Berliner Zeitung 14.10.2019

BerlinerVerlagGmbH

Werliebt wen? Das Kanzlerkandidaten-Casting der CDU – Seite 3

Polen

hat

gewählt

Seite 5

14°/20°

Viel Sonnenschein

Wetter Seite 2

Start-ups machen der

Berliner TafelKonkurrenz

Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

3:0 in Estland: Erfolg für

für die DFB-Auswahl

Sport Seite 20

Montag,14. Oktober 2019 Nr.238 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Wahlsieg für konservative

Regierungspartei in Polen

Politik Seite 5

Marathon

Auf

Rekord

programmiert

VonMatti Lieske

Manch ein Leichtathletikfreund

hatte sich schon gefragt, wo eigentlich

Eliud Kipchoge steckt. Beim

schweißtreibenden Weltmeisterschafts-Marathon

in Doha war der

Kenianer nicht aufgetaucht, und er

fehlte auch beim Berlin-Marathon,

wo er eigentlich Stammgast ist. Dreimal

hat er dort gewonnen, einmal

wurde er Zweiter, das war 2013, zu

Beginn seiner

großen Karriere

über diese Distanz,

bis heute

die einzige Niederlage.

Warum Kipchoge

seine alljährliche

Rou-

Eliud Kipchoge tine mit London

lief den Marathon in im April, wo er

unter zwei Stunden. viermal siegte,

und Berlin im

September unterbrach, war am

Sonnabend in Wien zu besichtigen.

Dort unterbot der 34-Jährige in einem

eigens für ihn designten Rennen

als erster Läufer die Zweistundenmarke.1:59:40

Stunden brauchte

er für die 42,195 Kilometer,ineinem

ersten Statement verglich er sich mit

dem Briten Roger Bannister, der

1954 die Meile als Erster unter vier

Minuten lief, kurze Zeit später

musste schon die Mondlandung als

Referenz herhalten.

Eliud Kipchoge hat ein klassisches

kenianisches Läuferleben hinter

sich. Als Kind lief er jeden Tagdrei

Kilometer zur Schule, 2003 in Paris

rannte er mit 18 Jahren völlig überraschend

zum Weltmeistertitel über

5000 Meter, gewann Bronze über

diese Strecke bei Olympia 2004 in

Athen und Silber 2008 in Peking. Als

die Erfolge auf der Bahn ausblieben,

wechselte er zum Marathon, wurde

schier unschlagbar und vor allem

sehr wohlhabend, auch weil er bis

auf Olympiagold in Rio 2016 die lukrativen

Stadtmarathons den Meisterschaften

vorzog. In Kenia ist er ein

Nationalheld, eine riesige Menschenmenge

feierte seinen Coup

von Wien in seiner Heimatstadt Eldoret

auf den Straßen.

Im Mai 2017 hatte Kipchoge die

Zweistundenmarke schon einmal

angegriffen, damals als Projekt seines

Sponsors Nike. Auf der Formel-

1-Strecke in Monza war er mit einem

Auto und 30 wechselnden Läufern

als Tempomacher über die Bahn gestürmt.

Nichts wurde dem Zufall

überlassen, sodass die einzige Überraschung

des Tages war, dass Kipchoge

es nicht schaffte,26Sekunden

lief er zu langsam.

Diesmal, nicht mehr unter Nikes

Ägide, sondern der des Chemiekonzerns

Ineos, hat es im Wiener Prater

geklappt, bei idealen Wetterbedingungen

auf einem komplett ebenen,

windgeschützten Rundkurs, abgeschirmt

und angespornt von drei

Dutzend Pacemakern. Als Weltrekord

wird die Zeit nicht anerkannt,

aber das störtKipchoge kaum. Diese

Bestmarke hat er seit Berlin 2018 mit

2:01:39 Stunden sowieso.

Demonstranten auf dem Bebelplatz in Berlin

VonElmar Schütze

Der antisemitische Anschlag

von Halle und die

offenbar wachsende Bedrohung

von rechts hat

am Wochenende Zehntausende

Menschen in mehreren deutschen

Städten zu Demonstrationen veranlasst.

Es sind beeindruckende Bilder

der Anteilnahme und Solidarität mit

den jüdischen Gemeinden in

Deutschland. Allein in Berlin gingen

am Sonntag mehr als zehntausend

Menschen zur Kundgebung der Initiative„Unteilbar“.

In Halle versammelten

sich erneut Hunderte Bürger,

um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

und Antisemitismus zu

setzen.

In Berlin forderte Lala Süsskind

vomJüdischen Forumfür Demokratie

und gegen Antisemitismus eine

härtere Bestrafung Rechtsextremer.

Eine „laxe Handhabung“ rechtsextremer

Gefahren habe erst dazu geführt,

dass Täter wie jener von Halle

sich bestätigt fühlten. „Wir müssen

Tacheles reden.Wirmüssen in dieser

Demokratie nicht alles ertragen“,

sagte die frühereVorsitzende der Jüdischen

Gemeinde zu Berlin zum

Auftakt der Demonstration am Bebelplatz.

Anschließend zog die

Menge durch die Innenstadt bis kurz

vor die Neuen Synagoge in der Oranienburger

Straße. Als dort bei der

Abschlusskundgebung der Konzertpianist

Igor Levit voneinem Lastwagen

herunter ein Stück aus den Goldbergvariationen

von Johann Sebastian

Bach spielte, war die Menge

ganz still.

Der parteilose Oberbürgermeister

von Halle, Bernd Wiegand, betonte

am Wochenende den Zusammenhalt

in seiner Stadt. Verhältnisse

wie 2018 in Chemnitz werdeesnicht

Unter dem Davidstern

Mehr als zehntausend Berliner gehen nach dem Anschlag von Halle auf die Straße,

um Solidarität mit jüdischen Mitbürgern zu demonstrieren. Die Politiker debattieren

über Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus und über die Rolle der AfD

geben, sagte er der Frankfurter Allgemeinen

Sonntagszeitung. „Natürlich

standen wir zuerst unter Schock.

Aber die Stadtgesellschaft steht zusammen.“

Am Nachmittag demonstrierten

nach Angaben derVeranstalter

mehr als 2000 Menschen in der

Innenstadt, die Polizei sprach von

mehr als 1300 Teilnehmern.

DieSolidarität mit den Opfernsei

überwältigend, sagte der Bürgermeister.Wiegand

stellte sich an diesem

Sonntag zur Wiederwahl. In

Chemnitz hatte es im August 2018

tagelang Demonstrationen gegeben,

nachdem ein 35-jähriger Deutscher

erstochen worden war. Bei den

Kundgebungen marschierten auch

Rechtsextremisten mit, einige zeigten

den Hitlergruß oder griffen Menschen

an, bei denen sie eine ausländische

Herkunft vermuteten.

Schon nach diesen Vorfällen in

Chemnitz gab es eine Debatte,obdie

AfD für die wachsende Zahl von

rechtsextremistischen und antisemitischen

Straftaten und Übergriffen

die politische Wegbereiterin ist. Für

die CDU-Chefin Annegret Kramp-

Karrenbauer ist die Antwort klar.

Diese im Bundestag sitzende Partei

sei „der politische Arm des Rechtsradikalismus“,

sagte sie auf dem

Deutschlandtag der Jungen Union in

Saarbrücken. Rechtsradikalismus sei

ein wirkliches Problem. „Wir dürfen

uns nicht daran gewöhnen, dass Tag

für Tag in der politischen Debatte

wirklich ein Tabu nach dem anderen

gebrochen wird“, sagte sie. Ebenfalls

in Saarbrücken sagte der bayerische

Ministerpräsident Markus Söder

(CSU): „Die AfD ist nicht auf dem

Weg, eine bessere und ehrlichere

CDU zu werden. Die AfD ist auf dem

Weg, die wahre NPD in Deutschland

zu sein.“ Das Bundesverfassungsgericht

hat die NPD in einem Urteil von

2017 als verfassungsfeindlich bezeichnet.

„Wir stehen solidarisch und

unteilbar zusammen.

Udo und die ganze Panikfamilie.“

Udo Lindenberg,

Musiker, auf Facebook

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil

verlangte eine Beobachtung der

AfD durch den Verfassungsschutz.

„Das ist eine verfassungsfeindliche

Partei“, sagte er auf dem Parteitag

der baden-württembergischen SPD.

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg

Meuthen wies die Anschuldigungen

zurück. „Es ist tief beschämend, dass

im Zusammenhang mit dieser

schrecklichen TatinHalle jetzt eine

solche politische Instrumentalisierung

beginnt.“ Es gebe nicht den geringsten

Zusammenhang zwischen

der AfD und dieser Tat, sagte der

AfD-Vorsitzende. Die Kritik hat der

AfD in Umfragen bislang nicht geschadet.

Erstmals seit dem 3. August

liegt sie sogar wieder vorder SPD.Im

Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut

Emnid für Bild

am Sonntag erhebt, verliert die SPD

einen Prozentpunkt und kommt nur

noch auf 14 Prozent. Die AfD erhält

wie in der Vorwoche 15 Prozent. Die

Union gewinnt einen Prozentpunkt

hinzu und erreicht 28 Prozent. Auf

Platz zwei folgen die Grünen mit unverändert

21Prozent. Die FDP landet

bei sieben Prozent, die Linke

bleibt bei acht Prozent der Stimmen.

Der Berliner Bischof Markus

Dröge forderte am Sonntag: „Der

Verfassungsschutz und die Sicherheitskräfte

müssen wesentlich konsequenter

gegen rechte Netzwerke

und rechtspopulistische Funktionäre

vorgehen.“ Es reiche nicht

mehr, „nie wieder“ zu rufen, sagte

der Geistliche. Ähnlich äußerte sich

Niedersachsens Innenminister Boris

Pistorius (SPD): „Wir müssen dem

Rechtsterrorismus so begegnen, wie

wir auf den RAF-Terrorismus in den

70er-Jahren reagiert haben: mit einem

knallharten, wehrhaft-demokratischen

Rechtsstaat, der sich

nichts gefallen lässt“, sagte er der

Bild am Sonntag. Dazu müssten die

Sicherheitsbehörden modernere Instrumente

an die Hand und Zugriffsrechte

auf die Kommunikation von

Terroristen im Internet bekommen.

Derbaden-württembergische Justizminister

Guido Wolf (CDU) schlug

eine Änderung im Strafgesetzbuch

vor. „Wir müssen festschreiben, dass

antisemitische Ziele und Beweggründe

bei der Strafzumessung strafschärfend

zu berücksichtigen sind“,

sagte Wolf am Sonntag. Und der

stellvertretende SPD-Vorsitzende

Ralf Stegner forderte ein Verbot der

Identitären Bewegung. „Die sogenannte

Identitäre Bewegung sind

Rechtsextremisten, die unsere freiheitliche

Verfassungsordnung bekämpfen“,

sagte Stegner dem Handelsblatt.

(tom., dpa)

AFP

Berlin

bekommt eine

Express-S-Bahn

Neuer Fahrplan tritt im

Dezember in Kraft

VonPeter Neumann

Ein solches Konzept ist in Berlin

bislang unüblich: S-Bahn-Züge

durchfahren Stationen fahrplanmäßig

ohne Halt, damit sie ihr Ziel

schneller erreichen. Im kommenden

Fahrplanjahr, das am 15. Dezember

beginnt, wirdesumgesetzt.

Auf der Linie S3 geht zwischen

Friedrichshagen und Ostbahnhof

montags bis freitags eine neue Zuggruppe

in den Einsatz, die unterwegs

vier S-Bahnhöfe auslässt. Weil dies

die Fahrzeit verkürzt, erreichen die

S-Bahnen schneller als die übrigen

Züge ihr Ziel. Unterm Strich werden

also weniger Wagen benötigt als bei

Halten an allen Stationen. So kann

die S-Bahn Berlin GmbH, die mit einem

knapp bemessenen Fahrzeugpark

kalkulieren muss, die wegen

Bauarbeiten entfallenen Verstärkerfahrten

auf der S3 wieder auf die

Schiene setzen. Der Verkehrsverbund

Berlin-Brandenburg hat den

zusätzlichen Verkehr bei ihr bestellt.

Eine Frage der Gewöhnung

Der Berliner Fahrgastverband IGEB

forderte,die Kundschaft gut zu informieren,

damit sie keine böse Überraschung

erlebt, weil die S-Bahn an ihrer

Station nicht stoppt. Er begrüßte

es aber,dass das Zugangebot auf der

Linie S3 nun wieder erweitertwird.

Fahrgäste in Berlin sind es nicht

gewöhnt, dass S-Bahnen Stationen

ohne Halt durchfahren. Derzeit gibt

es solche Fahrten nur vor und nach

Veranstaltungen im Olympiastadion.

Damit Beschäftigte des DDR-

Staatsapparates zur Arbeit kamen,

ohne denVerlockungenWest-Berlins

zu erliegen, setzte die S-Bahn von

1953 bis 1958 Durchläuferzüge ein.

Sie hielten in den Westsektoren

nicht. Eine weitereAusnahme waren

die elektrischen Bankierzüge, die

von 1933 bis zum Zweiten Weltkrieg

verkehrten. Siefuhrenin17Minuten

ohne Halt von Zehlendorf zum damaligen

Potsdamer Fernbahnhof

unweit vomPotsdamer Platz.

Normalerweise ist es schwierig,

Expressfahrten abzuwickeln, ohne

zuvor die Infrastruktur zu erweitern.

Reguläre Züge stünden im Wege. Im

Fall der S3 sind „Schnellzüge“ aber

möglich. Sie fahren kurz vor den regulären

S-Bahnen ab. Berlin Seite13

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2 Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Tagesthema

Jüdisches Leben

Wie

Eiswasser

im Gesicht

VonAnetta Kahane

Ich war weit weg, an der Pazifikküste.AmVorabend

vonJom Kippur hatte ich mir allein das Gebet Kol

Nidrei angehört. Es war das erste Mal seit Jahren,

dass ich die Feiertage nicht in meiner Synagoge in

Berlin verbringen konnte und auch sonst nirgendwo,

denn in der Umgebung gab es keine Juden. Ausdem Internet

hörte ich mir deshalb die schöne Stimme der

Kantorin Mimi Sheffer an. Siesang das KolNidrei, dieses

ernste und aufrührende Gebet. Es geht darin um persönliche

und allgemeingültigeVersprechen, umVerantwortung,

Aufrichtigkeit, um das Leben und den Tod.

DasKol Nidrei geht tief und ist existenziell.

In der Nacht brummte mein Handy einige Male.

Gerade genug, um es wahrzunehmen, nicht genug, um

richtig aufzuwachen. Irgendwann war ich wach und

las die Nachrichten aus Halle, über die eingeschlossenen

Menschen, die Toten. Ich lief im Zimmer auf und

ab,fluchte und lehnte dieWange ans Fenster,als ob das

die Furcht aufhalten könnte,die in mir hochkroch. Dabei

kenne ich doch die Rechtsextremisten seit Jahrzehnten,

ihre Drohungen waren nie nur leere Worte.

Ichlaufe für die ja auch mit einem Fadenkreuz auf der

Stirnherum. Ichweiß sehr vieles über den Rechtsterrorismus

und wer von denen wo und wie aktiv ist und

nehme es kühl. Diesmal nicht.

Ich lief zum Strand, der um diese Zeit fast menschenleer

war.Das Entsetzen der Angehörigen der Opfer

über die Todesnachricht, die Angst der Angegriffenen

in der Synagoge stieg mir in die Augenwinkel. Ich

setzte mich irgendwo hin und begann zu weinen. Es

war nicht nur Schreck und Trauer,sondernnoch etwas

anderes.Dieser ewige Antisemitismus,von Generation

zu Generation, von Trauma zu Trauma, er beißt wie

Eiswasser im Gesicht, er macht, dass viele Juden sich in

solchen Momenten fühlen, als würde ihnen der Boden

unter den Füßen weggerissen. Die alten Ängste, nach

Luft schnappen, sich fassungslos umsehen. Waspassierthier

gerade? Wieder ein Einzelfall?

Man kann sich daran gewöhnen, aber muss man

das? Es sind nicht nur die Täter, die solchen Schmerz

verursachen. Es ist das Ausmaß an Hass und Irrationalität

und die verletzende Gleichgültigkeit eines beistehenden

Publikums.Und es sind die zu erwartenden öffentlichen

Reaktionen, die ohne politischenWillen nur

warme Worteindie Kälte blasen.

An den Tagen danach bekam ich Nachrichten, tröstende,wütende

–und schickte genau solche an andere.

Undnur wenig später wurde klar,dass diese Nazis und

ihre Salonfreunde die Sache aggressiv umdrehten.

Eine Flut von ungeheuerlichen Relativierungen begann

sich in den sozialen Netzwerken auszubreiten,

Verschwörungstheorien überall. Schuldumkehr, die

Juden waren es selbst. Irgendwie.Oder diejenigen, die

seit Jahren für demokratische Kultur arbeiten. Siehätten

das inszeniert, damit sie Geld, Geld, Geld kriegen.

Die Vogelschisspartei erklärte sich zum größten

Freund der Juden und bekam für diesen Blödsinn viel

Raum in den öffentlich-rechtlichen Medien. Und irgendwelche

islamistischen Gruppierungen wussten

nicht, ob sie über den Anschlag jubeln oder sich nicht

gleich selbst zu Juden erklären sollten.

Mich berührt die Anteilnahme von sovielen Menschen

überall im Land. Siesind die Hoffnung. Alles andereist

zum Heulen.

Anetta Kahane

ist regelmäßigeKolumnistin der Berliner Zeitung.

Ihre Themen sind Rassismus und Antisemitismus.

Mehr als 30 000 Jüdinnen und Juden leben in Berlin,

so viele wie nie zuvor nach der Shoa.

Wie fühlen sie sich wenige Tage nach dem Anschlag von Halle?

Ruth Herzberg, Anetta Kahane und Yael Nachshon

geben Auskunft

VonTrauma zu Trauma

VonRuth Herzberg

Dass alle jetzt so fassungslos sind, verstehe ich

nicht. Unvorstellbar soll dieser Anschlag gewesen

sein. Unvorstellbar? Nazi greift Synagoge

an. Dasist so überraschend, als würde

man sagen, im Sommer ist es wärmer als im Winter.Was

mich viel mehr gewunderthat: dass es in Halle eine Synagoge

gibt. Juden! Seid ihr meschugge? Eine Synagoge in

Halle! Habt ihr noch nicht genug?

In Halle ist passiert, was irgendwann irgendwo passieren

musste: Einrechtsradikalisierter Computerspieler

hat sich mit der Realität kurzgeschlossen. Stephan B. hat

versucht, in eine Synagoge einzudringen, zwei Menschen

erschossen, das Land in Aufruhr versetzt, und ich

wurde deswegen gebeten, zu erzählen, wie ich mich so

fühle,als Jüdin in Deutschland, also als potenzielles Opfer

sozusagen.

Danke,mir geht’s gut, ich habe gerade eine Woche auf

dem Land verbracht, bin viel spazieren gegangen, hatte

kaum WLAN und habe die Ereignisse nur am Rande mitbekommen.

Ichfühle mich, ehrlich gesagt, nicht besonders

betroffen. Istdoch andauernd irgendwas los,neuerdings,oder?

Es ist doch kein Geheimnis: Juden sind hier nach wie

vornicht besonders beliebt. Ichals deutsche Jüdin bleibe

deswegen lieber unter dem Radar.Obwohl ich unschuldig

bin! Ichgehöreweder den Rothschilds noch dem Mossad

an. Ichbin harmlos,ich bin ok, bitte bitte tut mir nichts!

Genauso ungern, wie Deutsche im Ausland erzählen,

dass sie Deutsche sind, erzähle ich Deutschen, dass ich

Jüdin bin. „Bist du religiös?“, fragen sie dann. „Warum

nicht?“, geht es weiter. Danach wollen sie meine Familiengeschichte

wissen. Da sind sie streng. Dabei frage ich

Danke, mir geht’sgut

die doch auch nicht automatisch nach ihrer Familiengeschichte,

wenn sie sagen, dass sie aus Hamburg oder

Hessen kommen. Ichbin überhaupt zu wenig schlagfertig

und gewitzt, wenn es um meine Herkunft geht. Ichbin

befangen, denn ich will kein schlechtes Licht auf mein

Volk werfen, nicht, dass es wegen mir noch mehr Ärger

bekommt. Es gibt so viele böse Juden: Polanski, Weinstein,

Epstein, um nur einige zu nennen. Es ist so

schrecklich. Beiden Juden, scheint es mir,wirdjeder immer

als Stellvertreter seines Volkes gesehen.

„Jüdin bist du? Du bist ja ok“, hat mir eine befreundete

Stewardess gesagt, „aber es gibt nichts Schlimmeres als

Israelis im Flugzeug.“– „Du bist ja ok“, meinte ein Kumpel,

aber den Holocaust habe es in der Form nicht gegeben.

Und obich mir endlich mal die Links angeschaut

hätte, die er mir zu dem Thema mailte.„Du bist ja ok“,

sagte mir eine Kollegin, aber was ich davon halten würde,

wie die Israelis mit den Palästinensernumsprängen?

Ich hoffe sehr, nach „Halle“ wollen die Deutschen

nicht wieder mal breite Bündnisse gegen Antisemitismus

und Rassismus usw.schmieden.

Ich kann’s nicht ändern: Wenn Deutsche sich zusammenschließen,

wird mir ein wenig flau in der Magengrube.

Unteilbare Massen von Deutschen, die sich im

Recht fühlen, machen mir Angst. Bitte vereinzelt euch,

ich tu’s doch auch. Also: Wie esmir als deutsche Jüdin

nach dem Anschlag in Halle geht? Prima. Die Sonne

scheint, gleich werdeich spazieren gehen.

Ruth Herzberg

erzählt immer donnerstags in unserer „Stadtbild“-Kolumne,

was sonst noch so in ihrem Alltag passiert.

IMAGO IMAGES/ SCHÖNING

Mein Sicherheitsgefühl

hat einen Knacks

abbekommen

VonYael Nachshon

Das Leben kann überraschend sein. Bis vor

einiger Zeit war Berlin für mich nur ein beliebiger

Städtename auf derWelt. Ichdachte

nicht groß nach, als ich zu Aharon, meinem

Mann, sagte,ich sei bereit, für einige Zeit nach Berlin zu

ziehen. Aharon hatte den Vorschlag gemacht, und ich

war gerade voneiner schweren Krankheit genesen und

wünschte mir nichts weiter als einen Neuanfang, ein

unbeschriebenes Blatt. Unddas wares:Wohnung, Sprache,Kultur,Wetter

–alles neu. Bald merkte ich, dass ich

mich sogar beruflich neu erfand, Aber ich entdeckte

auch, dass Berlin alles andereals ein „unbeschriebenes

Blatt“ ist. DieGeschichte ist allgegenwärtig.

Ichbin im Zentrum vonIsrael in einer völlig säkularen

Familie aufgewachsen, bin zwar dritte Generation

vonHolocaust-Überlebenden, aber dieses Trauma war

in unserem Haus nicht präsent. Als im Gymnasium alle

von der Schule aus zu den Stätten der Schoa fuhren,

bin ich lieber zu Hause geblieben. Es hat mich nicht

übermäßig interessiert, und ich fand, es hätte nicht

wirklich mit mir zu tun. Ich dachte, dies seien ferne

Horrorgeschichten aus einer anderen Welt, und wir

lebten in einer neuen Welt. Ichwar schonimmer naiv,

bin es offenbar heute noch. Deshalb habe ich nicht viel

Aufhebens um unsere Übersiedlung nach Berlin gemacht.

Vonmir aus hätte es jeder andereOrt aufErden

sein können, und nun war es halt dieser geworden.

Aber dertiefe,rauschende OzeanBerlins wurde mir

nach und nach bewusst. Zuerst blieb ich auf den Bürgersteigen

alle paar Schritte vor goldglänzenden Steinen

mit Namen und Daten stehen. Plötzlich konnte

ich mir die Familien vorstellen, die einst in den schönen

Häusern inunserer Straße gewohnt hatten. Zwei

Eltern, zwei Kinder, Juden, haben von dann bis dann

hier gelebt. OffensichtlicheVergleiche zu meiner Familie

drängten sich auf. Später dann die Gespräche mit all

den neuen Leuten, die wir kennenlernten, die Architektur

und die Monumente der Stadt, meine Bekanntschaft

mit Anja Reich, die zu unserem Briefwechsel in

dieser Zeitung führte, und vor allem mein bald dringender

Wunsch, einen Kultursalon zu eröffnen. Die

Aussicht auf Veränderung und Erneuerung, die mir

diese Stadt zu bieten schien, nährte den Gedanken, gerade

in Berlin könnte ich überraschend etwas Gutes

bewirken, und sei es nur in bescheidenem Umfang.

In unseren bisher dreieinhalb Jahren in Berlin gab es

hier unddaVorfälle,die auf die eine oder andereWeise

mit Antisemitismus zu tun hatten. Keiner davon hat

mich aufgewühlt. Aber heute, einige Tage nach dem

Anschlag in Halle, muss ich gestehen, dass mein Sicherheitsgefühl

einen Knacks abbekommen hat. Mir

schießen allerlei Schreckensszenarien durch den Kopf,

die mich erstmals seit unserem Umzug zweifeln lassen,

ob dies der richtige Ort für uns ist. Ich weiß, dass

ich einem einzelnen bescheuerten Extremisten nicht

erlauben darf, mich aus der Bahn zu werfen,und hoffe,

mein Gefühl wirdvorübergehend sein und bald wieder

vomStrom desguten Lebens,das wirhier in Berlin haben,

fortgespült werden. Aber ich vergesse nun nicht

mehr, dass das Leben überraschend sein kann. Wenn

der Moment akuter Gefahr eintrifft, muss man wachsam,geistesgegenwärtig

und leider auch etwas weniger

naiv sein.

Ausdem Hebräischen vonRuthAchlama.

Yael Nachshon

undAnja Reich lesen am 27. und 28.11. im Pfefferberg

Theater aus ihrem neuen Buch „Getauschte Heimat“.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute scheint abgesehen von einigen Wolken immer wieder die Sonne.

Die Höchstwertebetragen 19 bis 23Grad, und der Wind weht schwach

aus Nordwest. Inder Nacht muss man sich auf vereinzelten Nebel einrichten.

Funkelnde Sterne gibt esaber auch, und die Tiefsttemperaturen liegen

bei 12 bis 10Grad.

Biowetter: Die eher leichten Beeinträchtigungen

des Wohlbefindens

können durch Schlaf- und Konzentrationsstörungen

verstärkt werden.

Wittenberge

Arbeiten gehen im Alltag dann nicht 14°/19°

mehr so leicht von der Hand.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 67 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 30 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 19 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 63%

Gefühlte Temperatur: maximal 20Grad.

Wind: leichter Wind aus Nordwest.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

12°/20° 14°/20°

Luckenwalde

12°/22°

Prenzlau

12°/19°

Cottbus

12°/23°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

heiter wolkig stark bewölkt

12°/20° 11°/16° 12°/18°

Frankfurt

(Oder)

14°/22°

Hoch Lisbeth beeinflusst weiterhin zwischen Süditalien, Südosteuropa und Südwestrussland

das Wetter. Auch inMitteleuropa ist es nochmals sonnig, trocken

und sehr mild. Unterdessen sorgt ein Höhentief über der Biskaya im Westen und

Südwesten des Kontinents für starke Regenfälle und örtliche Gewitter.

Sylt

9°/15°

Hannover

12°/21°

Köln

13°/23°

Saarbrücken

11°/22°

Konstanz

12°/22°

Hamburg

11°/17°

Erfurt

12°/23°

Frankfurt/Main

12°/22°

Stuttgart

11°/24°

Rügen

10°/17°

Rostock

11°/17°

Magdeburg

14°/22°

Nürnberg

10°/23°

München

8°/21°

Dresden

12°/20°

Deutschland: Heute zeigt sich oft die

Sonne. Wenige Wolkenfelder trüben

den Sonnenschein dabei kaum.

Dabei werden während des Tages

15 bis 24 Grad erreicht, nachts kühlt

es dann auf 13bis 7Grad ab. Der

Wind weht örtlich mit stürmischen

Böen aus Nordwest. Morgen machen

die Höchsttemperaturen bei 17 bis

24 Grad halt. Dazu ist es wechselnd

bewölkt. Mitunter regnet es bei bedecktem

Himmel. Der Wind weht

schwach bis mäßig aus südwestlichen

Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 13°-15°

Nordsee: 14°-16°

Mittelmeer: 19°-29°

Ost-Atlantik: 14°-20°

Mondphasen: 21.10. 28.10. 04.11. 12.11.

Sonnenaufgang: 07:29 Uhr Sonnenuntergang: 18:14 Uhr Mondaufgang: 18:57 Uhr Monduntergang: 07:40 Uhr

Lissabon

19°

Las Palmas

23°

Madrid

22°

Reykjavik


Dublin

14°

London

17°

Paris

23°

Bordeaux

23°

Palma

28°

Algier

33°

Nizza

22°

Trondheim


Oslo


Stockholm

13°

Kopenhagen

17°

Berlin

20°

Mailand

21°

Tunis

29°

Rom

23°

Warschau

22°

Wien

20° Budapest

23°

Palermo

25°

Kiruna

-3°

Oulu


Dubrovnik

23°

Athen

27°

St. Petersburg


Wilna

20°

Kiew

20°

Odessa

19°

Varna

22°

Istanbul

24°

Iraklio

25°

Archangelsk


Moskau

14°

Ankara

27°

Antalya

34°

Acapulco 34° heiter

Bali 40° heiter

Bangkok 33° Gewitter

Barbados 30° Gewitter

Buenos Aires 14° bewölkt

Casablanca 19° wolkig

Chicago 12° wolkig

Dakar 30° Schauer

Dubai 34° sonnig

Hongkong 28° Schauer

Jerusalem 32° sonnig

Johannesburg 31° heiter

Kairo 35° heiter

Kapstadt 24° wolkig

Los Angeles 19° sonnig

Manila 31° wolkig

Miami 30° wolkig

Nairobi 28° wolkig

Neu Delhi 35° heiter

New York 22° heiter

Peking 15° sonnig

Perth 19° wolkig

Phuket 33° Gewitter

Rio de Janeiro 32° sonnig

San Francisco 20° heiter

Santo Domingo 30° heiter

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 32° Gewitter

Sydney 27° wolkig

Tokio 22° Regen

Toronto 11° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 3 *

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Seite 3

Im Maschinenraum

Annegret Kramp-Karrenbauer beim Deutschlandtag der Jungen Union auf dem Wegzur Bühne

DPA/HARALD TITTEL

Es gibt eine Hürde für Annegret

Kramp-Karrenbauer, sie ist aus

glänzendem weißen Plastik, elegant

geschwungen und ziemlich

hoch. Die CDU-Chefin würde hinter diesem

Stehtisch nicht ganz verschwinden, aber sie

müsste sich schon ganz schön strecken.

Kramp-Karrenbauer schnappt sich das Mikrofon

und geht vor den Tisch. Sie lässt die

Hürde hinter sich, diese zumindest, in der

Hand einen kleinen gefalteten Zettel.

Vorihr liegt ein abgedunkelter Saal. Die

Junge Union trifft sich zu ihrer Jahresversammlung,

zum so genannten Deutschlandtag.

Ums Klima soll es diesmal gehen beim

CDU-Nachwuchs.Auf der Bühne in Saarbrücken

stehen Bäumchen in Kübeln vor dem

Foto eines Waldes,Fridays for Futurehat die

Junge Union erreicht. Undeswirdauch über

Klimapolitik geredet.

Aber es geht auch um ein anderes Klima,

das in der Union. Für Kramp-Karrenbauer ist

der Auftritt ein wesentlicher. Erkann darüber

entscheiden, ob sie weiter im Spiel

bleibt in der CDU. Sieist seit einem knappen

Jahr Parteichefin, in den Monaten seither hat

sie einige Fehler gemacht. DieUmfragewerte

sind schlecht. Die Europawahl verlief miserabel,

die Wahlen in Ostdeutschland sehr

mittelprächtig.

Dashat dazu geführt, dass die Union nun

diskutiert, ob die Saarländerin wirklich geeignet

ist für Angela Merkels anderes Amt.

Die K-Frage, die Kanzlerkandidaten-Frage,

ist zurück in der CDU. Zuletzt ist darüber vor

über 15 Jahren diskutiertworden.

Merz macht Stimmung

„Der Sonntagmorgen ist das Härteste, was

man erleben kann“, beginnt Kramp-Karrenbauer

ihreRede.Tatsächlich: DieDelegierten

tagen schon seit zwei Tagen. Sie haben über

Klimapolitik diskutiert, für die Verlegung der

deutschen Botschaft vonTel Aviv nach Jerusalem

gestimmt und für Verhütungsmittel

als Kassenleistung. Pflichtuntersuchungen

für Ziegen und die Förderung von Kunstrasenplätzen

waren zu beraten. Sie haben sogar

mit einem Greenpeace-Vertreter diskutiert,

das hat es noch nicht gegeben bei der

JU. An den zwei Abenden standen Feiernauf

dem Programm, das hat es durchaus schon

gegeben.

Und eshat noch etwas anderes gegeben:

Friedrich Merz hat am Freitagabend auf der

Bühne gestanden, hinter dem Stehtisch, er

ist ja ziemlich groß. Die Delegierten haben

ihn bejubelt –mit Applaus, mit „Friedrich,

Friedrich“-Rufen. „Wenn Siewollen, dass ich

dabei bin, bin ich dabei“, rief Merz.Die Delegierten

antworteten mit Gesang: „Oh, wie ist

das schön.“ Undsie jubelten erneut, als Merz

einen Schluck Bier aus der Flasche trank.

Merz hat sich dabei ein bisschen verschluckt,

Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit einem knappen Jahr

Chefin der CDU. Sie hat einige Fehler gemacht, und die Umfragewerte

sind schlecht. Wird sie dennoch Kanzlerkandidatin?

Wersteht an ihrerSeite? Beobachtungen auf dem Deutschlandtag

der Jungen Union in Saarbrücken

aber an so eine Stimmung im Saal muss man

erst mal rankommen.

Die Junge Union hat gleich danach noch

beschlossen, dass die Kanzlerkandidatur per

Mitgliederentscheid geklärt werden sollte.

Wer da beim Parteinachwuchs gewinnen

würde, scheint klar, zumindest wenn man

nach der Lautstärke geht.

Kramp-Karrenbauer sagt, man könne den

Eindruck haben, „dass es mehr um das Format

,Germany’sNext Topmodel‘ geht als um

sonst was“. Germany’s Next CDU-Kanzlerkandidat

–das auf jeden Fall.

Kramp-Karrenbauer entscheidet sich für

Munterkeit, sie präsentiert sich als eine, die

sich nicht beeindrucken lässt, zumindest

nicht von einem Merz-Trend. Im Saarland

hat sie 2017 die Landtagswahl gewonnen,

obwohl die SPD im damaligen Hype um ihren

Kanzlerkandidaten Martin Schulz vorne

zu liegen schien.

Beider JU räumt sie nun Fehler ein:„Es ist

bei Weitem nicht alles gelungen.“ Aber es

gebe nun zum Beispiel eine Positionierung

in der Klimapolitik. „Hätten wird diese Programmatik

zur Europawahl gehabt, wäredie

anders ausgegangen“, sagt sie. Nicht alles,

was schlecht läuft in der CDU, ist Schuld der

neuen Parteichefin, soll das heißen. „Wir

dürfen nicht mehr hinterherhinken“, ruft

Kramp-Karrenbauer und macht sich zu einer,

die einen festgefahrenen Wagen wieder

flottkriegen muss.

Sie spottet über das Digitalkabinett der

Bundesregierung: „Was es dort ammeisten

gab, war Papier.“ Sie erzählt von ihren Besuchen

bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr:„Frieden

schaffen ohne Waffen“ –das

sei kein hilfreicher Ansatz.

Zuletzt ist sie in die Kritik geraten, weil sie

die rechtsextremen Anschläge von Halle als

„Alarmzeichen“ bezeichnet hat. Dies spiele

die Bedeutung herunter. Kramp-Karrenbauer

bleibt bei ihrer Wortwahl: „Halle ist ein

Alarmzeichen“, wiederholt sie und ergänzt:

Es habe auch schon andere gegeben. Aber

VonDaniela Vates, Saarbrücken

„keines dieser Alarmzeichen ist anscheinend

so angekommen, dass man erkennt, Rechtsradikalismus

und der politische Arm des

Rechtsradikalismus –die AfD –sind ein wirkliches

Problem in Deutschland.“ Die Union

hat ihren Ton gegenüber der AfD schon

mehrfach verschärft, Kramp-Karrenbauer

geht noch ein Stück weiter. ImBundestag

sitzesie auf der Regierungsbank in Hörweite

der AfD. Was da an Bemerkungen zu hören

sei, sei so schlimm, „dass man weiß, warum

„Die größte Gefahr

für Deutschland, das

sind wir selbst –wenn

wir in unserer

Käseglocke bleiben. Wir

können es vermasseln,

wenn wir glauben, dass

wir so toll sind.“

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Chefin

es wichtig ist, dass Deutschland bei der

Künstlichen Intelligenz noch eine Schippe

drauflegt“. Es die Passage mit dem meisten

Applaus. Sie regiert mit und ist gleichzeitig

doch neu und vor allem kampfbereit. Das

soll die Botschaft sein.

Und noch eine Botschaft hat sie, mittelmäßig

subtil. Im Saarland, sagt Kramp-Karrenbauer,wohnten„Menschen,

die nicht viel

Theater um sich machen“. Entscheidend

seien „nicht die Lauten, nicht die Schrillen,

die sich immer zu Wort melden, sonderndie

Leisen, die im Maschinenraum, die dafür

sorgen, dass sich die anderen auf dem Son-

nendeck in Berlin wohlfühlen können.“

Auch Kramp-Karrenbauer kommt aus dem

Saarland, zufällig.

Es lässt sich als Gruß an Friedrich Merz

verstehen. Der hatte sich kurzfristig als Redner

auf das JU-Programm setzen lassen, damit

die Agenda erst recht von Klimaschutz

auf Kandidatenwettlauf gedreht. Ein fröhlicher

und etwas aufgedrehter Mann ließ sich

da beobachten, unruhig von einem Fuß auf

den anderen wackelnd, als könne er es nicht

erwarten loszulaufen.

Er lobte den neuen JU-Chef als „Rampensau“,

bei einem Rennen braucht man Allianzen.

Und esist hilfreich, wenn die Gegner

nicht so stark sind. Er unterstütze Kramp-

Karrenbauer uneingeschränkt, sagte also

Merz. Und es sei klar gewesen, dass Kramp-

Karrenbauer als neue Parteivorsitzende

„auch Fehler macht“, sagte Merz und fügte

hinzu: „Liebe Freunde,ich hätte auch Fehler

gemacht, vielleicht noch schwerere.“ –

„Nein,“, kam ein Ruf aus dem Saal. „Doch,

doch, doch“, gab Merz zurück, ein breites Lächeln

im Gesicht, ganz fairer Teamplayer,der

aber dennoch der Kapitänin eins mitgegeben

hat.

Für Kramp-Karrenbauers Generalsekretär

Paul Ziemiak gab es dann noch eine regelrechte

Abmahnung, auch das lässt sich auf

die Chefin münzen. „Unter Generalsekretär

Heiner Geißler wäre esnicht möglich gewesen,

dass uns die politische Konkurrenz in

dieser Weise die Rhetorik abnimmt“, befand

Merz.

Ziemiak saß in der ersten Reihe, blickte

vor sich hin und sparte sich die Replik für

eine gute Rede am kommenden Tag. DasPublikum

recycelte für ihn die Merz-Plakate:

„Mehr Sauerland für Deutschland“ lässt sich

auch für Ziemiak einsetzen.

Unddawaren ja noch zwei andere Nordrhein-Westfalen:

Armin Laschet, von dem

nicht klar ist, ob er wirklich selber Kanzler

werden möchte oder sich dazu genötigt

fühlt, Interesse anzumelden, weil er nun mal

Regierungschef des bevölkerungsreichsten

Bundeslands und Vorsitzender des mitgliederstärksten

CDU-Landesverbands ist. Laschet

lobte seinen eigenen Wahlsieg im Jahr

2017. Ohne die Junge Union wäre dies nicht

möglich gewesen, befand er und vergaß mal

eben den Hinweis,dass auch anderes geholfen

hatte: Die CDU hatte zuvor überraschend

sowohl im Saarland als auch in

Schleswig-Holstein gewonnen.

Die größte Ernüchterung erlebte wohl

Jens Spahn, der mit 39 Jahren altersmäßig

am nächsten an der Jungen Union ist. Der

Gesundheitsminister habe mittlerweile eigentlich

Merz überholt, hatte es in der CDU

in den vergangenen Wochen geheißen. Merz

habe sich schließlich nach seiner Niederlage

gegen Kramp-Karrenbauer nicht wirklich in

die Partei einbinden lassen.

Ein Heimspiel also eigentlich für Spahn –

aber der Applaus blieb höflich. Nach seiner

Rede bliebSpahn verloren auf der Bühne stehen.

JU-Chef Tilman Kuban war zur Begrüßung

des bayerischen Ministerpräsidenten

Markus Södergeeilt. Derversicherte,erhabe

seinen Traumjob schon gefunden und befand

sich damit selbst als potenziell kanzlerfähig,

aber leider eben gebunden.

Applaus, aber keine Sprechgesänge

DasWort Kanzlerkandidat hat übrigens keiner

in den Mund genommen außer Wirtschaftsminister

Peter Altmaier. „Ich bin der

Einzige, der nicht Kanzlerkandidat werden

möchte –und ihr habt mich trotzdem eingeladen“,

stellte er fest. Underempfahl, alle Interessenten

in eine Arbeitsgruppe zu stecken,

um das Wahlprogramm zu erarbeiten.

„Wenn die das abgelieferthaben, können sie

in die Schönheitskonkurrenz treten, wer auf

diePlakate darf.“

„Die größte Gefahr für Deutschland, das

sind wir selbst –wenn wir in unserer Käseglocke

bleiben“, sagt Kramp-Karrenbauer

zum Ende ihrer Rede. „Wir können es vermasseln,

wenn wir glauben, dass wir so toll

sind“, warnt Kramp-Karrenbauer auch.

Die Junge Union gönnt ihr guten Applaus,

aber keine Sprechgesänge. Zwei Fragesteller

kritisieren, dass Kramp-Karrenbauer

Verteidigungsministerin geworden

sei, obwohl sie dies zuvor ausgeschlossen

habe.Sie habe es wichtig gefunden, dass die

Bundeswehr inder CDU „wieder Priorität

Nummer 1wird“,antwortetKramp-Karrenbauer.

Sie bekommt auch noch einen kleinenBaumsetzling,

wie alle Gäste.Esgeht ja

ums Klima.

Daniela Vates

ist gespannt, bei welchen Rednerndie

Baum-Setzlingeüberleben.


4*** Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Sachsen: Grüne stimmen für

Koalitionsverhandlungen

Rund sechs Wochen nach der Landtagswahl

in Sachsen ist der Wegfrei

für Koalitionsverhandlungen zur Bildung

eines Kenia-Bündnisses: Nach

CDU und SPD stimmten auch die

Grünen am Samstag auf einem Landesparteitag

in Leipzig mehrheitlich

für die Aufnahme vonGesprächen.

Dasinder vergangenen Woche erzielte

Sondierungsergebnis wurde

vonden Grünen kontrovers diskutiert.

Zahlreiche Vertreter der Basis

äußerten Zweifel, dass die Grünen

ihreZiele in einer Kenia-Koalition

durchsetzen können. Anderewarnten,

Kenia sei „die einzige realistische

Alternative“, damit die AfD

nicht an die Macht komme. (AFP)

Weniger Flüchtlinge suchen

Wegüber das Mittelmeer

Mehr als 80 000 Flüchtlinge und Migranten

sind nach UN-Angaben zwischen

Januar und September 2019

über das Mittelmeer nach Europa

gekommen. Wiedas UN-Flüchtlingshilfswerk(UNHCR)

schreibt,

sollen zudem 1041 Menschen beim

Versuch der Überfahrtumgekommen

sein oder werden vermisst.

Damit haben im laufenden Jahr

deutlich weniger Menschen die

Flucht über das Mittelmeer gewagt.

Zwischen Januar und September

2018 kamen laut UN etwas mehr als

102 000 Flüchtlinge und Migranten

auf dem Seeweg nach Europa. Am

deutlichsten ging die Zahl der Ankünfte

in Italien zurück. (dpa)

Aktivisten errichten Statue

auf einem Berg in Hongkong

Ein Symbol der Freiheit soll die Statue in

Hongkong sein.

AP/KIN CHEUNG

In Hongkong ist es am Sonntag erneut

zu Protesten und Ausschreitungen

gekommen. Demonstranten

versammelten sich an verschiedenen

Orten in der chinesischen

Sonderverwaltungszone,umgegen

die Regierung zu protestieren. In

der Nacht zu Sonntag hatten Aktivisten

bereits eine vier Meter hohe

Statue als Symbol der Freiheit auf

dem Gipfel des Lion Rock errichtet.

Freiwillige trugen die 80 Kilo

schwereStatue in zwei Teilen auf

den Berg,wie die Organisatoren

mitteilten. Diesogenannte Lady Liberty

stellt eine Demonstrantin mit

Schutzmaske,Schutzbrille und

Helm dar. (dpa, AFP)

Umfragen sehen Kais Saied

als deutlichen Sieger

Beider zweiten Runde der Präsidentschaftswahl

in Tunesien sehen

die Nachwahlbefragungen einen

deutlichen Sieger.Der parteilose

Verfassungsrechtler Kais Saied

kommt nach einer Befragung von

Emrhod Consulting auf 72,5 Prozent

der Stimmen. Derbis vorkurzeminhaftierte

Medienunternehmer Nabil

Karoui kommt demnach auf 27,5

Prozent wie der staatliche Fernsehsender

Watania am späten Sonntagabend

berichtete.Das Meinungsforschungsunternehmen

Sigma Conseil

sieht den Juristen sogar bei

knapp 77 Prozent. Einamtliches

Endergebnis wirdinnerhalb der

kommenden zwei Tage erwartet.

(AFP)

Letzte Runde

Die Kandidaten für den SPD-Vorsitz haben sich in 23 Konferenzen vorgestellt. Ein Favoriten-Duo gibt es nicht

VonTobias Peter

Was würde sich in den

ersten 100 Tagen ändern,

falls Vizekanzler

und Bundesfinanzminister

Olaf Scholz mit der Brandenburgerin

KlaraGeywitz Parteichef der

SPD würde? Es werde, so sagt Scholz

auf der letzten Regionalkonferenz vor

der Mitgliederbefragung eher leise,es

werde dann die tiefe Erkenntnis geben:

„In100 Tagen wirddie SPD nicht

zu der Stärke kommen, die wir uns

alle wünschen.“ Scholz kündigt an,

die Regionalkonferenzen sollten zum

„Dauermodell für die SPD“ werden.

Dafür bekommt der Vizekanzler in

der Festhalle des Löwenbräukellers in

München Applaus –aber keinen frenetischen.

Da geht es Scholz wie auf

vielen Regionalkonferenzen zuvor.Es

ist einer der nüchternen, ruhigen Momente

einer Veranstaltung, auf der

viele Kandidaten die Chance ergreifen,

noch mal laut und vernehmlich

für sich selbst als künftige SPD-Vorsitzende

zu werben.

Antwortauf die Verteilungsfrage

Karl Lauterbach, der mit seiner Co-

Kandidatin Nina Scheer die SPD aus

der großen Koalition herausführen

will, ruft mit Blick auf das Klimapaket

der großen Koalition und die Proteste

der Schüler von Fridays for Future:

„Wir wollen, dass die jungen

Leute wieder mit uns auf die Straße

gehen und nicht mehr gegen uns.“

SPD-Parteivize Ralf Stegner, Co-

Kandidat der früheren Präsidentschaftskandidatin

Gesine Schwan,

presst seine Sätze gegen Rechtsradikalismus

in hoher Geschwindigkeit

und Stakkato ins Mikrofon: „Unser

Problem ist nicht die Vielfalt, unser

Problem ist die Einfalt.“

Die SPD sucht neue Parteivorsitzende,

aber sie sucht auch sich

selbst. Das Kandidatenfeld wird bei

der letzten Veranstaltung in München

noch einmal kleiner. Bis hierhin

haben sieben Kandidatenduos –

jeweils bestehend aus Mann und

Frau –durchgehalten. Doch bei ihrem

Eingangsstatement auf der

Bühne ziehen die Parteilinke Hilde

Mattheis und der Gewerkschafter

Dierk Hirschel ihre Kandidatur zurück.

