KB_Ostausgabe_04:2019

weinheimer

Magazin für Kunst und Kultur

DER KUNSTBLITZ

kostenlos

Oktober - Dezember|2019

www.kunstblitz.de

14 Mittelrhein Museum

18 Kunstmuseum Solingen

und Zentrum für verfolgte

Künste

VON DER HEYDT-MUSEUM WUPPERTAL

Else Lasker-Schüler und die Avantgarde

26 August Macke Museum


ALLEE-CENTER MAGDEBURG

2020

AUSSTELLUNG - 20. Februar bis 14. März 2020

ART KUNST

Die leichteste , der zu begegnen!


UNTER UNS

Liebe Leser/innen,

dass Menschen durch falsche Informationen

manipuliert werden können, ist leider keine

neue Erkenntnis. Portale wie Facebook, Youtube

und Co. unternehmen viel zu wenig (und

„wenn“, auch oftmals viel zu spät), um diesen

giftigen Trend zu stoppen, ein Versagen mit fatalen

Auswirkungen!

Es gibt mittlerweile neben mächtigen Geheimdiensten

auch Firmen, die sich auf die Verbreitung

von falschen Meldungen spezialisiert haben.

Sie bieten politischen Parteien, Diktatoren und

Firmen (die ihre Produkte auf dem Markt durchsetzen

möchten) ihre Dienste an.

Es ist bewiesen worden, dass gerade zum „Brexit“

unzählige falsche Statistiken und Informationen

verbreitet worden sind. Sie haben die Meinung

der Wähler mit Hilfe von Fake News, ohne jegliche

Grundlage, beeinflusst .

Trump mit seinen „Alternativen Fakten“ ist der

Beweis dafür, dass diese Strategie gestern (s.

Drittes Reich) wie heute auf fruchtbaren Boden

trifft.

Per WhatsApp werden täglich falsche Nachrichten

verbreitet (meistens von Rechtsradikalen)

über grüne Politiker, über Frau Merkel und neuerdings

auch über Greta Thunberg.

Patrizio Medagli

Im Fall von Renate Künast haben die Berliner

Richter eine Beschimpfung wie „Drecks Fotze“ als

harmlos empfunden. Damit haben sie nicht nur

ein falsches Urteil getroffen, sondern die Täter ermutigt

weiter zu machen; wenn es so weiter geht,

ist es zu erwarten, dass sie sich sogar übertreffen

werden.

Urteilsbegründung: „...Da alle Kommentare einen

Sachbezug haben, stellen sie keine Diffamierungen

der Person der Antragstellerin und damit keine

Beleidigungen nach § 185 StGB dar.“… Sind Sie

genauso sprachlos wie ich?

Und jetzt wünsche ich Ihnen viel Freude bei Lesen

des Kunstblitz… Wir haben uns Mühe gegeben, um

alternative Fakten fern zu halten.

3


DER KUNSTBLITZ | INHALT

6 CHAUSSEE 36 BERLIN

10 VON DER HEYDT-MUSEUM WUPPERTAL

14 MITTELRHEIN MUSEUM KOBLENZ

18 KUNSTMUSEUM SOLINGEN UND

ZENTRUM FÜR VERFOLGTE KÜNSTE

28 MUSEUM AUGUST-MACKE-HAUS

BONN

32 MUSEUM KUNSTPALAST

DÜSSELDORF

Erwin Blumenfeld

Cubist Nude Seated, New York 1944

copyright 2019 The Estate of Erwin Blumenfeld

courtesy Howard Greenberg Gallery, NYC

IMPRESSUM Herausgeber und Eigentümer: Patrizio Medagli Verantwortlich

für den redaktionellen Inhalt: Patrizio Medagli Redaktion:

Harald Klee, Patrizio Medagli, Helga Wicher, Giuliana Medagli,

Claudia Rohde. Redaktion Postadresse: Vohwinkeler Str. 154, 42329

Wuppertal (Germany) Telefon 0202 738217, info@derkunstblitz.com,

www.derkunstblitz.de Redaktion Frankfurt, Postadresse: Am Sandhügel

30, 63150 Heusenstamm. Verlag: Weinheimer Verlags-GmbH

Konzeption/Layout: Eduardo Rahmani, Simonsstraße 80, 42117

Wuppertal, Tel: 0202 451654, Fax: 0202 450086, info@ bvg-menzel.

de, www.bvg-menzel.de Bildmaterial: Allee Center Magdeburg, A 10

Wildau, Chaussee 36 Berlin, Kunsthalle Bremen, Kunstmuseum Solingen

und Zentrum für verfolgte Künste, Mittelrhein Museum Koblenz,

Museum August Macke Haus, Museum Barberini Potsdam, Museum

Im Schafstall Neuenstadt, Museum Kunstpalast Düsseldorf, Museum

Wiesbaden, Sachsen- Allee Chemnitz, Von der Heydt-Museum

Wuppertal. Titelseite/Quelle: Kunstmuseum Solingen und Zentrum

für verfolgte Künste, , Mittelrhein Museum Koblenz, Von der Heydt-

Museum Wuppertal, Museum August Macke Haus. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen.

Der Nachdruck ist – auch auszugsweise – nur mit Quellenangabe

gestattet. Mit Namen oder Initialen gezeichnete Beiträge geben die

Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt die der Edition ARTistica

wieder

38 MUSEUM IM SCHAFSTALL

NEUENSTADT

44 MUSEUM WIESBADEN

46 ART A10 2019 WILDAU

54 ALLEE-CENTER-ART 2020 WILDAU

60 ART CHEMNITZ 2020

62 NOTIZEN

4

HERBST | 2019


Vom Beruf zur Berufung - Die Künstlerfamilie

Verflassen zwischen Barock und Romantik

19.10.2019 bis 02.02.2020

J. J. I. Verflassen, Selbstbildnis, um 1823, Privatbesitz (FFM)

FORUM

CONFLUENTES

Kunst.Kultur.Bildung.

MITTELRHEIN-MUSEUM

ROMANTICUM

TOURIST-INFORMATION

STADTBIBLIOTHEK

5


DER KUNSTBLITZ | CHAUSSEE 36 IN BERLIN

Olaf Heine

Yasmin, Rio de Janeiro 2013

© + courtesy the art

6

HERBST | 2019


OLAF HEINE „SAUDADE“+ ERWIN

BLUMENFELD „CHASING DREAMS“

+ RENAUD DE GAMBS, FANNY

DUVAL, LEONARD FREED, DANIEL

MÜLLER JANSEN, WOLFANG

KROLOW, WILL MCBRIDE, MAX

SCHELER, KAI WIEDENHÖFER UND

GÜNTER ZINT „WALLS COME

TUMBLING DOWN!“

BIS 13. OKTOBER 2019

Saudade (bras. Portugiesisch: Sehnsucht)

zeigt rund 35, meist großformatige

Arbeiten des renommierten

Porträt- und Musikerfotografen. Seit 2010

spürt er - mit viel Feingefühl für Formen

und Texturen - Seele Brasiliens nach und

erfüllt er gleichzeitig Worte des legendären,

brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer

mit Leben: „Das ganze Universum ist aus

Kurven gemacht“. Kurven in der Architektur,

in menschlichen Körpern und übertragen

auch im Lebensgefühl. Und wenn alles aus

Kurven gemacht ist, ist nichts gerade. Es

geht dabei nicht nur um den Kurvenreichtum

der Gebäude und der brasilianischen

Frauen, sondern um eine Fortsetzung im

7


DER KUNSTBLITZ | CHAUSSEE 36 IN BERLIN

Leben: Alles ist flexibel und in stetem Wandel.

Von der Intensität der Sehnsucht bis zur

Leichtigkeit der Formen zeigt Olaf Heine uns

ein faszinierendes Land in all seiner Vielfalt

und Schönheit. Die wirkt umso erstaunlicher,

wenn man die Schlagzeilen der letzten

Wochen und Monate verfolgt. Seit Präsident

Jair Bolsonaro zu Beginn des Jahres das Amt

von seinem Vorgänger übernahm, wird das

Land mit brutaler Macht geführt, Kriminelle

auf offener Straße exekutiert, Homosexuelle

eingesperrt und die Zerstörung der Natur

und des brasilianischen Regenwaldes vorangetrieben.

In seiner Fotografie zeichnet Heine

dagegen gerade jenen Sehnsuchtsort, den

die erste Generation der brasilianischen Modernisten

in Architektur, Literatur und Musik

Mitte des 20. Jahrhunderts als ästhetischen

Ausdruck einer sich zum positiv wandelnden,

sozialen, politischen und urbanen Gesellschaft

gestaltet hat. Eine Wunschvorstellung

und vermeintliche Utopie, der manch einer

gerade im tagesaktuellen Kontext mit Sehnsucht

hinterherblickt: Saudade!

Unter dem Titel ‚Chasing Dreams‘ präsentiert

Chaussee 36 einen der ganz großen Berliner

Fotografen: Erwin Blumenfeld. In Zusammenarbeit

mit dem Erwin Blumenfeld Estate

und der legendären Howard Greenberg Gallery

in New York werden ca. 40 fotografische

wie experimentelle Darstellungen und

Studien des weiblichen Körpers gezeigt; von

Erwin Blumenfeld

Cubist Nude Seated, New York 1944

copyright 2019 The Estate of Erwin Blumenfeld

courtesy Howard Greenberg Gallery, NYC

seinen surrealistischen Akten aus der Pariser

Zeit (1936 – 1941) bis hin zu seinen grafischen

und illustrativen Arbeiten der 40er und

50er Jahre, nachdem der Künstler in die USA

immigriert war. Die Einzelausstellung fächert

somit das gesamte bildnerische Repertoire

von Blumenfelds Vision des weiblichen Aktes

auf und gibt gleichzeitig einen exquisiten

Einblick in die technische Vielfalt eines der

großen Fotografie-Ikonen.

Nach Fall der Berliner Mauer sowie der Abschaffung

der Grenzkontrollen innerhalb

Europas schien ein neues, mauerloses Zeit-

8

HERBST | 2019


Olaf Heine

Girl Descending A Ramp Brasilia 2012

© + courtesy the art

alter der Öffnung vor uns zu liegen. Doch

im Zeitalter von Donald Trump und Co existieren

weltweit mehr Mauern als 1989. Anlässlich

des 30. Jubiläums des Berliner Mauerfalls

widmet sich die Gruppenausstellung

‚Walls Come Tumbling Down!‘ mit Arbeiten

von Renaud De Gambs, Fanny Duval, Leonard

Freed, Daniel Müller Jansen, Wolfang

Krolow, Will McBride, Max Scheler, Kai Wiedenhöfer

und Günter Zint diesem vergangenen

und gleichzeitig brandaktuellem Thema.

Neben Fotografien der Berliner Mauer

stehen aktuelle Werke, die zeigen, dass die

Spuren der Teilung bis heute im Stadtbild

sichtbar sind. Mit Fotografien von Sperren

und Abgrenzungen weltweit wird außerdem

die Frage aufgeworfen, was all diese

Mauern über den heutigen Zustand unserer

Welt verraten.

In Kooperation mit: Berlin Photo Week

Öffnungszeiten während der Berlin Photo

Week:

Freitag, 11. Oktober bis Sonntag,

13. Oktober 2019, 13.00 – 18.00 Uhr

Anmeldung im Ausstellungsbüro;

Kombi-Ticket: 10 / 7 E (ermässigt)

Öffnungszeiten nach der Berlin Photo

Week:

Donnerstag - Samstag: 13.00 – 18.00 Uhr

Chaussee 36, Alice Le Campion,

Chausseestraße 36, 10115 Berlin

Tel: +49 (0)30 280 97 647

E-Mail: contact@chaussee36.photography

9


DER KUNSTBLITZ | VON DER HEYDT-MUSEUM

Else Lasker-Schüler, um 1932 Fotografie Stadtbibliothek

Wuppertal, Else-Lasker-Schüler-Archiv

Das Von der Heydt-Museum Wuppertal

widmet der großen Dichterin und Künstlerin

zum 150. Geburtstag eine umfassende

Ausstellung, die auch das Netzwerk

der Elberfelderin beleuchtet.

