2019/41 - Unternehmen [!] 69

suedwest.presse

RESSORT 1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 69 | Oktober 2019 | 3,00 €

4 197821 303000 6 9

Technik, die

Menschen hilft

Der Konkurrenzdruck ist groß, die EU-Vorgaben für

Medizintechnik sind streng: Doch Christoph Ulrich

und sein Unternehmen behaupten sich erfolgreich.

DER PISTENBULLY WIRD 50

Er ist eine Kultmarke auf den

Skipisten. Als Prototypen gibt es

ihn elektrisch. Seite 20

VIRTUELLE GEBÄUDE

Warum dem Planen und Arbeiten

mit digitalen Klonen die Zukunft

gehört. Seite 24

UMFRAGE

Führungskräfte verraten, wie sie

ihre Zeit im Beruf und im Privaten

verbringen. Seite 46


Fortschritt

ist einfach.

Weil unsere Experten

Ihr Unternehmen mit der

richtigen Finanzierung

voranbringen.

sparkasse.de


unternehmen [!]

INHALT

3

Liebe Leserin, lieber Leser,

je weiter das Jahr voranschreitet, desto mehr häufen

sich die negativen Nachrichten. Stellenabbau

und Insolvenzen kamen in den vergangenen zehn

Boomjahren nur gelegentlich vor. Jetzt verdichten

sich solche Meldungen infolge der flauen Konjunktur.

Fast täglich scheint sich die Wirtschaftslage

zu verschärfen. Mega-Themen wie Digitalisierung

und Elektromobilität kommen in der Realität

der Betriebe an. Da ist der Wille und die

Fähigkeit zum Wandel gefragt, so wie bei Ulrich

Medical. In unserem Titelinterview (Seite 10)

schildert Christoph Ulrich, wie er das Familienunternehmen

in schwieriger werdendem Umfeld

in die Zukunft führt und welche schmerzhaften

Entscheidungen er treffen musste. In dieser Ausgabe

stecken weitere Beispiele, die zum Mutmacher

taugen. Das Porträt über den Pistenbully-Hersteller

Kässbohrer Geländefahrzeug (Seite

20) gehört ebenso dazu wie der der E-Mobilitätspionier

E.B.M. (Seite 30). In Unternehmen wie

in der Kunst setzt sich Qualität durch, sagt Kunstliebhaber

und Unternehmer Siegfried Weishaupt

in unserer Serie „Die private Seite“ (Seite 42). Ich

wünsche Ihnen anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

spezial

6 Bildung darf extra kosten

Ein kleiner Ratgeber für Eltern im Um

gang mit Privatschulen

24 Das virtuelle Haus

Die Bauwirtschaft wird digital: Erst

kommt die Computersimulation des

Lebenszyklus, erst dann wird gebaut.

titelthema

10 Jedes dritte Produkt wird verschwinden

Medizintechnik-Unternehmer Christoph

Ulrich im Gespräch

machen

20 Kultmarke auf Ketten

Der Pistenbully wird 50 – und die

Kässbohrer Geländefahrzeug bereitet

sich auf schneeärmere Winter vor.

30 Geräuschloses Gleiten

Die High-Tech-Schmiede E.B.M. sitzt in

der oberschwäbischen Provinz und

bringt weltweit die E-Mobilität voran.

36 Spielerisch zum Erfolg

Der Kartonagenspezialist Ludo Fact

und der Boom der Brettspiele.

finanzieren

32 Entscheidung für die Ewigkeit

Was potenzielle Stifter wissen sollten.

leben

42 Von der Freude, Neues zu entdecken

Kunstsammler Siegfried

Weishaupt im Porträt

46 Zeit hat man, wenn man sie sich

nimmt Umfrage unter

Führungskräften

namen & nachrichten

4 Standort unter Druck

5 Sedelhöfe sollen Ostern 2020 eröffnen

50 Transport-Spezialist für Giganten

50 Impressum

32

7

38

36

42


4 NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Standort unter Druck

Region Göppingen Vom Pressenbauer Schuler über den Haushaltswarensteller WMF bis hin

zu Fysam in Böhmenkirch: Die IG Metall sieht 2000 Jobs bedroht.

Konjunktur Die Wirtschaft in

der Region Göppingen war erfolgsverwöhnt.

In den vergangenen

Jahren hat sie sich zu einem

High-Tech-Standort entwickelt.

Erst vor wenigen Tagen

hat der Fernwartungsspezialist

Teamviewer einen Börsengang

in Milliardenhöhe hingelegt.

Doch es mehren sich die Fälle,

in denen Unternehmen drastische

Rückgänge im Auftragseingang

und im Umsatz verspüren.

Der Werkzeugmaschinenspezialist

Emag aus Salach spürt bereits

seit dem vierten Quartal

2018, dass sich die Kunden zurückhalten.

Daher erwartete das

Unternehmen ein Umsatzminus

im bis zu zweistelligen Prozentbereich.

2018 war der Umsatz

noch um 17 Prozent auf 673 Millionen

Euro gestiegen.

Einen regelrechten Schock hatte

der Pressenbauer-Schuler

ausgelöst, als er ankündigte 500

Stellen abzubauen, 300 davon

am Stammsitz. Zudem stellt die

Schuler AG, die zum österreichischen

Andritz-Konzern gehört,

die Produktion neuer Maschinen

in Göppingen ein. Der

Firmensitz bleibe aber „wichtiger

Standort“ für Forschung

und Entwicklung, Innovation,

Engineering und Service.

Schlechte Nachrichten gibt es

auch von WMF in Geislingen,

Accuride, Saurer Spring Solution

(Ebersbach), der Schweizer

Group (Hattenhofen), Saxonia

Umformtechnik, vom Sondermaschinenbauer

Hang (beide

Göppingen) und Fysam in

Böhmenkirch (ehemals Binder).

Die IG Metall sieht im Bezirk

Göppingen-Geislingen

mehr als 2000 Arbeitsplätze bedroht.

Nach Einschätzung von Gernot

Imgart, Geschäftsführer

der IHK-Bezirkskammer

Göppingen, stagnieren die

Unternehmen auf einem

hohem Niveau. „Gesamtwirtschaftlich

liegen wir

noch im Positiven. Dem

Aufschwung geht aber

nach sieben Jahren –

so scheint es – ein

wenig die Puste

aus.“ [!] ara

Ein Schuler-Mitarbeiter

wartet eine Pressenlinie:

Die Lage für Maschinenbauer

und Autozulieferer

wird zunehmend

schwieriger.

FOTO: SCHULER

Erfindungsreich in der Baukrise

Baubranche Mit einer ungewöhnlichen

Bandbreite ist das

Ulmer Tiefbau- und Straßenbauunternehmen

Heim erfolgreich.

Die Firmengruppe, die

1919 von Philipp Immanuel

Heim als Pflasterfirma gegründet

wurde, erwirtschaftet mittlerweile

die Hälfte des Umsatzes

von knapp 80 Millionen

Euro mit der Stromproduktion

aus erneuerbarer Energie. Firmenchef

Philipp Heim (44) hat

die Biogas-Sparte „Pure Power“

während der Baukrise vor 15 Jahren

ins Leben gerufen. Heute

produziert Heim jährlich 100

Millionen Kilowattstunden. Das

Philipp Heim auf dem Gelände des Ulmer Baustoff-Recyclings

– einer von mehreren Standorten in Ulm. Foto: Lars Schwerdtfeger

entspricht dem Strombedarf von

25 000 Haushalten.

Neben dem Straßen- und

Tiefbau ist Heim im Geschäft

mit Baustoffen und Recycling tätig.

An 30 Standorten beschäftigt

er rund 400 Mitarbeiter,

davon 150 in Ulm und 120 in Nobitz

(Thüringen). In Ostdeutschland

ist Heim stark vertreten.

Dort hat die fünfte Sparte

ihren Sitz: Im sächsischen

Neusorge hat Heim eine Rinderfarm

aufgekauft, mit mehreren

hundert Stück Vieh für Milchwirtschaft

und Bullenaufzucht.

Das kam den Gästen der

100-Jahr-Feier zugute. [!]kö


unternehmen [!]

NAMEN & NACHRICHTEN

5

Sedelhöfe sollen Ostern 2020 eröffnen

Einzelhandel Mit großem Tempo

wird die enorme Dimension

der Sedelhöfe in Ulm sichtbar.

Projektleiter Christoph Röthemeyer

vom Hamburger Investor

DC plant das Richtfest noch vor

Weihnachten. Das neue Stadtquartier

gegenüber vom Hauptbahnhof

wird Handel, Büros,

Gastronomie und 112 Wohnungen

umfassen und soll bis Ostern

2020 eröffnen.

Geschäftsführer Lothar Schubert

von DC Values und Developments

verhandelt derzeit

mit weiteren Einzelhändlern.

Bisher bekannt sind Edeka, DM,

Zalando. Die Vermietung der

Büros ist ebenfalls angelaufen

und bringt nach Schuberts Worten

namhafte neue Unternehmen

nach Ulm. Die Mietwohnungen

kommen erst später auf

den Markt. Ein Ankermieter in

der Gastronomie steht mit Mc

Donald’s bereits fest. Die insgesamt

fünf Gebäude werden zwischen

25 und 32 Meter hoch. In

direkter Nachbarschaft baut DC

für die Hotelgruppe Lindner.

Die Sedelhöfe spielen sich

aber nicht nur oberirdisch ab,

vielmehr entsteht im ersten Untergeschoss

die Passage zur neuen

Bahnhofstiefgarage. Darunter

liegen drei Ebenen der neuen

Sedelhöfe-Tiefgarage mit

rund 700 Stellplätzen. Auf der

Baustelle sind derzeit fast 200

Menschen tätig, im Innenausbau

werden es noch mehr sein.

Die Sedelhöfe umfassen

18 000 Quadratmeter Handelsfläche.

DC investiert 250 Millionen

Euro. Die Sedelhöfe wurden

beim institutionellen Investor

Aachener Grundvermögen

platziert. [!]


Blick in den Rohbau der Sedelhöfe in Ulm. Dort entstehen 18 000

Quadratmeter Handelsfläche.

Foto: Volkmar Könnecke

Krone übergibt

an Greiner

Einzelhandel Ein 26-jähriger

Heidenheimer ist Ulms neuer

City-Manager: Stefan Greiner

soll die Frequenz in der Innenstadt

wieder erhöhen und die digitale

Präsenz verbessern. In

den vergangenen Monaten hatten

viele Baustellen und Staus

die Zahl der Kunden sinken lassen.

Greiner

kennt Ulm von

seinem Studium

der Unternehmens-

und Marketingkommunikation.

Berufserfahrung

bringt er mit

aus dem elterli-

Stefan Greiner

ist seit

Monatsbeginn

Ulms neuer

Citymanager.

chen Betrieb,

der Edelobstbrennerei

Greiner.

Sein Vorgänger

Henning Krone (42) hatte

den Posten acht Jahre inne

und ist nun Marketingleiter von

Radio 7. Der Ulmer City Marketing

e. V. zählt 370 Mitgliedsbetriebe

und beschäftigt fünf Mitarbeiter.

[!]kö

Voith kooperiert

mit TU München

Maschinenbau Die Technische

Universität München und der

Heidenheimer Technologiekonzern

Voith bilden künftig eine

enge Forschungsallianz. Ein entsprechendes

Rahmenabkommen

unterzeichneten Prof. Dr.

Thomas Hofmann, designierter

Präsident der Technischen Universität

München (TUM), sowie

Dr. Toralf Haag, Vorsitzender

der Konzerngeschäftsführung

der Voith-Gruppe. Die TUM

und Voith arbeiten nach Haags

Worten bereits in zahlreichen

Forschungsprojekten zusammen

– etwa zu Wasserkraft, zur

Produktionstechnik oder zu innovativen

Fertigungsprozessen.

Neben der RWTH Aachen

und der Universität Stuttgart

stellt die Kooperation mit der

Technischen Universität München

die dritte große Forschungspartnerschaft

von Voith

dar. Der Heidenheimer Maschinenbaukonzern

erwirtschaftete

zuletzt mit knapp 20 000 Mitarbeiter

einen Jahresumsatz von

4,3 Milliarden Euro. [!] amb

Hoffen bei Überkinger

Mineralbrunnen Für die Rettung

des Mineralwasserherstellers

Überkinger (Kreis Göppingen)

sieht der Ulmer Insolvenzverwalter

Tobias Sorg gute

Chancen. Sein Ziel sei eine

„nachhaltige Lösung“ bei voller

Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes.

Der Wirtschaftsjurist

ist vorläufiger Insolvenzverwalter.

Die Löhne der

rund 90 Mitarbeiter sind nach

Planspiele der ZF

seinen Worten zunächst über

das Insolvenzgeld abgesichert.

Die Überkinger GmbH produziert

neben Mineralwassern -

darunter Filstaler und Adelheid

Quelle – Bio-Limonaden der

Marke Libella und Energy

Drinks sowie Spirituosen. Der

Markt für Mineralwasser ist hart

umkämpft sei, insbesondere

durch den Erfolg der Discounter.

[!]

pau

Strafzölle Der Autozulieferer

ZF Friedrichshafen schließt den

Verlust von Arbeitsplätzen in

Deutschland nicht aus. „Es kann

sein, dass wir uns in den nächsten

Jahren darauf einstellen

müssen, dass das deutsche Exportmodell

etwa aufgrund von

Zöllen nicht mehr funktioniert“,

sagte ZF-Chef Wolf-Henning

Scheider. „Dann müssten wir

die Produktion stärker in Länder

verlagern, in denen die Fahrzeuge

gebaut werden. Wenn das

passiert, könnte es sein, dass wir

nicht alle Arbeitsplätze hier halten

können.“ Doch das sei nicht

das Ziel: „Wir sind stolz auf die

Leistung aller Mitarbeiter.“ Aus

heutiger Sicht bleibe das Beschäftigungsniveau

von rund 50

000 Mitarbeitern in Deutschland

bestehen. Der Autozulieferer

erwirtschaftete 2018 einen

Umsatz von 36,9 Milliarden

Euro. [!]

pau


6 RESSORT unternehmen [!]

Bildung darf

extra kosten

Privatschule Die Entscheidung, aus dem

staatlichen Schulangebot auszusteigen,

treffen Eltern sicherlich nicht leichten

Herzens. Aber es gibt gute Gründe dafür.

FOTOS: ANIWHITE & BILLION PHOTOS (SHUTTERSTOCK.COM)


unternehmen [!]

RESSORT

SPEZIAL

7

FOTO: SHAROMKA/SHUTTERSTOCK.COM

Eltern machen

sich viele Gedanken,

die richtige

Schule für Ihr Kind

zu finden.

Michaela K. ist unzufrieden

– und

überfordert. Sie ist

mit dem Angebot

staatlicher Schulen an ihrem

Wohnort in Süddeutschland

unzufrieden. Daher hat die

37-Jährige beschlossen,

ihren Sohn

auf eine Privatschule

zu

schicken.

Aber das ist

gar nicht so

Für

Privatschulen

gibt es eine

staatliche

Förderpflicht

einfach: „Es

fällt mir Klaus Vogt

schwer, unter Präsident VDP

den privaten

Trägern in unserer Region für

meinen Sohn eine passende

Schule zu finden“, beschreibt

die alleinerziehende Mutter ihr

derzeitiges Dilemma.

Außerdem befürchtet sie, als

Alleinverdienerin bei der Platzvergabe

benachteiligt zu werden.

„Doch diese Sorge ist unberechtigt:

Das Privatschulsystem

in Deutschland ist einzigartig“,

sagt Klaus Vogt, Präsident

beim Verband Deutscher Privatschulverbände

(VDP). Während

in anderen

Ländern Privatschulen

auch wirtschaftliche

Interessen

verfolgen

und wegen

hoher

Schulgelder

vor allem Kindern

wohlhabender

Eltern

vorbehalten sind, arbeiten private

Schulen in Deutschland gemeinnützig.

„Für Privatschulen gibt es

eine staatliche Förderpflicht“,

erklärt Vogt, Vorstandsvorsitzender

des Kolping-Bildungs-

Anzeige

Lernen in globaler Gemeinschaft –

und das bereits seit 15 Jahren

Vom Kindergarten bis zur Hochschulreife

bietet die International School of Ulm/Neu-

Ulm (ISU) die gezielte Förderung der Stärken

und Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes.

Möglich ist dies durch eine Lehrer-Schüler-Quote

von 1:6, qualifizierte und erfahrene

Lehrkräfte, einen umfassenden Lehrplan sowie

ein breitgefächertes außerschulisches

Angebot.

Am 22. August 2019 wurde bereits zum 15. Mal

ein neues Schuljahr eingeläutet. Die Schule

wurde 2004 unter der Vision und Leitung von

Herrn Dr. Kulitz, Herrn Dzionara und Herrn

Sälzle von der IHK mit Unterstützung von zwölf

verschiedenen Firmen und Interessenvertretern

gegründet. Die International School of

Ulm/Neu-Ulm ist sowohl für Expatriates in der

Region gedacht, als auch für deutsche Familien

mit globaler Denkweise. Die Unterrichtssprache

an der ISU ist zwar Englisch, dennoch steht

für alle Schüler/innen Deutsch auf dem Stundenplan.

Hierbei wird zwischen Deutsch als

Fremdsprache und Deutsch als Muttersprache

unterschieden.

Der Pausenhof der International School.

Die Gemeinschaft der ISU besteht aus über

280 Schüler/innen, die mehr als 40 Nationen

repräsentieren. „Die Gemeinschaft der ISU ist

ein Schmelztiegel von Kulturen aus der ganzen

Welt. Unsere Vielfalt fördert ein von Wertschätzung,

Anerkennung und gegenseitigem Austausch

geprägtes Umfeld“, sagt der Direktor

Dr. Liam Browne. „Wir sind eine kleine fürsorgliche

Gemeinschaft, in der wir auf die Bedürfnisse

jedes einzelnen Schülers eingehen. An

unserer Schule vertreten wir die Einstellung,

dass die Kinder und jungen Erwachsenen

durch innovatives und kreatives Denken sowie

durch eine kollaborative und anpassungsfähige

Umgebung Fähigkeiten entwickeln, die

im 21. Jahrhundert unabdingbar sind“, fügt

Dr. Browne hinzu.

Die ISU und deren Abschlüsse, sprich das IB

(International Baccalaureate) und das IGCSE

(International General Certificate od Secondary

Education) sind von der bayrischen Landesregierung

anerkannt.

INTERNATIONAL SCHOOL ULM/NEU-ULM

Schwabenstraße 25 | 89231 Neu-Ulm

Tel: 0731 37 93 53-0

E-Mail: info@is-ulm.de | www.is-ulm.de


8

Ein breites Angebot

sind. „Privatschulen haben den Auftrag,

das Schulwesen zu ergänzen

und zu bereichern“, so Vogt. Das

heißt: Eine Privatschule bietet eine

Besonderheit, die es in einer staatlichen

Einrichtung am Ort nicht gibt.

Träger von Privatschulen können

kirchliche Organisationen, Sozialwerke,

Vereine, Personengesellschaften

oder Privatpersonen sein.

Paul Jakob, der das Portal private-bildung.com

betreibt, empfiehlt

Eltern, sich bei der Schulsuche vor

allem in die Lage ihres Kindes zu

versetzen: „Privatschulen verfolgen

zahlreiche unterschiedliche Konzepte.

Jedes davon hat seine Berechtigung

– doch nicht jedes Kind fühlt

sich mit jedem Konzept wohl.“ Die

Vorteile von Privatschulen liegen

Der Vorteil von

Privatschulen

ist: Die Klassen

sind kleiner, die

Ausstattung besser .

Für die Schulzeit brauchen Kinder einen langen Atem – umso besser wenn Lernen Spaß

macht

Foto: Rawpixel.com/Shutterstock.com

Es gibt unterschiedliche Arten

von Privatschulen:

Ganztagesschulen ermöglichen

Eltern eine bessere Vereinbarung

von Schule und Beruf,

weil Kinder einen Großteil

des Tages in der Schule verbringen.

werks Württemberg. Durchschnittlich

trägt der Staat etwa zwei Drittel

der Kosten. Der Rest wird über

das Eltern-Schulgeld finanziert. Die

Rahmenbedingungen sind je nach

Bundesland unterschiedlich. In Baden-Württemberg

zum Beispiel ist

das monatliche Schulgeld an Privatschulen

seit etwa zwei Jahren auf 160

Euro monatlich gedeckelt.

Generell nehmen Schulgeldmodelle

Rücksicht auf die wirtschaftliche

Situation der Eltern. Anders darf

es, laut Grundgesetz, auch gar nicht

sein. „Privatschüler sind in Deutschland

keine selektive Gruppe. Wie

staatliche Bildungseinrichtungen,

sind auch Privatschulen in der Regel

gesellschaftlich durchmischt“,

Bilinguale Schulen unterrichten

zweisprachig.

