Singendes Schleswig-Holstein 3-2018

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68. Jahrgang

Nr. 3

Juli - September 2018


NACHRICHTENBLATT

DES SÄNGERBUNDES SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V.

Als Niedersächsischer Sängerbund gegründet am

10. Juni 1862.

In dieser Ausgabe

Editorial 2

Scheersberg-Jubiläum 3

Aus den Chören 4

Protokoll der Landesdelegiertenversammlung 18

Forschungszentrum Feuchtwangen 21

Unsere Jubilare 23

Statistik 24

Zum 100. Geburtstag von Eric Ericson 25

Deutscher Chorwettbewerb 26

Nachrichten 27

Nachrufe 29

Konzertkalender 30

Herbstprojekt des SSH-Jugendchors 31

Der SSH auf einen Blick 32

Titelbild:

Gut gelaunte Chorleiterinnen bei der Jubiläumsfeier

„60 Jahre Chorleiterausbildung auf dem Scheersberg“

Impressum

Herausgeber:

-Holstein e.V.

Redaktion:

Druck:

Sängerbund Schleswig

Helmut Zech

Wohldkoppel 14 · 24148 Kiel

Tel: 0431 / 72 55 24

E-Mail: helmut.zech@singakademie.eu

Onlineprinters GmbH

Rudolf-Diesel-Straße 10

91413 Neustadt a. d. Aisch

Tel.: 09161 / 6 20 98 00

Fax: 09161 / 66 29 - 20

Auflage: 2.500

Das Nachrichtenblatt des SSH erscheint dreimonatlich. Der

Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Einsendungen

nur an die Redaktion. Einsender von Briefen, Manuskripten

u.a. erklären sich mit der redaktionellen Bearbeitung und

ggf. Kürzung ihrer Beiträge einverstanden. Fotos bitte als

bmp oder jpeg mit 300 dpi.

Keine Haftung für unverlangte Einsendungen! Namentlich

gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die

Meinung der Redaktion wieder.

Alle Angaben ohne Gewähr!

EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Chorleiterausbildung auf dem Scheersberg ist eine

der wichtigsten Dienstleistungen des SSH für seine

Chöre. Seit 60 Jahren sorgt unser Verband für

„Nachschub“ auf dem Chorleiter-Markt. Das Jubiläum

wurde Anfang Juni auf dem Scheersberg gebührend

gefeiert.

Zu diesem Thema paßt, was ich beim „Stöbern“ im

Internet in einem der zahlreichen Foren fand, die sich

mit musikalischen Themen und auch speziell mit

Chorgesang beschäftigen. Unter dem Titel „Denn sie

wissen nicht, was sie tun“ wurde über die Qualität von

Laienchören und die unterschiedliche Arbeitsweise von

Chorleitern diskutiert. Einen Beitrag fand ich bemerkenswert

und möchte ihn hier wiedergeben:

„Ein Chor ist immer nur so gut wie sein Chorleiter

oder seine Chorleiterin. Das ist meine feste Überzeugung

und die Erfahrung aus nunmehr 20 Jahren Chorarbeit.

Natürlich ist das "Stimmmaterial" in einem 50-

köpfigen Jugendchor ein ganz anderes als bei einem

Dorfchor in der südniedersächsischen Provinz. Aber

ein guter Chorleiter ist in der Lage, aus beiden Chören

das Optimum herauszuholen. Es gibt leider noch viel

zu viele selbsternannte Autodidakten die sich als

Chorleiter anstellen lassen und so tun als ob sie wüssten

was sie tun - und das mit Erfolg. Langfristig wird

genau darunter die Chorlandschaft in Deutschland

mehr und mehr leiden und sich somit auch selbst bereinigen.

Ein guter Chorleiter weiß immer, wer in seinem

Chor wo was singt. Ein guter Chorleiter stellt seine

SängerInnen in intensiven Stimmbildungseinheiten

auf die vor dem Chor liegende Aufgabe, sei es Probe

oder Konzert, ein. Und er hört stimmliche Probleme

eines jeden einzelnen und ist in der Lage diese zu

korrigieren. Ein guter Chorleiter weiß aber auch wo

die Grenzen seines Chores sind. Schafft er es, diese

Grenzen zu überwinden und die Leistung und auch die

Leistungsbereitschaft zu steigern, ist er ein richtig guter

Chorleiter.

Ein hoch auf die guten Chorleiter, von denen es leider

zu wenige gibt!“

Dem kann ich mich nur voll anschließen! Wie denken

Sie darüber? Schreiben Sie uns doch mal!

Noch ein Wort zum Wetter: Erinnern Sie sich noch an

Rudi Carells musikalischen Stoßseufzer von 1975?

„Wann wird's 'mal wieder richtig Sommer, ein Sommer,

wie er früher einmal war?“

Na, in diesem Jahr hat es ja mit dem „richtigen“ Sommer

geklappt! Genießen sie ihn in vollen Zügen!

Redaktionsschluß

der nächsten Ausgabe ist der

15. Januar 2019

Helmut Zech

Einsendungen bitte nur per E-Mail an

helmut.zech@singakademie.eu

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SCHEERSBERG - 60 JAHRE CHORLEITERAUSBILDUNG.

60 Jahre Sche e rsb e rg - Blicke e ine s ausw ärtig Dazuge höre nde n

Die Chorleiter-Lehrgänge des SSH auf dem Scheersberg sind als Perpetuum Mobile seit

60 Jahren aktuell und in Bewegung. Zur Jubiläums-Veranstaltung am 2. Juni 2018 waren

alle erreichbaren ehemaligen Teilnehmer eingeladen. Eingebettet in ein Lehrgangs-

Wochenende fand das Fest im Fest-Saal statt, ein Ort, der den vielen in die Jahr(zehnt)e

Gekommenen als musikalische Heimat in guter Erinnerung ist.

„Erinnerungen“ standen natürlich im Mittelpunkt. Und auch wenn jeder von uns ganz

eigene Eindrücke vom Scheersberg in die Welt mitgenommen hatte, so zeigte sich in den

zahlreichen „Weißt Du noch…?“ und „Ja: Das war so schön!“ doch die zwar verblasste

aber dennoch zeitlose Bindungskraft, die hier entstehen konnte. Bilder, Texte, Utensilien -

sorgfältig präsentiert - befeuerten Gespräche, vergegenwärtigten Vergessenes, ließ wertvoll

Gewordenes aufleuchten.

Was uns Ehemalige miteinander und mit den begeisterten heurigen Lehrgangsteilnehmenden

bindet, war und bleibt die Chormusik: „…Sie freut das Herz…“ war eines der

vielen Lieder, die den ganzen Tag über gesungen, fast zelebriert wurden. Mehrere Sätze

aus der Feder Hellmut Wormsbächers, den ich selbst während meiner Zeit auf dem

Scheersberg in den 80er und 90er Jahren sehr lange als vorbildhaften Lehrer erleben

durfte, dazu manch „alter Schlager“ aus Renaissance, Romantik und dem weiten

Repertoire der Dozenten, von Günter Kirsch „Un jümmer, wenn dat Abend ward“,

abschließend Irische Segen in zwei Varianten.

Die meisten Stücke wurden von Thekla Jonathal und Andreas Cessak einstudiert: eine

Chance für uns „Damalige“, bewährte und neue Probentechniken und Interpretationswege

(wieder-)zuentdecken. Apropos Thekla: Wie erfrischend und begeisternd Du

über Deinen langen gemeinsamen Weg mit dem Scheersberg erzähltest! Du hast uns

aufgezeigt, dass Scheersberg und schöne Chormusik immer zusammen gedacht wird.

Allen gilt wechselseitig großer Dank: den aktuellen Scheersberg-Lehrgangs-Teilnehmenden

einschließlich den Dozierenden, den in angemessener Zahl angereisten Ehemaligen

und auch denen, die aus unterschiedlichsten Gründen leider nicht (mehr) anwesend sein

konnten. Einen herausgehobenen Dank hat unsere Erdmute (Jonathal) verdient, die so

ganz viel zum Gelingen des Jubiläums beigetragen hat - trotz des Dilemmas, dass ihr zur

Last-Tragung nur ein Fuß zur Verfügung stand (weiterhin gute Besserung!).

In summo wage ich den Wunsch Vieler weiterzugeben, dass die Taktung der Scheersberg-

Jubiläums-Feiern deutlich enger werden möge.

Vivat Perpetuum Cantabile! - Also bis bald?! Günter Schlechter

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AUS DEN CHÖREN.

Mare n Thie sse n für 50 Jahre Chorle ite rarb e it ge e hrt

Der Lundener Frauenchor von 1929 war in diesem Jahr Gastgeber des beliebten Frühjahrskonzertes

und verschaffte seinen Gästen ein besonderes Erlebnis. Als Veranstaltungsort

wurde wieder der Lindenhof ausgewählt und der Saal für das Konzert festlich geschmückt.

Die Sängerinnen hatten sich auf dieses Ereignis gut vorbereitet und freuten sich auf ihre

Gäste. Schon zu Beginn der Veranstaltung gab es kaum noch freie Plätze, und Stühle

mussten herbeigeschafft werden. Vor dem eigentlichen Musikgenuss hatten die Besucher

rechtzeitig das üppige Kuchen-Büffet erobert und schwelgten bei selbstgebackenen Torten

und Kuchen. Zwischendurch wurden die Lose für die Tombola verkauft.

Extra angereist aus Kiel war der befreundete Frauenchor Concordia mit Chorleiterin Nina

Baudhuin. Immer dabei und nicht wegzudenken ist auch Rainer Zeikau mit den Sängern

seiner Chorgemeinschaft Lunden-Kleve, die ihre Sangesfreundinnen in Lunden nicht im

Stich lassen. Alle Chöre präsentierten ihren Gästen ein abwechslungsreiches Programm.

Mit dem Lied „Seid willkommen, ihr Leut’“ begrüßten die Sängerinnen die schon gespannt

wartenden Gäste. Anschließend hieß Waltraud Sonnberg, Vorsitzende des Lundener

Frauenchores, die Besucher und Ehrengäste, insbesondere den Präsidenten des Sängerbundes

Schleswig-Holstein, Bernd Küpperbusch, herzlich willkommen und wünschte allen

Besuchern einen fröhlichen Musiknachmittag.

Dann präsentierten die Lundener Sängerinnen unter der Leitung von Maren Thiessen, begleitet

von Martino Convertini am Klavier, drei bekannte Frühlingsweisen.

Darauf folgten Grußworte der Bürgermeister aus Lunden, Krempel und Lehe an die Gäste.

Weiter ging es im Programm mit der deutschen Version von „Tiritomba“ und dem Frühlingslied

„Schau nur, die Schwalben sind da“, vorgetragen vom Lundener Frauenchor.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand nun eine ganz besondere Ehrung. Mit vielen Dankesworten

würdigte SSH-Präsident Küpperbusch Maren Thiessen für ihre Verdienste um

die Chormusik. Er überreichte ihr eine Urkunde für 50 Jahre Chorleitertätigkeit, davon 31

Jahre mit dem Frauenchor Lunden. Sie war sehr gerührt und meinte: „Ich bin das nur

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AUS DEN CHÖREN.

geworden mit Hilfe meiner Sängerinnen im Frauenchor Lunden und verschiedener anderer

Chöre zuvor.“

Im Januar l987 nahm die junge Realschullehrerin Maren Thiessen die „Zügel fest in die

Hand“. Sie ist temperamentvoll und energiegeladen, immer aufgeschlossen und hilfsbereit.

Mit ihr begann im Frauenchor ein neuer Zeitabschnitt. Die Jubilarin ist ein Glücksfall

für den Lundener Frauenchor, so die Meinung der Sängerinnen.

Anschließend gab es nur noch Musik. Zunächst traten die Sänger der Chorgemeinschaft

Lunden-Kleve auf die Bühne und sangen fünf „Ohrwürmer“. Dazu gehörten „Blowin’ in the

wind“ und das „Chianti-Lied“. Die Gäste aus Kiel präsentierten acht wunderschöne Frühlingslieder.

Chorleiterin Nina Baudhuin versteht es, ihre Sängerinnen in die Welt der Musik

mitzunehmen. Es war ein Genuss, diesem Chor zuzuhören.

Auch der Frauenchor Lunden, der danach auftrat und noch drei Lieder vortrug, berührte

ganz sicher viele Gäste mit dem Lied „Ein bisschen Frieden“. Zum Schluss sangen die

Frauenchöre aus Kiel und Lunden noch einige afrikanische Lieder, die immer wieder gern

gehört werden.

Sämtliche Lose waren jetzt verkauft, nun konnte die Tombola starten. Es gab viele wertvolle

Preise, darunter Präsentkörbe. Als Hauptpreis wurde eine Wochenendereise für zwei

Personen nach Berlin ausgelost.

Dann sprach Waltraud Sonnberg die Schlussworte und bedankte sich bei den Gästen. Es

war ein wunderschöner Musiknachmittag für die Besucher und auch für die Veranstalter.

Die Chöre verabschiedeten sich und sangen gemeinsam den „Irischen Segen“.

Am Gelingen dieser Veranstaltung hatten viele Beteiligte ihren Anteil. Die Sponsoren mit

ihren Tombola-Spenden, die singenden „Tortenbäckerinnen“ vom Frauenchor Lunden,

Maren Thiessen und Martino Convertini sowie die Vorstandsvorsitzende Waltraud Sonnberg.