Bis 16. Februar 2020

Else Lasker-Schüler

und die Avantgarde

Walter Leistikow, Abendstimmung am Schlachtensee, um 1895 Öl auf Leinwand 73 x 93 cm

Stiftung Stadtmuseum Berlin, Reproduktion: Hans-Joachim Bartsch, Berlin

10

HERBST | 2019


Josef Scharl, Blinder Bettler im Café, 1927 Öl auf Rupfen 160,3 x 200,8 cm Kunsthalle Emden – Stiftung Henri und Eske

Nannen und Schenkung Otto van de Loo © Susanne Fiegel

Viele kennen sie als Dichterin. Doch

neben ihrer großartigen Dichtung

brachte Else Lasker-Schüler (1869-

1945) ein ebenso faszinierendes bildnerisches

Œuvre hervor, in dem sie ihrer

jüdisch-orientalisch inspirierten Phantasie

vor allem mit zeichnerischen Mitteln poetischen

Ausdruck verlieh. In ihrer Dichtkunst

wie auch in ihrer Bildkunst kreierte sie eine

„andere“ Welt, in der sie selbst in imaginären

Rollen – als Tino von Bagdad und als Jussuf,

Prinz von Theben – auftrat.

Das Von der Heydt-Museum widmet der

Künstlerin im Rahmen des Programms der

Stadt Wuppertal „Meinwärts. 150 Jahre

Else Lasker-Schüler“ eine umfangreiche

Ausstellung, die ihrem Lebensweg von

(Wuppertal-) Elberfeld nach Berlin und

über die Schweiz, wohin sie vor den Nazis

flüchtete, bis nach Palästina folgt.

11


DER KUNSTBLITZ | VON DER HEYDT-MUSEUM

Franz Marc, Schwarzes Pferd, 1913 Tusche, Wasserfarbe, Silberpapier

14,1 x 9,1 cm Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett

Foto: bpk / Kupferstichkabinett, SMB / Volker-H. Schneider

Karl Schmidt-Rottluff, Lesende (Else Lasker-Schüler), 1912 Öl auf

Leinwand 102,7 x 76,5 cm Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim

Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See © VG

Bild-Kunst Bonn, 2019

Sie geht den künstlerischen Anregungen

und Verbindungen nach, die Else Lasker-

Schülers Werdegang begleiteten und beeinflussten.

Dazu gehörten Künstler wie Edvard

Munch, Oskar Kokoschka, Franz Marc, August

Macke, Paul Klee, Heinrich Campendonk,

Karl Schmidt-Rottluff, George Grosz,

Otto Dix und Jankel Adler, die Kunsthändler

und Verleger Alfred Flechtheim und Paul

Cassirer sowie Schriftsteller und Dichter

wie Gottfried Benn, Theodor Däubler und

Paul Zech. Dieses Netzwerk bildet einen

Rahmen, innerhalb dessen die Schau mit

rund 200 Werken Lasker-Schülers Leben, ihr

dichterisches und ihr künstlerisches Werk

mit Fotos, Zitaten und einer Auswahl von

Werken illustriert und dokumentiert.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die

Ausstellung Else Lasker-Schülers Zeichenmalkunst:

Im Mittelpunkt steht eine Auswahl

ihrer farbigen Zeichnungen, die Einblick

in ihre einzigartige und märchenhafte

Vorstellungs- und Bildwelt geben. Mit der

Untersuchung der Frage, was sie in ihrem

innersten Wesen mit Kunst und Künstlern

ihrer Zeit verband, will die Ausstellung einen

umfassenden Zugang zu ihrer eigenwilligen

Persönlichkeit ermöglichen.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher

Katalog (25 Euro).

12

HERBST | 2019


Else Lasker-Schüler, Jussuf bewundert eine blaue Rose, um 1920

Pastell über Tusche auf rosagründigem Papier 28 x 21,8 cm Von der

Heydt-Museum Wuppertal

Else Lasker-Schüler, Prinz Jussuf von Theben, um 1934

Pastell-und Ölkreiden, teils laviert, sowie Tusche, mit teils

farbigem Staniolpapier collagiert, über Bleistiftzeichnung

auf dünnem glattem Papier Jüdisches Museum Frankfurt,

Foto: Herbert Fischer

Else Lasker-Schüler, Jussuf bewundert eine blaue Rose,

um 1920 Pastell über Tusche auf rosagründigem Papier

28 x 21,8 cm Von der Heydt-Museum Wuppertal

Von der Heydt-Museum Wuppertal

Öffnungszeiten:

Di-So 11-18 Uhr

Do 11-20 Uhr

Mo geschlossen

www.von-der-heydt-museum.de

13


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

VOM BERUF ZUR BERUFUNG

DIE FAMILIE VERFLASSEN ZWISCHEN

BAROCK UND ROMANTIK

Eröffnung: Freitag, den 18. Oktober 2019 um 19 Uhr

Laufzeit: Samstag, 19. Oktober 2019 bis Sonntag, 02. Februar 2020

Johann Jakob Ignaz Verflassen, Kreuzwegstation I Jesus

wird zum Tode verurteilt,1865, Öl auf Leinwand, Kath.

Pfarrkirche St. Marzellinus und St. Petrus, Vallendar

Die wenigsten Künstler um 1800 arbeiteten

isoliert nur für sich, meistens waren

sie in verschiedene Netzwerke eingebunden,

denen sie entscheidende Impulse verdankten.

Bei manchen Künstlern, deren Gesamtwerk

nur bruchstückhaft überliefert ist, bietet

die Erkundung des sie umgebenden Netzwerkes

oft die beste Möglichkeit, das Besondere ihres

Schaffens überhaupt hervortreten zu lassen. Das

gilt auch für die Künstlerfamilie Verflassen, deren

Schaffen durch die Ungunst der Überlieferung

heute nur wenig bekannt ist.

Die Verflassens stammten ursprünglich aus der

Gegend von Nijmegen/Niederlande. Die Familie

kam im 17. Jahrhundert ins Rheinland und ist

Ende des 17. Jahrhunderts in Langenschwalbach

im Taunus wohnhaft. In der weit verzweigten

Verwandtschaft sind seit dem 18. Jahrhundert

über mehrere Generationen Maler nachzuweisen.

14

HERBST | 2019


.J. J. I. Verflassen - Selbstbildnis,

um 1823, Privatbesitz FFM

15


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Johann Jakob Ignaz Verflassen, Das Verlobungsfest, 1826, Öl auf Leinwand, Privatbesitz Belgien

Teile der Familie waren über Jahrzehnte im Koblenzer

Raum tätig, wo ihre Malerei insbesondere

in Kirchen überliefert ist. Stammvater der Koblenzer

Linie ist Johann Jakob Christian Verflassen

(1755-1825), der es zum Hofmaler der Herzöge

von Nassau brachte. Sein Sohn Johann Jakob

Ignaz Verflassen (1797-1868) entwickelte sich

zum größten Talent der Familie. Mit Unterstützung

des Herzogs von Nassau konnte er an der

Wiener Akademie studieren und eine Italienreise

unternehmen. Danach ließ er sich in Vallendar

bei Koblenz nieder.

Zur Familie Verflassen gehörte auch Ernst Verflassen

(1808-1844), der in München studierte

und sich als Architekturmaler einen Namen

machte. Er schlug mit seiner Kunst völlig andere

16

HERBST | 2019


Ein ausführlicher Blick soll auf die Künstlerausbildung

des Zeitalters geworfen werden. In diesem

Bezugsrahmen wird die Künstlerfamilie im

Zusammenhang ihrer Zeitgenossen als Ganzes

überhaupt wieder sichtbar gemacht.

Mittelrhein-Museum

Zentralpl. 1

56068 Koblenz

Tel.: 0261 1292520

www.mittelrhein-museum.de

Ernst Verflassen, Innenhof einer Burg mit Reiter und

Soldaten in Rüstung, um 1844, Öl auf Leinwand, Privatbesitz

Vallendar

Wege ein, als seine Verwandten in Koblenz.

Die Ausstellung wird erstmalig die Netzwerke

der gesamten Familie beleuchten und die überlieferten

Gemälde und Zeichnungen in einer

Ausstellung zusammenzutragen versuchen. Die

Ausstellung wird sich nicht rein biografisch an

den einzelnen Familienmitgliedern orientieren,

sondern in Themenkreise gegliedert sein. Dazu

gehören die Spannungsfelder Höfische Kunst –

bürgerliches Porträt, kirchliche und weltliche

Auftraggeber, heimische Kulturlandschaft und

europäische Tradition der Landschaftsmalerei.

passepartout

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17


DER KUNSTBLITZ | KUNSTMUSEUM SOLINGEN UND ZENTRUM FÜR VERFOLGTE KÜNSTE

Eva Maria Enders, Die Unvollendete

1995 – LED 2019

Plexiglas-Leuchtkasten, 100 x 160 cm, 2019

Kunstmuseum Solingen

und Zentrum für verfolgte

Künste

Ende September geht der Direktor des Kunstmuseums Solingen und

des Zentrums für verfolgte Künste, Dr. Rolf Jessewitsch, in den Ruhestand.

Abgesehen davon, das er mit 24 Jahren in dieser Position

einer der langjährigsten Museumsleiter ist, hat er dem Solinger

Kunstmuseum zu einigen Besonderheiten verholfen.

18

HERBST | 2019


Georg Meistermann: Der Maler (Selbstporträt),

1941 – 45, Öl auf Leinwand, Kunstbesitz der Stadt

Solingen

Als im Herbst 1995 der Solinger

Oberbürgermeister Gerd Kaimer

bei Dr. Rolf Jessewitsch, damals

Mitarbeiter des Von der Heydt – Museums

in Wuppertal anrief, um ihn zu fragen, ob er

ein neu zu gründendes Kunstmuseum in Solingen

leiten möchte, lehnte dieser das Angebot

mit den Worten ab: „Wenn Sie meinen,

genug Geld für ein neues Museum zu

haben, dann lassen Sie das und stecken das

Geld in das Klingenmuseum, das hat zu wenig

finanzielle Mittel“. Zwei Wochen später

rief der Oberbürgermeister erneut an: „Sie

haben doch bei Veranstaltungen des Rheinischen

Museumsverbandes angesichts der

Finanznot der Kommunen neue Organisations-

und Finanzierungsformen für Museen

vorgeschlagen, z.B. Museum als GmbH. Das

wollen wir ausprobieren.“ Ergebnis war der

Wechsel des Kunsthistorikers von Wuppertal

nach Solingen und das erste Museum in

Deutschland, das als GmbH organisiert war.

Das hat mittlerweile Nachahmer gefunden.

Im Solinger Stadtteil Gräfrath konnte

Dr. Jessewitsch 1996 dann das Kunstmuseum

Solingen eröffnen (anfangs war es

noch nach einem Stifter benannt). Aus einer

Notlage – der finanziellen Situation der

Stadt Solingen – wurde eine Tugend: diese

Museums-GmbH kam, wenn auch mit vie-

19


DER KUNSTBLITZ | KUNSTMUSEUM SOLINGEN UND ZENTRUM FÜR VERFOLGTE KÜNSTE

Robert Liebknecht: Straße im Wedding, 1931, Öl auf Leinwand, Bürgerstiftung

für verfolgte Künste – Else-Lasker-Schüler-Zentrum – Kunstsammlung

Gerhard Schneider im Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum

Solingen, angekauft durch Bundesmittel der Staatsministerin für Kultur im

Kanzleramt, Monika Grütters aus der Sammlung Gerhard Schneider

len Mühen, mit weit weniger Geld aus als

ein traditionelles Museum in kommunaler

Trägerschaft. Zudem gelang es, zahlreiche

ehrenamtlich Tätige in verschiedenen Positionen

einzubinden und mit dem Art Sponsoring

Solingen wurde ein Kreis fördernder

Unternehmen gegründet, der bis heute Bestand

hat.