Internationale Schulen haben

einen weltweit einheitlichen

Standard. Die Schulsprache

ist Englisch.

Kirchliche Schulen legen

Wert auf christliche Werte in

der Erziehung.

Zur Person

Klaus Vogt steht

seit 2010 an der

Spitze des Kolping-Bildungswerks

Württemberg. Seit

drei Jahren ist er

Vorsitzender des

Verbandes der deutschen

Privatschulverbände.

Bei Waldorfschulen steht

die individuelle Förderung jedes

einzelnen Kindes im Vordergrund.

Es gibt typischerweise

keine Schulnoten.

In Montessorischulen soll

jedes Kind in eigenem Tempo

und Rhythmus lernen.

erläutert Vogt. Eltern, die eine für

ihr Kind passende Schule suchen,

sollten laut des VDP-Präsidenten

zunächst nicht nach staatlich oder

privat differenzieren.

Die Leitfragen sollten vielmehr

lauten: Welche Schule ist gut für

mein Kind und wo wird es am besten

gefördert? Dabei spielen individuelle

Bedürfnisse und Fähigkeiten

eine Rolle: Für ein sprachbegabtes

Kind eignet sich etwa eine Schule,

an der zwei oder mehr Fremdsprachen

erlernt werden können. Für

sportbegeisterte Jungen und Mädchen

können etwa Bildungseinrichtungen

die richtige Wahl sein, die

auf Bewegungsunterricht und bestimmte

Sportarten ausgerichtet

Paul Jakob

Portal private-bildung.com

laut Jakob mit darin, dass Lehrer

durch die eher kleineren Klassen

einzelnen Schülern mehr Aufmerksamkeit

widmen können. Ausstattung

und Arbeitsmaterialien sind

nach seinen Worten bei privaten

Trägern häufig moderner, das nebenschulische

Angebot größer. An

Privatschulen hätten Eltern außerdem

oft mehr Möglichkeiten, den

Unterricht mitzugestalten.

Obwohl gesetzlich vorgeschrieben

ist, dass niemand bei der Schulwahl

finanziell benachteiligt werden

darf, empfinden viele Eltern, die anfallenden

Gebühren als nachteilig.

„Ein weiteres Hemmnis kann der

weitere Schulweg sein, denn die für

ein Kind passende Privatschule ist

nicht immer um die Ecke“, sagt Jakob.

Eltern sollten außerdem prüfen,

ob die ausgesuchte Schule den

gewünschten Abschluss anbietet.

Nur Privatschulen, die staatlich

anerkannt sind, dürfen Abschlussprüfungen

durchführen. Schulen mit

dem Status „staatlich genehmigt“

dagegen bereiten ihre Schüler lediglich

auf einen Abschluss vor. Dieser

Unterschied bedeutet: Die entsprechenden

Prüfungen schreiben die

Schüler in diesen Fällen als externe


unternehmen [!]

SPEZIAL

9

Welche Kinder werden angenommen? Weiterführende Privatschulen haben bei den Kriterien freie Wahl.

FOTO: MONKEY BUSINESS IMAGES/SHUTTERSTOCK.COM

Das

Verfahren

kann juristisch

angegriffen

werden.

Christian Birnbaum

Rechtsanwalt

Prüflinge an einer staatlich anerkannten

Einrichtung.

Während bei privaten Grundschulen

der Wohnort des Schülers

eine Rolle spielt, besteht bei

weiterführenden Privatschulen

Wahlfreiheit. Zumindest in der

Theorie. In der Praxis gibt es

nicht immer einen Platz an der

gewünschten Schule. Jeder private

Träger hat eigene Auswahlverfahren.

Schulleiter können

das Losverfahren nutzen oder

die Plätze nach verschiedenen

Kriterien vergeben. Wie etwa

der Länge des Schulwegs oder

danach, ob ein Geschwisterkind

dieselbe Schule besucht. Auch

ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis

kann als Entscheidungsgrundlage

dienen.

Immer wieder sind Eltern

enttäuscht, wenn sie von der gewünschten

Privatschule eine

Absage erhalten. „Das Auswahlverfahren

kann juristisch angegriffen

werden, je nach Fall

durchaus mit Erfolgschancen“,

sagt Rechtsanwalt Christian

Birnbaum. „Ein rechtliches

Vorgehen kann sich schon deshalb

lohnen, weil bis Schuljahresbeginn

Plätze nachträglich

wieder frei werden können“, so

der Experte für Schulrecht. Bei

der Neuvergabe würden dann

Bewerber bevorzugt, die gegen

die ursprüngliche Ablehnung

Rechtsbehelf eingelegt haben.

Außerdem sei nicht selten festzustellen,

dass die angegebenen

Auswahlkriterien nicht gleichmäßig

angewendet wurden.

„Auch hier besteht juristische

Angriffsfläche.“

Statistiken zeigen: Schüler

von Privatschulen erbringen

nicht unbedingt bessere Leistungen.

Wie bei staatlichen

Schulen, kann auch die Qualität

von Privatschulen erheblich variieren.

Die Entscheidung, welche

Schule am besten passt, ist

eine sehr individuelle, die Eltern

auf alle Fälle auch mit ihrem

Kind besprechen sollten. [!]


Silke Blumenröder


TITELTHEMA 11

Jedes dritte Produkt

wird verschwinden

Ulrich Medical Eine neue EU-Verordung mischt die Medizintechnikbranche mächtig auf:

Aus 200 Seiten Dokumentation werden 2000, die Kosten wachsen. Familienunternehmer

Christoph Ulrich erklärt im Interview die Folgen, spricht über mögliche Engpässe, Skandale

in der Branche und emotionale Entscheidungen in der eigenen Firma.

Ihr Unternehmen ist 100 Jahre alt. Was hat Ihren

Ur-Großvater im Jahr 1919 zum Gründen bewegt?

Damals wurde in Ulm das städtische Krankenhaus

eröffnet. Das benötigte einen guten Chirurgie-Mechaniker,

der die OP-Instrumente herstellen konnte.

Aus diesem Grund ist mein Ur-Großvater von Tuttlingen

nach Ulm gezogen.

Hat die Kooperation die Jahre überdauert?

Auch heute ist die Universität Ulm, die die Klinik

übernommen hat, ein wichtiger Partner für uns. Beispielsweise

testet das Biomechanische Institut unsere

Produkte und mit dem RKU – der orthopädischen

Klinik – arbeiten wir noch heute intensiv vor

allem im Bereich Fortbildung zusammen.

Medizinprodukte sind ein sicherer

Markt. Die Bevölkerung wird älter,

der Markt boomt seit Jahrzehnten.

Läuft das Geschäft von allein?

Ja, der Markt ist da. Es gibt immer

mehr Volkswirtschaften, die einen

Bedarf an Medizinprodukten haben.

Aber gleichzeitig muss diese

Verfügbarkeit auch bezahlt werden. Speziell von

den Krankenkassen – für uns erhöhen deren Vorgaben

den Kostendruck. Die Produkte sollen immer

günstiger werden, allerdings steigen auf der anderen

Seite die Markteintrittsbarrieren.

Was meinen Sie damit?

Mit der Einführung des CE-Zeichens in den 1990er

Jahren, mit dem die Sicherheit von Medizinprodukten

erhöht wurde, mussten Unternehmen deutlich

mehr dokumentieren als zuvor. Ähnlich ist es heute

mit der neuen EU-Medizintechnikprodukte-Verordnung

MDR, auch diese bürokratische Hürde

muss bezahlt werden.

Jüngst berichtete die Süddeutsche unter dem Titel

„Plastikschrott entfernt“ über minderwertige Prothesen

eines britischen Herstellers. Was denken Sie,

Man darf nicht

die Branche

wegen der Habgier

eines Einzelnen

verteufeln.

wenn Sie so etwas lesen?

Dass wir als Hersteller eine sehr hohe Verantwortung

haben und die richtigen Materialien auswählen

müssen. Trotzdem finde ich es falsch, die gesamte

Branche wegen der Habgier oder Fehlentscheidung

eines einzelnen Herstellers zu verteufeln. In den allermeisten

Fällen sind die Produkte einwandfrei,

verbessern den Gesundheitszustand und halten

sehr lange.

Durch solche Skandale werden auch die Chirurgen

sensibilisiert. In welcher Form fällt so etwas auf Sie

als Hersteller zurück?

Es gibt immer wieder Irritationen wie diese. Dann

verlangen die Kliniken von uns die

Dokumentation beziehungsweise

Belege, dass wir die fraglichen

Materialien nicht verwenden. Mit

unserer über 100-jährigen Erfahrung

haben wir natürlich einen

Vorteil, auch was das Image betrifft.

Die von uns eingesetzten

Materialien sind erprobt und körperverträglich

– zum Beispiel das

Titan, das wir für die Wirbelsäule

einsetzen. Trotzdem forschen wir an neuen Materialien

und verschiedenen Kunststoffen.

Worauf kommt es dabei an?

Wir wollen keinen Trend verschlafen, aber auch

nicht jeden mitmachen. Daher legen wir Wert auf

seriöse Daten und überstürzen nichts. Meiner Meinung

nach ist die neue Gesetzgebung dahingehend

gut: Anbieter müssen nachweisen, dass die Produkte

funktionieren und verträglich sind. Das ist eigentlich

selbstverständlich.

Das besagte britische Unternehmen hat nur einen

dreimonatigen Test an 29 Patienten durchgeführt

und anschließend das CE-Zeichen von einer britischen

Prüfstelle bekommen. Wie kann das sein?

Ich sage mal so: Die genannten Prüfstellen sind privatwirtschaftlich

organisiert. Die Prüfkriterien wer-

Zur Person

Christoph Ulrich

führt seit zehn Jahren

das Ulmer Medizintechnikunternehmen,

dessen alleiniger Inhaber

er ist. Der 46-Jährige

ist verheiratet

und hat mit seiner

Frau zwei Kinder (vier

und sieben Jahre alt).

Nach dem Abitur absolvierte

der gebürtige

Ulmer ein BWL-Studium

an der Dualen

Hochschule in Heidenheim.

Der Ausbildungsbetrieb

war das

väterliche Unternehmen.

Es folgten Stationen

in den USA, bei

einem Handelsunternehmen

im Ruhrgebiet

und ein einjähriger

Aufenthalt bei

rund 20 Medizintechnikherstellern

in Tuttlingen.

Zurück in Ulm

stieg er als Produktmanager

ein, leitete

das Marketing, später

den Bereich Wirbelsäulensysteme.

Ulrich

radelt (Rennrad und

Mountainbike). Er liebt

die Berge (Skifahren,

Wandern). Entspannen

kann sich der Jäger

auch auf dem

Hochsitz, indem er einfach

den Wald genießt.

Christoph Ulrich führt das Ulmer Medizintechnik-Unternehmen in der vierten Generation.


12

TITELTHEMA

„Die Entwicklung von

Medizintechnikprodukten

kostet schnell eine Million

Euro“, sagt Firmenchef

Christoph Ulrich.

den unterschiedlich ausgelegt. Die

Gesetzgebung in Deutschland ist

eindeutig, aber das ist nicht überall so.

Wie greifen Entwicklung und Prüfung

eines neuen Produktes ineinander?

Die Entwicklung geschieht in Zyklen.

Es gibt Phasen, in denen das Produkt ständig

geprüft wird. Wir haben hier im Werk

eigene Maschinen für die ersten Vortests.

Im Anschluss liefern wir einige Implantate

an ein biomechanisches Institut. Das

ist für uns wichtig, weil die Biomechaniker

dort die Produkte mit neutralem Blick

testen. Mit der bisherigen Gesetzgebung

waren viele dieser Maßnahmen freiwillig,

für uns aber schon immer wichtig.

Wie viel Zeit braucht die Entwicklung eines

neuen Implantats?

Das kommt darauf an, wie viel Erfahrung

wir bereits gesammelt haben beziehungsweise

wie innovativ die eingesetzte

Technik ist. Wir versuchen mit jeder

Neuentwicklung einen weiteren Nutzen

für den Kunden zu generieren.

Wie viel Geld steckt in einer solchen Neuentwicklung?

Die Kosten schießen schnell in die Höhe.

Eine Million Euro ist schnell weg. In Zukunft

kommt zudem der Aufwand für die

verpflichtenden klinischen Studien hinzu.

Die haben wir zwar auch früher gemacht, allerdings

konnten die Daten mehrere Jahre

lang genutzt werden. Jetzt benötigen wir jährliche

Studien. Dies gilt für unsere Implantate

ebenso wie für die Kontrastmittelinjektoren.

Noch etwas teurer wird es nun im Bereich Wirbelsäulen.

Woran liegt das?

Hierfür muss laut Gesetz nun ein Register erstellt

werden, das alle Operationen und die

verbauten Implantate sowie Reklamationsquoten

und ähnliches erfasst. Daran arbeiten

wir gerade mit dem Bundesverband Medizintechnologie

und der Deutschen Gesellschaft

für Wirbelsäulenchirurgie. Die Daten aus

dem Register werden jährlich ausgewertet,

um so für mehr Transparenz zu sorgen. Da

zumindest ist Positives aus den Skandalen

entstanden. Die Auswertungen sollen

auch den Patienten zur Verfügung stehen.

Wie wirkt sich die neue EU-Verordnung

MDR auf Ihr Unternehmen aus?

Wir haben 20 000 Artikel im Sortiment.

Für jeden Einzelnen müssen

wir nun klinische Studien vorlegen.

Das setzt uns und unsere Wettbewerber

unter Druck.


TITELTHEMA 13

Es gibt schon warnende Stimmen, dass es im

nächsten Jahr zu einem Versorgungsengpass bei

vielen Medizinprodukten kommen könnte.

Davon gehe ich nicht aus. Kein Krankenhaus hängt

allein von einem Anbieter ab. Allerdings werden die

Hersteller ihre Produktportfolios verkleinern. Ich

schätze, dass etwa jedes dritte Produkt vom Markt

verschwinden wird.

Was ist der Grund dafür?

Weil die technische und klinische Dokumentation

zu teuer oder personell nicht leistbar sein wird. Das

ist auch bei uns so. Wir haben bereits erfolgreiche

Produkte eingestellt, weil deren Markt nicht groß

genug ist und es sich nicht rentiert, in diese zu investieren.

Was erwarten Sie noch als Folge der neuen EU-Verordnung?

Es werden sich auch ausländische Firmen aus Europa

zurückziehen, denen der Aufwand zu hoch ist

oder weil sie die vorgeschriebene Qualität nicht erreichen.

Einige sehr günstige Hersteller aus Asien

haben Europa schon den Rücken gekehrt. Für die

Patientensicherheit ist dies ein Vorteil.

Wo lauern Fallstricke für die Umsetzung der MDR?

Der größte Engpass sind die Prüfstellen. Bisher sind

erst zwei Stellen – eine britische und der TÜV Süd

– zertifiziert nach der neuen EU-Verordnung zu prüfen.

Bisher gab es 84 Prüfstellen. Kommt es zum

harten Brexit fällt eine der beiden bereits weg. Da

Die neue EU-Verordnung

MDR birgt Fallstricke, doch

Christoph Ulrich ist

zuversichtlich.

Kraftort

USM steht für zeitloses Design, zurückhaltend aber ausdrucksstark. Die Einfachheit

lässt gestalterische Freiheit, die Reduktion schafft Raum für echte Klasse.

www.fey-ulm.de


Die neuen EU-Vorgaben zur

Dokumentation verteuern

Medizinprodukte. „Als

Komplettanbieter müssen

wir unsere Händler auch

mit Nischenprodukten

versorgen“, erläutert Christoph

Ulrich. „Das drückt

auf die Marge.“

stellt sich die Frage, wie der TÜV Süd alle 200 000

Medizinprodukte in Deutschland innerhalb von

zehn Monaten prüfen soll.

Wie soll das funktionieren?

Es müssen entweder schnell mehr Stellen kommen

oder die Übergangsfrist muss verändert werden.

Bislang ist noch kein einziges Produkt geprüft. Das

ist eine tickende Zeitbombe. Leider

war die Politik bei diesem

Thema ein bisschen zu langsam.

Und was passiert mit kleinen,

wichtigen Produkten, die von der

Rentabilität her nicht attraktiv

sind?

Natürlich gibt es Nischenprodukte,

die wir weiterhin anbieten müssen,

um unsere Händler als Komplettanbieter zu

versorgen. Diese Investitionen zehren stark an der

Marge. Egal wie oft das Produkt zum Einsatz kommt,

Software, Maschinen, etc. müssen validiert werden.

Deshalb haben wir den Druck zu wachsen.

Die hohen

Standards in

Europa erleichtern

die Zulassung in

anderen Ländern.

Aber Ulrich Medical scheint es gut zu gehen.

Ja, uns geht es gut, weil wir wachsen. Die hohen

Standards in Europa erleichtern die Produktzulassung

in anderen Ländern. Das dauert zwar teilweise

lang – in China vier bis fünf Jahre – aber mit den

USA und Kanada etwa, gibt es nun Anerkennungsabkommen,

die uns helfen in diesen internationalen

Märkten zu wachsen.

Wo kam das Wachstum bisher her?

Im Bereich Wirbelsäule waren es

vorwiegend Asien und Südamerika.

Aber dort werden sich die

Märkte durch die Billiganbieter

verändern. Unser Fokus liegt nun

auf Europa und den USA. Im Bereich

der Kontrastmittelinjektoren

setzen wir auf den weiteren

Ausbau der Internationalisierung. Hier sind wir

weltweit bereits in über 60 Ländern erfolgreich.

Inwiefern verändern sich die Märkte?

In Taiwan, China und Korea sitzen große Hersteller,

die europäische Produkte zunächst kopiert und


TITELTHEMA 15

dann deutlich günstiger angeboten haben. Die Produkte

sind das eine, Schulungen für Ärzte und medizinisches

Personal das andere. Ulrich Medical

bietet jährlich mehr als 100 Veranstaltungen an. Das

gibt es bei den günstigen Anbietern nicht. Dementsprechend

erfüllen diese auch nicht die MDR-Qualitätskriterien.

Das ist ein weiterer Grund, warum

sich diese vom europäischen Markt zurückziehen.

Werden die Produkte in Europa teurer?

Pro Wirbelsäulen-OP bekommt ein Arzt nur einen

bestimmten Satz von der Krankenkasse vergütet.

Dann darf eine Prothese beispielsweise nicht mehr

als 800 Euro kosten, denn sonst kann der Arzt sie

nicht einsetzen. Die zusätzlichen Kosten, die durch

die Gesetzesänderung entstehen, treffen zunächst

die Marge der Hersteller. Eine technische Dokumentation,

die früher 200 Seiten umfasst hat, wird

künftig an die 2000 Seiten umfassen. Daher müssen

wir weiter wachsen.

Wie groß muss ein Medizinproduktehersteller sein,

um das stemmen zu können?

Es gibt nur noch 80 Unternehmen in der Branche,

die mehr als 200 Mitarbeiter haben. Davon sind sicher

nicht einmal fünf Familienunternehmen wie

wir. Der Markt wird sich weiter konsolidieren. Es

muss uns also jetzt gelingen, unsere Prozesse so

auszurichten, dass wir trotz der Veränderungen

rentabel wirtschaften können.

Was heißt das konkret?

Wir wollen weiterhin am Standort Ulm produzieren.

Natürlich haben wir hier eine andere Kostenstruktur,

als wenn wir ins Ausland gehen würden,

schon allein im Hinblick auf Gehälter. Deshalb müssen

wir unsere Prozesse optimieren, jede Sekunde

aus den Maschinen rausholen und die Vorteile der

Digitalisierung nutzen.

Wie gehen Sie vor?

Wir setzen dieses Jahr eine Million Euro ein, um

interne Prozesse zu digitalisieren. Ich strebe das papierlose

Unternehmen an. Zudem wollen wir auch

die Anwender, also beispielsweise Ärzte im Bereich

Wirbelsäule oder MTRA im Bereich der Kontrastmittelinjektoren

unterstützen.

Wo setzen Sie da an?

Im Bereich Wirbelsäule beispielsweise, müssen

Ärzte alles dokumentieren. Das Produkt muss vom

Rohstoff bis zum Einsatz nachverfolgbar sein. Aktuell

passiert das per LOT-Nummer, die von den meisten

Medizinern immer noch per Hand in die Patientenakte

eingetragen wird. In Zeiten von Ärztemangel

möchten wir den Medizinern diese administrativen

Tätigkeiten abnehmen. Deshalb arbeiten wir derzeit

an einem Pilotprojekt, das auf der RFID-Technologie

basiert.

„Deshalb müssen wir

unsere Prozesse optimieren,

jede Sekunde aus den

Maschinen rausholen und

die Vorteile der Digitalisierung

nutzen.“


16

TITELTHEMA

Implantate und Kontrastmittelinjektoren für Patienten in mehr als 50 Ländern

Der Stammsitz von Ulrich Medical im Ulmer Norden. Dort entstehen auch Wirbelsäulenimplantate.

