stahlmarkt 10 | 2019

stahlmarkt.magazin

TOP-Themen:

Blechexpo 2019 – Highlights der Blechverarbeitung in Stuttgart (Seite 32)
Das Bauhaus: Pionier des gedämmten Stahlbaus (Seite 40)
Recyclingweltmeister Stahl: Neue Technologien verändern die Verwertung von Stäuben und Schlämmen (Seite 14)

SPECIAL

BLECHEXPO / BÄNDER & BLECHE
Synchronisierte Spindelpresse ermöglicht präzise Metallbearbeitung bei außermittigen Belastungen - 30
Blechexpo 2019 – Highlights der Blechverarbeitung in Stuttgart - 32

BADEN-WÜRTTEMBERG
KASTO ist einer der ältesten Familienbetriebe in Europa - 36
Neue Verzinkerei der baden-württembergischen Kopf-Gruppe - 38

BAUEN MIT STAHL
Das Bauhaus: Pionier des gedämmten Stahlbaus - 40
Branchenbericht der Commerzbank analysiert die Baubranche - 42

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Straße 25, 51149 Köln

PVSt, Deutsche Post AG

Entgelt bezahlt, 3018 , ISSN 0178-6571

Informationen aus Stahlindustrie,

Stahlhandel und Stahlverarbeitung

10

Oktober 2019

Blechexpo 2019 – Highlights der Blechverarbeitung in Stuttgart (Seite 32)

Das Bauhaus: Pionier des gedämmten Stahlbaus (Seite 40)

Recyclingweltmeister Stahl: Neue Technologien

verändern die Verwertung von Stäuben und Schlämmen (Seite 14)

gegründet 1969

Europäischer Stahldistributeur

Besuchen Sie uns auf der Blechexpo, Stuttgart

5. - 8. November 2019, Halle 10, Stand 10214

Bepro Blech und Profilstahl GmbH & Co. KG

Consolstraße 11, D-45889 Gelsenkirchen

Tel. +49(0)209/98251-10, Fax +49(0)209/98251-31

info@bepro.de, www.bepro.de


STETS DER ZEIT

VORAUS. SEIT

200 JAHREN.

Innovativen Lösungen, die Sie weiter bringen.

Optimierte Prozessabläufe, intelligente Lagerung, reibungslose

Logistik – Demag liefert schon heute Lösungen für die Welt von

morgen. Für zahlreiche Branchen und individuell an die Bedürfnisse

unserer Kunden angepasst.

www.demag200.com

www.demagcranes.de


Editorial 3

von wegen prima Klima: Der Beschluss des Klimakabinetts

sorgt bereits für dicke Luft. Während die große Koalition

ihre Einigung auf ein rund 70 Einzelmaßnahmen

umfassendes Klimaschutzpaket naturgemäß als Durchbruch

verkauft, sehen andere teils erheblichen Nachbesserungsbedarf.

Dazu gehört auch die Wirtschaftsvereinigung Stahl,

die den Beschluss des Klimakabinetts, sich für einen Mindestpreis

im europäischen Emissionsrechtehandel einzusetzen,

mit Sorge betrachtet. Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, hat völlig

recht, wenn er warnt: »Der Kauf von Zertifikaten und höhere

Strompreise drohen zu massiven internationalen Wettbewerbsnachteilen

zu führen und sind auch ein gravierendes

Hemmnis für Klimaschutz-Investitionen. Ein europäischer

Mindestpreis könnte dieses Problem deutlich verschärfen.«

Aus diesem aktuellen Anlass haben wir die Themen »Klimadebatte«

und »CO 2

-Bepreisung« in den Fokus unseres Branchenberichts

(S. 20) gerückt und die Positionen der Stahlindustrie

und der Maschinen- und Anlagenbauer vorgestellt.

Chefredakteur Philipp Isenbart:

»Von wegen prima Klima: Der Beschluss des

Klimakabinetts sorgt bereits für dicke Luft.«

In dieser Ausgabe blickt der »stahlmarkt« in den verschiedensten Bereichen in die Zukunft. So schauen wir

auf neue Technologien, die die Verwertung von Stäuben und Schlämmen verändern, sodass sie Stahlwerksqualität

erreichen und wieder als Rohmetall eingesetzt werden können (S. 14). Der Branchenbericht der

Commerzbank bietet nicht nur spannende Einblicke in die momentane Lage der Baubranche, sondern auch

einen interessanten Ausblick auf Trends von morgen (S. 42). Ein besonders nahes Stück Zukunft ist die

Blechexpo vom 5. bis 8. November 2019 in Stuttgart. Auch dazu präsentieren wir Ihnen ein paar Highlights

(S. 32).

