ocean7 6/2019

Ocean7

Islas Baleares: Mallorca, Menorca, Ibiza – so geht Inselhopping auf spanisch.
Charter-News: Wie war 2019, was kommt 2020? Experten geben Auskunft.
The Austrian Ocean Race Project: Mit „Sisi" geht die österreichische VO 65 um die Welt.
Best of Boats 2019: Frauscher, Marian, Silent Yachts: drei Austro-Boote im Finale.
Bavaria C50: Deutsches Engeneering trifft italienisches Design.
Jeanneau NC 37: Familienappartement mit viel PS.
Tuche für die Persenning: Die passende Wahl, die richtige Pflege.
Der Mond und das Meer: Im Bann der Gezeiten.

YACHTING, REISEN UND MEER

6/2019 November/Dezember

www.ocean7.at

ISLAS

BALEARES

Mallorca, Menorca, Ibiza. So geht INSELHOPPING auf spanisch.

DEUTSCH

Bavaria

C50 Style

Viel Vitamin C,

italienisch verfeinert.

FRANZÖSISCH

Jeanneau

NC 37

Familiensuite mit

Meerblick und 540 PS.

INTERNATIONAL

Charter-

News 2020

Inspiration für die

nächste Saison.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA, MSVÖ und Sail Austria


5. - 8. März 2020

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Editorial

Best friends?

Wie viele Freunde haben Sie in den Sozialen Medien? Ich meine echte Freunde, die Sie auch wirklich

persönlich kennen. Ich nur ein paar, einige meiner guten Freunde haben bis heute kein Online-Profil.

Als Facebook dank Mark

Zuckerberg 2004 um die virtuelle

Welt ging, hatte die

Plattform zum Ziel, Freunde und

Freunde von Freunden sowie Interessensgruppen

untereinander zu

vernetzen. Der Gedanke des freien

Informationsaustausches war damals

noch hoch im Kurs.

2012 entschied sich Facebook für

einen anderen Kurs – und ging an

die Börse. Einnahmen vor allem aus

dem Werbegeschäft sollten fortan

die realen Kassen klingeln lassen.

2018 lag der Umsatz lt. Wikipedia

bei 55,83 Mrd. Dollar, der Jahresüberschuss

bei 22,11 Mrd. Dollar. Im

Mai 2018 erreichte der Börsenwert

des Unternehmens 512 Mrd. Dollar.

Fantastische Summen. Bezahlt

von den Wirtschaftsbetreibenden

weltweit, also auch von den öster reichischen.

Ich wollte es wissen und

habe einen (echten) Freund kontaktiert

(per Telefon). Dieser ist nicht

nur Unternehmer, sondern auch

FOTO: UDO REICHMANN

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

EDV-Experte, der sich aus ureigenstem

Interesse laufend mit der

Materie „Social Media“ beschäftigt.

So intensiv, dass er mich meine

Frage gar nicht erst ganz aussprechen

lässt und mir gleich etwas von

Impressions, Fol lowern und gekauften

Followern erzählt, über

die man wiederum „neue Freunde“

generieren kann.

Ich will keine neuen Freunde

„generieren“, sondern nur eine

Antwort auf eine wohl unwürdige,

weil für diese Sphären viel zu banale

Frage: „Wie viel mehr bringt

dir das geschäftlich?“. „Hallo, bist

du noch dran?“.

„Na ja, im Großen und Ganzen

gesehen (‚in Wirklichkeit‘ wäre

die trefflichere Wortwahl gewesen

…) nur marginal etwas, aber man

muss dranbleiben, um möglichst

besser …“

Noch ehe er den Satz beendet

hat, habe ich eine Entscheidung für

mich getroffen: Ich mache bei diesem

Spiel nicht mit. Nicht, weil ich

die Regeln nicht kenne, sondern

weil ich annehmen darf, dass es in

diesem Spiel tatsächlich nur den

einen großen Gewinner gibt.

Vielleicht schicke ich ihm eine

Freundschaftsanfrage? Nein,

nicht wirklich …

„ Facebook hilft, mit Leuten in

Kontakt zu bleiben, die wir auch im

echten Leben kennen. Mehr nicht.“

Mark Zuckerberg im Interview, GQ Magazin, 2008

6/2019 3


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Cartoon

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

ocean7-Karikaturistin Inga Beitz bei der Arbeit auf ihrer

Nicholson 31 in der Südsee. Interview ab Seite 52.

6/2019 5


Mit News der österreichischen

Verbände YCA, MSVÖ und Sail Austria

Österreichische Post AG

MZ 12Z039473 M

ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

9 190001 019703

JEANNEAU NC 37

Family-Cruiser, ab Seite 68

INHALT

RUBRIKEN

REISEN & MEER

FEATURES

3 Editorial

8 Schaufenster

Panta rhei – alles fließt.

10 Kolumne Bobby Schenk

Alles kann kaputtgehen.

17 Kolumne Ocean Woman

12 Mädels und eine Maiden.

33 Kolumne Gottfried Rieser

Gefährliches Donnerwetter.

44 Kolumne Friedrich Schöchl

Quo vadis, Charterbranche?

82 Kolumne Sailing Poetry

Goethe segelt nach Palermo.

22 Calas fantásticas de Mallorca

Brilliantes Buchtensegeln im Osten:

Ab Portocolom bis nach Cabrera

und auf Umwegen wieder zurück.

28 Landgang auf Mallorquin

Abenteuer und Genuss im Norden:

Ab Alcúdia über Formentor bis in

die Tramuntana-Berge; mit Palma.

34 Menorca, die grüne Oase

In 80 Meilen rund um das von

Wiesen, Feldern und Pinienwäldern

gesäumte Eiland.

38 Ibiza: klein, reich & schön

Segeln, sehen und gesehen werden

im Umkreis von 40 Meilen.

16 Teststrecke

PLB: Wir nahmen den ResQLink

View von ACR unter die Lupe.

18 Charter-News 2020

Wie war 2019, was kommt 2020?

Experten geben Auskunft.

40 Woher der Wind weht

Kirsten Richarz über GlobeSailor

und Trends im Online-Charter.

42 Marina 4.0

Preisgekröntes Prestigeobjekt:

die Marina Punat auf Krk.

46 Der Mond und das Meer

Im Bann des Erdtrabanten.

FOTOS: JEANNEAU, BAVARIA, SHUTTERSTOCK

FOTO: MARKUS SILBERGASSER

YACHTING, REISEN UND MEER

ISLAS

BALEARES

Mallorca, Menorca, Ibiza. So geht INSELHOPPING auf spanisch.

DEUTSCH

Bavaria

C50 Style

Viel Vitamin C,

italienisch verfeinert.

FRANZÖSISCH

Jeanneau

NC 37

Familiensuite mit

Meerblick und 540 PS.

6/2019 November/Dezember € 4,90

INTERNATIONAL

Charter-

News 2020

Inspiration für die

nächste Saison.

Mallorca, Cala Agulla /Cala Moltó.

IMPRESSUM

www.ocean7.at6/2019

MEDIENINHABER: Satz- und Druck-Team GmbH, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt, +43 463/461 90 25, www.ocean7.at,

redaktion@ocean7.at, office@ocean7.at, Firmenbuchnummer 105347 y, Landes gericht Klagenfurt, UID ATU 25773801 ·

ANWENDBARE VORSCHRIFT: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz (www.ris.bka.gv.at) · GESCHÄFTSFÜHRER:

Wolfgang Forobosko · CHEF REDAKTION: Tahsin Özen, Witthauergasse 31, 1180 Wien, redaktion@ocean7.at · ART-DIREKTION:

Catharina Pichler · GRAFISCHES KONZEPT: Thomas Frik, www.viertelbogen.at · MITARBEITER DIESER AUSGABE: Inga Beitz,

Anette Bengelsdorf, Stefan Detjen, Mag. Wolfgang Gemünd, Bernd Hofstätter, Dr. Reinhard Kikinger, Mag. Eszter Kondor,

Markus Kreiner, Zoi Krzyvon, Dominik Matesa, Roland Regnemer, Gottfried Titzl Rieser, Dr. Bobby Schenk, Dr. Friedrich Schöchl,

Alexandra Schöler-Haring, Rudi Sebastian, Markus Silbergasser, Dr. Alfred Zellinger · PRODUKTION UND DRUCK: Satz- und

Druck-Team GmbH · ANZEIGEN: Bernd Hofstätter +43 664/552 09 32, b.hof staetter@ocean7.at · EINZELVERKAUFSPREIS:

Österreich € 4,90 · ABO-PREISE: Bezugspreis Inland für sechs Ausgaben: € 29,– · ABO- BESTELLUNG: abo@ocean7.at,

www.ocean7.at · VERTRIEB: Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH, St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif/Salzburg · Diese

Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der

engen Grenzen des Urheberrechts gesetzes bedarf der Zustimmung des Herausgebers. Die Ver wendung von Zitaten aus Berichten

für Anzeigen ist möglich. Durch Annahme eines Manuskripts erwirbt der Herausgeber das ausschließliche Recht zur Veröffentlichung.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Alle Rechte, auch die Übernahme

von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 u. 2 Urheberschutzgesetz, sind durch den Herausgeber genehmigungspflichtig. Bei Nichtbelieferung

ohne Heraus geber-Verschulden oder wegen Störungen des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegenüber dem Herausgeber.

Jury-Mitglied

GmbH

Verantwortlich für die Mitteilungen des Sail Austria: Verein Sail Austria, Lagerstraße 1–5, 2103 Langenzersdorf, www.sailaustria.at

Verantwortlich für die Mitteilungen des YCA: Yacht Club Austria, Generalsekretariat 4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für die Mitteilungen des MSVÖ: Motorbootsport und Seefahrts Verband Österreich, Forchheimergasse 34/118, 1230 Wien, www.msvoe.at


Vorteile ab

Ihrer ersten

Buchung -

kostenfrei!

BAVARIA C50

Dolce far niente,

ab Seite 62

52 Keep smilin‘

Seglerin, Künstlerin, Karikaturistin:

Inga Beitz im Interview.

54 Tuche für die Persenning

Masacril, Sunbrella, Markilux,

Dralon? Plus: die richtige Pflege.

59 Boot Tulln 2020

Erlesene Motoryacht-Modelle.

60 The Austrian Race Project

Mit Sisi geht die österreichische

VO 65 um die Welt.

67 We are Bavaria

Zu Besuch in Giebelstadt,

Bavariastraße 1.

YACHTEN

45 Best of Boats 2019

Frauscher, Marian, Silent Yachts:

drei Austro-Boote im Finale.

62 Bavaria 50 Style

Deutsches Engineering trifft

auf italienisches Design.

68 Jeanneau NC 37

Gehobene Mittelklasse mit viel PS.

SPORT

72 Segelbundesliga

Dem Zeitgeist entsprechend segeln.

73 Sport-Panorama

News national/international

IM VERBAND

74 YCA

News vom Yacht Club Austria.

78 Sail Austria

News von Sail Austria.

80 MSVÖ

News vom Motorbootsport und

Seefahrts Verband Österreich.

46Der Mond

und das Meer

Lange diente der Erdtrabant den frühen

Seefahrern als Leitgestirn, schon immer war

er ein wichtiger Zeitgeber für Meeresorganismen.

Sein deutlichster Einfluss auf das

Meer sind aber die Gezeiten.

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Schaufenster

Panta

rhei

Text Tahsin Özen

Foto Rudi Sebastian

Der deutsche Fotograf Rudi Sebastian

hat sich jahrelang weltweit

auf die Spuren des Wassers gesetzt

– vom Tümpel bis zum Pazifik, vom Eis

der Polregionen bis zu den salzverkrusteten

Seen der großen Wüsten. Denn

erst durch sein jeweiliges Umfeld wird

Wasser zum Leben erweckt, erhält es

seine Farbe und Strahlkraft. Beeinflusst

von der Malerei Claude Monets und der

Klassischen Moderne schuf Sebastian einen

Bildband, der das kostbare Element

aus außergewöhnlichen – oft außerirdisch

anmutenden Perspektiven präsentiert.

So wie hier im Bild, das die Bucht

von Cádiz an der Atlantikküste Spaniens

zeigt – oder doch einen exterrestrischen

Lebensraum?

Wasser – Eine Entdeckungsreise

von Rudi Sebastian, erschienen im

Verlag teNeues, € 40,–.

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verlost unter allen Teilnehmern

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etwas Glück gewinnen! Einsendeschluss:

25. 11. 2019, die Gewinner werden per

E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden,

den

-News letter

(jederzeit kündbar) per E-Mail zu erhalten.

Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Keine Barablöse.

Der

Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

8


In den Wind gesprochen

Alles kann kaputtgehen!

In der letzten Ausgabe berichtete ich über Probleme mit den Schiffsdieselmotoranlagen vom

Haarriss in der Treibstoffpumpe bis zur Dieselpest im gesamten Kraftstoffsystem. Ähnliche

Erfahrungen haben viele andere auch schon gemacht – aber warum ist das so?

BOBBY SCHENK

ist Weltumsegler,

Navigations-Experte

und Buchautor.

kolumne@ocean7.at

Während der Motorenmarkt

in der Automobilindustrie

boomt, läuft

er im Yachtsegment

hingegen nur stotternd.

Bitte glauben Sie nicht, dass

ich ein Einzelfall unter den

Blauwasserseglern gewesen

bin. Als ich mich einmal längere

Zeit in einer Marina, in der ausschließlich

Langfahrtsegler auf ihren

Yachten lagen, aufhielt, hatte

mindestens ein Viertel der vielleicht

250 Yachten Probleme mit

der Maschine – sie hätten so nicht

auslaufen können!

Und das waren nicht etwa Segler,

die ihre Yachten vergammeln ließen.

Auffällig war auch, dass es

sich dabei um sehr populäre Motorentypen

gehandelt hat, also nicht

etwa um irgendwelche Exoten aus

nicht namhafter Produktion. Warum

ist das so? Warum fahren wir

mit derartig anfälligen Maschinenanlagen

herum?

MASCHINENANLAGEN BAUT

DIE WERFT, NICHT DER

MOTOREN- HERSTELLER!

Weil der Druck des Marktes auf die

Hersteller der Maschinenanlagen

fehlt! Der Yachtmarkt ist ein Mini-

Markt im Vergleich zum Automobilsektor.

Was sind in der Außenwirkung

schon ein paar Yacht-Unfälle

wegen Maschinenausfall (Gott

sei Dank mit meistens „nur“ Sachschaden),

die in den Unfallstatistiken

der Rettungsgesellschaften

oder Versicherungen aufscheinen,

gegen den berühmten Elchtest, bei

dem einmal ein(!) Auto von einem

erschrockenen Journalisten umgeschmissen

wurde?

Da ging ein Rumoren durch

durch den gesamten PKW­ Bereich

mit gigantischen PR-Ak tionen

und Umstellungen in der Modellpolitik.

Was kümmert es dagegen

irgend jemanden (außer dem

be troffenen Segler), wenn ein

Yacht-Diesel (präziser: Motor ­

anlage) zwischendurch den Geist

aufgibt? Der Schiffsmarkt ist nun

einmal für die Motoren-Industrie

eine winzige Nische und tatsächlich

haben sich einige renommierte

Autofirmen in diesem Segment

schon die Finger verbrannt und

sich ganz schnell wieder zurückgezogen.

WAS IST DIE LEHRE

DARAUS FÜR UNS

LANGFAHRTSEGLER?

Die Erkenntnis, dass an der

Maschinenanlage alles, aber auch

wirklich alles kaputtgehen kann!

Schlimmer noch heutzutage: Selbst

wenn momentan(!) im Maschinenraum

alles okay ist, schützt uns

niemand davor, dass die Maschine

plötzlich stillsteht. Wo soll denn

der Weltumsegler zum Beispiel in

der Marowo-Lagune (Salomonen)

bakteriensicheren Dieselkraftstoff

herkriegen? Womit soll der Livaborder

die langen Maschinenlaufzeiten

beziehen, damit der Sprit im

Tank entsprechend oft umgesetzt

wird und die bösen Bakterien sich

erst gar nicht in den Filtern und(!)

in den Dieselleitungen ausbreiten

können?

WAHRSCHAU –

MASCHINE STEHT!

Es bleibt uns nichts anderes übrig

und die Lehre hieraus heißt: Immer

gewahr sein, dass der Schiffsmotor

jederzeit stehen bleiben

kann – oder eben abgeschaltet werden

muss.

Und wenn jetzt jemand mit

dem Unsinn kommt: „Schließlich

sind wir ja Segler auf einem Segelschiff(!),

dann sei diese Person daran

erinnert, dass wir uns bereits

im 21. Jahrhundert befinden, wo

Blauwasseryachten, vielleicht besetzt

mit nur zwei Personen, schon

einmal 13, 14 oder 15 Meter lang

und um die 20 Tonnen schwer

sind. Diese Yachten können in der

Flaute eben nicht mehr zur Not per

Riemen bewegt werden, wie die

Kreuzeryachten der 1950er-Jahre

mit ihren acht oder neun Metern

Länge.

Als mich vor vielen Jahren

Christoph Rassy, Chef der für ihre

Langfahrtyachten berühmten

Werft Hallberg-Rassy, wegen seiner

bevorstehenden Weltumsegelung

um Tipps bat und vor allem mit

der Frage insistierte, wo man denn

unterwegs „sauberen“ Dieselkraftstoff

zu beziehen vermag, konnte

ich mit dieser (sehr weitsichtigen!)

Frage nicht viel anfangen. Heute

schon!

Für Herrn Rassy wäre diese

Kolumne nicht in den Wind gesprochen

gewesen.


10 6/2019


Alles in

einer

Hand

GPS-HANDHELD. Seitdem

Smartphones auch als Navigationsgeräte

dienen,

sieht man nicht mehr viele

GPS-Hand geräte. Garmins

GPSMAP 86i dreht aber

den Spieß teilweise um:

Das schwimmfähige GPS-

Handheld mit 3-Zoll-Farbdisplay

kann sich mit dem Iridium-Satellitennetzwerk

verbinden und erlaubt

damit das Versenden und Empfangen

von Kurznachrichten sowie das

Teilen des Standorts auch aus den

entlegensten Winkeln. Nutzbar ist

es sowohl als Stand-Alone-Lösung

als auch in Kombination mit einem

fest installierten Kartenplotter.

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Zum Navigieren

und Notrufe

senden.

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Max Axopar

MODELLPFLEGE. Ein schlanker und

leicht gleitender, von Außenbordern

angetriebener Rumpf mit einem sehr

modularen Decklayout: So lautet das

Rezept von Axopar, mit dem die Finnen

seit gut fünf Jahren außerordentlich

erfolgreich unterwegs sind. In

Cannes wurde jetzt die überarbeitete

Version des Flaggschiffs Axopar 37

vorgestellt. Wichtigste Neuerungen

des offen, mit Suntop oder Deckkabine

erhältlichen Motorboots:

noch komfortabler ausgelegter

Rumpf, schnittigeres Design, erhöhte

Fahrerposition und eine durch eine

Flügeltür betretbare Frontkabine,

die größer geworden ist und in der

sich gegen Aufpreis das WC und die

Dusche räumlich abtrennen lassen.

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PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Luxus auf

Stelzen

FOILING-YACHT. Auf der Abu Dhabi

International Boat Show hat der arabische

Hersteller Enata Marine die

2020er-Version seines foilenden

Motorboots vorgestellt. Der ganz aus

Carbon gebaute 2020 Foiler besitzt

nun nicht mehr einen Hybridmotor,

sondern eine hydraulische Antriebseinheit,

die von zwei 370 PS starken

V8-Diesel gespeist wird. Der 9,45 Meter

lange Achtsitzer ist mit Tragflügeln

ausgestattet, die das Boot ab einer Geschwindigkeit

von 18 Knoten 1,5 Meter

über die Wellen heben. Neu und

ziemlich irre ist der im Bug installierte

Joystick, mit dem sich das Motorboot

steuern lässt. Gedacht ist der Foiler

z. B. als High-End-Luxus-Tender,

das sich ganz nach individuellen

Wünschen (aus-)bauen lässt.

è www.foiler.com

Beim 2020 Foiler kann

der Pilot im Bug sitzen.

Sanlorenzo an Bord

Moderne Klassik

BLAUWASSER-CRUISER. Die auf

Semi-Custom-Built-Yachten spezialisierte

Edelwerft Contest hat mit

der 55 CS einen neuen Blauwassersegler

angekündigt, der auf der

Boot 2020 in Düsseldorf Premiere

feiern soll. Die Niederländer stehen

Modeerscheinungen eher konservativ

gegenüber, große Fenster ­

Famoser Holländer: Contest 55 CS.

flächen (vor allem in der Eigner ­

kabine) und eine hydraulische

Dingigarage im Heck bekam die

klassische Schönheit aber trotzdem

spendiert. Innenlayout, Besegelung

sowie Deckshardware sind wie bei

Contest üblich ziemlich frei wählbar,

der Preis damit ebenfalls.

è www.contestyachts.com

SUPERYACHTEN-VERTRETUNG. Seit

diesem Herbst hat Master Yachting

Österreich die General vertretung für

Sanlorenzo-Yachten in Zentraleuropa

übernommen und damit auch im italienischen

High-End Luxussegment angedockt.

Die 1958 gegründete Werft zählt

zu den Big Playern bei den Superyachten.

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Franz Schillinger

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Ver kaufsleiter

Stephan Kohl

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Cannes.

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Mini mit

Flügeln

ZUM NIEDERKNIEN. Die Mini-Transat

2019 ist noch gar nicht beendet,

da laufen schon die Projekte für das

nächste Rennen 2021. Weit fortgeschritten

und sehr sophisticated ist

das Boot, das die deutsche Knierim-

Werft gemeinsam mit dem Alfred-

Wegener-Institut für Polar- und

Meeresforschung und dem französischen

Schiffsdesigner Thomas Tison

baut. Die Knierim Mini 650 ist mit

einem Foiling-System ausgestattet,

dessen Tragflügel, wenn die Bedingungen

das Abheben nicht erlauben,

entfernt werden können. Ein Prototyp

der Mini 650 soll Anfang nächsten

Jahres die Werft verlassen.

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HISTORISCH SILVESTER FEIERN.

Wenn bei der Ballgarderobe die historische

Uniform ausdrücklich erlaubt

ist: Im ehemaligen k. u. k. Marineoffizierskasino

in Pula findet am 31. Dezember

ein Silvesterball für Segler

statt. Im Pauschalpreis von € 370,–

ab Wien sind neben dem Eintritt zum

Ball (samt Galadinner) auch die

Busanreise am Vortag, die Rückreise

am 1. Jänner, die Übernachtung im

3-Stern-Hotel sowie ein geführter

Stadtrundgang inkludiert. Prosit!

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Foilender Transat-

Racer: Knierim

Mini 650.

Seglerball in Pula

Neue Yachten auf unseren

Basen in Pula und Split:

• Sun Odyssey 349 – 410 – 440

3 und 4 Kabinen

• Katamarane: Bali 4.1. – 4.3

• Trimaran Neel 45 –

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PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Alpe Adria Sailing Week 2020

FOTO: UDO REICHMANN

SUPERYACHT. Neue Internetadresse

und neuer Partner: Neben der Crew

Kärnten, die die traditionsreiche

Alpe Adria Sailing Week für

den Yacht Club Austria (YCA) seit

13 Jahren organisiert, gesellen sich

ab der 14. Ausgabe im nächsten Jahr

die Oberösterreicher hinzu. Die Zusammenarbeit

auf breiterer Basis soll

für ein noch besseres Service rund

um die bis zu zehn Wettfahrten

sorgen. Gesegelt wird vom 24. bis

28. Mai 2020 wieder ab der Marina

Punat auf der Insel Krk. Neben der

offenen Klasse (der Alpe Adria Cup)

wird erneut mit Beneteaus First 35

in der Einheitsklasse um den Austria

Cup gerittert. Wer sich schnell entscheidet,

kann heuer sogar doppelt

sparen: Neben einem Frühbucherrabatt

beim Nenngeld für die Yacht

gibt es auch einen neuen Frühbu ­

cherrabatt bei der Chartergebühr!

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Beim Segeln unter

Freunden kommt die

sportliche Herausforderung

nicht zu kurz.

Anlegebier und Fendersocken

BUCHTIPP. Bekannt geworden ist

Filmemacher und Texter Stephan

Boden zuerst als Blogger „Digger

Hamburg“ und dann mit seinen

humorvollen Büchern übers Segeln,

übers Segeln mit Hund und über

Hunde. Sein „Logbuch. Für den

nicht ganz so ernsten Törn“ ist

ebenso launisch und witzig wie seine

anderen Bücher geschrieben und

kann als schräges Nachschlagewerk

auch für Nichtsegler dienen.

Stephan Boden: Logbuch. Für den

nicht ganz so ernsten Törn. 121 Seiten.

Bei Amazon um € 9,90 erhältlich.

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Crewed Yachtcharter

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7.–10. November: ICE in Wien.

www.bootepfister.de www.bootepfister.de B2B-MESSE. Wie führt man

Charteragenturen, Flottenbetreiber,

Werften und andere

wichtige Zubringer sowie

Hanse 630

Dienstleister der Yachtingour

yachts: stylish, elegant, fully equipped

Branche weltweit unter einem

Dach zusammen? „Auf einer

Messe, maßgeschneidert nur

für Gewerbebetreibende aus

diesem Bereich“, so die Überlegung

des Geschäftsführers

Tino Prosenik. Er erschuf die

International Charter

Expo und führte sie mit großem

Erfolg über Zagreb

bis nach Wien. Von 7. bis

10. November wird das große

B2B-Event in der Marx Halle

im 3. Wiener Gemeindebezirk

und somit erstmals auf

österreichischem Boden über

die Bühne gehen. Gerechnet

wird mit der Teilnahme von

über 370 Unternehmen,

da runter über 100 Charteragenturen

und mehr als 150

Flottenbetreiber.

è www.internationalcharterexpo.com


Stille Kraft mal drei

SOLARKATAMARANE. Mit gleich

drei neuen Modellen startet die

Kärntner Werft Silent Yachts in

die Zukunft. Die Silent 44 als Einstiegsmodell

in die Familie der rein

mit Solarenergie be triebenen Katamarane

erreicht mit den beiden 30-kW-

E-Motoren eine Geschwindigkeit von

zwölf Knoten, ein Upgrade auf 2 x

80 kW ist Option.

Die Silent 60 ist die großzügige

Weiterentwicklung des Bestsellers

Drei neue Modelle ab 2020:

Silent 60 (oben), Silent 44 (unten links)

und Silent 80 Tri-Deck.

Silent 55 und besticht durch einen

neuen High-Performance-Rumpf, der

sie zum absolut hochseetauglichen

Katamaran adelt. Mit Luxus auf gleich

drei Ebenen glänzt die neue Silent 80

Tri-Deck. Ein Hingucker der klimatisierte

Panorama-Salon, eine Wohlfühl-Oase

das Upper Deck. Das

Flaggschiff wird wahlweise mit Sky-

Lounge oder mit einem 90 m 2 -Fly-

Deck erhältlich sein. Bis zu 18 Knoten

soll sie aufs Wasser bringen – bei einer

Etappenleistung von rund 100

Seemeilen unter reiner Solarenergie,

vibrations- und abgasfrei.

è www.silent-yachts.com

Feuerwehr an Bord

BRANDBEKÄMPFUNG. Die

selbstauslösenden Feuerlöschsysteme

des deutschen Spezialisten

Egon Harig bekämpfen

Brände mit festem Aerosol,

Hier wird mit

Aerosol gelöscht!

das dem Feuer Energie entzieht

und durch die Bindung der

freien Radikale die Flammen

zum Erlöschen bringt. Das System

arbeitet völlig autark und

benötigt kein Bordnetz. Die

Feuerlöscher gibt es in verschiedenen

Größen, immer

in Abhängigkeit davon, was

geschützt werden soll.

Dieses können Schaltkästen

oder Backskisten sein, aber

auch ganze Motorräume oder

Kojen. Im Onlineshop ab

€ 234,– erhältlich.