Viele Menschen profitieren von den Produkten

des Ulmer Medizintechnikunternehmens,

ohne dass sie es wissen. Mehr als die

Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Ulrich

Medical mit Kontrastmittelinjektoren, die

bei Untersuchungen mit Computertomographie

(CT) und Magnetresonanz (MRT) zum

Einsatz kommen. Die Ulrich GmbH & Co. KG

ist zudem Spezialist für Blutsperregeräte

und Wirbelsäulen-Implantate.

Die Wurzeln des Unternehmens liegen in

der Herstellung chirurgischer Instrumente,

die das Unternehmen aber mittlerweile aufgegeben

hat. So stößt der geschäftsführende

Gesellschafter Christoph Ulrich, der das

Familienunternehmen gemeinsam mit Geschäftfsührer

Klaus Kiesel führt, mitunter in

Büros von Chefärzten im Bücherregal auf

alte Produkte, wie einen Magen-Darm-Nähapparat

aus dem Jahr 1934.

Das Unternehmen wächst seit Jahren stetig,

im ersten Halbjahr um 10 Prozent. Der

Umsatz soll 2019 die Schwelle von 100 Millionen

Euro erreichen. Der Auslandsanteil beträgt

70 Prozent.

Ulrich Medical beschäftigt weltweit rund

500 Mitarbeiter, davon 340 am Firmensitz in

Ulm. Niederlassungen gibt es unter anderem

in Frankreich, den USA und China.

Wir bringen

auf unseren

Implantaten

RFID-Chips

an.

Also Datenübertragung im Ultrahochfrequenzbereich…

Wir bringen einen Chip auf den Implantaten an,

welcher im besten Fall automatisch gescannt wird

und somit ein eindeutig identifizierbarer Barcode in

die Patientenakte übertragen wird. Langfristig soll

zudem ein automatischer Bestellprozess eingeleitet

werden. Dafür ist es allerdings nötig, dass Patientenakte,

Krankenhausverwaltungssystem und unser

ERP-System miteinander verknüpft sind.

Kollidieren solche Pläne nicht mit der Datenschutzgrundverordnung?

Die verlangsamt die Entwicklung ein bisschen. Für

uns als Familienunternehmen war es aber immer

ein Vorteil, schneller als die Konzerne agieren zu

können. Deshalb müssen wir auch hier einen Weg

finden, schneller zu sein.

Wie sehen die Digitalisierungsprojekte im Unternehmen

aus?

Ein großes Thema ist die Datentransparenz, aber

auch viele Abläufe werden digitalisiert. Zum Beispiel

nutzen wir, wo es geht und erlaubt ist, digitale

Schnittstellen zum Dokumentenmanagement anstatt

wie früher Faxe zu verschicken. Natürlich muss

auch dieses System den Behörden gegenüber validiert

werden. Daran arbeiten wir, auch wenn es länger

dauert als in anderen Branchen.

Wie viele ihrer Mitarbeiter dokumentieren und validieren?

Von 60 Mitarbeitern, die wir vergangenes Jahr neu

eingestellt haben, sind 50 in der Regulation, im Qualitätsmanagement

und der Qualitätssicherung tätig.

Und das sind auch jetzt noch genau die Mitarbeiter,

die wir suchen: IT-Spezialisten, die uns mit der Digitalisierung

helfen und QM/QS-Manager, die uns

bei der Dokumentation unterstützen. Das ist gar

nicht so einfach, weil in der Region Ulm Vollbeschäftigung

herrscht.

Was hat sich im Vergleich zu vor zehn Jahren beim

Thema Personal geändert?

Damals hatten wir hauptsächlich Ingenieure bei uns

im Haus. Heute sind die Teams interdisziplinär aufgestellt,

mit Biologen, Chemikern und Klinikern. So

können wir direkt mit den Experten bei den Behörden

diskutieren, nachweisen, dass die Produkte sauber

verpackt sind, gereinigt werden und so weiter.


TITELTHEMA 17

Wo sind Ansatzpunkte für Produktinnovationen?

Natürlich hofft man immer auf den ganz großen

Wurf. Wir haben viele Patente und für beide Bereiche

ein Team aus über 50 Ärzten und Anwendern,

die uns beraten. Aber klar ist, dass neue Produkte in

Zukunft nur sehr teuer auf den Markt zu bringen

sind. Das heißt für uns: Wenn wir es wagen, müssen

diese sehr innovativ sein und es muss auch eine

breite Nachfrage vorhanden sein.

Was heißt das für den Alltag?

Wir konzentrieren uns viel mehr auf die kleinen Innovationen

und Verbesserungen. Das hat auch mit

der Machtverlagerung weg von den Ärzten hin zur

Verwaltung zu tun. Die Patientensicherheit steht

ganz oben, keine Frage. Aber auch der wirtschaftliche

Nutzen spielt eine stärkere Rolle.

Was war bislang Ihre schwierigste Entscheidung?

Ulrich Medical ist mit chirurgischen Instrumenten

für Medizin groß geworden. Mein Vater hing sehr

daran. Ich habe dann vor zehn Jahren die Geschäftsführung

übernommen und musste entscheiden, wie

wir das Unternehmen möglichst solide für die Zukunft

aufstellen. Schnell war klar, dass die Wirbelsäulenchirurgie

und die Radiologie die vielversprechendsten

Wachstumsmärkte sind. Also beschloss

ich, dass wir uns darauf konzentrieren.

Was bedeutete das fürs Unternehmen?

Wir haben den Bereich chirurgische Instrumente

verkauft. Das war sehr emotional, auch für viele

langjährige Mitarbeiter, die uns teilweise seit 25

oder gar 40 Jahren treu sind. Doch es war gleichzeitig

auch der Schritt, der uns jetzt die notwendige

Freiheit gibt.

Christoph Ulrich: „Die

Entscheidung, sich von

den Wurzeln des Unternehmens,

der Herstellung

chirurgischer Instrumente

zu trennen, war sehr

emotional.“

PERSONALBERATUNG . HEADHUNTING . RECRUITINGAGENTUR

Wir unterstützen Sie

bei der Suche nach Führungspersönlichkeiten,

die Ihr Unternehmen zum Erfolg führen

im gesamten Prozess von der Abstimmung des

Positionsprofils bis zum erfolgreichen Abschluss

Wir freuen uns auf Sie.

Ihre eleven personalberatung

PERSÖNLICH

REGIONAL

SPEZIALISIERT

eleven personalberatung

Weinhof 14

89073 Ulm

tel: 0731 140 224 0

info@eleven-personalberatung.de

www.eleven-personalberatung.de


18

TITELTHEMA

Christoph Ulrich, geschäftsführender

Gesellschafter des

gleichnamigen Medizintechnikunternehmens,

im

Gespräch mit Alexander

Bögelein, Redaktionsleiter

des Magazins Unternehmen

[!].

Das Interview führte

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

Unternehmen [!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos:

Marc Hörger

War es auch in der Familie ein Thema?

Natürlich, mein Vater und mein Großvater haben

selbst viele Instrumente entwickelt und den Bereich

vorangetrieben. Sich einzugestehen, dass wir

mit dieser Sparte nicht mehr wachsen können und

keine Zukunft mit ihr haben, war hochemotional.

Die Konkurrenz ist sehr groß und viele Firmen stellen

kostengünstig im Ausland her. Zudem war der

Rahmen für Innovationen ausgeschöpft.

Wie schwer ist es, Innovationen in Ihrem zweiten

Produktbereich umzusetzen, der Radiologie?

Wir sind hier auf Kontrastmittelinjektoren

für Computertomographie

und Kernspintomographie

spezialisiert. Dort streben wir die

Markführerschaft in Deutschland

und Europa an. Innovationsträchtig

sind hier vor allem das Handling

und die zugehörige Software.

Was heißt das konkret?

Auch hier ist es das Ziel effizient zu arbeiten, also

möglichst viele Patienten pro Tag zu untersuchen.

Hinzu kommt der Wunsch nach Vernetzung von

Scanner und Injektor sowie dem automatischen

Transfer aller Untersuchungsdaten in das Krankenhausinformationssystem

beziehungsweise in die

Patientenakte. Das Arzneimittel selbst stellen wir

nicht her. Aber unsere Software koordiniert die Injektion.

Diese Daten müssen aufwändig manuell

geschrieben und von einem ins andere Datensystem

übertragen werden. Das heißt, es gibt viele Schnittstellen

und Brüche, die wir künftig clever vernetzen

werden.

Meine Mutter

litt lange an

Rückenschmerzen,

bis sie ein

Implantat bekam.

Welche Produkte würden Sie gern auf den Markt

bringen?

Ich kann Ihnen kein konkretes Produkt nennen. Ich

möchte ständig im Dialog mit den Medizinern und

Anwendern bleiben. Nur so können wir herausfinden,

welche Fragestellungen ungelöst sind und an

welchen Stellen unsere Ingenieure noch mehr optimieren

können.

Das hört sich etwas nach Marketing-Sprech an?

Ist es aber nicht. Ich erkläre es gern anhand meiner

persönlichen Erfahrung aus dem Bereich Wirbelsäule:

Mit 16 Jahren habe ich ein

Praktikum im Krankenhaus gemacht.

Mein Vater wollte, dass ich

mir anschaue, wie unsere Implantate

eingesetzt werden. Da stand

ich sechs Stunden lang als Zuschauer

bei der Skoliose-OP einer

11-Jährigen. Mir tat selbst der Rücken

weh und es hat mich beeindruckt,

dass Ärzte so lange am

Stück so konzentriert arbeiten müssen.

Was haben Sie sich mitgenommen?

Nach der OP nahm mich der Arzt mit auf Station,

um mir zu zeigen, wofür er das macht. Dort saß ein

anderes Mädchen, vielleicht ein paar Jahre jünger.

Sie saß aufrecht und sagte: „Danke, Herr Doktor,

jetzt bin ich endlich ein richtiges Mädchen.“ Das hat

mich gerührt. Die Medizintechnik ist eine so sinnvolle

Branche, in der die Produkte Menschen so viel

Leid nehmen können. Auch meine Mutter litt lang

unter Rückenschmerzen und hat schließlich ein Implantat

von uns bekommen. Seither geht es ihr gut.

Das macht mich stolz.


RESSORT 19

content, der

wir machen kampagnen aus ihren themen

Wir konzeptionieren, realisieren und streuen

hochwertigen Content mit echtem Mehrwert.

www.contentperformance.de


20

MACHEN unternehmen [!]

Kultmarke auf Ketten

für die Skipisten der Welt

Kässbohrer Geländefahrzeug Pistenbullys sind in den Alpen und der Antarktis unterwegs.

Der Hersteller aus Laupheim plant aber auch für eine Zukunft mit weniger Schnee.

Mystisch schöne Atmosphäre in

den Allgäuer Alpen: Wie hier am

Fellhorn richten die Raupenfahrer

mit 510 PS die Pisten, oft von

16 Uhr bis nach Mitternacht.

Foto: Lars Schwerdtfeger

„Wir wollen mit dem Powerbully weiter wachsen“

Wie stellt sich die Kässbohrer Geländefahrzeug

AG für eine Zukunft auf,

in der Schnee Mangelware sein wird?

Jens Rottmair, Vorstandschef: Der Klimawandel

und seine Konsequenzen sind ein

Thema. Ich bin im Umweltbeirat des Deutschen

Skiverbandes (DSV) und kenne

die entsprechenden Studien. Eine Wintersaison

mit wenig Schnee wirkt

sich bei uns unmittelbar auf die

Ergebnisse im nächsten Geschäftsjahr

aus.

Auch im vergangenen

Geschäftsjahr?

2018/2019 war es zum

Glück anders. Wir haben

weltweit um die 600 Fahrzeuge

verkauft. Daneben gibt

es bereits seit 1991 den Bereich

Strandreinigungsgeräte; auch hier

sind wir weltweiter Marktführer. Durch eine

erfolgreiche Akquisition im Jahr 2017 werden

wir diesen Bereich weiter ausbauen.

Wie sieht es mit Müllvermeidung im

Unternehmen aus?

Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Plastikmüll

um 50 Prozent zu reduzieren.

Wo sehen Sie Wachstumschancen?

Im sogenannten Utility Markt. Wir wollen im

Bereich Powerbully weiter wachsen. Vor allem

in Russland und in den USA gibt es eine

starke Nachfrage nach All-Terrain-Fahrzeugen.

Sie werden unter anderem bei Reparaturen

nach größeren Schäden eingesetzt

oder bei der Verlegung von Pipelines.

Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr

„50 Jahre

Pistenbully“ ist die Inbetriebnahme

des

neuen Logistikzentrums.

Was war der

Hintergrund? Der Hintergrund

war der Platzmangel.

Dass jetzt modernste Automatisierungssysteme

zum

Einsatz kommen ist selbstverständlich

und steigert die Effizienz. Wir verkaufen

deutlich mehr Ersatzteile da die Fahrzeuge

meist länger im Einsatz sind als in der Vergangenheit

und die Betriebsstunden steigen.

Wie schwer macht es Ihnen die Vollbeschäftigung

in der Region, die nötigen

Fachkräfte zu gewinnen?

Die Bindung an das Unternehmen ist hoch

und die Fluktuation mit 0,5 Prozent äußerst

gering. Vakante Stellen können wir meist

zeitnah wieder besetzen. Dennoch werden

wir unsere Ausbildungsrate von derzeit fünf

Auszubildenden pro Jahr verdoppeln und

sind gerade dabei ein zukunftsorientiertes

Ausbildungszentrum zu bauen.

Mit ihrem Projekt Snow-Sat haben Sie

aus der Schneetiefenmessung ein

Pisten- und Flottenmanagementsystem

für die Betreiber entwickelt.

Wann fahren die Pistenbullys autonom?

Autonom fahrende Pistengeräte sind noch

kein Thema. Dafür sind die Voraussetzungen

zu komplex. Gemeinsam mit unserer

französischen Tochtergesellschaft Snow-

Sat werden wir auch am Standort in Laupheim

selbst programmieren und den Kunden

innovative Assistenz- und Optimierungssysteme

anbieten. Dadurch wird die

Nachfrage nach Schulungen weiter steigen.

Bereits jetzt sind 5 Trainer unserer ProAcademy

weltweit unterwegs um die Fahrer in

puncto Wirtschaftlichkeit und Effizienz zu

schulen. Für den Einstieg bieten wir das

auch online an.

Sigrid Balke


unternehmen [!]

RESSORT

MACHEN

21

Mit Blick auf die Berglandschaft

der Südtiroler

Dolomiten

in Italien kam

Karl Kässbohrer die Idee zum

Pistenbully. Vor 50 Jahren ließ

der Ulmer Unternehmer eine

Pistenraupe fertigen. Seither

sind 22 000 Fahrzeuge weltweit

ausgeliefert worden. Mit ihren

Pistenraupen ist die Kässbohrer

Geländefahrzeug AG Weltmarktführer,

der Name Pistenbully

hat sich zu einer weltbekannten

Marke und zum Gattungsbegriff

entwickelt.

Weltweit bereiten Pistenraupenfahrer

nach der letzten Bergfahrt

der Lifte auf ihren Einsatz

vor und schaffen so die Basis für

uneingeschränktes Skivergnügen

am nächsten Tag. Bis nach

Mitternacht sind die Pistenbullys

im Gelände unterwegs, planieren

und modellieren die Pisten

und Loipen. Zu Beginn der

Saison sind sie unentbehrlich

beim Anlegen von Funparks und

Halfpipes.

„Dabei ist Schnee nicht gleich

Schnee“ weiß „Mr. Pistenbully“,

Erwin Wieland, ein Mann der

ersten Stunde. „Für das beste Ergebnis

ist es

entscheidend,

wie der Fahrer

die technischen

Möglichkeiten

des Pistenbully

nutzt“.

Wieland war

noch in der

Lehre, als Karl

Kässbohrer

Entscheidend

ist, wie Fahrer

die technischen

Möglichkeiten des

Pistenbully nutzen.

Erwin Wieland

Mann der „ersten Stunde“

nach einem

Skiurlaub auf

der Seiser Alm seine Idee in die

Tat umsetzte. Die Produktion

des „PB 145“, dem ersten serienreifen

Modell, wurde in den Bereich

Sonderfahrzeuge ausgelagert.

Unter der Führung von Erwin

Wieland – unterstützt von

Konstrukteur Walter Haug –

startete die Erfolgsgeschichte

des Pistenbully bei den Kässbohrer

Fahrzeugwerken. 1994

folgte die Auslagerung mit Pistenbully

und Beach-Tech, in das

eigenständige

Unternehmen

Kässbohrer

Geländefahrzeug

GmbH.

Nach der

Übernahme

des Ulmer Traditionsunternehmens

Kässbohrer

durch

Daimler Benz

im Jahr darauf,

stand dieser Bereich zum Verkauf.

Unternehmen wie der kanadische

Flugzeug- und Schienenfahrzeughersteller

Bombardier

kamen mit Kaufabsichten

in die Donaustadt. Zu dieser Zeit

fertigten rund 200 Mitarbeiter

am Standort Magirusstraße in

der Ulmer Weststadt 300 Fahrzeuge

pro Jahr. Der Sepezialfahrzeughersteller

war seit der

Winterolympiade in Sapporo

1972 auch international auf dem

Weg zum Weltmarktführer.

„Das wäre Verrat gewesen“

In einen großen Konzern integriert

zu werden war für Erwin

Wieland undenkbar, „das wäre

ein Verrat an meiner Mannschaft

gewesen.“ Das Führungsteam

hielt zusammen, investierte

Privatkapital und fand mit

Friedrich Graf von der Groeben

von der Frankfurter Beteiligungsberatungs

GmbH Schroders

& Partner einen finanzstarken

Investor. Mit einem fremdinanzierten

Management Buyout

übernahm Groeben das

familiär geführte Unternehmen,

das er anschließend an die Bör-

www.fgi.de

Braucht Ihr Gewerbe-Objekt

auf absehbare Zeit eine neue Nutzung?

Wir sind als erfahrene Immobilien-Spezialisten Ihr richtiger Partner.

Immobilien-Vermittlung | Projektentwicklung | Immobilien-Management | Wertermittlungen | Energieausweise

0731 9792390

Fachpartner Gewerbe-Immobilien GmbH

Marktstraße 2 | 73033 Göppingen | info@fgi.de | www.fgi.de


22

MACHEN unternehmen [!]

se brachte. Heute gehört Kässbohrer

Geländefahrzeug dem Unternehmer

Ludwig Merckle. Er stockte die

Anteile weiter auf und fand die

Kleinaktionäre 2015 ab. Diese erhielten

eine Barabfindung von 55,13 Euro

pro Aktie, was einem Unternehmenswert

von 276 Millionen Euro

entsprach. Wenig später nahm er das

Unternehmen von der Börse.

Eine

emissionsfreie

E-Pistenraupe

und eine neue

Logistikhalle.

FOTOS: KÄSSBOHRER, ANDRIANO.CZ/SHUTTERSTOCK.COM, LARS SCHWERDFEGER

Evolution einer Pistenraupe, von oben nach unten: Der allerste Pistenbully, eines der Nachfolgermodelle

und der elektrische PB 100 E, dessen Batterie in fünf Stunden zu 75 Prozent geladen ist.

Wechselvolle Geschichte

Die Kässbohrer Fahrzeugwerke

wurden 1893 gegründet.

Nach wirtschaftlichen

Schwierigkeiten wurde das

profitable Geschäft mit Pistenbullys

in Form eines Management-Buy-Outs

herausgelöst

und verkauft. Es folgt

der Gang an die Börse. Die

Muttergesellschaft wurde

1995 zerschlagen. Der Daimler-Konzern

übernahm die

Marke Setra und schmiedete

daraus mit seinem Busgeschäft

einen der führenden

Hersteller: Evobus.

Die Pistenbully-Produktion

zog erst nach Senden (Kreis

Neu-Ulm), aufgrund des starken

Wachstums baute das

Unternehmen 2002 neu in

Laupheim. Zu diesem Zeitpunkt

hatten sich der verstorbene

Ulmer Unternehmer

Adolf Merckle und Freunde die

Mehrheit der Aktien gesichert.

Mit einem weiteren Großaktionär,

der Kreissparkasse Biberach,

kam es zum Streit. Merckle

gewann vor Gericht und

übernahm das Unternehmen

komplett und wenig später

von der Börse. Aufsichsratschef

ist seit Jahren sein Sohn

Ludwig.

amb

Als Aufsichtsratsvorsitzender

hält er sich im Hintergrund. Fürs

operative Geschäft sind Vorstandssprecher

Jens Rottmair und Finanzchef

Alexander Schöllhorn zuständig.

Rottmair ist seit 14 Jahren dabei

und hält das Unternehmen auf Erfolgskurs.