Mattheis betont, es gehe den

beiden um „radikal sozialdemokratische

Politik“, darum, die Verteilungsfrage

nicht nur zu stellen, sondernsie

auch zu beantworten. Dann

fügt sie hinzu: Diese Partei könne

nur überleben, wenn es kein „Weiter

so“ gebe –ein Seitenhieb auf Scholz.

Sie habe in den vergangenen Wo-

Liegen sie vorn? Fianzminister Olaf Scholz und die Brandenburgerin Klara Geywitz.

Zu den 23 Regionalkonferenzen,auf

denen sich die

Teams präsentierthaben,

sind rund 20 000 Mitglieder

gekommen.

Die SPD hat rund 400 000

Mitglieder.Stimmberechtigt

ist, werbis zum 16. September

in die Partei aufgenommen

worden ist –auch Mitglieder

unter 18 Jahren.

DIE MITGLIEDERBEFRAGUNG

Die Stimmabgabe ist vom

14. bis 25. Oktober möglich.

Abgestimmt wird per Briefwahl

oder Online. An der Online-Wahl

kann aber nur mitmachen,

wersich bereits bis

zum 19. September registrierthat.

Das Ergebnis wird am 26.

Oktober veröffentlicht.

Die Stichwahl kann dann

zwischen dem 19. und 29.

November erfolgen.

Der Parteitag,vom 6. bis 8.

Dezember,wählt die neue

Parteiführung.

Die Mitgliederbefragung ist

nur dann gültig,wenn sich

mindestens 20 Prozent der

Mitglieder beteiligen.

DPA

chen versucht, andere linke Kandidatenduos

dazu zu bringen, sich auf

ein Team zu verständigen. Das sei

nicht gelungen. Nun will sie mit ihremRückzug

das Feld an linken Kandidaturen

zumindest verkleinern.

Auf dem linken Parteiflügel

kämpfen jetzt drei Duos um die

Stimmen der Mitglieder:Lauterbach

und Scheer setzen auf die eindeutige

Ankündigung, die Partei aus der großen

Koalition zu führen. Derfrühere

nordrhein-westfälische Finanzminister

Norbert Walter-Borjans und

die Bundestagsabgeordnete Saskia

Esken haben auf den Veranstaltungen

betont, sie wollten den sozialdemokratischen

Bus aus der „neoliberalen

Pampa“ herausbringen, in die

andere ihn hineingefahren hätten.

Ihnen hat ein Votum des NRW-Landesverbandes

und die Unterstützung

von Juso-Chef Kevin Kühnert

auf der linken Seite eine gewisse Favoritenrolle

eingebracht.

Und dann sind da noch Stegner

und Schwan. Sie punkten oft mit

kurzen, nicht selten humorvollen

Ansagen beim Publikum. Schwan

streicht in München die Unabhängigkeit

heraus –und setzt so einen

Seitenhieb gegen Walter-Borjans

und Esken. „Wir werden noch nicht

mal dem heiligen Kevin gehorchen,

weil wir unseren eigenen Kopf haben“,

sagte sie in Anspielung auf

Kühnert. Nicht ohne zu ergänzen:

„Übrigens: Wirmögen Kevin.“

Olaf Scholz steht dagegen wie kein

anderer für die große Koalition. Mit

ihm und Klara Geywitz konkurrieren

nicht zuletzt der eher konservative

niedersächsische Innenminister BorisPistorius

und die sächsische Integrationsministerin

Petra Köpping um

Stimmen. Pistorius und Köpping

streichen heraus,sie hätten sich kommunal-

und landespolitisch engagiert,

während andereschon seit vielen

Jahren nur auf der Bundesebene

unterwegs gewesen seien.

Außenstaatsminister Michael

Roth und die frühereNRW-Familienministerin

Christina Kampmann

wiederum sind politisch ein linkes

Duo, wollen aber die Gesamtpartei

ansprechen. Sie haben mit einer gut

durchgeplanten Kampagne in den

sozialen Netzwerken manchen in

der Partei genervt, aber auch viel Unterstützung

gewonnen.

Viele Zuschauer in München sagen,

sie seien noch nicht sicher, für

wen sie sich entscheiden werden.

„Das ideale Kandidatenpaar für

mich wären Olaf Scholz und Ralf

Stegner“, sagt Teichert. „Aber das

geht ja nun mal nicht.“

Merkel fordert Ende der türkischen Offensive

Präsident Erdogan zeigt sich unbeeindruckt. Nach UN-Angaben brauchen 400 000 Menschen im Kriegsgebiet Schutz

VonGerd Höhler

Ineinem Telefonat mit dem türkischen

Präsidenten Recep Tayyip

Erdogan hat Bundeskanzlerin Angela

Merkel das Ende der türkischen

Offensive in Syrien gefordert. Die

Kanzlerin habe sich am Sonntag in

einem Telefonat mit Erdogan für

eine „umgehende Beendigung der

Militäroperation“ ausgesprochen,

teilte eine Regierungssprecherin mit.

Ungeachtet berechtigter türkischer

Sicherheitsinteressen drohe diese

zur Vertreibung größerer Teile der lokalen

Bevölkerung, zur Destabilisierung

der Region und zum Wiedererstarken

der Terrororganisation Islamischer

Staat (IS) zu führen.

Deutschland hat, wie auch Frankreich,

Rüstungsexporte in die Türkei

wegen der Militäroffensivestarkeingeschränkt.

Die EU-Staats- und Regierungschefs

wollen bei ihrem Gipfeltreffen

am Donnerstag und Freitag

über ein mögliches Waffenembargo

beraten. Auch die USA drohen

der Türkei mit Strafmaßnahmen. Erdogan

zeigte sich unbeeindruckt.

Werglaube, die Türkei werde wegen

Wirtschaftssanktionen oder Waffenembargos

von ihrem Weg abweichen,

irre sich, sagte Erdogan am

Sonntag. Er habe auch mit Merkel

über das Thema gesprochen.

Unddaher setzte die Türkei ungeachtet

aller internationalen Proteste

ihre Militäroffensive inNordost-Syrien

fort. Am fünften Tagder Offensive

nahmen die türkischen Streitkräfte

erneut grenznahe Städte im

Nordosten Syriens unter Artilleriebeschuss.

Das türkische Verteidigungsministerium

meldete am

Sonntag, seit Beginn der Operation

am vergangenen Mittwoch seien 480

„Terroristen neutralisiert worden“.

Als Terroristen bezeichnet die Regierung

in Ankara die Kurdenmilizen

der YPG, die als syrischer Ableger der

Terrororganisation PKK gilt.

Aufinternationale Kritik stößt der

türkische Vormarsch nicht nur aus

völkerrechtlichen Gründen, sondern

auch sicherheitspolitisch. Denn die

YPG war bisher der wichtigste Verbündete

der USA und ihrer Koalitionspartner

im Kampf gegen die Ter-

rororganisation. Der ISkönnte nun

wieder erstarken. Nach Angaben syrischer

Kurden gelang am Sonntag

fast 800 gefangenen IS-Kämpfern

und ihren Angehörigen die Flucht

aus einem bisher von der YPG bewachten

Gefängnis.

Derweil geht die türkische Justiz

hartgegen Kritiker der Militäroperation

im eigenen Land vor. WieInnenminister

Süleyman Soylu mitteilte,

hat die Staatsanwaltschaft die Festnahme

von 121 Personen angeordnet,

die sich in sozialen Medien kritisch

zu der Operation geäußerthatten.

„Dies ist keine Invasion“, sagte

Innenminister Soylu. Wer davon

spreche, begehe Verrat. Die Justiz

habe bereits 500 Ermittlungsverfahren

gegen Personen eingeleitet, weil

sie die „Operation Friedensquelle“,

wie der Einsatz offiziell heißt, beleidigt

hätten, sagte Soylu.

Die staatliche Rundfunk- und

Fernsehaufsichtsbehörde RTÜK

kündigte Zwangsmaßnahmen gegen

Sender an, die kritisch über die Militäroperation

berichten. „Wir werden

keine Sendungen tolerieren, die dem

Terrorismus dienen und unsereBürger

mit falschen Informationen irreführen“,

warnte die Behörde in einer

schriftlichen Erklärung.

In Nordost-Syrien fliehen unterdessen

immer mehr Menschen vor

der türkischen Invasionsarmee.

Nach Angaben der Vereinten Nationen

sind bereits mehr als 130 000 Bewohner

der grenznahen Ortschaften

auf der Flucht. Rund 400 000 Menschen

im Kriegsgebiet benötigen

dringend Hilfe und Schutz, so die

Vereinten Nationen. Zahlreiche Ortschaften

sind infolge der Artillerieund

Luftangriffe ohne Strom und

Wasserversorgung, viele Brücken

und Straßen zerstört.

Staatschef Erdogan will mit der

Militäroperation eine 400 Kilometer

lange und bis zu 40 Kilometer breite

„Sicherheitszone“ schaffen. Dort

sollen nach der Vertreibung der Kurdenmilizen

Millionen syrische

Flüchtlinge angesiedelt werden, die

sich jetzt noch in der Türkei aufhalten.

Aber der Plan ist fragwürdig,

nicht nur angesichts des Chaos und

der Zerstörungen in der Region.

Die Queen

eröffnet die

Brexit-Woche

VonDeal bis Referendum ist

alles noch möglich

VonPeter Nonnenmacher,London

DemVereinigten Königreich steht

die wichtigste Woche seit dem

Brexit-Referendum von 2016 bevor.

DieThronrede der Königin macht an

diesem Montag den Anfang. Am

Donnerstag soll Boris Johnson dann

zum EU-Gipfel nach Brüssel reisen.

Und amSonnabend tritt das britische

Parlament zu einer Sondersitzung

zusammen, bei der alles möglich

sein wird.

Vonallen Ereignissen dieser Woche

wird ohne Zweifel die Rede der

Queen das prunkvollste sein –und

das am wenigsten wichtige. Ungewöhnlich

ist, dass hinter dieser Regierungserklärung

eine Regierung

steht, die nicht aus einer Unterhauswahl

hervorging, die über keine

Mehrheit verfügt und die bisher jede

Abstimmung verloren hat. Da Regierungschef

Boris Johnson unbedingt

Neuwahlen will, ist ihm von der Opposition

vorgeworfen worden, die

„Queen’s Speech“ als Wahlkampf-

Maßnahme zu missbrauchen.

Entscheidender ist, was in Brüssel

passiert. Das Problem ist immer

noch der Status von Nordirland und

damit die Grenze zuIrland. Es soll

hektische Bemühungen geben, etwas

„hinzubiegen“, was es Nordirland

erlauben würde,zugleich innerhalb

und außerhalb der EU-Zollunion

zu sein. Fraglich ist, ob die EU

genug Vertrauen hätte in ein derart

kompliziertes System.

Waskönnte dann am Sonnabend

passieren? Falls es zu einem Deal

kommt, ist das der Tag, an dem das

Muss am Montag vortragen, wasBoris

Johnson vorhat: Queen Elizabeth. DPA

Unterhaus ihn annehmen oder ablehnen

müsste. Nimmt es ihn an,

plant die Regierung einen Tag-und-

Nacht-Einsatz des Parlaments,damit

das Vereinigte Königreich noch am

31. Oktober „auf einvernehmliche

Weise“ aus der EU ausscheiden kann.

Lehnt es ihn ab,oder kommt gar kein

Deal zustande,wäreJohnson per Gesetz

verpflichtet, noch am selben Tag,

die EU um einen Brexit-Aufschub zu

bitten. Weigert sich die Regierung,

würde die Opposition die höchsten

Gerichte anrufen. Denkbar wäreaber

auch, dass der Premier zurücktritt,

um Neuwahlen zu erzwingen. Oder

dass das Parlament ihm das Misstrauen

ausspricht. Johnson kalkuliert,

dass er als Brexit-Märtyrer ebenso wie

als Brexit-Durchpeitscher Wahlen

Winter gewinnen könnte.

Oder es gibt ein Referendum. Von

dieser Möglichkeit ist immer häufiger

die Rede. Immer mehr Parlamentarier

beider Parteien scheinen zum

Schluss zu kommen, dassWahlen das

Problem nur verschleppten oder dass

ein möglicher Johnson-Wahlsieg

endgültig zu einem No-Deal-Exit führen

würde. Darum wollen sie zuerst

ein Referendum sehen, bei dem die

Wähler entscheiden, ob sie einen

Austritts-Deal akzeptieren oder lieber

in der EU bleiben wollen. DieIdee ist,

am Sonnabend einen Deal durchs

Unterhaus zu winken, der an ein „bestätigendes

Referendum“ gebunden

ist: Der Austritt würde nur wirksam,

wenn er von den Wählern akzeptiert

wird. Andernfalls bliebe Großbritannien

in der EU.


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 5 *

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Politik

Kaczynskis Sieg vertieft die Sorgen um Polens Demokratie

Nach dem Erfolg der konservativen Regierungspartei bei den Parlamentswahlen warnen ehemalige Staatspräsidenten vor dem Abgleiten in die Diktatur

VonUlrich Krökel

Es war ein Tagdes Triumphs

und der Rekorde für Jaroslaw

Kaczynski. Nach den

ersten, gewöhnlich zuverlässigen

Prognosen fuhr seine

rechtskonservativePiS bei der polnischen

Parlamentswahl am Sonntag

mit 43,6 Prozent nicht nur das beste

Ergebnis für eine Partei seit dem

Ende des Kommunismus ein. Erstmals

seit 1989 gelang es auch einer

regierenden Kraft, in der Wählergunst

weiter zuzulegen.

Die PiS verbesserte sich gegenüber

ihrem Überraschungssieg von

2015 nochmals um sechs Punkte,

und dies bei einer deutlich höheren

Wahlbeteiligung. Nicht zuletzt

konnte sich Kaczynski darüber

freuen, dass die PiS aller Voraussicht

nach mit einer absoluten Mehrheit

von 239 der 460 Mandate allein regieren

kann.

Schwaches Linksbündnis

Dennoch erklärte ein erschöpft und

nachdenklich wirkender Kaczynski

in seiner ersten Reaktion: „Wir haben

gesiegt, trotz einer mächtigen

Front gegen uns.Nun sollten wir uns

einen Moment der Reflexion nehmen.“

Allerdings waren am späten

Abend noch Verschiebungen bei der

Sitzverteilung im Sejm möglich. Das

hing mit dem komplizierten polnischen

Wahlrecht und dem überraschend

guten Abschneiden zweier

kleinerer Parteien zusammen. Sowohl

die Polenkoalition (KP) um die

JaroslawKaczynski, PiS-Parteichef, lässt sich nach den Wahlen in Polen feiern.

strukturkonservative Bauernpartei

(9,6 Prozent) als auch die ultrarechte

Konföderation (6,4 Prozent) lagen in

den Prognosen über der Fünf-Prozent-Hürde.

Stärkste Oppositionskraft

wurde die liberale Bürgerkoalition

(KO) mit 27,4 Prozent vor dem

Listenbündnis Lewica (Die Linke)

mit enttäuschenden 11,9 Prozent.

Vermutlich war das schwache Ergebnis

seiner langjährigen Gegner die

größte Genugtuung für Kaczynski, der

„Wir haben gesiegt, trotz einer mächtigen

Front gegen uns.

Nun sollten wir uns einen Moment

der Reflexion nehmen.“

Jaroslaw Kaczynski (70) nach dem Wahlsieg seiner Partei

Prawo iSprawiedliwość (PiS, was übersetzt bedeutet:

Recht und Gerechtigkeit).

DPA/RADEK PIETRUSZKA

die katholisch-nationalkonservative

PiS seit fast zwei Jahrzehnten mit autoritärer

Machtfülle führt. Im Wahlkampf

hatte er linken und liberalen

Politikernimmer wieder vorgeworfen,

die „Werte des christlichen Polentums

zu verraten“. Viele Beobachter in Warschau

werteten dies als Beleg, dass

Kaczynski seine Niederlage aus dem

Jahr 2007 noch immer nicht verwunden

hat, als ihn die Opposition nach

nur einem Jahr im Amt des Ministerpräsidenten

zu Neuwahlen zwang, die

er dann deutlich verlor.

Vor diesem Hintergrund setzten

am Wahlabend erste Spekulationen

ein, dass der mittlerweile 70 Jahre

alte Kaczynski die Regierung künftig

als Premier selbst führen könnte. In

den vergangenen vier Jahren hatte

sich der PiS-Chef damit begnügt,

hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen,

während Ministerpräsident

Mateusz Morawiecki und Staatschef

Andrzej Duda öffentlich agierten.

Von der personellen Konstellation

dürfte auch abhängen, ob Kaczynski

in Zukunft eine illiberale Demokratie

nach ungarischem Vorbild oder sogar

ein autoritäres Regierungssystem

zu installieren versucht.

Befürchtung der EU

Genau dieses Schreckensszenario

hatten auf der Zielgeraden desWahlkampfes

drei ehemalige Präsidenten

an die Wand gemalt. Lech Walesa,

der 1989 die friedliche Solidarnosc-

Revolution zum Sieg führte, sein

postsozialistischer Nachfolger Alexander

Kwasniewski und der LiberalkonservativeBronislaw

Komorowski

warnten in einem einzigartigen Appell

vor einem „Abgleiten Polens in

eine Diktatur“. Ähnliche Befürchtungen

hegt nicht nur die Opposition

in Warschau, sondern auch die

EU-Kommission. Sie hatte schon

2016 ein Rechtsstaatsverfahren gegen

die PiS-Regierung eingeleitet,

weil sie deren Systemreformen als

antidemokratische Aushöhlung der

Gewaltenteilung wertete.

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6 Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Deutsche Bahn sucht

Lieferanten für grünen Strom

DieDeutsche Bahn will mit einer

europaweiten Ausschreibung bei

dem Umstieg auf erneuerbareEnergien

vorankommen. Konzerntochter

DB Energie suche nach Anbietern

für insgesamt 500 Gigawattstunden

(GWh) Leistung über einen Zeitraum

vonacht Jahren, teilte das

Unternehmen am Sonntag mit. Die

Bieterfrist läuft bis zum 18. November.„Auslaufende

Kraftwerksverträge

ersetzen wir konsequent durch

erneuerbareEnergien“,sagte DB-

Energie-Chef Torsten Schein. Ab

2038 will die Deutsche Bahn ausschließlich

mit Ökostrom unterwegs

sein. Dergesamte jährliche Strombedarfliegt

nach Konzernangaben

bei 10 000 Gigawattstunden. (dpa)

Boeing-Chef Muilenburg gibt

Verwaltungsratsvorsitz ab

Zwei Abstürze des bestverkauften

Flugzeugtyps 737 Maxhaben Boeing

massiv unter Druck gebracht. Nun

verliertKonzernchef Dennis Muilenburgeinen

Teil seiner Macht. Er

werdeden Verwaltungsratsvorsitz

abgeben, um sich auf das Amt des

Vorstandschefs zu konzentrieren,

teilte der Konzernmit. In dieser

Funktion habe der Verwaltungsrat

„volles Vertrauen“ zu ihm. DenVerwaltungsratdes

Flugzeugbauers soll

künftig David L. Calhoun als nicht

geschäftsführender Vorsitzender leiten.

DerVerwaltungsrat hateine

ähnliche Funktion wie der Aufsichtsrat

in Deutschland, die Funktionen

sind in den USA aber nicht so

klar getrennt. (dpa)

Gute Qualität bei

geringerer Menge

Die Lese ist weitgehend beendet.

FOTO: DPA

Mitdem weitgehenden Abschluss

der Weinlese hoffen die Winzer auf

gute Qualitäten. „Man kann von

einem sehr guten Jahrgang sprechen“,

sagte der Sprecher des Deutschen

Weininstituts,Ernst Büscher.

Nach dem vonHitzeund Trockenheit

geprägten Jahrgang 2018 mit

großen Mengen und eher schweren

Weinen fällt der 2019er-Weißwein

voraussichtlich spritziger und leichter

aus.Die Erträge aber sind unterdurchschnittlich.

Noch nicht beendet

ist die Lese in den vomRiesling

dominiertenAnbaugebieten Mosel

und Mittelrhein. (dpa)

Stimmung unter Landwirten

so schlecht wie lange nicht

Landwirte in Deutschland sehen

ihreLage dem Deutschen Bauernverband

(DBV)zufolge zunehmend

pessimistisch. „Die Stimmung in der

Landwirtschaft ist so schlecht wie

lange nicht mehr“, sagte DBV-Präsident

Joachim Rukwied der „Passauer

Neuen Presse“. Er bezogsich dabei

auf das regelmäßige Konjunkturbarometer

Agrar seines Verbandes.

Noch ungünstiger als die aktuelle

Lage werdedie künftige Entwicklung

eingeschätzt. Rukwied sprach

voneiner „schwierigen wirtschaftliche

Situation und einer hochgradigen

Verunsicherung der Landwirte“.

EinMangelanverlässlichen Rahmenbedingungen

dämpfe die Investitionen.

(dpa)

Von Theresa Dräbing

Ginge es nach Klimaschützern,

wäre der Zeitpunkt

schon längst gekommen,

sein privates Auto abzuschaffen

und auf Bus und Bahn umzusteigen.

Im Alltag vonvielenMenschen

fällt die Entscheidung dazu

nicht immer ganz so leicht –können

alle Wege tatsächlich auch ohne Auto

zurückgelegt werden? Hinzu kommt

der finanzielle Faktor: Bekomme ich

für einen Dieselwagen überhaupt

einen fairen Preis? Wiehochwäreder

Wertverlust, wenn das Auto gerade

jetzt verkauft wird? Denn auch auf

den richtigen Zeitpunkt kommt es

beim Verkauf des Gebrauchtwagens

an, sagen Experten vomADAC.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, sein

Auto zum Verkauf anzubieten?

„Wer seinen Neuwagen schon

nach fünf Jahren ersetzt, macht ein

ziemlich schlechtes Geschäft“, heißt

esbeimADAC.EinenWertverlustvon

65 Prozent könne ein solcher Verkauf

bedeuten. Denn der Restwert sinkt

bereits unmittelbar nach der Erstzulassung

rapide und nimmt auch in

den ersten Jahren kontinuierlich ab.

Erst später verläuft die Kurve nicht

mehr ganz so steil. „Inden folgenden

fünf Jahren beträgt der Wertverlust

insgesamt nur noch 25 Prozent“,

rechnet der ADACvor.

Oft kommt Autobesitzern auch

der Verkauf in den Sinn, wenn wieder

eine große Reparatur ins Haus steht.

Die Faustregel des ADAC lautet:

„Sollte die Reparatur mehr als die

Hälfte des Restwerts ausmachen, ist

es besser, den Schaden nicht zu beseitigen,

sondern den Wagen abzustoßen.

Wertrotzdem noch viel Geld

in den Alten steckt, sollte ihn auch

wirklichbiszumbitterenEndebehalten.“

Wer zahlt das meiste Geld für Gebrauchtwagen?

Mehr Geld gibt es meist vom Privatkäufer.

Denn beim direkten Verkauf

ist kein Händler dazwischen geschaltet,

der auch noch etwas verdient

und zudem beim Weiterverkauf

die Mehrwertsteuer aufschlägt.

Allerdings ist ein Privatverkauf in der

Regel etwas aufwendiger und kann

länger dauern.

Eine Chance auf einen besseren

Preis gibt es über beide Wege auf jeden

Fall, wenn die letzte TÜV-Hauptuntersuchung

noch nicht allzu lange

her war.KeinenEinfluss auf den Wert

haben laut ADAC hingegen kleinere

Schönheitsreparaturen. Die seien in

den Richtpreisen bereits einkalkuliert.

Um einen guten Eindruck beim

Käufer zu machen, schaden sie aber

sicherlich auch nicht.

WielässtsichdergenaueRestwertermitteln?

Wie viel der eigene Wagen tatsächlich

noch wert ist,können Autobesitzer

entweder von einem Gutachter

prüfen (teure, aber genaue Variante)

oder mittels einiger Angaben

schätzen lassen, das geht zum Bei-

Von Lena Klimkeit und Can Merey

Donald Trump wollte einen großen

Deal, jetzt gibt er sich erst

einmal auch mit einem kleinen zufrieden.

Am Freitag kündigte der US-

Präsident ein Teilabkommen im

Handelsstreit mit China an –das allerdings

noch nicht unterschrieben

ist. China sprach in einer ersten Reaktion

etwas zurückhaltender von

„substanziellen Fortschritten“ in den

Verhandlungen.

Konkret wollen die USA nun vorerst

auf die für diese Woche angekündigte

Erhöhung von Strafzöllen ver-

Das Auto zu Geld machen

Beim Verkauf des Gebrauchten kommt es nicht nur auf den richtigenZeitpunkt an

Rücknahme durch Hersteller: Wenn kein

Geld mehr zu erwarten ist, kann man zumindest

Entsorgungskosten sparen. Autohersteller

sind verpflichtet, fahruntüchtigeAutos

kostenlos zurückzunehmen und zu recyceln.

Aufder Website Altfahrzeugstelle.de sind die

Rückgabestellen aufgelistet.

zichten. Es gebe aber noch keine Entscheidung

über die für Dezember angekündigten

Zölle,betonte der Handelsbeauftragte

RobertLighthizer.

Trump sagte, China habe sich

zum Kauf von US-Agrarprodukten

im Wert von40bis 50 Milliarden Dollar

bereit erklärt. Das sei ein Vielfaches

des derzeitigen Wertes. Der

Deal sei der „großartigste und größte“,

der je für die amerikanischen

Bauern gemacht wurde, twitterte er.

Landwirte –eine wichtige Wählerschicht

Trumps –haben wegen des

Handelskriegs erhebliche Einbußen

erlitten.

ALTAUTOS RECYCELN

Bedingungen für kostenlose Rücknahme:

Kostenlos zurückgenommen werden müssen

nur Autos der Klasse M1 (Pkw) und einem

Höchstgewicht vonbis zu 3,5 Tonnen. Oldtimer

und Wohnwagen sind ausgenommen,

ebenso wie Fahrzeuge, die bautechnisch wesentlich

verändertwordensind.

Kleiner Deal im großen Handelsstreit

Trotz Trumps ErfolgsmeldungimHandelsstreit stehtdie Einigungnoch aus

Trump erklärte,die nun mit China

vereinbarte „Phase eins“ eines umfassenderen

Abkommens beinhalte

unter anderem die Themen Schutz

geistigen Eigentums, Finanzdienstleistungen,

Währungsfragen und

Agrarprodukte. Die restlichen Streitpunkte

sollten dann in einer zweiten

und womöglich einer dritten Phase

geklärt werden, sagte Trump bei

einem Treffen mit dem chinesischen

Vizeministerpräsidenten und Chefunterhändler

Liu He.Die USA werfen

China eine aggressiveinternationale

Expansion vor und fordern einen

grundsätzlichen Politikwechsel.

ILLUSTRATION: SASCHA JAECK

spiel kostenlos über die Internetseite

der Deutschen Automobil Treuhand

(DAT) oder über die Fahrzeugbewertung

vonSchwacke,der Dienst kostet

knapp 8Euro. Einen Richtwerterhält

man auch schon, wenn man sein

Auto mit Gebrauchtwageninseraten

ähnlichen Alters, Laufleistung und

Ausstattung vergleicht.

Wasgibt es beim Privatverkauf zu beachten?

Aussagekräftige Fotos sind unabdingbar

– auch von Mängeln, das

schaffe Vertrauen, rät der ADAC. Ansonsten

sollte im Inserat die Ausstattung

knapp,aber so präzise wie möglich

angegeben werden.

Meldet sich ein potenzieller Käufer,

wird dieser das Auto auch Probe

fahren wollen. Um hierbei nicht auf

Betrüger reinzufallen, sollten Verkäufer

Vorkehrungen treffen. Beispielsweise

ist es sinnvoll, bei der

Probefahrt mitzufahren, um sicherzugehen,

dass der Interessent nicht

kurze Zeit später mit dem Wagen

über alle Berge ist. Auch sollte sich

der Verkäufer den Führerschein zeigen

lassen und gegebenenfalls bei

der Versicherung abklären, ob der

Fahrer für die Fahrtversichertist. Alternativ

kann auch ein einfacher Vertrag

aufgesetzt werden.

Beim letztendlichen Kaufvertrag

sollten Verkäufer außerdem beachten,

dass in diesem kein Gewährleistungsrecht

festgeschrieben ist. Dies

ist nur zwingend bei einem Vertrag

mit einem Händler. „Versäumt der

Verkäufer, die Gewährleistung im

Vertragauszuschließen, unterliegt er

der gesetzlichen, nunmehr zweijährigen

Gewährleistungspflicht“, so

der ACEAuto Club Europa.

Wastaugen Onlineankaufportale?

Onlineportale wie Autoscout24

oder Wir-kaufen-dein-Auto werben

damit, Autos jeden Zustands sofort

abzukaufen und zwar ohne vorausgehende

Preisverhandlungen oder

Probefahrten. In der Vergangenheit

gab es allerdings auch Beschwerden

enttäuschter Kunden. So stellte die

Verbraucherzentrale Nordrhein-

Westfalen bei einem Test fest, dass

bei Wir-kaufen-dein-Auto mit hohen

Angeboten warb, die im letzten

Schritt des Verkaufsprozesses nicht

eingehalten wurden. Auch bei anderen

Tests von Verbraucherschützern

bestätigte sich: Dieanfänglichen Angebote

sind bei Onlineankaufportalen

häufig höher als der tatsächlich

erzielte Preis.

Lohnt sich jetzt der Verkauf eines Diesels?

Wegen der Fahrverbote in einzelnen

Großstädten zögern viele Kunden

derzeit beim Kauf eines gebrauchten

Autos mit Dieselmotor.

Um die Restwerte von Dieseln sei es

deswegen auch nicht besonders gut

bestellt, erklärtder ADAC. „Trotzdem

spricht viel dafür,Ruhe zu bewahren,

die persönliche Situation zu analysieren

und nicht überstürzt zu verkaufen“,sodieEinschätzung

desVerkehrsclubs.

In Deutschland reagierte der Bundesverband

Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA) zurückhaltend.

„Nach den zahlreichen Kapriolen

des US-Präsidenten vor und

zurück bleibt erst einmal ein gesundes

Stück Skepsis,was diese Teileinigung

wert ist“, sagte BGA-Präsident

Holger Bingmann.

Trump äußerte seine Hoffnung,

dass das Teilabkommen in wenigen

Wochen finalisiertwerden könne.Er

und Chinas Staats- und Parteichef Xi

Jinping könnten es dann womöglich

amRandedesApec-GipfelsMitteNovember

unterzeichnen. (dpa)

Facebooks

Libra-Allianz

bröckelt

WichtigePartnerder

Digitalwährung springenab

Von Andrej Sokolow

Facebook verliert weitere Partner

für sein mit großen Ambitionen

gestartetes Libra-Projekt. Nach Paypal

kehren auch Ebay, Mastercard,

VisaundStripedergeplantenDigitalwährung

den Rücken. Nach Darstellung

vonUS-Medien löst der massive

Widerstand von Regierungen und

Regulierungsbehörden Bedenken im

Kreis der Libra-Partner aus.AlleAussteiger

ließen aber die Tür für eine

spätere Unterstützung des Libra-

Projekts ausdrücklich offen.

Für diesen Montag ist eine wichtige

Sitzung zur weiteren Zusammenarbeit

in der Libra Association mit

Sitz in der Schweiz geplant, die die

Digitalwährung verwalten soll. Die

Aussteiger könnten damit die letzte

Chance für den Abgang vor einer

förmlichen Mitgliedschaft genutzt

haben. Facebook hatte bei der Vorstellung

des Projekts im Sommer gut

zwei Dutzend namhafte Firmen als

„Gründungspartner“ von Libra präsentiert.

Vonden damals genannten Zahlungsdienstleistern

ist in der aktuellen

Liste der Partner nur noch PayU

übrig geblieben. Auch der Name der

vor allem in Lateinamerika aktiven

Firma Mercado Pago fehlt inzwischen.

Weiter dabei sind demnach

unter anderem der Reisespezialist

Booking Holdings, die Fahrdienst-

Vermittler Uber und Lyft, der Streaming-Marktführer

Spotify, der Telekommunikationskonzern

Vodafone

und mehrere Spezialisten für Blockchain-Technologie.

Der Ausstieg von Mastercard und

Visa trifft das Projekt besonders hart.

Die weltbekannten Branchengrößen

verliehen Libra mehr Glaubwürdigkeit

und könnten zudem mit ihrer

Infrastruktur eine wichtige Schnittstelle

zur klassischen Finanzwelt bieten.

FacebookwillmitLibraeinreindigitales

Tauschmittel schaffen, ähnlich

bestehenden Kryptowährungen

wie Bitcoin. Nach früheren Ankündigungen

soll das System im kommenden

Jahr starten, die Idee stößt aber

bei Politikernund Zentralbanken auf

zum Teil heftigen Widerstand. Wegen

der riesigen Dimensionen eines solchen

Projekts fürchten sie unter anderem

Verwerfungen an den Finanzmärkten.

Nach Facebooks Vorstellungen

könnte Libra zunächst vor allem bei

grenzüberschreitenden Überweisungen

zum Einsatz kommen, später

dann auch zum Bezahlen vonKäufen

sowohl online als auch in Läden.

Der bei Facebook für das Projekt

zuständige David Marcus erklärte,

man solle aus dem Abgang der Partner

keine Schlüsse über das Schicksal

der Digitalwährung ziehen. „Natürlich

sind das keine großartigen Nachrichten

auf kurze Sicht, aber auf eine

gewisse Weise ist das auch befreiend“,

schrieb er bei Twitter. Aber

wenn sich so viel Druck aufbaue, sei

klar, dass man an etwas dran sei.

Facebook-ChefMarkZuckerbergsoll

bald im US-Repräsentantenhaus

zum Einfluss des Netzwerks auf den

Finanzsektor befragt werden. (dpa)

Facebook-Manager DavidMarcus.

FOTO: TOBIAS HASE/DPA


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 7 *

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Wirtschaft

Aufstand gegen Weltbank und IWF

Nach gewaltsamen Protestengegen teure Spritpreise will die Regierung in Ecuador neu verhandeln

Von Tobias Käufer

Am Abend schlagen sie auf

die Kochtöpfe.InQuito, in

Guayaquil, im ganzen

Land. „Cacerolazo“ nennen

die Südamerikaner diese Form

des Protests. Wenn es zu gefährlich

ist, auf die Straße zu gehen, stellen

sich die Menschen ans Fenster oder

auf den Balkon und lassen die Kochtöpfe

sprechen. UndDemonstrieren

ist in diesen Tagen lebensgefährlich

in Ecuador.

Wiehier vorder Brücke,die Duran

mit Guayaquil verbindet. Aufbeiden

Seiten des zehnspurigen Bauwerks

stehen die Sicherheitskräfte in Reih

und Glied. Gepanzert, bewaffnet und

mit entschlossenem Blick: „Willkommen

in Duran“, steht auf einem großen

Schild hinter ihnen zu lesen.

Doch willkommen sind die indigenen

Demonstranten nicht, die aus

den umliegenden Gemeinden in die

zweitgrößte Stadt Ecuadors einzogen

und sie lahmlegten.

DieUreinwohner des Landes protestieren

gegen die Streichung der

Subventionen für Benzin und Diesel.

Die Regierung hat einen Kredit des

Internationalen Währungsfonds

(IWF) in Höhe von 4,2 Milliarden

Dollar erhalten, um die Staatsfinanzenzustabilisieren.

Doch im Gegenzug

musste sie sich verpflichten, die

öffentlichen Ausgaben zu kürzen. So

strich Präsident Lenin Moreno

1,3 Milliarden Dollar Subventionen

“Weltbankraus“: Tausende demonstrieren in Ecuadors HauptstadtQuito gegendie Abschaffung der Subventionen für Benzin undDiesel.

für Benzin und Diesel. DieKraftstoffpreise

haben sich dadurch mehr als

verdoppelt, die Folgen spürtdas ganze

Land: Alles,was transportiertwerden

muss, alles, was irgendwie mit

Benzin und Diesel zusammenhängt,

wirdteurer.VonMorenofühltsichdie

arme Bevölkerung verraten. „Weltbank

raus“ haben Demonstranten

auf Häuserwände gesprüht.

Die Weltbank hat einen katastrophalen

Ruf in Ecuador, sie gilt als

Instrument neoliberaler Kräfte. Für

die, die ganz unten in der Einkommenshierarchie

stehen, ist es nur

schwer nachvollziehbar, dass sie die

Zeche für eine verfehlte Wirtschaftspolitik

der letzten fünf, zehn Jahre

zahlen sollen. An einer Bushaltestelle

in Duran ist der Ärger greifbar:

„Manchmal wissen die Politiker doch

gar nicht, was ihre Entscheidungen

für uns bedeuten“, sagt der 51-jährige

Fernado, der gerade aus dem Bus

steigt. „Das Land steht am Abgrund,

die Leute sind wütend.“

FOTO: JORGE IVAN CASTANEIRA JARAMILLO/GETTY IMAGES

In der Hauptstadt Quito eskaliert

derweil die Situation. Gewalttätige

Randalierer versuchten am Wochenende,einen

regierungsnahen Sender

und ein Verlagshaus anzuzünden. Im

Stadtzentrum

verwüsteten

Demonstranten ganze Straßenzüge

und plünderten den Sitz des Rechnungshofs.

Die Polizei reagierte ihrerseits

mit völlig überzogener Gewalt,

schlug blindwütig auf Zivilisten

ein. Es sind Szenen wie aus einem

Bürgerkrieg, mindestens vier Menschen

starben. Videos in den sozialen

Netzwerken zeigen, wie Vermummte

versuchen, Polizisten anzuzünden.

Demonstranten werden von Gummigeschossen

im Gesicht getroffen.

Präsident Moreno zeigte sich am

Abend im Fernsehen, sprach von

einem traurigen Tag. Underkündigte

an, das umstrittene Spardekret 883

im Dialog mit dem Indigenen-Dachverband

Conaie zu überprüfen. Beide

Seiten haben sich verständigt, in

einen Dialog einzutreten. Offenbar

gerade noch rechtzeitig, um noch

mehr Blutvergießen zu verhindern.

„Das waren schwierige Tage,aber wir

werden das Land voranbringen“,

sagte Moreno.Gleichzeitig verhängte

er eine AusgangssperreinQuito.

Jaime Vargas, das Sprachrohr des

Indigenen-Dachverbands, hat dem

Dialog zugestimmt. Gleichzeitig allerdings

sollen die Proteste weitergehen.

Außerdem bestehen die

Demonstranten darauf, die Subventionen

wieder in Kraft zu setzen.

Vargas ist zur Zeit der vielleicht

mächtigste Mann des Landes. Wenn

er zum Mikrofon greift, hören alle zu.

PräsidentMorenosowieso,aberauch

dessen Vorgänger und Intimfeind

Rafael Correa. Beide waren mal linke

politische Weggefährten, doch seit

Moreno das Land von linksaußen in

die Mitte und noch ein bisschen weiter

nach rechts geführt hat, hält ihn

Correa für einen Verräter.Defacto ist

Correas politische Karriere beendet,

doch der 56 Jährige fühlt sich noch zu

jung für den Ruhestand.

Vargas, der Mann, der die indigenen

Massen lenkt, wählt seine Worte

mit Bedacht und distanziertsich von

beiden Lagern: „Nein zu Moreno,

NeinzuCorrea.“Bevorsiesichanden

Verhandlungstisch setzen, verlangen

seine Leute nach den Toten und Verletzten

des Wochenendes vonMoreno

Sicherheitsgarantien. Vondiesen

Gesprächen hängt nun alles ab: Der

Frieden, Morenos Zukunft und Correas

Comebackwünsche.

Daimler muss Tausende

Diesel zurückrufen

Minister kritisiert „Salamitaktik“

Von Tobias Schmidt

Zum dritten Mal binnen kurzer

Zeit muss DaimlerTausendeDieselautos

zurückrufen. Einen entsprechenden

Rückrufbescheid habe das

Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erlassen,

teilte der Konzern mit. Daimler

fühlt sich allerdings nach wie vor im

Recht –und bringt damit Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer

(CSU) auf die Palme. „Der neue

Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola

Källenius hat mir vorMonaten versichert,

dass er bei unzulässigen Abgastechniken

reinen Tisch machen

wird“, sagte Scheuer der „Bild am

Sonntag“. „Leider ist das Gegenteil

der Fall.“

Nach Angaben des Unternehmens

geht es um einige Hunderttausend

Mercedes-Benz-Fahrzeugen in

Europa, die mit dem schon etwas älteren

Euro-5-Dieselmotor mit der

Bezeichnung OM651 unterwegs

sind. Betroffen seien allein 260 000

Exemplare vom Vorgängermodell

des Transporters Mercedes Sprinter.

Weitere Fahrzeuge wurden nicht genannt.

DerMotor steckt in einer ganzen

Reihe von Mercedes-Fahrzeugen.

Es handelt sich aber um ein älteres

Modell, das in aktuellen Baureihen

nicht mehr zum Einsatz kommt.

„Die Produktion der Fahrzeuge ist

spätestens im Juni 2016 ausgelaufen“,

betonte Daimler.

Scheuer wirft dem Autobauer

mangelnde Kooperation vor. „Wir

haben manipuliert, aber Behörden,

sucht mal schön den Fehler selbst“,

sei die Haltung. Er sprach von„Trickserei“

und „Salamitaktik“. Daimler

müsse dem Kraftfahrt-Bundesamt

Daten und Zahlen selbstständig liefern.

EinDaimler-Sprecher wollte die

Aussagen des Ministers nicht kommentieren.

Das KBA hatte dem Autobauer

schon 2018 auferlegt, gut 680 000

Dieselfahrzeuge zurückzurufen. Im

vergangenen Juni kamen dann noch

einmal rund 60 000 Geländewagen

des Typs Mercedes-Benz GLK hinzu.

Nach Ansicht der Behörden ist darin

eine unzulässige Abschalteinrichtung

bei der Abgasreinigung im Einsatz.

Daimler ist der Auffassung, dass

seine Abgastechnik rechtlich in Ordnungsei,undwillgegendenRückrufbescheid

Widerspruch einlegen. Davonunabhängig

kooperiereman mit

den Behörden.

Daimler wird die Rückrufe also

umsetzen und betroffene Kunden informieren,

bleibt aber dabei, dass das

KBA unrecht habe.Essei daher nicht

ausgeschlossen, dass die Behörde

weitere Anordnungen erlassen werde.

ImZusammenhang mit der Anordnung

zum GLK hatte Daimler bereits

erklärt, dass die beanstandete

Funktion in verschiedenen Baureihen

enthalten sei.

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FOTO: BACHMANN/DPA


8* Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Meinung

Polen

ZITAT

Die Grenzen der

Demokratie

Ulrich Krökel

empfiehlt der EU,gut auf das

Nachbarland aufzupassen.

Polens rechtsnationale PiS hat bei der

Parlamentswahl den erwarteten Sieg

eingefahren. Bricht also bald die Diktatur

im größten und wichtigsten EU-Staat des

östlichen Europas an? Dieses Schreckensszenario

haben kürzlich drei polnische Ex-

Präsidenten an die Wand gemalt, darunter

Friedensnobelpreisträger LechWalesa.

Doch gemach! Die vergangenen vier

Regierungsjahre der PiS haben zwar gezeigt,

dass die Partei mit ihrem autoritären

Chef Jaroslaw Kaczynski den Rechtsstaat

und die Gewaltenteilung zur Manövriermasse

ihrer Machtpolitik zählt.

Kaczynski hat aber bislang deutlich engere

Grenzen des Machbaren akzeptiert

als ein Wladimir Putin oder ein Recep

Tayyip Erdogan.

Die PiS-Regierung hat das Herzstück

der demokratischen Willensbildung, die

freien und fairen Wahlen, nicht angetastet.

Das ist auch ein Verdienst der EU-

Institutionen, die der Regierung in Warschau

immer wieder ihre Grenzen aufgezeigt

haben. Mit Brüssel will es sich

die PiS schon deshalb nicht verscherzen,

weil eine große Mehrheit der Polen

von dem zusammenwachsenden Europa

begeistertist. EinPolexit ist derzeit

undenkbar. Außerdem profitiert Polen

mehr als die meisten EU-Staaten von

Strukturhilfen aus Brüssel. Wichtigster

Grund für den Wahlsieg der PiS waren

kaum zufällig die starken Wirtschaftsdaten.

Zieht man all dies ins Kalkül, so steht

eher nicht zu befürchten, dass die PiS nun

bald wieder die Konfrontation mit der EU

und mit ihren eigenen Bürgern sucht wie

nach dem Wahlsieg von 2015. Entwarnung

zu geben, wäre allerdings ebenso

verfrüht. Genaues Hinsehen bleibt erste

Brüsseler Pflicht.

Ecuador

Ein Rest

von Anstand

Tobias Käufer

hofft, dass das Einlenken vonPräsident

Moreno Wirkung zeigt.

Die Bilder der wütenden Proteste in

Ecuador scheinen den Präsidenten

Lenin Moreno zum Einlenken zu bewegen.

Zum Glück ist er kein Despot. Moreno

hat hoffentlich gerade noch rechtzeitig

die Reißleine gezogen und zugesagt,

sein umstrittenes Spardekret noch einmal

zu überdenken.

Er zeigt damit zumindest einen Rest

von demokratischem Anstand. Seine Legitimation

ist dennoch stark angekratzt,

denn die brutale Gewalt, mit der die Sicherheitskräfte

auf die brachialen Proteste

reagierte,hat den Riss zwischen ihm,

dem Präsidenten, und großen Teilen des

Volkes noch einmal verstärkt.

Seine Sparpolitik sah unter anderem

vor, Subventionen auf Benzin und Diesel

zu streichen und der Wirtschaft mit Steuererleichterungen

entgegenzukommen.

Für Menschen, die von umgerechnet 350

Euro monatlich oder weniger leben müssen,

ist eine Preiserhöhung für das Busticket

eine persönliche Katastrophe. Und

mögen noch so viele Wirtschaftswissenschaftler

und Analysten die Sparmaßnahmen

loben, dort, wo der tägliche Überlebenskampf

tobt, gibt es kein Verständnis

für eine derartige Politik, die auf Versprechungen,

dass es irgendwann schon besser

werden wird, basiert.

Wer vom Wähler Opfer verlangt, der

sollte darauf achten, dass nicht nur die Armen,

sondern auch die Reichen einen

spürbaren Teil dazu beitragen.Wersparen

will, muss die Menschen mitnehmen, ihnen

erklären, warum diese Schritte notwendig

sind. Wenn der Eindruck entsteht,

dass irgendwelche ausländischen Banker

die Befehle erteilen, ist es schon zu spät.

Es wirdsich zeigen, ob Moreno all die Empörten

wieder besänftigen kann.

Schaulaufen in der K-Frage

Berlin sei ein Dorf, heißt es, und manchmal

glaube ich, das stimmt. Wie wenig

in dieser Stadt passiert, habe ich erst so

richtig bemerkt, seitdem ich alle zwei Wochen

an dieser Stelle über sie schreiben

muss. Ich hatte für diese Kolumne jetzt eigentlich

auf die Aktivisten von Extinction

Rebellion gesetzt, die ja angekündigt hatten,

Berlin lahmzulegen. Daswäredoch mal

ein Thema gewesen, über das ich noch eine

Woche später hätte schreiben können!

Aber trotz aller Aktionen der immerhin

rund 3000 Klimaschützerinnen und Klimaschützer

an jenen Tagen funktionierte Berlin

weiterhin. Nur inden einschlägigen Kommentarspalten

wurde gewütet, als wären wir

monatelang belagertworden. Ichfrage mich,

wo diese Stimmen waren, als neulich zig

Kreuzungen blockiert wurden, nur weil ein

paar radikale Sportaktivisten unbedingt 42

Kilometer in möglichst kurzer Zeit laufen

wollten.

Berlin hat alles außer ein Meer,lautet eine

weitere Binsenweisheit. Na ja, alles bis auf

bezahlbarenWohnraum, ein schlüssigesVerkehrskonzept

oder ausreichend Kitaplätze,

möchte ich einwerfen. Aber das Meer fehlt

trotzdem. Mit einem Strand wäre die Stadt

noch viel attraktiver, schon alleine, weil auf

Sand keine E-Tretroller fahren könnten.

Aber wie sähe sie ansonsten aus, die

Stadt? Die Gezeiten kämen auf jeden Fall

sehr unregelmäßig, mal drei Tage gar nicht

und dann wieder fünf hintereinander. In

kleinen Büdchen gäbe es Döner mit Scampi-

Zehn Debatten in zehn Wochen.

Die Berliner Zeitung,der Tagesspiegel und die Bundeszentrale

für politische Bildung feiern30Jahre Meinungsfreiheit.

Diese Woche: Wieviel Religion braucht Deutschland?

Argumente und Ideen bitte an

leser-blz@dumont.de; Stichwort: Meinungsfreiheit

Alle Debatten online unter

berliner-zeitung.de/meinungsfreiheit

Neue

Kirche

Andrea Voß-Frick

ist Mit-Initiatorin der Bewegung Maria 2.0. Sie ist Psychologin

und arbeitet als Tagesmutter und Freie Trainerin in Münster.

KOLUMNE

Wenn Berlin

am Meer

läge

Katja Berlin

Autorin

fleisch und Pfefferminzlikör mit Kokosmilch.

Alle weitere Gastronomie bestünde aus

Markthallen, in denen sehr gewöhnliche

Speisen in nur sehr kleinen Portionen als

Beachfood teuer verkauft würden.

ÄrmereFamilien, solche also,die nicht in

Prenzlauer Berg leben, müssten daher selbst

gefangene Fische direkt am Strand grillen.

Natürlich nur die Männer,Frauen sind ja bekanntermaßen

für die Zubereitung heißer

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Glaube und Religion sind in Verruf

geraten: Im Namen Gottes wurden

und werden Kriege geführt,

ganzeVolksgruppen werden ihrer

Heimat und Lebensgrundlage beraubt, Menschen,

die sich der Kirche anvertraut haben

oder ihr anvertraut wurden, wurde und wird

grauenvolles Unheil zugefügt. Religionen,

deren Verfasstheit, Selbstbezug und Institutionalisierung

solcherlei hervorbringt,

braucht die Welt sicher nicht.

Und doch bin ich davon überzeugt, dass

uns Menschen eine Sehnsucht und ein tiefes

Wissen nach und um einen Grund innewohnt,

auf dem wir sicher stehen und vertrauensvoll

alle Wege gehen können. Ein

Grund, der weit über uns selbst hinausweist.

Als Christen und Christinnen hüten wir

einen Schatz –eine Frohe Botschaft, die kündet

vomEnde der Ausgrenzung undVerurteilung.

Sie kündet von Geschwisterlichkeit,

von Barmherzigkeit, von Freiheit und von

Liebe. Jesus von Nazareth hat den Glauben

seiner Zeit auf den Kopf gestellt. Hatdie Menschen

aufgerufen, einander Segen zu sein,

den Blick zu richten auf den Anderen, den,

der meiner Hilfe und meines Erbarmens bedarf.Wenn

ich mich so umschaue in derWelt,

denke ich: Diese Botschaft hat die Welt nötiger

denn je.Einen solchen Glauben zu leben,

bringt Heilung in die Welt.

Um einen solchen Glauben zu leben,

braucht es auch Gemeinschaft, als Ort der

Spiritualität, der Verbundenheit und Solidarität.

Doch diese Gemeinschaft –die katholische

Kirche –ist unglaubwürdig geworden.

Sie hat Dunkelräume der Macht geschaffen,

in denen Amtsinhaber spirituelle und sexualisierte

Gewalt unentdeckt ausüben konnten,

in denen die Täter geschützt, ihreTaten vertuscht

wurden und die Institution Kirche

über die Menschen gestellt wurde.

Diese Kirche diskriminiert die Hälfte der

Menschheit –die Frauen –, indem sie sie von

der Gestaltungs- und Entscheidungsmacht

fernhält. Sie bestraft Menschen für ihr Anderssein,

für gescheiterte Lebensentwürfe,

fürs„falsche“ Lieben. Sieschließt aus,anstatt

sich zuzuwenden. Sie hat sich von der Frohen

Botschaft des Mannes aus Nazareth

meilenweit entfernt.

Immer mehr Katholiken und Katholikinnen,

so scheint mir, halten diesen Zwiespalt

nicht mehr aus.Viele vonuns stellen sich täglich

die Frage,obsie bleiben oder gehen sollen.

Für das Gehen gibt es gute Argumente:

das eigene Gewissen etwa oder die Hoffnung,

dass etwas Neues wachsen kann, wo

das Alte sich als obsolet erwiesen hat. Aufder

anderen Seite wird uns oft gesagt, dass Veränderungsbereitschaft

und Veränderungsdruck

nie so groß waren, wie sie es momentan

sind. Das Kirchenvolk emanzipiert sich

zum Glaubensvolk. Und auch immer mehr

Amtsinhaber –vom Priester bis zum Kardinal

–sprechen sich offen für dringend notwendige

Veränderungen in der Verfasstheit

und den Strukturen der katholischen Kirche

aus.

Unddie unwahrscheinliche Hoffnung auf

Veränderung ist es auch, wegen der ich mich

immer zum Bleiben durchringe.Wir müssen

uns frei machen vonder Vorstellung, dass die

großen Schritte aus der Kirchenhierarchie

heraus gegangen werden –das ist am Ende ja

auch nur eine Form des Klerikalismus.Wenn

wir es ernst meinen mit der Botschaft Jesu,

dann sind wir als Getaufte alle in seine Nachfolge

gerufen und müssen diese Schritte selber

gehen. Unsselbst die Räume schaffen, die

unserer Spiritualität entsprechen, uns selbst

einander annehmen und alle Möglichkeiten

der (Mit-)Gestaltung bis an ihreGrenzen ausschöpfen,

immer wieder vor den Kirchentürenunserer

Sehnsucht nach einer erneuerten

Kirche Ausdruck geben, wie wir es in den Aktionswochen

im Maiund Oktoberdieses Jahres

getan haben, und so schließlich Kirche Schritt

für Schritt von unten verändern. Wir warten

nicht länger darauf, dass die Kirchenherren

vorangehen.Wirgehen selbst voranund laden

alle herzlich ein mitzugehen.

Speisen völlig ungeeignet. Beachclubs würden

wegen Ruhestörung weggeklagt werden,

um dann an billigeren Strandabschnitten

wieder neu zu eröffnen. Strandverkäufer böten

den Leuten Handtücher mit Buddy Bären

und Ampelmännchen drauf an, über allem

kreisten laut krächzende Tauben.

Es gäbe Diesel-, Benzin- und einige wenige

Elektroboote, die willkürlich an allen

möglichen Stellen ankerten, wobei sich die

größte Wutder Berliner auf Stand-up-Paddler

konzentrieren würde. Wahrscheinlich

einfach, weil sie besser aussähen. DieHafenanlagen

wären zu klein oder eine Baustelle,

derWind käme eisig vonOsten,und der Sand

wärevoller Hundekacke.

Ich bin mir nicht sicher, wie verlockend

ich am Ende dieses Szenario finde. Bei aller

Euphorie sollten wir dabei nämlich nicht

vergessen, was ein Meer für Berlin bedeuten

würde. Nämlich, dass es Hamburg dann

nicht mehr gäbe.Wir hätten den Strand also

nicht alleine, sondern müssten ihn mit 1,8

Millionen Hamburgernteilen, die die Mieten

noch weiter hochtrieben. Unddenken Siean

die ganzen Polohemden, die dann im Wind

flatterten.

Insofern ist es doch nicht in unserem Interesse,dass

die Bundesregierung die Klimaziele

ungefähr so hartnäckig verfolgt wie ich

meine guten Neujahrsvorsätze. Auch wenn

wir in Berlin zwei Grad mehr vielleicht gar

nicht so schlecht fänden, besteht die Welt ja

nicht nur aus Berlin. Es ist am Ende global

gesehen nämlich wirklich nur ein Dorf.

„Ich bin immer noch der

Meinung, dass die Vorteile

weitaus überwiegen. Ich

würde das Internet nicht

ausschalten, selbst wenn

ich könnte.“

Leonard Kleinrock, 85 Jahre alter US-Ingenieur und

einer der Erfinder des Vorläufers des Internets

AUSLESE

Hoffnung in einer Welt

voller Krisen

Der äthiopische Ministerpräsident

Abiy Ahmed erhält den Friedensnobelpreis

2019. Das Nobelkomitee würdigt

damit den Einsatz des 43-Jährigen für den

Friedensvertrag mit Eritrea und die politische

Öffnung im eigenen Land.

Eine würdige Entscheidung, urteilt die

Magdeburger Volksstimme: „Es ist noch

möglich in einer Welt voller Krisen, Grenzen

zwischen Feinden aufzubrechen und

auf Aussöhnung einzuschwenken. Und

das auf dem schwierigen Kontinent

Afrika.“ Die Rheinische Post lobt: „Abiy

Ahmed erfüllt genau jene Kriterien, die

der Preisstifter Alfred Nobel einst als Bedingung

für die Auszeichnung definierte:

Verdienste um die Verbrüderung der Völker,umAbrüstung

und um die Förderung

des Friedens.Schon lange nicht mehr hat

ein Laureat diesen Anforderungen so gut

entsprochen wie Äthiopiens Ministerpräsident.“

Im Wiener Standard wirdhingegen gegrantelt:

„Der Übergang zur Demokratie

in Äthiopien kann noch scheitern. Ob der

Friedensnobelpreis nur ein Symptom einer

naiven Hoffnung auf ein Happy End

auf dem gebeutelten Kontinent Afrika ist,

ist längst nicht ausgemacht.“

Skeptisch ist man auch bei der Frankfurter

Allgemeinen Zeitung: „Der Preis

kann eine Bürde sein –für seinen Träger,

der unter dem Druck steht, sich der früh

verliehenen Auszeichnung würdig zu erweisen;

aber auch für das Komitee in

Oslo, falls die Vergabe sich später als

Fehlentscheidung erweist. Auf der anderen

Seite kann der Friedensnobelpreis

auch Ermutigung und Stärkung bewirken.“

Bettina Cosack

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Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 – S eite 9

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Berlin

In Berlin setzt ein

breites Bündnis ein

Zeichen gegenRechts

Seite 12

Das Thema Enteignung wurde in Berlin bereits 1926 diskutiert Seite 10

Die Express-S-Bahn wird bald nach Köpenick fahren Seite 13

Stadtbild

Falsch

abgebogen

BarbaraWeitzel

denkt über falsche

Entscheidungen nach.

Ich habe ein neues Wort gelernt.

Anlass war ein Unfall. Ein Freund

hatte seine Tochter von einem Fest

abgeholt und ein anderes Auto seitlich

gerammt. Er ist ein vorsichtiger

Fahrer, erhatte nicht getrunken, er

hatte sein Kind im Auto. Erwar sicher,

und seine Tochter auch, die

Ampel sei grün gewesen. Später

stellte sich heraus: Siewar rot.Wegen

einer leichten Schulterverletzung

hat der andere Autofahrer ihn verklagt

wegen fahrlässiger Körperverletzung.

DieAnwältin meines Freundes

wird auf „Augenblicksversagen“

plädieren.

Augenblicksversagen. Das Wort

lässt mich nicht mehr los seitdem.

Der Unfall hätte das Leben aller Beteiligten

für immer verändern können.

Es hätte Tote geben können.

Das gilt für viele Augenblicksversagen.

Für viele anderegilt: DieFolgen

sind gering, und dennoch richten

wir streng. Über uns selbst und andere.

Überhören eine Verzweiflung in

der Stimme eines geliebten Menschen,

weil wir selbst gerade im Kreis

denken. Schreien ein Kind an, obwohl

wir wissen, dass die Zurechtweisung

in ruhigem Tonesnicht in

Angst versetzen würde und sie obendrein

zuverlässiger ankäme.Wer vor

Schreck zittert, ist nicht empfänglich.

Wir machen etwas kaputt, das

jemand anderem viel bedeutet. Das

kann eine Tasse sein oder ein Bild

oder ein Text. Im einen Fall haben

wir sie vielleicht heruntergeschmissen,

im anderen Fall haben wir unbedacht

über das Werk geurteilt. In

vielen dieser Fälle hadern wir mit

uns oder mit dem Gegenüber, je

nachdem, wereinen Augenblick versagt

hat.

Manchmal sind wir darin unerbittlich.

Prangern an und stellen

bloß, weil zum Beispiel jemand etwas

Dummes gesagt hat. Aus einem

Denkfehler heraus, vielleicht aber

auch, weil derjenige mit dem Rücken

zur Wand stand. Augenblicksversagen?

Gilt nicht. Besonders oft trifft

diese Gnadenlosigkeit Politiker und

andereProminente.

Oder Menschen, deren Leben

sichtbar in Schieflage geraten ist.

Neulich betrat eine junge Frau die S-

Bahn. „Ich trinke keinen Alkohol und

nehme keine Drogen“, hob sie an und

sagte weiter:„Aber ich bin in der 19.

Woche schwanger und ohne Obdach.

Leider aus eigenem Verschulden.“

Dann bat sie um Essen oder Pfandflaschen.

Diehör-und sichtbareScham

über ihre Lage tat mir mehr weh als

die Vorstellung, dass diese Frau ohne

Zuhause ein Kind bekommen wird.

Froh sah ich, dass etliche gaben. Andere

guckten weg. Auch aus Scham?

Hilflosigkeit? Auch in diesen Begegnungen

versagen wir.Wieder andere

schauten verächtlich.„Wie kann man

nur so weit kommen?“, sagten ihre

Blicke.Und: „Man kann doch aufpassen.

In dieser Lage.“ So und ähnlich.

Werweiß, an welcher Stelle das Leben

dieser Frau den Knick nach unten

vollzogen hat. Irgendwo ist sie

falsch abgebogen. Nicht jeder hat einen

Anwalt, der für einen eintritt. Ich

glaube aber, jeder von uns hat ihn in

sich. Gegenüber sich selbst und anderen.

In beiden Fällen wünsche ich

mir,alle würden öfter auf ihn hören.

Immer mehr Menschen sind auf die Unterstützung durch die Tafel angewiesen. Insbesondere bei Senioren wurde im vorigen Jahr ein Anstieg um 20 Prozent registriert.

Retter gegen Helfer

Start-ups entdecken die Lebenmittelrettung als Geschäftsmodell. Die Berliner Tafel ist in großer Sorge

VonJochen Knoblach

Ein Apfel mit einer Druckstelle,

ein Becher Joghurt

mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum,

Toastbrot

von vorgestern – in Deutschland

landen Unmengen an Lebensmitteln

im Müll. Laut Bundeszentrum

für Ernährung sind es jährlich zwölf

Millionen Tonnen. Das sind 150 Kilogramm

pro Jahr und Kopf. Tatsächlich

ließe sich der größte Teil

davon vermeiden.

In Berlin hat sich das Start-up Sirplus

dem Kampf gegen die enorme

Lebensmittelverschwendung verschrieben.

Vorzwei Jahren wurde es

gegründet, um Lebensmittel etwa mit

abgelaufenem Haltbarkeitsdatum

vorder Tonne zu bewahren. Diese als

unverkäuflich geltenden Lebensmittel

nimmt Sirplus dem Handel ab und

verkauft sie mit hohen Rabatten. „Lebensmittelretter“

nennen sich die

Jungunternehmer, die in der Stadt

mittlerweile 100 Mitarbeiter beschäftigen,

drei Filialen betreiben und

nach eigenen Angaben die Vernichtung

von 2000 Tonnen Lebensmitteln

verhinderthaben.

Metro-Konzernindirekt beteiligt

Nun bekommt das Unternehmen

Konkurrenz. Matsmart aus Schweden

bereitet seinen Deutschland-

Start vor. Das Geschäftsmodell ist

identisch: Auch diese Firmaverkauft

Lebensmittel, die nach Ansicht von

Herstellernund Händlerninkein Supermarktregal

gehören, mit satten

Rabatten und liefertnach Hause.Vor

fünf Jahren hat Karl Andersson das

Start-up auf den Weggebracht. 3700

Tonnen Lebensmittel seien seitdem

in Schweden gerettet worden, heißt

es. Zuletzt lag der Jahresumsatz bei

37 Millionen Euro. Aber Schweden

ist nicht genug. Die Retter aus dem

Norden planen die Expansion ins

europäische Ausland.

Bei der Berliner Tafel, die täglich

Tausende Bedürftige in dieser Stadt

kostenlos mit gespendeten Lebens-

1993

wurde die Berliner Tafel

gegründet.

KOSTENLOSE HILFE

125 000

Berliner nutzen im Monat

das Angebot der Tafel.

mitteln versorgt, sieht man den Plan

der Schweden allerdings mit großer

Sorge. „Das ist wirklich der Hammer,

dass jetzt noch so ein vermeintliches

Sozialunternehmen

dazukommt“, sagt Sabine Werth,

Vorsitzende und Gründerin der Berliner

Tafel. Unddie Sorgeist berechtigt.

Denn was über Unternehmen

wie Sirplus oder Matsmart verkauft

wird, kann nicht von der Tafel verteilt

werden. Schließlich bekommen

die Tafeln die Lebensmittel

ebenfalls vorallem vomHandel.

Besonders interessant dabei: Das

für die Expansion nötige Kapital bekam

Matsmart indirekt ausgerechnet

vom Handel. Nachdem das Unternehmen

bereits in der Vergangenheit

von Kapitalgebern –darunter

auch Ikea –rund 23 Millionen

Euro erhalten hatte, gaben die

Schweden Mitte voriger Woche den

Abschluss einer Finanzierungsrunde

über weitere 17 Millionen

Euro bekannt. „Das bringt uns unserer

Vision, einer Welt ohne Lebensmittelverschwendung,

einen

Schritt näher“, so Matsmart-Chef

Karl Andersson. Es sei aufregend, einen

Partner gefunden zu haben,

„der uns helfen kann, den Schritt in

Europa zu machen“, so Andersson.

Der Partner, das ist der deutsche

Investmentfonds LeadX Capital

Partners, der wiederum von dem

Groß- und Einzelhandelskonzern

Metro finanziell unterstützt wird,

seinerseits als guter und verlässlicher

Partner und Lieferant der Tafeln

bekannt. Metro spendet nach

eigenen Angaben allein in Deutschland

jährlich Lebensmittel im Wert

von etwa zwölf Millionen Euro an

die Tafeln.

Tatsächlich hat in Berlin der Verteilungskampf

um die Lebensmittel

zweiter und dritter Wahl längst begonnen.

Retter und Helfer stehen

sich gegenüber. „Wir verteilen Lebensmittel

an Bedürftige, diese Firmen

aber verkaufen billig an alle“,

sagt Sabine Werthund verweist darauf,

dass der Besserverdienende,

der aus moralischen Gründen bei

Sirplus &Co. einkauft, keineswegs

660

Tonnen Lebensmittel werden

dortmonatlich verteilt.

die Ausnahme ist. „Das sind reine

Wirtschaftsunternehmen, die auf

der Welle der Lebensmittelrettung

eifrig Fahrt aufnehmen.“ Es sei bereits

zu spüren, dass die Tafeln weniger

bekommen.

Dabei ist die junge selbst ernannte

Lebensmittelretter-Branche

nicht nur eine neue Konkurrenz für

die Tafeln, die Helfer haben auch einen

Wettbewerbsnachteil. Denn

während der Handel für die Spenden

an die Tafel Umsatzsteuer auf den

Warenwert der Lebensmittel zahlen

muss,ist beim Verkauf an ein Unternehmen

der jeweilige Preis steuerpflichtig,

der meist niedriger ist.

„Üblicherweise gibt es da nur einen

symbolischen Preis vonvielleicht einem

Euro pro Rolli“, sagt Werth, die

Jochen Knoblach

versteht die

Argumentation der Tafel.

DPA

1993 die Tafel in Berlin gründete und

dringenden Handlungsbedarf sieht.

„Wir Tafeln müssen so schnell wie

möglich die Politik dazu bewegen,

das Steuerrecht dahingehend zu ändern,

dass das kostenlose Abgeben

von Waren nicht mehr versteuert

werden muss.“

Neue Investoren gefunden

Mit seinem Geschäftsmodell scheint

sich das Start-up Sirplus indes gut zu

entwickeln. 2018 lag der Umsatz bei

1,2 Millionen Euro. Die Gründer Raphael

Fellmer und Martin Schott sehen

den Unternehmenswert selbst

bei zehn Millionen Euro. Große Aufmerksamkeit

erlangte Sirplus vorwenigen

Wochen mit einem Auftritt in

der TV-Show„DieHöhle der Löwen“,

wo sich die Jungunternehmer um ein

Investment von 700 000 Euro bewarben.

Das bekamen sie nicht. Dafür

wurden sie voneinem Investor heftig

attackiert, der die Gründer „obergierige

Kapitalisten“ nannte und die Geschäftsidee

als unglaubwürdig und

heuchlerisch bezeichnete. „Diese

moralisierende Attitüde geht mir auf

den Geist“, sagte der Unternehmer

GeorgKofler.

Ungeachtet dessen hat Sirplus

Geldgeber gefunden, die „eine größere

6-stellige Summe“ investieren,

darunter ein Mitglied des Versandhandel-Clans

Otto sowie ein ehemaliger

Rocket-Internet-Manager.

Undman hatviel vor. „Die nächsten

Jahre werden wir alles unternehmen,

um möglichst viele Lebensmittel

zu retten und möglichst viele

Menschen aufzuklären“ sagte Fellmer

in einem Interview. Imnächsten

Jahr sollen deutschlandweit

„Franchise-Rettermärkte“ entstehen.

„Bis 2024 wollen wir in über

fünf Ländernaktiv sein.“ DerVerteilungskampf

geht weiter.

NACHRICHTEN

22 000 Sumpfkrebse

in Berlin gefangen

Im zweiten Bekämpfungsjahr ist die

Zahl der in Berlin gefangenen Roten

Amerikanischen Sumpfkrebse deutlich

zurückgegangen.VomSaisonbeginn

im Aprilbis Ende September

seien rund 22 000 Exemplareins

Netz gegangen, sagte Derk Ehlert

vonder Senatsverwaltung für Umwelt,

Verkehr und Klimaschutz auf

dpa-Anfrage.„Dasist knapp die

Hälfte der Vorjahresmenge.“ Größtenteils

stammen die Fänge aus den

GewässernimTiergarten in Mitte

(9 000) und dem Britzer Garten in

Neukölln (13 000). Weil die Allesfresser

als Gefahr für heimische Arten

und Ökosysteme gesehen werden,

ist die Eindämmung EU-weit geboten.

(dpa)

Sechs Verletzte bei Unfall

mit Rettungswagen

Beieinem Verkehrsunfall auf der

Kreuzung Wuhletalstraße Ecke Märkische

Allee in Marzahn ist am Sonntagmittag

ein Rettungswagen der

Feuerwehr verunglückt. Er war auf

der Kreuzung mit einem Opel Zafira

zusammengestoßen. DerKrankenwagen

war mit eingeschaltem Blaulicht

und Martinshornauf dem Weg

zu einem Notfallpatienten. Beide Sanitäter

sowie die vier Insassen des

Opels wurden verletzt. DieBeifahrerindes

Autos erlitt schwereVerletzungen.

Zwei Notärzte waren vorOrt

und kümmerten sich um die Opfer.

Alle Beteiligten kamen in Krankenhäuser.Lebensgefahr

bestehe nicht,

hieß es am Nachmittag. DieUnfallursache

ist noch nicht zweifelsfrei

geklärt. Möglicherweise hatte der

Autofahrer die Sonderrechte des Rettungswagens

nicht wahrgenommen.

Durchden Unfall mussten Busse der

Linien X69 und 197 umgeleitet werden,

teilte die BVGmit. Es kam zu

Verkehrsbehinderungen. An den

Fahrzeugen entstand erheblicher

Sachschaden. (ls.)

Der Spätsommer lockt die

Berliner in die Natur

DieRückkehr des Spätsommers mit

Sonne und Temperaturen vonknapp

über 20 Grad hat viele Berliner und

Brandenburger für Spaziergänge in

Parksoder an den zahlreichen Seen

genutzt.„Bei uns ist an diesemWochenende

viel los,aber für einzelne

Gäste finden wir noch einen Platz“,

sagte eine Sprecherin des Berliner

Ausflugslokals„Wannseeterrassen“.

Für Montag werden in Berlin und im

südlichen Brandenburg24Gradvorhergesagt

–bei schwachemWind. Die

Meteorologen erwarten keinen Regen.

Auch am Dienstag bleibt es mit

20 bis 23 Gradmild.ErstabMittwoch

sinken die Höchstwerte auf maximal

17 Grad. (dpa)

So mancher nutzte den späten Sommertag

mitten im Herbst. DPA/FABIAN SOMMER


10 Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Stadtgeschichte

Imachten Jahr der Republik haben

sich die deutschen Fürsten

die Gutmütigkeit ihrer einstigen

Untertanen zunutze gemacht:

Siehaben sich wieder auf den

alten Berufihrer Vorfahren geworfen

und sind zu Raubrittern geworden,

die eine Brandschatzung nach der

anderen durchführen“, schrieb Anfang

1926 wutentbrannt der zwischen

KPD und SPD hin- und herwechselnde

Politaktivist Fritz Rück.

Überall kochte damals Volkes Zorn

über die „Unverschämtheiten“ der

deutschen Fürsten, die allenthalben

in Prozessen die Herausgabe von

Schlössern, Museen, Gütern und

Millionen in barem Geld verlangten.

Unddie Gerichte der Republik, vielfach

mit monarchistisch gestimmten

Richtern besetzt, gaben ihnen

auch noch recht.

Zwei Vorgänge hatten die Stimmung

vor allem angeheizt: Das

Reichsgericht in Leipzig hatte im

Juni 1925 dem Fürstenhaus Sachsen-Coburg

und Gotha den gesamten

Land- und Forstbesitz wieder zugesprochen

–Vermögen im Wert von

37, 2Millionen Goldmark sollte laut

richterlichem Befinden zurückgeführt

werden. Vier Monate später

legte das preußische Finanzministerium

einen mit den Hohenzollern

ausgehandeltenVertragsentwurfvor,

der die Rückgabe vonca. drei Viertel

des umstrittenen Grundbesitzes an

das Fürstenhaus vorsah. Die SPD

fand das in Ordnung und überließ es

den Kommunisten unter Ernst Thälmann,

den Volkszorn aufzufangen

und maximalen Nutzen daraus zu

schlagen. Mitgroßem Erfolg startete

die KPD die Kampagne zur entschädigungslosen

Fürstenenteignung.

Eigentum und WeimarerVerfassung

Volkszorn und Volksbegehren

Die KPD-Kampagne zur entschädigungslosen Fürstenenteignung lief 1926 gegen den

gewählten Reichstag der Weimarer Republik. Sie war populär und scheiterte dennoch

Wie hatte es so weit kommen können?

Nach der Revolution von

1918/19 und dem Sturz der Monarchie

hatte man den Fürstenbesitz

nur beschlagnahmt, aber nicht enteignet.

DasWeiteresollte auf Grundlage

der Weimarer Verfassung ausgehandelt

werden. Diestellte einerseits

das Eigentum unter Schutz, schloss

andererseits Enteignungen – zum

Wohle der Allgemeinheit, gegen angemessene

Entschädigung und mit

Widerspruchsmöglichkeiten auf

dem Rechtsweg –nicht aus. Inden

Ländernliefen Verhandlungen.

Zugleich erlitt die Mittelschicht

machtlos ihre fast vollständige Enteignung

durch die Hyperinflation.

Massenhaft sanken Beamte, Anwälte,Ärzte,Kaufleute

in Mittellosigkeit

und in eine existenzielle Unsicherheit,

wie sie Millionen ohnehin

Arme nur allzu gut kannten. Im November

1925 verschlechterten ein

Konjunktureinbruch und steigende

Arbeitslosigkeit die prekäre Lage –

und dann fanden Gerichte auch

noch, dass Fürsten Entschädigungszahlungen

für entgangene Vermögenserträge

zustünden oder gar Aufwertungsbeträge

im Fall von Inflationsverlusten.

Das war zu viel. „Der

Skandal stinkt zum Himmel“, protestierte

Fritz Rück. Die Kommunisten

konnten mit großer Zustimmung

rechnen, als sie am 25. November

1925 ihr eigenes Gesetz zur entschädigungslosen

Enteignung der Fürsten

einbrachten. Diegroße Lösung.

DieLändereien sollten an Bauern

und Pächter übergehen, Schlösser

sollten zu Genesungsheimen umfunktioniert

werden oder zur Linderung

der Wohnungsnot dienen, das

Barvermögen sollte schließlich

Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen

zukommen.

EinVolksentscheid war das Mittel

der Wahl, um die radikale, populäre

und populistische Forderung gegen

den gewählten Reichstag durchzusetzen.

Der SPD-Vorstand zögerte:

VonMaritta Tkalec

Fürstensause: Diese Karikatur erschien am 1. Februar 1926 kurz vor dem Volksbegehren im Simplicissimus.

BAYERISCHE STAATSBIBLIOTHEK

Manwollte nicht an der Volksvertretung

vorbei agieren und fürchtete einen

Misserfolg. Bei den Reichstagswahlen

1924 hatten KPD und SPD

zusammen 10,6 Millionen Stimmen

erreicht, für einen sicheren Erfolg

des Volksentscheids waren 20 Millionen

notwendig. Doch die Enteignungsbegeisterung

und die Einbildung,

ein radikaler Schritt brächte

eine wunderbare Lösung gleich

mehrerer Probleme,riss die SPD-Basis

genauso mit wie den Allgemeinen

Deutschen Gewerkschaftsbund

(ADGB) und andere linke Organisationen.

Mitte Dezember gründete

sich zur Beförderung und Vorbereitung

eines Volksbegehrens aus dem

Umkreis der Deutschen Friedensgesellschaft

und der Deutschen Liga

für Menschenrechte der Ausschuss

für Fürstenenteignung, Kuczynski-

Ausschuss (nach dem Statistiker Robert

René Kuczynski )genannt. 40

pazifistische,linke und kommunistische

Gruppierungen gehörten ihm

an –deutliche Zeichen für eine große

Zustimmung zu dem Vorhaben.

Auch Persönlichkeiten wie Albert

Einstein, Käthe Kollwitz, John Heartfield,

Heinrich Zille und Kurt Tucholsky

setzten sich für das Volksbegehren

ein. Der ADGB erhielt den Auftrag,

mit der SPD zu verhandeln.

Schließlich stimmten die Sozialdemokraten

nach kleinen Ergänzungen

einem gemeinsamen Gesetzentwurf

zu. Der wurde dem Reichsinnenministerium

zugeleitet. Dieses

legte den Zeitraum für das Volksbegehren

fest: 4. bis 17. März.

Eine Riesenmobilisierungskampagne

brach los und Robert René

Kuczynski jubelte: „Zwölfeinhalb

Millionen haben durch Eintragung

in die für den Volksentscheid aufgelegten

Listen die Forderung nach

entschädigungsloser Enteignung

der ehemaligen Fürsten gestellt. Das

ist ein ungeheurer Erfolg.“ Der Weg

zum Volksentscheid war frei.

Angstkampagne der Konservativen

Das stachelte nun die konservativen

Kräfte zu massiver Gegenwehr an:

Sie malten das Bild des einrückenden

Bolschewismus an die Wand –

seien erst mal die Fürsten enteignet,

würden die Kommunisten sich bald

auch den Besitz aller anderen holen.

Vor allem auf dem Land übten

Grundherren Druck auf die Leute

aus. Dort verfing sogar der Versuch,

Mitleid mit den bald am Bettelstab

gehenden Fürsten zu haben und

doch gefälligst traditionsbewusst deren

Verdienste um Volk und Vaterland

zu bedenken. In den Städten

amüsierte man sich hingegen über

die Meldung, Prinz Louis von Orleans-Bourbon

sei an der portugiesisch-spanischen

Grenze bei

schwunghaftem Kokainhandel erwischt

und verhaftet worden.

Die Nationalsozialisten forderten

schließlich, statt der Fürsten besser

alle seit dem 1. August 1914 eingewanderten

Ostjuden zu enteignen.

Der linke NSDAP-Flügel hatte die

Idee der Fürstenenteignung sehr begrüßt,

Adolf Hitler aber nicht.

Der Volksentscheid am 20. Juni

1926 scheiterte.Reichspräsident Paul

von Hindenburg hatte sich mit der

Auffassung durchgesetzt, ein Enteignungsgesetz

wirke verfassungsändernd,

weshalb im Volksentscheid

nicht die einfache Mehrheit der Stimmen

reichte, sondern 50Prozent der

Wahlberechtigten zustimmen mussten,

also etwa 20 Millionen. Dementsprechend

riefen die Enteignungsgegner

zum Boykott auf. Reichsweit

erreichten nur drei der 35 Stimmbezirke

–Berlin, Hamburgund Leipzig –

das 50-Prozent-Quorum.

NächsteWoche an dieser Stelle:WieesinSachen

Fürstenentschädigungweiterging.

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Kleiner Tiergarten

Finowkanal

Polizeigeschichte

Dasmit sieben Hektar gar nicht kleine Areal des heutigen

Parks im Stadtteil Moabit gehörte ursprünglich zum

Gutsbezirk Jungfernheide. Kurfürst Friedrich Wilhelm

übernahm es um 1655 als Gegenstück zum Großen Tiergarten,

als Berlin im Zuge des Ausbaus zur Residenzstadt

wuchs und Teile des ehemaligen Jagdgeländes geopfert

wurden. 1835 wurde die vonSchinkel entworfene St.-Johannis-Kirche

gebaut und der Park neu gestaltet. 1876

übernahm die Stadt die Verwaltung. Seither gab es mehrere

Umgestaltungen, die auch auf Kritik stießen.

DieBürgerinitiative„SilberahornPlus“ nannte den Park nach den jüngsten

Umgestaltungen „Straßenbegleitgrün“. Er ist ein Kriminalitätsschwerpunkt.

Die Wege waren schlecht, Reisen und Gütertransport

mühsam –daveranlasste Kurfürst Joachim Friedrich im

Jahre 1603 eine große Infrastrukturmaßnahme: Er erteilte

Order, das Flusssystem von Havel und Oder durch

einen 32 Kilometer langen Kanal zu verbinden –von Liebenwalde

(Havel) bis zum Flüsschen Finow (bei Finowfurt).

Dieses fließt in die Oder. 1620 war der Kanal samt

seiner Schleusen fertiggestellt. Doch da hatte der Dreißigjährige

Krieg begonnen, Handel und Wandel brachen

ein. Der Kanal blieb mehr als hundert Jahre dem Verfall

preisgegeben. Erst Friedrich II. ließ dieWasserstraße wiederherstellen,

1746 ging sie in Betrieb.Mithilfe vonzehn

Schleusen überwanden die Schiffer und Holzflößer auf

nunmehr 43 Kilometern Länge 38 Meter Höhenunterschied.

Fortan wurde der Kanal stetig erweitert und förderte

den Aufschwung der ganzen Gegend –vor allem

durch die Ansiedlung der metallverarbeitenden Industrie,die

Erzund Kohle per Schiff (so aus England und Luxemburg)

angeliefertbekam. So entstand auch das erste

Walzwerk bei Eberswalde. Erst mit dem 1914 zwischen

Berlin und Stettin gebauten Oder-Havel-Kanal verlor der

Finowkanal seine wirtschaftliche Bedeutung. Doch Touristen

zu Wasser und als Radfahrer auf dem ehemaligen

Treidelweg beleben den Finowkanal: die älteste künstliche

Wasserstraße in Deutschland, die noch in Betrieb ist.

DerKanal steht unter Denkmalschutz. (mtk.)

Am Molkenmarkt befanden sich bis Ende des 19. Jahrhunderts

das Berliner Polizeipräsidium und das Stadtgefängnis.

Der weitläufige Häuserkomplex mit seinen engen

Höfen, dunklen Gängen und steilen Treppen war

nicht nur bei Kriminellen berüchtigt und gefürchtet. Jens

Dobler,Leiter der Polizeihistorischen Sammlung, erzählt

die Geschichte dieses geschichtsträchtigen Ortes bis

zum Umzug der Kriminalpolizei an den Alexanderplatz

und dem Abriss der alten Gebäude im ersten Drittel des

20. Jahrhunderts.

Das Polizeipräsidium am Molkenmarkt. Buchvorstellung mit Autor Jens

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Berlin

Klare Aussagen am Sonntag auf dem Bebelplatz.

AFP/AXEL SCHMIDT

Unteilbar gegen Rechts

Tausende bei Demonstration am Sonntagnachmittag in Mitte gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus

VonElmar Schütze

Gegen Antisemitismus und

rechte Gewalt: Tausende

Menschen sind am Sonntag

in Berlin auf die Straße

gegangen, um nach dem Terroranschlag

von Halle Zeichen zu setzen.

DiePolizei schätzte die Zahl der Teilnehmer

am Ende auf 8000, die Organisatoren

der Initiative „Unteilbar“

sprachen von16000.

Einschwerbewaffneter Rechtsextremist

hatte am Mittwoch versucht,

in die Synagoge in Halle einzudringen.

Nachdem derVersuch scheiterte,

hatte er vor der Synagoge und in einem

Döner-Imbiss zwei Menschen

erschossen. Der 27-Jährige sitzt in

Untersuchungshaft. Er bestätigte antisemitische

und rechtsextremistische

Motive.

Am Sonntag zur Mittagszeit dauerte

es zunächst eine Weile, bis sich

die Dinge und Menschen sortierthatten.Warenzunächst

vorallemTouristen

auf dem Bebelplatz in Mitte unterwegs,

dominierten schließlich die

Demonstranten.

DieTeilnehmer trugen Banner mit

Aufschriften wie „Rechter Terror bedroht

unsere Gesellschaft“ oder „Antisemitismus

tötet. Rassismus tötet“.

Es gab Transparente von „Omas gegen

Rechts“ oder auch „Kinder gegen

Rechts.“ Mehrere Menschen hatten

sich in israelische Fahnen gehüllt.

Per Lautsprecher wurden die Namen

vonOpfernrechter Gewalt verlesen,

einige Demonstranten hatten

weiße Rosen dabei, die sie später vor

der Neuen Synagoge in der Oranienburger

Straße, dem Demonstrationsziel,

ablegten. Viele Familien waren

gekommen und ältere Menschen.

Auch die Berliner Staatssekretärin

Sawsan Chebli und der Berliner Bischof

Markus Dröge liefen mit.

Dröge fordertnach dem Terroranschlag

in Halle härtere Maßnahmen

gegen Rechts. Esreiche nicht mehr,

„nie wieder“ zu rufen. „Der Verfassungsschutz

und die Sicherheitskräfte

müssen wesentlich konsequenter

gegen rechte Netzwerke und

rechtspopulistische Funktionärevorgehen,

die erwiesenermaßen verfassungsfeindliche

Thesen verbreiten.“

Gemeinderabbiner Yehuda Teichtal und Bischof Markus Dröge im Gespräch.

Auf der Kundgebung gab Lala

Süsskind vom Jüdischen Forum für

Demokratie und gegen Antisemitismus

(JFDA) den Tonvor. Sie berichtete

von ihren Gefühlen, als sie am

Mittwoch –gleichzeitig Jom Kippur,

der jüdischen Versöhnungstag –von

dem Attentat von Halle hörte. „Ich

werdediesen JomKippur und die folgenden

nie vergessen, als dieser Un-

DPA

mensch zwei Menschen getötet hat.“

Sie sei kein „sehr religiöser Mensch“,

sagte die ehemalige Vorsitzende der

Jüdischen Gemeinde zu Berlin, „aber

ich glaube,dass Gott die Betenden in

der Synagoge beschützt hat.“

Süsskind spannte den Bogen von

Halle nach Berlin. Sie sprach vom

Hess-Gedenkmarsch, der in Berlin

stattfinde, während er andernorts

verboten sei, und vom israelfeindlichen

Al-Quds-Marsch. „Das dürfen

wir nicht zulassen“, sagte Süsskind.

„Mein Maßist voll.“

Ferat Kocak, kurdisch-stämmiger

Linke-Politiker aus Neukölln, berichtete

von einem Telefonat, das er am

Sonntagmorgen mit dem ebenfalls

kurdischstämmigen Gastronomen in

Halle geführt habe, indessen Imbiss

ein junger Mann erschossen wurde.

„Der Imbissbesitzer trauert mit den

Angehörigen, und auch mit denen

der toten Frau, die nur wenige hundert

Meter vom Imbiss entfernt ermordet

wurde“, sagte Kocak.

MehrereRedner erinnerten an das

teils dubiose Vorgehen von Ermittlungsbehörden

und Verfassungsschutz

bei der Mordserie der rechtsextremen

Terrorgruppe NSU. Reinhard

Borgmann vom Jüdischen Forum

für Demokratie und gegen

Antisemitismus. Borgmann sagte, in

Halle sei „ein fürchterlicher Preis für

die Bräsigkeit der Polizei“ bezahlt

worden. Mit Blick auf den ehemaligen

Präsidenten des Verfassungsschutzes

Hans-Georg Maaßen, sagte

Borgmann: „Dieser Mann ist eine

Schande für das Land. Menschen wie

er sorgen dafür, dass immer weniger

Vertrauen in die staatlichen Institutionen

gesetzt wird.“

Der frühere Bundestagsabgeordnete

Volker Beck sagte der Berliner

Zeitung von einem „Zeichen“, dass

„die Politik endlich aufwachen“

müsse.Erkritisierte Äußerungen von

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

und CDU-Chefin Annegret

Kramp-Karrenbauer. Steinmeier

hatte gesagt, dass man solch eine Tat

wie in Halle zuvor„nicht für möglich“

gehalten habe. Dabei habe es, so

Beck, zuvor schon schlimme antisemitische

Vorfälle gegeben –sei es aus

dem rechten oder linken Lager,sei es

aus dem christlichen oder dem muslimischen

Kulturkreis. Auch Kramp-

Karrenbauers Äußerung, das Attentat

vonHalle sei „ein Alarmzeichen“, bezeichnete

Beck als„Katastrophe“.

Als am Ende Konzertpianist Igor

Levit von einem Lastwagen herunter

ein Stück aus Johann Sebastian Bachs

Goldbergvariationen spielte, war die

Menge ganz still.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“

Eine Woche lang diskutierten Mitglieder von Extinction Rebellion im Klima-Camp am Kanzleramt, um Vorschläge für eine bessere Klima-Politik zu erarbeiten

VonNadja Dilger

Abbau im Klima-Camp: Rund 2200 Rebellen haben am Kanzleramt gezeltet.

Mitglied Carl Justus Fuchs sagt: „Wir

wollen, dass die Politik jetzt handelt

und uns nicht nur kurz lobt und das

Thema dann wieder vergisst.Wirsind

gekommen, um zu bleiben.“

Die vergangenen Monate hat der

25-jährige Berliner das Camp in einem

Team von etwa zwölf Leuten

DPA

Am letzten Tag im Klima-Camp

von Extinction Rebellion (XR)

zeigt sich der Platz von seiner

schönsten Seite: Auf der Erde liegen

bunte Laubblätter,die so wirken wie

Läufer in den eigenen vier Wänden.

Die farbigen Zelte, die langsam von

ihren Bewohnern abgebaut werden,

leuchten in der Mittagssonne –im

Hintergrund erklingt leise Musik aus

einem Lautsprecher.Inwenigen Minuten

wird sie dann ausgeschaltet,

und Alexander Nies wird mit zwei

Kameraden auf einer kleine Bühne

aus Kartons sitzen.

Der26-jährige Student hat mit ihnen

und rund 400 Freiwilligen eine

Woche im Camp an Vorschlägen für

eine bessere Klima-Politik gearbeitet.

Daswar auch der Anmeldegrund

für das Camp: Die Aktivsten wollten

eine Bürger*Innenversammlung

proben, wie sie mitteilten. Jene

bringt per Losverfahren unterschiedliche

Menschen aus jeder gesellschaftlichen

und politischen

Schicht zusammen, um zu lernen, zu

beratschlagen und Empfehlungen

für ein bestimmtes Problem von öffentlichem

Belang zu erarbeiten.

Dazu kamen verschiedene Experten,

wie die Klimaaktivistin Carola Rakete

und der Philosoph Charles Eisenstein

vorbei. Nies betont jedoch,

dass sie in der Woche nur jeweils vier

Stunden zum Diskutieren und Beratschlagen

hatten –„in echt würde das

über einen längeren Zeitraum gehen“.

Als Beispiel von gelungenen Versammlungen

geben die Rebellen oft

jene in Irland an, bei der die Aufhebung

des Abtreibunsgverbots erarbeitet

wurde. Nies und die Rebellen

wollen es jetzt für das Klima-Problem

nutzen. Mitder Politik und den Reaktionen

sind sie bisher nämlich unzufrieden.

Zwar lobte etwa Verkehrsund

Umweltsenatorin Regine Günther

(Grüne), dass die „zumeist jungen

Leute schnelleres Handeln gegen

die Klimakrise fordern“, doch XRvorbereitet.ViaCrowdfounding

wurden

dann 112 000 Euro gesammelt,

mit der Summe konnte die Aktionswoche

finanziert werden. Noch erfreulicher

sei aber das Engagement

der Berliner gewesen: Viele hätten

die Woche über Decken, Regenponchos

und Essen gespendet.

Genaue Zahlen zu den teilnehmen

Rebellen in der Aktionswoche

können die Organisatoren nicht nennen.

Sie verweisen darauf, dass das

Klima-Camp für sich stehe. Gezählt

hat dasTeam 700 Zelte und 2200 Zeltbewohner.

Aber es gibt natürlich

auch die Berliner, die zu Hause geschlafen

haben und vielleicht auch

Freunde aufgenommen haben.

Die Rebellen meldeten zuvor bei

den Veranstaltungen meist zwischen

500 und 1000 Aktivisten. Am Großen

Stern waren sie zu Beginn der Woche,

später an der Jannowitzbrücke,

der Marschallbrücke und am Bundesumweltministerium.

Die Schätzungen

seitens der Polizei waren

meist etwas geringer.Doch im einen

sind sich beide Seiten einig: Es lief

friedlich ab. Darauf hatte Fuchs gehofft.

Er hatte Angst gehabt, dass

sich randalierende Gruppen im

Camp anschließen könnten und die

Polizei dementsprechend reagieren

würde. Doch Fuchs kann wie Nies

aufatmen. Jetzt ist die Woche rum

und die zahlreichen Besucher, die

zur Verkündung ihrer Lösungsvorschläge

zur Klimarettung gekommen

sind, warten neugierig.

„Erneuerbare Energien sollten

ehrliche Preise bekommen“, sagt

Nies in ein Mikrofon und die Menge

klatscht. Die Aufklärung des Klimawandels

sollte voran getrieben und

ein Klimagericht berufen werden,

heißt es weiter. Auch mehr ökologische

Aufklärungsarbeit in Bildungsinstitutionen

wünschen sich die Rebellen.

Schnell kommen Fragen aus der

Menge, wie das denn alles gehen

solle und wer die Bürger bezahle,

wenn sie an der Versammlung teilnehmen.

Nies wirft das bedingungslose

Grundeinkommen ein und verweist

darauf, dass es ersteVorschläge

sind, an denen die Rebellen gerne

weiter arbeiten könnten. Am liebsten

in der Mitte der Gesellschaft.

Und bald im nächsten Camp. Die

Vorbereitungen laufen angeblich

schon.


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 13

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Berlin

Mit der Express-S-Bahn nach Köpenick

Der kommende Fahrplanwechsel bringt den Fahrgästen in Berlin und Brandenburg zahlreiche Neuerungen. Ein Überblick

VonPeter Neumann

Normalerweise hält in

Berlin jede S-Bahn an jeder

Station. Doch nach

dem Fahrplanwechsel,

der in diesem Jahr am 15. Dezember

stattfindet, wird dieses Prinzip unterbrochen.

Zwischen Friedrichshagen

und Ostbahnhof nimmt die

neue Zuggruppe BII der S-Bahn den

Betrieb auf. Siehält unterwegs in Köpenick,

Karlshorst, Ostkreuz und

Warschauer Straße. Die S-Bahnhöfe

Hirschgarten, Wuhlheide, Betriebsbahnhof

Rummelsburg und Rummelsburgwerden

ohne Stopp durchfahren.

Die Express-S-Bahnen fahrenmontags

bis freitags während der

Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten.

„Jetzt kommt es darauf an, wie die

Fahrgäste informiert werden“, sagt

Jens Wieseke vom Fahrgastverband

IGEB.Schließlich sollte es für sie kein

böses Erwachen geben, wenn die S-

Bahn ihreStation ohne Halt passiert.

Auf der S3 gab es schon mal Verstärkerzüge,

doch jahrelang fehlte

wegen Bauarbeiten Gleiskapazität.

Das neue, für Berlin ungewöhnliche

Konzept wurde gewählt, damit die

Züge schneller ihr Ziel erreichen und

weniger Fahrzeuge benötigt werden.

