Z-kompakt-2/19-Leseprobe

pischka
  • Keine Tags gefunden...

Aus dem Inhalt: X Die Wirklichkeit ist immateriell X Wenn jeder jedem vergäbe? X Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen X Kamikaze im kirchlichen System X Notre Dame in Flammen X Es gibt einen Aus-WEG! bei Schwangerschaftskonflikt X Die „fünfte Jahreszeit“ und das „dritte Geschlecht“ X Was macht 5G-Mobilfunk mit uns? X KCF: Künstliche Intelligenz und Digitalisierung X Wie können wir als Christen in Führung gehen? X Israel: Hinsehen erlaubt! X Vom Helden Albaniens lernen X

D i e U m d e n k I m p u l s Z u k u n f t s G e s t a l t u n g s M e l d u n g e n

kompakt

www.ZfürZukunft.de • Einzelpreis: 2,50 • CH: 3,70 CHF

f ü r Z u k u n f t

kompakt

N r. 2 / 1 9

X Die Wirklichkeit ist immateriell X Wenn jeder jedem

vergäbe? X Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen X

Kamikaze im kirchlichen System X Notre Dame in Flammen

X Es gibt einen Aus-WEG! bei Schwangerschaftskonflikt

X Die „fünfte Jahreszeit“ und das „dritte

Geschlecht“ X Was macht 5G-Mobilfunk mit uns? X KCF:

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung X Wie können

wir als Christen in Führung gehen? X Israel: Hinsehen

erlaubt! X Vom Helden Albaniens lernen X

Europa um den Verstand bringen

Ein weiser Mann hat mal gesagt: „Stütze

dich nicht auf deinen Verstand, sondern …“ 1

Die Aufklärung hat das gerade umgedreht:

Man hat die Vernunft zum Maß aller

Dinge erhoben. „Aber wer auf seinen Verstand

vertraut, der ist ein Dummkopf“, so

der Weise weiter. 2 – Wirklich? Lassen Sie

uns doch vernünftig sein. Worauf sonst

sollte man sich denn stützen?

Wir sind also aufgeklärt! Will heißen:

Jegliche übernatürliche Dimension wird

auf Distanz gehalten. Im 17. Jh. sollte ein

verzerrtes Gottesbild zurechtgerückt werden

(berechtigterweise), aber dann packten

die „vernünftigen“ Geister die Gelegenheit

beim Schopf und warfen Gott

gleich ganz aus dem Bild.

Anfangs hatte man sich noch der Illusion

ergeben, diese neue Religion würde

allen Kriegen ein Ende machen und einen

globalen „Frieden auf Erden“ schaffen.

Man hatte hohe Erwartungen an die Macht

des Verstandes, gepaart mit unbändigem

Glauben an grenzenlosen Fortschritt: Die

neuen Erkenntnisse in Mathematik und

Physik würden zu grenzenlosem Wachstum

führen, erwartete man zuversichtlich.

– 300 Jahre danach sieht die Welt gar nicht

rosig aus, und doch halten Humanisten

naiv an ihren Dogmen fest.

Die Aufklärungs-Denker erlebten ihre

Revolution als große Befreiung, als „den

Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten

Unmündigkeit“, wie Immanuel

Kant das 1784 ausgedrückt hatte.

Foto: © Montage, Agentur PJI UG

Es ging damals um die berechtigte Kritik

gegenüber der Bevormundung durch die

Kirche. Aber wie ist es mit der Unmündigkeit

gegenüber der political correctness

und den aktuellen, mit Verlaub, destruktiven

Denkzwängen? (Man sage nur mal

etwas Wertkonservatives, und schon gilt

man als rechtsradikal.)

Der große Befreiungsschlag?

In der Französischen Revolution wurden

auf europäischem Boden die Ideen der

Aufklärung in politische Währung gegossen.

Dieses Ereignis wird gerne als großer

Befreiungsschlag dargestellt, aber die

Wirklichkeit war anders: Die stürmenden

Massen wurden vom Bürgertum für dessen

eigene Zwecke missbraucht, ganz ähnlich

wie heute – sie sollten im Kampf gegen

die absolutistische Monarchie „die Kartof-

feln aus dem Feuer holen“ und notfalls den

Kopf hinhalten. Es war eine Zeit großer

Verwirrung mit extrem wenig Vernunft,

dafür gab es reichlich Willkür, Schrecken,

Blutvergießen, Ungerechtigkeit, Korruption

und Bürgerkrieg.

Die Französische Revolution war erfolgreich,

ja, aber nur im Zerstören und nicht

im Aufbauen!

Als neue Religion war die „Anbetung

der Vernunft“ (1793) geplant. In der großen

Freiheitsfeier in der Hauptkirche in

Paris huldigte man der „Göttin der Vernunft“,

einer Frauenskulptur.

Hätte die Kirche ihren Job getan und

die Botschaft des Evangeliums wahrhaftiger

umgesetzt, dann hätte es weder einer

solchen humanistischen Revolution bedurft

noch einer protestantischen Reformation.

Ist die Aufklärung „aufgeklärt“?

Die Aufklärung hat viel Positives geleistet,

aber eine einseitige Glorifizierung ist

dennoch unangebracht. Ja, sie bescherte

mehr Freiheit, aber diese führte zu mehr

Freizügigkeit – und demzufolge zu moralischer

Verwahrlosung, Kriminalität, sozialem

Abstieg und neuer Tyrannei.

Man wollte sich befreien von der „alten,

primitiven“ Bibel und suchte Inspiration in

der heidnischen Antike, in einer Religion,

die älter und wirklich primitiv war, staubte

erfundene Mythen ab und unvernünftige

Geschichten. Welche Ironie! Man gab sich

aufgeklärt-vernünftig und stützte sich auf

A u s g a b e 2 / 1 9

Z-kompakt 1

w w w . Z f ü r Z u k u n f t . d e


Foto: © Montage, Agentur PJI UG

kompakt

Die Wirklichkeit ist immateriell

Moderne Physik kann nicht mehr

nur materiell gedacht werden.