Für beide ist das Jahr 2019

nicht nur wegen des Jubiläums ein

besonderes: Im Oktober wird das

neue Logistikzentrum eröffnet. Auf

der Branchenmesse in Innsbruck

präsentierte das Laupheimer Unternehmen

mit der Praxisstudie Pistenbully

100 E, die erste vollständig

elektrisch angetriebene Pistenraupe.

Die 126-Kilowattstunden-Batterie

soll eine Einsatzzeit von bis zu

drei Stunden ermöglichen. Damit

baut Pistenbully seine Stellung als

Weltmarktführer aus. Zuletzt erwirtschaftete

das Unternehmen mit 610

Mitarbeitern, davon 410 in Laupheim,

einen Jahresumsatz von mehr

als 250 Millionen Euro.

Vorreiter in Sachen Innovation

waren die Laupheimer schon immer.

Ansonsten hätte sich das Unternehmen

auch nicht durchgesetzt. Der

frühzeitige Wechsel vom Benzin

zum Dieselmotor in Verbindung mit

einem hydrostatischen Antriebssystem

war ein technologisches Alleinstellungsmerkmal

in einer Branche,

in der zu jener Zeit noch mehr als

20 Hersteller am Markt waren. Heute

teilt sich Kässbohrer Geländefahrzeug

das Geschäft mit der Südtiroler

Prinroth AG. Hauptabsatzmärkte

sind Deutschland, Schweiz, Österreich,

Italien, Frankreich und

Skandinavien sowie die USA, Japan

und China. 140 Pistenbullys sind bei

Forschungsstationen in der Antarktis

im Einsatz.[!] Sigrid Balke


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 23

Auszeichnung

fürs Spieleland

Preis Zum fünften Mal in Folge

wurde das Ravensburger Spieleland

zum familienfreundlichsten

Themenpark Deutschlands

gewählt. Die Befragung wurde

durchgeführt von der Service-Value

GmbH in Kooperation

mit der „Welt am Sonntag“.

Das Ravensburger Spieleland in

Liebenau ist Teil der Ravensburger

AG, die 2018 einen Umsatz

von 491,5 Millionen Euro aufweisen

konnte. Der 1998 eröffnete

Park verzeichnet jährlich

rund 400 000 Besucher. [!]

Angst vor

Einsparungen

Hochschule Die Duale Hochschule

Baden-Württemberg

(DHBW) befürchtet durch den

neuen Hochschulfinanzierungsvertrag

Einsparungen. Dabei

seien ab 2021 zusätzliche Mittel

notwendig, so DHBW-Präsident

Professor Arnold van Zyl.

Die DHBW ist die erste staatliche

praxisintegrierende Hochschule

in Deutschland. Sie wurde

am 1. März 2009 gegründet.

Mit zwölf Standorten und 35 000

Studenten ist sie die größte

Hochschule im Land. [!]

Carthago

investiert

Rolls-Royce ändert seine Markenarchitektur. Das verändert auch

den Auftritt des Bereichs Power Systems mit der Kernmarke MTU.

Rolls-Royce Power Systems AG/©suphaporn - stock.adobe.com

MTU heißt künftig Rolls-

Royce Solutions

Aus der MTU Friedrichshafen GmbH wird die Rolls-Royce Solutions

GmbH. Derzeit entsteht eine neue Markenarchitektur, die ab Herbst mit

dem Start des neuen Internetauftritts sichtbar umgesetzt wird. Zudem

erhalten die Mitarbeiter E-Mail-Adressen mit der Domainendung @

rolls-royce.com sowie neue Arbeitskleidung. Der Motoren-Hersteller

MTU Friedrichshafen hat einen Umsatz von 3,9 Milliarden Euro und ist

das Kernunternehmen von Rolls-Royce Power-Systems, welches weltweit

über 10 000 Mitarbeiter beschäftigt.

Neubau Sechs Millionen Euro

investiert die Carthago Reisemobilbau

GmbH am Firmen-Standort

Aulendorf in ein

neues Bürogebäude. Fertigstellung

soll Ende 2020 sein. Gerade

haben die Bauarbeiten begonnen.

Der Neubau soll 3000

Quadratmeter auf vier Stockwerken

umfassen und optisch

ähnlich zum bereits bestehenden

Verwaltungsgebäude werden.

In Aulendorf beschäftigt

Carthago rund 600 seiner insgesamt

1400 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr

2018/2019 erzielte

das Unternehmen einen Umsatz

von rund 355 Millionen Euro. [!]

Mast hat neuen

Eigentümer

Übernahme Die Mast Kunststoffe

GmbH & Co. KG aus Bad

Waldsee wird in Zukunft zur

„Precision Motors Deutsche Minebea

GmbH“ aus Villingen-Schwenningen

gehören.

Diese wiederum ist Teil der Tokioter

Minebea-Mitsumi-Gruppe.

Die derzeitigen Eigentümer

Peter und Ulrich Mast bleiben

Geschäftsführer. Alle bisherigen

Kundenbeziehungen sollen gehalten

werden. Mast Kunststoffe

ist Spezialanbieter für werkzeuggebundene

Verzahnungsund

Antriebselemente und beschäftigt

130 Mitarbeiter. [!]

Neuer Name für

Wohnwagen

Reisen Die Hymer GmbH & Co.

KG will alle Wohnwagen unter

der Marke Eriba vertreiben. Alle

weiteren motorisierten Fahrzeuge

sollen unter der Marke Hymer

laufen. Durch diese strategische

Entscheidung sei es möglich,

die jeweiligen Zielgruppen

deutlicher zu definieren. Die

Firmen-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr

2016/17 mit ihren

weltweit mehr als 6000 Mitarbeitern

einen Umsatz von 2,1

Milliarden Euro. Ihre vier Geschäftsbereiche

sind Hymer

Reisemobile, Eriba Caravans,

Hymercar Freizeitfahrzeuge sowie

Hymer Original Teile & Zubehör.

[!]

Live-Acts

im Hotel

Hotel Ein offenes Haus, nicht

nur für Übernachtungs-Gäste,

soll das neue Aiden by Best

Western in Biberach zukünftig

sein. Ein Mitarbeiter wird sich

nur um Events kümmern. Möglich

seien laut dem geschäftsführenden

Gesellschafter Oliver

Schreiber zum Beispiel Live-

Acts oder Comedy-Abende.

Herzstück ist ein Lobbybereich

mit Cocktail-Bar. Das Aiden-Hotel

in Biberach hat 109 Zimmer.

Es ist weltweit erst das vierte

Haus der neuen Lifestyle-Marke

und Teil des 18-Millionen-Euro-Projekts

„Bismarck-Carré“

der Fides-Gruppe aus Ulm. [!]

Brouilon rückt

an die Spitze

Ruhestand Allan Hillgrove,

Mitglied der Unternehmensleitung

der Boehringer Ingelheim

Pharma GmbH & Co. KG und

verantwortlich für die Unternehmensbereiche

Humanpharma

und Biopharma, wird zum

Jahresende, nach 37 Jahren im

Unternehmen, in den Ruhestand

treten. Zum 1. Januar 2020 wird

Dr. Carine Brouillon seine

Nachfolgerin. Bei dem Pharmaunternehmen

sind rund 50 000

Mitarbeiter tätig. Im Jahr 2018

erwirtschaftete das Unternehmen

Umsatzerlöse von rund 17,5

Milliarden Euro. [!]


24

SPEZIAL unternehmen [!]

Das virtuelle Haus

BIM Der digitale Zwilling hält Einzug in der Baubranche: Per Computeranimation wird der

gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes erfasst, erst dann wird wirklich gebaut.

Beim Umbau des Weserstadions half ein

digitales, dreidimensionales Modell.

Der Blick ist etwas verstellt.

Auf seinem Platz

hinter einer Dachstütze

überblickt der Fußballfan

nicht das ganze Stadion. Auf

einem anderen Sitz sieht er die

Anzeigetafel nicht optimal. Obwohl

auf einzelnen Plätzen das

Sichtfeld ohnehin schon eingeschränkt

ist, wurden beim Umbau

des Weserstadions sichtversperrende

Dachstützen verwendet.

Der Grund: Freitragende

Stadiondächer sind teurer. Dass

sich die Bremer Bauherren beim

Umbau für die günstige, gestützte

Dachvariante entschieden haben,

liegt an einem digitalen

Zwilling mit 3D-Modell.

Simulation aus Sicht der Fans

Geplant hat diesen Eberhard

Beck. Der Stuttgarter ist

BIM-Experte der Bundesarchitektenkammer.

BIM steht für

Building Information Modeling,

und meint eine virtuelle Methodik,

die den gesamten Lebenszyklus

eines Gebäudes beschreibt:

von der Planung bis

zum Rückbau. „Wir erstellen einen

digitalen Klon“, verdeutlicht

Architekt Beck, dessen

dreidimensionales Modell

Grundlage für den Umbau des

Fußballstadions an der Weser

war. In dieser Simulation konnten

die Bauherren von jedem der

mehr als 42 000 Sitzplätze die

Fan-Perspektive einnehmen. Ihr

Urteil: Die Sichteinschränkungen

sind vertretbar. Daher wurde

das Dach günstiger gebaut.

Auch auf der derzeit in Heilbronn

stattfindenden Bundesgartenschau

kam BIM zum Einsatz.

Ein Holz- sowie ein Carbon-Pavillon

wurden mit Hilfe

eines Datenmodells zuerst komplett

simuliert – und danach gebaut.

„Dabei wird jedes Bauteil

nicht nur gezeichnet, sondern

mit Parametern hinterlegt“, erklärt

Beck den Unterschied zu

herkömmlichen Plänen und


unternehmen [!] SPEZIAL 25

CAD-Zeichnungen. So können

Planer etwa alle Türen im Gebäude

exakt im Modell definieren.

Holzart und Türgriff, Nassraum-geeignet

oder Rauchdicht

– egal welche Eigenschaften

und Maße eine Tür hat, alle

Daten sind im

System gespeichert.

Vom Architekten

über

den Bauschreiner

bis hin zum

Gebäudemanager

können

alle, die das

Haus erstellen,

nutzen, reparieren

oder in

Wir erstellen

mit dem

dreidimensionalen

Bau einen digitalen

Klon.

Eberhard Beck

Architekt

der Zukunft zurückbauen, auf

diese Daten zurückgreifen.

Doch sind Weserstadion und

Pavillons bisher noch Einzelprojekte.

Bis es zur flächendeckenden

Nutzung von BIM-Programmen

kommt wird es nach Einschätzung

von Professor Christof

Gipperich vom Studiengang

Bau-Projektmanagement an der

Hochschule Biberach noch etwas

dauern. Aktuell nutzen in

Baden-Württemberg vor allem

größere Architekturbüros die

softwarebasierte

Methodik.

Laut einer

Umfrage der

Kammer aus

dem vorigen

Jahr sind es die

Büros mit mehr

als zehn Beschäftigten,

die

BIM einsetzen

und bei denen

im Alltag mit Datenmodellen

gearbeitet wird. Die Nutzungsquote

von Büros, die bereits mit

BIM arbeiten, liegt bereits bei

36 Prozent. Bei kleinen Büros,

mit bis zu vier Mitarbeitern, verwenden

gerade einmal acht Pro-

FOTO: SHUTTERSTOCK.COM

Die Digitalisierung erreicht die Bauwirtschaft: Betonfertigteile

kommen künftig vermehrt aus 3D-Druckern.


26 SPEZIAL unternehmen [!]

Schnellere und bessere Planung

Zur Person

BIM ermöglicht vieles, auch, dass sich mit VR-Brillen die geplanten Gebäude virtuell begehen lassen.

Eberhard Beck ist

BIM-Experte der

Bundesarchitektenkammer.

Er gilt als

Pionier beim Einsatz

von Datenmodellen

und arbeitet in

Stuttgart.

Building Information Modeling

(BIM) bezeichnet eine kooperative

Arbeitsmethodik. Auf der Grundlage

digitaler Modelle lassen sich die für

den Lebenszyklus wichtigen Informationen

und Daten eines Gebäudes

erfassen, verwalten und in einer

transparenten Kommunikation zwischen

den Beteiligten austauschen

oder für die weitere Bearbeitung

übergeben. Auch mit Blick auf das

spätere Gebäudemanagement birgt

BIM hohes Sparpotenzial. Die Architektenkammer

und das Bundesbauministerium

haben die Publikation

„BIM für Architekten“ herausgegeben.

Diese beantwortet die 100

wichtigsten Fragen und vermittelt

so auch für Interessierte einen

schnellen Einstieg in das Thema. Sie

kostet 29 Euro.

SIM

ERSTER

GEWINNER

DES

SALA

BIM

Die Zauberformel für perfektes Bauen heißt: Digital bauen. Als

erster BIM-AWARD-Sieger Baden-Württembergs planen und

realisieren wir wegweisende Bauprojekte von Anfang an digital –

mit einem Höchstmaß an Know-how, Wirtschaftlichkeit und

Effi zienz: perfekt bauen.de


unternehmen [!] SPEZIAL 27

zent BIM. Doch ihre Größe ist

marktrelevant. Nach Angaben

der Kammer haben 80 Prozent

der Architekturbüros weniger

als fünf Angestellte.

Im Handwerk sieht es ähnlich

aus. Auch hier besteht das Gros

der Betriebe aus dem Chef und

seinen zwei Mitarbeitern. Die

fragmentierte Bauwirtschaft

sieht Gipperich als größte Herausforderung,

wenn es um die

Digitalisierung geht.

Die aktuell boomende Bauwirtschaft

liefere den Kleinstbetrieben

und Büros zudem keinen

Grund, ihre bisherige Arbeitsweise

zu ändern und sich mehr

in Richtung effizienten IT-Einsatz

zu bewegen. Im Gegensatz

etwa zu den USA. Dort beherrscht

die Planungssoftware

Autodesk den Markt. Sie hat in

der Bauindustrie eine Verbreitung

wie Google oder Whats-

App hierzulande. Gipperich

schätzt, dass 80

Architekt,

Handwerker

und Bauherren

können sich da

reinzoomen.

Prozent aller

am Bau Beteiligten

damit arbeiten.

In Deutschland

hingegen

gibt es keinen

Bauprogramm-Marktmonopolisten.

Diese Vielfalt

führt zu vielen Schnittstellen

und erschwert den Datenaustausch.

Hinzu kommt nach den

Worten Gipperichs noch ein

Phänomen, das es in dieser Ausprägung

nur in Deutschland

gibt: die baubegleitende Planung.

Eine Art Hands-on-Mentalität

verhindere, dass ein Gebäude

vor dem ersten Spatenstich

komplett geplant werde.

Das mache keine andere Industrie

so. In etwa sei das so, als

ob während der Fließbandmontage

eines Autos, noch an Bauteilen

wie der Benzinzufuhr geplant

würde. Dieses Verhalten

führe in der Bauwirtschaft zum

bekannten Termin-Kosten-Problem,

das in seiner Dramatik nur

der Bau kenne.

Würde sich die Bauwirtschaft

hingegen dazu durchringen alles

digital zu planen, könnten

Budget und Zeitpläne exakt kalkuliert

und terminiert werden,

Christof Gipperich

Hochschule Biberach

erläutert Gipperich. Beispiel

Haustechnik: Anstatt eines unübersichtlichen,

zweidimensionalen

Planes, wie er noch immer

auf vielen Baustellen an der

Wand pinnt, bieten 3D-Animationen

aus dem Rechner Handwerkern

und Bauherren die

Chance, Gebäude vor deren Erstellung

virtuell zu begehen.

Sie können per Virtueller Realität

(VR) Klima- oder Wasser-Rohrverläufe

und auch Kabelstränge

verfolgen und so

etwa Schnittpunkte erkennen.

„Möglich ist das über einen digitalen

Zwilling, in den sich Architekt,

Handwerker und Bauherr

hineinzoomen können“, erklärt

der Biberacher Hochschul-Professor.

Ein weiterer Vorteil der neuen

Methode: Lästige Nacharbeiten

und Kostenexplosionen gehören

der Vergangenheit an.

Denn an den digitalen Modellen

kann letztlich

jeder Wasserhahn,

jede Fliese

und jeder

Nagel mit entsprechenden

Preisen hinterlegt

werden.

Schon heute

bieten etliche

Hersteller passende

Datenmodule

an, die in BIM-Programmen

eingelesen werden können.

In der Folge entstehen hausinterne

Standards. Christof Gipperich

schätzt, dass der Mehraufwand

bei einem ersten Projekt

bei 30 Prozent liegt. Jedes

weitere Hotel, Sportzentrum

oder Einfamilienhaus ähnlicher

Struktur könne effizienter geplant

werden.

In Biberach gehen die Wissenschaftler

von bis zu 40 Prozent

Ersparnis aus. Ähnlich

könnte der Ressourceneinsatz

auf den Baustellen schrumpfen.

Die Folge: Bauen würde letztlich

günstiger würde, vermutet der

Ingenieur.

Soziologen gehen bei diesen

Aussichten davon aus, dass folgende

Generationen obendrein

nicht mehr gewillt sein werden,

sich für eine Immobilie 30 Jahre

oder länger zu verschulden.

Damit würde auf Nachfragersei-

BIM?

KLAR!

nething.com


28

SPEZIAL unternehmen [!]

Dann wird

der Flur

eben fünf

Zentimeter

schmaler.

Christof Gipperich

Hochschule Biberach

FRANCK BOSTON/SHUTTERSTOCK.COM

te ein zusätzlicher Schub in Richtung

Digitalisierung der Bauwirtschaft

entstehen.

Jeder Zweite hat noch Vorbehalte

Eine Studie des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts

„BauInfoConsult“

zeigt zweierlei: Neben der Entwicklung,

dass in Deutschland das

digitale Planen und Bauen in jüngster

Zeit deutlich an Bedeutung gewonnen

hat, ist die Nachfrage auf

Kundenseite noch gering.

Viele Profis sehen zudem noch einige

Problemfelder, die durch den

Einsatz von Building Information

Modeling zutage treten werden. Die

Düsseldorfer Studie zeigt ein zweigeteiltes

Bild. Befragt wurden rund

302 Planer und Verarbeiter. Der eine

Teil ist der

Auffassung,

dass sich die Digitalisierung

immer mehr am Bau durchsetzen

wird. Der andere Teil der Befragten

hat darin jedoch Vorbehalte gegen

diese neue Technik.

Selbst Bauen im Bestand ist mit

Hilfe von Daten optimierbar. Schon

heute können Laserscanner kilometerlange

Lagerhallen oder mehrstöckige

Wohnhäuser digital erfassen.

Gleichen Planer und Ingenieure diese

Daten mit Bestandsplänen ab, entstehen

ebenfalls digitale Klone oder

Zwillinge, die ihrerseits zu Datenmodellen

aufgeladen werden können.

Auch hier sind Effizienzsteigerungen

möglich. Statt alte Leitungen aus den

Wänden zu klopfen, können Versor-

Zur Person

Christof Gipperich

studierte in Bochum

Maschinenbau. Er arbeitete

unter anderem

für Hochtief und

Herrenknecht. Seit

2015 ist er Professor

an der Hochschule

Biberach und leitet

dort das BIM-Lab.

gungskanälen im Trockenbau verlaufen

– „dann wird der Flur eben fünf

Zentimeter schmaler“, sagt Gipperich,

der überdies im 3D-Druck weitere

Möglichkeiten sieht, den Baubetrieb

industrieller zu machen.

Ein Schweizer Hersteller für gedruckte

Betonbauteile etwa beziffert

das Marktpotenzial auf mehr als

eine Milliarde Euro bis 2025. Vor allem

dünnwandige Röhren oder filigrane

Verstrebungen sind laut Forschern

der Technischen Universität

München möglich. Parallel entstehen

neue Mischmaterialen wie

Holzleichtbeton, der genauso belastbar

und wärmedämmend ist wie

handelsüblicher Gas-Beton, jedoch

Vorteile beim Schall- und Brandschutz

hat. [!] Michael Sudahl


auf den

Kopf gestellt

Die Produktion der Zukunft ist in aller Munde. Doch wie

genau wird sie aussehen? Wir müssen uns von alten Denkkonventionen

lösen und neue Visionen entwickeln, so die klare

Forderung von Prof. Oliver Herkommer, CEO der Ingenics AG.

Wie ist der aktuelle Stand zur

Produktion der Zukunft?

Herkommer: Alle sind sich einig, dass die

Veränderungen noch gar nicht absehbar sind.

Es ist an der Zeit, die analytische Ebene mal

zu verlassen, bisherige Denkkonventionen

über Bord zu werfen und sich auf den Kopf zu

stellen, um eine völlig neue Perspektive einzunehmen.

Ich bin der festen Überzeugung,

dass uns hier eine gewisse Start-up-Mentalität

guttun würde. Kreativ sein, Ideen entwickeln

und wieder verwerfen und Neues schaffen –

also visionär einen Blick in die Zukunft wagen.