Drei Zugverbände mit je vier Wagen

reichen aus. „Ich glaube aber nicht,

dass die Zuggruppe lange überlebt,

wenn nach der Eröffnung des BER

für die Strecke zum neuen Flughafen

weitereS-Bahnen benötigt werden“,

so Wieseke.Trotzdem begrüßt er die

Expresszüge auf der S3: „Ein guter

Testlauf für eine Express-S-Bahn

zwischen Falkensee und Westkreuz,

die wir für sinnvoll halten würden.“

Für das Fahrplanjahr,das am dritten

Advent beginnt, stehen weitere

Änderungen fest. Eine Auswahl:

Straßenbahn fährt öfter zum Hauptbahnhof:

Siegehörtzuden Erfolgsgeschichten

des Berliner Nahverkehrs. Die Straßenbahnstrecke

zum Hauptbahnhof

wird besser genutzt, als sich die Planer

einst ausmalen konnten. Aufder

2015 fertig gestellten Trasse wurden

20 000 Fahrgäste pro Tag erwartet –

2017 waren es doppelt so viele. Nun

erfüllen die Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) den Wunsch, auf einer

der drei Linien mehr Bahnen fahren

zu lassen. Ab dem Fahrplanwechsel

wirdauf der M5, die in Hohenschönhausen

beginnt, der Zehn-Minuten-

Takt auf das Teilstück Hackescher

Markt– Hauptbahnhof ausgedehnt –

montags bis freitags von 6 bis 21,

sonnabends von 10bis 21 Uhr. Derzeit

gilt dortein 20-Minuten-Takt.

Bekommt ab Mitte Dezember wieder Verstärkung: die S3 nach Erkner.

IMAGO IMAGES

Weitere Neuerungen bei der BVG: Die BVG

stockt auch auf den Straßenbahnlinien

16 (Ahrensfelde–Frankfurter Allee)

und 50 (Französisch Buchholz–

Wedding) ihr Angebot auf. Dortsind

sonnabends mehr Fahrten geplant.

Außerdem wirdesbeim Buszum Teil

neue Linienführungen geben. „Die

meisten betreffen den Nachtverkehr“,

so BVG-Sprecher Markus

Falkner. Bei den Schienenverkehrswochen

des Fahrgastverbands IGEB

wird esauch eine öffentliche Veranstaltung

mit der BVG geben. Deren

Planer Klaus Emmerich und Helmut

Grätz stehen Rede und Antwort (28.

November,ab19Uhr im Betriebshof

Lichtenberg, Siegfriedstraße 30-45).

Stündlich nach Rostock und Dresden: Wie

berichtet verbessert die neue Intercity-Linie

17 dieVerbindung vonBerlin

an die Ostsee und nach Dresden.

Zusammen mit den Zügen, die dort

heute schon verkehren, ergibt sich

ein Stundentakt. Los geht es auf der

neuen Fernverkehrslinie mit bis zu

fünf Intercitys proTag und Richtung.

Vom8.März 2020 an werden es bis

zu acht Fahrten sein. Dann beginnt

die Bahn auch damit, moderne Doppelstockzüge

des Schweizer Herstellers

Stadler einzusetzen –mit WLAN.

Fahrzeit von Berlin nach Rostock

oder Dresden: eine Stunde,59Minuten.

Ab 4. Mai halten sie am Flughafen

Schönefeld, ab Oktober am BER.

Vom17. Maiansteuerndie Intercitys

im Norden auch Warnemünde an.

Bahn schließt Lücken im Fahrplan: Zusätzliche

Fahrten auf den ICE-Linien Berlin–Erfurt–München

und Berlin–

Braunschweig–Frankfurt/Main sorgen

für einen lückenlosen Stundentakt,

teilt die Deutsche Bahn (DB)

mit. Insgesamt wächst das Zugangebot

zwischen Berlin und München

um rund zehn Prozent. „In einem

weiteren Schritt wirddie DB ab Ende

2021 erstmals einen 30-Minuten-

Takt zwischen Hamburg und Berlin

fahren“, teilte die Bahn weiter mit.

Zwei neueDirektverbindungen nachWien: Ein

Zugpaar der neuen Intercity-Linie

nach Rostock wirdvom 8. März2020

an nach Wien verlängert–täglich via

Jena, Nürnbergund Regensburg. Am

4. Maistartet erstmals der neue Railjet

der österreichischen Bahn ÖBB

morgens gegen 6 Uhr von Berlin

über Prag und Wien nach Graz.

Schneller indie polnische Hauptstadt: Zwischen

Berlin und Warschau verkürzt

sich ab Juni 2020 die Reisezeit in den

Eurocity-Zügen deutlich. Die Bahn

spricht von 30 Minuten, zum Teil

dürfte die Ersparnis größer ausfallen.

Nach dem Ende von Bauarbeiten

kommen die Züge wieder deutlich

schneller voran. Heute dauert

die Fahrtnoch knapp sechs Stunden.

Außerdem soll das Angebot 2020

schrittweise von jetzt vier auf sieben

Zugpaaretäglich erhöht werden.

Neues im Regionalverkehr: Nach Szczecin

(Stettin) gibt es eine neue Spät-, von

dort nach Berlin eine neue Frühverbindung.

Nordwestlich Berlins wird

ein neuer Haltepunkt eröffnet. In Kyritz,

von manch einem Kyritz an der

Knatter genannt, halten die Regionalzüge

zusätzlich am Bürgerpark –

neben dem neuen Busbahnhof.

Egon Krenz feiert mit

350 Genossen die DDR

Vor70Jahren entstand der sozialistische Staat

BILLIGLOHN?

VonGerhard Lehrke

Machtvoll und vor allem textsicher

erklang die DDR-Nationalhymne

nicht, die die meist betagten

Herrschaften im Freizeitforum

Marzahn anstimmten. Warder Text

doch seit 1972 wegen „Deutschland,

einig Vaterland“ in der DDR nicht

mehr gesungen worden. Viele mussten

daher zum Programm der „Festveranstaltung

zum 70. Jahrestag der

Gründung der DDR“ greifen, in dem

er abgedruckt war.Doch ums Singen

ging es hier ohnehin kaum, denn alle

fieberten dem Höhepunkt entgegen:

der Rede vonEgon Krenz.

Krenz glaubt immer noch fest an den Sozialismus.

ANDREAS KLUG

Krenz, 1989 zu Zeiten des Mauerfalls

kurzfristig DDR-Staatsratsvorsitzender

und SED-Chef, war mit 82 Jahren

nah am Durchschnittsalter der

rund 350 Gäste. „Freundschaft!“, rief

er gleich am Anfang. Damit hatte er

die Genossen, die schon beim Betreten

des Hauses mit Marsch-Klängen

eines Schalmeien-Orchesters auf

DDR eingestimmt worden waren, auf

seiner Seite.

45 Minuten lang breitete Krenz

sein Weltbild aus. „Wir glorifizieren

die DDR nicht“, sagte er,umesdann

doch zu tun. Sie sei 1989 nicht pleite

gewesen. Vom Westen „übernommen“,

sei der „Ellenbogen“ im Osten

eingekehrt, habe eine „gerechte,

friedliche und vernünftige Welt“ beendet.

Die DDR und damit ihre Bürger

seien „degradiert“ worden. Der

Artikel 1 des Grundgesetzes („Die

Würde des Menschen ist unantastbar“)

müsse auch für einstige MfS-

Mitarbeiter gelten. Großer Beifall.

Überhaupt habe der Osten wegen

der gegenüber demWesten viel höheren

Reparationen den schlechteren

Start nach 1945 erwischt. Das Publikum

nahm hin, dass diese Aussage

nicht recht zu Krenz’Lob der Sowjetunion

als starkem Partner der DDR

passte, hatte doch die UdSSR die Industrie

demontiert.

„Weltniveau“ hätten viele Kombinate

gehabt, sagte Krenz und lobte

die angeblich von der Treuhand zerschlagene

DDR-Wirtschaft. Um im

gleichen Atemzug zu beklagen, dass

die westliche Embargo-Politik die

DDR vomFortschritt im Kapitalismus

abgeschnitten habe. Dem bescheinigte

er keine Zukunft, die gehöre

dem Sozialismus,„auch wenn wir das

wahrscheinlich nicht mehr erleben“.

Die Mauer relativierte Krenz, der

bis 2003 wegen der Mauertoten

knapp vier Jahre Haft –vorwiegend

im offenen Vollzug – abgesessen

hatte. Obwohl es in der DDR Menschen

gegeben habe, „die sich nicht

so wohl gefühlt haben“, und es„leider

auch Opfer“ gab –„so sehr ich sie bedauere“,

sei die DDR doch ein Aufbruch

in ein Land ohne Krieg und Krisen

gewesen. DieBundesrepublik dagegen

habe Kriege geführt, sei Schuld

an der Teilung. Bravo-Rufe am Ende,

als er sagte:„Wir lassen unser sinnvolles

Leben nicht in den Schmutz ziehen.“

Dassahen einige Demonstranten,

offenbar aus dem Kreis der AfD, anders:

In DDR-Uniformen standen

zum Beispiel zwei ehemalige Grenzer

voreiner Mauerattrappe.Der 61-jährige

Jürgen K. hielt ein Pappschild

hoch: „Ich sollte auf Flüchtlinge

schießen.“ Er finde es unmöglich,

dass die DDR glorifiziertwerde,sagte

Bernd Pachel. „Die sollen machen,

was sie machen, aber nicht widerspruchslos

im Bezirk, der sonst zum

Synonym für die Ewiggestrigen wird.“

DAGEGEN

HABEN

WIRWAS.

DasneueGesetzgegen illegale Beschäftigung undSozialleistungsmissbrauch

hilftdem Zoll,härtergegen Missstände

vorzugehen.Damitschützen wirfaire Unternehmen,stärken

den Sozialstaat undbekämpfenorganisierteKriminalität.

www.mehrordnungundfairness.de


EIN VERLAGSTHEMA DER BERLINER ZEITUNG

GRÜNDER- UND UNTERNEHMERTAGE

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SEITE 14 NUMMER 238 •14. OKTOBER 2019

DIE DEUTSCHEN UNTERNEHMER- UND GRÜNDERTAGE FINDEN IN DIESEM JAHR ZUM 35. MAL STATT

Ein Pflichttermin für Gründer–und alle,die es werden wollen

Zum mittlerweile 35. Mal treffen in

diesem Jahr treffen am 18. und

19. Oktober Gründer- und Unternehmer

zu Kongress und Messe zum

Get-together in Berlin zusammen. Bei

den deutschen Unternehmer- und Gründertagen

(deGUT) informieren rund

130 Aussteller, Experten und Berater

über alles, was für den Start in die

Selbstständigkeit oder das Führen eines

Unternehmens wichtig ist.

Die größte Messe für Existenzgründung

und Unternehmertum in Deutschland

bietet Information, Beratung und

Inspiration für den Start in die Selbstständigkeit

und das Führen des eigenen

Unternehmens. Mit rund 6000 Ausstellern

rechnen die Veranstalter –und auf

die wartet ein vielseitiges Programm:

Im Ausstellerbereich, im Beraterforum

und im kostenfreien Seminar- und Workshopprogramm

stehen gründungs- und

managementrelevante Themen wie Finanzierung

und Förderung, Recht und

Steuern, Marketing und Vertrieb im

Vordergrund. Die Messe ist ideal, um

Kontakte zu Förderern, Mentoren und

Gleichgesinnten zu knüpfen.

Viele Höhepunkte

Das vielseitige und breite Programm

lässt sich schon an zwei Veranstaltungen

ablesen: Unter dem Titel

„GESCHEITER[T]“ sprechen Unternehmer

offen über ihre Misserfolge –und

darüber, was sie daraus gelernt haben.

Zugleich lassen sich auf der Messe „Erfolgsgeschichten

live erleben“, wenn de-

GUT-Repräsentanten über ihre Gründung

berichten und dem Publikum einige persönliche

Tipps mit auf den Weg geben.

Zu den weiteren diesjährigen Höhepunkten

zählen etwa Veranstaltungen,

die einen „Durchblick im Finanzierungsdschungel“

versprechen oder bei denen

Experten Tipps und Tricks zur Unternehmensnachfolge

oder aus der Franchise-

Praxis geben.

In diesem Jahr werden die umfangreichen

Seminartage zudem von zahlreichen

Referenten bereichert, die aus

so unterschiedlichen Bereichen wie der

Technik-, Finanz-, oder Marketingbranche

kommen. Besozwei besonderen Keynote

Speakern bereichert.

Keynotespeaker mit Erfahrung

Künftige Gründer finden in der ARENA Berlin ein umfassendes Informationsangebot.

Den Start macht am 18. Oktober Sophie

Chung. Die promovierte Medizinierin

hat die digitale Plattform Qunomedical

gegründet, die Patienten weltweit Zugang

zu erschwinglichen Behandlungen

und kurzen Wartezeiten bei Spitzenmedizinern

ermöglicht. Die Österreicherin

möchte so eine gute medizinische Versorgung

für alle ermöglichen.

Chung sammelte Erfahrungen als Ärztin

in Australien, als Director of Healthcare

Strategy beim New Yorker Start-up

Zocdoc sowie als Strategieberaterin in

der Healthcare Practice bei McKinsey

& Company. Zudem ist die Gründerin

Vorbild-Unternehmerin der Initiative

„FRAUEN unternehmen“ des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Energie.

Als zweiter Keynote-Speaker treten

am 19. Oktober Vartan Bassil und

Timm Zolpys auf den Unternehmer- und

Gründertagen auf. Bassil und Zolpys

sind geschäftsführende Gesellschafter

der „Flying Steps“. Mit diesem Projekt

brachten fand sie den Style der Straße

in den Kunst- und Kulturbetrieb. Die

deGUT: Die größte Messe

für Existenzgründung

und Unternehmertum in

Deutschland bietet Information,

Beratung und Inspiration

für den Start in

die Selbstständigkeit

und das Führen des eigenen

Unternehmens.

Sie findet in diesem Jahr

bereits zum 35. Mal in

Berlin statt.

WAS, WANN, WO?

Tage im Oktober: Am

18. und 19. Oktober von

10 bis 18 Uhr ist das

Gelände für Besucher

geöffnet.

Keynotes: Die diesjährigen

Keynotes halten die

Gründer Ansgar Oberholz

und der Unternehmer

Arndt Kwiatkowski Gründer

von Immoscout 24.

Aussteller: 130 Vertreter

und Berater bieten

den Besuchern fundiertes

Wissen und Tipps

zum Thema Gründung

und Selbständigkeit an.

Location: ARENA Berlin

in Treptow. EIchenstraße

4, 12436

S-Bahn: Treptower Park

SVEA PIETSCHMANN

Breakdance-Company hat mit ihren

spektakulären Shows weltweit schon

mehr als eine Million Zuschauer begeistern

können: „Flying Bach“, „Flying

Illusion“ und „Flying Pictures“ sprengten

die Grenzen zwischen Hoch- und

Jugendkultur und verbinden Neuinterpretationen

von klassischer Musik mit

hochkarätigem Breakdance auf eine

einzigartige Art und Weise. Mit mehr

als 20 Festangestellten und einem Pool

an weltklasse Tänzern, entwickelt Flying

Steps Entertainment mit seiner Leidenschaft

für Urban Dance einzigartige

Konzepte –flexibel und kreativ in der

Umsetzung, sowohl bei abendfüllenden

Produktionen, Firmenevents oder auch

bei Produktpräsentationen.

Die ersten Gründertage fanden

1985 im ICC statt. Die Messe mit Informationen

rund um die Themen Existenzgründung

und Unternehmertum findet

in diesem Jahr in der ARENA Berlin

in Treptow statt. Veranstaltet wird die

deGUT von der Investitionsbank Berlin

(IBB) und der Investitionsbank des Landes

Brandenburg (ILB). Die deGUT wird

gefördert von der Senatsverwaltung für

Wirtschaft, Energie und Betriebe des

Landes Berlin und dem Ministerium für

Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg

aus Mitteln der Länder und des

Europäischen Sozialfonds. Schirmherr

ist der Bundesminister für Wirtschaft

und Energie, Peter Altmaier. (pha.)

Informationen für Besucher und Aussteller

finden sich unter:

www.degut.de

DIE GRÜNDERINNEN DES HIMBEER-VERLAGS SIND DEGUT-REPRÄSENTANTEN

Karrieremit Kind

Die drei Gründerinnen des Himbeer Verlags geben am18. Oktober Einblicke inihr Geschäftsmodell.

Die deGUT-Repräsentantinnen Esther

Bauer, Anja Ihlenfeld und

Claudia Steigleder sind mit ihrem

Himbeer Verlag zu gefragten Expertinnen

für das Leben mit Kindern geworden.

Auf der deGUT berichten sie von ihren

Erfahrungen mit einem Unternehmen,

dessen Geschichte in einer Kita begann.

Denn dort lernten sich Claudia Steigleder

und Anja Ihlenfeld kennen und entdeckten

eine Marktlücke: Ihnen fehlte

ein anspruchsvolles Magazin, das Artikel

und Tipps rund um das Leben mit

Kindern in der Großstadt bot.

Steigleder und Ihlenfeld entwickelten

ein Konzept für das „Himbeer Magazin“

und gingen mit einem Dummy, der auch

dank der kostenlosen Mitarbeit vieler

Kreativer aus ihrem (Kita-)Netzwerk

entstanden war, auf Anzeigenakquise.

Bereits bei der ersten Ausgabe, die

2008 erschien, konnten sie damit die

Druckkosten tragen. Esther Bauer, eine

langjährige Freundin von Claudia Steigleder,

stieß bald daraufals DritteimBunde

dazu und kümmerte sich um das Anzeigengeschäft.

Die zweite Ausgabe erschien mit einer

Auflage von 10000 Stück und steigerte

sich schon bald auf die heutigen

20000 Exemplare. Im ersten Jahr haben

die drei Gründerinnen die Magazine

noch selbst mit ihren Privatautos verteilt

–aufwendig, aber effektiv. Denn auf

diesem Wege lernten sie ihre Partner

persönlich kennen und schufen damit

die Basis für nachhaltige Geschäftsbeziehungen.

Eine Coaching-Förderung der

IBB half ihnen, sich eingehender mit

dem Thema Zahlen zu befassen.

CLAUDIA CASAGRANDE

Ihr erstes Buch „Berlin mit Kind“ erschien

im Jahr 2011. Der umfassende

Relaunch des Online-Angebots im Frühjahr

2018 half, sich noch einmal intensiv

mit dem Profil der eigenen Marke zu befassen.

Bei allen Schritten stand immer

das Produkt im Mittelpunkt –entsprach

es noch den qualitativen Ansprüchen?

Dieser klare Kompass, die konsequente

Förderung familienfreundlicher

Arbeitsbedingungen für alle und der

Mut, im eigenen Tempo zu bleiben, sind

wesentliche Gründe, warum der Verlag

heute auf so stabilen Beinen steht.

Viele Mitarbeiterinnen – der Verlag ist

komplett weiblich –bleiben dem Unternehmen

treu. Die über Jahre stetig weiter

gewachsene Kompetenz im Bereich

Familie eröffnet nun weitere Märkte für

die Zukunft. (pha.)

TREND-THEMA FRANCHISE

Selbstständigmit starkenPartnern

Selbstständig arbeiten, aber einen

starken Partner an der Seite wissen

–für immer mehr Menschen

ist das so genannte Franchising attraktiv,

bei dem ein Franchisegeber einem

Franchisenehmer ein Geschäftskonzept

zur entgeltlichen Nutzung überlässt:

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl

der „Partner“ 2018 noch einmal um

3,6 Prozent auf mehr als 128 000, teilt

der Deutsche Franchiseverband mit. Der

Umsatz steigerte sich sogar um satte

9,4 Prozent auf 122,8 Milliarden Euro.

Kein Wunder, dass auch die deutschen

Unternehmer- und Gründertage

dem Thema viel Raum widmen. Ein eigenes

Seminat fragt hier am 19. Oktober:

„Franchise –eine attraktive Alternative

zur Gründung auf eigene Faust?“ und

beleuchtet die Chancen und Riskien

einer Gründung innerhalb eines Franchisesystems.

Nach einem Impulsvortrag

stehen zwei Franchisegründerinnen im

Interview dazu Rede und Antwort.

Vielseitige Geschäftsfelder

Neben Franchisenehmern, die von ihren

Erfahrungen berichten, sind aber auch

zahlreiche Franchisegeber auf der Messe

vertreten und veranschaulichen das

breite Spektrum möglicher Branchen.

Zum Beispiel die Valora Food Service

Deutschland GmbH: Das Schweizer Handelsunternehmen

betreibt verschiedene

Formate in den Bereichen „Retail“ und

„Food Service“. Auf der DeGUT ist es

mit seinem Franchisesystem „Ditsch“

vertreten: Der Brezelbäcker versorgt an

Die Bäckereikette Ditsch bietet Franchisenehmern

viele Vorteile.

VALORA GROUP

über zweihundert Standorten in Deutschland

die hungrige Laufkundschaft mit frischen

Backwaren –und setzt dabei auf

erfolgreiche Agenturpartner. „Wir bieten

Ihnen einen sicheren Weg in die Selbstständigkeit.

Lernen Sie uns kennen!“

wirbt die Bäckerei auf ihrer Website und

hält auch auf der DeGUT Informationen

für ein interessiertes Publikum bereit.

Dass es neben dem klassischen

Gastronomiebereich noch viele weitere

Branchen gibt, in denen Franchisenehmer

eigene Schritte wagen können,

zeigt sich anhand der weiteren Ausstellerliste:

Das europaweit vertretende

EMS-Boutique-Studio Body Street

verspricht Existenzgründern ein „vom

Start weg ein umfangreiches und effektives

Supportpaket“ und der österreichische

Design-Shop ´s Fachl wirbt

mit seinem erfolgreichen Konzept und

„sucht neue Fachlmeister.“

Neue und traditionsreiche Branchen

Etwas außergewöhnlicher sind wiederum

die Anbieter „Storebox Holding

GmbH“ und die Musikschule Fröhlich.

Als erster Anbieter einer komplett

digitalisierten Selfstorage-Dienstleistung

im urbanen Raum nimmt Storebox

seine Partner mit in die immer stärker

boomende Welt der ebenso bequem zugänglichen

wie sicheren Mietlager.

Dagegen betreibt die Musikschule

Fröhlich ein traditionsreiches Geschäft

und kann auf eine über 40-jährige Arbeit

zurückblicken kann. 300 selbstständige

Musiklehrer unterrichten unter

der Dachmarke knapp 30 000 Schüler

an Standorten in Deutschland und

Österreich.“Wir zeigen Wege und Mittel

zur Unternehmensgründung und helfen

beim Beschreiten einer nebenberuflichen

Tätigkeit mit Kindern auf musikalischem

Gebiet“, verspricht der Anbieter

zu seinem Stand auf der DeGUT.

Am 19. Oktober informiert zudem der

Stand der FranchiseARENA von 14 bis

18 Uhr noch einmal ganz allgemein über

schlüsselfertige Existenzgründungen im

Rahmen einer Franchisepartnerschaft.

Franchisegeber, Franchisenehmer und

Franchiseberater stehen dort für persönliche

Praxisberichte zur Verfügung. (pha.)


EIN VERLAGSTHEMA DER BERLINER ZEITUNG

GRÜNDER- UND UNTERNEHMERTAGE

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NUMMER 238 •14. OKTOBER 2019 SEITE 15

SPEEDDATING MIT EXPERTEN

Blitzschnell

überzeugen

KFW-AWARD GRÜNDEN

Preisefür

Gründer

Am19. Oktober stellen Start-ups ihr

Konzept Business Angels und dem

Publikum auf den Deutschen Gründer-

und Unternehmertagen (deGUT) vor.

Die Gründerinnen und Gründer erläutern

dabei in genau sieben Minuten ihre Geschäftsidee.

Die überzeugendsten Vorhaben

werden bei der Weiterentwicklung von

Business Angels unterstützt.

Insgesamt nehmen fünf Start-ups

teil. Die überzeugendsten drei von ihnen

erhalten professionelle Begleitung.

„Eine super Chance für alle Gründer“,

meint Peter Langer von Time Travel UG,

der im vergangenen Jahr an der spannenden

Veranstaltung teilnahm.

Das SpeedDating auf der deGUT wird

in Kooperation mit dem Business Angels

Club Berlin-Brandenburg e. V. (BACB) veranstaltet.

„Vom Know-how, Erfahrungen

und wertvollen Kontakten erfahrener Business

Angels können junge Unternehmen

enorm profitieren,“ sagt Nadine Matthias,

Projektleiterin der deGUT des Landes

Berlin. Umgekehrt fühlten sich auch

die Busness Angel aus „Schatzsucher“,

die besonders aussichtsreiche Projekte

identifizieren, erläutert Wolf Kempert, Vorstandsmitglied

des BACB e. V.: „Ein echter

Härtetest für die Teams, die auf einer lauten

Messe, mit stets wechselnden Interessenten

ihr Projekt so präsentieren, dass

sie die Juroren und Zuschauer begeistern

und überzeugen. Jedes Jahr erlebe ich so

inspirierte Unternehmer und Teams mit

erfolgversprechenden Ideen, bei denen

es sich lohnt, sie als Business Angel zu

begleiten und in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Ich freue mich auf die nächste

Runde auf der deGUT 2019.“ (pha.)

-

-

n

e

Delia und Patrick Großmann haben erfolgreich ein Geschäft aufgezogen.

DIE ESPRESSIONISTEN BERICHTEN ALS DEGUT-REPRÄSENTANTEN VON IHRER ERFOLGSSTORY

MitVolldampf zumeigenen Geschäft

Eswar kurz vor ihrer Hochzeit, als

sich Delia und Patrick Großmann

etws ganz besonderes gönnen

wollten –und krachend enttäuscht wurden:

Als sich die beiden Espressoliebhaber

auf die Suche nach einer guten

Kaffeemaschine begaben, waren sie

überrascht über die schlechte Beratung

im Einzelhandel. Das kann man wirklich

besser machen, davon waren die Großmanns

überzeugt: 2009 eröffneten sie

einen kleinen Laden im historischen

Zentrum Potsdams, wo sie Kaffee und

Maschinen aus Italien anboten.

In der Praxis zeigte sich schnell,

welche Maschinen wirklich funktionierten

und mit welchen Herstellern die

Zusammenarbeit gut klappte. Anfangs

schenkten die beiden Kaffee aus dem

Fenster aus und konnten neue Maschinen

immer erst dann ordern, wenn

eine verkauft war –soknapp waren die

Finanzen. Bekannt machten sie sich

nicht über große Werbeaktionen, sondern

mit einem kleinen Stand auf dem

lokalen Markt ein paar Wochen vor

Geschäftseröffnung.

Gute Vernetzung

Die gute Vernetzung im Viertel sowie

der persönliche Kontakt zu ihren Kunden

ist bis heute entscheidend für den

Erfolg der „Espressonisten“. Auch zu

ihren italienischen Lieferanten, viele

alt eingesessene Familienbetriebe,

pflegen sie enge Kontakte. Zu den

Privatkunden kamen stetig mehr Kunden

aus der Gastronomie hinzu –hier

punkteten die Großmanns mit ihrem

gutem Service, bald auch in Form einer

eigenen Werkstatt: Wenn es irgendwo

hakt, rücken die Mitarbeiter immer wieder

schnell zum Reperaturdienst aus.

Ihr Startkapital bekamen die Großmanns

über einen Kredit der KfW, von

der Brandenburger Wirtschaftsförderung

gab es einen Zuschuss für ein

Businessplan-Coaching.

Das Coaching übernahm ein Freund

aus Kindertagen, die Steuerberatung

eine Nachbarin. Mit Profis zusammenzuarbeiten,

die zugleich die private Lebenssituation

kennen, hat das Ehepaar

Großmann als sehr hilfreich empfunden.

Bis heute sind sie bei derselben

Steuerberaterin.

Großer Erfolg

DIE ESPRESSONISTEN

Mittlerweile haben die „Espressonisten“

18 Mitarbeiter und ein weiteres Geschäft

in Berlin-Mitte, wo Platz für einen

Maschinen-Showroom ist. Gute 40 Tonnen

Kaffee setzen sie pro Jahr um.

Während sie sich für den Business

Plan gerade auch mit dem Worst-Case-

Szenario beschäftigen mussten, ging

es für die Großmanns in der Realität

stetig nach oben. Und das ganz sicher

nicht trotz, sondern auch wegen des

Urlaubs, den sich die Familie Großmann

von Anfang an einmal im Jahr

gegönnt hat. Auf die eigenen Kräfte

achten, früh in gutes Personal investieren

– das sind einige der wertvollen

Tipps, die das Gründerpaar hat.

Als „deGUT-Repräsentaten“ werden

sie am 19. Oktober um 10.30 Uhr

weitere Hinweise und Einblicke in ihre

spannende Erfolgstory aninteressierte

Gründer geben. (pha.)

Seit 1998 zeichnet die KfW Bankengruppe

Unternehmen in den ersten

fünf Jahren ihrer Geschäftstätigkeit

mit dem KfW Award Gründen Für

den renommierten Preis können sich

Start-ups aller Branchen bewerben, die

ihren Sitz in Deutschland haben. Die

Teilnahme ist ebenfalls für Gründer möglich,

die eine Firma im Zuge der Nachfolge

übernommen haben. Als Preisgeld

stehen insgesamt 35 000 Euro bereit.

Die Auszeichnung wird am 17. Oktober

auf der Eröffnungsveranstaltung der de-

GUT im Bundesministerium für Wirtschaft

und Energie vergeben. Die 16 Landessieger

erhalten je 1000 EUR, der aus ihrem

Kreis ermittelte Bundessieger ein zusätzliches

Preisgeld von 9000 EUR. Weiterhin

wird ein Sonderpreis an ein Unternehmen

aus dem Bewerberkreis vergeben, erist

mit 5000 Euro dotiert. Unter allen Siegern,

die sich am Abend der Preisverleihung

vorstellen, vergibt das Auditorium

einen Publikumspreis mit einem zusätzlichen

Preisgeld von 5000 Euro.

Bei der Auswahl wird Wert gelegt auf

innovative und nachhaltige Geschäftsideen

mit gesellschaftlichem Nutzen.

Maßgeblich ist unter anderem auch, ob

Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen

oder erhalten werden. (pha.)

Ackerdemia holte 2018 den Sonderpreis.

KFW-BILDARCHIV /THORSTEN FUTH

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16 Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Jugendlicher niedergestochen.

In der Nacht zum Sonntag ist am Alexanderplatz

ein junger Mann niedergestochen

worden. Der20-Jährige

musste notoperiertwerden. Er war

zuvor mit einem 16 Jahrealten Jugendlichen

in Streit geraten. Polizisten

nahmen ihn fest. DieHintergründe

des Streits sind noch nicht

bekannt.

Radfahrer schwer verletzt.

Ein19Jahrealter Autofahrer hat in

der Nacht zum Sonntag in Rudoweinen

52 Jahrealten Radfahrer angefahren.

Der19-Jährige war bei Rotin

die Neuköllner Straße links abgebogen.

DerRadfahrer erlitt schwere

Verletzungen am Kopf und an den

Armen. Beiihm wurden 1,3 Promille

Alkohol im Blut festgestellt.

Fahrgast auf Bahnsteig verletzt.

DerStaatsschutz bittet Zeugen einer

gefährlichen Körperletzung im U-

Bahnhof Hermannplatz in Neukölln,

sich zu melden. Am Sonntag gegen

2.15 Uhrwar ein 24-Jähriger auf einen

Fahrgast losgegangen. Als das 32

Jahrealte Opfer sich wehrte,stach

der starkalkoholisierte Täter ihm in

den Rücken. Zeugen hielten den Angreifer

fest und übergaben ihn dem

Sicherheitsdienst der BVG. Polizisten

nahmen ihn fest. Der32-Jährige

wurde in ein Krankenhaus gebracht

und sofortoperiert. Zeugenhinweise

nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Wäscherei abgebrannt.

In der Nacht zum Samstag ist in der

Quitzowstraße in Moabit eine Großwäscherei

abgebrannt. DieFeuerwehr

war mit 80 Beamten im Einsatz.

DiePolizei nahm zwei tatverdächtige

Brandstifter fest. Siegehörten zu

den Mitarbeiterndes Unternehmens.

(ls.)

Brandstiftung.Die Fabrikhalle stürzte

ein. Verletzt wurde niemand.

PUDWELL

Die Revolution frisst ihre Kinder

Die Linke mit ihrer Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher an der

Spitze hat zum großen

Schlag ausgeholt: Miteinem Mietendeckel

will sie –ganz im Sinne der Interventionistischen

Linken Berlin –

Sand ins Getriebe des Berliner Immobilienmarktes

schütten. Ziel dieser

sozialistischen Wohnungspolitik

in einem „Roten Berlin“: Die Vergesellschaftung

des Wohnraums, wobei

Vergesellschaftung für sie mehr

ist als Verstaatlichung. „Vergesellschaftung

bedeutet für uns deshalb

Demokratisierung hin zur Selbstverwaltung“,

heißt es in einem Strategiepapier

für eine sozialistische

Stadt, in der es für den Immobilienmarkt

danach „gar nicht genug Vorschriften,

Regelungen, Steuern und

Investitionshemmnisse“ geben

kann. Der Zusammenbruch des Immobilienmarktes

wird nicht etwa

befürchtet, sondern befürwortet.

Undindiesem Szenario des kollektiven

Wohneigentums sollten die Genossenschaften,

die in Berlin unbestritten

ihre Verdienste haben, eine

tragende Rolle spielen.

Und dann das: Genau diese Genossenschaften

laufen jetzt Sturm

gegen die Mietendeckel-Pläne, die

sie als „Schlag ins Gesicht“ sozial orientierter

Vermieter betrachten und

durch die sie ihre soziale Erfolgsgeschichte

„massiv bedroht“ sehen.

„Zusätzlich zu den gravierenden

wirtschaftlichen Schäden wäre auch

der Vertrauensverlust in den Rechtsstaat

verheerend. Dass Genossenschaften

in Berlin investieren, dürfte

dann zur Ausnahme werden. DiePolitik

muss hier gegensteuern“, fasst

es Frank Schrecker, Sprecher der

Berliner Genossenschaften, zusammen.

Doch damit nicht genug. Linken-

Kultursenator Klaus Lederer, selbst

Genosse,fand in seinem Briefkasten

die „Mitteilung über die Erhöhung

des Nutzungsentgelts“ von seiner

Genossenschaft, die dies mit dem

geplante Mietendeckel begründet,

von einem „Angriff auf das Genossenschaftsmodell“

spricht und befürchtet:

„Berlin zerstört sein soziales

Gefüge.“ Statt nun einmal innezuhalten

und darüber nachzudenken,

ob der anvisierte Mietendeckel

vielleicht doch keine so gute Idee ist,

griff der Senator, der sich, das nur

nebenbei bemerkt, sicher auch eine

Gastbeitrag

Ein Gastbeitrag

von Sebastian Czaja,

FDP-Fraktionsvorsitzender

im Berliner Abgeordnetenhaus

„Halten wir dagegen.

Noch ist Zeit,

das Schlimmste zu verhindern.“

Sebastian Czaja

Vorsitzender der FDP-Fraktion zum geplanten Berliner Mietendeckel

andereWohnung leisten könnte,beherzt

zur Feder, umsich in dieser

Zeitung zu empören und die Genossenschaften

ziemlich frontal anzugehen.

Da kommt mir irgendwie der Satz

in den Sinn: „Die Revolution frisst

ihre eigenen Kinder.“ Wobei ich mir

nicht ganz sicher bin, welche Kinder

da gerade gefressen werden.

Wiedem auch sei: DasUrteil über

den geplanten Mietendeckel ist

längst gesprochen. Jeder, der auch

nur ein bisschen Sachverstand besitzt,

schlägt die Hände über dem

SABINE GUDATH

Kopf zusammen und warnt vor den

katastrophalen Folgen für den Berliner

Wohnungsmarkt. Und umnicht

sofortwieder in die Nähe vonImmobilienunternehmen

gerückt zu werden,

berufe ich mich einmal auf das,

was die rechtspolitische Sprecherin

der Grünen im Abgeordnetenhaus,

Petra Vandrey, zum Thema meint:

Verfassungsrechtlich bedenklich und

nicht nur darin schlecht gestrickt. Sie

fordert bei den„Eingriffen in das Eigentum“

mehr Verhältnismäßigkeit,

will Mieten einfrieren, nicht senken,

und die Lage einer Wohnung berücksichtigen,

um eine „Schattenwirtschaft“

mit Schwarzgeldzahlungen

zu verhindern, befürchtet einen

„Crash“ des Immobilienmarktes, der

die„Altersabsicherung“ von Kleininvestoren

zerstört, erwartet eine massiveVerschlechterung

des Zustandes

der Häuser wegen der geringeren

Mieteinnahmen und, und, und.

Sofortgegensteuern

Unstrittig ist: Wir brauchen mehr

Wohnraum, bezahlbaren dazu. In

Berlin fehlen bis 2030 rund 200.000

Wohnungen. Flächen dafür gäbe es

genug. Rechnet man das Umland

hinzu, ist Platz für mehr als 200 000

Wohnungen vorhanden. Nur gebaut

wird eben nicht in ausreichendem

Maße.Schlimmer noch, die aktuellen

Diskussionen über Mietendeckel und

Enteignungen lassen gegebenenfalls

noch vorhandenes Interesse von Investoren

gänzlich erlahmen. Und

dass der Senat in dieser Situation

auch noch rund eine Milliarde Euro

für den Rückkauf von Wohnungen

aus dem Fenster schmeißt, ohne damit

auch nur eine einzige neue Wohnung

zu schaffen, setzt dem Ganzen

die Krone auf.

Dabei bestünde immer noch die

Möglichkeit, sofort gegenzusteuern.

Die Investitionsbank Berlin könnte

ein Programm auflegen, das die

Schaffung vonWohnraum nachhaltig

fördert. Gleichzeitig könnte in den aktuellen

Haushaltsberatungen noch

eine Halbierung der Grundsteuer,die

Reduzierung der Grunderwerbsteuer

auf 3,5 Prozent sowie die Einführung

einer Grunderwerbsteuer-Freigrenze

von 500 000 Euro festgelegt werden.

Alldies würde zu einer Neubauoffensivewesentlich

mehr beitragen als die

unsinnigen Fantasien vonMietendeckel

und Enteignungen.

Zu befürchten steht allerdings,

dass es diesem rot-rot-grünen Senat

gar nicht um neue und bezahlbare

Wohnungen geht, sondern um die

Realisierung eines sozialistischen

(Alb-)Traumes. Wie ließ doch die

grüne Bundestagsabgeordnete Canan

Bayram die Katze jetzt aus dem

Sack: „Wenn wir jetzt die Mieten deckeln,

wird später das Enteignen

leichter – unter der Voraussetzung,

dass der entsprechende Volksentscheid

die notwendige Zustimmung

bekommt.“

Halten wir dagegen. Noch ist Zeit,

dasSchlimmste zu verhindern.

Autonome

bekennen sich

zu Anschlag

Steine von einer Brücke auf

ein Polizeiauto geworfen

Zwölf Stunden nach dem Anschlag

auf eine Zivilstreife der

Polizei haben sich Autonome im Internet

zu der Tatbekannt. Dabei war

ein Zivilfahnder am Hals und an den

Händen verletzt worden. Seine beiden

anderen Kollegen im Auto kamen

mit dem Schrecken davon. Sie

erlitten einen Schock.

In dem Bekennerschreiben heißt

es: „Ob Einzeltäter-Theorien wie in

Halle oder das Aufdecken der Schattenarmee

um den Nazi Hannibal,

kein Mensch wird zum Rechtsterroristen

aus eigener Motivation heraus.“

DieAttacke wirddamit begründet,

dass Polizisten jene rassistischen

und antisemitische Mörderinnen

wie jene in Halle schützen

würden. Außerdem schreibt der Verfasser

unter dem Namen „anonym“

vomHass auf zivile Kräfte,„die unser

Leben und der Menschen im Gerdi

beobachten und notieren, um in den

richtigen Momenten zuzuschlagen“.

DieBesatzung des zivilen VW Turan

war am vergangenen Samstagmorgen

gegen 2.30 Uhr mit aufgesetztem

Blaulicht auf dem Wegzueinem

Einsatz. Kurz vor der stillgelegten

Eisenbahnbrücke in der

Bouchèstraße in Treptow schlug ein

Pflasterstein gegen die Frontscheibe.

Sie splitterte teilweise. Die drei Beamten

in Zivil sollen –laut Bekennerschreiben

– vor allem in Neukölln

und Kreuzberg eingesetzt sein. Sie

sind „überwiegend aktiv im Umkreis

des Görlitzer Parks“. DerParkgehört

seit Jahren zu den größten Drogenumschlagplätzen

in der Stadt. (BLZ)

Ein Stein durchschlug die Frontscheibe

des Zivilfahrzeugs.

PUDWELL

BERLIN BEWEGER

URBANE MOBILITÄT

Lesen Sie in der Beilage am15.10.2019:

Berlin macht mobil: Istdie Mobilitätswende machar?

Vision Flugtaxis: Start-upssorgenfür Wirbel in der Luft?

Ärgernis oder Innovation? Die neuen E-Scooter spalten.


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 17 *

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Berlin/Brandenburg

Kampf gegen

Kriminalität an

der Grenze

Innenminister begrüßt

Schleierfahndung

Brandenburgs Innenminister Karl-

Heinz Schröter (SPD) hat die von

Bundesinnenminister Horst Seehofer

(CSU) angeordnete Ausweitung der

sogenannten Schleierfahndung an

den deutschen Grenzen begrüßt.

„Die Schleierfahndung ist ein gutes

Mittel, um grenzüberschreitende Kriminalität

zu bekämpfen“, sagte

Schröter. „Das gilt für alle Deliktsfelder

gleichermaßen, wie zum Beispiel

Fahrzeugdiebstahl, Drogenhandel

oder illegales Schleusen.“ Diese

Fahndung erlaubt der Polizei Kontrollen

auch ohne konkreten Anlass

oder Verdacht. Seehofer hatte Ende

September angekündigt, die Schleierfahndung

im Grenzraum durch die

Bundespolizei zu intensivieren –„um

unerlaubte Einreisen, Schleusungskriminalität

und andere Grenzkriminalität

zu bekämpfen.“ (dpa)

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0520 367 gewinnt Audi A1 Sportback

8581 143 gewinnt Audi Q2 30

2784 059 gewinnt Reise in die Yachthafenresidenz

Hohe Düne; 0776 190 gewinnt Reise ins

Relais- und Chateaux-Hotel Dollenberg

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

9084 650 gewinnt 1000 000 Euro

982 774 gewinnt 100 000 Euro

54 767 gewinnt 10 000 Euro

2467 gewinnt 1000 Euro

95 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

KRONPRINZESSIN METTE-MARIT

nimmt, wie man lesen konnte, auch

unangenehme und aussichtslos erscheinende

Missionen auf sich. So

soll sie sich bei Tomas Espedal, einem

der bekanntesten Schriftsteller ihrer

Heimat Norwegen, erst eine telefonische

und dann beim Frühstück auch

noch eine persönliche Abfuhr eingehandelt

haben. Und zwar bei dem

Versuch ihn zu überreden, gemeinsam

mit der Prinzessin und vielen seiner

Schriftstellerkollegen zur Buchmesse

in FrankfurtamMain in einem

Sonderzug anzureisen. Der Abstecher

am Wochenende nach Berlin

stand unter einem besseren Stern.

ZurVorstellung der Anthologie „Heimatland.

Und andere Geschichten

aus Norwegen“ im Großen Sendesaal

im Haus des Rundfunks in der Masurenallee

kam am Sonntagabend neben

der Kronprinzessin (und ihrem

Mann, Kronprinz Haakon) auch Tomas

Espedal. Die Kronprinzessin

könnte auf den jetzt sauer sein, aber

sie lobt ihn: „Ein Weltklasseschriftsteller.Ich

habe einen großen Respekt

für ihn.“ Espedal selbst scherte sich

auch diesmal nicht um das höfische

Protokoll. Als das königlichen Besuch

nicht eben gewöhnte Berliner Publikum

gebeten wurde,noch auf den Sitzen

zuverharren, bis die royalen Ehrengäste

den Saal verlassen haben,

stand Espedal schon wieder vor dem

Haus und rauchte.Zuvor hatte er das

Publikum zum Entsetzen der zahlreich

im Saal vertretenen Buchhändler

aufgefordert: „Hören Siedoch auf,

Bücher zu lesen. Schreiben Sie Bücher!“

Bei der Veranstaltung von Radioeins

lasen Fritzi Haberlandt und Joachim

Król aus dem Buch. Vorder Veranstaltung

im Großen Sendesaal

hatte der norwegische Botschafter

Petter Ølberg zueinem Empfang für

die Künstler des Abends, darunter

auch Geir Gulliksen (der Co-Herausgeber

der Kronprinzessin), Helga

Flatland und Sänger Pål Moddi Knutsen,

gebeten. Radioeins setzte mit

dem Abendder norwegischen Literatur

eine Reihe vonLesungen und Gesprächen

fort, in der seit 2015 schon

Umberto Eco, John Irving,PaulAuster

und Zadie Smith begrüßt wurden.

Demnächst sollen Isabel Allende und

KenFollett folgen.

REGINA ZIEGLER

machte den Vorschlag, der zu ihrem

neuesten Film „Ich war noch niemals

in New York“ führte, ingenau

dem richtigen Moment: „Das war

bei der Uraufführung in Hamburg

im Jahr 2007. Das Publikum stand

vor Begeisterung auf den Stühlen.

Die Prinzessin und der Dichter

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Mette-Marit holt sich zwei Absagen

bei Tomas Espedal. Und Katharina

Thalbach wollte unbedingt im

Udo-Jürgens-Film mitspielen

Das norwegische Kronprinzenpaar Mette-Marit und Haakon besuchten auch den Großen

Sendesaal im Haus des Rundfunks. CHRISTIAN SCHULZ (3)

Regina Ziegler machte einen Film aus

dem Udo-Jürgens-Musical.

Katharina Thalbach spielt mit in „Ich war

noch niemals in NewYork“.

Ich habe zu Udo gesagt: Daraus

müssen wir einen Film machen!

Und seine Antwort war: Warum

nicht!“ Am Donnerstag startet der

Film in den deutschen Kinos, Premierewurde

gerade in Köln gefeiert.

Ausirgendeinem Grund (meist liegt

es an der Förderung) durfte die Vorführung

am Sonntagabend im Kino

International nicht (Berlin-)Premiere

heißen und firmierte deshalb

unter „Universal Filmlounge“. Während

der Vorbereitungen auf die

Dreharbeiten starb Udo Jürgens,

dessen Lieder im Mittelpunkt des

Films stehen. DieProduzentin:„Natürlich

habe ich mich immer wieder

gefragt, wie er dieses oder jenes

Problem gelöst haben würde.“ Eine

wesentliche Qualität seiner Kunst

umschreibt die Produzentin so:

„Man hat ihm immer geglaubt, was

er gesungen hat.“

KATHARINA THALBACH

ist sich ganz sicher: „Der Film ist

wirklich gut für die Seele. Es ist eine

Art Medizin. Wenn man sehr traurig

ist, sollte man ihn sich dreimal hintereinander

anschauen, dann geht

es einem wieder gut!“ Sie hat beim

Tanztraining für den Film geschwitzt:

„Wir mussten schon ein

bisschen ackern und dann sieht

man, dass im Film allerhand davon

rausgeschnitten wurde. Dann ist

man enttäuscht …“ Siehat eine ganz

besondere Beziehung zum Sänger:

„Als er damals gesungen hat ,Siebzehn

Jahr, blondes Haar‘, da war ich

ja sehr jung, aber ich habe mich total

angesprochen gefühlt.“

Die Rolle in dem Musicalfilm

wollte sie dann unbedingt haben.

Und weil der Regisseur sich für sie

entschied, redet sie fast schon zärtlich

über ihn: „Ich liebe Phillip Stölzl.

Ich muss ihn lieben, wirklich. Schon

allein, weil er mich genommen hat.

Ich hatte das Casting, und er sagte

mir dann gleich danach den wunderbaren

Satz: „Die Rolle scheint auf

dich gewartet zu haben.„ Ich war so

glücklich, also wirklich, wie ein kleines

Kind.“

UWE OCHSENKNECHT

musste für seine Rolle im Musical-

Film nicht erst das Singen lernen:

„Ich habe schon mit zehn Jahren im

Kinder-Chor der Oper gesungen,

habe dann mit 14 und 15 Bands gehabt

und mache immer noch Musik.“

Er lernte die Kunst vonUdo Jürgens

während der Arbeit am Film

nicht erst kennen: „Ich bin mit Udo

Jürgens aufgewachsen.“ Eines seiner

schönsten Lieder für ihn: „Immer

wieder geht die Sonne auf.“

NACHRICHTEN

Künftige Koalition will mehr

Flüchtlinge aufnehmen

Diekünftige rot-schwarz-grüne Koalition

will in Brandenburgmehrere

HundertFlüchtlinge aus humanitärenNotlagen

aufnehmen.„Wir haben

uns auf zwei sehr ambitionierte Programme

verständigt mit jährlich 200

Menschen, die wir aufnehmen wollen“,

sagte Grünen-Fraktionschefin

Ursula Nonnemacher amWochenende

nach derVerhandlungsrunde

zur Innen- und Flüchtlingspolitik.