Dafür sei allen ganz herzlich gedankt.

R. Braband

Frühlingskonze rt de s Musikve re ins Bad Schw artau e .V.

Einer unserer Höhepunkte im Jahr ist das Frühlingskonzert – meistens am letzten Sonntag

im März. Liebevoll schmücken die Frauen und Männern des Chores einen Tag vorher

dazu die Krummlandhalle mit Blumen, Schmetterlingen und Luftballons, dekorieren die Tische

der Mensa und richten am Sonntag das Kuchenbuffet mit vielen selbstgemachten

Torten und Kuchen her.

Pünktlich um 15.00 Uhr beginnt der Musikverein unter der Leitung von Ernst-Günter Hinz

seinen Liedvortrag, begleitet von Burkhard (Keyboard) und Julian Malmen (Schlagzeug):

Somebody`s knocking; Veronika; Alle Vögel sind schon da; Horch, was kommt von draußen

rein; Kein Feuer, keine Kohle; Es waren 2 Königskinder; Wochenend und Sonnenschein;

Sunshine.

Zwischendurch wird auch das Publikum zum Mitsingen eingebunden. Ernst-Günter Hinz

führt mit launigen Worten, gespickt mit Informationen, durch das Programm und erheitert

damit das Publikum. Viel Beifall zeigt uns, dass es den Zuhörern sehr gut gefällt.

Danach tritt die Singgemeinschaft 99 aus Lübeck unter der Leitung von Tim Karweick

auf: Fröhlich klingen unsre Lieder; O what a day; Frühlingsgruß; The Rose; Gabriellas

Song; Dreaming; Hallelujah; An Irish Blessing; Tiritomba. Auch deren Liedbeiträge werden

gut aufgenommen.

Nun ist es Zeit für die Pause, auf die sich manche schon freuen, weil es für wenig Geld

Kaffee, Tee und Kuchen gibt.

Zum Abschluss tritt die Brassband der Feuerwehren Bad Schwartau unter der Leitung von

Bernd Schmalfeld auf und trägt schmissige Melodien vor, bei denen das Publikum teilwei-

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AUS DEN CHÖREN.

se kräftig mitsingt: Musik ist Trumpf; Tanz mit Johann Strauß; Melodien der Comedian

Harmonists; The Second Waltz; Moon River. Auch hier zeigt der Beifall, wie gut der Vortrag

ankommt.

Entgegen der Befürchtungen einiger Chormitglieder, dass ein verkaufsoffener Sonntag

uns Gäste wegnimmt, ist die Krummlandhalle gut besucht und selbstverständlich erhalten

die jeweiligen musikalischen Leiter ein Präsent. Zufrieden, ein wenig erschöpft, setzen wir

uns zusammen, essen den restlichen Kuchen auf und freuen uns über dieses schöne Konzert.

Gesa Decker

175 Jahre Kre m p e r Lie de rtafe l Lie d-Hoch e .V.

Mit einem zünftigen Frühschoppen auf dem Hof Schwartkop in Krempdorf feierten die

Kremper Sänger am 29.04.2018 ihr besonderes Vereinsjubiläum. Bereits um 10:00 Uhr

trafen sich die Sänger in ihrer traditionellen Sängerkluft zum Einsingen in der geschmückten

Diele. Ihre Chorleiterin Katja Krüger ist seit Februar 2017 für die musikalische

Leitung verantwortlich und hat die Männer sichtbar fest im Griff. Den Bereich

Catering haben die Kremper Fahnenschwenker und die Freiwillige Feuerwehr Krempe für

die Sänger übernommen. Es wurde kein Eintritt verlangt, aber im Gegenzug wurden

Spenden erbeten, so dass am Ende ein Überschuss auf das Vereinskonto überwiesen

wurde. Im Vorwege wurde reichlich Werbung in der örtlichen Presse, auf Plakaten und

Flyern in der Kremper Marsch verbreitet. Es wurden Einladungen an Politik/Vereine/Sponsoren

und unsere Fördermitgliedern ausgesprochen. Es wurde ein Programmablauf geplant

und festgelegt, und am Ende waren ca. 140 Gäste zum Frühschoppen erschienen.

Die Kremper Liedertafel

wurde 1843 gegründet.

Aus Lust am vierstimmigen

Männergesang, die

sich damals allerorts regt;

so heißt es wörtlich in

dem noch vorliegenden

Gründungsprotokoll.

Unter den Mitgliedern

finden sich Berufsbezeichnungen

wie Kandidat,

Advokat, Senator, Tierarzt,

Doktor, Tischler,

Schmied, Bäcker usw. Im

März 1901 wurde der

Männergesangverein

Lied hoch gegründet,

der sich aus allen Bevölkerungsschichten

zusammensetzte. Im Jahre 1933 kam es zum Zusammenschluss der

beiden Männerchöre.

Der 1. Vorsitzende der Kremper Liedertafel Lied-Hoch e.V. heißt alle Gäste herzlich willkommen.

175 Jahre interessante Vereinsgeschichte ist in den vielen noch vorhandenen

Protokollbüchern nachzulesen und zeigt deutlich, dass es nicht immer einfach war, den

Männergesangverein zu erhalten. Seit Februar 2018 gehören 30 aktive Sänger der

Kremper Liedertafel an. Zur Chorprobe am Donnerstag um 20:00 Uhr im Kremper

Rathaus sind durchschnittlich 22 Sänger anwesend.

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AUS DEN CHÖREN.

Moderator Wolfgang-Martin Hehr führt nun mit viel Geschick und Geschichtsdaten durchs

heutige Jubiläumsprogramm. Die Kremper Liedertafel (Chorleitung seit 2017 Katja

Krüger) singt: „Die Sonn`erwacht” von Carl Maria von Weber, „Dat Hus an Diek“ von

Gustav Hartz, „Aus der Traube in die Tonne“ von Theobald Kerner. Es folgen Grußworte

des Kreispräsidenten Peter Labendowicz. Die Kremper Liedertafel singt unter der Leitung

von Robert Bär (Chorleiter 1973-1987 und 1992-2002): „Min Modersprak“ Hellmut

Worms-bächer. Es folgen Grußworte von Robert Bär und dem 1. Vorsitzenden Uwe

Hölting, MGV Borstel-Hohenraden. Die Kremper Liedertafel singt unter der Leitung von

Irmtraud Gloy (Chorleiterin 1988-1991) „De Heiloh” von Heinrich Paulsen. Es folgen

Grußworte von Waltraud Grapentien (Geschäftsführerin des SSH), die Verleihung der

Ehrenurkunde des SSH und Grußworte von Rolf Nedebock (Vorsitzender des

Sängerkreises 6). Die Kremper Liedertafel singt unter der Leitung von Wolf Andre Sturm

(Chorleiter 2005-2013) „Lied der Freundschaft“ von Waldemar Klink. Es folgen Grußworte

des Kremper Stadtvertreters Reinhard Riemann. Die Kremper Liedertafel (Chorleitung

Katja Krüger) singt: „Und ich träumte von 18 Schwänen” von Andersson/Ulvaeus, „Die

Rose“ von Amanda McBroom und „Funiculi – Funicula” von Luigi Denza. Es folgen

Grußworte von unseren dänischen Freunden Morten und Bent (Politi Sangkor

Kobenhavn). Die Solistin Franziska Mohrdiek verzauberte anschließend die Gäste mit “The

Rose”, “What a wonderful world”, “True Colors” und „I look to You”. Nach kurzen

Schlussworten des 1. Vorsitzenden Schuldt sangen alle anwesende Männer gemeinsam

„Lied hoch!“ von Julius Otto.

In der Mittagspause wurde bei herrlichem Sonnenschein Grillwurst verzehrt, getrunken

und viel miteinander geredet. Ganz nebenbei wurden die ausgelegten Dokumente und

Vereinsbilder angeschaut. Die Musikgruppe Earthnuts sorgte für gute Stimmung, und

gegen 15:00 Uhr war die Veranstaltung beendet.

Proje ktchor SK 2 konze rtie rte in de r Kie le r Ste p hanuskirche

Acht bis zehn mal im Jahr treffen sich die Sängerinnen und Sänger des Sängerkreis-2-

Projektchors zu ihren jeweils dreistündigen Proben. Sie kommen in diesem Jahr aus 15

Chören des Sängerkreises, dazu kommen zahlreiche “freie” Mitglieder, die sonst gar nicht

in einem Chor singen. Dass Chorleiterin Laida Zech aus diesem bunt zusammengewürfelten

“Haufen” auch in der knapp bemessenen Probenzeit ein Ensemble geformt hat, das

konnten die Besucher in einem Chorkonzert in der Kieler Stephanuskirche erleben. Es war

das erste eigene Konzert, das der Projektchor veranstaltete und zu dem er die ebenfalls

von Laida Zech geleitete Kieler Sing Akademie eingeladen hatte.

Der Projektchor begann mit “May you always have a song” des zeitgenössischen amerikanischen

Komponisten Jay Althouse und “Give me a vessel” von Julie Myers und Stan

Pethel. Mit dem Bassisten Herbert Mußmann als Solist folgte “That lucky old sun” in

einem Arrangement des schwedischen Chorleiters Robert Sund, der erst kürzlich Dozent

beim Chorleitertag des SSH in Rendsburg war. Aus der “Missa Festiva” des US-

Amerikaners John Leavitt (Jahrgang 1958) erklang das “Kyrie”, und mit dem fetzigen “Vi

sjunger Amen” (Wir singen Amen) des schwedischen Kirchenmusikers Hans Nyberg

beendete der Projektchor seinen ersten Auftritt.

Die Kieler Sing Akademie sang zunächst zwei Originalkompositionen für Frauenchor, Josef

Rheinbergers “Salve Regina” und “Sub tuum praesidium” von Alexandre Guilmant, sowie

das Spiritual “Dry bones” in einem brillanten Arrangement von Mark Hayes. Es folgten

zwei Kompositionen von Carl Loewe, die Laida Zech für den Frauenchor arrangiert hatte:

“Der Zahn” auf einen Text von Matthias Claudius und die Ballade “Tom der Reimer”

(Text: Theodor Fontane). Dass die Kieler Sing Akademie auch in der leichten Muse zu

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AUS DEN CHÖREN.

Hause ist, bewies sie mit dem Whitney-Houston-Hit “One moment in time” und mit dem

Evergreen “Wenn der weiße Flieder wieder blüht”, 1928 von Franz Doelle komponiert.

Zu den letzten beiden Melodien des Abends vereinigten sich beide Chöre. Noch einmal

Jay Althouse mit dem mitreißenden “And we sing Gloria” und zum Abschluß das deutsch

gesungene “Amazing grace” in einem hörenswerten Arrangement von Sonja Poorman und

Laida Zech, eine Wanderung durch die Tonarten mit raffinierten Variationen.

Helmut Zech moderierte das Konzert und begleitete die Chöre am Flügel.

Das Publikum geizte nicht mit Beifall, und vereinzelt waren Bravo-Rufe zu hören. Kirchenmusiker

Christian Steltner, der “Hausherr” in der Stephanuskirche, lud die beiden Chöre

ein, bald wiederzukommen.

Nur 14 Tage später begab sich der Projektchor auf seinen alljährlichen Sonntagsausflug.

Von Kiel ging es mit dem Bus in die mecklenburgische Kleinstadt Rehna, wo der Chor den

Gottesdienst in der Klosterkirche mit mehreren Chorstücken musikalisch ausgestaltete.

Danach führte Pastor Andreas Ortlieb, jetzt als “Bruder Andreas” stilvoll mit Mönchskutte

bekleidet, die Sängerinnen und Sänger kenntnisreich und launig durch die mittelalterliche

Kirche und das angrenzende Kloster. Nach einem deftigen Mittagessen ging es weiter in

die Hansestadt Wismar. Dort stand noch eine Stadtführung “Auf den Spuren der SOKO

Wismar” auf dem Programm. Nach einer Kaffeepause bei schönstem Vorsommerwetter

und mit Blick auf den historischen Marktplatz ging es in bester Stimmung zurück nach

Kiel. Nach der Sommerpause trifft sich der Chor am 1. September zur nächsten Probe im

Kieler “Waldhof”. Neue Sängerinnen und Sänger (auch Chorleiter!) sind wie immer

herzlich willkommen!

www.projektchor2.de

110 Jahre Sänge rb und Norde rdithm arsche n

He nnste dt/Pahle n – Gleich mehrere Jubiläen sind gute Gründe, ein Sängerfest zu veranstalten.

Die Chorgemeinschaft Hennstedt feiert Ihren 25. Geburtstag, der Hennstedter

Frauenchor seinen 70. Geburtstag und der Sängerbund seinen 110. Geburtstag. Die blumengeschmückte

Eiderlandhalle in Pahlen bot den vielen Chören dazu einen passenden

Rahmen, um den zahlreichen Gästen ihre Gesangsstücke vorzustellen. Im Vorprogramm

sorgte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hennstedt bei den Gästen für die musikalische

Einstimmung.

In seinen Begrüßungsworten ging der Sängerbund-Vorsitzende Peter Groth auf das

schrumpfende Sängerpotenzial ein und betonte, dass die Chöre mit ihrem Gesang werbewirksam

für Nachwuchs sorgen können. Er bedankte sich bei allen Sängerinnen und Sängern

sowie den Chorleiterinnen und Chorleitern für ihre unermüdliche Vorbereitungsarbeit.