è www.sailtec.de

Chartern und lernen

NEUE KOOPERATION. Pitter Yachtcharter hat mit

b3onWater Österreichs größte Seefahrtsschule mit

ins Boot geholt. In der Saison 2020 werden auf zwei

kroatischen Pitter­ Basen (Veruda, Biograd) ein

professionelles Segeltraining und eine FB2-Ausbildung

angeboten. Das praxisorientierte Training

rund um die erfahrenen Skipper Alex und Klemens

Bayr findet von März bis November statt.

è www.pitter-yachting.com è www.b3-onwater.at

Die Teams von Pitter

und b3onWater arbeiten

ab 2020 zusammen.

Nur 10 % (statt 22 %) MwSt.

für den Wasserliegeplatz

Special-Angebot: 10 % Rabatt


Teststrecke

Connected

abseits der Skipisten …

… in der Camping-Wüste …

Da bin ich!

Personal Locator Beacon, 406 MHz Distress Signal, 121,5 MHz Homing,

Galileo, GPS, GNSS … Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Im neuen

ResQLink View steckt all das hinter nur zwei Tasten: „Test“ und „Alarm“.

… im Hochgebirge …

… auf dem Wasser.

Must have?

Redaktions-

Test

Das ist für jemand wie mich,

der für Satellit und Salat ein

und dieselbe Schüssel verwenden

würde, ein wahrer Segen.

Keine komplizierten Anleitungen,

kein verwirrendes Display. Die

Notruftaste mit Schutzkappe, damit

man keinen falschen Alarm

auslöst. Darunter die Test-Taste,

um gelegentlich die Einsatzbereitschaft

zu überprüfen.

Im Notfall ist die easy fixed-Antenne

zu lösen und im 90°-Winkel

aufzustellen. Mit ihr hebt sich auch

die Schutzkappe, nun kann Alarm

ausgelöst werden. Via COSPAS-

SARSAT wird auf 406 MHz an die

nächste SAR-Station Not gefunkt,

die Retter finden schließlich über

das 121,5-MHz-Homing-Signal

den Weg zu der in Lebensgefahr

befindlichen Person.

Das System ist zusätzlich GPSunterstützt,

damit die Lokalisierung

innerhalb von fünf Minuten

auf 100 Meter genau erfolgen

kann. Auch bei Nacht, was ergänzend

zum Blitzlicht durch ein für

Nachtsichtgeräte gut zu ortendes

Infrarot-Signal gewährleistet ist.

Die Rettungsaktion sollte binnen

28 Stunden abgeschlossen

sein, danach gehen laut Hersteller

ACR Electronics die Lichter aus.

Das ResQLink View kann schwimmen

und ist in fünf Metern Tiefe

eine Stunde lang wasserdicht. Der

Haken: Voll funktionstüchtig ist sie

nur auf bzw. über dem Wasser.

Personal Locator Beacon ResQLink View

Das PLB von ACR Electronics steckt voller US-Militärtechnologie und ist für den

Gebrauch bei Outdoor-Aktivitäten auf dem Wasser und zu Lande geeignet. Dank

kompakter Ab messungen (115 x 54 x 38 mm) und einem Gewicht von nur 150

Gramm ist das Gerät mit 5 Watt Sendeleistung und integriertem Display einfach in

Handling und Transport. Werkseitig mit 5-Jahres-Garantie, wobei das Beacon bei

behördlich belegtem Notfall-Einsatz kostenlos getauscht wird.

Keine Abonnements, keine laufenden Gebühren – lediglich die (behördliche)

Registrierung nach Erwerb ist Pflicht.

Infos: è www.acrartex.com

Das ResQLink View ist mit einem GPS-Koordinaten-Display ausgestattet, Batterie-

Kapazität: 28 Stunden. UVP: € 312,99. In etwas abgespeckter Form (ohne Display,

24 Std. Batterieleistung) ist das PLB als ResQLink 400 erhältlich. UVP: € 267,99.

FOTOS: ZOI KRZYVON (2), ACR ELECTRONICS (3)

16 6/2019


Ocean Woman

Maiden: 12 Mädels für

alle Schoten und Falle

Vor 30 Jahren beschlossen zwölf Seefrauen, die Seemännerwelt auf den Kopf zu stellen.

Die ehemalige Schiffsköchin

Tracy Edwards hing nach

der Teilnahme am Whitbread

Round the World Race

1985/86 den Kochlöffel an den

Nagel und beschloss, als Skipperin

mit dem von ihr erworbenen

„Wrack mit Stammbaum“ und

mit ausschließlich weiblicher

Crew 1989/90 an der Regatta

teilzunehmen.

Das Schiff, die Maiden, hatte sie

bei ihrem ersten noch kulinarischen

Race bei Kap Hoorn segeln

gesehen und mit dem Skipper per

funk geplaudert. Dass sie nur wenige

Jahre später dieses Schiff mit

dem besten Ergebnis seit 17 Jahren

für England über die Ziellinie segeln

würde, wäre ihr wohl nicht im

Traum eingefallen. Oder doch?

Gut möglich. Tracy‘s Willen und

Energie waren wohl ausschlaggebend,

dass es überhaupt zum Rennen

kam. Sie nahm eine Hypothek

auf ihr Haus auf, denn Sponsoren

FOTO: BOBFISHER/PPL/BNPS

waren kaum zu finden. Potenzielle

Geldgeber rechneten bei einer

Frauencrew mit wenig Erfolg und

negativen Berichterstattungen.

Man war überzeugt, das das weibliche

Geschlecht einfach nicht

über die Kraft und Ausdauer verfüge,

so ein Rennen zu bestreiten.

Heute heißt das Rennen The

Ocean Race und findet alle drei

Jahre statt. Einmal um die ganze

Welt. Europa, Atlantik, rund Afrika

(1. Kap), indischer Ozean über

Südpazifik (2. Kap) nach Süd- und

Nordamerika.

Wikipedia sagt: Aufgrund der

Wind- und Wetterverhältnisse, vor

allem im Südpazifik (Wellenhöhen

von 30 m und Windgeschwindigkeiten

von 110 km/h), gilt die

Regatta als eine der härtesten Herausforderungen

im Segelsport.

Tracy und ihre Frauen konnte

das nicht abschrecken. Sie absolvierten

die Etappen großartig –

unter dem Schutz ihrer Patin, der

ALEXANDRA SCHÖLER

ist Weltumseglerin,

Sängerin, Regisseurin,

Buchautorin und seit

2010 Ocean Woman.

kolumne@ocean7.at

Ocean Woman-

Sonderausgabe

è www.rishomaru.com

Trotz aller Strapazen

während der Regatta um

die Welt segelten Tracy

Edwards und ihre Damencrew

1990 im Badeanzug

über die Ziellinie.

FOTO: STEFAN HARING

Dutchess of York, die den Damen

finanziell unter die Arme griff.

Erspart blieb ihnen so wie den

Männercrews nichts. Eisberge,

extreme Minustemperaturen, Frostbeulen,

kein Satellitensignal für

neun Tage, schwerer Sturm bei Kap

Hoorn, ein Tornado auf der finalen

Etappe und kein Essen an den letzen

fünf Tagen. Statt zerlottert, versalzen

und mit Augenringen die

Härten des Segelsports zu demonstrieren,

packten sie für die Zieleinfahrt

ihre Badeanzüge aus und

schenkten der Segelwelt eines der

coolsten Fotos ever.

Bis heute sind die zwölf ungeschlagen.

Tracy Edwards hat nach

30 Jahren ihre Maiden aus dem

Dornröschenschlaf erweckt und

segelt nun um die Welt, um für

Frauenförderungsprojekte in Entwicklungsländern

zu werben.

WER DENKT, WER LENKT?

Tja, wenn ich so an unseren ver ­

gangenen Kroatien-Törn denke, wäre

es vielleicht angebracht, dass mehr

Frauen das Steuer übernehmen. Uns

begegneten beim Segeln unter Vollzeug

im seichten Meer vor Lignano

Skipper, die direkt vor uns wendeten

und den Anker versenkten. Oder

mitten im Bojenfeld ankerten – nach

mehreren Anläufen. Oder ein Charterkapitän,

der den Autopiloten mit

vier handyfixierten Kindern im

Cockpit allein ließ. Vielleicht ist es ja

Zufall, dass da immer Männer am

Steuer waren? Fair Winds!

Charter

Sale

Management

YACHTING 2000

A-4112 St. Gotthard/Linz

office@yachting2000.at


Charter-News

Nahe liegend

Die Top-Charterreviere 2020? Nahe liegend: Kroatien bleibt unangefochtener Märchenprinz, Griechenland

zieht dank konstant wachsender Infrastruktur in Siebenmeilenstiefeln nach und die Türkei ist trotz neuer

Auflagen für Vercharterer auf dem besten Weg, sich vom Dornröschenschlaf zu erholen.

Text T a h s i n Ö z e n

Und wer weiß das besser als

unsere heimischen Experten?

Wir haben unter ihnen

Klaus Pitter (Pitter

Yachting), Armin Blaha (Phoenix

Yachting) und Christian Grassl

(Trend Travel & Yachting) nach

ihren Erkenntnissen 2019 und Ausblicken

auf die Saison 2020 befragt.

MEHR POWER

Nach wie vor ist das beliebteste

Revier der Österreicher und der

Deutschen: Kroatien. „Einfach und

per Auto zu erreichen, großes Segelrevier

mit guter Infrastruktur

und aufgrund hoher Marinadichte

und Bojenfelder auch sehr anfängerfreundlich“,

weiß Klaus Pitter

aus jahrzehntelanger Erfahrung.

15 Basen betreibt Pitter Yachting

in Kro atien, neu ist der Stützpunkt

in Vodice (nahe der Krka-Wasserfälle),

wo ab 2020 gut 20 der rund

300 zur Verfügung stehenden

Charteryachten ihren Liegeplatz

haben werden.

Da dem Trend folgend auch 2020

die Katamarane sehr früh vergriffen

sein dürften, wurde die Flotte

zudem um zehn neue Kats aufgestockt.

Darunter drei MY 37 von

Fountaine Pajot – also Powercats,

„um der konstant steigenden

Nachfrage in diesem speziellen

Segment gerecht zu werden“, so

Klaus Pitter.

Neu und ein voller Erfolg ist

auch die Basis Volos in Griechenland.

„Zwar sind Lefkas und die

Ionischen Inseln sowie das seglerisch

anspruchsvolle Revier der

Kykladen echte Klassiker, aber

auch unsere jüngste Basis in Volos

ist heuer besonders gut angekommen

und hatte nur die besten Bewertungen“,

so Klaus Pitter. Grund

zur Freude bereitet auch die Tatsache,

dass die Türkei 2019 einen

enormen Zulauf verbuchen konnte,

„darum wird die derzeit bestehen­

„ Unsere Basis in

Volos war immer

voll ausgebucht.“

Klaus Pitter, GF Pitter Yachting

FOTO: PITTER YACHTING

18 6/2019

Inselhopping ab Volos, hier die Bucht

Ormos Paigniou auf Kira Pangaia.


FOTO: GERNOT WEILER

de große Flotte 2020 um weitere neue

Yachten ergänzt“.

Last but not least freut man sich bei

Pitter Yachting, nun auch seglerische Erfahrungen

im holländischen Ijsselmeer

(ab Leylystad) und im Indischen Ozean

(ab Malè) anbieten zu können.

è www.pitter-yachting.com

MEHR EINSATZ

Seit 2007 ist Phoenix Yachting durchgehend

(!) in der Türkei präsent – und

hat mit vollem Einsatz auch die mageren

Jahre gut gemeistert. „Jetzt sind unsere

Gäste zu 100 Prozent wieder da – genauso

hoch war nämlich die Auslastung unserer

Flotte in der Hochsaison 2019, die

hier ja viel früher beginnt und viel später

endet als z. B. in Kroatien, wo wir ja auch

eine Basis haben“, freut sich Armin Blaha.

Der politische Umbruch der letzten

Monate in der Türkei hat wesentlich zu

dieser Kehrtwende beigetragen.

Über 30 Monos und Kats stehen in

Marmaris und Fethiye bereit, wobei man

jetzt schon für 2020 buchen sollte. „Da

die türkischen Behörden die Auflagen

für Charter yachten deutlich erhöht

haben, wird das Angebot nächstes Jahr

trotz steigender Nachfrage kaum wachsen

– es sind jetzt schon zu wenige Yachten

da“, verrät Armin Blaha.

Bleibt ja immer noch die Basis

im kro atischen Rogosnica samt 17 Charter

yachten – darunter mit einer

56 Exclusive und einer 64 Exclusive seit

2019 auch die beiden Flaggschiffe von

Dufour.

è www.phoenix-yachting.com

MEHR QUALITÄT

Aufhorchen ließ Trend Travel &

Yachting 2019 mit dem ersten Char ter-

Trimaran in der Adria. Rechtzeitig zur

Hauptsaison ging die Neel 45 in der

Marina Veruda/Pula an den Start – und

„ Die Türkei ist

wieder voll im

Spiel.“

Armin Blaha, GF Phoenix Yachting

FOTO: TAHSIN ÖZEN

FOTOS: TREND TRAVEL & YACHTING

Einsame Schönheit: die türkische Südküste,

hier irgendwo zwischen Knidos und Marmaris.

Kontrastprogramm zu Kroatien: Die Kapverden,

zu erkunden ab der Marina Mindelo.

„ Kapverden, das ist Karibik

wie vor 20 Jahren.“

Christian Grassl, GF Trend Travel & Yachting

war bis in den Oktober hi nein

durchgebucht. „Der Tri vereint die

sportlichen Vorzüge einer Mono mit

dem Familienkomfort eines Kats,

die lediglich bei Hafenmanövern etwas

ins Gewicht fallende Breite kann

man mit dem starken Bugstrahlruder

leicht ab federn“, so Christian

Grassl.

Tolle Auslastung weiß er auch vom

zweiten Stützpunkt in der Marina

Kaštela/Split zu vermelden, über

beide Basen sind rund 50 Yachten

von Jeanneau über Bali bis eben Neel

im Charterbetrieb. „Aufstocken werden

wir 2020 mit nur einer Yacht,

der Bali 4.3 Kat für Pula wird dafür

top ausgestattet sein. Allgemein

kratzt Kroatien ja bekanntlich an der

Kapazitätsgrenze – wir setzen daher

Neel-Tri im Charter von

Trend Travel & Yachting.

auch weiterhin auf Qualität, das wissen

unsere Stammkunden zu schätzen

– und das wird in Zukunft den

großen Unterschied ausmachen“, ist

Chris tian Grassl überzeugt.

Quasi als Kontrastprogramm hat

Trend Travel & Yachting seit 2005

die Kapverden im Charterangebot,

„ein herrlich-ursprüngliches und

weitläufiges Segelrevier – Kapverden,

das ist Karibik wie vor 20 Jahren“,

schwärmt Christian Grassl.

Ab der Marina Mindelo lässt sich

das anspruchsvolle Ganzjahresrevier

erkunden – und das kommt gut an:

2019 war die Nachfrage so hoch,

dass wir hier 2020 vielleicht doch

noch eine achte Charteryacht in die

Flotte eingliedern …“.

è www.trend-travel-yachting.com

6/2019 19


Charter-News

Doppelrumpf ist Trumpf

Mehr Kats in Karibik und

Mittelmeer bei Sunsails.

SUNSAIL. In der Chartersaison 2020

hat Sunsail erstmals auch Katamarane

von Lagoon im Programm und ergänzt

damit die bestehende Flotte an

Leopard-Katamaranen.

Ab Dezember 2019 stehen die Lagoon

46 und Lagoon 42 in der Karibik

und ab Juni 2020 im Mittelmeer

bereit. Bei den Monohulls neu in der

Flotte ist die Jeanneau 410, die ebenfalls

schon ab Dezember 2019 ab Tortola

und St. Lucia sowie ab Sommer

2020 in Griechenland, Spanien und

Kroatien gebucht werden kann.

Mit den Exumas bietet Sunsail

ein neues Revier in der Karibik an.

Ausgangshafen ist (nach Hurrican

Dorian) der nur 30 Meilen entfernte

Paradise Harbour Club in Nassau.

è www.sunsail.de

Sieben auf einen Streich

ARGOS YACHTCHARTER. Gleich

sieben neue Basen hat der weltweit

größte Vercharterer Dream Yacht

Charter heuer für nächste Saison unter

Vertrag genommen: Newport und

Lake Champlain an der US-Ostküste,

das San Blas Archipel vor der Küste

Panamas, La Rochelle und Lorient in

Frankreich, Venedig, Malta, Sri Lanka

und zuletzt Stavanger im hohen

Norden Norwegens. Auch die Flotte

bekam Zuwachs, darunter 30 Monomarane

(Sun Loft 47), eine Mischung

aus Ein- und Zweirumpfyachten, die

von Jeanneau unter Anleitung von

Dream Yacht Charter gebaut werden.

Buchen kann man die neuen Reviere

und Boote über den deutschen Partner

Argos Yachtcharter.

è www.argos-yachtcharter.de

Abenteuersegeln in norwegischen

Fjorden ab Stavanger.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Besser und

teurer segeln

Frisch in der Ägäis

SAIL AEGEAN. Der belgische

Griechenland-Spezialist

erweitert 2020 seine

Flotte um drei neue Modelle

aus der Groupe Beneteau.

Neben der Beneteau

Oceanis 411 und der Jeanneau

Sun Odyssey 410 findet

sich mit der Lagoon 46

auch ein Katamaran mit vier

Kabinen. Stationiert ist der

Kat in der Hafenstadt Volos,

die ungefähr auf halber

Strecke zwischen Athen

und Thessaloniki liegt.

è www.sailaegean.eu

Lagoon 46.

MASTER YACHTING. Seit

Som mer 2018 ist Master

Yachting Deutschland Teil der

Sailogy Group und kann dank

der Online-Plattform mehr

als 22.000 Yachten in über

800 Destinationen weltweit

anbieten. Erweitert wird das

Programm in der neuen Saison

vor allem im Bereich der

Aus-, Fort- und Weiterbildung:

ein Boot zu chartern

und dabei Segelkenntnisse zu

erwerben und zu vertiefen,

war 2019 gefragter denn je.

Ebenfalls sehr angesagt ist der

Luxuscharter, und auch hier

will Master Yachting sein

Repertoire 2020 vergrößern.

è www.master-yachting.de

Segel-Novizen können sich bei Master

Yachting vermehrt fortbilden.

20 6/2019


Chartern und

losfrauschen

FOTO: SHUTTERSTOCK

FRAUSCHER. Eine österreichischniederländische-irische

Kooperation

macht es möglich, dass man an der

Côte d’Azur eine Frauscher 1017 GT

Air chartern kann. Die Frauscher

Bootswerft aus dem oberösterreichischem

Ohlsdorf arbeitet in Cannes

mit dem renommierten niederländischen

Yachtspezialisten Arie de

Boom zusammen, der wiederum

Vertriebspartner der Charteragentur

212 Yachts aus Irland ist, die speziell

an der französischen Riviera über ein

riesiges Angebot an Motorbooten

verfügt und ab sofort auch eine

Frauscher 1017 GT Air für den

Tages charter in der Bucht von

Cannes im Portfolio hat. Der zehn

Meter lange, offene Day Cruiser steht

in der Frauscher-Flotte für maximalen

Komfort und hohe Funktionalität

und besitzt neben einem erweiterten

Sitzbereich im Bug und einklappbaren

Tischen aus Teakholz ein vollausgestattetes

Bad mit WC.

è www.frauscherboats.com

Cannes + Frauscher

1017 GT Air = viel Spaß!

Hausboot mit Extras

LE BOAT. Der größte Hausbootanbieter

in Europa und Kanada hat früh

seine Hausaufgaben gemacht und

glänzt schon jetzt mit seinem neuen

Katalog für die Saison 2020. Programmneuigkeiten

sind mehr Boote

in Kanada, umfassende Modernisierung

einiger Comfort Plus-Modelle,

ein neues Gruppenboot in Irland und

mehr Extras-Pakete. Beim Extra­

Paket, das 2020 in allen Fahrgebieten

außer Italien angeboten wird, hat Le

Boat die wichtigsten Extra-Leistungen

zusammengefasst: Für Endreinigung,

Diesel für 30 Motorstunden,

ein Fahrrad sowie die Haftungsbeschränkung

zahlt der Kunde einen

Pauschalpreis, abhängig vom jeweils

gewählten Bootsmodell.

è www.leboat.at

More Moorings

Neuer Leopard-Kat

für The Moorings.

THE MOORINGS. The Moorings investiert

in sein Motoryachtangebot und

bringt den neuen Moorings 534 PC

(aka Leopard 53 PC) in die Flotte.

Mit vier Kabinen bietet der Kat Platz

für bis zu neun Personen und steht

zunächst für Charter ab Mai 2020 in

den Britischen Jungferninseln und ab

Herbst 2020 in den Exumas/Bahamas

zur Verfügung. Ebenfalls in den Britischen

Jungferninseln steht eine neue

50-Fuß-Segelyacht in zwei Versionen

(Moorings 52.3 und 52.4) für bis zu

zehn bzw. acht Personen für den

Charter bereit. Mehr Kabinencharter

(z. B. auf Tahiti) und ein Ausbildungskurs

für Motorbootfahrer auf Mallorca

runden die News ab, die auch im

neuen Katalog zu finden sind.

è www.moorings.de

www.hofinger-yachtcharter.com


Balearen/Mallorca

Calas

fantásticas

FOTO: MARTIN MUTH

22 6/2019

Cala Barcas, Naturjuwel nördlich

der Ausgangsbasis Portocolom.


Die meisten Charterflotten auf Mallorca sind nahe dem Flughafen in und um die Touristen -

hoch burg Palma zu finden. Aber nicht alle. Im Osten Mallorcas hat sich der Fischerort Portocolom

der Authentizität verschrieben und verteidigt tapfer seine Ursprünglichkeit. Setzt man von hier

aus die Segel, landet man in einem Meer voller fantastischer Buchten an der Ostküste.

Text Tahsin Özen | Fotos zoi krzyvon, Markus Silbergasser

6/2019 23


Balearen/Mallorca

Cala d‘Or. Goldener

Sandstrand, viele

Prachtvillen, noch

mehr Touristen.

Nun gut, es gibt kein Gesetz,

das zu grundlegenden

Englischkenntnissen

verpflichtet. Aber als

unser Taxifahrer nach einer knappen

Stunde Fahrzeit (rund 60 Kilometer

vom Airport entfernt) an

einem Pier voller einfacher Boote

anhält und zufrieden lächelt, ist die

Message wohl klar: Wir sind da!

Ungläubig blicke ich aus dem

offenen Fenster. Vor einem kleinen

Café plaudern heftig gestikulierend

ein paar einheimische Teenies.

Zwei Fischer haben entlang der

Mole ihr Netz ausgelegt und prüfen

es lieber schweigend.

Wo sind die samstäglichen Horden,

die hektisch ihr Hab und Gut

in überdimensionierten Einkaufswägen

über die Stege karren? Wo

die Armada von Alumasten, die

tänzelnd im Wind singen? Kein

Marina-Supermarkt mit meergesalzenen

Preisen weit und breit?

Unser Taxifahrer ist ausgestiegen

und deutet mir, ihm zu folgen. Und

tatsächlich, gleich um die Ecke ein

Häuschen versteckt hinter einem

Vorgarten, in dem bereits die ersten

Chartergäste sitzen und auf den

Check-in warten. Das Schild

mit der Aufschrift „Porto colom

Yachting“ überzeugt restlos, ich

bezahle das Taxi.

Eine Steinpier weiter übernehmen

wir von Oliver Wallpott unsere

Atlanta, eine Lagoon 400 Baujahr

2016, nachdem wir bei seiner

entzückenden Frau Verena im

Büro eingecheckt haben. „Wir sind

beide aus Köln, haben uns aber erst

hier kennengelernt – mit der Übernahme

der Basis 2012 leben und

arbeiten wir auch zusammen“, so

der Berufsskipper, der zuvor viele

Jahre auf einer 50-Meter-Yacht

Dienst geschoben hat.

Gerade einmal 17 Charteryachten

zählt die Flotte, entsprechend

gering sind daher die Wartezeiten

und hoch das Service des jungen,

stets zuvorkommenden Teams. So

gelingt uns das in der Hochsaison

fast schon Unmögliche: Wir laufen

noch am selben Tag aus. Langsam

ziehen die alten Häuser und Gassen

von Portocolom an uns vorbei,

majestätisch markiert der Leuchtturm

die erstaunlich schmale Ausfahrt

aus der großen Bucht, die so

gar nicht ins Bild passen will.

„ Gerade einmal 17

Yachten zählt die

Flotte in Portocolom,

entsprechend

gering sind daher

die Wartezeiten und

hoch das Service

des jungen Teams.“

24 6/2019


FOTO: SHUTTERSTOCK (2), MARTIN MUTH (1)

WECHSELBAD DER GEFÜHLE

Die vier Seemeilen bis zu unserem

ersten Etappenziel bezwingen wir

unter Motor im Einklang mit der

untergehenden Sonne. Cala d‘Or

als die mittlere einer Dreifingerbucht

empfängt uns mit offenen

Armen, weil leer. Obwohl hier

noch mitten in der Zivilisation,

schlendern nur noch vereinzelt ein

paar Touristen über den kleinen

Sandstrand im Scheitel der Bucht.

Das ändert sich schlagartig am

frühen Morgen, die Szenerie erinnert

an eine Robbenkolonie, wie

man sie aus bild- und tongewaltigen

Dokus im Fernsehen kennt.

Wir wechseln die Kulisse und

lassen nur eine knappe Seemeile

weiter den Anker ins kristallklare

Wasser der Cala Mondragó im

gleichnamigen Naturpark fallen.

Allein die Ansteuerung der in sattem

Grün bewaldeten Bucht mit

Spurwechsel vom Marineblauen

ins Türkise beschert ein erhebendes

Glücksgefühl – ist das vielleicht

schon die schönste Bucht

auf diesem Törn?

Die Wassertemperatur ist jedenfalls

perfekt, sodass wir nur schweren

Herzens nach Frühstück und

Morgenbad weiterziehen. Trost finden

wir in den gesetzten Segeln, die

uns bei 17 Knoten Wind und mit

bis zu 8 Knoten Fahrt vor die Cala

Màrmols schubsen. Diese kleine

Bucht fernab jeglicher Zivilisation

war mein Favorit bei der Törnvorbereitung

gewesen – doch oft

kommt es eben anders, als man

denkt. Wind aus Ost war nicht vorherzusehen,

zu stark nun der

Schwell, als dass man hier liegen

möchte. Wäre das vielleicht die

schönste Bucht dieses Törns gewesen?

Wir umsegeln den Leuchturm

bei Cabo Salines, um an der Südküste

zwei gemütliche Tage an den

hier typisch-langen Sandstränden

Im Uhrzeigersinn:

Segeln mit Ostwind an

der Ostküste mit allen

Vor- und Nachteilen.

Auf Tuchfühlung mit

den Strandurlaubern

am Playa del Trenc

an der Südküste. Cala

Mondragó mitten im

Naturschutzgebiet.

Unterwasser-Safari.

Tapas für alle. Großes

Bild: Cala Màrmols,

Traumbucht fernab der

Zivilisation.

6/2019 25


Cala Magraner

Im Uhrzeigersinn: Blick auf Kastell und Naturhafen

der Insel Cabrera. Kanonen zeugen heute noch von

der bewegten bis dunklen Geschichte der Insel, die in

einem kleinen Museum anschaulich vermittelt wird.

Badestopp in der Cala Magraner vor der Rückkehr in

die Basismarina in Portocolom.

ALCÚDIA

39° 25’ N

Mittelmeer

PALMA DE MALLORCA

0 sm 50

Mallorca

PLAYA DEL TRENC

PLAYA DES CARAGOL

<

Cabrera

CALA BARCAS

CALA MAGRANER

CALA D‘OR

CALA MONDRAGÓ

<

Conills

PORTOCOLOM

<

3° 15’ E

<

CALA MARMOLS

„Ein Restaurant mit üppiger

Speisekarte sucht man auch

auf Cabrera vergebens – dafür

findet man sich in einem der

schönsten Naturhäfen im

Mittelmeer wieder.“

<

einzulegen. Die Playa des Caragol

lacht uns als erste an und

ist im Vergleich zur am nächsten

Tag folgenden Playa del Trench die

ursprünglichere – ohne jegliche

Versorgung an Land.

