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Contura 2019/2020 Deutsch

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2019 /2020

Contura

Das Magazin der Rhätischen Bahn

Aus Berufung

Vom Förderband

aufs Schienennetz

UNESCO Welterbe RhB

Mit der Kamera

unterwegs

Albulalinie

Der Berg ist

bezwungen


Freibillett

Zu Hause bei der RhB

Schon seit 20 Jahren sorgt Victor Catschegn für Ordnung bei der RhB, konkret: im imposanten

RhB-Verwaltungsgebäude mitten in Chur, kümmert sich um Heizung, Klima, Umzüge und vieles

mehr. Der 61-Jährige kennt das herrschaftliche Haus wie seine eigene Westentasche – und

eigentlich ist es mehr als das: Seit 1999 bewohnt Victor als Hausmeister – oder wie es heute

heisst: Facility Manager – eine Vierzimmerwohnung im dritten Stock. «Es ist ein Privileg, hier

zu wohnen, denn irgendwie gehört einem das ganze Haus», sagt der gelernte Schreiner. «Vor

allem wenn man nachts durch diese Gänge patrouilliert, ist das ein spezielles Gefühl.» Immer

mit dabei auf den Kontrolltouren ist die zehnjährige Mali-Hündin Chana, die man in Chur weitherum

kennt. Denn wenn Krankenwagen- oder Polizeisirenen ertönen, heult sie inbrünstig

mit. Herzblut steckt auch in Victors Arbeit: Er sei 24 Stunden und auch am Sonntag erreichbar.

Freiwillig, wohlgemerkt. Die Mitarbeitenden im Haus schätzen diesen Service, der oft schier

unbemerkt im Hintergrund stattfindet. In wenigen Jahren wird Victor pensioniert und die Wohnung

an der Bahnhofstrasse 25 verlassen. «Der Abschied wird sicher nicht einfach. Aber meine

Frau und ich freuen uns auch auf unsere eigene Wohnung mit Gartensitzplatz.»

2

www.rhb.ch/contura


Editorial

Tiere sind ausgezeichnete Botschafter

Allegra, geschätzte Fahrgäste

Ob als Sympathieträger mit Jöö-Effekt oder als Symbol für

besondere Eigenschaften: Tiere werden im Marketing als

Botschafter breit instrumentalisiert. Dabei gilt: Je besser

die Projekte mit den Eigenheiten der entsprechenden

Tierart korrespondieren, desto glaubwürdiger wirken die

tierischen Imageträger. Diese Erkenntnis ist in Bezug aufs Arosa Bärenland

auch für Graubünden und Arosa zentral. 78 Prozent der Aroser Bevölkerung

sagten an der Urne «Ja» zur Umzonung des Geländes – dafür reichte der Tierschutzgedanke

allein aber nicht aus. Das Projekt «Arosa Bärenland» ist kein

Zoo, es ist vielmehr eine Erlebniswelt und gibt damit dem lokalen Tourismus

wichtige Impulse. Ein Erlebnis übrigens, das bisher viel Freude macht. Die

hohe Präsenz der Tierpflegerinnen und Tierpfleger auf der Besucherplattform

und in den Bärenstallungen zeigt, mit welcher Freude – um nicht zu sagen:

Enthusiasmus – alle am gleichen Strick ziehen.

Sehr erfreulich ist auch die hohe Nutzung des öffentlichen Verkehrs: 52 Prozent

der Gäste reisen für den Besuch im Bärenland mit der Rhätischen Bahn

an. Auch die Tatsache, dass über 50 Prozent der Besucherinnen und Besucher

in Arosa übernachten, zeigt, dass das Bärenland weit mehr als einen Tagesausflug

darstellt. Nicht zuletzt spricht die hohe Aufenthaltsdauer der Gäste

im Bärenland selbst für das abwechslungsreiche Angebot.

Das erste Schweizer Bärenschutzzentrum ermöglicht Bären, die aus misslichsten

Verhältnissen gerettet wurden, auf rund drei Hektaren ein artgemässes

Zuhause. Dass auch die Rhätische Bahn auf der Strecke zwischen Chur und

Arosa die Bären immer mehr ins Zentrum stellt – zum Beispiel mit den Bärenlandwagen

– bestärkt die These, dass dieses kantonale Kooperationsprojekt

für Graubünden auch künftig von hoher und positiver Tragweite sein wird.

Pascal Jenny

Tourismusdirektor Arosa

und Initiant des Arosa Bärenland

PS: Den spannenden RhB-Newsletter noch heute abonnieren und immer

auf dem Laufenden bleiben: www.rhb.ch/newsletter

3


Inhaltsverzeichnis

Wo gehtʼs lang?

14

Brauchtum Saumässiges Glück

28

Tradition

Von Hand gewebte

Kostbarkeiten

32

Kultur

Steinerne Zeugen

48

Aus der Werkstätte

Der Chef-Knecht

4

Impressum: © Copyright / Herausgeberin: Rhätische Bahn AG, Bahnhofstrasse 25, 7001 Chur | Technische Daten:

Rhätische Bahn | Konzept / Text: Panta Rhei PR AG | Grafik: Süsskind SGD Chur | Fotos: Archiv Rhätische Bahn,

Y. Andrea, Arosa Tourismus (N. Mattli), A. Badrutt, Deuring Photography, P. Donatsch, T. Egli, #GRischashot,

U. Jossi, Lucrezia (@segliota), N. Pitaro, M. Schade, Sedrun Disentis Tourismus (H. Meier), Chr. Son der egger,

E. Süsskind, swiss-image.ch (A. Mettler) | Gedruckt in der Schweiz, Ausgabe Nr. 10, 2019 / 2020


RhB Club

Werden Sie Teil der RhB-Familie!

www.rhbclub.ch

16 Scena

Brief folgt bald …

10 Aus Berufung

Vom Förderband

aufs Schienennetz

14 Brauchtum

Saumässiges Glück

20 UNESCO Welterbe RhB

Mit der Kamera unterwegs

im UNESCO Welterbe

26 Fensterplatz

28 Tradition

Von Hand gewebte

Kostbarkeiten

32 Kultur

Steinerne Zeugen

37 Hätten Sie das gewusst?

Zahlennetzwerk

38 Nächster Halt

Auf das Huhn gekommen

42 Albulalinie

Meilenstein beim Albula

46 Platz an der Sonne

Bitte Platz nehmen

48 Aus der Werkstätte

Der Chef-Knecht

54 Natur

Urwaldgeschichte(n)

aus der Surselva

58 Was machen eigentlich …

… die Badmeister

von Klosters im Winter?

60 Wir stellen vor

Inspiriert unterwegs

im InnoTren

62 Powerplay: Greenhope

Mit Sport gegen Krebs

68 Gut zu wissen

So ein Müll …

70 Streckennetz

Höhepunkte

der Rhätischen Bahn

72 Wettbewerb

Wie gut haben Sie aufgepasst?

73 Für Ihre Agenda

Auf einen Blick:

die Erlebnisfahrten 2019 /2020

74 RhB handlich

Erlebniskarte und Broschüren

75 Souvenirs & Geschenke

Schenken macht Freude

Über 7106 Quadrat kilometer echte Schweiz ent decken.

Gibt’s auch für Biker! www.rhb.ch/graubuendenpass

5


Scena

Brief folgt bald...

Für wie lange wohl wollte das Lisebethli in der Pension

in «Klosters- Dörfli» weilen, dass sie ihre M. L. nur in breve

informierte, «Deine Lieben habe ich in Fideris getroffen»,

und ankündigte: «Ein Brief folgt dann bald nach» ?

Während Feriengrüsse heute, kaum in die Tasten getippt,

schon in Basel, Berlin oder Bonn eintreffen, traten sie damals

die lange Reise an – im Postwagen der Rhätischen Bahn.

Die Zeiten haben sich geändert, die schöne Pension Schweizerhaus

in Klosters Dorf hingegen blieb uns erhalten, heute

als Unterkunft für Familien und Gruppen.

6 www.rhb.ch/contura


7


Die Postkarten, Zeugen

vergangener Reisen – und

manchmal auch Liebschaften –,

stammen aus der Sammlung

von Werner Capatt.

8 www.rhb.ch/contura


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Aus Berufung

Vom Förderband

aufs Schienennetz

10 Am richtigen Ort: Für Patrizia Lanfranchi ist Zugbegleiterin ein Traumjob.


Der Moment, der untrennbar

mit dem Beruf der Zugbegleiter

verbunden ist: Der Pfiff ist das

Abfahrtssignal für den Lokführer.

Patrizia Lanfranchi ist mit Leib und Seele Zugbegleiterin auf dem

Bernina Express. Regelmässig ist sie auf einer der höchstgelegenen

Zugstrecken Europas durch die Alpen unterwegs. Ein absoluter

Traumjob, findet die 36-jährige Puschlaverin. Schliesslich gehöre

die Strecke zum UNESCO Welterbe.

Samstagmorgen auf dem Bahnhof St. Moritz. Noch ist es bitterkalt, doch

der stahlblaue Himmel verspricht einen herrlichen Wintertag. Entsprechend

sieht es auf dem Perron 7 aus: Vor lauter Langlaufskis, Snowboards

und Schlitten ist kaum ein Durchkommen. Junge Pärchen, Familien mit

Kindern und gut gelaunte Pensionäre steigen in den Bernina Express, der

sie zu den Pisten der Lagalp und Diavolezza oder zum Mittagessen auf der

Alp Grüm und ins Ospizio Bernina bringt.

«Die spektakuläre Berglandschaft,

der Kontakt sofort erkennbar als Zugbegleiterin hilft sie Passa-

Mittendrin Patrizia Lanfranchi. In ihrer roten Jacke

gieren beim Einladen des Gepäcks oder zeigt ihnen

ihre reservierten Plätze. Hier ein freundliches

mit den Passagieren –

ich habe einen

Wort, da ein Lächeln, dann ein kurzer Blick auf die

absoluten Traumjob.» Uhr. Nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt. Jetzt

Patrizia Lanfranchi

muss es schnell gehen: Erst überprüft sie mit einem

langen Stock die Bremsen der einzelnen Waggons,

kontrolliert den Schliessmechanismus der Türen und gibt die letzten Informationen

an den Lokführer weiter: wie viele Tonnen Zuggewicht, wie viel

Bremsgewicht, die Länge des Zuges. Ein weiterer Blick auf die Uhr. Noch

eine Minute. Per Knopfdruck wird das Rail Control Center in Landquart informiert,

dass der Zug startbereit ist. Erst jetzt kommt der Moment, der

untrennbar mit dem Beruf der Zugbegleiter verbunden ist: der Pfiff – das

Abfahrtssignal für den Lokführer.

Patrizia Lanfranchi hüpft in den Waggon. Punkt 10.48 Uhr setzt sich der

Bernina Express in Bewegung. Sie lächelt. «Das Geräusch des fahrenden

Zuges, die spektakuläre Berglandschaft, der Kontakt mit den Passagieren –

ich habe einen absoluten Traumjob.»

11


Davon bekommt sie nie

genug: Nach getaner Arbeit

geniesst Patrizia Lanfranchi

den Blick in die Natur.

Vom Warenband auf die Bahnstrecke

Noch bis vor sechs Jahren arbeitete die gelernte Verkäuferin als Filialleiterin

in einem Grossverteiler in St. Moritz. Bis ihr Mann, Lokführer bei der

Rhätischen Bahn, ihr von der Ausbildung zur Zugbegleiterin erzählt hat.

Nach einem Schnuppertag habe sie sofort gewusst, dass sie beim roten

Bähnli am richtigen Ort sei. «Der Job ist sehr abwechslungsreich. Und im

Gegensatz zu den Leuten an der Kasse, die oft in Eile sind, haben die Passagiere

der RhB meist gute Laune und Zeit für ein Schwätzchen.»

Während der zwölfmonatigen Ausbildung tauchte die Puschlaverin in eine

ganz neue Welt ein: lernte, wo der Zug wie viel Steigung überwinden muss,

wie viele Tonnen Gewicht die Lokomotive ziehen kann, wie viele Waggons

maximal angehängt werden dürfen. Seither kennt sie die höchsten Berge,

wichtigsten Bahnhöfe und Flüsse in der ganzen Schweiz, kann Auskunft

über verschiedenste Zugverbindungen geben und die entsprechenden Billette

ausstellen.

Auf ein Schwätzchen mit den Passagieren

Apropos Billette, Zeit für die Kontrolle. Patrizia Lanfranchi betritt den Wagen

der ersten Klasse mit einem freundlichen «Grüazi mitanand, Billette bitte!».

Bereits die ersten Passagiere haben einen Sonderwunsch. Barbara Krüger

ist zu Besuch aus Deutschland und macht mit ihrer Schwester Rosmarie

und deren Mann eine Geburtstagsfahrt von Silvaplana auf die Alp Grüm.

«Wir sind die Strecke St. Moritz – Tirano schon letztes Jahr gefahren. Nun

ist das Wetter so herrlich, dass wir uns spontan für einen Wechsel in die

erste Klasse entschieden haben. Der viele

Schnee ist ein Traum!» Die Zugbegleiterin

Ihr Arbeitsplatz bei uns

nickt lächelnd. «Ich kann davon auch nicht

Die RhB ist eine Erfolgsgeschichte.

Seit 1889 ist sie unterwegs als

genug bekommen», sagt sie. Als sie den

grösste Alpenbahn in einer einzigartigen

Gebirgslandschaft. Der

Gästen liegen sieht, fügt sie an: «Beson-

Fotoapparat auf der Sitzbank neben den

Glacier Express und der Bernina

ders schön ist der Blick in der Montebellokurve.

Ich komme kurz davor nochmals

Express sind weltbekannt. Rund

1500 Mitarbeitende sorgen dafür,

dass die Züge immer rechtzeitig

vorbei, damit Sie sie nicht verpassen.»

rollen. Möchten Sie Teil davon sein?

www.rhb.ch/karriere

12

www.rhb.ch/contura


Gästen helfen,

Billette kontrollieren,

Bremsen

überprüfen:

Patrizia Lanfranchi

ist mit

Leib und Seele

Zugbegleiterin.

Etwas komplizierter, aber umso lustiger gestaltet sich die Konversation

mit einer grossen Gruppe von Japanern etwas weiter hinten im Zug. Eifrig

werden der Zugbegleiterin die Billette entgegengestreckt, begleitet von

gut gelaunten, wenn auch unverständlichen Sätzen. Patrizia Lanfranchi

versucht, mit drei Frauen ins Gespräch zu kommen, die unermüdlich die

Landschaft fotografieren. «Foto» ist aber so ungefähr das einzige Wort,

das beide Seiten verstehen. Trotzdem lassen sie es nicht unversucht, was

grosses Gelächter zur Folge hat. Die Puschlaverin zuckt amüsiert die Schultern:

«Wir verständigen uns nonverbal – mein Englisch ist

nicht so gut und sie können es oft gar nicht.»

