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Fotografie

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11 vertikale Bilder mit 24 mm Brennweite zu einem Panoramabild zusammengefügt

Fotografieren in den

polaren Regionen

Tipps zur Vorbereitung auf eine Reise in den hohen Breiten

Stefan Gerber (Text und Fotos)

In der Zeit der analogen Fotografie nahmen

interessierte Fotografen 15 Rollen Film mit

auf eine Reise in die Arktis oder Antarktis.

Diese Filme zusammen sahen dann aus wie

eine kleine Schuhschachtel und machten damit

einen nicht unwesentlichen Teil des Reisegepäcks

aus. Heute ist dies viel einfacher,

denn diese zusammengerechnet etwa 480

Fotos passen locker auf eine Speicherkarte in

der Kamera. Auch wenn heute der Gelegenheitsfotograf

eher 1’000 Bilder und der ambitionierte

Fotograf gut 5’000 Bilder aufnimmt,

kann diese Menge Bilder bequem auf einigen

wenigen Speicherkarten gespeichert werden.

Die Speicherkarten selbst sind klein und nehmen

wenig Platz im Gepäck ein. Warum so

viele Bilder von einer Reise? Na ja, die polaren

Regionen bieten viele Motive für fotointeressierte

Reisende. In diesen atemberaubenden

Landschaften und dieser faszinierenden

Tierwelt muss mit deutlich mehr Bildern gerechnet

werden, als man üblicherweise im

Urlaub machen würde. Im Vergleich zur analogen

Technik hat sich aber auch der Strombedarf

verändert. So brauchen heutige Kameras

deutlich mehr Akkuleistung als alte

Fotoapparate. In der Kälte der polaren Gebiete

liefern diese Akkus weniger Energie als bei

20° Celsius. Somit empfiehlt sich, mindestens

1 – 2 Ersatz-Akkus mitzunehmen und diese

bei den Landgängen und Zodiacfahrten dabei

zu haben. Beim Bereitstellen der Fotoausrüstung

für die Reise sollte ausserdem beachtet

werden, dass das passende Ladegerät zur Kamera

eingepackt wird. Es kommt immer wieder

vor, dass Kunden kein oder ein falsches

Ladegerät eingepackt haben. Auch geht ab

und zu eine Kamera kaputt. So empfiehlt es

sich für Reisende, welche sich extra eine neue

Kamera zulegen, die alte Kamera als Reserve

mitzunehmen. So kann man im Notfall auf

eine Ersatzkamera zurückgreifen. Wer sich

mit einer neuen Kamera eindeckt, sollte sich

einige Zeit vor der Reise damit vertraut machen.

Auch das mitgelieferte Handbuch kann

auf der Reise hilfreich sein, denn in den polaren

Gebieten gibt es selten Mobiltelefon-

Empfang und so kann man, falls notwendig,

nur über die teure und sehr langsame Satellitenverbindung

aufs Internet zurückgreifen.

Kameraschutz

Damit die Kamera auf der Reise möglichst

keinen Schaden nimmt, sollte diese in einer

Kameratasche oder noch besser in einem Fotorucksack

transportiert werden. Falls die Tasche

bzw. der Rucksack nicht schon eine Regenhülle

integriert hat, sollte eine solche

zusätzlich mitgenommen werden. Die Regenhülle

kommt zum Einsatz, wenn das Wetter

wechselt und es zu regnen beginnt. Ja, auch in

diesen Regionen kann es durchaus leichten Regen oder

Schneefall geben. Viel wahrscheinlicher ist es jedoch,

dass die Überfahrt mit dem Zodiac vom Schiff ans Land

etwas welliger ausfällt und der auffrischende Wind die

Gischt über das Zodiac bläst. In einem solchen Moment

ist es äussert ratsam, dass die Kamera im Rucksack bzw.

der Tasche wasserfest geschützt ist.

Selbst bei wasserdichten Mobiltelefonen sind die Kontakte

meist nicht geschützt, sodass Salzwasser diese korrodieren

lässt. Auch wasserfeste Kameras müssen vor

Salzwasser geschützt werden. Öfters kommt es vor, dass

Kunden die Gegenlichtblende ihres Objektivs zu Hause

lassen. Diese kann man allerdings sehr gut als Schutz

gegen unabsichtliche Stösse auf die Frontlinse nutzen.

Profi-Kameras und Profi-Objektive sind oft wetterfest

und ertragen auch einige Regentropfen. Dort dient die

Gegenlichtblende auch als «Regenschirm» für die

Frontlinse.

Kalte Hände

Es gibt noch etwas, das Fotografen in den polaren Regionen

gut gebrauchen können. Die Kameras sind meist

nur sehr umständlich mit Handschuhen bedienbar.

Gleichzeitig möchte man bei Kälte seine Hände mit

Handschuhen schützen. Hierfür gibt es spezielle Fotohandschuhe

mit freien Fingerkuppen. Zusätzlich verfügen

diese Handschuhe über eine Haube, welche bei Bedarf

über die Finger gestülpt werden kann, was dann

einen Fausthandschuh ergibt. So kann man optimal mit

der Kamera arbeiten und bei kalten Fingerkuppen diese

einfach im Fausthandschuh aufwärmen. Wer zu kalten

Fingern neigt, kann zusätzlich feine Unterziehhandschuhe

aus Wolle oder Seide anziehen.

Eine gute Vorbereitung vor der Reise ist essenziel, denn

auf einer solchen Schiffsreise kann nichts nachgekauft

werden.

Einige mutige Königspinguine auf Südgeorgien durchbrechen den

Gürtel aus See-Elefanten um ins Meer zum Fressen zu gelangen.

Objektiv 70 – 200mm

Gewählte Brennweite 200 mm

Objektiv 70 – 200mm

Gewählte Brennweite 200 mm

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