CABRERA, DIE ZIEGENINSEL

Ein Restaurant mit üppiger Speisekarte

sucht man auch auf Cabrera

vergebens – dafür findet man sich

in einem der schönsten Naturhäfen

im Mittelmeer wieder. Dem Ansturm

der Yachties begegnet man

auf der Insel mit einem generellen

Ankerverbot und 50 Bojen, die

online ausschließlich im Voraus

zu reservieren sind.

Für uns hat das Verena bereits

gegen einen kleinen Unkostenbeitrag

erledigt, sodass wir in aller

Ruhe einen ausgedehnten Landspaziergang

wagen, das Kastell

erklimmen, im kleinen Museum

die Geschichte der Insel erfahren

und in der La Cantina – nomen

est omen – bei Bier und Cola beschließen,

das Dinner spät, aber

doch lieber an Bord einzunehmen.

Eine Entscheidung, die wir nicht

bereuen sollen: Nach der zweiten

Flasche Wein schmückt sich der

Himmel über Cabrera mit einem

überwältigenden Sternenzelt, das

zum Greifen nahe scheint.

Der nächste Tag läutet auch

schon die Rückkehr ein, doch zwei

Nächte haben wir noch. Also lassen

wir Portocolom links liegen

und hanteln uns weiter hinauf in

den Norden. „Die Cala Barcas“,

hatte mir Oliver noch vor dem Ablegen

verraten, „das ist meine Lieblingsbucht!“

Wir waren dort und

be stätigen gerne: Diese atemberaubend

schöne Bucht bietet wirklich

alles, wofür die zahlreichen Calas

an der über weite Strecken naturbelassenen

Ostküste Mallorcas

stehen: türkises Wasser, weißer

Sandstrand, Höhlen, Klippen,

Fels bögen, hervor ragende Ankerund

Schnorchelplätze …

Viele Attribute, die man hier mit

nur zwei Worten auf den Punkt

bringt: „Calas fantásticas“.

26 6/2019


In Bildunterschrift der Bucht von Portocolom. einfügen Bildunterschrift

Ein mächtiger

Leuchtturm einfügen markiert Bildunterschrift die schmale Ausfahrt. einfügen

Buchtenbummeln an Mallorcas Ostküste ab Portocolom

Anreise. Beispielsweise mit Laudamotion oder Eurowings direkt

ab Wien nach Palma de Mallorca, ca. 2,5 Stunden Flugzeit. Transfer

vom Flughafen nach Portocolom (ca. 60 km) in rund einer Stunde.

Yachten. Seit 2012 führt Oliver Wallpott gemeinsam mit Ehefrau

Verena den Charterbetrieb Portocolom Yachting. 17 Yachten von 11

bis 16 Metern Länge bilden die kleine, aber feine Flotte vor Ort.

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Beratung & Buchung. Unser Törn wurde von Master Yachting

Deutschland organisiert, mit persönlicher Beratung bei der Wahl

der Yacht, der Flüge und der Organisation der Transfers.

Unsere Yacht, ein Lagoon 400-Katamaran Bj. 2016 mit 4 Kabinen,

ist zu Saisonbeginn im April ab € 3.300,– buchbar (alles inkl., zzgl.

Endreinigung). Eine 40-Fuß-Segelyacht (Mono) ist schon ab € 1.650,–

buchbar (alles inkl., zzgl. Endreinigung).

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Wissenswert. Schwimm- und Ankerbereiche sind auf den Balearen

übersichtlich mit Bojen markiert – auch das Fahrwasser zum Anlanden

mit dem Dingi an Land ist so gut wie in jeder namhaften Bucht

genau definiert. Naturschutz wird auf den Balearen großgeschrieben:

weder Anker noch Kette dürfen das Seegras beeinträchtigen – das ist

bei der Wahl des Ankerplatzes unbedingt zu beachten. Die Behörden

kontrollieren teilweise mehrmals täglich, Strafmandate sind keine

Seltenheit. Mülltrennung: viele Müllcontainer nahe den Anlandestellen

sowie in vielen Buchten. Bojen- oder Liegeplatzreservierung in

manchen Fällen bis zu drei Tage im Voraus erforderlich. Oft Schwell

in den Buchten.

Revierführer Balearen. Must have:

Portbook Mallorca, Ibiza – Formentera –

Menorca. 384 Seiten im Format 21 x 28

cm mit 800 Aufnahmen, darunter zahlreiche

Luftbilder und Satelliten fotos, 24

großformatige Karten. He rausgeber und

Autor ist der gelernte Journalist und Fotograf

Martin Muth. Erhältlich ist das

Buch in Österreich über Freytag &

Berndt und bei Bern wieser.

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Mallorca ist mehr als nur Strandurlaub, quirliges Nachtleben und anspruchsvolles

Segelrevier. Abseits der Touristen-Hotspots zeigt sich das Eiland von kultivierter bis

wildromantischer Schönheit, die dem Betrachter vom Wasser aus oft verwehrt bleibt.

Abhilfe schafft ein Landgang, zum Beispiel in Alcúdia im Norden der Insel.

Text Tahsin Özen | Fotos eszter kondor, Zoi krzyvon

Sehnsucht

nach mehr

28 6/2019


ALCÚDIA

Mallorca

PALMA DE MALLORCA

Mittelmeer

Gut eine Woche sollte man

sich schon Zeit nehmen,

damit das Unterfangen

zur Freude aller gelingt.

Und natürlich auch schon ein geeignetes

„Basislager“ an Land gewählt

haben, das selbst jene Crewmitglieder

glücklich macht, die

nach einem einwöchigen Törn vielleicht

doch nicht immer auf Achse

sein, sondern lieber ein paar Tage

im Liegestuhl am In finity-Pool entspannen

und gelegentlich an einem

Cocktail schlürfen wollen.

Unsere Wahl fiel auf das Botel

Alcudiamar – und zwar aus zwei

guten Gründen: Zur Anlage im

schönsten Zipfel der Bucht von

Alcúdia zählt neben einem 4-Sterne-Hotel

(mit erwähntem Infinity-

Pool) auch die Marina Alcudiamar.

Somit haben beispielsweise auch

Eigner die Möglichkeit, ihre Yacht

sicher an die Muring zu legen, um

ein paar Tage mit all den Annehmlichkeiten

eines Strandhotels in

Top-Lage an Land zu genießen.

Wir hielten es die ersten zwei

Tage genauso – und dann?

ALCÚDIA UND DIE HABSBURGER

Man vereinbare einen Termin mit

Ute Moser. Seit vielen Jahren lebt

die Therapeutin in Alcúdia und

bietet verschiedene Führungen an.

Treffpunkt ist vor der im neugotischen

Stil errichteten Pfarrkirche

Sant Jaume. Bei der Wanderung

über die teils noch bestens erhaltene

Festungsmauer erfahren wir,

dass der Habsburger König Karl I.

und spätere Kaiser Karl V. des Heiligen

Römischen Reiches Alcúdia

1523 mit den damit verbundenen

Privilegien zur Stadt ernannt hatte

– bis heute ziert der Habsburger

Doppeladler das Stadtwappen!

Nach einem fulminanten Sonnenuntergang

schlendern wir durch

die bezaubernden mittelalterlichen

Gassen auf den Plaça de la Constitució

im Herzen der Altstadt. „Die

Tapas, die hier im traditionsreichen

Restaurant Fonda Llabrés serviert

FOTO: SHUTTERSTOCK

6/2019 29


Mallorca zu Lande

Leuchtturm Faro de Formentor.

Café in der Altstadt von Palma.

werden, sind die besten der ganzen

Gegend“, schwört Ute.

Dass dem so sein muss, werden

wir beim Anblick der vollen Tische

gewahr – zum Glück hatte Ute in

weiser Vorraussicht für uns bereits

reserviert.

Gut Ding braucht Weile, wir

überbrücken die Wartezeit mit

einer Flasche mallorquinischem

Weißwein und schalten auf Rot,

als die Spezialität des Hauses serviert

wird.

Die Pfarrkirche Sant Jaume steht am Südwestrand von Alcúdia in einer Lücke der Stadtmauer.

Ute Moser (4. v. l.) führt durch

die Altstadt von Alcúdia.

Die Wirtin des Fonda Llabrés

am Plaça de la Constitució.

Plaça de la Constitució, Alcúdia.

Tapas, serviert im Fonda Llabrés.

MASIO UND DAS MEER

Nach dem üppigen Festmahl steht

am nächsten Tag Sport auf dem

Programm. Ich muss gestehen, dass

wir bis zu dem Tag nicht wussten,

was „Costeering“ ist – und wurden

von Masio in etwas mehr als einer

Stunde belehrt. Er empfing uns an

der felsigen Bucht von Bon Aire,

drückte uns ein paar Wasserschuhe

in die Hand und gönnte uns eine

ausführliche Einweisung, die sich

mehr oder weniger auf einen

Merk satz beschränkte: „Tut, was

ich sage, und es wird euch nichts

geschehen“.

Zum Nachdenken blieb sowieso

keine Zeit, denn gleich mit dem

Schlusswort stürzte sich der perfekt

trainierte 60-Jährige auch schon

von dem meterhohen Felsen, auf

den er uns gelotst hatte, hinab in

die Fluten. Kneifen ging nicht, also

Augen zu und hinterher. Raus aus

dem Wasser, raufklettern auf den

nächsten Felsen und – rein in das

folgende Höhlenlabyrinth, in dem

uns das Wasser mehr als nur einmal

bis zum Hals stand.

Zurückschwimmen an den

Strand und darauf achten, dass

man von der starken Brandung

nicht gegen einen Klippe gedrückt

wird. Durch eine horizontale Felsspalte

am Ufer robben, die in eine

unterseeische Grotte mündet. „No

way back“, also tief Luft holen und

durchtauchen. Am Ende trennt uns

nur noch ein Felsbogen vom sicheren

Boden. Aber nein, nicht rübergehen,

sondern an der Flanke des

FOTOS: SHUTTERSTOCK (2)

30 6/2019


YACHTCHARTER

und Segelkreuzfahrten

„Masios Einweisung beschränkte sich

auf einen Merksatz: ‚Tut, was ich sage,

und es wird euch nichts geschehen‘. “

Mit Masio beim

Costeering an den

felsigen Ufern von

Bon Aire.

Bogens bis in die Mitte klettern,

um sich dann da, wo das Wasser

gerade tief genug ist, einfach fallen

zu lassen.

SERRA DE TRAMUNTANA

Ab Alcúdia hat man wohl auch

die schönste Möglichkeit, die

Welt der Tramuntana-Berge zu

erkunden – mit Einstieg ab Formentor

an der Nordflanke! Die

Fahrt über die zerklüftete Halbinsel

mit den gewaltigen Klippen,

die steil ins Meer abfallen,

zählt mit Abstand zu den spektakulärsten

Erfahrungen auf

Mallorca.

Während der Fahrt entlang

der schmalen Serpentinenstraße

ist vor allem auf zwei weitere

Verkehrsteilnehmer zu achten:

Radfahrer und wilde Ziegen.

Schon von weitem ist der Faro de

Formentor zu sehen, der das

Ende der Strecke und zugleich

den nördlichsten Punkt der Insel

markiert. 1863 eröffnet, ermöglicht

er an klaren Tagen eine

Sicht bis zur 40 Kilometer entfernten

östlichen Nachbarinsel

Menorca.

Um die weiteren Schätze der

Tramuntana-Berge zu entdecken,

muss man sich schon einen weiteren

Tag Zeit nehmen. Absolut

sehenswert ist Lluc – dank seiner

schwarzen Madonnenstatue ein

bedeutender Wallfahrtsort seit

1000 professionelle

Vercharterer

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Mallorca zu Lande

„ Wer die Jugendcrew nicht auf die Palme

bringen will, bringt sie einmal nach Palma.“

dem 13. Jahrhundert. Mit Valldemossa

versteckt sich auch ein

UNESCO-Weltkulturerbe in den

Bergen, doch leider wird das einstige

Refugium von Frédéric Chopin

und seiner Geliebten George

Sand heute von hunderttausenden

Touristen jährlich gestürmt.

SHOPPING MUSS SEIN

Letztlich muss, wer die Jugendcrew

nicht auf die Palme bringen will,

ebendiese auch einmal nach Palma

kutschieren. Sobald man sie in den

Strom der Einkaufswütigen eingespeist

hat, steht einer Erkundung

des Hafens abseits der Touristenpfade

(die ich schon vor Jahren eifrig

gegangen bin) nichts mehr im

Wege.

Ob es denn denkbar wäre, am

letzten Tag noch einmal nach

Palma zu fahren? Ich quittiere die

auf dem Rückweg gestellte Frage

mit mildem Lächeln und klarem

Bild vor Augen: Ich unter Palmen

im Liegestuhl am Infinity-Pool des

Botels, flankiert von einem Cocktail

auf Eis, mit freiem Blick aufs

Meer.


Botel und Marina

Alcudiamar im Uhrzeigersinn:

Im Garten

des Botels. In einer

Suite. Am Steg in der

Marina. Vorm Süßspeisenbuffet.

Das Team

(v. r. n. l.): Hoteldirektor

Rafael Mora, Serviceleiterin

Nadine Steinke,

Marketing-Chefin Malen

Llompart.

Mallorca zu Lande ab Alcúdia

Anreise. Die Fahrzeit vom Flughafen Palma

nach Alcúdia beträgt mit dem Taxi (60 Kilometer)

rund eine Stunde, mit dem Bus zwei Stunden.

Tourismus-Info:

è www.alcudiamallorca.com

Hotel. Das Botel Alcudiamar ist ein 4-Sterne-Themenhotel

in Bestlage, das sich dem Meer und der Schifffahrt

verschrieben hat. 78 Doppelzimmer, 28 Suiten,

Restaurant mit nationaler und internationaler Küche,

Snack-Bar mit Meerblick, Innen- und Außenpool, Spa,

Fitnessraum u. v. m.

è www.botelalcudiamar.es

Marina. Die Marina Alcudiamar verfügt über eine

komplette Infrastruktur von der Tankstelle über

Werkstätten und Geschäfte bis hin zu zahlreichen

Restaurants, Cafés und Bars. Werft, Kran und Travellift

vorhanden. Über 750 Liegeplätze bis max. 30 Meter

Länge, max. 4 Meter Wassertiefe, UKW-Kanal 9.

Aktuell wird die Marina nach neuesten Plänen um -

fassend modernisiert. Liegeplatz-Reservierung online

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FOTO: SHUTTERSTOCK

Führungen in und um Alcúdia. Ute Moser bietet

Gruppenerfahrungen, Führungen, Wandern und Nordic

Walking in der Natur sowie Energiearbeit an.

Tel. +34/971 546 364, +34/607 917 086

è wwww.master-yachting.de

Coasteering. Buchbar bei Masio Vicens, in Koopera -

tion mit Ute Moser hat er auch unter dem Titel „Alcudia

und 7 Geheimnisse im Norden Mallorcas“ ein Ausflugs-

Wochenprogramm zusammengestellt. Individuelle Veranstaltungen

und Ausflüge auf Anfrage.

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Buchtipp. Baedeker SMART Reiseführer Mallorca.

Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten Mallorcas präsentiert

in fünf Kapiteln. Vorschläge zum Übernachten,

gute Adressen für Restaurants und Bars, verschiedene

Ideen für erlebnisreiche

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32 6/2019


Wissen und Meer

Die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz

getroffen zu werden, liegt bei 1:8.000.000.

Donnerwetter –

jetzt geht‘s zur Sache!

Die Wetterkapriolen werden häufiger, das ist unbestritten. Wir lesen Schlagzeilen wie

„Schwere Unwetter an der italienischen Adria“, „Gewaltige Gewitter an der kroatischen Küste“

oder „Hunderte Blitze vor Dubrovnik“. Da ist es nur naheliegend, dass wir in der Ausbildung

mit der Frage „Ist es gefährlich, im Gewitter zu segeln?“ konfrontiert werden.

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Ausbildungs referent

des Yacht Club Austria,

dem größten Yachtclub

Österreichs. Er ist passionierter

Fahrtensegler

und hat insgesamt so

um die 20.000 See -

meilen in seinen Log -

büchern dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

Wie so oft im Leben gibt es

auch hier keine klare

Auskunft, weil Gewitter

eben nicht Gewitter ist. Manchmal

brauen sich tiefschwarze Wolken

zusammen, es folgt ein Platzregen

und schon ist‘s auch wieder vorbei.

Ein anderes Mal bringen diese

Wolken heftige Böen, der Wind

peitscht das Wasser auf, die Sicht

ist gleich Null, der Seemann hat

alle Hände voll zu tun. Und dann

gibt es auch noch Blitz und Donner

auf See, und das ist gar nicht lustig.

Wir Seeleute erleben Gewitter

sehr direkt und unmittelbar: Zuhause,

im Büro oder an Land können

wir gemütlich zusehen, wie

sich das Gewitter entwickelt und

verzieht. Das ist kein Vergleich zu

dem, was wir auf See erleben. Und

weil wir uns dem stellen müssen

und nicht die Nerven wegwerfen

dürfen, fasse ich ein paar Aspekte

zusammen:

Die Vorbereitung an Bord:

Erkenne ich an den Wolkenbildern

ein Unwetter, dann müssen das

Boot und die Crew vorbereitet

sein. Ein altes Prinzip „rechtzeitig

reffen“ gilt hier im Besonderen.

Lifebelts, Rettungswesten, Strecktaue,

Ölzeug, Stiefel – all das muss

griffbereit sein. Salon, Pantry und

Kabinen sind zusammengeräumt,

alles ist sturmsicher verstaut, Kaffee/Tee

ist in der Thermoskanne.

Navigation: Wenn sich eine

Gewitterfront auftürmt und ich

habe einen Hafen oder eine geschützte

Bucht in erreichbarer

Nähe, dann sind das die besten

Optionen. Habe ich diese Möglichkeiten

nicht, dann müssen wir

durch, da hilft alles nichts. Das

heißt: Segel bergen, Motor an,

Standort in die Seekarte eintragen,

sich die Umgebung einprägen, auf

Legerwall achten. Die elektronische

Navigation kann schneller ausfallen

als man denkt.

Schiffsausrüstung: Jeder

Schiffseigner soll auf ausreichenden

Blitzschutz achten und ausreichende

Erdungsplatten installieren.

Ein Blitz kann verheerende Zerstörungen

anrichten. In einschlägigen

Gesprächen wird von fußballgroßen

Löchern im Rumpf und von

verschmortem elektronischem

Equipment berichtet.

Die Crew: An Deck soll sich lediglich

die Mindestbesetzung der

Crew aufhalten, alle anderen sind

unter Deck, und zwar mit einem

Respektabstand vor Metallteilen.

Die Püttinge der Wanten, der Navitisch,

die elektrischen Hauptschalter,

all das sind hochgefährliche

Positionen.

Die Wahrscheinlichkeit,

dass eine Yacht vom Blitz getroffen

wird, ist etwas höher als einen

Lotto-Sechser zu machen, liegt also

so um die 1:8.000.000.

Die größte Gefahr bei Gewittern

auf See sehe ich in der stark eingeschränkten

Sicht, im zu späten

Reffen und in der falschen Einschätzung

oder Reaktion von

Skipper und Crew.

Hier sind die Ausbildungsstätten

gefordert, fundierte Lerninhalte zu

liefern.


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Balearen/Menorca

In 80 Meilen

um die Insel

Malerische Buchten, beschauliche Dörfer, traumhaft klares Wasser und ein tiefgrünes Hinterland: Menorca,

nur einen Hupfer von der großen Schwester Mallorca entfernt, ist ein traumhaftes Segelrevier. Segelblogger

und -Autor Markus Silbergasser verrät uns seine Lieblingsplätze bei einer Umrundung der Insel.

Text und Fotos Markus Silbergasser

34 6/2019


Cala Pregonda, die schönste Bucht

auf Menorca. Der Naturstrand ist

landseitig nur zu Fuß erreichbar

und daher mäßig besucht.

So wie Mallorca das im

Nordosten liegende

Menorca ein wenig vor

dem Poniente, dem vom

Atlantik kommenden Westwind,

schützt, so bewahrt die große,

berühmte Schwesterinsel ihre

Nachbarin auch vor allzu großen

Besuchermassen. Im Schatten von

Mallorca liegend, konnte sich Menorca

eine wunderbare Ursprünglichkeit

erhalten. Fast die Hälfte

der Insel steht unter Naturschutz,

die Landschaft ist sehr grün und

waldreich, viele Strände sind unbebaut,

große Hotelanlagen sind

nicht vorhanden und auch in der

Hochsaison gibt es vergleichsweise

wenig Yachten in den Buchten –

ein Traum für Yachties, Badegäste

und Naturliebhaber.

Die Insel lässt sich in nur 80 Seemeilen

umrunden. Welche Richtung

man wählt, hängt primär von

den aktuellen Wind- und Wettervorhersagen

ab. Schöne Plätze

rund um die Insel gibt es genügend,

da wird vermutlich die fehlende

Zeit zur Erkundung das

größte Problem sein.

DIE HAUPTSTADT

Ausgangspunkt für die meisten

Segler ist die Hauptstadt Mahón

(oder Maó), die über einen Flughafen

und einen Charterstützpunkt

verfügt. Die Stadt besitzt einen der

bestgeschützten Naturhäfen des

Menorcas Hauptstadt Mahón ist der meistbenutzte Ausgangspunkt für Segler.

Mittelmeers. Früher durfte in der

großen Bucht noch geankert werden,

heute muss man einen der

vielen kleineren Marinabetreiber

aufsuchen, um vernünftig die Altstadt

besichtigen zu können. Ankern

ist nur noch in Cala Taulera

erlaubt – von dort sind es aber ca.

fünf Kilometer ins Stadtzentrum,

für eine Dingifahrt etwas lang.

FOTO: SHUTTERSTOCK

6/2019 35


Balearen/Menorca

Das Rathaus von Ciutadella.

Der alte Hafen von Ciutadella.

Konzert in der Altstadt von Ciutadella.

Man speist auf Menorca gerne meereslastig.

VON BUCHT ZU BUCHT

NACH WESTEN

Laut vielen Reiseführern gehört die

Doppelbucht Cala Macarella/Cala

Macarelleta zu den beliebtesten

Buchten Menorcas. Wir konnten sie

heuer Ende Juni trotzdem für ein

paar Stunden alleine genießen. Dafür

mussten wir aber schon bei Morgengrauen

vom Ferienort Cala Galdana

ablegen und die paar Meilen weiter

Richtung Westen segeln.

Ab 10 Uhr füllte sich die begehrte

Bucht dann von Land- und Seeseite

schlagartig und wir beschlossen, den

anderen die Bucht ab 11 Uhr überfüllt

zu überlassen. In der großen

Ankerbucht Cala de Son Saura mit

gut haltendem Sandgrund fanden wir

dann wieder genügend Platz, um den

Nachmittag gemütlich zu verbringen.

Übernachtet haben wir in der

Badebucht Cala Santandria, die nur

zwei Seemeilen südlich der Stadt

Ciutadella liegt. Viele Boote haben

hier nicht Platz – wir haben hier

aber auch schon sehr ruhige Nächte

vor Anker erlebt. Für mich die

schönste und authentischste Stadt

der Balearen.

Neben dem kleinen Yachthafen

gibt es auch unmittelbar davor eine

gute Möglichkeit zum Ankern.

Somit hat man etwas mehr Bordkasse

fürs Abendessen oder einen chilligen

Drink im urigen Bar viertel ganz im

inneren Bereich der schmalen Bucht,

wo früher die Fischer beheimatet

waren.

Die Cala Santandria ist eine bildhübsche

Badebucht mit guter Infrastruktur an Land.

VON CIUTADELLA NACH OSTEN

Weiter geht die Inselumrundung entlang

der rauen Nordküste. Hier findet

man noch viele ruhige Ankerplätze.

Ein Ort, den wir erst auf den zweiten

CALA MORELL

CALA PREGONDA

PORT DE FORNELLS

Menorca

CIUTADELLA

CALA SANTANDRIA

Isla Colom

ES GRAU

CALA MACARELLETA

CALA SON SAURA

<

39° 53’ N

0 sm 10

<

<

<

MAHÓN

<

„ Rund um Menorca gibt es noch

unzählige weitere schöne Ankerplätze –

wer Zeit hat, kann sich hier über

Wochen von Bucht zu Bucht hanteln.“

36 6/2019

4° 16’ O


Blick lieb gewonnen haben, ist

die Cala Morell. Man ankert hier

relativ gut geschützt im Inneren

der Bucht. Die Siedlung in der

Bucht erinnert an Griechenland

oder für Balearenkenner an den

Baustil Ibizas.

Die für mich schönste Bucht

Menorcas ist die wahrhaft malerische,

von prächtigen Felsen gesäumte

Cala Pregonda, in der man

quasi von Felsen eingerahmt liegt.

Nachdem die beiden schönen

Sandstrände nur fußläufig von

Landseite erreichbar sind, ist dieser

Ort immer nur mäßig gefüllt.

Wer Zeit und Lust hat, kann ausgedehnte

Wanderungen in Küstennähe

unternehmen, immer mit

prächtigem Blick aufs Meer.

Rund um Menorca gibt es noch

unzählige weitere schöne Ankerplätze

– wer Zeit hat, kann sich

hier über Wochen von Bucht zu

Bucht hanteln. Em pfehlenswert ist

z. B. das kleine Fischerdorf Es Grau

mit seinem gut erhaltenen Dünengürtel.

Oder aber – Feinschmecker

Port de Fornells, ein schmucker Ort

an der rauen Nordküste Menorcas.

Sailing Menorca – die grüne Oase der Balearen

Revier. Nützliche Informationen über Land, Leute,

Geschichte und Segelrevier hat Argos Yachtcharter auf

seiner Homepage aufbereitet. Törnvorschlag: Ab Palma

de Mallorca rund um Menorca und retour – so hat man

die Gelegenheit, die Vorzüge beider balearischen Inseln

zu genießen.

Charterangebote. Monohulls ab 46 Fuß sind ab

€ 2.150,– bis 2.500,–, Katamarane ab 40 Fuß ab € 2.500,–

ocean7 210x665 20180803dp_Layout 1 06.08.2018 16:55 Seite 1

aufgepasst – Port de Fornells,

wo die Langusten so gut sein

sollen, dass sogar Spaniens könig ­

liche Familie gerne zum Essen

vorbeikommt.


bis 3.000 je Woche buchbar. Detaillierte Infos inkl.

Flug- und Transfer-Beratung sowie Buchungsanfragen:

è www.argos-yachtcharter.de

Literaturtipp. Reiseführer „Menorca“ mit 18 Wanderungen,

Radtouren und Stadtspaziergängen von Robert

Zsolnay, erschienen im Michael Müller Verlag, € 17,40.

è www.michael-mueller-verlag.de

Nicht Griechenland,

nicht Ibiza, sondern

die Cala Morell an der

Nordküste Menorcas.

DIE RICHTIGEN CHARTER-VERSICHERUNGEN

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xxxxx xxxx

Cala d‘Hort mit Blick auf die Insel Es

Vedra, wo einst Odysseus zerschellte

und die schönsten Sonnenuntergänge

zu erleben sind.

Klein, reich

& schön

Ibiza ist seiner Clubs, Promis, der Hippie-Szene und vielerlei anderer Gründe wegen bekannt. Weniger

aber als Segelrevier. Dabei ist die drittgrößte Baleareninsel vor allem für Familien und Segelnovizen

ein unkompliziertes, unterhaltsames und kompaktes Terrain für abwechslungsreiche Törns.

Text Wolfgang Gemünd

Ibiza ist vielleicht die größte

Partyinsel des Mittelmeers,

die Wahrheit aber ist: Ibiza ist

klein. Mit seinen 572 km² ist es

z. B. knapp größer als der Bodensee,

recht ausufernd gestalten sich

die Segeltörns um Ibiza also nicht.