«Das kann doch

gar nicht langweilig

werden!» Mit rund 30 Stundenkilometer tuckert der Zug nun vom

Zu Hause ist es am schönsten

Patrizia Lanfranchi höchsten Punkt der Strecke – dem Ospizio Bernina – gemächlich

durchs Puschlav bis ins italienische Tirano. In einem

Weiler oberhalb von Poschiavo aufgewachsen und wohnhaft in Brusio,

kennt Patrizia Lanfranchi die Gegend wie ihre Westentasche. Natürlich

könnte sie auch mal auf der Albulalinie ihrer Arbeit nachgehen, aber ihr

ist es auf dieser Strecke durch ihre Heimat am wohlsten. Nach getaner Arbeit

setzt sie sich ans Fenster, geniesst die Natur und lässt die Gedanken

schweifen. «Es ist zwar immer die gleiche Strecke, trotzdem ist sie immer

wieder neu. Anderes Wetter, anderes Licht, neue Passagiere. Das kann

doch gar nicht langweilig werden!»

13


Brauchtum

Saumässiges

Glück

14


«Schweine sind intelligent und lassen sich zu nichts zwingen», weiss Thomi Kessler.

15


Jeweils am 1. Januar steigt in Klosters ein gewaltiges Fest. Es gibt

Prättigauer Spezialitäten und die Einheimischen stossen mit ihren

Gästen auf ein gutes Jahr an. Doch die Hauptattraktion ist das

Schweinerennen. Das ist eine ganz seriöse Angelegenheit, wie der

Besuch beim Renntrainer Thomi Kessler zeigt.

Das ZDF und der ORF haben gefilmt, der König von Norwegen, aber auch die

Frau König aus Hintertupfingen – alle waren sie da, und alle kommen sie

wieder. Sie staunen, lachen, trinken, essen, stehen an der Rennbahn – und

wetten. Nein, nicht auf die Pferde im englischen Ascot oder französischen

Deauville, sondern auf die Schweine in Klosters.

Vielleicht sind hier im Prättigau die Damenhüte am Rennparcours nicht gar

so extravagant wie jene in Ascot, wahrscheinlich fliesst der Champagner

auch nicht in solchen Strömen wie in Deauville. Sicher aber ist die Stimmung

auf dem Dorfplatz von Klosters ausgelassener. Man kann höchstens fünfzig

Franken auf eines der zehn Rennschweine

setzen, dafür aber auch kein Vermögen

verspielen. Und anstelle von Schampus

und Kaviar werden einheimischer Röteli

(ein Kirschlikör), Totenbeinli (Haselnussstangen)

und Birnbrot gereicht. Wenn

dann eine Ländlerkapelle aufspielt, die

Schweinchen mehr oder weniger schnell

über die Schneepiste rennen, der Röteli

seine Wirkung tut, sich Einheimische mit

Gästen unterhalten – wenn sich einfach

alle des Lebens freuen und auf ein gutes

neues Jahr anstossen, dann ist der Tag

gelungen. Dann lächelt der Bauer Thomi

Kessler, 56, hinter seinem schönen Vollbart

und ist zufrieden, dass alles so gut

geklappt hat.

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www.rhb.ch/contura


«Hotschi» werden

die glücklichen

Schweine Dass alles klappt, hat sehr viel mit dem Besitzer des Kesslerhofs am Rande

Tierwohl an erster Stelle

im Prättigauer von Klosters zu tun. Kessler und seine Familie verarbeiten dort in der hofeigenen

Metzgerei und der dazugehörigen Sennerei Fleisch und Milch zu

Dialekt liebevoll

genannt.

hochwertigen Produkten, die sie auch selber vermarkten. «Ich habe immer

in die Zukunft geschaut», erklärt Kessler sein Business-Modell. In die

Zukunft hat er auch geschaut, als der Bauer vor 15 Jahren zusammen

mit anderen innovativen Einheimischen frischen Wind in den traditionellen

Klosterser Neujahrsempfang bringen wollte. Bis dahin wurden

am 1. Januar die Gäste auf dem Dorfplatz mit einer

Allerweltsband, Prosecco und Lachsbrötchen bespasst.

«Zuallererst geht es

«Das konnte es nicht sein», erinnert sich Kessler. Also

mir um das Tierwohl.»

tauschte man Lachs und Champagner gegen Röteli und

Thomi Kessler

Salsiz, die Allerweltsband gegen eine Ländlerkapelle

aus, und vor allem führte man damals das Schweinerennen

ein. Wobei in Klosters niemand von Schweinen redet – das Borstenvieh

wird dort liebevoll «Hotsch» genannt. Ein Hotschrennen also sollte

neuen Schwung in den Neujahrsempfang bringen, und bevor Thomi Kessler

wusste, wie ihm geschah, wurde er zum Schweinerenntrainer ernannt.

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Doch wie bringt man die Hotschi zum Rennen? «Zuallererst geht es mir um

das Tierwohl», so der Bauer. «Ich mag meine Tiere und will sie nicht zu

etwas zwingen oder gar quälen. Ganz abgesehen davon, dass das Schwein

ein sehr intelligentes Tier ist, einen starken Willen hat und sich zu nichts

zwingen lässt.» Nur schon das Anziehen der Startnummern löst jeweils

eine saumässige Aufregung unter den Tieren aus. Aber Kessler kennt seine

Pappenheimer: «Was es braucht, ist Zuwendung, Geduld … und Futter.»

Und wie fast alles in der Schweiz braucht auch ein Rennschwein, respektive

ein Schweinerennen, eine Bewilligung. Die Lizenz zum Schweinsgalopp

erteilt alle Jahre wieder der Kantonstierarzt.

Der beste Platz am Futtertrog

Alle Jahre wieder also macht sich Thomi Kessler gegen Ende November daran,

seine Hotschi fürs Rennen zu trainieren. «Anstatt im warmen Stall lasse

ich sie im tiefen Stroh des kühleren Iglus leben, damit sie sich langsam

an die Kälte gewöhnen. Wenn es nämlich am Renntag 10 Grad oder mehr

Schweinisches

Gourmetmenü:

Die Säuli bekommen

Molke und

Getreide.

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www.rhb.ch/contura


Die klugen

Schweinchen

kennen das

Rennprozedere

bestens: Wenn

die Kuhglocke

läutet, geht

der Spass los.

unter null ist, würden die Tiere sonst möglicherweise krank.» An die Lärmkulisse

der 2000 bis 3000 Rennzuschauer gewöhnt der Bauer die Schweine

mit einer grossen Kuhglocke. Drei Mal am Tag füllt Thomi Kessler den

Schweinetrog mit Schotte und einem Getreidegemisch, öffnet das Gatter

und läutet mit der grossen Kuhglocke. Die klugen Tiere

kennen das Prozedere bestens und rennen – nein, nicht

«Was es braucht, ist

ums Leben –, sondern um den besten Platz am Futtertrog.

Zuwendung, Geduld … Nach dem Training ist Spielen angesagt. Die Tiere sind unglaublich

zutraulich, schnuppern und nagen an allem und

und viel Futter.»

Thomi Kessler

jedem. Dabei gehen die Designer-Jeans des Fotografen drauf,

das Kamera stativ kann er gerade noch vor dem Zugriff einer

Schweineschnauze retten. Und während man den Tieren zuschaut,

wie sie fressen, spielen und einander durch den Schnee jagen, versteht

man langsam, warum das Schwein als Glückstier gilt. Apropos Glück: Einen

Wett-Tipp beim Neujahrsrennen kann oder will Thomi nicht abgeben.

Er meint einfach nur: «Kommt nach Klosters, schaut euch das Rennen an,

blickt in die aufgestellten Gesichter der Zuschauer und geniesst den Tag.

Das ist Glück genug!»

Das Fest am Bahnhof Klosters Platz findet am 1. Januar 2020 von 15.00 bis

18.00 Uhr statt. Der Event wird organisiert und offeriert von der Destination

Davos Klosters und der Gemeinde Klosters-Serneus. www.klosters.ch

Mehr zum Hof von Thomi Kessler: www.kesslerhof.ch

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UNESCO Welterbe RhB

Mit der Kamera

unterwegs im

UNESCO Welterbe

20 Spektakuläres Fotosujet: der Landwasserviadukt.


Die Fahrten auf den UNESCO Welterbestrecken

Albula und Bernina bieten

spektakuläre Ausblicke auf das

einzigartige Panorama der Alpen.

Eisenbahnromantik kommt auf,

wenn im Vordergrund der rote Zug

der Rhätischen Bahn zu sehen ist.

Wir haben für Sie die besten Hotspots

herausgesucht, von denen Sie

garantiert unvergessliche Erinnerungsfotos

nach Hause bringen.

Landwasserviadukt

Das grösste und zugleich spektakulärste

Bauwerk auf der 63 Kilometer langen

Albulastrecke zwischen Thusis und St. Moritz

ist der Landwasserviadukt. Mit seinen

65 Meter hohen Pfeilern ist er eine

der elegantesten Brückenkonstruktionen

in Graubünden und das meistfotografierte

Sujet der Rhätischen Bahn.

Fotospot von oben: Von Filisur über den Fuss -

weg in einer halben Stunde zur Aussichtsplattform

Süd oder mit einer längeren Wanderung

zur Plattform Nord, von wo aus das Paradestück

der Ingenieurskunst bestaunt und fotografiert

werden kann.

Fotospot von unten: Von Filisur dem

Bahnerlebnisweg bis zum Landwasserviadukt

folgen. Nach dem Foto shooting

am Fuss der Brückenpfeiler bietet sich

eine Feuerstelle zur gemütlichen Rast an.

21


N

10 km

Lugano ( CH )

270 m ü. M.

Moesa

Landquart

Thusis

Rhein

Reichenau

Albula

Chur

Tiefencastel

10 km

U B Ü

Bergell

Maira

Filisur

UNESCO Welterbe

Albula- / Berninalinie

der Rhätischen Bahn

Andere Strecken der

Rhätischen Bahn

Bergün

Davos

St. Moritz

N D E

Inn

N

Samedan

Pontresina

Berninagruppe

Sondrio (I)

Veltlin ( I )

Adda

Inn

Zernez

Ospizio Bernina

Poschiavo

Scuol

Müstair

Tirano (I)

Viadukte und Brücken

Tu nels

Stützmauern

Galerien

Dammböschungen

Viaducts and bridges

Viadukte und Brücken

Tu nels

Tu nels

Revetment wa ls

Stützmauern

Ga leries

Galerien

Dam embankments

Da mböschungen

Large reception building

Grö seres Aufnahmegebäude

Medium-size reception building

Mi tleres Aufnahmegebäude

Sma l reception building

Kleineres Aufnahmegebäude

Wartehäuschen

Linesman's hut

Wärterbude

Shed

Remise

Workshop

Werkstä te

Covered turntable

Gedeckte Drehscheibe

Turntable

Drehscheibe

Water crane

Wa serkran

Churches and chapels

Kirchen und Kape len

Forts and residential towers

Burgen, Türme, Schlö ser

Aristocratic and u per-cla s houses,

farmhouses, hotels and museums

Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Locations of archaelogical finds

Archäologische Fundste len

Ore storage sites

Erzlagerstä ten

Therapeutic springs

Heilque len

Reservoirs

Staus en und Staubecken

Control centres, power plants

and converter stations

Zentralen, Werke und Umformerstationen

Wartehäuschen

Remise

Werkstä te

Gedeckte Drehscheibe

Drehscheibe

Wa serkran

Kirchen und Kape len

Erzlagerstä ten

Heilque len

17.4.2 09 17:40:53 Uhr

Viaducts and bridges

Viadukte und Brücken

Tu nels

Tu nels

Revetment wa ls

Stützmauern

Ga leries

Galerien

Dam embankments

Da mböschungen

Large reception building

Grö seres Aufnahmegebäude

Medium-size reception building

Mi tleres Aufnahmegebäude

Sma l reception building

Kleineres Aufnahmegebäude

Linesman's hut

Wartehäuschen

Shed

Remise

Workshop

Werkstä te

Covered turntable

Gedeckte Drehscheibe

Turntable

Drehscheibe

Water crane

Wa serkran

Churches and chapels

Kirchen und Kape len

Forts and residential towers

Burgen, Türme, Schlö ser

Aristocratic and u per-cla s houses,

farmhouses, hotels and museums

Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Locations of archaelogical finds

Archäologische Fundste len

Ore storage sites

Erzlagerstä ten

Therapeutic springs

Heilque len

Kehrtunnels zwischen Bergün und Preda

Der bahntechnisch anspruchsvollste

Teil der gesamten Albulalinie befindet

sich auf dem Streckenabschnitt zwischen

Bergün und Preda. Innerhalb von

knapp fünf Kilometern Luftlinie müssen

417 Meter Höhendifferenz überwunden

werden – ganz ohne Zahnradsystem.

Das gelingt dank fünf Kehrtunneln und

vier talquerenden Viadukten, die allesamt

tolle Fotosujets abgeben.

Fotospot 1: Von Preda aus schlängelt sich ein

sieben Kilometer langer Weg nach Bergün. Auf

der Wanderung bieten sich laufend tolle Ausblicke

auf die kunstvolle Streckenführung und

die Albulaviadukte.

Fotospot 2: Nach der Steigung öffnet sich das

Tal und gibt einen wunderbaren Blick auf das

Bergpanorama mit den stolzen Gipfeln der

Dschimels (Zwillinge) frei. Der Name der zwei

felsigen Türme auf dem langen Grat, welcher

das Albulatal vom Val Bever im Oberengadin

trennt, kommt nicht von ungefähr, gleichen

sie sich doch von der Albulaseite her betrachtet

wie ein Ei dem anderen.

Reiseführer

UNESCO Welterbe Pass

Der UNESCO Welterbe Pass ermöglicht

freie Fahrt auf der Welterbestrecke der

Rhätischen Bahn. Während zweier Tage

fahren Sie beliebig mit den Zügen zwischen

Thusis und Tirano – beispielsweise

ins Bahnmuseum Albula in Bergün, zum

Gletschergarten in Cavaglia oder zum

Mittagshalt nach Poschiavo.

Mit Halbtaxabo bereits

UNESCO Welterbe

Rhätische Bahn in der Landschaft

Albula/Bernina

Streckenplan

Valle Mesolcina

Hinterrhein

ab CHF 56.00

(nicht gültig im Bernina Express

und Glacier Express)

UNESCO Welterbe «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina»

Domleschg

G R A

Oberhalbstein

Landwassertal

Albulatal

Unterengadin

www.rhb.ch/welterbepass

Oberengadin

Val Poschiavo

Piktogramme

Streckenbeschrieb

Grö seres Aufnahmegebäude

Mi tleres Aufnahmegebäude

Kleineres Aufnahmegebäude

Wärterbude / Wärterhäuschen

Burgen, Türme, Schlö ser

Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Archäologische Fundste len

Staus en und Staubecken

Zentralen, Werke und Umformerstationen

Lago di Como

22

www.rhb.ch/contura


Solisviadukt

Der eingleisige Solisviadukt über die

Albulaschlucht ist die höchste Brücke

der Welterbestrecke der RhB. 85 Meter

unter der Eisenbahnbrücke rauscht die

Albula durch die Schinschlucht.

