planet toys 5/19

cbreitkopf

Fachmagazin für den Spielwaren- und Buchhandel

5 – 2019

OKTOBER

TITELSTORY

»Haba – Qualität

im Spiel«

HANDEL

»Die unterschätzte

Chance«

LEGO

»Wir sind

fair«


Eine

ausgezeichnete

Marke

Art.-Nr.:

58717

Das X-Männchen Spiel

nature

Art.-Nr.: 53933

Schaukelpferd

www.goki.eu


EDITORIAL

planet toys 3

KEEP IT SIMPLE!

Die reiferen Feinschmecker unter den

Schwarmgeistern, die Fußball trotz aller

Kommerzialisierung immer noch als die

Mutter alle Spiele betrachten, werden

sich noch an die faszinierende niederländische

Variante entsinnen, die in die Annalen

dieses Sports als „Totaalvoetball“

eingegangen ist. Das führte zwar 1974

nicht zum WM-Titel des Oranje-Teams,

weil eben keiner so schön fliegen konnte

wie der „Frankfurter Jung“ Hölzenbein,

aber der totale Fußball bescherte uns

unvergessliche Momente, denn wer wollte,

der Fußball wirklich liebt, schon den

zerstörerischen italienischen Catenaccio

sehen? Mit Carpaccio hätten wir uns abgefunden,

aber mit einem Türriegel?

Wunderbare Momente des „Totaalkopens“

erlebt man im „In den Olifant“

in Antwerpen. Auch wenn die geballte

Schwarmintelligenz uns unermüdlich

versichert – und ihre Argumente sind ja

auch nicht von der Hand zu weisen! –,

dass heute das stationäre Geschäft die

Potenziale des Internets nutzen muss,

in Antwerpen findet man ein Beispiel,

dass es auch anders und (fast) ohne Netz

geht. „In den Olifant“ setzt auf ein sinnlich-emotionales

„Totaalconcept“. Hier

wird kein Halligalli oder Pillepalle praktiziert,

sondern die beiden Inhaberinnen

haben ein sicheres „Gespür“ für Ware,

die sie wunderbar zu präsentieren verstehen.

BWLer würden beim Anblick der

zwei verwinkelten Etagen augenblicklich

unters Sauerstoffzelt robben; Mütter, die

entdecken und finden wollen, nur dankbar

sein. Es ist, als hätte „In den Olifant“

die Maxime von Johan Cruyff aufs eigene

Haus übertragen: „Das einfache Spielzeuggeschäft

ist das schönste, aber das

schönste ist auch das schwerste.“ „In

den Olifant“ ist eine Benchmark für erfolgreiche

Spielwarengeschäfte im Zeitalter

von Klick.Klick.Glück. Mehr dazu

auf Seite 46.

Erst Anfang Oktober war von AKK zu erfahren,

dass Deutschland zu langsam und

zu kompliziert sei. Sieht man einmal von

der Frage ab, wer in diesem Land eigentlich

ständig bremst und alles verkompliziert,

um sich dann von einer 16-jährigen

Klimaaktivistin Beine machen zu lassen,

kommen wir nicht umhin festzustellen,

dass wir nicht nur bei Infrastrukturmaßnahmen

ein Tempoproblem haben. „Es

kann nicht so weitergehen!“, schrieb uns

Anfang Juli ein Spielzeughändler, weil

er an seine „junge Kundschaft“ dachte.

Keep it simple wünscht man sich auch

im deutschen Spielzeugfachhandel beim

Thema „Verpackungsmaterial und Stopfmaterial

in sinnlosen Mengen“, das täglich

in einer Mainzer Spielzeugküche

„hochkocht“. Die Vorzeichen für eine

konzertierte Aktion stehen günstig, denn

auch bei Herstellern hat man die Zeichen

der Zeit erkannt. Welche, lesen Sie auf

Seite 12.

Wir sind jedes Jahr aufs Neue perplex,

wenn uns die Pressemitteilungen zur

Spiel Essen erreichen. Das Spielefest eilt

seit Jahren von Rekord zu Rekord, während

andere Messen sich schwertun, ihr

Niveau zu halten. Die Entwicklung überrascht

umso mehr, als wir offensichtlich

in Krisenzeiten leben, wenn wir nur auf

die Buchbranche blicken. Ein aktueller

Titel, der uns vorbereiten soll, was

da kommen könnte: „Grand Hotel Abgrund“.

Trotz aller Untergangsszenarien,

die sich seit Jahren auf den Sachbuchtiteln

finden, spielen wir immer mehr,

warum, weiß eigentlich keiner so genau,

außer, dass mal wieder vieles zusammenkommt.

Was alles, das lesen Sie auf

Seite 24 und dort erfahren Sie auch, dass

die Spielebranche eine riesige Chance

geboten bekommt, weil jetzt Spielen offensichtlich

doch Schule macht.

Also: Durchhalten und weitermachen!

Ihr Ulrich Texter

DAS PARTY-QUIZ FÜR

FARB(BE)KENNER

• Spiel’19 Highlight

• Origineller Fragenkatalog

• Für Einzelkämpfer und

Teamplayer

Art. Nr. 646234

www.gamefactory-spiele.com

Die Antwort liegt

auf der Hand

Carletto Deutschland GmbH Kressengartenstraße 2 | D-90402 Nürnberg | tel +49 (0)6074 370 40 50 | fax +49 (0)6074 370 40 51 | info@carletto.de


4

INHALT

planet toys

27

12

Markus Großweischede

Friedrich Demmler

ARENA: »VERPACKUNGSWENDE

GEFÄLLIG?«

Selten herrscht so eine große Einigkeit, und das nicht nur

aufgrund der aktuellen Ereignisse. Der Handel hat schon

lange mit dem Verpackungsirrsinn zu kämpfen und bekommt

von jungen Kunden Kontra.

SPASS AN SPEED UND MODELLEN

Von Outdoor-Fahrzeugen für junge Piloten, geländegängigen

RC-Cars bis zu Spielfahrzeugen für die Sandkiste

oder auch fürs Kinderzimmer: Automodelle begeistern

große und kleine Jungs und auch Mädchen.

14

TITELSTORY:

»QUALITÄT IM SPIEL«

Vor mehr als 30 Jahren sind die ersten HABA Kinderspiele

in der gelben Verpackung erschienen – eine Erfolgsgeschichte,

die bis heute anhält.

24

FOKUS SPIELE

Die Internationalen Spieltage in Essen kennen keine Grenzen.

Mit rund 1.200 Ausstellern, 1.500 Novitäten und einer

Ausstellungsfläche von 86.000 m 2 bricht die 37. Ausgabe

des Spiele-Festes wieder einmal alle Rekorde.

SORTIMENTE

08 HOTLIST

24 FOKUS SPIELE

40 LERNSPIELZEUG

54 FAHRZEUGE

MARKENSEITEN

09 GAMES WORKSHOP

11 HAWA ROXX

23 TEDDY HERMANN

26 PIATNIK

27 RAVENSBURGER

28 SCHMIDT SPIELE

30 MOSES VERLAG

31 ASMODEE

32 CUBORO

33 NASEWEISS

40 BRIO

41 SMART GAMES

42 THINKFUN

43 FISCHERTECHNIK

RUBRIKEN

3 E D I T O R I A L

5 NEWS

19 KOLUMNE ULRICH TEXTER

20 INTERVIEW DES MONATS

38 SCHEERS SPIELETEST

46 HANDEL „BESONDERS IN JEDER HINSICHT“

50 BÜCHER

44 ERFOLGREICH IM SPIELWARENHANDEL

49 HANDEL DVSI

58 ANTWORTEN


Nr. 1 · D: € 3,99 · A: € 4,40

CH: SFr. 7,80 · BeNeLux: € 4,60

E, F, I, P (cont.): € 5,50 · GR: € 5,95

NEWS

planet toys 5

ABFAHRT

Die Fachgruppe Modellbahn im DVSI

zieht auf der modell-hobby-spiel alle

Register und geht mit einer emotionalen

Image-Kampagne, neuer Homepage

und Social-Media-Marketing in

die crossmediale Offensive, um dem

Standing der Modellbahn eine Frischzellenkur

zu spendieren.

Auf Deutschlands führender Publikumsmesse

rund um das Thema Freizeit,

der modell-hobby-spiel in Leipzig,

gab die Fachgruppe Modellbahn den

Startschuss für einen in der Spielwarenbranche

einmaligen Schritt. Die

„konzertierte Aktion“ umfasst ein Bündel

von Marketingmaßnahmen, das vom

gemeinsamen Webauftritt bis hin zur

Image-Kampagne mit einem selbstironischen

Spot und Anzeigen reicht.

Der Spot wird auch auf der neuen Website

zu sehen sein.

Unter dem Motto „Wir Modellbahner“ und

mit einem sechsstelligen Kampagnenetat

macht sich ab Anfang Oktober als

erstes Testimonial ein gestandener

„Rocker“ stark für die Modelleisenbahn

als generationsübergreifendes

Hobby, um sie aus der „Special-Interest-Ecke“

in die „gute Stube“ von

Familien, Kindern, Best Agern, Baby

Boomern und Fans des Hobbys zu

führen. Mit aufmerksamkeitsstarken

„Coming-out-Postern“ – weitere starke

Typen sollen folgen – ist es aber

nicht genug. Zentrale Bausteine der

neuen Offensive sind neben Print-Werbung

auch ein Image-Film, Social-Media-Präsenz

mit eigenen YouTube- und

Instagram-Kanälen und die gemeinsame

Website für Content aller Arten.

Leidenschaft fürs Produkt zeichnet die

Branche seit jeher aus. Die sollen auch

andere Zielgruppen zu spüren bekommen,

die dem Modellbahn-Virus noch

nicht erlegen sind.

www.wirmodellbahner.de

NEU AN BORD

Thorsten Koss hat bei goki angeheuert.

Seit dem 1. September hat der erfahrene

Spielwarenmanager die Leitung

der Bereiche Marketing

und Business Development

übernommen. Darüber hinaus

wird er auch als Pressesprecher

das Unternehmen

vertreten. Er ist seit

vielen Jahren in der Branche

tätig und war unter anderem

Leiter Marketing und

Produktentwicklung der Revell GmbH.

START DIGITALWERKSTATT

Am Brühl 48 eröffnete in Leipzig die

erste Digitalwerkstatt Mitteldeutschlands.

Nachdem 2016 in Berlin der

Startschuss fiel, gibt es heute den innovativen

und kreativen Bildungs- und

Erfahrungsraum für Kinder in München,

Hamburg, Frankfurt am Main,

Lippstadt und nun auch in Leipzig. Die

Initiatoren Verena Pausder, Gründerin

der HABA Digitalwerkstatt, und Ralf

Rangnick, Gründer der Ralf Rangnick

Stiftung sind überzeugt, digitale Bildung

eröffnet große Chancen und ist

der Schlüssel zur aktiven Gestaltung

der Zukunft.

MULTIPUBLISHING

Bereits im Dezember 2018 hat Sylvanian

Families von EPOCH den Streaming-Dienst

NETFLIX erobert. Nun gibt

es die quirligen Tierfiguren ab Ende

September 2019 in einer neuen Staffel

auf Amazon Prime Video zu sehen. Die

12 Mini-Episoden zeigen neue lustige

Geschichten rund um das Hasenmädchen

Freya und ihre Freunde.

Laut einer Untersuchung des Forschungsinstituts

„Goldmedia“ nimmt

Amazon Prime Video unter den Video-on-Demand-Diensten

in Deutschland

den ersten Platz ein. NETFLIX

landet auf dem zweiten Platz. Beide

VoD-Dienste erreichen zusammen einen

Marktanteil von etwa 60 Prozent in

Deutschland. (Goldmedia, Goldmedia

Trendmonitor 2019, S.22/23).

Die Ausstrahlung von Sylvanian

Families in beiden Kanälen

bringt eine enorme Steigerung

der Reichweite im VoD-Netz

mit sich. Eine Maßnahme, die

sicherlich auch der Markenbekanntheit

zugutekommen wird.

Aktuell erfreut sich die Marke

bereits großer Beliebtheit.

Sylvanian Families verzeichnet

derzeit ein zweistelliges Um-

satzwachstum. Aufgrund der wachsenden

globalen Markenbekanntheit wird

momentan eine Internationalisierung

der Namen aller Charaktere durchgeführt.

Nach dem erfolgreichen Launch des

ersten „Sylvanian Families“-Magazins

im März erschien

die zweite Ausgabe

am 8.10.19 in

einer Auflage von

60.000 Exemplaren

und ist im gut

sortierten Zeitschriftenhandel

für 3,99 € erhältlich.

Ein Sonderheft von

Malen

Das Magazin

Lesen

Basteln

NEU

STAFFELSTABÜBERGABE

Alexandra Nowosel hat zum 1. Juli

2019 die Vertriebsführung

als Sales Direktorin GSA

(DACH) übernommen. Seit

über 20 Jahren ist sie bei

Hasbro in unterschiedlichen

Führungspositionen

tätig. Zuletzt leitete sie als

Channel Sales Managerin

den Kanal der Spielwaren-Spezialisten.

In den

letzten elf Jahren verantwortete sie

im Vertrieb u. a. die Rolle der Außendienst-Leiterin,

der Key-Account- und

der Group Key-Account-Managerin.

SPIELETOUR ERFOLGREICH

Auch 2019 tourte die Spielkonzept4u

Spieletour wieder in den Sommerferien

entlang der Nord- und Ostsee. Mit dabei

waren AMIGO, beleduc, Game Factory,

HUCH!, moses., Nürnberger-Spielkarten-Verlag

und Pegasus Spiele. In

sechs Wochen kamen an 30 Aktionstagen

und neun Stationen insgesamt

etwa 3.500 Urlauber zum Spielen. Die

Planungen für 2020 laufen bereits.

www.spielkonzept4u.de


6

NEWS

planet toys

NEUE GESCHÄFTSFÜHRUNG

Mit sofortiger Wirkung tritt Marc Bretthauer-Baum

die Nachfolge des bisherigen

Geschäftsführers Markus Bülke

bei der Silverlit Germany

GmbH an. Der 50-jährige

Vertriebsleiter blickt auf

eine rund 20-jährige Karriere

in der Spielware zurück.

Zuletzt war Bretthauer-Baum

in verschiedenen

Führungspositionen bei

der EPOCH Traumwiesen

GmbH tätig, wo er bereits den Markteintritt

der „Sylvanian Families“ begleitete.

Neben seiner Rolle als Sales

Director und Head of New Business

Development hatte er zwischen 2017

und 2018 die Interims-Geschäftsleitung

inne. Nun widmet er sich seinen

neuen Aufgaben als Geschäftsführer

der Silverlit Germany GmbH.

VERTRIEB GIGAMIC

Das Gigamic-Sortiment umfasst zunächst

die 15 bekanntesten Titel für den

deutschsprachigen Raum.

„Die Gigamic-Brett- und Gesellschaftsspiele

ergänzen

das SmartGames-Sortiment

perfekt um weitere Spiele

mit Köpfchen und Kalkül und

bilden als Mehrspielervariante eine

sinnvolle Ergänzung zu unseren Single

Puzzle Games“, so Markus Becker,

Geschäftsführer der SMART Toys and

Games GmbH.

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Sebastian Trischler hat zum 01.08.2019

die Position des Country Manager

DACH übernommen und wird als neuer

Geschäftsführer die

Mattel GmbH in Frankfurt

am Main leiten. In

seiner neuen Rolle berichtet

er an Sanjay Luthra,

Managing Director

EMEA. Zuletzt verantwortete

er bei Mattel

als Senior Director den

Ausbau des E-Retail-Geschäfts in Europa

inklusive Amazon und leitete das

E-Commerce Center of Competence.

ZUWACHS

SMART Toys and Games GmbH stockt

sein Vertriebsteam auf. Mit Jennifer

Gries hat Markus Becker eine erfahrene

Vertriebsmitarbeiterin an Bord

geholt. Sie blickt auf 20 Jahre

Berufserfahrung in der

Spielware zurück. Sie kennt

die SmartGames noch aus

ihrer Zeit bei Jumbo und war

zuletzt bei EPOCH Traumwiesen

im Außendienst tätig.

KLASSIKER

Die Markteinführung seines neuen BIG

Bobby Car unterstützt BIG mit einer

starken crossmedialen Kampagne für

die Zielgruppe der Eltern mit Kindern

RUNDER GEBURTSTAG

Märklin erfüllt seit 160 Jahren Kinderträume.

Das 1859 von Theodor Friedrich

Wilhelm Märklin gegründete Unternehmen

entwickelte sich von einer kleinen

Fabrik für Blechspielwaren zum heute

weltweit bekannten Marktführer im

Modellbahnbereich. 1888 übernahmen

die Söhne Eugen und Karl die Firma als

Gebr. Märklin. 1891 wurde auf der Leipziger

Frühjahrsmesse erstmals eine Modelleisenbahn

präsentiert. Unter dem

Dach der Firmengruppe Märklin befinden

sich drei Modelleisenbahnmarken:

Märklin, TRIX und Lehmann-Gartenbahn

(LGB). Das Unternehmen beschäftigt

im Stammwerk Göppingen und in

Györ (Ungarn) derzeit knapp 1.200 Mitarbeiter.

Im Jubiläumsjahr bietet Märk-

ZAHL DES MONATS

+45

In 23 Ländern haben im Durchschnitt 50 % der Befragten einen positiven Eindruck

von einem Produkt, wenn es in Deutschland hergestellt wurde. „Made in Germany“

ist die beste Auszeichnung, die auf einem Produkt stehen kann.

Quelle: YouGov

im Alter von ein

bis fünf Jahren.

Die komplette

Kampagne hat

eine Reichweite

von ca. 4,5 Millionen

Kontakten.

Unter anderem werden durch eine

mobile In-App-Bewerbung und You-

Tube-Onlinewerbung ca. 2,4 Millionen

Kontakte erreicht. Fünf ganzseitige

Anzeigen in namhaften Eltern-Magazinen

sowie ein 3-seitiger Beihefter in

der „Eltern“ mit einer Gesamtauflage

von über einer Million sind ebenso geplant

wie eine Blogger-Kampagne mit

über 800.000 Kontakten und 8.500 Interaktionen.

Während einer Event-Tour

durch Deutschland werden Produktvorstellungen

und Unboxing-Aktionen

stattfinden.

Und der Kinderrutscher hat bereits den

Kategoriesieg „Alles fürs Kinderherz“

beim goldenen Schaukelpferd 2019 gewonnen.

lin den Fans ein spektakuläres Live-Erlebnis

zum 160. Firmenjubiläum: Eine

wunderschön im Retro-Design der gezeichneten

Kataloge aus den 30er- bis

60er-Jahren gestaltete Original-Lokomotive

verkehrt auf dem Schienennetz

der Deutschen Bahn.


MACHER

DES

MONATS

NEWS

planet toys 7

MACHER DES

Spielwaren von der Wiege an

Die VEDES Spielkiste Gera wird heute

in dritter Generation vom „Team“ Petra

und Thomas Schenderlein geführt. Die

radsportbegeisterten Spielwarenhändler

haben ihrem 500 m 2 großen Geschäft

in den Gera Arcaden jetzt ein Update

inklusive „Ranzenstudio“ spendiert.

Anlässlich der Wiedereröffnung am

18. September ließ es sich auch Geras

Oberbürgermeister Julian

Vonarb nicht nehmen,

sich selbst ein Bild davon

zu machen, was in der

Spielkiste ab sofort gespielt

wird. Beim „Team

Schenderlein“ scheint

sich einmal mehr zu

bewahrheiten, dass die

Vergangenheit oft auch

die Zukunft ist. Petra

Schenderlein sagt jedenfalls

von sich, sie habe

Spielwaren in die Wiege

gelegt bekommen. Dabei

hat die Spielwarenhändlerin,

Enkelin des Gründers

Erich Jahn, durchaus

etwas „Ordentliches“

gelernt. Sie ist Dipl. oec.

für Binnenhandel. Seit

1991 mischen sie und

ihr Mann, ehemaliger

Leistungssportler in der

Radsporthochburg Gera,

im Unternehmen mit.

Gegründet wurde das

Spielwarengeschäft 1961 in der Bachgasse,

das trotz Planwirtschaft dank

eines „Kommissionshandelsvertrages

mit der HO Industriewaren“ erfolgreich

von der Mutter Monika Langner durch

schwere DDR-Zeiten geführt wurde. Als

einer der ersten Händler aus den neuen

Bundesländern schloss sich das Haus

1990 der VEDES an. Mit der Eröffnung

der Gera Arcaden 1998, eines der ersten

Center in der Region, zog die Spielkis-

MONATS

te mit ein. Seit 2013 ist sie auch Mitglied

bei duo schreib & spiel, um die

spezifischen Stärken der jeweiligen

Verbundgruppe zu nutzen. „Wir brauchen

als Spielwarenhändler“, sagt Petra

Schenderlein, „auf jeden Fall andere

Sortimente, um am Markt bestehen

zu können.“ Das „Team Schenderlein“

sagt von sich, dass es keine Messe und

Einkaufstagung auslässt, um die Ware

selbst zu prüfen. Ware allein, zeigt sich

Petra Schenderlein überzeugt, würde

allerdings nicht mehr reichen, weshalb

das Haus auch immer wieder auf Aktionen

setzt: „Die Leute wollen heute

bespaßt werden!“ In sportlichen zehn

Tagen wurde vom Fußboden über die

Ladeneinrichtung bis zum Licht alles

erneuert und aufgehübscht. Es hat sich

gelohnt.

VERSTÄRKUNG

Seit dem 1.8.2019 ist Christine Kunze

Key Account Managerin für Industrie

und Handel bei ASS Altenburger. Die

34-Jährige, zuletzt bei Carletto, ist keine

Unbekannte. „In den letzten Jahren

durfte ich neben Plüsch auch Kartenund

Brettspiele vertreiben.

Da mir Letzteres besonders

viel Spaß bereitet hat und

ich ASS Altenburger bereits

aus meiner Kindheit kenne,

freue ich mich sehr, eine

neue Mitspielerin der Cartamundi-Gruppe

zu sein“,

so Frau Kunze, die nicht nur

beruflich gerne und oft spielt.

XXL-WEIHNACHTSKAMPAGNE

Seit Mai läuft eine Promotiontour für

das neue XXL-Spielzeugparkhaus. In

einem Event-Zelt mit Spieltischen und

einer Selfie-Station können die kleinen

Besucher die Garage ausgiebig testen.

An neun Standorten in Deutschland begeisterte

Majorette bereits insgesamt

rund eine Millionen Besucher der Kinder-

und Familienfestivals. Als zehnter

und letzter Stopp steht die Stuttgarter

Spielemesse auf dem Tourplan.

Ab Ende Oktober startet die massive

Weihnachtskampagne. Der actionreiche

TV-Spot mit einem Werbedruck von 385

GRPs wird in KW 44–45 und KW 47–48

auf den bekannten Kinderkanälen ausgestrahlt.

Durch den Einsatz des Spots

als Werbevideo wird parallel auch auf

YouTube mit Videowerbung die Zielgruppe

von Vier- bis Siebenjährigen erreicht.

Spiele zum Disney Blockbuster

www.spielkarten.com

© Disney


CODING-ROBOTER: Programmieren

ohne Computer und

Smartphone? Roboter Kode

bringt alles mit, was Nachwuchsforscher

dafür benötigen.

Der Aufbau vermittelt technische

Grundlagen und gibt Einblicke in

die Mechanik.

Kosmos; www.kosmos.de

1

WIE EINE WOLKE: Fluffig weich und dehnbar

wie ein Kaugummi, nicht nass, sondern trocken

und extrem leicht ist die Spielmasse FLUFFY

MELLOW. Insgesamt vier Farben mit Aroma sind

in Folienbeuteln mit Sichtfenster erhältlich. Das

Display enthält 18 Beutel farblich durchmischt.

Craze; www.craze.toys

2

INTERAKTIV: In der neuen Version des

Klassikers wird Mr. Monopoly zum sprachgesteuerten

Assistenten und behält dank

Zylinder den Überblick über den Spielverlauf.

Damit müssen sich die Spieler

weder um die Bank noch um die Ereigniskarten

kümmern.

Hasbro; www.hasbro.de

3

4

MUCKIBUDE: Formschön und in

altersgerechten Farben sorgen die

unterschiedlichen Holzelemente für

einen hohen Spielreiz. Dabei werden die

motorischen Fähigkeiten von Kleinkindern

trainiert. Robust und standfest für hohe

Beanspruchung.

Heimess über Goki; www.goki.eu

NICHT NUR FÜR HUNDEFREUNDE: Der Frage, warum Menschen

wie ihre Hunde aussehen, kann mit dem Memory nachgegangen

werden. 50 Karten zeigen lustige Fotos von Hunden bzw. ihren

Besitzern mit humorvollen Texten in einem Booklet.

Hutter; www.hutter-trade.com

HOT DOG: Der wirklich „Heiße Dackel“

bringt ein Wurstbrötchen mit Mayo und

Ketchup mit. Als Handpuppe gibt

es damit jede Menge Spaß.

Folkmanis

Vertrieb: JH-Products

www.jh-products.de

5

6

SCHNAPPT ZU: Seifenblasen

haben keine Chance gegen das

Schnappkrokodil. Der Bubblegator

ist leicht zu bedienen und

macht das Spielen mit den Seifenblasen

zu einem Riesenspaß.

Pustefix; www.pustefix.de

7


PROMOTION

planet toys 9

UMSATZKATALYSATOR

Warhammer gibt es seit mehr als 40 Jahren. Die starke Marke wächst kontinuierlich und schafft es,

mit der Tiefe der Warhammer-Welten, hoher Qualität und einem ausgefeiltem Content-Management

Kunden dauerhaft zu binden. Davon profitiert auch der Fachhandel.

Games Workshop wurde 1975 in einem kleinen Apartement in London

gegründet. Ursprünglich wurden Brett- und Rollenspiele aus

den USA importiert. Die Firma war der europäische Anbieter des

Pen&Paper-Rollenspiels „Dungeons and Dragons“. Das erste Geschäft

wurde 1978 eröffnet, um einen Ort zu schaffen, an

dem sich Spieler treffen und austauschen können. Aufgrund

der großen Nachfrage wurden weitere Filialen

in Großbritannien eröffnet und Mitte der Neunziger

machte man den Sprung auf den Kontinent, sowohl

mit eigenen Geschäften als auch einem umfassenden

Vertrieb. Durch die immer weiter wachsende

Popularität der beiden eigenen Warhammer-Produktreihen

fasste das Unternehmen auf allen fünf

Kontinenten Fuß und wurde zum Wegbereiter

eines ganzen Genres rund um Tabletop-Miniaturen

und strategische Spiele mit diesen.

Heute sitzt das weltweit erfolgreiche Unternehmen

in Nottingham und versorgt ein weltweit

wachsendes Netz aus mehr als 500 eigenen

Warhammer-Stores und mehr als 6.000 unabhängigen

Einzelhandelsgeschäften. Dieser

Tage einer der größten Arbeitgeber der

Region, produziert man dort auf dem Warhammer-Campus

in mittlerweile zwei Fabri-

ken unablässig neue Produkte, die nebenan erdacht

und vertrieben werden. Weltweit mehr als 2.500 Mitarbeiter

erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen

Umsatz von ca. 290 Millionen Euro und der Börsenwert

des Unternehmens wuchs in den vergangenen

Jahren als einer der schnellsten des Landes.

Das Kerngeschäft Games Workshops sind atemberaubende

Miniaturen und die dazugehörigen Spiele-

und Hobbymaterialien. Einen besonderen Fokus

legt das Unternehmen auf die Arbeit mit dem und die

Unterstützung des stationären Fachhandels, wo Warhammer

entgegen schwieriger Zeiten immer weiter

wächst und Fans in die Geschäfte führt. Das umfassende

Fachhandelsprogramm des Herstellers hat

es dabei in sich und unterstützt gezielt Service und

Produktverfügbarkeit vor Ort sowie

den Charakter des Fachhändlers

als Anlaufpunkt für die lokale

Community. Wir haben das Fachhandelsprogramm

einmal unter die

Lupe genommen und die wichtigsten

Eckpunkte zusammengestellt.

ÜBERZEUGENDES FACHHANDELSPROGRAMM

• SORTIMENTS-GARANTIE

Jährliches, kostenfreies Update des Sortiments.

• KEIN MINDESTBESTELLWERT, KOSTENLOSE LIEFERUNG

Lagerhaltung ist damit fast überflüssig.

• MARKETING- UND PROMOTION-UNTERSTÜTZUNG

PoS-Displays, Activity Packs und Produkt-Budget.

• STARKES PRODUKTMARKETING

Hochwertiges Community-Marketing vom Hersteller.

• EIGENER KUNDENBERATER MIT WÖCHENTLICHEM KONTAKT

Fachwissen und Service machen den Anfang leicht.

FOKUS AUF

BESTSELLER:

Warhammer-Fachhändlern wird

der Anfang einfach gemacht, denn das ½ m²

nutzende Regal wird vom Hersteller gestellt und

fokussiert sich auf Bestseller des Sortiments.

LEICHTER EINSTIEG: Zum Start in die

Warhammer-Welt gibt es verschiedene

Spiele und Magazine, die gezielt

für den Handel entwickelt wurden.


10

HOTLIST

planet toys

BRANDAKTUELL: Das Klima und sein Wandel ist in

aller Munde, aber was ist eigentlich „das Klima“?

Welche Faktoren beeinflussen es und warum ist die

Sonne ein Klimamotor? Antworten gibt es auf 48

Seiten für Leser ab 8 Jahren.

Tessloff; www.tessloff.com

8

BOTSCHAFTER: Vom Klimawandel sind besonders

viele Tiere betroffen wie z. B. der Eisbär

und die Pinguine. Zum Kuscheln als Ergänzung

zum Lesestoff.

Steiff; www.steiff.com

9

BEGLEITER: Der niedliche

Nachzieh-Elefant Yambo bleibt beim

Spaziergang treu an der Seite.

Selecta; www.selecta-spielzeug.de

10

ALLZEIT BEREIT: Es kann weitergesammelt werden, insgesamt

neun neue Sammelfiguren gibt es in der neuen Pfadfinder-Serie.

Welches der neuen Tiere sich im Tütchen versteckt, bleibt bis

zum Öffnen eine Überraschung.

Sylvanian Families; Vertrieb: Epoch Traumwiesen

www.sylvanianfamilies.de

11

12

DENKSPORT: Die modischen Rätsel sind knifflig und

abwechslungsreich. Bei den vier trendigen Editionen

findet sich etwas Passendes für jede Handtasche.

moses.; www.moses-verlag.de

URLAUBSFEELING: Tukan, Faultier,

Leopard und Äffchen holen das Urlaubsgefühl

nach Hause. Beruhigende

Regenwaldgeräusche ergänzen den

Dschungel-Spielbogen.

Skip Hop; www.skiphop.com

13

www.pustefix.de

IMMER DABEI: Das neue Schlafaugen-Monchhichi

begleitet Kinder Tag

und Nacht. Legt es sich hin, fallen

die Augen zu.

Monchhichi; www.monchhichi.eu

14


HOTLIST

planet toys 11

15

TIERISCHE VORWEIHNACHTSZEIT: Mit Figuren und Accessoires

aus den Spielwelten Horse Club, Farm World

und Dinosaurs gibt es tolle Überraschungen und die

Zeit bis Weihnachten vergeht viel schneller.

Schleich; www.schleich-s.de

UNBESCHREIBLICH: Wie ein Kopfsprung mit

Salto mitten durch das Tierreich ist das wunderschön

illustrierte Buch. Unterhaltsam verpackt,

gibt es über die Tiere Interessantes zu erfahren.

moses.; www.moses-verlag.de

SMARTES AUSMAL-SET

16

PROMOTION

Das Start-up HAWA ROXX hat mit der ROXXIES Malkiste ein innovatives Produkt

entwickelt, das den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen fördert.

Wer kennt das nicht? Unterwegs fernab von Smartphone und Tablet plagt die Kinder schnell

die Langeweile. In solchen Situationen kommt das schlaue Ausmal-Set zum Einsatz. Es wird

nicht auf Papier, sondern auf Silikon gemalt. Vorgedruckte Motive wie ein Zoo oder Bauernhof

regen die Kreativität der Kinder an. Die speziellen Stifte sind lebensmittelecht, abwaschbar

und werden mitgeliefert.

• Bemal- und abwaschbar (wiederverwendbar)

• Mit Pädagogen entwickelt

• Nachhaltig

• Rutschfest, keimfrei, formbeständig, BPA-frei

• Hergestellt nach deutschem Lebensmittelstandard

LOS GEHT’S: Die Malkiste zum

EVP von 14,99 € enthält eine

vorbedruckte Silikonmatte

sowie sechs Malstifte.

KONTAKT

info@hawa-roxx.de

www.hawa-roxx.de


12

ARENA

planet toys

VERPACKUNGS-

WENDE FÄLLIG?

»Klapp-Colli wären so einfach

und so sauber, wenn

sich endlich die Industrie

einigen könnte.«

FRIEDRICH DEMMLER,

WIRTH „Der Kinderladen“, Mainz

»Wir wissen, dass die

Verbraucher unser

Engagement für den

Umweltschutz teilen.«

MARKUS GROSSWEISCHEDE,

General Manager Hasbro

JA!

Können wir den Verpackungsirrsinn unserer jungen Kundschaft

noch antun? Ein Thema, das bei mir wöchentlich

hochkocht, wenn ich die ca. 15 Rollcontainer und vier bis

fünf gepresste Kunststoff-Füllmaterial-Säcke sehe: Verpackungsmaterial

und Stopfmaterial, das in sinnlosen

Mengen anfällt, um misswilligen Dumping-Spediteuren

entgegenzukommen und um die Paket-Reklamationsquote

mittels Stopfmaterial so gering wie möglich zu halten.

Es kann Weihnachtshochbetrieb sein, man ist dringend auf

die Ware angewiesen, aber keiner der Spediteure hat Lust,

wie in früheren Jahren üblich, gemeinsam reinzuschauen,

ob der Inhalt des Paketes tatsächlich in Ordnung ist. „Nix

zufriede? Nehm ich wieder mit“ – und schon bleibt dringend

benötigte Ware auf der Strecke; also nimmt man das

mangelhaft gestopfte Paket doch an – mit mulmigem Gefühl.

Und dann die Entsorgung – Knackfolie versus Chips,

Kartonknäuel versus Luftpolsterfolie. Zum Glück kommen

wir ja aus einer Weingegend und wissen, wie man Maische

stampft! Klapp-Colli wären so einfach und so sauber, wenn

sich endlich die Industrie einigen könnte. Das Stopfmaterial

kann um 90 % minimiert werden, da Klapp-Colli horizontal

pfleglich transportiert werden. Keine angedotzten

Ecken von Paketen, kein Quetschen, keine unsichtbaren

Schäden und wenn sich auch mal im Innern der Klapp-

Colli das Transportgut horizontal hin und her bewegt – das

schadet nicht. Umkartons? Allein der Aufwand, die Ware in

diese Kartons zu stecken anstatt von Europaletten frei in

Klapp-Colli zu verstauen. Die Entsorgungsaufwendungen

bleiben schlussendlich immer bei uns hängen. Buchverlage

reagierten erst und fanden eine Lösung, als ich diese

wegen ihrer Einzellogistik von rückständigen Positionen

als „umweltschädliche Kinderbuchverlage“ bezeichnete:

„Oh, nein, das können wir uns nicht erlauben.“ Die Vorteile

eines Klapp-Colli-Tauschsystems sind auch für Filialisten

nicht von der Hand zu weisen und eröffnen völlig neue Logistik-Ersparnisse.

Wir „händeln“ problemlos jede Menge

Europaletten im Tausch, aber Klapp-Colli in drei Größen –

ein Fremdwort!

JA!

Ich kann mir vorstellen, warum Sie fragen, Herr Texter. Hasbro

hat ja kürzlich angekündigt, dass wir ab dem nächsten

Jahr mit dem schrittweisen Ausstieg aus Plastikverpackungen

unserer Neuprodukte starten. Dies schließt alles von

Polybeuteln, Gummibändern, Schrumpf- und Fensterfolien

bis hin zu Blisterverpackungen ein. Unser Ziel ist es, bis

Ende 2022 faktisch alle Kunststoffe in unseren Verpackungen

für neue Produkte zu eliminieren.

Diese Entscheidung baut auf unserem langjährigen Engagement

für Nachhaltigkeit auf. Sie ist ein Beitrag, die Unternehmensvision,

„die Welt zu einem besseren Ort für Kinder

und ihre Familien zu machen“, umzusetzen. Zur „Welt“ gehören

die Umwelt und ihr Schutz für zukünftige Generationen.

Die Neukonzeption und -gestaltung von Verpackungen in

unserem Markenportfolio ist dabei ein kniffliges Unterfangen.

Aber wir halten es für wichtig und stellen uns dieser

Herausforderung gerne. Wir wissen, dass die Verbraucher

unser Engagement für den Umweltschutz teilen, und möchten,

dass sich die Familien gut fühlen, wenn sie wissen, dass

unsere Verpackungen praktisch kunststofffrei sind und unsere

Produkte leicht recycelt werden können in unserem

Spielzeug-Recycling-Programm mit TerraCycle.


Neue Abenteuer

beginnen

Seit 45 Jahren sind die PLAYMOBIL-Ritter nicht

aus den Kinderzimmern wegzudenken. Mit der

neuen Spielwelt „Novelmore“ erscheint der

Erfolgsklassiker in seiner bisher größten und

spektakulärsten Neuauflage. Die mystische

Story und originelle Charaktere bieten Stoff für

fantastische Heldenerzählungen und genialen

Spielspaß mit den insgesamt neun Artikeln

der Spielwelt.

In zwei mächtigen Burgen mit kreativen Spielund

Verteidigungsfunktionen sowie Geheimverstecken

wetteifern die Ritter von Novelmore

mit den Burnham Raiders um die sagenumwobene,

magische Rüstung Invincibus, die

ihren Träger unbesiegbar macht.

Sieben Ergänzungssets wie die Wasserballiste,

das Wolfsgespann oder der Feuergeist

bringen Action ins Spiel. Ein kostenlos im

Spielwarenhandel erhältliches Booklet heißt

Nachwuchsritter im faszinierenden Königreich

willkommen. Zudem ist, unter anderem, eine

große TV-Serie zur neuen Ritterwelt für den

Herbst 2020 geplant. Mehr Informationen zur

Story und den Charakteren gibt es unter

novelmore.playmobil.com.

70226 Burnham Raiders

Kampftraining des Drachen

70220 Große Burg von Novelmore

70223 Tempel der Zeit

70221 Festung der Burnham Raiders


14

TITELSTORY

planet toys

QUALITÄT IM SPIEL

Vor mehr als 30 Jahren sind die ersten HABA Kinderspiele in der gelben Verpackung erschienen –

eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.

Auch wenn sie sich von ihrer Spielidee her unterscheiden –

eines haben die vier ersten HABA Kinderspiele, die 1986/1987

der Öffentlichkeit präsentiert worden sind, gemeinsam: ihre

unverkennbare gelbe Schachtelfarbe. Mit „Noahs Arche“,

„Trimm Dich“, „Rundherum“ und „Schatzsuche“ wurde die

sogenannte gelbe Reihe bei HABA „geboren“ – und sie existiert

bis heute. Rückblickend betrachtet war 1986 für HABA

auch deshalb etwas ganz Besonderes, weil in diesem Jahr

das bis heute mit Abstand erfolgreichste

HABA Spiel erschienen

ist: Der Kinderspiel-Klassiker

„Obstgarten“, der viele Generationen

beim Großwerden begleitet

hat, ist bis heute weltweit

über 2,5 Millionen Mal verkauft

worden. Schon vor über 30 Jahren

zeichneten sich die HABA

Kinderspiele dadurch aus, dass

sie in Ausstattung und Spielinhalt

den Bedürfnissen von Kindern entsprachen und über große

Spielpläne und robustes Spielmaterial verfügten, die auch

vielen Spielrunden standhielten.

SPIELE FÜR GROSS UND KLEIN

Doch im damaligen Spiele-Programm von HABA waren nicht

nur Brettspiele für Kinder zu finden, sondern auch für Erwachsene:

die sogenannten „Spiele der Welt“. Hierzu zählten

„Pachisi“, ein indisches Nationalspiel, das schon im 6.

Jahrhundert entstanden war, oder „Senet“, das beliebteste

aller Brettspiele im alten

Ägypten. Diese und weitere längst

vergessene Spiele wie „Asalto“

oder „Glückshaus“ (der Vorläufer

von Spielen wie Roulette oder

Poch), die schon vor Jahrhunderten

in Europa gespielt wurden, hat

HABA Mitte der Achtziger-Jahre

neu zum Leben erweckt.

„WIR UNTERSTÜTZEN JEDEN HÄNDLER“

Frau Beetz, ist Ihnen das Herz aufgegangen,

als das Aktionsbündnis „Hoher

Spielwert“ in die Offensive ging,

um Herstellern die Hand zu reichen?

Sabrina Beetz: Wir richten unser

Augenmerk schon immer auf die

Chancen, die sich bieten, und setzen

unseren Fokus auf Partnerschaften,

die aktiv nach Lösungen suchen. Die

Händler, die bei diesem Aktionsbündnis

mitmachen, sehen das genauso

und sind somit in einer aktiven Rolle.

Da freut es uns selbstverständlich,

wenn wir Verbündete sein können.

Die Spiele-Läden wünschen sich u. a.,

dass man ihnen bei Preisen und Probematerial

mal entgegenkommt.

Wie sieht HABAs Doping für die Aktivisten

aus?

S.B.: Wir haben einen sehr aktiven

Außendienst, der mit den genannten

Händlern die jeweils passenden Sortimente

und Aktionen zusammenstellt.

Gerade Spiele, die geöffnet und

ausprobiert werden können, sind ein

hervorragendes Mittel für diesen PoS.

Aber auch die Bereitstellung von Vorabmustern,

Neuheitenpaketen und

Dekomaterial sowie die Durchführung

von Spieleschulungen sind Teil

der Unterstützung.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher

mit der Initiative gemacht?

S.B.: Die Händler, die an dieser Initiative

beteiligt sind, sind allesamt überaus

engagiert und „echte Macher“.

Die Vernetzung untereinander und

das Teilen von positiven wie negativen

Erfahrungen bringen die Partner

weiter.

Nun gibt es nicht nur Fachhändler

von „Hoher Spielwert“, sondern

auch Otto Normalhändler. Was spendieren

Sie denen?

S.B.: Wir unterstützen jeden Händler!

Diese sind dann auf unsere vielfältigen

Produktbereiche angepasst.

Im Bereich „spielend lernen“ gibt es

mittlerweile einige Händler, z. B. aus

der Buchbranche, die dieses Thema

zukünftig für sich besetzen möchten.

Wo liegt Ihr Fokus, um die Marke

HABA weiter nach vorne zu bringen?

S.B.: HABA ist eine Elternmarke – das

gilt auch für den Spiele-Bereich. Hier

haben wir uns seit der Mitte der 80er

mit unverkennbaren Merkmalen etabliert:

gelbe Spieleschachteln, spannende

Spielideen und hochwertiges

Spielmaterial. Nun heißt es für uns,

die Eltern dort abzuholen, wo sie sich

heute informieren – an den gerade

viel zitierten Touchpoints. Der richtige

Mix aus On- und Offline-Aktivitäten

»Wir richten unser Augenmerk

schon immer

auf die Chancen, die sich

bieten, und setzen unseren

Fokus auf Partnerschaften,

die aktiv nach

Lösungen suchen.«

SABRINA BEETZ

Leiterin Marketing HABA

ist gefragt. Und natürlich kommt es

auch darauf an, die richtigen Themen

zu „spielen“.


TITELSTORY

planet toys 15

„WERTVOLLE BEREICHERUNG“

Herr Freund, Sie halten auf der Spiel

Essen im Rahmen des Educators’ Day

einen Vortrag zu spielebasiertem Lernen

aus lernpsychologischer Perspektive.

Was sind die Kernaussagen Ihres

Vortrages?

Dr. Jan-David Freund: Weltweit wird

das pädagogische Potenzial von

Brettspielen zunehmend erkannt. In

Deutschland kommen Spiele beispielsweise

in Kindergärten, in der Mittagsbetreuung

und in Spiele-AGs zum Einsatz.

Den Sprung ins Klassenzimmer haben

sie aber noch nicht geschafft. Mein Eindruck

ist, dass Spiele häufig als lehrreiche,

aber im Vergleich zu klassischem

Unterricht weniger effiziente Beschäftigung

wahrgenommen werden. Gerade

diesem Vorurteil möchte ich in meinem

Vortrag entgegentreten und aufzeigen,

welche psychologischen Mechanismen

für die überraschend hohe Effizienz von

Spielen verantwortlich sind.

„Spiel Dich schlau“ spielt seit Langem

eine wichtige Rolle in Ihrem Haus.

Was ist inzwischen an Erkenntnissen

hinzugekommen, dass es heißt: Wer

spielt, ist intelligenter?

J.-D.F.: Ganz korrekt müsste es heißen:

Wer spielt, wird intelligenter!

Und da besteht kein Unterschied zwischen

2010 und heute. Jedoch gibt es

tatsächlich immer neue Forschungsergebnisse,

die zeigen, wie wichtig gerade

sozial-emotionale Kompetenzen

und exekutive Funktionen für den Lebenserfolg

in modernen Gesellschaften

sind. Und das sind genau die Fähigkeiten,

die Kinder beim Spielen gut

gemachter Brettspiele brauchen und

trainieren. Das müssen gar keine expliziten

Lernspiele sein.

»Unser Ziel ist es nicht,

Spiele zu instrumentalisieren.

Das Wunderbare

am Spielen ist, dass die

Förderung nebenbei

passiert.«

DR. JAN-DAVID FREUND

Projektleiter HABA Learning Program

Warum muss gerade das Spielen gefördert

werden? Wir könnten entgegnen,

dass vor allem Musikinstrumente

bei Lernschwäche helfen!

J.-D.F.: Ich sehe darin keinen Widerspruch.

In Anbetracht der Tatsache,

wie günstig und langlebig Spiele sind,

besteht jedenfalls keine echte Konkurrenz

um finanzielle Ressourcen. Unser

Ziel ist es nicht, Spiele zu instrumentalisieren.

Das Wunderbare am Spielen

ist, dass die Förderung nebenbei passiert,

deshalb steht bei uns immer die

Spielfreude an oberster Stelle in der

Spielentwicklung und wo dann noch

Entscheidungsspielraum ist, arbeiten

wir die förderlichen Aspekte durch viele

kleine Entscheidungen heraus. Es

gibt auch Verlage, die andersherum

vorgehen und Lerninhalten einen Spielemantel

überstülpen.

HABA veröffentlichte 2007 die letzte

Bildungsstudie. Darin heißt es, dass

59 % glauben, wirtschaftliches Denken

und Handeln würde in der Schule

vernachlässigt, aber nur 29 % glauben,

dass künstlerische Aktivitäten zu

kurz kommen. Haben Eltern nur die

Karriere ihrer Kinder im Auge?

J.-D.F.: Da sprechen Sie ein interessantes

Spannungsverhältnis an. Gesellschaften

sind ja kontinuierlich dabei,

zu verhandeln, welche Schwerpunkte

sie in der Bildungspolitik setzen wollen.

Eine einzige richtige Maßnahme

zur Verbesserung unseres Schulsystems

gibt es nicht. Unsere Empfehlung,

Spiele in verschiedene pädagogische

Kontexte stärker zu integrieren, zielt

auch nicht darauf ab, unser Schulsystem

umzukrempeln, aber es kann eine

wertvolle Bereicherung dafür sein.

EINFACHE REGELN: Ein Highlight im

Herbstprogramm der HABA Spiele ist

„Meine ersten Spiele – Baustelle“. Das

Besondere an dieser Spiele-Reihe ist,

dass sie von Pädagogen und Spieleautoren

speziell für Kleinkinder ab 2 Jahren

entwickelt worden ist.

MAGISCH: Das Spiele-Highlight auf der

Messe in Essen ist „Wunderkessel“, ein

klassisches Kinderspiel für 2 – 4 Spieler von

5 – 99 Jahren. Es zeichnet sich durch einen

magischen Drehmechanismus, einen zauberhaft

illustrierten Spielplan und das beliebte

Memo-Prinzip aus.


16

TITELSTORY

planet toys

INDIVIDUELL BEFÜLLBAR: Bei „Find the code!

Pirateninsel“ und „Find the code! Fantasieland“

begeben sich die Spieler auf eine abenteuerliche

bzw. Piratenschatzsuche, auf ein fantasievolles

Abenteuer voller Rätsel und sie versuchen, das

Zahlenschloss zu knacken, um die Schatzkiste

zu öffnen.

„SPIELERLEBNIS ENTSCHEIDET“

Frau Koser, je virtueller die Welt,

umso mehr scheinen wir uns an den

Spieltisch und in den Schrebergarten

zu flüchten. Müssen Sie nicht Steve

Jobs posthum einen Orden zur Förderung

des Spiels verleihen?

Miriam Koser: Klar können wir Steve

Jobs & Co. als den Wegbereitern der

digitalen Welt dankbar sein – aber

nicht für eine Flucht, die sie ausgelöst

haben, sondern vielmehr für eine

Bereicherung: für inspirierende Spieleblogs

und Video-Rezensionen, für

Webinare über Permakultur oder uneingeschränkten

Zugang zu altem und

neuem Wissen, um bei den genannten

Beispielen zu bleiben.

Das Spiel muss gerettet werden, hieß

es vor drei Jahren. Gerald Hüther

und Christian Quarch empfehlen allerdings,

genau zu prüfen, „welche

Spiele echte sind und uns Menschen

guttun.“ Wir bitten um einen Tipp, der

uns guttut!

M.K.: Laut Christian Quarch muss ein

Spiel gemeinsam, ergebnisoffen, frei

und kreativ sein. Es soll nicht dem

Egoisten oder dem Hedonisten – kurz

dem Homo oeconomicus – zum Opfer

fallen. Das ist eine sehr philosophische

Betrachtungsweise. Ich finde,

wenn ein Spiel in geselliger Runde

Spaß macht oder Kinderaugen zum

Leuchten bringt, hat es seinen Auftrag

erfüllt.

Gleich zwei „Kinderspiele des Jahres“

in Folge. Was ist das Geheimnis des

kreativen Zentrums „Buch & Spiel“?

M.K.: Frei nach Pablo Picasso: Wenn

ich das Geheimrezept dafür wüsste,

würde ich es für mich behalten. Ich

würde sagen, es hat viel mit Begeisterungsfähigkeit,

Hirnschmalz und

Herzblut zu tun. Möglich wird dieser

Erfolg erst durch die Zusammenarbeit

mit hervorragenden Autoren und Illustratoren,

ein reibungslos funktionierendes

Team, Hartnäckigkeit und das

berühmte Quäntchen Glück.

Wenn Spiele ein Spiegelbild gesellschaftlicher

Entwicklungen sind, wo

geht die Reise aktuell hin?

M.K.: Ich glaube, Trends zeigen sich

weniger durch Spielmechanismen,

sondern eher durch das Spielgefühl

oder -erlebnis. So wie bei Exit-Spielen

nicht das Rätsel-Lösen als Spielmechanismus

den Erfolg besiegelt

hat, sondern vielmehr das Spielen als

einmaliges Event, als kooperatives,

kollektives Erlebnis. Insofern ist es

spannend, wie sich Gender Shift, Silver

Society oder Neo-Ökologie auf die

Spielebranche auswirken. Auf der Gen

Con wurde uns erneut klar: Eine äußerst

spielbegeisterte Gamer-Generation

ist gerade in der Lebensphase des

Kinderkriegens. Auch das hat Auswirkungen

auf zukünftige Kinderspiele.

»Eine äußerst spielbegeisterte

Gamer-Generation

ist gerade in der

Lebensphase des Kinderkriegens.

Auch das hat

Auswirkungen auf zukünftige

Kinderspiele.«

MIRIAM KOSER

Leiterin Redaktion Spiel und Buch

Sie reisen mit zahlreichen Neuheiten

nach Essen. Welches Spiel darf sich

der Handel nicht durch die Lappen

gehen lassen?

M.K.: Neben den Kinderspiel-Highlights

„Wunderkessel“ und „Sternsucher“

haben wir auch wieder hervorragende

Familienspiel-Neuheiten

mit dabei. „Miyabi“ punktet mit toller

Ausstattung, viel Holz und mit Michael

Kiesling als namhaftem Autor! Außerdem

liefert es ein spannendes Kaufargument

gleich mit: Es sind fünf Erweiterungen

inklusive!


TITELSTORY

planet toys 17

„UMSATZSCHUB MÖGLICH!“

Europas größte Buchhandelskette Thalia/Mayersche will das Geschäft mit Spielwaren ausbauen.

Davon könnte auch der klassische Spielzeughandel profitieren, glaubt man in Bad Rodach.

Herr Pöhlau, wie fühlt es sich an, nach

der Fusion von Thalia und Mayersche

mit HABA in der Championsleague zu

spielen?

Wolfgang Pöhlau: Worauf wollen Sie

hinaus?

Probieren wir es anders. Spielwaren

sei ein Asset, das die Mayersche einbringt

und von dem die rund 300 Thalia-Filialen

jetzt profitieren sollen.

Für Thalia-Chef Michael Busch sollen

Spielwaren gar für einen Umsatzschub

sorgen. Was verspricht sich HABA davon?

W.P.: Durch die Verbindung von Thalia

und der Mayerschen bleiben in den Innenstädten

sowie in Shoppingcentern

hochwertige Vertriebskanäle erhalten,

durch die eine attraktive Markenpräsentation

gewährleistet wird. Es besteht

also nicht im Geringsten die Gefahr,

dass Ware in irgendeiner Form

verramscht wird. In diesen Kanälen ist

die HABA Zielgruppe, die großen Wert

auf Qualität und hochwertigen, entwicklungsfördernden

Inhalt legt, stark vertreten.

Um den Unterschied zwischen

unseren Produkten und herkömmlichen

Spielwaren im wahrsten Sinne des

Wortes zu „begreifen“, ist das haptische

Erlebnis für Kunden wichtig. Weil dieser

Vertriebskanal einen sehr hohen Erlebnischarakter

bietet, kann ein Umsatzschub

durchaus kommen.

Müssen sich Spielwarenhändler jetzt

Sorgen machen, dass ihnen der neue

Riese mit seinen Niederlassungen in

guten Lagen und den Expansionsplänen

das Wasser abgräbt?

W.P.: Ganz hart formuliert: Das kommt

ganz auf sie selbst an! Ihr eigenes Konzept

ist ausschlaggebend: Fachhändler,

die sich auf ihre Kernkompetenzen

wie Beratung, gute Warenpräsentation

und Schaffung eines Erlebniswertes

für die Kunden besinnen, werden

meines Erachtens davon sogar profitieren,

weil die Marke wieder vermehrt

in den Innenstädten stattfindet und an

Bekanntheit gewinnt. Ein Fachhändler

hat normalerweise ein größeres Sortiment

als eine Buchhandelskette. Das

heißt, die Kunden stoßen im Buchhandel

auf HABA und gehen für Folgekäufe

in den Spielwarenladen – und das

alles, ohne selbst in Marketing investieren

zu müssen!

Seit Jahren investieren Sie in

Buch-Content. Dient das Segment

dem Image und als Door Opener für

Cross-Selling: Wer „Obstgarten“ ordert,

kann auch „AAA-UUU!“ aufschreiben?

W.P.: Bücher sind unser klarer Invest

in die Marke HABA: Es gibt kaum etwas,

das die Entwicklung eines Kindes

so stark fördert wie ein Buch! Dass sich

die Bücher großer Beliebtheit erfreuen

und mittlerweile eine feste Umsatzgröße

in unserem Sortiment darstellen, ist

zugegebenermaßen ein willkommener

Nebeneffekt.

»Fachhändler, die sich auf

ihre Kernkompetenzen

besinnen, werden meines

Erachtens sogar profitieren,

weil die Marke wieder

vermehrt in den Innenstädten

stattfindet und

an Bekanntheit gewinnt.«

WOLFGANG PÖHLAU

Leiter HABA Vertrieb + Marketing

Wir hegen den Verdacht, dass sich

der Buchhandel wenig an Non-Books

interessiert ist, selbst wenn die im

Bundle mit „Kommissar Maus“ daherkommen.

Wann nimmt man den Spiele-Verlag

HABA auch als Buchverlag

wahr?

W.P.: Den Zeitrahmen wird der Markt

definieren, wir haben hier keinen

Druck. Mit den Spielen haben wir auch

ganz klein angefangen und sind heute

unbestrittener Marktführer bei den

Kleinkinderspielen. Ob wir als Verlag

wahrgenommen werden oder nicht, hat

für uns keine Relevanz. Das Buch als

Produkt muss überzeugen und auf unsere

Markenwerte einzahlen.