Mit diesen Voraussetzungen wird das Sängerfest eine harmonische Veranstaltung.

In den Grußworten stellten Kreis-, Amts- und Gemeindehonoratioren heraus, dass sich in

110 Jahren Sängergemeinschaft, von der alten Kreisbahn bis zur heutigen Zeit, ein gewaltiger

Wandel vollzogen hat. Das gemeinschaftliche Singen bereitet viel Freude und

Fröhlichkeit, ist unvergänglich, stärkt das kulturelle Gemeinwesen und frischt mit modernen

Liedern den Gesangstil auf. Außerdem sei es wünschenswert, dass in den Schulen

der Musikunterricht sein Schattendasein verliert.

Der musikalische Festakt begann mit dem Lied „Freunde, die ihr seid gekommen“ der

Chorgemeinschaft Hennstedt. Durch das Konzertprogramm führte nun Arno Schallhorn.

Es folgten in der gut besetzten Eiderlandhalle eindrucksvolle Chorgesänge, die in der

Bandbreite von Klassik bis zu modernem Pop reichten. Wie vielfältig und ausdruckstark

Chormusik sein kann, bewiesen die Sängerinnen und Sänger aus 13 Chören der Norderdithmarscher

Geest:

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AUS DEN CHÖREN.

„Küss mich, halt mich, lieb mich“, „Jugendliebe“ (Chorgemeinschaft HLS, Heide-Linden-

Süderheistedt), „Traditional aus Afrika“, „Golden Western Songs“ (Frauenchor Lunden),

„Barcarole“, „So ein Mann“ (Gemischter Chor Delve), „Tritsch-Tratsch-Polka“ (Gemeinsame

gemischte Chöre Dellstedt und Delve), „Ich wollte nie erwachsen sein“, „Chianti Lied“

(Chorgemeinschaft Kleve & Lundener Liedertafel), „Der Frühling“ (Gemeinsame Frauenchöre

Linden und Lunden), „Spiel noch einmal für mich, Habanero“, „Heut ist ein wunderschöner

Tag“ (Frauenchor Linden)), „Halleluja“, „La Bamba“ (Gemischter Chor „Frohsinn“

Dellstedt), dann ein Überraschungspotpourri der Chorgemeinschaft Hennstedt mit Mundharmonikas

und Schifferklavierbegleitung, „Memory“ (Gemeinsame gemischte Chöre

Hennstedt & Weddingstedt mit Hemmingstedt), „Am Rio Negro“ mit Solo-Begleitung von

Martina Martens und Dietmar Schulz, „Moskau (Dschinghis Khan)“ (Singkreis Liedertafel

Weddingstedt und Liedertafel „Hoffnung“ Hemmingstedt), „Mitternachtsblues“ (Gemeinsame

Männerchöre Heide-Linden-Süderheistedt-Kleve-Lunden), „Capri Fischer“, „Die Rose“

(Chorgemeinschaft Hennstedt), „Scheiden muss ich nun von hier“, „Nur ein Zimmerchen

irgendwo“ (Chor der Chorleiter), sowie „Dieser Tag war schön“ von der Jubiläums-Chorgemeinschaft

Hennstedt. Das Publikum war begeistert von den durchweg gelungenen Gesangsvorträgen

und spendete wiederholte Male kräftigen Applaus.

In der Mitte des Konzertes wurden sieben Sängerinnen und Sänger für ihr langjähriges

Singen geehrt. Für 25 Jahre aus dem Gemischten Chor Dellstedt: Ilse Sieg. Für 40 Jahre

aus der Lundener Liedertafel: Werner Rühmann, und aus der Hennstedter Liedertafel:

Hans-Johann Lorenzen. Für 50 Jahre aus dem Frauenchor Hennstedt: Karin Schultz, aus

dem MGV Linden: Helmut Hansen, aus dem MGV Kleve: Peter Groth und für 50 Jahre

Chorleitung vom Frauenchor Lunden: Maren Thiessen.

Besonders bedankte sich der Bundesvorsteher Peter Groth bei der Chorgemeinschaft

Hennstedt, den Chorleiterinnen und Chorleitern sowie allen weiteren Unterstützern, die

zum Gelingen des 110. Sängerfestes beigetragen haben.

Mit dem gemeinsam gesungenen Schleswig-Holstein-Lied endete das Sängerfest.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.sbndg1908.de

Horst Gleitsmann

10 Jahre Kinde rchor

de r Lie de rtafe l „Schle sw ig-Holste in“ von 1866 Elm shorn e .V.

Der Chor der Jüngsten feierte am 16. und 17. Juni 2018 sein Jubiläum mit abschließender

Grillparty. Ein sicher unvergessliches Erlebnis!

Die Chorleiterin Susanne Drdack lernte das Arbeiten mit Kinderchören 2006 auf einem

Workshop in Lissabon kennen und war begeistert. Der Wunsch nach einem eigenen

Kinderchor war geweckt. „Die gesamte Organisation vor der Gründung war sehr aufwendig“,

erinnert sich ein damaliges Vorstandsmitglied. Drdacks Wunsch, eine Korrepetition

zu haben, um sich beim Dirigieren ganz auf die Kinder konzentrieren zu können , musste

berücksichtigt werden, auch eine mögliche Stimmbildung. 2008 wird dann der Kinderchor

gegründet. Susanne Drdack übernimmt die Chorleitung, unterstützt wird sie vom

Stimmbildner Frank Franzke.

Eine Erfolgsgeschichte beginnt. Da die Kinder auch nach dem 12. Lebensjahr weitersingen

möchten, wird 2011 der Jugendchor gegründet. Und heute wechseln viele der

Jugendlichen, wenn sie in der Nähe wohnen bleiben, in das ensemble elmshorn der

Liedertafel.

Das Geburtstagswochenende begann mit einem Workshop für Kinder, die erstmalig

Chorluft schnuppern wollten. Am Sonntag fand dann das große Kinderchorkonzert in der

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AUS DEN CHÖREN.

Foto: Jörg Buddelmann

Kirche St. Marien statt. Zu den Besuchern zählten auch viele ehemalige Sängerinnen und

Sänger aus dem Kinderchor. Sie sangen zum Teil mit und erzählten ganz locker kleine

Erlebnisse aus der Kinderchorzeit. Das Programm bestand aus den von den Kindern gewählten

Top Ten . Mit `Vois sur ton chemin´ von Barratier/Coulais auf dem 1. Platz ging

ein wunderschönes Jubiläumskonzert zu Ende.

Christa Feldmann

175 Jahre Lunde ne r Lie de rtafe l v. 1843

Erste Versammlung den 3.ten Sept.1843.

Von den 3 Fleckenschullehrern, dem Rektor Brodersen, Kantor Hensel und Elementarlehrer

in Lunden war ein Curricular an einigen Eingesessen des Lundener Kirchspiels und

an den Rektor Momme in Schlichting ergangen, behufs der Gründung eines Singvereins in

Lunden unter dem Namen „Lundener Liedertafel“.

Dies sind die Ersten Worte im Originalprotokoll der Lundener Liedertafel von 1843. 23

angesehene Lundener Bürger gründeten an diesem Tag die Lundener Liedertafel. Bereits

vier Tage später wurde, nach den eiligst aus Heide und Friedrichstadt per Boten geholten

Statuten der dort bereits bestehenden Liedertafeln, eine 15 Paragraphen umfassende

Satzung erstellt und nach ausgiebiger Beratung beschlossen. Der Paragraph 1 lautete:

“Der Zweck, der in Lunden errichteten Liedertafel ist: das Interesse für den Gesang zu

beleben und zu fördern, sowie den Genuss des geselligen Lebens zu erhöhen.“ Auch sind

Strafzahlungen für verspätetes Erscheinen und unentschuldigtes Fehlen der aktiven

Mitglieder in den Statuten enthalten. Danach wurde Herr Rektor Brodersen zum Direktor

als Wortführer der Liedertafel gewählt. Protokollführer wurde Kantor Hensel und zum

Kassierer Kaufmann Jepsen gewählt. Diese drei Herren erhielten den Auftrag, mit Herrn

Fleckenmusikus Hinrichs zu verhandeln wegen seiner Bemühungen, als Gesangsdirektor

zu fungieren. Drei Generationen Hinrichs leiteten nun in den folgenden Jahren den Chor-

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AUS DEN CHÖREN

gesang der Lundener Liedertafel. Im Juni 1846 erhielt die Lundener Liedertafel ihre erste

Fahne. Am 14. November 1863 war die Liedertafel bei der Gründung vom Dithmarscher

Sängerbund dabei. Als Sitz wurde Lunden gewählt. Zum 25-jährigen Bestehen im Jahr

1868 erklärte das Gründungsmitglied und langjährige Vorstandsmitglied Kantor Hensel in

seiner Rede die Situation des Vereins zu seiner politischen, sittlichen und sozialen

Situation zur damaligen Zeit sowie dem Verhältnis zwischen Dänemark und Deutschland.

Schon 1845 sang der Chor „Schleswig-Holstein meerumschlungen“. Mit diesem Lied

festigte eine Abordnung aus SchleswigHolstein, zu der auch der Schriftsteller Klaus

Groth gehörte, beim ersten Bundessängerfest in Würzburg die Nähe Schleswig-Holsteins

zu Deutschland. Da sich in den Jahren ein Defizit in der Kasse gebildet hatte, wurde dies

durch den Verkauf von 118 Aktien an die Mitglieder gedeckt. Die Aktien wurden in den

folgenden Jahren von der Liedertafel durch Losverfahren nach und nach wieder zurückgekauft.

Ob alle Aktien zurückgekauft wurden, ist aus den sonst sehr vollständigen Unterlagen

nicht zu ersehen. Zum 50-jährigen Jubiläum kamen nach der Festrede eine Anzahl

junger Damen auf die Bühne und überreichten dem Verein ein von den Damen aus

Lunden und der Umgebung gewidmetes neues Banner. Gefeiert wurde zwei Tage lang mit

Festbällen in drei Lokalen. In allen Jahren wurde und wird der „Genuss des geselligen

Lebens“ erhöht. Regelmäßige Bossel-Wettkämpfe, Bälle und Maskeraden sowie Konzerte

sorgen dafür, dass der Paragraph 1 der ersten Satzung ausgiebig befolgt wird. Auch unser

„Konzert zwischen den Tagen“ mit anschließendem Ball gibt es schon seit über 150

Jahren. 1878 wurde in Lunden ein zweiter Männerchor, „Concordia”, gegründet. Da beide

den gleichen Fleckenmusikus E. Hinrichs als Chorleiter hatten, wurde das Verhältnis beider

Chöre mit der Zeit so gut, dass die meisten Veranstaltungen gemeinsam ausgerichtet

wurden. Zum Zeichen der äußern Zusammengehörigkeit trugen die Sänger der Liedertafel

große „Sängerhüte“. Erstes Ehrenmitglied des Chores wurde der Chorleiter Heinrich

Hinrichs. 1886 übernahm August Weinrebe den Vorsitz der Lundener Liedertafel. Seine

Amtszeit dauerte 40 Jahre. 1904 trat die Lundener Liedertafel dem Deutschen Sängerbund

bei. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges stellte der Chor das Vereinsleben vorerst

ein, da viele Sänger in den Krieg ziehen mussten. Am 2. Januar 1919 wurde der Chor

wieder neu formiert. Die in den kommenden Jahren einsetzende Inflation ging auch an

der Liedertafel nicht spurlos vorüber. Die laufenden monatlichen Vergütungen für den

Chorleiter gingen in Millionen- und Milliardenbeträge. Schließlich forderte er seine

Vergütung in Naturalien. Ende 1923 erhielt er monatlich zehn Pfund Zucker für seine

Tätigkeit. 1926 trat August Weinrebe vom Vorsitz zurück. Für seine besonderen Verdienste

um das deutsche Liedgut wurde er sowohl im Dithmarscher Sängerbund als auch in

der Lundener Liedertafel zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auch im Deutschen Sängerbund

würdigte man seine Verdienste und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Sein Nachfolger

wurde Willi Gößel. Am 28. Dezember 1929 sang erstmalig der Lundener Frauenchor

beim Konzert der Liedertafel. Diese Tradition wird auch heute nach gewahrt. 1939

wurden durch den Beginn des zweiten Weltkrieges die Übungsabende wieder eingestellt.