Fotospot 1: Zwischen Thusis und Tiefencastel

liegt das Restaurant Solisbrücke. In seinem Um -

kreis finden sich mehrere Hotspots, den schön s -

ten Blick auf den Viadukt hat man aber von der

alten Steinbrücke aus.

Fotospot 2: Die alte Steinbrücke wiederum, die

nur wenige Meter neben dem Solisviadukt über

die Albula führt, lässt sich bequem aus dem Zug -

fenster fotografieren.

Montebellokurve

Was der Landwasserviadukt für die

Albulalinie ist, ist die Montebellokurve

für die Berninalinie: einer der beliebtesten

Foto-Hotspots. Nach Morteratsch

erreicht der Bernina Express eine 180-

Grad-Kurve. Von hier aus bietet sich ein

herrlicher Blick auf das Bernina massiv

und den Morteratschgletscher.

Fotospot: Direkt in der Montebellokurve befindet

sich ein Parkplatz. Von dort aus lässt sich

der Piz Bernina, mit seinen 4 049 Metern der

höchste Gipfel der Ostalpen, gekonnt in Szene

setzen.

23


Lago Bianco

Der Stausee am Berninapass liegt auf der

Grenze zwischen den Bernina- und den

Livigno-Alpen und wird von Gletschermilch

gespiesen. Das durch zerriebenes

Gestein weisstrübe Abflusswasser des

Cambrenagletschers gibt dem See seinen

Namen. Er fungiert auch als Wasserscheide:

Im Osten fliesst das Wasser ins

Schwarze Meer, südwärts in die Adria.

Fotospot: Ausgehend vom Ospizio Bernina führt

ein gemütlicher Wanderweg entlang des Sees,

von dem aus sich verschiedene schöne Fotosujets

der Berglandschaft wie auch der Bahnstrecke

eröffnen.

24

www.rhb.ch/contura


Kreisviadukt von Brusio

Die Berninabahn überwindet oberhalb

von Brusio in einer doppelten Schlaufe

von 100 Meter Durchmesser eine ganze

Höhenstufe. Der Kreisviadukt ist das

Prunkstück und Wahrzeichen der Berninalinie

und seit seiner Errichtung 1908

ein beliebtes Postkartensujet.

Fotospot von oben: Besonders eindrücklich

zeigt sich das Bauwerk aus der Vogelperspektive.

Auf der Kantonsstrasse von Brusio nach

Viano erhascht man in einer S-Kurve den besten

Blick auf den Viadukt.

Fotospot von unten: Ein gemütlicher Spaziergang

vom Dorf Brusio entlang der Bahngleise

führt direkt unter den Bögen des Bauwerks

hindurch. Näher geht nicht.

25


Fensterplatz

Romano Thomann

(25) wohnt in Scharans

im Domleschg.

Der Videojournalist

arbeitet in der

ganzen Schweiz,

vor allem aber in

Graubünden.

«Die erste Bahnfahrt war ein Erlebnis»

Sie haben gerade Ihre grosse Film- und

Fotoausrüstung im Zug deponiert.

Verraten Sie uns, wohin Sie jetzt von

Klosters aus fahren?

Ja, ich hatte einen Auftrag im Prättigau

und nun einen in Davos.

Fahren Sie oft mit der Bahn?

Wenn immer möglich. Es ist gemütlich,

ich muss mir keine Sorgen über den Stras -

senzustand machen und ich bin sicher,

dass ich heil und ausgeruht ankomme.

Können Sie sich an Ihre erste Bahnfahrt

erinnern?

Oh ja. Ich war schon etwa 16 Jahre alt

und diese Bahnfahrt von Thusis nach

Chur war ein richtiges Erlebnis.

16 – das ist ein ungewohnt hohes Alter

für eine erste Bahnfahrt.

Es gibt eine einfache Erklärung: Meine

Eltern wohnen in Mutten auf 1300 Metern.

Mutten ist ein kleines Walserdorf

hoch über der Viamala. Einen Bahnhof

gibt es dort nicht (lacht laut), nur eine

Postautoverbindung nach Thusis. Jeder

hat darum ein Auto.

Was ist für Sie das Schönste am

Bahnfahren?

Ganz eindeutig das WEF, das World Economic

Forum in Davos.

Wie bitte? Das müssen Sie jetzt erklären.

Ganz einfach: Als Fotograf und Videojournalist

muss ich während des WEF

des Öfteren nach Davos. Dann nehme

ich jeweils die Bahn, fahre gemütlich

bis ins Herz der Alpenstadt und schaue

dabei amüsiert zu, wie sich der Verkehr

auf den Strassen staut.

26

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«Ich kann schon im Zug Hausaufgaben machen»

Sie sind offenbar in Eile …

Ja, ich komme gerade von einem Besuch

bei meinem Freund in Klosters und muss

nach Chur. Die Schule ruft.

Nehmen Sie dazu immer den Zug?

Ich könnte ja mit dem Auto fahren. Aber

mit der RhB ist es bequemer. Und praktischer

sowieso. Im Zug kann ich lesen

oder schon auf dem Heimweg die Aufgaben

machen. Das ginge im Auto nicht.

Was schätzen Sie am Bahnfahren?

Erstens die Sicherheit. Wir haben hier

ja noch oft richtig und lang Winter, und

wenn die Strassen schneebedeckt, glatt

oder gar gesperrt sind, ist es beruhigend

zu wissen, dass es die RhB gibt.

Und zweitens?

Die guten Verbindungen. Ich komme mit

der Bahn fast überall hin und kann mich

auf den Fahrplan verlassen.

Sind Sie schon seit Ihrer Kindheit

gewohnt, mit der Bahn zu fahren?

Nicht wirklich. Eigentlich fahre ich erst

regelmässig Zug, seit ich in der Ausbildung

bin und immer wieder nach Chur

muss. Inzwischen habe ich das Zugfahren

richtig schätzen gelernt. Früher war

es eigentlich nie wirklich ein Thema.

Gibt es auch noch ein Drittens?

Ja – die Aussicht. Es ist faszinierend, vom

Zug aus zu sehen, wie sich die Natur im

Lauf des Jahres verändert. Manchmal

fahre ich vom Frühling in Chur zurück in

den Winter von Davos.

Warum?

Wir wohnen in Davos. Der Ort bietet alles

und es gab eigentlich keinen Grund,

öfter wegzugehen. Doch wenn wir dann

mit meinen Eltern mal ausflogen, dann

nahmen wir schon damals die Bahn.

Ana Varanda (21) aus Davos ist

Studentin an der Höheren Fachschule

für Pflegeberufe in Chur.

27


Tradition

Von Hand gewebte

Kostbarkeiten

28 Fehler im Muster sind ärgerlich: Handweben verlangt höchste Konzentration.


Jessica Correia de Freitas

leitet seit acht Jahren die

Tessitura in Poschiavo.

Die Tessitura in Poschiavo ist eine der letzten professionellen Handwebereien

der Schweiz. Seit 1955 entstehen in der Manufaktur edle

Stoffe auf alten Webstühlen. Der Leiterin Jessica Correia de Freitas

gelingt der Spagat zwischen Kunst und Handwerk, Tradition und

modernem Design.

Ein wunderschöner Parkettboden, charakteristische Sprossenfenster, eine

reich verzierte Kassettendecke – was für eine vornehme Umgebung für

eine Werkstatt. Es ist das Reich von Jessica Correia de Freitas, eine der

wenigen gelernten Handweberinnen, die es in der Schweiz noch gibt. Die

31-Jährige leitet seit acht Jahren die Tessitura di Valposchiavo, die im ersten

Stock eines historischen Palazzos untergebracht ist. «Umgeben von so

viel Geschichte komme ich mir manchmal vor wie aus der Zeit gefallen.

Trotzdem habe ich keineswegs das Gefühl, etwas Altmodisches zu tun.»

Ohne Konzentration reisst nicht nur der Geduldsfaden

Die junge Puschlaverin streift ihre bunten Sneakers ab und setzt sich an

einen der fünf hölzernen Webstühle. Unter lautem Geklapper schiesst das

Schiffchen mit dem roten Faden durch die aufgezogenen Kettfäden hin

und her. Gleichzeitig flitzen ihre in Wollsocken verpackten

Füsse mit traumwandlerischer Sicherheit über die

«Wer nicht bei der

hölzernen Tritte. «Bei komplizierten Mustern sind es bis

Sache ist, den

zu zwölf verschiedene», sagt sie lachend.

bestraft der Faden.» Kein Wunder, erfordert das Weben volle Konzentration.

Jessica Correia de Freitas Die falsche Fadenfarbe, ein Fehltritt auf dem Pedal, schon

muss die Arbeit aufgezogen werden. Besonders ärgerlich

seien allerdings Fehler bei der Vorbereitung, denn sie zeigten sich erst

im gewebten Muster. «Wer nicht richtig bei der Sache ist, wird bestraft»,

erklärt Jessica Correia de Freitas. Das Material reagiere direkt auf ihre Stimmungslage.

Nicht von ungefähr kommt der Ausdruck vom reissenden Geduldsfaden

aus der Textilverarbeitung.

29


Aufwendiges Aufspannen der Fäden

Am liebsten designt die Weberin neue Stoffmuster. «Da kann ich in Formen

und Farben schwelgen und meine ganze Kreativität ausleben.» Aufgrund

ihrer Entwürfe werden im Webstuhl die Kettfäden aufgespannt, also jene

Längsfäden, durch die sie dann den Schussfaden quer verwebt. Für den

Bettüberwurf, an dem sie gerade arbeitet, hat sie über tausend Kettfäden

aus Baumwolle aufgezogen. Einzeln, von Hand, versteht sich. Es können

aber auch bis zu drei Mal so viele sein. Zum Beispiel beim Seidenweben.

Dann dauern die Vorbereitungen mehrere Tage, bis überhaupt erst mit dem

eigentlichen Weben begonnen werden kann.

Neues Leben für die Kunst des Webens

Die zweifache Mutter teilt sich die Arbeit in der Tessitura mit einer Kollegin

und bildet zurzeit auch eine Lehrtochter aus. Mit zum Team gehören zwei

Schneiderinnen, die aus den hochwertigen handgewebten Stoffen Bademäntel,

Kissenbezüge, Tischdecken und T-Shirts herstellen.

Vor knapp 100 Jahren gab es im gesamten Kanton Graubünden noch rund

1830 Weberinnen. Nach und nach verschwand das Handwerk aufgrund

der industrialisierten Stoffproduktion und landwirtschaftlichen Umstrukturierungen

beinah ganz. Die Weberei, die fast ausschliesslich von Frauen

betrieben wurde, hat es jahrhundertelang ermöglicht, die für die Landwirtschaft

untätige Zeit von Oktober bis März zu nutzen. Damit verloren

die Frauen eine oft überlebenswichtige Verdienstmöglichkeit.

Um der drohenden Abwanderung im abgelegenen Val Poschiavo entgegenzuwirken

und das Weberhandwerk als Teil der lokalen Tradition zu erhalten,

entstand 1955 die Tessitura. Seither

werden hier in aufwendigen Verfahren

handgewebte Stoffe hergestellt. Besonders

interessant sind die Wolldecken,

die nach historischen Modellen aus dem

Aus den hochwertigen Stoffen

entstehen Kissenbezüge, Bademäntel,

Tischdecken oder T-Shirts.

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Vier Stunden

pro Meter dauert

das Weben von

aufwendigen

Mustern: Die Produkte

haben verständlicherweise

ihren Preis.

Heimatmuseum in natürlichen Blau-, Rot- und Grüntönen gehalten sind.

Je nach Muster – sie tragen so poetische Namen wie Rosengang oder Bienenwabe

– brauchen die Weberinnen bis zu vier Stunden für einen einzigen

Meter. Das Aufspannen der Fäden nicht mitgerechnet. Und so haben

die Produkte ihren Preis. «Wer nicht versteht, was wir hier machen, wird

auch nicht bereit sein, unsere Arbeit adäquat zu bezahlen», sagt Jessica

Correia de Freitas.

Traditionelles Handwerk wird wieder geschätzt

Da kommt es der Leiterin der Tessitura gerade recht, dass Luxushotels und

Wellnessanlagen aus dem Engadin vermehrt auf lokale Produzenten setzen.

«Ein Grossauftrag wie Tischdecken für das Restaurant el Paradiso in

St. Moritz sichert uns für eine Zeit die Existenz.» Denn der Verkauf an Touristen,

die hauptsächlich in den Sommermonaten Juli und August das Tal

besuchen, reiche nicht aus.

Die Puschlaver leben zwar hinter den Bergen, aber nicht hinter dem Mond.

Und so hat die Weberin vor zwei Jahren das «transalpine Weiberprojekt»

lanciert – zusammen mit Designerinnen aus Zürich. Die daraus entstandene

Badetextilien-Serie «Il Bagno» wurde 2018 für den Designpreis «Prix

Jumelles» nominiert. Ein schöner Beweis dafür, dass der Tessitura der Spagat

zwischen Tradition und Moderne auch in Zukunft gelingen kann.

Weitere Informationen über eine der letzten professionellen Handwebereien

der Schweiz gibt es unter www.tessitura.ch

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Kultur

Steinerne

Zeugen

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Trockenmauern: Ohne Mörtel wurden die Steine zu einer Einheit zusammengefügt.

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Wer den Trockenmauerweg

zur Kirche Sontga Gada in

Disentis / Mustér geht, läuft

durch Jahrtausende.

Uralte Trockenmauern säumen in Disentis / Mustér den Weg zur Kirche

Sontga Gada, der heiligen Agatha. Wer diesen Weg geht, läuft

direkt in die Vergangenheit mit fürchterlichen, aber auch trostreichen

Geschichten und kann im besten Fall sein Seelenheil finden.

Oder zumindest ein bisschen Ruhe.

Wie angenagelt hängt ein Raubvogel bewegungs- und scheinbar schwerelos

über uns am Himmel und sperbert nach Beute. Er schaut hinunter auf

eine alte, uralte Kulturlandschaft am Fuss von Lukmanier und Oberalppass.

Über Jahrtausende hinweg haben hier die Menschen den Bergen und Wäldern

Felder und Wiesen abgerungen. Es muss hier so einsam und archaisch

gewesen sein, dass man die Gegend Desertina nannte, was man mit

«Wüste» oder «verlassen» übersetzen kann. Später wurde daraus Disentis

respektive, mit dem Benediktinerkloster, Disentis / Mustér.

Wege wie feine Adern

Wo Pässe sind, da sind auch Wege, und wenn der Raubvogel weiter hinunterschaut,

sieht er breite, ausgebaute Passstrassen und die Gleise der

RhB. Dazwischen aber ziehen sich wie feine Äderchen schmale, grasbewachsene

und von Trockenmauern eingefasste Wege. «Die einen – etwa

im Dorfteil Salaplauna – dienten wohl am ehesten als Zäune», sagt Ervin

Maissen (58). «Aber der Weg zur Kirche Sontga Gada wurde schon von den

Römern angelegt und führte vom Unterland durch Disentis weiter auf den

Lukmanier und darüber hinaus», fährt der Infrastruktur-Verantwortliche

der Gemeinde Disentis / Mustér fort.