Und wie genau sieht ein visionärer

Blick in die Zukunft aus?

Herkommer: Wenn wir mit unseren Kunden

die Zukunft ihrer Produktionssysteme entwickeln,

beginnen wir zum Einstieg mit einer

schwarzen Folie. Auf die Frage, was das soll,

lautet unsere Antwort: „Das ist ein Einblick in

die Produktion der Zukunft – ohne Licht, weil

keine Menschen dort arbeiten.“ Zugegeben,

diese Aussage provoziert, aber bringt einen

Denkanstoß. Ob diese Vision so umgesetzt

wird, werden wir erst in ein paar Jahrzehnten

sehen. Im aktuellen Technologie-Set-up

müssen wir Mensch und Maschine zusammen

denken. Der Mensch wird in der Fabrik der

nächsten Jahrzehnte die zentrale Rolle spielen.

Aber wir brauchen den Mut, diese Rolle

neu zu defi nieren.

Wie stellen Sie sich das Produktionssystem

der Zukunft vor?

Herkommer: Überall rollen autonome

Transportwagen, Roboter arbeiten in Höchstgeschwindigkeit,

menschliche Arbeitende

überwachen den Ablauf und programmieren

neue Anforderungen in den Automationsprozessen.

Eine physische Anwesenheit der

Mitarbeitenden ist nicht mehr erforderlich, da

die Überwachung und Programmierung über

3D-Kameratechnik und den Digitalen Zwilling

gesteuert werden kann. Dank vorausschauender

Wartung gibt es kaum Ausfälle. Sämtliche

Daten liegen in einer Cloud, alle Informationen,

Prozesse und das Erfahrungswissen

der Mitarbeitenden sind überall und jederzeit

abrufbar. Über die gesamte Wertschöpfungskette

werden Daten automatisch ausgewertet

und ausgetauscht – vom Rohmaterial bis zum

fertigen Produkt im Einsatz. Erkenntnisse der

Forschung, Planung und Produktion werden

über Push vermittelt. Zeitaufwändige Prozessabstimmung

und Störungskommunikation

werden somit überflüssig. Abfälle und Ausschuss

sind nicht mehr vorhanden. Die Form

des Gebäudes spielt keine Rolle mehr. Egal

ob eckig oder rund – alle Formen sind denkbar.

Transportlösungen werden mit Hyperloop-Systemen

oder Drohnen unter die Decke

verlagert, um Räume noch effizienter zu nutzen.

Die Arbeitsfl ächen und Montagebereiche

werden variabel gestaltet. Der Boden ist mit

Sensoren ausgestattet, die die Anforderungen

der jeweiligen Produktionsschritte direkt

weitergeben. Und das sind nur erste Ideen,

die wir unendlich weiterdenken können.

Was brauchen wir konkret, um die

Produktion auf den Kopf zu stellen?

Herkommer: Wir brauchen vor

allem Mut. Mut, in alle Richtungen

zu denken. Aber sicherlich auch

strategischen Weitblick, um alle

Aktionsfelder zu berücksichtigen und die

Themen Digitalisierung, Automatisierung,

Standardisierung und Lean miteinander zu

verbinden. Ohne Lean keine Digitalisierung.

Und ohne Digitalisierung keine Fabrik der

Zukunft.


www.ingenics.com


30 MACHEN unternehmen [!]

Geräuschloses

Gleiten

E.M.B. Aus Mittelbiberach kommen E-Mobilitätslösungen für die

ganze Welt und ein E-Moped von puristischer Schönheit.

Alle Welt spricht von

Klimaschutz und Elektromobilität.

Da

scheint das extravagante

Elektro-Kleinkraftrad aus

der oberschwäbischen Provinz

wie geschaffen für den Zeitgeist.

Die Manufaktur aus Mittelbiberach

ist allerdings nicht in

erster Linie ein Zweiradhersteller.

Der geschäftsführende Gesellschafter

Markus Schmitz

und dessen 65 Mitarbeiter bewegen

Großes: Experten-Teams

forschen an neuen Antriebstechniken

für den urbanen

Raum, entwickeln Sondermotoren

unter anderem für Medizintechnik

und Raumfahrt und stellen

mit ihren Motorentwicklungen

Weichen für eine e-mobile

Zukunft – weltweit.

Schmitz fertigt in seiner

Edelschmiede Elektromotoren

und Generatoren in Kleinserien,

Prototypen und „handgepuzzelte“

Einzelanfertigungen

für Medizintechnik, Raumfahrt

und Wissenschaft. Die Kunden

des Nischenunternehmens

kommen aus nahezu allen Branchen

und allen Größenklassen.

Das Spektrum reicht von Audi

bis ZF, von Hochschulen bis hin

zu Auftraggebern aus dem Ausland.

Markus Schmitz schätzt die

Ästhetik des Handwerks und

47 Kilo leicht ist das

Elektromoped Feddz.

Selbst die Satteltaschen

kommen aus

der Region.

Eine

Kombination

aus der Ästhetik

des Handwerks und

moderner Technik.

kombiniert sie mit moderner

Technik, wie beispielsweise 3D

Drucker. Sein Unternehmen

E.M.B Elektromaschinenbau

GmbH feiert in diesem Jahr das

40jährige Bestehen. Mit der

Übernahme von Emo-Bike im

Jahr 2016 hat sich Schmitz ein

weiteres Standbein geschaffen.

Das Tochterunternehmen ist

nach der Start-up-Phase jetzt

bereit für den großen Auftritt.

Der ist garantiert – auch für den

Fahrer. Denn das Elektromoped

Feddz ist aufgrund seines

schlichten Designs und seines

geräuschlosen Auftritts ein Hingucker.

Der Name ist die Abkürzung

von „Fahre Elektrisch Durch Die

Zukunft“ aber Assoziationen zu

Fez, also Spaß, sind durchaus

nachvollziehbar, denn das Elektro-Kleinkraftrad

bietet genau

das. Fahrspaß, Funktionalität,

emissionsfreies Fahren, ein außergewöhnliches

Design und

„die Leichtigkeit des Seins“.

Das E-Moped wiegt samt abnehmbarem

Akku (12 Kilo) gerade

mal 47 Kilo. Im Gegensatz

zu einem Roller, der rund 150

Kilo wiegt, allerdings nur maximal

die Hälfte kostet. Mit knapp

7400 Euro ist das Feddz kein

Schnäppchen.

150 E-Mopeds verkauft

Ein rein funktionales Fortbewegungsmittel

ist Feddz

nicht. Schon gar nicht außerhalb

der Stadt. Dort gehört es

mit seiner Höchstgeschwindigkeit

von 45 Stundenkilometern

nicht hin. „Mit Feddz setzen Sie

ein Statement. Sie fallen auf “,

betont Schmitz, der das Designobjekt

bei Slogdesign in Biberach

entdeckte und zunächst

als Projekt in Einzelfertigung

übernahm. Inzwischen sind 150

Feddz weltweit unterwegs.

Abnehmer sind vor allem Hoteliers,

die das E-Kraftrad an

ihre Gäste verleihen; Kommunen,

die auf innovative, urbane

Mobilität setzen; Firmen, die es

für ihre Imagebildung nutzen

und Unternehmen aus der Kreativbranche

mit hoher Affinität

zu Design und ökologischem

Anspruch. „Stellen Sie ein paar

von den Rädern vor die Ap ple-

Zentrale oder fahren sie damit


unternehmen [!]

MACHEN

31

2016 war

die Zeit für

Feddz nicht reif –

und E-Mobilität

noch kein Thema.

Markus Schmitz

Firmenchef

in modernen Städten wie

Kopenhagen, London oder

Helsinki – und Feddz wird

der Renner“, sagt Schmitz.

Seine Vision sind Städte, in

denen Autos eine Randerscheinung

sind und E-Mobilität

an erster Stelle steht.

Bei der Weiterentwicklung

der Elektromobilität

ist E.M.B. von der Idee bis

zum fertigen Produkt in allen

Phasen des Elektro-Engineering-Prozess

weltweit

eine der ersten Adressen.

„Mit den Prototypen für

die Automobilindustrie bin

ich längst durch. Inzwischen

geht es um Geräte

für die Landwirtschaft

oder Boote. E-Mobilität

umfasst weit mehr Bereiche

als Autos und wird die

Einstellung der Menschen

grundlegend verändern“,

sagt Schmitz.

„2016 war die Zeit für

den Feddz nicht reif – und

Elektromobilität noch kein

Thema. Das hat sich gravierend

geändert, und selbst

Harley-Davidson, der Inbegriff

blubbernder Motoren,

steigt auf Elektromobilität

um.“ Der Prototyp kam übrigens

auch von E.M.B aus

Mittelbiberach.

Vor diesem Hintergrund

schließt Schmitz eine „Tuningversion“

des Feddz nicht aus,

In Handarbeit wird das Elektromoped Feddz seit 2016 in Mittelbiberach

zusammengebaut. „Damals war die Zeit dafür noch nicht

reif“, sagt Firmenchef Markus Schmitz. Fotos: Matthias Kessler

vorausgesetzt es passt zum

puristischen Design. Dafür

gab es, neben weiteren Auszeichnungen,

den German

Design-Award 2016. Eine eigene

Feddz Smartphone

App existiert bereits und

auch eine Feddz Kollektion

aus Helm, Anorak und mehr

wäre für Schmitz eine Marketingidee,

die das fesche

Feddz ergänzt.

Investor gesucht

Die Komponenten für das

Elektro-Kleinkraftrad

stammen von regionalen

oder deutschen Herstellern:

aus Bad Saulgau,

Urach und Biberach, wo die

letzte existierende Altsämischgerberei

die Ledertaschen

und den Sattel produziert.

Auch das passt in die

Zeit.

Schmitz will nun den

nächsten Schritt gehen. Für

größere Stückzahlen fehlen

ihm aber Kapazität, Zeit und

ein passender Partner für

das Start-up: „Einige Investoren

haben zwar schon angefragt,

aber für ein großes

Unternehmen, in denen das

Start-up aufgeht, ist mir

Feddz zu wertvoll. Wir ’EM-

Bler’ sind bodenständige

Macher mit Sinn für ein

menschliches Miteinander

– eine Unternehmenskultur,

die auch durch Engagement

in unserer Region mit geprägt

wird.“ Feddz werde

hier aufgebaut, geprüft und

stehe zur Abholung bereit.

Regionale Zulieferer machen

die Produktion flexibel,

vereinfachen die Qualitätssicherung

und, so

Schmitz, „halten die Wertschöpfung

hier im Ländle.“ [!]


Sigrid Balke

Wir planen und bauen

anspruchsvolle Holzwelten für Morgen,

die Funktion und Nachhaltigkeit

höchst effizient miteinander verbinden.

Industriehallen, Gewerbehallen und Bürogebäude im modernen

System Holzbau – individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

Produktionshalle SWG Schraubenwerk Gaisbach GmbH

Größte überspannte Fachwerkkonstruktion in BauBuche

SCHLOSSER® | Industriestraße 17-23 | 73489 Jagstzell | Tel. +49 7967 90 90 - 0 | www.schlosser-projekt.de


32 FINANZIEREN unternehmen [!]

Viele Unternehmer

bringen einen Teil

ihres Vermögens in

eine Stiftung ein, um

dauerhaft Gutes zu tun. Die Idee

hat sich bewährt, doch die Umsetzung

will gut geplant sein.

Fehler lassen sich nachträglich

kaum korrigieren. 36,6 Milliarden

US-Dollar – bei so viel Geld

müssen Normalverdiener erst

einmal schlucken. Doch in etwa

diese Summe plant MacKenzie

Bezos zu spenden, wenn ihre

Scheidung von Amazon-Gründer

Jeff Bezos vollzogen ist. Das

teilte die langjährige Ehefrau

des Amazon-Gründers Ende

Mai vor der Presse mit.

Manche wollen,

dass ihr

eigener Name

für immer

weiterwirkt.

Joachim Spiering

Vermögensverwalter

Großzügige Spender, die Riesensummen

für wohltätige Zwecke

geben, sind in den USA,

im Land der Superreichen,

keine Seltenheit.

Das überdeckt mitunter

die Tatsache, dass es

auch diesseits des Atlantiks,

direkt vor der eigenen

Haustüre, Wohltäter

gibt, die Gutes mit ihrem

Geld tun wollen.

Nur wenige Wochen zuvor

hatte zum Beispiel Jürgen

Walther, Erbe der Carl

Walther Waffenfabrik in

Ulm, seine von ihm gegründete

Stiftung der Öffentlichkeit vorgestellt.

In die hat er zwar keinen

Milliardenbetrag, aber auf

testamentarischen Wunsch seiner

Eltern hin einen nicht unerheblichen

Teil des Familienvermögens

eingebracht. Zweck der

Stiftung, die seinen Namen

trägt: Kinder, die das Down-Syndrom

haben, direkt zu unterstützen

und die Forschung und Wissenschaft

auf diesem Gebiet finanziell

zu fördern.

Schon im vergangenen Jahr

hat Ernst Prost weitere drei Millionen

Euro aus seiner Privat-

Entscheidung

für die

Ewigkeit

Stiftungen Auch in Deutschland gibt es

viele Unternehmer, die ihr Vermögen

nicht vererben, sondern der

Gemeinschaft zur Verfügung stellen.

ILLUSTRATION: MAX MESCHKOWSKI

schatulle in seine gleichnamige

Stiftung in Günzburg eingebracht,

nachdem er seine Anteile

an der Schmierölfirma Liqui

Moly verkauft hatte. Die Stiftung

unterstützt laut bayerischem

Stiftungsverzeichnis unter

anderem sozial-karitative

Zwecke und hilft unverschuldet

in Not geratenen Menschen.

Der im Oktober vergangenen

Jahres verstorbene langjährige

Chef der Maschinenfabrik

Trumpf in Ditzingen, Berthold

Leibinger, hatte 1992 die Berthold

Leibinger Stiftung ins Leben

gerufen, die sich nun über

seinen Tod hinaus in Projekten

und Einrichtungen auf den Gebieten

Wissenschaft und Kultur,

Religion und Soziales engagiert.

Wissenschaft, Karitatives,

Kultur und Soziales – nur vier

Beispiele unter Tausenden, die

belegen, wie aktiv und rege die

Stifterszene in Baden-Württemberg

ist. Zahlen des Bundesverbands

deutscher Stiftungen zufolge

sind insgesamt rund 3800

Stiftungen hier ansässig. Allein

im vergangenen Jahr wurden 86

rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen

Rechts neu errichtet.

Nur in Bayern und

Nordrhein-Westfalen lag

dieser Wert mit jeweils 88

Stiftungen höher.

Im bundesweiten Vergleich

der Großstädte landen gleich

zwei baden-württembergische

Metropolen in den Top 10: die

Landeshauptstadt Stuttgart (75

Stiftungen pro 100 000 Einwohner,

Platz 6) und Heidelberg

(67/100 000 Einwohner,

Platz 8).

Kein Nachfolger in Sicht

Dass Firmeneigentümer eine

Stiftung gründen und ihre Firma

darin einbringen, ist nichts

Ungewöhnliches. Sie treibt dabei

häufig der Gedanke, dass damit

ihr Betrieb als Ganzes weitergeführt

wird, wenn sie selbst

nicht mehr dazu in der Lage

sind. Die Stiftung beziehungsweise

dessen Vorstand übernehmen

das Ruder, wenn sie sich

aus Altersgründen zurückziehen

und kein Nachfolger aus der

Familie bereitsteht oder sie wollen

einem Streit um das Erbe

vorbeugen.


unternehmen [!]

FINANZIEREN

33

Heute gibt

es mehr

Vermögen auf der

Suche nach Sinn

als je zuvor.

Meist nutzen sie dafür die Familienstiftung.

Deren Zweck ist

es, entweder ganz oder teilweise

eines oder mehrere Familienmitglieder

des Stifters aus

den Erträgen des Stiftungsvermögens

zu versorgen.

Immer häufiger jedoch

geht es erfolgreichen

Unternehmern

auch darum, mit einem

Teil ihres über Jahre hin- weg

entstandenen (Privat-)Vermögens

etwas Gutes zu bewirken. „Manche

Stifter möchten, dass ihr eigener

Name für die Nachwelt bewahrt

wird und für immer weiterwirkt“,

weiß Joachim Spiering vom Vermögensverwalter

Huber, Reuss & Kollegen.

„Schließlich spielt oft auch

eine gewisse Dankbarkeit eine Rolle.

Ihnen scheint es zunehmend

wichtig zu sein, nach einem wirtschaftlich

erfolgreichen Leben der

Gesellschaft etwas zurückzugeben

und somit Kapital und Wirkung miteinander

zu verbinden.“

Und Felix Oldenburg, Generalsekretär

des Bundesverbands

Deutscher

Stiftungen,

ergänzt: „Früher

hat es viel Geld gekostet,

eine Idee

großzumachen.

Heute kostet es oft

sehr wenig oder

gar nichts. Dabei

gibt es mehr Vermögen

auf der Suche

nach Sinn als je zuvor in unserer

Gesellschaft. Das sind die nächsten

Stifter!“

Potenzielle Stifter sollten allerdings

ein paar Details wissen: Eine

Felix Oldenburg

Bundesverband Stiftungen

Stiftung selbst hat keine Eigentümer.

Sie gehört sich selbst und unterliegt

lediglich der Stiftungsaufsicht. Der

Stiftungsrat übernimmt die Steuerung,

ein Vorstand führt die Geschäfte.

Durch diese

Konstruktion

können die Erben

nach dem Tod des

Stifters eine Stiftung

nicht einfach

auflösen, um an das

Vermögen zu kommen.

Für den Stiftungszweck

dürfen

nur die erzielten

Erträge des Stiftungsvermögens verwendet

werden. Ein Verzehr des

Stiftungskapitals beziehungsweise

-vermögens ist nicht zulässig. Zu

überlegen ist vor allem aber, welche

Zur Person

Felix Oldenburg ist

Generalsekretär des

Bundesverbands

Deutscher Stiftungen

mit Sitz in Berlin.

Der Verband betreut

22 000 Stiftungen in

Deutschland und hat

4400 Mitglieder.

ILLUSTRATION: MAX MESCHKOWSKI

konkrete Ausgestaltung die Stiftung

haben und ob sie gegebenenfalls gemeinnützige

Zwecke verfolgen soll.

„Weder Familien- noch gemeinnützige

Stiftungen sind Selbstläufer.

Die Übertragung von Vermögen darauf

sollte gut vorbereitet werden“,

sagt Mark Uwe Pawlytta, Rechtsanwalt

und Experte für Familienstiftungen

bei KPMG Law. „Dazu müssen

früh die Rahmenbedingungen

abgesteckt und wichtige Fragen

beantwortet werden.“

Dazu gehört etwa festzulegen,

welchen Einfluss der Stifter beziehungsweise

dessen Erben auf die

Stiftung haben soll und welche Aufgaben

und Befugnisse die Stiftungsorgane

haben. Gerade die Organbesetzung

und Nachfolgeregelung gelten

als Themen, bei denen der Stifter

strategische Fehler machen kann.

Grundstücke

gesucht

Siedlungswerk – Ihr sicherer Partner.

Wir kaufen Baugrundstücke – auch im

Umlegungsverfahren – Abrissareale und

Industriebrachen für Eigenheime und

Wohnungen.

bgsul@siedlungswerk.de

|

Siedlungswerk GmbH

Geschäftsstelle Ulm

www.siedlungswerk.de

Telefon 0731 140509-10


34 FINANZIEREN unternehmen [!]

Erst planen, dann stiften

In diesem Fall stellt der Unternehmer

sicher, dass das gestiftete

Kapital quasi auf ewig erhalten

bleibt“, sagt Vermögensexperte

Spiering. „Das macht allerdings nur

Sinn, wenn der Stiftungsgründer

weiß, wofür er sich einsetzen möchte

und welchen Zweck seine Stiftung

verfolgen soll.“

Ansonsten sind

Streitigkeiten

mit den

Finanzbehörden nicht

unwahrscheinlich.

Uwe Eilers

Frankfurter Vermögen GmbH

ILLUSTRATION: MAX MESCHKOWSKI

Schon im Vorfeld sollte vieles

geplant werden. Steuerberater

und auf das Stiftungsrecht

spezialisierte Fachanwälte

helfen, das Projekt

rechtlich sauber aufzusetzen

und Fehler zu vermeiden. In

Baden-Württemberg können

Unternehmer eine Beratungsförderung

etwa über die RKW,

eine Selbsthilfeeinrichtung der

Wirtschaft (rkw-bw.de), in Anspruch

nehmen. Die Landesförderung

unterstützt bis zu

Allein diese Aufzählung zeigt: Die

Gründung einer Stiftung ist eine

komplexe Angelegenheit. Uwe Eilers,

Geschäftsführer der FV Frankfurter

Vermögen GmbH in Königstein

rät daher – wie durchweg alle

anderen befragten Experten auch –

dazu, vor und während der Gründungsphase

unbedingt professionelle

Beratung in Anspruch zu nehmen.