Obgleich der »stahlmarkt« nicht als blumig gelten dürfte, warten wir diesmal mit Tulpen der besonderen

Art auf. Erfreuen Sie sich am Anblick der überdimensionalen Edelstahlskulptur »Tulips« des US-amerikanischen

Künstlers Jeff Koons, die sich als stählerne Schönheit durch und durch erweist (S. 52).

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre

Philipp Isenbart

Chefredakteur

+49 2203 3584 121

stahlmarkt@maenken.com

stahlmarkt 10.2019


22

36

Foto: Nucor Corporation

Foto: KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

STEEL INTERNATIONAL

BADEN-WÜRTTEMBERG

Trotz hoher Schutzzölle schaut die Stahlindustrie weniger

optimistisch in die Zukunft als im Vorjahr. So hat der integrierte

Stahlproduzent US Steel die Schließung eines weiteren Werks

bekanntgegeben.

175 Jahre KASTO – damit zählt der Säge- und Lagertechnik-

Spezialist zu den ältesten Familienbetrieben in Europa. Die

Geschichte des Unternehmens ist nach wie vor mit jener der

Gründerfamilie Stolzer verwoben.

INHALT 10.2019

KURZ & KNAPP

7 USA und Japan: Neues Handelsabkommen

8 Lichtblick für Europas Stahlproduzenten

8 Maschinenbau rechnet 2020 mit

Produktionsrückgang von zwei Prozent

9 Stimmung in europäischer Gießerei-Industrie

auch weiterhin nicht verbessert

10 Rohstahlproduktion: Anzeichen für Stabilisierung

auf niedrigem Niveau

10 Klimakabinett: Wirtschaftsvereinigung Stahl

warnt vor Beschlussfolgen

SEITENBLICK

12 Straßen werden zum Nadelöhr

STAHLSTANDORT DEUTSCHLAND

14 Recyclingweltmeister Stahl: Neue Technologien

verändern die Verwertung von Stäuben und

Schlämmen

16 Schäfer Werke Gruppe gründet VIZUU GmbH

BRANCHENBERICHT

20 Klimadebatte: VDMA fordert Klimaschutz

aus einem Guss

STEEL INTERNATIONAL

22 USA: Trübe Stimmung im Stahlsektor

24 Online-Inbetriebnahme: Primetals

Technologies und Tata Steel feiern Premiere

stahlmarkt 10.2019


42

44

Foto: Shutterstock

Foto: Jebens GmbH

BAUEN MIT STAHL I

BAUEN MIT STAHL II

Der Bausektor wuchs 2018 so stark wie lange nicht. Laut

Commerzbank-Branchenbericht »Bau in Deutschland« beurteilen die

Bauunternehmen seit Jahren ihre Geschäftslage regelmäßig besser

als alle anderen Wirtschaftszweige.

Maßarbeit: Für das Unternehmen Ropa Pressenservice fertigte

die Jebens GmbH die Schweißteile für die Neukonstruktion eines

Pressenstößels. Der 90-Tonnen-Stößel wurde für eine Presse mit

2 000 Tonnen Presskraft gebaut.