Die Wirklichkeit besteht nicht

nur aus Teilchen, sondern aus Teilchen,

die durch Wellen-Schwingungen miteinander

in Beziehung stehen. Die Quantenphysik

spricht von einer „Teilchen-Wellen-Doppelnatur“,

also etwas, das lokal greifbar ist

– aber andererseits sich auch wie Wellen

grenzenlos ausgebreitet. Eine neue Aufklärung

ist gefragt, die das Immaterielle vernünftig

aufgreifen und integrieren kann.

Zitate des deutschen Physikers und

Kenners der Quantenphysik Prof. Dr. Hans-

Peter Dürr (1929–2014) helfen uns dabei

auf die Sprünge. 1

„Wir brauchen dringend eine neue Einschätzung

und verstärkte Betonung des

Spirituellen im Vergleich zum Materiellen.

Vielleicht ist eine zweite Aufklärung nötig,

welche deutlicher die prinzipiellen Grenzen

gerade unseres herkömmlichen Konzepts

der auf Rationalität fokussierten Aufklärung

zeigt, ohne jedoch das durch sie

gewonnene rationale Territorium aufzugeben.

Es geht vielmehr darum, dieses einseitige

Verständnis von Aufklärung so zu

relativieren, damit dem unmittelbar Erlebten

wieder der ihm gebührende Freiraum

zurückgewonnen werden kann.“ 2

„Die aus der rationalen Reflexion geborene

Erkenntnistheorie hat frühzeitig darauf

aufmerksam gemacht, dass ein strukturiertes

System sehr wohl Untersysteme

bewerten kann, aber nicht Systeme, die

ihm übergeordnet sind. Wir können nicht

unmittelbar begreifen, was das Vermögen

unseres Denkprozesses überschreitet.“ 3

Dafür ein Beispiel: „Ein Ichthyologe, ein

Fischkundler, erforscht das Leben im Meer,

indem er Fische fängt. Nach vielen Fischzügen

und sorgfältigen Überprüfungen

entdeckt er zwei Regelmäßigkeiten – erstens:

alle Fische sind größer als 5 cm, und

zweitens: alle Fische haben Kiemen. Diese

Entdeckung verkündet er mit Begeisterung.

Ein Metaphysiker erklärt ihm, die

erste Regelmäßigkeit sei bedingt durch die

Maschenweite des Netzes; der Ichthyologe

lässt diesen Einwand aber nicht gelten: ,In

der Ichthyologie gilt: Was ich mit meinem

Netz nicht fangen kann, ist kein Fisch!‘“ 4

Liebe Leser

beider Geschlechter,

nach Ostern ist vor Ostern.

Mehr und mehr Menschen

fahren auf eierlegende

Hasen ab. Doch eigentlich

geht es um das bedeutendste christliche

Fest. „Wäre Christus nicht auferstanden,

könnten wir das ganze Christentum

den Hasen geben.“ So oder ähnlich hat das

schon der gute Apostel Paulus ausgedrückt.

Passion ist wohl die korrektere Bezeichnung.

Das hat etwas mit Leiden-schaft zu

tun. Davon könnten wir durchaus eine

Prise gebrauchen.

Die Engländer sagen „Pass-over“. Das

spricht von damals, als die Israeliten Blut

an die Türpfosten streichen mussten,

damit der Todesengel vorbeiging – „pass

over“ eben. Das war eine Vorankündigung

für uns heute: Durch das Blut Jesu

haben wir Zutritt zu Gott! (Hebräer 10,19)

Dadurch können wir eine Linie überschreiten

– pass over –, wenn wir wollen.

In dieser Ausgabe gibt es einige Impulse,

die Sie anregen werden, die Linie zu überschreiten

– pass over. Im Denken gibt es

einige solcher Grenzen, die wir durchbrechen

sollten. Tatsache ist: Das Unsichtbare

ist wirklicher als das Sichtbare. Aber das

Sichtbare beeindruckt eben mehr.

Wenn jeder jedem vergeben würde?

Eine kleine Fantasiegeschichte, die Sie

aber in Ihrem unmittelbarem Umfeld heilsam

zur Realität werden lassen können.

Jeder von uns hat einige Möglichkeiten,

effektiv etwas zu verändern. Beobachten

Sie einmal, was Sie alles aussprechen.

Worte haben große Kraft. Wer die ganze

Zeit jammert und ausspricht, wie schlecht

alles ist, der wird ernten, was er sät. Sprechen

Sie aus, was Sie sich und anderen

wünschen – manche nennen das „segnen“.

Man muss es nicht so fromm etikettieren,

es hat trotzdem große Wirkung.

Ich lade Sie wieder ein, diese Z-Impulse

auch anderen zugänglich zu machen. Es gibt

verschiedene Möglichkeiten, wie Sie mitwirken

können, dass wir zunehmend mehr Menschen

erreichen:

SPENDEN ABONNIEREN

ABOS VERSCHENKEN

Ich freue mich, wenn wir durch diese

Ausgabe einander wieder einen Schritt

näherkommen.

Ihr

Peter Ischka

Herausgeber: Zukunft-Europa e.V.

Produktion: Agentur PJI UG, Adelberg

sion zu beziehen. Abo-digital: € 19,-

Ihre Mithilfe:

Vorstand: Peter Ischka, Dr. Martin Fontanari,

Druck: WirmachenDruck, Backnang

Themen-Z € 4,95, Doppel-Nr. € 7,95

Zukunft-Europa e.V. ist auf Spenden

Christa Meves, Sr. Dogan Hatune

Erscheinungsweise:

Copyright: Wenn nichts anderes vermerkt

angewiesen, die Sie steuerlich geltend

Redaktion: Peter Ischka

ca. 6 bis 8 x jährlich

ist, liegen alle Rechte bei Zukunft-Europa

machen können.

Anschrift: Zukunft-Europa e.V.

April 2019

e.V., Nachdruck und weitere Veröffentli-

Spendenkonto KSK GP. GOPS DE 6G

Postfach 1409 • 73014 Göppingen

Einzel-Abo: € 29,– inkl. Versand in D.

chung nur auf Anfrage bei der Redaktion.

IBAN: DE26 6105 0000 0049 0155 68

www.ZwieZukunft.de • info@ZwieZukunft.de

Einzelexemplar.: Z-kompakt € 2,95

Auch online auf www.ZfürZukunft.de kön-

Lektorat: Gabriele Pässler, www.g-paessler.de

Die Ausgaben sind auch in digitaler Ver-

nen Sie bequem und sicher spenden.