„Eine klare Aufstellung der Stiftung

hilft Probleme mit Stiftungsaufsicht,

Finanzbehörden und anderen Stellen

zu vermeiden“, so Eilers.

Ob ein Unternehmen als Ganzes

in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht

werden sollte, sollte grundsätzlich

gut überlegt werden. Die

Stiftungsregelung kann der Unternehmer

oder seine Erben nicht einfach

rückgängig machen. Das (betriebliche)

Vermögen ist dort, ebenso

wie bei einer Familienstiftung,

dauerhaft gebunden und kann später

– wenn überhaupt – nur unter bestimmten

Umständen ganz oder in

Teilen verkauft werden.

„Eine gemeinnützige Stiftung

kann Sinn machen, wenn der Unternehmer

zum Beispiel keine eigenen

Kinder hat, die als Erbe infrage kommen.

Oder wenn er seinen Angehörigen

nur einen Teil seines Vermögens

vererben möchte.

50 Prozent der Beratungskosten

durch einen verlorenen

Zuschuss. Informationen rund

um das Stiftungswesen finden

Interessenten auch beim Bundesverband

deutscher Stiftungen

(www.stiftungen.org).

Zur Person

Uwe Eilers ist Geschäftsführer

der FV

Frankfurter Vermögen

GmbH in Königstein.

Als Vermögensverwalter

beschäftigt

er sich natürlich

mit dem

Thema Stiftungen.

Die Experten raten allesamt dazu,

beim Stiftungszweck eindeutig zu

trennen: „Die Verbindung von privater

und gemeinnütziger Zielsetzung

unter einem rechtlichen Dach

ist eine generell schwierigere Herausforderung“,

weiß etwa Bernd Haferstock,

Vermögensverwalter bei

Habbel, Pohlig & Partner in Wiesbaden.

„Eine Umsetzung über zwei

getrennte rechtliche Einrichtungen

ist in vielen Fällen der sinnvollere

Weg.“

Von vielen Steuern befreit

Die Gefahr kann nämlich sein, dass

die mit einer Gemeinnützigkeit verbundenen

steuerlichen Vorteile aberkannt

werden. So sind gemeinnützige

Stiftungen von Körperschaft-,

Umsatz- und vielen anderen Steuern

befreit.

Der Stifter selbst kann alle zehn

Jahre eine Million Euro – bei zusammen

veranlagten Ehepaaren sind es

zwei Millionen Euro – als Gründungskosten

von der Einkommensteuer

absetzen. Spenden an eine gemeinnützige

Stiftung sind ebenfalls

abzugsfähig.

Experte Uwe Eilers macht auf einen

nicht unwesentlichen Aspekt

aufmerksam: „Mit den steuerlichen

Privilegien ist jedoch die grundsätzliche

Ausrichtung der Stiftung auf

die Förderung des Gemeinwohls gerichtet.

Nur in einem sehr eng gesteckten

Rahmen können auch die

Familienangehörigen beziehungsweise

der Stifter selbst versorgt werden.

Ansonsten sind Streitigkeiten

mit den Finanzbehörden nicht unwahrscheinlich.“

[!] Thomas Luther


Werte stiften

ist einfach.

Wenn Sie einenFinanzpartner

haben, der hilft, Ihreeigene

Stiftung zu gründen.

Die Gründung einer Stiftung – im Rahmen der

Stiftergemeinschaft der Sparkasse Ulm –ist viel

einfacher, als Sie vermuten. Als Stifter brauchen

Siekein großes Vermögen und müssen sich auch

nicht um alles selbst kümmern. Bereits ab einem

Stiftungsbetragvon 25.000 € können wirfür Sie

eine eigene, unverwechselbareStiftung unter

Ihrem Namen gründen.

Gerne informiert Sie unsereStiftungsberaterin

Katja Schwertle ausführlich, wie IhreIdeenund

Werteambesten in einer eigenen Stiftung umgesetzt

werden können. Telefon: 0731 101-1661.

spkulm.de

s Sparkasse

Ulm


36 MACHEN unternehmen [!]

Spielerisch

zum Erfolg

Ludo Fact Gespielt wird nur noch digital?

Stimmt nicht. Der Kartonagenspezialist und

Auftragsfertiger für Verlage aus Scheppach

proftiert vom Brettspielboom.

Wer seine Firma Ludo

Fact tauft, setzt sich

fast zwangsläufig

dem Verdacht aus,

ein „alter Lateiner“ zu sein.

Horst Walz muss lächeln und

legt anschließend ein Bekenntnis

ab: „Ich hatte am Gymnasium

zwar Latein, aber mein Lehrer

war wenig begeistert von

meinen Fähigkeiten.“ Latein

steckt natürlich dennoch drin

im Firmennamen: „ludere“

gleich „spielen“ und „facere“

gleich „machen“.

Hier in Jettingen „machen“

sie nicht wenige davon, nämlich

rund 70 000 am Tag, rund 17

Millionen im Jahr. Bei der Namenswahl

sei es dann hauptsächlich

darum gegangen, dass

viele auch im Ausland sofort das

Wort „Spiel“ mit dem Hersteller

verknüpfen.

17 Millionen Spiele im Jahr verlassen die Produktion in Scheppach.

Die Bandbreite der 3000 Produkte reicht von „Siedler von Catan“

bis hin zu Spielkarten.

Fotos: Dave Stonies

Mein Lehrer

war wenig

begeistert

von meinen

Fähigkeiten.

Horst Walz

Eigentümer von Ludo Fact

„Siedler von Catan“

Spiele wie beispielsweise „Siedler

von Catan“ oder „Halli-Galli“.

17 Mal schon hatten sie das

„Spiel des Jahres“ in den Auftragsbüchern

gehabt. Die Firma

Ludo Fact werden damit aber

wohl die wenigsten Spieler in

Verbindung bringen. Das aber

kann Horst Walz, der geschäftsführende

Alleingesellschafter,

gut verschmerzen.

Denn bei den Spieleverlagen,

seinen Hauptauftraggebern, genießt

Ludo Fact einen so guten

Ruf, dass es die Firma aus der

7000-Seelen-Gemeinde Jettingen-Scheppach

im Landkreis

Günzburg zum zweitgrößten

Produzenten weltweit gebracht

hat, seit Walz Regie führt.

Der Ausgangspunkt der Geschichte

liegt im Jahr 1992. Damals

waren 35 Mitarbeiter an

Bord, produziert wurden Kartonschachteln

für Gesellschaftsspiele.

Als Walz als Geschäftsführer

in die Firma eintritt, gehört

sie Österreichern. 1995 verkaufen

sie – an Walz. Er hatte

ein „zweites Studium“ hinter

sich, bedingt durch die Leitung

der gemeinsamen Firma seines

Vaters und seines Onkels, die

auf ähnlichem Gebiet tätig war.

„Alles Betriebswirtschaftliche

hatte ich mir selbst aneignen

müssen, diese Phase hat

mich sehr geprägt“, erzählt der

59-Jährige von dieser „wunderbaren,

aber auch sehr harten

Schule“. Eigentlich sei er ja Ingenieur

in der Papier- und

Kunststoffverarbeitung.

Mit Schachteln aber gab sich

der Neu-Unternehmer nicht zufrieden.

Walz wollte sich um das

komplette Produkt kümmern,

um die Bausteine ebenso wie die

Würfel, die Anleitung, die Lederbecher,

die Kunststoffteile.

Und auch um die Konfektionierung,

die Logistik bis hin zum

Versand an die Endkunden. Natürlich

international, mitsamt

Erledigung der Zollformalitäten.

„Die Verlage fanden die Idee

wunderbar.“ Das zusätzlich nötige

Know-how wuchs dann im


unternehmen [!] MACHEN 37

Ich musste

mir die ganze

Betriebswirtschaft

selber

aneignen.

Horst Walz ist

geschäftsführender

Gesellschafter.

Gleichschritt mit der Belegschaft.

Heute sind am Standort

in Spitzenzeiten bis zu 400 Mitarbeiter

beschäftigt. 48 000 unterschiedliche

Komponenten

liegen im Moment auf Lager, zugehörig

zu 3000 verschiedenen

Spielen. Kurze Lieferfristen gehörten

mit zum Erfolgsrezept.

Puzzles gehören darüber hinaus

ins Portfolio, aber auch

Spielkarten. Dann zückt Walz

ein Karten-Set und sagt: „Von

dem gibt’s nur Unikate.“ So etwas

beherrschten sie auch.

Die Frage, die sich förmlich

aufdrängt: Ob er denn keine

Angst habe wegen der Digitalisierung?

Nein, habe er nicht, zumal

es gerade eine Renaissance

der klassischen Spiele gebe. Die

„Siedler von Catan“ erreichten

weltweit nach wie vor Produktionszahlen

von vier bis fünf

Millionen. Pro Jahr. „Azul“ liege

auch schon bei über einer

Million. Durchschnittliche Auflagen

aber lägen weit darunter,

zwischen 3000 und 5000.

Trotzdem hat die Digitalisierung

natürlich Auswirkungen,

etwa mit dem Trend zum multimedialen

Crossover – also

zweifache Ausführungen in analog

und digital. Oder dadurch,

dass sich Spiele-Erfindern neue

Möglichkeiten eröffneten. Waren

sie früher darauf angewiesen,

dass Verlage ihre Idee annahmen,

stünden ihnen heute

Plattformen wie „Kickstarter“

zum Crowdfunding zur Verfügung.

„Immer stärker“ machen

sich diese Kleinstverleger bemerkbar

in der Bilanz von Ludo

Fact, wie Walz betont.

Pläne? Mit dem Zukauf von

Firmen in den USA, in Tschechien

und der Mehrheitsbeteiligung

bei einer Digitaldruckerei

steckt Ludo Fact, genauer gesagt:

die HW-Holding, zu der die

GmbH gehört, mitten in einer

Expansionsphase. In Rumänien

wird bald eine Produktion für

Holzteile eröffnet. Dass er in Zukunft

auch die Kunststoffteile,

derzeit noch aus China bezogen,

selbst produzieren möchte, daraus

macht Walz kein Geheimnis.

Der höheren Flexibilität wegen,

um den „unökologisch-langen“

Transportweg einzusparen

und um die Wertschöpfungskette

noch mehr zu verlängern.

Integration von Höhn läuft

Unlängst kam auch noch Höhn

dazu, der Ulmer Spezialist für

Verpackungen und Displays, der

vergangenen Herbst Insolvenz

anmelden musste. Die Integration

des Traditionsunternehmens

ist in vollem Gange. Walz

ist zuversichtlich, dass die Belegschaft

von derzeit 109 bis

Ende des Jahres schon wieder

bei 130 bis 140 Köpfen sein werde.

Man bemühe sich gerade,

gute Mitarbeiter, die gegangen

sind, zurückzuholen.

Sein Optimismus speist sich

nicht zuletzt aus dem guten Namen,

den Höhn hatte. Der Standort

Ulm bleibe erhalten. Synergien?

„Wir bringen Höhn etwa

ein Viertel des Umsatzes.“ [!]


Thomas Vogel

Papier und regenerative Energie

Zur HW-Holding mit ihren

790 Beschäftigten gehören die

Töchter und Partner Ludo Fact,

Ludo Fact (USA), Ludo Packt,

Friedmann Print Data Solution,

Oriens Karton (Tschechien),

Höhn sowie Vento Ludens.

Letztere beackert das Feld der

regenerativen Energien.

Mit der Verarbeitung von

Papier erwartet die Holding im

laufenden Geschäftsjahr 100

Millionen Euro Umsatz, nächstes

Jahr sollen es zusammen

mit Höhn 120 Millionen sein.

Vento Ludens, 1996 gegründet,

investiert in Wasser- und

Windkraft sowie Photovoltaik.

2019/2020 steht ein Projektvolumen

von 40 bis 50 Millionen

Euro in den Büchern.

Augenscheinlich kümmert

sich der Alleingesellschafter

rechtzeitig um seine Nachfolge.

Zwei seiner drei Kinder sind

in der Gruppe an Bord. Sein

Sohn Fabian Walz ist einer von

drei Geschäftsführern. Seine

Tochter Stephanie Dengler verantwortet

das Marketing. thv


38 SPEZIAL unternehmen [!]

Der Angriff erfolgte am

helllichten Tag: Am 21.

Mai legte ein Computer-Virus

große Teile

des IT-Systems der Tübinger

Buchhandlung Osiander lahm.

Das Warenwirtschaftssystem in

der Derendinger Zentrale war

ebenso infiziert wie die Buchhaltung.

Der zentrale Server musste

abgeschaltet werden. Das

Wiederhochfahren des Systems

gestaltete sich allerdings schwierig.

Die Folgen: Vier Tage lang

war der Web-Shop des Unternehmens

nicht erreichbar, zwei

Wochen lang war es nicht möglich,

Mails zu versenden und zu

empfangen. „Glücklicherweise

konnten wir in allen 62 Filialen

stationär weiterarbeiten, die

Kassen funktionierten“, erinnert

sich Geschäftsführer Christian

Riethmüller an die „schwarzen

Tage“ im Mai und Juni.

Keine Lust auf Investitionen

Vier von zehn Unternehmen in

Deutschland wurden in den

vergangenen zwei Jahren Opfer

eines Cyber-Angriffs. Entdeckt

hat man die meisten dieser

Attacken nur zufällig. Trotzdem

ist die Bereitschaft, etwas

dagegen zu tun relativ gering, so

das Ergebnis einer aktuellen Studie

der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

KPMG. „Das ist weder

nachvollziehbar noch vernünftig“,

sagt Elmar Eperiesi-Beck,

Geschäftsführer der IT-Sicherheitsfirma

Firma Eperi. “Jede Investition

in Cybersecurity ist

günstiger als nichts zu tun und

nach einem Angriff die Schäden

beheben zu müssen.”

Wer hinter den Attacken

auf Unternehmen steckt,

bleibt meist im

Unklaren.

Aufrüsten im

Cyber-Krieg

IT-Sicherheit Vier von zehn Unternehmen

werden in zwei Jahren Opfer eines Cyber-

Angriffs. Millionenschäden entstehen. Dabei

gibt es praktikablen Schutz.

MONTAGE: MAX MESCHKOWSKI

FOTO: DEEPADESIGNS/SHUTTERSTOCK.COM,PIXABAY & JESSY J. PHOTOGRAPHY

Das gilt auch für Cloud-Computing.

Darunter versteht man

das Arbeiten auf externen Servern.

Die Cloud bietet Speicherplatz,

Rechenleistung und

Anwendungssoftware als

Dienstleistung. Die Palette

reicht von Büroprogrammen

und Windows 365 über so genannte

ERP-Systeme bis Telefonie.

Die Verbindung zur virtuellen

Wolke wird übers Internet

hergestellt. Einer der größten

Vorteile des Cloud

Computings ist gleichzeitig ein

Nachteil: Die Daten sollen einfach

erreichbar sein und man

soll leicht von überall darauf

zugreifen können.

Das aber macht es

schwierig, sicherzustellen,

dass niemand

persönliche Informationen

abgreifen kann.

Die Provider versprechen

weitgehende Sicherheit,

werben mit Software

made in Germany und

Servern, die in Deutschland

Das ist

weder

nachvollziehbar

noch ist es

vernünftig.“

Elmar Eperiesi-Beck

Geschäftsführer Eperi

stehen. Aber klar ist auch, dass

sich US-amerikanische oder

chinesische Geheimdienste

trotzdem Zugriff auf Daten in

der Wolke verschaffen können.

Cloud-Computing ist grundsätzlich

weniger sicher als die

IT im eigenen Haus“, warnt

Dirk Johannwerner, IT-Security-Experte

beim Beratungsunternehmen

DXC Deutschland.

Er rät zur Erstellung von Risikoprofilen.

Unternehmenskritische

Systeme wie etwa Maschinen-

und Anlagensteuerungen

würde er nicht

auszulagern: „Die haben

in der Cloud

nichts zu suchen

und sollten nur

auf lokalen Plattformen

betrieben

werden.“


unternehmen [!] SPEZIAL 39

Für andere Nutzungen, zum

Beispiel wenn Dokumente an

verschiedenen Standorten bearbeitet

werden, wenn es um

Skalierbarkeit und Flexibilität

geht, hält er Cloud Computing

für sinnvoll. Um die Sicherheit

zu wahren, empfiehlt Johannwerner

„flankierende

Maßnahmen“.

Dazu gehöre es

vor allem, die

Daten auf ihrer

„Reise“ zur

Wolke und zurück

zu verschlüsseln.

Auf

welche Art und Weise Unternehmen

das machen sollten erläutert

Datenverschlüsselungsexperte

Elmar Eperiesi-Beck:

„Sie sollten sich selbst darum

kümmern, es nicht an einen

Provider delegieren, damit sie

allein die Kontrolle über Ihre

Sie sollten

sich selbst

kümmern – nicht

an Provider

delegieren.

Daten behalten.“ Dafür gebe es

am Markt Lösungen. Eperiesi-Beck

rät zu einem transparenten

Gateway, der im Datenstrom

zwischen Sender um

Empfänger steht. Damit sind

alle Informationen wie Texte,

Emails, Aufgaben oder Kalendernotizen

während der

Übertragung

zur Cloud und

zurück sowie

in der Cloud

zu jedem Zeitpunkt

verschlüsselt.

Nur

beim Sender

und Empfänger sind sie im

Klartext vorhanden. „Bei dieser

Methode kann selbst ein Provider

nicht auf die Daten zugreifen.“

Die Kosten für so eine Lösung

für eine Firma mit 100

Mitarbeitern beziffert Eperiesi-Beck

auf etwa 500 bis 600

Die Verbindung zur virtuellen Wolke wird übers Internet hergestellt.

Cloud-Computing hat aber auch Nachteile.

Euro im Monat. Genutzt werden

kann sie sowohl inhouse als

auch über einen Hosting-Partner

wie die Deutsche Telekom.

Der Eperi-Chef betont, dass

mit dieser Methode auch der

EU-Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO) Rechnung getragen

wird. Die Pseudonymisierung

ist die Verarbeitung

von Daten entlang eines Geschäftsprozesses,

bei denen der

„Regional und

partnerschaftlich“

Gemeinsam wachsen

Marianne und Gerhard Priel, Geschäftsführer

der Firma Schlagwerk GmbH in Gingen

mit Rupert Ströbele, Firmenkundenbetreuer:

„Auch wenn wir europaweiter Marktführer für

innovative Percussioninstrumente sind, setzen wir

zu 100 % auf unseren Standort Gingen an der Fils.

Selbstverständlich ist auch unsere Hausbank regional.

Und das bereits seit 1993.“

Partner des Mittelstandes

Jetzt informieren unter:

www.volksbank-goeppingen.de


40 SPEZIAL unternehmen [!]

Daten nur gegen Lösegeld zurück

Daten unverschlüsselt in die Cloud zu schicken, kann teuer werden.

Das Bundesamt für Sicherheit

in der Informationstechnik

(BSI) warnt vor Ransomware-Angriffen.

Das sind Attacken

mit Schadprogrammen,

die den Zugriff auf Daten und

Systeme einschränken oder

verhindern und diese Ressourcen

nur gegen Zahlung eines

Lösegeldes (englisch: „ransom“)

wieder freigeben. Immer

öfter berichten Unternehmen

von solchen digitalen Erpressungen.

BSI-Präsident

Arne Schönbohm erklärt, dass

insbesondere „nachrichtendienstliche

Akteure“ und die

Organisierte Kriminalität hinter

diesen Angriffen stecken.

Das BSI rät dringend, auf Forderungen

der Täter nicht einzugehen.

Tipp: Regelmäßig

Backups erstellen, die zur Wiederherstellung

der Systeme

verwendet werden können.

Diese sollten zusätzlich offline

in einem getrennten Netzwerk

oder Netzwerksegment gespeichert

werden. Ausführlichere

Informationen gibt es

vom BSI in den mehreren

Schriften zur Allianz für Cybersicherheit.

Die Meldestelle des

Nationalen IT-Lagezentrums

steht Unternehmen ebenfalls

zur Verfügung.

senger-Diensten und Apps aus:

„Über sie holt man sich leicht mal

einen Virus, Wurm oder Trojaner

ins Haus.“ Seine Mitarbeiter bei

DXC Deutschland sind deshalb angehalten,

ihre Mobile Devices alle

sechs Monate in den Werkszustand

zurückzusetzen und mit Daten aus

vertrauenswürdigen Quellen neu zu

installieren. Zurück zu Buchhändler

Osiander: Nachdem Riethmüller

die Kriminalpolizei über den

Cyber-Angriff informiert hatte, galt

der erste Schritt seines Krisenmanagements

der telefonischen Kunden-Hotline:

„Nach drei Tagen

funktionierten zwei Geräte wieder,

Wir hatten bei

uns viele nette

Gespräche mit

Kunden, die uns

Mut machten.