Allerdings wurde am 3. Oktober 1943 das 100-jährge Bestehen gefeiert. Peter Petersen

wurde zum neuen Vorsitzenden der Liedertafel gewählt und der Chor wiederbelebt. Als

Dirigent fungierte wie vor dem Krieg Herr Ahlers aus Husum. Das 110-jährige Bestehen

1953 wurde wie ein Volksfest gefeiert. 1954 wurde der Kaufmann und Lundener Bürgermeister

Karl Off zum Vorsitzenden gewählt. 1958 erhielt die Liedertafel die Zelter-Plakette

übereicht. Die Urkunde wurde vom Bundespräsidenten “Papa” Heuß unterschrieben. Nach

fast 20 Jahren legte Karl Off 1972 den Vorsitz in die Hände von Fritz Kraska, und Karl Off

wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ende 1972 verließ die Lundener Liedertafel den

Dithmarscher Sängerbund und trat dem Sängerbund Norderdithmarscher Geest bei, dem

sie noch heute angeschlossen ist. Im März 1973 begann eine lange Freundschaft mit den

Sangesbrüdern aus Mainz-Kostheim. Die Kostheimer traten mit dem Vorsitzenden in

Verbindung, da sie eine Chorreise nach Lunden planten. Schnell beschnupperte man sich

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AUS DEN CHÖREN.

gegenseitig, und im Oktober fand der erste Chorbesuch in Lunden statt. Am 1. Oktober

trat der gebürtige Berliner Geschäftsmann und Musiker Rainer Zeikau in die Liedertafel

ein. Rainer brachte sich gleich in den Verein ein, indem er mit einer Gruppe von 12-15

Sängern für das Weihnachtskonzert Seemannslieder einübte. Dies war die Geburt der

„Eiderspatzen“, die auch heute noch bei Veranstaltungen des Chores von Rainer umgetextete

Schlager auf lustige Weise vortragen. Außerdem wird der Musiker Rainer Zeikau

stellvertretender Chorleiter. Am 27. März 1975 sang der Chor anlässlich der Hochzeit von

Rita und Rainer Zeikau. Beim anschließend angebotenen Büfett wurden die Froschschenkel

lange Gesprächsstoff für die Sänger. Im September 1975 erfolgte der 1. Gegenbesuch

in Kostheim. Auf der Jahreshauptversammlung 1975 wurde Rainer Zeikau zum 1. Chorleiter

gewählt. Joachim Wichmann löste 1978 Fritz Kraska als 1. Vorsitzenden ab. Ebenfalls

im Jahr 1978 erhielt die Liedertafel eine neue Fahne. Im Jahr darauf wurde für diese ein

neuer Fahnenschrank gebaut. Die Lundener Liedertafel sang 2000 im Mainzer Dom das

„Sanctus“! Sämtliche Sänger waren von der Akustik ergriffen. Dies geschah bei einem der

Besuche des Kostheimer Chores. Nicht nur der Mainzer Dom, sondern 2007 auch die

Semper-Oper und der Dresdener Dom, waren Auftrittsorte der Liedertafel bei ihren Chorreisen.

Nicht nur solche besonderen Auftrittsorte sind der Grund für den Zusammenhalt

des Chores, auch durch das Repertoire hält Rainer Zeikau den Chor zusammen. Der

Berliner sorgte unter anderem dafür, dass der Dithmarscher Chor Lieder auf Plattdeutsch

singt. So wurde „Mein SchleswigHolstein“ von Henning Peters ins Plattdeutsche übersetzt,

„Hoch im Norden” von Santiano erhielt einen plattdeutschen Text, und der „Dithmarscher

Wind“ wurde vom Chorleiter in Zusammenarbeit mit Klaus-Peter Noffze ins

Plattdeutsche übersetzt. Zum Einüben besonderer Stücke für die Konzerte geht es öfter

auch schon mal ins “Trainingslager”. 2003 gab Joachim Wichmann nach 25 Jahren das

Zepter der Vereinsführung an Dieter Claussen weiter, da er aus beruflichen Gründen dieses

Ehrenamt nicht mehr voll ausführen konnte. Gleichzeitig wurde er zum Ehrenvorsitzenden

ernannt. In die Amtszeit von Dieter Claussen fiel u.a. die Fahrt nach Dresden,

ein Auftritt mit dem Uralkosakenchor sowie die Stärkung der Verbindung zum Männergesangverein

Kleve v.1895, die 2012 zur Chorgemeinschaft führte. Beim Sängerbund Nor-

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Foto: Horst Gleitsmann


AUS DEN CHÖREN.

derdithmarscher Geest wurde die Leistung von Rainer Zeikau als Chorleiter damit gewürdigt,

dass man ihn 2009 zum Bundeschorleiter wählte, was er bis heute noch ist. 2012

erkrankte Dieter Claussen und übergab die Leitung an seinen Stellvertreter Bernd

Bardekowsky. Anlässlich der Jahreshauptversammlung 2012 wurde dann nach längerer

Debatte und reichlicher Überlegung der Chorleiter Rainer Zeikau zum 1. Vorsitzenden

gewählt mit dem Hinweis an seine Vorstandsmitglieder, ihn tatkräftig zu unterstützen.

2013 feierte die Liedertafel ihr 170. Jubiläum im Rahmen eines Bundessängerfestes.

Heide Simonis, die ehemalige Ministerpräsidentin von SchleswigHolstein und Vorsitzende

des Sängerbunds Schleswig-Holstein, hielt die Festrede. Im Herbst des Jahres fand auf

Anregung von Rainer Zeikau in der Heider St. Jürgen- Kirche ein Benefizkonzert zugunsten

der Opfer des Oder-Hochwassers statt. 2016 legte Werner Rühmann sein Amt als

Schriftführer in jüngere Hände. Sein Nachfolger wurde Uli Döscher. Werner Rühmann übte

dieses Amt mit kleinen Unterbrechungen 38 Jahre aus. Selbstverständlich sind die

aufgeführten Aktivitäten nur ein kleiner Ausschnitt des Vereinslebens. So gehören zu den

regelmäßigen Veranstaltungen des Chores die jährliche Theaterfahrt, die Teilnahme an

Konzerten des Lundener Frauenchor von 1919, die Vatertagstour mit Bollerwagen, Auftritte

in Seniorenheimen, bei Kranzniederlegungen, beim Singen zum Advent, die Weihnachtsfeier,

das Essen nach der Jahreshauptversammlung sowie das Konzert zwischen

den Tagen nach Weihnachten. Die Liedertafel besitzt ein breit gefächertes Archiv von

Chorliteratur. Hierin ist alles von Op bis Pop enthalten. Von alt bis neu wird gesungen,

Klaus Groth ebenso wie Ute Freudenberg oder Santiano, hochdeutsch, plattdeutsch oder

italienische Mundart. Um das 175-jährige Jubiläum zu feiern, wird die Lundener Liedertafel

am 26. August einen Brunch veranstalten, der von einem abwechslungsreichen

Musikprogram begleitet wird. In der Hoffnung, durch den Zugang von jüngeren Sängern

den 180. Geburtstag noch begehen zu können, wünsche ich der Lundener Liedertafel von

1843, dass sie noch lange in Chorgemeinschaft mir dem Männergesangverein Kleve von

1896 singfähig bleibt.

Uli Döscher

Erika Blattm ann üb e rnim m t die Le itung de s Fraue nchore s Lunde n

Die Ereignisse schreiten voran. Aufregende

und bewegende Wochen liegen hinter den

Sängerinnen des Lundener Frauenchores.

Zunächst im April die eindrucksvolle Ehrung

für Maren Thiessens Lebenswerk

durch den Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen

Sängerbundes, Bernd Küpperbusch.

Sie amtiert seit 50 Jahren als Chorleiterin,

davon allein 31 Jahre im Frauenchor

Lunden. Jetzt ist es Zeit, meinte sie,

die Leitung des Chores an eine jüngere Kollegin,

einen jüngeren Kollegen zu übergeben.

Die Wahl für die neue Leitung fiel auf Erika

Blattmann. Sie stammt aus dem südlichsten

Zipfel Bayerns und ist 2015 „wegen der guten

Luft“ nach Reinsbüttel/Dithmarschen

zugereist. Schnell hat sie sich hier im Norden

eingelebt und leitet seit einem Jahr

Maren Thiessen (rechts) und Erika Blattmann

einen Gemischten Chor in Burg. Jetzt wurde sie noch zur stellvertretenden Kreischorleite-

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AUS DEN CHÖREN.

rin des Sängerkreises VI gewählt. Am 7. Juni 2018 gab sie ihr Debüt als neue Chorleiterin

bei den Sängerinnen in Lunden.

Am letzten Probentag wurde Maren Thiessen im Kreise ihrer Sängerinnen verabschiedet.

Die Laudatio hielt die Ehrenvorsitzende Agnes Claußen. Sie würdigte die großen Verdienste

der Chorleiterin um den Lundener Frauenchor.

Es war ein sehr bewegender Moment, als die Vorsitzende Waltraud Sonnberg die scheidende

Chorleiterin Maren Thiessen zur Ehrenchorleiterin ernannte und ihr eine gerahmte

Urkunde sowie als Präsent einen kleinen Porzellanengel für die Engelsammlung überreichte.

Die Sängerinnen schenkten ihrer Maren Thiessen zum Abschied 25 pinkfarbene Rosen.

Bei all der Hektik wurde der Jahresausflug nicht vergessen. Mit seinem voll besetzten Bus

fuhr der allseits beliebte Marko die Sängerinnen und ihre Gäste ins Arboretum nach Ellerhoop.

Die Ruhe und die Schönheit des Gartens, die Vielfalt der Pflanzen erregten großes

Interesse bei unseren Ausflüglern. Ein Labsal für die Seele. Leider waren die riesigen Rhododendron

bereits abgeblüht. Für das leibliche Wohl – Kartoffelsalat mit Würstchen -

sorgte der dazugehörige Gasthof. Den Kuchen hatten verschiedene Sängerinnen gebakken

und mitgebracht. Auf der Rückfahrt nach Lunden machten die Sängerinnen ganz

außerplanmäßig einen Abstecher nach Meldorf mit einem Auftritt im Dom. Maren Thiessen

dirigierte noch einmal ihren Chor. Die schönsten plattdeutschen Lieder brachten die

Sängerinnen zu Gehör.

Dieser letzte Teil des Ausflugs war das i-Tüpfelchen der Fahrt. Der Dank gilt den Organisatorinnen

Waltraud, Antje und anderen beteiligten Sängerinnen. Ihr habt den Ausflüglern

einen wunderschönen und interessanten Tag geboten.

Ruth Braband

25-jährige s Chorle ite r-Jub iläum

Martin We rne r-Jonathal feiert in diesem Jahr ein

Jubiläum: Seit 25 Jahren gibt er als Chorleiter den

Ton an. Angefangen hat er im Oktober 1993 bei der

Chorgemeinschaft Post/Bahn und wechselte 2005

nach Neumünster. Wir vom Chor Einigkeit Wittorf

sind froh, ihn bei Proben und Auftritten vor uns zu

haben. In seiner unnachahmlichen Art, seiner

Begeisterung, seiner Motivationsfähigkeit und seiner

Freude am Singen, die er vermittelt, hat er uns

in den letzten Jahren immer weiter gebracht. Ein

zustimmendes Nicken von ihm nach einem Lied –

und der Chor freut sich. An schwierige Stücke und

fremde Sprachen führt er uns heran und traut es

uns zu, das zu schaffen. Er arbeitet intensiv am

Klang, und wenn es auch schwer ist, am Ende sind

wir alle überrascht, wie gut sich das anhört. Martin

Werner-Jonathal ist mit Leib und Seele Chorleiter

und dafür danken wir ihm mit einem großen

Jubiläumskonzert am 22.9.2018 um 16 Uhr in der

Johanneskirche, Reuthenkoppel in Neumünster. Neben Chor Einigkeit werden zwei

Gastchöre zu hören sein. Zum einen der Senioren- Roland-Chor aus Bad Bramstedt, den

Werner-Jonathal seit 2011 leitet, und der gemischte Chor aus Ahrensburg unter der

Leitung von Anja Herbst. Wir freuen uns auf diesen Tag und auf zahlreiche Zuhörer.

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AUS DEN CHÖREN.

150 Jahre und ke in b issche n le ise

800 Gäste fe ie rte n m it de r Borde sholm e r Lie de rtafe l de n runde n Ge b urtstag

Stimmen, Stimmungen und jede Menge Spaß. In bester Tradition und mit viel künstlerischem

Reichtum feierte die Bordesholmer Liedertafel vor 800 Gästen ihr großes 150-jähriges

Bestehen in der festlich hergerichteten Zimmerei Elwardt. Da tummelten sich Aktive,

Gäste, Freunde und alle, die irgendwie mit der Gemeinschaft aus Schützen, Sängern

und Menschen hinter den Kulissen verbunden sind.

Schützenmajor und 1. Vorsitzender, Klaus Elwardt, begrüßte die große Gästeschar und

betonte noch einmal die enorme Breitenwirkung des Vereins, der Ort und Umland immer

wieder auf sympathische Art zusammenbringe. Bernd Küpperbusch aus Wasbek, Präsident

des Sängerbundes Schleswig-Holstein, wies darauf hin, dass es zahlenmäßig größere

Chöre gebe, die Bordesholmer Kehlen aber zu den Besten gehören.

Und schon ging es auch

in die volle Unterhaltung,

starteten die Herren

mit den „Spanischen

Nächten“ von

Ernst Fischer, mit „Ihr

von morgen“ huldigte

man dem unvergessenen

Udo Jürgens. Bei

„Mit Lieb bin ich umfangen“

und „Alle Menschen

dieser Welt“ bewiesen

die Chordamen

der Liedertafel, dass sie

nicht nur beim Weihnachtskonzert

ihren

männlichen Urmitgliedern mindestens ebenbürtig sind. „Quetschkommoden“ klingen immer

gut, und auch hier hatte Norman Röhl sein Akkordeonorchester Neumünster bestens

eingestimmt. Das quirlige Ensemble brillierte mit Rock- und Gospel-Melodien und einem

Queen-Medley. Der Mädchenmusikzug Neumünster unter der Leitung von Hans-Georg

Wolos setzte optisch wie musikalisch besondere Farbtupfer in das Fest-Treiben.