2 Z-kompakt


kompakt

Wenn jeder jedem vergäbe?

Absurde Science-Fiction-

Passionsgedanken …

Zu schön, um wahr zu sein?

Passion – ein schönes Wort: „Leidenschaft“.

Es waren immer Menschen mit

Leidenschaft, die etwas bewegt haben,

Menschen, die von etwas so be-geist-ert

waren, dass sie sogar bereit waren, dafür

zu leiden.

In der Passion Christi war das ein unermessliches

Leiden mit einem unbeschreiblich

großen Ziel vor Augen; Jesus war

nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen,

sondern um sein Leben zu geben als

Lösegeld für viele. 1 Wer immer das als für

sich getan annimmt, „sich damit identifiziert“,

wird aus seiner Schuld-Abhängigkeit

herausgekauft. – Ein unermesslicher

Schuldenberg wurde getilgt. Wir wissen

darüber mehr oder weniger von Kindesbeinen

an und denken uns meist nicht viel

dabei. Uns fehlt das Verständnis. Diese

Dimension übersteigt unser Fassungsvermögen.

Wir glauben ja, wir hätten es im Griff.

Aber die Realität ist vergleichbar mit einer

Privatschuld von, sagen wir mal, 237 Mrd.

Euro. Wie lange braucht man bei einem

Durchschnittseinkommen für die Tilgung?

– Genau: unmöglich! Es gibt zwar viele

Modelle, wie man durch religiöse Übungen

Z u k u n f t E u r o p a

Foto: © Montage, Agentur PJI UG

Helfen Sie

mit einer großzügigen Spende!

Die »Z« macht öffentlich, was leider zu oft

verschwiegen oder verdreht wird. • Die »Z« klärt

auf über Hintergründe von Gender, Islam und Co.

Das erfordert gute Vorbereitung und vollen Einsatz!

Mit Ihrer Unterstützung kann das besser gelingen.

Vielen Dank!

Spendenkonto Zukunft Europa e.V.

KSK Göppingen • BIC: GOPSDE6GXXX

IBAN: DE26 6105 0000 0049 0155 68

etwas davon abtragen könnte; aber das

entspräche einer Rückzahlung von 50 Euro

im Monat. Keine Religion zu keiner Zeit hat

etwas auch nur einigermaßen Angemessenes

anzubieten.

Deshalb war die Passion Christi dieser

epochale Einschnitt in die Weltgeschichte.

So ist es auch nachvollziehbar,

dass nach einem Alten Testament nun von

einem Neuen die Rede ist. Eine neue Vereinbarung

tritt in Kraft – für die, die sie

unterzeichnen. Es ist ein Bluts-Bündnis:

In Jesus Christus haben wir die Erlösung

durch sein Blut, die Vergebung aller unserer

Vergehungen, nach dem Reichtum seiner

Gnade. 2

Gigantischer Schuldenerlass

Schon damals haben sich alle gefragt:

Wie kommt man an diesen gigantischen

Schuldenerlass heran? Die Antwort ist so

einfach, dass viele sie nicht für möglich

halten: „Kehrt um von der falsch eingeschlagen

Richtung (Gesinnungswandel),

und dann lasst euch taufen (als Zeichen

der Identifikation) auf den Namen Jesu

Christi zur Vergebung eurer Sünden!“ 3

Das ist die Kernbotschaft. Leider

wurde sie über die Jahrhunderte mit vielen

Schnörkeln „verziert“ – bis fast zur

Unkenntlichkeit; doch es bleibt dabei:

„Wo aber Vergebung dieser deiner Sünden

ist, braucht es keine religiösen Opfer

zur Abarbeitung von Sünde mehr.“ 4

Noch sind im deutschsprachigen Raum

an die 60 % dem Namen nach Christen –

und doch hat kaum jemand diese Kernbotschaft

so richtig verstanden, geschweige

denn sie im Alltag umgesetzt.

Die Konsequenz

„Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt,

so werden eure Vergehungen auch

nicht vergeben.“ 5

Wir beten ja auch: „Vergib uns unsere

Schuld, so wie wir vergeben“ … Ja, aber

wenn nicht?

Ist uns die Tragweite bewusst? Vergeben

wir nicht, dann können wir Ostern

„den Hasen geben“. Unsere Mitgliedschaft

in einer Kirche würde uns außer Kirchensteuerschuld

nichts einbringen. Wenn wir

nicht vergeben, sind wir draußen – weil

4 Z-kompakt


kompakt

Oster-Fastenaktion der EKD

– und was danach?

Fast zwei Drittel der Deutschen glauben,

auf Fragen wie „Hat es geschmeckt?“ oder

„Wie sehe ich aus?“ dürfe man mit einer

Lüge antworten. Das ergab eine Umfrage.

Gefälligkeitslügen nennt man das, und

meist geht es darum, die gute Stimmung

zu halten und eine Konfrontation zu umgehen.

– So leitet die EKD auf der Website 1

ihr Fasten-Motto ein. Damit wolle man

auch danach suchen, was eigentlich die

Wahrheit sei und wie man sie erkenne.

(Das fragte sich schon Pilatus, damals war

auch gerade Ostern.) Die Aktion soll dazu

anregen, sich selbst nicht zu belügen und

zu anderen ehrlich zu sein. Man solle auch

über Wahrhaftigkeit nachdenken und darüber,

wann man für die Wahrheit eintreten,

für sie streiten müsse.

„Mal ehrlich“, Theologen

Nun stellen aber führende Theologen

gerade der EKD zentrale Wahrheiten rund

um Ostern deutlich in Frage, ja, sie „leugnen“

sie. Die Website dazu 2 hätte man – nun

„Mal ehrlich!“ – für diese sieben Wochen

vom Netz nehmen sollen. Nach diesen

sieben Wochen, so lässt die Fastenaktion

schließen, kann man ja hurtig weiterlügen.

Lothar Simmank, Redakteur bei „blick in

die kirche“ sowie Autor von Kurzgeschichten

und Satiren aus dem Kirchenalltag,

Foto: © Screenshot, Website

stellt auf dieser EKD-Website die Frage „An

die Auferstehung glauben?“ und erklärt,

wie Theologen das christliche Osterfest

sehen. Hier eine Kurzfassung davon:

Im Mittelalter, also bis vor gut 800 Jahren,

sei es für Christen kein Problem gewesen,

an das Wunder der Auferstehung zu

glauben. Berichte von übernatürlichen

Phänomenen wurden kaum angezweifelt

– biblische Geschichten schon gar nicht.