DieseProgramme sollen in Zusammenarbeit

mit dem Flüchtlingshilfswerk

derVereinten Nationen undden

Kirchen umgesetzt werden.Indiesem

Jahr hat in Brandenburgbereits

die Aufnahme vonmehrals 70 bedrohten

und traumatisierten Jesidinnen

aus dem Irak begonnen. (dpa)

Ex-Freundin bedroht –

37-Jähriger von SEK gefasst

EinSpezialeinsatzkommando (SEK)

der Polizei hat in der Innenstadt von

Frankfurt(Oder) einen 37-Jährigen

gefasst, der seine Ex-Freundin bedroht

haben soll. Beidem Einsatz sei

nach ersten Erkenntnissen niemand

verletzt worden, sagte eine Sprecherindes

Lagedienstes im Polizeipräsidium.

DiePolizei hatte seit dem

Sonnabendvormittag in der Innenstadt

nach dem Mann gefahndet, dabei

hatte es auchVerkehrssperrungen

gegeben. Es sei noch unklar,obder

Mann bewaffnet war,sagte die Sprecherin.

Daher sei das SEK gerufen

worden. (dpa)

Brand: 59-Jähriger stirbt bei

Sprung aus dem Fenster

Ein59-jähriger Mann ist in Angermünde

(Uckermark) aus dem Fenster

einer brennenden Wohnung gesprungen

und dabei ums Leben gekommen.

DerBerliner sei bei der

Wohnungsinhaberin in der Nacht

zum Sonnabend zu Besuch gewesen,

berichtete ein Sprecher der Polizeiinspektion

Uckermark. Ausungeklärter

Ursache sei gegen 1.30 Uhrin

der Küche ein Feuer ausgebrochen.

DerMann, der im Nebenraum geschlafen

habe,sei vonden Flammen

überrascht worden und habe sich

mit dem Sprung aus dem Fenster retten

wollen. EinNotarzt konnte nur

noch den Toddes 59-Jährigen feststellen.

DieWohnungsinhaberin und

ihr Sohn hätten sich unverletzt über

den Hausflur in Sicherheit bringen

können. (dpa)

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18 * Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Lokalsport

Einmal unter anderen Vorzeichen: Viktorias Fardjad-Azad Pardis verzweifelt an Fritz Pflug (l.), doch Lichtenbergs Torwartmuss im Pokalspiel dreimal hinter sich greifen.

IMAGO IMAGES/GORA

Eisvogel dringend gesucht

Das Duell der Regionalligisten Lichtenberg 47 und Viktoria 1889 hat das Zeug zu einem brisanten Dauerbrenner.Esist ein Duell unterschiedlicher Konzepte

VonMichael Jahn

AmTag nach dem Ausscheiden

im Berliner Landespokal

war UweLehmann, der

Trainer von Lichtenberg

47, schon wieder gefasst. 0:3 hatte

seine Mannschaft beim Liga-Konkurrenten

Viktoria 89 verloren. „Das

Aus imPokal ist bitter, aber Viktoria

war die bessere Mannschaft. Auch

wir hatten unsere Chancen auf einem

tollen Platz im Stadion Lichterfelde“,

sagte der 37-Jährige, der bereits

in der siebten Saison Coach der

Lichtenberger ist. In den ersten beiden

Pokal-Runden hatte Lichtenberg

Blau-Weiß Spandau (7:0) und

den SV Empor (1:0) bezwungen.

Lichtenberg 47 gegen Viktoria,

das ist ein Duell, das für Brisanz

sorgt. Das zwei unterschiedliche

Konzepte aufeinandertreffen lässt.

Daszueinem Dauerbrenner zu werden

scheint. Bereits am kommenden

Sonnabend begegnen sich beide

Mannschaften wieder, dann in der

Regionalliga und im Lichtenberger

Hans-Zoschke-Stadion.

Im Pokal war das Duell am Freitagabend

bereits die dritte Begegnung

binnen dreier Jahre. 2016 gewann

Viktoria bei den Lichtenbergern

3:1 nach Verlängerung. Ebenfalls

im „Zoschke“ setzten sich 2017

die Gastgeber 7:6 in einem Elfmeterschießen

durch. Damals stieg 47-

Keeper Niklas Wollert zum Helden

auf, weil er den entscheidenden

Strafstoß vonViktorias Kapitän Ümit

Ergirdi pariert und in der regulären

Spielzeit einen Elfmeter des gleichen

Schützen gehalten hatte.

Einungemütlicher Abend

Am Freitagabend aber fehlte TorhüterWollertimKasten

der Lichtenberger,

obwohl ihm sein Trainer bislang

„eine herausragende Saison in der

Regionalliga“ bescheinigt. Lehmann:

„Im Pokal wechseln wir die

Keeper und geben einem anderen

die Chance,sich zu zeigen.“

So erlebte Fritz Pflug im Toreinen

eher ungemütlichen Abend: Rafael

Brand nach einem Solo (42.), Tino

Schmidt (50.) per Kopfball und Tobias

Gunte (88.) wieder per Kopf trafen

für den Titelverteidiger. Sechs

Minuten vor Schluss im Duell gegen

Lichtenberg hätte noch einmal

Spannung aufkommen können,

Viktoria 1889 –Lichtenberg 47 3:0

Berlin United –SDCroatia 3:4 n. V.

FC Treptow–CFC Hertha 06 0:5

Stern1900 –Tennis Borussia 6:7

1.FC Wilmersdorf –VSG Altglienicke 2:5

Steglitzer SC Südwest –SVTasmania 1:2

BFC Meteor –FCHertha 03 1:3

FSV Stralau –BFC Dynamo 0:5

aber Philip Einsiedel von 47scheiterte

mit einem Elfmeter anViktorias

starkem Keeper Stephan Flauder.

Bitter für die Gäste, dass sich Thomas

Brechler (Schulter) und Jonas

Schmidt (Knöchel) verletzten.

Trainer Lehmann hofft, dass

beide Kicker bis zum Wiedersehen

mit Viktoria am Sonnabend einsatzfähig

sind. Beim Aufeinandertreffen

am Freitagabend zeigte sich erneut

die im Moment größte Schwäche

des Neulings in der Regionalliga:

der Torabschluss! Mitlediglich neun

BERLINER LANDESPOKAL

Türkiyemspor -FCBrandenburg 4:1

SC Borsigwalde –SternMarienfelde 1:3

FC Amed –Schwarz-Weiß Spandau 3:0

SF Johannisthal -Berliner SC 1:3

Novi Pazar –Berliner AK 0:5

Wartenberger SV –SCStaaken 2:3

Fortuna Biesdorf –Sparta Lichtenberg 1:3

TSV Rudow–TuSMakkabi 0:1

Treffern inden bisherigen elf Partien

ist 47 das zweitschwächste

Team in der Offensive nach Optik

Rathenow (8Tore). Dennoch ist die

Punkteausbeute für den Aufsteiger

mit zwölf Zählernbeachtlich.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen

Vereinen in der Regionalliga

Nordost wie Viktoria, wo unter profihaften

Bedingungen gearbeitet wird

und die erste Männermannschaft

ausgegliedert werden soll, was der

längst wieder verschwundene Investor

Alex Zheng bereits forderte,schicken

Trainer Lehmann und Manager

Benjamin Plötz Freizeitfußballer auf

den Rasen. DieLichtenberger gehen

einem Beruf nach oder studieren.

„Wir trainieren wie einst in der Oberliga

viermal die Woche immer am

Abend“, sagt Lehmann. DieSiege gegen

die Favoriten Berliner AK (1:0)

oder Wacker Nordhausen (5:1) sind

beinahe sensationell zu nennen.

Suche nach Verstärkung

Nach den Plätzen fünf, drei und

noch mal drei in den zurückliegenden

Jahren in der Oberliga schaffte

47 im Maiendlich den Aufstieg in die

Regionalliga, hat dort das Ziel „Klassenerhalt“

ausgerufen. Die verschworene

Gemeinschaft, die meist

einen gepflegten Fußball spielt, ist

„punktetechnisch voll im Rahmen“,

urteilt der Trainer. Aufgrund der gezeigten

Leistungen hätten es aber

vielleicht sogar sechs Punkte mehr

sein können, findet Lehmann, der

zum „Berliner Amateurtrainer der

Saison 2018/19“ gewählt worden

war.Doch auch Lehmann klagt: „Wir

erarbeiten uns schon viele Chancen,

aber wir machen sie nicht rein.“ Des

Trainers Schlussfolgerung: „Uns

fehlt vorne imAngriff ein Eisvogel.“

Deshalb wird nun Sportchef Benjamin

Plötz auf dem Transfermarkt tätig

werden. „Wir werden uns verstärken“,

kündigt Lehmann an, „drei,

vier Positionen werden wir umstrukturieren.“

Man kann davon ausgehen,

dass vorallem die Offensivkraft

erhöht werden soll.

Lichtenberg47hat sich gut eingelebt

in der Regionalliga, fast 750 Zuschauer

kamen bislang im Schnitt zu

den Heimspielen ins Zoschke-Stadion

und die großen Duelle mit sicherlich

stattlicher Kulisse kommen

erst noch –gegen Rot-Weiß Erfurt

und Energie Cottbus.„Daswirdalles

brutal schwer“, sagt Lehmann, „wir

sind zum ersten Mal zuGast in der

Regionalliga und wollen auch unbedingt

drinbleiben. Wir fühlen uns in

dieser attraktiven Liga sehr wohl.“

Und die Liga sicher auch mit dem

Neuling. Mit dieser verschworenen

Gemeinschaft der Freizeitkicker.

Michael Jahn

begleitet den Aufschwung

vonLichtenberg 47.

Ein Rudel streicht durch die Stadt

Serie –Tierisch fit: Wasdie Spreewölfe mit ihrem Wappentier gemeinsam haben und wie sie neue Nachbarschaften über Inline-Skaterhockey zusammenbringen

VonChristian Kattner

BeimVorbeilaufen wirkt es wie ein

überdachter Parkplatz. Erst

wenn man den Wegaus der Lehrter

Straße in Richtung des Sportparks in

Moabit einschlägt und gleich rechts

das Torpassiert, entdeckt man ein

kleines Stadion. Steinerne Tribünen

an den Längsseiten, ein schräges

Dach und darunter eine mit Banden

eingerahmte Spielfläche. Ein Eishockeyfeld?

Die Verwechslungsgefahr

ist groß. Schnell sind die Spieler unterwegs

beim Inline-Skaterhockey,

körperlich robust geht es zur Sache,

ein Check landet auch mal an der

Bande.„DieLeute,die aus der Ferne

gucken, suchen das Eis, wenn sie näher

kommen“, sagt Jörg Ogilvie. Immer

mal wieder kommt es vor, dass

der Vorstandsvorsitzende der Spreewölfe

Berlin solche Begegnungen

mit Interessierten erlebt, die den

Wegaus der Lehrter Straße in das Revier

der Spreewölfe finden.

Das könnte ruhig öfter der Fall

sein, um das Schattendasein im Auslaufgebiet

des Poststadions etwas zu

erhellen. Denn mittlerweile gibt es

den Verein schließlich seit zehn Jahren.

Nicht ganz freiwillig, denn eigentlich

hatten die damaligen Inline-Skaterhockey-Spieler

gar nicht

danach gestrebt, einen eigenen Verein

zu gründen. „Eigentlich war das

nie unser Ziel“, erzählt Ogilvie. Zu

Beginn habe man auf dem Winterfeldtmarkt

aus Spaß gespielt. Als die

ganze Sache, die ihren Ursprung an

der Technischen Universität hat,

aber dort immer größer wurde und

man auch nicht immer den Passanten

mit Kinderwagen und Fahrradfahrern

ausweichen wollte, stießen

die späteren Spreewölfe dortirgendwann

an natürliche Grenzen.

Dass sie sich und die Vereinsgründung

nicht so ernst nahm, der

Spaß immer eine große Rolle spielt,

drückt sich auch im Vereinslogo aus.

Dortist zwar der Wolf zu sehen, aber

hat der keine fletschenden Zähne

und schaut nicht grimmig drein,

sondern grinst und zwinkert mit einem

Auge. „Das Logo bildet das ab,

womit es eigentlich angefangen hat:

die Spreeund den Wolf und nicht die

Gemeinschaft im Hockey-Outfit: die Spreewölfe

Idee,wie viel Geld wir über das Merchandising

verdienen können, indem

wir uns ein sympathisches Tier

anlachen“, sagt Gründungsmitglied

Ogilvie. Inder ersten Spielstätte in

der Franklinstraße hatten er und damalige

Mitspieler nach dem Training

an der Spree gegrillt und in die

Nächte reindiskutiert. „Und das war

die Zeit, in der die ersten Wölfe wie-

SPREEWÖLFE

der an die Berliner Stadtgrenzen kamen.

DerWolf als Tier bildet uns sehr

gut ab: Enge soziale Strukturen, das

Miteinander ist wichtig.“

Werte, die bis heute konserviert

werden. Mehr als 200 Mitglieder sind

es mittlerweile, vom Nachwuchs bis

in das höhereAlter ist so ziemlich alles

vertreten –das Ganze bei einer

nahezu ausgeglichenen Quote zwi-

schen männlichen und weiblichen

Spielern. Die erste Männermannschaft

spielt in der Regionalliga, die

Frauen sogar in der 1. Bundesliga.

Unddas kleine Stadion mit dem Terrazzoboden

aus den 50er-Jahren bildet

so etwas wie die sportliche Heimat

für alle Mitglieder. Imanliegenden

Vereinsgebäudetrakt befinden

sich die Utensilien der Männer-und

Frauenmannschaften sowie des

Nachwuchses, aber auch Trophäen.

Wert auf eine geputzte Vitrine wird

nicht gelegt: Shampooflaschen und

Duschgel stehen neben dem Pokal

für den dritten Platz beim Europapokal.

Auf die Erfolge der vergangenen

Jahre sind alle stolz, der Fokus liegt

auf dem Rudel, wenn man es tiersprachlich

mag.

Dieses Rudel wächst weiter.

Durch Arbeitsgemeinschaften an

Schulen, aber vor allem durch das

Projekt Skatemobil, welches öffentliche

Flächen in Berlin bespielt. „Es

gibt Kinderndie Möglichkeit, ein Bewegungsangebot

wahrzunehmen,

das niedrigschwellig angesetzt ist“,

sagt Ogilvie, „uns geht es primär

darum, dass wir öffentliche Plätze

bespielen und damit neue Nachbarschaften

zusammenzubringen. Der

Sport ist dafür prädestiniert. Man

kommt, verliert die Hemmungen

und redet mit Leuten, die man sonst

nur sieht. Das Angebot richtet sich

primär an Kinder, aber manchmal

stellen sich auch Eltern auf die Skates.“

Rund 20 Einsätzehat der Verein

mit dem Skatemobil in diesem Jahr

absolviert, den letzten erst am vergangenen

Donnerstag. Ein paar

Pflaster, die neben den Inlineskates

und der weiteren Ausrüstung, zum

StandardrepertoireanBordgehören,

wurden wieder einmal benötigt. Nix

Wildes, aber eben ein Muss im Gepäck

des Mobils, das direkt neben

dem Stadion parkt. Unauffällig, wie

die Anlage selbst.

Bisher in der Serieporträtiert:

Zehlendorfer Wespen (29. 7.), WeddingerWiesel

(22.7.), Berlin Flamingos(12.8.),BCLions Moabit

21 (19. 8.), Berlin Kettle Bears(26.8.),BerlinerWasserratten

(2. 9.), PBCAdler (9. 9.), Möwe

Britz (16.9.), NTC Känguruhs (23. 9.), Karower

Dachse (30.9.),GekkosBerlin (7.10.).


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 19 *

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Sport

Olympia

im

Hinterkopf

Schwimmer Wellbrock

überzeugt auch in Berlin

Weltmeister

Florian Wellbrock

baut seine Siegesserie zum

Start indie Olympia-Saison aus. Ein

Dreivierteljahr vorden Sommerspielen

in Tokio gewann der 22-Jährige

beim Heim-Weltcup in Berlin trotz

eines leichten Infekts mit einem dosierten

Rennen über 1500 Meter

Freistil. Es war nach dem Sieg in Budapest

vor einer Woche sein zweiter

Saison-Erfolg. Zuletzt hatte er bei der

WM 2017 auf der Langbahn bei einem

Rennen auf der Paradestrecke

nicht als Erster angeschlagen.

Nach dem einzigartigen Kunststück

im WM-Sommer 2019 mit

Goldmedaillen über zehn Kilometer

im Freiwasserrennen und eben über

die 1500 Meter istWellbrock endgültig

zur großen Hoffnung der bei

Olympia zuletzt schwer geschlagenen

deutschen Schwimmer avanciert.

„Olympia hat man schon im

Hinterkopf. Aber wir haben noch ein

paar Bausteine wie Höhentrainingslager

und Qualifikation, die wir erstmal

beiseite räumen möchten“,

sagte Wellbrock.

„Bei Florian hat es sehr gut funktioniert“,

sagte Teamchef Bernd

Berkhahn. In 15:10,82 Minuten blieb

Wellbrock über 1500 Meter rund 13

Sekunden über seiner Siegerzeit von

vor einer Woche. Aber etwas kränklich

hatte er bewusst Tempo rausgenommen.

„Wir wollen die Vorbereitung

für die Höhe nicht gefährden“.

Er strich deshalb auch zwei weitere

Starts des erfolgreichsten deutschen

Schwimmers beim Heim-Weltcup.

Für die internationalen Höhepunkte

sorgte die Ungarin Katinka Hosszu,

die schon vor den letzten Finals bei

298 Weltup-Erfolgen stand.

In Berlin bekamen die Zuschauer

nicht das beste deutsche Team zu sehen,

weil etwa Wellbrock-Freundin

SarahKöhler,Franziska Hentke oder

Das Wasser verleiht ihm offenbar Flügel:

Florian Wellbrock.

GETTY IMAGES/HARTMANN

Philip Heintz bei einer lukrativen

Konkurrenzveranstaltung am Start

sind. Sie schwimmen bei der International

Swimming League, wo es

noch keine deutschen Siege zu bestaunen

gab.

Die neue Liga mit Profiteams aus

Sportlern verschiedener Ländern

will insgesamt rund vier Millionen

Dollar (etwa 3,62 Millionen Euro)an

die Sportler ausschütten. Beim Weltcup

gibt es insgesamt 2,5 Millionen

Dollar (2,27 Millionen Euro) Preisgeld.

„Ich finde es gar nicht schlecht,

dass eine Konkurrenzsituation entsteht.

Konkurrenz macht das Geschäft

besser“, sagte WM-Starter Fabian

Schwingenschlögl.

Er schaffte es in Berlin nicht aufs

Podest. Drei WM-Kollegen durften

dagegen zum ersten Mal aufs Weltcup-Podium:

Ramon Klenz als Zweiter

über 200 Meter Schmetterling,

Anna Elendt als Dritte über 100 Meter

Brust und Aliena Schmidtke als

Dritte über 50 Meter Schmetterling.

Unschöne Nachrichten gab es

hingegen aus den USA. Staffel-

Olympiasieger Conor Dwyer wurde

wegen erhöhter Testosteronwerte

des Dopings überführt und so lange

gesperrt, dass Tokio für den früheren

Paul-Biedermann-Konkurrenten

kein Thema mehr ist. Der30-Jährige

beendete seine Karriere. (dpa)

Man schwitzt deutsch

Die Triathleten Jan Frodeno und Anne Haug siegen beim Ironman auf Hawaii. Ein Erklärungsversuch

VonFrank Hellmann

Die erste Umarmung galt

seiner Frau, die zweite

dem Manager, die dritte

dem Physiotherapeuten:

BeiJan Frodeno passte an einem historischen

Tagfür den deutschen Triathlon

selbst die Reihenfolge der

Gratulanten hinter dem Zielkanal in

Kona detailgetreu ins Drehbuch.„Ich

glaube,eswar der Tag, den ich meine

Karriere lang gesucht habe“, sagte

der Sieger beim Ironman Hawaii.

Der38-Jährige ergriff nach 3,86 Kilometer

Schwimmen, 180,2 Kilometer

Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen

nach 7:51:13 Stunden das Zielband.

Eine bemerkenswerte Zeit.

Hinter Frodeno, der mal in Girona/Spanien,

mal in Noosa/Australien

lebt, hatten der US-Amerikaner

Tim O'Donnell (7:59:39) und Sebastian

Kienle aus Mühlacker (8:02:04)

keine Chance. „Jan war in seiner eigenen

Welt“, sagte Kienle, 35. Titelverteidiger

Patrick Lange stieg bei

seinem vierten Hawaii-Startnach 70

Kilometer vom Rad. Der 33-Jährige

hatte in der Nacht über leichtes Fieber

geklagt.

Den anfangs so verregneten Tag

in der Bucht vonKailua Kona machte

Anne Haug besonders: DieProfi-Triathletin

aus Bayreuth stürmte als

erste deutsche Hawaii-Siegerin nach

8:40:10 Stunden ins Ziel. „Ich konnte

konstant durchlaufen, hatte keinen

richtigen Hänger“, sagte sie. Die 36-

Jährige distanzierte nach einem starken

Marathon die Britin Lucy

Charles-Barclay um mehr als sechs

Minuten –nachdem sie beim Wechsel

noch acht Minuten Rückstand

aufwies. „Es war ein fantastisches

Rennen, wie in Trance“, sagte die

1,64 Meter große Haug. Den Ironman

Frankfurt hatte sie nach einer

langwierigen Fußverletzung nicht

bestreiten können und sich erst vor

zwei Monaten in Kopenhagen die

Hawaii-Qualifikation gesichert.

Training mit DanLorang

Wernach den Gründen für die Dominanz

fahndet, landet nicht nur bei

allgemeinen Erklärungen zu den

technikaffinen Deutschen, die so

viele Triathleten heranzüchten, dass

schwarz-rot-goldene Fahnen zu Big

Island gehören wie das Palmen-Panorama.

Frodeno und Haug werden

von Dan Lorang trainiert, unter dessen

Anleitung auch Emanuel Buchmann

bei der Tour de France aufhorchen

ließ. Triathlon-Bundestrainer

Faris Al-Sultan sagt zu Lorangs Ar-

Machtdemonstration: Jan Frodeno erreicht nach 7:51:13 Stunden das Ziel.

Klein macht sich groß: Anne Haug,1,64 Meter,8:40:10 Stunden.

Die Simone-Biles-Festspiele

Turn-WM: Die US-Amerikanerin bricht in Stuttgart Rekorde

Die deutschen Turner haben

schon vor dem Ende der zehntägigen

Turn-WM in Stuttgart eine

positiveBilanz gezogen −auch wenn

sie bei den Festspielen von US-Star

Simone Biles die ein oder andere

Enttäuschung erlebten. „Ich hätte

Elisabeth Seitz eine Medaille zum

Abschluss gegönnt. Aber auch so

freue ich mich über das positiveAuftreten

und die Erfolge unseres

Teams“, sagte Turnverbandspräsident

Alfons Hölzl. „Wir wollten ein

guter Gastgeber sein und ein Feuerwerk

entfachen. Ich glaube, das ist

uns gelungen.“

SarahVoss lässt aufhorchen

102 000 Besucher zählten die Organisatoren.

Präsident Wolfgang Drexler

vom Schwäbischen Turnerbund

kündigte an, dass sich die Stadt in

zehn Jahren wieder als Ausrichter

bewerben wolle: „Bis dahin brauchen

wir aber eine zeitgemäße und

moderne Halle.“ Denn die Hanns-

Martin-Schleyer-Halle ist zweifellos

in die Jahregekommen.

Die junge SarahVoss, die sich im

Mehrkampf sensationell in die Top

Tender Welt katapultierte, ist vielleicht

das größte Versprechen für die

Zukunft des deutschen Frauen-Turnens.

ImSog der stets strahlenden

Frontfrau Seitz kann sich die junge

BWL-Studentin mit Blick auf die

Olympischen Spiele 2020 in Ruhe

weiterentwickeln. Auch Seitz genoss

ihreHeim-WM, konnte gar nicht genug

bekommen von der mitreißenden

Atmosphäre. Auch wenn der

Traum von eine Medaille an ihrem

Lieblingsgerät Stufenbarren am

Sonnabend platzte. „Letztlich habe

ich gesehen, dass ich mit meinen

stolzen 25 Jahren noch immer zur

Weltspitzegehöre“, sagte sie.

Sportlich überstrahlte US-Superstar

Biles alles. Die 22-Jährige

schnappte sich nicht nur ihr fünftes

WM-Gold im Mehrkampf, sie führte

ihr Team auch zum Mannschaftstitel.

DieTexanerin gewann zusätzlich

Gold am Sprung. Mit 23WM-Medaillen

ist Olympiasiegerin Biles

nicht nur die erfolgreichste Turnerin

der Geschichte, sie egalisierte auch

den Allzeit-Rekord des Weißrussen

Witali Scherbo, der einst ebenso

viele WM-Plaketten sammelte. (dpa)

AP/GARCIA

AP/GARCIA

beit: „Erschafft es,bei einem Vortrag

ein theoretisches Thema in die praktische

Anweisung zu überführen, so

dass ich irgendwann lächele.“

Bei den möglichen Gründen für

Frodenos und Haugs Aufritten am

Sonnabend (Ortszeit) zeichnen sich

erstaunliche Parallelen ab.Beide haben

in jungen Jahren vonder Förderung

und dem Formaufbau unter

dem Dach der Deutschen Triathlon-

Union (DTU) profitiert. Beide haben

sich offenbar von Rückschlägen anstacheln

lassen. „Ifit's not happy, it's

not the end“, zitiert Jan Frodeno in

seinem Buch mit dem Titel „Eine

Frage der Leidenschaft“ seinenVater.

EinSchatten namens Doping

Anne Haug erzählte jetzt:„Man muss

immer daran glauben, dass man es

schaffen kann.“ Sie wird bald gemeinsam

mit Frodeno durch Talkshows

tingeln, auch wenn ihre 30

Zentimeter Größenunterschied ungefähr

auch die gegensätzliche Außendarstellung

widerspiegeln. Die

bodenständige Fränkin und der charismatische

Kosmopolit wären erste

Anwärter bei der Kür zu Deutschlands

Sportler und Sportlerin des

Jahres,hätten nicht gerade der Zehnkämpfer

Niklas Kaul und die Weitspringerin

Maleika Mihambo weltmeisterliche

Husarenstreiche in der

Leichtathletik vollbracht.

Es ist Frodeno und Haug zu wünschen,

dass der deutsche Doppeltriumph

mit lauteren Mitteln zustande

gekommen ist. Einen historischen

Doppelerfolg schien es zuletzt in der

mehr als 40-jährigen Hawaii-Historie

2004 zu geben: Normann Stadler

und Nina Kraft feierten anfangs noch

gemeinsam. Kraft flog wenige Tage

später wegen Epo-Dopings auf. Sie

leugnete ihr Vergehen nicht. Sie bekam

Morddrohungen und begab

sich später in psychiatrische Behandlung.

Die Braunschweigerin

fasste in der Elite nie wieder Fuß.

Ihre Ächtung werten mutmaßlich

prinzipientreue Triathleten als Indiz

dafür, dass es sich beim Triathlon

nicht um einen dopingverseuchten

Sport handelt. Lange hat gerade erst

wieder auf die Vielzahl teilweise unangekündigter

Dopingtests verwiesen.

14 waren es beim entthronten

Weltmeister des DSW Darmstadt in

diesem Jahr. Dazu sagte er in der

Süddeutschen Zeitung: „Aber ich

verstehe auch, wenn jemand sagt:

„Na ja, das hat Lance Armstrong

auch gemacht –und der wurde nie

positiv getestet. Ich kann total verstehen,

dass Menschen da zweifeln.“

Zähe Angelegenheit

Füchse schlagen Bergischen HC mit 27:24

Als Fabian Wiede knapp drei Minuten

vor dem Abpfiff dem leeren

Tor entgegenlief, war eigentlich

alles klar. Sein Treffer zum 27:23 war

eine Pflichtaufgabe auf dem Weg

zum 27:24(12:11)gegen den Bergischen

HC in der heimischen Max-

Schmeling-Halle.

So einfach war es allerdings nicht

das ganze Spiel über. Esdauerte, bis

die Füchse in die Partie fanden. Fünf

Minuten und vierunddreißig Sekunden

standen auf der Uhr, bis die

7353 Zuschauer das erste Mal für

ihre Mannschaft jubeln konnten.

Dann war es Paul Drux, der sich

durch die Abwehr tankte und zum

1:1 verwandelte. Doch es blieb zäh.

Wie erwartet, zeichnete sich das

Bundesliga-Duell hauptsächlich

zwischen den beiden Abwehrreihen

ab und da konnte sich zunächst

keine Mannschaft absetzen.

Das lag unter anderem daran,

dass der Spielfluss wiederholt durch

Zwei-Minuten-Strafen und Strafwürfe

unterbrochen wurde. Bis zur

Pause wurde Mijajlo Marsenic zweimal

von den Schiedsrichtern auf die

Bank gebeten, gegen die Füchse

standen vier Siebenmeter zu Buche.

Drei Gelbe Karten gab es obendrauf.

Die letzte davon für Fabian Wiede,

der sich in der 29. Minute nicht ganz

so freundlich mit den Unparteiischen

austauschte.

Ohrenbetäubende Pfiffe

Spätestens jetzt hatten die Referees

die Fans gegen sich aufgebracht. Das

ohrenbetäubende Pfeifkonzert erfüllte

seinen Zweck: Die Bergischen

leisteten sich einen Fehler, Außen

Tim Matthes fing den Ball ab und

dann war es Wiede, der den Gegenstoß

mit der Halbzeit-Sirene versenkte

und seine Mannschaft damit

in Führung brachte.

Daran knüpften die Hausherren

in den zweiten 30 Minuten an. Erst

war es Rechtsaußen Hans Lindberg,

der,von Wiede in Szene gesetzt, traf,

dann legte Drux ein Triple hin. Doch

wieder kamen die Gäste heran, wieder

machte es das Team vonVelimir

Petkovic spannend. „Wir haben uns

ein paar Fehler zu viel erlaubt und zu

viel nicht reingemacht“, analysierte

Wiede diese Phase, war nach dem

Sieg aber dennoch zufrieden. (CAP)

NACHRICHTEN

Eisbären gewinnen viertes

Spiel in Serie

EISHOCKEY. DieSiegesserie der Eisbären

geht weiter:Mit dem 4:2 beim

ERCIngolstadt gewannen die Berliner

nun zum vierten Malhintereinander.Nach

Rückstand im ersten

Drittel (9.) drehten Maxim Lapierre

in Überzahl und Ryan McKiernan

das Spiel (23./24.). Lapierreerhöhte

im Schlussdrittel (43.), ehe Tim

Wohlgemuth mit seinem zweiten

Treffer noch mal für Spannung

sorgte (56.). Für die Entscheidung

sorgte Austin Ortega in der Schlussminute.Weil

er beim Torschuss gefoult

wurde,entschieden die

Schiedsrichter auf Technisches Tor.

Fuchshengst Ladykiller

gewinnt „Silbernes Pferd“

GALOPPSPORT. Spitzenjockey Bauyrzhan

Murzabayev hat nach einem

starken Finish mit dem dreijährigen

Fuchshengst Ladykiller das Zuchtrennen

um das „Silberne Pferd“ gewonnen.

Vor6847 Zuschauernbeim

Saisonfinale auf der Galopprennbahn

Hoppegarten passierte der

Mitfavorit am Sonntag die Ziellinie

sicher mit eineinhalb Längen Vorsprung

vorder Außenseiterin Nacida

(Adrie de Vries).

Zverevverpasst Turniersieg

in Schanghai

Alexander Zverevhat seinen ersten Turniersieg

in diesem Jahr verpasst. GETTY/ZHANG

TENNIS. Alexander Zverev hat seinen

zweiten Turniersieg in diesem

Jahr klar verpasst. Deutschlands derzeit

bester Tennisspieler verlor am

Sonntag im Finale des Masters-

Events vonShanghai gegen den Russen

Daniil Medwedew mit 4:6, 1:6

und war dabei chancenlos.Zverev

machte trotz der Niederlage einen

großen Schritt in Richtung Qualifikation

für die ATPFinals Mitte November

in London. Im vergangenen Jahr

hatte der 22-Jährige in London den

Titel gewonnen.

Volleys starten mit Sieg in

die neue Saison

VOLLEYBALL. DieBerlinVolleys sind

erfolgreich in die neue Bundesliga-

Saison gestartet. Beiden Netzhoppers

KW-Bestensee behauptete sich

der deutsche Volleyball-Meister am

Sonnabendabend auch ersatzgeschwächt

letztlich noch souverän

mit 3:1 (20:25, 25:13, 25:18, 25:17).

Gleich den ersten Matchball nutzte

der Franzose Nicolas Le Goff mit einem

Einerblock. Es war im 29. Liga-

Aufeinandertreffen beider Klubs bereits

der 28. Triumph des Berliner

Klubs.

Kosgei pulverisiert16Jahre

alten Marathon-Weltrekord

MARATHON. DieKenianerin Brigid

Kosgei hat den 16 Jahrealten Marathon-Weltrekordder

Britin Paula

Radcliffe (2:15:25 Stunden) pulverisiert.

Die25-Jährige gewann am

Sonntag in Chicago/Illinois in

2:14:04 Stunden. Damit verbesserte

Kosgei ihreimApril in London aufgestellte

persönliche Bestmarke von

2:18:20 Stunden um über vier Minuten.


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 – S eite 20 **

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Sport

Al-Dersimspor

Abschreckung

geht anders

Michael Jahn

wundertsich über ein Urteil

des BFV-Sportgerichts.

Das Sportgericht des Berliner

Fußball-Verbandes (BFV) hatte

über den Berlin-Ligisten Al-Dersimspor

ein Urteil zu fällen. Unddas fiel

nach Ansicht des Schiedsrichterausschusses

desVerbandes viel zu milde

aus. Ein Spieler wurde wegen eines

Angriffs auf einen Schiedsrichter bis

zum 31. Dezember 2020 gesperrt

und muss ein Anti-Gewalt-Training

absolvieren, wenn er wieder spielen

will. Aufeine Schwarze Liste gesetzt,

wie vom Schiri-Ausschuss und vom

Spielausschuss gefordert, wurde er

jedoch nicht. Zudem muss die komplette

Mannschaft von Al-Dersimspor,

die in der Berlin-Liga um den

Klassenerhalt kämpft, bis zum 31.

März 2020 eine Regelschulung absolvieren.

Bei Heimspielen muss Al-

Dersim fünf Ordner stellen, die sich

beim Referee vor Spielbeginn melden

müssen.

Krasser Fall

Dieser Richtspruch ist deshalb zu

milde, weil der Fall zu krass ist. Am

22. September war im Spiel der Berlin-Liga

zwischen Gastgeber Al-Dersimspor

und dem Frohnauer SC (2:4)

Schiedsrichter Stefan Paffrath, 38,

massiv attackiertworden, weil er vier

Spielernvon Al-Dersimspor die Rote

Kartegezeigt hatte,dreidavon in den

letzten Spielminuten. Nach dem Abpfiff

soll der Kapitän vonAl-Dersimspor

Paffrath ins Gesicht geschlagen

haben. Berlins Schiedsrichter-Ausschuss

beschloss, bis zum Urteil des

Sportgerichts keine Unparteiischen

mehr zu Spielen von Al-Dersimspor

zu entsenden. Der Verein wurde bis

zur Entscheidung des BFV-Sportgerichts

für alle Spiele gesperrt.

Ein Anfang. Doch das jetzige Urteil

wird vom Schiedsrichterausschuss

heftig kritisiert – völlig zurecht.

Es hätte wahrlich abschreckendereSanktionen

geben können.

Eine saftige Geldstrafe etwa, gepaart

mit einem Punktabzug oder gar einem

Verlust der Heimspielstätte.

Auch dürften Fußballer, die derart

auffällig werden, für keinen Berliner

Verein mehr spielen. Beizupflichten

ist der Einschätzung des Urteils von

Ralf Kisting, Referent für Öffentlichkeitsarbeit

des Schiedsrichter-Ausschusses:

„Das ist ein Witz.“ Im März

des kommenden Jahres sei die Saison

beinahe beendet. Dann also,

wenn die Mannschaft die Schulung

spätestens absolvierthaben muss.

Ausschuss ist perplex

Ebenfalls milde ist das Urteil darin,

dass die ausgefallenen Partien gegen

den Berliner SC, Türkiyemspor und

die Füchse neu angesetzt und dann

gewertet werden. Die mit Rot bedachten

Spieler wurden für bis zu

vier Spiele gesperrt. Sie hatten sich

immerhin der Tätlichkeiten, Beleidigungen

und des brutalen Foulspiels

schuldig gemacht. DieWortwahl der

heftigen Beschimpfungen, die einige

Spieler dem Schiedsrichter entgegen

warfen, soll an dieser Stelle besser

nicht wiedergegeben werden.

Der Schiedsrichterausschuss ist

angesichts der Gewalt auf Berliner

Fußballplätzen nach diesem milden

Urteil perplex. Kisting zur Berliner

Zeitung: „Mir fehlen die Worte!“ Jedenfalls

werden so die vielen aggressiven

Spieler in den Berliner Amateurklassen

nicht davon abgehalten,

ihren Frust an den Unparteiischen

abzureagieren.

Bleibt wenigstens zu hoffen, dass

sich die Mannschaft von Al-Dersimspor

in Zukunft endlich fairer verhält

als in der Vergangenheit.

IlkayGündogan befreite das deutsche Team mit seinem Doppelpack nach der Halbzeit.

Uninspiriert in Unterzahl

Die deutsche Nationalmannschaft müht sich nach frühem Platzverweis zu einem 3:0 in Estland

VonBenedikt Paetzholdt

Noch bevor man erahnen

konnte, inwiefern sich

die Unruhe um einen

umstrittenen Beitrag bei

Instagram auf die Leistung vonEmre

Can und Ilkay Gündogan (siehe unten)

auswirkt, war die Partie für Can

beendet. Nach einem unsauberen

Querpass Niklas Süles kam der Innenverteidiger

vonJuventus Turinzu

spät. Seine Grätsche gegen Estlands

Stürmer Frank Liivak wurde folgerichtig

als Notbremse ausgelegt. Mit

dieser Roten Karteinder 14. Spielminute

avancierte er zugleich zum negativen

Rekordhalter. Zuvor war Robert

Huth der deutsche Nationalspieler

mit dem schnellsten Platzverweis

(15.).

Mitdieser Bürde sollte sich dieses

sechste Qualifikationsspiel ganz anders

gestalten als das Hinspiel beim

8:0 im Juni in Mainz. Nach einer torlosen

ersten Halbzeit sorgten

schließlich Ilkay Gündogan und

Timo Werner für den 3:0-Sieg über

den 102. der Weltrangliste.Somit zog

das DFB-Team wieder gleich mit den

Niederländern, die dank des besserenTorverhältnisses

im direktenVergleich

die Gruppe Canführen.

ESTLAND - DEUTSCHLAND 0:3(0:0)

Estland: Lepmets (Levadia Tallinn) -Baranov(AlashkertMartuni), Tamm

(Lilleström SK), Mets (AIK Solna), Pikk (Miedz Legnica) -Antonov(FC

Ararat-Armenia Erewan) -Kams (Flora Tallinn), Ainsalu (Flora Tallinn),

Vassiljev(Flora Tallinn) ab 61. Käit (NK Domzale), Liivak (Flora Tallinn) ab

77. Ojamaa (Miedz Legnica) -Sappinen (NK Domzale) ab 56. Zenjov(Schachter Qaraghandy)

Deutschland: Neuer (FC Bayern)-Klostermann (RB Leipzig), Can (Juventus

Turin), Süle (FC Bayern), Halstenberg (RB Leipzig) -Kimmich (FC

Bayern), Gündogan (Manchester City) -Havertz (BayerLeverkusen) -

Brandt (Borussia Dortmund) ab 86. Amiri (BayerLeverkusen), Reus (Borussia

Dortmund) ab 77. Serdar (Schalke04), Waldschmidt (SC Freiburg) ab 66. Werner (RB

Leipzig).

Tore: 0:1 Gündogan (51.), 0:2 Gündogan (57.), 0:3 Werner (71.)

Rote Karte: Can (14.)

Dass Marco Reus’ Freistoß an die

Latte die einzig nennenswerte deutsche

Chance darstellte in Halbzeit

eins, spricht für die ersten 45 Minuten

in Tallinn. DasFehlen SergeGnabrys

aufgrund muskulärer Probleme,der

in elf Spielen für die deutsche

Nationalmannschaft zehn Tore

erzielte, erklärt nicht alleine, weshalb

die Elf von Bundestrainer Joachim

Löw kaum gefährlich vor das

gegnerische Tor kam. Zu wenig

Tempo und fehlende Passgenauigkeit

verhinderten, dass die estnische

Abwehr ernsthaft gefährdet wurde.

Selbst in Unterzahl war dieser Auftritt

in Sachen Umschaltspiel indiskutabel.

Wirbel um türkischen Torjubel

In der zweiten Halbzeit war es

dann ausgerechnet Gündogan, der

zum Matchwinner avancierte. Mit

einem Doppelpack erlöste er zunächst

die DFB-Elf. Beibeiden Toren

(51./57.) profitierte der Dauerbrenner

vonManchester City davon, dass

der Ball unhaltbar abgefälscht

wurde.Beim 1:0 gaben Reus’Hacken

den Ausschlag zur Änderung der

Flugbahn, beim 2:0 irritierte Karol

Mets seinen Schlussmann Sergej

Lepmets.

Wenig später ging der Plan auf,

den Joachim Löw für Timo Werner

vorgesehen hatte. Zunächst hatte

der Profi vonRBLeipzig trotz auskurierter

Erkältung auf der Bank Platz

nehmen müssen, Luca Waldschmidt

kam nach seinem Debüt gegen Argentinien

am Mittwoch zu seinem

zweiten Startelfeinsatz. „Wir brauchen

Spieler von der Bank, die der

Mannschaft soforthelfen“, hatte der

Bundestrainer vor dem Spiel gesagt.

In der 71. Minute,fünfMinuten nach

der Einwechslung, lieferte Werner −

diesmal bereitete Gündogan vor.

Dennoch hat sich der Eindruck erhärtet,

dass der deutschen Mannschaft

die Konstanz fehlt. Wofür die

Szene, die zu Cans Platzverweis

führte,ein passendes Beispiel war.

Militärische Geste nach dem 1:0 gegen Albanien und die Reaktion deutscher Profis sorgen für Diskussionen

Der Torjubel des Torschützen Cenk Tosun (Zweiter von links) und seiner Kollegen.

Der deutsche Nationalspieler Ilkay

Gündogan fühlt sich in seiner

Reaktion auf ein umstrittenes Jubelfoto

des türkischen Auswahlspielers

Cenk Tosun missverstanden.

„Glauben Sie mir: Nach dem letzten

Jahr ist das Letzte,was ich wollte,ein

politisches Statement zu setzen“,

ließ der Mittelfeldspieler kurz vor

dem EM-Qualifikationsspiel in Estland

mitteilen.

Nach dem späten Siegtreffer im

Spiel gegen Albanien am Freitag (1:0)

durch Tosun salutierten der Torschütze

und mehrere Mitspieler in

Richtung Ehrentribüne. Zu einem

Bild der Szene schrieb Tosun bei Instagram:

„Für unsere Nation. Vorallem

für jene, die für unser Land ihr

Leben riskieren.“ Die Türkei hatte

am Mittwochabend eine Offensive

gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien

gestartet. Der Einsatz wurde

international scharfkritisiert.

Gündogan betonte, erhabe sein

Like für das Foto bewusst zurückgenommen,

als er gesehen habe, dass

seine Reaktion politisch gewertet

wurde. „Wahr ist, dass ich mich für

meinen ehemaligen Teamkollegen

aus der DFB U21 gefreut habe, dass

er das Siegtor gemacht hat.“ Im ver-

DPA

BONGARTS/ROSE

gangenen Jahr war der Mittelfeldspieler

von Manchester City vor der

WM in Russland wegen eines gemeinsamen

Fotos mit dem türkischen

Staatspräsidenten Recep

Tayyip Erdogan in die Kritik geraten.

Auch Gündogans DFB-Teamkollege

Emre Can hatte das Tosun-Foto zunächst

geliked und dies dann ebenfalls

zurückgenommen. Er habe gehandelt,

„ohne jegliche Intention

und auf den Inhalt zu achten“, sagte

Can der Bild-Zeitung und fügte

hinzu: „Ich bin gegen jede Art von

Krieg.“

Auch der Bundesligist Fortuna

Düsseldorf schaltete sich in die Diskussion

um den Siegesjubel ein. Die

Fortuna-Profis Kaan Ayhan und Kenan

Karaman beteuerten demnach

in einem Gespräch mit dem Verein,

die Gesten beim Spiel gegen Albanien

seien lediglich „Solidaritätsbekundung

für Soldaten und ihre Angehörigen“

gewesen. Auch auf einem

Mannschaftsfoto in der Kabine

hatten türkische Spieler, darunter

auch Ayhan und Karaman, mit der

Hand an der Stirn salutiert. DerVerein

kündigte Gespräche in Düsseldorf

nach der Rückkehr der beiden

Spieler an. (dpa)

Gefangen im

silbernen

Sandwich

Mercedes gewinnt die

Konstrukteurs-WM

VonElmar Brümmer,Suzuka

Dem Taifun Hagibis, vor dem die

Formel 1amSonnabend kapitulierte,

folgte ein Sonntag mit Qualifikation

und Rennen innerhalb von

vier Stunden. Wie schnell sich beim

Großen Preis von Japan auch die

sportlichen Wetteraussichten änderten,

musste Sebastian Vettel feststellen:

Erst brach er den Fluch der Qualifikationsniederlagen

gegen Charles

Leclerc durch seine zweite Pole-Position

des Jahres,dann legte er einen

Fehlstart hin und machte Mercedes

so zum sechsten Mal inSerie zum

Konstrukteurs-Weltmeister. Valtteri

Bottas verteidigte seine früh erlangte

Spitzenposition, Lewis Hamilton

musste sich einer Aufforderung zum

Boxenstopp gegen seinen Willen fügen

und wurde Dritter hinter Vettel.

Vier Rennen vor Saisonschluss

können aber nur noch die beiden

Mercedes-Piloten den Gesamtsieg

unter sich ausmachen, in diesem

Duell führt der Titelverteidiger mit

338:274 Punkten und kann sich

schon in Mexiko zum sechsten Mal

zum Champion krönen. Er muss

dazu nur seinen Vorsprung von 64

Zählernauf 78 Zähler ausbauen.

In diesem 17.WM-Lauf war es um

die Sportgeschichte gegangen. Bislang

sind die sechs Titel vonMichael

Schumacher mit Ferrari zuAnfang

des Jahrtausends Formel-1-Rekord,

kombiniert mit fünf Einzelerfolgen

des Kerpeners. Mercedes wird das

jetzt übertreffen. Bei allem schwingt

ein bisschenWehmut mit, was an der

roten Kappe liegt, die immer noch in

der Box hängt, und die Teamchef

Toto Wolff bei seiner Medienrunde

demonstrativ neben sich gelegt hat –

als Würdigung der Verdienste des im

Mai verstorbenen Teamaufsichtsrates

Niki Lauda. „Sie sind sehr nah an

der Perfektion“, sagt auch Sebastian

Vettel zum dominanten Gegner.

Maßder Dinge in der Formel 1

Dessen Nummer zwei, der so oft geschlagene

Bottas, war nach Vettels

Stotterstart auf und davon. Als Ferrari

dem im Silberpfeil-Sandwich

steckenden Vettel eine Zwei-Stopp-

Strategie verordnete, folgte Mercedes

auf dem Fuß. Plötzlich führte

Hamilton. Der Brite diskutierte mit

den Strategen, ob er durchfahren

solle.Auchnach dem Rennen erklärt

er frostig: „Ein Doppelerfolg wäre

drin gewesen.“ Aber die Mercedes-

Taktiker hatten Spitzenreiter Bottas

auf Nachfrage versichert: „Lewis

wirdnochmal reinkommen, sicher!“

Im Zusammenspiel der Fahrer ist

Mercedes das Maß der Dinge, das

unterstreicht der historische Erfolg

auf der Formel-1-Achterbahn.

Schon bei der Zieldurchfahrt hatte

Teamchef Toto Wolff Lewis Hamilton

ausdrücklich gedankt, dass er zum

Mannschaftssieg beigetragen habe –

und dafür ein eher nüchternes

„Glückwunsch“ zurückbekommen.