Nach so viel Musik war es schon mal Zeit, sich an den Ständen mit Essen und Getränken

zu versorgen, wie es Bernd und Marianne Peters aus Brügge gerne taten: „Mal sehen,

was noch kommt“, meinten sie. Und es kam noch viel: Das Kieler Kammerorchester unter

Imre Sallay demonstrierte mit lieblichen Melodien seine enge Verbundenheit mit der Liedertafel,

ehe Matthias Teupke seine schon ungeduldig drängelnde Rasselbande des Kinderchores

der Grundschule Brügge präsentierte. Wer die Mädchen und Jungen nicht

schon bei den Weihnachtskonzerten erlebt hatte, kam hier noch mal auf seine vollen Kosten:

Bei „Meine Biber haben Fieber“ oder „Wir werden immer größer“ geht nicht nur dem

Familienanhang das Herz auf, auch allen anderen wurde schnell klar, dass sich hier der

Nachwuchs des Chores präsentierte. Nach der Stippvisite der Liedertafel Boostedt unter

Manfred Braun mit unsterblichen Melodien aus der „Csardasfürstin“ und einer nochmaligen

Udo-Jürgens-Hommage mit dem Superkracher „Griechischer Wein“ ging es in das Finale:

Orchester, Chöre, Dirigenten zeigten, was künstlerische Gemeinsamkeit bedeutet.

Keiner drängte sich in den Vordergrund, alle zogen an einem Strang. Ein schönes Erlebnis.

Und nächstes Wochenende sind dann wieder die Schützen dran. Das Dinggericht an

der Linde und das Vogelschießen sollen wie gewohnt stattfinden.

Quelle: shz; Oliver Funke

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AUS DEN CHÖREN.

Ze hnte s ge m e insam e s Konze rt Krum m e sse r und Sale m e r Chor

Krum m e sse r Lie de rtafe l von 1848 e .V. und Sale m e r Chor „Bunte Stim m e n“

Im Salemer Gemeinschafhaus gaben die Krummesser Liedertafel von 1848 e.V. unter der

Leitung von Henning Zarnkow und die „Bunten Stimmen Salem“ unter der Leitung von

Ingrid Bauer am 01. Juli ihr zehntes gemeinsames Konzert.

Begonnen hatte alles 2013 auf dem Mittsommerfest in Berkenthin. Das schwedische Lied

„Sommarpsalm“ aus dem Film „Wie im Himmel“ wurde in der Maria Magdalenen-Kirche in

Berkenthin in einer gemeinsamen Choraktion der Krummesser Liedertafel mit den Berkenthiner

LandFrauen gesungen. Ingrid Bauer, die Leiterin des Salemer Chores „Bunte

Stimmen“, beteiligte sich an dieser Aktion. Der erste Kontakt zu dem Salemer Chor war

hergestellt. Mit Marianne Busch, der Vorsitzenden der Krummesser Liedertafel, wurde ein

gemeinsames Beschnuppern im November 2013 in Salem vereinbart. Ein sehr harmonisches

Treffen, dessen Folge der erste gemeinsame Auftritt im Juni 2014 in Salem war.

Die beiden Chöre mit derzeit zusammen ca. 40 Sängern haben seitdem zweimal jährlich

Konzerte gegeben, ein gemeinsames Sommerkonzert in Salem und im Gegenbesuch einen

herbstlichen Kaffeenachmittag in Krummesse.

Die Krummesser Liedertafel von 1848 e.V. vor der alten Scheune in Salem

Am 01. Juli trafen sich beide Chöre zum diesjährigen Sommerkonzert im Dorfgemeinschaftshaus

Salem am See. Ein vielfältiges Programm mit Sommerliedern und Swing erwartete

die Zuhörer. Trotz des guten Wetters waren alle Stühle besetzt! Die Chöre sangen

jeweils einzeln und auch gemeinsame Lieder, insbesondere wohlklingende Kanons. Das

Publikum wurde mit eingebunden – wie beim Refrain zum allgemein bekannten Lied „Burlala“.

Eine anschließende Kaffeetafel in der alten Scheune rundete das Programm ab.

Es wird nicht das letzte Treffen gewesen sein. Beide Chöre sind sich einig, dass ein großer

Chor voluminöser klingt als ein kleiner – und das wollen sie fortsetzen.

Das nächste öffentliche Konzert unter dem Titel „Herbstlicher Kaffeenachmittag“ ist am

23. September 2018 um 14.30 Uhr im Dörpshuus in Krummesse. Viele Zuhörer sind erwünscht

! Rückfragen gerne unter 04544-1295.

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AUS DEN CHÖREN.

Wyke r Barde n in Fe ie rlaune

Vor 150 Jahre n w urde de r Männe rge sangve re in Concordia ge gründe t.

„Bei unserer Mitgliederversammlung 2014 haben wir den Beschluss gefasst, so lange weiterzusingen,

bis wir unser Jubiläum erreichen. Die Feier zum 150-jährigen Bestehen haben

wir nun geschafft.“ Gert Binder, der Vorsitzende des Wyker Männergesangvereins

Concordia von 1868, hatte bei der Jubiläumsfeier am Sonnabend allen Grund, stolz zu

sein. Die Wyker Concorden sind der älteste Verein auf Föhr, und das zu würdigen, waren

der stellvertretende nordfriesische Kreispräsident Siegfried Puschmann sowie Vertreterinnen

und Vertreter des schleswig-holsteinischen und des nordfriesischen Sängerbundes

auf die Insel gekommen. Auch Amtsvorsteherin Heidi Braun und Wyks Bürgermeister Paul

Raffelhüschen waren als Gratulanten im Wyker Kurgartensaal erschienen. Gert Binder

konnte auch mehrere ehemalige Sänger begrüßen, darunter Simon Braren, der 50 Jahre

lang die Kassen des MGV verwaltet hatte. Sie ließen sich nicht nur beglückwünschen, sondern

trugen selbst einen großen Teil zur Gestaltung des Vormittags bei: Die zehn Aktiven

im Alter zwischen 65 und 82 Jahren, die unter Leitung ihres Dirigenten Martin Bruchwitz

einen Querschnitt ihres Repertoires darboten.

Dass sich die Reihen der Sänger wieder füllen und der MGV Concordia noch eine Zukunft

haben möge, wünschte Siegfried Puschmann, der die Glückwünsche des Kreises Nordfriesland

übermittelte. „Mit acht Millionen Mitgliedern sind die deutschen Chöre und Musikvereine

eine Volksbewegung, die sogar noch den Fußballbund übertrifft“, hob Puschmann

hervor, der davon berichtete, dass bereits Aristoteles das Wesen der Musik als

Freudespenderin charakterisiert habe. „Musik hält gesund, befreit und hilft Aggressionen

abzubauen. Und sie stärkt die emotionale und soziale Kompetenz.“ In diesem Sinne müsse

es ein Anliegen sein, dass schon im frühen Kindesalter musiziert wird.

Waltraud Grapentin, die Geschäftsführerin des Sängerbundes Schleswig-Holstein, blickte

auf das Gründungsjahr des MGV zurück und verwies darauf, dass 1868 unter anderem

Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ Uraufführung hatte und auch die Tabasco-Sauce

kreiert wurde. Sie würdigte den 150 Jahre andauernden Zusammenhalt des

Chores mit einer Ehrenurkunde und hatte zusätzlich eine Reihe von Ehrungen für langjährige

Mitglieder mitgebracht. Ausgezeichnet wurden Gert Binder für 60-jährige, Jürgen

Jöns für 50-jährige, Hartwig Bonken und Walter Bahnsen für 40-jährige, Broder Sönnichsen

für 25-jährige sowie Walter Schultz für 15-jährige Sangesaktivitäten.

Nach den Grußworten des Amtes Föhr-Amrum, der Stadt Wyk und der insularen Tourismusvereinigungen

trat mit Johannes Hahn der Vorsitzende des Nordfriesischen Sängerbundes

an das Rednerpult. Hahn verwies darauf, dass der Sängerbund sogar noch ein

Jahr älter ist als der MGV Concordia. Auch er hob die Freude am gemeinsamen Singen

hervor, bei dem Glückshormone freigesetzt würden. „Es macht Spaß, für das öffentliche

Singen zu üben“, meinte Hahn, und wünschte dem MGV, „dass sich wieder mehr Mitglieder

einfinden mögen“. Diesem Wunsch schloss sich Gert Binder mit einem Appell an alle

Sangesfreudigen an, sich dem MGV anzuschließen. „Unser Ziel ist es, den MGV für die

nächsten Generationen weiterzuführen“, so der Vorsitzende.

Dem offiziellen Fest, an dessen Gestaltung auch Monika Reincke mit ihren Gitarrenschülern

und die Kindertrachtengruppe Oldsum unter Leitung von Maja Ketelsen großen Anteil

hatten, schloss sich am Nachmittag ein Chorkonzert auf dem Sandwall an, bei dem der

Männergesangverein Föhr-West, die Feer Ladies und der MGV Concordia Glückshormone

im Publikum verteilten.

Quelle: shz; Christel Leipersberger-Nielsen

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PROTOKOLL DER LDV 2018.

Protokoll de r Lande sde le gie rte nve rsam m lung (LDV)

am 21. Ap ril 2018

"Jacob -Lie nau-Ge m e inschaftsschule ", Schulstr. 2, 23730 Ne ustadt

Be ginn de r Ve rsam m lung: 14:10 Uhr

1. Be grüßung

Präsident Bernd Küpperbusch begrüßt die Delegierten der Chöre und der Sängerkreise

und dankt für die zahlreiche Beteiligung.

Musikalischer Auftakt durch den "Kammerchor Ostholstein" unter der Leitung von Henning

Rabe.

2. Re gularie n

2.1 Ge ne hm igung de r Tage sordnung

Der Präsident des SSH, Bernd Küpperbusch, entschuldigt die Nummerierung in der Einladung

zur LDV.

Ab TOP 8 muss es heißen: 8.1 usw.

Aus gegebenem Anlass bittet Bernd Küpperbusch die Versammlung, den TOP 8 zu erweitern

und die nachfolgenden TOP um eine Ziffer nach hinten zu verschieben.

TOP 8.1 Wahl des 1. Vizepräsidenten

Die Einladung zur LDV mit der Tagesordnung, den Jahresberichten sowie dem Haushaltsentwurf

2018 ist fristgerecht erfolgt.

Die Tage sordnung liegt jedem vor und wird einstimmig genehmigt.

2.2 Ge ne hm igung de r Nie de rschrift de r LDV 2017

Die Niederschrift der LDV 2017 wird einstimmig genehmigt.

2.3 Fe stste lle n de r stim m b e re chtigte n De le gie rte n

Es sind 94 stimmberechtigte Delegierte anwesend.

3. Jahre sb e richte : Präside ntin, Lande schorle ite r, Juge ndre fe re nt, Schatzm e iste -

rin

Die Berichte wurden im Nachrichtenblatt des SSH 1/2018 veröffentlicht.

Aussp rache : Die Jahresberichte werden einstimmig angenommen. Eine Aussprache ist

von Seiten der LDV nicht gewünscht.

Be rnd Küp p e rb usch weist auf die neuen GEMA Vordrucke hin. Ferner beklagt er den

Nachwuchsmangel in den Chören, besonders den Männerchören.

Von den neuen Datenschutzregularien der EU ist der SSH nur in Teilbereichen betroffen.

Die Schatzm e iste rin des SSH, Annemagret Kühntopf erläutert einzelne Posten der in

Singendes Schleswig-Holstein" 1/2018 aufgeführten Jahresabrechnung 2017. Eine Aussprache

ist von Seiten der LDV nicht gewünscht.

Zu Zeiten der schlechten Haushaltslage des Landes S-H wurden die Zuwendungen an den

SSH auf 15.500 € gekürzt. Diese Kürzung wurde erstmals aufgehoben, und der SSH erhält

wieder eine Zuwendung von 20.500 €.

4. Satzungsände rung

§ 7, Absatz 4, Satz 2 wird ergänzt mit: "oder auf elektronischem Weg"

Die Satzungsände rung wird einstimmig angenommen.

Jetzt können Einladungen usw. auch auf elektronischem Weg verschickt werden. (Das

Land S-H hatte die hohen Portokosten des SSH moniert.)

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PROTOKOLL DER LDV 2018.

5. Kasse np rüfung

5.1 Be richt de r Kasse np rüfe r 2016

Für die Kassenprüfer berichtet Frau Antje Kähler (SK 2), dass sie am 19.03.2018 die Kasse

im Hause der Schatzmeisterin geprüft hat. Sie bescheinigt der Schatzmeisterin eine

ordnungsgemäße Kassenführung, Unterlagen/Belege stimmten mit den Eintragungen

überein. Es wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.

5.2. Entlastung de s Vorstande s 2015

Frau Antje Kähler

bittet die LDV um Entlastung des Vorstandes.

De r Vorstand w ird e instim m ig e ntlaste t.

6. Haushaltsp lane ntw urf 2018

Schatzmeisterin A. Kühntopf stellt den Haushaltsplanentwurf 2018 vor.

6.1 Aussp rache

Fragen zu einzelnen Positionen werden befriedigend erläutert.