Maissen hat uns am Bahnhof abgeholt, und weil in diesem katholischen

Dorf fast alle Wege zum Kloster führen, ist das unser erstes Ziel. Man kann

es nicht verfehlen in seiner Mächtigkeit. Zwar sind auf diesem Abschnitt

die meisten Trockenmauern wohl dem sogenannten Fortschritt zum Opfer

gefallen, aber ein Teil der Strässchen ist noch und wieder mit Mark- und

Bollensteinen befestigt. Beim Kloster holt uns wieder die Vergangenheit

ein, wurde es doch vor 1400 Jahren gegründet – lange vor der Eidgenos-

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«Wenn man

sich die Mühe

nimmt, sieht

man, wie kunstvoll

unsere Vorfahren

gearbeitet

haben», erklärt

Ervin Maissen.

senschaft. Die Patres und Fratres bieten körperliche und seelische Erfrischung

in Form von Mineral- und Weihwasser. Wer gesündigt hat, kann

in der wunderschönen Barock-Kirche beten und beichten, und für ganz

schwere Fälle gibt es die Maria-Kapelle Mater Misericordia. Wer diese nach

Empfang der Heiligen Sakramente besucht und dort betet, kann die gleichen

Ablässe erlangen wie die Pilger am Heiligen Grab in Jerusalem, den

Hauptkirchen von Rom und von St. Jakob zu Compostela.

Handwerkskunst

Nur einige Minuten und Meter weiter auf der Via Cons kommt man schon

wieder an einer Kirche vorbei – an denen mangelt es in Disentis gewiss

nicht. Diesmal ist es die Pfarrkirche. Dann hört man das Rauschen des

Bergbachs Acletta … und dann scheint die Welt stillgestanden zu sein.

Viel hat sich wohl nicht verändert, seit irgendwann vor Ewigkeiten die

Trockenmauern errichtet wurden. Ab hier sind sie ständiger Begleiter der

Spaziergänger. In der Luft liegt der süss-herbe Duft von Thymian, flinke

Eidechsen bringen sich zwischen den Steinmäuerchen in Sicherheit, uralte

Birken und ebenso alte, von der Sonne verbrannte Ställe säumen den

Weg. «Wenn man sich die Mühe nimmt, sieht man, wie kunstvoll unsere

Vor-Vorfahren gearbeitet haben», sagt Maissen. Und tatsächlich: Ohne jeglichen

Mörtel oder andere Hilfsmittel haben die damaligen Handwerker –

oder soll man sagen Künstler? – die Steine neben-, auf- und ineinandergefügt,

sodass sie zu einer Einheit verschmelzen. «Steine gab es hier ja

genug – mehr als Brot», sagt Maissen.

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Zeitzeugin aus dem Mittelalter:

Die Malereien der Kirche Sontga Gada

wurden nur teilweise restauriert.

Ein Stück Kulturgeschichte

Bis weit ins 20. Jahrhundert waren solche Mauern in der ganzen Schweiz

gang und gäbe. Aber die Maschinen und Fuhrwerke wurden breiter, viele

dieser steinernen Kunstwerke mussten weichen. Regen, Erosion und Tiere

haben das Übrige getan. Doch in Disentis / Mustér und auch anderswo hat

man erkannt, wie wichtig die Mauern sind: «Sie sind ein Stück Kulturgeschichte

und haben uns über die Jahrhunderte begleitet», sagt Maissen

und fügt bei: «Ausserdem sind sie sehr schön und wir tun alles, damit sie

noch ein paar weitere Ewigkeiten die einheimischen und fremden Fussgänger

erfreuen.» Die Werkgruppe der Gemeinde nimmt sich jährlich einen

Abschnitt vor, entfernt Baumwurzeln, behebt Unwetterschäden und rückt

die Steine wieder zurecht. An anderen Orten leistet die Stiftung Umwelteinsatz

wertvolle Arbeit beim Trockenmauerbau.

Glück, Trauer, Freude, Leid

Dann sind wir bei der Kirche Sontga Gada angekommen. Warum hier um

1100 gerade der Heiligen der sizilianischen Stadt Catania eine Kirche gebaut

wurde, bleibt im Dunkel der Geschichte. Die nur teilweise restaurierten

Malereien zeigen, wie übel man der heiligen Frau mitgespielt hat: Ihre

Brüste wurden abgerissen, sie selber in glühenden Kohlen zu Tode gewälzt;

genau so, wie es die Legende erzählt. So aufwühlend die Geschichte der

Sontga Gada ist, so beruhigend wirkt die schlichte Kirche mit der Holzdecke

und dem Boden aus Steinquadern. Wir stehen einfach da, lassen

die Schlichtheit der Mauern auf uns wirken, die über Jahrhunderte Glück,

Trauer, Freude und Leid der Betenden

in sich aufgesogen haben. Wer den

Trockenmauerweg zur Sontga Gada

geht, läuft durch Jahrtausende. Am

Panoramafahrt entlang der Alpen Ende des Wegs ist man kein anderer

Die Panoramafahrt im Glacier Express

Mensch. Aber angesichts der Geschichte

und der Geschichten wird man ein

durch die Schweizer Alpen prägt sich

ein – mit Höhepunkten vom Anfang bis

zum Ende. In St. Moritz grüsst die Welt

bisschen demütig und die Seele, der

der Schönen und Reichen, in Zermatt

Geist oder was auch immer kommen

das berühmte Matterhorn.

zur Ruhe. Wenigstens für eine Weile.

www.rhb.ch/glacierexpress

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Hätten Sie das gewusst?

Zahlennetzwerk

Am 8. November 2013 eröffnete die RhB ihren eigenen Instagram-Kanal «rhaetischebahn»

und postete ein Foto von der Morgenstimmung am Davosersee. Das Bild erhielt 30 Likes.

Seither wurden insgesamt über 750 Bilder gepostet. Das beliebteste Bild, eine Aufnahme der

Alp Grüm von @lichterfang (hier zu sehen) hat 3 785 Likes erhalten. Am meisten sprachen

die Follower, die zu 37 % aus der Schweiz stammen und zu 69 % männlich sind, aber über

ein anderes Foto: Die Aufnahme einer roten Lok im Schneegestöber generierte 60 Kommentare

und liegt ausserdem mit 3 594 Likes auf Platz 2 der beliebtesten RhB-Instagram-Posts.

Besonders gern mögen die inzwischen über 25 500 Follower des RhB-Accounts ausserdem

Bilder des imposanten Landwasserviadukts, eines davon landet mit 3 456 Likes auf dem 3. Platz.

xxxxxxx xxxxxxxxx xxxxxx xxxxxxx xxxxs. 37


Nächster Halt

Auf das Huhn

gekommen

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Imelda Schmid erbaute im Jahr 2000 in S-chanf eine Wachteleifarm – und ist geblieben.


Per Postversand gelangen

die gesprenkelten Lecker -

bissen ins ganze Land.

Es scharrt und gurrt, gackert leise, und zwischendurch kräht ein

Hahn. Dieser ständige Geräuschteppich begleitet Imelda Schmid

schon seit mehr als 20 Jahren: 1998 beschloss die Biologin, im

Engadin eine Wachteleifarm zu erbauen, seit dem Jahr 2000 leben

hier durchschnittlich rund 500 Wachtelhühner in artgerechter

Haltung. Seither stehen auf Imelda Schmids Speiseplan fast täglich

einige Wachteleier.

Herzig sind sie, die kleinen, braun gesprenkelten Wachteln. Imelda Schmid

hat für die rundlichen Hühnervögel viel Gutes getan. Aber fangen wir von

vorne an: Imelda Schmid studierte an der Universität Zürich Biologie und

promovierte anschliessend in Bern zur Entwicklung einer tiergerechten

Wachtelhaltung. «Damals, Mitte der 90er-Jahre, war die Batteriehaltung

von Wachteln in der Schweiz noch nicht verboten. Ich

suchte nach einer Möglichkeit, wie die Wachteln ihr natürliches

Verhalten in der Haltung ausleben können»,

«Wachteln sind

trotz ihrer rundlichen erklärt Schmid. Auch wenn sie für die angewandte

Gestalt Zugvögel.» Forschung ihrer Dissertation in Doktorenkreisen einige

Imelda Schmid

schräge Blicke erntete: Imelda Schmid liess sich nicht

beirren, liess sich in S-chanf auf dem gepachteten Land

eines Bauern ihre Farm erbauen – und lernte viele interessante Aspekte

über das Verhalten der Wachtel. Dank ihr dürfen sich die kleinen Wachtelhühner

über ein besseres Leben freuen. Aufgrund ihrer Dissertation verbot

das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen nämlich

die herkömmliche Batteriehaltung und erliess eine neue Richtlinie für die

Wachtelhaltung.

Klein, aber flügge

Hühner sind doch Hühner, könnte unsereins jetzt denken: So anders als das

gemeine Haushuhn wird die Wachtel doch nicht sein. Mitnichten! «Wachteln

schlafen nicht auf Stangen, sondern auf dem Boden», weiss Imelda

Schmid. Ihre Käfige sind deshalb mit Arvenspänen ausgelegt. Die ausgesprochenen

Bodenvögel, die nur im Notfall auffliegen, sind darin mit ihrer

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Musterung bestens getarnt. Trotzdem: «Wachteln sind als einzige Art unter

den Hühnervögeln Zugvögel – obwohl sie mit ihrer eher pummeligen

Gestalt nicht gerade zum Fliegen prädestiniert sind. Im Herbst, wenn die

Tage kürzer werden, fliegen sie nach Afrika.» Um diesen Zugtrieb zu unterbinden,

wird den Vögeln in der Haltung mit künstlichem Licht anhaltend

Frühsommer vorgegaukelt. Bei Imelda Schmid müssen die Wachteln aber

nicht nur mit Kunstlicht auskommen: Sie haben Freigang. Bis die Hühner

verstehen, wie sie von den Käfigen im ersten Stock auf

den Boden des Aussengeheges – und wieder zurück –

«Jede Wachtel legt

kommen, hilft Schmid ihren Wachteln beim Raus- und

ihre Eier mit konstant Reinflattern. Der künstliche Frühling führt zudem dazu,

gleichem Muster.» dass die Wachteln jeden Tag ihr Ei legen. Schon mit

Imelda Schmid

rund sechs Wochen beginnen die Hühner mit dem Eierlegen,

rund alle zehn Tage macht jedes Huhn eine Legepause.

Trotzdem leben Wachtelhennen aufgrund der Anstrengung – sie

produzieren in ihrem Leben ungefähr das 15-fache ihres Körpergewichts

an Eimasse – deutlich weniger lang als ihre männlichen Artgenossen, die

bis zu 5,5 Jahre alt werden können.

Aktuell sammelt Imelda Schmid jeden Morgen etwa 370 Eier aus den Nestern

ein. «Es hat eine Weile gedauert, bis ich herausfand, wie die Wachteln

ihr Nest gestaltet haben möchten.» Dank separater Legenester am Rand eines

jeden Käfigs können die Wachteln ihr Ei an einen geschützten Platz legen.

Jeweils im Herbst werden zweimal je rund 700 Eier in den Brutkasten

gelegt. Daraus schlüpfen nach zweieinhalb Wochen etwa 500 Küken. Die

überzähligen Männchen werden nach zirka acht Wochen zu Miniaturpoulets:

Das Fleisch der Wachtel ist ausgesprochen zart und gilt als Delikatesse.

Ein Wachtelei

wiegt bloss

knapp 12 Gramm

und ist damit

etwa fünfmal

kleiner als ein

Hühnerei.

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Wie alle domestizierten

Wachteln

sind auch

Imelda Schmids

Hühner japanischer

Herkunft.

Eine nah verwandte

Art lebt

in Europa wild.

Das i-Tüpfelchen

Wie hübsch sie anzusehen sind, die kleinen Wachteleier mit ihren dunklen

Tupfen – keins wie das andere. «Doch, doch», widerspricht Imelda Schmid:

«Jedes Wachtelhuhn produziert Eier mit einem spezifischen, konstant gleichen

Muster. Fast wie ein Stempel.» Für den Laien nur schwer zu erkennen,

kann die Wachtelzüchterin mit ihrem geschulten Auge die Eier nach

Zusammengehörigkeit sortieren. Wachteleier sind etwa fünfmal kleiner

als Hühnereier, doch im Geschmack unterscheiden sie sich nur geringfügig:

etwas kräftiger vielleicht, ansonsten aber ähnlich. Was man damit

anstellt? Alles, was man mit einem normalen Ei auch macht: Man isst sie

hartgekocht, als Spiegel- oder der Grösse entsprechend Zwei-Minuten-

Ei. In Restaurants und Hotels werden sie oft als Garnitur verwendet, als

i-Tüpfelchen sozusagen.

Die Auslieferung in die Umgebung macht Imelda Schmid mit ihrem Liegevelo,

für das sie weitherum bekannt ist. Doch dank ihrem Onlineshop gelangt

der getüpfelte Leckerbissen auch ins übrige Land. Und sie selbst, wird sie

diesen Fleck im Oberengadin, den sie vor über 20 Jahren für sich und ihre

Wachteln entdeckt hat, je wieder verlassen? Das ist noch ungewiss. Imelda

Schmid weiss bloss, dass sie ihr Lebenswerk in den nächsten drei bis vier

Jahren gerne an eine geeignete Nachfolge übergeben würde. «Ich hoffe

sehr, dass ich jemanden finde, der die Wachtelfarm weiterführt. Es wäre

schade, wenn ich sie auflösen müsste. Allerdings werde ich das Sägemehl,

das sich wirklich überall absetzt, sicher nicht vermissen …»

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Albulalinie

Meilenstein

beim Albula

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Ein denkwürdiger Moment: Der Tunneldurchstich ist geschafft. 43


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Mit dem Durchstich beim Albulatunnel am 2. Oktober 2018

haben die Mineure von Preda und Spinas einen der grössten

Meilensteine des Projekts erreicht. In gut drei Jahren

wurde die 5860 Meter lange Tunnelstrecke zwischen dem

Albulatal und dem Oberengadin ausgebrochen.

Was für ein Moment: Kurz vor dem Mittag fiel der letzte Steinbrocken,

dann stieg die Mannschaft des Vortriebs Spinas durch

die Öffnung im Fels und überreichte den Kollegen des Vortriebs

Preda die Statue der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der

Tunnelbauer. Nach drei Jahren harter Arbeit und 250 000 Kubikmetern

ausgebrochenem Gestein ein bewegender Augenblick für

alle Beteiligten, der mit Glitzerbomben, Musik und vielen lobenden

Dankesworten gefeiert wurde. Seither gehen die Arbeiten

am 345-Millionen-Franken-Projekt fleissig weiter: Im Frühling

2019 wurde im rund 4,3 Kilometer langen Tunnelabschnitt mit

einschaligem Spritzbetongewölbe die Tunnelverkleidung erstellt,

in den kommenden Jahren erfolgt die Ausarbeitung des zweischaligen

Tunnelgewölbes, der Tunnelsohle, Bankette und Portalbauwerke.

Die ersten Züge sollen gemäss Plan 2022 durch den

neuen Tunnel rollen.