Schmeckt’s? Valtteri Bottas küsst beim

Grand Prix von Japan den Siegerpott. GETTY


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Torsten Wahl

zum Todvon

Thomas Lück

Seite 23

„Da ist der Neuköllner Oper ein Coup gelungen.“

Clemens Haustein über „Giovanni –einePassion“ Seite 22

Ein

alter Hut

Bob Dylan als

Dandy WIREIMAGE

Klassiker

Harry Nutt

über popkulturelle

Warenkunde

Von Oscar Wilde ist der schöne

Satz überliefert, dass er im

Grunde über einen sehr einfachen

Geschmack verfüge. Er sei immer

mit dem Besten zufrieden. Daran

musste ich denken, als ich das Antlitz

Bob Dylans sah, das ihn als

Dandy mit Hut zeigt, jenes Modell,

das durch die sogenannte Rolling

Thunder Revue berühmt geworden

ist. Dylan hat sich die schöne Kopfbedeckung

eigens für die Tournee,

die via Netflix als Film von Martin

Scorcese zu sehen ist, vonder Firma

BaronHat aus Burbank, Kalifornien,

anfertigen lassen. DasUnternehmen

preist sich als Hollywoods Hutmacher,

und der Erfolg manch eines

Films ist ohne die Krempe aus Burbank

kaum vorstellbar. Das Modell

The Kilgore aus „Apocalypse Now“

ist für 800 Dollar zu haben und das

Modell „The Trainer“ aus „Seabiscuit“

liegt bei 550 Dollar.Bob Dylans

Thunderclap mit Kordel und Blumengesteck

an der Seite bewirbt Baron

Hat mit stolzen 1375 Dollar, zuzüglich

Versand.

Der Hut ist seit vielen Jahren lieferbar

und hat inzwischen, nun ja,

Schule gemacht. So weist die Bob-

Dylan-Collection „Rolling Thunder“,

die per Internet über die Firma Barking

Irons zu beziehen ist, zwei schicke

Jacken auf, die Dylan in früheren

Produktionsphasen getragen hat.

Die bunte Strickjacke vom LP-Cover

„Desire“ kostet

zzgl. Versand 395

Dollar, ebenso

das zeitlos-hübsche

Cordjacken-Modell

Village

Corduroy

Bomber, das Dylan

auf seinem

Debüt-Album

aus dem Jahr

1962 getragen

hat.

Zu diesem

kleinen Ausflug in die popkulturelle

Warenkunde passt die Geschichte einer

Sonnenbrille. Die Legende besagt,

dass das klassische Wayfarer-

Modell der FirmaRay Banerst durch

Dylan zum coolen Kultaccessoire

seiner Zeit wurde. Dumm nur, dass

Dylan mutmaßlich gar keine Brille

des Herstellers RayBan getragen hat.

Darüber hat sich bereits vor einigen

Jahren eine Diskussion in Internetforen

entzündet, und es wurden fotografische

Indizien angeführt, dass

die Wayfarer eher ausscheide.

Warum? In dem schwarzen Modell

sind oben auf der Leiste kleine Stahloder

Kupferbügel erkennbar, die

beim Wayfarer-Modell horizontal

angebracht sind. Cate Blanchett, die

Bob Dylan in dem Todd-Haynes-

Film „I’m not there“ auf faszinierende

Art verkörpert hat, trägt eindeutig

das Modell von Ray Ban. Dabei

handelt es sich jedoch um einen

Fall von unzureichender Requisite.

Aufden Originalfotos,die BobDylan

etwa in dem Film „Don’t look back“

vonD.A.Pennebaker zeigen, verlaufen

die Bügel vertikal, was Brillenexperten

zu der Vermutung veranlasst

hat, dass er eine Sonnenbrille der

FirmaBausch and Lomb bevorzugte,

der damaligen Mutterfirma von Ray

Ban. Dasmag als Präsentation überflüssigenWissens

für heute genügen.

Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie

Der Herr der Raumzeit

Nehmen Sie eine Woche Urlaub und lesen Sie Salman Rushdies neuen Roman „Quichotte“

VonArnoWidmann

AbMontag liegt in den Buchhandlungen

die Übersetzung des

neuen Romansvon Salman Rushdie.

Auf der Rückseite des Schutzumschlages

steht: „Quichotte, inspiriert

von Cervantes’ Klassiker, erzählt die

Geschichte des Handelsvertreters Ismael

Smile, der sich in einen Fernsehstar

verliebt und auf eine Reise

quer durch die USA begibt, um sich

ihrer als würdig zu erweisen.“ So

knapp und also fast völlig daneben.

„Quichotte“ ist nicht von Rushdie.

„Quichotte“ wird von einem von

Rushdie erfundenen Autor erzählt.

Der war bisher ein mäßig erfolgreicher

Verfasser von Spionagegeschichten.

„Quichotte“ ist sein Versuch

eines Sprunges in die ganz andereWelt

der Literatur.Eine Komplikation.

Eine vonsehr,sehr vielen.

Werfindet, ein guter Roman erzähle

eine Geschichte und sonst

nichts, der ist bei Salman Rushdie

schon immer beim falschen Lieferanten.

Rushdie ist der Meister der

Abschweifung, der „king of complications“.

Wer die nicht liebt, der

sollte sich Rushdie und nun gar diesen

„Quichotte“ vomLeib halten.

Sonst geht es ihm wie dem Rezensenten

des New Statesman. Der

schrieb am 28. August, kurz bevor

die englischsprachige Ausgabe in

den Schaufenstern lag: Rushdie sei

„anfällig für Takt- und Geschmacklosigkeiten

und es fehlt ihm an Respekt

für das Zeitbudget des Lesers und

seine Konzentrationsfähigkeit.“

Das ist rührend. Rushdie ist definitiv

nicht „anfällig“ für Takt- und

Geschmacklosigkeiten. Rushdie

liebt sie. Wenn Rushdie-Leser etwas

gelernt haben in den letzten Jahrzehnten,

dann, dass das Leben erst

jenseits des guten Geschmacks beginnt.

DerHerr vomNew Statesman

will die Leser warnen vor diesem

schmutzigen Jungen, der den Literaturbetrieb

beschmutzt. Sehr gut. Er

hat rechtmit jeder seiner Aussagen.

Rushdie klaut dem Leser erbarmungslos

Lebenszeit. 486 Seiten hat

die deutsche Übersetzung von Sabine

Herting. Die englische Ausgabe

knapp 400 Seiten. Dassind schon bei

einem normalen Buch zehn, fünfzehn

Lektürestunden. Aber rechnen

Sieruhig dasDoppelte ein. BeiRushdie

müssen sie dauernd stoppen und

lachen und nachdenken. Dauernd

heißt: mehrmals auf einer Seite.

„Quichotte“ ist vollgestopft mit Anspielungen

auf die Literatur und das

Leben, auf Kino und Fernsehen.

Wenn eine Frau an Marilyn Monroe

erinnert, dann heiratet ihr Mann

nach ihr eine Fotografin, die Arnold

heißt und die Standbilder für ihren

letzten Film machte. Nun: Eve Arnold

machte bei Marilyn Monroe die

Standbilder für „The Misfits“. Arthur

Miller heiratete allerdings dann Inge

Morath.

Für seine Figuren mischt Rushdie

Realität und Erfindung. Aber er lässt

immer noch die Fetzen, aus denen

sie zusammengesetzt wurden, erkennen.

Es sind Collagen. Wild zusammengefügte,

an einander geklebte

Wirklichkeiten. Die zwischen

den beiden Buchdeckeln Eigenleben

entwickeln und auch ihrem Erfinder

immer wieder aus dem Ruder laufen.

Daserst macht sie lebendig. Daserst

lässt das Buch kein Buch über Abenteuer,

sondern selbst ein Abenteuer

sein.

Konzentrationsfähigkeit. Die

braucht der Rushdie-Leser. Mehr als

irgendwo sonst. Rushdie lesen heißt

immer wieder: Verfolgungsjagd auf

vollbelebten Straßen. Pkws, Lkws,

Fußgänger, Fahrradfahrer, Rikschas,

Kühle, E-Roller. Alle Geschwindigkeiten,

alle Größen und Gewichte.

Kein Mensch kommt da mit. Natürlich

stoppen sie das Auto.Sie drehen

sonst durch. Eine Achterbahn ohne

Verankerung. Halten Sieruhig an. Es

ist ja nur ein Buch. Sie bestimmen

DAS BUCH

die Zeit. Ganz gleich, was der Autor

ihnen vorzugeben scheint.

Spielen Sie ihm gegenüber nicht

den Oberlehrer, der weiß, wie die

Dinge zu sein haben, wie man richtig

über sie schreibt, was in welchen

Zusammenhang gehört und was

nicht. Rushdie schreibt, seit er es

tut, um diesen Gewissheiten den

Garaus zu machen. Cervantes’ Geschichte

hat nichts mit „Der Konferenz

derVögel“ vonFarid ud-Din Attar

(zwischen 1120 und 1220) zu

tun? Beim persischen Autor machen

sich die Vögel auf die Reise.Sie

suchen überall nach dem idealen

König. Am Ende ihrer Reise erkennen

sie, dass sie selbst der König

sind. Das ist ein Wortspiel. Der per-

Salman Rushdie:

Quichotte

Ausdem Englischen vonSabine Herting.C.Bertelsmann Verlag,München.

464 Seiten, 25 Euro

sische Name des Königs „Simurgh“

bedeutet, getrennt geschrieben

„Dreißig Vögel“ („si murgh“). Für

die persische Geschichte war nötig,

dass während der Reise vonTausenden

Vögeln am Ende nur noch dreißig

übrig blieben. Nur sohatte sie

eine Pointe,wurde sie wahr.

Ismail Smile heißt „Quichotte“ als

Pharmavertreter. Also gesprochen:

Smail Smail. Es sind billige Tricks

und Bluffereien. Aber man tut gut

daran, sie nicht zu vergessen. Sie

spielen im Lauf der Handlung immer

wieder eine Rolle, nehmen ernste

Wendungen, werden wichtig und erklären

den Charakter. Mal den Quichottes,mal

den seines Autors.

Der Leser kann den Roman immer

in verschiedenen Richtungen

lesen. Er kann so tun, als gäbe es

nur die Quichotte-Strecke.Erkann

THE CANADIAN PRESS/CHRIS YOUNG

aber auch das Feld, die Raumzeit

ändern und hinüberschauen auf

den Autor.

Salman Rushdie, soklug er zu argumentieren

versteht, ist ein Spieler.

Er sitzt am Schreibtisch, wie Franz

Liszt am Klavier saß, und improvisiert.

Jedenfalls tut er so und der Leser

sollte ihm zuhören, sich vonihm

auf Nebengleise ins Unbekannte locken

lassen. Dazu ist lesen da.

„Quichotte“ spielt heute in den

USA. Der Held des Romans wurde

vor siebzig Jahren in Bombay geboren

–wie sein Autor und wie dessen

Autor Salman Rushdie –, ging ins

„Land der Freien“, arbeitete dort bis

zu seiner erzwungenen Pensionierung

als Pharmavertreter. So wie

„Don Quijote“ dem Zauber der Ritterromane

erlag, so verliert „Quichotte“

in den von ihm haltlos konsumierten

Reality-Shows des Fernsehens

jeden Realitätssinn. Fantasie

und Wirklichkeit verbinden sich zu

einem lebensgefährlichen Gebräu.

Rushdie-Leser wissen nur zu genau,

dass Literatur eine Droge ist und Salman

Rushdie einer, der einen Stoff

liefert wie kaum jemand sonst, ein

unwiderstehlicher Dealer.

Sprechen wir noch einmal über

die Zeit. Mit das Verlockendste am

Autorendasein ist: Man ist Herr von

Raum und Zeit. Man erschafft sie

nicht nur am Anfang und lässt sie

dann ihrer Wege gehen. Nein, immer

wieder interveniert man. Dehnt einen

Augenblick, indem man ihn genau

beschreibt, indem man schildert,

was alles noch zum selben Zeitpunkt

an anderen Orten, in den Köpfen

anderer Menschen passiert,

dann wieder heißt es: einen Monat

später.Und mehr nicht.

Rushdie presst die Zeit zusammen,

dehnt sie. Wir schauen ihm

dabei zu und denken an Popeye,

und noch mehr tun wir das, wenn

Rushdie anfängt, von Löchern in

der Raumzeit zu reden, vonNebenuniversen,

in die man immer mal

wieder gerne fliehen würde. Am

Ende –soviel sei doch verraten –

wird esapokalyptischund aus dem

kleinen Popeye-Rushdie wird ein

Mister Universum, der seine Helden

aus ihrer Welt, aus seinem

Buch, gehen lässt wie Charlie

Chaplin es tat mit Paulette Goddard,

als die beiden aus „Moderne

Zeiten“ hinausspazierten.

NACHRICHTEN

„aspekte“-Literaturpreis für

Miku Sophie Kühmel

Für ihr Romandebüt „Kintsugi“ wird

die Schriftstellerin Miku Sophie

Kühmel mit dem ZDF-„aspekte“-Literaturpreis

ausgezeichnet. DieJury

sprach voneinem erstaunlichen Debütroman.

Kühmel gestalte dasWerk

„mit Bravour und Raffinesse und

durchleuchtet prägnant den Beziehungsknäuel

ihrer vier Charaktere“,

hieß es in der Begründung. Dermit

10 000 Euro dotierte Preis soll am

kommenden Donnerstag auf der

Frankfurter Buchmesse verliehen

werden. Miku Sophie Kühmel ist mit

„Kintsugi“ auch für den Deutschen

Buchpreis nominiert, der an diesem

Montag in Frankfurtverliehen wird.

DerZDF-„aspekte“-Literaturpreis

würdigt ein deutschsprachiges belletristisches

Erstlingswerk. Er wirdin

diesem Jahr zum 40. Malvergeben.

In der Liste der Preisträger stehen

Autoren wie Hanns-Josef Ortheil,

HertaMüller,Felicitas Hoppe,Andreas

Maier oder Eugen Ruge. (dpa)

EikeSchmidt bleibt

Uffizien-Direktor in Florenz

Nach seiner umstrittenen Absage als

Chef des Kunsthistorischen Museums

in Wien darfder Deutsche Eike

Schmidt als Direktor der Uffizien in

Florenz weitermachen. Schmidt

könne zusammen mit anderen ausländischen

Direktoren weiterevier

JahreinItalien bleiben, erklärte der

italienische Kulturminister Dario

Franceschini am Sonnabend auf

Twitter.IhreMuseen hätten sich mit

Blick auf Forschung, Kulturschutz,

Aufwertung und Besucherzahlen

verändert. Schmidt hatte dem Museum

in Wien wenige Wochen vor

dem geplanten Amtsantritt abgesagt,

obwohl der Wechsel vonFlorenz

nach Wien seit zwei Jahren feststand.

In Österreich hatte das Irritationen

ausgelöst. DieAbsage begründete

er mit persönlichen

Motiven und einer neuen Konstellation

in der italienischen Kulturpolitik,

die ihm das Bleiben aussichtsreich

erscheinen lasse. (dpa)

Berliner Literaturpreis geht

an Thomas Meinecke

DerAutor Thomas Meinecke (64) bekommt

den mit 30 000 Euro dotierten

Berliner Literaturpreis.Zudem

übernehme Meinecke damit zum

Sommersemester 2020 eine Gastprofessur

in deutschsprachiger Poetik

an der Freien Universität Berlin,

teilte die vergebende Stiftung Preußische

Seehandlung mit. DerLiteraturpreis

soll am 24. Februar verliehen

werden. Zu den bisherigen

Preisträgerngehören Clemens J.

Setz, HertaMüller und Sibylle Lewitscharoff.

Meinecke („Tomboy“, „Ich

als Text“, „Selbst“) wurde in Hamburggeboren

und lebt heute in

Oberbayern. Er arbeitet nicht nur als

Schriftsteller,sondernauchals Musikerund

Radio-DJ. (dpa)

Europäischer Kinderfilmpreis

geht nach Estland

Beim internationalen Kinder-und

Jugendfestival „Schlingel“ in Chemnitz

ist der mit 12 500 Euro dotierte

Europäische Kinderfilmpreis nach

Estland vergeben worden. „Zaubereulenwald“

in der Regie vonAnu Aun

überzeugte durch einzigartige Aufnahmen

vonbedrohten Tierarten,

wie die Jury mitteilte. (dpa)


22 Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Feuilleton

Verführen soll hier nur die Musik

Eine neue Fassung von Mozarts „Don Giovanni“: An der Neuköllner Oper macht das Stegreif-Orchester Musiktheater

VonClemens Haustein

Mitglieder des „Don Giovanni“-Ensembles in der Neuköllner Oper

Das Stegreif-Orchester, eines

der interessantesten,

erfolgreichsten Ensembles

im Experimentalbereich

der klassischen Musik, macht

zum ersten Mal Oper, und zwar in

Neukölln: Da ist Bernhard Glocksin,

dem künstlerischen Leiter der Neuköllner

Oper,doch mal ein wirklicher

Coup gelungen. Länger schon hat er

sich um eine Zusammenarbeit mit

dem vor fünf Jahren gegründeten

Ensemble bemüht, mit „Giovanni –

eine Passion“ hat es geklappt. Und

das Ensemble löst bei der Premiere

am Donnerstagabend ein, was es bei

seinen zurückliegenden Berliner

Auftritten an Erwartungen geweckt

hat. Zuletzt etwa bei seiner Beschäftigung

mit der 3. Sinfonie vonJohannes

Brahms unter dem selbstironisch

anmaßenden Titel „#freebrahms“.

DieWeitergestaltung des Originals

durch stilistische Ausflüge,durch formale

Verbreiterung und szenische

Darstellung, das funktioniert auch

bei Wolfgang Amadeus Mozarts „Don

Giovanni“. Zwanzig Musikerinnen

und Musiker bewegen sich durch den

Raum, spielen, singen, rezitieren (Regie:

Ulrike Schwab), professionelle

Sänger mischen sich hinein, Hrund

Ósk Árnadóttir etwa mit dramatischem

Mezzosopran –sie übernimmt

den Part der Donna Elvira –,die Sopranistin

Derya Atakan mit perlglattem

Sopran oder der feine Tenor Daniel

Arnaldos, der streckenweise als

Don Ottavio auftritt. Feste Rollen lassen

sich den Sängernallerdings selten

zuordnen. Alles ist im Fluss,die Übergänge

vomSingen zum Spielen eines

Musikinstrumentes sind gleitend, die

Konturen des Stückes, wie man es

kennt, zerfließen. Dass dabei dennoch

nicht der Eindruck von Beliebigkeit

entsteht, gehört zu den erstaunlichen

Leistungen dieser Produktion.

Als kluge Entscheidung erweist

sich, Mozarts Musik eher zu touchieren,

als sie direkt aufzugreifen. Giovannis

Champagner-Arie, die Regis-

ter-Arie Leporellos, inder der Diener

Bilanz zieht über die europaweit verstreuten

Liebschaften seines Herrn:

All das ist da und irgendwie doch

nicht, weil klanglich verfremdet, ironisiertoder

in ein neues Gewand gesteckt.

So bei der Bauernhochzeit

zwischen Zerlina und Masetto, die

hier als rauschende Party erscheint

mit E-Gitarren-Unterstützung und

angeschärften Rhythmen. Platt wird

es dabei nicht, weil die Arrangeure

des Ensembles, federführend der

Hornist Juri de Marcound der Posaunist

Alistair Duncan ein gutes Gespür

haben für Zwischentöne und sanfte

Übergänge. Scheinbar mühelos

schafft das Stegreif-Orchester einen

Wegvon Mozart hinüber zur Musik

des Flamenco,wenn Donna Elviraihrenersten

Auftritt absolviertimStil einer

hochtragischen Flamenco-Sängerin

(dem HandlungsortSevilla wird

mehrfach die Ehre ehrwiesen). Von

ANDREAS ALTENHOF

keinem musikalischen Stil lassen sich

die Musiker völlig vereinnahmen, immer

halten sie eine gewisse Distanz.

Groß ist dadurch die musikalische

Freiheit; dass die Musikerinnen und

Musiker diese Freiheit so inspiriert

nutzen, macht den Abend zum Erlebnis

–über zweineinhalb Stunden hinweg,

die die Mitglieder des Ensemble

auswendig spielen.

Die Musik trägt hier alles. Und

zwar so kraftvoll, dass es erstaunlich

wenig ausmacht, wenn man an diesem

Abend wenig Neues erfährtüber

den Don Giovanni. Gesprochene

Passagen sollen gedankliche Hintergründe

erhellen abseits von dem,

was aus dem Libretto Lorenzo Da

Pontes in die neue Fassung der Oper

Eingang gefunden hat. Dass die Musiker

und Sänger nicht so gut sprechen,

wie sie singen und spielen,

führt hier zu Verständnisschwierigkeiten.

Man erfährt immerhin so

viel, dass Don Giovanni in dieser Fassung

nur den bewussten und unbewussten

Wünschen der Frauen entspricht.

VomVerführer wird erzum

Erfüllungsgehilfen. Das rettet die

Ehre seiner Lustobjekte, nimmt ihm

selbst aber auch den dämonischen

Reiz, der noch Mozarts Original

prägt. Giovanni erscheint blass, damit

in politisch korrekteren Zeiten

wohl zeitgemäß, aber auch frei von

seiner archetypischen Erscheinung.

Den schlimmen Lustmolch gibt es

hier nicht mehr. Anseine Stelle tritt

als Hauptdarsteller ein Musiker-Kollektiv,

das in weißer Fantasie-Kostümierung

– warum, erschließt sich

nicht recht –den Raum bis in die hintersten

Ecken mit Präsenz füllt. Dafür

braucht es – kostenbewusste

Opernintendanten aufgemerkt –

kaum ein Bühnenbild. Man gruppiert

sich um ein Podium in der

Mitte, das mal miteinbezogen wird,

mal nicht, ansonsten tanzen, schreiten

und balgen sich die Darsteller

auf torfbestreutem Boden.Verführen

soll hier allein die Musik und das,

was sie mit den Körpernmacht.

Nächste Termine: 16.,17.,19. und 20. Oktober,

jeweils 20 Uhr, Tickets: 68 89 07 77

„Alles, was sie tat, zeichnete sich durch eine seltene Stärke und Leuchtkraft aus“

Als erste Frau stand sie an der Spitze der Schwedischen Akademie und gab bekannt, wer den Literaturnobelpreis bekommt. Nun ist Sara Danius mit 57 Jahren gestorben

Mitunter nimmt das Schicksal

einen bemerkenswerten Lauf.

Zwei Tage, nachdem in Stockholm

nun wieder der Literaturnobelpreis

vergeben wurde –und das gleich in

zweifacher Adressierung –, meldeten

die Nachrichtenagenturen den Tod

von Sara Danius, der vormaligen

Vorsitzenden der Schwedischen

Akademie. Die erste Frau, die den

Träger des renommierten Preises

verkündete, ist im Alter von 57Jahren

gestorben, wie am Sonnabend

bekannt wurde.

Danius war 2015 an die Spitzeder

Akademie gerückt, die den Literaturnobelpreis

vergibt. Im Zuge des Akademie-Skandals

um sexuelle Belästigung

legte sie im April2018 den Posten

nieder, imFebruar 2019 verließ

sie die Akademie.

Die 1962 geborene Danius arbeitete

zunächst als Literaturkritikerin,

ehe sie sich auf eine wissenschaftliche

Karriere konzentrierte. 2013

wurde sie Professorin für Literatur

an der Universität Stockholm. Im

Jahr 2014 machte sie eine Brustkrebserkrankung

öffentlich.

2013 wurde Danius in die Schwedische

Akademie gewählt. Zwei Jahre

später übernahm sie als erste Frau

den Posten der Ständigen

Sekretärin der 1786 gegründeten

Institution. In

dieser Funktion trat sie

drei Jahre lang jeweils im

Herbst vordie Medien und

verkündete, wem die Akademie

den weltweit wichtigsten

Literaturpreis verleiht.

2015 war es die weißrussische

Autorin Swetlana

Alexijewitsch, 2016 gab es eine

umstrittene Entscheidung für den

US-amerikanischen Sänger und

Songwriter Bob Dylan, der nicht zur

Preisverleihung erschien.

SWEDISH ACADEMYXXXXXX

Sara Danius

(1962–2019)

Sara Danius stellte sich

den Diskussionen um diesen

vergleichsweise kleinen

Skandal entgegen, indem

sie sich mit einem Dylan-T-Shirt

ablichten ließ.

Im Jahr 2017 wurde dann

zum allgemeinen Wohlgefallen

der britisch-japanische

Schriftsteller Kazuo

Ishigurogeehrt.

„Alles, was sie tat, zeichnete sich

durch eine seltene Stärke und

Leuchtkraft aus“, hieß es in der Mitteilung

der Schwedischen Akademie.

Der schwedische König Carl

XVI. Gustaf, Schirmherr der Akademie,

sprach sein Beileid aus. „Eine

starke Kulturpersönlichkeit hat uns

viel zu früh verlassen“, hieß es in einer

Mitteilung des Palastes.

Ende 2017 geriet die Akademie in

eine tiefe Krise. Der Skandal drehte

sich um das Akademie-Mitglied Katarina

Frostenson und ihren Ehemann

Jean-Claude Arnault, dem 18 Frauen

sexuelle Belästigung und Übergriffe

vorwarfen. Er wurde wegen Vergewaltigung

mittlerweile zu zweieinhalb

Jahren Gefängnis verurteilt.

Wegen des Skandals wurde 2018

kein Nobelpreis für Literatur vergeben.

Er wurde dieses Jahr nachgeholt

und am vergangenen Donnerstag

an die polnische Schriftstellerin

Olga Tokarczuk verliehen,

während der Österreicher Peter

Handke den Nobelpreis für 2019

zugesprochen bekam.

Danius hatte dieses Vorgehen

noch im Märzdieses Jahres kritisiert.

Aus Respekt vor den betroffenen

Frauen hätte man sich entschließen

sollen, für 2018 auch nachträglich

keinen Preis zu vergeben, sagte sie

damals.„So hätte man in Erinnerung

behalten können, dass tatsächlich

etwas passiertist.“ (BLZ/dpa)

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Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 23

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Feuilleton

„Lücken

werden

bleiben“

Restitutionen aus Dresdner

Kunstsammlungen

Aus dem Bestand der Staatlichen

Kunstsammlungen Dresden

(SKD) sind bisher mehr als 12 700

Stücke an die rechtmäßigen Eigentümer

zurückgegebenworden. Darunter

waren fast 660 Objekte sogenannter

NS-Raubkunst, wie der Leiter des

Forschungsprojekts „Daphne“ und

Provenienzexperte Gilbert Lupfer

der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Bei 480 Objekten handelte es sich

um Eigentum jüdischer Kunstliebhaber.

Gut 8130 Werke, die im Zuge

des DDR-Unrechts in die Sammlungen

kamen, erhielten deren frühere

Besitzer zurück.

Der Freistaat investierte bis Ende

2018 fast 40 Millionen Euro, umdie

in 14 Museen verwahrten Schätzein

einer Datenbank zu erfassen sowie

Herkunft und Geschichte zu recherchieren.

Das Spektrum der 1,2 Millionen

Kunstwerke reicht von Gemälden

über Preziosen und Möbel

bis zu Waffen, Porzellan und Volkskunst.

Rund drei Viertel davon sind

laut Lupfer inzwischen bearbeitet.

Bis 2021 laufen noch Recherchen in

den Beständen von Kupferstich-Kabinett,

Münzkabinett und Kunstgewerbemuseum.

„Dann können wir

sagen, bei wie vielen Objekten die

Recherchen abgeschlossen sind, bei

denen die Provenienz problematisch

ist oder wo Lücken bleiben.“

Mit dem nach der Nymphe aus

der griechischen Mythologie benannten

Projekt klären die SKD die

Herkunft aller Erwerbungen und Zugänge

seit 1933. MitUnterzeichnung

der Washingtoner Erklärung hatte

sich Deutschland zur Herausgabe

der vonden Nazis beschlagnahmten

Kunstgegenstände verpflichtet. Zudem

werden Objekte geprüft, die

nach 1945 teils unter fragwürdigen

Umständen in die Museen gelangten

– aus Adelsbesitz, von Republikflüchtlingen

oder Beschlagnahmungen

aus anderen Gründen.

Auslöser der Nachforschungen

waren vor allem Forderungen der

Wettiner. Mehrfach zahlte der Freistaat

die Nachfahren des früheren

Herrscherhauses nach 1999 aus und

sicherte für gut 21 Millionen Euro

Selbstbildnis von Rembrandt im Dresdner

Kupferstichkabinett ZB/SEBASTIAN WILLNOW

wichtige Kunstschätze. Auch für die

Museen wertvolle NS-Raubkunst

konnte durch Ankauf oder Leihgabe

erhalten werden. DieExperten identifizierten

zudem fast 3500 Kunstwerkeaus

der sogenannten Schlossbergung

im Zuge der Bodenreform

sowie zwölf „Irrläufer“, die bei der

Rückkehr der von sowjetischen Trophäenkommissionen

1945 beschlagnahmten

Objekten fälschlicherweise

in den SKD landeten.

Lupfer geht davon aus, dass am

Ende Lücken bleiben. „Wir werden

einige Fälle haben, wo wir nichts

über die Herkunft wissen und die

nicht mit vertretbarem Aufwand geklärt

werden können.“ Ab 2022 sollen

die Ethnografischen Sammlungen

mit rund 300 000 Objekten erforscht

werden. Bisher wurden 41

Gebeine und Schädel anVertreter ihrerHerkunftsländer

zurückgegeben.

DieSKD selbst vermissen seit 1945

rund 96400 Stücke, darunter Werke

vonLucas Cranach d. Ä, Caspar David

Friedrich und Albrecht Dürer. (dpa)

Ein alter Container reicht, um das ewig Gestrige sowie verheißungsvoll Zukünftige ins Heute zu transportieren, wenn Wolfram Koch ihn über die Bühne zieht.

Eine neue Art „Endspiel“

Jan Bosses Inszenierung „Don Quijote“ von Jakob Nolte nach Cervantes kommt von Bregenz ans DT

VonDoris Meierhenrich

VonPeter Uehling

Inder Pause dieses sicher kürzesten

Zweieinhalbstünders in der

jüngeren Geschichte des DT lohnt es

sich, einen Blick ins Programmheft

zu werfen. Da erzählt Regisseur Jan

Bosse plötzlich etwas von den

Schwierigkeiten, Miguel de Cervantes’

Jahrtausend-Roman „Don Quijote“

auf die Bühne zu bringen.

Dinge, andie man beim Betrachten

des so leicht wirkenden Ergebnisses

keinen Moment mehr dachte. Aber

es stimmt ja, was Bosse da sagt, dass

nämlich jeder glaubt, den Don Quijote

gut zu kennen, den edelmütigen

„Ritter von der traurigen Gestalt“,

den Schwärmer für Recht und Ehre

und furchtlosen Kämpfer gegen eine

stete Übermacht eingebildeter

Feinde,und neben ihm den kleinen,

dicken, Knappen Sancho Panza. Dabei

hat kaum jemand den 1200-Seiten-Roman

aus den ersten Tagen des

17. Jahrhunderts je gelesen. Zumindest

nicht mehr als ein paar Hundert

Seiten.

DieHauptfiguren sind also längst

eingenäht in feste Bilder, die man

„kulturelles Gedächtnis“ nennt, ihre

Windmühlen-Abenteuer sind

sprichwörtlich, aber niemand kennt

sie wirklich aus erster Hand. So viel

jedenfalls scheint klar:Jedes Quijote-

Abenteuer beginnt mit einer Verwechslung,

mündet in eine derbe

Prügelei und endet mit seiner Niederlage.Keine

schlechten Voraussetzungen

eigentlich für eine gründliche

Neusichtung des Textes. Doch

ganz so neu wirdesimDTdann auch

wieder nicht, wo Bosses Inszenierung

nun angekommen ist, nachdem

sie im Juli bereits bei den Bregenzer

Festspielen Premiere feierte.

Und trotzdem ist aus der produktiven

kleinen Verschwörung, die hier

Kern der Sache ist, zwischen Bosse

und den zwei Ausnahmeschauspielern

Ulrich Matthes und Wolfram

Koch, die schon 2007 Becketts „Endspiel“

zum Erfolg schmiedeten, ein

selten frischer, spielerisch gedankenreicher

Abend geworden. Maßgeblichen

Anteil daran hat diesmal

aber auch ein vierter im Bunde: Autor

Jakob Nolte. Dass der 31-Jährige

ein besonderes Talent zum grotesken

Realismus besitzt, darin Cervantes

nicht fern, hat er schon in etlichen

Stücken bewiesen, zuletzt bei

den Autorentheatertagen 2016 mit

dem Zwei-Frauen-Dialog „Gespräch

wegen der Kürbisse“. Sein „Don Quijote“

nun bleibt inhaltlich nah am

Roman, macht formal aber gleich

mehrere Salti, indem er Sancho

Panza diskret zum eigentlichen

Chronisten und Arrangeur des Spiels

adelt. Zusammen kondensieren

Nolte und Bosse Cervantes' ausgreifende

Ritterparodie in eine neue Art

„Endspiel“, indem sie die beiden

Abenteurer nun als Beckettsche Gestrandete

im Irgendwo zeigen, die

die heldenhaften Geschichten von

einst –obwahr,angelesen oder ausgedacht

–immer wieder von neuem

durchspielen (dabei auch aktualisierenund

hinterfragen), um die trübe,

Dichter Rauch spielt keine geringe Rolle

an diesem nüchternen, trotzdem nie

unpoetischen Schauspielerabend.

von Lüge und Kriegsqualm dampfende

Gegenwart umsie herum mit

höherem Sinn zu füllen.

Ja, dichter Rauch spielt keine geringe

Rolle an diesem nüchternen,

trotzdem nie unpoetischen Schauspielerabend,

der die stete Gewalt,

die wolkige Sehnsucht und die heiße

Luft der Quijote’schen Gedanken

und Rhetorik gleichermaßen ins Bild

setzt. Dass ein alter Container reicht,

um das ewig Gestrige sowie verheißungsvoll

Zukünftige des sonderbaren

Paares –Träumer und Realist –

ins Heute zu transportieren, ist eine

der Wunderbarkeiten dieses Abends.

Wenn Wolfram Koch ihn wie ein

Atmosphärische Fassaden

Sibelius, Tschaikowsky,Schumann –Paavo Järvi dirigiert die Berliner Philharmoniker

Vor eineinhalb Jahren war zum

ersten Mal ein Dirigent namens

Dima Slobodeniouk bei den Berliner

PhilharmonikernzuGast, der keinen

großen Erfolg bei Publikum und Orchester

einfuhr und mir dennoch im

Kopf blieb wegen seiner Interpretation

von Jean Sibelius’ „Tapiola“.

Vielleicht war ich selbst in diesem

Moment nur besonders wach und

aufnahmebereit für genau dieses

Stück, es erschien mir jedenfalls als

enormdichte und originelle Komposition,

weit weg von den dummen

und herablassenden Sibelius-Klischees,

die oft genug von den Dirigenten

bestätigt werden. Diesem

Stück galten am Freitag bei den Philharmonikern

meine größten Erwartungen;

PaavoJärvi stand am Pult.

Ich erkannte das Stück nicht wieder.

Järvi ist der kompetentere Dirigent,

klanglich war hier nichts auszusetzen,

auch rhythmisch saß alles

am rechten Platz. Aber da waren sie

wieder: Die simplen Folklore-Ansätze,

die zum einfältigen Ausdruck

von Ödnis tendierende Monotonie,

die lediglich koloristisch verstandenen

Dissonanzen, und das Ganze

eine Folge vonKlangfeldernmit bestenfalls

rhapsodischem Bezug aufeinander.

Gerade das Wissen um

„den Stil“ führte zu einer kaum einmal

durch die atmosphärische Fassade

brechenden Aufführung. Sibelius

als Schwundstufe von Liszt und

Strauss –sohat man ihn vielleicht

damals entzückt in den USA gehört,

als den nicht ganz so komplizierten

Tondichter.

EinDenken im Klang

Aber es steckt doch mehr drin in dieser

Partitur von 1926: nämlich trotz

der betont traditionellen Besetzung

ein Denken im Klang, das mehr mit

Edgar Varèse und Morton Feldman

zu tun hat als mit den großen Instrumentationsvirtuosen.

DieSturmmusik

gegen Ende bricht hier als besonders

fetziges Intermezzolos,aber sie

müsste doch eigentlich als Entfesselung

dessen erscheinen, was bis dahin

in dissonanten Liegeklängen gebunden

lag, also ihren präzisen formalen

Sinn enthüllen.

Tschaikowskys Violinkonzert bildete

leider die passende Fortsetzung

zu diesem gedankenarmen Beginn.

Janine Jansen ist eine hervorragende

Solistin, aber sie gehörtnicht zur etablierten

Zunft nachdenklicher Geigerinnen

wie Isabelle Faust, Antje

Weithaas, Patricia Kopatchinskaja

oder Carolin Widmann. Jansen spielt

schlanker und weniger dominant als

Anne Sophie Mutter, aber damit

klopft sie den Staub nicht aus diesem

misshandelten Stück. Järvi und die

Philharmoniker ließen der Solistin

sensibel Raum, legten aber knatternd

los, wenn sie nicht begleiten

Kahnschlepper über die Bühne zieht

oder Ulrich Matthes als Triumphator

auf seinem Dach zum Angriff bläst,

ist er klägliche Behausung, kulturelle

und soziale Last, gedankliche Wunderkiste

und großspurige Weltbühne

zugleich. Auf ihm wirkt Matthes mit

seiner schmächtigen, fast ausgezehrten

Gestalt und dem gebrochenen

Blick, in grauer Sporthose und

mit einem flatterigen Helm aus Alufolie

auf dem Kopf noch ein bisschen

entrückter.Auch trauriger.Zwischen

Dünkel und Verletzlichkeit gibt Matthes

ein fast durchsichtiges Wolkenwesen.

Unddass Wolfram Koch, dessen

grotesker Schaumstoffunterleib

die Stretchjeans darüber spannt wie

ein Geschoss, mit seinem schneidend-bösen

Komikertalent den Sancho

zum eigentlichen Herrn des

Abends macht, war fast erwartbar.

Nur ist es ein sorgender, sozial aufmüpfiger,

geradezu hegelianisch

durchkreuzter Herr,der seinen Mündel

gewordenen Meister nie übervorteilt.

Auch wenn man sich am

Ende etwas die Augen reibt, wie glatt

alles ineinanderfließt, wie sich Spielund

Wirklichkeitsebenen hier unbeirrt

Raum geben –Cervantes' Zeit,

Quijotes Buchheldentum und das

Bühnen-Ping-Pong der Stars –, dann

ist doch keineswegs ein Selbstläufer

daraus geworden. Quijote und Sancho

werden sich langsam fremd und

im besten Sinne uns.

DonQuijote 14.,20.10.,19.30 Uhr,Deutsches

Theater, Kartentel: 28441225

mussten. Effektvoll war auch das,

Jansen spielt gerade das virtuose

Zeug unfassbar sauber. Aber auch

hier fühlt man sich um die Substanz

des Werksgebracht.

Entschiedener Gestalter

ARNO DECLAIR

Es blieb Schumanns „Rheinische“

am Ende,von Järvi als großer Bogen

gefasst, mit klaren Bläserzeichnungen

und zauberhaft aufgelockertem

Streicherklang. Hier zeigte er sich

als diskreter, unmanierierter, aber

entschiedener Gestalter. Die

Schwere, mit der am Ende des Prozessions-Satzes

die Schlussakkorde

hinabfallen, beeindruckte zutiefst –

und wie tröstlich nimmt uns das direkt

angeschlossene Finale zurück

ins Leben. Schumanns Symphonie

besetzt in Järvis Sicht eine originelle

Position, die sich von Monumentalität

fernhält, während sie Poesie

und Konstruktion geistreich aufeinander

bezieht.

Für Späße

war er immer

zu haben

Der Stimmungssänger

Thomas Lück ist tot

VonTorsten Wahl

Sein bekanntestes Lied war eher

untypisch für ihn. 1983 wollten

die Puhdys beweisen, dass sie die aus

dem Westen kommende Neue Deutsche

Welle spielend reiten könnten.

Sie holten Thomas Lück als Sänger

für ihren Song „Kurschatten“ –und

der von minimalistischen Keyboard

und Gitarre angetriebene Song, den

Lück in einem zackigem Rhythmus

mehr sprach als sang, lief wochenlang

im Radio hoch und runter:„Sie

war mein Kurschatten, Kurschatten,

Kurschatten. Undwenn wir Zeit hatten,

gingen wir in den Garten, dort

wo die Früchte warten.“

Für Späße war Thomas Lück zu

haben. Seit Mitte der 60er-Jahreprofilierte

sich der 1943 auf Rügen geborene

Sänger vorallem als Stimmungskanone.Blödellieder

wie „Wokommt

der Schnee auf dem Kilimandscharo

her“ sorgten für

schunkelnde

Säle, auch wenn

das dort vermittelte

Afrika-Bild

von zweifelhafter

Natur ist: „Kleidung

wird dort

eingespart, Pelz

trägt nur der Leopard.

Nicht umsonst

sind alle

ZB/BERND SETTNIK

Frau’n vonder Kaffeesonne braun.“

Nicht nur seine Lieder,auch seine

Partnerinnen waren populär. Inerster

Ehe war Thomas Lück mit der

Fernsehmoderatorin Petra Kusch-

Lück verheiratet, danach bildete er

mit Aurora Lacasa ein Traumpaar

des DDR-Schlagers, sang mit ihr das

Duett „Das kann nur Liebe sein“.

Nachdem sich Lacasa dem Schlager-

Primus Frank Schöbel zugewandt

hatte,war Thomas Lück mit der jungen

Nina Hagen zusammen.

Als Mitglied des Ensembles des

DDR-Fernsehens durfte Thomas

Lück seine komödiantische Ader

auch in Filmen zeigen –imSchwank

„Liebesfallen“ war er als „Herr Reitstock“

zu sehen, als seine Gattin übrigens

Eva-Maria Hagen, die Mutter

vonNina. Nach der Ausreise der beiden

verschwand der Film im Archiv.

In Andreas Holm fand er einen Bühnenpartner.Das

Duomoderierte TV-

Showswie den„Kessel Buntes“. Thomas

Lück nahm sich selbst nie allzu

ernst, spielte in Liedern wie „Lass

doch bloß den Schlankheitstee“ oder

„Ich koche für mein Leben gern“ auf

seine Figur an.

DerSänger,der knapp 400 Titel bei

Funk, Fernsehen und Platte aufgenommen

hatte, fiel mit der Wende

wie viele Kollegen in ein Karriereloch,

versuchte sein Glück auf Flohmärkten.

Ab 1997 trat er wieder mit Andreas

Holm auf, das Duo sang neue

Stimmungsschlager, etwa „Wir sind

alle nicht ganz dicht“ oder „Was willst

du denn in Hollywood?“ Anfang des

Jahres musste Thomas Lück seine

Bühnenkarriere beenden –erwar an

Hautkrebs erkrankt. Am Donnerstag

in er in Leegebruch bei Berlin im Alter

von76Jahren gestorben.

TOP 10

Sonnabend, 12. Oktober

Thomas Lück

(1943–2019)

1 Das Quartett ZDF 5,8 20 %

2 Tagesschau ARD 5,1 20 %

3 Verstehen Sie Sp.? ARD 4,0 15 %

4 Der Staatsanwalt ZDF 3,9 15 %

5 heute ZDF 3,6 18 %

6 Das Supertalent RTL 3,5 12 %

7 Bares für Rares ZDF 3,3 14 %

8 RTL aktuell RTL 2,5 13 %

9 TakeMeOut RTL 2,5 12 %

10 heute journal ZDF 2,5 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: „Kunst“

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Die zwölf Geschworenen

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

19.30: Don Quijote

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Aufzeichnungen aus derUnruhe

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

19.30: Die Mittelmeer-Monologe

Schaubühne (& 89 00 23)

20.00: Amphitryon

20.30 Studio: Voyage

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00Champagnerhalle:Der letzte Raucher

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Where Are We Now(Sven Ratzke)

BKA (& 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

BühnenRausch (& 44 67 32 64)

20.00: Impro-Überra(u)schungs-Show

Distel (& 204 47 04)

12.00, 20.00: Skandal im Spreebezirk

19.30 Studio: Die Zukunft istkeinPonyhof (Studio-Ensemble)

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

21.00: The Great Satan WorldTour 2019 (Everything

is Terrible!)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Der Blaue Montag –Die ganze Stadt in einer

Show(Arnulf Radting (Mod.)

KLASSIK

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

20.00 Foyer: Arnulf Ballhorn, Jesper Ulfenstedt

(Kontrabass), Christoph Breidler (Klavier)u.a., Kammerkonzert2:Zeitgenossen,

Werkefür Streichquartett

und zwei Solo-Kontrabässe vonHenze, Rihm und

Breidler

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: Collegium Formosa 2019, Ensemble Taiwan,

Solist*innen, Ltg.Su-Han Yang,Ming-YiLin: „Ein

blühender Baum“ für Violine, Klavier und Streicher;

Tyzen Hsiao: Lan-Yang-Tanz; Hsien Chang: Tsou Tribe Sipayatu;

Antonio Vivaldi: Die vier Jahreszeitenop. 9Nr.

2, „Der Sommer“, „Der Winter“; Jing-Guang Li/Che-Yi

Lee: „Der Duft der Nacht“; Max Bruch: Doppelkonzert

für Violine, Viola und Orchestere-Moll op. 88

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (& 902 26 -0)

9.45 Kinderbibliothek: Bücherbabys, Workshop (bis

3J.). Anm. erf.

14.00 Kinderbibliothek: Ferienprogramm: Potterheads

–Harry Potter AG inder KiJubi, Mitmachen

(ab 8bis 12 J.)

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00 Studio: Oh wie schön ist Panama (ab 4bis

8J.)

10.30: Krawallo, Musikalische Mitmachparty (ab 5J.)

Cabuwazi –Zelt Kreuzberg (& 29 04 78 40)

10.00: Zirkusferien Kreuzberg,Workshop (ab 7J.)

Cabuwazi –Zelt Springling (& 60 96 28 48)

10.00: Zirkusferien Marzahn, Workshop (ab 7J.)

Cabuwazi –Zelt Tempelhof (Columbiadamm 84)

10.00: Zirkusferien Tempelhof, Workshop (ab 7J.)

Cabuwazi –Zelt Treptow (& 544 90 15 18)

10.00: Zirkusferien Treptow, Workshop (ab 7J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

10.00: Berlins beste Herbstferien! PHÄNOMENIEN –

Erstaunliches fürNeugierige,Aktionen und Workshops

(ab 6bis 14 J.)

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

10.00: Laura war hier (ab5J.)

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

10.00: Ausdie Maus (ab 8J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Klax Kreativwerkstatt (& /64 49 44 22)

9.00: Ferienprogramm: Wasfür ein Theater!, Ferienworkshop

(ab 5bis 9J.). Anm. erf.

9.00: Ferienprogramm: Let’scode together,Ferienworkshop

(ab 8bis 12 J.). Anm. erf.

Käthe-Kollwitz-Museum (& 882 52 10)

11.10: Meine Welt –Künstler*innenbücher als skulpturale

Objekte, Workshop (ab 10 bis 12 J.). Anm. erf.

Phoenix in der KULTSchule (& 72 01 19 19)

16.00 MediaLab: Phoenix-Küken, Kindertheater-Workshop,

Leitung: Oksana Loidova (ab 4bis 12 J.)

Planetarium am Insulaner (& 790 09 30)

10.30: Das kleine 1x1 der Sterne

Puppentheater Firlefanz (& 283 35 60)

16.00: Die Zauberflöte, Oper vonMozartals Marionettentheater

(ab 6bis 10 J.)

Puppentheater Prenzlkasper (& 21 79 10 60)

10.00: Kasper auf dem Bauernhof, Gastspiel

Alpenkasper

W. M. Blumenthal Akademie (Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz

1)

10.00: Herbstferien: Rette dein Lieblingstier auf die

Arche Noah!, Kunstworkshop

Werkstatt Hortensienstraße (Hortensienstr.29a)

10.00: Neukölln beginnt am Hermannplatz –Einen

Berliner Schmelztiegel mit der Kamera erkunden,

Workshop

(ab 13 bis 17 J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Begine (& 215 14 14)

19.00: Literaturrunde, Han Kang,Lesung und

Diskussion

Berliner Landeszentrale für politische Bildung

(& 902274966) 18.30Besuchszentrum:

Judenhass im Internet, Monika Schwarz-Friesel,

Buchvorstellung und Gespräch

Instituto Cervantes (& 257 61 80)

19.00: Die Durchlässigkeit der Zeit, Leonardo Padura,

Denis Abrahams, Moderiertvon MarkoMartin

Lettrétage (& 692 45 38)

19.30: Greek Writers@Berlin –Teil II, Lesung und

Gespräch mit Vassileia Stylianidou und Margarita

Tsomou, Moderation: Andrea Movroidis.