Mit der Aufklärung seien dann die Fragen

gekommen: Kann der Osterbericht in

den Evangelien wahr sein? Hat Jesus das

Grab wirklich lebend verlassen? Das widerspricht

doch allen Naturgesetzen.

Die historisch-kritische Erforschung des

Neuen Testaments (18. Jh.) diskutierte auch

die Frage nach dem leeren Grab. Professor

Reimarus (1694–1768) etwa vertrat die

These, die Jünger Jesu hätten den Leichnam

Jesu aus dem Grab gestohlen, um ihn als

den auferstandenen Messias verkündigen

zu können (diesen Verdacht hatten schon

die jüdischen Gegner Jesu den Jüngern in

die Schuhe schieben wollen).

Andere – wie der Protestant Schleiermacher

(1768–1834) bis hin zum katholischen

Buchautor Franz Alt (* 1938) –

meinten, Jesus sei nur scheintot gewesen.

Deren rationalistische Deutungen gehen

€ 13,90

€ 12,95

€ 24,50

€ 20,–

€ 12,95

Umfangreiche Leseproben • versandkostenfrei ab 19,- in D • online bestellen: http://shop.agentur-pji.com

Z-kompakt 5


kompakt

Kamikaze im

kirchlichen

System

Wenn lt. Hochrechnung die

katholische Kirche im Jahre 2035

den letzten Gottesdienstbesucher

feiert, wird es die EKD möglicherweise

schon einige Jahre gar

nicht mehr geben.

Foto: © Screenshot, Youtube, Montage

In der Regel sind wir im deutschsprachigen

Raum christlich sozialisiert, so wie

Araber in ihrer Heimat meist moslemisch

sozialisiert sind: Man gehört einfach dazu,

ohne bewusste Entscheidung. Zu den beiden

großen Kirchen zählen sich derzeit

noch etwas über 50 % der Bevölkerung;

von dieser Hälfte besuchen nur etwa 4 %

noch regelmäßig den Gottesdienst.

Eine „versehentliche“ Zugehörigkeit

macht aber noch keinen zum Christen; deshalb

erleben auch so wenige die Vorzüge

eines Christenlebens. Die Frage ist berechtigt:

Wozu bin ich da überhaupt dabei? Die

bessere Frage würde allerdings lauten: Wie

komme ich zu einem Leben, in dem ich diese

Vorzüge auch tatsächlich genießen kann?

Tendenz:

In 16 Jahren am Nullpunkt?

Ergebnisse einer Studie, diskutiert auf dem

Ökumenischen Forum in Baden-Württemberg

Mitte März 2019: 1

Der stabile jährliche Rückgang der Gottesdienstbesucher

lässt statistisch prognostizieren,

dass in gut eineinhalb Jahrzehnten,

im Jahr 2035, der Gottesdienstbesuch

„nahe Nullpunkt“ sein wird.

Die Entwicklung in den Kirchen seit den

1980er-Jahren zeigt:

• Die meisten bleiben Mitglied, obgleich

viele darüber nachdenken, auszutreten

– die Austrittszahlen steigen weiterhin.

• Nutzung der Serviceleistungen der Kirche,

wie Taufe und Beerdigung, sind

stark rückläufig.

• Im Alltag spielen die Kirchen und ihre

Angebote kaum noch eine Rolle (Plausibilitäts-

und Relevanzverlust).

• In allen Bereichen ist die Tendenz wei-

Die »Z« abonnieren • Hinter die Kulissen blicken

Die Z-kompakt bringt 6–8 Mal jährlich Kommentare zur aktuellen Gesellschafts-Entwicklung. Der Mainstream denkt so, die

Z-kompakt macht Vorschläge, wie man es auch anders sehen kann. Die umfassenden Z-Themen-Ausgaben wird es ein- bis

zweimal jährlich geben: die bewährten Nachschlage-Magazine, die kompakt und kompetent ein Thema abdecken. Die

Ausgaben über Islam, Gender, Postfaktisch und Reformation sind nach wie vor begehrt und nachbestellbar.

Das Z-ABO gedruckt oder digital

Das Jahres-Abo enthält 6 bis 8 Z-kompakt (8–16-seitig) und ein bis zwei Z-Schwerpunkt-

Themen-Ausgaben (80-seitig oder mehr).

Im Einzel-Abo für nur ¤ 29,- digital 19,- • Im Förder-Abo gedruckt

und digital für ¤ 80,- od. mehr • Im 3er-Abo für nur ¤ 49,- Im 5er-

Abo für nur ¤ 69,- • Im Studenten-Abo für nur ¤ 19,- digital

10,- • Du kannst auch Abos verschenken!

Zum Test: Ein Themen-Heft und zwei Z-kompakt 9,-

Print-Abos nach A und CH: plus 17,- für Portomehrkosten.

Bestellen Sie Ihr Abo auf www.ZwieZukunft.de, per E-Mail an

info@zwiezukunft.de oder senden Sie uns eine Postkarte.

Der Abo-Vertrag verlängert sich automatisch um ein Jahr, sofern er nicht 4 Wochen vor

Ablauf des Bezugszeitraums in Schrift- oder Textform gekündigt wird (Postkarte oder E-Mail).

Z für Zukunft • Postfach 1409 • 73014 Göppingen • info@ZwieZukunft.de

6 Z-kompakt


kompakt

ter rückläufig, sodass man den Nullpunkt

der völligen Bedeutungslosigkeit

gut erkennen kann.

• Im Kern gelingt es den Kirchen nicht,

die Plausibilität und Relevanz ihrer Botschaft

erfahrbar zu machen.

Früher hatte die Kirche Machtmittel,

um ihrer Botschaft Nachdruck zu verleihen

(z. B. die Drohung mit Hölle und ewiger

Verdammnis). Heute funktioniert Machtausübung

in dieser Form nicht mehr.