GUT ZU WISSEN

28 Von Steve Jobs lernen

AUS DEN UNTERNEHMEN

49 FAZ zeichnet Grundfos als Deutschlands

Innovationsführer aus

50 Mannstaedt erweitert Kapazitäten

STAHLKULTUR

52 Tulpen für die Ewigkeit

RUBRIKEN

6 Weltrohstahlproduktion

54 StahlTermine

56 Veranstaltungen/Inserentenverzeichnis

57 Personalien

62 Vorschau/Impressum


SPECIAL

BLECHEXPO / BÄNDER & BLECHE

30 Synchronisierte Spindelpresse ermöglicht präzise

Metallbearbeitung bei außermittigen Belastungen

32 Blechexpo 2019 – Highlights der

Blechverarbeitung in Stuttgart

BADEN-WÜRTTEMBERG

36 KASTO ist einer der ältesten Familienbetriebe

in Europa

38 Neue Verzinkerei der baden-württembergischen

Kopf-Gruppe

BAUEN MIT STAHL

40 Das Bauhaus: Pionier des gedämmten Stahlbaus

42 Branchenbericht der Commerzbank analysiert die

Baubranche

stahlmarkt 10.2019


6 Weltrohstahlproduktion

Weltrohstahlproduktion 1) im August 2019

Belgien 630 e 642 -1,9 5 295 5 376 -1,5

Bulgarien 55 e 53 4,8 417 450 -7,4

Deutschland 3 266 3 239 0,8 27 200 28 464 -4,4

Finnand 258 349 -26,1 2 415 2 808 -14,0

Frankreich 1 050 944 11,2 10 038 10 260 -2,2

Griechenland 40 e 53 -24,5 894 965 -7,4

Großbritannien 563 546 3,0 4 979 5 143 -3,2

Italien 857 1 168 -26,7 15 410 16 144 -4,5

Kroatien 4 e 8 -51,2 58 71 -17,4

Luxemburg 112 128 -11,9 1 483 1 504 -1,4

Niederlande 578 516 12,1 4 621 4 637 -0,4

Österreich 577 321 79,4 5 144 4 497 14,4

Polen 635 e 753 -15,6 6 106 6 784 -10,0

Schweden 362 345 4,9 3 308 3 244 2,0

Slowenien 45 e 48 -5,5 426 451 -5,6

Spanien 1 133 1 187 -4,6 9 651 9 558 1,0

Tschechien 364 444 -17,9 3 203 3 394 -5,6

Ungarn 121 155 -22,0 1 193 1 332 -10,4

Weitere EU-Länder (28) (e) 805 e 816 -1,3 7 250 7 240 0,1

Europäische Union (28) 11 454 11 714 -2,2 109 091 112 321 -2,9

Bosnien-Herzegowina 65 e 75 -13,9 550 383 43,5

Mazedonien 20 21 -5,7 172 176 -2,5

Norwegen 60 55 8,6 408 368 10,9

Serbien 112 158 -29,4 1 281 1 334 -4,0

Türkei 2 634 3 005 -12,4 22 553 25 189 -10,5

Europa außer EU 2 890 3 315 -12,8 24 963 27 451 -9,1

Kasachstan 400 e 375 6,7 2 761 3 068 -10,0

Moldawien 35 e 51 -31,4 250 368 -32,1

Russland 5 900 e 6 147 -4,0 48 261 48 450 -0,4

Ukraine 1 938 1 786 8,5 14 655 13 992 4,7

Usbekistan 60 e 62 -3,2 423 441 -4,1

Weißrussland 210 e 220 -4,5 1 741 1 587 9,7

C.I.S. (6) 8 543 8 641 -1,1 68 091 67 906 0,3

El Salvador 10 e 8 21,4 68 64 5,4

Guatemala 25 e 26 -2,0 199 196 1,5

Kanada 1 060 e 1 152 -8,0 8 650 9 098 -4,9

Kuba 20 e 20 -2,0 144 142 1,4

Mexiko 1 410 e 1 660 -15,1 12 639 13 844 -8,7

USA 7 497 7 477 0,3 59 229 56 919 4,1

Nordamerika 10 022 10 343 -3,1 80 928 80 262 0,8

Argentinien 436 455 -4,3 3 173 3 469 -8,5

Brasilien 2 524 2 914 -13,4 22 215 23 482 -5,4

Chile 95 e 105 -9,6 641 735 -12,8

Ecuador 55 e 51 7,9 410 392 4,5

Kolumbien 115 e 115 0,1 749 802 -6,7

Paraguay 2 e 3 -35,9 12 13 -5,6

Peru 105 e 101 4,0 821 810 1,4

Uruguay 5 e 5 -3,7 39 38 2,8

Venezuela 10 e 9 11,1 54 111 -51,2

Südamerika 3 346 3 759 -11,0 28 113 29 852 -5,8

Ägypten 525 e 605 -13,3 5 148 5 064 1,7

Libyen 31 26 19,3 364 253 43,8

Südafrika 434 528 -17,8 4 032 4 260 -5,4

Afrika 990 1 159 -14,6 9 544 9 577 -0,4

Iran 2 200 e 2 062 6,7 17 188 16 153 6,4

Katar 229 226 1,1 1 747 1 766 -1,1

Saudi-Arabien (1) 440 e 483 -8,8 3 463 3 531 -1,9

Vereinigte Arabische Emirate 286 265 7,9 2 163 2 124 1,8

Mittlerer Osten 3 155 3 036 3,9 24 561 23 575 4,2

China 87 251 79 834 9,3 664 869 609 362 9,1

Indien 9 350 e 9 208 1,5 75 697 72 497 4,4

Japan 8 116 8 806 -7,8 67 589 70 193 -3,7

Pakistan 300 e 430 -30,2 2 269 3 380 -32,9

Südkorea 5 941 6 101 -2,6 48 428 48 334 0,2

Taiwan, China 1 890 e 1 950 -3,1 15 197 15 351 -1,0

Thailand 415 e 598 -30,6 2 965 4 478 -33,8

Vietnam 1 816 1 402 29,6 13 882 8 848 56,9

Asien 115 078 108 328 6,2 890 896 832 441 7,0

Australien 501 506 -1,1 3 648 3 945 -7,5

Neuseeland 60 54 12,1 450 442 1,8

Ozeanien 561 560 0,2 4 098 4 387 -6,6

Gesamt 64 Länder (2) 156 038 150 855 3,4 1 240 286 1 187 772 4,4

1)

nur HADEED

2)