In Ihr Buchprogramm fließt die jahrzehntelange

pädagogische Expertise

von HABA ein. Ist Ihr Buchsortiment

ein getarntes Förderprogramm, um zu

den Spielen zu führen?

W.P.: Für HABA steht immer Spaß und

Freude an allererster Stelle – sowohl

bei Büchern als auch bei Spielen. Jemand,

der ein HABA Produkt kauft,

erwartet das von unserer Marke. Ist es

schlimm, dass Kinder spielend lernen

und wir sie in ihrer Entwicklung unterstützen

wollen?

Welcher Kanal macht Ihnen denn derzeit

am meisten Freude und in welchen

wollen Sie massiv investieren?

W.P.: Jeder Kanal hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten,

die sowohl Freude als

auch Sorgen bereiten können. Natürlich

präsentiert uns der stationäre Handel

in optimaler Weise, leider ist der Kanal

an sich rückläufig. Wir könnten auf der

anderen Seite über Umsatzzuwächse

bei unseren Online-Partnern jubilieren,

sehen dort allerdings unsere Markenwerte

nur bedingt an unsere Zielgruppe

transportiert – was langfristig richtig

schädlich für die Marke sein kann.

Wo sehen Sie noch strategische Wachstumsfelder

für die Marke HABA? Internationalisierung,

neue Produktsegmente,

Ausbau der Lizenzthemen?

W.P.: Natürlich treiben wir die Internationalisierung

mit Hochdruck voran.

Das Marktpotenzial ist außerhalb

Deutschlands für HABA noch schier unerschöpflich.

Aber wir haben auch neue

Produktsegmente in der Pipeline.

Im Geschäftsbericht war zu lesen, dass

HABA Bestandskunden fördern, Neukunden

gewinnen und neue Vertriebsstrukturen

erschließen will. Wie sieht

das konkret aus?

W.P.: Oftmals sind diese Vertriebsstrukturen

nicht ersichtlich. Denken Sie

an Mitarbeitergeschenke von Unternehmen

für Geburten. Derartige Konzepte

verfolgen wir gerne, da wir hiermit den

bestehenden Partnern nicht „in die

Quere“ kommen.

Und wie fühlt man sich, wenn man das

zweite Mal in Folge mit der Auszeichnung

„Kinderspiel des Jahres“ nach

Essen reist: super für die Bilanz, wäre

nur nicht dieser Preis-Tsunami?

W.P.: Wir freuen uns in allererster Linie

über diesen Preis, weil er eine Bestätigung

der hervorragenden Arbeit

der Kolleginnen und Kollegen aus unserer

Redaktion Spiel & Buch ist. Zum

Preis-Tsunami werde ich an dieser

Stelle diplomatisch schweigen.


18

TITELSTORY

planet toys

„MACHEN, WOVON MAN ÜBERZEUGT IST!“

Das Fachgeschäft Ultra Comix in Nürnberg und Erlangen ist eine Marke. Inhaber Stefan Trautner

setzt aus Überzeugung auf Qualität, bei der auch Spaß dabei ist.

Verkaufstresen, den wir eigens für das

„Hoher Spielwert“-Sortiment haben

bauen lassen. Das ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal.

Das wird auch

sehr gut angenommen, weil die Kunden

wissen, dass man blind diese Spiele

kaufen kann. In Bezug auf die Auswahl

der Spiele gibt es eine klare Kante, da

lassen wir uns nicht reinreden. Zudem

erstellen wir Videos mit der Zusammenstellung

der Spiele, die wir auf unserer

Homepage und Facebook posten.

Wir erreichen damit 10.000 bis 12.000

Leute. Wichtig ist natürlich, dass alle

Läden auch mitziehen.

Herr Trautner, keine andere Marke

hat in den letzten Jahren so häufig den

Titel „Kinderspiel des Jahres“ ergattert

wie HABA. Was machen die Bad

Rodacher so besonders?

Stefan Trautner: Ich glaube, das hängt

damit zusammen, dass sich die Redaktion

sehr auf die Zielgruppe Kinder

konzentriert, und ich glaube auch, dass

man dort sehr genau schaut und prüft,

ob Kinder tatsächlich das Spiel spielen.

Es gibt viele Angebote, die Kinder links

liegen lassen, obwohl sie für Kinder gedacht

sind.

Spiele sind das eine, Unterstützung

beim Verkauf durch Verlage das andere.

Sind Sie mit den Leistungen der

gelben Marke zufrieden?

S.T.: Mit der Verkaufsförderung sind

wir zufrieden. Nach unserem Umbau

benötigen wir die aber eigentlich nicht

mehr, weil wir unser eigenes Ladendesign

haben. Interessant sind für uns

ganz spezielle Präsentationen, Aktionen

oder Werbung für bestimmte Produkte.

Sie zählen zum Aktionsbündnis „Hoher

Spielwert“. Wie wird das bei Verlagen

aufgenommen?

S.T.: Ultra Comix ist einer der Mitinitiatoren.

Bei den Verlagen kommt das gut

an, aber wichtig ist für uns, dass unser

Publikum das auch wahrnimmt, und

das tut es inzwischen auch. Mega-Verkäufe

darf man nicht erwarten, aber es

ist ein Qualitätsmerkmal.

Und was tun Sie, dass der Kunde das

Qualitätsmerkmal wahrnimmt?

S.T.: Alle Spiele der Aktion „Hoher

Spielwert“ bauen wir im Schaufenster

auf, bei denen immer ein Begleittext

dabei ist, den die Leute tatsächlich

lesen. Im Eingangsbereich steht ein

»Ich glaube, das hängt damit

zusammen, dass sich

die Redaktion sehr auf die

Zielgruppe Kinder konzentriert,

und ich glaube

auch, dass man dort sehr

genau schaut und prüft,

ob Kinder tatsächlich das

Spiel spielen.«

STEFAN TRAUTNER

Inhaber Ultra Comix

Wen sprechen Sie mit „Hoher Spielwert“

an?

S.T.: Die Spiele-Fans nehmen es zwar

wahr, sie stecken aber selbst tief in der

Materie drin und kaufen sehr speziell.

Das Hobby-Publikum registriert es

sehr genau, weil es für sie eine Empfehlung

ist, von der sie genau wissen,

dass sie damit nicht auf die Nase fallen.

Wenn wir etwas machen, machen

wir es, weil wir Spaß daran haben und

überzeugt sind, dass es was wird.

Herr Trautner, wir bedanken uns für

das Gespräch.

HOCHWERTIG: Mit „Miyabi“, einem „vielschichtigen“

Legespiel vom Erfolgsautor

Michael Kiesling, baut HABA

das Sortiment seiner Familienspiele

weiter aus. In diesem

spannenden Legespiel sind

Taktik und Struktur gefragt.


KOLUMNE

planet toys 19

Chefredakteur Ulrich Texter fühlt sich zunehmend auf Messen in Borderline-Situationen wieder, die

ihn an den Rand der Erschöpfung führen, weil er zwar helfen möchte, aber nicht helfen kann, sieht

aber auch, dass nicht alles Wahnsinn ist, was wahnsinnig scheint.

Ich werde augenscheinlich doch noch wahnsinnig. Das ist

nicht schön, das können Sie mir glauben. Eine akute Bedrohung

geht noch nicht von mir aus. Das ist sicher, aber was

ist allerdings heute angesichts von Fake News und postmodernem

Relativismus wirklich 100 % sicher, wenn vieles nur

eine Frage des Standpunktes ist, den der Betrachter gerade

einnimmt. Wir leben im „Sowohl-als-auch“, damit müssen

wir uns abfinden. Immerhin bin ich weder ein zweiter Dr.

Hannibal Lecter, der Ihnen die Leber rausreißt, um sie bei einem

guten Bordeaux zu verspeisen, weil Sie sich wieder mal

geweigert haben, eine Anzeige in der planet toys zu schalten,

noch ein durchgedrehter Walter Kurtz aus „Apocalypse

Now“, der Sie in sein Camp im „Black Forrest“ entführt, um

dort zu den Klängen der Walküre seine grausamen Spielchen

zu spielen, bis Sie Ihre Unterschrift leisten. Sie können also

nach wie vor mit mir von Angesicht zu Angesicht reden, ohne

eine Gefahr für Leib und Leben zu befürchten oder dem dringenden

Bedürfnis nachzugeben, schnell noch Ihr Testament

aufzusetzen, weil Sie mich eingeladen haben. Allerdings gilt

auch bei mir die alte Fußballer-Weisheit: Stand heute!

Seit etlichen Jahren verspüre ich auch auf Messen „Schübe“

oder einen „inneren Aufruhr“. Das liegt nicht an den Neuheiten,

die ich dort sehe. Ich gehe nach wie vor gerne auf

Messen, schließlich ist Flurfunk die Basis der Presse und jeder

„Community“. Ich sehe, welche Brötchen tatsächlich gebacken

werden, wenn von Innovationen gesprochen oder von

Positionierung philosophiert wird. Ich mochte immer Windbeutel,

schon als Kind. Kommunikation ist Teil des Spiels,

das haut mich mental nicht um. Manchmal denke ich deswegen,

es müssen einfach die Nerven sein, die mir in meinem

Alter einen Streich spielen. Ich selbst könnte ja durchaus

mit der Einsicht leben, dass ich mit Ende zwanzig über

den „geistigen Berg“ war, aber immerhin schlau genug, um

für mich Alternativen zu entwickeln, damit das nicht auffällt.

Aber vielleicht geht das nicht nur mir so, ich meine das mit

dem „Sick Exhibition Stand Syndrom“ und es ist tatsächlich

eine reale Bedrohung. Ein „Sick-Building-Syndrom“ gibt es

schließlich ja auch. Wenn Büros krank machen können, warum

sollten das nicht auch Messestände können?

Beim Stochern im Eintopf der Gedanken endlich eine Antwort

darauf zu finden, warum ich dieses Gefühl nicht mehr

loswerde, von „Schüben“ geplagt zu werden, wurde ich tatsächlich

fündig. Heute lassen mich die Präsentationen auf

den Messeständen immer häufiger zweifelnd und verzweifelt

zurück. Ich bin relativ sicher, dass ich besonders oft unter

den Ausführungen von „Gelegenheitsvortragenden“ leide, die

ihre Vorträge bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit dem

Adverb „Genau!“ strukturieren und beenden. Ich habe nichts

gegen Adverbien, um Gottes willen, wäre da nur nicht dieses

„Genau!“, das immer so klingt, als müsste ein unsicherer

Sprecher sich in einem fort ganz genau versichern, dass er

das Aufgesagte tatsächlich nicht nur gelernt, sondern auch

verstanden hat, aber seine guten Absichten mit der Floskel

de facto nur unterläuft, während er nach den kurzen Pausen,

die seinen „Genaus“ folgen, endlich Luft schnappen

kann, um den nächsten plausiblen Gedanken zu entwickeln:

„Gehen wir doch zu den neuen Actionfiguren, genau!“ In sol-

KOLUMNE

chen Momenten fühle ich mich einerseits wie eine Weinbergschnecke

auf Ecstasy, die sofort abgehen könnte; aber ich bin

auch vom Helfersyndrom hin- und hergerissen, die Vortragenden

mental aufzurichten, dass alles auch ohne „Genau“

geht. Leider kann ich in beiden Fällen nicht aus meiner Haut,

weil mir meine Kinderstube ständig in die Quere kommt. Es

ist, sage ich Ihnen, fast der Wahnsinn, was man manchmal

an „Genaus“ erleben muss und was es an Kraft kostet, sich

auf die Inhalte zu konzentrieren, um bloß nicht anzufangen,

im Kopf die „Genaus“ mitzuzählen. Wenn das auf den Messeständen

so weitergeht, werde ich noch zu einem Borderliner.

Mit dem in jüngerer Zeit verstärkt auftretenden Wunsch, ich

bräuchte so langsam ein Neuroleptikum, um mit all dem

klarzukommen, stehe ich nicht allein da. Das ist kein Trost,

aber immerhin etwas. Die Krankenkassen wissen, wovon ich

rede, sind doch die besonders hartnäckigen psychischen Störungen

die zweitwichtigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit.

Aus dem Klassiker „Ich habe Rücken“ wird immer häufiger

ein „Ich habe mental“. Das ist womöglich verkürzt, aber nicht

ganz verkehrt, denn wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir

eingestehen, dass der Grad zwischen Routine und Wahnsinn

sehr schmal ist. So gesehen, sage ich mir, müsste fast die

halbe Spielwarenbrache wahnsinnig sein, wenn ich inoffiziellen

Quellen Glauben schenken darf, dass niemand in dieser

Branche verloren geht. Ersteres müsste endlich im Rahmen

einer groß angelegten epidemiologischen Studie „Spielware

& Wahnsinn“ überprüft werden; zweiteres stimmt, finde ich

ganz persönlich, denn in keiner anderen Branche erreicht

das Haltbarkeitsdatum des Personals eine derart große Zeitspanne

wie hier, sodass man es auch nach Jahren unbeschadet

einsetzen kann. Das kann man von Spielzeug längst nicht

mehr in jedem Fall sagen. Bei den vorherrschenden Laufzeiten

verfalle ich auf den Gedanken, dass die Spielwarenbranche

wohl nirgendwo so „grün“ und „unverwüstlich“ ist wie bei

ihrem Personal. Das ist zumindest ein Anfang.


20

INTERVIEW

planet toys

„GLÜCKLICH IM HIER

UND JETZT!“

Das Leben von Managern ist durchgetaktet. Das gilt auch für die neue Lego-Geschäftsführerin Karen

Pascha-Gladyshev, die wir nach einem Executive-Training und vor den Lego-Baumeisterschaften

mit ihrem Nachwuchs erwischten. Die gebürtige Berlinerin mit hamburgischem Migrationshintergrund

genoss sichtlich das After-Learning-Spiel mit der planet toys. Wir wiederum erfuhren,

dass tatsächlich keine Branche so mitteilungsfreudig ist wie die, die sich um den richtigen Sitz unserer

Haare kümmert.

»Ich habe immer noch mein

eigenes Wertesystem, insofern

tue ich das, wovon ich

glaube, dass es richtig ist,

aber ich arbeite bei Lego.«

KAREN PASCHA-GLADYSHEV

Geschäftsführerin, LEGO

Frau Pascha-Gladyshev, stimmt es,

dass Sie dringend neues Spielzeug

brauchten, weshalb Sie auch nach

Grasbrunn umgezogen sind?

Karen Pascha-Gladyshev: (tiefes

Durchatmen) Nein, das ist nicht der

Grund. Außerdem sind wir als Familie

nicht nach Grasbrunn gezogen, sondern

nach München. Spielzeug haben

wir in unserem Haushalt mit zwei Kindern

en masse.

Wären Sie notfalls nach Zirndorf ausgewichen,

wenn es mit München nicht

geklappt hätte, oder hätten die beiden

Kinder Ihnen einen Strich durch

die Rechnung gemacht, weil sie Lego-Fans

sind?

K.P.-G.: Beide Kinder sind große Lego-Fans.

Die Tatsache, dass ich bei

Lego arbeite, ist sicherlich ein starkes

Argument gewesen, überhaupt einen

Umzug in Erwähnung zu ziehen. Ob

nach Zirndorf oder Grasbrunn wäre

meinen Kindern, glaube ich, völlig egal

gewesen.

Können Sie Herbert Grönemeyer erklären,

warum man in Düsseldorf

trotz Kö wohnen kann, ohne ständig

im Angriffsmodus zu sein?

K.P.-G.: (lacht) Jemand, der von Hamburg

nach Düsseldorf zieht, muss sich

ja viel anhören: Was tust du dir an?

Willst du wirklich nach Düsseldorf? Ich

muss sagen, wir haben uns in Düsseldorf

mehr als wohlgefühlt. Es ist wirklich

eine schöne Stadt.

Liefern Sie Hamburgern drei Gründe,

warum sie über München nachdenken

sollten?

K.P.-G.: Über München? Die Berge

liegen in der Nähe. Gerade in Hamburg

gibt es ja sehr viele Menschen,

die gerne Ski fahren. Der zweite Grund

ist, dass Hamburger, die sehr verliebt

in ihre Stadt sind – zu denen zähle ich

mich auch – und sie als die schönste

der Welt betrachten, dadurch einmal

den Horizont erweitern könnten, was ja

nicht schlecht ist. Der dritte Grund ist

das Oktoberfest.

Haben Sie es schon verschmerzt, nicht

mehr Beauty-Produkte für die eigene

Performance testen zu können?

K.P.-G.: (lacht) Tatsächlich bin ich mit

vielen solcher Produkte umgezogen.

Wenn Sie bei mir in den Schrank schauen,

würden Sie gleich merken, dass ich

mal bei L’Oréal gearbeitet habe, aber

ich habe es, glaube ich, verschmerzt.

Vermissen Sie wenigstens den Catwalk?

K.P.-G.: Das hat Spaß gemacht, vor allem

den Teams.

Weil Sie es sich wert sind, nehmen Sie

heute noch was?

K.P.-G.: Zum Spielen Lego. Mein Lieblings-Set

ist die Lego Creator Achterbahn.

Tatsächlich benutze ich noch

viele verschiedene Kosmetik-Produkte.

Wissen Sie immer noch, welche Haarfarbe

und welcher Schnitt gerade angesagt

sind?

K.P.-G.: Ja, weil ich noch mit ganz vielen

Friseuren und Kollegen von damals

befreundet bin. Die sind sehr mitteilungsfreudig,

sodass man, wenn man

auf Instagram schaut, automatisch was

über die neuen Trends erfährt, auch

wenn man es nicht unbedingt will.

Und was sehen Sie, wenn Sie morgens

in den Spiegel schauen?

K.P.-G.: Mich.

Frauen neigen dazu, sich nach einer

Trennung eine neue Frisur zuzulegen.

Haben Sie in München auch mit dem

Kopf einen Neubeginn gewagt?

K.P.-G.: Ja. Was eine neue Friseur angeht,

nein. Ich habe immer noch die

gleiche.

Lassen sich Friseure leichter überzeugen

als Spielwarenhändler?

K.P.-G.: Ich glaube, das hängt weder

von der Person noch vom Beruf ab,

sondern mehr von den Argumenten.


INTERVIEW

planet toys 21

Tut es weh, wenn man, wie Sie, eine

„Liebe zum Friseur und zu tollen Haaren

als Sinnbild für Weiblichkeit und

Schönheit“ hat, sich nun mit Lego

Technic-Nerds beschäftigen muss, die

eher Blicke für Power Functions haben?

K.P.-G.: (energisch) Absolut nicht, ich

bin ebenso Lego Technic-Nerd, wie ich

gerne schöne Haare sehe. Ich baue tatsächlich

sehr gerne. Mein Sohn und ich

haben ständig einen Streit, wer von uns

beiden der Meisterbauer ist.

Was ist der Vorteil von einem Fernstudium,

wenn man doch fern von allem

ist: von Lehrern, Kommilitonen, aber

vor allem von Studentenkneipen?

K.P.-G.: Sie haben sich aber gut vorbereitet!

Wenn ein Thema einen wirklich

interessiert, ist es völlig egal, wo

und wie Sie studieren. Meine nächste

Prüfung ist am Samstag. Das Gefühl ist

identisch, ob Fernstudium oder nicht.

»Das Konditionsmodell

basiert auf Fakten und ist

durchdacht. Es gibt jedem

Kanal die richtigen Tools

und alle Möglichkeiten, die

ein Kanal braucht, um erfolgreich

zu agieren.«

KAREN PASCHA-GLADYSHEV

Geschäftsführerin, LEGO

Rauchen die Russen nach Ihrem Einsatz

vor Ort jetzt ordentlich Luckies,

um wenigstens so etwas zufriedener

mit ihrer Existenz zu sein?

K.P.-G.: Nein, ich habe die Russen nicht

als unzufrieden mit ihrer Existenz erlebt,

sonst hätte ich mir auch keinen

Russen als Mann „angelacht“. Ob sie

mehr Luckies rauchen? Nein, tun sie

nicht, denn Lucky ist die schwächste

von allen BAT-Marken in Russland.

Können Sie jetzt auch, nachdem Sie

fast drei Jahre in Russland waren, aus

vollem Herzen leiden und sogar sekundären

Lustgewinn daraus ziehen?

K.P.-G.: Wie gesagt, ich habe die Russen

nicht als leidend wahrgenommen,

sondern als ein Volk, dass den Deutschen

gar nicht so unähnlich ist, das

schon über das „Morgen“ nachdenkt

und daraus Konsequenzen für sich

zieht, aber auch als ein Volk, dass Freude

und Spaß hat wie kaum ein anderes

Land.

Richtig: Wenn man Russland überlebt,

ist Lego kein Problem mehr?

K.P.-G.: (lacht) Lego ist wunderbar!

Stimmt es, dass Russland wie Italien

eine Mama-Nation ist, und wenn ja,

wie werden Sie damit zu Hause fertig?

K.P.-G.: Ich tue mich schwer mit pauschalen

Urteilen und Klischees. Meine

Schwiegermutter ist eine typische

Russin mit einer starken Meinung und

vielen Tipps, die sehr russisch sind. Damit

kommt man klar. Ich weiß natürlich

nicht, ob deutsche Schwiegermütter

ähnlich sind. Mama-Nation würde ich

zwar nicht sagen, aber Frauen sind dort

relativ stark, das stimmt.

Schuld und Sühne von Dostojewski

oder eher Lolita von Nabokov?

K.P.-G.: Fragen Sie nach meinem Interesse

an Literatur oder nach der

Geschichte dahinter? Beides sind tolle

Bücher!

Russian Standard oder das bayrische

Grundnahrungsmittel Bier?

K.P.-G.: Weder noch!

Müssen Sie demnächst

Ihren Mustang

in der Garage

stehen lassen,

weil er bei der

Einhaltung aller

Abgaswerte überfordert

ist?

K.P.-G.: Das werden

wir abwarten

müssen, aber das

kann sein.

(Wir spüren, das

wird ihr, der Autonärrin,

richtig zu

schaffen machen!)

Hatten Sie, als Sie

Adiletten im Büro

»Wir nehmen uns nicht so

sehr wichtig. Das ist auch

ein Grund, weshalb ich hierher

gekommen bin.«

KAREN PASCHA-GLADYSHEV

Geschäftsführerin, LEGO

trugen, kurzfristig die Kontrolle über

Ihr Leben verloren oder war es ein

Statement dafür, dass die moderne

Frau mehr Wert auf innere Werte legt

als auf Glitter und Tand?

K.P.-G.: Wie haben Sie das wieder

rausgefunden? Schon sehr gut. Die

Adiletten sind ein Zeichen unseres Leadership-Playgrounds.

Wir haben uns

als Ziel gesetzt, ab und zu etwas mutiger

zu sein und uns dabei kleine Aufgaben

gestellt. Ich bin mit gutem Beispiel

vorangegangen und mit Adiletten

ins Büro gekommen. Die sind übrigens

sehr bequem.


22

INTERVIEW

planet toys

»Zahlen sind ein Resultat

dessen, was gemacht wurde.

Als Marktführer von 15

auf 17 % zu wachsen, ist

schon ein relativ großer

Erfolg.«

KAREN PASCHA-GLADYSHEV

Geschäftsführerin, LEGO

Nimmt Ihr Bäcker es hin, dass die

Kunden samstags in Jogginghosen

aufschlagen?

K.P.-G.: Ich habe in München noch gar

keinen Bäcker. In Düsseldorf war das

kein Problem.

An welche körperlichen Grenzen sind

Sie zuletzt gelangt?

K.P.-G.: Das ist schon sehr lange her.

Ich habe mal so etwas gemacht wie ein

Bootcamp, da bin ich wirklich an meine

Grenzen gekommen. Eine Woche ganz

viel Sport!

Ist blackBike Ihre Antwort auf das Verlangen

nach gutem Essen, dem man in

München ständig ausgesetzt ist?

K.P.-G.: Nein, okay, das gute Essen gibt

es in München, dem man ständig ausgesetzt

ist, aber blackBike motiviert

mich persönlich total, weil ich sehr viel

Energie aus dem Power-Sport ziehe.

Tanzen Ihre Endorphine auch, wenn

Lego in China zweistellig wächst, Sie

mit DACH aber nur einstellig?

K.P.-G.: Ja klar!

Klotzt Lego mal wieder?

K.P.-G.: Mit Innovationen sicherlich.

Wird Lego 2019 genügend Gewinn erzielen,

um die 2005 verkauften Legoland-Parks

zurückkaufen zu können?

K.P.-G.: Die Zusammenarbeit mit den

Legoland-Parks ist ja bereits angekündigt

worden, insofern gehe ich davon

aus, dass sich jemand das gut überlegt

hat.

Tun Sie, wie Ihre Vorgänger, wirklich

alles, was Lego von Ihnen verlangt?

K.P.-G.: Ich habe immer noch mein

eigenes Wertesystem, insofern tue ich

das, wovon ich glaube, dass es richtig

ist, aber ich arbeite bei Lego.

Haben Sie Niels Christiansen schon

gefragt, wie man einen Dino fitter

macht?

K.P.-G.: Explizit nicht. Ich habe aber

Niels Christiansen kennengelernt und

war sehr beeindruckt von ihm.

Sind Frauen die besseren Männer

beim Führen?

K.P.-G.: Ich glaube, Frauen und Männer

sind gar nicht so unterschiedlich beim

Führen, wie es immer postuliert wird.

2011 übersprang Lego Deutschland

15 % Marktanteil. 2018 betrug er 17,2

%. Haben die Männer wieder an allem

schuld, dass die nächste magische

Grenze nicht gerissen wurde?

K.P.-G.: Zahlen sind ein Resultat dessen,

was gemacht wurde. Als Marktführer

von 15 auf 17 % zu wachsen, ist

schon ein relativ großer Erfolg.

Ist es richtig, dass Lego als Händler

schon der größte Kunde von Lego ist?

K.P.-G.: Ich glaube nicht! Grundsätzlich

ist es so, dass wir sagen, wir haben

verschiedene Kanäle und jeder

Kanal spielt eine Rolle, auch unsere

Shops.

Können Sie sich erklären, warum

manche Händler Lego brauchen, aber

nicht lieben?

K.P.-G.: Man muss ja nicht alles lieben,

was man im Sortiment hat. Das

wäre auch sehr erstaunlich, wenn jeder

Händler jedes Produkt lieben würde.

Was sagen Sie Händlern, die Ihr Konditionsmodell

als Einmischung in die

inneren Angelegenheit bezeichnen?

K.P.-G.: Ich bin etwas über 7 Monate

hier. Das Konditionsmodell basiert auf

Fakten und ist durchdacht. Es gibt jedem

Kanal die richtigen Tools und alle

Möglichkeiten, die ein Kanal braucht,

um erfolgreich zu agieren. Ich finde

es fair und gerecht, weil es ein klassisches

Pay for Performance ist, wie man

in England sagt.

Gibt es noch gute Gründe für den

Fachhandel und Verbundgruppen,

Lego die Stange zu halten, und wenn

ja, welche?

K.P.-G.: Na klar, ich sehe Lego nicht

nur als wachsenden Marktführer, sondern

als Unternehmen, das viele Innovationen

hervorbringt. Wir wollen die

Branche voranbringen und wir haben

viele neue Ideen. Der Markt verändert

sich rasant, manche Kanäle wachsen

schneller als andere. Ich glaube, Handel

und Verbände schauen genau hin,

wie sie den Markt beleben können. Da

spielt Lego eine wesentliche Rolle.

Macht Macht egozentrisch?

K.P.-G.: Nein, sie kann es aber sicherlich,

dafür gibt es viele Beispiele. Hinsichtlich

Lego und unserer Historie, die

ja zeigt, dass es uns nicht immer gut

ging, kann ich sagen, dass wir sehr dänisch

geblieben sind. Wir nehmen uns

nicht so sehr wichtig. Das ist auch ein

Grund, weshalb ich hierher gekommen

bin.

Ist es richtig, dass Lego Life es aufgegeben

hat, die größte kreative und für

Kinder absolut sicherste Community-Plattform

der Welt zu werden?

K.P.-G.: Nein, natürlich ist es schwerer,

das müssen wir sagen, so etwas im aktuellen

Kontext zu etablieren, als es auf

einem Blatt zu skizzieren. Absolut nein!

Was wollen Sie in den nächsten drei

Jahren mit Lego erreichen?

K.P.-G.: Für uns ist es wichtig, möglichst

viele Kinder zu erreichen. Aus

vielen Studien wissen wir, wie kreatives

Spielen mit Lego hilft, dass sich Kinder

entwickeln können und Fähigkeiten

erlernen, die sie für die Zukunft brauchen.

Außerdem wichtig: Wie verknüpfen

wir das digitale mit dem physischen

Spiel.

Glauben Sie noch an Star Wars oder

müssen Sie, weil es keine Alternative

gibt?

K.P.-G.: Natürlich gibt es Alternativen!

Jetzt kommt die neunte Episode in die

Kinos. Das ist immer noch ein sehr

großes Thema. Da muss ich nicht dran

glauben wollen, da glaubt man einfach

dran und ich auch.

Wer hat in Deutschland die Nase vorne:

Technic, Ninjago, Creator oder

Classic?

K.P.-G.: Das ist schwer zu sagen. Die

Frage ist nämlich, bei wem? Bei meinem

Sohn wäre es ganz klar Ninjago.

Es sind alles wichtige Produktlinien,

die weiter wachsen werden.

Wäre Billund ein Karriereziel für Sie

oder hilft da nicht einmal der World-

Happiness-Platz der Dänen?

K.P.-G.: (lacht) Ich muss, um tatsächlich

glücklich zu sein, im Hier und Jetzt

glücklich sein. Ich bin niemand, der

sagt, ich bin glücklich, wenn ich das

und das in zehn Jahren erreicht habe.

Insofern bin ich erst einmal happy hier

und dann schaue ich, wo es mich noch

hinverschlägt.

Frau Pascha-Gladyshev, wir bedanken

uns für das Gespräch!


PROMOTION

planet toys 23

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Lieferungen sind selbstverständlich,

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Dazu gehört auch eine unkomplizierte

Reklamationsabwicklung. Dem

Handel wird außerdem umfangreicher

PoS-Support mit Displays, speziellen

Schaufensterdekorationen und Werbemittelpaketen

mit Postern, Papiertüten

und Streuprospekten geboten. Um die

aufwendige Schaufenstergestaltung

dem Fachhandel ein Stück weit leichter

zu machen, bietet Teddy Hermann

mindestens zweimal pro Jahr ein attraktives

Schaufenster-Deko-Paket an.

LEBENSECHT: Der 40 cm große

rotbraune Orang-Utan sieht seinem

natürlichen Vorbild zum Verwechseln

ähnlich. Für besonders viel

Spiel-Spaß sorgt zusätzlich Klett an

seinen Händen.

GUT GEBRÜLLT: Imposant ist

der 35 cm große, sitzende

goldbraune Löwe.

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Verschiedene Tiere

aus den heimischen

Wäldern gibt es auch zum

Kuscheln – hier der Uhu.

GANZ ZAHM: Einmal zugeschnappt, bleibt

das Krokodil ein treuer Freund, mit dem es

sich herrlich schmusen lässt.

INNEN GANZ WEICH: Das 45 cm große, liegende

Nashorn von Teddy Hermann zeigt, wie niedlich

Dickhäuter sein können, und ist durch seine

weiche Füllung und den Soft-Touch-Plüsch ganz

besonders anschmiegsam.


24

FOKUS SPIELE

planet toys

NO LIMITS

Die Internationalen Spieltage in Essen kennen keine Grenzen. Mit rund 1.200 Ausstellern, 1.500

Novitäten und einer Ausstellungsfläche von 86.000 m 2 bricht die 37. Ausgabe des Spiele-Festes wieder

einmal alle Rekorde.

Davon können andere Messen nur träumen,

allen voran die Frankfurter und

Leipziger Buchmesse, die tendenziell

unter zurückgehenden Ausstellern leiden.

Frankfurt gab unlängst bekannt,

dass es mit einer Revitalisierung der

Messehallen allein nicht getan sein

werde, sondern dass man durch ein

neues Konzept „dem Neugeschäft

wichtige Impulse geben“ und „die Aufenthaltsqualität

erhöhen“ will. Auch

wenn im März dieses Jahr 286.000 Literatur-Fans

und damit 15.000 Besucher

mehr Europas größtes Lesefest

in Leipzig besuchten, kämpft die Buchbranche

angesichts des digitalen Wandels

mit sinkenden Umsätzen. 2018 lag

der Umsatz der Buchbranche mit 9,13

Milliarden Euro auf demselben Niveau

wie im Vorjahr, bei sinkender Titelproduktion.

Der Vergleich mit dem Leitmedium

Buch und den weltweit größten Pub-

likums- und Fachmessen rund ums

Buch kommt nicht von ungefähr. Seit

Jahren legt sich die Spiele-Autoren-Zunft

dafür ins Zeug, dass analoge

Spiele in den Sammlungskatalog der

Deutschen Nationalbibliothek aufgenommen

werden, gleichsam neben

„Der menschliche Makel“ und „Tage

ohne Ende“ stehen dürfen. Man darf

also gespannt sein, wann es , frei nach

Ludwig Wittgenstein, endlich heißen

wird: Die Grenzen meiner Welt sind

die Grenzen meines Spiels. Vorerst ist

das Spiel noch nicht das neue Buch,

selbst wenn die Spiel Essen erstmals

mit dem Educator’s Day die Ausbilder

der Nation ins Visier nimmt. Fragen an

Spiel-Macherin Dominique Metzler.

Frau Metzler, die Buchbranche präsentiert

sich stabil, die Zahl der Titelproduktionen

geht zurück. Die Spiel

Essen legt zu: bei Ausstellern, bei Besuchern,

bei Novitäten. Ist das Spiel

das neue Buch oder werden wir einfach

nur infantiler?

Dominique Metzler: Schwere Frage.

Es stimmt aber, dass, wenn ich allein

die Spiel betrachte, der Markt für

Brettspiele weltweit wächst. Immer

mehr Länder kommen hinzu. Essen ist

inzwischen weltweit die Plattform, auf

der man sich präsentiert. Diese Plattform

wird weiter wachsen, jedenfalls

bei den Ausstellerzahlen.

Das erklärt nicht, warum wir eine geradezu

epidemische Entwicklung bei

Spielen haben!

D.M.: In erster Linie liegt es wohl daran,

dass es heute leichter denn je ist,

Brettspiele zu produzieren. Denken

sie nur an Crowdfunding-Plattformen

wie Kickstarter. Vor 25 Jahren wäre es

ziemlich schwierig gewesen, als Newcomer

ein Spiel auf den Markt zu bringen.

Sie hätten ins Risiko gehen und

viel Eigenkapital in die Hand nehmen


FOKUS SPIELE

planet toys 25

Internationale Spieltage

SPIEL ’19

Messe Essen ·24. - 27. Okt. 2019

®

müssen. Im Moment kommt vieles zusammen,

dass das Spiel boomt, auch

die Tatsache, dass die Besucher heute

jung sind, zwischen 25 und 35 Jahren

in der Regel. Das war früher völlig anders.

Das führt mich zur nächsten Frage.

Seit Jahren erleben wir eine Welt im

permanenten Krisenmodus. Gleichwohl

scheinen wir uns, um mal den

Soziologen Neil Postman zu bemühen,

zu Tode zu spielen. Haben Sie eine Erklärung

für diese parallele Entwicklung

in fast allen Ländern der Erde?

D.M.: (tiefes Durchatmen) Fragen Sie

mich doch bitte etwas anders. Wenn

wir z. B. auf Teheran zu sprechen kommen,

wo seit 2015 mehr als 50 Brettspielcafés

entstanden sind, stellen wir

fest, dass wir es mit einer zweigeteilten

Gesellschaft zu haben: auf der einen

Seite viele junge Leute, die gebildete

Elite, die nicht anders lebt als wir

im Westen, auf der anderen Seite eine

sehr konservative Schicht. Aber zur eigentlichen

Frage zurück, ich habe keine

Antwort darauf.

Wir auch nicht, es springt nur ins

Auge. Die Ausstellungsfläche wächst

um rund 6.000 m 2 , die Zahl der neuen

Spiele klettert auf 1.500. Wann kommt

der fünfte Tag für die Spiel, damit die

Freaks mehr Zeit haben und die Einkäufer

leichter durch die Gänge kommen?

D.M.: Gar nicht, auf keinen Fall! In

den sozialen Netzwerken liest man

öfters mal, die Zeit sei zu kurz. Fragt

man nach, wie viele Tage die Besucher

wirklich da sind, erfährt man, dass

fast jeder drei Tage angibt, aber fast

niemand vier. Das bestätigt uns auch

der Verkauf von Tageskarten, die mit

großen Abstand am meisten gekauft

werden. Ich glaube also nicht, dass ein

fünfter Tag nötig ist, denn es würde

Informieren

Sie sich

über mehr als

1.500 Spiele-Neuheiten

aus aller Welt!

Die

NEUHEITEN- SCHAU

bietet einen

schnellen und

informativen Überblick.

Vom

24.10. bis 25.10.2019

für den Handel

zugänglich.

Wir freuen uns auf Sie!

Veranstalter:

Friedhelm Merz

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26

FOKUS SPIELE

planet toys

umgekehrt bedeuten, dass die Standmieten

steigen müssten. Die Einführung

eines weiteren Tages liefe zudem

konträr zu allem, was alle anderen

Messen machen. Allerdings würde ich

mir wünschen, dass die Aussteller ein

wenig mehr Sorge dafür tragen, dass

die Spiele, die am Donnerstag heiß gefragt

sind, auch noch am Samstag und

Sonntag zu haben sind, indem man sie

vielleicht tageweise kontingentiert. Die

Besucher haben einfach Angst, dass

sie etwas nicht mehr bekommen.

Apropos kaufen, hat die Spiel bei

Einkäufern tatsächlich Nürnberg als

wichtigsten Termin den Rang abgelaufen?

D.M.: Das weiß ich nicht, aber ich weiß,

dass immer mehr Aussteller sagen,

dass der Fachmesseanteil, den die

Spiel ja auch hat, für sie immer wichtiger

wird. Darüber hinaus wissen wir,

dass die Fläche für Kabinen, die gebaut

werden, um Meetings abzuhalten,

steigt. Das nimmt fast überhand. Im

nächsten Jahr lassen wir uns da etwas

einfallen.

Erstmals bieten Sie einen Educator’s

Day an. Die Erfahrung lehrt, dass Angebote

im Rahmenprogramm einer

Messe oft zum Closed Shop werden.

Was wird in Essen anders?

D.M.: Der Educator’s Day ist mit Sicherheit

jetzt schon ein Erfolg. Wir werden

förmlich überrannt mit Anfragen von

»Essen ist inzwischen

weltweit die Plattform,

auf der man sich präsentiert.«

DOMINIQUE METZLER

Geschäftsführerin Friedhelm Merz Verlag

Pädagogen, aber auch Fernsehsender

und Nachrichtenredaktionen greifen

das Thema Spielen in Schulen auf. Das

Informationsbedürfnis ist da und das

Interesse viel höher, als wir am Anfang

gedacht haben. Der Educator’s Day ist

deshalb eine riesige Chance für die

Branche, denn die Zahl der Ganztagsschulen

steigt und die Kinder müssen

ja auch irgendwie bespaßt werden.

Dass die Verlage tatsächlich stärker in

Schulen präsent sind, dafür muss man

ihnen etwas anbieten und auch Berührungsängste

abbauen.

Die Branche ging vor etlichen Jahren

mit dem Ulmer ZNL und Spielen

macht Schule in die Offensive. Was ist

jetzt anders?

D.M.: Ich glaube, das Bewusstsein bei

Lehrern und Eltern ist inzwischen geschärft,

dass sie ihre Kinder nicht mit

zu viel Elektronik vollballern dürfen,

aber vielleicht ist es gerade der richtige

Zeitpunkt für einen Educator’s Day.

Last but not least, toppen Sie die

190.000 Besucher vom letzten Jahr?

D.M.: Ich gehe nicht davon aus, dass

wir einen starken Besucherrückgang

haben, das glaube ich auf keinen Fall.

Für die Medien mag die Zahl wichtig

sein, für mich persönlich geht es darum,

die Qualität dieser Messe zu verbessern.

Frau Metzler, wir bedanken uns für

das Gespräch!

VERBRECHEN MACHT SPASS!

Verbrechen sind „in“, literarisch und im Fernsehen. Was liegt also näher, als das Thema „Crime“

einmal spielerisch umzusetzen? Mit „Activity Crime“ kommt jetzt ein Partyspiel auf den Markt, bei

dem „Ganoven gegen Gauner“ antreten.

Davon träumt man auch in Wien: Spiele zu entwickeln, die als Longseller für eine

gewisse „Grundlast“ sorgen und so ein wenig das Risiko, von „bösen Überraschungen“

heimgesucht zu werden, minimieren. Das räumt Dieter Strehl, Geschäftsführer

& Gesellschafter Piatnik, unumwunden ein (s. a. Antworten, Seite 58). Mit „Activity“

hat die Wiener Spielkartenfabrik jedenfalls ein Ass im Ärmel, das seit fast 30 Jahren

für gute Laune sorgt – bei Fans des Spiels wie bei Piatnik. Jetzt erhält der beliebte

Spieleklassiker mit „Activity Crime“ eine neue Variante an die Seite, bei dem sogar die

Handschellen klicken, was naturgemäß die pantomimische Darstellung der Begriffe

erschwert, aber den Fun-Faktor um einiges erhöht.

Autor des Spiels ist der Tiroler Jürgen Heel, der klare und

einfache Regeln mit einem speziellen Dreh favorisiert. Und

so ist auch „Activity Crime“ aufgebaut, das Regelwerk ist

unkompliziert, ohne viel Vorbereitung können drei bis acht

Spieler ab 12 Jahren auch bei dieser Variante loslegen.

660 Begriffe müssen möglichst flott erraten werden.

Schnelligkeit ist eine Grundregel für Ganoven, das gilt

auch für dieses Partyspiel. Für die Antworten bleibt jeweils

nur eine Minute Zeit. Ob „Axtmörder“, „Feuerteufel“ oder

„Bauernopfer“ − die gesuchten Begriffe sind durchaus

knifflig und schwer zu kombinieren. Als wäre das nicht

schon genug, schränken Handschellen die Darstellung der gesuchten Begriffe erheblich ein,

weshalb bei „Activity Crime“ voller Körpereinsatz verlangt wird. „Oberster Ganove“ ist, wer

als erster 20 Punkte erreicht.

Piatnik, www. piatnik.com


FOKUS SPIELE

planet toys 27

MARKE FÜR ANSPRUCHSVOLLE SPIELE

Die Ravensburger Gruppe steht für eine Mehrmarkenstrategie. In diesem Jahr feiert die Premiummarke

alea ihren Zwanzigsten mit zwei Neuauflagen von Spiele-Klassikern.

Seit etlichen Jahren baut die Ravensburger

Gruppe ihre Mehrmarkenstrategie

durch den Kauf attraktiver Player

im Spielwarenmarkt weiter aus.

So wurde 2015 das Portfolio um den

schwedischen Hersteller von Holzspielzeug,

Brio, den amerikanischen

Spezialisten für Denk- und Logikspiele,

Thinkfun (2017), sowie die Beteiligung

am US-Spiele-Start-up Wonder Forge,

das klassische Brettspiele für Kinder

und Familien entwickelt, erweitert.

Zudem zählen die 1996 erworbene F.X.

Schmid und seit 1970 der Schweizer

Spieleverlag Carlit zur Ravensburger

Gruppe.

Angesichts der Zukäufe gerät dabei oft

in Vergessenheit, dass Ravensburger

auch aus eigener Kraft mit alea eine

Premiummarke hervorgebracht hat.

Bereits 1996 gab es erste Überlegungen

für eine neue Spielemarke, um das

wachsende Interesse an Strategiespielen

zu bedienen. Drei Jahre später war

es auf der Spielwarenmesse so weit.

Mit „Ra“ von Reiner Knizia und „Chinatown“

von Karsten Hartwig brach 1999

das Zeitalter von hochkarätigen Brett-,

Karten- und Würfelspielen unter dem

blauen Dreiecksdach an. Damals wie

heute steht alea für

Spiele mit hohem

strategischen

Anspruch.

Die Gründung von

alea traf den Nerv

der Zeit und wurde

begeistert aufgenommen,

heißt

es anlässlich des

Jubiläums aus Ravensburg.

Spiele der

ersten Stunde wie „Puerto

Rico“ seien nach wie vor beliebt und

aus den Verkaufsregalen nicht wegzudenken.

Unbestritten dürfte sein,

dass die „Community“ die Spiele tatsächlich

„annahm“. Ob „Tadsch Mahal“

von Reiner Knizia oder „Puerto Rico“

von Andreas Seyfarth, immer wieder

wurden alea-Spiele mit dem Deutschen

Spielepreis, dem Player Price,

ausgezeichnet. Auch unter den Kritikern

von Spiel des Jahres genießt die

Marke einen guten Ruf. So wurde 2015

„Broom Service“ zum Kennerspiel des

Jahres gewählt, das, so die Jury, „für

Spannung am Fließband“ sorgt. „Carpe

Diem“ wurde zum Kennerspiel 2019

nominiert. Die Liste der prämierten

Spiele ist jedenfalls lang.

2019 elf Spiele im neuen Look, u. a. „Die

Burgen von Burgund“ von Stefan Feld

und „Las Vegas Royale“ von Rüdiger

Dorn. Parallel gibt es zu „Die Burgen

von Burgund“ die elfte Erweiterung;

ebenso kommt zu „Las Vegas Royale“

Den Erfolg verdankt die alea-Reihe,

die inzwischen auf über 30 Titel angewachsen

ist, nicht nur den Autoren,

sondern auch dem Einsatz von Produktmanager

Stefan Brück. „Wir haben

bei null angefangen“, sagt Brück, „haben

alles selbst kreiert: Name, Logo,

Design usw. Unser Ziel war es, eine

Edelmarke zu etablieren.“ Das ist ihm

gelungen. Die Marke

steht nicht nur für

qualitativ hochwertige

Spiele,

sondern sie

sind dank des

Verpackungsdesigns

auch

ein Hingucker

im Regal. Anlässlich

des

Jubiläums

erscheinen

»Die beiden Spiele sind

ein Geschenk an die Spieleszene,

die alea seit 20

Jahren die Treue hält

und diese Spiele gerne

spielt.«

STEFAN BRÜCK

Produktmanager alea

eine Erweiterung auf den Markt. „Die

beiden Spielt“, sagt Brück, „sind ein

Geschenk an die Spieleszene, die alea

seit 20 Jahren die Treue hält und diese

Spiele gerne spielen.“


28

FOKUS SPIELE

planet toys

HOHE ERWARTUNGEN

Mit sehr guten Produkten und Konzepten will Schmidt Spiele seine Stellung im Spielwarenmarkt

behaupten und die positive Entwicklung der letzten Jahre fortsetzen. Nach Essen reist das Unternehmen

mit einer Reihe von „Highlights“ an, wie die Berliner versprechen.

Das vergangene Jahr bescherte

Schmidt Spiele ein Umsatzplus von 11

Prozent. Dazu trugen vor allem Familienspiele

und das Kennerspiel „Die

Quacksalber von Quedlinburg“ bei. Geschäftsführer

Axel Kaldenhoven zeigt

sich überzeugt, dass die Berliner an

das Vorjahresergebnis anknüpfen können.

„Maßgeblich wird natürlich das 4.

Quartal sein“, so Kaldenhoven gegenüber

planet toys, „aber aktuell liegen

wir über dem Niveau des Vorjahres. Ich

gehe davon aus, dass wir 2018 toppen.“

Für die gute Performance macht der

Manager vier Faktoren verantwortlich:

das nach wie vor gute Konsumklima,

der anhaltende Trend zu Gesellschaftsspielen,

die Internationalisierung des

Geschäftes – allein von den Quacksalbern

seien zehn Versionen ins Ausland

verkauft worden – sowie zielgruppengenaue

und preisattraktive Spiele,

wie sie Schmidt Spiele etwa mit

„Klein & Fein“ anbietet. „Anspruchsvolle

wie einfache Gesellschaftsspiele

funktionieren deshalb sehr gut,

weil sie einen Gegenpol zum Daddeln

darstellen“, glaubt Kaldenhoven.

sich sogar auf die Teller. Ameisen und

die ein oder andere Ratte schnappen

ebenfalls nach den Speisen. Die Spieler

müssen jetzt versuchen, nach dem

richtigen Teller zu schnappen, um die

Diebe zu entlarven.

»Anspruchsvolle wie einfache

Gesellschaftsspiele

funktionieren deshalb

sehr gut, weil sie einen

Gegenpol zum Daddeln

darstellen.«

AXEL KALDENHOVEN

Geschäftsführer Schmidt Spiele

Mit der „Klein & Fein“-Serie, die 2017

auf den Markt kam, scheint Schmidt

Spiele den Nerv der Zeit getroffen zu

haben, denn mit „Dizzle“ (2018) und

„Ganz schön clever“ (2019) schafften

es gleich zwei der Würfelspiele auf die

Nominierungsliste „Spiel des Jahres“.

Mit „Noch mal so gut!“ von Inka und

Markus Brand folgt jetzt der nächste

Streich. Bei „Noch mal so gut!“ würfeln

und kombinieren sowohl Kenner

als auch Neulinge um wertvolle Punkte

und den Sieg. Zu den bekannten sechs

Farb- und Zahlenwürfeln kommt jetzt

ein Sonderwürfel hinzu, der neue Aktionen

freischaltet. Eine Solovariante

ermöglicht auch hier das Spiel ohne

Mitspieler.

Ab sofort kann man mit Schmidt Spiele

auch in die Luft gehen, denn „Die Insel

der Nebel“ versetzt zwei bis vier

Spieler in windige Höhen. Mit ihren

Ballonen müssen sie die eigene Insel

auskundschaften und dabei vom

Wind profitieren. Ziel ist des Spiels ist

es, Landschaften, Küsten, Städte und

Monumente über mehrere Runden zu

„erfahren“, wie es unter Montgolfieren

heißt, und miteinander zu verbinden.

Allerdings ist die Fahrt nicht frei

wählbar, Bonus- und Richtungswürfel

bestimmen die Reise. Das Grundmodul

kann um zwei weitere Module erweitert

werden.

Dass die Spielebranche ein Faible

für Tiere hat, ist hinlänglich bekannt.

Schmidt Spiele macht da keine Ausnahme,

im Gegenteil. Mal lassen die

Berliner kleine Mäuse Äpfel schnappen,

mal die Affen Kokosnüsse jagen.

Besonders angetan haben es ihnen

Kakerlaken, die sie bei „Drei Magier“

entweder tanzen oder duellieren

lassen. „Wir beherrschen eben den

netten Umgang mit Ekeltieren“, sagt

Axel Kaldenhoven. Jetzt dürfen sie

sich auch noch im Sushi-Restaurant

breitmachen. Bei „Kakerlaken Sushi“

von Thierry Chapeau schleichen sie


FOKUS SPIELE

planet toys 29

RAN ANS EINGEMACHTE: Bei „Bares für

Rares“ kann jeder wie in der gleichnamigen

Trödel-Show Fundstücke schätzen lassen,

um am Ende als Gewinner dazustehen. Pro

Spielrunde erhält ein Spieler die Händlerkarte;

er entscheidet über die Art der

Auktion. Dank der Experten kennt er den

Wert des Objektes, das unter den Hammer

kommt. Um einen möglichst hohen Betrag

zu erzielen, muss der Auktionator eine

authentische und kreative Geschichte erzählen.

Ziel des Spiels ist es, taktisch geschickt

zu bieten und als Erster vier Sammlungen

zu ersteigern. Ab 12 Jahren.

Clementoni; www.clementoni.de

FÜR SCHLAUE SCHAUER: „Anubixx“ ist ein kleines, feines

Würfelspiel, bei dem es darum geht, „kolossale Bauwerke“

auf dem eigenen Spielzettel zu errichten. Clevere

Baumeister verwenden möglichst wenig Baumaterial.

Wer es außerdem schafft, unterwegs

Belohnungen einzusammeln und sein

zweites Bauwerk fertigzustellen, gewinnt

den Wettstreit. Ab 8 Jahren.

Nürnberger Spielkarten Verlag

www.nsv.de

SPIELBARE STORY: Die ersten beiden Spiele der Brettspielreihe

„Adventure Games“ erschienen Anfang des

Jahres. Sie sollen den Erfolg der Live-Escape-Spiele

„Exit“ fortsetzen. Mit „Die Vulkaninsel“, „Das Verlies“

und „Die Monochrome AG“ kommen jetzt drei weitere

Titel der kooperativen Event-Spiele auf den Markt. Bei

„Die Vulkaninseln“ schlüpfen die Spieler in die Rollen

von Studierenden, die auf der Insel mysteriösen Vorfällen

auf der Spur sind, während die Polizei im Dunkeln tappt.

In vier Kapiteln sind sie Schmugglern und mysteriösen

Ereignissen auf der Spur. Ab 12 Jahren.

Kosmos; www.kosmos.de

GANZ SCHÖN KIPPELIG: „Tipsy“ ist wie ein Labyrinth

gestaltet. Darauf werden ein schwarzer Spielstein in der

Mitte und in einer bestimmten Startanordnung die blauen

und roten Steine der Spieler aufgelegt. Der Clou: Das

Spielbrett steht auf einer umgedrehten Pyramide; durch

Antippen kippt es in eine der vier Richtungen. Jeder der

Spieler versucht durch kluges Neigen des Feldes, als Erster

alle seine Spielsteine oder den schwarzen Stein durch

die vier Ausgänge vom Brett zu befördern. Ab 8 Jahren.

Spin Master; www.spinmaster.com


30

FOKUS SPIELE

planet toys

ORDENTLICH GAS GEGEBEN

„No return – es gibt kein Zurück“ heißt das Spiele-Highlight des moses Verlages in diesem Herbst.

Laut Verlag soll es süchtig machen.

Der moses Verlag steht für besondere

Spiele, nicht nur, weil das Unternehmen

seit 2004 die Kultspiele „Black

Stories“ verlegt, sondern auch, weil er

bei seinen Spielen das „gewisse Extra“

bieten will. Das gilt besonders für die

Kommunikations- und Designspiele.

Die Kempener versprechen jedenfalls,

„keine langweiligen Gesellschaftsspiele,

sondern Spiele voller Spaß & Spannung“

zu produzieren. Das lässt sich

bereits an diversen Titeln wie „Phrasenfuchs“,

„(Come on) Let’s quiz again“

oder „Calavera“ ablesen.

Mit „No return – es gibt kein Zurück“

kommt ein weiteres Spiel für die ganze

Familie mit einfachen Regeln auf den

Markt, bei dem es um Sammeln und

Abräumen geht. Die Spieler müssen

dabei den richtigen Zeitpunkt erwischen,

wann sie ihre Auslage in Punkte

umwandeln wollen. Denn je länger sie

warten, desto schwieriger wird es. Nur

wer seine Steine rechtzeitig wieder

abbaut, bekommt Punkte. Alle Steine,

die am Ende noch ausliegen, geben Minuspunkte.

Das Spiel stammt aus dem

„Ideen-Labor“ von Marco Teubner, der

in den letzten zwei Jahren die Erfolgsspiele

„Sebastian Fitzek Safehouse“,

„Kneipenquiz – das Original“ und

„Schaben jagen“ bei moses herausgebracht

hat. planet toys sprach mit Ali

Demirak, Vertriebsleiter Spielwarenhandel.

Herr Demirak, „No Return“ ist das

neunte Spiel von Marco Teubner in

Ihrem Verlag. Was zeichnet die Ideen

des Spieleautors aus, dass Sie immer

wieder mit ihm zusammenarbeiten?

Ali Demirak: Für uns steht die

Emotionalität während des Spielens

und das gemeinsame Spielerlebnis

im Vordergrund. Marco Teubner

versteht es meisterhaft, beides in die

Spielmechanik einzubauen. Außerdem

kann Marco Teubner eine große

Bandbreite an unterschiedlichen

Zielgruppen und Genres bedienen:

von Kinderspielen über Familien- und

Quizspiele bis hin zu Logikspielen. Das

passt zu unserem vielfältigen Spiele-

Programm.

»Hochwertige Ausstattung

und innovatives

Design nehmen bei uns

neben dem Spielprinzip

einen sehr hohen Stellenwert

ein.«

ALI DEMIRAK

Vertriebsleiter Spielwaren, moses Verlag

In Ihrer Vorankündigung warnen Sie

davor, dass das Spiel süchtig macht.

Wo lauern die Gefahren?

A.D.: „No Return“ hat einen eingängigen

Spielmechanismus, man findet

schnell ins Spiel. Der besondere Reiz

liegt sozusagen an der eigenen inneren

Spannung, den eigenen „Point of

no Return“ zu finden: Habe ich schon

genügend in der Auslage? Soll ich noch

weiter Steinchen auslegen? Wie viele

Steine sind überhaupt noch im Beutel?

Und vor allem: Was machen meine Mitspieler?

Je mehr Mitspieler schon gewechselt

haben, desto höher wird der

Druck. Das Gefühl, den perfekten Moment

getroffen (oder eben auch knapp

verfehlt) zu haben, macht, denke ich,

diesen hohen Wiederspielreiz aus.

Seit ein paar Jahren gehen Sie mit

Spielen in die Offensive. Sie bringen

Kinder-, Familienspiele und Spiele

fürs Köpfchen. Warum sind Spiele für

moses so wichtig geworden?

A.D.: Wir entwickeln schon seit vielen

Jahren Spiele – unsere älteste und bekannteste

Marke sind die black stories,

die dieses Jahr 15 Jahre alt werden.

Aber es stimmt, in den vergangenen

Jahren haben wir besonders im Spielebereich

ordentlich Gas gegeben – und

durch Erfolge wie „Sebastian Fitzek

Safehouse“ und „Kneipenquiz – das

Original“, übrigens beide auch von

Marco Teubner, hatten wir ordentlich

Rückenwind. Die Spiele sind ein

enorm wachsender Bereich in unserem

Programm und wir möchten auch

hier unsere vielschichtige Zielgruppe

auf möglichst vielfältige Weise bedienen.

Ganz generell haben wir das Gefühl,

dass die gemeinsame Zeit mit der

Familie und den Freunden angesichts

der digitalen Konkurrenz heutzutage

immer kostbarer wird, und tragen gerne

mit unseren Spielen dazu bei.

Der Buchhandel greift gerne auf

buchaffine Anbieter zurück, um sein

Sortiment zu ergänzen. Profitieren

Ihre Spiele davon, weil er bei moses

alles aus einer Hand bekommt?

A.D.: Das mag ein Grund sein, aber unsere

Spiele stehen auch gut für sich:

Hochwertige Ausstattung und innovatives

Design nehmen bei uns neben dem

Spielprinzip einen sehr hohen Stellenwert

ein, die fast schon geschenkige

Verpackung ist inzwischen eine Art

Markenzeichen geworden und

funktioniert sowohl im Buchals

auch im Spielwarenhandel.

Herr Demirak, wir

bedanken uns für das

Gespräch.


COOLE MOTIVE

Das Reaktionsspiel „Dobble“ zählt zu

den meistverkauften Beobachtungs- und

Reaktionsspielen der Welt. Jetzt erhält

die Dobble-Familie mit „Dobble Harry

Potter“ Nachwuchs.

Asmodee kündigt es als eins der „heißersehntesten Spiele des Jahres“ an:

Harry Potter Dobble. Angesichts des weltweiten Erfolges der Dobble-Reihe

dürfte an dieser These durchaus etwas dran sein, zumal das Spiel J. K.

Rowlings ikonische Wizarding World mit einem der bekanntesten Familienspiele

überhaupt kombiniert. 2008 wurde es im deutschen Markt eingeführt

und millionenfach verkauft. Bis heute sind weltweit über 50 verschiedene

Versionen dieses modernen Klassikers erschienen, aktuell sind immer noch

16 Dobble-Variationen zu haben. Harry Potter Dobble dürfte somit nicht das

letzte Dobble sein.

Leyla Stand, Produktmanagerin

Asmodee, weiß, warum das so ist:

„Niemand kennt den Algorithmus, der

bei jedem Spiel aufs Neue Verblüffung

und Erstaunen hervorruft, wie es sein

kann, dass sich immer ein doppeltes

Symbol finden lässt.

Es ist ein schnelles

Beobachtungs- und

Reaktionsspiel

für Groß und

Klein, bei dem

man aus fünf

verschiedenen

Spielvarianten

wählen kann, wodurch

wird es nie langweilig

wird.“

„Dobble Harry

Potter“ zeigt 57

stilisierte Bilder von

Harry Potter, Hermine

Granger und Ron Weasley, Zauberstäben,

Tierwesen, Wappen der Häuser

von Hogwarts und vielem mehr. Auch

»Niemand kennt den

Algorithmus, der bei

jedem Spiel aufs Neue

Verblüffung und Erstaunen

hervorruft.«

LEYLA STAND

Produktmanagerin Asmodee

hier versuchen die Spieler im Kampf der schnellen Beobachtung das eine übereinstimmende

Symbol zwischen je zwei Karten zu finden.

Asmodee; www.asmodee.com

FOKUS SPIELE

planet toys 31

Pferde-box

Content:

HALFTER

2 TURNIERSCHLEIFEN

4x

&

KOPPELTOR

KOPPELZAUN

Sabrina

ACCESSOIRES

ROTZFRECH: „Tschakka, Alpaka!“ ist

ein Spiel für Kinder, das Gepäckstücke

und ein spuckendes Alpaka enthält. Die

Spieler stapeln die Gepäckstücke auf

dem Rücken des Alpakas. Dabei dürfen

sie nicht trödeln, denn man hat nur fünf

Sekunden Zeit, um ein Gepäckstück auf

dem Rücken des Alpakas zu stapeln,

dann spuckt das Alpaka! Das Stapeln

erfordert taktile Geschicklichkeit und

wird schwieriger, je mehr Gepäckstücke

sich auftürmen. Der erste Spieler, der

all seine Gepäckstücke auf dem Alpaka

stapelt, gewinnt! Ab 5 Jahren.

Mattel; www.mattel.de

19306

BIBI & TINA – PlaySet –

Horse Box Sabrina


32

FOKUS SPIELE

planet toys

FÜR VISUELLE BLITZMERKER:

Von Andreas Schleicher – nicht zu

verwechseln mit dem gleichnamigen

Bildungsforscher und OECD-Direktor,

der das deutsche Bildungssystem

gerne aufs Korn nimmt – stammt

das schnelle Simultan-Legespiel

„ukuma“ für zwei

Spieler. Das Spiel ist zudem

weitaus unterhaltsamer als

OECD-Statistiken. Um eine

Karte ablegen zu können,

müssen drei Regeln befolgt

werden: Form, Farbe, Ausrichtung. Ist der Gegenspieler

beim Erkennen schneller, zieht man den Kürzen. Ab

7 Jahren.

Game Factory; www.gamefactory-spiele.com

VOLLES RISIKO: Eigentlich sind sie keine gern gesehenen

Mitbewohner, aber beim interaktiven Würfelspiel „Voll verasselt“

kommt es genau darauf an, möglichst viele von diesen Kriechtieren

einzusammeln. Das Risiko ist dabei groß, vertraut wird

hier nämlich auf den großen Wurf, weshalb auch schon mal die

Nerven blank liegen können. Das neuartige Würfelprinzip sorgt

für einen hohen Aufforderungscharakter. Ab 8 Jahren.

Zoch; www.zoch-verlag.com

KÖPFCHEN GEFRAGT

Der Weg ist das Ziel, lautet das Motto des Erweiterungssets „tricky ways cards“ von cuboro. Geschick,

aber auch Glück sind hier gefragt.

Kreativ denken will man seit jeher beim Schweizer Anbieter von Edelkugelbahnen,

cuboro. Das Kugelbahnsystem zählt nicht nur unter Experten

zum Besten, was der Markt in diesem Segment zu bieten hat, das

Markenspielzeug ist auch bei den qualitätsbewussten Schweizern

selbst ein „Best of Switzerland Product“. Seit 1986 vermarktet

die Manufaktur „die Kugelbahn fürs ganze Leben“. Sie ist längst

ein Klassiker.

2013 wagten sich die Eidgenossen auf neues Terrain vor – sie

brachten das Brettspiel „cuboro tricky ways“ nach einer Idee von

Johannes Guischard auf den Markt, das die Prinzipien eines

Brettspiels mit denen einer Kugelbahn kombiniert. Bei „tricky

ways“ geht es darum, immer neue und möglichst lange

Wege zu diversen Zielfeldern zu finden. Jetzt legen die

Kreativdenker nach. Mit dem Erweiterungsset „tricky ways

cards“ soll es gleichsam zu einem neuen Spiel werden. Das

Ziel des Spiels bleibt allerdings gleich, aber bei der Aufgabe,

es zu erreichen, wird bei „tricky ways cards“ mit Vorgabekarten

gearbeitet. Zudem dürfen Mitspieler ins Geschehen eingreifen.

Die Karten geben Ziele, Startrichtung, Startposition, Positionsfelder und

zu verwendende Würfel vor, was das Köpfchen noch mehr herausfordert. Das

Erweiterungsset bietet zwei Versionen: ab 6 Jahren und ab 12 Jahren.

cuboro; www.cuboro.ch

KÜHLEN KOPF BEWAHREN: Mit „Heiße Ware“ aus

der Feder des Spieleautors Reiner Knizia erscheint

inzwischen das 16. Krimispiel dieses Verlages. Die

Spieler schlüpfen hier abwechselnd in die Rollen

von Reisenden, die in ihren Koffern Alkohol über

die Grenze schmuggeln wollen, und eines Polizisten,

der das verhindern soll. Jeder Spieler

versucht dabei mit taktischem Geschick und

dem nötigen Glück, möglichst viele Flaschen

in seinen Besitz zu bringen. Ab 12 Jahren.

Gmeiner-Verlag; www.gmeiner-verlag.de

KNIFFLIG: Beim temporeichen „Blue Banana“ von Wolfgang

Warsch sorgen wechselnde Farben und Symbole für ein Durcheinander.

Im Zentrum jeder Spielrunde liegen zwei Motivkarten,

die ihre Symbole in falschen Farben zeigen. Bis zu fünf Spieler

wollen gleichzeitig möglichst viele Karten aus der Auslage ergattern,

die die gesuchten Charakteristika aufweisen. Da ist jede Menge

Kombinieren und Um-die-Ecke-Denken gefragt. Einfache Spielregeln

und sachliche Illustrationen. Ab 10 Jahren.

Piatnik; www.piatnik.com


FOKUS SPIELE

planet toys 33

RASANTES SPIEL

Die Ostalb-Werkstätten stehen mit ihrer Marke Naseweiss

seit vielen Jahren für hochwertiges Holzspielzeug

zum Spielen und Experimentieren. Das

Familienspiel „Schwarzes Schaf“ ist ein „Solitär“

im Programm.

Naseweiss-Spielzeuge sollen Ideen begreifbar und auf einleuchtende

Weise die verwendeten Prinzipien deutlich machen. Sie

regen zum Experimentieren und Weiterdenken an. Gleichzeitig spielt

dabei immer der Spaßfaktor eine wichtige Rolle. Mit „Schwarzes Schaf“ brachten

die Ostalb-Werkstätten vor ein paar Jahren ihr erstes Familienspiel auf

den Markt, ein klassisches Würfelspiel für die ganze Familie. Das Spiel, das

mit Spiel Gut ausgezeichnet wurde, gibt es zwar schon lange – die Herkunft ist

unbekannt! –, aber es wurde ohne das schwarze Schaf gespielt. Das ist jetzt

anders.

Die Spielregeln sind einfach. Wer die höchste Augenzahl würfelt, beginnt. Es

wird im Uhrzeigersinn gespielt. Entsprechend der Augenzahl wird ein Stift in

den Deckel gesteckt. Ist das Loch besetzt, muss der Spieler stattdessen diesen

Stift nehmen. In der ersten Runde dürfen alle einmal würfeln. Ab der zweiten

Runde darf jeder beliebig oft würfeln, bis er einen Stift aus

einem besetzten Loch nehmen muss. Wer eine Sechs würfelt,

lässt den Stift durch das trichterförmige Loch in den

Becher fallen und würfelt erneut. Wer zuerst alle Stifte

los ist, hat gewonnen und beginnt die nächste Runde.

Wer das schwarze Schaf erwischt, tauscht seinen Stift

dagegen aus und gibt es an einen beliebigen Mitspieler

weiter. Dieser muss es bei seinem nächsten Spielzug einsetzen.

Würfelt der Besitzer des schwarzen Schafs eine

Sechs, hat er gewonnen und beginnt die nächste Runde.

Für bis zu sechs Spieler.

Samariterstiftung Ostalb-Werkstätten

www.naseweiss-spiele.de

Jedes Galupy

mit Glitzerfl ügeln

Jedes Galupy mit

goldenem Horn und

Krone sowie einem

Kristall von Swarovski ®

GALUPY FOILBAG

ART.: 17739

GUTES GEFÜHL GEFRAGT: Hinterher ist man immer

schlauer. Das gilt auch für das „Wizard“-Würfelspiel, ein

Roll-and-Write-Spiel bei dem Zauberlehrlinge voraussagen

müssen, wie viele Würfel einer Farbe fallen. Mutige

Schätzungen bringen viele Punkte, bergen aber ein

höheres Risiko. Für richtige Vorhersagen gibt es Punkte,

falsche bringen Minuspunkte bei der Schlusswertung.

Gewürfelte Narren können allerdings falsche Vorhersagen

zurückziehen. Zusätzliche Zauberkarten „verschärfen“

das Spiel. Ab 10 Jahren.

Amigo; www.amigo-spiele.de

Besonderes Galupy zum

Sammeln: Lilly – mit Butterfly-

Kristall von Swarovski ®

GALUPY – CAFÉ CREMA

ART.: 18880


34

FOKUS SPIELE

planet toys

DEN „SINN“ AUF DIE FÜSSE GESTELLT!

Das Aktionsbündnis „Hoher Spielwert“ sieht sich als Speerspitze und Qualitätssiegel für das Kulturgut

Spiele. Vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben, wächst die Zahl der „idealistischen Realisten“

von Jahr zu Jahr. Auch für Verlage wird „Hoher Spielwert“ immer attraktiver, wie Gründungsmitglied

Arne Soltendieck von der Spieleburg in Göttingen zu berichten weiß.

Herr Soltendieck, vor einem Jahr

steckte das Aktionsbündnis „Hoher

Spielwert“ in einer Art Findungsphase.

Wie steht die Initiative heute da?

Arne Soltendieck: Aus den anfänglich

etwa zehn Läden sind mittlerweile 32

oder 33 geworden. Als Letztes stieß

Mythos Lüneburg zu uns.

Und wie sieht es mit der Selbstfindungsphase

aus? Sprechen Sie gegenüber

Verlagen mit einer Stimme?

A.S.: Der Begriff „gegenüber“ geht an

der Sache vorbei. „Hoher Spielwert“ ist

ein Angebot, das wir Verlagen unterbreiten.

Das sieht wie konkret aus?

A.S.: Ein konkretes Beispiel. In unserer

Findungskommission entdecken wir

ein Spiel, das wir richtig gut finden, um

es prominent in unseren Geschäften

und online zu präsentieren. Natürlich

fragen wir die Verlage, ob sie uns dann

mit Freiexemplaren, WKZ oder speziellen

Konditionen unterstützen können.

Was sich inzwischen aber geändert hat,

ist, dass die Verlage „Hoher Spielwert“

für sich entdeckt haben und uns immer

häufiger anfragen, ob wir ein Spiel nicht

in die Aktion reinnehmen könnten.

Und tun Sie?

A.S.: Wenn wir das Spiel nicht als gut

betrachten, müssen

wir unter Umständen

Nein sagen. Wir

schauen uns aber jedes

Spiel an, schließlich

kann auch uns ein

gutes Spiel durchrutschen,

aber Praktiken

von Verbundgruppen

wie idee+spiel oder

Vedes, die Spiele

aufgrund der guten

Konditionen und tollen

WKZ aufnehmen,

sind uns eher fremd.

Wir nehmen gerne

Vorschläge entgegen,

aber nicht, weil es

gute Konditionen gibt.

Umgekehrt ergibt es

Sinn.

Die Qualität eine Spieles bleibt also

Gradmesser dafür, wer es in die Auswahlliste

„Hoher Spielwert“ schafft?

A.S.: Genau, wobei ich gerne einräume,

dass wir im Gegensatz zu manch anderen

Preisen nicht den Anspruch hegen,

die Wahrheit gefunden zu haben. Die

Auswahl ist und bleibt subjektiv, die

Spiele müssen uns gefallen.

Auch beim Marketing steckte das

Bündnis noch in den Kinderschuhen.

Wie groß sind die Schuhe inzwischen?

A.S.: Natürlich haben wir das Marketing

weiterentwickelt. Wir haben Plakate,

wir produzieren Videos, wir teilen

Fotos auf Facebook, die Aktion wird von

Jahr zu Jahr umfangreicher. Allerdings

dürfen Sie nicht vergessen, dass wir

alles nebenbei machen und auch nicht

das Ziel haben, ein superprofessionelles

Marketing aufzusetzen oder einen

Überbau zu schaffen, der nur Kosten

verursacht. Im Rahmen unserer Möglichkeiten

tun wir, was wir können. Für

mich persönlich ist es viel schöner,

wenn über 30 Läden gleichzeitig posten,

dass ein neues Spiel eingetroffen

ist, als wenn jeder von uns es postet.

Der virale Verbreitungsgrad ist viel größer.

Die Verlage dürften sich sicherlich

freuen wie Bolle, dass sich ausgewählte

Partner für das Kulturgut Spiel

stark machen, oder?

A.S.: Es gibt jedenfalls keinen Verlag,

der nicht interessiert ist, schließ-

RAFFINIERT: Der „etwas andere Spieleverlag“ kommt im Herbst mit zwei

neuen Spielen auf den Markt, „Kaito“ und „Teufelskreis“. Erneut unterstreicht

der Verlag, dass er nicht nur mit seinen einfachen Spielideen, sondern auch

hinsichtlich Design und handwerklicher Ausführung Maßstäbe setzen will.

Inhaber Steffen Mühlhäuser mauserte sich so zu einem Philipp Rosenthal der

Spielebranche, der aus Profanem etwas Schönes macht. Mit Kaito legt er ein

weiteres elegantes und minimalistisches Strategiespiel vor, bei dem guter

Überblick und die Fähigkeit, taktische Haken zu schlagen, gefragt sind, um

die Pläne des Gegners zu durchkreuzen. Ab 8 Jahren.

Steffen Spiele; www.steffen-spiele.de


FOKUS SPIELE

planet toys 35

lich kostet ihn die Aktion im Endeffekt

nicht einmal etwas, wenn er uns nicht

bei Konditionen oder WKZ entgegenkommt.

»Es gibt keinen Verlag,

der nicht interessiert ist.

Die Resonanz ist sehr,

sehr positiv.«

ARNE SOLTENDIECK

Inhaber Spieleburg, Göttingen

Wenn ein Verlag Ihnen die kalte Schulter

zeigt, was ist dann?

A.S.: Dann erwägen wir natürlich Alternativen,

aber die Resonanz ist bei

den Verlagen sehr, sehr positiv. Ob

moses, Hutter, Kosmos, Ravensburger,

Schmidt, ASS, Pegasus oder Asmodee,

das ganze Verlagsspektrum ist dabei.

Warum ist „Hoher Spielwert“ für einen

Global Player wie Asmodee und

kleinere Verlage gleichermaßen attraktiv?

A.S.: Große Verlage arbeiten mit Kennzahlen.

Das hat aber nichts mit unserer

Realität zu tun. Auch ein Spiel des

Jahres bildet nicht unsere Realität ab.

Natürlich verkaufen wir es am stärksten,

gar kein Frage, aber es gibt viele

Spiele und Verlage, die in der Branche

gerne übersehen werden, wenn ich

nur an Taverna Ludica oder Godot Games

denke. Auch mittelgroße Verlage

wie Abacus oder Feuerland sind für

uns wertvolle Partner, weil sie uns die

Möglichkeit geben, die eine oder andere

kleine Perle, die nicht jeder hat,

anzubieten. Dass in unsere Überlegungen

auch wirtschaftliche Gründe mit

reinspielen, ist auch klar.

Was ist mit Asmodee?

A.S.: Asmodee wird vermutlich nicht

darauf angewiesen sein, dass wir eine

Aktion mit dem Verlag realisieren. Andererseits

verfügt das Unternehmen

über ein Sortiment, das sicherlich

nicht in der ganzen Breite in allen Geschäften

stehen dürfte. Man darf sich

zudem nicht täuschen lassen. Manchmal

handelt es sich nur um Auflagen

von 2.000 oder 3.000. Wenn „Hoher

Spielwert“ 500 davon nimmt, weil wir

ein Spiel für gut befinden, aber der

Markt insgesamt eher zurückhaltend

ist, dann ist es durchaus auch für Asmodee

eine Win-Situation. Für uns,

weil wir bessere Konditionen bekommen

oder einen WKZ, für den Kunden,

weil er etwas geboten bekommt, dem

er unter Umständen keine Beachtung

geschenkt hätte.

Beim Kinderspiel haben wir es 2019

mit einem guten Jahrgang zu tun,

beim Spiel des Jahres liegen Auspacken-loslegen-Spiele

im Trend. Wie

fällt Ihr persönliches Resümee zum

aktuellen Jahrgang aus?

A.S.: Hohes Niveau, sehr breit, wenig

Spitze! Überdurchschnittlich viele gute

Spiele, aber kein herausragendes, kein

Überflieger wie letztes Jahr mit „Azul“!

ND

VERBINDET

OHNE

OHN

SICH

BÜGELN!

Fuse together without ironing!

Se combinent sans fer à repasser!

17647

Splash Beadys – Starter Bag

PACKEND: Das Exit-Game „Escape Dysturbia“

handelt von Korruption und Gesetzlosigkeit. Am

helllichten Tag wird in der Lobby des Luxus-Casinos

Atlantis ein Mann erschossen. Im Team

Was hat der Mord mit der rätselhaften Kassette

zu tun, die das Opfer bei sich trug? Im Team

muss das Rätsel gelöst werden. Ab 12 Jahren.

Homunculus; www.homunculus-verlag.de

CRAZE GmbH

Herrenstr. 9 • 76133 Karlsruhe •Germany

www.craze.toys • sales@craze.toys

+49 721 3813470


36

FOKUS SPIELE

planet toys

ERLEUCHTUNG: „Tajuto“ ist ein Spiel um Taktik, Strategie und

Glück im alten Japan. Es bietet einen innovativen Mechanismus,

bei dem die passenden Spielteile in einem Stoffbeutel

erfühlt werden müssen. Die Spieler sind buddhistische

Mönche, die durch ihre spirituelle und weltliche Mithilfe am

Bau von acht Pagoden nach Erleuchtung streben. Der Spieler,

der bei Spielende den höchsten Grad der Erleuchtung

erreicht hat, wird zum „Großen Wächter des heiligen Gartens

der acht Pagoden“ ernannt. Ab 10 Jahren.

Abacus; www.abacusspiele.de

ATTRAKTIV: Beim Strategiespiel „Villagers“

dreht sich alles um den Bau eines

Dorfes im Mittelalter. Schmiede, Holzfäller,

Milchmägde und andere Arbeitskräfte

müssen dort angesiedelt und

Produktionsketten aufgebaut werden.

Bis zu vier Spieler entscheiden mit ihren

Karten, welche Berufsgruppen zu ihrer

Strategie passen. Nur wer clever plant,

lässt bei „Villagers“ eine erfolgreiche

Gemeinschaft entstehen. Attraktiv für

Vielspieler. Ab 10 Jahren.

Kosmos; www.kosmos.de

NACHWUCHS: Das Imperial-Settlers-Universum wird um

„Empires of the North“, ein Kartenspiel für 1 bis 4 Spieler,

erweitert. Jeder Spieler ist Anführer eines Clans von

drei verschiedenen nordischen Völkern, die auf Reisen

gehen. Ihr Ziel ist es, neue Länder mit wertvollen Waren

zu entdecken und neue Orte zu errichten. Um die knappen

Ressourcen in ihrer Heimat aufzustocken, müssen

sie die notwendigen Rohstoffe der neu entdeckten Gebiete

ergattern – egal ob durch Tauschen von Rohstoffen

oder Plündern der Mitspieler. Ab 10 Jahren.

Pegasus; www.pegasus.de

OPULENT: Dieses herausfordernde Dice-

Place ment-Spiel ist ein Kennerspiel mit komplexen

Mechanismen. Zwei separate Spielpläne,

persönliche Spielertableaus, verschiedene

Aufträge und viele Aktionsmöglichkeiten

versprechen Weltraum-Spielspaß für den

Tisch. Ab 12 Jahren.

Asmodee; www.asmodee.com

SCHWERGEWICHT: Rund 3 kg bringt das Kennerspiel „Orléans Stories“

dank des vielfältigen Materials auf die Waage, weshalb der Verlag dem

„Storytelling-Spiel“ ein größeres Schachtelformat spendieren musste.

Zwar ist auch bei „Orléans Stories“ das Bagbuilding die treibende Kraft

für die Aktionen, aber es weist eine Reihe innovativer Elemente auf,

die neue strategische Optionen bieten. Das Spiel bietet mit „Das erste

Königreich“ und „Die Gunst des Königs“ zwei Storys, die sich auch in der

Komplexität unterscheiden. Ab 12 Jahren.

dlp Games; www.dlp-games.de


FOKUS SPIELE

planet toys 37

ANSPRUCHSVOLL: Pure Familienunterhaltung bieten zwei

Spiele-Neuheiten aus dem Hause Jumbo. Während sich „Spies

& Lies“ in die Stratego-Welt einfügt, müssen beim strategischen

Familienspiel „Harvest Island“ des Taiwanesen Chih-Fan Chen

zwei bis vier Spieler mit viel taktischem Geschick

Obstbäume pflanzen und Früchte ernten. Als

Obstgärtner haben sie in jeder Runde die

Wahl, entweder das Land zu bearbeiten oder

die Ernte einzufahren. Dabei müssen sie

nicht nur auf das Wetter, sondern auf die

Jahreszeit achten. Ab 8 Jahren.

Jumbo Spiele; www.jumbo.eu

SPANNEND: Beim Familien- und Kooperationsspiel „Red Peak“

von Carlo A. Rossi müssen sich die Abenteurer mittels Wegekärtchen

einen Weg durch den Dschungel bahnen, ehe der

Vulkan Red Peak ausbricht. Die Kärtchen können sie aber nur

legen, wenn sie auch die entsprechenden Hilfsmittel haben,

etwa einen Kompass, eine Axt oder Proviant. Dafür benutzen die

Spieler ihre Handkarten. Das alles unter Zeitdruck, denn innerhalb

von 90 Sekunden müssen sie ihren Weg geplant, ausgelegt

und ihre Spielfigur gezogen haben. Ab 8 Jahren.

Ravensburger; www.ravensburger.de

SUBTIL: Das Familienspiel „Tricky Druids“

entführt die Spieler in eine Druidenwelt.

Dort sammeln sie Zutaten für ihre Zaubertränke.

Durch den innovativen Spielmechanismus

müssen die Spieler ihre erwürfelten

Ingredienzien ihren Mitspielern anbieten.

Wer welche Zutaten bekommt, entscheidet

der aktive Spieler selbst. Der Beschenkte

wiederum darf entscheiden, ob er sie

annimmt oder ablehnt. Taktik ist genauso

wichtig wie das Einschätzen der Mitspieler.

Ab 10 Jahren.

Pegasus; www.pegasus.de

BELIEBT: „Sequence“ ist ein Familienspiel, bei

dem die richtige Strategie und Kartenglück

zum Erfolg führen. Ziel ist es, als erster Spieler

zwei Sequenzen zu bilden. Eine Sequenz

besteht aus einer vollständigen Reihe von

fünf Spielsteinen in derselben Farbe; sie

kann horizontal, vertikal oder diagonal

verlaufen. Auch als Sequence Tour

Edition zu haben. Ab 7 Jahren.

Goliath; www.goliathtoys.de

UPDATE: Das Familienspiel „Machi Koroin“

einer ganz besonderen Version als Legacy-Spiel

mit einer zehn Szenarien umfassenden Kampagne,

überraschenden Wendungen und geheimem

Material. Die Spieler entwickeln ihre Städte,

denn jeder will der beste Bürgermeister sein,

während sich die Story entfaltet. Ab 8 Jahren.

Asmodee; www.asmodee.com

KAMPF UMS ÜBERLEBEN: Arctic Scavengers ist ein Deckbuilder, der in einer postapokalyptischen

Welt spielt. Jeder Spieler führt eine Gruppe von Überlebenden durch

eine Klimakatastrophe im Jahr 2097 und jeder kämpft um die geringen Ressourcen wie

Nahrung, Werkzeuge, Medizin und weitere Überlebende. Der Spieler gewinnt, der am

Ende der Spiele die meisten Anhänger in seiner Gruppe vereinigt. Ab 11 Jahren.

ASe; www.assaltenburger.de


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SCHEERS SPIELETEST

planet toys

AUTOR: Ted Alspach

VERLAG: Ravensburger Spieleverlag,

Ravensburg; www.ravensburger.de

3–10 Spieler ab 10 Jahren

EAN: 4005556260256

PREIS: ca.13 €

WERWÖRTER

Ein Zauberwort ist zu erraten, jener Begriff, der die Werwölfe endgültig aus dem Dorf

vertreiben wird. Doch welcher der Dorfbewohner gehört eigentlich zur Gegenseite?

Wo steht der Feind? Jeder Mitspieler hat eine bestimmte Rollenkarte gezogen, die

besondere Eigenschaften mit sich bringt. Beide Gruppen, die Dorfbewohner und die

Werwölfe, liefern Hinweise auf das Zauberwort, doch was ist Information und was soll

nur verwirren?

Basierend auf dem berühmten Spiel „Die Werwölfe vom Düsterwald“, hat Spieleautor

Ted Alspach mit „Werwörter“ ein gekonntes Wortspiel vorgelegt, das sich an

eine große Spielrunde richtet, sich viel schneller als das Original spielt und durch

überraschende Wendungen und Sprachwitz stets unterhaltsam bleibt.

Ausgezeichnet mit dem Prädikat: „Nominiert zum Spiel des Jahres 2019“.

AUTOR: Reiner Knizia

VERLAG: Amigo Spiele, Dietzenbach;

www.amigo-spiele.de

2–6 Spieler ab 8 Jahren

EAN: 4007396019070

PREIS: ca. 9 €

L.A.M.A…NIMM´S LÄSSIG!

Sechs Karten für jeden. Die erste Karte des Ablagestapels definiert den Start: Auf sie

darf nur eine neue Karte abgelegt werden, die entweder denselben Wert zeigt oder einen,

der um eins höher ist. Die höchste Karte ist die 6, darauf dürfen auch Lama-Karten

gelegt werden und auf diese wiederum eine 1, was den Zahlenreigen komplettiert.

Ziel: Klar, alle Karten loswerden, denn was übrig bleibt, zählt Minuspunkte. Wer seine

Handkarten alle ablegen kann, darf einen Minus-Chip wieder zurückgeben. Das Spiel

ist pfiffig durch kleine Details, etwa das „Aussteigen“ oder das „Allein Weiterspielen“.

„L.A.M.A. ist ein schnelles, schönes Kartenspiel mit wenig Regeln, das, richtig bekannt

gemacht, auch Marktriesen wie „Uno“ angreifen kann. Ein solches Kartenspiel

für Everybody wäre ein würdiger Hauptpreisträger gewesen.

Ausgezeichnet mit dem Prädikat: „Nominiert zum Kennerspiel des Jahres 2019“.

AUTOR: Stefan Feld

VERLAG: Ravensburger Spieleverlag,

Ravensburg; www.ravensburger.de

2–4 Spieler ab 10 Jahren

EAN: 4005556269198

PREIS: ca. 37 €

CARPE DIEM

Carpe diem – Nutze den Tag. Spätestens seit dem brillanten Film „Der Club der toten

Dichter“ ist dieser lateinische Ausspruch ein geflügeltes Wort … und nun auch ein

Spiel! Als 18. Titel der nicht sonderlich gut vom Verlag gepflegten alea-Reihe gilt es,

den Tag zu nutzen und umfängliche Bautätigkeiten aufzunehmen, die über den Spielsieg

entscheiden. Gebaut werden kann viel: Häuser, Gärten, Teiche oder prunkvolle

Villen. Hervorragend einfach ist der von Feld erdachte Ablauf, wie die Spieler an das

nötige Baumaterial kommen. Was in anderen Spielen zumeist (zu) viel Zeit kostet,

kann hier nur noch von der Konkurrenz beeinflusst werden.

„Carpe Diem“ hat eingängige Strukturen und erlaubt viel taktische Raffinesse, und

so verläuft jede Partie anders, was einen sehr hohen Wiederspielanreiz bringt.

Ausgezeichnet mit dem Prädikat: „Nominiert zum Kennerspiel des Jahres 2019“.


SCHEERS SPIELETEST

planet toys 39

AUTOREN: Ludovic Roudy und

Bruno Sautter

HERSTELLER: Repos Productions

VERTRIEB: Asmodee, Essen;

www.asmodee.com

3–7 Spieler ab 8 Jahren

EAN: 5425016922576

PREIS: ca. 27 €

JUST ONE

Alle spielen gemeinsam und versuchen im Team, möglichst viele der 13 geheimen

Wörter zu erraten. 110 Karten mit jeweils fünf Begriffen sind im Spiel; Stapel mischen,

13 Karten rauslegen. Wer raten soll, nennt eine Zahl zwischen 1 und 5 und legt so den

ersten Ratebegriff von der Karte fest. Die anderen Mitspieler schreiben nun auf ihre

Tafeln einen Begriff, der so gewählt sein sollte, dass er den Ratenden auf die Spur des

gesuchten Wortes führt. Alle haben geschrieben: Dann wird geschaut, ob Begriffe doppelt

notiert sind. Die fliegen komplett raus. Was übrig bleibt, ist das, was nun hoffentlich

zum Erspielen der Karte reicht. Und danach: Klar, nächste Karte und weiter geht’s.

Das Spiel „Just One“ ist wunderbar reduziert, liefert ein tolles Teamgefühl und natürlich

den Spaß, zu sehen, was da so notiert wird. Allerdings ist die Spieleranzahl

(ab drei Mitspieler) viel zu optimistisch geplant, denn wenn ein Spieler rät, ein Begriff

doppelt ist, dann bleibt im 4-Personen-Spiel exakt eine Information. Bisschen

mager, oder?

Bei sechs oder sieben Mitspielern zeigt „Just One“, wie stark das Spiel ist.

Ob es allerdings wirklich das beste Spiel des Jahrgangs ist? Die beiden Mitnominierten

(„L.A.M.A.“ und „Werwörter“) stehen dem gemeinsamen Spielspaß in der Runde

auf jeden Fall nicht nach. Also, mitspielen ist gefragt! Ein herzlicher Glückwunsch

geht an die Hauptpreisträger Ludovic Roudy und Bruno Sautter und Repos Productions.

AUTORIN: Elizabeth Hargrave

VERLAG: Stonemaier Games /

Feuerland Verlag

1–5 Spieler ab 12 Jahren

EAN: 0706949635586

PREIS: ca. 50 €

FLÜGELSCHLAG

Fly Like A Bird, so werden sich Autorin und das Team vom Feuerland Verlag fühlen,

nachdem sie in diesem Jahr ausgezeichnet wurden mit dem Titel „Kennerspiel des

Jahres 2019“ für das Spiel „Flügelschlag“. Und dieses Spiel bietet auch alles, was zu

einem guten Kennerspiel gehört: ein stimmiges Thema, einen spannenden Spielverlauf

und vielfältige taktische Optionen, denn die Möglichkeiten, in diesem Spiel Punkte

für die Endabrechnung zu machen, sind vielfältig. Aufgabe ist es, möglichst viele Vögel

in die drei verschiedenen Lebensräume zu locken (= eigenes Spieltableau). Dazu ist

die Disposition von Futter notwendig und natürlich darf auch niemand die Vogeleier

aus den Augen verlieren. Gespielt wird über vier Runden, wobei in jeder Runde nicht

weniger als acht eigene Spielaktionen ausgeführt werden können. Und was bringen

die Karten?

„Flügelschlag“ ist ein ganz starkes Spiel, wobei einen beträchtlichen Anteil daran

die Atmosphäre hat, die durch eine fantastische Illustrationsarbeit erzeugt wird.

Natalia Rojas, Ana Maria Martinez Jaramillo und Beth Sobel sind jene Künstlerinnen,

die das Thema in unnachahmlicher Form zum Leben erweckt haben. Dazu eine

vielschichtige Spielidee – bei diesem Preisträger stimmt alles. Und: Durch die Auszeichnung

bekommt ein Spieleverlag Aufmerksamkeit, die ihm schon lange zustehen

sollte, der etwas wagt bei seinen Veröffentlichungen, der überrascht und nicht

in langweiligen gleichen Bahnen denkt. Und so ist dieser Preis für alle Beteiligten

mehr als verdient! Herzlichen Glückwunsch!


40

LERNSPIELZEUG

planet toys

REICHLICH NACHWUCHS

Das Produktportfolio der schwedischen Holzspielwarenmarke BRIO wächst

auch in diesem Herbst weiter – dabei wird es smart, wild und konstruktiv.

BRIO ist mehr als Eisenbahn, mehr

als Rote Lola oder Toddler Wobbler.

Vor sieben Jahren stellte BRIO sein

einzigartiges, innovatives Konstruktionsspielzeug

mit Holzelementen für

Kinder ab 5 Jahren auf der Spielwarenmesse

vor, das konstruktives Denken

und feinmotorische Fähigkeiten

fördert. BRIO Builder, so die Idee damals

und so die Intention auch heute,

soll den Nachwuchs spielerisch auffordern,

mit Werkzeug und Bauanleitung

selbst Hand anzulegen, Probleme zu

lösen und neue Lösungswege zu finden

– oder gleich Modelle nach eigenen

Ideen zu bauen. Das Portfolio für die

Baumeister und Erfinder reicht inzwischen

von der 49-teiligen Builder Box

bis zum Deluxe Set mit 271 Teilen. Im

Herbst präsentiert BRIO zwei weitere

Konstruktionssets.

dem Aufnahme- und Abspielgerät erreicht

das Spiel eine neue Stufe, denn

die Konstruktionen können aufgezeichnete

Sprache und Geräusche wiedergeben.

Mit 120 Elementen sowie einem

voll funktionsfähigen, batteriebetriebenen

Motor fällt das Motor-Konstruktionsset

noch umfangreicher aus. Der

Motor verfügt über Vorwärts-, Stoppund

Rückwärtsfunktion.

NEUES FÜR DEN KLASSIKER

Die Neuheiten der zweiten Jahreshälfte

bieten aber nicht nur Spielzeug für

die frühkindliche Bildung. Auch bei der

Holzeisenbahn baut BRIO sein Programm

aus, etwa mit einem 26-teiligen

Holzeisenbahn-Set, das eine afrikanische

Themenwelt aufgreift und auf einem

Rollenspielkonzept basiert. Neben

zahlreichen Schienen und Landschaftsmodulen,

die auf unterschiedliche Art

und Weise arrangiert werden können,

laden ein Park-Ranger, ein Dampfzug

sowie verschiedene Wildtiere zur Expedition

ein. Ein weiteres Highlight:

die Smart Tech Große Container Verladestation,

mit der Kinder Holzcontainer

von den Zügen, Lastern und Schiffen

abladen können. Der um 360° drehbare

Verladekran interagiert dabei mit

der Smart Tech Lok. Ebenfalls aus der

Smart Tech Reihe: die Hebebrücke, die

ebenfalls mit der Lok interagiert.

NEUE BUILDER SETS

Das Konstruktionsset Builder Soundmodul

enthält 67 Konstruktionselemente,

ein Aufnahme- und Abspielgerät

und einfach zu verwendende Werkzeuge,

die beim Bauen der stets erweiterbaren

Kreationen hilfreich sind. Mit

Kleine Kinder dürfen sich auf

das Musikspiel Papagei Polly

freuen. Nachdem die fünf Teile

aus Holz und Kunststoff

in der richtigen Reihenfolge

auf die Sitzstange

gesteckt worden sind,

erwacht der Vogel zum Leben.

Durch Drücken der Aufnahmetaste

kann sogar die eigene

Stimme aufgenommen werden

und in der Stimme des

Papageis wiedergegeben

werden.

BRIO; www.brio.de


LERNSPIELZEUG

planet toys 41

FRÜH ÜBT SICH: Spielen wie die Erwachsenen

können Kinder ab 6 Monaten mit

dem Einhorn-Spielhandy. Magisches Design

und lustige Licht- und Soundeffekte

helfen beim Entdecken der digitalen Welt.

Skip Hop; www.skiphop.com

ENTDECKEN UND ERFORSCHEN: Minitivity

(links) bietet mit drei kunterbunten Spielstationen

Abwechslung. Motorische Fähigkeiten

werden durch das immer wieder Anstupsen von

Zahnradkreisel und Glöckchendreher gefördert.

Tavolini klingelt, klappert und hupt und ist ganz

leicht am Bett oder Krabbelgitter zu befestigen.

Selecta; www.selecta-spielzeug.de

SPIELERISCH FÖRDERN

SmartGames mauserte sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden

Anbieter von Denk- und Logikspielen sowie Magnetbaukästen im

deutschen Markt. Das will das belgische Unternehmen auf der Spiel in

Essen unter Beweis stellen.

Lernen durch Spielen, so lässt sich das

Konzept des 1992 in Kontich bei Antwerpen

gegründeten Unternehmens

SmartGames zusammenfassen, denn

die Spiele stehen dank intelligenter

Aufgabenstellungen und detailverliebter

Themenwelten für hohen pädagogischen

Mehrwert. Es sind aber nicht

nur die Spielideen, die SmartGames in

den letzten beiden Jahren zehn „spiel

gut“-Auszeichnungen einbrachten, sondern

auch die Qualität der Ausführung.

Beim Denk- und Logikspiel „Logik-Lok

Lili“ lösen Kinder ab 3 Jahren 48 Kno-

belaufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen.

Tüftler müssen dabei

die Zugteile so verbinden, dass alle Wagen

angekoppelt sind. Das Set enthält

eine Lokomotive, zwei Waggons sowie

neun verschiedenartige Spielsteine.

Bereits Anfang des Jahres brachte

SmartGames mit „Chaos auf der Koppel“

und „Fliegenfänger“ zwei Spiele

auf den Markt, die das räumlich-logische

Denken sowie die Konzentration

von Kindern ab 5 bzw. 7 Jahren schulen.

Bei „Chaos auf der Koppel“ schlüpfen

sie in die Rolle eines Bauern,

der Schafe, Schweine und

Pferde getrennt auf die Weide

führt. In 60 Aufgaben und vier

Schwierigkeitsstufen ordnen sie

Zaunelemente und Wassertröge

so an, dass jeweils ein eigenes

Gehege entsteht. Bei „Fliegenfänger“

unterstützen Knobelfreunde

Frösche und Salamander

bei der Nahrungssuche. Ihre Aufgabe

lautet, die durchsichtigen Puzzleteile je

nach Aufgabenstellung auf dem Spielbrett

so zu platzieren, dass die Tiere an

ihr Futter kommen. Der Clou ist hier,

dass die Amphibien die Farbe des Untergrunds

annehmen. Jetzt muss alles

umgebaut werden, damit alles passt.

www.smartgames.eu

GESAMTAUFLAGE

DER REIHE

180.000

VERKAUFTE

EXEMPLARE

Neues vom kleinen Muffelmonster –

jetzt zum Selbstlesen!

Julia Boehme

Das kleine Muffelmonster auf Klassenfahrt

€ 8,99 [D] | Ab 7 Jahren | 978-3-401-71477-6

www.arena-verlag.de


42

LERNSPIELZEUG

planet toys

TRAIN THE BRAIN

Thinkfun bietet Denk- und Logikspiele für jedes Alter. Mit zwei neuen Spielen reist der Spieleverlag,

der seit 2017 zu Ravensburger gehört, zur Spiel nach Essen.

Mit dem Kopf zu arbeiten ist prinzipiell ja

nie verkehrt, auch wenn man manchmal

auch mit den Händen anpacken muss,

um den Kopf wieder frei zu bekommen.

Der amerikanische Spieleverlag Thinkfun

zählt seit jeher zu den Verfechtern

von Kopfarbeit.

Mit seinen

Denk- und Logikspielen

mauserte

sich das

Unternehmen

zu einem der

weltweit führenden

Hersteller

in diesem

Segment. Die

Spiele wollen

nicht nur

d e n

Ver-

stand schärfen, sondern sie sind auch

immer mit einem großen Spaßfaktor

ausgestattet. Einige haben Kultstatus

erreicht, wie etwa „Rushhour“; andere

wie „Mathe Würfel“

wollen die „Angst“

vor Mathe nehmen.

Jetzt verspricht

Thinkfun, seit 2017

eine Ravensburger-Tochter,

dank

„Domino Maze“ den

Dominoeffekt auf eine

neue Ebene zu heben

und mit „Invasion of the

Cow Snatchers“ „abgedrehten

Humor“.

Domino Maze besteht aus einem

Spielbrett, bunten Dominosteinen sowie

zusätzlichen Helfern und Hindernissen

wie Treppen, Drehachsen, Blockern

und Wänden. Drehachsen stupsen

die Steine in verschiedene Richtungen,

Treppen sorgen dafür, dass die

Dominosteine auf eine zweite Etage

gelangen und von dort wieder

runterwandern. Die

Spieler versuchen, eine

vorgegebene Anzahl von

Domino- und Spielsteinen

so zu platzieren, dass am

Ende der Dominoeffekt

eintritt und alle Steine

umfallen. Bei Invasion of

the Cow Snatchers werden

die Spieler in die Rolle

von Aliens versetzt. Die

Spieler schweben dabei

mit magnetischen UFOs über das

Spielbrett, um Kühe einzusammeln und

mit ihnen wegzufliegen. Als Letztes ist

der rote Bulle dran. Je mehr Kühe an

der fliegenden Untertasse haften, desto

schwieriger wird es. In fünf Schwierigkeitsstufen.

Thinkfun; www.thinkfun.de

FORMENSPRACHE: Ganz neu ist die „Ökoknete“, mit der

ganz frei oder thematisch in Sets z. B. Blumen geknetet

werden können. Die Kreationen werden luftgetrocknet und

bleiben formstabil. Die Knete besteht aus organischem Mehl

und Lebensmittelfarben.

Green Toys; Vertrieb: JH-Products; www.jh-products.de

KREISLAUF: In Ergänzung der

Cognito-Serie geht es bei „Nawito“ um

Naturwissenschaften. Die natürlichen

Entwicklungsprozesse wie Herstellung

und Produktion werden in drei Schritten

als Kreislauf verschiedener Prozesse kindgerecht

dargestellt. Ab 4 Jahren.

Beleduc; www.beleduc.de


LERNSPIELZEUG

planet toys 43

QUALITÄT UND NACHHALTIGKEIT!

„Made in Germany“ genießt weltweit einen exzellenten Ruf. Auch die neue Produktreihe „JUNIOR“

sowie der Konstruktionsbaukasten „Funny Machines“ von fischertechnik wollen damit punkten.

Rund 70 Prozent aller Spielwaren werden

in China hergestellt. Einer aktuellen

Umfrage in 23 Ländern zufolge

vertrauen Konsumenten auf der ganzen

Welt der Herkunftsangabe „Made

in Germany“ am meisten. Dieses Qualitätssiegel

müsste eigentlich auch bei

Spielwaren kaufentscheidend sein,

wünscht man sich bei fischertechnik.

„Unser hoher Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanspruch

ist und bleibt für

uns zentrales Thema und ist einer der

Gründe, weshalb wir unsere Produkte

in Deutschland herstellen“, erklärt

Marcus Keller. Mit diesem Anspruch

wurde auch die neue Produktreihe „JU-

NIOR“ entwickelt.

ECHT EASY: JUNIOR Easy Starter Set S

und JUNIOR Easy Starter Set L bieten

erste Erfolgserlebnisse im eigenständigen

Zusammenbauen von Modellen.

WER FRÜHER BAUT, BLEIBT

LÄNGER DABEI

Mit dem JUNIOR Set für Kinder ab 3

Jahren knüpft die Traditionsmarke

fischertechnik aus dem Schwarzwald

an den bisherigen Erfolg der Produktlinien

für Kinder ab 5 Jahren an. Diese

Entwicklungsphase ist auch entscheidend

für den Ausbau kognitiver und

motorischer Fähigkeiten. Der Baukasten

JUNIOR Easy Starter bietet den

perfekten Einstieg, um diese Fertigkeiten

zu entwickeln und voranzutreiben.

Das Starter Set ist mit den Bausteinen

aus dem fischertechnik Konstruktionssystem

kombinierbar. Zu haben ist der

Einsteigerbaukasten in zwei Varianten.

Das Set JUNIOR Easy Starter S enthält

den Lkw zum Zusammenbauen mit

zwei Aufsätzen, einer Mulde und einem

fischertechnik Aufbau. Das Set JUNIOR

Easy Starter L bietet neben dem Lkw

einen Anhänger mit verschiedenen

Aufbauten zum Zusammenbauen. Hier

sind sowohl ein Kipper als auch ein

Tankbehälter enthalten. Alle Bausteine

sind aus hochwertigem Kunststoff ohne

Schadstoffe wie PVC-Weichmacher.

Die einzelnen Bauteile sind mit einer

Steck- und Drehverbindung sowie mit

dem für fischertechnik üblichen Zapfen-

und Nutensystem ausgestattet.

BAUEN UND STAUNEN

Der Aufbau des Baukastens „Funny

Machines“ soll nicht nur jede Menge

Spaß bereiten, sondern auch der Anfang

für den nächsten Weltrekord der

Kettenreaktionen sein. Von der Qualität

sind auch Experten überzeugt. „Funny

Machines“ wurde zum Kategoriesieger

bei der renommierten Auszeichnung

„Das Goldene Schaukelpferd 2019

gewählt. Drei Kettenreaktionsmodelle

lassen sich mit den Steinen dieses

Baukastens konstruieren, die beliebig

erweitert werden können. „Funny Machines“

ist ein „Kausalitäts- und Dominobaukasten“:

Wenn das kleine Auto

auf die Schikane trifft, wird ein Rad zum

Drehen freigegeben, das wiederum ein

»Unser hoher Qualitätsund

Nachhaltigkeitsanspruch

ist und bleibt für

uns zentrales Thema und

ist einer der Gründe,

weshalb wir unsere Produkte

in Deutschland

herstellen.«

MARCUS KELLER

Geschäftsführer fischertechnik

Gewicht in Bewegung setzt. Und so weiter

und so fort, bis am Ende der Ereigniskette

eine Kugel aus dem obersten

Stockwerk durch den Trichter in einen

Behälter fällt, der über einen Hebelmechanismus

ein Katapult auslöst, das

wiederum den Ball ins Ziel wirft.

PRÄMIERT: Funny Machines erhielt in der Kategorie

„Spiel und Technik“ die Auszeichnung „Das

Goldene Schaukelpferd“.


44

WEITERBILDUNG

planet toys

Der Zweitkontakt - die unterschätzte

Umsatzchance

Kontakt schafft Umsatz! Wie schaffen Sie es, dass aus diesem selbsterklärenden Merksatz auch ein

beobachtbares Handeln wird? Wie kommt es, dass in unseren Verkaufsschulungen die Frage „Wie

spreche ich am besten meine Kunden an?“ unverändert eine der zentralen ist?

Das Thema Kundenansprache wird bis heute kontrovers

gesehen. Auf der einen Seite erleben wir in erstaunlich vielen

Fachgeschäften komplette Passivität. Kunden werden

in vielen Fällen schlichtweg übersehen. Andererseits fallen

Geschäfte auf, die in einer Renaissance übertriebener Aufmerksamkeit

zu viel des Guten tun.

Beispiel 1: In einem Elektrofachgeschäft laufen mehrere Mitarbeiter

dicht an uns vorbei und würdigen uns keines Blickes.

Das Risiko: Wenn keiner mehr den Kunden wahrnimmt, gibt

es für ihn im Zeitalter des Internets keinen Anlass mehr, ein

Fachgeschäft aufzusuchen. Das schreiben wir hier in aller

Deutlichkeit, um einen der Hauptgründe für fehlende Kundenfrequenzen

taghell zu beleuchten.

KUNDEN BRAUCHEN LANDEBAHNEN

Wie geht es denn nun auf kundenfreundliche Weise? Lassen

Sie uns kompakt zusammenfassen, was auf die meisten Ihrer

Kunden passt:

• Kunden brauchen eine Landebahn. Vor jeder Ansprache

möchten sie erst ein paar Schritte in den Laden

gehen. Aktuell sprach eine erfahrene Mitarbeiterin eines

Schuhhauses davon, dass auffallend viele Kunden

bereits an der Eingangsschwelle kundtun „Ich will nur

mal schauen“ und damit zu erkennen geben, dass sie in

Ruhe gelassen werden möchten.

• Jeder Kunde will begrüßt werden. Ohne Ausnahme.

Mehr ist nicht nötig. Ein klassisches No-Go ist, direkt

den Kunden mit einer Frage zu konfrontieren. Ob es

sich dabei um eine geschlossene handelt oder die Frage

als moderner Klassiker offen mit „Was kann ich für Sie

tun?“ daherkommt, ist tatsächlich unerheblich. Wichtig

ist, dass immer mehr Kunden beim Besuch eines Fachgeschäftes

nicht bereit sind, sich direkt nach Betreten

des Geschäftes zu erklären. Denn die meisten wollen

sich erst einmal ungestört umsehen.

Das eigentliche Thema meines Artikels ist allerdings der

Zweitkontakt. Sie kennen das aus der täglichen Arbeit. Nach

einer Begrüßung oder einem etwas späteren „Finden Sie,

was Sie suchen, oder kann ich Ihnen behilflich sein?“ hören

Sie vom Kunden, dass er sich zunächst einmal allein umschauen

möchte. So weit, so gut. Nun reißt allerdings in vielen

Geschäften der Kontakt ab.

»Wenn keiner mehr den Kunden wahrnimmt,

gibt es für ihn im Zeitalter des Internets

keinen Anlass mehr, ein Fachgeschäft

aufzusuchen.«

JÖRG WINTER

Jörg Training, Geschäftsführer

Beispiel 2: Unmittelbar nach Betreten eines Ladens werden

wir von einem Mitarbeiter mit der unglücklichen Frage empfangen:

„Haben Sie einen Wunsch?“ Zu früh angesprochen

und dann noch mit einer geschlossenen Frage, die zu diesem

Zeitpunkt von nahezu jedem Kunden identisch mit einem

„Nein“ beantwortet wird. Der Kunde fühlt sich überrumpelt

und antwortet reflexartig mit einer Ablehnung.

ACHTSAMKEIT TRAINIEREN

Zweckmäßig kann es sein, zu einem späteren Zeitpunkt erneut

nachzuhaken: „Wenn Sie mich brauchen, kommen Sie

bitte auf mich zu.“ Das ist eine angenehme Art, sich beim

Kunden in Erinnerung zu bringen und den Erstkontakt nicht

versanden zu lassen. Aus Sicht des Kunden sieht es dagegen

oft so aus: Er hat zwar das richtige Regal gefunden, kommt

aber beim Finden des für ihn richtigen Produktes nicht weiter.

Wenn er sich nun umschaut und hofft, einen Mitarbeiter

zu finden, der ihm behilflich sein kann, findet er, leider viel zu

oft, niemanden, der auf ihn ansprechbar wirkt. Was die wenigsten

wirklich mitbekommen, ist, wie viele Menschen das

Geschäft allein aus diesem Grund wieder verlassen. Deshalb

der Tipp: Ertappen Sie Ihre Kunden beim „suchenden Blick“!

Wie eine aufmerksame Bedienung in einem Café, die beim

Gang in die Küche ihren Blick zu ihren Gästen schweifen

lässt, um zu bemerken, ob ein Gast eine weitere Bestellung

aufgeben oder zahlen möchte.

ntwickLUNGSchancen

erfolg


WEITERBILDUNG

planet toys 45

ERFOLGREICH IM SPIELZEUGHANDEL

Profitieren Sie von unserer Serie mit Beiträgen über „Stellschrauben“

im Einzelhandel, um Umsatz und Gewinn zu optimieren. Sie

erfahren etwas über die „Zusammenarbeit im Team“, den „Zweitkontakt

– die übersehene Großchance“ und die „Wertschätzende Erkundung“.

Zeigen Sie Interesse am Kunden – der im Übrigen zu diesem

Zeitpunkt lediglich ein Besucher Ihres Geschäftes ist

und eben noch kein Kunde. Dazu bewegen Sie sich aktiv auf

den Kunden zu. Alternativ sprechen Sie ihn an, wenn Sie bereits

in seiner Nähe sind, bspw. beim Einräumen der Ware.

Da viele Mitarbeiter/-innen im Fachhandel mittlerweile stark

in Arbeitsroutinen eingebunden sind, die mit dem direkten

Kundenerlebnis nichts zu tun haben, ist es eine zentrale Führungsaufgabe,

eine neue Achtsamkeit zu trainieren und zu

konditionieren.

ENTWICKELN SIE EIN SELBSTBILD

Aus unserem Kundenkreis möchte ich Ihnen die folgende

Idee mitgeben, wie Sie auf spielerische Weise sowohl den

Erst- als auch den Zweitkontakt lebendig halten. Die Basis ist

unverändert Ihr Leitbild „Unser Kunde ist Gast“. Folgerichtig

übernehmen Sie die Rolle der „Gastgeber“. Damit das nicht

nur ein unverbindliches Wortspiel bleibt, sprechen Sie in einer

Teambesprechung darüber, mit welchen Konsequenzen

dieses Rollenverständnis für Sie einhergeht. „Wie wollen wir

als Gastgeber sein?“ Brainstormen Sie dazu. Es werden Wörter

fallen wie „Aufmerksamkeit“, „einfach nett sein“, „dem

Gast seinen Wunsch von den Lippen ablesen“ usw. Im Anschluss

daran gehen Sie einen wichtigen Schritt nach vorn:

Erschaffen Sie sich ein neues Selbstbild. Sie sind nicht mehr

Fachhändler oder Verkäufer – sondern: „Ich bin Gastgeber!“

Ihre wichtigste Aufgabe ist nun, dass Sie selbst in einer optimalen

Verfassung sind, um sich auf Ihre Gäste zu freuen,

Ihr „Buffet“ in einen appetitlichen Zustand zu versetzen, den

Gästen das Zugreifen aufs Buffet zu erleichtern und für sie da

zu sein. „Wie gelingt es uns, auf unsere Gäste ansprechbar zu

wirken?“ ist eine Schlüsselfrage. Denn viele Kunden wollen

die Initiative in den Händen behalten und selbst aktiv werden.

Mit dem Selbstbild „Gastgeber“ schaffen Sie eine zeitgemäße

Identität. Dem Gast das Angebot zu zeigen, ihn neugierig

zu machen, Unbekanntes auszuprobieren, und ihn zu ermutigen,

zuzulangen, passt viel mehr zu einem guten Fachgeschäft

als ungelenke Zusatzverkäufe von den Mitarbeitern zu

fordern, die eh erfolglos bleiben.

Der Zweitkontakt passt erstklassig in dieses Selbstbild. „Wir

achten darauf, bei jedem Kunden mindestens einmal vorbeizuschauen“

ist eine solche Haltung, die mir oben genannte

Unternehmerin mitgab. Zurückhaltende Kunden gehen aus

Scheu von selbst nicht auf Verkäufer zu. Sie bewusst im Blick

zu haben und ihnen in einer unaufdringlich-aufmerksamen

Weise zu zeigen, dass Sie für sie da sind – das ist gelebte

Gastfreundschaft im Fachhandel. Ganz nebenbei eine der

wirksamsten Maßnahmen, um aus Besuchern zahlende Kunden

zu machen. Nutzen Sie den Zweitkontakt als Chance für

direkte Umsätze und langfristige Kundenbindung. Viel Erfolg!

JÖRG TRAINING – IMPULSE ZUM ERFOLG!

Jörg Winter ist seit über 30 Jahren als Coach und Trainer

im Buch- und Spielzeughandel tätig. Unternehmer wie Mitarbeiter

profitieren von seinen Erfa-Gruppen, Verkaufsseminaren,

Vorträgen sowie seiner langjährigen Erfahrung

und motivierend-inspirierenden Art. Dank der vielen praxisnahen

Beispiele öffnet Jörg Winter neue Wege und macht

Mut, sie auch zu gehen. Iris Keller steht als Co-Moderatorin

an seiner Seite. Als langjährige Angestellte eines großen

Handelsunternehmens weiß sie, dass es für Mitarbeiter

und Führungskräfte aus unterschiedlichsten Gründen nicht

immer leicht ist, an einem Strang zu ziehen. Iris Kellers

Stärke: auf behutsame und zugleich deutliche Weise auf

ungenutzte Chancen und Möglichkeiten hinzuweisen, die

Führungskräfte und Mitarbeiter für sich nutzen können, um

erfolgreicher zu arbeiten. Am 11. September bieten Jörg

Winter und Iris Keller ein neu gestaltetes Verkaufsseminar

in der Nähe von Koblenz durch. Details unter:

www.joerg-winter.com

kundenzufriedenheit

arbeitsklima


46

HANDEL

planet toys

»BESONDERS IN JEDER

HINSICHT!«

Mit einem „Totalkonzept“ und der Idee, „kommerziell zu sein, ohne kommerziell zu sein“, mauserte

sich das Antwerpener „In den Olifant“ in den letzten 20 Jahren zu einem der schönsten Spielzeuggeschäfte

Europas. Das Haus setzt nicht nur bei Sortimentsbreite/-tiefe und der Präsentation Maßstäbe,

wie sich planet toys Chefredakteur Ulrich Texter überzeugen konnte. Dieser verwinkelte,

zweigeschossige Tempel der Begehrlichkeiten weckt buchstäblich Lust, sich mit Spielzeug und Büchern

einzudecken, auch wenn man schon genug davon hat.

Frau Vandeweghe, berühmte Spielwarengeschäfte

wie Hamleys in London

oder FAO Schwarz in New York haben

Federn lassen müssen. Ist „In den

Olifant“ jetzt das „tollste Spielwarengeschäft

auf der Welt“, wie wir es in

dem Blog „Mein Lebensmittelpunkt“

gelesen haben?

Hilde Vandeweghe: Darüber möchte

ich nicht urteilen. Sie haben mehr

Erfahrung als ich. Die Entscheidung

überlassen wir aber unseren Kunden.

Wenn wir uns umschauen, gewinnen

wir allerdings den Eindruck, dass Sie

alles dafür tun, dass „In den Olifant“

das tollste Spielwarengeschäft ist,

oder?

H.V.: Ja, das stimmt.

Bevor wir auf Ihr Geschäft zu sprechen

kommen, möchten wir auf Belgien

eingehen. Belgien ist ein geteiltes

Land, sprachlich wie kulturell. Flandern

gilt als wohlhabend, Wallonien

inzwischen als Armenhaus. Spiegelt

sich die Zweiteilung auch in der Einzelhandelsstruktur

und im Käuferverhalten

wider?

H.V.: Natürlich gibt es Unterschiede,

aber die betreffen mehr die Produkte

als den Umstand, in welcher Region

wie viel gekauft wird. Wallonien ist sehr

stark französisch geprägt, Antwerpen

nicht. Die Produkte sehen also anders

aus. Oft sehen wir Spielzeug, das schön

ist, aber von dem wir sagen müssen,

dass es für uns viel zu französisch ist.

Die Kunden kaufen es nicht, es kann

noch so schön sein. Es ist eine andere

Kundschaft.

Aber Sie führen doch einige französische

Marken?

H.V.: Das stimmt. Natürlich haben wir

Djeco, eine große Marke, vor allem

diese, die sich international profilieren.

Djeco z. B. ist eine große Marke,

die sehr wichtig für uns ist. Wir führen

auch Vilac und Janod, aber immer

nur ein ausgesuchtes Sortiment. Zahlreiche

kleine Marken, die sehr typisch

französisch sind, werden Sie hier nicht

finden, aber sehr wohl in Wallonien.

Wir haben gehört, Flamen bevorzugen

klassisches Spielzeug, während Wallonen

auf Spiele stehen. Stimmt das?

H.V.: Ich glaube nicht, dass große

Unterschiede zwischen flämischem,

wallonischem oder deutschem Spielen

bestehen, sondern es gibt eben ganz

verschiedene Kinder. Manche spielen

lieber mit Puppen, andere mit Bausteinen.

Für uns ist beim Einkauf wichtig,

dass die Produkte einen großen Spielwert

haben, von guter Qualität und

schön sind. Der Kunde ist sehr, sehr

wichtig und ein Individuum, das wir zufriedenstellen

wollen.

»Wir stehen für Spielzeug,

das man nicht überall findet,

deswegen kommen die

Kunden zu uns.«

HILDE VANDEWEGHE

Inhaberin „In den Olifant“

Welche Rolle spielen Spielwarenfilialisten

wie etwa DreamLand oder Maxi

Toys, die ehemaligen Bart-Smit-Filialen?

Gibt es auch hier ein Gefälle zwischen

den Landesteilen?

H.V.: Sie spielen eine Rolle, aber nicht

für uns. Es sind meistens andere Produkte

und deswegen auch andere Kunden.

Die zu Dreamland oder Maxi Toys

gehen, kommen nicht zu uns und vice

versa. Dreamland ist anders spezialisiert.

Da ist z. B. alles geordnet. Man

findet Abteilungen für Jungen und

Mädchen, bei uns ist alles unisex, weil

wir glauben, dass Jungen auch mit

Puppen spielen und Mädchen sich als

Piraten anziehen dürfen.

Der deutsche Spielzeugkunde ist

preisfixiert. Gilt das auch für Belgien?


HANDEL

planet toys 47

H.V.: Nein, das ist hier weniger ausgeprägt

als in Deutschland und in Holland.

Dort sind die Kunden vielleicht

stärker preisbewusst. Bei uns geht es

eher um Impulskäufe. „ln den Olifant“

gehen die Kunden nicht wegen der

Preise. Sie kommen, weil es ihnen bei

uns gefällt. Allerdings muss ich das Gesagte

ein wenig relativieren. Wir haben

natürlich wegen der Art der Produkte

eine höhere Preisstellung. Aber wir

arbeiten mit der Preisempfehlung der

Lieferanten. Ein größeres Problem ist

eher das Internet.

Warum?

H.V.: Auch hier wird es für Detailhändler

immer schwieriger. In Antwerpen

gibt es ganze Reihe von Geschäften, die

leer stehen.

Wir dachten, das Internet spielt in

Belgien keine so große Rolle wie in

Deutschland?

H.V.: Doch, eine sehr große Rolle, jedenfalls

hängt es davon ab, wie man

sich aufstellt. Wir verkaufen bewusst

nicht übers Internet. Am Anfang sind

alle auf den Zug gesprungen, weil alle

glaubten, das sei die Zukunft. Wir dachten,

nur mit der Ruhe, denn es ist unmöglich,

mit den Preisen, mit denen

man dort hantiert, zu überleben. Das

geht nicht, denn das Problem ist doch,

dass das Internet keine Grenzen kennt.

Dem Kunde, der im Internet kauft, ist

es egal, ob das Produkt aus Belgien,

Holland oder Amerika kommt, wenn

er dasselbe Produkt nur am billigsten

bekommt. Am Anfang haben uns viele

Leute gesagt, wir sollten besser auch

auf Internet-Verkauf setzen. Heute

spüren wir, dass sich es dreht.

Inwiefern?

H.V.: Das Internet ist gut für manche

Produkte, aber was wir hier verkaufen,

sind Emotionen. Wer Plüsch will,

der will den fühlen, berühren. Nehmen

Sie einen Bären. Der eine ist vielleicht

etwas freundlicher als der andere, der

dritte weicher. Unsere große Stärke ist,

dass die Kunden hier herumlaufen und

alle Sachen sehen und fühlen können.

Der Kunde steht immer im Mittelpunkt.

Wir beraten und sagen, warum etwas

gut ist oder besser für dieses oder jenes

Kind. Wenn sie „In den Olifant“

verlassen, sind sie wirklich zufrieden.

Sie haben ein gutes, warmes Gefühl.

Das Gefühl bekommen sie im Internet

nicht. Bei uns im Geschäft kommt das

Kind wieder hoch bei den Leuten.

Allein, mir fehlt der Glaube, denn auch

deutsche Händler sagen uns seit Jahren,

Beratung sei ihre Stärke und der

Kunde stehe immer im Mittelpunkt.

Trotzdem erleben wir oft Rückzugsgefechte.

Was machen Sie anders?

H.V.: Kunden, die „In den Olifant“ kommen,

wissen in der Regel nicht, was

sie wollen, nur, dass es ein Geschenk

sein soll. Ich glaube, es ist unser „Totalkonzept“,

es ist das Gebäude, es

ist das Sortiment, es ist die Beratung,

»Wenn Lieferanten mit

denselben Preisen agieren,

haben wir damit keine

Probleme, aber wenn sie die

Preise unterbieten, machen

sie den Markt kaputt.«

HILDE VANDEWEGHE

Inhaberin „In den Olifant“

es ist die Gemütlichkeit, alles zusammen

macht uns besonders. Inzwischen

kommt schon die dritte Generation zu

uns. Wir haben nicht nur sehr viele

Stammkunden mit Kundenkarte, sondern

es kommen auch Menschen aus

ganz Belgien ins Geschäft, sogar aus

Deutschland, den Niederlanden, Italien

und Großbritannien, eigentlich aus

ganz Europa, Menschen, die ein- oder

zweimal pro Jahr hier etwas Besonderes

suchen. Antwerpen ist sehr international

geprägt wegen der Altstadt

und des Hafens.

Sie verzichten bei Ihrem „Totalkonzept“

auf Marken wie Lego und Playmobil.

Warum?

H.V.: Unsere Idee ist, kommerziell zu

sein, ohne kommerziell zu sein. Das

heißt, dass wir bestimmte Sachen nicht

kaufen und verkaufen. Wir stehen für

Spielzeug, das man nicht überall findet,

deswegen kommen die Kunden

zu uns. Das heißt nicht, dass wir Lego

oder Playmobil etwa schlecht finden,

im Gegenteil. Nur passen die Produkte

hier nicht her. Unsere Kunden suchen

das Besondere. Playmobil und Lego

sind gute Spielzeuge, nur nicht für uns.

Können Sie uns erklären, was gutes

Spielzeug ist, damit es Eingang in Ihr

Sortiment findet?

H.V.: Es muss ganz viel Spielwert haben,

von guter Qualität sein und es

muss auch schön sein.

Das ist Ihr Erfolgsrezept?

H.V.: Es gibt kein Rezept. Man muss

machen, was man gerne macht, und

man muss an das glauben, was man

macht. Wir folgen unserem eigenen

Gefühl und ich glaube, das ist wichtig.

Einen Trend oder Hype werden wir niemals

mitmachen, nie.

Das wäre leicht verdientes Geld!

H.V.: Nein, das ist kein leicht verdientes

Geld, das ist nur kurzfristiges Denken.

Man braucht ein klares Konzept. Die

Kunden kommen ja gerade zu uns, weil

wir bei Hypes nicht mitmachen. Wie gesagt,

wir sind kommerziell, ohne kommerziell

zu sein.


48

HANDEL

planet toys

Hinter jedem erfolgreichen Mann,

heißt es, steht eine starke Frau. Hinter

„In den Olifant“ stehen zwei?

H.V.: (lacht) Wahrscheinlich. Das Geschäft

besteht seit fast 50 Jahren. Seit

1999 ist Nelly Verboven Geschäftsführerin.

Sie hat es zu dieser Größe geführt

und nicht nur um das ehemalige

Notariat erweitert. Von Nelly stammt

das Konzept, darin ist sie wirklich

sehr gut. Neuheiten bestellen wir zusammen,

sie vor allem die Spielwaren,

ich die Bücher. Wichtige Entscheidungen

treffen wir zusammen. Ich selbst

bin auch seit 1999 dabei, zunächst nur

an Wochenenden und in den Ferien,

seit 2008 fulltime. Wir sind beide Geschäftsführerinnen.

Erklären Sie uns doch bitte, wie es zu

diesem Namen „In den Olifant“ gekommen

ist.

H.V.: Der Gründer hat dem Geschäft

vor fast 50 Jahren den Namen gegeben.

Der Elefant steht u. a. für Zuverlässigkeit,

Familie und Treue. Danach

gab es verschiedene Geschäftsführer

und Inhaber. In den Neunziger-Jahren

gab es sogar mehrere Filialen. Mitte

der Neunziger-Jahre gab es ungefähr

»Ich glaube, es ist unser

„Totalkonzept“, es ist das

Gebäude, es ist das Sortiment,

es ist die Beratung, es

ist die Gemütlichkeit, alles

zusammen macht uns besonders.«

HILDE VANDEWEGHE

Inhaberin „In den Olifant“

23 Läden in den Benelux-Ländern.

Das ist wirklich schiefgegangen. Etliche

Läden mussten schließen. Angefangen

hat aber alles mit dem „In den

Olifant“ Antwerpen. Nelly Verboven

arbeitete schon seit 1986 im Geschäft

und 1999 hat sie es übernommen. Damit

begann das „Totalkonzept“. Vor allem,

als sie im Jahr 2003 den Laden

erweitert hat.

In Deutschland klagt der stationäre

Spielzeugfachhandel über Margen

und darüber, dass immer mehr Hersteller

eigene Shops betreiben. Was

ist für sie das größte Ärgernis?

H.V.: Eigene Shops sind nicht das Problem,

es ist die Preisführung dort.

Wenn Lieferanten mit denselben Preisen

agieren, haben wir damit keine

Probleme, aber wenn sie die Preise

unterbieten, machen sie den Markt

kaputt, nicht für uns, sondern vor allem

für sich selbst. Wenn alle Detailhändler

schließen und Lieferanten

nur noch vom Internetverkauf existieren

sollen, dann, glaube ich, wird das

nicht funktionieren.

Sind Sie generell mit der Zusammenarbeit

zufrieden?

H.V.: Wir pflegen ganz gute Beziehungen

zu all unseren Lieferanten. Natürlich

würden wir uns eine bessere

Marge wünschen, aber das ist nicht

realistisch. Wir müssen es nehmen,

wie es kommt. Und es geht ja nicht nur

um die Marge. Wir glauben, dass man

gute Beziehungen braucht in jedem

Glied in der Kette (Hersteller, Lieferant,

Händler, Kunde …). Nur dann

kann man gut zusammenarbeiten.

Erst dann ist der Kreis rund.

Gab es für Sie ein Leben vor der

Spielware?

H.V.: Man weiß nie im Leben, wohin einen

der Weg führt. Ich bin davon überzeugt,

dass man die Dinge tun muss,

die man gerne macht, aber vielleicht

hätte auch etwas ganz anderes kommen

können, jedenfalls muss man

das, was man macht, gut machen. Das

Spielwarengeschäft gefällt mir sehr.

Es ist immer noch ein wenig wie spielen.

Auch Hilde Vandeweghe kocht im Antwerpener „In den Olifant“ nur mit Wasser, aber wie, wie

sich planet toys Chefredakteur Ulrich Texter überzeugen konnte! Das Beispiel zeigt, dass es

nicht unbedingt einer „Molekularküche“ bedarf, um Kunden auf den Geschmack zu bringen,

wenn man nur sein Handwerk aus dem Effeff versteht und ein untrügliches Gespür für Ware,

Präsentation und Ästhetik besitzt.

Wer tritt in Ihre Fußstapfen? Die

Nachfolge ist in Deutschland ein großes

Problem!

H.V.: Das wissen wir nicht, aber wir

hoffen, dass vielleicht jemand sagt, ich

möchte gerne so etwas machen. Wir

sind jedenfalls davon überzeugt, dass

es Menschen auf der Welt gibt, die so

etwas machen möchten. Es wird nicht

mit uns enden.

Frau Vandeweghe, wir bedanken uns

für das Gespräch.


VERBÄNDE

planet toys 49

„AUCH MORGEN DIE MARKE SEIN!“

Die Marke gilt als Garant für Erfolg. Das weiß man auch beim DVSI, weshalb die Arbeit an der Positionierung

zu den „strategischen Eckpfeilern“ des Verbandes zählt. planet toys wollte von Gerda

Schwab, verantwortlich für Marketing und Kommunikation, wissen, warum die Selbstfindung in

Nürnberg so wichtig ist.

Frau Schwab, erfindet sich der DVSI

ständig neu?

Gerda Schwab: „Same, same but different“

– dieses Motto habe ich aus

diversen Asienurlauben mitgebracht.

Wir erfinden uns natürlich nicht immer

neu, müssen aber auf der Höhe der Zeit

bleiben. Das heißt auch, dass wir auf

Rückmeldungen und Anregungen der

DVSI-Mitglieder reagieren können.

Können Sie uns ein Beispiel geben,

wie Ihre Reaktionen aussehen?

G.S.: Aktuell arbeiten wir an einer

neuen Website, die noch informativer,

aktueller und inhaltsreicher wird, um

unseren Mitgliedern einen größeren

Mehrwert zu liefern. Das Thema Social

Media haben wir auch im Fokus. Mit

einem intelligenten, langfristigen Konzept

wollen wir unsere Mitglieder erreichen,

aber auch Institutionen, die uns

nicht jeden Tag auf dem Schirm haben,

etwa Politik und Endverbraucher.

Positionierung heißt, sich abzugrenzen.

Warum ist das so wichtig, steht

der DVSI doch allein da?

G.S.: Eine Marke lebt aber von Veränderung

und Lebendigkeit, denken Sie

an die Spielzeuginnovationen unserer

Mitglieder. Vor ähnlichen Herausforderungen

stehen wir, um auch morgen

noch als DIE Marke zu gelten, wenn es

um die Interessenvertretung der Spielwarenbranche

gegenüber Politik, Behörden,

Bereichen der Wirtschaft, der

Wissenschaft oder den Medien geht.

Warum mögen die Mitglieder den

DVSI? Gefallen die Botschaften, die

von Nürnberg ausgehen?

G.S.: In erster Linie liegt das „mögen“

wohl am kleinen, aber feinen Team

und seiner Arbeit. Allerdings dürften

manche Botschaften vermutlich nicht

immer gefallen, wenn ich an Themen

wie Spielzeugsicherheit oder Brexit

denke. Sie sind aber für unsere Mitglieder

enorm wichtig. Wir halten deshalb

intensiven Kontakt zum europäischen

Dachverband der Spielzeugindustrie,

zum amerikanischen Verband und natürlich

zu den anderen europäischen

Verbänden, sodass wir unsere Mitglieder

zu aktuellen Entwicklungen immer

auf dem Laufenden halten können.

Sie sind für Marketing und Kommunikation

zuständig, damit auch für

die Außenwahrnehmung der Marke

des DVSI. Welche Rolle spielen Sie im

Selbstfindungsprozess?

G.S.: Das stimmt, im Verband bin ich

für Mitglieder und solche, die es werden

wollen, aber auch für die Presse oft

die erste Ansprechpartnerin. Ich trage

also dazu bei, wie die Marke DVSI wahrgenommen

wird. Natürlich ist auch das

Tempo, mit dem

wir Informationen

weitergeben,

für die Wahrnehmung

der

Marke relevant.

Tagesaktuelle

Informationen

sind deshalb

sehr wichtig.

PR- und Image-

Arbeit bedeutet,

tue Gutes und

rede darüber.

Was tut der DVSI

Gutes?

G.S.: Mit der DVSI-Initiative „Botschafter

des Spielens“ transportieren wir die

Marke DVSI auf eine sehr schöne Weise

nach außen. Wir bieten Persönlichkeiten

an, zusammen mit uns Spielwarenpakete

an eine Kinder- und Jugendeinrichtung

ihrer Wahl zu übergeben.

Es gibt mittlerweile über 80 Botschafter*innen

und es werden laufend mehr.

Noch mal zum Eckpfeiler. Welche

Feinjustierungen genießen derzeit

Priorität?

G.S.: Aktuell überlegen wir intensiv,

wie wir die sozialen Medien in unserer

Kommunikation optimieren können,

um die Botschaften des Verbandes hier

zu streuen. Das Thema Nachhaltigkeit

wird uns alle in den nächsten Jahren

kontinuierlich begleiten, sei es in der

Herstellung, bei nachhaltigen Lieferketten,

der Verpackung und Entsorgung

und bei menschenwürdigen Arbeitsbedingungen.

Der DVSI hat sich hier mit

der Fachebene im BMZ vernetzt und

engagiert sich in der Multi-Stakeholder-Initiative

Fair Toys. Als Nachhaltigkeit

„im Kleinen“ laufen bereits erste

Gespräche mit „Bäume für Nürnberg

Stiftung“.

Die Mitgliederstruktur des DVSI ist

heterogen. Erfordert das einen intensiven

Austausch?

G.S.: Wir haben ein feines Gefühl dafür

entwickelt, was die Mitglieder von „ihrem“

DVSI erwarten, sodass wir produktübergreifend

gute Arbeit leisten

können. Denken Sie an die zahlreichen

Informationen zum Brexit, zum E-Commerce

oder zur Spielzeugsicherheit.

Die Themen betreffen große und kleine

Hersteller.

Emotionale Mitgliederbindung wird

auch für Verbände immer wichtiger.

Wie sieht es beim DVSI aus?

G.S.: Es gibt etliche Fachgruppen

im DVSI, die genau das intendieren.

Manche Gruppen betonen eher den

Fun-Charakter wie die Toy Riders, andere

rücken die Arbeit in den Fokus,

wie die Gruppe Modellbahn, die im 4.

Quartal mit einer Imagekampagne in

die Offensive geht. Auch die Fachgruppen

Holzspielzeug und Spieleverlage

begleiten wir sehr intensiv.

Frau Schwab, wir bedanken uns für

das Gespräch.


50

BÜCHER

planet toys

Die besten Geschichten

... entdeckt von Rainer Scheer.

TWITTERN IST AUCH KEINE LÖSUNG, DONALD TRUMP

Autorin: Britta Riederer

Illustrationen: Dirk Uhlenbrock

Verlag: Coppenrath Verlag, Münster 2019; www.coppenrath.de

Alter: ab 8 Jahren

ISBN: 978-3-649-63615-1

Preis: 13,00 €

KINDER-

BUCH

Eine irre Idee! Zwar suggeriert der Titel des Buches zunächst

etwas anderes (liefert z. B. die gedachte Verknüpfung zum

nachstehenden Comic-Sachbuch), doch der Grundtenor ist

gleich: Es geht um Ängste, um Unerklärliches, um laute Fragen,

die vernünftige Antworten verdienen … hier dargestellt

als (fiktive) Briefe von „ungenannten Schülerinnen und Schülern“,

die den Mächtigen der Welt schreiben: Ganz direkt, ganz

persönlich, aus dem Bauch heraus formulieren sie ihre Besorgnisse

und Gefühle. Richten sich an Trump und Putin, an

Merkel und Macron und an Kim Jong-un und Xi Jinping. Denn

unser Planet braucht Hilfe!

Ein überraschendes, brillantes

Buch, das in gar keine Schublade

passt. Das sich querstellt, erfreulich

unangenehm ist, aufrüttelt

und hoffentlich eine ganz breite

Leserschaft findet, die genau jenes

Engagement und die Initiative

weiterträgt, das die Briefeschreiber

zeigen.

SACH -

BUCH

FAKE NEWS & VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

TEXT: Gérald Bronner

ZEICHNUNGEN: Jean-Paul Krassinsky

VERLAG: Verlagshaus Jacoby & Stuart 2019;

www.jacobystuart.de

ISBN: 978-3-96428-013-8

PREIS: 12,00 €

COMIC

Bereits in der vorangegangenen Ausgabe

der planet toys wurde in dieser Rubrik ein

Band der Reihe „Die Comic Bibliothek des

Wissens“ vorgestellt (Das Internet). Jetzt

liefert das vorstehende Buch von Coppenrath

mit seinem Titel über den amerikanischen

Präsidenten eine nicht auszulassende

Vorlage.

Genervt von seinen Eltern verlässt Leon

das Haus. Auf der Straße trifft er sei-

SACH-

BUCH

nen Freund, einen Schlaukopf, mit dem sich ein Gespräch über

all jene Dinge entwickelt, die der Mensch so gerne als „wahr“

empfindet. Doch ist das auch so? Gilt nicht vielmehr Leons

Spruch „Information überall, Wahrheit nirgends“?

Der Leser nimmt Leons Rolle ein, muss sich viel anhören,

nicht alles leuchtet sofort ein. Doch schließlich ist er sensibilisiert

in einer Welt, in der es immer schwieriger wird, den

Wert und Wahrheitsgehalt einer Information richtig einzuschätzen.

Auch dieser Band: überaus nützlich und hervorragend

gemacht!

VICO DRACHENBRUDER – Das Geheimnis des funkelnden Amuletts

AUTOR: Oliver Pautsch

Mit Bildern von Timo Grubing

VERLAG: Arena Verlag, Würzburg 2019; www.arena-verlag.de

ALTER: ab 7 Jahren

ISBN: 978-3-401-71178-2

PREIS: 8,99 €

KINDER-

BUCH

Alle in seiner Familie können fliegen, nur Vico nicht. Das mag

auch nicht so verwunderlich sein, denn er lebt in einer Drachenfamilie.

Wie er da hingekommen ist, weiß er nicht, für ihn ist das

ganz normal. Dazu gehört es auch, einen weiten Bogen um den

Hügelwald zu machen. Als jedoch seine Schwester Schwink gerade

dort ein Funkeln wahrnimmt, gibt es für sie kein Halten.