Abbau von Kirchenimmobilien

Waren 2011 noch 24 500 katholische Kirchengebäude

verfügbar, wird für 2039 nur

noch ein Bedarf von 882 Kirchengebäuden

prognostiziert, also 23 618 weniger.

Wie kann es gelingen, die christliche

Botschaft plausibel zu präsentieren und so,

dass sie dem Menschen von heute etwas zu

sagen hat?

Der Gottes-Sensor

Man bedenke: Keiner wird als Christ geboren;

man muss Christ sein wollen. Ob man

in einem Kirchenregister eingetragen ist

oder nicht, ist dafür weder vorteilhaft noch

hinderlich.

Der Einstieg ist ein sehr bewusster.

Man weiß es danach ganz genau, es ist

quasi eine Geburt. Mehr noch: Es ist eine

Erlösung – eine Erlösung von Schuld und

vom System einer korrupten Welt. Es ist

ein Ende vom Gott-los-Sein: Das, was bisher

getrennt war, wird verbunden.

Bei dieser Geburt wird etwas lebendig,

Z u k u n f t E u r o p a

was bis dahin gefehlt hat: der Gottes-Sensor.

Dadurch kommt man in eine direkte Beziehung

zu Gott dem Vater; er ist dann nicht

mehr nur eine vage Ahnung oder Vorstellung.

Ein Christ steht mit Gott in enger Verbindung.

Bei diesem Einstieg, dieser

Geburt findet eine Verschmelzung statt.

Ist jemand so mit Christus verschmolzen,

ist er ein neues Geschöpf. Etwas definitiv

Neues ist geworden! 2

Das ist ein totaler Systemwechsel. Es ist

eine Migration aus einem zerstörerischen

Machtbereich heraus. 3 Wer aus dem Dunkeln

plötzlich ins Licht kommt, mag rufen: „Wo ist

die Sonnenbrille?“ – Doch sobald man sich ein

wenig an das überwältigende Licht gewöhnt

hat, bemerkt man, dass man sieht. Wie blind

man doch davor noch war, unfassbar!

Ganz am Anfang wurden den Menschen

auch mal die Augen aufgetan und sie sahen

– aber bloß, dass sie nackt waren; daraufhin

versteckten sie sich hinter religiösen

Feigenblättern. 4 Jetzt aber ist es, wie wenn

eine Decke weggezogen wird, und wir können

tatsächlich die Herrlichkeit des auferstandenen

Christus sehen! Dadurch werden

wir transformiert in dasselbe Bild; das

managt der Geist Gottes. 5

Vorher haben wir die Tagesschau angeschaut,

davon bekamen wir zunehmend

Angst und wurden in ein besorgniserregendes

Bild verformt.

Von Bill Gates adoptiert mit

vollem Erbrecht

Übrigens: Sie haben noch als Embryo im

Helfen Sie

mit einer großzügigen Spende!

Die »Z« macht öffentlich, was leider zu oft

verschwiegen oder verdreht wird. • Die »Z« klärt

auf über Hintergründe von Gender, Islam und Co.

Das erfordert gute Vorbereitung und vollen Einsatz!

Mit Ihrer Unterstützung kann das besser gelingen.

Vielen Dank!

Spendenkonto Zukunft Europa e.V.

KSK Göppingen • BIC: GOPSDE6GXXX

IBAN: DE26 6105 0000 0049 0155 68

Notre Dame in

Flammen – ein Ruf

zur Umkehr

von Gabriele Kuby

Am ersten Tag der Passionswoche

brennt Notre Dame in Paris. Ein Symbol,

ein lauter Schrei: „Kehrt um!“?

Jeder ist erschüttert, selbst wenn er

kein Glaubender ist. Wohin sollen wir

gehen mit der Not der Welt, mit unserer

eigenen Not, wenn das Christentum

zugrunde gerichtet ist?

Die westliche Welt ist abgefallen vom

Glauben. Immer mehr Kirchen werden

geschlossen. Gott ist den Menschen gleichgültig

geworden, schlimmer als das: Die

Mächtigen tun alles, um die christliche

Kultur zu zerstören, den Glauben auszuradieren

aus den Herzen der Menschen.

Deswegen brennt Notre Dame. Die

Grundstrukturen der Kathedrale stehen

zwar noch. – Aber sie war nicht mehr

gefüllt mit gläubigen Menschen, die die

barmherzige Vergebung Gottes suchen, die

noch wissen, was sie glauben und sich dazu

bekennen, die den schmalen Weg gehen.

Man werde Notre Dame wieder aufbauen,

versichert Emmanuel Macron. Eine

französische Familie wird dafür 100 Millionen

spenden. Großartig! Der eigentliche

Aufbau geschieht durch lebendige Bausteine,

durch Umkehr zum gelebten Glauben.

Jeder, in welcher Position er sich auch

befindet, kann durch ein Leben im Wort

Gottes zum Aufbau der Kirche beitragen.

Der Karfreitag wird uns nicht erspart

bleiben. Aber wir wissen, danach die Auferstehung.

Lassen wir uns von der Freude

darüber erfüllen, auf dass wir Kraft haben,

standzuhalten. www.gabriele-kuby.de X

Foto: © Screenshot, Youtube

8 Z-kompakt


Foto: © Montage, Agentur PJI UG

Es gibt

einen

Aus-WEG!

Hilfe im Schwangerschaftskonflikt

und nach Schwangerschaftsabbruch

Reinhard Klein

kompakt

In New York dürfen Kinder nun bis

zum Einsetzen der Wehen legal abgetrieben

werden. Die Jusos in Deutschland

fordern ebenfalls die Abtreibung bis

zum 9. Monat – und auch in Australien diskutiert

man schon darüber. Es ist wie ein

weiterer Dammbruch bei der Definition

„lebensunwerten Lebens“. Das sollte bei

jedem von uns Entsetzen auslösen!

Mit viel Geld und publizistischem Aufwand

wird versucht, Abtreibung zum

„Lebensrecht“ umzudeuten. Die Forderung

nach „Lockerung des Werbeverbots“

soll vorgeburtliche Tötung noch selbstverständlicher

machen – als wäre dieser Eingriff

eine Lappalie.

„Ich bin in der 9. Woche schwanger.

Wahrscheinlich bringe ich es nicht übers

Herz, das Kind abzutreiben, kann mir aber

auch nicht vorstellen, es zu bekommen.

