Papierforscherheft

proHolzSteiermark

Warum saugen Küchenrollen? Wie kommt das Holz in das Papier?
Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie im neuen Papierforscherheft.
Anfragen unter info@papiermachtschule.at

Papiermaschine

Handschöpfen

SIEBPARTIE

Der Teil der Papiermaschine, in dem die Fasern

auf dem Sieb laufen, wird auch als „Siebpartie“

bezeichnet. Am häufigsten kommt in Papierbetrieben

das „Langsieb“ zum Einsatz, das aus

einem feinen endlosen Kunststoff-Gewebe besteht.

Das Sieb läuft mit dem „Papier“ über die verschiedenen

Entwässerungsstufen bis die „Papierbahn“

so weit entwässert ist, dass sie an die

nächste Stufe, also die „Pressenpartie“ übergeben

werden kann.

Das Wasser rinnt durch die Schwerkraft bei diesem

Prozess einfach ab bzw. wird es zusätzlich

von Saugkästen und Saugwalzen abgesaugt. Es

wird in die Stoffzentrale zurückgepumpt und

weiterverwendet. Das Kunststoffsieb wird während

des Produktionsvorgangs laufend gereinigt

– die Faserreste gelangen ebenfalls wieder zurück

in die Stoffzentrale.

Nach dem Stoffauflauf enthält die Papierbahn

(die eher noch aussieht wie ein „Faser-Flies“)

noch rund 80 % Wasser.

IM VERGLEICH:

STOFFAUFLAUF UND SIEBPARTIE

beim klassischen Handschöpfen

Ein kleiner Exkurs zum „klassischen“ Handschöpfen:

Auch hier läuft der Stoff auf das Sieb auf, wenn es vorsichtig aus der Bütte gehoben wird.

Die Kunststoffsiebe werden auf

modernen Webmaschinen in Breiten

bis zu knapp 13 m vollautomatisch

gewebt. Aufgrund der immer höheren

Produktionsgeschwindigkeit der

Papiermaschinen wurde in den letzten

Jahren sehr viel „Forschergeist“

in die Entwicklung neuer Siebkonstruktionen

gesteckt. Eine Herausforderung

ist zum

Beispiel das Herstellen der Naht für

den Endloseinsatz in der Papiermaschine

(wird meist noch händisch

gemacht), denn durch diese Naht

darf sich später keine „Markierung“

im Papier bilden.

Um auf das

anschauliche Beispiel

mit den Seeleuten

zurückzukommen: In der

Stoffzentrale läuft der

„Stoff“ auf ein Sieb auf

wie das Schiff im Meer

auf den seichten

Meeresgrund.

Die Stärke (also das

„Flächengewicht“

=> siehe S. 13) des

Papiers/Kartons hängt

unter anderem davon

ab, wie dick der „Stoff“

auf das Sieb

aufgebracht wird.

Wasserzeichen werden mit „Egoutteuren“ in das Papier

gepresst - zum Beispiel bei Geldscheinen (siehe „Zusatzinfo“)

ZUSATZINFO: In manchen Papiermaschinen kommt ein „Egoutteur“ (egoutter = französisch

„abtropfen lassen“) zum Einsatz. Er ist zwischen den Saugeinrichtungen der Siebpartie eingebaut.

Im Grunde genommen ist der Egoutteur eine siebbespannte Walze, die die Fasern in das

Blatt hineindrückt. Dadurch wird dass Papier noch glatter – eine feine, gleichmäßige Oberseite

entsteht – das Endprodukt ist dann leichter bedruckbar. Mit speziellen Egoutteuren können

Wasserzeichen in das Papier „gepresst“ werden.

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