Die an worldsteel berichtenden Länder repräsentieren etwa 99 % der Weltrohstahlproduktion 2018 in 1.000 t.

e – geschätzt

August August % Veränd. 6 Monate Veränderung

2019 2018 August 19/18 2019 2018 in %

stahlmarkt 10.2019


Kurz & knapp 7

Grafik: Shutterstock

USA UND JAPAN: NEUES HANDELSABKOMMEN

New York. Die USA und Japan haben ein sche Ministerpräsident Shinzo Abe. US-Präsident

Donald Trump feiert die Einigung als

Handelsabkommen für die Bereiche Landwirtschaft

und Digitales abgeschlossen. Wie verschiedene

Medien berichteten, sollen künftig dadurch werde das amerikanische Handelsde-

»großen Sieg« für die Landwirte und erklärte,

nur noch niedrige oder gar keine Zölle auf fizit mit Japan deutlich gesenkt. Auf ein Abkommen,

das den Automobilsektor einschließe,

Rindfleisch, Mais und Videospiele erhoben werden.

Es handele sich um ein für beide Seiten hätten sich die USA und Japan hingegen bislang

nicht einigen können, heißt vorteilhaftes Abkommen, erklärte der japani-

es.

US-Präsident

Donald Trump

(links) und Japans

Ministerpräsident

Shinzo Abe.

www.stahlmarkt-magazin.de

EU-EMISSIONSHANDEL:

HÖHERE KOSTEN VERRINGERN

WETTBEWERBSFÄHIGKEIT

Düsseldorf. Höhere Kosten durch einen europäischen

Emissionshandel verringerten die internationale

Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie

in Deutschland, die sich durch globale Stahl-Überkapazitäten,

Dumping und Risiken durch den Handelskrieg

zwischen

den USA und China

in einem schwierigen

Umfeld bewegten,

so Dr.

Martin Theuringer,

Geschäftsführer

der Wirtschaftsvereinigung

Stahl.

Die EU könne

durch eine höhere

Zuteilung von kostenfreien

Emissi-

Geschäftsführer der Wirt-

Dr. Martin Theuringer,

onszertifikaten für schaftsvereinigung Stahl

die Unternehmen

oder einer Strompreiskompensation eine Verlagerung

von CO 2

-Emissionen (carbon leakage) verhindern,

gibt das Internetportal »stahl-online.de«

Theuringers Argumentation wieder. Aber wenn

diese Maßnahmen nicht ausreichen würden,

müsste man als letztes Mittel über ein border

adjustment – also einen Grenzausgleich – nachdenken.

Foto: Stahl-Zentrum, Düsseldorf

NAUMANN STAHL IST QUALITÄT.

naumann-stahl.de

Blechexpo

2019 Artur Naumann Stahl AG auf der Blechexpo 2019

05.-08.11.

Stuttgart

WIR FREUEN UNS AUF SIE IN HALLE 10 / STAND 10214

Im letzten Jahr haben wir einiges bewegt: Mit dem Umzug nach Neuss stehen uns eine breitere Produktpalette

mit größeren Lagerkapazitäten, eine verbesserte Logistik und zusätzliche Servicemöglichkeiten zur

Verfügung. Leistungsvielfalt über die es sich zu sprechen lohnt.

Seien Sie unser Gast auf dem BDS-Gemeinschaftsstand unter dem Motto „Treffpunkt Stahlhandel“!


8 Kurz & knapp

LICHTBLICK FÜR EUROPAS STAHLPRODUZENTEN

Frankfurt/Main. Europäische Stahlproduzenten

hatten 2019 kein gutes Jahr: Wie die

Deutsche Bank kürzlich mitteilte, verringerte

die globale Konjunkturverlangsamung nicht

nur die Stahlnachfrage und führte seit Jahresbeginn

zu einem Rückgang des Stahlpreises

um 14 Prozent. Auch die Kosten für den zentralen

Produktionsfaktor Eisenerz stiegen demnach

zwischenzeitlich auf ein Fünfjahreshoch,

nachdem sich das Angebot – vor allem durch

das Minenunglück in Brasilien – verknappt

hatte. Die Margen der Stahlproduzenten sanken

nach Informationen der Deutschen Bank

dadurch erheblich unter das Niveau der letzten

Rezession. »Allerdings haben die Hersteller

bereits reagiert und ihre Produktion zurückgefahren.

Das Stahlangebot dürfte daher im

zweiten Halbjahr um sechs Prozent sinken.

