Papierforscherheft

proHolzSteiermark

Warum saugen Küchenrollen? Wie kommt das Holz in das Papier?
Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie im neuen Papierforscherheft.
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V Von der Faser zum Ganzstoff

BESTEHEN PAPIER UND KARTON ALSO NUR

AUS FASERN UND WASSER?

Diese Frage kann in den meisten Fällen mit einem klaren

NEIN beantwortet werden. Um Papier und Karton mit den

notwendigen Eigenschaften auszustatten, werden dem Faserstoff-Gemisch

Füll- und Hilfsstoffe beigemengt.

Diese Füll- und Hilfsstoffe verändern/verbessern wiederum die

Eigenschaften des Endproduktes. Zum Beispiel wird Papier dadurch

besser bedruckbar. Sie erleichtern aus verschiedenen

Gründen den Herstellungsprozess und verringern oft die Herstellungskosten,

weil weniger Fasern gebraucht werden.

Was sind Füllstoffe?

Schau dir das nebenstehende Bild an (Papier

unter dem Mikroskop): Du siehst, wie die Fasern

kreuz und quer übereinander liegen. Zwischen

den einzelnen Fasern entstehen „Löcher“.

Diese „Löcher“ sollen mit Füllstoffen

und Pigmenten aufgefüllt werden, sodass sich

später eine geschlossene Oberfläche (ohne

Löcher) ergibt.

LEIM

FÜLLSTOFF

FARBE

Was sind Hilfsstoffe und warum

muss Papier „geleimt“ werden?

Hier die Erklärung anhand eines

konkreten Beispiels:

Die zellulosehaltigen Fasern reagieren grundsätzlich

stark auf Nässe – das heißt, sie quellen

auf, wenn sie in irgendeiner Form nass werden.

Wie viel Feuchtigkeit sie aufnehmen, kann mit

Hilfsstoffen gezielt gesteuert werden.

In der Fachsprache heißt es:

Das Papier wird „geleimt“.

Kurz gesagt werden beim „Leimen“ dem Faser-Gemisch

Stärke und andere Substanzen beigemengt,

die dafür sorgen, dass die winzigen

Fasern besser aneinander haften. Somit wird die

Oberfläche fester – das Papier wird „härter“.

Durch das „Leimen“ verändert sich die Feuchtigkeitsaufnahme

beim späteren Papierprodukt.

Manche Papiere quellen auf, wenn sie nass werden

Warum braucht man Füll- und Hilfsstoffe?

Diese Füllstoffe (in noch kleinerer Form auch

„Pigmente“ genannt) sind hauptsächlich mineralisch

(d.h. sie bestehen aus winzigen Mineralien-Teilen,

die zum Beispiel in Bergwerken und

Steinbrüchen abgebaut werden).

Füll- und Hilfsstoffe sorgen zum Beispiel für

eine bessere Bedruckbarkeit des Papieres. Sie

können es alterungsbeständiger und optisch

ansprechender (also „schöner“ in Bezug auf

Glanz, Glätte oder Weißgrad) machen. Bei

manchen Illustrationsdruckpapieren kann der

Füllstoffgehalt mehr als ein Drittel der gesamten

Rohstoffmasse (also Faser-Gemisch & Füllund

Hilfsstoffe) betragen.

HIER EINIGE BEISPIELE:

Schlussendlich können auch Farbstoffe beigemischt

werden, um buntes Papier bzw. Karton

zu erzeugen.

- Kalziumkarbonat (Kreidegestein)

- Kaolin (auch „Porzellanerde“

oder „weiße Tonerde“ genannt)

- Talkum (ebenfalls eine Art von Gestein)

In einigen Papierfabriken werden in der Papiermaschine

Füll- und Hilfsstoffe (zusätzlich) auf

das bereits fast fertige Papier „aufgestrichen“,

was wiederum die Papier- und Kartoneigenschaften

verändert. Mehr dazu erfährst du auf

Seite 56.

Farbpigmente für buntes Papier zählen

ebenfalls zu den Füll- und Hilfsstoffen

Kaolin – ein Füllstoff für die Papiererzeugung

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