Christian Riethmüller

Osiander-Geschäftsführer

nach einer Woche endlich alle.“ Die

telefonischen Bestellungen der

Kunden gaben die Mitarbeiter der

Buchhandelskette selbst wieder per

Telefon an die Lieferanten weiter.

Was durch den Crash auch geschah:

Die Belegschaft rückte zusammen,

das Umfeld reagierte positiv. „Wir

hatten viele nette Gespräche mit

Kunden, die uns Mut machten“, berichtet

Riethmüller. Einige Lieferanten

boten Osiander ihre Unterstützung

an. Der Geschäftsführer:

„Ein gutes Gefühl.“

Bezug zu einer bestimmten Person

unerheblich ist, in Einzelfällen aber

benötigt wird. Ein Beispiel: die Abwicklung

eines eingehenden Kundenauftrags.

Eperiesi-Beck: „Während

in der Auftragsverwaltung der

Klarname des Kunden etwa für die

Bonitätsprüfung benötigt wird, genügt

es in den nachgelagerten Prozessschritten,

mit einem Pseudonym

weiterzuarbeiten.“

Wie teuer es werden kann, wenn

Unternehmen personenbezogene

Daten unverschlüsselt in die Cloud

geben, zeigt sich am Beispiel der

US-Hotelkette Merriott. Der droht

ein Bußgeld in Höhe von 110 Millionen

Euro, weil ihr Informationen

zu 383 Millionen Gästen gestohlen

Zur Person

Christian Riethmüller

führt den

1596 in Tübingen gegründeten

Buchhandel

Osiander mit

mehr als 60 Läden.

Der 1974 in Tübingen

Geborene liest gern

Krimis. Sein Lieblingsbuch:

Karlsson

vom Dach.

wurden, darunter 5,2 Millionen unverschlüsselte

Ausweisnummern

und 385 000 Zahlungskartennummern.

Unabhängig davon, ob ein Betrieb

seine IT-Landschaft im eigenen

Haus installiert hat oder in der

Cloud arbeitet, sollte die Sicherheit

oberste Priorität haben. Das gilt besonders

für die Kommunikation.

Schnittstellen wie USB, Bluetooth

und Wlan sind von Hackern gern

genutzte Einfallstore. Vorsicht bei

kostenlosem, aber ungeschütztem

Wlan, das an vielen öffentlichen

Plätzen, in Hotels, Kongresscentern

oder auf Messegeländen, angeboten

wird. Dirk Johannwerner: „Man

weiß aber nie, wer sich dahinter befindet“.

Gefahr gehe auch von Mes-

Parallele Rechnerwelt

Die IT-Sicherheitsexperten der Tübinger

Firma Syss, die Riethmüller

ins Haus geholt hatte, bauten eine

zweite, parallele Rechnerwelt auf.

Nach und nach begann der Betrieb

wieder zu laufen – zunächst stotternd,

dann immer besser.

Unter dem Strich aber bleiben Absatzeinbußen

und Kosten für die

Behebung der Schäden in „sechsstelliger

Höhe“, sagt Christian Riethmüller.

Gelernt habe er aus dem

Fall, dass eine heterogene und zum

Teil veraltete IT-Landschaft leicht

ins Wanken geraten kann. Als Konsequenz

wird im kommenden Frühjahr

das komplette Unternehmen

auf SAP umgestellt. [!]


Jürgen Hoffmann


unternehmen [!]

Anzeige

41

Sicherheit auf digitalen Wegen

IT-Sicherheit bzw. Informationssicherheit ist schon lange kein Nischenthema mehr. Kein Tag

vergeht ohne Meldungen von gravierenden IT-Sicherheitslücken, abhandengekommenen Daten,

Cyberattacken und vielem mehr.

Betroffen sind dabei nicht mehr nur die IT-Systeme

eines Unternehmens, vielmehr ist die ganze

Betriebstechnologie gefährdet. Im Zuge der

Digitalisierung, d. h. durch die immer weitere

Vernetzung von Betriebs- und Informationstechnologien

und die immer größere Zahl intelligenter

Geräte, gibt es zahlreiche Zugangspunkte

zu den Systemen eines Unternehmens

und immer neue Schwachpunkte.

Keine Digitalisierung ohne

IT-Sicherheit

Die Digitalisierung und die Globalisierung verändern

die Art wie wir leben, kommunizieren und

arbeiten, und machen den Weg frei für neue Anwendungen

und Geschäftsmodelle. Sie sind

Ausdruck des voranschreitenden Fortschritts,

machen uns aber gleichzeitig auch anfälliger für

böswillige Cyberangriffe. Damit die Digitalisierung

weiterhin funktioniert und vorangebracht

werden kann, braucht es Vertrauen. Deshalb ist

IT-Sicherheit ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil

der Digitalisierung und unserer Zukunft.

Eine gute Vorbereitung ist die halbe

Sicherheit

IT-Sicherheit bedeutet für die steep GmbH nicht

nur bestmöglicher Schutz vor Datendiebstahl

und Angriffen, sondern auch Aus- und Weiterbildung

für ein schärferes Bewusstsein der Mitarbeiter

und ein Verantwortlichkeitsgefühl bei allen

Akteuren entlang der gesamten digitalen

Wertschöpfungskette, sowie Anpassung von

Geschäftsprozessen.

Eine gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg, d. h.

Erarbeiten eines Notfallplans, eines IT-Sicherheitskonzepts,

regelmäßige Übungen von Ernstfällen,

automatisierte Erstellung von Prüfsummen

und Sollzuständen, eine aktuelle Dokumentation

des organisationsinternen Netzes sowie

das Auffinden und Analysieren von IT-Sicherheitsschwachstellen

sind unbedingt nötig, um

bestmöglich vorbereitet zu sein und im Bedarfsfall

schnell und richtig reagieren zu können.

Sollte es trotz aller Vorkehrungen zu einem Sicherheitsvorfall

kommen, ist schnelles und

überlegtes Handeln gefragt. Die IT-Forensik ist

Teil der IT-Sicherheit und beschäftigt sich mit

der Untersuchung verdächtiger Vorfälle. Digitale

Spuren werden mit denselben strikten Regeln

erfasst, analysiert, dokumentiert und ausgewertet,

wie in der klassischen forensischen Beweismittelsicherung,

um später Beweiskraft vor

Gericht zu haben.

Um eine einwandfreie forensische Analyse zu

ermöglichen, müssen IT-Systeme vorbereitet

werden. IT-Sicherheit sollte daher ein integraler

Bestandteil von Unternehmensprozessen sein.

IT-Sicherheit bei der steep

IT-Sicherheit und Digitalisierung gehen Hand in

Hand und müssen sich auch gemeinsam weiterentwickeln.

Die steep GmbH hat speziell für dieses

Ziel ein Digitalisierungsteam und ein Computer

Security Incident Response Team (CSIRT)

aufgebaut, um eine ganzheitliche IT-Sicherheitsstrategie

zu etablieren, von der nicht nur

die steep GmbH sondern auch ihre Kunden profitieren.

Die steep GmbH begleitet ihre Kunden auf dem

Weg zu einer geschützten, digitalen Umgebung

mit Beratung, Unterstützung und Erstellung von

IT-Sicherheitskonzepten, Datenschutz, Penetration

Tests, IT-Forensik, IT-Service-Management,

Digitalisierung, Beschaffung und Betreuung

der IT-Infrastruktur sowie Projektmanagement.

Gemeinsam in eine sichere, digitale

Zukunft

Die IT-Sicherheit hat maßgeblichen Einfluss auf

die Akzeptanz und die Zukunft digitaler Technologien

und ist damit unerlässlich für jegliches

Wachstum und jeglichen Fortschritt in der digitalen

Wirtschaft. Die digitale Zukunft braucht eine

Grundsicherheit, wie wir sie in der nicht-digitalen

Welt bereits für selbstverständlich erachten.

Fangen Sie also an, IT-Sicherheit zu leben,

wir helfen Ihnen dabei!

Kontakt

steep GmbH

Katrin Eisele

IT-Service Management

Söflinger Strasse 100

D-89077 Ulm

steep@steep.de | www.steep.de


42 LEBEN unternehmen [!]

Siegfried Weishaupt

inmitten der Ausstellung

mit der Neuerwerbung des

US-Künstlers Tony Oursler

im Vordergrund.

Von der Freude

Neues zu entdecken

Die private Seite Siegfried Weishaupt ist Unternehmer und Kunstliebhaber. Warum für ihn

beides vergleichbare Fähigkeiten erfordert, erzählt er in unserer Serie (Teil 2).

Siegfried Weishaupt muss

nicht lange nachforschen,

um bei seinen Vorfahren

jene Gene zu finden, die

aus seiner Sicht seinen Lebensweg

als erfolgreicher Unternehmer und

Kunstsammler prägten. Dass er nach

dem Abitur 1959 als Sohn von Max

Weishaupt in das damals schon aufstrebende

Unternehmen wechselte,

war nicht selbstverständlich, aber

naheliegend.

Ungewöhnlich für die damalige

Zeit war die klare Marketingstrategie

seines Vaters, der „die Heizung

aus dem Keller holte“ – genauer: sein

Produkt eines vollautomatischen

Brenners vom Image des staubigen

Kohlenkellers befreite. Mit Kohle zu

heizen, war bis dahin üblich, eine

Regelung über einen Thermostat innerhalb

der Wohnung eine Sensation.

Hans Gugelot, der damals in der

Die Skulptur

“Peristyle, Two

Lines” von

George Rickey

wird neben

Werken von

Adolf Luther

und Anthony

Caro präsentiert.

Ulmer Hochschule für Gestaltung

lehrte, entwickelte das Design für

die Brenner.

Als Siegfried Weishaupt 1965 in

das Unternehmen einstieg, hatten

die Brenner bereits Designgeschichte

geschrieben. Durch den Kontakt

zwischen dem Unternehmen Weishaupt

und der Hochschule für Gestaltung

(HfG) lernte Siegfried

Weishaupt die Philosophie des Bauhauses,

den Architekten der HfG,

Max Bill, und den Künstler Josef Albers

kennen.

Gebaut von Stararchitekten

Der andere Einfluss liegt um mehrere

verwandtschaftliche Ecken. In

der Familie seiner Großmutter mütterlicherseits

gab es drei Generationen

Kunstmaler, einen Restaurator

und nicht zuletzt ein angeheiratetes

Mitglied der Familie Tugendhats.


unternehmen [!]

LEBEN

43

FOTOS: MARC HÖRGER

„Homage to the Square – Opal“, 1964, von Josef Albers ist eines der Schlüsselwerke der Sammlung,

welches das Interesse von Siegfried Weishaupt geweckt hat, selbst Kunst zu sammeln.

Das Wohnhaus dieser jüdischen

Familie entwarf kein Geringerer

als Stararchitekt Mies van der

Rohe. Die Architektur-Ikone im

tschechischen Brno (Brünn) ist

heute ein Kulturdenkmal.

Mittlerweile besitzt Siegfried

Weishaupt selbst zwei Gebäude

von Stararchitekten – das Weishaupt-Forum

in Schwendi von

Richard Meier und – in Ulms

Neuer Mitte – seine Kunsthalle,

entworfen von

Wolfram

Wöhr. Das Verwaltungsge-

bäude in

Schwendi ist

mit Kunst ausgestattet,

im

Forum befindet

sich Siegfried

Weishaupts

Wichtig war,

dass mir die

Arbeit gefällt. Der

Wert hat mich nie

interessiert.

Siegfried Weishaupt

Unternehmer und Sammler

private Ausstellung.

Die Kunsthalle im Herzen

Ulms ist ausschließlich der

Sammlungspräsentation gewidmet.

Aus eigenem Bestand bespielte

die Kunsthalle in den

zwölf Jahren ihres Bestehens

zwanzig bedeutende Ausstellungen.

Weishaupts Sammlertätigkeit

begann ohne konzeptionellen

Ansatz, aber mit der klaren Vorliebe

für geometrische Kunst.

Arbeiten von Mondrian und Albers,

dann erste Werke der

Gruppe Zero. „Wichtig war immer,

dass mir die Arbeit gefällt,

dass sie interessant ist und etwas

Neues zeigt. Das inspiriert

mich.“ Immer wieder zieht sich

Siegfried Weishaupt in seine

ganz persönliche „Kunstausstellung“

zurück, einen Raum im

Weishaupt-Forum in dem er

ausgewählte Lieblingsstücke auf

sich wirken

lässt. „Der

Wert oder eine

Entwicklungsperspektive

haben

mich nicht

interessiert“,

erzählt er.

Weishaupt ist

ein Sammler.

Aus seiner

Faszination

entwickelte sich eine Eigendynamik,

es entstand ein großes

Netzwerk in der Kunstszene.

Die Galeristen, Denise René und

vor allem der Ulmer Hans Maier,

unterstützten Weishaupt bei

der Suche nach Arbeiten.

In den USA entdeckte Weishaupt

den amerikanischen Expressionismus

und die Pop Art.

Als Kunstsammler war er zusammen

mit seiner Frau Jutta

AKT I ONS-

T A G E

bei PIANO - FISCHER

4 . O K T O B E R

b i s

4 . N O V E M B E R

2 0 1 9

PIANO-FISCHER ULM

– vormals Piano Maier –

Donaustraße 10 I 89073 Ulm I T 0731 61 99 88 I info@piano-fischer.de

P I A N O - F I S C H E R . D E


44 LEBEN unternehmen [!]

Ein Name, zwei Aspekte: Stiftung und Weltmarktführer

FOTO: MARC HÖRGER

Siegfried Weishaupt in der aktuellen Ausstellung „Ausgang offen“ mit Werken von David Nash, Richard Long und Gerold Miller.

Die Stiftung Weishaupt vergibt im zweijährigen

Turnus und in Kooperation mit der

katholischen Fakultät der Universität Tübingen

den mit 25 000 Euro dotierten Alfons-

Auer-Ethik-Preis. Ausgezeichnet werden

Persönlichkeiten, die sich durch ein besonderes

ethisches Engagement im religiösen,

wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen

Bereich hervorgetan haben.

Das Familienunternehmen Weishaupt

wurde 1932 gegründet. Es gehört zu den

Weltmarktführern in der Energietechnik mit

den Bereichen Heizsysteme Gas und Öl, Solarsysteme,

Wärmepumpen, Brenner, Trinkwassersysteme

und Energiespeicher. 2018

erwirtschafteten weltweit 3580 Mitarbeiter

der Unternehmensgruppe einen Umsatz von

635 Millionen Euro. Das waren sieben Prozent

mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen

verfügt über 29 Vertretungen und Niederlassungen.

Im Ausland ist es mit 23 Tochtergesellschaften

in 40 Ländern aktiv. Firmensitz

ist Schwendi (Kreis Biberach). Dort sind

nicht nur Verwaltung und Produktion angesiedelt,

sondern auch ein 5000 Quadratmeter

großes Forschungs- und Entwicklungszentrum.

weltweit unterwegs, besuchte

Künstler in ihren Ateliers. Es

entstanden Freundschaften, unter

anderem mit dem US-Maler

Robert Longo. „Die Begegnungen

mit den Künstlern waren

und sind für mich eine Bereicherung.

Sie verkörperten, mit ihrer

Art zu leben, für mich etwas

völlig Neues. Ihr lockerer Umgang

mit Tabuthemen, wie Homosexualität,

forderten eine Offenheit,

die ich zu der damaligen

Zeit erst lernen musste.“

Die Ausstellungen im Karlsruher

Zentrum für Kunst und

Medien und in „The Garage“, einem

Museum des russischen

Milliardärs Abramowitch in

Die Künstler

verkörperten,

mit ihrer Art zu

leben, für mich

etwas völlig Neues.

Siegfried Weishaupt

Unternehmer

Moskau, bereiteten den Boden

für den Wunsch nach einer öffentlichen

Sammlungspräsentation.

„Der damalige Ministerpräsident

Lothar Späth plante

damals zwar ein Sammlermuseum,

aber ich dachte an ein Museum

nach Art des Louisiana

Museum of Modern Art in Dänemark“,

erzählt Weishaupt von

ersten Überlegungen etwas Vergleichbares

am Bodensee zu

bauen. Das Angebot des damaligen

Ulmer Baubürgermeisters

Alexander Wetzig kam da gerade

zur rechten Zeit.

Inzwischen ist die Kunsthalle

Weishaupt Teil des kulturellen

Ulms und gibt der Stadt etwas

Internationalität. Darauf ist

Siegfried Weishaupt stolz. „Natürlich

spielt das Ego da eine

Rolle“, gibt er unumwunden und

augenzwinkernd zu. „Man

wächst mit der Sammlung, eignet

sich Hintergrundwissen an

und der Blick für Kunst entwickelt

sich.“

In der Kunst, wie im Unternehmen

setze sich Qualität

durch. Für Siegfried Weishaupt

ist das nicht die einzige Gemeinsamkeit.

„Im Unternehmen wie

in der Kunst braucht es Menschen

mit einer schöpferischen

Kraft bis hin zur Genialität. Nur

dann entsteht etwas wirklich

Neues.“ [!]

Sigrid Balke


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 45

Kaum Frauen an

der Spitze

Studie Die baden-württembergischen

Chefetagen öffentlicher

Unternehmen bleiben weiterhin

eine Männergesellschaft. Laut

einer Studie der Zeppelin Universität

Friedrichshafen besetzen

Frauen nur jede sechste

Stelle im Top-Management von

öffentlichen Unternehmen auf

kommunaler Ebene. Damit liegt

Baden-Württemberg im Ländervergleich

auf Platz 11. [!]

Neues digitales

Zentrum

Plattform Ein neugegründetes

Zentrum für Digitale Innovationen

(ZDI) an der Dualen Hochschule

Ravensburg soll Studierende

sowie deren Partner künftig

in Sachen digitale Transformation

unter die Arme greifen.

Hierzu entwickelt das ZDI etwa

ein Schulungsprogramm, bietet

Lehrveranstaltungen zu Data Science

an und unterstützt das ZDI

bei der Anwendung von Software-Lösungen

für Data Science

und Künstliche Intelligenz. [!]

Mit Sinnen

sicher ans Ziel

Die App Q-Wohl zeigt Landwirten, wie zufrieden ihre Kühe sind.

Glückliche Kühe per App

Foto: Studio Peace/Shutterstock.com

Ob sich ihre Schützlinge wohlfühlen, können Landwirte

im Südwesten neuerdings per App tracken.

Q-Wohl heißt das neue Mini-Programm, welches die

Zufriedenheit von Rindern anhand tierbasierter Indikatoren

misst. Die digitale Managementhilfe entspringt

einer Kooperation der HfWU Nürtingen-Geislingen,

der Stabstelle für Tierschutz und dem Landwirtschaftlichen

Zentrum für Rinderhaltung. Sie soll

Landwirten helfen, Haltungsbedingungen besser einzuschätzen

und zu verbessern. Die kostenlose App

gibt es hier: www.qwohl-bw.de.

Kontakt: udo.renner@hfwu.de, Tel.: 07022/201-391

App Das Kooperationsprojekt

„Sinn²“ der Uni Stuttgart, der

Dualen Hochschule und des

Verkehrswissenschaftlichen Instituts

hat eine Smartphone-App

entwickelt, die künftig die landesweite,

barrierefreie Fahrgastinformation

übernehmen soll.

Mindestens zwei der drei Sinne

Hören, Sehen und Tasten werden

dabei angesprochen. Bisher

ist die Applikation nur für Apple

iOS Geräte erhältlich. [!]

Bosch lässt

testen

Kooperation Studierende der

Hochschule Kempten können

neu entwickelte Algorithmen

zur Fertigungsdaten-Analyse

künftig an den Produktionsanlagen

der Robert Bosch GmbH

testen. „Die schnelle und präzise

Erkennung von Schlechtteilen

in unseren Fertigungslinien

ist eine der Schlüsselaufgaben,

um unsere starke Wettbewerbsposition

zu sichern. Nur mit

neuen Ideen und Algorithmen

können diese Herausforderungen

bewältigt werden“, sagt Sebastian

Klüpfel, Leiter des Innovation

Campus bei Bosch. [!]

Start-ups

fördern

Potentiale Mithilfe von Fördergeldern

des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Energie

will das Institut für Digitalen

Wandel (IDW) der Hochschule

Ravensburg-Weingarten das

Gründen eigener Unternehmen

schmackhaft machen. Im Rahmen

des sogenannten Exist-Programms

sollen innovative Startups

unterstützt und Entwicklungspotentiale

gesteigert werden.

Das soll über alle

Gründungsphasen hinweg vor

allem im LAB4DTE (Lab for Digital

Transfer and Entrepreneurship)

passieren. [!]