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Platz an der Sonne

Bitte Platz

nehmen

Sie stehen an den schönsten Orten Graubündens, trotzen geduldig

Wind und Wetter und sind stumme Zeugen von zufälligen Begegnungen,

Momenten des Innehaltens und stiller Kontemplation: die

öffentlichen Sitzbänkli. Hinsetzen und geniessen, lautet die Devise.

Von welcher Bank aus schaut es sich im grössten Kanton der

Schweiz am lauschigsten ins Land?

1

Passbänkli

Der Panoramaweg «Senda Val Müstair» führt vom Ofenpass auf der Sonnenseite

des Münstertals durch die idyllische Naturlandschaft der UNESCO-

Biosfera Engiadina Val Müstair. Unweit vom Ausgangspunkt auf der Passhöhe

auf 2149 Metern ist eine Verschnaufpause für geübte Spaziergänger

vielleicht noch nicht unbedingt nötig, doch lohnt sich eine kurze Rast bei

diesem aussichtsreichen Bänkli in jedem Fall. Den Piz Daint und die sattgrünen

Wiesen und Wälder des sonnenverwöhnten Alpentals vor Augen

heisst es: Beine ausstrecken und geniessen.

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2 3

2

Schneebänkli

Ein Bänkli nur für den Sommer? Nicht so in Cungieri ob Sedrun. Als roter

Anhaltspunkt inmitten der weiss gezuckerten Winterlandschaft der Surselva

lädt der hölzerne Weggefährte Winterwanderer zur Verschnaufpause

mit Weitblick ein. Noch bis vor einigen Jahren transportierte ein Sessellift –

die erste touristische Anlage im Tal – die Gäste zum Aussichtspunkt auf

1817 Metern. Heute erfolgt der Aufstieg durch eigene Wadenkraft, doch

der Blick aufs verschneite Tujetschertal bleibt unverändert.

1

3

Berg- und Talbänkli

Zwei einfache Holzbretter, keine Lehne – es gibt wahrlich luxuriösere Sitzgelegenheiten

als das bescheidene Bänklein auf Marmorè hoch über dem

Oberengadiner Val Fex. Umso prächtiger gestaltet sich dafür die Aussicht

auf die von Arven- und Lärchenwäldern bedeckten Flanken und verschneiten

Gipfel der umliegenden Berge. Einst ein beliebter Ausgangspunkt

für Schmuggeltouren nach Italien, geniessen Natur- und Wanderfreunde

im malerischen Val Fex südlich von Sils heute die unberührte Landschaft.

Nur beim Zurücklehnen ist Vorsicht geboten.

4

Seebänkli

In der Gemeinde Vaz / Obervaz, sanft eingebettet im Hochtal zwischen Valbella

und Lenzerheide, liegt still und blau der Heidsee. Auf 1484 Metern

kann man am Bergsee nicht nur die Seele, sondern auf dem charmanten

Holzbänkli am Ufer auch die müden Beine baumeln lassen. Ob hier auch

schon Gemeindemitglied Roger Federer eine Pause

eingelegt hat? Das Bänklein verrät es nicht. Doch

wer hier sitzend bewundern darf, wie die Sonne die

umliegenden Hügel in goldenes Abendlicht taucht,

verzeiht ihm seine Verschwiegenheit.

Wo sitzen Sie am liebsten? Teilen Sie Ihr Bänkli unter

www.bankgeheimnisse.ch oder unter dem Hashtag

#bankgeheimnisse.

4

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Aus der Werkstätte

Der

Chef-Knecht

48


Arthur «Thuri» Heldstab ist die Seele des AlpenHirt-Lädelis.

49


Das ist die abenteuerliche Geschichte von Arthur «Thuri» Heldstab.

Nach einer langen RhB-Karriere war er schon auf dem Abstellgleis.

Doch das war nichts für einen wie den Thuri. Glücklicherweise hat

er vor fünf Jahren beim AlpenHirt in Tschiertschen Bindenfleisch

(Bündnerfleisch) bestellt. Nun fährt er wieder auf dem Hauptgleis.

Weit und breit kein Zug. Keine Schienen und auch kein Bahnhof. Aber ein

stattlicher Mann mit einer roten RhB-Mütze. Was nur stimmt hier nicht?

Doch, doch, stimmt alles! Denn der Mann mit der roten Mütze, die ihn als

Fahrdienstleiter ausweist, heisst Arthur «Thuri» Heldstab (71). Thuri ist pensionierter

RhB-Mitarbeiter mit einer Karriere so lang wie ein Güterzug und

der festen Überzeugung, dass er noch lange nicht aufs Abstellgleis gehört.

Bähnler statt Metzger

Darum steht er vor und vor allem im AlpenHirt-Laden in Tschiertschen

und hat aus lauter Nostalgie (und dem Fotografen zuliebe) seinen RhB-

Hut aufgesetzt. Gerade will er erzählen, wie er damals als Bub in Davos

als Sohn eines RhB-Stationsbeamten … äh, Metzger werden wollte. «Aber

dann habe ich mich eines Besseren besonnen und bin Bähnler geworden.»

Doch davon später. Denn jetzt steuert eine Frau auf Thuri

und den AlpenHirt-Laden zu. Sie ist extra mit dem Postauto

nach Tschiertschen gekommen, um hier einzukaufen:

«So etwas wie bei

mir bekommt sie Bindenfleisch (das Ur-Bündnerfleisch), diverse Salsiz-Sorten

und sonst noch ein paar «fleischliche Feinitäten», wie

sonst nirgends.»

Thuri Heldstab

sie die Spezialitäten nennt, die Thuri feilbietet. Aber beim

AlpenHirt gibt es nicht nur Fleisch. Der Laden ist eine Art

alpines Tischleindeckdich für Menschen, die wissen, was gut ist. Und was

ihnen gut tut: Bio-Käse, Weine, Gewürze, Hanfprodukte und so weiter.

Ausserdem ist der Einkauf bei Thuri ein Erlebnis. Der Mann, der einst ein

höherer RhB-Beamter war, nennt sich heute Chef-Knecht, ist von einer

grossen Herzlichkeit und dazu ein begnadeter Geschichtenerzähler.

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Der einstige

RhB-Bähnler hat

beim AlpenHirt

seine zweite

Karriere lanciert.

Grandseigneur

Mit dem ihm eigenen Charme verabschiedet er nun die Kundin, erkundigt

sich noch, ob alles so sei, wie sie es haben wolle, und gibt ihr die besten

Wünsche mit auf den Weg. Und natürlich hat er auch selber einen Wunsch:

«Besuchen Sie uns bald wieder. Es wird mir eine Freude sein.» Grandseigneur

nannte man solche Männer früher. Eine fast schon ausgestorbene

Spezies. «Sie kommt ganz sicher wieder», sagt er dann. «So etwas wie bei

mir bekommt sie sonst nirgends.» Stimmt wohl, denn so einmalig wie der

Thuri sind auch seine Produkte: «Die Kunden können jedes Stück Fleisch,

jede Wurst bis zur Kuh zurückverfolgen: wo sie gelebt und was sie gefressen

hat. Wie viele Sommer das Muttertier auf der Alp war und wie viele

Kälber es geboren hat.» Um es gleich vorwegzunehmen: Kühe, die es als

Bindenfleisch auf Thuris AlpenHirt-Theke schaffen, haben ausschliesslich

hofeigenes Futter gefressen – kein Soja, keine chemischen Wachstumsförderer

und was sich die Fleischindustrie sonst noch einfallen lässt, um

die Tiere (und die Profite) schneller wachsen zu lassen.

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Adrian Hirt, das

«Hirn» hinter dem

AlpenHirt, hat

sein Unternehmen

2014 gegründet.

Man ist, was man isst

Mit Thuri hat der AlpenHirt seine Seele gefunden. Aber es gibt auch ein Hirn,

und das heisst bezeichnenderweise Hirt, Adrian Hirt. Der ist in Tschiertschen

aufgewachsen, hat Lebensmitteltechnologie studiert, die Welt angeschaut

– und ist nach Jahren ziemlich ernüchtert wieder in Tschiertschen

gelandet. «Ich habe in meinem Beruf gesehen, wie Nahrungsmittel auseinandergenommen,

verändert, verfälscht und wieder zusammengesetzt

werden. Oder wie Chemie und Zuckerbomben als gesund angepriesen werden.

Und vor allem, was die Ernährungsmittelindustrie mit der Umwelt,

den Tieren und damit natürlich mit den Menschen macht. Denn mit jedem

Bissen Fleisch essen wir das, was man vorher den Tieren zu fressen gegeben

hat.» Dann hat Hirt sich seines Urnenis (Urgrossvater) erinnert und

wie dieser Fleisch haltbar gemacht hat: «Ohne Nitrit oder andere potenziell

gefährliche Hilfsmittel, einfach mit Kräutern, Wein und Alpensalz.» Hirt

suchte einen Metzger und einen Bauern, die ähnlich denken wie er, und

gründete 2014 den AlpenHirt.

Geschichtenerzähler

Zu den Gleichgesinnten gehört inzwischen auch der Thuri, der vor fünf Jahren

der erste Online-Kunde des AlpenHirt wurde. «Ich bin ein Fleischliebhaber

und mir haben diese Produkte aus Tschiertschen wahnsinnig gut

geschmeckt», sagt er. Dann kam es, wie es kommen musste: Thuri und

Adrian lernten sich kennen – und schätzen. Seither steht der Thuri dem

Adrian mit seinem ganzen Wissen zur Seite. Und dieses Wissen ist enorm.

Denn Thuri hat in seiner RhB-Laufbahn so ziemlich alles gemacht, was man

dort machen kann. Aus dem Stationslehrling

wurde ein Stationsbeamter,

Kulinarische Genussreisen:

genussvolles Graubünden

Betriebsbeamter, Fahrplanplaner, EDV-

Erleben Sie auf dem Streckennetz der

Spezialist, betrieblicher Projektplaner

Rhätischen Bahn einzigartige Genussreisen beim Bau des Vereinatunnels und am

mit schmackhaften Menüs und traumhaften

Aussichten. Ob Wein, Whiskey, Fondue,

Schluss war er zuständig für die Qualität

und Sicherheit der ganzen RhB. Und

Wild – oder darfʼs eine Prise Magie, ein

Schuss Nostalgie sein? Bei der RhB kommen

Sinnesfreuden zum Zug!

keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

bitteschön – diese Auflistung erhebt

www.rhb.ch/kulinarik

52

www.rhb.ch/contura


Der Laden ist ein

alpines Tischleindeckdich

für

Menschen, die

wissen, was gut

ist: hochwertiger

Käse, Fleisch,

Gewürze und

vieles mehr.

Man müsste noch von den 35 Bahnhöfen erzählen, an denen Thuri arbeitete.

Oder von den Barrieren, die er als Lehrling von Hand bediente. Man

könnte auch vom allerersten Computer bei der RhB berichten. Der stand

in Thuris Büro. Aber das macht der Chef-Knecht am besten selber und vor

allem viel besser, wenn man ihn beim AlpenHirt in Tschiertschen besucht.

Das Erzählen übrigens gehört zum Konzept des AlpenHirt.

Adrian Hirt macht regelmässig Führungen durch das wunderschöne

Walserdorf mit seinen sonnengebräunten Häu-

«Wir essen all

das, was die Tiere

sern. Dabei erzählt er von seinem Urneni, davon, wie man

vorher frassen.» Lebensmittel damals und heute produziert und welchen

Adrian Hirt

Einfluss sie auf unsere psychische und physische Gesundheit

haben. Er erzählt etwa, dass eine Kuh früher gut und

gerne 20 Jahre alt wurde. Und dass sie heute aus Rentabilitätsgründen

mit vier, fünf Jahren geschlachtet wird. Ausser natürlich, wenn sie bei einem

der Vertragsbauern des AlpenHirt steht. Und obwohl Adrian Hirt vom

Fleischverkauf lebt, sagt er: «Wir essen heute viel zu viel Fleisch.» Solche

Aussagen führen zu Diskussionen, die dann oft im Laden bei Thuri enden.

Oder ebendort erst richtig in Fahrt kommen. Auf jeden Fall gefällt es dem

ehemaligen RhB-Allrounder wunderbar in Tschiertschen. Auch wenn der

Ort zu seinem Leidwesen nicht ans RhB-Netz angebunden ist.

Am 28. April 2019 ist das «Lädali» einem Grossbrand zum Opfer gefallen. Doch

selbst das kann die beiden Enthusiasten nicht aufhalten: Zwischenzeitlich wurde

bereits wieder ein Laden eröffnet, der jeweils samstags von 11 bis 17 Uhr oder

auf Voranmeldung geöffnet ist.

53


Natur

Urwaldgeschichte(n)

aus der Surselva

54 Unberührt: Seit dem 13. Jahrhundert wurden im Uaul Scatlè keine Bäume mehr gefällt.


Marc Bundi schützt als

Revierförster den alten

Fichtenwald im Val Frisal.

Oberhalb von Brigels (GR) stehen im Val Frisal auf neun Hektaren

uralte Fichten. Kaum jemand stört diesen Wald. Er wird geschützt

durch das steile Gelände, riesige Felsbrocken, tiefe Felsspalten und

ein Abkommen zwischen der Gemeinde, der Pro Natura und der ETH

Zürich. Und durch den Förster Marc Bundi.

Der Wind kommt aus Nordwest und fällt über das Val Frisal her. Reisst er

ein Loch in die Nebelschwaden, zeigen sich schroffe Abhänge. Der Winter

hockt schon zwischen den Felsen der Biffertenstöcke, aber er gibt dem

Herbst noch eine Gnadenfrist. Das Tal oberhalb von Breil zwischen Ilanz

und Disentis ist schon ohne die wilde Wetterkulisse rau. Aber in diesem

Moment wirkt es fast abweisend und ungastlich. Ungastlich? Wie man

sich doch täuschen kann! «Die Gäste hier heissen Hirsch und Reh, Gämse

und Steinbock, Schneehuhn und Adler», sagt der Revierförster Marc Bundi

(38). «Immer mal wieder trifft man auf Wolfsspuren,

«Die Gäste hier heissen der Bär war auch schon da.» Und hier steht auch

der älteste Urwald der Schweiz, der Uaul Scatlè, der

Hirsch und Reh, Gämse

«verschachtelte Wald».

und Steinbock, Schneehuhn

und Adler.» Unberührte Natur

Marc Bundi

Bundi, der den grössten Teil seines Lebens als Forstwart

und Förster im Wald zugebracht hat, nimmt uns

mit auf eine Exkursion zu diesem Wald. Er befindet sich auf der rechten

Talseite des unteren Val Frisal, ist seit 1910 unter Schutz und heute gut

neun Hektar gross. Doch seine Geschichte ist älter, viel älter: «Seit etwa

dem 13. Jahrhundert ist nachgewiesen, dass hier im Wald keine Bäume

mehr gefällt wurden», weiss Bundi. «Die ältesten mir bekannten Fichten

sind etwa 600 Jahre alt, und Bäume mit 300 oder 400 Jahren sind häufig.»