6.2. Ge ne hm igung de s Haushaltsp lane ntw urfs 2018

Der Haushaltsplanentwurf 2017 wird einstimmig, bei Enthaltung des Präsidiums, angenommen.

7. Kaffe e p ause

Kaffeepause von 14:55 bis 15:25 Uhr

Musikalisches Zwischenspiel durch den "Kammerchor Ostholstein" unter der Leitung von

H. Rabe.

8. Wahle n

8.1 1.Vize p räside nt/in

Bei der Wahl 2017 nahm Helmut Zech die Wiederwahl unter der Bedingung an, das Amt

nur so lange zu bekleiden, bis sich ein Nachfolger gefunden hat. Nach internen Gesprächen

war Reiner Andresen (SK 4) bereit, sich zur Wahl zu stellen.

Präsident B. Küpperbusch schlägt die Wahl von Reiner Andresen vor. Von Seiten der Versammlung

kommen keine weiteren Vorschläge.

Reiner Andresen wird einstimmig für 2 Jahre zum 1. Vizepräsident des SSH gewählt. Er

dankt für das Vertrauen und nimmt die Wahl an.

He lm ut Ze ch dankt für die gute Zusammenarbeit im Präsidium. Er wird weiterhin die

Verbandszeitung "Singendes Schleswig-Holstein" erstellen

8.2 2.Vize p räside nt/in

Amtsinhaberin Erdmute Jonathal stellt sich zur Wiederwahl. Von Seiten der Versammlung

kommen keine Vorschläge. Erdmute Jonathal wird einstimmig, bei eigener Enthaltung, für

weitere 3 Jahre gewählt. Sie nimmt die Wahl an und dankt für das Vertrauen.

8.3 Schatzm e iste r/in

Amtsinhaberin Annemagret Kühntopf stellt sich zur Wiederwahl. Von Seiten der Versammlung

kommen keine Vorschläge. Annemagret Kühntopf wird einstimmig, bei eigener Enthaltung,

für weitere 3 Jahre gewählt. Sie nimmt die Wahl an und dankt für das Vertrauen.

8.4 Lande schorle ite r

Amtsinhaber Bernhard Emmer (aus familiären Gründen nicht anwesend) stellt sich schriftlich

zur Wiederwahl. Von Seiten der Versammlung kommen keine Vorschläge. Bernhard

Emmer wird einstimmig, in Abwesenheit, für weiter 3 Jahre gewählt.

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PROTOKOLL DER LDV 2018.

8.5 Juge ndre fe re nt/in

Das Amt des Jugendreferenten ist zur Zeit vakant, da der bisherige Amtsinhaber in keiner

Form zu erreichen ist. Das Präsidium ist für jeden Vorschlag offen.

9. Ne ue Funktionsträge r

9.1 Re fe re nt/in für Öffe ntlichke itsarb e it

Helmut Zech übernimmt das Amt, er ist weiterhin für die Erstellung der Verbandszeitung

"Singendes Schleswig-Holstein" verantwortlich.

9.2 Zw e ite /r Kasse np rüfe r/in

Der/die Kassenprüfer/in wird aus dem SK 7 (LDV 2019) gewählt. Heinz Heinson wird als

zweiter Kassenprüfer gemeldet.

In den letzten Jahren sind dem Ausschuss "He inrich-Paulse n-Me daille " keine Vorschläge

zur Ehrung zugegangen. Der Ehrungsausschuss besteht aus 2 Mitgliedern des

Präsidiums, 2 Mitgliedern des Gesamtausschusses (keine PR-Mitglieder) und einem/einer

Delegierten des Sängertages.

Im Amt sind z.Z. Waltraud Grapentien, Erdmute Jonathal, Sigrid Hornburger, Hilmar

Nordmann, Heinke Hachmann-Köhnke.

We rne r Carste nse n verabschiedet sich aus der ersten Reihe. Er ist seit 1991 Sänger,

seit 2006 war er Sängerkreisvorsitzender vom SK 6 und hat sechs SSH-Präsidenten miterlebt,

wie er sagt. “Es war eine schöne Zeit”, so Carstensen.

Bernd Küpperbusch dankt Werner Carstensen für die geleistete Arbeit im Ehrenamt und

wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.

Waltraut Grap e ntie n weist darauf hin, dass die GEMA-Meldungen spätestens 14 Tage

nach einem Konzert bei der Geschäftsstelle vorliegen müssen. Chornum m e r nicht

ve rge sse n!

SK 7 veranstaltet am 1. Juli 2018 e in Chorkonze rt (Se e fe stival) mit 6-8 Chören.

10. Be richte de r Be auftragte n und Sänge rkre isvorsitze nde n (Tischvorlage n)

Aussp rache : Es wird von Seiten der LDV keine Aussprache gewünscht.

11. Anträge

Es liegen keine Anträge vor

12. Te rm ine und Ve ranstaltunge n

12.1 Fachtagung Chorle itung de s SSH

Die Teilnehmer an der Fachtagung 2017 waren begeistert von der Veranstaltung. Hilmar

Nordmann berichtet von allgemein positiver Stimmung. Helmut Zech war in den letzten

Jahren erfolgreich bemüht, erstklassige Dozenten für die Fachtagung zu gewinnen. Er

regt an, die Fachtagung nicht nur für SSH-Mitglieder zugänglich zu machen. Die nächste

Fachtagung Chorleitung findet am 16.02.2019 statt.

12.2 Chorfe st 2018

Das zentrale Chorfest 2018 sollte in Eckernförde stattfinden. Auf Anfrage teilten die

zuständigen Stellen der Stadt Eckernförde jedoch mit, dass alle Termine für 2018

ausgebucht sind. Für 2019 muss spätestens im Sommer 2018 ein Termin vereinbart

werden. Unter den gegebenen Umständen ist für 2018 mit keinem zentralen Chorfest zu

rechnen.

12.3 Adve ntskonze rt 2018

Das Adventskonzert des SSH findet am 1. Dezember 2018, 17:00 Uhr in der Frie de nskirche

Wasb e k statt.

- 20 -


FORSCHUNGSZENTRUM FEUCHTWANGEN.

12.4 Fort- und We ite rb ildung

Es wird eine Weiterbildung für Vereinsvorstände mit dem The m a Ve re insre cht

vorgeschlagen. Hierfür soll ein Jurist mit Hintergrundwissen gewonnen werden. Bernd

Küpperbusch schlägt vor, dieses in Form einer zentralen Veranstaltung stattfinden zu

lassen.

Nach Aussage von Helmut Zech ist der Redakteur Dr. Christian Strehk (Kieler

Nachrichten) bereit, ein Seminar mit dem The m a Pre sse arb e it abzuhalten.

Von Seiten der Versammlung kommen keine weiteren Anregungen.

13. Lande sde le gie rte nve rsam m lung 2019, Te rm in und Ort

Die LDV 2019 findet am 30.März im ConventGarten in Rendsburg statt.

14. Ve rschie de ne s

Frage von Seiten der Versammlung: Wie bekommt ein Chor die geänderte Satzung,

Geschäftsordnung?

Antwort aus dem Präsidium: Beides wird auf Wunsch zugeschickt.

Bernd Küpperbusch weist auf die neue Website des SSH hin. Änderungen im Vorstand der

Chöre, sowie Konzerttermine nur an die Geschäftsstelle senden.

Schlussw orte

Bernd Küpperbusch bedankt sich bei der Versammlung für die Mitarbeit, wünscht einen

guten Heimweg und schließt die Sitzung.

Ende de r LDV: 17:15 Uhr

Karl-Otto Schuldt - Schriftführer

Chöre im Fokus de r Forschung

Ausze ichnung für das Forschungsze ntrum de s De utsche n Chorw e se ns: Es w urde

zum „An-Institut“ de r Unive rsität Würzb urg e rhob e n. Altb unde sp räside nt Christian

Wulff nahm die Urkunde b e i e ine r Fe ie r e ntge ge n.

Im Deutschen Chorverband sind mehr als eine Million Mitglieder aus rund 15.500 Chören

organisiert. Präsident des Verbands ist ein prominenter Mann: Christian Wulff, Bundespräsident

a.D., wurde im Februar 2018 in diese Funktion gewählt. In seinem neuen Amt

war er nun an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zu Gast.

Hier bekam Wulff am 10. April 2018 von Universitätspräsident Alfred Forchel eine Urkunde

überreicht. Sie besagt: Das Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens mit Sitz in

Feuchtwangen hat von nun an die Befugnis, die Bezeichnung „an der Universität Würzburg“

zu führen. Wulff ist auch Vorsitzender der Stiftung, die das Forschungszentrum

trägt.

Die Ehrenbezeichnung als „An-Institut“ vergibt die JMU an Einrichtungen, die eng mit ihr

kooperieren und den Nachweis erbracht haben, dass sie wissenschaftlich arbeiten – etwa

indem sie wissenschaftliche Projekte und Publikationen vorweisen können. Insgesamt

sechs An-Institute gibt es bislang.

- 21 -


FORSCHUNGSZENTRUM FEUCHTWANGEN.

„Das neue An-Institut für Chorforschung ist das erste dieser Art weltweit“, so Präsident

Forchel. Er freue sich sehr, dass die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Chorverband,

dem Fränkischen Sängerbund und der Stiftung Dokumentations- und Forschungszentrum

des Deutschen Chorwesens stets konstruktiv und zielführend verlaufen sei.

Was die Chorforschung le iste n sollte

„An die Arbeit des Forschungszentrums habe ich große Erwartungen“, so Wulff bei der

feierlichen Urkundenverleihung im Senatssaal der JMU. Er erhoffe sich zum Beispiel Antworten

auf die Fragen, wie man verstärkt Kinder und Jugendliche in die Chöre bringen

und das Chorwesen in Deutschland erhalten könne. Eine weitere Aufgabe sei es, die Bedeutung

zu erforschen, die deutschen Chören und Liedern im Ausland zukommt.

Für die Gesellschaft sei die Arbeit der Chöre sehr bedeutsam: „Singen reduziert Stresshormone

und kurbelt Glückshormone an. Es ist eines der wirksamsten Mittel gegen Einsamkeit

–denn in Chören kommen die Menschen zusammen, und das ist im Zeitalter der

Digitalisierung von noch viel größerer Bedeutung als früher“, sagte Wulff. Auch der Integration

könne das Singen dienlich sein: Es gebe inzwischen Begegnungschöre, in denen

gemeinsam mit Geflüchteten Lieder aus deren Heimat und deutsche Lieder gesungen

werden.

Lange Tradition de r Chorforschung

Leiter des Forschungszentrums ist Professor Friedhelm Brusniak, der seit 1999 den Lehrstuhl

für Musikpädagogik an der JMU innehat. Das Forschungszentrum steht in einer langen

Tradition: Schon seit 1925 verfügte das Deutsche Sängermuseum in Nürnberg über

eine Forschungsstelle. Das Museum wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, sein Nachfolger

entstand in Feuchtwangen. Im dortigen Sängermuseum ließ Brusniak ab 1989 die Forschungstätigkeit

wieder aufleben.

„Die Chorforschung befasst sich mit historischen, psychologischen, soziologischen und pädagogischen

Fragen“, so Brusniak. „Dabei muss sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

im Blick behalten“, ergänzte er. Aktuell arbeite man mit Fachleuten aus aller Welt

an einem „Lexikon des Chors“. Es werde voraussichtlich 2019 erscheinen. Fachtagungen,

die das Forschungszentrum mitveranstaltet, fänden demnächst in Estland, Österreich und

Luxemburg statt: „Wir müssen uns international und interkulturell aufstellen“, sagte Brusniak.

Forschung am Be stand de s Sänge rm use um s

Zu den Forschungsobjekten des Zentrums gehören auch Stücke aus dem Sängermuseum.

Dieses besaß vor dem Krieg rund 30.000 Exponate, von denen heute noch etwa

3.000 erhalten sind. Darunter sind die ältesten Chorzeitschriften der Welt. Sie stammen

aus dem 19. Jahrhundert. Einige wertvolle Stücke aus der Sammlung wurden bei der

Feier im Senatssaal präsentiert.

Alexander Arlt, Museums- und Archivleiter in Feuchtwangen, zeigte mehrere Autographen

– Schriften oder Partituren, eigenhändig niedergeschrieben von Friedrich Schiller, Robert

Schumann oder Franz Schubert. Oder ein Notenblatt mit dem Serapions-Walzer, der erst

vor kurzem E. T. A. Hoffmann zugeordnet werden konnte. Eine Forschungsfrage hierzu

ist, woher die Schriften stammen und auf welchem Weg sie ins Sängermuseum gekommen

sind.

Viele dieser Materialien sind bislang nicht digitalisiert, das Papier ist teils vom Säurefraß

bedroht. Hier kommt die Universitätsbibliothek Würzburg als Partner des Forschungszentrums

ins Spiel: Sie hat die Aufgabe übernommen, die historischen Stücke in ihrem Digitalisierungszentrum

zu bearbeiten und sie damit dauerhaft der Nachwelt und der Forschung

zur Verfügung zu stellen, sagte Bibliotheksleiter Dr. Hans-Günter Schmidt.

- 22 -


UNSERE JUBILARE.

Le itungsgre m ium

de s Forschungsze ntrum s

Getragen wird das Forschungszentrum

des Deutschen Chorwesens

von der „Stiftung Dokumentationsund

Forschungszentrum des Deutschen

Chorwesens“. Diese private

Stiftung mit Sitz in Feuchtwangen

trägt außerdem das Sängermuseum

und das Archiv des Chorwesens.