Belebung von

Nürtingen

Studienprojekt Studierende

der Hochschule für Wirtschaft

und Umwelt (HfWU) entwickelten

Konzepte für die Belebung

der Nürtinger Innenstadt. Die

Themen reichten von der Einbindung

des Neckars über Mobilität

bis zur Integration des

Bahnhofs. Letzteres möchten die

Studierenden etwa mit dem Ansatz

„Bench-Bombing“ angehen.

Flächendeckend aufgestellte

Sitzmöbel aus Industriepaletten

sollen zum Verweilen am und

um den Bahnhof einladen.[!]

Neues Logo, App

und Websites

Konzepte Studierende der Dualen

Hochschule in Heidenheim

beschäftigten sich eineinhalb

Monate mit Kommunikationskonzepten

des Q-Hofs Raunecker

in Frickingen, der Sonderpädagogischen

Bildungs- und

Beratungszentren (SBBZ) und

der Pflegeausbildung in Heidenheim

ab 2020. Das Ergebnis: Ein

neues Logo, eine App, Webseiten,

Social-Media-Kampagnen,

Broschüren sowie einen Imagefilm.

Die Ideen sollen mittelfristig

umgesetzt werden. [!]


Die grauen Männer aus Michael Endes Jugendroman „Momo“, der 1973

erschienen ist, sind das Symbol für Zeitdiebe schlechthin. In dem Buch

bringt das Kind Momo den Menschen die gestohlene Zeit zurück.


Foto: Fabian Cevallos/Sygma/Sygma/ Getty Images)

RESSORT unternehmen [!]

1) Internet und Handy diktieren unseren

Alltag. Wie behalten Sie den Überblick?

2) In welches berufliche Projekt haben

Sie 2019 am meisten Zeit gesteckt?

3) Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am

liebsten?

4) Was würden Sie tun, wenn Sie

plötzlich viel Zeit hätten?

5) Welche berühmte Person würden

Sie gerne treffen und warum?

Zeit hat man, wenn

man sie sich nimmt

Umfrage Man hätte gerne mehr davon, manchmal wird sie einem gestohlen. Fünf

Führungskräfte haben Stefan Loeffler verraten, wie sie ihre Zeit am liebsten nutzen.


unternehmen [!] LEBEN 47

Wenn sie Zeit hätte, würde

Catherine Adelmann,

Geschäftsführerin der Fosera

Solarsystems GmbH & Co. KG,

gerne ihr Italienisch auffrischen.

1Das Internet ermöglicht uns

viele spannende, neue Möglichkeiten

und bringt eine enorme

Zeitersparnis. Aus diesem

Grund sehe ich Smartphone, Internet

& Co. nicht als „Diktatoren“

meines Alltags, sondern

eher als sehr nützliche Hilfsmittel.

Um den Überblick zu behalten,

schreibe ich mir ganz altmodisch

To-Do-Listen, die dann

abgearbeitet werden.

2Fosera ist noch ein recht junges

Unternehmen. 2019 ging

es vor allem darum, die Strukturen

zu schaffen, die wir benötigen,

um unser Wachstum zu

bewältigen und professioneller

zu werden.

FOTO; HONG VO/SHUTTERSTOCK.COM

3Als Ausgleich zur Arbeit,

treibe ich in meiner Freizeit

Sport – am liebsten draußen an

der frischen Luft.

4Mein Italienisch verbessern,

doch dazu fehlt mir leider

gerade die Zeit.

5Da gibt es einige. Zum Beispiel

Alexandria Ocasio-Cortez,

die mit ihrem forschen

Ansatz die US-amerikanischen

Demokraten aufmischt

und neuen Wind in die Politik

bringt.

Dipl.-Ing. Philipp Seidel,

geschäftsführender Gesellschafter

der Seidel Architekten

und Generalplaner GmbH, hätte

gerne einmal mit dem Kinderbuch-Autor

Michael Ende

zusammengesessen.

1Ich versuche den Überblick

zu behalten, indem ich Laptop

und Smartphone einfach

mal beiseitelege, das Büro verlasse

und mich bei einem Spaziergang

in Ruhe neu sortiere.

2Im Jahr 2019 habe ich die

meiste Zeit in die Weiterentwicklung

und Leitung meines

Büros gesteckt.

3Meine Freizeit verbringe ich

am liebsten mit meiner Familie

und beim Sport, bzw. auch

gerne beides in Kombination.

4Wenn ich plötzlich ganz viel

Zeit hätte, würde ich am

liebsten mit einem Wohnmobil

die Welt bereisen.

5Ich würde gerne mit Michael

Ende (†) ein paar Stunden

verbringen, da ich die Themen

seiner Kinderbücher für aktueller

denn je halte; sei es der Umgang

mit unserer Zeit oder auch

mit unserer Umwelt.

FOTO: JOCHEN SCHOENFELD/SHUTTERSTOCK.COM

ZAR Zentrum für ambulante

Rehabilitation

Reha am

Wohnort

Orthopädie

Kardiologie

Ganztägig ambulante

Rehabilitation

Nachsorgeprogramme im

Anschluss an die Reha

EAP Erweiterte ambulante

Physiotherapie

Physiotherapie und

Ergotherapie auf Rezept

Präventionsprogramme

FOTO: DENN61/SHUTTERSTOCK.COM

ZAR Ulm

Pfarrer-Weiß-Weg 10

89077 Ulm-Söflingen

zar-ulm.de


48

LEBEN unternehmen [!]

1) Internet und Handy diktieren unseren Alltag. Wie behalten Sie den Überblick?

2) In welches berufliche Projekt haben Sie 2019 am meisten Zeit gesteckt?

3) Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?

4) Was würden Sie tun, wenn Sie plötzlich viel Zeit hätten?

5) Welche berühmte Person würden Sie gerne treffen und warum?

FOTO: JURE DIVICH/SHUTTERSTOCK.COM

Anja Stegmann, Geschäftsführerin

der Soft-Consult Häge

GmbH, schätzt die Begegnungen

mit anderen Menschen.

1Man sollte sich von der

schnelllebigen Zeit nicht verrückt

machen lassen. Um den

Überblick zu behalten, ist es für

mich wichtig, regelmäßig meine

Mailnachrichten abzurufen,

auch wenn ich unterwegs bin.

2Seit ich nach dem Tod meines

Mannes im Jahr 2016 die

Geschäftsführung übernommen

habe, ist Soft-Consult mein berufliches

Großprojekt.

3Am liebsten verbringe ich

meine freie Zeit mit meiner

Familie und mit Freunden. Auch

sammle ich mit Büchern, mit

Musik, in Ausstellungen, am

Meer oder in den Bergen neue

Eindrücke.

4Ich möchte auf dieser Welt

noch sehr viele Dinge kennenlernen,

vor allem andere

Länder bereisen.

5Es gibt so viele interessante

und inspirierende Menschen,

mit denen ich anregende

Gespräche führen kann und die

mich auf neue Ideen bringen.

Dazu benötige ich keine berühmte

Persönlichkeit.

FOTO: BRANDONHT/SHUTTERSTOCK.COM

1Old School mit Tischkalender

und ohne Facebook, Twitter,

Xing & sonstigen Social Media.

Das Wesentliche zuerst bearbeiten,

Unwesentliches erledigt

sich oft von allein.

2Die Arbeit an sich ist mein

Projekt 2019. Die Komplexität

in Form von neuen Verordnungen,

Bürokratismus und

schwerer werdenden Problemlösungen

bestimmen meinen

Tag, meine Zeit ist bis zu 80 Prozent

fremdbestimmt.

3Mit Menschen, die meine

Lebensfreude teilen und

gleichermaßen Spaß an den

vielfältigen Dingen des Lebens

haben. Man muss offen sein für

Neues.

Ulrich Weber, Geschäftsführer

der A-R-S-tec GmbH, würde

sich gerne einmal mit Bundeskanzlerin

Angela Merkel

austauschen.

4Hoffentlich genießen. Mit

dem Thema „Zeit haben“

konnte ich mich noch nicht auseinandersetzen

und das Studium

ist schon zu lange her. Die

Welt zu umsegeln war immer

mein Traum.

In der Vergangenheit hätte

5 ich gerne Muhammad Ali

kennengelernt, ein außergewöhnlicher

Kämpfer, im Ring

und ebenso außerhalb. Jetzt

würde ich gerne mit Angela

Merkel meine Ansichten austauschen.

Ihr Wissen über Europa,

die Welt, welche Zusammenhänge

worin und wie bestehen,

das wäre höchst spannend für

mich.

1Im Büro stellen wir das Telefon

immer wieder auf die Telefonzentrale

und arbeiten die

Anrufe dann en bloc ab. Mit den

Mails versuchen wir das auch,

klappt aber nicht immer. Außerdem

schalte ich das Mobiltelefon

abends und am Wochenende

einfach aus.

2Da wir ein klimaneutrales

Unternehmen sind, haben

wir alle Bereiche und Prozesse

danach ausgerichtet und weitere

Klimaschutz-Maßnahmen

durchgeführt; außerdem haben

wir die Technologie-Produktion

ins Haus geholt.

FOTO: LUCA SANTILLI/SHUTTERSTOCK.COM

Am Wochenende ist das Handy

von Gabriele Renner, Geschäftsführerin

der Pervormance

international GmbH aus.

3Mit meiner Familie am Comer

See oder mit einer

Freundin bei Rockkonzerten.

4Ich würde mich noch mehr

um das Thema Klimaschutz

kümmern, weil da aus meiner

Sicht einiges in die falsche Richtung

läuft. Ich denke, dass wir

optimistischer und mit global

sinnvollen Maßnahmen an das

Thema herangehen sollten.

5Mit Barack Obama, weil ich

gerne wissen möchte, was er

in Zukunft noch für die Menschen

und für die Welt tun will.


Nilfisk - Einer der führenden

Anbieter von Reinigungstechnologien

Ob in der Fertigung, bei einem Reinigungsunternehmen oder in privaten und öffentlichen Einrichtungen – gründliche und effiziente Reinigung ist ein

Muss. Dabei geht es um weit mehr als das bloße Sauberkeitsempfinden. Eine effektive Reinigung wirkt sich direkt auf die Hygiene, Sicherheit und das

Wohlergehen der Mitarbeiter aus. Um diese Bedingungen möglichst unkompliziert und verlässlich garantieren zu können, brauchen Unternehmen

einen starken Partner.

Innovativ, effizient, Nilfisk

Seit 1906 strebt Nilfisk nach perfekten Reinigungslösungen und stützt sich dabei auf umfassendes Wissen über die Bedürfnisse und Herausforderungen

verschiedenster Branchen. In einer von Innovation geprägten Tradition verankert, arbeiten wir an langlebigen, bedienerfreundlichen Geräten, die

maximale Effizienz garantieren. Das Ziel ist dabei immer klar: rundum zufriedene Kunden.

Zuverlässig und nachhaltig

Nilfisk ist entschlossen, unsere Welt zu einem saubereren Ort zu machen. Deswegen helfen wir Reinigungsprofis und Privatkunden rund um den

Globus mit unseren Lösungen. Unsere Unternehmenswerte Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit stehen hierbei immer im Fokus. Jede Neuentwicklung

oder technische Innovation wird nach diesen Gesichtspunkten betrachtet. Zuverlässigkeit und Qualität sowie Nachhaltigkeit und Effizienz sind für uns

untrennbar verbunden.

Kompetenz in allen Branchen

Es ist unser Anspruch, jedem Kunden die richtige Lösung für seine spezifischen Aufgaben und Anforderungen zu bieten. Damit das gelingt, verfügen

unsere Mitarbeiter über großes Know-how in den Bereichen Landwirtschaft, Automotive, Baugewerbe, Lebensmittel und vielen mehr.

Produkte und Dienstleistungen

Das Portfolio von Nilfisk umfasst eine Vielzahl von Geräten und Zubehör. Ergänzt wird dieses Angebot durch diverse Serviceleistungen.

• Hochdruckreiniger: Die leistungsstarken Reinigungsmaschinen lassen sich in mehrere Kategorien unterteilen. Heißwasser- und Kaltwasser-Modelle,

elektrisch oder mit Kraftstoff, mobil oder stationär. Alle haben gemein, dass sie mit ihrem kraftvollen Wasserstrahl optimale Ergebnisse liefern.

• Sauger: Von einfachen Gewerbesaugern bis zu starken Industriesaugern und speziellen Sicherheitssaugern – wo Späne, Stäube und Co. effektiv

entfernt werden sollen, hat Nilfisk eine passende Lösung.

• Scheuersaug- und Kehrmaschinen: Schulflur oder Parkplatz, Bodenreinigung ist essentiell. Besonders bei großen Flächen braucht es dabei effiziente

Lösungen. Scheuersaug- und Kehrmaschinen liefern optimale Ergebnisse in minimaler Zeit – ob als Aufsitzmodell oder in der Nachgänger-Variante.

• Servicelösungen: Unser Service glänzt mit Kundenorientierung, Kompetenz und Verbindlichkeit. Je nach Bedarf können Kunden aus drei verschiedenen

Paketen wählen, die ihre jeweiligen Bedürfnisse abdecken. Zur Steigerung von Effizienz und Effektivität bieten wir die Flottenmanagementsysteme

TrackClean und FleetLogger an. Und sollte ein Kunde keine zufriedenstellende Lösung im Nilfisk Portfolio finden, hilft

unser Zentrum für Sonderanfertigungen.

Bevorzugter Arbeitgeber

Wenn Sie sich für eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit in unserem Vertrieb, Service oder Verwaltung interessieren, besuchen Sie uns

auf unserer Homepage unter www.nilfisk.de und informieren Sie sich über unsere offenen Stellen. Wir freuen uns auf Sie!

www.nilfisk.de


50

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

85 Kündigungen

bei IT Informatik

Verkauf Die Data Group aus

Pliezhausen hat das insolvente

Ulmer Systemhauses IT-Informatik

übernommen. Die Zahl

der Mitarbeiter des SAP-Spezialisten

wurde im Zuge der Insolvenz

in Eigenverwaltung von

etwa 400 auf 300 abgebaut, 85

davon durch Kündigungen. Der

Standort Hamburg wurde geschlossen.

IT Informatik erwirtschaftete

mit knapp 30 Millionen

Euro rund ein Zehntel des

Umsatzes der Data Group. [!]

Japaner

kaufen Tricor

Verpackung Der japanische

Großkonzern Rengo hat über

eine Tochtergesellschaft den

Verpackungsspezialisten Tricor

übernommen. Der bisherige Besitzer

und Mehrheitsaktionär

Martin Müller (58) sieht den

Verkauf der Tricor Packaging &

Logistics AG (Bad Wörishofen)

als Nachfolgelösung. Tricor beschäftigt

900 Mitarbeiter. Rengo

erwirtschaftete zuletzt mit

17 000 Mitarbeitern einen Umsatz

von 5,5 Milliarden Euro. [!]

Südwestbank

mit neuem Chef

Transport-Spezialist für Giganten

Wenn es um den Transport großer Lasten geht, führt

kaum ein Weg am UIlmer Unternehmen Kamag

Transporttechnik vorbei, ob Space Shuttle, Werftteile

oder gigantische Teile für Stahlwerke. Das Unternehmen,

das vor 50 Jahren vom Ulmer Unternehmer

Franz Xaver Kögel, und dem Ingenieur Karl Weinmann

Bawag Vor rund zwei Jahren hat

die österreichische Bankholding

Bawag die Südwestbank übernommen.

Im Zuge der Integration

und eines Sparkurses fielen

250 von knapp 590 Stellen weg.

Nun ist Wolfgang Kuhn, der das

Institut seit 2008 geleitet hat, in

Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger

ist Constantin von Oesterreich.

Er bildet gemeinsam mit

Jochen Sautter und Sebastian Firlinger

das Führungsgremium der

Bank. Das 1922 gegründete Institut

betreut in Baden-Württemberg

rund 90 000 Privat- und Unternehmenskunden.[!]

Ulm sucht

gute Ideen

Innovation Die Realisierung

von Innovation ist komplex und

von vielen gesellschaftlichen

Kräften abhängig. Mit dem

Berblinger Innovationswetteberb

„Test Test Contest“

schreibt die Kulturabteilung der

Stadt Ulm einen Wettbewerb

aus, der sich an alle Leute mit

Tüftler-Gen oder visionären

Das Space Shuttle der Nasa wurde

auf Schwerlastmodulen von Kamag

transportiert.

Foto: Kamag

gegründet worden ist, beschäftigt heute 300 Mitarbeiter.

Mit der Scheuerle Fahrzeugfabrik (500 Mitarbeiter),

Nicolas Industrie und TIIGER bilden die Ulmer

die TII-Gruppe. Der zuletzt kommunizierte Jahresumsatz

der Gruppe, die dem Unternehmer Otto Rettenmaier

gehört, beträgt 250 Millionen Euro.

Ideen richtet. Ernsthafte Erfindungen,

aber auch „Hirngespinste“

können eingereicht

werden. Dabei kann es nicht nur

um technische, sondern auch

um gesellschaftliche oder soziale

Neuerungen gehen – Hauptsache

die Idee bringt die Gesellschaft

vorwärts! Der Wettbewerb

ist Teil der Feierlichkeiten

zum 250. Geburtstag von August

Berblinger im nächsten Jahr. Informationen

unter www.berblinger.ulm.de.

[!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

a.boegelein@swp.de

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Max Meschkowski

(Layout & Illustration)

Antje Meyer (Bild)

Fotos Marc Hörger (Titel + Titelinterview),

Lars Schwerdtfeger,

Matthias Kessler, Werkfotos, Getty

Images, PR, Archiv

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe:

6. Dezember 2019

Die Themen

E-Autos als Dienstwagen: Was ist

der Nutzwert für Unternehmen?

Erfolgreich mit Daten arbeiten

Familienunternehmen:

Was macht Sie so erfolgreich?

Vom Schutz für den Menschen

bis zur Corporate Identity

Anzeigenschluss: 8. November

Auflage: 18.000 Exemplare

www.swp.de/unternehmen


Verbundenheit. Ausdruck innerer Stärke.

Der neue GLE verbindet Design, Empathie und Intelligenz

auf beeindruckende Weise. Seine aktivierenden Komfortsysteme

lassen Sie stets erholt ankommen und er

merkt sich Ihre Gewohnheiten – so wird jede Fahrt zu

einem persönlichen Erlebnis.

Jetzt Probe fahren. In Ihrer Mercedes-Benz

Niederlassung Ulm/Neu-Ulm.

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart

Partner vor Ort: Daimler AG, vertreten durch Mercedes-Benz Vertrieb PKW GmbH

Niederlassung Ulm/Neu-Ulm: Von-Liebig-Straße 10 • 89231 Neu-Ulm

Telefon 07 31 700-0 • www.mercedes-benz-ulm-schwaebischgmuend.de


52

RESSORT unternehmen [!]

Work, Life

und Eco Balance

Der neue Passat GTE Variant*

Berechtigt für die

0,5% Regelung

für Dienstwagen

* Kraftstoffverbrauch des neuen Passat GTE Variant in l/100 km: kombiniert 1,7–1,6; Stromverbrauch

in kWh/100 km: kombiniert 15,7–15,1; CO 2

-Emission kombiniert in g/km: 39–37, Effizienzklasse: A+.

Passat GTE Variant 1.4 TSI mit E-Motor,

115 kW (156 PS)/85 kW (115 PS), 6-Gang-DSG

Kraftstoffverbrauch, l/100 km: kombiniert 1,7–1,6; Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert

15,7–15,1; CO2-Emissionen, g/km: kombiniert 39–37. Effizienzklasse: A+.

Ausstattung: Pure White, „Business Premium“-Paket inkl. Navigation, Klimaanlage „Air Care Climatronic“,

Rückfahrkamera „Rear View“, Massagefunktion auf Fahrerseite, Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung,

Fahrerassistent „Travel Assist“ und Spurhalteassistent „Lane Assist“, Vordersitze beheizbar u. v. m.

GeschäftsfahrzeugLeasingrate monatlich 273,00 € 1

Sonderzahlung: 1.500,00 € 2

Laufzeit:

36 Monate

Laufleistung pro Jahr:

10.000 km

Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Str. 57,38112 Braunschweig,

für gewerbliche Einzelabnehmer.

Abbildung zeigt Sonderausstattungen gegen Mehrpreis. Stand 09/2019. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. 1 Bonität vorausgesetzt.

Zzgl. Überführungskosten und gesetzlicher Mehrwertsteuer. 2 Entspricht dem derzeit gültigen BAFA Umweltbonus.

Details unter www.bafa.de.

Ihr Volkswagen Partner

Autohaus Burger GmbH & Co. KG

Ehinger Str. 21-25, 89143 Blaubeuren

Tel. 07344 / 96000

André Moreira

Tel. 07344 / 9600-62

Andre.Moreira@

autohaus-burger.de

Philipp Staudenmayer

Tel. 07344 / 9600-63

Philipp.Staudenmayer@

autohaus-burger.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine