2019/41 - Unternehmen [!] 69

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Ein breites Angebot

sind. „Privatschulen haben den Auftrag,

das Schulwesen zu ergänzen

und zu bereichern“, so Vogt. Das

heißt: Eine Privatschule bietet eine

Besonderheit, die es in einer staatlichen

Einrichtung am Ort nicht gibt.

Träger von Privatschulen können

kirchliche Organisationen, Sozialwerke,

Vereine, Personengesellschaften

oder Privatpersonen sein.

Paul Jakob, der das Portal private-bildung.com

betreibt, empfiehlt

Eltern, sich bei der Schulsuche vor

allem in die Lage ihres Kindes zu

versetzen: „Privatschulen verfolgen

zahlreiche unterschiedliche Konzepte.

Jedes davon hat seine Berechtigung

– doch nicht jedes Kind fühlt

sich mit jedem Konzept wohl.“ Die

Vorteile von Privatschulen liegen

Der Vorteil von

Privatschulen

ist: Die Klassen

sind kleiner, die

Ausstattung besser .

Für die Schulzeit brauchen Kinder einen langen Atem – umso besser wenn Lernen Spaß

macht

Foto: Rawpixel.com/Shutterstock.com

Es gibt unterschiedliche Arten

von Privatschulen:

Ganztagesschulen ermöglichen

Eltern eine bessere Vereinbarung

von Schule und Beruf,

weil Kinder einen Großteil

des Tages in der Schule verbringen.

werks Württemberg. Durchschnittlich

trägt der Staat etwa zwei Drittel

der Kosten. Der Rest wird über

das Eltern-Schulgeld finanziert. Die

Rahmenbedingungen sind je nach

Bundesland unterschiedlich. In Baden-Württemberg

zum Beispiel ist

das monatliche Schulgeld an Privatschulen

seit etwa zwei Jahren auf 160

Euro monatlich gedeckelt.

Generell nehmen Schulgeldmodelle

Rücksicht auf die wirtschaftliche

Situation der Eltern. Anders darf

es, laut Grundgesetz, auch gar nicht

sein. „Privatschüler sind in Deutschland

keine selektive Gruppe. Wie

staatliche Bildungseinrichtungen,

sind auch Privatschulen in der Regel

gesellschaftlich durchmischt“,

Bilinguale Schulen unterrichten

zweisprachig.

Internationale Schulen haben

einen weltweit einheitlichen

Standard. Die Schulsprache

ist Englisch.

Kirchliche Schulen legen

Wert auf christliche Werte in

der Erziehung.

Zur Person

Klaus Vogt steht

seit 2010 an der

Spitze des Kolping-Bildungswerks

Württemberg. Seit

drei Jahren ist er

Vorsitzender des

Verbandes der deutschen

Privatschulverbände.

Bei Waldorfschulen steht

die individuelle Förderung jedes

einzelnen Kindes im Vordergrund.

Es gibt typischerweise

keine Schulnoten.

In Montessorischulen soll

jedes Kind in eigenem Tempo

und Rhythmus lernen.

erläutert Vogt. Eltern, die eine für

ihr Kind passende Schule suchen,

sollten laut des VDP-Präsidenten

zunächst nicht nach staatlich oder

privat differenzieren.

Die Leitfragen sollten vielmehr

lauten: Welche Schule ist gut für

mein Kind und wo wird es am besten

gefördert? Dabei spielen individuelle

Bedürfnisse und Fähigkeiten

eine Rolle: Für ein sprachbegabtes

Kind eignet sich etwa eine Schule,

an der zwei oder mehr Fremdsprachen

erlernt werden können. Für

sportbegeisterte Jungen und Mädchen

können etwa Bildungseinrichtungen

die richtige Wahl sein, die

auf Bewegungsunterricht und bestimmte

Sportarten ausgerichtet

Paul Jakob

Portal private-bildung.com

laut Jakob mit darin, dass Lehrer

durch die eher kleineren Klassen

einzelnen Schülern mehr Aufmerksamkeit

widmen können. Ausstattung

und Arbeitsmaterialien sind

nach seinen Worten bei privaten

Trägern häufig moderner, das nebenschulische

Angebot größer. An

Privatschulen hätten Eltern außerdem

oft mehr Möglichkeiten, den

Unterricht mitzugestalten.

Obwohl gesetzlich vorgeschrieben

ist, dass niemand bei der Schulwahl

finanziell benachteiligt werden

darf, empfinden viele Eltern, die anfallenden

Gebühren als nachteilig.

„Ein weiteres Hemmnis kann der

weitere Schulweg sein, denn die für

ein Kind passende Privatschule ist

nicht immer um die Ecke“, sagt Jakob.

Eltern sollten außerdem prüfen,

ob die ausgesuchte Schule den

gewünschten Abschluss anbietet.

Nur Privatschulen, die staatlich

anerkannt sind, dürfen Abschlussprüfungen

durchführen. Schulen mit

dem Status „staatlich genehmigt“

dagegen bereiten ihre Schüler lediglich

auf einen Abschluss vor. Dieser

Unterschied bedeutet: Die entsprechenden

Prüfungen schreiben die

Schüler in diesen Fällen als externe

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