Wie kommt es, dass der Uaul Scatlè so lange fast unberührt blieb?

«Es gibt hier sehr viele Wälder, die einfacher zu bewirtschaften sind»,

erklärt der Förster.

55


Unwegsames

Gelände und

umgefallene

Stämme prägen

den Uaul Scatlè.

Tod und Leben

Beim Näherkommen wird klar, was er damit meint. Wie eine Wand stehen

die Fichten vor uns, und wer mehr als ein paar Meter in den Wald eindringt,

sieht sich mit fast unüberwindbaren Hindernissen konfrontiert:

Gewaltige Gesteinsbrocken eines Felssturzes türmen sich auf, tiefe Felsspalten,

die problemlos ein Einfamilienhaus verschlucken könnten, durchziehen

den Wald, und überall liegen umgefallene Stämme. «Dieses Totholz

ist die Grundlage für neues Leben», sagt Bundi. Und tatsächlich: Auf

den morschen Stämmen wachsen junge Fichten, die aller Voraussicht nach

ebenfalls uralt werden. «Hier wird bis mindestens 2050 alles so bleiben,

wie es ist», sagt der Förster. «Bis dahin läuft eine entsprechende Abmachung

von Pro Natura, der Gemeinde Brigels und dem Institut für Waldbau

der ETH.» Letztere betreibt im Uaul Scatlè äusserst schonend Forschungsarbeiten.

Dabei haben die Forscher unter anderem eine Reihe Käfer entdeckt,

die in der Schweiz sonst nicht vorkommen.

Ausser den gelegentlichen Forschern, dem Förster und ein paar einheimischen

Jägern verirrt sich niemand in den Urwald. Wobei das Wort verirren

ganz bewusst gewählt ist. «Wir haben keine Wege angelegt, die Natur soll

sich ungestört entwickeln. Ausserdem ist das Terrain wirklich zu steil und

zu gefährlich», sagt Bundi. Wer sich trotzdem in den Urwald «verabenteuert»,

kommt schnell wieder zurück, sonst verirrt er sich hoffnungslos.

Und das Handy hilft dann auch nicht weiter – kein Empfang. Urwald eben.

Gesunder Wald

Und trotzdem lohnt sich die Reise nach Brigels. Besonders in einem Moment

wie diesem: Der Wind legt sich, die Sonne stemmt sich über den

Horizont – und auf einmal wirkt die

Gegend nicht mehr abweisend, die

Surselva: überraschend vielseitig

Wälder leuchten in allen Herbstfarben.

Sonnenstrahlen brechen sich in

Die Surselva zwischen Reichenau und

Disentis hält für jeden Geschmack etwas

der Gischt des Bergbachs Flem, und

bereit: Naturfreunde wandern entlang des

Caumasees bei Flims, Riverrafter rauschen selbst die Felsbänder haben ihren

den Rhein hinunter und Architekturinteressierte

entspannen in der Therme Vals. Wege laden zu Wanderungen ein.

Schrecken verloren. Gut ausgebaute

www.rhb.ch/surselva

56

www.rhb.ch/contura


Eine der schönsten führt unmittelbar am Rand des Uaul Scatlè vorbei und

erlaubt Einblicke in den Urwald: Jungfichten spriessen auf sehr dünner

Humusschicht, Bäume mittleren Alters scheinen sich mit ihren Wurzeln an

den Felsbrocken festzukrallen und alte Exemplare strecken noch im Sterben

– wie hilfesuchend – ihre nackten Äste aus. Marc Bundi schaut das

Ganze mit professionellen Augen an und sagt: «Dieser Wald entwickelt sich

ohne menschliche Eingriffe sehr gut und verjüngt sich ständig.»

Wildgefahr

Was ihm mehr Sorgen macht, ist der Verbiss an jungen Bäumen und Sträuchern:

«Hier könnten sehr gut auch Arven, Lärchen und Weisstannen gedeihen

– doch das Rotwild hat etwas dagegen.» Manchmal zählt der

Förster im Winter Gruppen von bis zu 150 Hirschen in der Umgebung des

Dorfes. «Wir haben einfach viel zu viel Rotwild. Wenn Wölfe und der Bär

noch vermehrt auftauchen, können sie zusammen mit der Jagd die Population

dezimieren und somit verhindern, dass sich im Winter so grosse

Rudel bilden.» Mit solchen Aussagen macht sich Bundi bei den Jägern

nicht beliebt. Aber erstens geht er selber auf die Jagd, und zweitens sagt

er: «Der Wald schützt vor Lawinen und Steinschlag, er liefert Holz und

hält das Wasser zurück. Er braucht den Menschen nicht. Aber der Mensch

braucht den Wald.»

«Der Wald

braucht den

Menschen nicht.

Aber der Mensch

braucht den

Wald», sagt

Marc Bundi.

57


Was machen eigentlich …

… die Badmeister

von Klosters

im Winter?

Roland Lingenhag hat alles im Griff: Der Badmeister im Strandbad

Klosters ist für eine gepflegte Anlage und die Sicherheit zuständig.

Aber auch die zahlreichen Wünsche der Gäste erfüllt er. Und das

macht er mit Leidenschaft.

Roland Lingenhag, was gehört zu Ihren täglichen Aufgaben?

Morgens mache ich einen prüfenden Rundgang durch die Anlage. Wenn ich

Mängel bemerke, teile ich diese in drei Prioritäten ein: «dringend», «bald»

und «später». Dann setze ich den Putzroboter, der über Nacht das Erlebnisbecken

gereinigt hat, hinüber ins Schwimm- und danach ins Sprungbecken.

Ich kontrolliere, ob die Wasserqualität stimmt, mähe den Rasen,

checke die Bäume auf abgebrochene Äste, schneide Hecken, warte die

Wasseraufbereitungsanlage, kassiere die Eintritte ein, reinige die Toiletten,

Garderoben und Duschen. Vereinfacht gesagt bin ich ein Hauswart mit diversen

Zusatzausbildungen. Und ein Badmeister hört sich die kleinen und

grossen Sorgen der Gäste an: Ich bin Problemlöser, Aufpasser, manchmal

auch Polizist, dann wieder guter Freund.

58

www.rhb.ch/contura


Eine vielfältige Aufgabe:

Roland Lingenhag

kon trolliert die Wasseraufbereitungsanlage.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?

Wenn ich sehe, wie die Kinder lachen, die Gäste ihren Tag geniessen und

alle miteinander eine schöne Zeit verbringen, dann weiss ich, dass ich meinen

Job gut mache. Mühsam wird es, wenn die Gäste sich nicht vertragen.

Auf wie viele Gäste müssen Sie an einem schönen Tag ein Auge haben?

An extremen Tagen wird unser Bad von bis zu 1500 Personen besucht.

Doch in der Regel sind es 200 bis 600 Gäste. Ich werde unterstützt von vier

Badmeisterinnen, denn alleine wäre das nicht zu meistern.

Wurde es denn schon mal brenzlig?

Am meisten beschäftigen uns die Wünsche der Gäste. Es kommt aber vor,

dass wir uns um Verletzte kümmern müssen. So hat sich diesen Sommer ein

Schüler beim Fussballspielen die Schulter ausgerenkt. Oder da war dieser

kleine Junge, der nicht mehr aus dem Wasser auftauchte. Eine Badmeisterin

konnte den Jungen sofort aus dem Wasser holen. Solche Vorfälle sind

aber eher selten. Genau das macht es manchmal schwierig: Wir wissen nie,

was passiert. Wir sind ständig auf das Schlimmste vorbereitet und hoffen

gleichzeitig, dass es nie eintrifft.

Welche Fähigkeiten und Ausbildungen brauchen Badmeister?

Wir müssen schwimmen und koordiniert tauchen können. Dazu absolvieren

unsere Leute das Brevet Basis Pool und das Brevet Plus Pool der SLRG.

Dies wird alle vier Jahre neu geprüft. Um uns medizinisch à jour zu halten,

besuchen wir jährlich im Spital Davos einen Kurs. Und dann ist da noch der

Fachausweis für die Verwendung von Biozidprodukten zur Desinfektion des

Badewassers, damit ich mit den Chemikalien richtig umgehe.

Was machen Sie, wenn die Badesaison vorüber ist?

Im September wird das Schwimmbad winterdicht gemacht. Danach werden

zwei Eisfelder hergerichtet – und ich bin als Eismeister tätig. Ich liebe es,

mit dem Wetter zu arbeiten, darum freue ich mich Ende Winter auf den

Sommer und umgekehrt.

Was unterscheidet ein Strandbad in den Bergen von einem im Unterland?

In den Bergen kann es viel schneller kalt werden. Das unterschätzen unsere

Feriengäste manchmal. Und was bei uns in Klosters natürlich speziell

ist: dass du dich sonnen und dabei den Blick auf die Bergwelt geniessen

kannst – einfach fantastisch.

59


Wir stellen vor

Inspiriert unterwegs im InnoTren

Mit Volldampf voraus ins nächste Meeting: Seit Anfang 2019 ist der

InnoTren auf dem Streckennetz der Rhätischen Bahn unterwegs.

Der modern eingerichtete Innovations- und Sitzungsbahnwagen

bietet eine inspirierende Arbeitsatmosphäre für alle, die ideenreich

unterwegs sein wollen.

Schon wieder ein Meeting, mag sich der eine oder die andere schon des

Öfteren gedacht haben. Sitzungen und Brainstormings sind wichtige Arbeitsinstrumente

und aus dem Alltag nicht wegzudenken. Doch die innovativsten

Ideen entstehen selten, wenn ein Team einfach zusammensitzt

und anfängt, nachzudenken. Wer «thinking outside the box» ermöglichen

will, tut gut daran, eine ungewöhnliche Umgebung zu schaffen.

Der InnoTren

bietet ausserhalb

des Büroalltags

aussichtsreiche

Inspiration.

60

www.rhb.ch/contura


Kreativität lebt von Inspiration

Wer kennt das nicht: Kaum an einem anderen Ort, kommt man auf ganz

neue Gedanken. Welche kreativen Höhenflüge möglich werden, wenn man

die vorbeiziehende Bündner Bergwelt vor Augen hat, lässt sich seit Anfang

2019 im InnoTren erleben. Der zum rollenden Sitzungs- und Innovationsraum

umgerüstete Panoramawagen – einst für den namhaften Glacier Express

im Einsatz – ist ein Gemeinschaftswerk der Hochschule für Technik

und Wirtschaft (HTW) Chur, Zühlke Engineering und der Rhätischen Bahn.

Das Ziel der drei Projektpartner: Innovationen beschleunigen, sichtbar und

erlebbar machen. Deshalb erfolgte auch die Realisierung des InnoTrens

selbst agil und nach einem konkreten, nutzerorientierten Ansatz. Durch

verschiedene Testfahrten wurde die potenzielle Kundschaft – Unternehmen,

Vereine und alle, die ideenreich unterwegs sein wollen – konsequent

in die Entwicklung miteinbezogen.

Büro auf Schienen

Entsprechend umfassend fällt das Angebot aus. Eingerichtet ist der Innovationswagen

wie ein modernes Büro: höhenverstellbare Tische, Sitzungs-

oder Workshop-Bestuhlung, WLAN, Kreativitätsmaterialien, Notizblöcke,

Schreibwaren, Moderationskoffer, Kaffee, Mineralwasser, Brain

Food und Früchte. Mit zum Angebot gehören auch Support und Betreuung

durch eine RhB-Hostess. Teams mit bis zu 15 Personen bietet der InnoTren

eine kreative Arbeitsatmosphäre.

Das rollende Sitzungszimmer ist

abgesehen von der Berninastrecke

von St. Moritz nach Tirano und dem

Abschnitt Chur – Arosa auf dem gesamten

Netz der Rhätischen Bahn

im Einsatz.

Weitere Infos und Buchung

unter www.rhb.ch/innotren

61


Powerplay: Greenhope

Mit Sport

gegen Krebs

62


Sorgt für Kinderlachen: das Charity-Spiel zwischen dem HCD und dem EVZ. 63


Laut geht es zu und her in der Vaillant Arena. Da ist das Kratzen

der Kufen, wenn sie übers Eis stieben, die dumpfen Schläge der

Stöcke auf dem Eis – und natürlich der Jubel der Zuschauer, wenn

der Heimclub HC Davos ein Tor schiesst. Nur der Puck schlittert

lautlos über den weissen Untergrund. Das Publikum: Familien mit

krebskranken Kindern, die für wenige Stunden ihre Erkrankung

vergessen dürfen.

Möglich macht das die Greenhope Foundation mit ihrem HC Davos-Charity-

Spiel, dem bereits vierten Spiel des Davoser Hockeyclubs für die gemeinnützige

Stiftung. Über 250 Greenhope-Gäste durften dem Hockey-Spiel im

letzten Dezember samt vorgängigem Abendessen und Schlittschuhlaufen

beiwohnen.

Es sind Schicksalsschläge, welche die beiden Freunde Luca Cereghetti und

Claudio Andenmatten dazu antrieben, etwas Gutes und Hoffnungsvolles

für junge Menschen ins Leben zu rufen: 2011 verlor Luca seinen Vater an

Krebs, im selben Jahr erkrankte auch Claudios Mutter

an der Krankheit. Ihre Erlebnisse motivierten die zwei

aktiven Hobbysportler dazu, ein Projekt zu entwickeln,

das sich mit Sport für den Kampf gegen Krebs einsetzt.

Luca Cereghetti, Mitbegründer und Präsident der

Greenhope Stiftung, im Interview.

Erzähl uns doch bitte von den Anfängen eurer

Greenhope Foundation.

Begonnen hat alles vor rund acht Jahren. Claudio und

Luca Cereghetti

ist Präsident der ich waren damals beide im privaten Umfeld mit Krebs

Greenhope Stiftung. konfrontiert. Gleichzeitig waren wir sportlich sehr aktiv

und erhielten die Möglichkeit, ein junges Mountainbike-Team

zu coachen. So entstand die Idee, unser gemeinsames Schicksal

mit unserer gemeinsamen Leidenschaft zu verbinden, und wir riefen das

Projekt «Greenhope Biking against Cancer» ins Leben: ein Sportprojekt, das

sich im Kampf gegen Krebs engagiert und gleichzeitig junge Mountainbiker

fördert. Einige unserer damaligen Zöglinge sind übrigens heute Profifahrer.

64

www.rhb.ch/contura


Die RhB hat

als Mobilitätspartnerin

schon

verschiedene

Ausflüge möglich

gemacht.

Eure Idee fand scheinbar Anklang. Wann habt ihr die heutige Stiftung

gegründet?

Genau, das Projekt wurde immer grösser und grösser, bis wir 2015 schliesslich

offiziell die Greenhope Foundation gründeten. Mit dem Motto «Sports

against Cancer» weiteten wir die Aktivitäten vom Biken auf andere Sportarten

aus: Fussball, Eishockey, Basketball, Ski- und Snowboardfahren oder Golf.

Von da an ging es plötzlich richtig ab, die Anzahl an Charity-Aktionen ist

fast explodiert!

Was macht ihr denn ganz konkret in eurer Stiftung?