Auch der Preisrückgang bei Eisenerz seit Stahlproduktion im Elektroofen

Anfang August sollte die Margen entlasten«,

so das Kreditinstitut. Durch den Rückgang der günstig bewertet«. Zudem hätten sich einige

Aktienkurse von über 20 Prozent im Jahr 2019 politische Konflikte zumindest vorübergehend

seien Europas Stahlproduzenten »derzeit entspannt. Dies könnte etwas Unsicherheit aus

dem Markt nehmen und mit zusätzlicher geldpolitischer

Unterstützung die Konjunktur wieder

stützen.

Foto: Shutterstock

MASCHINENBAU RECHNET 2020 MIT PRODUKTIONSRÜCKGANG VON ZWEI PROZENT

Frankfurt/Main. Die globale Konjunkturschwäche,

Handelsstreitigkeiten und der industrielle

Strukturwandel belasten das Geschäft im

Maschinenbau, wie der Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilt. Ein

rascher Aufschwung sei nicht in Sicht. Ein guter

Auftragsbestand puffere den Rückgang aber ab.

Die Maschinenbauindustrie in Deutschland müsse

sich weiterhin auf erhebliche Belastungen einstellen.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China

und ein wachsender Protektionismus rund um

den Globus gingen nicht folgenlos am Exportweltmeister

Maschinenbau vorbei. Hinzu kämen die

weltweite Konjunkturschwäche, der Brexit sowie

der Strukturwandel in wichtigen Kundengruppen.

»All diese Faktoren führen bereits zu konkreten

Belastungen zahlreicher Abnehmer unserer

Foto: VDMA

Maschinen und Anlagen weltweit und verunsichern

generell Investoren, die sich deshalb mit

Investitionen zurückhalten. Eine baldige, nachhaltige

Änderung zum Positiven ist nicht absehbar.

Daher rechnen wir für das Jahr 2020 mit einem

realen Produktionsrückgang von zwei Prozent im

Maschinenbau«, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Dr.

Ralph Wiechers. Die Produktionsprognose für das

laufende Jahr – ebenfalls minus zwei Prozent zum

Vorjahr – wird von den VDMA-Volkswirten bestätigt.

Dr. Ralph Wiechers,

Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung

EU-POSITIONSPAPIER FÜR REFORM DER CHINESISCHEN STAATSWIRTSCHAFT

Brüssel. 70 Prozent der Mitglieder der EU-Handelskammer

in China klagen über chinesische

Staatsunternehmen und deren Einfluss auf ihre

Geschäfte. Dies geht nach Informationen des

Internetportals »stahl-online.de« aus dem diesjährigen

Positionspapier der Handelskammer hervor.

Je mehr Staatsunternehmen in einer Provinz angesiedelt

seien, desto schlechter sei die Leistungen

dort, sagte demnach Jörg Wuttke, Präsident der

Europäischen Handelskammer. Nachdem Peking

vor einigen Jahren begonnen habe, seine Staatsbetriebe

zu verschlanken, um zum Beispiel Überkapazitäten

im Stahlsektor abzubauen, verfolge

Staats- und Parteichef Xi Jinping nun das Ziel, die

Staatsunternehmen in stärkerer und größerer Form

wiederzubeleben. China müsse stattdessen gleiche

Wettbewerbsbedingungen für staatliche und

private Unternehmen schaffen.

stahlmarkt 10.2019


Kurz & knapp 9

STIMMUNG IN EUROPÄISCHER

GIESSEREI-INDUSTRIE AUCH

WEITERHIN NICHT VERBESSERT

Düsseldorf. Die Stimmung in der europäischen Gießerei-Industrie

zeigt sich auch im August nicht verbessert.

Das teilte der europäische Gießereiverband CAEF

(Comitee des associationes européennes de la fonderie)

mit. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch

die Erwartungen für die kommenden sechs Monate wurden

demnach etwas gedämpft. Das leicht verbesserte

Wirtschaftsvertrauen im Euroraum, das von der EU-Kommission

erfasst werde, habe demgegenüber einen positiven

Impuls bekommen. Es sei verfrüht, daraus eine

Trendwende abzuleiten. Diese Stimmungsverbesserung

stehe auf dünnem Fundament, da es nur in der Industrie

aufwärts gegangen sei. Die zahlreichen Unsicherheiten

für die exportorientierte Gießerei-Industrie und deren

Hauptkundenbranchen seien nach wie vor ungelöst.

Unverändert seien die Unternehmen durch den bevorstehenden

Brexit-Termin und die internationalen Handelsstreitigkeiten

weiter auf der Suche nach Orientierung, so

der CAEF.