Seit mein Freund davon weiß, trifft er sich

wieder mit seiner Ex. Er sagte: ,Wenn du

nicht mehr schwanger bist, komme ich zu

dir zurück.‘ Damit komme ich überhaupt

nicht klar und weiß nicht mehr weiter …“

„Schwanger und total verzweifelt!!!

Mein Freund will das Kind nicht. Was

mache ich jetzt? Helft mir!“

„Seit gestern weiß ich, dass ich in der

siebten Woche schwanger bin. Ich will kein

Kind. Jetzt schon gar nicht. Vielleicht später,

aber das weiß ich auch nicht so genau. Ich

bin mitten im Studium. Was soll ich tun?“

So oder ähnlich klingen viele Hilferufe

von Frauen, die sich an die Beratungsstelle

Aus-WEG?! in Pforzheim wenden.

Es gilt einen Ausweg zu finden für Frauen,

die ungeplant schwanger geworden sind

– damit das Leben mit dem Kind einen

guten Start haben kann. Aus dem gesamten

deutschsprachigen Raum wenden sich

Frauen an die Beratungsstelle.

30. Mai – 2. Juni 2019

73037 GP-Hohenstaufen, TSV-Sporthalle

»bewegen« – eine etwas andere Konferenz.

Grenzen sprengen! „Löcher“ schließen: um den vollen

Segen zu halten. Dem „Räuber“ keine Gelegenheiten geben.

Gewohnheits-Löcher beseitigen.

komm zu

Zusammen auf das Ziel zu: den Siegespreis!

Ein Leben in der Berufung, hier und jetzt Phil 3,14

» b o d y b u i l d i n g «

Ein Wochenende, das du nicht so schnell vergisst!

„Dort, wo der Geist des Herrn ist, ist Freiheit!“

Die Natur des Geistes: Er »bewegt« sich ständig –

und wo er ist, wollen wir auch sein.

Diese Tage – ganz unter seiner Leitung!

Für einige wurde »bewegen« zu einer der stärksten

Erfahrungen ihres Glaubenslebens. Das alles lässt

sich schwer beschreiben, es muss erlebt werden!

Mit dabei: George Markakis (GR), Ian McCormack

(Neuseeland), John David Kirby (USA), Willi Mayer, Peter Ischka

und Wolfgang Wirth (Worship). Höre die mp3s von

bewegen17 & 18, dann weißt du, worum es geht!

George Markakis Ian McCormack John David Kirby Willi Mayer Peter Ischka Wolfgang Wirth

Alle weiteren Infos

und die Aufzeichnungen

von bewegen17 und 18 auf

http://bewegen17.com

Z-kompakt 9

Glaubens-Löcher schließen, Netze fitmachen


kompakt

Was macht

5G-Mobilfunk

mit uns?

Der Theologieprofessor und Publizist

Werner Thiede hat nach seiner 5G-Broschüre

Die digitale Fortschrittsfalle eine

weitere veröffentlicht: Digitalisierung als

Weltanschauung. Wie die rigorose Vernetzungspolitik

mit 5G-Mobilfunk ideologische

Züge offenbart.

Ein Interview von Peter Rath-Sangkhakorn

vom pad-Verlag.

Frage: Herr Professor, in den Medien

preist man den kommenden 5G-Mobilfunk

wie eine Erlösungsmacht. Wie sehen Sie

Foto: © Montage, Agentur PJI UG

diese Entwicklung als theologischer Ethiker?

Werner Thiede: Die Vorteile, die 5G-

Mobilfunk mit sich bringt, betreffen vor

allem die Industrie 4.0 – was all diejenigen

nicht begeistern kann, die dadurch

ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Ob

etwa selbstlenkende Autos und automatische

Haustechniken, die dann mehr oder

weniger in Echtzeit funktionieren, tatsächlich

einen Vorteil darstellen, ist eher zweifelhaft:

Es geht um Luxus, auf den größere

Teile der Bevölkerung durchaus verzichten

würden. Viele sorgen sich eher wegen der

wenig erforschten 5G-Strahlung: Dürfte

doch ein 100-mal schnellerer Datendurchsatz

auch mit einer 100-fach höheren Strahlenbelastung

auf Straße und Innenraum

einhergehen! Mit vielen anderen Wissenschaftlern

bezweifle ich, dass das ohne

negative Folgen für die Gesundheit bleibt.

Ich bin vielmehr überzeugt: Der Nutzen

von 5G steht in keinem Verhältnis zum

Gesundheitsrisiko und zum mittelfristig

drohenden Risiko einer totalen Überwachungsgesellschaft.

Sind denn die gesundheitlichen Risiken

überhaupt bewiesen oder – wie oft zu

hören – nur gering?

Nicht bewiesen ist eben die Unschädlichkeit

der 5G-Strahlung. Es gibt einige

Studien, die bei 5G durchaus kritische

Ein kleines Stück Wüste. Zwei Völker,

Juden und Palästinenser – aber einiges

stimmt nicht, was uns tagaus,

tagein darüber berichtet wird.

Ich war vor Ort

März 2019 beanstandete die ZDF-Moderatorin

Andrea Kriewl die Journalisten der

ARD-Tagesschau, die einen Bericht so einleiteten:

„Nach schweren Angriffen der israelischen

Armee auf den Gazastreifen …“

Liebe Leute bei der ARD, Sie irren sich!

Ich war vor Ort, als es losging mit den

Raketen aus Gaza. Die Reaktion der israelischen

Armee darauf war – wie der Name

sagt – eine Reaktion. Man muss Israel nicht

mögen, man darf kritisieren und viele Fragen

stellen. Man muss aber, wenn man

Journalist ist, die Wahrheit berichten. 1

Da wird gerne mit ungleichem Maß

gemessen; hat Gleichstellung in unserer

Gesellschaft nicht einen hohen Stellenwert?

Parteiprogramme pochen darauf. Gerade in

der Flüchtlingspolitik, speziell, wenn es um

die „Ungerechtigkeiten“ an palästinensischen

Flüchtlingen geht, lohnt es sich, einmal

genauer hinzusehen.

Foto: © Buchcover, Elroi

Wundersame

Bevölkerungsvermehrung

Regelmäßig wird von Krawallen im Gazastreifen

berichtet. Israel und seine Armee

werden beschuldigt, rücksichtslos gegen

palästinensische Demonstranten vorzugehen.

