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Kira und die Feuerwehr: Positive Rollenbilder schaffen

Ein Rollenbild für Mädchen fernab von der rosa Glitzerwelt – das verkörpert das

Buch «Kira und die Feuerwehr». Gelungen kämpft das Buch gegen das Klischee

der Geschlechtertrennung an und soll Mädchen und Jungen für die Gleichstellung

sensibilisieren. Gleichzeitig zeigt es einen Einblick in das Leben von Feuerwehrfrauen

und -Männern. Valery Volken (FU) hat mit Monica Hinrichs-Mayer das

spannende Buch über ein Mädchen, das Feuerwehrfrau werden will, mitgestaltet.

Text: Evelyne Muff, VA

Bilder: Valery Volken, FU

Valery sitzt im Kaffee und winkt mir entgegen. Fast sage ich

«Hallo Kira», denn der Name Kira ist im Vorfeld schon so oft

gefallen, dass sie allgegenwertig scheint. Sofort merkt man,

dass das Kinderbuch ein Herzensprojekt für Valery ist. Die

Idee zum Projekt hatten Valery und Monica vor zirka sechs

Jahren. «Damals, als ich aktiv im Stützpunkt der Feuerwehr

Winterthur war, wollten wir für die Nichten meiner Freundin

Monica positive Rollenbilder schaffen», erzählt Valery.

Was bietet sich da mehr an, als ein kleines Mädchen, das

Feuerwehrfrau werden will?

An der letzten Agathafeier haben wir bereits einen kleinen

Vorgeschmack zum Buch bekommen. Damals hat Valery

das kleine Mädchen Kira für uns gemalt. In diesem

Bericht möchten wir euch mehr über das Projekt und das

Statement von Kira über mehr Frauen in der klischeehaften

Männerdomäne erzählen.

Valery und Monica wollten positive Rollenbilder fernab von

pinkem Prinzessinnentüll schaffen. Monica dachte sich dabei

die Texte aus und Valery gestaltete liebevoll die passenden

Bilder dazu. So entstand nach und nach das Buch «Kira und

die Feuerwehr». Am 16. Dezember 2013 hielten die beiden

das erste Exemplar in den Händen. Das Buch ist für vier- bis

siebenjährige Kinder im Vorschulalter gedacht.

Gemalt in Zimbabwe

«Ich war damals mit dem SKH in Zimbabwe stationiert.

Meine Wochenenden verbrachte ich damit, die zirka 20

Illustrationen zur Geschichte zu erstellen», sagt Valery. Im

Buch kommt Kira am «Tag der offenen Tür» zum ersten Mal in

Berührung mit der Feuerwehr. Zusammen mit ihren Freunden

darf sie in die Feuerwehrausrüstung schlüpfen und sich die

Feuerwehrfahrzeuge von nahem anschauen. Nachts träumt

Kira davon, selber Feuerwehrfrau zu werden. Neben den

Ereignissen bei der Feuerwehr erzählt das Buch auch über

andere Abenteuer, die Kira mit ihren Freunden erlebt, so zum

Beispiel wie Kira einen Teddy rettet.

Das Büchlein haben die beiden dann an Weihnachten 2013

in Eigenregie als Fotobuch publiziert und im Freundes- und

Bekanntenkreis verschenkt und verkauft. So waren die ersten

200 Exemplare ruckzuck weg.

«Als Illustratorin würde ich mich nicht bezeichnen. Ich gestalte

und male in meiner Freizeit.» Das reicht von Bildern in Acryl

bis zu Motivtorten für Geburtstage und Hochzeiten (und

eben auch die Illustrationen für dieses Bilderbuchprojekt).

Sozusagen ein Hobby. «Man könnte aber schon sagen, dass

ich dafür ein gewisses Talent habe, ein Profi bin ich aber

sicherlich nicht», so Valery.

In ihrem Beruf als Projektleiterin ist sie eher technisch und

weniger kreativ unterwegs. In der Feuerwehr Stadt Luzern, bei

der Führungsunterstützung und im Atemschutz, ist sie seit

Anfang 2018. In der Feuerwehr Winterthur war sie von 2009

bis 2015 in einem Einsatzzug inkl. Atemschutz.

Neuauflage

Mitte Oktober erscheint die Neuauflage des Buches. «Da es

ziemlich schwierig ist, einen Verlag zu finden, der das Buch

herausgeben möchte, haben wir uns für ‘print on demand’

entschieden.» Das heisst, man bestellt das Buch direkt im

Internet und lässt es nach Hause liefern. Das Buch soll im

Format 21x21 cm als gebundenes Hardcover erscheinen und

soll nicht mehr als 25 Franken kosten. Es ist via Amazon

bestellbar.

Jetzt sind wir natürlich gespannt, ob es eine Fortsetzung

von Kira geben wird. Valerie lacht: «Im Moment ist nichts

Festes geplant. Von Kira wohl eher nicht, aber ich kann mir

schon weitere Projekte vorstellen, wie zum Beispiel: Tim will

Balletttänzer werden.»

Valery Volken, FU, ist Umweltingenieurin. Durch einen

Feuerwehrkollegen in Winterthur ist sie zum schweizerischen

Korps für humanitäre Hilfe (SKH) gekommen.

Sie arbeitete 2013 und 2014 an Wasserversorgungs- und

Wasserentsorgungsprojekten im Südsudan und Zimbabwe.

Seit November 2015 arbeitet sie im Tiefbauamt der

Stadt Luzern als Projektleiterin im Bereich Siedlungsentwässerung/Naturgefahren.

Monica Hinrichs-Mayer ist promovierte Psychologin und

Geschäftsführerin der technischen Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg

in Deutschland. Sie hat einen fünfjährigen

Sohn Namens Enno.

www.kiraunddiefeuerwehr.blogspot.com

www.facebook.com/kiraunddiefeuerwehr

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