0001198080_000001

WALZSTAHLHANDEL ESSEN GmbH

– Import Walzstahlprodukte –

Stabstahl – – Sonderabmessungen – Spezialprofile – Spezialprofile

Neu !! – Stabstahl Hartmanganstahl Import Walzstahl, – Sonderabmessungen – X120 Werks- Mn12 und – Flachstahl Lagerlieferungen

– Spezialprofile und Rund

für Wie

Import den beliefern Stahlhandel Walzstahl,

den lagerhaltenden

Werks- in Deutschland, und Lagerlieferungen

Stahlhandel Österreich in Deutschland,

nach und in D den – A – Niederlanden

NL

Österreich

Sommerburgstraße und in 53 den D Niederlanden

– 45149 Essen

Tel. +49 Sommerburgstr. (0)201

Sommerburgstr.

74956032 53

53

Fax D-45149

D-

+49

45149

(0)201 Essen

Essen

74956033

info@walzstahlhandel-essen.de

Tel. +49 (0)201 74956032www.walzstahlhandel-essen.de

Fax +49 (0)201 74956033

info@walzstahlhandel-essen.de

Tel. +49 (0)201 74956032 Fax +49 (0)201 74956033

info@walzstahlhandel-essen.de www.walzstahlhandel-essen.de

•• Laserschneiden 24-/48-Std.-Service

•• Schneiden Bearbeitungsgröße auch von Messing bis 2000 u. x Kupferblechen

4000 mm

Walzstahlhandel-Essen_STM_0119_90x30_JBD.indd 1 07.01.19 12

•• Plasmaschneiden Laserrohrbearbeitung bis 3000 x 15000 mm von MINI bis XXL

•• Laserschneiden • Drahterodieren24-/48-Std.-Service

• • Bearbeitungsgröße Blechbearbeitung/Kanten/Schweißen

bis 2000 x 4000 mm

Edelstahl bis 50 mm

• • Laserrohrbearbeitung

Wasserstrahlschneiden bis 4000 x 4000 mm

Stahl / Aluminium bis 25 mm

• • Drahterodieren

Komplettlösungen/Montage

Kupfer / Messing bis 10 mm

• • Blechbearbeitung/Kanten/Schweißen

CNC-Fräsen/Drehen/Bohren

XXL-Fasenschneiden bis 3 m x 12 m

Ha-Beck, Inh. Mathias Hasecke • e. e. K. K.

• Wasserstrahlschneiden Industrieservice bis 4000 08 00/5 x 4000 27 37 mm

83

XXL-Rohrschneiden bis 12 m Länge

Erodier-, Laser- und Fertigungstechnik

• Komplettlösungen/Montage

Burlaer Str. Industriegebiet · 99848 Sättelstädt

(Eisenach) ...... Laserteile

Kleinteile, Einzelteile

Ha-Beck, Telefon (0 Inh. 36 22) Mathias 6 53 16 Hasecke · Fax • CNC-Fräsen/Drehen/Bohren

(0 3622) e. K. 6 53 17

CNC-Abkanten bis 4 m/320 t

E-Mail: info@ha-beck.de e. K.

Erodier-, Laser- und Fertigungstechnik

www.laserteile.de

08 00/5 27 37 83

Zertifiziert nach ISO 9001 + ISO 14001

Burlaer Str. 1, ndustriegebiet Industriegebiet · 99848 Sättelstä Sätt elstädt dt (Eisenach) . . . Laserteile

99820 Wir Hörselberg-Hainich

stellen aus: Hannover Messe, Halle 4, Stand A 42

Werkseigene PK nach EN 1090

Mat.-Kennz. nach RL 2014/68/EU

Telefon (0 36 22) 6 53 16 · Fax (0 36 22) 6 53 17 www.laserteile.de

Jahre

E-Mail: info@ha-beck.de

www.plasmaschneiden24.de

Erfahrung

Wir stellen aus: Hannover Messe, Halle 4, Stand A 42

in Metall www.schages.de

Wir stellen aus: IAA Frankfurt vom 12. – 24.09.2017, Halle 4/Stand C27

Schages GmbH & Co.KG · CNC-Lasertechnik

0001198080_000001

Ha-Beck, Inh. Mathias Hasecke

Erodier-, Laser- und Fertigungstechnik

Burlaer Str. Industriegebiet · 99848 Sättelstädt

Telefon (0 36 22) 6 53 16 · Fax (0 3622) 6 53 17

Ha-Beck, E-Mail: info@ha-beck.de

Inh. Mathias Hasecke

Erodier-, Laser- und Fertigungstechnik

Burlaer Str. I

Telefon (0 3622) 6 53 16 · Fax (0 3622) 6 53 17

E-Mail: info@ha-beck.de

CNC-Laserschneiden

8kW-Laser

Medium: Stahlmarkt

Schages_1-8_sw_SS_90x62_2019.indd 1 Verlag:

Format:

Maenken Kommunikation 08.04.19 17:34

1/8 Seite 90 x 62 mm

Motiv: 2019

Farben: s/w

Gültig ab: ab 01.06.2019


10 Kurz & knapp

KLIMAKABINETT: WIRTSCHAFTSVEREINIGUNG STAHL WARNT VOR

BESCHLUSSFOLGEN

Düsseldorf. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl

sieht den jüngsten Beschluss des Klimakabinetts,

sich für einen Mindestpreis im europäischen Emissionsrechtehandel

(EU-ETS) einzusetzen, mit Sorge.

Schließlich sei die Stahlindustrie in Deutschland

und Europa in der kommenden Handelsperiode

2021 bis 2030 mit einer massiven Minderzuteilung

von durchschnittlich 20 Prozent der

Emissionen sogar für die effizientesten Anlagen

konfrontiert. »Der Kauf von Zertifikaten und höhere

Strompreise drohen zu massiven internationalen

Wettbewerbsnachteilen zu führen und sind

auch ein gravierendes Hemmnis für Klimaschutz-Investitionen.

Ein europäischer Mindestpreis

könnte dieses Problem deutlich verschärfen«,

warnt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der

Wirtschaftsvereinigung Stahl. Zudem würde die

langfristig angestrebte Erweiterung des EU-ETS

um die Sektoren Verkehr und Gebäude zu einer

erheblichen Steigerung des Zertifikatspreises führen.

»Statt den EU-Emissionsrechtehandel weiter

zu verschärfen, sollte sich die Bundesregierung

dringend für eine vollumfassende Kompensation

der emissionshandelsbedingten Strompreissteigerungen

einsetzen«, fordert Kerkhoff. Mit Blick auf

die Industrie fordert die Wirtschaftsvereinigung

Stahl darüber hinaus einen Perspektivwechsel.

CO 2

-Warnschild

„Die politische Debatte hat sich in den vergangenen

Wochen und Monaten fast ausschließlich auf

die Frage einer CO 2

-Bepreisung für Sektoren wie

Verkehr und Gebäude konzentriert. Nun müssen

verstärkt die politischen Rahmenbedingungen für

die Klimaschutz-Anstrengungen der energieintensiven

Industriebranchen in den Blick genommen

werden“, erklärt Kerkhoff. „Die Stahlindustrie in

Deutschland will einen wichtigen Beitrag zum

Foto: VCI / RENE SPALEK

Erreichen der Klimaziele erbringen. Es sollten deshalb

zügig politische Instrumente erarbeitet werden,

mit denen Klimaschutz-Investitionen, wie die

Einführung von CO 2

-armen Produktionsverfahren

in der Stahlindustrie, wirksam flankiert und gefördert

werden können“, so der Verbandspräsident.

ROHSTAHLPRODUKTION:

ANZEICHEN FÜR

STABILISIERUNG AUF

NIEDRIGEM NIVEAU

Düsseldorf. Die Rohstahlproduktion in

Deutschland ist im August zum ersten Mal seit

acht Monaten im Vorjahresvergleich nicht mehr

gefallen. Das teilte die Wirtschaftsvereinigung

Stahl mit. Damit zeigten sich erste Anzeichen für

eine Stabilisierung, »dies allerdings auf einem

sehr niedrigen Niveau«. Im Verlauf der ersten

acht Monate sei die Erzeugung um vier Prozent

zum Vorjahreszeitraum gesunken.

VCI ZU DEN ECKPUNKTEN DES KLIMAKABINETTS

Frankfurt/Main. Der Verband der Chemischen

Industrie (VCI) hält die Ausrichtung des

heutigen Maßnahmenpaketes der Bundesregierung

für das Klimaschutzprogramm 2030 in weiten

Teilen für richtig. »Die CO 2

-Bepreisung auf

Sektoren zu beschränken, die bisher nicht am

europäischen Emissionshandel teilnehmen, ist

folgerichtig. Bei der Ausgestaltung des Systems

muss darauf geachtet werden, dass ab 2021 keine

Doppelbelastung für die Industrie entsteht«,

betont der Hauptgeschäftsführer des VCI, Utz Tillmann.