Diese wollten doch nur zurück in ihr

ehemaliges Land, gemäß einer UNO-Resolution

von 1948. Es sind rund 5 Mio. Palästinenser,

die zurückwollen. Das Internationale

Rote Kreuz, bis Juli 1949 zuständig

für die palästinensischen Auffanglager, gab

damals eine Zahl von 351 293 Flüchtlingen

an. Heute, siebzig Jahre später, sind es 14,3

Mal mehr! Wie war das nur möglich?

Gaza – ein Gefängnis

unter freiem Himmel?

Linke Medien zeigen eine spezielle Sicht

der Realität palästinensischer Flüchtlinge.

Auf den ersten Blick durchaus verständlich.

Aber wie sind die Zusammenhänge wirklich?

Warum gefällt es den Palästinensern

nicht in ihrem eigenen Staat? Gaza wurde

2005 von Israel den Palästinensern übergeben;

demokratische Wahlen haben der terroristischen

Hamas politische Macht verschafft.

Nach dreizehn Jahren dieser Politik

will die Bevölkerung fliehen! Weshalb?

Fehlt es an guten Schulen? Ist das Gesundheitswesen

mangelhaft? Ist die Ökonomie

am Boden? – Wohl genau deshalb.

Vererbbares Flüchtlingsrecht

Auch wenn viele der Probleme im Gazastreifen

zum Himmel schreien, gilt es, genau

hinzusehen. Wo liegen die Ursachen? Israel

hat über eine Million jüdischer Flüchtlinge

aufgenommen und integriert. Die Palästi-

12 Z-kompakt


kompakt

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung

Der „Kongress christlicher Führungskräfte“

(KCF) sagt zur Herausforderung

Digitalisierung: Christliche Führungskräfte

sollten diese Entwicklung

aktiv gestalten und besonders bei der

künstlichen Intelligenz (KI) ethische

Maßstäbe setzen.

Im Wettlauf der Entwicklung von KI hat

Asien, besonders China, Europa bereits

deutlich hinter sich gelassen. In der Programmierung

von Algorithmen arbeiten

mehr Menschen mit buddhistischem oder

konfuzianischem Hintergrund als Menschen

christlicher Prägung, stellt Friedhelm

Wachs fest. Wachs ist Geschäftsführer

der Wachsonian GmbH und stellvertretender

Vorsitzender des Arbeitskreises evangelischer

Unternehmer (AEU).

Was könnten wir als Christen dem Technologievorsprung

Asiens entgegensetzen?

Sind wir nicht durch hausgemachte Probleme

so blockiert, dass aus Mangel an

Weisheit künstliche Intelligenz uns auch

nicht weiterbringen kann?! – Der Mangel

an Gottesfurcht ist das Ende aller Weisheit,

das ist der Umkehrschluss einer uralten

Erkenntnis. 1 Beide Großkirchen in unserem

Land verzeichnen Zuwächse nur in den Aus-

trittszahlen und dem Rückgang des Gottesdienstbesuchs.

Laut einer Studie der Deutschen

Bischofskonferenz zeigt die Statistik,

dass man 2035 (!) den letzten Gottesdienstbesucher

feiern können wird. Statistisch

gesehen wird die EKD schon deutlich früher

so weit sein. Man befasst sich weniger mit

digitalen Fragen als mit dem „analogen“,

manifesten, sicht- und greifbaren Rückbau

tausender Kirchen-Immobilien bzw. ihrer

Abstoßung oder Umnutzung.

Studien zufolge spielt die Kirche und ihr

Angebot im Alltag kaum noch eine Rolle;

sie leidet unter Plausibilitäts- und Rele-

Foto: © Agentur PJI UG

Wie können wir als Christen in Führung gehen?

Frank Heinrich,

MdB

Wo wir Vorbilder sein

wollen, da sollten wir

führend sein. Dazu

sollten wir für uns persönlich

ziemlich genau

das, was wir glauben, in den Alltag übersetzen

können. Denn die Menschen lesen, was

wir leben, und nicht, was wir reden. Da habe

ich sicher auch einiges nachzubessern.

Drei Schlüsselbotschaften, die man an

uns lesen können sollte: Sorge dich nicht,

habt keine Angst, und: Richte nicht.

Als praktischen Tipp: Wenn mir da

etwas negativ erscheint … die Leute segnen!

Sagt Dank für alles. Auch anderen

Menschen, denn wir nehmen viel zu viel

als selbstverständlich hin.

Dr. Markus

Spieker,

Fernsehjournalist

Christen gehen in

Führung, indem sie

erkennen, dass sie

bereits in Führung

sind. Auf die vielen tolle Dinge, die in den

letzten 2000 Jahren geschehen sind, seit

Jesus Christus den Heiligen Geist aktiviert

hat, können wir richtig stolz sein. Wie es

einige Christen-Väter gesagt haben, stehen

wir auf Schultern von Riesen und können

deshalb weit in die Zukunft blicken. Mit diesem

Bewusstsein gehen wir in die Gesellschaft,

in Vereine, in Parteien oder gründen

auch eigene Initiativen und arbeiten so am

Aufbau der Gesellschaft mit. Ich bin überzeugt,

dass der Bildungsbereich ein

Günther Veit, Inhaber Veit GmbH

Helmut Matthies, Journalist (idea)

Jörg Knoblauch,

Unternehmer und Berater

Prof. Hans-Joachim Eckstein,

Uni-Professor, Autor

Prof. Thomas Schirrmacher,

Theologe und Ethiker

Carsten Waldeck

Gründer Shift Smartphones

Mein Wunsch ist es, dass Gottes Liebe in

Führung geht. Weniger Religiosität und

„-tum“, sondern mehr von der krassen Liebe

Gottes. Die Welt hat eine riesige Sehnsucht

danach. Wenn wir selbst eine tiefe Liebesbeziehung

zu Jesus haben, dann fließt das ganz

Z-kompakt 13


kompakt

Vom Helden

Albaniens

lernen

Georg Kastriota, genannt Skanderbeg, wurde

am 6. Mai 1405 geboren. Ein Fürst, der

wegen seines unüberwindbaren Widerstands

gegen die Expansion der Osmanen die Titel

„Verteidiger des Glaubens“ und „Kämpfer

des Christentums“ erhielt. Heute wird er in

Albanien als Nationalheld gefeiert.