Für eine Umrundung der Insel

veranschlage man rund 40 Meilen,

das schafft man bei günstigem

Wind gut an einem Tag.

Glücklicherweise besitzt das Eiland

ausreichend Badebuchten und

Nachbarinseln, wo es sich lohnt,

den Anker zu werfen, das kristallklare

Wasser zu genießen und das

Hinterland zu erkunden, das großteils

unter Naturschutz steht. Und

dann gibt es ja – zumindest in den

Tourismushochburgen – auch ein

recht anregendes Nachtleben, das

zu längeren Aufenthalten verführt.

EIN SEGELREVIER

FÜR EINSTEIGER

Die Überschaubarkeit ist einer der

Gründe, warum Ibiza gerade für

nicht so erfahrene Crews ein ideales

Einstiegsrevier ist. Andere sind

etwa die günstigen Windverhältnisse

– im Sommer weht meist

eine milde, von Süden oder Südwesten

kommende Brise, was eine

Umrundung im Uhrzeigersinn

38 6/2019


Ibiza

Mittelmeer

Formentera

nahelegt. Zudem gibt es nur wenige

Untiefen oder Riffe, die bis auf

wenige Ausnahmen ausreichend

markiert sind. Aufpassen sollte

man beispielsweise rund um die

Felseninsel Es Vedra, in deren

Nähe sich die nicht gekennzeichnete

Untiefe La Bota befindet. An

dem mäch tigen Fels, der 382 Meter

aus dem Meer ragt, soll schon

Odysseus, von den Sirenen heftigst

abgelenkt, zerschellt sein.

WO DAS GELD ANKERT

Neben Es Vedra besitzt das Segelrevier

zahlreiche weitere Spots,

die sehenswert sind. Die hübsche

Cala Salada beispielsweise, in deren

Klippen die Natur in Millionen

Jahren 1.001 Terrassen auf mehreren

Ebenen in den Fels gehauen hat

und die heute vielen Sonnenanbetern

als wildromantische Bühne

dient. Oder die Cala Vadella mit

ihrem sanft in die Abhänge erbauten

Dörfchen, das sich noch viel

Ursprünglichkeit bewahren konnte.

Ibiza-Stadt ist natürlich Pflichtprogramm,

einerseits um die wurlige

Atmosphäre zu erleben, andererseits

der zauberhaften Altstadt

wegen, die mit ihren vielen weißen,

würfelförmigen Häusern zum

UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Unbedingt aufs Tapet gehört

auch die gut zehn Meilen entfernte

Nachbarinsel Formentera, die vor

allem im Norden und Westen

kitschig schöne, an die Karibik

erinnernde Sandstrände besitzt.

Wer gerne zeigt, was er hat, und

„ Unbedingt aufs Tapet gehört auch

die gut zehn Meilen entfernte

Nachbarinsel Formentera.“

wer gerne sehen mag, was andere

haben, ist an der bekannten Platja

de ses Illetes genau richtig, präsentiert

sich hier doch der nautische

Luxus in aller Größe.

Stichwort Geld. Der Yachtcharter

auf Ibiza ist wesentlich kostenintensiver

als etwa im Nachbarrevier

Mallorca und besitzt zudem bei

weitem nicht dessen Angebot.

Wer über ausreichend Zeit verfügt,

nimmt sich die zwei Tage, um

mit der Yacht von Mallorca nach

Ibiza hin- und zurückzusegeln,

und investiert das dabei gesparte

Geld in den einen oder anderen

besseren Restaurantbesuch –

es lohnt sich!


Ibiza unter Segel

Törnvorschlag & Charterangebot. Für ambitionierte

Segler (auch Anfänger) hat die Online-Charteragentur

GlobeSailor auf ihrer Homepage einen umfassenden

Törnvorschlag ab Palma de Mallorca–rund Ibiz –

Formentera–Cabrera und retour nach Palma de

Mallorca (ca. 250 sm) aufbereitet.

Das passende Charterangebot zum Saisonauftakt 2020

dazu (ab der Marina La Lonja direkt gegenüber der

Altstadt von Palma): Bavaria Cruiser 51 (5 Kabinen,

Bj. 2016), € 2.520,–. Oder Fountaine Pajot Lucia 40

Katamaran (Eignerversion, 3 Kabinen, Bj. 2018), für

€ 2.700,–. Angebote (inkl. Beiboot mit Außenborder)

gültig bei Buchung bis Ende 2019 für die Zeitraum

25. 4. – 1. 5. 2020. Detaillierte Infos, Buchung und

Beratung inkl. Flugticket-Service unter:

è www.globesailor.de

Buchtipp. Am 14. Dezember erscheint im Dumont-

Verlag der neue Reiseführer „Ibiza & Formentera“ mit

26 Karten und Plänen (plus separate Reisekarte im

Maßstab 1:100.000). 280 Seiten, € 20,40.

è www.thalia.at

Reich: Der Platja de

ses Illetes (oben)

auf Formentera.

Schön: Ibiza-Stadt

(u. li.). Zentral: Sant

Antoni de Portmany

eignet sich gut für

den Sprung nach

Formentera (u. re.).

6/2019 39


Online-Charter

Woher der

Wind weht

Kirsten Richarz hat als Kind das Segeln in Österreich gelernt und ist jetzt Country-Managerin für den

deutschsprachigen Raum bei GlobeSailor. Was eine seriöse Online-Charteragentur ausmacht, wie sie

auf Trends reagiert und welche Konzepte für die Zukunft stehen, verrät sie im -Interview.

Kirsten, was unterscheidet GlobeSailor

von anderen Online-Charteragenturen?

Seit elf Jahren auf dem Chartermarkt

haben wir uns mittlerweile

ein großes Netzwerk an Partnern

in aller Welt aufgebaut und wissen

ganz gut, woher der Wind weht. Im

Gründungsjahr 2008 fehlte es noch

völlig an einer umfassenden Online-Plattform,

um Charterkunden

die Suche nach der passenden Yacht

weltweit zu erleichtern. Ziel von

Olivier und Evgueni, Gründer von

GlobeSailor, war und ist es, Entwicklungen

im Bereich der neuen

Technologien und der Urlaubs ­

trends im Bereich Yachtcharter zu

erkennen, aufzugreifen und so eine

langfristige Strategie zu entwickeln.

So haben sie diese Lücke erfolgreich

gefüllt.

Unser Geschäft ist natürlich die

Online-Präsenz, wo wir in Echtzeit

die Verfügbarkeit von über 15.000

Booten überprüfen und darstellen

können. Aber in unseren Büros in

Paris und La Rochelle empfangen

wir gerne auch Kunden und selbstverständlich

sind wir physisch auf

den Messen in ganz Europa präsent.

Wichtig ist uns, die Wünsche und

Kriterien der Kunden im persönlichen

Gespräch zu erfahren. Jeder

unserer Kunden hat einen persönlichen

Berater, der Planung und

Charter über die gesamte Dauer begleitet.

Uns zeichnet sicherlich aus,

dass wir den direkten Kontakt zwischen

Base-Manager und Kunden

ermöglichen. Der Kunde kann also

lange vor Charterstart mit der Base

in Kontakt treten, Details ohne

Mittler klären und so Vertrauen

aufbauen. Der Erfolg gibt uns recht

und wir erweitern unser Angebot

stetig: Kabinencharter, Concierge-

Service, Zusammenarbeit mit den

Reiseagen turen der jeweiligen Herkunftsländer,

Flugbuchung passend

zum Kostenvoranschlag – um nur

die wichtigsten Errungenschaften

der letzten Monate zu nennen. So

können unsere Kunden ihre Reise

von A bis Z mit uns planen.

Bei Buchungen übers Internet schwingt

immer noch ein bisschen die Angst mit,

dass das Geld weg oder das Boot letztlich

nicht da ist …

Die Angst vor Insolvenz ist brandaktuell

tatsächlich ein großes Thema.

Aber wir bieten viele Sicherheiten:

GlobeSailor ist als Reiseagentur

KIRSTEN RICHARZ

Country-Managerin für

den deutschsprachigen

Raum bei GlobeSailor.

è www.globesailor.de

40 6/2019


gleich zu 30 % im Jahr 2018). Damit

einhergehend auch das Wachstum

der Budgets, die sich in der Hochsaison

mittlerweile auf durchschnittlich

€ 5.120,– pro Woche belaufen.

Immer mehr wird Charter

mit Skipper gebucht (+ 22 %).

Die Destination mit den meisten

Chartergästen ist wie schon im vergangenen

Jahr Kroatien, gefolgt von

Griechenland. Die Türkei wird auch

wieder stärker angefragt.

Welche News bringt das Jahr 2020?

Man darf sich auf neue und exotische

Reviere wie Fidji, Panama,

Südafrika, Madagaskar und Indien

freuen. Das Kabinencharter-Angebot

wird mit thematischen Ausrichtungen

weiterentwickelt, Segeltörns

werden mit angepassten Landaufenthalten

zu buchen sein u. v. m.

FOTOS: SHUTTERSTOCK (4)

und Tour-Operator Mitglied des

französischen Tourismusverbandes

APST. Von uns verwaltete Kundengelder

sind bis zu einer Höhe von

€ 1,5 Mio. abgesichert. Und wir

werden regelmäßig durch Yacht-

Pool geprüft, so erhalten wir jedes

Jahr das Checked&Trusted-Zertifikat,

dass unsere finanzielle Gesundheit

bescheinigt.

Aber auch Fachkenntnis und

unsere Erfahrung auf dem Markt

halten wir für sehr wichtig. Wir

verlassen uns ausschließlich auf

professionelle Vercharterer, die

wir regelmäßig auf Messen, aber

auch vor Ort in ihren Marinas besuchen.

So können wir uns von der

Qualität in den Bereichen Service

und Wartung der Boote selbst

überzeugen. Erst Ende letzten

Jahres war ich zum „Marina-

Hopping“ in Kroatien. Darüber

hinaus legen wir großen Wert auf

die Vorlage der jeweiligen Ver ­

sicherungsverträge, die die Existenz

der Boote bescheinigen. Und

unsere über 10.000 verifizierten

Kundenmeinungen sprechen wohl

für sich. Unternehmen, die unsere

Erwartungen und Kriterien nicht

mehr erfüllen, werden aus dem

System entfernt. Wenn wir Zweifel

haben, informieren wir die Kunden.

So versuchen wir schon im

Vorfeld, Risiken möglichst zu

minimieren.

Welche Trends konnte GlobeSailor aus

der Saison 2019 ableiten?

Der Chartermarkt als Urlaubskonzept

boomt weiterhin mit einem

Wachstum von 10 %, GlobeSailor

konnte mit über 30 % Umsatzwachstum

seinen Teil zu diesem

Trend beitragen.

Wir beobachten die Tendenz hin

zu mehr und mehr Anfragen nach

Katamaranen, die bereits 36 % aller

Buchungen ausmachen (im Ver­

Die Seychellen – das

Lieblingsrevier von

Kirsten Richarz.

Neu im Portfolio von

GlobeSailor: Indien

(oben), Madagaskar

(Mitte), Südafrika

(unten).

Du bist Country-Manager für den

deutschsprachigen Raum, hast du auch

einen direkten Bezug zu Österreich?

Österreicher machen etwa ein Viertel

unserer Kunden aus, darunter

überdurchschnittlich viele Wiederbucher.

Natürlich entwickelt sich da

ein ganz persönliches Verhältnis –

ein Pärchen hat sich sogar nach

meinem Besuch auf der Boot Tulln

gerichtet, um sich mit mir zu treffen

– das sind tolle Momente.

Ich habe erst auf dem Ossiacher

und später auf dem Millstätter See

auf Optimisten das Segeln erlernt.

Meinen 9. Geburtstag habe ich sogar

mit einem Sieg bei der Regatta

zum Kursabschluss krönen können.

Wenn das nicht der Beginn einer

großartigen Segelkarriere ist (lacht).

Dein Lieblingsrevier?

Die Seychellen. Noch war ich nicht

dort, doch hat mich die Destination

seit meinen ersten Arbeitstagen bei

GlobeSailor in ihren Bann gezogen.

Deine Lieblings-Charteryacht?

Die Neel 45. Zwar nicht häufig im

Charter zu finden, aber ein innovativer

Trimaran, der sowohl sportlich

ist, als auch Komfort bietet.

6/2019 41


xxxxx xxxx

Mehr Floating home …

… und neue Sanitäranlagen.

Marina 4.0

Mit der Marina Punat wurde zum dritten Mal der älteste Yachthafen Kroatiens

mit dem Goldenen Anker, dem wichtigsten kroatischen Nautikpreis, ausgezeichnet.

Direktorin Renata Marević im Interview über Angebote und Trends bei Marinas.

Fotos Marina Punat

RENATA MAREVIĆ,

leitende Managerin der

Marina Punat.

è www.marina-punat.hr

Vor 55 Jahren bestand eine Marina aus

einem Steg, einer Werft, einem Lift und

vielleicht einem Parkplatz und einem

WC. Was braucht man heute als Marina,

um erfolgreich zu sein?

Die Grundausstattung ist vielleicht

immer noch das Wichtigste. Nicht

umsonst haben wir heuer unsere

Sanitäranlage im Norden der Marina

um- und ausgebaut und die

Parkfläche für Autos vergrößert.

Aber ein wenig anspruchsvoller

ist die Kundschaft im Laufe der

Zeit schon geworden?

Natürlich. Man muss heute einerseits

jenen Kunden entgegenkommen,

die sich selbst versorgen. Für

diese Gruppe haben wir etwa einen

neuen Selbstbedienungs-Waschsalon

eingerichtet. Andererseits haben

wir uns als Marina immer mehr zu

einem internationalen Tourismusbetrieb

mit Fullservice entwickelt.

Seit letztem Jahr bieten wir z. B.

auch ein schwimmendes Ferienhaus

„Floating home“ an, dem wir heuer

einen Whirlpool mit Hydromassage

spendiert haben. Und auf unserem

Marina-Strand Medane haben wir

das Angebot mit einer Beach-Bar,

einem kleinen Pool, einem Kinderspiel-

und einem Beachvolleyball-

Platz stark ausgeweitet.

In welchen Bereichen erleben

wir gerade die wichtigsten

Veränderungen?

Eindeutig beim Thema Sicherheit,

und zwar in Verbindung mit der

digitalen Technik. Unsere Marineros,

die täglich Kontrollgänge unternehmen

und elektronisch Buch

führen, werden seit heuer von Sensoren

unseres Partners Marina-

Cloud unterstützt, die im Inneren

des Bootes angebracht sind. Wenn

z. B. der Bilge- und Brand-Sensor

ein Feuer oder Wassereinbruch an

Bord registriert, werden sowohl

die Marina als auch der Bootseigner

sofort alarmiert und auf diese

Weise frühzeitige Interventionen

ermöglicht. Wir sind damit die

weltweit erste Marina, die die Internet-of-Things-Technologie

zur

Überwachung von Booten nutzt.

Der Yachthafen als Trendsetter

technologischer Entwicklungen?

Wir haben sogar, was gesellschaftliche

Trends betrifft, sehr sensible

Antennen. So haben wir mitbekommen,

dass viele unsere Kunden

ihre Haustiere als vollwertige

Familienmitglieder mit in den Urlaub

nehmen.

Hunde dürfen sich bei Ihnen in der Marina

also über Wassernäpfe freuen?

Über ein bisschen mehr sogar. Wir

haben für die Vierbeiner eine Erfrischungsdusche,

einen kleinen

Pool und einen schönen Spielbereich

im Grünen angelegt. Nicht

zuletzt könnte ja auch das Haustier

mitentscheiden, wohin der nächste

Segeltörn führt.


42 6/2019


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Gekonnt in die Ferne

Bobby Schenk im

blauen Element.

PRAXIS-BLAUWASSERSEMINAR.

Langfahrt-Rou ti ni er und Erfolgs ­

autor Bobby Schenk hält am 14. und

15. März 2020 in der Hanseatischen

Yachtschule Glücksburg an der Flensburger

Förde wieder eines seiner Seminare

für Weltumsegler in spe ab.

Unter den Referenten befinden sich

acht Weltumsegler, anerkannte Segel-

Experten und ein Segel-Olympiasieger.

Die Teilnahmegebühr beträgt

€ 195,– inkl. Mittagsimbiss an beiden

Seminartagen und eine eigens für das

Seminar produzierte DVD mit allen

wichtigen Unterlagen.

è www.bobbyschenk.de

Post vom Motor

Motor-Kat des Jahres

INSTRUMENTE. Der japanische

Diesel motor- und Elektronikriese

Yanmar hat zwei neue Displays für

Motordaten im Programm. Das 4,1

Zoll große Farb-Multifunktionsdisplay

YD42 erkennt durch Anschluss

an das NMEA-2000-Netzwerk des

Schiffes automatisch die wichtigsten

Informationen. Kleiner und einfacher

ist das YD25-LCD-

Switch-Panel-Display,

das die Nachrichten aus

dem Motorraum auf

einem 2,5-Zoll-LCD-

Schirm wiedergibt.

è www.yanmarmarine.com

WORLD YACHTS TROPHIES. Letztes

Jahr auf dem Cannes Yachting Festival

wurde die Sunreef 80 Power noch

als Konzeptstudie vorgestellt, dieses

Jahr war das neue Modell der polnischen

Luxuskatamaran-Schmiede

schon in natura zu besichtigen. Und

was man sah, war sehr beeindruckend

– auch für die Jury der World Yachts

Trophies, die die Sunreef 80 Power bei

der traditionell am Ende der Messe

stattfindenden Gala zum „Motor­

Katamaran des Jahres“ kürte.

Im Gewinnen dieses Preises haben

die Polen inzwischen eine gewisse

Routine entwickelt: Erst letztes Jahr

wurde in Cannes die 40 Open Sunreef

Power mit derselben Auszeichnung

bedacht. Ein erster Käufer für die

Siegertyp: Sunreef 80 Power.

Sunreef 80 Power hat sich übrigens

auch schon gefunden: Tennisstar

Rafael Nadal wird seinen maßgeschneiderten

Kat nächstes Jahr in

Empfang nehmen.

è www.sunreef-yachts.com

Saison Opening 2020

Jetzt mit der größten Auswahl zum Frühbucherpreis!

www.pitter-yachting.com

Ihr Charter

Spezialist

15x Kroatien

NEU: Vodice

4x Griechenland

2x Türkei

NEU: Niederlande

Schweden

Karibik

NEU: Malediven

Charter-Weltweit


Alles was Recht ist

Quo vadis, Charterbranche?

Vom 6.–9. November geht mit der ICE die große B2B-Chartermesse in Wien über die Bühne. Ich darf

zur Eröffnung das Wort ergreifen – und werde das im Dienste der Vercharterer UND der Charterer tun.

Die wirtschaftliche (und besorgniserregende)

Entwicklung

der Charterbranche in

den letzten Jahren wird das zentrale

Thema meines Referats bzw.

Workshops sein.

So beobachteten wir beispielsweise

in den letzten zwei Jahren

einen starken Preiseinbruch insbesondere

auf den Balearen und in

Kroatien. Auf den Balearen haben

die enormen Preissteigerungen im

Zuge des Türkei-Tiefs und dem

Aus des Billigzubringers Air Berlin

eine Talfahrt eingeläutet.

In Kroatien wiederum, wo rund

75 % der österreichischen Charterer

ihren Urlaub verbringen, hat

sich die Charterflotte um 25 % auf

etwa 4.200 Schiffe erhöht. Demgegenüber

steht aber ein „Wachstum“

von nur 4 % an Chartergästen. Der

Zuwachs hat sich überwiegend auf

die großen Charterfirmen kon ­

zen triert, sie sind nun vielmehr

Management-Firmen. Die Investitionen

und damit auch das Risiko

wurden zusehends auf die Investoren

übertragen. In verschiedenen

Yachtinvest-Programmen wurde

von den Managementfirmen mehr

oder weniger realistische Rendite-

Entwicklungen in Aussicht gestellt.

Das Problem dabei ist das eherne

wirtschaftliche Prinzip: Ist das Angebot

größer als die Nachfrage –

richtig – dann fallen die Preise.

Über diese Preisentwicklung

können sich die Charterskipper

vorerst noch freuen. Vorerst, weil

ein weiteres wirtschaftliches Gesetz

lehrt, dass für die entsprechende

Wartung der Schiffe und Erbringung

der notwendigen Serviceleistungen

auch die wirtschaftliche

Basis gegeben sein muss. Und dies

ist bereits heute bei einer Reihe

von Firmen nicht mehr der Fall.

Darüber sollte sich jeder Skipper,

der mit dem billigsten Preis das

beste Geschäft gemacht zu haben

meint, im Klaren sein.

So beobachten wir z. B. als einer

der führenden Kautionsversicherer

die Zunahme der unberechtigt

einbehaltenen Kautionen. Hinzu

kommen bedenkliche Mängel in

der Bonität (wirtschaftliche Sicherheit)

so mancher Vercharterer.

Darum werden beispielsweise

Yacht-Pool-Sicherungsscheine –

und das schon seit mehr als 20 Jahren

– nur für Firmen ausgegeben,

die bereit sind, ihre Bonität durch

Einreichung der aktuellen Bilanzzahlen

jährlich neuerlich nachzuweisen.

QUALITÄT HAT IHREN PREIS

Einen gewissen Turboeffekt bekommt

diese Entwicklung durch

einige schwarze Schafe unter den

Online-Charteragenturen. Ganz

klar, es ist absolut nichts gegen die

Nutzung zeitgemäßer Kommunikationsmittel

zu sagen.

Es zeigt sich bei so manchen Anbietern

jedoch die klare Strategie,

durch Preisdumping Marktanteile

zu gewinnen. Und das unter bewusster

Inkaufnahme von Verlusten

in der eigenen Bilanz. Auch

das funktioniert nur, wenn man

Investoren findet, die diese Verluste

mit der (suggerierten) Über ­

zeugung tragen, so den Markt

der seit Jahren und Jahrzehnten

renommierten Charter-Agenturen

auf mischen zu können.

Wie Markteroberung durch

Preisbrecher mitunter enden kann,

wenn die Visionen der Investoren

von der Härte der Realität eingeholt

werden, wurde uns kürzlich

am Beispiel von Thomas Cook vor

Augen geführt.

Qualität hat nun einmal ihren

Preis und diese ist für den Charterer,

der sich oft nur einmal im Jahr

damit beschäftigt, von außen

schwer zu beurteilen. In der Praxis

sind sie immer mehr mit „giftigen“

Klauseln im zumeist überlesenen

Kleingedruckten der Charterverträge

diverser Anbieter konfrontiert,

auch das haben uns die

letzten Jahre gezeigt.

Die langfristigen Folgen für die

Branche: Enttäuschungen der Kunden

werden nicht befriedigend aufgearbeitet,

der Unmut steigt, und

es entwickelt sich schleichend ein

negatives Image für die gesamte

Branche. Darüber gilt es, auf der

International Charter Expo in

Wien zu sprechen!

Da übrigens die den Einzelnen

treffenden negativen Geschehnisse

in der breiten Öffentlichkeit der

Charterer kaum bekannt sind, beabsichtigen

wir, eine Plattform zu

schaffen. Auf dieser werden wir in

Zukunft eindeutig inakzeptable

Vorkommnisse veröffentlichen.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Welchen Kurs nimmt

die Charterbranche?

FRIEDRICH SCHÖCHL

ist Skipper aus Leidenschaft,

Erfinder der

Skipper-Haftpflichtversicherung

und

Gründer der Versicherungsgesellschaft

Yacht-Pool.

kolumne@ocean7.at

44 6/2019


Austro-Finalist „Best for

Family“: Marian M800.

Austro-BOB rockt

Unter den 22 Finalisten des Best of Boats Award, die auf dem Cannes Yachting Festival präsentiert

wurden, haben gleich drei österreichische Boote den Bug ganz vorne. Wird eines davon zum Motorboot

des Jahres gekürt? Die Entscheidung fällt am 21. November auf der Boot & Fun Berlin 2019.

Zum sechsten Mal wird heuer

im Rahmen des Best of Boat

Award die größte europä ische

Auszeichnung für die Motorboote

des Jahres vergeben. Während der

Wassersportsaison 2019 haben

18 internationale Juroren mehr als

150 Bootsneuheiten ge testet und

daraus 22 Finalisten gewählt, aus

denen am 21. November die Sieger

in fünf Kategorien gekürt werden.

DREI AUS 22

Mittendrin statt nur dabei sind drei

österreichische Werften, die in

drei unterschiedlichen Kategorien

Austro-Finalist „Best for Travel“: Silent 55.

ein Boot final einbringen konnten.

Bei den Familienbooten steht mit

der M800 das neue Flaggschiff von

Bo ote Marian zur finalen Wahl.

Die Elektro-Pioniere vom Wolfgangsee

haben ihrem Topmodell

die feinsten Materialien spendiert

und erreichen dank eines speziell

entwickelten Rumpfs und des

150-kW-E-Motors von Piktronik

erstaunliche Reichweiten und

Fahrleistungen.

Fast in der Nachbarschaft wird

ein weiterer Finalist gefertigt: Mit

der Frauscher 1414 Demon Air haben

die Ohlsdorfer wieder einen

edlen Spaßmacher in die Top-Auswahl

der Kategorie „Best for Fun“

gebracht. Die Air-Variante des Offshore-tauglichen

Modells, die ein

Sonnendach aus Carbon und einen

automatisch versenkbaren Tisch im

vorderen Loungebereich besitzt, feierte

in Cannes Weltpremiere.

In der Kategorie der Reiseboote

stellt schließlich Silent Yachts mit

Sitz in Klagenfurt mit der Silent 55

einen besonderen Finalisten – den

ersten rein elektrisch betriebenen,

hochseetauglichen Katamaran in

Serienfertigung!


è www.bestofboats.com/austria

Austro-Finalist „Best for Fun“: Frauscher 1414 Demon Air.

Best of Boats – Finalisten 2019

Best for Beginners

Bayliner VR6 (USA)

Quicksilver Activ 675 (USA)

Silver Tiger (FIN)

V Boats Voyager 700 Open (RUS)

Best for Fishing

Beneteau Barracuda 9 (FRA)

Jeanneau Merry Fisher 605 Marlin (FRA)

V Boats Fishpro 54 (Russland)

Wellcraft 352 Fisherman (USA)

Best for Family

Jeanneau NC 37 (FRA)

Marex 360 CC (NOR)

Marian M800 (AUT)

Parker 790 Explorer (Polen)

Sealine C 390 (GER)

Best for Fun

Beneteau Flyer 8 Sundeck (FRA)

Frauscher 1414 Demon Air (AUT)

Greenline Neo (SLO)

Pardo 50 (IT)

Zodiac Medline 7.5 (FRA)

Best for Travel

Bali 4.3 MY (FRA)

Fountaine Pajot MY 40 (FRA)

Prestige 590 (FRA)

Silent Yachts 55 (AUT)

6/2019 45


Der Mond

und das

Meer

Ein Hafen im Mondlicht

(Ausschnitt), von Claude

Joseph Vernet, 1771.


Der Mond war heuer in zahlreichen

TV-Dokumentationen

und in Printmedien prominent

vertreten. Anlass war,

dass sich die erste Mondlandung

von Menschen zum

50. Mal jährte. Die Worte von

Neil Armstrong bei seinem

ersten Schritt auf die Mondoberfläche

„That‘s one small

step for man … one giant leap

for mankind“ wurden legendär.

Legendär sind auch die

vielfachen Beziehungen zum

Mond, die von der Menschheit

im Lauf ihrer Geschichte

entwickelt wurden. Neben

religiösen, mystischen und

esoterischen Vorstellungen

über unseren Erdtrabanten

diente er den frühen See -

fahrern als Leitgestirn – und

er ist ein wichtiger Zeitgeber

für Meeresorganismen. Sein

deutlichster Einfluss auf das

Meer sind die Gezeiten.