Wir organisieren einerseits Freizeitaktivitäten für Familien mit krebskranken

Kindern, um ihnen etwas Ablenkung und glückliche Momente im oft

schweren Alltag zu verschaffen. Im vergangenen Jahr organisierten wir

zum Beispiel ein Charity-Spiel des HC Davos, Plätze für den Spengler Cup,

ein Hundeschlitten-Abenteuer, ein Ausflug auf den Titlis mit den Skiprofis

Dominique und Michelle Gisin oder den Greenhope Day – um nur einige zu

nennen. Wir haben aber auch schon Zirkusbesuche, Klettertage, Helikopterflüge

oder einen Besuch im Bundeshaus durchgeführt. Die Aktivitäten

für die Familien und ihre Kinder sind wirklich sehr vielfältig. Und auf der

anderen Seite unterstützen wir aber auch junge, talentierte Sportlerinnen

und Sportler, welche die Werte unserer Stiftung teilen und teilweise sogar

65


selbst an Krebs erkrankt waren. Wir wollen Sport und Solidarität vereinen

und Spitzen- sowie Hobbysportler dazu animieren, sich für krebskranke

Kinder einzusetzen.

Das klingt nach viel Arbeit hinter den Kulissen. Wie stemmt ihr das?

Wir haben sehr engagierte Mitarbeitende, die sozusagen ihre Freizeit für

unsere Stiftung opfern. Zwei Personen haben wir zu einem Gesamtpensum

von 80 Prozent fest angestellt: die Eventorganisatorin und die Buchhalterin.

Denn das sind einfach zwei Bereiche, wo alles perfekt stimmen muss.

Apropos Buchhaltung: Wie finanziert ihr euch?

Durch Spenden und Sponsoren. Das ist harte Arbeit. Zum Glück haben wir

diverse berühmte Ambassadoren wie Skirennfahrerin Lara Gut, Mountainbikerin

Jolanda Neff oder Fussball-Legende Gilbert Gress, die sich für unser

Anliegen stark machen. Diese Unterstützung hilft sehr in der Kommunikation

nach aussen, da wir dank diesen Sportprofis mehr Leute erreichen

können – wodurch dann wiederum die Durchführung grosser Events möglich

wird. Das ist das Prinzip unseres sogenannten 360-Grad-Zirkels: Alles,

was wir einnehmen, wird zu 100 Prozent wieder in die Stiftung investiert,

sei es für die Durchführung von Events, um unsere Mitarbeitenden zu bezahlen

oder um talentierte junge Sportlerinnen und Sportler zu unterstützen.

Greenhope organisiert

Ausflüge

für krebskranke

Kinder, zum

Beispiel Hundeschlittenfahrten.

66

www.rhb.ch/contura


Immer wieder unterstützen

bekannte Sportler die Greenhope

Stiftung – hier Curler Benoît

Schwarz am Spengler Cup 2018.

Wie erreicht ihr die Familien, die an euren Events und Aktivitäten

teilnehmen können? Wo knüpft ihr da an?

Also im Kanton Tessin, wo ja unsere Stiftung zu Hause ist, haben wir einen

direkten Kontakt zu einem der Ärzte im Kantonsspital. In der übrigen

Schweiz sind wir mit verschiedenen Vereinen im Austausch, zum Beispiel

mit der Kinderkrebshilfe Schweiz. Über diese Kontakte können wir betroffenen

Familien Informationen oder Anmeldeformulare

für unsere Aktivitäten zukommen lassen.

«Was wir einnehmen,

Auch die Rhätische Bahn engagiert sich für die

wird zu 100 % in die Greenhope Foundation. In welchem Rahmen denn?

Stiftung investiert.» Die RhB ist seit 2018 als Mobilitätspartnerin an Bord.

Luca Cereghetti

Gemeinsam haben wir zum Beispiel einen Besuch im

Nationalpark Zernez, die Besichtigung der Albula-

Baustelle oder einen Ausflug ins Schwimmbad St. Moritz für Familien mit

krebskranken Kindern durchgeführt.

Seit Anfang 2019 habt ihr eine Charity-Partnerschaft mit dem Spengler

Cup Davos. Beim diesjährigen Eishockeyturnier erhielten «eure» Fami lien

eine Übernachtung, ein Pre-Spiel-Menü und ein Ticket in der ersten

Reihe der Spengler Cup Show. Mit einem solch prestigeträchtigen Event

in der Tasche: Welche Wünsche und Ziele für die Zukunft hegt ihr da

noch für eure Stiftung?

Ja, diese Charity-Partnerschaft stellt für unsere junge Stiftung wirklich einen

Meilenstein dar. Doch wir sind eine kleine Stiftung und unser Ziel ist

in erster Linie, Stabilität zu gewinnen. Aktuell läuft es tatsächlich mehr

als super! Aber wir hoffen natürlich, dass uns unsere Sponsoren erhalten

bleiben und wir noch mindestens 20 Jahre so

weitermachen können.

Der Schlusspfiff ertönt. Wer gewonnen hat –

der HC Davos oder der EV Zug – ist hier für

einmal Nebensache. Wichtig ist nur, dass das

grosse und kleine Publikum die Vaillant Arena

mit leuchtenden Augen verlässt.

Abenteuer & Sport:

bewegende Ausflüge

Treten Sie in die Pedale, erleben

Sie die abwechslungsreiche Landschaft

Graubündens zu Fuss oder

im Winter auf Brettern und Kufen.

Egal wie: Die Rhätische Bahn

garantiert bewegende Erlebnisse.

www.rhb.ch/sport

67


Gut zu wissen

So ein Müll …

Das Schoggistängeli ist schnell verputzt, doch wohin mit

der Verpackung? Einfach auf den Boden damit? Natürlich

nicht – das wäre nämlich «Littering». Also auf zum nächsten

Mülleimer. Doch wie kommt der Abfall eigentlich von den

verschiedenen Ecken Graubündens in die Kehrichtverbrennungsanlage

GEVAG in Untervaz-Trimmis? Dank den vereinten

Kräften von Strasse und Schiene.

1

1 Ein Papierchen wiegt

nicht viel, viele Papierchen

schon. Die RhB transportiert

total 37 000 Tonnen Abfall

pro Jahr – das entspricht

in etwa dem Gewicht von

6 000 Elefanten.

2 Der Abfall wird in den

Gemeinden gesammelt,

mit Lastwagen zu den verschiedenen

Umschlagszentren

gefahren, ausgekippt,

gepresst und auf die

Güterwagen verladen.

2

3 Die Güterwagen transportieren

auch Holz, Heizöl,

Baumaschinen, Glas und

sogar Lebensmittel – ein

Wagen hat Platz für 2 Mulden

mit je 10 Tonnen Material.

4 Am weitesten reist der

Abfall von Campocologno im

Puschlav nach Untervaz:

210 Kilometer. Mit dem Bagger

wird der Müll nach unten

gedrückt und verdichtet.

3

5 Mit knapp 350 Tonnen

Abfall im Jahr und einem

Güterwagen mit 2 Mulden

alle 2 Wochen ist Campocologno

der kleinste

RhB-Umschlagplatz. Personal

braucht es hier nicht viel.

6 Anders sieht es im Oberengadin

aus. Am grössten

RhB-Umschlagszentrum in

Samedan verlassen in der

Hoch saison täglich 3 Wagen

mit je 2 Mulden voller Abfall

den Bahnhof. Insgesamt

sind das …

68

www.rhb.ch/contura


4

7

8

5

6

9

7 … 60 bis 100 Tonnen Müll

pro Tag, je nach Saison. In

einer grossen Halle kommt

der Abfall in die Pressanlage

und gelangt dort dank Anschlussgleis

ohne LKW direkt

auf den Zug.

8 Nach der Ankunft am

Bahnhof Untervaz-Trimmis

werden die Abfallmulden vom

Zug abgeladen und mit dem

Lastwagen die knapp 2 Kilometer

in die GEVAG gefahren.

9 Türlein öffnet euch: In

der GEVAG wird der Abfall in

die Sammelmulde gekippt.

Die leeren Container fahren

mit der RhB zurück zum

Ausgangsort – bereit für die

nächste Ladung Müll.

69


Ve

Streckennetz

Höhepunkte der Rhätischen Bahn

1

Rheinschlucht

N

Basel

Zürich

2

Langwieserviadukt

Bern

SCHWEIZ

Chur

Graubünden

Genève

Zermatt

Lugano

Ilanz

Disentis/

Mustér

Rueun

Waltensburg-Vuorz

Tavanasa-Breil/Brigels

3

Landwasserviadukt

Valendas-Sa

Castrisch

4

Wiesnerviadukt

Oberalppass

Trun

Rabius-Surrein

Sumvitg-Cumpadials

Sedrun

Vorderrhein

S u r s e l v

a

Andermatt

Visp

Zermatt

Vals

5

Albulaviadukte und -kehrtunnels

Lukmanier

Biasca

6

Alp Grüm

SCHWEIZ

SWITZERLAND

SVIZZERA

San Bernardino

7

Kreisviadukt Brusio

Bellinzona

Lugano

Milano

70

www.rhb.ch/contura

ugano


Flims Trin

rsam-Safien

gogn

1

Zürich

St.Gallen

Landquart Ried

Igis

Zizers

Untervaz-Trimmis

Haldenstein

Chur Wiesental

Chur West

Felsberg

Domat/Ems

Ems Werk

Calanda

2806 m

Bonaduz

Rhäzüns

Rothenbrunnen

Rodels-Realta

Cazis

Piz Beverin

2998 m

Chiavenna

Reichenau-

Tamins

Thusis

Hinterrhein

Chiavenna

Lugano

Rhein/Rhine/Reno

Landquart

Chur

Tiefencastel

Plessur

Weisshorn

2653 m

Lenzerheide

Savognin

Malans

Seewis-Pardisla

Grüsch

Schiers

Furna

Jenaz

Fideris

Chur Altstadt

Küblis

Lüen-Castiel

St. Peter-Molinis

Saas

Peist

Klosters Dorf

Langwies

Litzirüti

Arosa

3

P r

Filisur

2

ä t t

Bergün/Bravuogn

Preda

i g a

Landwasser

Landquart

u

Albulatunnel

Samedan

St. Moritz

Cavadürli

Davos Laret

Davos Wolfgang

Davos Dorf

Davos Platz

Davos Frauenkirch

Davos Glaris

Davos Monstein

Davos Wiesen

Piz Ela

3339 m

Piz Nair

3057 m

Maloja

4

5

Spinas

Celerina

Celerina Staz

Punt Muragl Staz

Pontresina

Klosters Platz

Vereinatunnel

O b e r e n g a

Bever

d i n

Zuoz

Madulain

La Punt Chamues-ch

Punt Muragl

Surovas

Morteratsch

Bernina Suot

Piz Bernina

4049 m

Piz Palü

3901 m

Piz Linard

3411 m

Valposchiavo

ÖSTERREICH

AUSTRIA

AUSTRIA

Susch

Poschiavo

U n

Sagliains

Zernez

Cinuos-chel–Brail

S-chanf

Muottas Muragl

2453 m

Berninapass

6

t e r

Ftan

Ardez

Guarda

Lavin

e n g

Na tiona lpa rk

Livigno

Bernina Diavolezza

Bernina Lagalb

Ospizio Bernina

Alp Grüm

Cavaglia

Cadera

7

Li Curt

Le Prese

Miralago

Brusio

Campascio

Campocologno

Tirano

Samnaun

i n

a d

Inn

Scuol-Tarasp

Bormio

Müstair

Landeck

Mals

Meran

Rhätische Bahn

UNESCO Welterbe RhB

Bernina Express Bus

Tirano – Lugano

Lugano

Edolo

Val Camonica

Brescia

ITALIEN

ITALY

ITALIA

71


Wettbewerb

Rätsel: Wie gut haben Sie aufgepasst?

10.

8.

2.

5.

4.

9.

6.

7.

n

n

n

n

n

n

n

n

n

n

1.

3.

/

Wir verlosen:

3 x 1 grosser Geschenkkorb

«Rhätische Bahn» mit

hofeigenen Bio-Produkten

von der Ranch Farsox

inkl. 1 Tageskarte (2. Klasse),

gültig auf dem gesamten

Streckennetz der RhB.

Senden Sie uns das Lösungswort

mit dem Betreff «Rätsel»

per E-Mail an contura@rhb.ch

oder schicken Sie uns eine

Postkarte an Rhätische Bahn AG,

Marketing-Kommunikation

und E-Business, Bahnhofstrasse 25,

CH-7001 Chur.

Einsendeschluss ist der

31. März 2020

Beantworten Sie die folgenden zehn Fragen mit Bezug zur aktuellen Contura-Ausgabe:

1. Uralte Trockenmauern und ein grosses Kloster prägen dieses Dorf am Fuss des Lukmaniers.

2. Wie heisst das höchste Bauwerk auf der UNESCO Welterbestrecke?

3. Dahin ziehen die pummeligen Wachteln, wenn sie nicht in Haltung leben.

4. In welchem Monat beginnt das Training für die Schweine, die an Neujahr als Glücksbringer

um die Wette rennen?

5. Hier lassen sich Meetings mit Blick auf die vorbeiziehende Bündner Bergwelt abhalten.

6. Name der prämierten Badetextilien-Serie der Tessitura.

7. Das Bahnmuseum Albula zeigt eindrückliche Fotos des Bahnhistorikers Gian Brüngger.

Wo befindet es sich?

8. Wie heisst die Zugbegleiterin Lanfranchi zum Vornamen?

9. Ein herrlicher Rastplatz, das Bänkli am Heidsee. In welcher Gemeinde befindet es sich?

10. Wie heisst der älteste Urwald der Schweiz im Val Frisal?

Die Teilnahme ist gratis und unverbindlich. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung der

Preise ist nicht möglich. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die persönlichen Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

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www.rhb.ch/contura


Für Ihre Agenda

Auf einen Blick: die Erlebnisfahrten 2019 / 2020

Clà Ferrovia

Abenteuer mit dem Kinder-Kondukteur

07.12.* Reise ins Bahnland

14./15.12.* Reise ins Lichterland

* Fahrten 2019. Daten für 2020 unter

www.cla-ferrovia.ch

Dampffahrten

Bahnfahrten mit Schall und Rauch

02.02. Engadin: Samedan Scuol-T.

16.02. Surselva: Landquart Disentis

10.05. Davoser Rundfahrt:

Muttertagsfahrt

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08.08. Davoser Rundfahrt

12.09. Surselva: Landquart Sumvitg

11.10. Engadin: Samedan Scuol-T.

Dampfschneeschleuderfahrten

Schnee räumen wie anno dazumal

23.02. Pontresina Alp Grüm

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Historische Fahrten

Täglich Davos Platz – Filisur

09.05. – 25.10. Davos Platz Filisur

Vollmondfahrten

Mystische Fahrt durchs Gebirge

13.12.2019 Poschiavo Alp Grüm

09./10.01. St. Moritz Alp Grüm

08./09.02. St. Moritz Alp Grüm

09./10.03. St. Moritz Alp Grüm

æ æ æ æ

Änderungen bleiben vorbehalten.