Dem neuen Direktor war klar, dass mit

den sehr begrenzten, aber gut bewirtschafteten

Mitteln und dem Projekt einer Förderung

durch mittelständische Unternehmen,

„Art Sponsoring Solingen“, nicht „business

as usual“ angesagt sein konnte. Das übliche

Programm aktueller Kunstausstellungen

war in anderen Kunstmuseen in NRW bereits

auf einem guten Level anzutreffen, die

Konkurrenz somit groß.

1996 startete er mit einem Projekt, dass

die Aktzeichnungen des Niederländers Bert

de Keyser in Bezug zu Radierungen von

Rembrandt setzte. Das Rembrandt-Museum

in Amsterdam hatte dazu originale Arbeiten

des berühmten Niederländers ausgeliehen.

1997 wurde die in Solingen traditionell

veranstaltete „Bergische Kunstausstellung“

ausgerichtet – mit der Neuerung, dass die

Jury statt aus einem Künstler und etlichen

Lokalpolitikern jetzt aus überregionalen

Kunstexperten bestand – und damit die

20

HERBST | 2019


3333 CAMP BOWIE BOULEVARD - FORT WORTH, TEXAS 76107 - USA

21


DER KUNSTBLITZ | KUNSTMUSEUM SOLINGEN UND ZENTRUM FÜR VERFOLGTE KÜNSTE

Georg Netzband: Kranzlerterrasse unter den Linden in Berlin, 1939, Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe aus Privatbesitz

Künstler der Region, einschließlich der Düsseldorfer

Kunstakademie, prominent vorgestellt

werden konnten. Bezug zur Akademie

hatte auch eine Ausstellung mit großformatigen

Gemälden von Karl Otto Götz.

1997 traf er auf den Sammler Dr. Gerhard

Schneider, der mehrere tausend Bilder der

Künstler gesammelt hatte, die zwischen

1933 und 1945 in Gesamtdeutschland und

danach bis 1989 in der DDR unterdrückt

worden waren. Da keins der etablierten

Museen diese Kunst regelmäßig ausstellte,

wurde mit Hilfe überregionaler Sponsoren

eine große Ausstellung „Verfemt Vergessen

Wiederentdeckt“ für 1999 / 2000 mit einem

Katalog vorbereitet, der später in der „Welt“

als Standardwerk für diesen Abschnitt deutscher

Kulturgeschichte bezeichnet wurde.

Der Katalog war nach wenigen Monaten

vergriffen und es folgte eine Neuauflage für

mehrere Ausstellungsstationen in Deutschland.

Gleichzeitig konnten rund 450 Bilder

aus der Sammlung Schneider in eine neu

gegründete „Bürgerstiftung für verfolgte

Künste“ übernommen werden.

Die weitere Entwicklung des Kunstmuseums

wurde durch die Gründung der Eugen-Otto-Butz-Kunst-Stiftung

wesentlich

gefördert. Die Anbindung dieser Kunst in

Solingen ist plausibel: einer der bedeu-

22

HERBST | 2019


Dr. Rolf Jessewitsch

tendsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit,

Georg Meistermann, ist hier mit

vielen Frühwerken vertreten. 2004 konnte

dann die Bürgerstiftung für verfolgte Künste

gegründet werden, in der ab 2005 der

Landschaftsverband Rheinland mitwirkt.

Mit einer überarbeiteten dritten Auflage

des Kataloges ging es nach weiteren

bundesdeutschen Stationen nach Belgien,

Österreich und Tschechien. Zudem konnte

die Literatursammlung von Jürgen Serke

aufgearbeitet und ausgestellt werden, die

die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft Wuppertal

e.V. erworben und als Leihgabe an

das Solinger Museum gegeben hatte. In

Prag sagte der Kultusminister Mikat zum

Solinger Museumsdirektor: „Was Sie hier

zeigen, ist keine deutsche Kulturgeschichte

– sondern eine europäische. Zeigen Sie bitte

mehr davon in unserem Land.“ Es wurden

vier Ausstellungen, die das Auswärtige Amt

finanziell ermöglichte. Es gab anschließend

weitere Ausstellungen in Polen und Frankreich.

2008 vereinigte erstmals die Ausstellung

„Himmel und Hölle – 1914 bis 1989“

die Bestände der Sammlung Schneider und

der Literatursammlung Serke. Bundesweit

schrieben die großen Zeitungen über die

damit eingeleitete Entwicklung zu einem

„Zentrum für verfolgte Künste“.

Als schließlich 2015 mit der Beteiligung

des Landschaftsverbandes Rheinland und

der Stadt Solingen 2015 das Zentrum für

verfolgte Künste – ebenfalls als GmbH – gegründet

wurde, war die Einrichtung schlagartig

international bekannt. Die Deutsche

Welle berichtete weltweit und die englische

Zeitung Guardian zählte das Zentrum zu

den zehn besten Museumsneugründungen

weltweit. Damit realisierte sich auch ein

Traum des Vorsitzenden der Else-Lasker-

Schüler-Gesellschaft Wuppertal e.V., Hajo

Jahn, der schon 20 Jahre zuvor die Gründung

einer solchen Einrichtung als notwendig

zur Aufarbeitung dieses Abschnittes der

deutschen Kulturgeschichte gefordert hatte.

Mittlerweile hatte das neue Museum auch

23


DER KUNSTBLITZ | KUNSTMUSEUM SOLINGEN UND ZENTRUM FÜR VERFOLGTE KÜNSTE

Milly Steger, zwei Tänzerinnen, Gips, 1922,

Bürgerstiftung für verfolgte Künste – Else-

Lasker-Schüler-Zentrum – Kunstsammlung

Gerhard Schneider im Zentrum für verfolgte

Künste im Kunstmuseum Solingen

zwei Ausstellungen für den deutschen Bundestag

erstellt. Die gingen auf das Konto

des neuen Kurators des Zentrums, Jürgen

Kaumkötter, der sein Netzwerk in das Zentrum

einbrachte, und der nun der Nachfolger

von Dr. Jessewitsch in Solingen sein wird.

Als die Kerne zweier Sammlungen, die die

Solinger Bestände kongenial ergänzen konnten,

2016 vor einem Verkauf standen, nutzte

Dr. Jessewitsch seine Kontakte nach Berlin, um

eine Bundesförderung zu erhalten. Auf Antrag

von „Bündnis 90 / Die Grünen“ beschloss die

große Koalition, die geplanten Ankäufe mit

einer Million Euro zu unterstützen. Damit

wuchs die Sammlung der Bürgerstiftung in

Solingen auf über eintausend Kunstwerke an

– wozu die Stadt Solingen selbst keinen finanziellen

Beitrag leisten musste.

2015 wurden die frühen Berliner Arbeiten

von George Grosz ausgestellt, 2016

wurde das malerische Werk von Joachim

Ringelnatz wiederentdeckt, 2017 konnte

aufgrund der mittlerweile umfassenden

Sammlungsbestände an die Ausstellung

„Entartete Kunst“ erinnert werden, die 1937

in München stattfand. Dann war der Expressionist

Werner Scholz mit „Berliner Szenen“

Thema und 2018 wurde Eric Isenburger

wiederentdeckt. Dazu gab es Ausstellungen

in Frankfurt, Solingen und Bayreuth. Damit

24

HERBST | 2019


Oscar Zügel: „Ikarus“, 1934, Öl auf Leinwand, Bürgerstiftung

für verfolgte Künste – Else-Lasker-Schüler-

Zentrum – Kunstsammlung Gerhard Schneider im

Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum

Solingen, Schenkung von Katia Zügel aus dem Archiv

Kunst und soziale Verantwortung

begleitete zum dritten Mal eine Ausstellung

aus Solingen die dortige Festspielzeit.

2019 folgte die Ausstellung „Vor 100

Jahren - Zeiten des Umbruchs: Ende des

Ersten Weltkriegs – Novemberrevolution

– Weimarer Republik“, eine Ausstellung

in Kooperation mit Dr. Gerhard Schneider.

Zwischenzeitlich sind für das Kunstmuseum

Solingen und das Zentrum für verfolgte

Künste 235 Ausstellungen mit 108 Katalogen

erstellt worden. Einige dieser Ausstellungen

und Kataloge haben Leben und Werk

der vorgestellten Künstler erstmalig umfassend

vorgestellt und die ins Vergessen gedrängten

Künstler wieder in das Licht der

Öffentlichkeit zurückgeholt. Zur Gründung

des Zentrums schenkte Katia Zügel, Tochter

und Nachlassverwalterin das Bild „Ikarus“.

Gemalt hat es ihr Vater, Oscar Zügel.

Zügel war befreundet mit Anni und Josef

Albers, Margarete Baumeister und Willi

Baumeister, Fernand Léger, Georges Braque,

Juan Griz, André Masson, Marc Chagall

und Pablo Picasso. Dennoch war er durch

Flucht und Exil in Deutschland unbekannt,

bis dass das Zentrum ihn und sein Lebenswerk

in einer großen Ausstellung wieder

vorgestellt hat. Mit Hilfe von Projektpartnern

gelang es, auch vergessene deutsche

Sammlungen in den USA aufzufinden. Die

„Jüdische Allgemeine“ titelte deshalb „Jäger

des verlorenen Schatzes“.

Mit dem September verlässt Dr. Rolf Jessewitsch

nun seine langjährige Wirkungsstätte

und geht in den Ruhestand – aber

nur für zwei Wochen, denn ab dem kommenden

Wintersemester wird er Lehrbeauftragter

am Kunsthistorischen Institut der

Heinrich-Heine- Universität in Düsseldorf.

Zentrum für verfolgte Künste

Wuppertaler Str. 160,

42653 Solingen

Tel.: 0212 258140

www.verfolgte-kuenste.com

25


DER KUNSTBLITZ | MUSEUM AUGUST MACKE HAUS

Orpheus –

Traum und Mythos

in der modernen

Kunst

26

HERBST | 2019


Haus 11. Oktober 2019 – 16. Februar 2020

Hans Thoma

Orpheus in südlicher Landschaft,

vor Hirten und Tieren zur Leier singend,

1891 Öl auf Leinwand, 128 x 160,5 cm

Staatsgalerie Stuttgart

© bpk / Staatsgalerie Stuttgart

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DER KUNSTBLITZ | MUSEUM AUGUST MACKE HAUS

Orpheus – Was für eine Künstlergestalt:

mythischer Sänger und Dichter

mit der Gabe, Menschen und

Tiere, selbst Bäume und Felsen, in verzücktes

Lauschen zu versetzen. Was für ein Liebender:

in seiner unermesslichen Trauer um

Eurydike ging er in die Unterwelt, erweichte

mit seinem Gesang die Götter und durfte

seine Geliebte aus dem Totenreich herausführen.

Doch entgegen dem Verbot drehte

er sich dabei zu ihr um und verlor Eurydike

endgültig. Zuletzt ein Märtyrer: nach dem

tragischen Verlust wandte er sich gänzlich

von den Frauen ab, worauf ihn die Mänaden

in Stücke rissen. Sein weiter singendes

Haupt wurde auf Lesbos bestattet und begründete

die Orphischen Mysterien.

Kaum ein Stoff hat Kunstschaffende so

vielfältig emotional berührt und zu individuellen

Darstellungen angeregt wie dieser

Mythos, der Glück, Trauer, Tod und grausames

Schicksal ebenso in sich birgt wie

Zweifel und Kühnheit künstlerischer Inspiration.

Orpheus faszinierte Kunstschaffende

aller Sparten und Zeiten, so dass er

zum Prototyp des Musikers und Künstlers

schlechthin wurde.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist der

sogenannte „Orpheus-Sessel“, eines der

wenigen erhaltenen Möbelstücke aus dem

ehemaligen Wohn- und Atelierhaus von August

Macke, den eine von ihm um 1912/13

Pablo Picasso, Eurydike wird von einer Schlange

gebissen, 1930, Radierung, 33 x 26,5 cm. Die Sammlung

Classen im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

© VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Foto: Hanna Neander

Odilon Redon, Tête d’Orphée sur la lyre, nach 1866

Öl auf Leinwand, 32,2 x 40,2 cm. Paris, Musée d’Orsay,

legs de Mme Arï Redon, 1984 © bpk / RMN – Grand

Palais /Mathieu Rabeau

28

HERBST | 2019


Künstler der Galerie

Giuseppe Medagli

Giuseppe Medagli „Amazzone“ Öl auf Leinwand, 70x50 cm

Mobil 0157-75438095

29


DER KUNSTBLITZ | MUSEUM AUGUST MACKE HAUS

Markus Lüpertz, Orpheus mit Lyra, 1995

Radierung, handkoloriert, 24,5 x 24 cm

Sammlung Andreas C. H. Schell, Karlsruhe

© VG Bild-Kunst, Bonn 2919 / Foto: Stefan H. Schell

August Macke, Kleiner Zoologischer Garten in Braun und

Gelb, 1912, Öl auf Leinwand, 47 x 67,3 cm

Museum Frieder Burda, Baden-Baden

© Foto: Archiv Museum Frieder Burda

entworfene Stickerei mit der Darstellung

des Orpheus inmitten von Tieren ziert.

Für August Macke und sein Werk ist das

Orpheus-Motiv von nahezu programmatischer

Bedeutung. Schon früh beschäftigte

es ihn und führte ihn ins Zentrum seiner

künstlerischen Vorstellungen: auf die Suche

nach einer harmonischen, arkadischen, von

der Schönheit des Lebens kündenden Kunst.

Nicht nur für August Macke, sondern

auch für die junge, nach Neuem strebende

Künstlergeneration zu Beginn des 20.

Jahrhunderts war Orpheus‘ Fähigkeit in

alle Lebensbereiche fesselnd hineinzuwirken

richtungsweisend für ihr umfassendes,

ganzheitliches Kunstverständnis.

Maßgeblichen Einfluss auf August Mackes

Kunst hatte schließlich ab 1912 der „Orphismus“,

eine Richtung der französischen

Avantgarde-Malerei, die analog zur reinen

Musik ausschließlich und losgelöst vom Gegenständlichen

auf den dynamischen Kräften

reiner Farben und ihren raumbildenden

Energien basiert.

Ausgehend von August Macke und seinem

Werk entfaltet die Ausstellung die künstlerische

Verarbeitung des Mythenstoffes in

einem spannungsvollen Wechsel internationaler

Positionen seit dem Ende des 19.

Jahrhunderts, in dem August Mackes künstlerische

Anfänge wurzeln, bis in die heutige

30

HERBST | 2019


WERNER TÜBKE

Unter fremden Menschen

Von Petersburg bis Samarkand

29.06. - 03.11.2019

Panorama Museum

Am Schlachtberg 9

06567 Bad Frankenhausen

Tel.: 03 46 71 / 61 90

www.panorama-museum.de

Di bis So 10 – 17 Uhr

Bauernmarkt in Samarkand (Ausschnitt), 1963, Museum der bildenden Künste Leipzig, © VG Bild-Kunst Bonn, 2019

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DER KUNSTBLITZ | MUSEUM AUGUST MACKE HAUS

Melchior Lechter

Orpheus, Vorstudie, 1896

Pastell, 34,5 x 46 cm

LWL-Museum für Kunst und Kultur,

Westfälisches Landesmuseum, Münster

© Foto: Hanna Neander

entworfene Stickerei mit der Darstellung

des Orpheus inmitten von Tieren ziert.

Für August Macke und sein Werk ist das

Orpheus-Motiv von nahezu programmatischer

Bedeutung. Schon früh beschäftigte

es ihn und führte ihn ins Zentrum seiner

künstlerischen Vorstellungen: auf die Suche

nach einer harmonischen, arkadischen, von

der Schönheit des Lebens kündenden Kunst.

Nicht nur für August Macke, sondern

auch für die junge, nach Neuem strebende

Künstlergeneration zu Beginn des 20.

Jahrhunderts war Orpheus‘ Fähigkeit in

alle Lebensbereiche fesselnd hineinzuwirken

richtungsweisend für ihr umfassendes,

ganzheitliches Kunstverständnis.

Maßgeblichen Einfluss auf August Mackes

Kunst hatte schließlich ab 1912 der

„Orphismus“, eine Richtung der französischen

Avantgarde-Malerei, die analog zur

reinen Musik ausschließlich und losgelöst

vom Gegenständlichen auf den dynamischen

Kräften reiner Farben und ihren

raumbildenden Energien basiert.

August-Macke-Haus

Hochstadenring 36

53119 Bonn

T +49 (0)228 655531

www.august-macke-haus.de

Es erscheint ein reich bebilderter

Katalog, u.a. mit einem Beitrag der

Autorin, Moderatorin und Opernlibrettistin

Elke Heidenreich über den

Orpheus-Mythos in der Musik.

32

HERBST | 2019


ARTISTICA www.arte-artistica.com

CLAUDIA ROHDE „Femen“, Öl auf Leinwand, 60x80 cm

MEDAGLI BALTUS SYNN-MEIER TRISSL-BARTH

Haben Sie Interesse an einer Ausstellung oder an einem Kunstprojekt in

Ihren Räumlichkeiten? Wir haben die Künstler, das Konzept und die

Erfahrung. Wir übernehmen für Sie die Gestaltung und die Medienarbeit

der Ausstellung.

Kontakt: ARTistica

info@arte-artistica.com

www.arte-artistica.com

DER KUNSTBLITZ

www.kunstblitz.de

Tel. 0202 738217

ART ISTICA

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DER KUNSTBLITZ | MUSEUM KUNSTPALAST DÜSSELDORF

Utopie und Untergang

Kunst in der DDR

Werner Tübke, Sizilianischer Großgrundbesitzer mit Marionetten, 1972, Öl auf Holz, 79,9 x 170,1 cm, Albertinum | Galerie Neue

Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, © Werner Tübke / VG Bild-Kunst Bonn 2019, Foto: bpk / Staatliche Kunstsammlungen

Dresden / Elke Estel / Hans-Peter Klut

30 einer großen Ausstellung der

Jahre nach dem Fall der Mauer

widmet sich der Kunstpalast in

Kunst in der DDR. Mehr als 130 Gemälde und

Arbeiten auf Papier von 13 unterschiedlichen

Künstlerinnen und Künstlern verdeutlichen

eine spannungsreiche, oft widersprüchliche

Kunstepoche. Malerei galt in der DDR als

wichtigstes Medium der bildenden Kunst und

steht im Mittelpunkt dieser Präsentation. Das

Spektrum der Ausstellung umfasst Werke von

den Nachkriegsjahren bis zum Mauerfall von

Künstlerinnen und Künstler aller Generationen

der DDR.

Gezeigt werden Arbeiten von Gerhard Altenbourg

(1926–1989), Carlfriedrich

Claus (1930–1998), Hermann Glöckner

(1889–1987), Angela Hampel (*1956), Bernhard

Heisig (1925–2011), Wilhelm Lachnit

(1899–1962), Wolfgang Mattheuer (1927–

2004), Michael Morgner (*1942), A.R. Penck

(1939–2017), Cornelia Schleime (*1953), Willi

Sitte (1921–2013), Werner Tübke (1929–

2004) und Elisabeth Voigt (1893–1977).

Die Künstlerauswahl verdeutlicht, dass die

zu DDR-Zeiten und bis heute andauernde

übliche Gegenüberstellung von freiheitlicher

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HERBST | 2019


is 5. Januar 2020

Abstraktion im Westen und ideologisch

belastetem Realismus im Osten hinterfragt

werden muss. Die offizielle Kunst in

der DDR sollte dem Stil des Sozialistischen

Realismus folgen; volkstümlich und parteilich

im Dienst der Arbeiterklasse stehen und

helfen, die sozialistische Gesellschaft aufzubauen

und zu festigen. Viele Künstler unterliefen

diese Vorstellung und suchten nach

Alternativen zum staatlichen Kunstbetrieb.

Sie gerieten häufig in den Fokus kulturpolitischer

Debatten, wurden kontrolliert und

überwacht. Ziel der Ausstellung ist es, die

Objekte nicht allein als historische Dokumente

zu betrachten – wie es in der Vergangenheit

immer wieder geschehen ist –,

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DER KUNSTBLITZ | MUSEUM KUNSTPALAST DÜSSELDORF

Bernhard Heisig, Brigadier II, 1968/70/79, Öl auf

Leinwand, 139,5 x 124,5 cm, Museum der bildenden

Künste Leipzig, © Bernhard Heisig / VG

Bild- Kunst Bonn, 2019, Foto: bpk / Museum der

bildenden Künste, Leipzig / Ursula Gerstenberger

sondern sie als Kunstwerke vorzustellen, die

zum Nachdenken über unsere gesamtdeutsche

Kunstgeschichte auffordern.

Bis 1990 wurde Kunst aus der DDR in der

Bundesrepublik häufig gezeigt. Seitdem gab

es zu dem Thema keine Überblicksausstellung

mehr in einem westdeutschen Museum.

„Es überrascht, dass sich die Museen im

Westen in den letzten 30 Jahren nicht mit

der entgegen vieler Vorurteile spannenden,

heterogenen Kunst in der DDR beschäftigt

haben. Die westdeutschen Institutionen haben

eine Menge nachzuholen und das Publikum,

gerade auch eine jüngere Generation,

die die Teilung Deutschlands nicht mehr

erlebt hat, kann viel entdecken.“, betont

Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast.

„Mit unserer Ausstellung von 13 exemplarischen

Positionen möchten wir einen neuen

und offenen Blick auf das Kunstschaffen

in der DDR vermitteln. Es geht um die Erweiterung

unseres gemeinsamen deutschdeutschen

kulturellen Gedächtnisses.“

In Düsseldorf liegt die Frage nach dem

Kunstgeschehen im Osten inhaltlich besonders

nahe. Die Stadt ist Wirkungsstätte

etlicher bedeutender aus der DDR stammender

Künstler, die ihre Heimat verließen,

um an der Düsseldorfer Kunstakademie zu

studieren und zu arbeiten. Viele siedelten

in jungen Jahren ins Rheinland über, dar-

Wilhelm Lachnit, Gliederpuppe, 1948, Öl und Tempera

auf Sperrholz, 75,0 x 110,0 cm, Staatliche Museen zu

Berlin, Nationalgalerie, © Erbengemeinschaft Wilhelm

Lachnit, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB

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HERBST | 2019


unter Gotthard Graubner (1930–2013), Gerhard

Richter (*1932) und Günther Uecker

(*1930). Der in der Ausstellung vertretene

A.R. Penck kam erst 1980 in den Westen –

zu einem Zeitpunkt, als er bereits einen vollkommen

eigenen Stil gefunden hatte.

Der Ausstellungsrundgang beginnt mit den

unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg

entstandenen Bildern von Elisabeth Voigt

und Wilhelm Lachnit, die bisher noch nie im

Westen gezeigt wurden. Beide prägten als

Lehrer an den traditionsreichen Kunsthochschulen

der DDR, Leipzig und Dresden, die

nachfolgenden Künstlergenerationen, obwohl

ihre eigenen Werke von offizieller Seite

kritisiert wurden.

In der Ausstellung wird sichtbar, dass Kategorisierungen

wie systemkonforme ,Staatskunst‘

und nonkonforme Untergrundkunst

zu kurz greifen.“, hebt der Kurator Steffen

Krautzig hervor. „Mit dem Untergang der

DDR verloren die damals entstandenen

Kunstwerke ihre politischen Funktionen –

auch die Werke, die sich bewusst von politischen

Vereinnahmungen abgrenzten. Schon

immer haben sich in der Kunstgeschichte

Funktionen und Bedeutungen gewandelt.

Wir wollen mit unserer Schau – ohne Entstehungszusammenhänge

und kulturpolitische

Hintergründe zu verschweigen – die

Kunstwerke in den Mittelpunkt rücken und

ihre Bedeutung für unsere Gegenwart vorstellen.“

In der Werkschau sind einige der über Jahrzehnte

meist nur von Kennern und Sammlern

wie Peter Ludwig oder Willi Kemp

wahrgenommenen Künstler zu entdecken.

Angela Hampel , Medea, 1985, Öl auf Hartfaser,

166 x 122 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie,

© Angela Hampel / VG Bild- Kunst

Bonn, 2019, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB /

Karin März

Hierzu gehören der „Patriarch der Moderne“

Hermann Glöckner mit seinen abstrakten

Gemälden, aber auch fernab des offiziellen

Kunstbetriebs tätige Künstler wie Gerhard

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DER KUNSTBLITZ | MUSEUM KUNSTPALAST DÜSSELDORF

Wolfgang Mattheuer, Die Flucht des Sisyphos,

1972, Öl auf Hartfaserplatte, 96 x 118 cm,

Albertinum | Galerie Neue Meister, Staatliche

Kunstsammlungen Dresden, © Wolfgang Mattheuer

/ VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: bpk /

Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Elke Estel

/ Hans-Peter Klut

Altenbourg mit seinen surrealen, poetischen

Arbeiten, der mit Schrift und Zeichen

experimentierende Carlfriedrich Claus sowie

Michael Morgner mit seiner existenzialistischen

Malerei. In der Zusammenschau

treffen sie auf Bernhard Heisig, Wolfgang

Mattheuer, Werner Tübke und Willi Sitte, die

seit ihrer Teilnahme auf der documenta 6

(1977) als offizielle Repräsentanten der DDR

galten. Die Ausstellung präsentiert mehrere

Hauptwerke dieser Maler und ermöglicht

tiefere Einblicke in die künstlerischen Strategien

einer vielschichtig deutbaren Themen-

und Motivpalette. Das Spektrum der

stilistischen Vielfalt der Kunst in der DDR

wird durch die im rebellischen Widerspruch

zur strengen „Staatskunst“-Doktrin des Sozialistischen

Realismus entstandenen Arbeiten

besonders deutlich. Das an Höhlenmalerei

erinnernde Zeichensystem von A.R. Penck

und die Übermalungen von Fotografien der

Medienkünstlerin Cornelia Schleime spiegeln

ebenso wie die Malerin Angela Hampel

mit ihren punkig-expressiven Frauenfiguren

die Vielzahl künstlerischer Positionen wider.

Alle in der Ausstellung exemplarisch gezeigten

Künstlerinnen und Künstler gingen und

gehen sehr unterschiedliche, immer aber eigenständige

Wege – zwischen Rebellion und

Anpassung, zwischen Utopie und Untergang.

Die Ausstellung steht unter der

Schirmherrschaft von Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier.

Museum Kunstpalast

Ehrenhof 4-5

40479 Düsseldorf

info@kunstpalast.de

Tel.:+ 49 0211 566 42 100

38

HERBST | 2019


2019

Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen!

A U S S T E L L U N G 10. 10. - 27. 10. 2019

A10 Center

Centermanagement

Chausseestraße 1

15745 Wildau

Tel. 03375 56230

39


DER KUNSTBLITZ | MUSEUM IM SCHAFSTALL NEUENSTADT

„Univers fantastique“

40

HERBST | 2019


13. Oktober 2019 bis

26. Januar 2020

Das Museum im Schafstall in Neuenstadt am Kocher

präsentiert ab 13. Oktober 2019 über 160

Werke von 15 französischen Künstlern in einer

faszinierenden Ausstellung.

Die Gemälde werden dem Fantastischen Realismus

zugeordnet, dessen stilistische Wurzeln besonders in

Surrealismus und Magischem Realismus zu suchen sind,

aber zurückreichen bis hin zu den Meistern des späten

Mittelalters. Der Fantastische Realismus ist keine Bewegung

an sich, er begründet keinen Stil aus sich selbst,

sondern bildet vielmehr eine vertikale Achse in der gesamten

abendländischen Kunst. Vertreten wird er von

Hieronymus Bosch, Giuseppe Arcimboldo, William Blake,

Caspar David Friedrich, Gustave Moreau sowie von den

Surrealisten Salvador Dalí, René Magritte, Paul Delvaux

und vielen anderen. Er könnte als ein Zweig in der Malerei

beschrieben werden, der Träume Wirklichkeit werden

lässt. Die durchdringende Genauigkeit bei Wiedergabe

der Realität lässt die fantastische Vision sichtbare und

überzeugende Wirklichkeit werden. Es ist eine traumhafte

Welt, die, so scheint es, aus den Verschiebungen

„Shamata“ von Jean-Marie Gasteuil, 2017, Öl, 80 x 80 cm (H x B)

41


DER KUNSTBLITZ | MUSEUM IM SCHAFSTALL NEUENSTADT

„Wenn die Nacht hereinbricht“ von Anne Bachelier, 2016, Öl, 65 x81 cm (H x B)

und Verrückungen der realen Welt und

ihrer Erscheinungen hervorgegangen ist.

In Wirklichkeit existiert die fantastische

Kunst schon seit Menschengedenken. Sie

entstand gleichzeitig mit dem Bewusstsein

des Menschen und dessen Fähigkeit, sich im

Raum unseres Planeten - und später in den

unendlichen Weiten des Uni-versums - zu

verorten.

Das Fantastische ist Schönheit, Erhabenheit,

Zerbrechlichkeit, es ist aber auch das

Groteske und das Schreckliche. Der Begriff

Realismus impliziert eine Entschlossenheit

die Welt so darzustellen, wie sie ist. Diese

Wirklichkeit wird aber durch den Filter des

Künstlers wahrgenommen. Er schlägt uns

vor, die Dinge aus seiner Sicht zu betrachten.

Selten wird eine Ausstellung fantastischer

Kunst gezeigt, die so viele weltbekannte

Künstler einschließt. Das Arrangement

der Werke vermittelt dem Besucher

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HERBST | 2019


„Rosinantes Fluch“ von Marcel Nino Pajot, 2010,

Öl, 100 x100 cm (H x B)

trotz seiner Vielfalt eine große Einheitlichkeit.

Alle Künstler haben imaginäre Welten

geschaffen, bei denen nicht leicht zu erkennen

ist, wo sie beginnen und wo sie enden.

Bei der Ausstellung im Museum im Schafstall

werden Gemälde von ausgezeichneter

Qualität in den unterschiedlichsten Ausführungen

zu bestaunen sein.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz

herzlich bei Frau Janine Mielcarek aus Saint–

Avold, Frankreich, für die Idee und die Organisation

dieser Ausstellung bedanken. Das

Museum im Schafstall lädt die Besucher

ein zu einer Begegnung mit 15 großartigen

Künstlern und einer außergewöhnlichen,

fantastischen Kunstströmung. „Ein Maler

malt nicht, was er sieht, sondern er malt,

was er sehen will, mit den Mitteln, zu deren

Wahl er sich entschlossen hat.“

„Ein Vollmondtag“ von Kazimierz Dzyga, 2013, Öl,

50 x 50 cm (H x B)

Museum Schafstall

Cleversulzbacher Str. 10/2

74196 Museum Neuenstadt Schafstall am Kocher

Cleversulzbacher Str. 10/2

Öffnungszeiten:

74196 Neuenstadt am Kocher

Mittwoch und Sonntag 10 Uhr – 17 Uhr

Führungen: Öffnungszeiten: Jeden Sonntag um 11 Uhr

und Mittwoch zu 4,00 und € zzgl. Sonntag Eintritt 10 Uhr – 17 Uhr

Gruppenführungen Führungen: Jeden auf Sonntag Anfrage um 11 Uhr

Eintritt: und zu 5,00 4,00 € € / zzgl. ermäßigt Eintritt 3,00 €

www.museum-im-schafstall.de.

Gruppenführungen auf Anfrage

Eintritt: 5,00 € / ermäßigt 3,00 €

www.museum-im-schafstall.de.

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DER KUNSTBLITZ | MUSEUM WIESBADEN

„Mittsommernacht:

Harald Sohlberg Ein norwegischer

Landschaftsmaler um 1900“

Harald Sohlberg, Landstraße II, 1916,

Privatbesitz, Foto: O. Væring Eftf. AS

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HERBST | 2019


Bis 27 Oktober 2019

Das Museum Wiesbaden zeigt in

enger Kooperation mit dem Nationalmuseum

Oslo anlässlich des

150. Geburtstags des norwegischen Künstlers

Harald Sohlberg (1869—1935) die

erste Retrospektive des Malers auf dem

europäischen Festland. Sohlberg, der ein

Zeitgenos se und Freund Edvard Munchs

(1863—1944) war, hat mit seinem Hauptwerk

Winternacht in Rondane, an dem er

zwischen 1899 und 1914 über 15 Jahre arbeitete,

ein Bild geschaffen, das die „Seele“

der Norweger noch heute im Kern berührt.

Es wurde von den Bürger *innen in den

1990er-Jahren zum beliebtesten Gemälde

des Landes gewählt. Diese Ikone der norwegischen

Kunst, die seit der Erwerbung

durch das Nationalmuseums im Jahr 1918

noch nie ausgeliehen war, in Wiesbaden zu

präsentieren, ist außergewöhnlich. Wie sehr

Harald Sohlberg mit der deutschen Malerei

verbunden ist, zeigt ein Blick auf seinen Lebenslauf:

Sohlberg hat in Kristiania ⁄ Oslo

(1885) begonnen zu malen und machte im

Anschluss daran internationale Erfahrungen,

u.a. in Kopenhagen (1891), Paris (1895)

und Weimar (1896 ⁄ 97). Auf den Spuren

seines Landsmannes Johann Christian Clau-

sen Dahl (1788—1857), der über 30 Jahre in

Dresden lebte, hat er auch die Malerei des

großen deutschen Romantikers Caspar David

Friedrich (1774—1840) kennengelernt.

Sohlberg, der künstlerisch zwischen Tradition

und Moderne steht, vereint in seinen Bildern

einerseits Romantik, Symbolismus und

Jugendstil, andererseits kann in ihm aufgrund

seiner menschenleeren Landschaften

ein Protagonist der progressiven Stilrichtung

„Neue Sachlichkeit“ erkannt werden.

Die Ausstellung umfasst 66 Werke (davon

56 Gemälde) und bildet Sohlbergs Entwicklung

repräsentativ ab, von seinen frühesten

Arbeiten als 20-Jähriger bis zu seinem letzten

Lebensjahr. Schirmherr der Ausstellung

ist Ministerpräsident Volker Bouffier.