Text Reinhard Kikinger

Erde und Mond rotieren

um einen gemeinsamen

Schwerpunkt. Da die Masse

der Erde um vieles größer

als die des Mondes ist, liegt dieser

gemeinsame Schwerpunkt innerhalb

der Erde. Die Anziehungskräfte

zwischen Erde und Mond und

deren Interaktion mit dem Schwerefeld

der Erde sind hauptverantwortlich

für die Erzeugung der Gezeiten.

Auch die Sonne ist an der

Gezeitenbildung beteiligt. Ihr Einfluss

auf die Gezeiten ist aber wegen

ihrer großen Ent fernung nur etwa

halb so groß wie der des Mondes.

Die Stellung der drei Himmelskörper

Erde, Sonne und Mond entscheidet

über Verstärkung oder

Abschwächung der gezeitenerzeugenden

Kräfte.

Die stärksten Gezeiten, die

Springtiden, treten bei Voll- und

Neumond auf. Die schwächsten Gezeiten,

die Nipptiden, ergeben sich

während der Quadratur im ersten

und letzten Viertel, wenn die Kräfte

von Sonne und Mond rechtwinkelig

zueinander wirken. Die Spring- und

Nipptiden treten mit ein bis zwei

Tagen Verspätung nach den entsprechenden

Mondphasen auf. Zur

komplizierten Kräfteverteilung

durch die astronomischen Tiden

kommen noch Seichtwassertiden

durch die Boden topographie und

jahreszeitliche meteorologische

Tiden.

GEZEITENFORMEN UND REKORDE

Das periodische Steigen und Fallen

des Ruhewasserspiegels ist an Meeresküsten

ein vertrautes Phänomen.

Flut bezeichnet den Vorgang des

Steigens des Wassers, Ebbe das Fallen,

zusammen ergeben sie die Tide.

Die Niedrig- und Hochstände des

Wasserspiegels treten in ungefähren

Abständen von entweder sechs oder

zwölf Stunden auf. Dementsprechend

spricht man von halbtägigen

oder eintägigen Gezeiten. Es gibt

aber auch gemischte Gezeitenformen,

deren Wasserstandsschwankungen

unregelmäßiger

sind.

Die durchschnittliche Gezeitenhöhe

beträgt am offenen Ozean

etwa einen Meter, an den Küsten

meist wesentlich mehr. In trichterförmigen

Buchten mit ansteigendem

Meeresboden kommt es zu

extremen Tidenhüben. Die Bucht

von St. Malo an der Nordküste der

Bretagne weist mit über elf Metern

den höchsten europäischen Tidenhub

auf. Weltweit sind die mehr als

14 Meter in der Bay of Fundy an der

nordamerikanischen Ostküste der

höchste bekannte Wert.

In Nebenmeeren wie dem europäischen

Mittelmeer, dem Roten

Meer oder der Ostsee mit ihren

seichten, schmalen Verbindungen

zum Ozean sind die Gezeiten nur

schwach ausgebildet. Im Mittelmeer

beträgt der durchschnittliche Gezeitenhub

etwa vierzig Zenti meter.

Unser Langzeit-Satellit.

Zahlreiche künstliche

Satelliten umkreisen

die Erde – und ein

natürlicher, der Mond.

Er war und ist wichtiger

Begleiter und Zeitgeber.

FOTO: SHUTTERSTOCK

6/2019 47


Der Mond und das Meer

„ Kitschig schön: Vollmond, Meer, Sandstrand und

Kokospalme – eine Fantasie als Sehnsuchtsort.“

Die Mondphasen. Wie

in natura ist auch hier

der Neumond nicht

sichtbar.

WELLEN, STRÖMUNGEN

UND LEBENSRÄUME

Die Gezeiten der Ozeane erscheinen

als extrem lange Wellen, die

sich mit großer Geschwindigkeit

fortpflanzen. Durch die Kräfteverteilung

von Erde, Mond und Sonne

erzeugt, werden sie durch die Corioliskraft

und durch die Topografie

der Meeresbecken verändert.

Die Kämme der langen Wellen

werden als Flutstundenlinien

bezeichnet. Das sind die Verbindungslinien

aller Orte gleichzeitigen

Hochwassereintritts. Durch die

gezeitenbedingte Wasserversetzung

kommt es zu komplizierten Strömungserscheinungen.

Sie sind

besonders im Flachwasser für die

Durchmischung des Wasserkörpers

von großer Bedeutung. An der

Küste ist der Einfluss der Gezeiten

klar ersichtlich. Abhängig von der

Küstenneigung und dem Gezeitenhub

fällt ein wenige Dezimeter bis

Kilometer breiter Küstenstreifen

periodisch trocken.

Dieses sogenannte Eulitoral ist

durch das gezeitenbedingte abwechselnde

Trockenfallen und

die nachfolgende Überflutung ein

extremer Lebensraum für Spezialisten.

Erstaunlich viele marine

Organismen habe es durch unterschiedliche

Anpassungen geschafft,

diesen Lebensraum zu besiedeln.

GEFÄHRLICHE IRRTÜMER

Der Mond leitete Seeleute seit

Jahrtausenden, manchmal führte

er sie jedoch in die Irre. Die Navigation

nach dem Mond ist kompliziert,

weil die geografische Länge

auf diese Weise nur ungenau ermittelt

werden kann. Der Jakobsstab,

ein frühes astronomisches Instrument

zur Winkelmessung und

zur indirekten Streckenmessung,

war lange Zeit das einzige Mittel,

mit dem Seefahrer Himmelskörper

anpeilen und so zu mindestens den

Breitengrad feststellen konnten.

Ohne genaue Kenntnis des Längengrades

sind jedoch fatale Irrtümer

möglich. Kolumbus hätte 1492

FOTOS UND ILLUSTRATION: SHUTTERSTOCK

48 6/2019


Neumond Erstes Viertel Vollmond

Drittes Viertel

Springtide

Nipptide

Springtide

Nipptide

Sonne

Mond

Sonnen -

gezeiten

Sonnen -

gezeiten Sonnen -

gezeiten

Sonnen -

gezeiten

Mond -

gezeiten

Mond -

gezeiten Mond -

gezeiten

Mond -

gezeiten

Niedrigwasser

Hoch wasser

Niedrigwasser

Hoch wasser

Navigationshilfen. Mond und

Leuchttürme haben durch

Jahrhunderte der Navigation

auf See gedient.

Springtide

Die Konstellationen zwischen Erde, Mond und Sonne

und die entsprechenden Gezeiten grafisch dargestellt.

Nipptide

Gezeitenzone. Sie

ist in Abhängigkeit

von Tidenhub und

Küstenneigung unterschiedlich

mächtig

ausgeprägt. In der

kanadischen Bay of

Fundy erreicht sie mit

14 Meter Tidenhub

Rekordwerte.

Mit Hilfe des Jakobsstabes und der

Peilung mit dem Auge auf Horizont

und Himmelskörper konnte

der Breitengrad, auf dem

sich das Schiff befand,

ermittelt werden.

Meeresspiegel – Kimm (Horizont)

rasch erkennen können, dass

er nicht in Indien gelandet

war. Auch die Irrfahrten des

Odys seus sind neben anderen

Gründen wohl auch Naviga ­

tionsproblemen geschuldet.

Ein entscheidender Anstoß

zur Entwicklung exakterer

Naviga tion zur See geht auf

den 22. Oktober 1707 zurück.

21 Schiffe der englischen Flotte

sind nach einem Waffengang gegen

die Franzosen auf dem Weg

nach Hause. Unter dem Kommando

von Admiral Cloudesley

Shovell kommen sie bei stürmischem

Wetter und schwerer See

vom Kurs ab. Vier Schiffe zerschellen

an der Felsküste der

Scilly-Inseln. Mehr als 1.500

Seeleute ertrinken, auch Admiral

Shovell. Um solche Katastrophen

künftig zu vermeiden, schreibt

die Regierung in London einen

Preis von zwanzigtausend Pfund

aus. Das entspricht nach heutigem

Wert etwa zwei Millionen

Euro. Erhalten sollte die Belohnung

derjenige, der eine Methode

zur verlässlichen Bestimmung

des Längengrades findet. Trotz

Mondtabellen und seetauglicher

Quadranten, dem Vorläufer

des Sextanten, war der Längengrad

auf See nur ungenau zu

bestimmen.

Was noch fehlte war ein Chronometer,

das durch Luftdruck

und Seegang nicht aus dem Takt

gebracht wurde. In jahrzehnte ­

langer Arbeit gelang dem englischen

Uhrmacher und Astronom

John Harrison dieses Kunststück.

James Cook hatte diese Uhr bei

seiner zweiten Reise von 1772–

1775 an Bord und lobte die Vorzüge

der Uhr. Sie war jedoch zu

teuer und kompliziert anzufertigen,

sodass Mondtabellen noch

Sie sehnen sich nach

einer Auszeit vom

stressigen Alltag,

nach einem Abenteuer

auf dem Wasser?

Bei Boote Mayer finden Sie alles,

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Der Mond und das Meer

lange Zeit zur Navigation auf See

verwendet wurden. Diese Tabellen

enthielten viele vorherberechnete

Monddaten in Bezug auf Erde,

Planeten, Sonne und Fixsterne. Die

Daten wurden in nautischen Jahrbüchern

tabelliert und waren wichtige

Naviga tionshilfen. Erst mit Beginn

der Industrialisierung im 19.

Jahrhundert wurde die Produktion

der Uhren rentabel und der Mond

verlor langsam seine Bedeutung als

nautisches Hilfsmittel.

Chancenlos. Bei dieser Fülle an künstlicher Beleuchtung hat

das natürliche Mondlicht seine Zeitgeberfunktion eingebüßt.

Korallenblüte. Auch das Massenlaichen vieler Steinkorallen ist an Mondphasen gekoppelt. Eier und Samen werden

in rauen Mengen abgegeben, sammeln sich an der Wasseroberfläche, und färben hier das nächtliche Meer rot.

Diese Rotfärbung ist nicht mit den „Red Tides“ zu verwechseln, die von giftigen Algen verursacht werden.

Links: Der Palolowurm aus der Gruppe der Polychaeten ist für seine spezielle Reproduktion bekannt, die sich nach Lunarzyklen richtet.

Der hintere Körperabschnitt, die epitoke Region, trennt sich vom vorderen Abschnitt des Palolowurms. Diese epitoke Region ist mit

Geschlechtszellen gefüllt und steigt zur Wasseroberfläche auf. Dort werden von den getrennt geschlechtlichen Würmern Eier und Samen

in das Wasser abgegeben. Südpazifische Insulaner wissen über die lunar gesteuerten Laichschwärme der Palolowürmer Bescheid und

fischen die Würmer, die als Delikatesse gelten, von der Wasseroberfläche ab.

Rechts: Bei Planktonblüten und nach dem Massen-Ablaichen von Korallen sind zahlreiche Konsumenten meist rasch zur Stelle.

Mantas beweiden lokale Planktonwolken besonders effizient, indem sie innerhalb der Wolken Loopings drehen.

ZEITGEBER FÜR MEERESTIERE

Schon in der Antike war bekannt,

dass sich einige Meerestiere für die

Fortpflanzung nach den Mondphasen

richten. Heute weiß man, dass

für Organismen unterschiedlicher

taxonomischer Gruppen die Mondphasen

für ihre Reproduktion ausschlaggebend

sind. Dazu gehören

Vertreter der Korallen, Würmer,

Seeigel und auch einige Korallenfisch-Arten.

Die Abgabe der Eier

und Samen in das freie Meerwasser

wird durch den Einfluss des Mondes

synchronisiert.

Das bekannteste Beispiel sind die

Laichschwärme des Palolowurms,

Palola viridis. Dieser bis knapp einen

halben Meter lange Ringelwurm

kommt in den Korallenriffen

südpazifischer Inseln vor. Er ist bodenlebend

und verwandelt zu bestimmten

Zeiten sein Hinterende in

einen mit Eiern oder Samen gefüllten

Körperabschnitt. Dieser Teil des

Körpers löst sich ab und steigt in

bestimmten Mondphasen zur Wasseroberfläche

auf, wo Samen und

Eier entlassen werden. Dieses synchrone

Massenablaichen garantiert

den Würmern hohen Reproduktionserfolg

und manchem Insulaner

einen geschätzten Leckerbissen. Der

am Boden verbleibende Vorderteil

des Wurmes regeneriert das abgetrennte

Hinterende.

Ein besonders spektakuläres Naturschauspiel

ist die sogenannte

Korallenblüte. Dabei entlassen

Steinkorallen innerhalb weniger

Nächte Milliarden von Ei-und Samenpaketen.

Die Synchronisation

erfolgt ebenfalls durch die Mondphase,

Wassertemperatur und Tageslänge

spielen wohl auch eine

Rolle. Die enorme Menge an Korallenlarven

während der Korallenblüte

ernährt viele Konsumenten,

deren Größe von kleinen Riffbewohnern

bis zu riesigen Mantas

und Walhaien reicht.

Die lunare Rhythmik vieler

Meeresorganismen ist stammesgeschichtlich

sehr alt, da sie bei

unterschiedlichen Meerestieren

ausgeprägt ist. Wahrscheinlich

wissen wir erst sehr wenig über die

Bedeutung des Mondlichts für die

Unterwasserwelt. An Land hat sich

der Begriff der nächtlichen „Lichtverschmutzung“

des Sternenhimmels

durch künstliche Lichtquellen

etabliert. Welchen Einfluss haben

wohl die Verbauung und Beleuchtung

entlang vieler Küsten auf

Meerestiere, deren Zeitgeber

das Mondlicht ist?


Literatur und Links

Zeit Geschichte, Nr.3/2019. Jagd auf den Grad, S. 64–67.

Ott, Jörg (1996). Meereskunde. Ulmer, 424 S. ISBN 3-8001-2675-3

FOTOS: REINHARD KIKINGER (2), SHUTTERSTOCK (1)

50 6/2019


Familien-Chef

NEUES FLAGGSCHIFF.

Jeanneau hat mit der Cap

Camarat 12.5 WA ein neues

Spitzenmodell seiner Walkaround-Modelle

angekündigt,

das auf der Salon Nautique in

Paris und auf der Boot in Düsseldorf

zum ersten Mal in natura

zu sehen sein wird. Motorisierung

bis 3 x 300 PS, Vmax

um die 50 Knoten, innovatives

Cockpit mit großer wandelbarer

Outdoor-Galley, ausklappbare

Sonnenterrasse, eine über die

komplette Rumpfbreite reichende

Mittelkabine und eine große

Nasszelle mit separater Dusche

klingen vielversprechend. Und

sollten dafür sorgen, dass die

Franzosen zumindest einen Fuß

in den Markt der luxuriösen,

starken Day Cruiser mit Außenbordmotor

stellen können.

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PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Salona wird elektrisch

OPTIONALER E-ANTRIEB. Mit Salona wird nun eine weitere Segelwerft etwas

grüner. Die Kroaten statten auf Wunsch die Salona 33, die Salona 35 und die

Salona 380 mit einem elektrischen Antrieb des finnischen Spezialisten Oceanvolt

aus, der für seine leichten und zuverlässigen Elektromotoren bekannt ist. Der

wartungsfreie Antrieb liefert seine 10 kW geräuschlos, emissionsfrei und fast

ohne Vibrationen an die Schraube und wird von einem 48V-DC-Lithium-Batteriesystem

mit Energie gespeist. Premiere feierte der elektrische Antrieb in diesem

Sommer auf der Salona 35, die beiden weiteren Modelle sollen bald folgen.

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YACHTCHARTER 2020

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Hilfe von oben

RETTUNGSLEITER. Unvergessen

die Szene in dem Segelfilm

„All Is Lost“, als der von Robert

Redford gespielte Einhandsegler

über Bord geht und ohne

Hilfe flink wie ein Kapuzineräffchen

am Bug wieder ins Boot

klettert. Für den Fall der Fälle

hat der französische Hersteller

Outils Océans seine Magic

Reboard konstruiert – eine

Notleiter, die am Heckkorb

oder an der Reling montiert ist,

und die sich mit einer außenbords

hängenden Reißleine

vom Wasser aus leicht öffnen

lässt.

Um die Leiter im Notfall gut

erreichen zu können, sinken

die breiten, verstärkten Stufen

durch ihr Eigengewicht ab. Auf

der entfalteten Rettungsleiter

kann dann selbst die Bordwand

Sprosse für Sprosse erklommen

werden. Ab € 166,– bei Robert

Lindemann im Online-Shop

erhältlich.

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Robert Redford schafft das auch ohne Notleiter!

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xxxxx xxxx

FOTOS: VASSIL SVECHTAROV

ocean7-Cartoonistin

Inga Beitz mit Ehe-,

Arbeits- und Segel -

partner Vassil

Svechtarov.

Keep smilin‘

Seit Ausgabe 1/2019 schmückt Karikaturistin und Langfahrtseglerin Inga Beitz mit ihren liebevoll

illustrierten Cartoons den Einstieg in unser Magazin – nun sind auch zwei Bücher erschienen.

Woher die Ideen und wie hat sie das alles an Bord (31 Fuß!) geschafft? Das verriet uns die

Künstlerin mit Humor im Interview.

Inga, du hast Grafikdesign in Rheinbach

und freie Kunst an der Akademie

der Bildenden Künste in Maastricht

studiert – wolltest du all die Zeit schon

Karikaturistin sein?

Schon als Kind habe ich sehr gerne

kleine Cartoons gemalt und später

für die Schulzeitung Illustrationen

und Cartoons gezeichnet, aber

dass ich dies dann einmal beruflich

machen könnte, war mir bis zum

Schluss nicht bewusst.

Wie bist du seglerisch

aufs Wasser gekommen?

Ganz einfach: den richtigen Mann

kennengelernt und los geht‘s. Denn

Reisen mit nur sieben Sachen habe

ich schon immer gerne gemacht,

da war der Einstieg aufs Segelboot

nicht schwer.

Dein Mann und du habt dann alles

hingeschmissen und seid mit einer

Nicholson 31, Bj. 1976, auf Weltreise?

Es gab gar nicht so viel hinzuschmeißen,

sondern vielmehr zu

entdecken. Wir sind zunächst auf

einem 100-jährigen 27-Fuß-Oldtimer

aus Holz in griechischen

Gewässern gesegelt. Haben aber

schnell gemerkt, dass diese 27 Fuß

für eine weite Reise schon allein

aus Platzmangel für Proviant und

Wasser für uns zu klein ist. So

kamen wir zu unserer Nic 31.

Ziemlich basic ausgestattet, mussten

wir sie erst mal auf Vordermann

bringen. Dafür haben wir

fast zwei Jahre im Mittelmeer, vor

allem in Griechenland, verbracht.

Mehr oder weniger segelnd, mit

vielen Nebenjobs an verschiedensten

Orten die Renovierungen finanzierend.

Denn wir – besonders

mein Mann Vassil – haben alles auf

unserem Segelboot selbst gemacht.

Die meisten deiner Karikaturen sind

während eurer Reise an Bord und auf

See entstanden, hattest du dir ein

wackelfreies Atelier eingerichtet?

Nein, wenn man mit der Rollbewegung

des Schiffes sitzt, klappt

52 6/2019


das eigentlich ganz gut, es kullern

zwar ein paar Stifte hin und her

und der Pinselwasserbecher darf

nicht zu voll sein, aber letzteres bekommt

man ziemlich schnell raus.

Dennoch gab es tatsächlich auch

schon Situationen, bei denen ich

wegen Seekrankheit das Zeichnen

unterbrechen musste (lacht).

Deine Karikaturen erheitern des Yachties

Gemüt, obwohl sie oft Situationen

aus dem Segleralltag zeigen, die gar

nicht so lustig sind. Alles in den zehn

Jahren auf See wirklich erlebt oder

alles kreativ erdacht?

In zehn Jahren passiert unterwegs

schon so einiges, ein wenig überzeichnen

– und schon wird‘s ein

Cartoon. Mein Mann ist Clown aus

Überzeugung und Leidenschaft.

Wir versuchen alles mit Humor zu

sehen, an das Gute gewöhnt man

sich schnell und es ist mit Sicherheit

besser zu Lachen, als sich zu

ernst zu nehmen.

Vieles ist während unserer Segelreise

von Deutschland bis nach

nach Tahiti selbst erlebt und so

manches, dank der vielen Akteure

auf den verschiedensten Ankerplätzen,

sozusagen by the way

beobachtet worden.

Seit 2019 seid ihr wieder zu Hause

in Deutschland, in der Zwischenzeit

sind auch schon zwei Bücher von

euch erschienen …

Ja, es sind zwei wunderschöne Bücher,

auf die wir wirklich stolz sind,

dabei herausgekommen. Beide als

kreative Menschen unterwegs, hatten

wir das Bedürfnis unsere Eindrücke,

sowohl einige der erlebten

Geschichten, als auch viele der Segler-Cartoons,

in gesammelter Form

zu veröffentlichen.

Vassils Kurzgeschichten verschiedener

Eindrücke und Begegnungen

während unserer Reise

haben wir mit Illustrationen von

mir in dem Buch „KloLektüren

unterwegs – eine etwas andere

Weltreise“ festgehalten. Eine große

Auswahl meiner Cartoons unserer

zehn Jahre unterwegs auf einem

kleinen Boot sind im Buch „Einblicke

um die Ecke – the sailor‘s every

day life looked on with a smile“ zu

finden. Zumeist nonverbal, sind

die wenigen Texte und Infos in diesem

Buch auch in die Englische

Sprache übersetzt.

Wer Interesse an unseren Werken

hat, kann diese übrigens in unserem

Etsy-Shop kaufen – einfach

auf www.etsy.de als Suchbegriff

„SturetzArtPassion“ eingeben …

Wollt ihr bald wieder hinaus aufs Meer

oder verfolgt ihr jetzt andere Ziele?

Nach zehn Jahren auf See und kleinem

Raum unterwegs haben sich

bei uns viele kreative Projekte angesammelt,

die wir zunächst an

Land verwirklichen wollen. So

auch ein Buch mit gemeinsamen

Erzählungen, Cartoons und Fotos

– dieses Mal über Sachen einer

Reise, die nicht so gerne erzählt

werden. Dafür haben wir uns ein

Jahr Zeit gelassen.

Das Reisefieber wird uns vermutlich

nie verlassen und die

Sehnsucht nach dem Meer auch

nicht, aber wie wir schon in den

vergangenen zehn Jahren immer

im Hier und Jetzt gelebt haben

und wissen, dass (Segler-)Pläne

sich sehr schnell wieder ändern

können, haben wir uns noch nicht

festgelegt. Wir träumen noch –

so wie immer.


verlost unter allen Teilnehmern drei Bücher

„Einblicke um die Ecke“. Einfach eine E-Mail mit Betreff-Zeile

„Cartoon-Buch“ an gewinnen@ocean7.at

senden und mit etwas Glück gewinnen! Einsendeschluss:

25. 11. 2019, die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären

Sie sich einverstanden,

den

-Newsletter

(jederzeit kündbar)

per E-Mail zu erhalten.

Ihre Daten werden nicht an

Dritte weitergegeben. Keine

Bar ablöse. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

Inga bei der Arbeit:

in ihrem schwimmenden

Atelier oder bei

openair-Ausstellungen

der letzten zehn

Jahre.

6/2019 53


xxxxx xxxx

Masacril, Sunbrella, Markilux, Dralon:

Tuche für die

Persenning

So unterschiedlich und fantasievoll die Markennamen, unter denen sie vertrieben werden, auch sein mögen,

allen diesen Tuchen liegt eine Faser aus Polyacrylnitril, abgekürzt PAN, zugrunde. Da Farbstoffe bereits der

Spinnflüssigkeit hinzugefügt werden, ist das Gewebe außerordentlich lichtecht und verblasst trotz permanenter

Sonneneinstrahlung und Kontakt mit Salzwasser erst gegen Ende seiner etwa zehnjährigen Lebensdauer.

Text und Fotos Anette Bengelsdorf

54 6/2019


Mit den Jahren setzt das UV-Licht der

PVC-Beschichtung von Persenningtuchen

zu und zerstört dessen Weichmacher.

Die Tuche verhärten und werden spröde.

Eine solche Persenning kann keinen

ausreichenden Schutz mehr bieten.

Bei hoher UV-Beständigkeit

und Atmungsaktivität ist

das Tuch wasserdicht

(Wassersäule > 360 mm)

und bietet darüber hinaus einen hohen

Schutz gegen UV-Strahlung.

Um diesen Tuchen so lange wie

möglich eine saubere Optik zu garantieren,

beschichtet der Hersteller

die Fasern teilweise mit Teflon, um

das Anhaften von Schmutz zu verringern.

Eine weitere Beschichtung

mit Fluorcarbon verhindert, dass

die Faser Feuchtigkeit aufnimmt

und macht sie somit resistenter gegen

Schimmel.

Um die Wasserdichtigkeit zusätzlich

zu erhöhen, gibt es Tuche, die

einseitig mit Polyurethan (PU) beschichtet

sind (Wassersäule 1.000

mm). Die Atmungsaktivität wird

dadurch nur geringfügig verringert,

jedoch wird das Tuch knickempfindlicher.

Diese Beschichtung muss

bei der Verarbeitung immer innen

liegen. Obwohl PAN resistent gegen

handelsübliche Lösungsmittel ist,

reduzieren Umwelteinflüsse, Vogelkot

und aggressives Reinigen die

positiven Eigenschaften und damit

die Lebensdauer, da sie die Ausrüstung

der Faser beschädigen. Bei

großen Persenningen kann das

hohe Gewicht der Gewebe, das mit

etwa 300 Gramm pro Quadratmeter

nicht unerheblich ist, zum Problem

werden. Für kleinere Flächen und

vor allem für Holzboote sind diese

Tuche sehr gut geeignet.

WEATHERMAX

Bereits seit einigen Jahren auf dem

Markt, erfreut sich das Gewebe zunehmender

Beliebtheit. Aus einer

spinndüsengefärbten Polyesterfaser,

vom Hersteller Satura max genannt,

hergestellt, zeichnet sich das Tuch

durch leuchtende Farben und sehr

hohe Lichtechtheit aus. Eine besondere

Webart verleiht dem Tuch eine

geriffelte Ober fläche, macht es extrem

reißfest, knickunempfindlich,

elastisch und wasserdicht.

Die Wasserdichtigkeit wird durch

eine spezielle Imprägnierung noch

weiter erhöht (Wassersäule 650

mm) und lässt das Wasser von der

Oberfläche ab perlen. Darüber hinaus

ist die Persenning vor

Verschmutzung und Schimmel

geschützt. Mit 270 Gramm pro

Quadratmeter ist Weathermax

nur wenig leichter als Acrylge-

webe, lässt sich jedoch durch die

Knickunempfindlichkeit und weiche

Struktur leichter und platzsparender

verstauen. Durch die hohe

Atmungsaktivität ist das Material

bestens für Holzboote geeignet.

OCEAN TOP LIGHT

Ein neues Gewebe der Firma DTT

besticht durch sein Gewicht. Mit

140 Gramm pro Quadratmeter

ist es federleicht und verspricht

trotzdem lange Haltbarkeit. Das

Gewebe aus spinndüsengefärbtem

Polyester ist einseitig mit Polyurethan

beschichtet und Fluorcarbon

imprägniert und garantiert eine

extrem hohe Wasserdichtigkeit

(Wassersäule > 800 mm). Es ist

lichtecht, UV-stabil und resistent

gegen Chlor, Salzwasser und Vogelkot.

Seine glatte, seidige Oberfläche

erinnert an Outdoor-Bekleidung.

Noch fehlt die nötige Langzeiterfahrung,

um eine endgültige Aussage

über die tatsächliche Lebensdauer

machen zu können.

Der schwerere Bruder, Ocean Top

premium, entspricht mit seinen Eigenschaften

der Light-Version,

wiegt jedoch 270 Gramm pro Quadratmeter

und weist auch eine höhere

Wasserdichtigkeit auf (Wassersäule

1.000 mm). Eine Ausführung

ohne PU-Beschichtung reduziert

die Wasserdichtigkeit auf 300 mm

Wassersäule. Da Ocean Top in allen

Ausführungen atmungsaktiv ist,

eignet es sich für Holzboote.