Infos unter www.rhb.ch/bahnerlebnisse und www.rhb.ch/kulinarik

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Glacier Pullman Express

Zwei Tage einfach luxuriös reisen

26./27.06. St. Moritz – Zermatt

28./29.06. Zermatt – St. Moritz

17./18.07. St. Moritz – Zermatt

19./20.07. Zermatt – St. Moritz

29./30.08. St. Moritz – Zermatt

31.08./ 01.09. Zermatt – St. Moritz

Kulinarische Genussreisen

Geniessen im rollenden Restaurant

05.10.* Whisky Genussexpress

Chur St. Moritz

12.10.* Wild durch Graubünden

Chur St. Moritz

19./26.10.*

02.11.*

20./21./

24.11. und

4./5./6./

8.12.

æ æ æ æ æ

Bündner Wein- &

Gourmetfahrten

Chur – Scuol-Tarasp –

Samedan – Chur

Magie Genussexpress

Chur Disentis

30.11.* Fondueplausch

in der Stiva Retica

Bahnhof Chur

13.12.* Weihnachtsfahrt

Chur Disentis

31.12.* Bündner

Silvesterrundfahrt

Chur St. Moritz

* Fahrten 2019. Daten für 2020

unter www.rhb.ch/kulinarik

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Meran

Mals

Scuol-Tarasp

1286 m

4

Venezia

Valchava

Sta. Maria

Tschierv

Müstair

UNESCO Welterbe

Kloster St. Johann

n

Müstair

12

Ftan Baraigla

Motta Naluns

Ardez

Milano

Tirano-Thusis

1 2,3 km UNESCO

Welterbe RhB

UNESCO Biosfera

Val Müstair

Parc Naziunal

Schweizerischer

Nationalpark

Inn

/ En

Guarda

Piz Buin

Lugano

Tirano

429 m

Ova Spin

Ofenpass

13

Morteratsch

Surovas

Celerina-

Staz

Punt Muragl

Celerina

Samedan

Bever

Spinas

Preda

Campascio

Campocologno

Sagliains

Lavin

Piz Linard

Kreisviadukt

Brusio

Le Prese Li Curt

Miralago

Lago di Livigno

Susch

Madrisa

17

Brusio

Albulatunnel

Autoverlad

Vereina

Selfranga

Klosters Platz

Klosters Dorf

Zernez

Livigno

Schwarzsee

Poschiavo

14

Cavaglia

Cadera

Schweizerischer

Nationalpark

Davos Platz

Davos Dorf

1560 m

Davos Wolfgang

Davos Laret

Davosers e

Gotschnagrat

Cavadürli

S as

Küblis

1

7

3

Alp Grüm

9

Lago Bianco

Lej Nair

Piz Lagalb

S-chanf

Cinuos-chel-Brail

Schatzalp

Wei sfluhjoch

Ospizio

Bernina

253 m

Bernina

Lagalb

Bernina

Diavole za

Muottas Muragl

Bernina

Suot

Davos

Davos

Monstein

Glaris

Davos

Frauenkirch

Davos

Wiesen

Langwies

Fideris

Jenaz

Furna

Schiers

Lago

Bianco

La Punt

Chamues-ch

Zuoz Madulain

16

Peist

Litzirüti

Piz Kesch

Piz Palü

Diavolezza

Morteratsch-Gletscher

Pontresina

Landwa serviadukt

Wiesnerviadukt

Langwieserviadukt

Plessur

Arosa

1739m

Rhäzüns

Bonaduz

Reichenau-

Tamins

Domat/Ems

Ems Werk

Chur

Chur West

Altstadt

Felsberg

Chur

Wiesental

Untervaz-Trimmis

8

Landquart

1

5

Filisur

Haldenstein

Hörnli

Weisshorn

Lej da San Murezzan

Chur

585 m

Piz Bernina

4049 m Piz Roseg

Bergün/

Bravuogn

Alvaneu Bad

Surava

4

18

6

Albulaviadukte und

-Kehrtu nels

Bahnmuseum

Albula

St.Moritz

1 75 m

Tiefencastel

Parpaner

Rothorn

Lenzerheide

Calanda

Tschingelhörner

Solisviadukt

Corviglia

Feldis

Brambrüesch

Piz Corvatsch

Piz Ela

Parc Ela

Lej da Silvaplauna

Piz Nair

Zizers

Igis

Landquart Ried

Grüsch

S ewis-

Malans

Pardisla

Richtung Zürich

11

Richtung Zürich

7

13

Savognin

Cazis

Rodels-Realta

Rothenbru nen

Lej da Segl

Thusis

Maloja

Piz Beverin

Viamala-Schlucht

Thusis-Tirano

1 2,3 km UNESCO

Welterbe RhB

Trin

Vals

15

Flimserstein

Versam-Safien

Rheinque le

Valendas-Sagogn

Crestasee

Ca sonsgrat

10

2

Castrisch

Ilanz

Oberal pa s

Caumas e

Gornergrat

Flims

2

Disentis/

Mustér

Rabius-Su rein

Trun

Rueun

Falera

L axersee

UNESCO

Welterbe

Tektonikarena

Sardona

Brig

Matterhorn

Oberalpstock

Tödi

Sumvitg-Cumpadials

Tavanasa-Breil/Brigels

Waltensburg/Vuorz

L ax

Crap Sogn Gion

Martinsloch

Zerma t

Visp

Andermatt

Vorab

Graubünden

Graubünden

Grigioni

Eröffnung erste Strecke

1

2

3

4

5

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9

10

1

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17

18

Bahnmuseum Albula

Dampf- & Nostalgiefahrten

Erlebnis Bärenland Arosa

www.rhb.ch/baerenland

www.rhb.ch/kulinarik

www.rhb.ch/schlittelwelt

www.rhb.ch/schlo starasp

Nationalparkzentrum Zernez

Erlebniszug Rheinschlucht

Historische Fahrten

Historical trips | Viaggi storici

www.rhb.ch/nostalgie

Bernina Panorama Winter

Infoarena Albulatu nel

RhB handlich

Erlebniskarte und Broschüren

Unsere Erlebniskarte und Broschüren – am

RhB-Bahnhof mitnehmen oder bequem downloaden:

www.rhb.ch/broschueren

Erlebniskarte der Rhätischen Bahn

Tourist map of the Rhaetian Railway

Cartine per le avventure della Ferrovia retica

www.rhb.ch

Reschenpa s

Vereinatu nel

Landquart

Inn

/ En

Albula

Roseg

Val

St.Peter-Molinis Lüen-Castiel

Rhein

Hinterrhein

Sedrun Göschenen

Ruinaulta / Rheinschlucht

Vorderrhein

Wie ein roter Faden zieht sich die Rhätische Bahn durch Graubünden,

dem grö sten Kanton der Schweiz. Reisen Sie mit uns über imposante

Erleben Sie magische Momente am laufenden Band!

Brücken, durch tiefe Täler, vorbei an hohen Felsen und wilden Wa sern:

The Rhaetian Railway wends its way through Graubünden, Switzerland’s

largest canton like a red thread. Come with us over imposing bridges,

through d ep va leys and past st ep rock faces and wild mountain

streams: a su ce sion of magic moments!

La Fe rovia retica si snoda come un filo ro so a traverso i Grigioni, il

ma gior Cantone de la Svi zera. Via giate con noi su pont imponenti,

va li profonde, pa sando vicino ad alte pareti ro cios e acque spume

gianti: godetevi un momento magico dopo lʼaltro!

Die Rhätische Bahn in Zahlen

The Rhaetian Railway in figures

La Ferrovia retica in cifre

Firs track opened | Inaugurazione de la prima tra ta:

1 89 (Landquart– Davos)

Streckenlänge | Track length | Lunghe za comple siva: 384 0 m

Spurweite | Gauge | Scartamento: 1000 mm

Mitarbeiter | Employ es | Co laboratori: 15 0

Anzahl Brücken | Number of bridges | Numero di ponti: 606

Längste Brücke | Longest bridge | Ponte più lungo:

285 m (Langwieserviadukt | Langwieser Viaduct | viadotto di Langwiesen)

Höchste Brücke | Highest bridge | Ponte più alto:

89 m (Wiesnerviadukt | Wiesner Viaduct | viado to di Wiesner)

Anzahl Tunnels | Number of tu nels | Numero di ga lerie: 15

Grö ste Steigung | St epest gradient | Pendenza ma sima:

70 ‰ (Bernina Linie | Bernina Line | linea del Bernina)

Höchster Punkt | Highest point | Punto più elevato:

2253 m ü. M. | m a.s.l. | m s.l.m. (Ospizio Bernina)

Tiefster Punkt | Lowest point | Punto più ba so:

429 m ü. M. | m a.s.l. | m s.l.m. (Tirano)

Personenbeförderungen | Passenger volume

Persone trasportate: 12 00 0 jährlich | per year | a lʼa no

Die Höhepunkte auf dem RhB-Streckennetz

The highlights of the RhB rail network

Gli highlights de la rete FR

Bernina Expre s www.berninaexpress.ch

Glacier Expre s www.glacierexpre s.ch

Alp Grüm www.rhb.ch/berninalinie

Bade-Kombi Engadin Bad Scuol / Bad Alvaneu

Spa package | Treno e terme

www.rhb.ch/badscuol / www.rhb.ch/badalvaneu

Albula Railway Museum | Museo fe roviario de lʼAlbula

www.rhb.ch/bahnmuseum

Clà Fe rovia der Kinder-Kondukteur

Childrenʼs conductor | Il contro lore per i bambini

www.cla-fe rovia.ch

Steam- & nostalgic rides | Via gi su treni a vapore e nostalgici

www.rhb.ch/damp fahrten

Experience the Arosa bear sanctuary | Esperienza ne la Terra

degli Orsi di Arosa

Führerstandsfahrten

Footplate rides | Ma chinisti per un giorno

www.rhb.ch/fuehrerstandsfahrten

Kulinarische Genu sreisen

Culinary trips | Via gi gastronomici

Schli telwelt Preda / Darlux – Bergün

Sledging | Il paradiso de lo slittino

Schlo s Tarasp

The castle of Tarasp | Caste lo di Tarasp

Via Albula / Bernina www.rhb.ch/via

National Park Centre Zernez | Centro del Parco Nazionale Zernez

www.rhb.ch/nationalpark

Rhine Gorge Experience train | Treno a ventura Gola del Reno

www.rhb.ch/erlebniszug

Bernina Panorama Winter | Bernina Panorama Inverno

www.rhb.ch/berninapanorama

Albula Tunnel Infoarena | Infoarena del tunnel de lʼAlbula

www.rhb.ch/infoarena

Panoramakarte

Auf bildhafte Weise zeigt die Panoramakarte

die Höhepunkte auf

dem RhB-Netz. Lassen Sie sich von

unseren Ausflugs- und Erlebnistipps

inspirieren!

www.berninaexpress.ch

Bernina Express

Chur / Davos / St. Moritz — Tirano — Lugano

de | en | it | fr

Bernina Express – von den Gletschern zu den Palmen

Erleben Sie eine der spektakulärsten Alpenüberquerungen:

die Albula- und Berninalinie der Rhätischen

Bahn. Ein besonderer Hochgenuss ist die Panoramafahrt

im Bernina Express – vorbei an Gletschern bis

hinunter zu den Palmen.

www.rhb.ch

Rhätische Bahn AG

Bahnhofstra se 25

CH-7001 Chur

Tel +41 (0)81 2886565

Fax +41 (0)81 2886105

railservice@rhb.ch

2019

Bahnerlebnisse & Ausflüge

Railway experiences & excursions

Avventure in treno & escursioni

de | en | it

Welcome, benvenuti

Willkommen!

Bahnerlebnisse und Ausflüge

Die Freizeitangebote und Bahnerlebnisse der RhB bieten

Abwechslung pur: Entdecken Sie Graubünden in all

seinen Facetten – im Zug, zu Fuss und mit dem Velo,

Faszinierend

A fascinatingly di ferent

Muoviamoc in modo

anders unterwegs

travel experience

a vincente e alternativo

Die Freizeitangebote und

The RhB’s leisure travel o fers La Fe rovia retica vi propone

Bahnerlebni se der RhB bieten and railway experiences provide varie offerte per il tempo libero

Abwechslung pur: Entdecken plenty of variety: discover the e a venture in treno: scoprite

Sie Graubünden in a len

many faces of the Swi s canton i Grigioni in tu te le sue sfaccettature

– in treno, a piedi

Face ten – im Zug, zu Fu s und of Graubünden – by train, on

mit dem Velo, gemütlich und f ot and by bike, leisurely o in bicicletta, in tranqui lità o

rasant, a lein und in der Gruppe. or sporty, alone or in a group. con adrenalina, da solo oppure

Hier finden Sie alles auf einen You can find everything here at in gruppo. Date un’o chiata e

Blick – la sen Sie sich inspirieren! a glance – let us inspire you! lasciatev ispirare!

gemütlich oder rasant. Hier finden Sie alles auf einen

Blick – lassen Sie sich inspirieren!

Faszinierend ander schenken:

www.rhb.ch/gutscheine

A fascinatingly different gift:

www.rhb.ch/voucher

Regalare in modo originale e

a vincente: www.rhb.ch/buoni

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www.rhb.ch/contura


Souvenirs & Geschenke

Schenken macht Freude

Entdecken Sie unser grosses Sortiment an attraktiven

Geschenkartikeln und Erinnerungsstücken:

www.rhb-shop.ch

Trinkgenuss für unterwegs

Die trendige, portable und auslaufsichere

Thermosflasche hält das Getränk

während der Fahrt auf der bevorzugten

Temperatur. Das schlichte Bernina

Express Design mit dem Kreisviadukt

ist ein ideales Reiseaccessoire.

Immer mit dabei

Der Kugelschreiber von Caran

dʼAche und das Sackmesser

von Victorinox sind die perfekte

Kombination, um stets

gut ausgerüstet zu sein.

Einer für alles

Die Mischung von schwarzem

Stoff und Leder mit dem

dezenten RhB-Logo ergibt

einen stylishen Hipsterbag,

egal ob für Sport, Freizeit

oder die nächste Reise mit

der Rhätischen Bahn.

Für die Wissbegierigen

Der Bahnerlebnisweg führt entlang der berühmten

Bahnstrecke, die zum UNESCO Welterbe gehört,

durch das Albulatal. Das Begleitbuch bietet spannende

Hintergrundinformationen zur Geschichte

der Albulalinie und vieles mehr.

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www.rhb.ch

Rhätische Bahn AG

Bahnhofstrasse 25

CH-7001 Chur

Tel +41 (0)81 288 65 65

Fax +41 (0)81 288 61 05

railservice@rhb.ch

Die RhB online

Neuigkeiten und Austausch mit

uns und anderen RhB-Fans.

www.rhb.ch/facebook

Stimmungsvolle Ein- und Ausblicke

unter dem Hashtag #rhaetiansensation.

www.rhb.ch/instagram

Aktuelles Gezwitscher

von unserer RhB-Front.

www.rhb.ch/twitter

Spannende Filme und exklusive

Einblicke hinter unsere Kulissen.

www.rhb.ch/youtube

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