategorie

Material & Surfaces

gewonnen hat.

Stahlreport 10|19

49


Lifestesteel

Nachrichten

Was die Fahrradbegeisterung für eine Stadt wie Berlin bedeutet

Stimmung für Stahl

Was die gegenwärtige Fahrradbegeisterung

in all ihren Facetten für eine Stadt

bedeutet, das hat, für die deutsche Capitale,

vor knapp einem Jahr die Berliner Zeitung

dokumentiert: quantitativ und in Sachen Stahl

auch qualitativ.

In der deutschen Hauptstadt gab es demnach

2018 rund 3 Mio. Fahrräder – im statistischen

Durchschnitt also etwa eines pro

Bewohner. Allein für die historische Oberbaumbrücke

über die Spree bedeutet dies

laut Berliner Zeitung, dass sie an einem

Sommertag von rund 15.000 Fahrrädern

passiert wird.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen ist es

nicht verwunderlich, dass Berlin zuletzt fast

250 Fahrradläden hatte. Viele davon stehen

nicht nur für den Verkauf und die Reparatur

dieser Zweiräder. Die Hauptstadt verfügt

zudem über 16 Fahrrad-Manufakturen, in

denen Räder entworfen und gebaut werden.

Messen machen Meinungen und Märkte

Eurobike und Velo

Vor allem zwei Events spiegeln regelmäßig

die Stimmung der Fahrradbranche:

die Eurobike (4.-7.9.19) in Friedrichshafen

und die Velo (18./19.4.20) in Berlin. Veranstalter

war in beiden Fällen die Messe

Friedrichshafen, die großen Wert auf Publikumsbeteiligung

legt. Auch in ihrer 28. Auflage

soll die Eurobike ihre Bedeutung als

Leitmesse für das internationale Bike-Business

belegen: Aktuell zeigten am Bodensee

über 1.400 Aussteller dem Fachpublikum

und den Fahrrad-Fans ihre Neuheiten für

Rund 15.000

Fahrräder passieren

an einem

Sommertag die

Berliner Oberbaumbrücke.

Diese individuelle Fertigung basiert oft und

zunehmend auf dem Werkstoff Stahl. Und

das hat weniger mit Nostalgie als mit Werkstoffwerten

zu tun. Ein Beispiel dafür ist die

Firma Ostrad im Stadtteil Prenzlauer Berg.

(Sie war bereits 2011 Gegenstand einer

ausführlichen Reportage im Stahlreport, der

schon damals diesen Trend aufgegriffen

hat; vgl., 5/11, S. 44f.)

Aus Berlin-Moabit dagegen kommen bisher

rund 500.000 Antriebe für E-Bikes. Diese

Motoren mobilisieren nicht alle in der

Hauptstadt, dort sind diese Fortbewegungsmöglichkeiten

aber immerhin so populär,

dass sie zur Rettung anderer Publikumslieblinge

beigetragen haben: Als neulich der

Berliner Senat gegen die Wochenendöffnungszeiten

der Späteinkauf-Läden vorgehen

wollte, legten die sich zusätzliche

Steckdosen so zu, dass sie als Tankstellen

für E-Bikes keine rigorosen Ladenöffnungszeiten

einhalten müssen.

BERLIN

die kommende Saison. Rund 150 Neuaussteller

waren ein Zeugnis der gegenwärtigen

Aufbruchstimmung im Fahrrad- und

Mobilitätsmarkt.

In Berlin hebt die Velo neuerdings auf dem

Gelände des alten Flughafens in Tempelhof

ab. Mit den aktuellen Messen und ihren

innovativen Zweiradprodukten einher geht

übrigens eine deutliche Zunahme neuer

Angebotsformen wie Bike-Sharing und Fahrradleasing.

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Redaktion:

Markus Huneke (Chefredakteur)

Telefon +49 211 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Dr. Ludger Wolfgart

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einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

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im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

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ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilage vom Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik

e.V. (BME) bei.

50 Stahlreport 10|19


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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39,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

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Herstellung, Normung und Eigenschaften

Langerzeugnisse aus Stahl

Production, Standards and Properties

Long Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Langerzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und

Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 128 Seiten, 99 Abbildungen

1. Auflage – Sep. 2013 |

62,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Kommentar für den praxisorientierten Anwender

aus Handel und Industriee

EN-Normen für

Rohre und Rohrzubehör

Dr. Axel Willauschus

Dr. Axel Willauschus

EN-Normen für Stahlrohre

und Rohrzubehör

Format DIN A5 | veredeltes Softcover

ca. 560 Seiten | 4. Auflage – Sept. 2017 |

36,45 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

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Ein material-, produkt- und anarbeitungskundliches

Nachschlagewerk für den Stahlhandel

Stahl-Lexikon

Manfred Feurer

Prof. Dr. Joachim Lueg

Heinz Schürmann

Manfred Feurer, Prof. Dr. Joachim Lueg,

Heinz Schürmann

Stahl-Lexikon

Eine Material-, Produkt- und

Anarbeitungskunde

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

339 Seiten, | 27. Auflage – Nov. 2009 |

19,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Peter Henseler

1. Auflage

Peter Henseler

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EN 10204 in der Praxis

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

ca. 100 Seiten | 1. Auflage – 2011 |

45,79zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

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Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Flacherzeugnisse aus Stahl

Production, Properties and Testing

Flat Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 130 Seiten, 120 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2010 |

54,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

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Herstellung, Eigenschaften und Verarbeitung

Edelstahl Rostfrei

Production, Properties and Processing

Stainless Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

Drodten, Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

Edelstahl Rostfrei

Herstellung, Eigenschaften und

Verarbeitung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 144 Seiten, 104 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2009 |

51,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Bestellen Sie online unter www.stahlhandel.com/Fachbuecher

oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2019

Seminarthema Termin Tagungsort

Grobbleche (Seminar) 10.-11.10. Wernigerode

Verkauf im Stahlhandel 14.-15.10. Köln

Betonstahl 19.-20.11. Kehl

Stahlkunde (Seminar) 03.-05.12. Gengenbach

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Wiesenstraße 21 · 40549 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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