Holzboote leiden ganz

besonders, wenn sie

schutzlos der Witterung

ausgesetzt sind.

ANETTE BENGELSDORF

ist freie Journalistin,

Segelmacherin und

Seglerin mit einer

Leidenschaft für

klassische Yachten.

redaktion@ocean7.at

6/2019 55


Persenningtypen –

Winterschutz

Unter dieser Persenning kann die Yacht im Wasser

überwintern: Stamoid ist absolut wasserdicht, auch

wenn einmal Schnee darauf liegen sollte, die zahlreichen

Lufthutzen sorgen trotzdem für gute Belüftung, um Feuchtigkeit

und Schimmelbildung vorzubeugen. Ein Unterbau

im Bug- und Baumbereich sorgt dafür, dass das Tuch auch

unter Last nicht durchhängen kann und sich Wassersäcke

bilden. Die Überhänge reichen beinahe bis zur Wasseroberfläche,

so läuft Regenwasser ab, ohne schmutzige

Streifen am Rumpf zu hinterlassen und der Kunststoff ist

rundherum geschützt.

Bei Booten ohne

Reling ist die Befestigung

der Persenning

problematisch. Hier

würden Sandsäcke

helfen, damit sie nicht

nach innen rutscht.

Diese Persenning ist eigentlich für den Sommer, nicht

zum Überwintern gedacht. Mit ein paar Tricks wird sie

jedoch zum Verwandlungskünstler. Ein fester Unterbau,

der auch den fehlenden Mast und Großbaum ersetzt,

stabilisiert die Konstruktion, Wanten- und Stagauslässe

sind fest verschnürt und ein Eimer, der wie ein Zylinder

oben thront, verhindert, dass der Regen am Mastkragen

hineinlaufen kann.

Auch so wird verhindert, dass Wassersäcke die Persenning

ins Boot rutschen lassen. In gleichmäßigen Abständen

stützen Rundlatten die Persenning ab und machen sie zu

einer Art Kuchenbude.

Entweder klassische Abdeckplane gut verschnürt oder raffinierter

mit elegantem Zuschnitt und passender Masthülle

– so sind Yachten im Winter an Land gut geschützt.

Optimale Passform geht anders: Die Naht sollte dem Verlauf des Relingdrahts folgen.

Dann sitzt auch die Verstärkung für die Relingstütze am richtigen Ort.

STAMOID

Der Persenningklassiker überzeugt

bis heute überall da, wo Atmungs ­

aktivität eine untergeordnete Rolle

spielt. Für Holzboote ist er daher

eine schlechte Wahl. Das Polyestergewebe

mit Weich-PVC-Beschichtung

ist zwar 100 Prozent wasserdicht,

kann aber deshalb nicht atmen

und muss daher mit ausreichend

Durchlüftungsmöglichkeiten verarbeitet

werden. Die Oberfläche ist

lichtecht und UV-stabil und garantiert

eine lange Lebensdauer. Mit

etwa 270 Gramm pro Quadratmeter

entspricht das Gewicht dem der

Gewebe.

PLANOFIL

Das Polyestergewebe mit einer außenliegenden

Polyurethanbeschichtung

wurde ursprünglich als Planenmaterial

für die Schweizer Armee

entwickelt. Man erkennt es an seiner

transparenten Optik und der auffälligen

Gitterstruktur. Diese entsteht

durch das eingewebte Ripstop, das

der Persenning Reißfestigkeit verleiht.

Das Gewebe mit einem Flächengewicht

von 180 Gramm pro

Quadratmeter ist wasserdicht (Wassersäule

2.000 mm), farbecht, meerwasser-

und ver rottungsbeständig.

Das Tuch hat eine lange Lebensdauer

und seine Fluorcarbonbeschichtung

macht es zudem unempfindlich gegen

Verschmutzung. Wie Stamoid ist

es jedoch nicht atmungsaktiv.

WIE MAN PERSENNINGE

RICHTIG PFLEGT

Moose, Flechten, Algen, Verdauungsprodukte

von fliegenden und

krabbelnden Tieren mögen Zeichen

einer intakten Umwelt sein. Auf der

Persenning wirkt ein solcher Mik rokosmos

eher ungepflegt. Zudem

schädigt besonders Vogelkot die

schmutz- und wasserabweisende

Ausrüstung. Um diese nicht an der

Arbeit zu hindern, sollte man dem

wertvollen Stück gelegentlich zu

einem Wohlfühlbad verhelfen. Loser

Schmutz muss vorher ab gebürstet

56 6/2019


Sommerpersenninge

Eine Ganzpersenning, die Deck und Aufbau schützt und gut zu montieren

ist: Der Überhang reicht nur bis zum unteren Relingdraht, teilt. Die einzelnen Teile werden dadurch leichter und sind

Ganzpersenninge großer Yachten werden am besten dreige-

sorgt so für optimale Durchlüftung und verhindert Hitzestau. einfacher zu stauen und zu montieren.

Diese Ganzpersenning spart das Bimini- Top aus. Dieses ist

separat mit einer eigenen Hülle geschützt.

Bei dieser Persenning ist das Bimini integriert. Eine Herausforderung

für den Persenningmacher.

Cockpitpersenninge reichen meist vom Mast bis zum Heck und

schützen so die wichtigsten Bereiche. Mit einem Mastkragen

ist auch das Großsegel geschützt, sollte einmal die Baumpersenning

nicht montiert sein. Bei Regen kann man bequem

darunter sitzen, denn sie bietet ausreichend Luft und Licht.

Cockpitpersenninge kommen auch ohne Mastkragen aus. Dann

müssen sie mit einer Leine oder einem Gurtband am Mast fixiert

werden. Baumpersenninge oder Bergesysteme sind in diesem

Fall Pflicht.

Zwei in einer: Lässt man den Bugteil weg, kann

man den Rest als Cockpitpersenning verwenden.

Bei Sportbooten und Klassikern ohne Reling und

entsprechender Fußleiste kann die Persenning

nur mit Sandsäcken fixiert werden. Das funktioniert

bis zu einer bestimmten Windstärke.

Nachteilig ist das höhere Gewicht.

Fenster mit Gitternetz sorgen für Licht und

Durchzug.

Panoramafenster garantieren

Aussicht bei einem verregneten

Frühstück auf den Hafen.

werden. Mit einer Waschlauge aus

Wasser mit Feinwaschmittel oder

Spülmittel wird die Persenning

anschließend mit einer weichen

Bürste massiert, sodass die Lauge

richtig ins Gewebe eindringen

kann. Einwirken lassen, dann mit

klarem Wasser abspülen, bis der

letzte Rest von Seife verschwunden

ist. Dann an der Luft trocknen. Für

hartnäckige Flecken und Schimmel

hält der Fachhandel Reinigungspräparate

mit Chlor bereit. Mit

diesen Produkten sollte jedoch

sehr sparsam und vorsichtig umgegangen

werden.

Da Chlorverbindungen die mit

der Reinigung der Abwässer beauftragten

Mikroorganismen vernichten,

schädigen sie die Umwelt,

wenn sie ins Abwasser gelangen.

Und nicht alle Materialien und Textilien

vertragen Chlor. So können

Flecken entstehen oder Oberflächen

dauerhaft geschädigt werden. Bei

Menschen reizen die Dämpfe oft

die Schleimhäute. Gerötete Augen,

Hustenreiz und eine juckende, laufende

Nase sind die Folge.

Dabei ist Chlor im Kampf gegen

Schimmel äußerst effizient. Die

Chemikalie zerstört die Zellwände

der Pilze und rottet sie nachhaltig

aus. Da sie radikal auch das Myzel

abtötet, wächst dort lange kein Pilz

mehr nach.

6/2019 57


Tuche für die Persenning

Motorboot-Persenninge

Dieses Motorboot ist optimal geschützt. Doch ohne geeigneten

Unterbau wird sich im Bugbereich ein Wassersack

bilden.

Bei dieser Ganzpersenning kommt kein Wassersack auf:

Durch das starke Gefälle kann das Regenwasser problemlos

zum Bug hin ablaufen.

Raffiniert gelöst: Trotz integrierter Reling bietet die

Persenning im Bugbereich ausreichend Gefälle.

Allrounder unter den Motorbootpersenningen: Bei geringem

Packmaß ist die leichte Abdeckung schnell montiert,

alle Klampen sind von außen zugänglich und sie eignet

sich auch gut zum Trailern. Die Befestigung erfolgt durch

Druckknöpfe. Während Scheiben und Cockpit geschützt

sind, bleibt der Rumpf dem Wetter ausgesetzt. Um einen

Wassersack zu vermeiden, benötigt die Persenning einen

Unterbau. Die einfachste Lösung ist ein eingearbeiteter

Kunststoffteller, in den eine Teleskopstange gesteckt

wird, der wie eine Zeltstange das Tuch nach oben abstützt.

Wer Zeit und Arbeit sparen möchte,

sollte die Persenning weder mit

dem Hochdruckreiniger noch mit

dem Dampfstrahler misshandeln, sie

auch nicht der Waschmaschine noch

der Schnellreinigung um die Ecke anvertrauen,

sondern höchstens auf Anbieter

zurückgreifen,die auf die Reinigung

von Segeln und Persenningen

spezialisiert sind. Tempera turen über

30 Grad, Knautschen und Walken lassen

das Material schrumpfen und die

Plane spannt anschließend wie der

Hosenbund nach Weihnachten.

„ … nicht mit

Hochdruckreiniger

oder Dampfstrahler

misshandeln …“

Herkömmliche chemische Reinigung

löst zudem die Ausrüstung

aus dem Tuch. Es wird lappig und

wasserdicht war einmal. Nur eine

Spezialreinigung bringt nach dem

Reinigungsprozess eine neue Imprägnierung

auf.

Doch in allen Fällen kann es passieren,

und besonders beim Einsatz von

Chlor, dass die Persenning aus allen

Nähten fällt. Gerade bei älteren Modellen,

die mit baumwollumsponnenen

Garnen genäht wurden, quittiert

das ohnehin UV-geschädigte Material

nach dem Waschen den Dienst und

Nähte müssen vom Segel- oder Persenningmacher

nachgenäht werden.

Auch eventuell eingenähte Fenster

reagieren nicht unbedingt wie gewünscht.

Sind sie älteren Semesters

und der Weich macher im PVC ohnehin

schon verdampft, können sie sich

braun verfärben und werden anschließend

besser ausgetauscht. Doch

nicht nur auf den Vollwaschgang,

auch auf Kälte reagieren die Klarsichtteile

empfindlich. Bei Temperaturen

unter 15 Grad ist die Fensterfolie hart

und lässt sich nicht dehnen. Wird bei

solchen Temperaturen die Persenning

montiert, kann es deshalb zu Problemen

kommen.

STAMOID, PLANOFIL UND ANDERE

PVC-BESCHICHTETE TUCHE

Auch hier gilt: Waschmaschine,

Hochdruckreiniger und Dampfstrahler

sind keine Option. Und anders als

bei den oben genannten Geweben

darf hier auch keinesfalls chlorhaltiger

Reiniger zum Einsatz kommen, da

dieser die Oberflächenstruktur beschädigt

und das Tuch somit schneller

altert und verschmutzt. Scheuermittel

und Topfreiniger sind ebenfalls tabu.

Am besten reinigt man Stamoid mit

einem weichen Tuch und einer

Waschlauge aus Spülmittel oder Feinwaschmittel,

die man komplett abspülen

muss. Chemische Reinigung führt

hingegen zum sicheren Tod.

Der beste Zeitpunkt zum Reinigen

einer Persenning ist definitiv im

Herbst. So kann sie sauber und vor allem

trocken eingelagert werden. Offene

Nähte werden im Winter repariert

und unerfreuliche Stress situationen

im Frühjahr bleiben Bootsbesitzern

und Handwerkern gleichermaßen

erspart.


Da kommen schnell einige Kilo zusammen. Nicht selten

bohren sich so die Relingstützen durch das Tuch.

Sind gewebte

Persenningtuche

in diesem Zustand,

bieten sie nur noch

eingeschränkte Wasserdichtigkeit

und

die Imprägnierung

hat den Kampf gegen

Mikro-Organismen

bereits aufgegeben.

58 6/2019


FOTO: FRIEDRICH JANSENBERGER/MESSE TULLN

Power up!

Ist der Herbst einmal da, ist die Boot Tulln nicht mehr weit. Wir haben bei Messeleiter

Thomas Diglas angeklopft und vorab schon einmal erfahren: Die Range der gezeigten

Motorboote und -yachten ab 30 Fuß wird 2020 alles Bisherige in den Schatten stellen.

THOMAS DIGLAS

Messeleiter der Austrian

Boat Show – Boot Tulln.

Das Ende der Wassersport ­

saison ist für uns im Allgemeinen

der Startschuss für

die intensive Vorbereitungsphase auf

die Boot Tulln 2020. Marktsondierungen,

Gespräche mit Ausstellern

über Neuheiten – alles mit dem Ziel,

auch 2020 ein einzigartiges Angebot

für alle Wassersportler anzubieten:

Yachten, Jollen, alles rund um den

Tauchsport, Bootsausrüstungen,

maritime Dienstleistungen und Infos

zu den schönsten Urlaubsdestinationen.Das

macht die Austrian

Boat Show in Tulln einzigartig und

somit zur bedeutendsten Fachmesse

für Zentral- und Osteuropa.

Bei Motoryachten und -booten

im Speziellen ist jetzt schon klar,

dass man sich auf ein Feuerwerk an

Österreich-Premieren freuen darf.

Sealine auf der Boot Tulln.

Das Motoryachten-Angebot ab 30

Fuß wird einen imposant-kompletten

Marktüberblick bieten:

Absolute Navetta 47 Fly –

Baotić Yachting

En absolutes Highlight der Austrian

Boat Show: die Absolute Navetta 47

Fly – absoluter Komfort und absolute

Flexibilität auf höchstem Niveau!

Kenner schätzen die italienische

Werft für ihre herausragende handwerkliche

Qualität, ihre innovativen

Ideen und tollen Visionen.

Motoryachten Bavaria S40 und

Bavaria S29 – Boote Riedl

Österreichs Importeur für Motoryachten

präsentiert die zwei Schönheiten.

Bei der S-Linie hat sich Bavaria

auf die Details fokussiert, die den

Spaß beim Motoryachting ausmachen:

sehr sportliches, aber gleichzeitig

sicheres und wirtschaftliches

Fahren sowie überragender Komfort

auf und unter Deck.

Cranchi T36 – TopYacht

Die neue Cranchi Crossover T 36

kombiniert das Raumangebot und

die Funktionalität eines Trawlers mit

dem Fahrspaß eines Sportcruisers,

ohne Abstriche beim Komfort.

Ausgezeichnet als „European

Powerboat of the Year 2019“ in der

Klasse 35–45 Fuß.

Benetau Gran Turismo 40 u. 32 –

Yacht-Center Mannheim

Die GranTurismo 40 ist eine Neuinterpretation

des Sportcruiser-Konzepts

und steht für Eleganz, Qualität

und Emotionen. Sie spannt einen

wunderbaren Bogen zwischen ihrem

klar sportlichen Charakter und den

Funktionalitäten, die das Leben an

Bord einfach luxuriös machen.

Galeon 420 Fly – Atal Yachting

Die Galeon 420 Fly bietet eines der

geräumigsten und gut gestalteten Interieurs

seiner Klasse. Das atemberaubende

Äußere folgt den neuesten

Designtrends, die außergewöhnliche

Flybridge ist mit Grill und Kühlschrank

ausgestattet.

Sealine 390 u. 330 –

Yacht-Center Mannheim

Auf der Sealine C390 ist die Faszination

der Cruiser-Serie in einer perfekt

ausbalancierten Größe zu erleben.

Erlesenen Bordluxus genießen

– auch bei 34 kn Top-Speed.

è www.messe-tulln.at

5. bis 8. März 2020

Cranchi T36 Absolute Navetta 47 Fly Galeon 420 Fly

Beneteau 40 GT

6/2019 59


The Austrian Ocean Race Project

Sisi goes the

Nach der feierlichen Bootstaufe und dem stimmigen Auftakt bei der Barcolana in Triest ist die

österreichische VO 65 fit für den Regatta-Reigen, der sie ab Malta bis nach Antigua führen wird.

Mit Option für Abenteurer, an der einen oder anderen Regatta an Bord der Sisi anzuheuern.

Text Tahsin Özen | Fotos Dominik Matesa, Candidate Sailing

Ob Julian Kircher wusste,

worauf er sich einließ,

als er stellvertretend für

sein Team im August den

„Kaufvertrag“ für die VO 65 unterschrieb?

„Natürlich entscheidet

man so etwas nicht zwischen Tür

und Angel, aber nachdem ich auf

dieser Yacht bereits Regatta-Luft

der Königsklasse geschnuppert hatte,

war das Ziel für mich klar. Und

ich bin stolz, dass ich mit Michael

Menard von Blue-2 und Dieter

Schneider von Candidate Sailing

gleich vom Start weg zwei tolle

Sponsoren für das von mir ins

Leben gerufene „The Austrian

Ocean Race Project“ gewinnen

konnte“, so der Teamleiter.

Nach der Überstellung von Lissabon

in die Marina Portopiccolo

in Triest war auch ein neuer Name

für die ehemalige „Vestas“ schnell

gefunden: „Sisi ist die Österreicherin

der Herzen, überall auf der

Welt“, sagt Michael Menard nicht

nur als Sponsor, sondern auch als

langjähriger Freund von Julian

Kircher. Dass der Name historisch

gesehen sehr eng mit der Oberen

Adria verbunden ist, weiß auch

Giorgio Martin, Direktor des Yacht

Club & Marina Portopiccolo. „Wir

freuen uns, dass Sisi bei uns in

Triest einen würdigen Heimathafen

gefunden hat“, sagt er und verweist

„ Einen Ocean

Racer hat man

nicht alle Tage.“

Julian Kircher,

The Austrian Ocean Race Project

60 6/2019


World

mit Stolz auf den jährlich in Eigenregie

veranstalteten Portopiccolo

Maxi Race und auf die Tatsache,

dass der eigene Yachtclub die Barcolana

bereits zwei Mal in Folge

gewonnen hat. Mit der Teilnahme

2019 an dieser Regatta – der größten

überhaupt – eröffnete sich für

Sisi die ganze Welt.

KLOTZEN, NICHT KLECKERN

Weitere Stationen sind neben dem

Rolex Middle Sea Race beispielsweise

das RORC Transatlantic Race

oder die Antigua Sailing Week.

Auch der Überstellungskalender

auf der Homepage des Austrian

Race Project kann sich sehen lassen.

Noch dieses Jahr geht es z. B.

über 3.250 Seemeilen von Grenada

nach Lissabon, die Strecke von den

Azoren nach San Remo im Mai

2020 schlägt sich mit rund 2.000

Meilen zu Buche.

„Einen Ocean Racer hat man

nicht alle Tage, darum halten wir

einige wenige Plätze für Abenteurer

bereit, die schon immer einmal

davon geträumt haben, auf einer

VO 65 mitzusegeln“, sagt Julian

Kircher. „Annäherungsschwierigkeiten

sind so gut wie ausgeschlossen,

da viele bekannte Gesichter

aus der österreichischen Seglerszene

das junge, professionelle und

perfekt eingespielte Team stellen.

Das allgemeine ,Betriebsklima‘ an

Bord ist auch bei großer Fahrt bestimmt,

aber freundlich“, bestätigt

Julian Kircher.

FOTO: GERNOT WEILER

„ Sisi ist die

Österreicherin

der Herzen.“

Michael Menard,

Blue-2 The Sailing Academy

Alle zusammen verbindet natürlich

das eine ultimative Ziel des

The Austrian Race Project: die

Teilnahme am Ocean Race 2021–

2022. „Wir wollen klotzen, nicht

kleckern“, sagt Julian Kircher. Die

Suche nach einem Hauptsponsor

läuft, die Regatta-Leistungen der

nächsten Monate könnte dabei

durchaus hilfreich sein.

Wir drücken jedenfalls die Daumen

und werden laufend über die

verschiedenen Stationen des österreichischen

Ocean Racers Sisi

berichten.


FOTO: CARLONI-RASPAR/YCPP

„Ein tolles

österreichisches

Team, jung und

smart.“

Giorgio Martin,

Yacht Club & Marina Portopiccolo

The Austrian Race Project

Gegründet von Mastermind Julian Kircher, hat sich das Syndikat rund um The Austrian

Ocean Race Project das große Ziel gesetzt, mit der im Sommer 2019 gekauften VO 65

„Sisi“ beim Ocean Race 2021–2022 an den Start zu gehen. Das Team im Bild: Hinten von

links nach rechts: Manfred Pumsleitner, Konstantin Kobale, Martin Dittrich, Oliver Kobale

und Maja Siegenthaler. Vorne von links nach rechts: Julian Kircher, Linda Fahrni, Gaby

Rust (Organisation), Anna Luschan, Stephany Sigott (Organisation) und Julia Graber. Nicht

im Bild, aber ebenfalls Teil des Segelteams: Raphael Hussl, Gerwin Jansen. Alle Infos,

Termine und Teilnahmemöglichkeiten online:

è www.ocean-racing.at

6/2019 61


Bavaria C50 Style

Eines muss man dem alten

Bavaria-Managment lassen:

Mit der Wahl von Maurizio

Cossutti hatten sie ein

sicheres Entscheidungshändchen

bewiesen. Deutsches Engineering

und italienisches Design – das kann

sich sehen lassen und kommt gut

an. Trotz dem hohen Freibord sieht

die Bavaria C50 sportlich und dynamisch

aus, genauso als hätten

Cossutti & Co. den eher rundlichen

Bavaria-Formen eine gesunde Diät,

Multivitamine plus ein Abo im Fitnesscenter

verpasst. Knackig kantig,

aber ohne extrem zu wirken, spricht

das neue C-Yachtdesign eine klare

Sprache.

Der flache Aufbau lässt die recht

hohe Yacht trotzdem schlank und

schnell erscheinen. „Bella barca“,

meinen die Angestellten an der

Diesel-Tankstelle und sie haben

recht. Strahlende Mittelmeersonne

und ligurisches Meeresblau geben

da den passenden Rahmen ab.

Als wir die Segel setzen ist der

Wind noch ein Windchen. Rollgross

(aus dem Mast) und Selbstwendefock,

beide von Elvström,

sind nicht gerade das, was wir bei

diesen Verhältnissen wünschen

würden. Doch die Bavaria C50

macht das Beste aus der verfügbaren

Dacronfläche und bringt rasch

Bewegung ins Spiel.

62 6/2019


Vitamin C

Bavaria Yachtbau geriet letztes Jahr in die Schlagzeilen, als ein neuer Investor gefunden

werden musste. Jetzt schreiben die Giebelstädter wieder positive Head lines: Mit der neuen

C-Linie sind sie in aller Munde. war eingeladen, sich im Golf von Genua ein Bild

der neuen Bavaria C50 zu machen. Ein Segelreport von Lavagna nach Portofino und zurück.

Text Stefan Detjen | Fotos Werft

DOLCE FAR NIENTE

Erst gegen Mittag steigert sich der

Thermikwind langsam auf acht bis

neun Knoten, da rauschen wir auch

schon locker mit über fünf Knoten

durchs Wasser. Am Karbonsteuer

herrscht die Leichtigkeit des Steuerns,

etwas mehr Ruderdruck als

Rückmeldung wäre hilfreich, doch

bei diesen Bedingungen illusorisch.

Wenden und Halsen, alles kann der

Steuermann alleine machen – mit

einer kleinen Hilfe der elektrischen

Winschen. Das gemütliche Dahinsegeln

verleitet geradezu zum Dolce

far niente, aber wir sind ja zum

Testen da.

Als wir den knallblauen Gennaker

setzen, werden die sportlichen

Instinkte geweckt. Trotz dem breiten

Heck kommt die C50 mit einem

Ruder aus und das macht seinen

Job tadellos, auch wenn wir etwas

krängen. Als positiv bewerte ich die

Tatsache, dass sich die Yacht nicht

übertrieben auf ihre Rumpfkante

legt und Lage schiebt.

Bei den trendigen Racern mit

Doppelruder meistens eine akzeptierte

Tatsache, die jedoch den

Komfort und das Bewegen auf

und unter Deck ziemlich mühsam

macht. Da verzichte ich doch lieber

auf eine verlängerte Wasserlinie,

um dafür ohne Verrenkungen unter

Deck zu gelangen.

6/2019 63


Bavaria C50 Style

Dacron-Segel von

Elvström sind Standard,

Karbonrigg, Tiefkiel und

Elvström-Performance-

Segel sportliche Optionen.

„ Der Thermikwind steigert sich auf acht bis neun Knoten, da rauschen

wir auch schon locker mit über fünf Knoten durchs Wasser.“

DOLCE VITA

Sie können es einfach, die italienischen

Yachtdesigner. Unter Deck

geht es stilvoll zu und her, hier

möchte man sein, da möchte man

bleiben. Das helle Interieur kontrastiert

schön mit dem dunkleren

Boden, wo die vielen Bodenfächer

mit ihren Grifflöchern durchaus

als Gestaltungselement zum coolen

Loftcharakter beitragen.

Absolut funktional der Küchenteil,

den Kühlschrank gibt es gleich

zweifach und erst noch zum Ausziehen,

flankiert von einer Kühlhaltebox.

Über dem dreiflammigen

Herd sorgt ein ausziehbarer

Dampfabzug dafür, dass die Luft

rein bleibt. Ein eigenes Weinfach

erhöht den Lifestyle-Faktor um

ein paar angenehme Pluspunkte.

Die Eignerkabine mit inliegendem

Bad ist eine moderne Suite, sogar

mit kleinem Arbeitsplatz (oder

Schminktisch – je nachdem, wer

zuerst da ist).

Auch das Bad hat gute Chancen,

von fraulicher Seite wohlwollend

bewertet zu werden. Viel Platz, abgetrennter

Duschteil, Holzroste am

Boden – Italian Style meets nordischen

Sauna-Look. Das Bad beim

Niedergang punktet ebenfalls mit

der gleichen Coolness im WC/

Dusch-Teil, gleich zwei Türen gewähren

hier Zugang. Absoluter

Hingucker ist jedoch die Achterkabine

an Backbord: Schluss mit

Schlafengehen auf allen Vieren,

hier führt ein Gang ums Bett und

erlaubt eignergemäßes Zubettgehen.

Die Steuerbordkabine

verzichtet auf den Gang, trumpft

dafür aber mit einem eigenen WC

auf. Von den Achterkabinen geben

große Inspektionsluken guten Zugang

zum Motorraum.

Gestylte Jalousien und elegante

Leselampen (mit drei Lichtvariationen:

weiß, rot, blau) sorgen

in den Kabinen und im Salon für

schöne Designakzente. Kleiner

Gag: jede Leselampe hat unten

einen (nicht sichtbaren) USB­

Anschluss.

VIVA LA FAMIGLIA

Unsere Testyacht ist eine Eignerversion

aus der Style-Linie. Der

neue Besitzer hat sein Schiff unge­

64 6/2019


sehen, also nur vom Prospekt her

geordert, das spricht für das volle

Vertrauen in seinen Händler und

für die Marke Bavaria. Es sei nicht

seine erste Bavaria, erzählt mir der

frisch gebackene Eigner, der sich

bereits auf die Übergabe freut.

Ich reime mir ein Identikit des

Eigners zusammen: Einer der weiß,

was er will und oft mit der Familie

unterwegs ist. Vielleicht sogar mit

Freunden, Anhang und Verwandtschaft?

Wenn es darauf ankommt,

wird der Skipper seine neue Bavaria

auch schon mal ganz alleine

Bavaria C50 Style

Länge ü. a.

15,89 m

Länge Rumpf

14,99 m

Länge Wasserlinie

14,44 m

Gesamtbreite

5,00 m

Tiefgang Standard

2,30 m

Option Flachkiel

1,85 m

Option Tiefkiel

2,70 m

Leergewicht (ca.)

15.490 kg

Ballast (ca.)