Verpfändet und betrogen

Im 14. Jh. war die Lage auf dem Balkan kritisch:

Die Westkirche wollte die Ostkirche

unter ihre Kontrolle bringen – mit dem billigsten

Mittel: dem Entzug von Hilfe. Die

Osmanen wussten, wie das zu nutzen war.

Georgs Großvater war in der Schlacht

auf dem Amselfeld gefallen (1389). Daraufhin

wurde Georgs Vater Gjon zum Vasallen

des Sultans Murad II. Der forderte Gjons

Söhne als Pfand für seine Treue (also auch

16 Z-kompakt

Foto: © Buchcover, Puste-Verlag

Georg); Gjon musste zum Islam konvertieren

und strategische Regionen abtreten, so seine

Festung Kruja. Im Gegenzug verpflichtete

sich der Sultan, die Söhne im christlichen

Glauben zu erziehen und sie nach Gjons Tod

ihr Erbe antreten zu lassen. Aber entgegen

dem Versprechen wurden sie beschnitten,

islamisiert und streng zu Janitscharen-Kriegern

erzogen.

So lernte Georg am Hof des Sultans alle

Feinheiten der osmanischen Kampfstrategie.

Er wurde zum äußerst erfolgreichen Heerführer

und erhielt den militärischen Ehrentitel

bey – „der Große“. Nach herausragenden

Siegen wurde noch „İskender“ hinzugefügt,

eine Anspielung auf Alexander den Großen;

aus „İskender Bey“ wurde Skanderbeg.

Nach dem Tod des Vaters Gjon 1437 brach

Murad II. nach islamischer Sitte erneut sein

Versprechen: Keiner der Söhne konnte sein

Erbe antreten.

Fürst von Albanien

Inzwischen erfuhr Skanderbeg von seiner

wahren Herkunft und dem Schicksal seiner

Familie. 1443 verließ er mit 300 ihm unterstellten

albanischen Rittern das Heer des

Sultans und steuerte auf Albanien zu. Durch

List übernahm er kampflos die Festung von

Kruja und das väterliche Fürstentum. Statt

dem Halbmond wehte am nächsten Morgen

die Fahne der Kastrioten mit dem schwarzen

Doppeladler auf rotem Grund. Kein

Osmane war im Städtchen übrig geblieben,

ausgenommen jene, die sich, wie Skanderbeg

selbst, zum Christentum bekehrt hatten.

Am 28. September 1443 wurde er zum

Fürsten von Albanien gekrönt.

Um den Osmanen Widerstand leisten

zu können, suchte er Verbündete; Georg

kannte seinen Feind ja wie kein anderer.

Er wandte sich an die Republik Venedig

und an das Königreich Neapel. Am 1. März

1444 versammelten sich auf seinen Ruf hin

albanische und montenegrinische Adelige;

die „Liga der Fürstentümer Albaniens“

wurde ins Leben gerufen. Die Fürsten leisteten

einen Treueeid auf Georg.

Murad II., wütend über den Verrat seines

Schützlings, sandte ein mächtiges Heer

gegen die Albaner; doch am 29. Juni 1444 in

der Schlacht von Torvioll wurden die Osmanen

vernichtend geschlagen. Das machte

den Sultan nur noch wütender; er verfügte,

Skanderbeg und die Albaner zu vernichten.

Weitere Armeen zogen gegen Georg und

sein Land, und wieder wurden die Osmanen

besiegt. Der Ruhm der Taten Skanderbegs

erscholl im ganzen Westen; damals erhielt

er die Titel „Furchtloser Verteidiger des

Glaubens“ und „Kämpfer des Christentums“.

Murad II. schickte ein Heer nach dem anderen,

und alle unterlagen. Georg beherrschte

die Strategie des Feindes zu gut.

Skanderbegs Erfolge beunruhigten die

Venezianer, die sahen ihren Handelsverkehr

mit den Osmanen in Gefahr – und verbündeten

sich mit dem Sultan gegen Skanderbeg.

Das brachte auch ihnen Niederlagen ein.

Im Frühling 1466 machte sich ein

200 000 Mann starkes osmanisches Heer

auf zur zweiten Belagerung der Hauptstadt

Kruja. Ein Jahrzehnt zuvor (1453) hatten

die Osmanen Konstantinopel erobert; aber

Skanderbeg gab nicht klein bei. Er griff

zur bewährten Strategie des Kleinkriegs:

Monatelang ermüdete er das türkische Heer

durch Überfälle und Scheinangriffe; schließlich

musste der Sultan ins Winterquartier

nach Konstantinopel abziehen.

Skanderbeg starb am 17. Januar 1468

mit 62 Jahren im Bett. Für die Christenheit

war dies ein schwerer Verlust. Sultan Mehmed

II. habe bei der Nachricht von dem Tod

seines großen Gegners ausgerufen: „Endlich

gehört mir Europa und Asien. Wehe der

Christenheit, sie hat ihr Schwert und ihren

Schild verloren!“

Bevor Skanderbeg starb, rief er alle

Herren und Fürsten des Landes zusammen,

dazu seine Familie und seinemn zehnjährigen

Sohn. Er ließ sich ein Bündel eng

gebundener Stöcke bringen und forderte

die Anwesenden auf, es zu brechen. Dann

löste er das Bündel auf und gab jedem einen

Stock. Dann sagte er: „Ihr seht, jeder Stock

für sich allein kann sehr leicht gebrochen

werden. Aber auch schwache Stäbe zusammengebunden,

kann niemand sie brechen.

Das ist mein letzter Rat: Egal wie stark ihr

seid, alleine wird der Feind euch brechen.

Aber wenn ihr als Einheit zusammensteht,

kann er das nie.“

Zehn Jahre nach Skanderbegs Tod, 1478,

konnten die Osmanen Albanien zurückerobern.

Sie beherrschten das kleine Land

über 430 Jahre lang; erst 1912 erlangte

es als „Königreich Albanien“ die Unabhängigkeit.

X

Mehr auf www.mission-is-possible.de/alb

Weitere Magazine dieses Users