Und was macht der Bruder? Klar, auf dem Rücken von Penk

fliegt er hinterher – hinein ins Abenteuer!

„Das Geheimnis des funkelnden Amuletts“ ist ein schöner

erster Band einer Reihe, die

bereits weitere Titel präsentiert.

Eine Drachen-Abenteuergeschichte

zum Vorlesen

oder sogar schon Selberlesen

mit einem beliebten

Thema. Wirklich gute Lese-

Unterhaltung für Kinder ab

7 Jahren.


BÜCHER

planet toys 51

TOP 10

HITLISTE

1

JANUAR – AUGUST 2019

KINDER­

BÜCHER

Ruperts Tagebuch – Zu nett für diese

Welt!

Autor: Jeff Kinney

Verlag: BAUMHAUS VERLAG

ISBN/EAN: 9783833906015

VK-Preis (DE): 14,99 €

TOP 10

HITLISTE

1

JANUAR – AUGUST 2019

SPIELE IM

BUCHHANDEL

EXIT – Die Känguru-Eskapaden

Autoren: Inka Brand, Markus Brand, Marc-Uwe Kling

Verlag: KOSMOS

ISBN/EAN: 4002051695071

VK-Preis (DE): 14,99 €

2

Mein Lotta-Leben / Mein Lotta-Leben

(15). Wer den Wal hat

Autorin: Alice Pantermüller

Verlag: ARENA

ISBN/EAN: 9783401603346

VK-Preis (DE): 9,99 €

2

Dobble

Verlag: ASMODEE

ISBN/EAN: 3558380006770

VK-Preis (DE): 13,99 €

3

Rico, Oskar und die Tieferschatten

(Rico und Oskar 1)

Autor: Andreas Steinhöfel

Verlag: CARLSEN

ISBN/EAN: 9783551310293

VK-Preis (DE): 6,99 €

3

Halt mal kurz

Autor: Marc-Uwe Kling

Verlag: KOSMOS

ISBN/EAN: 4002051740382

VK-Preis (DE): 7,50 €

4

Die Schule der magischen Tiere –

Endlich Ferien 4: Helene und Karajan

Autorin: Margit Auer

Verlag: CARLSEN

ISBN/EAN: 9783551653345

VK-Preis (DE): 12,00 €

4

The Mind

Autor: Wolfgang Warsch

Verlag: NSV NÜRNBERGER SPIELKARTEN VERLAG

ISBN/EAN: 4012426880667

VK-Preis (DE): 8,95 €

5

Die Schule der magischen Tiere 10:

Hin und weg!

Autorin: Margit Auer

Verlag: CARLSEN

ISBN/EAN: 9783551652805

VK-Preis (DE): 12,00 €

5

EXIT – Der versunkene Schatz

Autoren: Inka Brand, Markus Brand

Verlag: KOSMOS

ISBN/EAN: 4002051694050

VK-Preis (DE): 12,99 €

6

Woodwalkers / Woodwalkers (6).

Tag der Rache

Autorin: Katja Brandis

Verlag: ARENA

ISBN/EAN: 9783401603971

VK-Preis (DE): 14,00 €

6

ZTRINGZ das bunte Seil- und Fadenspiel

Verlag: G.A.W. GAIDAS ANGEL WELT

ISBN/EAN: 8712118101075

VK-Preis (DE): 4,50 €

7

Wunder Sieh mich nicht an

Autorin: Raquel J. Palacio

Verlag: DTV VERLAGSGESELLSCHAFT

ISBN/EAN: 9783423625890

VK-Preis (DE): 9,95 €

7

Wizard

Verlag: AMIGO VERLAG

ISBN/EAN: 4007396069006

VK-Preis (DE): 7,99 €

8

9

10

Die Schule der magischen Tiere 2:

Voller Löcher!

Autorin: Margit Auer

Verlag: CARLSEN

ISBN/EAN: 9783551652720

VK-Preis (DE): 12,00 €

Animox 5

Autorin: Aimée Carter

Verlag: OETINGER

ISBN/EAN: 9783789109201

VK-Preis (DE): 15,00 €

Seawalkers (1). Gefährliche Gestalten

Autorin: Katja Brandis

Verlag: ARENA

ISBN/EAN: 9783401604442

VK-Preis (DE): 14,00 €

Quelle: media control GmbH, alle Rechte vorbehalten.

8

9

10

UNO

Verlag: MATTEL

ISBN/EAN: 746775036744

VK-Preis (DE): 9,49 €

Mein tolles Puzzlebuch Fahrzeuge

Verlag: TRÖTSCH VERLAG GMBH & CO. KG

ISBN/EAN: 9783957748249

VK-Preis (DE): 5,00 €

IQ Puzzler PRO

Verlag: SMART TOYS AND GAMES

ISBN/EAN: 5414301518587

VK-Preis (DE): 11,99 €

Quelle: media control GmbH, alle Rechte vorbehalten.


52

BÜCHER

planet toys

GESCHWISTER!

AUTORIN: Rocio Bonilla

ILLUSTRATIONEN: Rocio Bonilla

VERLAG: Jumbo Neue Medien, Hamburg 2019;

www.jumboverlag.de

ALTER: ab 3 Jahren

ISBN: 978-3-8337-3959-0

PREIS: 15,00 €

BILDER-

BUCH

Wer keine hat, kann nicht wirklich mitreden. Das wahre Verhältnis

von Geschwistern untereinander ist nur zu verstehen,

wenn es Geschwister tatsächlich gibt. Und dann kann es auch

so richtig freundliche Titulierungen geben wie „Mein Bruder

ist ein Affe“ oder „Meine Schwester ist ein Nashorn.“ Gut, hier

läuft es wohl noch nicht so harmonisch … obgleich … er/sie mag

durchaus manchmal etwas komisch sein, aber er/sie kann auch

einzigartige Dinge! Und genau das ist richtig toll!

Rocio Bonilla erzählt das Verhältnis der beiden Geschwister

aus der einen und der anderen

Perspektive (Buch umdrehen

macht es möglich!).

„Geschwister!“ ist ein augenzwinkerndes

Bilderbuch zu

einem wichtigen Thema. Hier

wird eine knuffige, lebensnahe

Idee mit einer wunderbaren

Schlusspointe gekrönt. Stark.

MOMO

AUTOR: Michael Ende

VERLAG: Thienemann Verlag,

Stuttgart 2018; www.thienemann.de

ALTER: ab 12 Jahren

ISBN: 978-3-522-20255-8

PREIS: 15,00 Euro

JUGEND-

BUCH

Sie lebt in einem Amphitheater und

besitzt eine besondere Gabe: Momo

schenkt den Menschen Zeit, hört ihnen

zu und ist bei ihren Freunden sehr beliebt.

Doch plötzlich verändert sich alles:

Die grauen Herren kommen, sprechen

davon, wie die Menschen Zeit einsparen

könnten … doch dass dieses weniger an

Zeit, zumeist erlebt als Hetze, auch sie

selbst verändert, bemerken sie eher nicht.

Michael Ende wäre am 12. November 90 Jahre alt geworden,

leider musste der Autor (1929–1995) zu früh sterben und sagte

über das Leben: „Jetzt, wo ich gerade begriffen habe, wie

es geht, ist es schon vorbei.“

Doch das, was Leben ausmacht, das Gefühl für die Zeit, das

hat er in seinem brillanten Buch „Momo“ hinterlassen. Im

vergangenen Jahr in Vorbereitung aus das Jubiläum neu aufgelegt.

Unbedingt lesen in dieser rastlosen Zeit!

COMIC

LUC ORIENT – Bd. 1: Die Feuerdrachen

ZEICHNUNGEN: Eddy Paape

TEXT: Greg (= Michel Regnier)

VERLAG: All Comic, Wipperfürth 2019; www.all-comic.de

Der Physiker Luc Orient, Professor Hugo Kala und dessen Assistentin

Lora Jordan stehen in Diensten der Forschungseinrichtung

Eurokristall. Der aktuelle Auftrag führt sie in den Mittleren

Osten. Was ist dran an der Legende um die „verbotenen

Steine“? Geht es nicht vielleicht um mehr?

Exakt 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung der ersten

Luc- Orient-Geschichte in Albumform startet der All Comic

Verlag eine neue Gesamtausgabe, intelligent angelegt als

Einzelband-Sammlung. Mit zusätzlichen Informationen zur

Serie ausgestattet, liefert die auf 18 Bände angelegte Reihe

ISBN: 978-3-946593-75-1

PREIS: 15,80 Euro

das Material wieder originalgetreu,

sowohl hinsichtlich

der (Neu-)Übersetzung

als auch der Farbgebung.

Der erste Band ist eine

gute Gelegenheit, in diesen

SF-Klassiker hineinzulesen,

um dann festzustellen …

dranbleiben lohnt sich!


BÜCHER

planet toys 53

TOP 10

HITLISTE

1

JANUAR – AUGUST 2019

SACH ­

BÜCHER

Guinness World Records 2019

Verlag: RAVENSBURGER BUCHVERLAG

ISBN/EAN: 9783473554607

VK-Preis (DE): 19,99 €

TOP 10

HITLISTE

1

JANUAR – AUGUST 2019

Der Grüffelo

BILDER­

BÜCHER

Autoren: Axel Scheffler, Julia Donaldson

Verlag: BELTZ

ISBN/EAN: 9783407792914

VK-Preis (DE): 9,95 €

2

Zähne putzen, Pipi machen

Autorin: Frauke Nahrgang

Verlag: RAVENSBURGER BUCHVERLAG

ISBN/EAN: 9783473328871

VK-Preis (DE): 9,99 €

2

Nur noch kurz die Ohren kraulen?

Autor: Jörg Mühle

Verlag: MORITZ

ISBN/EAN: 9783407792914

VK-Preis (DE): 8,95 €

3

The Girls* Book

Autoren: Michèle Lecreux, Célia Gallais,

Clémence Roux de Luze

Verlag: MOSES VERLAG

ISBN/EAN: 9783897777286

VK-Preis (DE): 12,95 €

3

Die kleine Raupe Nimmersatt

Autor: Eric Carle

Verlag: GERSTENBERG VERLAG

ISBN/EAN: 9783836941365

VK-Preis (DE): 10,50 €

4

Helfen, teilen, sich vertragen

Verlag: RAVENSBURGER BUCHVERLAG

ISBN/EAN: 9783473329441

VK-Preis (DE): 9,99 €

4

Der Löwe in dir

Autorin: Rachel Bright

Verlag: MAGELLAN

ISBN/EAN: 9783734820212

VK-Preis (DE): 14,00 €

5

Unser Baby

Autorin: Angela Weinhold

Verlag: RAVENSBURGER BUCHVERLAG

ISBN/EAN: 9783473327416

VK-Preis (DE): 9,99 €

5

Die kleine Raupe Nimmersatt

Autor: Eric Carle

Verlag: GERSTENBERG VERLAG

ISBN/EAN: 9783836958578

VK-Preis (DE): 12,00 €

6

The Boys* Book

Autoren: Michèle Lecreux, Célia Gallais,

Clémence Roux de Luze

Verlag: MOSES VERLAG

ISBN/EAN: 9783897777279

VK-Preis (DE): 12,95 €

6

Gute Nacht, Gorilla!

Autorin: Peggy Rathmann

Verlag: MORITZ VERLAG

ISBN/EAN: 9783895651779

VK-Preis (DE): 12,00 €

7

Die Feuerwehr

Autorin: Katja Reider

Verlag: RAVENSBURGER BUCHVERLAG

ISBN/EAN: 9783473332915

VK-Preis (DE): 9,99 €

7

Wie kleine Tiere schlafen gehen

Autor: Anne-Kristin zur Brügge

Verlag: OETINGER

ISBN/EAN: 9783789178436

VK-Preis (DE): 6,00 €

8

Mein Kindergarten

Autorin: Doris Rübel

Verlag: RAVENSBURGER BUCHVERLAG

ISBN/EAN: 9783473327867

VK-Preis (DE): 9,99 €

8

Die Streithörnchen

Autorin: Rachel Bright

Verlag: MAGELLAN

ISBN/EAN: 9783734820427

VK-Preis (DE): 14,00 €

9

10

Die Dinosaurier

Autorin: Angela Weinhold

Verlag: RAVENSBURGER BUCHVERLAG

ISBN/EAN: 9783473327973

VK-Preis (DE): 9,99 €

Hörst du, wie die Bäume sprechen?

Autorin: Peter Wohlleben

Verlag: OETINGER

ISBN/EAN: 9783789108228

VK-Preis (DE): 16,99 €

Quelle: media control GmbH

9

10

Edison

Autor: Torben Kuhlmann

Verlag: NORDSÜD VERLAG

ISBN/EAN: 9783314104473

VK-Preis (DE): 22,00 €

Die Eule mit der Beule

Autorin: Susanne Weber

Verlag: OETINGER

ISBN/EAN: 9783789167065

VK-Preis (DE): 6,00 €

Quelle: media control GmbH


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FAHRZEUGE

planet toys

FLOWER POWER VW BEETLE: Der VW Beetle ist das ideale

Gefährt für die Pink Lady ab 3 Jahren. Das 6V-Kinderfahrzeug

gefällt mit realitätsnahem Design und coolen Motor- und

Hupgeräuschen. Eine einfache Start-Stop-Automatik setzt

über die rutschfesten Gummireifen das todschicke Mobil

mit bis zu 4 km/h Geschwindigkeit in Fahrt und zieht

Blicke der Bewunderung auf sich.

Rollplay; www.rollplay.com

SPASS AN SPEED

UND NEUEN MODELLEN

Von Outdoor-Fahrzeugen für junge Piloten, geländegängigen RC-Cars bis zu Spielfahrzeugen für die

Sandkiste oder auch fürs Kinderzimmer, Automodelle jeglicher Größe begeistern große und kleine

Jungs und auch Mädchen. An nasskalten Regentagen sorgt ein Modellbausatz oder die Modell- oder

Autorennbahn für willkommene Abwechslung.

BEAST TRUGGY: Im Drift durch den Sand oder mit Vollgas im Sprung über

den Hügel – der Beast Truggy macht mit seinem kraftvollen Elektromotor

und komplett gefedertem Fahrwerk problemlos alles mit. Ein

Rammschutz an der Front vermeidet Kollisionsschäden, die handliche

2,4-GHz-Pistolenfernsteuerung sorgt für exakt umgesetzte Lenk- und

Fahrbefehle. Im Lieferumfang sind der Li-Ion-Akku, ein USB-Kabel

und eine ausführliche Anleitung enthalten, das „ready to run“ RC-Einsteigermodell

ist für Kinder ab 8 Jahren empfohlen.

Revell: www.revell.de

V8-BRAZZLER: Schon kurz nach ihrer Präsentation

erreichte die Chevrolet Corvette

Kult-Status, obwohl sie als preisgünstiger

Sportwagen konzipiert war. Das Carrera

Slotcar im Maßstab 1:32 verlockt jeden

Slotracing-Enthusiasten, die Corvette durch

die Kurven zu jagen.

Stadlbauer Marketing und Vertrieb

www.carrera-toys.com

UND ER LÄUFT UND LÄUFT! Der VW Käfer

mit der geteilten Heckscheibe war Symbol

des Wirtschaftswunders, er begründete den

Erfolg des Modells als meistgebautes Auto

der Welt. Zum Bauen motiviert das Modell

im Maßstab 1:16 mit schaltbaren Lichtern

und beleuchtetem Innenraum. Aus über 200

Teilen entsteht ein Highlight, sein Level 5

erfordert eine gewisse Modellbau-Erfahrung

von Kindern ab 12 Jahren.

Revell: www.revell.de

BRUDER HILFT MIT: Mit Mobilbagger und Gelenklader erweitert Bruder das Sortiment für

Kinder ab 2 Jahren. Beide Baufahrzeuge scheuen nicht den Einsatz im Sandkasten. Der

Baggerarm lässt sich mit einem kinderfreundlichen Griff heben und senken, die Schaufel ist

gleichzeitig beweglich. Der komplette Baggeraufbau ist um 360° drehbar, das Räumschild

höhenverstellbar. Der bewegliche Gelenkradlader ist mit einem zentralen Griff perfekt zu

bedienen, die große Schaufel kann gehoben, gesenkt und gekippt werden. Mit großen Profilreifen

und seiner Knicklenkung ist der Radlader der ideale Bauhelfer im Sandkasten. Beide

Modelle sind unentbehrliche Fahrzeuge für junge Tiefbau-Unternehmer.

Bruder; www.bruder.de


FAHRZEUGE

planet toys 55

TOLLER ROLLER: Der Wave Catcher ist eine

einzigartige Mischung aus Scooter und

Skateboard mit Elektro-Antrieb. Der Wave

Catcher beschleunigt per Knopfdruck, jetzt

noch das Gewicht verlagern und die Richtung

bestimmen! Der E-Roller bringt viel Spaß und

schult dabei Gleichgewicht, Koordination und

Motorik. Natürlich sollte nicht ohne Helm, Knieund

Ellenbogenschoner gestartet werden. Die

Lenkstange ist höhenverstellbar und das flotte

Dreirad kann mit bis zu 65 kg belastet werden.

Rollplay; www.rollplay.com

DIE E-POST KOMMT! Seit 2017 kommt die Post mit dem Streetscooter

Work ohne einen Tropfen Benzin aus. Die detaillierte

Siku-Miniatur im Maßstab 1:50 mit Fahrerhaus und Chassis aus

Metall, sauber eingesetzten Frontscheinwerfern und einem Kofferaufbau

mit Heckklappe bringt die E-Mobilität auf den Spielteppich.

Sieper; www.siku.de

DISCO-WAGGON: Jetzt rollt die Disco an! Bausteinwagen

ermöglicht den Bau eines Discowagens. Die Noppenelemente

werden kreativ zu unterschiedlichen Aufbauten zusammengefügt,

eine Mobile Power Einheit versorgt die Lichtbausteine

und verfügt über sechs Lichtfunktionen.

Der Soundbaustein mit Play & Record Taste kann

Sound bis 60 Sekunden aufnehmen und abspielen.

Mit diesen Wagen kommt Leben in die

sonst so gemächliche Modellbahnwelt.

Märklin; www.maerklin.de

Free download

www.siku.de


56

FAHRZEUGE

planet toys

ARBEITSTIER: Die E-Lok der Baureihe 110, ehemals E 10, war über viele Jahre

die wichtigste Lokomotive im Schnellzugverkehr. Märklin liefert nun die blaue

Version 110.1 der Deutschen Bundesbahn im Betriebszustand um 1973. Das

H0-Modell mit geregeltem Hochleistungsantrieb, Digital-Decoder mfx+ und umfangreichen

Geräuschfunktionen sowie digital schaltbaren Schlusslichtern und

Spitzensignal ermöglicht einen höchst realitätsnahen Zugbetrieb. Die feine Umsetzung

des Vorbilds mit angesetzten Metall-Griffstangen, exaktem Dachaufbau

mit leuchtend roten Stromabnehmern und beiliegenden Brems- und Kupplungsschläuchen

erfreut alle Modellbahnfreunde in der Erinnerung an die Epoche IV.

Märklin; www.maerklin.de

RED BULL RACER: Der Red Bull NX1 ist mit Topspeed von 20 km/h und dem

tiefen Fahrwerk ein idealer Rennwagen für ebene Pisten. Dank Servo Tronic

2,4-GHz-Steuerung lässt sich der NX1 sehr exakt fahren. Die Fahrzeit von

bis zu 40 Minuten ist erfreulich lang, eine Ladezeit von ca. 80 Minuten

erfordert etwas Geduld. Der RC Buggy ist voll gefedert, das Differenzialgetriebe

sorgt zusammen mit den Noppen-Luftreifen für eine gute

Straßenlage. Der flotte Buggy im Maßstab 1:16 macht viel Spaß und ist

für Kinder ab 6 Jahren geeignet.

Stadlbauer Marketing und Vertrieb; www.carrera-toys.com

SPIELSET: Der Iveco Lastwagen bringt den New Holland Mini-Radlader

zur Baustelle, die mit Schildern und einer Ampel

sofort abgesichert wird. Das Set im Maßstab 1:43 motiviert

zum Spielen, die Ausführung der Modelle belegt den Blick auf

authentische Details. Der New Holland L 230 Kompaktlader mit

beweglicher Schaufel ergänzt jede Sammlung von Baumaschinen-Modellen

im Maßstab 1:43.

New Ray; www.new-ray.com

SIKUWORLD WÄCHST WEITER

Siku Fahrzeuge gehören im Vergleich

zu Majorette oder Hotwheels zum

gehobenen Preissegment. Bleibt

man bei der Strategie „Qualität hat

ihren Preis“ oder denkt man über

eine günstigere Range nach?

Heike Rosa: Die Marke Siku steht für

gute Qualität zu fairen Preisen. Die

Kunden und Kinder schätzen seit Generationen

den langen Spielspaß und

werden aufgrund der positiven Erfahrung

zum Wiederkäufer. Wir werden

an dieser für den Handel und uns erfolgreichen

Strategie festhalten.

Mit Revellino RC-Plüschautos von

Revell und fischertechnik Junior

Baukästen werden Kleinkinder zur

Zielgruppe. Darf der Handel bald

auch mit Siku-Spielzeug für Kinder

von 2 bis 3 Jahren rechnen?

H.R.: Siku hat aus der Kernkompetenz,

der hochqualitativen Fertigung

von Spielzeug aus Metalldruckguss

und Kunststoffspritzguss, in der Vergangenheit

mit neuen Sortimenten

neue Zielgruppen erschlossen – zuletzt

mit der ständig wachsenden

SIKUWORLD. Wir arbeiten stetig an

unserem Sortiment. Lassen Sie sich

auf der nächsten Spielwarenmesse

überraschen.

SIKUWORLD inspiriert zum Rollenspiel.

Auf welche Themen dürfen

sich die Kinder freuen?

H.R.: In diesem Jahr haben wir das

Sortiment u. a. mit den Sets Baugrube

und Pferdehof, dem Verkehrsflugzeug

und dem Containerschiff weiter ausgebaut.

Die SIKUWORLD wird auch bei

der kommenden Spielwarenmesse

weiter wachsen.

GROSSBAUSTELLE KINDERZIMMER: Eine Baugrube weckt

immer das rege Interesse der Kinder. Die SIKUWORLD Baugrube

mit schwenkbarem Kran und beweglicher Laufkatze,

funktionierendem Förderband und Traktor mit Anhänger

holt auf vier Grundplatten mit zusätzlichem Baucontainer

und Absperrungen die faszinierende und aktive „Welt des

Bauens“ ins Kinderzimmer. Die Liebe zum Detail und die

Stabilität der Spielzeuge garantieren Spielspaß und lange

Freude am Rollenspiel zum Thema: Meine Baustelle.

Sieper; www.siku.de


FAHRZEUGE

planet toys 57

Lindner Geotrac mit Frontlader 1:16 2,4GHz

Art.-Nr./Order-No. 405050

Frontlader heben /

Shovel lift

Ein/Aus Starten /

On/Off start

Blinker /

Turn signal

Helle LED’s vorne /

Bright front LEDs

Profilierte Gummireifen /

Profiled rubber tires

Demo Modus /

Demo mode

Frontlader senken/abkippen /

Shovel lower/tilt

Hupe und realistischer Motorsound /

Horn and realistic engine sound

Rückfahrwahnsound /

Backwards drive alarm sound

Anschlussbuchse für Anbaugeräte /

Connecting socket for accessory equipment


58

ANTWORTEN

planet toys

»WEIHNACHTEN JEDES QUARTAL!«

Der Mensch ist ein Fragender. Gäbe es keine Fragen, hätte die Welt nämlich nichts zu erzählen. So

weit wollen wir es nicht kommen lassen. Vermutlich würden sogar viele morgen anders antworten.

Das tut aber nichts zur Sache. Das Geheimnis von Fragen ist schließlich, dass man nie endgültige

Antworten hat. Sonst wäre das Spiel aus und das Erzählen am Ende. Antworten aus der Gegenwart

von Dieter Strehl, Geschäftsführer & Gesellschafter Piatnik.

Was ist Ihr Lieblingsspielzeug?

Mein Lieblingsspielzeug sind Tarockkarten.

Als Kind war es Lego.

Welches Spielzeug/Spiel hätten Sie

gerne erfunden?

Die erfolgreichsten Longseller natürlich,

z. B. Activity, Scrabble oder Rummikub.

Das Schönste für Sie an der Spielzeugbranche?

An der Branche schätze ich, dass man

nur damit beschäftigt ist, mit den

eigenen Produkten anderen Menschen

Spaß und Freude zu bereiten, Jungen

und Älteren.

Und was würden Sie an ihr ändern,

wenn Sie dürften, wie Sie möchten?

Ich würde statt einem Weihnachten

gleich vier einführen! In jedem Quartal

eines!

Träumen Sie und von was?

Manchmal träume ich von schlecht

zahlenden Kunden, meistens jedoch

schlafe ich tief und fest und kann mich

am Morgen an keine Träume erinnern.

Was wollen Sie in den nächsten drei

Jahren beruflich erreichen?

Ich möchte ein weiteres Erfolgsspiel

finden, von dem in mehreren Jahren

Millionen Stück abzusetzen sind.

Was treibt Sie an?

Die Firma Piatnik wurde von meinem

Ururgroßvater gegründet, ich bin daher

die fünfte Generation. Ich möchte natürlich

den Erfolg des Unternehmens

fortsetzen und vergrößern.

Auf welche eigene Leistung sind Sie

besonders stolz?

Auf die Entwicklung unserer Erfolgsprodukte

Activity und Tick Tack Bumm und

auf viele langjährige erfolgreiche Kooperationen

mit Kunden und Verlagen.

Wem würden Sie mit welcher Begründung

einen Orden verleihen?

Ich halte nicht viel von Orden.

Wie können Sie am besten entspannen?

Entspannen kann man am besten bei

sportlichen Aktivitäten.

Was war Ihr schönster Lustkauf?

Der Ankauf meines blauen Ford

Mustang Coupé, Baujahr 1966.

lhre Lieblingsfiguren der Geschichte?

Mich beeindrucken verschiedene

Staatsmänner und -frauen wie

Churchill, Maria Theresia von Österreich

oder erfolgreiche Unternehmer

und Unternehmerinnen aus allen Ländern

und Branchen.

Was sind Kinder für Sie?

Meine Söhne sind in meinem Leben

sehr wichtig. Wir haben viel Zeit miteinander

verbracht und ich bin sehr stolz

auf sie. Generell sind die Kinder der

Welt die Zukunft der Welt.

Schenken Sie uns eine Lebensweisheit?

Man sieht nur mit dem Herzen gut.

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Ein sehr schöner Spruch von

Exupéry.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Meine Ungeduld und das stetig steigende

Körpergewicht.

Was fehlt Ihnen zum Glück?

Ich mag keine bösen Überraschungen.

Sonst bin ich mit meiner Situation sehr

zufrieden.

Impressum

Herausgeber

Yvonne S. Mayanna

Verlag

mf verlag – Yvonne S. Mayanna

Hansjakobstraße 20

78658 Zimmern o. R.

Tel.: +49 7 41 94 20 09-0

Fax: +49 7 41 94 20 09-19

planet.toys@mfverlag.de

www.mfverlag.de

Offizielles Organ

Idee+Konzept

Steffen Kahnt

Objektleitung, Anzeigen & PR

Christine Breitkopf

Redaktion

Ulrich Texter (verantw.)

Corinna Grutza

Dietmar Rudolph

Rainer Scheer

Steffen Kahnt

Aboservice/Vertrieb/

Anzeigenverwaltung

Susanne Adrian

Lektorat

Angelika Lenz

Grafik hofmann medien GmbH

Druckerei hofmann infocom GmbH

Jahrgang 18. Jahrgang 2019

Jahresabonnement 36,- €

Erscheinungsweise zweimonatlich

Die Zeitschrift und die enthaltenen Beiträge

sowie die Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt.

Jede Verwertung ist ohne Zustimmung

des Herausgebers unzulässig und strafbar.

Dies gilt besonders für Vervielfältigungen,

Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die

Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen

Systemen. Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit Genehmigung des Verlages. Bei

Einsendungen an die Redaktion wird das volle

Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen

Veröffentlichung vorausgesetzt. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr

übernommen werden. Artikel geben nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wieder. Eine

Haftung aus unrichtigen oder fehlerhaften Darstellungen

wird in jedem Falle ausgeschlossen.

Es gelten die AGB, Gerichtsstand ist Rottweil.


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