4.500 kg

Motor Standard

Yanmar 4JH80 80 PS

Treibstofftank

250 l

Wassertank

650 l

Segelfläche 135 m²

Großsegel 73/76 m²

Masthöhe über WL

23,25 m

Preis exkl. Ust. ab € 296.500,–

Preis Version Holiday ab € 284.000,–

Händler: Yachten Meltl, D-83233 Bernau am Chiemsee

Kontakt: Mike Klemm, Tel. +49 (0)8051/96 553-0

è www.yachten-meltl.de

Gegen den Uhrzeigersinn:

Der Gennaker? In

Bavaria-Blau! Juhuu,

freie Bahn in die Achterkojen

auf Backbord!

Einer Suite gleich die

Eignerkabine. Loft-

Feeling im Salon. Holzroste

im Bad: Italian

Style meets nordischen

Sauna-Look.

6/2019 65


Bavaria C50 Style

Openair-Kochstelle –

Insider sagen „Wetbar“.

Zwei Kühlschränke,

der eine ausziehbar.

segeln, damit jeder sieht, wer hier

der Einhand-Boss ist.

Dann male ich mir aus, wie die

vielköpfige Crew auf den flachen

Decks das Sonnenbaden genießt.

Auch auf der XXL-Badeplattform

sollte es kein Gedränge geben, der

Zugang ist so komfortabel, dass

ruhig auch einmal die Schwiegermutter

hinabsteigen kann, wenn

das Dingi aus seiner Tendergarage

zu Wasser gelassen wurde und es

Richtung Strand geht. Vielleicht

wird sie später an der Openair-

Kochstelle („Wetbar“ sagen In sider)

etwas auf die Teller zaubern und

jeder sucht währenddessen seinen

Lieblingsplatz zum Chillen auf. Im

Cockpit leuchten nach Sonnenuntergang

ganz diskret die Courtesy-

Lichter – ein bisschen Show darf

durchaus sein.

FORZA BAVARIA

Trotz allem Designschönsein wird

deutlich, dass im Studio Cossutti

die Segler sitzen. Die beiden Cockpit-Tische

verfügen über solide

Handläufe, das Schott vom Niedergang

verschwindet in der Versenkung,

ein Handlauf an der Decke

quer durch den Salon bietet Halt

auch bei ruppiger See. Wie gut das

Unterwasserschiff gezeichnet ist

beweist die Fahrt unter Motor (80

PS!): bei 2.000 Touren sind wir 6,3

Knoten schnell. Wer auch beim Segeln

schneller sein möchte, bestellt

aus der Optionsliste den Tiefkiel,

Karbonrigg und investiert in Performance-Segel

von Elvström.

Auch der Bugspriet kann in

markanter schwarzer Ausführung

geordert werden – so lässt sich der

Gennaker strömungstechnisch

besser anschlagen.

MULTIVITAMINA

Dürfen es vielleicht auch noch

zwei Karbonsteuerräder sein?

Damit wäre der sportliche Look

auch optisch perfekt. Cruisen

und Racen, das alles ist mit der

clever konzipierten Yacht möglich

– natürlich immer mit Stil. Vitamin

B (wie Bavaria) kombiniert mit

Vitamin C (Cossutti) und D

(Design) erweist sich als leistungssteigernde

Kombination, egal,

ob in der Holiday- oder in der

Style-Ausführung.


„Die perfekte Yacht für

uneingeschränkten Segelspaß

mit höchstem Komfort.“

Manuela Meltl, GF Yachten Meltl

Mit der Wahl des italienischen Designers Maurizio Cossutti

hat Bavaria ein sicheres Entscheidungshändchen bewiesen.

66 6/2019


We are Bavaria

Text

und Fotos

Tahsin Özen

Letztes Jahr noch auf Investorensuche, heuer wieder voll im Geschäft:

Der Betrieb in Giebelstadt läuft auf Hochtouren, die Jobs der rund

500 Mitarbeiter sind gesichert.Wir haben uns vor Ort umgeschaut.

Die stille Vorortidylle rund

um die Bavariastraße 1

täuscht. Hat man erst einmal

die administrativen

Räumlichkeiten verlassen und das

Tor in die Werkshallen dahinter

geöffnet, wuselt es wie beim Weihnachtsmann

vor Heilig Abend am

Nordpol: Es wird gesägt, geschleift,

gehämmert und gebohrt, dass sich

die Bootsplanken biegen.

Etwas ruhiger wird es am Ende

der Produktionskette, wo die fertigen

Yachten nach Software-unterstützten

Qualitäts- und Funktionstests

„verschifft“ werden.

Rund 350 Segel- und Motoryachten

konnten im ersten Geschäftsjahr

unter der neuen Führung die

erlauchten Hallen verlassen, im

nächsten sollen es bereits 450 sein.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen,

will man auch möglichst alles

wieder im Haus machen, also

„Made in Giebelstadt, made in

Germany“. Um mögliche Schwachstellen

auszumerzen, ist dem CEO

Michael Müller die Nähe zu den

Mitarbeitern wichtig: „Sie fertigen

jede einzelne Yacht in Handarbeit,

sie wissen also am besten, wo wir

uns noch verbessern können“, sagt

Michael Müller.

HEIMSPIEL

Nicht zuletzt leisten die rund

500 Mitarbeiter ihren Beitrag auch

im Rahmen eines neuen und flexibleren

Arbeitszeitmodells. Während

der Hochsaison wird fleißig

„ Unsere rund 500 Mitarbeiter

fertigen jede einzelne Yacht

in Handarbeit.“

Michael Müller, CEO Bavaria Yachtbau GmbH

gewerkelt, die angesammelten

Überstunden können dann in den

weniger arbeitsintensiven Sommermonaten

abgebaut werden.

Für Abwechslung ist vorerst gesorgt,

will man doch zur boot in

Düsseldorf mit einer neuen Motorund

einer neuen Segelyacht (beides

Weltpremieren) wieder ein ganz

kräftiges Lebenszeichen von sich

geben: „We are Bavaria!“

è www.bavariayachts.com

Arbeitsalltag in der

Bavariastraße 1 in

Giebelstadt.

6/2019 67


Sonne im Her

Jeanneau NC 37

Mit ihren großen Fensterflächen,

dem barrierefreien

Übergang vom Salon

zum Cockpit, den breiten

Gangways und einer feinen Badeplattform

ist die NC 37 wie geschaffen

für Familienurlaube an sonnigen

Gestaden. Schade nur, dass der für

Cannes zuständige Wettergott an

dem Testtag der internationalen

Presse gar nicht gut drauf war und

für Regen, Wind und viel Welle

sorgte. Was zum Testen eines Bootes

aber durchaus Vorteile haben kann,

doch davon später.

Regen und Kälte scheuchen uns

zunächst einmal in die großzügig geschnittene

und mit zwei Heizungen

zu je 5,5 kW ausgestattete Kabine,

die wie erwähnt (das ist eines der

Merkmale von Jeanneaus NC-Reihe)

vom Cockpit bis zum Abgang zu den

Kojen ohne Stufen auskommt. Backbordseitig

befindet sich eine gemütliche

Sitzecke mit einem höhenverstellbaren

Tisch, an dem locker

bis zu acht Personen Platz finden.

68 6/2019


Mit der neuen NC 37 hat Jeanneau

ein attraktives Motorboot in dem

umkämpften Segment der familien -

tauglichen Mittelklasse positioniert.

Kluge Detaillösungen, ein flexibles

Raumangebot und eine tolle Rundum -

sicht sorgen an Bord für gute Laune,

die selbst das unerquickliche Wetter

während des Best of Boats Awards-

Tests an der französischen Riviera

nicht trüben konnte.

Text Bernd Hofstätter

Fotos Jeanneau, Bernd Hofstätter

zen

Gegenüber liegt eine gut ausgestattete

Pantry mit Gasherd, Backrohr

und Kühlschrank, die durch

ein hochklappbares Fenster auch

als kleine Bar in Stehhöhe zum

Cockpit genützt werden kann.

Weiter vorne auf der Backbordseite

findet man den Steuerstand, der

mit einem großem Raymarine­

Axiom-12-Zoll-Display und einer

Joysticksteuerung, die Hafenmanöver

zum Kinderspiel macht,

top ausgestattet ist.

Besonders zu erwähnen ist die

große Glastür neben dem Steuerstand,

die bei Anlegemanövern

schnellen Zutritt auf das Gangbord

ermöglicht, um einen noch besseren

Überblick zu haben. Wie überhaupt

die Rundumsicht sehr gut

ist. Das Glasdach bringt viel zusätzliches

Licht in die Kabine, lässt

sich aber auch gut mit Jalousien

abdunkeln, die den Innenraum

vor Hitze schützen. Aus Glas ist

natürlich auch die neu konzipierte

Hecktür, die sich geöffnet parallel

6/2019 69


Jeanneau NC 37

Das Familienboot sieht man der

sehr sportlichen NC 37 kaum an.

zur Seitenwand fixieren lässt und

so für ein noch größeres Raumgefühl

sorgt.

TISCHLEIN KLAPP DICH

Im mit Teakboden ausgelegten

Cockpit glänzt die NC 37 mit ausgeklügelten

Detaillösungen. So

kann zum Beispiel die L-förmige

Sitzbank nach achtern verschoben

werden, entweder um mehr Platz

im Cockpit zu haben oder den

Tisch auf doppelte Größe auszuklappen.

Weiters läßt sich die Bank

durch die umklappbaren Lehnen

und Auflagepolster zur XXL-Liegefläche

für Sonnenanbeter umgestalten.

Unter der Sitzfläche eröffnet

sich viel Stauraum in den

Backs kisten. Viel Freiraum gewährt

hingegen die Badeplattform, auf

Der Designer sagt modular und

meint damit, dass die Sitzbank eine

Sitzbank sein kann …,

… aber auch eine Sonnenliege

im XXL-Format.

der ein Dingi bequem Platz finden

könnte. Über beide Gangways

gelangt man zum Bug der NC 37,

wo drei Sonnenliegen zum Relaxen

einladen. Nimmt man die mittlere

Polsterung weg, so wird der darunterliegenden

Bugkabine durch das

Glasfenster noch mehr Licht zu ­

geführt.

Jeanneau hat das Boot als Wohnung

am Meer mit Terrasse konzipiert.

Der Schlafbereich unter Deck

bestärkt diesen Eindruck, sieht er

doch nach großzügiger Ferienwohnung

aus – wenn man mit vier Personen

unterwegs ist. Es lassen sich

aber auch bis zu acht Personen unterbringen,

dann wird es aber freilich

etwas eng.

Zwei Kojen befinden sich in der

mit viel Stauraum ausgestatteten

„ Der Rumpf pflügt sich stabil durch die Wellen, die enorme Power

hilft hier wesentlich mit, dass der Fahrspaß nicht zu kurz kommt.“

70 6/2019


Eignerkabine, zwei in der hinteren

Gästekabine. Zwei weitere im gegenüberliegenden

Technik-/Stauraum,

der optional als zusätzliche

Kabine genutzt werden kann, sowie

zwei im Salon, in dem durch das

Absenken des Tisches Platz für eine

Doppelkoje geschaffen werden

kann. Ein wohldimensioniertes Bad

mit getrennter elektrischer Toilette

runden das Wohnambiente ab.

SICHERES FAHRVERGNÜGEN

Jetzt aber raus aus der Komfortzone,

rein in die windgepeitschten

Wellen vor der französischen Riviera.

Unser Testboot wurde mit

zwei Volvo-Penta-D4-Motoren zu

je 260 PS (ab 2020 je 270 PS) an ­

getrieben. Das ist viel Power für

ein gemütliches Familienboot, ob

da der von Michael Peters Yacht

Design entworfene Rumpf mithalten

kann? Die Antwort gibt uns

wenig später die kabbelige See vor

Cannes – und sie lautet: Ja! Der

Rumpf pflügt sich stabil durch die

Wellen, die enorme Power hilft

hier wesentlich mit, dass der Fahrspaß

nicht zu kurz kommt. Auch

enge Kurven nimmt die NC 37

unter diesen Bedingungen mit

Bravour, sodass man an Bord

immer ein sicheres Gefühl hat.

Das gut ausbalancierte Fahrverhalten

setzt sich beim wilden Ritt

über die Wellen fort, auch wenn

wir die Spitzengeschwindigkeit von

29,4 Knoten wetterbedingt nicht

erreichen, ist zu erahnen, welcher

Wolf im Schafspelz hier steckt.

BEST FOR FAMILY FINALIST

Alles in allem steht sonnigen Familienausflügen

mit der NC 37 nach

dem regnerischen Testtagen nichts

im Wege. Jeanneau hat ein Boot

abgeliefert, das viel Platz auf hohem

Qualitätsniveau bietet. Das

angenehme Ambiente an Bord in

Kombination mit den tollen Fahrleistungen

wird wohl alle an Bord

sehr zufriedenstellen, wenn auch

jeden auf seine Art. Die Nomina ­

tion zum Best of Boats-Award 2019

dürfen wir als einer der 17 europaweiten

Juroren bestätigen und als

berechtigt bestätigen.


Jeanneau NC 37

Länge ü. a.

Marschfahrt / Verbrauch Testboot

Breite

Gewicht

11,47 m

23 kn / 3,4 l

3,59 m

6.533 kg

Motor Volvo Penta D3 oder D4,


2 x 220 oder 2 x 270 PS

Dieseltank

Wassertank

650 l

300 l

Kabinen (6-Kojen-Version) 3

Preis inkl. USt. mit 2 x 220 PS ab € 304.839,–

mit 2 x 270 PS ab € 320.395,–

Händler: Boote Mayer, 4040 Linz, Tel. +43 664 3409786

è www.bootemayer.at

Sitzen, liegen, leben vom

Aller feinsten: Wenn der

Steuerstand nicht wäre,

könnte man fast glauben,

in einer besonders vif ausgestatteten

Ferienwohnung

zu sein.

6/2019 71


Segelbundesliga

Alles Liga!

Segelbundesliga ist Segeln ganz und gar dem Zeitgeist entsprechend. Die Boote

werden vom Veranstalter gestellt, die Teams „reisen mit dem Handkoffer“ an

und im Mittelpunkt stehen die Clubs.

Text Roland Regnemer | Foto Fairplayfoto/Markus Kreiner

Von Ende April bis

Ende Oktober wurden

mit den Sunbeam

22.1 insgesamt 15

Regatten im Liga-Modus

gesegelt.

Wer an der Segelbundesliga

teilnimmt, der braucht

kein eigenes Boot. Er muss

nicht mit dem kaputten Gennaker

zum Segelmacher und durch die

Konzentration der Liga-Events rund

um die Sommermonate sowie die

kurzen, äußerst intensiven Rennen

knapp unter Land, reichten zumeist

Short und Shirt als Bekleidung.

Dabei segeln Rust gegen Bregenz

und Mattsee gegen die Wörtherseer

oder der Attersee gegen den Traunsee,

entsprechend viel Platz gibt es

als Identifikationsfläche und für

Emotionalität. Dazu können pro Regatta

sechs Segler gemeldet werden,

vier müssen aufs Schiff, gewechselt

werden kann nach jedem Rennen.

Die Österreichische Segelbundesliga

absolvierte heuer die insgesamt

fünfte Saison, es war die längste der

bisherigen Ligageschichte. Und es

war wieder eine ausnehmend spannende.

Vom Start beim Summer

Opening in Neusiedl Anfang Mai

dauerte es bis Mitte September, bis

zum dritten Mal der Pokal nach

Vorarlberg geholt wurde.

Erstmals in den Yachtclub Hard,

quasi in die Nachbarschaft des

zweimaligen Meisters aus Bregenz.

„Wir haben die konstanteste Serie

das ganze Jahr über hingelegt.

Kaum Aus rutscher in einzelnen

Rennen und konnten auf zwei

gleich starke Besetzungen innerhalb

des Teams bauen. Das war

unser Erfolgs geheimnis für heuer“,

resümierte Laurenz Grabher vom

Yachtclub Hard strahlend, mit

Sekt und Ligapokal in der Hand.

Zwar ohne Sieg an einem der vier

Liga-Wochenenden, aber zwei Mal

am Stockerl und zwei vierte Plätze

als „schlechteste“ Ergebnisse reichten

zu einem souveränen ersten

Titelgewinn für die junge Truppe

vom Bodensee. Die Titelträger vom

Vorjahr, der Union Yachtclub Wolfgangsee,

starteten schwach in die

Saison, legten aber mit Platz zwei im

Juli am Achensee sowie dem Sieg

beim Liga-Finale am Mattsee Mitte

September eine fulminante zweite

Saisonhälfte hin und sicherte sich

schlussendlich noch Bronze. Für die

zweitplatzierten Tiroler vom SCT­

WV war es der insgesamt vierte

Stockerl platz in fünf Saisonen, allein

eine Goldmedaille fehlt noch in der

Sammlung des Teams vom Achensee.

An der kommenden Saison wird

bereits hinter den Kulissen eifrigst

gefeilt, im Raum steht auch eine

Liga-EM im Jahr 2021 am Neusiedler

See. Wie weit diese Form des

Segelns auch in Österreich schon

angekommen ist, zeigt der Blick

zurück auf den Saisonkalender:

Zwischen Ende April und Ende

Oktober wurden mit den Sunbeam

22.1 der Liga insgesamt 15 Regatten

in dem Format abgehalten. Von

der Jugend- und Damenliga über

regionale Events bis hin zur Bundesliga

selbst. Mit Sicherheit werden

es nächstes Jahr nicht weniger,

Die Top Five der Saison 2019

1 Yachtclub Hard (YCH)

2 SCTWV Achensee

3 Union Yachtclub Wolfgangsee

4 Burgenländischer Yacht Club

5 Union Yachtclub Wörthersee

72 6/2019


FOTO: AMORY ROSS/NYYC AMERICAN MAGIC

Beeindruckende 75 Fuß beim ersten Ausflug!

Die Nummer eins?

FLUGSCHULE. Ja, sie fliegen –

wirklich! Es zog sich hin, Zweifel

bei Fans und Fachleuten.

Doch Mitte September war

es letztlich soweit. Während

Emirates Team New Zealand

als erstes America‘s Cup-Team

seinen ersten, nach den neuen

Regeln gebauten AC75-Rumpf

im Rahmen der Bootstaufe der

Öffentlichkeit präsentierte, legten

die Amerikaner kurz darauf

nach: Bewegte Bilder der

fliegenden American Magic!

Schaut prächtig aus, funktioniert

zumindest einmal im

Trainingsmodus schon beeindruckend.

Abzuwarten bleibt,

wie sich die Dinger bei leichterem

Wind segeln lassen.

Und wie und ob es zu den Cuptypischen

Duellen in Match Race-Manier

kommen wird.

è www.americascup.com

PANORAMA

Sportmeldungen national/international

Top drei?

OLYMPISCHES SEGELN.

Japan war für das 49er-Segelteam

Benjamin Bildstein und

David Hussl definitiv eine

Reise wert. Sie holten bei

den Pre-Olympics und beim

Weltcupauftakt in Enoshima

jeweils die Plätze vier und

zwei. Die 49er-Jungs präsentierten

sich im Olympiarevier

von Tokio 2020 mit

Abstand am stärksten von

der rot-weiß-roten Flotte.

Es bleibt aktuell – noch – ein

Wermutstropfen: es fehlt das

Olympiaticket! Während im

470er Bargehr/Mähr dieses

bei der WM in Japan noch

vor den beiden anderen

Events verpassten, haben

Bildstein/Hussl diese Prüfung

noch vor sich. Ende

November stehen die Titelkämpfe

in Neuseeland auf

dem Programm. Dort geht

es ums Ganze, will man in

Tokio um Medaillen segeln.

è www.segelverband.at

Die „Silbernen“ 49er –

Benjamin Bildstein/David Hussl

holen Platz zwei beim Weltcupauftakt

in Enoshima, Japan.

FOTO: SAILING ENERGY/WORLD SAILING

FOTOS: CARTER/PWA

Der Oberösterreicher

Marco Lang surft beim

Weltcup in Dänemark

auf Platz 5!

Top Ten?

WINDSURFEN. Durchbruch in Dänemark

– Österreichs Parade-Windsurfer

Marco Lang hatte sowieso

schon eine wirklich starke Comeback-Saison

bis dato hingelegt. Mit

Platz fünf beim Weltcup in Dänemark

kam er endgültig – wieder – in

der Weltspitze an. Im Gesamtklassement

bedeutete dies den 11. Zwischenrang,

auf das große Saisonziel,

die Top Ten, fehlt eine kleine Windböe.

Am Ende der Saison stehen

noch die zwei „Lieblingsevents“ in

Sylt (Sieg 2017!) und Numea in Neukaledonia

am Programm. Geht da

noch ein Stockerlplatz?

è www.pwaworldtour.com

„ Hoffen und

gewinnen,

verlieren und

resignieren, das

ist die steigende

und fallende

Welle des

Lebens.“

August Pauly (1850–1914),

deutscher Naturwissenschaftler

und Philosoph.

6/2019 73


YACHT CLUB AUSTRIA

News November/Dezember 2019

FOTO: SHUTTERSTOCK

Montego Bay, Jamaikas Hotspot

im Nordwesten der Karibik-Insel.

YCA-MITGLIEDER BERICHTEN

Jamaika: Törn der

etwas anderen Art

Aufgrund unseres doch schon etwas fortgeschrittenen Alters hatten meine Partnerin

Maria und ich diesen Weg gewählt, um so die karibischen Traumziele der von uns

beneideten Weltumsegler hautnah kennenzulernen.

Text Klaus Czap, YCA-Ehrencommodore | Fotos Maria Reiter

Von München sind es 14 Flugstunden

nach Jamaika und stammten aus dem Orinoco-Delta

Einwohner von „Xaymaca“ die Taino

dann noch 30 Minuten bis zu (Venezuela). Als Kolumbus 1494 die

unserem Schiff in Montego Bay. Das Insel entdeckte, lebten hier mehr als

Schiff? Ja, das Schiff ist nämlich diesmal

ein ganz großes, ein klimaneutra­

betrieben Landwirtschaft und Fische­

100.000 Taino in Großfamilien. Sie

ler, umweltfreundlicher Kreuzfahrer. rei und bauten große Segelkanus, auf

295 m Länge ü. a., 36 m Breite ü. a., denen mehr als 30 Personen Platz

8 m Tiefgang und dieselelektrischen fanden. Mit der Ankunft der Spanier

Antrieb für bis zu 23 Knoten Fahrt. hatte das glückliche Dasein aber ein

Zwei Wochen sollte uns diese jähes Ende.

schwimmende Stadt zu den schönsten

Plätzen von Mittelamerika brinoberten,

waren die Ureinwohner be­

Als 1655 die Briten die Insel ergen.

Dank vieler Tagesausflüge besuchten

wir auf diese Weise u. a. war gekennzeichnet von Sklaverei

reits ausgestorben. Die Ära der Briten

Cozumel in Mexiko, Belize City, und Unterdrückung der farbigen Bevölkerung.

Mehrere Sklavenaufstände

Roatan in Honduras, Puerto Limon

in Costa Rica, Colon mit Panama- führten schließlich zur Befriedung

Kanal, Cartagena in Kolumbien und und zur Beendigung der Sklaverei.

Santo Domingo in der Dominikanischen

Republik.

Resort in der Runaway Bay reichlich

Zunächst machten wir in einem

Nach traumhaften 3.357 Seemeilen Gebrauch vom Faulenzen am Palmenstrand,

Katamaran-Segeln und

landeten wir wieder auf Jamaika, um

diese Insel und ihre Bewohner besser Schwimmen. Überall ertönte Reggaekennenzulernen.

Sepp Höllerer segelt mit Die seiner ursprünglichen

Aislinn, einer Bavaria 39 Cruiser, Musik. rund Am 14 Wochen Abend im gab Jahr. es jeden Tag

Musik und Tanzvorführungen. Unsere

Tagesausflüge mit den Sportkats

der Basis führten uns bis in die

Hauptstadt Kingston und auch ins

Landesinnere nach Nine Miles, den

Geburtsort von Bob Marley.

Urwälder und Berge, tropische

Vögel wie Kolibris und Papageien

sowie anderes Getier, Wasserfälle

und Flusslandschaften zeigten uns

ein Bild der Insel, das uns immer

in Erinnerung bleiben wird. Ich

kaufte mir ein T-Shirt mit dem

Konterfei von Bob Marley,

welches mir überall Tür und

Tor öffnete.

„Jamaika – no problem“ –

Marleys Musik ist allgegenwärtig

und er selbst wird

noch immer wie ein Gott

verehrt. Die Jamaikaner sind

grundsätzlich ein sehr freundliches

Volk und stehen dem

Tourismus sehr positiv gegenüber.

Sport ist hier eine

74 6/2019


YCA-Service

und -Leistungen

Marley-Museum in Kingston.

Lebenseinstellung. Usain Bolt, der

schnellste Sprinter der Welt, ist ein

Jamaikaner.

Auch die Religion spielt hier eine

Rolle. Neben den bekannten Religionen

gibt es noch Voodoo und

Rastafari. Rastafaris erkennt man an

den langen Zöpfen, sogenannten

Dreadlocks, und der Strickhaube in

den Landesfarben. Sie rauchen gerne

Marihuana, behördlich erlaubt ist,

was im eigenen Garten wächst.

Rastafaris rauchen gerne Marihuana.

Die Zeit verging viel zu schnell und

irgendwie hatten wir uns an dieses

leichte Leben gewöhnt. Ein gut gelaunter,

weil eingerauchter Taxifahrer

brachte uns zum Flughafen.

Aus meinen Kopfhörern ertönte

„Buffalo Soldier“ und unter uns entschwand

die Küste Jamaikas. Wir sind

von dieser Insel und seinen Bewohnern

begeistert und werden eines

Tages wiederkommen – vielleicht

sogar mit dem eigenen Schiff.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Wir bauen laufend unser Netzwerk zu

starken Partnern aus. Damit können wir

unseren YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen Bereichen anbieten

– wie auch auf unserer Homepage

è www.yca.at ersichtlich:

Marinas: Sondertarif Tagesliegeplätze.

Italien: Marina Certosa (Venedig). Kroatien:

Marina Vrsar, Marina Funtana, Marina

Punat, Marina Frapa und Marina Rogoznica,

Dubrovnik.

Charter: Müller Yachtcharter, Phoenix

Yachting, Offshore Boote (Kroatien), Bav

Adria Charter (Kroatien), My SeaTime

Yachtcharter d.o.o. (Kroatien), Ionian

Charter (Griechenland).

Service: ocean7 Magazin, Seahelp

GmbH, Seemannsladen.at.

Versicherung: Pantaenius

YCA-Stützpunkte: Marina Vrsar, Marina

Funtana, Marina Punat, Marina Frapa,

Ionian Charter.

Interessierten Sponsoren und Partnern

bieten wir gerne attraktive Kooperationsformen

und Möglichkeiten für eine

erfolgreiche Zusammenarbeit an! Auf

Ihre Anfragen und Vor schläge an unser

Marketing-Team freuen wir uns:

è marketing@yca.at

Next generation: Die

YCA Jugend Sail Day-Tour

Text und Fotos Philipp und Matthias Eckerstorfer

Am 30. Juni machte die „Jugend

Sail Day on Tour 2019

Halt am Attersee in Oberösterreich.

Zehn junge Interessenten

erhielten einen Einblick in die Segelwelt.

Mit den zwei Club-Lasern

Enya und Helena und der Clubyacht

Isabell wurde der Attersee unsicher

gemacht. Der Vormittag startete

eher ruhiger mit 1 bis 2 Windstärken.

Das nutzten wir, um uns

bei den anstehenden 36 °C im erfrischen

den Attersee abzukühlen.

Nach einer kurzen Pause zu Mittag

erwachte der Wind und wir

konnten die Segel setzen. Kentern

mit dem Laser, Wenden mit der

Isabell und das An- und Ablegen

wurden fleißig geübt. Jeder packte

eifrig mit an und die Flaute vom

Vormittag war schnell vergessen.

Nach rund 30 Sonnencremeschichten

und noch mehr Manövern endete

ein erfolgreicher, lehrreicher

und lustiger Tag am Attersee.