Das Forschungszentrum wird von

einem Lenkungsausschuss geleitet,

dem Professor Brusniak vorsitzt.

Weitere Mitglieder sind Christian

Wulff, JMU-Vizepräsident Wolfgang

Riedel, die JMU-Professoren Ulrich

Konrad (Musikwissenschaft) und

Peter Hoeres (Geschichte), Hans-

Günter Schmidt, Leiter der Würzburger

Universitätsbibliothek, Peter

Jacobi, Präsident des Fränkischen

Sängerbundes, und Stiftungsratsmitglied

Herbert Meier.

Kontakt

Prof. Dr. Friedhelm Brusniak,

Lehrstuhl für Musikpädagogik,

Universität Würzburg,

T +49 931 31-84843,

friedhelm.brusniak@uni-wuerzburg.de

Wir gratulie re n se hr he rzlich unse re n Jub ilare n:

Das 60jährige Sänge rjub iläum feiern:

Ge rt Binde r, MGV Concordia Wyk/Föhr

Kurt Boock, MGV Hoffnung Steinfels-Ulsnis

Otto Bute nschön, MGV Aukrug

Egon He rrm ann, Gemischter Chor Husum

Karl-He inz Jacob se n, Störschipper Itzehoe

He inz Schm idt, Gemischter Chor Husum

Das 50jährige Sänge rjub iläum feiern:

Karl-He inz Be ide l, Chorgemeinschaft Heist/Wedel

Jürge n Büns, MGV Concordia Wyk/Föhr

Erika Fahre nkrog, Gemischter Chor Haffkrug

Anne gre te Hahn, Gemischter Chor Süderhastedt

Ingrid Hahn, Gemischter Chor Süderhastedt

Elke He ntsche l, Gemischter Chor Süderhastedt

Brunhilde He rrm ann, Gemischter Chor Husum

Christa Nisse n, Gemischter Chor Husum

Fre ia Riche ling, Frauenchor Heiligenstedtener Kamp

- 23 -


STATISTIK.

Mitglie de rstatistik SSH - Stand: 01.01.2018

Chöre nach Typ und Sänge rkre ise n

SK 1 SK 2 SK 3 SK 4 SK 5 SK 6 SK 7 ge -

sam t

Männerchöre 14 12 18 16 5 17 11 93

Frauenchöre 4 11 11 4 0 9 3 42

Gem. Chöre

24 22 32 19 12 22 21 152

Gospel+Pop

Shantychöre 2 7 2 4 3 3 1 22

Jugendchöre 3 2 2 3 0 1 2 13

Kinderchöre 2 4 4 4 2 1 4 21

Instrumentalgr. 1 1

ge sam t 49 58 69 50 23 53 42 344

Aktive und p assive Mitglie de r 2014 - 2018

2014 2015 2016 2017 2018

Sängerinnen 5.489 5.435 5.257 5.211 4931

Sänger 4.851 4.626 4.290 4164 3928

Kinder u. Jugendliche 1.236 1.187 1.196 1252 1202

gesamt 11.576 11.248 10.743 10627 10061

passive Mitglieder 8.318 7.855 7.274 6910 6341

Ehrunge n

Sänge rinne n / Sänge r

Chorle ite rinne n / Chorle ite r

5 Jahre (SSH-Jugend 8

15 Jahre (SSH) 83 15 Jahre (SSH) 7

25 Jahre (SSH) 92 25 Jahre (DCV) 2

40 Jahre (SSH) 99 35 Jahre (SSH) 3

50 Jahre (DCV) 43 40 Jahre (DCV) 1

60 Jahre (DCV) 66 50 Jahre (DCV)

70 Jahre (DCV) 3 60 Jahre (DCV)

394 13

Folge nde Chöre fe ie rte n 2017 e in „runde s“ Jub iläum :

25 Jahre FC Groß Vollstedt

50 Jahre Chor im Bahn Sozialwerk v. 1967 e.V.; Heider Frauenchor e.V.

125 Jahre Liedertafel „Concordia“ Langwedel e.V.

150 Jahre MGV Hürup v.1867; GC Satrup v.1867; MGV Delve-Schwiehusen v.1867

175 Jahre Lauenburger MC v.1842; Lübecker Männerchor; Oldenburger LT v.1842

Husbyer GV „Fidelitas“ v.1842; Quartettverein Kappeln v.1842;

Bredstedter Liedertafel v.1842; Schwansener Gesangverein v.1842;

Rendsburger Männerchor v.1842

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ERIC ERICSON 100

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Eric Ericson 100

Der schwedische Chordirigent Eric

Ericson - er starb 2013 - wäre am

26. Oktober 100 Jahre alt geworden.

Er zählte zu den weltweit herausragenden

Chorleitern und war der Protagonist

dessen, was man gemeinhin

als das „Schwedische Chorwunder“

bezeichnet.

Geboren in Borås in Westschweden,

wuchs Eric Ericson auf der Insel Gotland

auf, wo sein Vater in Visby Pastor

war. Dort kam er im Knabenchor

der Domkirche früh mit Orgel- und

Chormusik in Berührung. Bereits mit

12 Jahren gründete er einen Junior-

Chor. Er studierte Kirchenmusik und

Chorleitung an der Königlich Musikalischen

Akademie in Stockholm und der Schola Cantorum Basiliensis. Im Jahr 1949 wurde

er Kantor der Stockholmer Jakobskirche; dieses Amt übte er bis 1974 aus.

1945 gründete er den Stockholmer Kammerchor, der sich später ihm zu Ehren in „Eric

Ericson Kammarkör“ umbenannte, und der sein Hauptinstrument war, um das optimale a-

cappella-Singen zu entwickeln. Daneben leitete er von 1951-1982 den Schwedischen Radiochor

und von 1951-1991 den Männerchor „Orphei Drängar“. Von 1952 bis 1991 unterrichtete

er als Professor für Chorleitung an der Musikhochschule in Stockholm. In diesen

Jahren hat er eine neue Generation von Chordirigenten ausgebildet.

Seine internationale Tätigkeit wurde immer umfassender. Er war Gastdirigent bei allen bedeutenden

Chören in der Welt, wie z.B. dem Niederländischen Kammerchor, dem Estnischen

Philharmonischen Kammerchor, Groupe Vocal de France, BBC Singers, Ensemble

Accentus, RIAS Kammerchor, dem Chor der Wiener Staatsoper und vielen anderen. Er

war auch ein hoch geschätzter Lehrer und gab jedes Jahr zahlreiche Meisterkurse auf der

ganzen Welt, u.a. auch mehrmals am Nordkolleg in Rendsburg. Seine ganze Karriere hat

er der Chormusik gewidmet, und seine Arbeit hat nicht nur seinen eigenen Chören einen

besonderen Status gegeben, sondern trug auch in hohem Maße dazu bei, den Chorgesang

als eine hoch stehende Form des Musizierens zu etablieren.

Eric Ericson ist eine Legende in der Chormusik. Er erneuerte die Chorkunst und entwickelte

sie weiter. Tief verankert in der Tradition bewirkte er eine fantastische Umwandlung

des Chorgesangs und der Chormusik in Schweden und im Rest der westlichen Welt.

Er pflegte einen lebhaften Austausch mit den bedeutendsten Komponisten seiner Zeit und

inspirierte sie, große und komplizierte Chorwerke zu schreiben. Damit hat er den Chören

in der ganzen Welt ein reicheres Repertoire gegeben, durch das sich die Chorsänger wiederum

weiterentwickeln konnten.

Im Rahmen des 16. Ostsee-Festivals ehren herausragende Chöre aus den Ostseestaaten

den legendären Chorleiter mit einem Konzert am 28. August in der Berwald-Halle in

Stockholm. Mitwirkende sind der Schwedische Radiochor, der Lettische Radiochor und

Estlands Philharmonischer Kammerchor. Dirigenten sind Sigvards Kļava (Lettland) und

Tõnu Kaljuste (Estland). Auf dem Programm stehen die Uraufführung eines Chorwerks

der litauischen Komponistin Raminta Šerkšnyte sowie Kompositionen von Veljo Tormis,

Lars Edlund, Erik Ešenvalds, Ingvar Lidholm, Richard Strauss und Arnold Schönberg.


DEUTSCHER CHORWETTBEWERB.

Hohe s Nive au b e im De utsche n Chorw e ttb e w e rb

Alle vier Jahre lädt der Deutsche Musikrat zum Contest: Welches sind die besten Chöre in

Deutschland? Nach der Auswahlrunde in den Bundesländern trafen vom 5. bis 13. Mai in

Freiburg nun die 116 Qualifizierten unter dem Motto „GemEinsame Spitze“ aufeinander

und kürten in insgesamt 13 Disziplinen die Bundessieger.

Das Ergebnis ist eine lange Liste wirklich wohlklingender Ensembles – in Deutschland wird

einfach auf auße rge w öhnliche m m usikalische n Nive au gesungen. Die Jurys taten

sich mit den Entscheidungen so schwer, dass sie in vier Kategorien sogar gleich mehrere

erste Preise vergaben, zuweilen auch mehrere zweite und dritte Preise. Der Gesamtjuryvorsitzende

Prof. Jürgen Budday attestierte der Chorszene, insbesondere in der „Königsdisziplin“

der gemischten Kammerchöre, denn auch ein, so wörtlich, „extrem hohes Niveau“.

Glückwunsch, Deutschland!

„Mit hervorragendem Erfolg“ bewertet und einem 1. Preis ausgezeichnet wurden die folgenden

Chöre:

Ge m ischte Kam m e rchöre - 16 b is 36 Mitw irke nde

Kammerchor der Musikhochschule Mannheim Harald Jers 24,0 1. Preis

Kammerchor Josquin des Préz Ludwig Böhme 24,0 1. Preis

* Phemios Kammerchor Joachim Thomas 20,4 mit gutem Erfolg

Männe rchöre - 16 b is 36 Mitw irke nde

Sonat Vox Justus Merkel 23,8 1. Preis

Kinde rchöre – gle iche Stim m e n, b is 16 Jahre

Mädchenchor PLUS,

Rudolf- Hildebrand- Schule Markkleeberg Virginie Ongyerth 23,4 1. Preis

Pop uläre Chorm usik – a cap p e lla

Jazzchor der Uni Bonn Jan-Hendrik Herrmann 24,0 1. Preis

Pop- Up Detmold Anne Kohler 23,8 1. Preis

* fanjazztic David Hoffmann 17,4 mit gutem Erfolg

Vokale nse m b le s

VOKTETT HANNOVER ohne Leitung 23,0 1. Preis

Ge m ischte Chöre - ab 32 Mitw irke nde

Kammerchor der Hochschule

für Musik und Theater Hamburg Cornelius Trantow 24,0 1. Preis

via-nova-chor München Kerstin Behnke 23,8 1. Preis

* ensemble elmshorn Susanne Drdack 18,6 mit gutem Erfolg

Fraue nchöre

CANT'ELLA Bine Becker-Beck 23,0 1. Preis

* INTONARE Frauenvokalensemble Elena Pavlova 17,6 mit gutem Erfolg

Juge ndchöre – ge m ischte Stim m e n

Jugendkonzertchor der Chorakademie

am Konzerthaus Dortmund Felix Heitmann 23,4 1. Preis

* Chöre aus Schleswig-Holstein

- 26 -


NACHRICHTEN.

Musikrat: Chordirigentenpreis für Hsin-Chien Fröhlich

Zum dritten Mal hat der Deutsche Musikrat soeben den Deutschen Chordirigentenpreis

vergeben. Die Auszeichnung ging an die 30-jährige Hsin-Chien Fröhlich (Foto: Kai Bienert).

Die aus Taiwan stammende Ausnahmekünstlerin absolvierte ein Kirchenmusikstudium

an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halleund studierte im Anschluss

von 2013 bis 2015 Chordirigieren an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. Seit

der Spielzeit 2015/16 ist sie Chordirektorin und Kapellmeisterin am Theater Hof.

Im Wettbewerb überzeugte Hsin-Chien Fröhlich mit ihrer

stilistische n Vie lfalt bei der Interpretation von

Werken von Gesualdo über Schütz, Reger und Hindemith

bis Zuidam. Die achtköpfige Jury war aber auch

schon in den vorangegangenen Proben dabei und

b e w e rte te die Prob e narb e it der drei Finalisten –

neben der Siegerin noch Ines Kaun und Yuval Weinberg,

der erst im vergangenen Jahr beim Internationalen

Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf mit dem

Sonderpreis für die beste dirigentische Leistung ausgezeichnet

worden war. Hsin-Chien Fröhlich erwarten

nun neben den 5.000 Euro Preisgeld in der kommenden Konzertsaison Dirigate beim

RIAS Kammerchor, dem Rundfunkchor Berlin und beim WDR Rundfunkchor.

Mit dem Deutschen Chordirigentenpreis endet für die drei Finalisten die mehrjährige Förderung

durch den Deutschen Musikrat. Die Kandidaten hatten sich durch ihre erfolgreiche

Teilnahme am Dirige nte nforum für das Finalkonzert qualifiziert. Das Dirigentenforum ist

das Förderprogramm des Deutschen Musikrates für den dirigentischen Spitzennachwuchs

in Deutschland in den Sparten Orchesterdirigieren und Chordirigieren.