Literaturhaus Berlin (& 887 28 60)

21.00: Wortservierungen: Ein Schrei gegendie Welt:

Georg Büchner –Ein Streitgespräch, vonMichael

Talheimer,mit Richard Burger

Nicolaische Buchhandlung (& /8 52 40 05)

19.30: Grünmantel, Manfred Maurenbrecher,Lesung

&Gespräch

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

SO36 (& 61 40 13 06)

19.00: Lesedüne, Marc-UweKling,Julius Fischer,

Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky u. a., mit

Musik vonBoris the Beast

Urania (& 218 90 91)

20.00: Homo Novus, Dr.Christoph Andreas Marx,

Buchvorstellung mit Gespräch, Mod.: Dr.Ingolf Ebel

Kino

Die

weiße

Krähe

Die Filmbiografie von

Ralph Fiennes blendet

zurück in das Paris der 60er

Jahre: DerKalte Krieg befindet

sich auf seinem Höhepunkt

und die Sowjetunion schickt

ihre beste Tanzkompanie in

den Westen, um ihrekünstlerische

Stärke zu demonstrieren.

DasLeningrader Kirow-Ballett

begeistert die Pariser Zuschauer,

aber ein Mann sorgt

für die Sensation: der virtuose

junge Tänzer Rudolf Nurejew.

Attraktiv, rebellisch und neugierig,

lässt er sich vom kulturellen

Leben der Stadt mitreißen.

Begleitet vonder Chilenin

Clara Saint streift er durch die

Museen und Jazz-Clubs der

Stadt, sehr zum Missfallen der

KGB-Spione, die ihm folgen.

Doch Nurejew genießt die

Freiheit und beschließt in

Frankreich politisches Asyl zu

beantragen. Ein riskantes

Katz- und Mausspiel mit dem

sowjetischen Geheimdienst

beginnt. Frank Junghänel

Nurejew –The White Crow 19 Uhr,

Kino Krokodil, Greifenhagener Straße32

Als das Werk Walter Benjamins

in den 60er-Jahren

eine Wieder- und in vielerlei

Hinsicht Neugeburt erfuhr,

hatte das zweifellos auch mit

dem tragischen Schicksal des Autors

zu tun. Auf der Flucht vor den Nazis

gelangte Benjamin in den spanischen

GrenzortPortbou.Weil er trotz

des erfolgreichen Grenzübertritts

die Auslieferung an die Deutschen

jedoch noch immer befürchten

musste, nahm er sich in der Nacht

vom 26. auf den 27. September 1940

das Leben. Die wichtigste Quelle für

den Suizid ist die mündliche Überlieferung

des Abschiedsbriefs an

Theodor W. Adorno, den Benjamin

der Mitflüchtenden Henny Gurland

diktiert hatte. Durch seinen Tod

hatte er seinen Gefährten dieWeiterflucht

ermöglicht.

Durch die enge Verbindung zu

Adorno hatte die Generation der

68er Walter Benjamin bald als einen

der Ihren entdeckt. Der „Kunstwerk“-Aufsatz

über die Ästhetisierung

der Politik und die Idee einer

Politisierung der Kunst wurde gewissermaßen

zu einem viel gespielten

Hitinden Hörsälen.

Ein Moment der

Unkörperlichkeit

Mit Veranstaltungenüber

Walter Benjamin und Paul Celan wird in

dieser Woche das Werk

zweier mythischer Autoren

des 20. Jahrhunderts inspiziert

Harry Nutt

isterstaunt über die vielen Konjunkturen

und Lesarten desWerkes vonWalter Benjamin.

Spannung verspricht auch die

Sicht ukrainischer Autoren auf das Werk

vonPaul Celan.

Der Publizist Helmut Salzinger,

der Benjamin in seinem Buch„Swinging

Benjamin“ folgerichtig als Popphänomen

betrachtete, schildert

darin allerdings auch seine Schwierigkeiten

mit dem sperrigen Autor,in

dessen „Ursprung des deutschen

Trauerspiels“ er sich geradezu festgebissen

zu haben schien. „Ich fing

an, das Buch zu studieren. Ich las

Satz für Satz, Wort für Wort, meditierte

darüber, versank in den Text,

verlor mich darin, zappelte,

schluckte,kriegte aber nichts zu fassen.

Die Wörter, deutlich und klar,

stellten sich wie eine Mauer vor ihrenSinn.“

DasTrauerspiel-Buch galt als unlesbar,

aber das steigerte zu jener

Zeit nur die Popularität von Autor

und Text. Hinzu kam die äußere Erscheinung

Benjamins, die bereits

seine Zeitgenossen fasziniert hatte.

„Obwohl er keineswegs asketisch

oder hager oder irgendetwas dieser

Artwar“, schrieb etwa Adorno,„hatte

er ein Moment der Unkörperlichkeit.

Ich habe nie einen Menschen gesehen,

bei dem die gesamte Existenz,

auch die empirische, sovöllig von

der Vergeistigung geprägt gewesen

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Gut gegen

Nordwind 14.00; Once Upon aTime in...Hollywood

16.30; Zurück in die Zukunft 20.00

Cinema Paris (& 881 3119) Nurejew –The White

Crow 14.50, 17.40; Der Glanz der Unsichtbaren –

Les invisibles 20.30

Delphi Filmpalast (& 312 1026) Deutschstunde

14.50,17.40,20.30

Delphi LUX (& 322 931040) Der Glanz der Unsichtbaren

15.00, 17.30; Joker (OF) 15.15, 18.00,

20.00, 20.45; Ein Licht zwischen den Wolken

13.30; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

17.10, 20.30; Nurejew –The White Crow (OmU)

14.00, 18.40; Midsommar (OmU) 21.20; Downton

Abbey (OmU) 14.30, 20.15; Und der Zukunft

zugewandt 15.30, 17.50; Systemsprenger 14.30,

17.15,20.00; M. C. Escher:Reiseindie Unendlichkeit

14.00, 16.45; Skin (OmU) 16.00; Synonymes

(OmU) 18.30; Ad Astra –Zuden Sternen (OmU)

21.10

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Deutschstunde

17.30, 20.00; Bruder Schwester Herz 18.00; Systemsprenger

20.15

Kant Kino (& 319 98 66) Joker 15.00, 17.45,

20.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

13.30,15.30;Gelobtsei Gott 17.30;Nurejew –The

White Crow 20.15; Diedrei!!! 13.15;Der Distelfink

15.30; Late Night –Die Show ihres Lebens 18.30;

Once Upon aTime in... Hollywood 20.45; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 13.15, 15.15; Gut gegen

Nordwind 17.20; Leid und Herrlichkeit 20.00; Mein

Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo! 13.15; Fritzi

–Eine Wendewundergeschichte 15.20; Downton

Abbey 17.30, 20.00

Zoo Palast (& 018 05/22 2966) Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 12.15, 14.25; Joker

16.45,19.45,22.45; Joker 11.45,14.30; 3D: Gemini

Man 20.10, 23.00; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 12.45, 15.15; Joker (OF) 17.45;

Ad Astra –Zuden Sternen 20.40; Downton Abbey

11.30, 14.15, 17.10; Metallica &San Francisco

Symphony: S&M2(OmU) 20.00; Fast &Furious:

Hobbs & Shaw 23.15; Angry Birds 2: Der Film

12.30; 3D: Gemini Man 14.45, 17.30; Dem Horizont

so nah 20.20; Joker (OF) 23.00; Der Distelfink

11.45; Deutschstunde 15.00, 17.45, 20.30; Ad

Astra –Zu den Sternen 23.15; Die drei !!! 11.00;

Dem Horizont so nah 13.10, 15.20, 17.40; Joker

(OF) 20.00; Es: Kapitel II 22.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Willkommen

im Wunder Park –Wonder Park (OF) 10.30; Unsere

große kleine Farm –The Biggest Little Farm (OmU)

12.30; Celebration (OmU) 14.00; Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 15.20; Datsche

(OmenglU) 16.50;Shaun dasSchaf:Der Film: UFO-

Alarm 18.30; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 20.00; Skin (OmU) 22.45; Paranza: Der

Clan der Kinder –Laparanza dei bambini (OmU)

11.00; Endzeit 12.45; Cleo (OmenglU) 14.15; Ad

Astra –Zuden Sternen (OmU) 15.50; Die Geldwäscherei

–The Laundromat (OmU) 17.50; Gelobt sei

Gott 19.40; Midsommar (OmU) 22.00; Ama-San

(OmU) 11.00; Yesterday (OmU) 13.00;Wer 4sind –

DieFantastischenVier15.00; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 16.45; Ad Astra –Zuden Sternen

(OmU) 18.15; Systemsprenger (DFmenglU) 20.20;

Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig, tot (OmU)

22.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Und der Zukunft

zugewandt 14.00, 18.15; Systemsprenger

16.00, 20.15; Midsommar (OmU) 22.30; Über

Grenzen –Der Film einer langen Reise 14.00; Celebration

(OmU) 16.15; Memory Games (OmU)

17.45; Congo Calling (OmU) 19.30; Barstow, California

(OmU) 21.15; Playland USA (OmU) 22.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 14.00, 17.45; Joker 14.00,

17.00, 20.00, 20.45; 3D: Gemini Man 14.00,

16.50, 19.45; Dora und die goldene Stadt 14.15,

17.15; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.15; Enzo und die wundersame Welt der Menschen

14.20; Spider-Man: Far From Home 14.30;

Fast &Furious: Hobbs &Shaw 14.30; Angry Birds

2: Der Film 14.30, 17.15; Good Boys 14.40; Dem

Horizont so nah 14.45, 17.45, 20.45; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 15.00, 18.15; 3D: Der König

der Löwen 15.00, 20.20; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

15.30, 17.50; Gut gegen Nordwind

16.15; Intrigo: In Liebe Agnes 17.00; Angel Has

Fallen 17.00, 21.10; Downton Abbey (OF) 17.10;

Es: Kapitel II 17.30, 19.30; Ready orNot? –Auf

die Plätze,fertig,tot 18.00; Downton Abbey 19.50;

Once Upon aTime in... Hollywood 20.00; Gemini

Man 20.15; Ad Astra –Zuden Sternen 20.15;

Sneak Preview 20.30; Joker (OF) 20.30; 47 Meters

Down: Uncaged 21.00

Zukunft (& 01 76/57 861079) Leid und Herrlichkeit–Dolor

ygloria (OmU) 18.00;Systemsprenger

(OmenglU) 20.10; Once Upon aTime in...Hollywood

(OmU) 22.30;

Berlin Bouncer (OmenglU) 18.00; Dunkel, fast

Nacht –Ciemno, prawie noc (OmU) 19.45; Lord of

theToys (OmenglU) 22.00

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Gemini Man

13.30; Dem Horizont so nah 13.40,16.40,19.30;

Dora und die goldene Stadt 13.50, 16.20; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.00, 16.30; Angry

Birds 2:Der Film 14.00, 17.00; Everest: EinYeti

willhochhinaus 14.10,16.50; Joker14.15,17.10,

20.10;3D: Gemini Man17.00, 20.00; Es: Kapitel II

19.10; Gut gegen Nordwind 19.20; Intrigo –Samaria

19.40; Downton Abbey 19.50

Kino Kiste (& 998 7481) 3D: Der König der Löwen

15.45; Gelobt sei Gott 17.45; Und der Zukunft

zugewandt 20.20

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 4109) Dora und die

goldene Stadt 11.50, 14.30, 17.40; Enzo und die

wundersame Welt der Menschen 12.00; 3D:Der König

der Löwen 12.00; UglyDolls 12.10; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 12.10, 15.10, 17.20;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.15,

14.40; Der König der Löwen 12.20, 17.10; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 12.30, 14.50, 17.20; Angry

Birds 2: Der Film 12.40, 15.00, 17.00; Joker

14.20,17.30,20.20; Dem Horizont so nah 14.20,

17.00,19.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

14.40; Gemini Man 14.45, 19.30; Downton Abbey

16.50;3D: Gemini Man 17.15, 20.00; Es: Kapitel II

19.40; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 19.45; Rambo

5: Last Blood 19.50; AngelHas Fallen20.00; 47

Meters Down: Uncaged 20.10

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Joker (OmU) 17.00,

19.45,22.30; B Ad Astra –Zuden Sternen (OmU)

16.15, 18.50; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 21.30

fsk amOranienplatz (& 614 24 64) Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 17.45; Der Glanz der

Unsichtbaren –Les invisibles (OmU) 18.00, 20.00;

Systemsprenger (OmenglU) 19.30, 22.00; Gelobt

sei Gott –Grace aDieu (OmU) 21.45

Moviemento (& 692 4785) Frau Stern 13.45;

Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

15.45; Systemsprenger 22.30; Der kleine Maulwurf

(1963-1975) 10.15; BruderSchwester Herz 11.45,

20.00; Systemsprenger 14.00; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 16.45; Midsommar (OmU)

22.15; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 10.15,

14.30, 16.30; Benjamin Blümchen 12.15; Skin

(OmU) 18.30; Systemsprenger 21.00

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Als wir träumten

20.30

Sputnik (& 694 11 47) Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 15.00; Mein Leben mit

Amanda (OmU) 16.45; Systemsprenger (OmenglU)

18.45; Bruder Schwester Herz 20.45; Ready or

Not? –Auf die Plätze, fertig, tot (OmU) 22.45; Zwischen

uns die Mauer 15.00; Paranza: Der Clan der

Kinder –Laparanza dei bambini (OmU) 17.00; Ad

Astra –Zuden Sternen (OmU) 19.00; Once Upon

aTime in... Hollywood (OmU) 21.30; Kinobar im

Sputnik Soura Film Fest: TheWedding (OmenglU)

20.00

Yorck (& 78 91 32 40) Shaun das Schaf:Der Film:

UFO-Alarm 13.45, 15.45; Systemsprenger 17.20,

20.00; New Der Glanz der Unsichtbaren 15.00,

20.30; Nurejew –TheWhite Crow 17.45

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 9590) Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 10.00, 12.00, 14.00, 16.00;

Playmobil: Der Film 10.00; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 10.00; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 10.00, 13.00, 15.15; Angry Birds 2:

Der Film 10.00, 16.00; UglyDolls 12.00, 14.00;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.15;

Dora und die goldene Stadt 12.45, 15.00, 18.00;

Joker 14.30,17.30,20.15; Systemsprenger 17.15,

20.00;Gemini Man17.15, 20.30; Fritzi–Eine Wendewundergeschichte

18.00;Es: Kapitel II 19.45; Ad

Astra –Zuden Sternen 20.30

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) 3D: AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 13.00; Fritzi –

Eine Wendewundergeschichte 13.15, 15.15; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 13.30, 15.30; A

ToyStory: Alles hört auf kein Kommando 15.15; Joker

17.15,20.00; Skin 17.30; Nurejew –TheWhite

Crow 17.30; Es: Kapitel II 20.00; Metallica &San

Francisco Symphony: S&M2 20.15

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 11.25,14.00,16.45;

Dora und die goldene Stadt 11.25, 14.10, 16.55;

Dem Horizont so nah 11.30, 14.15, 17.15, 20.15;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.45,

14.15,17.15; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

11.45; UglyDolls 12.00; Angry Birds 2: Der

Film 12.00, 14.30, 17.15; Joker 14.00, 17.00,

20.00; Gemini Man 14.15, 17.00, 20.00; Der König

der Löwen 14.20; Es: Kapitel II16.30, 19.20;

Ad Astra –Zuden Sternen 19.45; 47 Meters Down:

Uncaged 19.50; Rambo 5: Last Blood 20.15; Angel

Has Fallen 20.15

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Mein Lotta-Leben – Alles

Bingo mit Flamingo! 17.00; Systemsprenger

(OmenglU) 18.45; Leid und Herrlichkeit –Dolor y

gloria (OmU) 21.00; Und der Zukunft zugewandt

18.00; Dunkel, fast Nacht –Ciemno, prawie noc

(OmU) 20.00; Memory Games (OmU) 22.00

Babylon (& 242 5969) Goodbye, GDR!: Anton

der Zauberer 17.45; Goodbye, GDR!: Berlin –Ecke

Schönhauser (OmenglU) 17.45; 60’s BRD: Zur Sache,

Schätzchen 18.00; Goodbye, GDR!: Der geteilte

Himmel (OmenglU) 19.30; Goodbye, GDR!:

Karbid und Sauerampfer 19.45; 60’s BRD: Katzelmacher

(OmenglU) 19.45;60’sBRD:Die Artistenin

der Zirkuskuppel: ratlos (OmenglU) 21.30; Der unverhoffte

Charme des Geldes–Lachute de l’empire

americain (OmU) 21.30; Goodbye, GDR!: Coming

Out (OmenglU) 21.45

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Yesterday

(OmU) 14.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

16.45; Woche der seelischen Gesundheit:

La maladie du demon –Die Krankheit der Dämonen

(m. Diskussion) 19.00; Midsommar (OmU) 22.30;

Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 10.30; Joker

(OmU) 12.15, 14.45, 17.15, 20.00, 22.45

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) UglyDolls

11.10; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 11.10,

13.45; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 11.15,

13.30; Joker 11.30, 14.30, 17.00, 20.00, 23.00;

AToy Story:Alles hört auf kein Kommando 11.30;

Enzo und die wundersame Welt der Menschen

11.40; Der König der Löwen 11.40; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 12.00, 14.30, 17.30;

Angry Birds 2: Der Film 12.15, 14.30; Dem Horizont

so nah 13.30, 16.30, 19.40, 22.40; Dora und

die goldene Stadt 14.00, 16.40; Downton Abbey

14.30, 19.15; 3D: Gemini Man 14.45, 17.30,

20.15,23.15; Good Boys 15.50; Ad Astra –Zuden

Sternen 16.15; 3D:Angry Birds 2:Der Film 17.00;

3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 17.45; Gut

gegen Nordwind 18.15; Es: Kapitel II 19.30,22.30;

Sneak Preview (OF) 20.00; 47Meters Down: Uncaged

20.20, 23.15; Ready or Not? –Auf die Plätze,

fertig,tot 20.30; Once Upon aTime in... Hollywood

21.15; Midsommar 22.50; Ronny &Klaid 23.00;

Rambo 5:Last Blood 23.15

Hackesche Höfe (& 283 46 03) Systemsprenger

(DFmenglU) 14.00, 19.15; Gelobt sei Gott –Grace

aDieu (OmU) 16.30; Skin (OmU) 21.45; Und der

Zukunft zugewandt 14.15; Deutschstunde 16.30,

19.00; Joker 21.30; Der Distelfink –The Goldfinch

(OmU) 14.00, 21.45;

M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit –Escher:

Het oneindige zoeken –Journey Into Infinity (OmU)

17.00; Nurejew –The White Crow (OmU) 19.00;

Berlin Babylon (OmenglU) 15.30; Joker (OmU)

17.30, 20.00, 22.30; Der Glanz der Unsichtbaren

–Les invisibles (OmU) 14.30, 16.45, 19.00; Once

Upon aTime in...Hollywood (OmU) 21.15

International (& 24 75 60 11) Nurejew – The

White Crow 13.30; Joker (OmU) 16.15, 19.00; Siegessäuleund

Teddypräs. MonGay:Preview:Parasite

–Gisaengchung (OmU) 22.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (& 01 80/505 06 44)

UglyDolls 12.00, 14.20; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 12.00, 14.15, 17.00; Playmobil:

Der Film 12.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 12.00; Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 12.00, 14.03, 17.05; Dora und die goldene

Stadt 12.00, 14.30, 17.00; Angry Birds 2: Der

Film 12.00, 14.30, 17.00; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 12.00, 14.20, 17.05; Pets II

12.15; Dem Horizont so nah 14.10, 16.45, 19.30;

Joker 14.15, 17.05, 20.00; Der König der Löwen

14.20, 16.30; 3D: Gemini Man 17.10; Joker (OF)

19.30; 7.Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle

Sieben (OmU) 19.30; 47 Meters Down: Uncaged

19.30; Gemini Man 19.35; Firincinin Karisi 19.45;

Sneak Preview (OF) 20.00; Sneak Preview 20.00

IL KINO (& 91 70 29 19)Nurejew–TheWhite Crow

(OmU) 10.10,21.40; Zwischen uns die Mauer (DFmenglU)

12.30; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 14.30; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 17.30; Systemsprenger (DFmenglU) 19.30

Neues Off (& 62 70 95 50) Joker (OF) 16.45,

19.30,22.15

Passage (& 68 23 70 18) Joker (OmU) 15.00,

17.45, 20.30; Downton Abbey (OmU) 15.45,

18.20; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

21.00; Deutschstunde 14.40, 17.20, 20.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Joker (OF) 15.15,

18.00, 20.45; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmenglU) 17.40; Once Upon aTime in... Hollywood

(OF)20.15; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit

–Escher: Het oneindige zoeken –Journey

Into Infinity (OmU) 15.00, 17.00; Systemsprenger

(OmenglU) 15.00, 19.00; Midsommar (OmU)

21.40; Nurejew –The White Crow (OmU) 16.45;

Ad Astra –Zuden Sternen (OF) 19.30; Ad Astra –

Zu den Sternen (OmU) 22.10; Der Distelfink –The

Goldfinch (OmU) 16.30; Synonymes (OmenglU)

19.40; Skin (OmU) 22.00


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

Der Dichter

Paul Celan

DPA/WILLI ANTONOWITZ

wäre.“ Und die Sexualwissenschaftlerin

Charlotte Wolff notierte: „Sein

ganzer Körper schien ohne physische

Substanz zu sein, als hätte er

sich von ihm befreit; nur Mund und

Augen zeigten die verborgenen Leidenschaften

eines sehr emotionalen

Charakters.“

Unter dem Titel „Fetisch Walter

Benjamin“ wollen nun Lotte List, Nicos

Tzanakis Papadakis und Frank

Voigt – allesamt Herausgeber und

Autoren des Buches „Material und

Begriff. Arbeitsverfahren und theoretische

Beziehungen Walter Benjamins“

– mit dem Politikwissenschaftler

Ingar Solty darüber diskutieren,

wofür Benjamin heute alles in

Anspruch genommen wird.

Ein anderer Autor mit herausragender

Bedeutung für die Literatur

des 20. Jahrhunderts ist der Dichter

Paul Celan, der 1920 in Czernowitz,

der Hauptstadt der Bukowina, damals

Nordrumänien (heute

Ukraine), in einer deutschsprachigen

jüdischen Familie geboren

wurde. Celans berühmtes Gedicht

„Die Todesfuge“ gilt als erste literarische

Auseinandersetzung mit dem

Holocaust. Ein wunder Punkt bleibt

LESUNGEN

Fetisch Walter Benjamin Dienstag,

15.10., 20 Uhr,Literaturforum im Bertolt-

Brecht-Haus, Chausseestraße 125

100 Jahre Paul Celan Dienstag,15.10.,

19.30 Uhr,mit Juri Andruchowytsch,

Tanja Maljartschuk, Ron Winkler und Serhij

Zhadan, Moderation Evgenia Lopata,

Haus für Poesie, Knaackstraße 97

dabei die verletzende Zurückweisung

des Dichters durch die legendäreGruppe

47.

Einganz anderer Bezugspunkt für

Celans Werk und Wirkung ist dessen

Herkunft aus der Bukowina. Schon

deshalb istPaulCelan auch zu einem

wichtigen Autor für ukrainische

Schriftsteller geworden, die anlässlich

des Projektes „Paul Celan 100“

einen Abend im Haus für Poesie veranstalten.

Nestor des Programms ist

der im deutschsprachigen Raum

bestens bekannte, aus Iwano-Frankiwsk

stammende Juri Andruchowytsch,

der mit Romanenwie „Moscoviada“

(1993), „Perversion“ (1999)

und „Zwölf Ringe“ (2003) auch bei

uns eine große Leserschaft gefunden

hat. Ebenfalls aus Iwano-Frankiwsk

stammt TanjaMaljartschuk, die 2018

mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis

in Klagenfurt ausgezeichnet wurde.

Auf begeisterte Leser ist auch Serhij

Zhadan aus Charkiw gestoßen, zuletzt

mit seinem Roman „Internat“.

Darüber hinaus kennt man ihn auch

als mitreißenden Musiker.

Celan oder Benjamin? Die

Freunde vonLiteraturabenden müssen

sich am Dienstag entscheiden.

Orgel &Stummfilm

Der

rollende

Kinderwagen

Einmal im Jahr verwandelt

sich die Philharmonie in

ein Stummfilmkino. AmMontag

wird Sergej Eisensteins

Meisterwerk „Panzerkreuzer

Potemkin“ von 1925 gezeigt,

dessen Handlung sich an

Ereignisse im Revolutionsjahr

1905 anlehnt. Diebekannteste

Szene spielt auf einer Treppe

in Odessa, die zum Hafen

führt. Soldaten des Zars marschieren

diese endlos scheinenden

Stufen hinunter und

schießen dabei in die Menschenmenge.

Eine junge Frau

wird getroffen, ihr entgleitet

der Kinderwagen und trudelt

hinab, ohne dass ihn jemand

abfängt. Eigentlich sollte der

französische Organist Jean

Guillou diesen Film liveander

großen Orgel begleiten, doch

er ist im Januar gestorben. Nun

nimmt sein erklärter Lieblingsschüler

Jean-Baptiste

Monnot, 35, seinen Platzein.

Susanne Lenz

Panzerkreuzer Potemkin 11 Uhr,

Philharmonie,Herbert-von Karajan-Str.,

Karten: 25488999

FÜHRUNG

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

14.00: Kuratorenführung in denaktuellen Ausstellungen

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Gedenkstätte Berliner Mauer –Besucherzentrum

(Bernauer Str.119) 11.30: Die Berliner Mauer vom

Wasser aus, Treff: Anleger Berliner Dom (11.30, 14.30

Uhr); Anleger East Side Gallery(12.00Uhr)

Arcanoa (& 67 96 26 51)

21.00: Open-Stage–Singer-Songwriter +Poets

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Sun Dew

Badehaus (& 95 59 27 76)

20.00: Flonske

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Laura Misch

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

20.00: The Prowlers, Omihli +Support

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano Series: Béla Meinberg

Schlot (& 448 21 60)

21.00: ChristinaZurhausen (g),Henning Vetter (sax),

Torben Schug(b), Ramon Keck (dr), Ausfahrt

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: Anarkuss, Roger F. and the Structure

Staatsoper Unterden Linden (& 20 35 45 55)

19.30: Staatskapelle Berlin, Ltg.Daniel Barenboim,

LahavShani (Klavier), AbonnementkonzertI

Theater Zukunft (& 01 76 57 86 10)

21.00: Church of Misery

ufaFabrik (& 75 50 30)

20.00 Theatersaal: Schalala –Das Mitsingding mit

Stefanie Bonse (Gitarre) und Marie-Elsa Drelon (Klavier)

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Katja Ebstein, Dominique Horwitz, Burghart

Klaußner,Michael Mendl, Barbara Philipp, Reiner

Schöne, Eleonore Weisgerber,JudyWinter u. a., Chapeau

Harald! Harald-Juhnke-Tribute-Konzert

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00: Salsa, Flori, Wilbert, Naudy

MUSEEN

Anti-Kriegs-Museum (& 45 49 01 10)

16.00: StändigeAusstellung des Anti-Kriegs-Museums,

tgl. 16-20 Uhr,Gruppen n. Vereinb.: 402 86 91

16.00: Angekommen? –Geflüchtete auf Lesbos, tgl.

16-20 Uhr

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

10.00: Kunst in Berlin 1880–1980, Mi-Mo 10-18 Uhr

10.00: Gartenparade, Atelier le balto, Mi-Mo 10-18 Uhr

10.00: 12x12, Mi-Mo 10-18 Uhr

10.00: original bauhaus –Die Jubiläumsausstellung,

Mi-Mo 10-18 Uhr

10.00: Bettina Pousttchi, Mi-Mo 10-18Uhr

Berlin StoryBunker (SchönebergerStr.23a)

10.00: Geschichte der Hauptstadt, Di-Fr 10-19, Sa/

So/Feiert. 12-20 Uhr;23.12.-26.12./31.12. geschl.,

ab 1.1. tgl. 10-19 Uhr

BezirksmuseumMarzahn-Hellersdorf

(& 54 79 09 21)10.00, 11.00: Marzahn-Hellersdorf.

Bezirksgeschichte(n), Mo-Fr 11-17 Uhr

10.00: Gesucht –gefunden!,Mo-Fr 10-18 Uhr

10.00: Plastekipper undTriola: Spiele(n) in den

1970er/80er-Jahren, Mo-Fr 10-18 Uhr

Botanischer Garten Berlin (& 83 85 01 00)

9.00: StändigeAusstellung,tgl. 9-20 Uhr

Botanisches Museum (& 83 85 01 00)

9.00: Licht Luft Scheiße: Perspektiven auf Ökologie

und Moderne, tgl. 9-19 Uhr

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

10.00: Deutsche Geschichte in Bildernund Zeugnissen,

tgl. 10-18 Uhr

10.00: Die Armbrust –Schreckenund Schönheit, tgl.

10-18 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (& 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadt der Spione, tgl. 10-20 Uhr

Futurium (Alexanderufer 2)

10.00: Visionen möglicherZukünfte, Mo/Mi/Fr-So

10-18, Do 10-20 Uhr

Haus der Wannsee-Konferenz (& 80 50 01 -0)

10.00: Villencolonie Alsen am Großen Wannsee, tgl.

10-18 Uhr

10.00: Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord

an den europäischen Juden, tgl. 10-18 Uhr

Heimatmuseum Zehlendorf (& 802 24 41)

10.00: Zehlendorfer Architekten und die Nachkriegsmoderne,

Mo/Do 10-18, Di/Fr 10-14 Uhr

James-Simon-Galerie (Bodestr.)

10.00: Nah am Leben –200 Jahre Gipsformerei, tgl./

Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Jüdisches Museum (& 25 99 33 00)

10.00: StändigeAusstellung des Jüdischen Museums (bis

2019 wg Umbau geschl.), Mo 10-22, Di-So 10-20 Uhr

10.00: This Place, WendyEwald, Martin Kollar, Josef

Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress u. a., tgl. 10-20 Uhr

Mauermuseum –Museum Haus am Checkpoint

Charlie (& 25 37 25 -0) 9.00: StändigeAusstellung

des Mauermuseums, tgl. 9-22 Uhr

Mitte Museum (& 46 06 01 90)

10.00: Werwir sind und was wir tun–mitten im Museum,

Johanna Diehl, Seiichi Furuya, Wilhelm Klotzek,

Stephan Kurr, Pia Linz, David Polzin, Kathrin Sonntag

u. a., So-Fr 10-18 Uhr

Museum für Film und Fernsehen (& 300 90 30)

10.00: 120 Jahre Deutsche Filmgeschichte und

Fernsehgeschichte in West und Ost, Di-So 10-18, Do

10-20 Uhr

Neues Museum (& 266 42 42 42)

10.00: ÄgyptischesMuseum und Papyrussammlung,

tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

10.00: Museum für Vor- und Frühgeschichtemit

Objekten der Antikensammlung,tgl./Feiert. 10-18,

Do 10-20 Uhr

10.00: Zurück!Steinzeit.Bronzezeit. Eisenzeit., tgl./

Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

10.00: Schätze aus dem Rhein –Der Barbarenschatz

vonNeupotz, tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

10.00: Die Krone vonKertsch. Schätze aus Europas

Frühzeit, tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

10.00: Berlins größte Grabung,tgl./Feiert. 10-18, Do

10-20 Uhr

10.00: 10-jähriges Jubiläum: Perspektivenwechsel,

tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

10.00: 10 Jahre Neues Museum, tgl./Feiert. 10-18,

Do 10-20 Uhr

Neue SynagogeBerlin –Centrum Judaicum

(& 88 02 83 16) 10.00: Tuet auf die Pforten, Apr.-

Sept: Mo-Fr 10-18, So 10-19 Uhr;Okt.-März: So-Do

10-18 Uhr,Fr10-15 Uhr

10.00: Es wareinmal in Jerusalem. AVeryPersonal

View.Palestine-Israel, 1938-1955, Gabriella Rosenthal,

Mo-Fr 10-18, So 10-18 Uhr

Schwules Museum (& 69 59 90 50)

14.00: Love at First Fight! Queere Bewegungen in

Deutschland seit Stonewall, Mi-Mo 14-18, Do 14-20,

Sa 14-19 Uhr

14.00: HIVstories: Living Politics, Mi-Mo 14-18, Do

14-20, Sa 14-19 Uhr

14.00: Chicos Lartigue, Mi-Mo 14-18, Do 14-20, Sa

14-19 Uhr

Topographie des Terrors (& 25 45 09 50)

10.00: Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt

in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße, tgl. 10-20

Uhr

10.00: Topographie des Terrors, tgl. 10-20 Uhr

Werkbundarchiv –Museum der Dinge

(& 92 10 63 11) 12.00: 111/99. Fragen zur Gestaltungssprache

derModerne: Dekor als Übergriff?,

Do-Mo 12-19 Uhr

KINO

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Dora und die goldene Stadt 11.30, 14.30; Ugly-

Dolls 11.45; Shaundas Schaf: Der Film:UFO-Alarm

11.50, 14.10,16.45; Everest: Ein Yeti will hochhinaus

11.50,14.20,17.05; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 12.00; Angry Birds 2: Der Film

12.15, 14.50, 17.20; Joker 14.00, 17.00, 20.00;

Dem Horizont so nah 14.20, 16.45, 19.40; Gemini

Man 17.00, 20.15; Es: Kapitel II19.35; Downton

Abbey 19.50; Sneak Preview 20.15

Wolf (& 921 039333) Synonymes (OmenglU)

12.00; Ama-San (OmU) 12.00; Systemsprenger

(OmenglU) 14.10, 21.10; Heute oder morgen

(OmenglU) 14.30; Preview: Momo 16.30; Wajib –

DieHochzeitseinladung (OmU) 16.40;AdAstra –Zu

den Sternen (OmU) 18.40; Heimat istein Raum aus

Zeit (OmenglU) 19.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Shaun das

Schaf: Der Film:UFO-Alarm13.45, 15.45; Deutschstunde

17.45, 20.30; Fritzi –EineWendewundergeschichte

13.30, 15.30; Nurejew –The White Crow

17.30; Systemsprenger 20.15

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Joker

15.00, 17.45; Joker (OmU) 20.30; Sneak Preview

22.00; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit

13.45; Nurejew –TheWhite Crow 15.30,18.15;Ad

Astra –Zuden Sternen (OmU) 21.00;Systemsprenger

16.45, 19.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.00, 16.00; DowntonAbbey(OmU) 18.00;

Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 20.40;

Deutschstunde 14.00, 17.15, 20.00; Fritzi –Eine

Wendewundergeschichte 15.15

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

Systemsprenger 13.45, 16.40, 19.30, 22.30; Fritzi

– Eine Wendewundergeschichte 13.45, 16.00;

Deutschstunde 13.45, 16.40, 19.30; Nurejew –

The White Crow (OmU) 14.00; Joker (OmU) 14.00,

17.00, 20.00, 23.00; Dem Horizont so nah 14.15,

17.00, 19.45; Angry Birds 2: Der Film 14.15,

16.40; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

14.30, 16.45; Der Glanz der Unsichtbaren –Les

invisibles (OmU) 17.15, 19.00; M. C. Escher: Reise

in die Unendlichkeit 18.15; Downton Abbey (OmU)

19.00; Sneak Preview 20.00; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 20.30; Skin (OmU) 21.40;

Ad Astra –Zuden Sternen (OmU) 22.00; Midsommar

(OmU) 22.30; Ronny &Klaid 22.40; Intrigo: In

LiebeAgnes 22.40

Krokodil (& 44 04 92 98) Nurejew –The White

Crow (OmU) 19.00; Dunkel, fast Nacht –Ciemno,

prawie noc (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Normal (OmenglU)

17.00; Un cafe sans musique c’est rare aParis

(OmU) 18.15; Audre Lorde: The Berlin Years 1984

to 1992 –Audre Lorde: Die Berliner Jahre 1984-

1992 (OmenglU) 20.00; Systemsprenger 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Joker

14.15, 17.15, 20.15, 22.45; Dem Horizont so nah

14.15, 16.55, 19.45; Dora und die goldene Stadt

14.20, 16.50; Gemini Man 14.30; Der König der

Löwen 14.30, 17.10; AToy Story: Alles hörtauf kein

Kommando 14.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 14.35; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.40, 16.55; Angry Birds 2: Der Film 14.45,

16.55; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

15.00, 17.15; Downton Abbey 17.00, 19.50; 3D:

GeminiMan 17.10, 20.00, 22.55; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

17.15; Gut gegen Nordwind

19.20; Systemsprenger 19.30; Ad Astra –Zuden

Sternen 19.40; 47Meters Down: Uncaged 19.45,

23.00; Es: Kapitel II 19.55, 22.15; Joker (OF)

20.00; Once Upon aTime in... Hollywood 22.15;

Intrigo: In Liebe Agnes 22.30; Midsommar 22.45;

Rambo 5:Last Blood 22.50

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 11.00; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.15, 14.15, 17.45;

Playmobil: Der Film 11.20; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

11.20, 13.50; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 11.30, 14.10, 16.50; Pets II 11.45;

Angry Birds 2: Der Film 12.15, 15.00, 17.00; Ugly-

Dolls12.20; MeinLotta-Leben–Alles Bingomit Flamingo!

12.20; Dem Horizont so nah 13.40, 16.40,

19.40; Joker13.50,17.00, 20.10; 3D: Gemini Man

14.00, 16.20, 19.45; Dora und die goldene Stadt

14.45, 17.30; Good Boys 15.00; Der König der

Löwen 17.00; Downton Abbey 17.30; Es: Kapitel

II 19.30; Sneak Preview (OF) 20.00; Ad Astra –Zu

den Sternen 20.00; Angel Has Fallen 20.15; Rambo

5: Last Blood 20.20; 47 Meters Down: Uncaged

20.30

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

12.30; Systemsprenger 14.35, 17.30, 20.25

Cosima (& 85 07 58 02) Downton Abbey 18.00,

20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Joker (OmU) 15.00,

17.45, 20.30

Xenon (& 78 00 15 30) Leid und Herrlichkeit –Dolor

ygloria (OmU) 18.00; Nurejew –TheWhite Crow

(OmU) 20.30

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) Ugly-

Dolls 10.00, 12.20; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 10.00, 12.15, 14.20; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 10.00, 12.30, 15.00; Angry Birds

2: Der Film 10.00, 12.10, 14.40, 17.00; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 10.00, 12.10;

Joker 14.20, 17.20, 20.00; Dem Horizont so nah

14.30, 17.15, 19.45; Downton Abbey 16.45; 3D:

Gemini Man 17.30, 20.15; Es: Kapitel II19.30;

Sneak Preview 20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 6081)

Und wer nimmt den Hund? 10.30, 13.30; Systemsprenger

15.30,20.15; Und der Zukunft zugewandt

18.00

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Downton Abbey

11.30,14.20,17.10,20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

UglyDolls 10.00, 12.00; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 10.00, 12.10, 14.25,17.00; Everest:

EinYeti will hoch hinaus 10.00, 12.10, 14.35;

Dora und die goldene Stadt 10.00, 12.15, 14.10,

17.35; Angry Birds 2: Der Film 10.00, 12.10,

14.35; Joker 14.30, 17.20, 20.10, 22.15; Dem

Horizont so nah 14.45, 17.30, 20.15; Gut gegen

Nordwind 16.40; 3D: Gemini Man 16.45, 19.30;

Deutschstunde 17.00, 19.55; Es: Kapitel II 19.30,

23.00; AdAstra –Zuden Sternen 20.10, 23.00;

Joker (OF) 22.50; Gemini Man 23.00

Thalia Movie Magic (& 774 3440) Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00, 14.00; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 10.00, 14.00, 16.00; Dora

und die goldene Stadt 10.00, 13.45, 15.45; Angry

Birds 2: Der Film 10.00, 14.00;Playmobil: Der Film

12.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

12.00; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

12.00; 3D: Angry Birds 2: Der Film 12.00; Joker

15.45,18.00; Dem Horizont so nah 16.00, 18.15,

20.30; Gemini Man 18.00, 20.30; Late Night –Die

Show ihres Lebens 18.15; Downton Abbey 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Magical History Tour: A

Touch ofZen –Hsia nu(OmU) 19.30; Filmmaker’s

Choice: Programm 1“DDR –ohne Titel: Leipzig im

Herbst /In Berlin 16.10. –4.11.1989 (m. Moderation)

19.00; Filmmaker’s Choice: Programm 2“WO-

EST –ohne Titel: Former East /Former West (u.a.;

m. Moderation) 21.30

CinemaxX PotsdamerPlatz (& 040/80 80 69 69)

GoodBoys12.30, 15.10, 17.40, 20.10, 22.40; Angry

Birds 2: Der Film 12.30, 13.50; Joker 12.40,

14.00, 16.00, 17.10, 19.00, 20.30, 22.20, 23.00;

Downton Abbey 12.40, 16.10, 19.30; Gemini Man

13.00; Dem Horizont so nah 13.30, 16.40, 19.40,

22.40; UglyDolls 13.40; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 13.40; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 13.40; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 13.50, 16.30; Get Lucky –Sex verändertalles13.50;

Undder Zukunft zugewandt14.00;

Dora und die goldene Stadt 14.00,17.00; Der König

der Löwen 14.00, 19.30;AToy Story:Alles hört

auf kein Kommando 14.00; Pets II 14.10, 14.20;

Enzo und die wundersame Welt der Menschen

15.00; Es: Kapitel II 16.00, 20.15, 22.30; 3D:

Gemini Man 16.30, 19.45, 23.00; 3D: Der König

der Löwen16.30; Ad Astra –Zuden Sternen 16.30,

19.50, 23.00; Once Upon aTime in... Hollywood

16.40, 19.50, 22.15; Der Glanz der Unsichtbaren

16.45, 19.30; Zwischen uns die Mauer 16.50,

18.00; Rambo 5:Last Blood 16.50,20.20, 23.00;

3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 16.50; 3D:

Angry Birds 2: Der Film 16.50; Systemsprenger

17.00, 19.50; Gut gegen Nordwind 19.00; Yesterday19.50;

Leavingthe Frame –Eine Weltreise ohne

Drehbuch 20.20;47MetersDown: Uncaged20.30,

23.00;Fast &Furious: Hobbs&Shaw20.45; Ready

or Not? –Auf die Plätze, fertig, tot 22.00; Midsommar

22.30; Skin 22.50;Angel Has Fallen 22.50

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 0200)

3D: Gemini Man (OF) 13.30, 16.30, 19.30; Downton

Abbey (OF) 13.30, 16.30, 19.40; Angry Birds

2: Der Film –The Angry Birds Movie II(OF) 13.30;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm –Shaun the

Sheep Movie: Farmageddon (OF) 13.50, 16.20;

Intrigo: In Liebe Agnes (OF) 14.00; Joker (OF)

14.15, 17.15, 20.15; Dora und die goldene Stadt

–Dora the Explorer (OF) 14.20, 17.10; UglyDolls

(OF) 14.30; Once Upon aTime in...Hollywood (OF)

16.00, 20.00; Der König der Löwen –The Lion King

(OF) 16.50;AdAstra –Zuden Sternen (OF) 17.00,

20.00; Es: Kapitel II–It: Chapter Two (OF) 19.00;

Midsommar (OF) 19.30; Skin (OF) 19.50

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D: Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.30; Joker (OF)

13.00,19.30; Joker 16.15

TREPTOW

Astra (& 636 16 50) UglyDolls 10.00, 12.00;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00,

12.00, 14.00, 16.00; Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 10.00, 12.15, 14.00, 16.00; Dora und die

goldene Stadt 10.00, 12.30, 15.00, 18.00; Angry

Birds2:Der Film 10.00,12.00, 14.00,16.00; Joker

14.30, 17.00, 20.00, 22.30; Dem Horizont so nah

17.30, 20.00, 22.30; Gemini Man 18.00, 20.00,

22.30; 3D: Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 18.00;

Ad Astra –Zuden Sternen 20.15,22.30; Rambo 5:

Last Blood 20.30, 22.45

Casablanca (& 677 5752) Die drei !!! 14.00;

Über Grenzen –Der Film einer langen Reise 16.00;

Und der Zukunft zugewandt 18.15; Leberkäsjunkie

20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

Playmobil: Der Film 11.30; Angry Birds 2: Der Film

11.30, 14.40, 17.25; Aladdin 11.30; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 11.30; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 11.45, 14.15, 16.50; Pets

II 11.55; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

12.00, 14.25, 17.10; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 12.10; UglyDolls 12.15; Joker

14.00, 17.00, 20.00; Der König der Löwen 14.05;

Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 14.10, 17.30;

3D: Gemini Man14.20, 17.15, 20.10; Dora unddie

goldene Stadt 14.30, 17.10; Dem Horizont so nah

14.40, 16.50, 19.45; Es: Kapitel II 16.30, 19.30;

Once Upon aTime in... Hollywood 19.20; 47 Meters

Down: Uncaged 19.50; Intrigo –Samaria 19.55;

Sneak Preview (OF) 20.00; Gut gegen Nordwind

20.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) Ugly-

Dolls 12.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

12.00, 14.15, 16.30; Playmobil: Der Film 12.00;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 12.00, 14.20;

Angry Birds 2: Der Film 12.00, 14.20; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 12.00, 14.15; Dora

und die goldene Stadt 12.15, 14.50, 16.30; Joker

14.15, 16.50,19.45; Dem Horizont so nah 14.30,

17.20, 19.30; Gemini Man 16.45; 3D: Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 16.45; Der König der Löwen

17.20; Sneak Preview 20.00; Sneak Preview (OF)

20.10; Joker (OF) 20.10; 47 Meters Down: Uncaged

20.15

WEIßENSEE

BrotfabrikKino (& 471 4001) Jeder schweigt von

etwas anderem 18.00; Burning –Beoning (OmU)

20.30

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

13.45, 15.45; Berliner Filmmontag:

Zeitschleifen –Im Dialog mit Christa Wolf

18.00; Systemsprenger 20.45; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 10.00; Downton Abbey

12.15, 19.45; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

15.00; Und der Zukunft zugewandt 17.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Deutschstunde

15.30, 18.00; Systemsprenger 20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05)Der König der Löwen

12.30; Deutschstunde 15.00, 20.15; Nurejew

–The White Crow 17.45

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Die Spur – Pokot (OmU)

18.00; Dene wos guet geit 20.30

Capitol (& 831 64 17) Deutschstunde 15.00,

20.30; Nurejew –TheWhite Crow 17.45

POTSDAM

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) CatVideoFest

2019 (OmU) 13.45; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 14.00, 16.15; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingomit Flamingo! 14.00; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

14.00, 16.00; Bruder Schwester

Herz 15.45; Und der Zukunft zugewandt 16.00;

Nurejew –The White Crow (OmU) 18.00; Systemsprenger

18.00, 20.45; Joker (OmU) 18.15, 20.45;

Der Glanz der Unsichtbaren –Les invisibles (OmU)

18.30; Deutschstunde 20.30; Skin (OmU) 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70) Gemini

Man13.40, 16.40, 19.50;Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 13.50, 17.10; Dem Horizont so nah

13.50,16.30, 19.30; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 13.50; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 14.00; Joker 14.00, 17.00, 20.00;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.15,

16.50; Angry Birds 2:Der Film 14.15, 17.00; Der

König der Löwen 16.40; Downton Abbey 16.50,

19.50; Es: Kapitel II 19.30; Gut gegen Nordwind

19.40;OnceUponaTime in... Hollywood 19.45;Ad

Astra –Zuden Sternen 20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019

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Spreewild

Klartext

Keine Hymne

auf die Toleranz

„Sterben war einfach keine Option“

Marlene Bierwirth wollte gerade ihr Abitur machen. Dann kam die Krebsdiagnose

VonZora Günther, 21Jahre

Die Hautfarbe ist ein sensibles

Thema. Es beginnt mit der Tatsache,

dass es oft nur einen Wachsmalstift

im Farbton„Hautfarbe“ gibt,

und endet ineinem Gespräch über

Privilegien und Machtverhältnisse.

Die Zwischentöne

sind Polizeigewalt,

Jobchancen

und Stereotype.

Hautfarbe beeinflusst

nicht direkt,

auch wenn

manche das behaupten

mögen.

Denn ja, ein

Zora mag den Satz

„I don’t see color“

nicht.

PRIVAT

schwarzer und

ein weißer Körper

sind natürlich

gleich aufgebaut.

Jedoch schließen viele weiße

Menschen aus dieser Tatsache, dass

sie alle Menschen frei von gesellschaftlichen

Einflüssen einschätzen

und behandeln könnten.