Die Ausstellung ist in enger Kooperation mit

dem Nasjonalmuseet Oslo und der Dulwich

Picture Gallery, London entstanden.

Museum Wiesbaden

Friedrich-Ebert-Allee 2

65185 Wiesbaden

www.museum-wiesbaden.de

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DER KUNSTBLITZ | ART A 10 WILDAU

ART A10 2019

10.- 27. Oktober 2019, Wildau

„Wenn es diese Ausstellung nicht gäbe, müsste man sie erfinden!“

Abschweifungen über eine erfolgreiche Kunstaktion.

„Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

Am 10. Oktober 2019 ist es wieder

soweit, das A10 Center in Wildau

verwandelt sich in einen Tempel

der Kunst. Siebenundzwanzig Künstler/innen

zeigen ihre neuen Werke und stellen die

Jury des Kunstpreises Brandenburg vor eine

schwierige Entscheidung. Die Qualität der

Exponate ist (wie in den vergangenen Jahren)

wieder auf hohem Niveau und dementsprechend

wird die Begeisterung der Besucher

während der 18tätigen Ausstellung sein. Zu

Recht lobte die Kultusministerin des Landes

Brandenburg diese bedeutende Kunstaktion,

die nun zum fünften Mal in Wildau stattfindet,

mit folgenden Worten:

„ART A10 ist ein attraktives Kulturereignis

in der Region“

„...Die ART A10 ist ein besonderes Ausstellungs-

Format an einem ungewöhnlichen Ort: Regionale

Künstlerinnen und Künstler präsentieren

ihre Arbeiten dort, wo täglich viele Menschen

unterwegs sind. Die Ausstellung bietet die

Gelegenheit, mit Künstlerinnen und Künstlern

im A10 Center in Wildau direkt in Kontakt zu

kommen und interessante Kunstwerke zu entdecken.

Für die Region ist die ART A10 mittlerweile

eine feste Institution im Kulturkalender,

die für Einwohnerinnen und Einwohner sowie

Gäste gleichermaßen attraktiv ist...“ Zitat:

Kulturministerin des Landes Brandenburg

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HERBST | 2019


„In meinen Bildern

arbeite ich insbesondere

mit intensiven

Farben, großzügigen

Formen und kräftigen

Pinselstrichen, denn

besonders wichtig

sind mir das

Malerische sowie die

Ausdruckskraft in

meinen Bildern.“

Karin Koch

Die pädagogischen Ambitionen in

der zeitgenössischen Kunst gehen

mir auf die Nerven.

Ich setze auf die mündigen Betrachter,

denen ich nicht die Welt

erklären muß/will.

Hoffe, daß sie aufgrund ihrer eigenen

Lebenserfahrungen in meinen

Wesen etwas entdecken, was sie

berührt.”

Amrot

„Mein Handeln in Kunst ist nicht einseitig, die

Fülle der Gestaltungsmöglichkeiten ist die

Fülle des Lebens.“

Günter Böhme

„Beschäftigung mit Kunst - geschenkte

Zeit“

Sabine Fiedler

„Das Wesen meiner malerischen Abstraktion sind lebendige

Bildräume, allein aus der Materie Farbe gedacht.“

Christine Sophie Bloess

„Meine Leidenschaft für das Meer und das daraus resultierende

Gefühl von kraftvoller Ruhe und gleichzeitiger Dynamik

inspiriert meine Arbeit immer wieder auf`s Neue…“

Ute Ihle

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DER KUNSTBLITZ | ART A 10 WILDAU

Dr. Martina Münch (Schirmherrin der ART

A10). Ähnlich wie bei einer internationalen

Kunstmesse bietet die „ART A10“ der regionalen

Kunstszene eine geeignete Bühne und

eine einzigartige Chance, ihre Werke über

350.000 Besuchern präsentieren zu können.

Allerdings haben die Aussteller/innen bei

dieser Ausstellung keinerlei Gebühren zu

tragen! Eine kompetente Jury hat zahlreiche

Bewerbungen (circa 200 St.) unter die Lupe

genommen und ihre Auswahl getroffen. Ein

erfolgreicher Abschluss an einer anerkannten

Kunstakademie oder die Mitgliedschaft

im Verband bildender Künstler waren erwünscht;

allerdings wurden auch Autodidakten,

die ihre Kunst auf hohem Niveau präsentieren,

zugelassen. In der Ausstellung werden

Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik,

Fotografie und Bildhauerei gezeigt.

„Mit dem Pinsel dirigiere ich die Sounds im dialogischen

Takt zu den Musikern und verwandle

die Klänge der Komposition zum energetischdynamischen

Bildwerk. Die Sounds verhallen, das

Kunstwerk mit seiner musikgeladenen Energie

bleibt.“

Olaf Haugh

„Fotografie begreife ich in ihrem Wortsinn als

Zeichnen mit Licht. Jenseits des Dokumentarischen

die grafischen und malerischen Aspekte

der Fotografie auszuloten ist mir bei meinen

Arbeiten wichtig.“

Katrin Heller

„Die Natur, mit ihren Farben und Formen, ebenso

die Vielseitigkeit der menschlichen Begegnungen

sind für mich Inspirationsquelle und Anregung.

In freier Malweise finden die Atmosphäre und

die Flüchtigkeit des Moments ihren Ausdruck in

meinen Bildern.“

Britta Lehmann

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HERBST | 2019


„Reflexion mit

Intonation, meine

gegenwärtige Ausdrucksweise.“

Tatyana Mutig

„Die Sehnsüchte nach Weite und Unendlichkeit

spiegeln sich im Rhythmus

und der Bewegung des Meeres“

Susanne Pohlmann

„Die Möglichkeit, sich

frei zu offenbaren,

verdanke ich auch

meiner künstlerischen

Kreativität.“

Uli Mathes

„Künstlerisches Gestalten ist für mich ein Experimentierfeld,

mein Versuch, Erlebnissen, Eindrücken

und Ideen, die mich faszinieren zu untersuchen

und einen Raum zu geben.“

Annette Lück

„Nichts fasziniert mich so wie das Wasser, es zieht mich jedesmal

in seinen Bann, ob am Meeresgrund oder als Betrachter am Ufer.

Dazu kommen Licht und Schatten, die alles verwandeln und neue,

nie gesehene Welten entstehen lassen. Dieses fotografisch festzuhalten,

macht mich glücklich.“

Till Ludwig

49


DER KUNSTBLITZ | ART A 10 WILDAU

„Menschen sind für mich eine unerschöpfliche

Quelle der Inspiration“

Maria Naidyonova

Eine Besonderheit ist sicherlich die Vergabe

des „Kunstpreis Brandenburg“, dotiert mit

insgesamt 5.000,00 Euro, der sich aus drei

Teilen zusammen setzt (erster Preis: 3.000,

zweiter Preis 1.500 und dritter Preis: 500

Euro). Das Publikum wird aufgefordert und

gebeten aus allen Kunstschaffenden seinen

eigenen Favorit zu wählen, der mit dem Publikumspreis

beglückt werden soll.

Das Unscheinbare, Beiläufige, Einfache entdecken,

bewerten und die darin steckende Energie

sichtbar machen.“

Johann Heinrich Olbrisch

Die ersten zwei Preise werden von der Ministerin

(für Wissenschaft, Forschung und

Kultur, Landesregierung Brandenburg) Dr.

Martina Münch, auch Schirmherrin der ART

A10, persönlich an die an die Preisträger/innen

vergeben..

„Alles fließt, bis sich ein gegenstandsloses Bild

formt.”

Detlef Polley

„In meinen Bildern streiten Wirklichkeit und

Illusion.“

Agnes Brigitte Schröck

50

HERBST | 2019


Auguste Rodin

Der Schlaf, Büste einer jungen Frau, Musée

Rodin Paris, Fotoagentur des Rodin

- Pauline Hisbacq Museums

Bis 28. August 2019

ART A10 2019 - Unter den neuen Bewerberinnen die

Künstlerin Ingeborg Teetz. Öl auf Leinwand, 50x70 cm

ist schön?“ ist eine der

meistgestellten Fragen

„Was

in der Kunst. Das Ideal

der „Schönheit“ in der Kunst ist so ambivalent

wie faszinierend. Anhand eines Dialoges

von ausgewählten Arbeiten Wilhelm

Lehmbrucks mit Skulpturen des französischen

Bildhauers Auguste Rodin zeigt die

Ausstellung, wie sich das Schönheitsideal

und – damit verbunden – das Menschenbild

im Wechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert

verändern. Über den gesamten Wechselausstellungsbereich

des Neubaus auf einer

Fläche von über 1.100 m² spannt sich die

Ausstellung und präsentiert Werke aus allen

Schaffensphasen der beiden Jahrhundertkünstler.

Während im 19. Jahrhundert die Kunstproduktion

im Zeichen des Akademismus

und Neoklassizismus stand, wird seit der

Moderne die Kategorie der „Schönheit“ in

der Kunst zunehmend kritisch beleuchtet.

Das „Schöne“ gilt nicht mehr als das

„Wahre“ und „Gute“, sondern im Gegenteil

als das „Schöngemachte“, „Schmeichelnde“

und daher „Unwahre“. Zu Beginn des 20.

Jahrhunderts erfährt der Begriff der „Schönheit“

damit eine prägnante Umdeutung, die

Auguste Rodin so zusammenfasst: „Hässlich

in der Kunst ist das, was künstlich ist; was

51


DER KUNSTBLITZ | ART A 10 WILDAU

Die Protagonisten der ART A10 2019:

AMROT, Christine Sophie Bloess, Günter

Böhme, Sabine Fiedler, Olaf Haugk, Katrin

Heller, Ute Ihle, Karin Koch, Britta Lehmann,

Annette Lück, Till Ludwig, Uli Mathes, Tatyana

Mutig, Maria Naidyonova, Johann

Heinrich Olbrisch, Susanne Pohlmann,

Detlef Polley, Agnes Brigitte Schröck, Petra

Sommer, Ronny Sommer, Andrea Sroke,

Bettina Steinborn, Ingeborg Teetz, Violeta

Vollmer, Heidrun von Haacke, Rostyslav

Voronko, Manfred Wenck.

„Der Antrieb meiner Arbeit ist eine Analogie zum

realen Leben: Nimm es wie gewachsen, und forme

es mit deinen Ideen und Gefühlen.“

Ronny Sommer

„...Und dann kommt der Moment, an dem die geheimnisvolle

Zwiesprache mit dem Bild beginnt

und der Pinsel wie von selbst über die Leinwand

gleitet..”

Andrea Sroke

„Die Figuren kommen zu mir.

Ich beobachte, mache kleine Skizzen und

während ich modelliere, „sagen“ sie mir, was

ich machen soll.“

Bettina Steinborn

52

HERBST | 2019


“Kunst schafft Freiräume für Denken und Fantasie“

Ingeborg Teetz

„Durch die Linse meines Objektivs

erkenne ich mich selbst.“

Petra Sommer

„Je komplexer die Welt, desto wichtiger der

Blick auf das Detail.“

Violeta Vollmer

„Die Natur ist meine Inspiration

und mein Atelier”

Rostyslav Voronko

„Von außen ruhig, von innen explosiv, so treffen Farben

und Gefühle aufeinander und werden zu meinen

Werken.“

Heidrun von Haacke

„Meine Bildsprache ist ein Balanceakt zwischen Farbe und

Form.”