Aktue lle Zahle n zum Am ate urm usizie re n in De utschland

Das Deutsche Musikinformationszentrum hat seine Statistik aktualisiert. Die neue Ausgabe

2017/2018 weist in den Verbänden des vokalen und instrumentalen Amateurmusizierens

wiederum rund 3,7 Millionen Menschen aus. Damit hat sich die Situation im

Vergleich zu den Jahren 2015/16 insgesamt kaum verändert. Die Daten zeigen einmal

mehr den enormen Stellenwert, den das Amateurmusizieren als gesellschaftliche Kraft in

Deutschland einnimmt.

Die Anzahl traditioneller Chorgruppen ist allerdings leicht rückläufig, besonders im kirchlichen

Bereich: Es wurden knapp 2.000 christliche Chöre weniger erfasst. Dennoch ist nach

wie vor die Mehrzahl der Chöre (33.640) in den evangelischen (20.140) und katholischen

Kirchen (13.500) zu finden. Ihnen stehen rund 22.000 weltliche Chöre gegenüber. Insgesamt

weist die Statistik knapp 56.000 Chöre in den Chorverbänden nach.

Unter diesen wiederum sind 15.500 (Eigenangabe auf der DCV-Website) im Deutschen

Chorverband organisiert, ein gutes Viertel also der gesamten deutschen Chorszene. Das

geht jedoch aus der MIZ-Statistik nicht hervor, weil der Austritt von acht Landesverbänden

aus dem DCV zum 31.12.2017 noch nicht berücksichtigt ist – etwas unverständlich,

denn dieser Umstand ist seit Monaten bekannt und veröffentlicht.

Wieviele Menschen singen in Chören in Deutschland? Eine greifbare Aussage dazu liefert

die neue MIZ-Statistik nicht. Im kirchlichen Bereich sind es knapp 700.000 aktive Sängerinnen

und Sänger. Im weltlichen Bereich bleibt es offen, da der DCV bei seinen Angaben,

- 27 -


NACHRICHTEN.

so steht es in den kleingedruckten Hinweisen, nicht zwischen aktiven und fördernden Mitgliedern

unterscheidet und sogar Kita-Kinder und -Erzieherinnen mitzählt.

So lässt sich aus vergleichbarer Durchschnittsstärke der Chöre heraus lediglich schätzen,

dass es dort etwa 380.000 Aktive gibt. Und das bedeutet, dass tatsächlich rund 1,2 Mio.

Me nsche n in De utschland aktiv im Chor singe n. Das sind ungefähr so viele, wie alle

im Bundestag vertretenen Parteien zusammengenommen an Mitgliedern haben – nur

dass diese ganz bestimmt nicht alle aktiv sind!

DSGVO und ke in Ende : Ne ue Date nschuttzre ge ln in de r Praxis

In den letzten Wochen wurde im Namen des Datenschutzes so manches Postfach regelrecht

zugespamt. E-Mails mit Infos über neue Datenschutzbestimmungen, mit geänderten

Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder auch ausgerechnet mit der Frage, ob man

denn diesen oder jenen Newsletter wirklich weiter beziehen möchte, nervten nicht wenige

Menschen – von der Angst vor der drohenden großen Abmahnwelle in etlichen Publikationen

mal ganz abgesehen. Die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung treibt

schon seltsamen Blüten und hat den Verantwortlichen in Chören und Musikvereinen e he r

Date n-Ve runsiche rung als Date n-Siche rhe it beschert.

Wahrscheinlich liegt mehr Sinn in Informationen, die sich auf das Relevante fokussieren.

In einem zweiseitigen Merkblatt haben die beiden Dachverbände des Amateurmusizierens

BDC und BDO deshalb kurz zusammengefasst, was für die Mehrzahl der Ensembles und

Vereine wirklich wichtig ist.

Dessen ungeachtet formiert sich Protest gegen die neuen EU-weiten Regelungen, insbesondere

vor dem Hintergrund zusätzlicher Be lastunge n für Ehre nam tliche und Ve re i-

ne , weil damit das bürgerschaftliche Engagement, das doch so gern in der Gesellschaft

gesehen wird, mit Risiken und Schwierigkeiten belegt wird. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte

jüngst einen Beitrag, der die praktischen Probleme anschaulich beschreibt. Inzwischen

sind bereits mehrere Online-Petitionen zum Thema DSGVO gestartet.

Nächste s Jahr nach Gotha:

Be w e rb ungsp hase für #tcom 2019 ge starte t

Leute, das ist eure Chance für einen Auftritt: Chöre und Orchester, Vokal- und Instrumentalensembles

aller Couleur können bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik im

nächsten Jahr dabei sein. Sie finden vom 29. bis 31. März 2019 im thüringischen Gotha

statt. Insbesondere die Nacht de r Musik am Samstag, den 30. März eignet sich zum

Mitmachen, denn da kommt die ganze Bandbreite der Amateurmusik zu Gehör: Von A wie

a cappella bis Z wie Zupforchester sind alle Formen von Chören (z.B. Kinder- und Jugendchöre,

Männer-, Frauen-, gemischte und Kammerchöre) und Orchestern (Akkordeon-,

Streich-, Blas- und Zupforchester, Spielmannszüge etc.) ebenso wie kammermusikalische

Formationen (Vokalensembles, Bläserensembles, Streichquartette usw.) gefragt. Auch stilistisch

gibt es keine Festlegungen. Gospels, Volkslieder, Klassik, Pop und Jazz – von traditionell

bis modern kann alles dabei sein.

Mit einer Infoveranstaltung im Beisein von Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch haben

BDC und BDO im Juni den regionalen Vereinen und Verbänden die Mitmachmöglichkeiten

vorgestellt. Doch das Angebot gilt bundesweit. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Anm e lde schluss ist de r 16. Se p te m b e r 2018. Danach stellt die Programmkommission

das Programm im Detail zusammen.

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NACHRUFE.

Wir gedenken mit großer Dankbarkeit unseres verstorbenen Chormitgliedes

Pe te r Ucke l

* 10.10.1938 + 03.05.2018

56 Jahre hat er als aktives Mitglied im Chor gesungen.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Norde rtorchor Fle nsb urg e .V. von 1909

Dörte Schröder, 1. Vorsitzende

Am 09. Juni 2018 verstarb im Alter von 83 Jahren unser langjähriger Sangesbruder

He rm ann Bolz

Er trat 1983 in die Lundener Liedertafel ein und war eine gute Unterstützung

für den 2. Tenor. Trotz seines nicht besonders guten Gesundheitszustandes

nahm er an sehr vielen Auftritten und Veranstaltungen der Liedertafel teil.

Wir werden ihm ein ehrenhaftes Andenken bewahren.

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie.

Lunde ne r Lie de rtafe l von 1843

Der Männergesangverein „Jungs holt fast“ in Tangstedt trauert um den Sangesbruder

Ew ald Böhling

der am 14. März 2018 im Alter von 80Jahren verstorben ist.

Ewald war über 50 Jahre Sänger bei uns im 1. Bass.

35 Jahre war er ein sorgsamer Notenwart und immer hilfsbereit.

Wir werden unserem Ewald ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Mitsänge r von „Jungs holt fast“

Wir nehmen Abschied von unserem treuen Sangesbruder

Sie gfrie d Droe se

der uns im Alter von 70 Jahren verlassen hat.

Er war stets ein zuverlässiger Sänger in unserem Chor.

Wir gedenken seiner in stiller Trauer.

Die Sänge r vom Männe rge sangsve re in „Hoffnung“ Ste infe ld-Ulsnis

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KONZERTKALENDER.

05.08. 10:00 Uhr Kammerchor Ostholstein

Singen im Festgottesdienst, St.Stephanuskirche Dahme

16.09. 10:30 Uhr Kammerchor Ostholstein

Matinée, Schön-Klinik, Neustadt/Holstein

22.09. 16:00 Uhr Chor Einigkeit Wittorf , Seniorenchor Bad Bramstedt, Gem. Chor Ahrensburg

Chorkonzert, Johanneskirche Neumünster

29.09 18:00 Uhr Chor Kronshagen und Gwalia Singers aus Swansea/Wales

Herbstkonzert, Bürgerhaus Kronshagen

17.10. 15:00 Uhr De TraveMünder

Kaffee & mehr, Gemeinnütziger Verein zu Travemünde

20.10. 16:00 Uhr Rendsburger Frauenchor von 1974

„Lieder am Nachmittag“, Christkirche Rendsburg

07.11. 18:00 Uhr Rendsburger Männerchor und Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff

Chorkonzert, Christkirche Rendsburg

18.11. 16:00 Uhr Jugendchor des SSH

„Tierisch bewegt“, Chorkonzert, Rudolf-Steiner-Schule Kiel

01.12. 17:00 Uhr Adventskonzert des SSH

Chöre des SSH, Friedenskirche Wasbek

01.12. 17:00 Uhr De TraveMünder

„Wiehnacht allöverall“, Versöhnungskirche Lübeck-Travemünde

01.12. 18:00 Uhr „Lied hoch“ Glückstadt und Polizeichor Kopenhagen

Jubiläumskonzert 125 Jahre, Stadtkirche Glückstadt

02.12. 17:00 Uhr Schwarzenbeker Liedertafel v. 1843

Adventskonzert, St. Franziskus-Kirche Schwarzenbek

02.12. 17:00 Uhr De TraveMünder

„Wiehnacht allöverall“, Fischerkirche Lübeck-Schlutup

02.12 17:00 Uhr Chor Kronshagen

Adventskonzert, Christuskirche Kronshagen

02.12. 17:00 Uhr Krooger Frauenchor Kiel und Männergesangverein Kroog

Adventskonzert, Stephanuskirche Kiel-Kroog

05.12. 17:00 Uhr Kieler Sing Akademie

„Die halbe Stunde“, Nikolaikirche Kiel

08.12. 17:00 Uhr Chor Kronshagen

Adventskonzert, St. Bonifatius-Kirche Kronshagen

08.12. 19:00 Uhr Kammerchor Ostholstein

Händel „Messias“, Konzerthalle Strandarena, Timmendorfer Strand

09.12. 17:00 Uhr Kieler Sing Akademie

Adventskonzert, Prinzenhaus Plön

09.12. 17:00 Uhr Gemischter Chor Plön

Adventskonzert, Nikolaikirche Plön

09.12. 19:00 Uhr Fackenburger Liedertafel von 1883

Adventskonzert, Kirche in Stockelsdorf

11.12. 16:00 Uhr De TraveMünder

Adventskonzert, Café Tausendschön, Warnsdorf

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SSH-JUGENDCHOR.

18.12. 16:00 Uhr De TraveMünder

Adventskonzert, Café Tausendschön, Warnsdorf

27.12. 20:00 Uhr Lundener Liedertafel

Konzert zwischen den Tagen, Lindenhof 1887 Lunden

31.12. 16:00 Uhr Kieler Sing Akademie

Silvesterkonzert „Besinnliches und Heiteres zum Jahreswechsel“, Petruskirche Kiel

06.01. Gemischter Chor Ahrensburg

Epiphanias-Singen, Schloßkirche Ahrensburg

He rb stp roje kt de s SSH-Juge ndchors

Das Osterprojekt unter dem Motto "Alles tanzt" endete mit einem gelungenen Konzert.

Der Jugendchor des SSH begeisterte erneut seine Zuhörer, und die Besucher des Konzertes

hatten Mühe, sich zu entscheiden, in welcher Blickrichtung sie mehr Glück und

Zufriedenheit sehen konnten. Die Jugendlichen haben das Programm mit großem Können

und viel Freude präsentiert.

Da ist es gar nicht leicht, ein ähnlich packendes Thema für das Herbstprojekt zu finden.

Denn im September geht es unter der Leitung von Thekla Jonathal weiter! Und nun ist

das Motto gefunden und heißt: "Tierisch bewegt!" Da der Jugendchor des Sängerbundes

Schleswig-Holstein ein Projektchor ist, sind zu den nächsten Probenwochenenden neue

Teilnehmer (Jugendliche im Alter von 13-27 Jahren) herzlich willkommen.

Chorlieder verschiedener Schwierigkeitsgrade werden sowohl die fortgeschrittenen als

auch die neu eingestiegenen Sängerinnen und Sänger begeistern. Die jungen neuen

Chormitglieder haben die

Möglichkeit, sich bei leichteren

Stücken ganz sicher zu

fühlen und bei den schwierigeren

zu entdecken, wohin

die musikalischen Kompetenzen

sich entwickeln können.

Die Stimmung der unterschiedlichen

Chorstücke soll

entdeckt und dargestellt

werden. Auf Stimmbildung

und die Arbeit an differenzierter

Sprache und Dynamik

wird großer Wert

gelegt. In einer Atmosphäre

der gegenseitigen Achtung und Wahrnehmung soll konzentriert und fröhlich gearbeitet

und die Freizeit in der Gemeinschaft genossen werden.

Die Termine für die Herbstphase sind am:

14.-16. September 2018 in Eckernförde

19.-21. Oktober 2018 in Eckernförde

16.-18. November 2018 in Eckernförde

Konzert am 18. November um 16.00 Uhr in Kiel in der Rudolf-Steiner-Schule

(Rendsburger Landstraße 129)

Anmeldungen und Fragen bitte an thekla.jonathal@web.de

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