Das Mantra „I don’t see color“

(„Ich sehe keine Hautfarben“) ist ein

beliebter Freispruch von jeglichen

rassistischen Verhaltensweisen und

Aussagen. Doch die Hautfarbe ist

mit Privilegien verbunden, die der

betreffenden Person entweder versagt

oder hinterhergeschmissen

werden. Es ist mehr als wichtig, die

Unterschiede der Hautfarben in ihrergesellschaftlichen

Einordnung zu

erkennen und aktiv dagegen zu arbeiten.

Wenn meine Freundin eine

Wohnung nicht bekommt, weil ihr

Nachname nicht Meier oder Müller

ist und sie eventuell noch ein Kopftuch

trägt, zeigt das die rassistischen

Strukturen, in denen wir leben. Oder

wenn mein Freund auf dem Bahnhof

„zufällig“ jedes Malkontrolliertwird,

während ich –weiß –nicht einmal

angeschaut werde. Ich kann mir

dann den Luxus erlauben und ihm

erklären, ich würde seine Hautfarbe

gar nicht realisieren. Für ihn ist sie

jedoch jeden Tag präsent und bestimmt

sein ganzes Leben. Sich keine

Gedanken um die Hautfarbe machen

zu müssen, ist ein Privileg weißer

Menschen –und der Satz „I don’t

see color“ damit keine Hymne auf

die Toleranz, sondernerverdeutlicht

die Ignoranz weißer Menschen ihren

eigenen Privilegien gegenüber.

Leseprobe

Mit 18 Jahren bekam

Marlene Bierwirth die

Diagnose „bösartiger

Hirntumor“. ImInterview

erzählt die heute 20-Jährige,

was ihr geholfen hat und was sie

Positives mitnehmen konnte.

Deine Diagnose kam mitten im

Lernstress fürs Abi.

Genau. Ich hatte gerade eine

Klausurgeschrieben und dann kam

der Krebs dazwischen. Das hat gar

nicht reingepasst. Dass ich dann

damit aufhören musste, war schon

hart.

Du hast auf Instagram auch Bilder

gepostet, die dich zeigen, als es dir

schlecht ging. Warum?

Ich wollte mir das nicht nehmen

lassen. Eswar auch schön, andere

Betroffene zu finden, zu treffen und

sich auszutauschen. Zu sehen, man

ist nicht alleine. Auch der Zuspruch

von Followern tat gut. Außerdem

hat es mir Spaß gemacht, aufzuklären

und zu erzählen, was bei

einer Chemotherapie passiert. Das

alles war irgendwie gar nicht so

schlimm. So krass es auch klingt.

Ich dachte mir, ich bin 18 Jahre alt

und kann doch immer noch mein

Leben leben und Spaß haben. Nur

weil ich Krebs habe,lass ich mir das

nicht versauen.

Den Spaß am Leben hat sich Marlene nie nehmen lassen, trotz Chemotherapie.

Wie kam es zum Buch?

Ich hab am Anfang der Krankheit

gesagt: Wer weiß, vielleicht

schreib ich irgendwann ein Buch,

haha. Das war eigentlich eher so

ein Witz. Und dann kam letztes

Jahr im Spätsommer der Verlag auf

mich zu.

Schreiben war vorher also gar nicht

so dein Ding?

Nö, ich hab das während der

Krankheit gemacht. Denn die

Zeit geht so schnell vorbei und es

passieren so viele schöne Dinge.

Das wollte ich festhalten

Diese Abstellkammer ist nicht wegen Faulheit voller Pfandflaschen. Das ist eine Sparkammer für Notfälle!

PRIVAT

Wie schlimm war es für dich, deine

Haare zuverlieren?

Das war der Horror. Ich fand es

viel schlimmer als die Diagnose

an sich. Kurz bevor sie ausgefallen

sind, waren sie so lang wie noch

nie. Ich war richtig stolz auf meine

Haare. Und dann hieß es, die fallen

aus. Da warich echt sauerund traurig.

Ich hab bis zum Ende gehofft,

dass ich die Auserwählte bin, der

die Haare nicht ausfallen.

Hast du irgendwann gedacht, dass

du sterben musst, und dich intensiver

damit auseinandergesetzt?

SELLY HÄUSSLER

Klar, ich wusste, dass ich sterben

kann. Aber ein Tumor im Hirn ist so

surreal. Außerdem lief die Therapie

gut und alle waren sehr positiv.Man

könnte sagen, ich hätte es verdrängt.

Das finde ich nicht. Ich wusste, dass

meine Krankheit sehr gefährlich ist.

Aber sterben war für mich einfach

keine Option.

Hat sich deine Lebenseinstellung

geändert?

Zum Positiven. Momente, Menschen,

die ich kennenlerne, Dinge,

die ich erlebe, und mein ganzes Leben

weiß ich jetzt mehr zu schätzen.

Ich bin erwachsener geworden und

reifer. Und ich bin sehr viel entspannter

und positiver geworden.

Was meine Entwicklung angeht,

hat es eigentlich nur Gutes. Klar, ich

hab Nebenwirkungen wie Gleichgewichtsprobleme

oder Vergesslichkeit.

Aber mein Gott, ich lebe.

Hast du dein Abinachgeholt?

Ja. Meine Lehrer sind Ende 2017

zu mir nach Hause gekommen und

haben mich unterrichtet. Kurz vor

Weihnachten 2018 hab ich meine

letzte mündliche Prüfung gehabt.

Ich fange diese Woche an, Erziehungswissenschaften

zu studieren.

Das Gespräch führte Selly Häußler,

28 Jahre.

Leben

am Limit

Manchmal ist am Ende des

Geldes noch viel zu viel Monat

übrig. Studenten kennen

die Situation nur zu gut: Das

BAföG reicht nicht mal für

die Miete, die Eltern sind zu

knausrig, jeden Monat Zusatz-

Unterhalt zu zahlen, und beim

Nebenjob gab es diese Woche

kein Trinkgeld.Aber irgendwie

überleben wir dann doch. In

dieser Fotoserie stellen wir unsere

Strategien vor. Nummer

1: Pfandflaschen lagern. Wenn

ein WG-Mitglied am verhungernist,

räumt es das Regal aus

und fährt den gefüllten Einkaufswagen

zum Supermarkt.

Wer bei der Lebensmittelauswahl

dann strategisch vorgeht,

kann mit dem Erlös etwa eine

Woche über die Runden kommen.

Selly Häußler,28Jahre

DIE ERFAHRUNG LEHRT

Auf langen

Reisen auch

mal chillen

Es macht nicht glücklich,

von Spot zu Spot zu hetzen

Von Selly Häußler, 28 Jahre

Nach dem Schulabschluss durch

Südostasien tingeln, im Sabbatjahr

auf Weltreise gehen oder

ein Semester dranhängen für eine

Rundreise durch Südamerika –

Backpacking ist beliebt wie nie, vor

allem unter Studenten. Bei mir war

es das Semester

in Südamerika.

Zweieinhalb

Monate lang reiste

ich munter

durch Peru und

Ecuador. Es gab

so viel Neues zu

Selly hat zuspät begonnen,

sich auch

mal treiben zu lassen.

PRIVAT

entdecken und

jeden Tag nahm

ich ein Erlebnis

in Angriff, von

dem ich im Gespräch

mit Touristen

oder auf Wikitravel erfahren

hatte: eine Dschungeltour, Aufstieg

zum Machu Picchu, Stadtführungen,

Inseln voller Seelöwen, eine

Fahrt mit einem Beach-Buggy über

Sanddünen, über einen Vulkankratersee

paddeln, Wanderungen zu

Wasserfällen, Surfkurs. Wenn die

interessanten Punkte an einem

Ort abgehakt waren, zog ich in die

nächste Stadt.

Der Wandel kam mit einem

Tauchkurs in demkleinen Städtchen

Taganga an der Nordküste Kolumbiens.

Für einen Tauchschein braucht

man vier Tage, erzwang mich also,

dort zubleiben. Etwa eine Woche

lang chillte ich an dem Karibikstrand.

Ich war angekommen! Das

tat gut. Wenn die Attraktionen in der

Umgebung abgegrast sind, ist Zeit

für die banalen Dinge. Denn Highlights

bleiben nur Highlights, wenn

sie nichtdirekt aufeinanderfolgen.

Die Erfahrung lehrt: Wenn ein Ort dich

begeistert, bleib einfach dort.

Weltreise ohne Drehbuch

MELDUNG

Monica Hesse – „Das Mädchen

im blauen Mantel“ Hanneke ist

Schwarzmarkt-Kurierin zur Zeit der

Nationalsozialisten in Amsterdam.

Offiziell organisiert das Mädchen

Beerdigungen, inoffiziell gräbt sie

für ihre Kunden Waren aus, die eigentlich

nicht mehr zu bekommen

sind, seit die Nazis Holland besetzt

haben. Dann erhält sie von einer

Kundin den Auftrag, ein verschwundenes

Mädchen zu suchen. DasProblem:

Das Mädchen ist Jüdin. Hanneke

beginnt zu suchen und kommt

in Kontakt mit einer Widerstandsgruppe

… Marti Mlodzian, 14 Jahre

Fazit Lesenswertes Buch, das zu Recht für

den Jugend-Literaturpreis 2019 nominiert ist.

Schauspielerin Maria Ehrich wollte die Welt entdecken. Zurückgekehrt ist sie mit einem außergewöhnlichen Film

VonRia Lüth, 20 Jahre

In einem Zimmer des Ullsteinverlags

sitzt Maria Ehrich und

lächelt herzlich. Sie beantwortet

Fragen zu ihrem neuen Kinofilm.

Daran, dass sie wieder interviewt

wird und nicht mehr die Fragenstellerin

ist, muss sich die 26-jährige

Schauspielerin (u. a. bekannt aus

der „Edelstein-Trilogie“ und „Ku’-

damm 59“) erst wieder gewöhnen.

Denn Maria Ehrich war eine Weile

weg–unterwegs in der Welt. Anfang

2018 hat sie sich aufgemacht, sieben

Monate lang die Welt zu entdecken.

Gestartet istsie im afrikanischen Kenia,

in Mexiko City hatsie sich einen

Oldtimer gekauft, ihn liebevoll „Heidi“

getauft, undist 20 000 Kilometer

durch Amerika gefahren, durch die

USA hoch nach Kanada bis nach

Neufundland. Immer an ihrer Seite

war ihr Freund Manuel Vering, Journalistund

Filmemacher.

Doch die junge Frau, die seit

16 Jahren vor der Kamera steht,

wollte nicht einfach rumreisen.

Durchaus sei zwar der Wunsch da

gewesen, alles hinter sich zu lassen

und „nach dem zu suchen, was das

Leben dir beibringen könnte“. Maria

Ehrich war auf der Suche nach

Helden, nach Menschen, die sich

für andereeinsetzen. SietrafinNew

York ein jüdisches Ehepaar, das den

Holocaust überlebte, einen Meeresbiologen,

der leidenschaftlich für

den Erhalt unsererWelt kämpft, eine

kenianische Ordensschwester, die

selbstständig ein Waisenhaus leitet,

und andere inspirierende Menschen.

Der Dokumentarfilm „Leaving

the Frame“, der dabei in Eigenregie

entstanden ist, soll vor allem

eins: die Geschichte der Menschen,

die ihr begegnet sind, erzählen.

Aber nicht nur die Menschen,

auch die Natur und die Tiere seien

etwas gewesen, was Maria Ehrich

tief beeindruckt habe. Tiere in freier

Wildbahn zu sehen, hätte ihr die

Seele dieser Wesen nahegebracht.

So entschied sie sich, Vegetarierin

zu werden. Die Idee einer Reise sei

ihr schon lange im Kopf herumgeschwirrt.

Ein wenig Angst hatte sie

aber dennoch, sich eine so lange

Auszeit zu nehmen.„Im Schauspielbusiness

heißt es immer, dumusst

dranbleiben, sonst bist du raus“, erzählt

sie. Nach ihrer Rückkehr stellte

sie fest, dass das völliger Quatsch

war. Sie selbst habe gelernt, ein wenig

loszulassen. Für den Zuschauer

soll ihre Reise vor allem eins sein:

„eine Einladung, sich der Welt und

den Menscheninihr zu öffnen“.

Berliner Unis suchen

junge Spitzenforscher

Im Fokus des diesjährigen Wissenschaftswettbewerbs

„Forum Junge

Spitzenforscher“ steht das Thema

Klimawandel. Noch bis zum

3. November 2019 können sich

Nachwuchsforscher aller Berliner

Universitäten undanderer Berliner

Forschungseinrichtungen für den

interdisziplinären Wettbewerb

bewerben und Anwendungsideen

aus der innovativen Grundlagenforschung

einreichen. Ausgeschrieben

sind Preisgelder in Höhevon

insgesamt 36 000 Euro. (jill)

Alle Infos: www.forumjungespitzenforscher.de

Mit freundlicher Unterstützung von:

Das Projekt „Spreewild“

im Internet unter:

Die Beiträge dieser Seite werden von

Jugendlichen geschrieben.

KONTAKT

Berliner Zeitung

Jugendredaktion

Telefon: 030/695 66 50

blz-jugendredaktion@berliner-zeitung.de

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Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 27

· ·

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TV-Programm

ARD

9.00 (für HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live

nach Neun 9.55 (für HG) Sturm der Liebe 10.44

(für HG) Tagesschau 10.45 (für HG) Meister des

Alltags 11.15 (für HG) Wer weiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für

HG) Sturm der Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG) Verrückt nach Fluss 17.00 (für

HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant 18.00

(für HG) Wer weiß denn sowas? 18.50 (für HG)

Morden im Norden 19.45 (für HG) Wissen vor

acht –Zukunft 19.50 (für HG) Wetter /Börse vor

acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Bären wie wir An der Katmai-

Küste kommen jedes Jahr viele Bären

zusammen,dasie dort mehr zu fressen

finden als in den Bergen. Ein Filmteam

begleitet Bärenforscher Chris Morgan, der

deren Sozialverhaltenbeobachtet.

21.00 (für HG) Hart aber fair

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Rabiat

Die Selbstoptimierer

23.30 (für HG) Unser Deutschland

Freiheit

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.15 Explosiv –Weekend 6.00 Guten Morgen

Deutschland 8.30 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns.

Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was zählt. Daily

Soap 10.00 Der BlaulichtReport 11.00 Der

Blaulicht Report 12.00 Punkt 12 –Das

RTL-Mittagsjournal 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Schätzeaus Schrott

16.00 Mensch Papa! Väter allein zu Haus 17.00

Herz über Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns.

Daily Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30

Exclusiv –Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell

19.03 RTL Aktuell –Das Wetter 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 19.40 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Bauer sucht Frau

Neue Staffel, neues Liebesglück: Nach

dem weltweiten Ableger im Frühjahr

startet jetzt das Ursprungsformat in die

15. Runde. Diesmal begleitet Inka Bause

elf einsame Landwirte.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 Spiegel TV

0.00 RTL Nachtjournal /Das Wetter

0.30 Die Alltagskämpfer –

Überleben in Deutschland

Unter Arrest –

Jugendliche hinter Gittern (3/3)

MDR

12.30 (für HG) Wohin der Weg mich führt.

Tragikomödie, D2011 13.58 (für HG) Aktuell

14.00 (für HG) MDR um 2 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um 4

17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 Regionales

19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG) Mach dich

ran 20.15 (für HG) Das Thüringen-Duell 20.45

(für HG) Der Thüringen-Vierkampf 21.45 (für HG)

Aktuell 22.05 (für HG) Mord auf Shetland –Der

Vermisste. Krimireihe, GB 2016 23.58 Aktuell

0.00 (für HG) Fair Play. Drama, CZ/SK/D 2014

Bayern

14.15 (für HG) Lichters Schnitzeljagd 14.45 (für

HG) Gefragt –Gejagt 15.30 (für HG) Schnittgut

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir in

Bayern 17.30 Regionales 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Querbeet 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Landfrauenküche 21.00 (für HG) Bayern

erleben 21.45 (für HG) Rundschau Magazin

22.00 (für HG) Lebenslinien 22.45 (für HG) Der

Kaiser von Schexing 23.30 Schleichfernsehen

0.15 Rundschau Nacht 0.20 Ringlstetter

Vox

5.15 (für HG) CSI: NY 6.55 CSI: Vegas 8.50

Verklag mich doch! 9.50 Verklag mich doch!

10.50 Vox Nachrichten 10.55 Mein Kind, dein

Kind –Wie erziehst du denn? 12.00 Shopping

Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00

Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du denn?

15.00 Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten und

eine Traumreise 17.00 ZwischenTüll und Tränen

18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das

perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15

Goodbye Deutschland! Die Auswanderer 23.10

(für HG) Survivor 0.35 Vox Nachrichten

Super RTL

6.25 Ranger Rob 6.45 Peppa Pig 6.55 Paw

Patrol 7.25 Caillou 7.50 Peppa Pig 8.00 Grizzy

&die Lemminge 10.35 Alvinnn!!! und die

Chipmunks 13.10 Polly Pocket 13.40 Mighty

Mops 14.15 Die Tom und Jerry Show 14.45

Dragons 15.10 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! und

die Chipmunks 16.10 Zig &Sharko 16.40 Die

Nektons 17.10 Mr. Magoo 17.40 Zak Storm

18.10 Die Tom und Jerry Show 18.35 Woozle

Goozle und die Weltentdecker 19.05 Alvinnn!!!

und die Chipmunks 19.45 Mighty Mops 20.15

On the Case 0.25 Infomercials

Sport1

5.30 Antworten mit Bayless Conley 6.00 Die

Arche-Fernsehkanzel 6.30 Teleshopping 15.30

Storage Wars –Die Geschäftemacher. Doku-Soap

16.00 Socca. WM. Vorrunde, live. Beim

Fußball-Kleinfeld-Wettbewerb tritt Titelverteidiger

Deutschland heute um 18.55 Uhr gegen Ungarn

an. 19.55 Fußball. Regionalliga Südwest: FSV

Frankfurt –FC08Homburg, 13. Spieltag, live

22.15 Sport1 News 22.30 Fußball –Die

MLS-Highlights 23.00 Poker. PCA 2018 Main

Event 0.00 Sport Clips 0.45 Teleshopping Nacht

ZDF

5.00 (für HG) ZDF.reportage 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Matjeskrieg

11.15 (für HG) Soko Wismar. Tod einer

Nachbarin 12.00 heute 12.10 drehscheibe

13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute

–inDeutschland 14.15 Die Küchenschlacht

15.00 (für HG) heute Xpress 15.05 (für HG)

Bares für Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa

16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops.Tödlicher

Verrat 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG) hallo

deutschland 17.45 (für HG) Leute heute 18.00

(für HG) Soko Potsdam. Der Container 19.00 (für

HG) heute /Wetter 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Ein verhängnisvoller Plan

Kriminalfilm, D2019. Mit Benjamin

Sadler, Jördis Triebel. Als Kriminalhauptkommissar

Jan BrenneramMorgen

erwacht, findeterseine Geliebte tot im

Wohnzimmer. Er lässt sie verschwinden.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Code 999

Actionfilm, USA 2016. Mit Casey Affleck,

Woody Harrelson

0.00 heute+

0.15 (für HG) Fett Und Fett

Comedyserie. Alles okay

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf Streife

15.00 Auf Streife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring. Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer. Doku-Soap. Der sechsjährige

Tim spricht und spielt auf einmal mit einem

unsichtbaren Troll namens Mik Bleichborke. Der

riesige Troll stiftet ihn zu immer mehr Chaos an.

17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer /

oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00 Die

Ruhrpottwache 19.00 Genial daneben –das Quiz

19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Kaltes Blut –

Julia Durant ermittelt

Kriminalfilm, D2019. Mit Sandra

Borgmann. In einem sonst eher

beschaulichen Dorf verschwinden

plötzlich zwei 16-jährige Schülerinnen.

22.15 akte.

23.15 Dem Tod auf der Spur –

Die Fälle des Prof. Tsokos

0.10 (für HG) Kaltes Blut –

Julia Durant ermittelt

Kriminalfilm, D2019. Mit Sandra

Borgmann, Guido Broscheit

WDR

13.55 Erlebnisreisen 14.00 (für HG) Lecker an

Bord 14.30 (für HG) In aller Freundschaft 16.00

(für HG) Aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für

HG) Aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Land und lecker 21.00 (für HG)

Ausgerechnet 21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für

HG) Unterwegs im Westen 22.40 (für HG)

Sträters Männerhaushalt 23.25 (für HG) Konrad

Beikircher: Am schönsten isset, wenn et schön is!

0.55 (für HG) Zimmer frei!

NDR

14.00 (für HG) Aktuell 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) Aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag

17.10 (für HG) Leopard, Seebär &Co. 18.00

Regionales 18.15 (für HG) Die Nordreportage

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Markt 21.00

(für HG) Die Ernährungs-Docs 21.45 (für HG)

Aktuell 22.00 (für HG) 45 Min 22.45 (für HG)

Kulturjournal 23.15 (für HG) Kommissar Beck

–Die neuen Fälle: Der Lockvogel.Krimireihe, D/S

1997 0.45 (für HG) Die Ernährungs-Docs

Kabel eins

5.50 Eureka 7.35 Blue Bloods 9.30 (für HG)

Navy CIS: L.A. 10.25 Navy CIS 11.15 Without a

Trace –Spurlos verschwunden 12.10 Numb3rs

13.10 (für HG) Castle 14.00 (für HG) The

Mentalist 14.55 (für HG) Navy CIS: L.A. 15.50

kabel eins news 16.00 Navy CIS 16.55

Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein

Lokal –Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle

aktuell 20.15 (für HG) X-Men –Der Film.

Comicadaption, USA 2000 22.20 (für HG)

Catwoman. Comicadaption, USA 2004 0.25

Hard to Kill. Actionfilm, USA 1990 2.00 late news

RTL 2

5.15 Privatdetektive im Einsatz 6.00 Die

Straßencops West –Jugend im Visier 8.00

Frauentausch 14.00 Frauentausch –Kulthäppchen

15.00 Die Wache Hamburg 16.00 Die

Wache Hamburg 17.00 RTLZWEI News 17.04

RTLZWEI Wetter 17.05 Krass Schule –Die jungen

Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &

Nacht 20.15 Die Geissens –Eine schrecklich

glamouröse Familie! 21.15 Die Reimanns –Ein

außergewöhnliches Leben 22.15 Pop Giganten

0.15 Hartes Deutschland –Leben im Brennpunkt

2.00 Exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

8.30 Sportschießen.Weltcup. Mixed-Finale Trap

9.30 Sportschießen.Weltcup. Mixed-Finale Skeet

10.30 Radsport. Eintagesfahrt Milano –Torino

11.30 Radsport. Lombardei-Rundfahrt 12.45

Radsport. Herbstklassiker Paris –Tours 13.45

Snooker: English Open. Tag 1, live 19.00 Watts

Sportzapping 19.10 Judo. Grand Slam in

Brasilia. Highlights 19.40 Nachrichten 19.45

Snooker: English Open. Tag 1, live 0.00

Nachrichten 0.10 Judo. Grand Slam in Brasilia.

Highlights 0.40 Motorrad. FIM Superbike WM

TV-Tipps

ZDF, 22.15 UHR ACTIONFILM

Code 999

Umeinen Code 999 auszulösen und damit die gesamte Polizei der Stadt

an einem Ortzubündeln, plant eine Verbrecherbande in Atlanta die Ermordung

des Polizisten Chris Allen. Sein Todsoll als Ablenkungsmanöver für

einen riskanten Raubzug dienen. Angeführtwird die Diebesbande von Michael

Atwood (Chiwetel Ejiofor), der wiederum im Dienste der kaltherzigen

Irina Vlaslovsteht. Siehat seinen Sohn in ihrem Gewahrsam und zwingt Michael

dazu, weitereriskante Überfälle zu begehen. Doch die Polizei ermittelt

bereits ... Das von Matt Cook geschriebene Drehbuchzu„Code 999“ landete

2010 auf der berühmten Blacklist der „besten unverfilmten“ Drehbücher.Der

titelgebende Funkspruch „999“ bedeutet bei der US-amerikanischen Polizei

sinngemäß „Dringende Hilfe benötigt –Polizist niedergeschossen“.

(USA/2016)

Foto: ZDF/Bob Mahoney

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Immer und überall.

www.berliner-kurier.de/mobil

SUDOKU

NORMALVARIANTE mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

5 6

8 5 7

7 1

5 9 8

4 2 7

1 7 4

8 9

6 3

4 2

MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

6

4 9

1 4 2

6 8

4 8

7 3

6 9 5

1

Nur fürs

Smartphone:

Rätsel, Videos,

Sonderausgaben

u.v.m.

AUFLÖSUNG Auflösung

VOM vom12./13. 12.10.2019 10. 2019

MITTEL mittel

6 1 5 2 7 9 4 8 3

4 3 8 6 1 5 2 9 7

7 2 9 4 3 8 1 5 6

5 4 1 9 2 7 6 3 8

9 8 6 1 4 3 5 7 2

3 7 2 8 5 6 9 4 1

1 9 4 7 8 2 3 6 5

8 6 3 5 9 1 7 2 4

2 5 7 3 6 4 8 1 9

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM

vom

12./13.

12.10.2019

10. 2019

SCHWER schwer

2 7 3 6 8 9 1 5 4

5 6 8 1 4 3 7 2 9

9 1 4 2 5 7 8 6 3

4 3 1 9 6 5 2 8 7

6 8 9 4 7 2 5 3 1

7 5 2 3 1 8 9 4 6

8 4 6 5 9 1 3 7 2

3 9 5 7 2 4 6 1 8

1 2 7 8 3 6 4 9 5

RBB

8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

9.45 (für HG) In aller Freundschaft –die jungen

Ärzte 10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG)

Sturm der Liebe 12.10 (für HG) Julia –Eine

ungewöhnliche Frau 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 14.00 (für HG) Liebe, Tod

und viele Kalorien. Komödie, D2000 15.30 (für

HG) Tiere bis unters Dach 16.00 (für HG) rbb24

16.15 (für HG) Gefragt–Gejagt 17.00 (für HG)

rbb24 17.05 (für HG) Panda, Gorilla &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.00 rbb

UM6 18.27 rbb wetter 18.30 zibb 19.27 rbb

wetter 19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Super.Markt Thomas-Cook-

Pleite:Wie lassen sich Reisenzukünftig

besser absichern? /Flüssigseife oder

Seifenstück: Welche ist billiger? Welche

hygienischer? /Kochen mit Resten: Geht

auch zu Festen!

21.00 (für HG) Die Wahrheit über ...

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Tatort: Die Ballade von Cenk

und Valerie Krimireihe, D2012

23.30 (für HG) Polizeiruf 110: Der Mann im

Baum Krimireihe, DDR 1988

0.55 (für HG) Alles Klara

ProSieben

5.20 New Girl 6.00 Eine schrecklich nette

Familie 7.00 Last Man Standing 7.55 Mr. Griffin

–Kein Bock auf Schule 8.45 (für HG) How IMet

Your Mother 10.35 Fresh Off the Boat 11.00

Mike &Molly 11.30 2Broke Girls 12.20 Mom

13.15 (für HG) Two and aHalf Men 14.40 The

Middle. Das Chaos /Das Zweite Halloween-Fest

15.35 Green Seven –Schlauer in 90 Sekunden!

15.40 (für HG) The Big Bang Theory. Spaghetti

mit Würstchen /Viererohne Sheldon /Die

Wahrheit über den Fahrstuhl 17.00 taff 18.00

Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons. Bob von

nebenan 18.35 GreenSeven–Schlauerin90

Sekunden! 18.40 (für HG) Die Simpsons. Richte

DeinenNächsten 19.05 Galileo

20.15 (für HG) The Big Bang Theory

Sitcom. Das Menschen-Frosch-Problem

Da Penny und Bernadette in San Diego

unterwegs sind, muss sich Howard allein

um Halley und Michael kümmern. Er hofft

auf die Unterstützung seiner Freunde.

20.45 (für HG) Young Sheldon

Comedyserie

21.15 (für HG) Die Simpsons

22.10 (für HG) The Big Bang Theory

23.10 Late Night Berlin –Mit Klaas

Heufer-Umlauf

0.10 (für HG) The Big Bang Theory

Arte

9.50 (für HG) 360° 11.30 (für HG) Tierisch alt!

12.15 Re: 12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land

Kunst 14.00 Wildes Treiben am Quai d’Orsay.

Komödie, F2013 15.50 Kitz &Co. 16.45 Xenius

17.10 Wo Bücher die Welt bedeuteten 17.40

Stadt der Läufer. Dokumentarfilm, ETH/GB 2012.

Bekoji, Äthiopien 18.35 (für HG) Tierisch gute

Väter 19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.15 (für

HG) Himmel ohne Sterne.Melodram, D1955

22.00 Sonnenallee. Komödie, D1999 23.00

(für HG) The Beast Is Still Alive. Dokumentarfilm,

BG 2016 1.00 Arte Journal 1.20 Tracks

3Sat

14.15 Granada, da will ich hin! 14.45 (für HG)

Spaniens schönste Inseln 15.30 (für HG)

Spaniens schönste Urlaubsziele 17.00 (für HG)

Schönes Portugal 17.45 (für HG) Portugals

Inselwelten 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) G’schichten aus dem Wiener

Prater 21.00 (für HG) Turmfalken 21.45 Auf den

Schienen des Doppeladlers 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 Die Vierte Gewalt. Dokumentarfilm, CH

2018 0.05 (für HG) 37°: Bauernhof statt

Altersheim 0.35 10 vor 10

Phoenix

6.30 Marathon hinter Mauern 6.45 Hungerwinter

8.15 Konrad Adenauer 9.00 phoenix vor ort

9.30 phoenix plus 10.00 phoenix vor ort 10.30

phoenix plus 12.00 phoenix vor ort 12.45

phoenix plus 14.00 phoenix vor ort 14.45

phoenix plus 16.00 Dokumentation 17.30

phoenix der tag 18.00 Aktuelle Reportage 18.30

Die Investoren 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Geheimnisvolle Orte 21.00 (für HG)

Geheimnisvolle Orte 21.45 (für HG) heute journal

22.15 unter den linden 23.00 phoenix der tag

0.00 unter den linden

Kika

12.25 (für HG) Die Sendung mit der Maus 12.50

Marcus Level 13.15 (für HG) Die Wilden Kerle

13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10 Schloss

Einstein –Erfurt 15.00 (für HG) Eine lausige Hexe

15.50 Miss Moon 16.15 Die Piraten von

nebenan 16.50 Geronimo Stilton 17.35 Der

kleine Ritter Trenk 18.00 Eine Möhre für Zwei

18.10 (für HG) Der kleine Drache Kokosnuss

18.35 Elefantastisch! 18.47 Baumhaus 18.50

Sandmann 19.00 Tib &Tumtum 19.25 Wissen

macht Ah! 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG)

Kika Live 20.10 Twin Teams

Dmax

5.55 Die Aquarium-Profis 6.55 Infomercial 8.55

Hardcore Pawn 9.20 BaggageBattles 9.50

Infomercial 10.15 Shark Tank 12.15 Repair

Shop 13.15 Dubai Airport 14.15 Ausgesetzt in

der Wildnis 15.15 Ed Stafford: Wie ich die Welt

überlebte 16.15 Die Zwangsvollstrecker 17.15

Asphalt-Cowboys 18.15 SteelBuddies 19.15 A8

20.15 Der Geiger 21.15 Chris &Mäx: Die

Oldtimer-Spezialisten 22.15 Die Gebrauchtwagen-Profis

23.15 DMAX News 23.18 Die

Gebrauchtwagen-Profis 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.02 Hessenschau 5.30 ARD-Morgenmagazin

9.00 Tagesschau-Nachrichten 9.15 Starkregen –

Die unterschätzte Gefahr 10.00 Tagesschau-

Nachrichten 10.15 Alles Wissen 11.00

Tagesschau-Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.20

Weltspiegel 20.00 Tagesschau 20.15 Hitlers

Zorn –Die Kinder von Bad Sachsa 21.15

Tagesschau 21.17 Extra 21.30 Westpol –Politik

in Nordrhein-Westfalen 22.00 Markt 22.45

Tagesschau vor 20 Jahren 23.00 Tagesthemen

23.30 Das Thüringen-Duell 0.00 Der Thüringen-

Vierkampf 1.00 Nachtmagazin 1.20 Der

Umwelt-Surfer –Kampf gegen den Müll im Meer

ONE

5.35 Die Pierre M. Krause Show 6.05

Großstadtrevier 6.55 Quarks 7.40 Party of Five

9.10 kinokino 9.25 Lindenstraße 9.55 Hot in

Cleveland 10.35 Lindenstraße 11.05 Großstadt

revier 11.55 Sturm der Liebe 13.30 Um

Himmels Willen 14.20 Die Landärztin. Arztreihe,

D/A 2005 15.50 Großstadtrevier 16.40 Hot in

Cleveland 17.20 Lindenstraße 17.50 Hart aber

herzlich 18.40 Sturm der Liebe 20.15 Grand

Hotel 21.45 Nuhr im Ersten 22.30 Private Eyes

23.10 Hot in Cleveland 23.50 Halbe Hundert.

Komödie,D2012 1.20 Grand Hotel 2.50 Privat

Eyes 3.35 Hollywood’s Best Film Directors 4.00

Hart aber herzlich 4.50 Lindenstraße

ZDF NEO

5.50 (für HG) Inspector Barnaby: Über den

Dächern von Chattham. Krimireihe,GB 2009

7.25 (für HG) Kerners Köche 8.10 Topfgeldjäger

9.05 Lafer!Lichter!Lecker! 9.45 (für HG) Bares

für Rares 12.15 (für HG) Monk 13.40 Psych

15.00 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.45 (für

HG) Bares für Rares 18.35 Dinner Date 19.20

(für HG) Bares für Rares 20.15 (für HG) Inspecto

Barnaby: Böse kleine Welt. Krimireihe, GB 2009

21.50 (für HG) Inspector Barnaby: Über den

Dächern von Chattham. Krimireihe, GB 2009

23.20 Scott &Bailey 0.10 Scott &Bailey 0.55

Spooks –ImVisier des MI5 1.50 (für HG)

heute-show 2.20 Shapira Shapira

ZDF INFO

5.10 ZDF-History 5.55 Die Jagd nach den

goldenen Armreifen 6.40 Leschs Kosmos 7.10

Die Gen-Revolution 8.38 heute Xpress 8.40 Die

Gen-Revolution 9.25 Täter im Netz 10.50 Der

Fall Lorraine Thorpe 11.35 Der Fall Carol Park

12.20 Der Fall Gemma McCluskie 13.00 Täter

im Netz 13.45 ZDF-History 14.15 Mordakte

Mittelalter 18.45 Terra Xpress XXL 19.30 Das

errechnete Verbrechen –Die Polizeiarbeit der

Zukunft 20.15 Täterjagd. Doku-Reihe 21.40

Ermittler! 23.10 Rätselhafte Morde –Profiler im

Einsatz 23.50 Hate Crime –Tatmotiv Hass 0.40

(für HG) heute journal 1.05 War of Thrones –

Krieg der Könige 4.10 Die Inquisition

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Der „junge Wilde“ –Händels

Hamburger Jahre, ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

In Concert Cheltenham Jazz Festival. Andy

Sheppard Quartet: Andy Sheppard, Saxofon;

Eivind Aarset, Gitarre und Electronics; Michel

Benita, Bass; Seb Rochford, Schlagzeug,

ca. 87 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Der Komponist Isang Yun

Sein Leben lang war Isang Yun ein politisch

denkender Künstler, der sich darum bemüht hat,

zwischen Nord- und Südkorea zu vermitteln. In

seinenWerken hat Yun Einflüsse asiatischer mit

europäischer Musik verbunden. ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musik-Panorama Sergej Rachmaninow: Sonate

für Klavier Nr. 2b-Moll, op. 36; Variationen für

Klavier über ein Thema von Corelli, op. 42;

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3d-Moll,

op. 30, ca. 105 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Propaganda (25/29). Von Steffen

Kopetzky, ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Kriminalhörspiel Matildas letzterSommer. Nach

dem Roman von Mary Wesley. Mit: Winfried

Glatzeder, Hedi Kriegeskotte, Barnaby Metschurat,

Michael Evers, ca. 57 Min.

MAGAZIN

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Arm, aber glücklich.Von Schäfern

und Schafen in Brandenburg, ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Zeitfragen. Politik und Soziales Wenn Mutti

früh zur Arbeit geht. Über haushaltsnahe

Dienstleistungen, Butler und Schwarzarbeit. Von

Dorothea Brummerloh, ca. 55 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Lorraine Hunt. Viele ihrer

Einspielungen mit Kompositionen vom Barock bi

in die Gegenwart gelten als zeitlose diskographische

Meilensteine. ca. 56 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Einstand 50 Jahre frisch. Das Bundesjugendorchester

feiert Geburtstag, ca. 30 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Suzanne Vega. Die US-amerikanische

Sängerin und Songwriterin hat die 90er-Jahre

mitgeprägt. ca. 30 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 238 · M ontag, 14. Oktober 2019 – S eite 28 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

Boris Becker (51) hat das Insolvenzverfahren

gegen ihn als „die schwierigste

Zeit“ seines Lebens bezeichnet.

„Ich möchte meinem schlimmsten

Feind nicht wünschen, was ich in

den letzten zwei Jahren erlebt habe“,

sagte der einstmalige Tennisheld der

Bild am Sonntag. Dabei zeigt der

Mann auch eine gewisse Einsicht:

„Vielleicht war es

[das Verfahren]

für mein Leben

notwendig, weil

reinigend.“ Es

folgt allerdings

ein dickes großes

Er bezahlt, weil er

es kann.

DPA/STEVEN PASTON

Aber:„Ichbin

und war immer

zahlungsfähig.“

Sprich: Ichbin

und war nie insolvent.Wieauch

immer,Becker gibt

nach eigenen Angaben 52 Prozent

seiner Einkünfte an den Insolvenzverwalter

ab.Dieses Verfahren laufe

maximal noch 18 Monate.

Jane Fonda (81) ist bei einem Klima-

Protest inWashington festgenommen

worden. DieUS-Schauspielerin

postete jetzt auf Instagram einVideo,

das zeigt, wie sie in einem knallroten

Mantel am Freitag bei der Demonstration

vordem Kapitol in sogenannten

Einweg-Handschellen (vulgo: Kabelbindern)

vonder Polizei abgeführt

wurde.Ineinem weiterenVideo-Post

sagte Fonda, die schwedische Klima-

Aktivistin GretaThunberghabe sie inspiriert:„Wir

müssen uns verhalten,

als ob unser Haus brennt –denn so ist

es.“ Okay,der neue Hashtag lautet:

#FireDrillFriday … (schl.)

TIERE

Brix, ein Schäferhund aus Brünn, in

der Hundewaschanlage. DPA/IGOR ZEHL

Da muss er jetzt durch: Brix, ein Deutscher

Schäferhund aus dem tschechischen

Brünn, hat sich wieder sonst

wo gesuhlt, stinkt deswegen zum

Himmel und wurde deshalb in den

RedboxParkbrachte.Die Anlage bietet

lautWebsite www.redboxpark.cz

neben der Auto- auch die professionelle

Hundewäsche an:„Sie können

Shampoo,Conditioner oder Flohmittel

über das Touchscreen-Programmmenü

wählen …Belohnen SieIhren

Hund mit einem Calibra-Leckerbissen.

Direkt neben derWaschboxbefindet

sich eine Snackmaschine.“

Köstlich! Da muss Brix gar nicht so

bedröppelt dreinschauen. (schl.)

Mit voller Wucht

Einer der gefährlichsten Taifune seit Jahrzehnten zog über Japan. Mindestens 26 Menschen starben

VonFelix Lill, Tokio

Für Ikuko Nishihara wurde

ein Urlaubstag draus. Am

Freitag hatte die 34-jährige

Tokioterin die Warnung vor

dem großen Unwetter aufs Handy geschickt

bekommen: Die Züge, Shopping-Center

und Nahrungsmittelläden

würden am Samstag außer Betrieb

sein. „Nach Feierabend am Freitag

bin ich soforteinkaufen gegangen

und habe mich mit Essen eingedeckt“,

berichtet die Ärztin, die eigentlich

auch an Wochenenden arbeitet.

„Dann saß ich einen Taglang

zu Hause vorm Fernseher.“ Malhabe

sie TV-Dramen geschaut, mal den

Verlauf von „Hagibis“. Der Tag sei

zwar anspannend gewesen wegen

der Unsicherheit, habe aber auch etwas

Entspannendes gehabt. „Ich war

einen ganzen Tagnicht vorder Tür.“

Ausgeklügelte Warnkultur

Mit „Hagibis“ (Philippinisch für

„schnell“) wurde Japan gegen Ende

letzter Woche durch den stärksten

Taifun seit Jahrzehnten getroffen.

Ganze Orte wurden überflutet, der

Alltag kam zum Erliegen. Die Angaben

zu Todesfällen variierten zwischen

den Zahlen der Regierung und

der Nachrichtenagentur Kyodo von

sieben bis 26, während mindestens

21 Personen noch als vermisst galten.

Mehr als 170 Menschen wurden

verletzt. Tags zuvor hatte die Meteorologiebehörde

an Millionen Menschen

im Nordosten des Landes die

Warnung ausgesprochen: „Machen

Sie sich bereit für Regenfälle, wie Sie

sie noch nicht erlebt haben. Ergreifen

Sie alle Maßnahmen, um Ihr Leben

zu schützen.“ Erstmals wurde in

diesem Zusammenhang die höchste

Warnstufe ausgegeben.

Für die weitesten Teile der Bevölkerung

verlief das Unwetter allerdings

ohne große Schäden. Vonder

Region um Tokio, dem mit 35 Millionen

Bewohnern größten Ballungsraum

der Welt, war vor allem der

Nordosten betroffen. Hunderttausende

Haushalte waren zeitweise

ohne Strom, einige Häuser wurden

starkbeschädigt. In der Bucht vonTokio

sank ein Frachtschiff aus Panama,

das dort ankerte. Zwei Menschen an

Bord kamen ums Leben, sechs Besatzungsmitglieder

galten als vermisst.

Schon am Sonntagmorgen aber füllten

rund 27000 Soldaten die Straßen,

um aufzuräumen und den Alltag wiederherzustellen.

Und unter klarem

Himmel und Sonnenschein öffneten

um 14 Uhrdie Shopping-Center und

Restaurants, auch die Züge fuhren

wieder und der Tokioter Flughafen

Hanedaa nahm seinen Betrieb auf.

Während am Sonntagabend noch

geprüft wurde,obder Nordosten Tokios

am Montag durch Regenfälle

auch neue Überflutungen oder Erdrutsche

befürchten muss, war bereits

klar: Die Schäden wären noch

viel größer ausgefallen, hätte das

Land nicht eine derartausgeklügelte

Aufräumarbeiten: Die verschlammten Straßen in Marumori werden gesäubert.

Überschwemmtes Nagano: „Regenfälle, wie Sie sie noch nicht erlebt haben.“

Verwüstungen in Chiba: Die Stadt liegt fünf Kilometer östlich von Tokio.

DPA

DPA

GETTY IMAGES

Warnkultur. InJapan werden schon

Kinder jedes Jahr in der Schule darin

ausgebildet, wie man sich in Katastrophenfällen

vonTaifunen über Erdbeben

bis zu Tsunamis zu verhalten

hat. Aufjedem Handy ist eine Appinstalliert,

die Katastrophenwarnungen

empfängt und Verhaltensanweisungen

gibt. Ältere Menschen informieren

sich auch über Radio und

Fernsehen. Da die Leute aus Erfahrung

wissen, wie real die Gefahren

sind, leisten sie den Informationen

in der Regel auch Folge.

Olympische Spiele in Gefahr

DerTaifun hatte sich am Sonntag im

Nordosten über dem Meer zu einer

Tiefdruckzone abgeschwächt. Auf

seinem Weg hinterließ „Hagibis“

eine Schneise der Verwüstung. In

der am schwersten betroffenen Provinz

Nagano brach der Chikuma-

Fluss durch die Uferdämme und

überflutete Wohngebiete mit

schlammigen Wassermassen. Teils

stand das Wasser mehrere Meter

hoch. Mit Militärhubschraubern

und Schlauchbooten rückten die

Einsatzkräfte an, um Menschen aus

ihren Häusernzuretten. Dabei kam

es zu einem tragischen Unglück, als

Rettungskräfte eine 77 Jahre alte

Frau in der nordöstlichen Stadt

Iwaki in einen Hubschrauber hievenwollten

und sie plötzlich 40 Meter

in die Tiefe stürzte. Sie kam ums

Leben.

Der Taifun hat aber noch eine

ganz andere Dimension. Schon einige

Tage vor dem Anmarsch hatte

„Hagibis“ für großen Gesprächsstoff

im Land gesorgt. Im Zuge der

derzeit in Japan laufenden Weltmeisterschaft

im Rugby hatte der

Weltverband RugbyUnion am Donnerstag

beschlossen, zwei WM-

Spiele abzusagen und mit Unentschieden

zu werten. So wurde die

italienische Nationalmannschaft,

die mit einem Gruppenspielsieg gegen

den Turnierfavoriten Neuseeland

ins Viertelfinale hätte einziehen

können, de facto vom Taifun

aus dem Turnier geworfen. Auch

das Formel-1-Rennen in Suzuka

war von „Hagibis“ betroffen: Beim

fünftletzten Grand Prix der Saison

musste die Qualifikation wegen des

Unwetters von Sonnabend auf den

Sonntag verlegt werden.

Wirbelstürme, Starkregen und

Überflutungen: Dies könnte auch in

einem knappen Jahr ein Problem

werden. DieHöhepunkte der Taifunsaison

in Japan werden in der Regel

im August und September erreicht.

In diese Zeit, vom 24. Juli bis 6. September,

fallen im kommenden Jahr

die Olympischen und Paralympischen

Spiele vonTokio.Die Hunderttausenden

Fans aus dem Ausland,

die dann ins Land kommen, werden

im Umgang mit Unwetter kaum so

gut geschult sein wie die japanische

Bevölkerung. Auf die Organisatoren

kommt in dieser Hinsicht noch eine

große Aufgabe zu.

NACHRICHTEN

Spezialkräfte befreien

entführte Frau aus Auto

Spezialeinheiten der Polizei haben

am Samstagabend in Nordrhein-

Westfalen eine 22-Jährige aus einem

Auto befreit. Dies teilten Polizei und

Staatsanwaltschaft in Köln mit.

Demnach hatten Zeugen der Polizei

in den Niederlanden gemeldet, dass

eine junge Frau in Westfriesland von

drei polnischen Staatsangehörigen

in ihreGewalt gebracht worden sei.

Einer der Täter soll eine Schusswaffe

gehabt haben. Anschließend seien

sie mit einem Fahrzeug in Richtung

Deutschland geflüchtet. DiePolizei

Köln übernahm daraufhin die Einsatzleitung.

DieBeamten stoppten

das Fahrzeug im Kreis Viersen, befreiten

die 22-jährige Polin unverletzt.

DiedreiMänner wurden festgenommen.

(AFP)

Stinkmorchel ist der Pilz

des Jahres 2020

Der Fruchtkörper der Morchel erinnertan

ein männliches Begattungsorgan. DPA

DieGewöhnliche Stinkmorchel

wurde vonder Deutschen Gesellschaft

für Mykologie (DGfM) auf einer

Tagung im thüringischen Bad

Blankenburgzum „Pilz des Jahres

2020“ gewählt. „Neben dem Aasgeruch

sind vorallem die einem männlichen

Begattungsorgan ähnelnden

Fruchtkörper auffällig“, teilte die

DGfM am Sonntag mit. DerFruchtkörper

bescherte der Morchel dann

auch ihren lateinischen Namen, wie

die Experten mitteilten. „Phallus impudicus“

bedeute so viel wie „unzüchtiger

Penis“. VonBedeutung sei

die Morchel vorallem als Nahrung

für Insekten. (dpa)

Mann gibt sich betrunken

als Polizist aus

Ein49Jahrealter Autofahrer hat sich

in Leutesdorf(Rheinland-Pfalz) betrunken

als Polizist ausgegeben. Zuerst

zwang er mit seinemWagen ein

anderes Auto zu einerVollbremsung,

stellte sich dem Fahrer als Polizist vor

und wollte dann auch noch„Tests“

mit dem Mann durchführen, wie die

Polizei am Sonntag mitteilte.Der ausgebremste

Autofahrer merkte sich

das Kennzeichen und alarmierte die

Polizei. DieBeamten fanden ihren

„Kollegen“ zu Hause mit 1,49 Promille

Alkohol im Blut vor. Er muss

sich nun unter anderem wegen Amtsanmaßung

verantworten. (dpa)

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