Manfred Wenck

53


DER KUNSTBLITZ | ALLEE-CENTER-ART

Allee-Center-ART 2020 in Magdeburg

20. Februar bis 14. März 2020

Petra Kann, die neue Managerin des

Allee Centers in Magdeburg freut

sich sehr darüber, die Ausstellung

der Reihe „Die leichteste Art der Kunst zu

begegnen“ zum sechsten Mal in ihrem Hause

fortführen und erleben zu können. Auch

sie möchte sich mit dieser Aktion für die

Förderung der kulturellen Szene in Sachsen

Anhalt einsetzten. Blicken wir auf die

vergangenen Ausstellungsjahre zurück, so

können wir sagen, dass die Ausstellung, an

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

einem ungewöhnlichen Ort wie diesem, Berührungspunkte

mit der Kunst schafft, ohne

sich in ein Museum zu begeben!

Durch ihre augenscheinliche Präsenz

während der Ausstellungszeit im alltäglichen

Betrieb des Centers, (das mehrere

tausend Kunden besuchen), überwindet sie

indirekt und spielerisch kulturelle Barrieren.

Der Betrachter setzt sich mit andersartigen

Weltanschauungen bzw. der Kunst

als Spieglung der Gesellschaft auseinander

und es findet ein Prozess statt, der kulturelle

Verbundenheit fördert! Als Nebeneffekt

wechselt auch das ein oder andere Kunstwerk

schon mal seinen Besitzer.

Es winken attraktive Kunstpreise

*Neben der Erhöhung des eigenen Bekanntheitsgrades,

haben die Kunstschaffenden

wieder die Gelegenheit, drei attraktive

Kunst-Preise zu gewinnen.

*Die Entscheidung über die Vergabe der

Kunstpreise trifft eine Jury.

54

HERBST | 2019


*Die Künstler müssen zur Vergabe des Preises

anwesend sein.

KÜNSTLER/INNEN AUS DER REGION

SACHSEN ANHALT AUFGEPASST!

Noch bis zum 30. November 2019 sind

Kunstschaffende aus der Region Sachsen

Anhalt dazu aufgerufen, sich für die ART

A10 2019 zu bewerben. Ausführliche Bewerbungsbedingungen

entnehmen Sie bitte

der Web-Seite: www.allee-center-art.de

Ausstellungsort: Allee-Center, Magdeburg

Ausstellungszeitraum:

20. Februar bis 14. März 2020

*Profi-Künstler/innen (aus dem Bereich

Malerei, Bildhauerei und Fotografie), können

sich mit ihren Arbeiten bis zum 30. November

2019 bewerben.

*Es gibt keine Altersbeschränkung. Einzel-Bewerbungen

von Künstler/innen sind

ebenso möglich, wie die Bewerbung von

Künstlergruppen. Die Ausstellung gibt den

Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit,

ihre Arbeiten einem großen Publikum

vorzustellen und mehr Beachtung in der

Magdeburger Kunstlandschaft zu finden.

*Ein erfolgreicher Abschluss an einer anerkannten

Kunstakademie oder die Mitgliedschaft

im Verband bildender Künstler sind

gewünscht; aber auch Autodidakten, die

ihre Kunst auf hohem Niveau präsentieren,

Center Managerin

Petra Kann

sind willkommen. Hobbymaler und Handwerker

werden ausgeschlossen. Im Streitfall

entscheidet die Jury über die Zulassung.

*Es sind bis zu zehn Fotos der Arbeiten

aus der Produktion der letzten zehn Jahre

(in digitaler Form oder auf Fotopapier entwickelt)

einzureichen. Außerdem sollten die

Fotos mit den üblichen Werkbeschreibungen

(Titel / Größe / Technik / Entstehungszeit)

versehen sein. Eine kurze Biographie

ist außerdem erforderlich.

*Künstler/innen, die sich für die Ausstellung

bewerben möchten, können maximal

10 Fotos der Werke, die sie in der Allee-Center-ART

präsentieren wollen, per E-mail an

folgende Adresse senden: art.2020@alleecenter-art.de

. Wer heute noch keinen PC

besitzt oder keine Internetverbindung nutzt,

wird gebeten seine Bewerbung in Form einer

Mappe per Post an die nachstehende

55


DER KUNSTBLITZ | ALLEE-CENTER-ART

Adresse zu schicken:

DER KUNSTBLITZ

„Allee-Center-ART 2020“

Vohwinkeler Str. 154

42329 Wuppertal

*Hierbei ist zu beachten, dass das eingesandte

Bewerbungsmaterial (Mappen sowie

das Bildmaterial) nicht von uns an die Bewerber/innen

zurück gesendet wird. Zudem

darf das zu Werbungs- bzw. Publikationszwecken

zur Verfügung gestellte Bildmaterial

von uns kostenfrei veröffentlicht und

in Verbindung mit der Layout- Gestaltung

beliebig beschnitten werden.

*Es gibt keinerlei Einschränkungen bezüglich

der Themenwahl und der Formate der

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

Kunstwerke (vorausgesetzt ihre Lieferung

und Installation stellt keine Gefährdung und

kein Hindernis für die Besucher dar).

Für Künstler/innen ist die Beteiligung an der

Ausstellung kostenlos! Die Aussteller/innen

haben keinerlei Gebühren zu tragen, allerdings

sind sie für einen sicheren Transport

ihrer Werke selbst verantwortlich und müssen

für die entsprechenden Kosten aufkommen.

*Die Kunstwerke werden, wie es bei einer

professionellen Kunstmesse der Fall ist, auf

geeigneten Stellwänden oder in Glasvitrinen

(Skulpturen) präsentiert.

*Die Arbeiten sind während der Ausstel-

„Mir geht es in meinem Schaffen nicht in erster

Linie um einen Austausch von Worten, sondern

um ein gemeinsames Erleben zwischen Kunstwerk

und Betrachter durch ein Entstehen von

Berührungspunkten.“

Diana Gehlhoff (Zitat: Allee-Center-ART 2017)

Ich male, weil ich die Magie der Farben liebe.“

Ingrid Thielbeer (Zitat: Allee-Center-ART 2017)

56

HERBST | 2019


“Wenn der Betrachter eine Geschichte mit den

Augen erfährt und diese in Erinnerung behält oder

gar weiter ersinnt, wenn er die Arbeit schon nicht

mehr vor Augen hat, dann habe ich das Gefühl

alles richtig gemacht zu haben.”

Philipp Liehr (Zitat: Allee-Center-ART 2018)

„Meine Malerei entsteht aus der Anschauung. Grundlage

sind meine figürlichen Skizzen. Dort wo sich

Menschen natürlich bewegen, an heißen Quellen,

in der Landschaft, unter freiem Himmel in Thermen

und Stränden Mittelitaliens, da wo das Leben quirlt -

ganz dicht - skizziere ich. Gesehenes wird spontan in

eine malerische Form gebracht. Für mich zählt dabei

die dynamische, ungehinderte Kraft.“

Sabine Kunz (Zitat: Allee-Center-ART 2019)

“Meine Handschrift ist wie meine Reisetasche. Sie

beherbigt viele nützliche Dinge, hat geheime

Fächer, gibt Sicherheit und verändert mit den

Jahren ihr Aussehen. Wenn ich sie betrachte

überfällt mich Sehnsucht und Fernweh.”

Iris Band (Zitat: Allee-Center-ART 2018)

“… Symbole und Zeichen; Vom Großen zum Kleinen

- Material in der Spannbreite von symbolisch Klarem

bis zu stofflichen oder zeichnerisch wirkenden

Formulierungen”

Rosemarie Ullrich (Zitat: Allee-Center-ART 2018)

57


DER KUNSTBLITZ | ALLEE-CENTER-ART

“Ich male um der wirklichen realen Welt meine eigene hinzuzufügen.“

Benjamin Kerwien (Zitat: Allee-Center-ART 2019)

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

“Kunst teilt etwas mit, das in bestimmter Weise

das Handeln rechtfertigt und projiziert dadurch

wiederum eine bestimmte Haltung und eine

veränderte Sichtweise auf die Dinge.“

Matthias Trott (Zitat: Allee-Center-ART 2019)

lungszeit über das Center versichert. Sie

können zum Verkauf angeboten werden; der

Verkaufspreis der Arbeiten entspricht hierbei

dem Versicherungswert. Im Verkaufsfall

erhält der/die Künstler/in den gesamten

Verkaufspreis ohne Abgabe einer Provision.

Informationen zum Auf- bzw. Abbau der

Ausstellung:

*Die Kunstwerke werden von den Künstlern/

innen persönlich (oder bei Verhinderung

von ihren Vertretungspersonen) aufgehängt.

*Die Aufhängung der Bilder erfolgt mithilfe

eines Aufhänge-Systems mit Schnüren und

Haken. Hierfür sollten die Bilder mit Aufhängern

versehen sein.

Bilder, die extrem empfindlich sind (z.B.

Arbeiten aus Papier, die nicht hinter Glas

gerahmt sind) sollten durch entsprechende

Vorrichtungen geschützt sein.

58

HERBST | 2019


Künstler der Galerie

Claudia Rohde

Claudia Rohde „Ohne Titel“ Acryl auf Leinwand, 70x100 cm

Mobil 0157-75438095

59


DER KUNSTBLITZ | ART CHEMNITZ 2020

ART Chemnitz 2020

Abschweifungen über eine neue Ausstellungsmöglichkeit aus der Reihe:

„Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

Kunst braucht neue Ausstellungsräume,

denn es ist nicht die Intention

der Künstler ausschließlich Werke

für die Elite zu schaffen. Spätestens seitdem

Christo seine Kunst-Aktionen in der

Öffentlichkeit kreiert (und damit unzählige

Menschen erreicht), wird dieser Trend zu

Recht auch von anderen Kunstschaffenden

in Anspruch genommen (s. auch als bekanntes

Beispiel Spencer Tunick mit seinen

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

Foto-Aktionen).

Die Zahl der Kunstgalerien hat sich in

den letzten Jahren drastisch halbiert, eine

bedrückende Entwicklung, die es schwer

macht der Kunstszene genügend Ausstellungsfläche

zur Verfügung zu stellen. Sich

im Kunstmarkt zu behaupten, ist für viele

junge Talente eine sehr schwierige Aufgabe,

denn ohne die Unterstützung von Sponsoren,

bleibt dieses Ziel so gut wie unerreichbar.

Viel zu oft, widmen Museen ihre

Aufmerksamkeit und ihren Ausstellungen

ausschließlich großen Namen der Kunstgeschichte.

Das hat zur Folge, dass viele begabte

zeitgenössische Künstler/innen selten

die Chance bekommen, ihre Werke in den

sogenannten „Tempeln der Kunst“ zu präsentieren.

Vor der Entdeckung der Fotografie, gab

es für alle Kunstschaffende immer reichlich

Zutun. Es waren die Künstler, die die wohlhabenden

Familien porträtieren, die Kirchen

mit Fresken gestalten und die Bücher illustrieren

mussten. Wer Talent besaß, fand eine

Tätigkeit bei Päpsten, Königen und adligen

Familien der Zeit.

Bleiben wir noch bei den zeitgenössischen

Künstlern und zwar denen, die noch

leben, wenn auch mit finanziellen Engpässen

und unzähligen verstaubten Kunstwerken

in ihren Ateliers! Mit dem Namen

„Gerhard Richter“ assoziieren wir momentan

sicherlich den Begriff Wohlstand und Erfolg

in der Kunst. Dass das nicht die Regel ist,

wird leider schnell klar, wenn man verschiedene

Kunstschaffende in ihren Ateliers be-

60

HERBST | 2019


Sven Schulze, Manager der Sachsen-Allee Chemnitz und Gastgeber der ART Chemnitz.

sucht. Es gibt schöne Arbeiten,die irgendwo

gelagert sind und die nie in Kunstgalerien

oder Museen zu sehen sind, auch nicht in

einer Kunstsammlung .

Künstler/innen bewerben sich für die

nächsten ART Chemnitz!