Vom Attersee ging es am 13. Juli

weiter zum Thalersee bei Graz, ans

„Meer der Wiener“, zum Neusiedler

See ins Burgenland am 27. Juli,

zum Wörthersee nach Kärnten

am 24. August und zum Abschluss

zurück wieder an den Attersee.

Wolltest du auch schon immer

Segeln ausprobieren? Wer unsere

Jugend Sail Day Tour 2019 verpasst

hat, hat nächstes Jahr erneut die

Gelegenheit, an einem unserer

Binnensee-Jugendtermine teilzunehmen.

Wir freuen uns schon

jetzt auf deine Anmeldung!

Mit Laser unterwegs auf dem Attersee.

6/2019 75


YACHT CLUB AUSTRIA

News November/Dezember 2019

YCA-CLUBLEBEN

Toller Regatta-Erfolg

Bei der größten Yardstick-Regatta Österreichs, der LDC 2019, auf dem Attersee konnte sich Gerhard

Hutsteiner im Spitzenfeld platzieren. Wie es ihm und seiner Crew in diesen vier Regattastunden ergangen

ist, schildert seine Tochter Ruth, die mit ihrer Schwester Ina als Vorschoterin vollen Einsatz zeigte.

Text Ruth Hutsteiner | Fotos Irene Schanda, Gert Schmidleitner

Punkt zehn Uhr fällt der Startschuss,

traditionell seit der

ersten Regatta 1984. Langsam

schieben sich 80 Boote über

die Startlinie und wir – UFO 22,

AUT 70, Papa Gerhard, Schwester

Ina und ich – mittendrin. Ganz

links außen schnell freigesegelt

schlängeln wir uns durch Windlöcher

und Wind aus allen Richtungen

zum Süden des Sees und

umrunden als siebentes Boot die

Tonne. Juhu!

Kurze Freude über das Zwischenergebnis.

Dann wieder volle Konzentration.

Das Wind-Roulette geht

weiter. Während der Wind auffrischt,

geht plötzlich doch der Gennaker?

Mist, er ist auf der falschen

Seite. „Falsch setzen und gleich vorne

rüberwerfen? Nein, lieber die Sicherheitsvariante

– umhängen“, lautet

die Entscheidung. Immerhin

sind Ina und ich den ersten Tag in

der Saison an Bord: Wir haben das

Fall falsch montiert.

Es überholt der aktuelle UFO-

22-Europameister mit den liebevollen

Worten: „Jo, wos mocht‘s denn?“

Das fragen wir uns auch. Den Geni

nun richtig angeschlagen geht es

weiter. Der Wind wird immer stärker

und zeigt eine GPS-Bootspeed

von zwölf Knoten. Schnell alle nach

hinten rutschen in den „Motorboot ­

modus“. Die Wind-Roulettescheibe

wird wieder an gestoßen, Wind

kommt nun aus West bis Nordwest

und pendelt hin und her.

Wir umrunden als 15., hurra,

immer noch vorne dabei. Windböen

um die 20 Knoten. Ina und

ich hängen in der Reling, strecken

Füße, Hand und Kopf so weit es

geht hinaus. Beim Zielschiff vorbei,

eine Runde noch: dann endlich ab

durchs Ziel!

Am Abend Segleressen und Siegerehrung

unter freiem Himmel,

das Ergebnis wird in gestürzter

Reihenfolge vorgelesen. Die besten

Aus- & Weiterbildung November/Dezember

8. November Klagenfurt FB2-Theorie-Weekendkurs

9. November Izola, Slowenien (4 Tage) FB4-Prüfungstörn

9. November Graz FB3-Theorie-Weekendkurs

22. November Graz FB2+3-Theorie-Prüfung

7. Dezember Linz FB2-Theorie-Prüfung

7. Dezember Wien FB2-Theorie Prüfung

14. Dezember Salzburg FB2-Theorie-Prüfung

15. Dezember Klagenfurt FB2-Theorie-Prüfung

è www.yca.at/vereinonline

40, die besten 30, die besten 20 –

da kommen wir jetzt, nein?

Als Fünfte insgesamt und zweitschnellstes

Sportboot werden wir

vor die Sponsorenwand gebeten.

Die Kinnlade rutscht kurz hinunter

und formt sich dann zu einem breiten

Grinsen. Ein toller Segeltag!

Oben: Startschuss zur

Long Distance Challenge

LDC 2019. Unten

links: Gerhard und Ina

Hutsteiner mit UFO 22

am Wind. Unten rechts:

Siegerehrung für

Gerhard, Ina und Ruth

Hutsteiner.

76 6/2019


YCA-FOTOWETTBEWERB

Die Gewinner auf einen Klick

Die Entscheidung der YCA-Jury, die mit Hingabe mehr als 100 großartige Bilder

gesichtet und die zehn Finalisten ermittelt hat, ist letztlich absolut nicht leicht

gefallen – hier die drei Siegerfotos.

1. PLATZ:

„3 SAILING BUDDHAS“

Ein witzig-originelles Foto von

DI Maša Ružička-Horvatić. Mirno

More-Gründer Christian Winkler:

„Wir waren mit einer Charteryacht von

Split nach Albanien unterwegs, um für

Vorträge Film- und Fotoma terial sowie

Infos zu sammeln. Vier Crewmitglieder

haben mich begleitet, nämlich die

drei „Buddhas“ und DI Maša Ružička-

Horvatić als Hobby-Fotografin. In der

Bristani-Bucht kam ich mit Maša von

einer Foto motiv-Kletterei zum Strand

zurück. Da bot sich dieses Bild und

Maša drückte geistesgegenwärtig ab.“

2. PLATZ: „SEEMANNSCHAFT

IM SEGELSPORT“

Nostalgie pur – Foto von Harald

Neumayer: „Segelausbildung auf

schwedisch: Ein historischer Segelverein

bildet seine Mitglieder auf diesem

wundervoll restaurierten Holzschoner

in den Schären aus.“

3. PLATZ:

„BLITZ AM NACHTHIMMEL“

Technisch einfach perfekt – Foto von

Josef Höller: „Es war in einer weitläufigen

Bucht in den Kornaten, in die wir

rechtzeitig vor der Gewitterfront geflüchtet

sind und wo wir abends die

Blitze beobachtet haben. Mit mehreren

Fotoapparaten. Dass wir dabei einen

Blitz direkt ablichten konnten, war

natürlich reiner Zufall!“

Echt nautisch

Wer spannende „Törn“-Momente und

tolle „nautische“ Schlüsselerlebnisse

mit unseren Leserinnen und Lesern

teilen möchte, sendet uns Bilder und

Texte bitte unter Betreff „Echt nautisch“

an: è marketing@yca.at

YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Christian Schifter

+43(0)1 7109222

cschifter@pantaenius.com

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Fritz Abl

+43(0)664 2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43/(0)676 86643046

mike.hecker@yca.at

CREW JUGEND

Jugendbeauftragter

Matthias Eckerstorfer

+43(0)650 5583470

matthias.eckerstorfer@gmail.com

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43 (0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

6/2019 77


SAIL AUSTRIA

News November/Dezember 2019

FOTO: SHUTTERSTOCK

In kaum einer Sportart spielt das Wetter eine so

zentrale Rolle wie beim Segeln. Jede Seglerin und

jeder Segler weiß, dass folgende drei Winde vor -

wiegend auftreten: zu viel Wind, zu wenig Wind

oder Wind aus der falschen Richtung …

Text Bernhard R. Fischer

Das Wetter:

Freund oder Feind?

Insbesondere „zu viel Wind“ kann

ordentlich Stress auslösen und

den Urlaub zu alles anderem als

einen entspannten Segeltörn machen.

Die Ungewissheit darüber, ob

„viel Wind“ kommt und wie viel es

tatsächlich sein wird, nagt an einem.

Soll man besser in den Hafen fahren,

oder ist der auserwählte Ankerplatz

sicher? Was tun, wenn doch

mehr Wind kommen sollte? Fragen,

die sich jede Schiffsführerin und

jeder Schiffsführer schon stellte.

Segeln ist ein Sport, der in der

Natur stattfindet, man wird die Fragen

rund um die Wettervorhersage

und die damit verbundenen persönlichen

Zweifel nie vollständig beseitigen

können. Dennoch kann man

viel tun, um eine gewisse Sicherheit

zu bekommen.

WAS IST SCHLECHTES WETTER?

Die Begriffe „schlechtes Wetter“

und „viel Wind“ sind sehr subjektiv.

Was für den einen zu viel ist, ist für

den anderen gerade richtig und bedeutet

Spaß. Der Unterschied liegt

meistens an der seefahrerischen Erfahrung,

am persönlichen Können

und somit am Selbstvertrauen. Das

sollte einem bewusst sein, denn das

bedeutet, dass „die Angst vor dem

Wetter“ mit jedem Tag, an dem

man unterwegs ist und somit seine

Erfahrung und sein Fähigkeiten

verbessert, geringer wird.

Zum anderen muss man gerade

in der heutigen Zeit, wo die weltweite

Kommunikation so einfach

geworden ist, kein Meteorologiestudium

absolviert haben, um zu

vernünftigen Wetterprognosen zu

kommen, insbesondere bei Fahrten

in küstennahen Gebieten.

Wichtig ist, dass man die richtigen

Wetterinformationen abrufen

und Wettervorhersagen und Daten

der Wetter-Apps richtig interpretieren

kann. Wer geübt ist, kombiniert

folgende drei Quellen miteinander,

um zu einer fundierten Entscheidung

über den weiteren Törnverlauf

zu kommen: einen Seewetterbericht

in Textform, eine Bodenanalysekarte

und Grib-Daten in Form einer

modernen Wetter-App.

Geschriebene Seewetterberichte

sinnerfassend lesen zu können erfordert

erfahrungsgemäß einiges an

Übung, sie wirken auf manchen abschreckend

theoretisch. Ich kann

dennoch empfehlen, täglich einen

lokalen Seewetterbericht zu lesen,

denn die Übung kommt mit der

Zeit. Und wenn in der Überschrift

vor Böen mit 60 Knoten gewarnt

wird, darf man dann nicht überrascht

sein, wenn es etwas windig

wird. Die Interpretation von Bodendruckkarten

erfordert einiges an

Hintergrundwissen, dennoch ist es

kein Hexenwerk und kann in praktischen

Kursen erlernt werden.

WETTER-APPS SIND SEHR

EINFACH ZU VERSTEHEN!

Am einfachsten zu verstehen sind

Wetter-Apps, die es für Smartphones

und Tablets zur Genüge gibt.

Ein paar Dinge gilt es zu beachten:

Das Wetter macht nicht die Wetter-App,

sondern es stehen dahinter

sog. Wettermodelle. Das sind Vorhersageberechnungen,

die mithilfe

komplexer mathematischer Zusammenhänge

versuchen, aus der

Vergangenheit auf den zukünftigen

Ablauf zu schließen.

Es gibt heute verschiedene solcher

Modelle, die verschieden gut sind.

Leider sind nicht alle Modelle frei

verfügbar. Ein sehr weit verbreitetes,

freies Modell ist das sog. GFS (Global

Forecast System). Dieses ist allerdings,

verglichen mit anderen,

78 6/2019


modernen Modellen, nicht das

Beste. Ein sehr gutes Modell

und teilweise frei ist das ECM­

WF (European Center for Medium-range

Weather Forecasts).

Ein wichtiges Auswahlkriterium

für eine Wetter-App ist daher

das zugrundeliegende Wettermodell,

d. h. ganz konkret

sollte man in der App erkennen,

welches Modell (idealerweise

ECMWF) verwendet wird und

wann die Daten zuletzt aktualisiert

wurden. Macht eine Wetter-App

dazu keine Angaben,

ist davon auszugehen, dass es

sich um GFS-Daten handelt,

weshalb davon eher abzuraten

ist. windy.com (im Browser

oder als App fürs Smartphone

verfügbar) verwendet das

ECMWF-Modell und ist mein

persönlicher Favorit für die

küstennahe Verwendung.

WIE BENUTZT MAN EINE

WETTER-APP RICHTIG?

Wetter ist eine „große Sache“,

daher ist die in der App dargestellte

Animation aus entsprechender

Entfernung, d. h. im

richtigen Maßstab, zu betrachten.

Die Möglichkeit, bis in jede

Bucht hineinzoomen zu können

ist irreführend, denn so genau

ist die Berechnung bei weitem

nicht! Beim ECMWF beträgt

der Raster 9 km, man sollte

den Kartenausschnitt am

Display daher nicht kleiner als

1° mal 1° machen.

Die Berechnung in die Zukunft

wird auch mit jedem Tag

ungenauer. Man kann davon

ausgehen, dass die Berechnung

für die nächsten drei Tage ziemlich

genau stimmen wird, die

nächsten fünf Tage die ungefähre

Tendenz vorgeben, aber alles

darüber hinaus ist mit äußerster

Vorsicht zu genießen, auch

wenn die Apps erlauben, so

weit in die Zukunft zu blicken.

Der Wind ist i. d. R. die Standardanzeige

und stellt den

durchschnittlich zu erwartenden

Wind dar. Man kann sich

aber noch eine ganze Menge

anderer Dinge anzeigen lassen,

von denen man insbesondere

folgende beachten sollte: die

Böigkeit (wind gusts) zeigt

Windspitzen an, die in gewissen

Gebieten auftreten können, Regen-

und Gewitterwahrscheinlichkeit

(rain and thunder), der

Bewölkungsgrad (clouds) und

die Wellenhöhe (waves).

Beachtet man alle Daten für

die nächsten zwei bis drei Tage,

ergibt sich ein recht gutes Bild,

wie sich das Wetter zeigen wird.

Damit sollte man in der Lage

sein, passende Entscheidungen

treffen, auch ohne die klassischen

Bodendruckkarten interpretieren

zu müssen.

Ist man dennoch unsicher,

sollte man sich nicht scheuen,

einen externen Berater zuzuziehen.

Zum einen hat man evtl.

jemanden im Bekanntenkreis,

den man um Hilfe in schwierigen

Wettersituationen bitten

kann. Zum anderen gibt es Unternehmen,

die professionelle

SAIL AUSTRIA

VEREIN ZUR FÖRDERUNG DES SEGELSPORTES

Lagerstraße 1–5, 2103 Langenzersdorf, +43(0)664/88254204, office@sailaustria.at

www.sailaustria.at

OBMANN

Alexander Bayr

PRÜFUNGSREFERENT

Bernhard Fischer

STV. OBMANN

Klemens Bayr

MEDIENREFERENT

Richard Gansterer

Die Wetter-App windy.com basiert auf dem professionellen ECMWF-Wettermodell.

Wettervorhersagen und Wetterrouting

für Segeltörns als Dienstleistung anbieten

(z. B. wetterwelt.de).

Bernhard Fischer und b3onWater

bieten im Winter Kurse mit dem Titel

„Wetter für Segler“ an, in dem die Interpretation

von Wettervorhersagen,

Bodendruckkarten und Wetter-Apps

im Vordergrund stehen.

Hautnah das Wetter auf den Balearen studieren:

FB2- und FB3-Ausbildungen von b3onWater

4.–18. April 2020 Modul A+B Mallorca

18. April–2. Mai 2020 Modul A+B Mallorca

2.–16. Mai 2020 Modul A+B Mallorca

16.–30. Mai 2020 Modul A+B Mallorca

4.–11. April 2020 FB3-50 h-Törn inkl. Theorieprüfung Mallorca

11.–18. April 2020 FB3-50 h-Törn inkl. Theorieprüfung Mallorca

è b3-onwater.at

Palmetshofer

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Der Ausrüster für Langfahrtsegler

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M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTSVERBAND ÖSTERREICH

News November/Dezember 2019

Weltmeister im

Jetski-Fahren

Kevin Reiterer, mehrfacher Weltmeister im Jetski-Fahren,

sicherte sich in Pöchlarn (Bezirk Melk) den Sieg.

Text Hans Lux | Fotos Kevin Reiterer

Für den 26-jährigen war der

Bewerb in Pöchlarn praktisch

ein Heimsieg, da er auf

dem Schottersee seine Karriere begonnen

hatte und die Verhältnisse

in Pöchlarn damals sein Sprungbrett

in die Weltspitze gefördert

haben.

Reiterer, der seit Jahren der beste

Jetski-Fahrer der Welt ist und aufgrund

seiner mehrfachen Weltmeistertitel

zu den erfolgreichsten

Sportlern Niederösterreichs zählt,

lebt seinen Traum.

Normalerweise werden die großen

Bewerbe der Jetski-Fahrer in

China, Dubai und den USA auf

dem offenen Meer ausgetragen.

UNTERWEGS MIT 200 PS

Die Jetski, die bei diesen Rennen

zum Einsatz kommen, sind ca. 200

kg schwer und mit einem 200-PS-

Motor ausgerüstet, mit dem sie

schneller auf 100 km/h beschleunigen

können als ein Ferrari.

„Wir haben vier bis sechs g in der

Kurve, 20 Kurven pro Runde. Das

heißt, es kommt schon einiges am

Rücken an, auch die Beine und die

Knie sind am Maximum und im

Extrembereich“, sagt der amtierende

Jetski-Weltmeister. Er muss daher

auch jede Woche hart trainieren,

um entsprechend körperlich fit zu

sein, damit er den relativ dichten

Rennkalender bewältigen kann.

Kevin Reiterer nach dem

Heimsieg in Pöchlarn.

Vier bis sechs g-Kräfte wirken

in der Kurve auf den Körper.

80 6/2019


Antifouling

Info von MYCD

Das deutsche Umwelt-

Bundesamt hat zwei

Broschüren herausgebracht,

die die Verwendung von

Antifouling behandeln.

Dies ist sicher auch für uns

ein Thema für die Zukunft,

daher werden die Broschüren

auf der Homepage des

MSVÖ zu finden sein.

Neuauflage

Antifouling im Wassersport

Leitlinien für eine

gesundheits- und umweltverträgliche

Verwendung

Info von Viadonau

Aufgrund der Änderung der WVO hat

die Viadonau eine neue Auflage der

Informationsbroschüren „Ruderboote

und Schleusen“ bzw. „Sportboote und

Schleusen“ erstellt. Die Broschüren

enthalten nützliche Informationen für

Ru derer/Sportbootfahrer auf der öster ­

rei chischen Donau beim Passieren der

Schleusen. Die Broschüren sind beim

MSVÖ erhältlich oder

können als

PDF heruntergeladen

werden:

è www.doris.bmvit.

gv.at/services/

sportboot-schleusen/

Ruderboote &

Schleusen

Sportboot &

Schleusen

Motorbootsport und

Seefahrts Verband Österreich

Forchheimergasse 34/118, 1230 Wien

Tel. 01/6094440

msvoe@msvoe.at

www.msvoe.at

Nachrichten für die

Schifffahrt der OSB

BAGGERUNGEN

Melk, Fluss Donau, Strom-km 2044.0 bis

2058.1 – Beschränkungen bis 19. Dezember

2019, Mo 7.20–17.30 Uhr, Di–Do

7–17.30 Uhr, Fr 7–15 Uhr: Sog und Wellenschlag

vermeiden und besondere Vorsicht im

ganzen Bereich.

Krems, Fluss Donau, Strom-km 1999.4 bis

2003.1 – Beschränkungen bis 20. Dezember

2019, täglich 6–20 Uhr: Besondere Vorsicht

und Sog und Wellenschlag vermeiden

im ganzen Bereich.

BAUARBEITEN

Fluss Donau, Strom-km 2132.4 bis

2136.1 – Beschränkungen bis 31. Dezember

2019: Besondere Vorsicht, Begegnungsverbot

für Verbände in der Bergfahrt und

für Verbände in der Talfahrt, Sog und Wellenschlag

vermeiden, Überholverbot für Verbände

in der Talfahrt und für Verbände

in der Bergfahrt.

Voest-Brücke (Linz), Donau-km

2133.5 – Beschränkung: Durchfahrtsbreite

höchstens 81 m im ganzen Bereich.

Neue Donaubrücke Linz – NDL, Donau-km

2133.8 Beschränkung: Durchfahrtsbreite

höchstens 80 m im ganzen Bereich.

Zusätzliche Meldepflicht über UKW-

Kanal 10, für Bergfahrer bei Strom-km

2132,4, für Talfahrer bei Strom-km 2136,1.

Ergänzende Informationen: http://nts.doris.bmvit.gv.at/Download?attachement=

2006000510000000083

Fluss Donau, Strom-km 2126.7 bis

2128.7 – Beschränkungen bis 31. Dezember

2019: Begegnungsverbot, Überholverbot,

Sog und Wellenschlag und besondere Vorsicht

im ganzen Bereich. Zusätzliche Meldepflicht

über UKW 10.

Ergänzende Informationen: http://nts.doris.bmvit.gv.at/Download?attachement=

2006000510000000063.

Fluss Donau, Strom-km 2121.6 bis

2122.4 – Beschränkung bis 30. April 2020:

Besondere Vorsicht im Bereich des rechten

Ufers.

Liegestelle Donau, Strom-km 2121.6

bis 2121.9 – Beschränkung: Sperre im Bereich

des rechten Ufers.

Liegestelle Donau, Strom-km 2136.5

bis 2136.7 – Beschränkung bis 31. Dezember

2019: Sperre im Bereich des rechten

Ufers.

SPERRE

Fluss Donau, Strom-km 2136.0 bis

2137.0 – Beschränkungen bis 31. Dezember

2019, Di–Do 10.15 bis 10.30: Sperre

und besondere Vorsicht im ganzen Bereich.

Zusätzliche Meldepflicht über UKW-

Kanal 10, Schifffahrtsaufsicht Linz.

KIESVERLADUNG

Fluss Donau, Strom-km 1912.4 bis

1918.6 – Beschränkungen bis 19. Dezember

2019, Mo–Do 6–18 Uhr: Sog und Wellenschlag

vermeiden und besondere Vorsicht

im ganzen Bereich.

Ergänzende Informationen: UKW-

Kanal 10, MS Krems.

ARBEITEN

Donaukanal, Wehrkanal Nussdorf,

km 0.6 – Beschränkung im ganzen Bereich

bis 4. November 2019: Durchgehend Durchfahrtshöhe

verringert um 3,5 m im ganzen

Bereich für alle Fahrzeuge in alle Richtungen.

Abwinden-Asten, Fluss Donau, Stromkm

1982.6 bis 1983.0 – Beschränkungen

bis 20. Dezember 2019, Mo–Fr 6–20 Uhr:

Besondere Vorsicht und Sog und Wellenschlag

vermeiden im rechten Bereich.

UNTIEFE

Fluss Donau, Strom-km 2145.9 bis 2146.1

– Beschränkungen bis 31. Dezember 2019:

Besondere Vorsicht im ganzen Bereich, verfügbare

Tiefe 0 cm bezogen auf RNW gemäß

Donaukommission im rechten Bereich.

SANIERUNGSARBEITEN

Strassenbrücke Melk, Donau km

2034.4 – Beschränkung bis 16. November

2019, Mo–Fr 6–18 Uhr: Besondere Vorsicht

im ganzen Bereich.

Wiener Donaukanal, Strom-km 5.1 bis

7.4 – Beschränkungen für alle Fahrzeuge in

alle Richtungen bis 20. Dezember 2019,

Mo–Fr 7–17 Uhr: Besondere Vorsicht und

Sog und Wellenschlag vermeiden im ganzen

Bereich.

6/2019 81


Sailing Poetry

Herr Goethe segelt

nach Palermo

Mit der Katawa folgen wir Goethes Kurs, von Neapel vorbei am Stromboli nach Sizilien,

wo er beginnt, Nausikaas kleine Liebesgeschichte mit Odysseus umzuschreiben.

In der Bibliothek der Casa di

Goethe schreibe ich am Rom­

Kapitel meines eben publizierten

Buchs „Flaneurgeschichten aus der

imaginären Metropole Europas“;

die Katawa liegt in der Marina di

Porto di Roma, südlich der Tibermündung,

dort wo einst Aeneas

landete, Rom zu gründen.

„Et in Arcadia ego“ notiert

Goethe in seiner „Italienischen

Reise“ und wendet sich wieder dem

„Faust“ zu, verliebt sich zudem in

eine junge Römerin aus dem Volk:

Oft hab ich schon in ihren Armen

gedichtet/und des Hexameters

Maß/leise mit fingernder Hand/ihr

auf den Rücken gezählt.

Goethe reist nach Neapel, Nea

Polis, wie diese griechische Stadtgründung

einst hieß, besteigt dort

ein Segelschiff, das Sizilien anläuft,

eine Korvette, militärisch gerüstet

der Seeräuber wegen. Goethe, ihn

Landratte zu nennen verbietet mir

der Respekt, schreibt: Eine Seereise

fehlte mir ganz in meinen Begriffen,

diese Überfahrt wird meiner Einbildungskraft

nachhelfen und mir

die Welt erweitern.

Als Goethe ablegt weht kein förderlicher

Nordost, sondern ein lauer

Südwest; und so erfuhren wir denn

wie der Seefahrer vom Eigensinn

des Wetters abhängt … bei Tagesanbruch

fanden wir uns zwischen Ischia

und Capri, mit halbem Winde

setzten wir unsern Weg fort, der

Vesuv verlor sich gegen vier Uhr

aus den Augen, auch Ischia und Kap

Minerva verschwanden … nachts

ein Sturm, die Segel werden gestrichen,

Goethe ist seekrank …

anderntags fanden wir uns Palermo

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine 46er

Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

In der Bucht von Neapel.

gegenüber, mit Not gelangten wir

nachmittags in den Hafen. Ich eilte

sogleich, einen Homer zu kaufen, jenen

Gesang wieder zu lesen und die

Geschichte der Nausikaa als Tragödie

zu schreiben … Homers so leichte

Liebes geschichte als schwere deutsche

Tragödie zu fassen hat Goethe

zum Glück wieder verworfen.

Für die Überfahrt von Neapel

nach Sizilien, die ich mit der Katawa,

zugegeben mit Motorunterstützung,

einen Tag und eine Nacht segelte,

war Goethe vier Tage

unterwegs. Seine Rückfahrt erfolgt

von Messina aus: zu Scylla und

Charybdis merkt er an: Man hat

sich über die Fabelei des Poeten

beschwert, die beiden in der Natur

weit auseinander stehenden Merkwürdigkeiten

so nah zusammenzurücken;

Goethe wusste nicht, wie

rasch bei Strömung und widrigem

Wind das Land dem Boot gefährlich

nahe kommen kann.

„Ich wurde wieder seekrank und

so stellte ich seekranke Betrachtungen

an, eines auf der Woge des

Lebens hin und wider Geschaukelten

… nachts bedrohte uns ein

Unheil, wir befanden uns schon in

der Strömung, die sich um die Insel

bewegt und uns langsam nach den

schroffen Felsen hinzieht, nicht die

geringste Bewegung war in der Luft

zu bemerken, die Brandung schien

sich zu vermehren … aufgeweckt

ward ich durch ein Getöse über mir,

ich konnte vernehmen, dass es die

großen Seile waren, die man auf

dem Deck hin und wieder schleppte,

dies gab mir die Hoffnung, dass

man von den Segeln Gebrauch

machte, nach einer Weile erfuhr ich,

dass man gerettet sei, der gelindeste

Windhauch habe sich erhoben …

nun ich alle diese Küsten und Vorgebirge,

Golfe und Buchten und das

alles umgebende Meer im Geiste gegenwärtig

habe, nun ist mir erst die

Odyssee ein lebendiges Wort“,

schreibt Goethe. Wie es das, werter

Homer-Entdecker aus dem Norden,

für jeden Segler ist, der in Odysseus

Meeren sich herumtreibt.

Der Nausikaa-Geschichte habe

übrigens auch ich mich gewidmet –

nachzulesen in ocean7 5/2018.

Im nächsten Sailing Poetry, meine

Damen und Herren, werden wir die

Segelsaison auf der Themse in London

beschließen, mit einer Wayfarer

Jolle des Shadwell Segelclubs. Und

ich werde die Fabel vom Londoner

Stadtfuchs Romeo erzählen.

82 6/2019


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