Arktis 2020-21 Expeditionen - DE

polarreisen

ARKTIS // SPITZBERGEN

RAUES LAND

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DER SOMMER IST KURZ UND KÜHL, DOCH DER WINTER IST VARIABEL–

UND SCHON ENTWICKELT SICH EINE GANZ BESEONDERE EINZIGARTIGE

LEBENSWELT

SPITZBERGEN IST EINE ART ARKTISCHER SONDERFALL: Der Sommer ist kurz und kühl, wie üblich

in den geografischen Lagen zwischen dem 74. und dem 81. nördlichen Breitengrad. Im Winter

kann es zeitweise auch recht mild sein, weil ein Ausläufer des Golfstroms warmes Wasser bis an

die Westküste bringt. Dieser Umstand ermöglicht es den Tieren, vergleichsweise sicher ganzjährig

über die Runden zu kommen. Entsprechend sind auf diesem Archipel mit über 400 Inseln

und Schären vor allem die arktischen Säugetiere oft anzutreffen: Rentiere und Polarfüchse, Wale,

Robben und natürlich Eisbären, von denen 3000 in der Gegend leben – das Eisbären-Warnschild

an der Ortsgrenze von Longyearbyen ist eines der berühmtesten Fotomotive von Spitzbergen.

Ein Detail am Rande: Die meisten Berge von Spitzbergen sind nicht wirklich spitz, sondern eher

tafelförmig. Schmale Gipfel findet man nur auf der Westseite der Insel. Genau die hat Willem Barents

zuerst gesehen, als er das Archipel 1596 entdeckte – und ihm den Namen Spitzbergen gab.

DIE SPEZIELLE VOGELWELT SPITZBERGENS: Auf Svalbard finden mehr als 150 Vogelarten einen

Platz, meist nur im Sommer. Dort aber, wo sich Vögel niederlassen, tun sie das zu tausenden.

Zum Beispiel im Alkefjellet, einem Küstenabschnitt am nördlichen Eingang zur Hinlopenstrasse:

Hier versammeln sich mehrere zehntausend Dickschnabellummen-Brutpaare für ihr Brutgeschäft

in den fast senkrechten Klippen – eine gigantische Eruption des puren Lebens inmitten dieser

wilden, kargen Landschaft. Alkefjellet-Besuchern ist übrigens das Tragen eine Kopfbedeckung

empfohlen, der Grund weshalb kommt unverhofft von oben. Kein Wunder also, dass wegen der

Flugdüngung im Sommer Gräser und Blumen prächtig blühen.

SPITZBERGEN – NOCH EIN SONDERFALL: Tief im Erdinnern sind riesige Kohlevorkommen eingeschlossen.

Und die Lage der Insel ermöglicht Wissenschaftlern aus der ganzen Welt in idealer

Weise, ausgedehnten Forschungen nachzugehen. Natürlich über das Wetter und die Gletscher,

die mehr als 60 Prozent der Insel bedecken, aber auch über die Dinosaurier, die hier lebten.

Bergbau-Kumpel und Wissens-Gelehrte machen denn auch den Grossteil der Menschen aus,

die in Spitzbergen zu Hause sind, die meisten allerdings nur als Saisoniers. Die Grubenarbeit

erledigen seit Jahrzehnten die Russen, die in Barentsburg eine eigene Siedlung mit klassischen

russischen Plattenbauten errichtet haben. Die Forscherszene konzentriert sich vor allem in Ny

Ålesund und Longyearbyen, dem Verwaltungszentrum der Insel, die zu Norwegen gehört. Von

Longyearbyen starten auch alle Wintersport-Touren und Schiffsrundreisen. Unterwegs steuern

die Schiffe bezaubernde Inseln wie die Barents-, die Edgeoya- und Sieben Inseln an, machen Halt

vor dem Monaco-Gletscher und im Hornsund und passieren die winzige flache Moffen-Insel, wo

sich Walrosse gerne ausruhen.

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