Künstler/innen, die ihre Arbeiten nicht nur

im Internet zu Schau stellen möchten,

suchen seit langem nach neuen Ausstellungsräumen.

Vor allen Dingen solche, in

denen nicht nur eine kleine Elite von Kunstinteressierten

zu finden sind, sondern

auch dort wo eine große Masse von Menschen

gezielt oder auch zufällig die Werke

sehen kann. Kunst für alle und überall!

Wie es in der Sachsen-Allee Chemnitz, ab

61


DER KUNSTBLITZ | ART CHEMNITZ 2020

September 2020 der Fall sein wird.

Zu der „leichtesten ART, der KUNST zu

begegnen“ gehören eine Reihe von Ausstellungen,

die seit mehreren Jahren, in

einigen ECE-Centern mit großem Erfolg

vorgestellt worden sind.

Ähnlich wie bei einer internationalen

Kunstmesse bietet die nächste „ART Chemnitz

2020“ der regionalen Kunstszene eine

geeignete Bühne und eine einzigartige

Chance, ihre Werke einigen hunderttausenden

Besuchern präsentieren zu können.

Die teilnehmenden Künstler/innen haben

bei dieser Ausstellung keinerlei Gebühren

zu tragen! Eine kompetente Jury

wählt aus alle Bewerbungen, die bis zum

30. Juni eingereicht werden dürfen, die

Kunstwerke, die in der Ausstellung gezeigt

werden, aus. Ein erfolgreicher Abschluss

an einer anerkannten Kunstakademie oder

die Mitgliedschaft im Verband bildender

Künstler sind erwünscht; allerdings werden

auch Autodidakten, die ihre Kunst auf

hohem Niveau präsentieren, zugelassen.

Kunstschaffende mit Arbeiten aus den

Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und

Bildhauerei sind willkommen. Es gibt keine

Altersbeschränkung oder Themenvorgabe!

Informationen

Für Künstler/innen ist die Beteiligung an der

Ausstellung kostenlos!

*Aussteller/innen haben keinerlei Gebühren

zu tragen, allerdings sind sie für einen

sicheren Transport ihrer Werke selbst verantwortlich.

*Die Arbeiten werden wie es bei einer professionellen

Kunstmesse der Fall ist, auf geeigneten

Stellwänden oder in Glasvitrinen

(Skulpturen) präsentiert.

*Künstler/innen, die sich für die Ausstellung

bewerben möchten, können bis spätestens

Ende Juni 2020 maximal 10 Fotos der

Werke, die sie in der ART Chemnitz präsentieren

wollen, per E-mail an folgende Adresse

senden: art-chemnitz@city-art.info

Wer heute noch keinen PC besitzt oder

keine Internetverbindung nutzt, wird gebeten

seine Bewerbung in Form einer Mappe

per Post an die nachstehende Adresse zu

schicken:

DER KUNSTBLITZ

„ART Chemnit 2020“

Vohwinkeler Str. 154

42329 Wuppertal

*Die Arbeiten sind während der Ausstellungszeit

über das Center versichert.

62

HERBST | 2019


*Während der Ausstellung können die

Kunstwerke zum Kauf angeboten werden.

Im Fall einer erfolgreichen Verkaufstransaktion

erhalten die Künstler den Verkaufspreis

ohne, dass eine Provision fällig wird.

*Das von Ihnen eingesandte Bewerbungsmaterial

(Mappen sowie das Bildmaterial)

wird nicht von uns an die Bewerber/innen

zurück gesendet.

*Die Voraussetzung zur Teilnahme beschränkt

sich nicht auf einen erfolgreichen

Abschluss an einer anerkannten Kunstakademie;

auch Autodidakten, die Kunst auf

hohem Niveau präsentieren, sind willkommen.

Allerdings weisen wir ausdrücklich

darauf hin, dass nur Profikünstler in die

Endauswahl kommen (keine Hobbymaler,

keine Kunsthandwerker).

Zugelassen werden nur Kunstschaffende

aus den Bundesland Sachsen.

* Ausstellungsdauer:

14. September bis 2. Oktober 2020

*Ausstellungsort:

Sachsen-Allee Chemnitz

Weitere Informationen erhalten Sie

unter: www.art-chemnitz.de

63


DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

DER KUNSTBLITZ BITTET UM IHRE HILFE - RETTET OSCAR!

EIN KUNSTMAGAZIN UND SEINE LESER/INNEN ENGAGIEREN SICH FÜR OSKAR!

Kunst ist spannend!

Ihre zahlreichen, schillernden Facetten und Motivationen

bringen den Betrachter zum Nachdenken,

zum Staunen, zur Zustimmung oder zur Ablehnung,

regen Diskussionen an.

Ihre Funktionen sind vielfältig. Ist sie Geldanlage?

Ästhetisch und dekorativ? Kommunikativ, expressiv

oder auch provozierend, sich in die politische und

soziale Realität einmischend?

Engagierte Kunst ist besonders prägend. Erinnern

wir uns beispielsweise an das bekannte Gemälde

„Guernica“ von Picasso, entstanden 1937 als Reaktion

auf die Zerstörung einer kleinen Stadt im Baskenland

durch die deutsche Luftwaffe, ein Aufschrei des

Menschen gegen die grausame, zerstörerische Gewalt

des Krieges, ein künstlerisches Mahnmal auch

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

jetzt, mehr als 80 Jahre nach diesem Vorgeschmack

auf den Bombenkrieg des zweiten Weltkriegs.

„Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich

stets davon überzeugt war und noch immer davon

überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen

Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts,

in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation

auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig

verhalten kann.“

– Picasso: Dezember 1937

Eins macht Kunst auf keinen Fall. Sie lässt uns nicht

kalt! Sie berührt uns, ruft Empfindungen und Reaktionen

hervor. Dieses Erlebnis möchten wir mit

Ihnen teilen. Im Fokus unserer redaktionellen Tätigkeit

steht daher das Sammeln von Informationen

über anregende, interessante Ausstellungen, Events

und Künstler, die das Leben bunter machen, neue

Erfahrungen bieten, die Augen öffnen, aber auch

betroffen machen.

Als Magazin für Kunst und Kultur ist uns dabei stets

auch unsere gesellschaftliche Verantwortung bewusst.

Um an Picasso anzuknüpfen denken auch

wir, dass es (auch in kleinen Kreisen) Ereignisse gibt,

vor denen man nicht die Augen verschließen darf.

Daher weichen wir heute von unserem Pfad der

Ausstellungs- und Künstlerpräsentationen ab und

stellen Ihnen das Schicksal des an Krebs (Neuroblastom

Stufe 4) erkrankten, sechsjährigen Oscar

vor, der seit 2016 tapfer gegen seine Erkrankung

kämpft und nun weitere, teure Therapien benötigt.

Natürlich ist uns bewusst, dass viele Familien

zur gleichen Zeit ähnliches erleben, doch dieser

Fall passiert in einem uns nicht fernen Umfeld, so

dass wir den Spendenaufruf der Eltern unterstützen

möchten. Die näheren Einzelheiten zu dem bisherigen

Krankheitsverlauf und den Therapieversuchen

können Sie auf der Webseite unitedforoscar.com

nachlesen.

Nun gibt es neue Verfahren, die das körpereigene

Immunsystem in die Lage versetzen sollen, Krebszellen

zu erkennen und zu beseitigen. Diese sind

erfolgversprechend, jedoch noch im Stadium einer

Studie, die vom Sloan – Memorial in New York entwickelt

und in Europa ausschließlich in Barcelona

64

HERBST | 2019


# unitedforoscar

OSCAR BRAUCHT

DEINE HILFE!

Um das Leben von Oscar

zu retten, benötigen wir

Deine Spende.

@unitedforoscar

@unitedforoscar

www.unitedforoscar.com

Seit Dezember 2016 kämpft

Oscar gegen einen typischen Kinderkrebs:

Neuroblastom, Stufe 4, Hoch Risiko.

Ohne Spendenbescheinigung

Benutz Dein PayPal Konto:

donation@unitedforoscar.com

Oder direkt unter:

www.paypal.me/unitedforoscar

Mit Spendenbescheinigung

(Gilt nur für Deutschland)

Verein für Krebskranke & Chronisch

Kranke Kinder Darmstadt e.V.

IBAN: DE13 5085 0150 0000 7810 53

Verwendungszweck:

„Oscar“ sowie Deine Anschrift

(Für die Spendenbescheinigung)

Nach einer erfolgreichen Erstbehandlung galt unser Superheld als geheilt. Aber im Februar 2018

haben wir leider erfahren, dass der Krebs zurück ist.

Oscars letzte Chance den Krebs zu besiegen, ist eine Immuntherapie in Barcelona gefolgt von weiteren Behandlungen

in den USA. Diese Therapien müssen aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Mehr Informationen findest Du auf unserer Homepage: www.unitedforoscar.com

angewendet werden. Im Anschluss daran wird zudem

eine weitere Behandlung in New York nötig

sein, eine Impfung, die Oscars Immunsystem in

die Lage versetzt, seine Krankheit dauerhaft zu bekämpfen.

Oscars Eltern betonen: „Wir wünschten, wir könnten

jedem einzelnen Unterstützer persönlich danken

oder eine Karte schreiben. Auf der anderen Seite

können Worte unsere Dankbarkeit nur schwer beschreiben…

Alle Spenden, die nach Abschluss aller

Therapien nicht benutzt wurden, werden an Organisationen

gespendet, die Kindern mit Krebs helfen.“

65


DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

VAN GOGH. STILLLEBEN

MUSEUM BARBERINI POTSDAM

26. OKTOBER 2019 BIS 2. FEBRUAR 2020

Die Ausstellung Van Gogh. Stillleben ist die

erste systematische Würdigung dieses zentralen

Themas in einer Ausstellung. Von den

rund 800 Gemälden, die Vincent van Gogh

(1853-1890) während seines zehnjährigen

künstlerischen Schaffens anfertigte, bilden

die über 170 Stillleben etwa ein Fünftel.

Umso erstaunlicher ist, dass sich bisher

noch keine monographische Ausstellung

der Gattung des Stilllebens bei Van Gogh

gewidmet hat.

Das Museum Barberini in Potsdam hat mit

Ausstellungen zu Henri-Edmond Cross und

Pablo Picasso eine Reihe begonnen, die

Künstlerinnen und Künstlern der Moderne

Vincent van Gogh (1853-1890), Trauben, Zitronen,

Birnen und Äpfel, 1887, Öl auf Leinwand, 46,5 x 55,2

cm, The Art Institute of Chicago, Gift of Kate L. Brewster.

Photo: © The Art Institute of Chicago

in Frankreich gewidmet ist. Mit einer spezifischen

Fragestellung und international

besetzten Symposien werden bisher nicht

behandelte Aspekte ihres Schaffens beleuchtet.

Im Herbst 2019 zeigt das Museum

Barberini die erste Ausstellung zum Genre

des Stilllebens im Werk Vincent Van Goghs.

Die konzentrierte Auswahl von 27 Gemälden

zeichnet die Entwicklung seiner Malerei

von den erdigen Tönen und den einfachen

Alltagsgegenständen des Frühwerks über

die Blumenstillleben seiner Zeit in Paris bis

zu den lichten, energiegeladenen Motiven

des Südens.

Vincent van Gogh (1853-1890), Stillleben mit einem

Teller Zwiebeln, 1889, Öl auf Leinwand, 49,6 x 64,4 cm,

Kröller-Müller Museum, Otterlo, Niederlande

Museum Barberini

Humboldtstr. 5–6

Alter Markt

14467 Potsdam

66

HERBST | 2019


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„PRINZ JUSSUF VON THEBEN“ UND DIE AVANTGARDE

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