Positiv ist aus Sicht des VCI zudem, dass die

Bundesregierung mit dem Programm Innovationen

für klimafreundliches Verhalten anstoßen will

und einen technologieoffenen Ansatz bei der Förderung

von emissionsmindernden Maßnahmen VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann

verfolgt. Als Problem bewertet der VCI die Absicht

der Bundesregierung, in Brüssel darauf hinzuwirken,

dass der EU-Emissionshandel auf alle Sekto-

Emissionshandels zuwider, Reduzierungen so

fielen. Ein Mindestpreis laufe dem Prinzip des

ren erweitert und ein Mindestpreis für Zertifikate kosteneffizient wie möglich zu erzielen. Die bereits

eingeführt werde. Ein gemeinsames System hält im Klimaschutzplan 2050 definierten nationalen

der VCI für nicht zielführend, weil die Vermeidungskosten

der Sektoren zu unterschiedlich aus-

festgeschrieben werden. Das stößt beim

Sektorziele sollen laut den Eckpunkten gesetzlich

Chemieverband

auf Kritik: »So werden die Sektorziele

einklagbar und Genehmigungen für bestehende

Anlagen könnten in Frage gestellt werden.

Dadurch wird die politische Verantwortung auf die

Gerichte verlagert. Nationale Sektorziele sind

nicht erforderlich, da für Energiewirtschaft und

Industrie bereits auf europäischer Ebene durch

den EU-Emissionshandel ein festes Minderungsziel

für Treibhausgase besteht«, erklärt der Hauptgeschäftsführer

des VCI.

Foto: Shutterstock.

stahlmarkt 10.2019


Steel

Maximale Bauteilsicherheit

Foto: schwartz GmbH

mit fünf Buchstaben:

Die nächste Generation der Warmumformung im Automobilbau

ist da: AS Pro. Eine neue Beschichtung, mit der Sie die prozessbedingte

Wasserstoffaufnahme minimieren und maximale

Sicherheit crashrelevanter Bauteile erzielen. Zudem sparen

Sie mit AS Pro nachhaltig Energie – für eine wirtschaftlichere

Serien fertigung. Als Pionier der Warmumformung kennen wir

die Herausforderungen im Warmumformprozess und unterstützen

Sie als Partner, der weiterdenkt. Mehr zu AS Pro unter

www.thyssenkrupp-steel.com/de/as-pro

Besuchen

Sie uns auf der

Blechexpo

Halle 10

Stand 10407


12

SEITENBLICK

Straßen werden zum Nadelöhr

Marode Brücken, defekte Straßen und jeden Tag viele hundert Kilometer Stau – die schlechte Verkehrsinfrastruktur

wird für mehr Unternehmen zu einem Problem. Kurzfristig lässt sich keine Abhilfe schaffen. Denn es mangelt nicht

an Geld, sondern an Personal. Ingenieure sind sowohl in der Industrie als auch in Bauämtern Mangelware.

Von unserem Autor Stefan Weber

Zum Beispiel die Leverkusener Rheinbrücke:

1965 eröffnet, war die gut 1 000 Meter

lange, vierspurige Verbindung des Kölner

Stadtteils Merkenich mit dem Leverkusener

Stadtteil Wiesdorf ursprünglich für 40 000

Pkw pro Tag ausgelegt. Tatsächlich nahm der

Verkehr in den folgenden Jahrzehnten

jedoch auf bis zu 120 000 Fahrzeuge täglich

zu, darunter 14 000 Lastkraftwagen. Und

diese Lkw transportierten immer mehr Lasten,

weil die zulässigen Achslasten von einst

acht Tonnen auf zehn beziehungsweise 11,5

Tonnen für angetriebene Einzelachsen angehoben

wurden.

Die Verantwortlichen reagierten auf die

zunehmende Verkehrsbelastung, indem sie

zunächst die Standspuren zu Fahrspuren

umwandelten. Das Ergebnis: Die Brücke

wurde zum Sanierungsfall. Vor einigen Jahren

war klar, dass auch ein Nutzungsverbot

für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr

als 3,5 Tonnen die Rheinquerung nicht retten

kann. Doch der auf zehn Spuren ausgelegte

Neubau wird erst 2025 fertiggestellt sein. Bis

dahin werden die hohe Frequenz und Kontrollen

der Tonnagebeschränkung weiter

jeden Tag für erhebliche Verkehrsprobleme

sorgen.

So marode wie die Verbindung zwischen

Köln und Leverkusen sind in Deutschland

zwar nur wenige Brücken. Aber nach Angaben

der Bundesanstalt für Straßenwesen

befindet sich immerhin ein Achtel der rund

39 500 Brücken an Bundesfernstraßen in

nicht ausreichendem oder sogar ungenügendem

Zustand. Das heißt nicht, dass sie

einsturzgefährdet sind. Aber es bedeutet,

dass zum Teil erhebliche Instandsetzungsarbeiten

notwendig sind oder die Brücken

sogar auf Sicht ersetzt werden müssen.

Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum

einen das Alter der Brücken. Gut 60 Prozent

»»

Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen befindet sich ein Achtel

der rund 39 500 Brücken an Bundesfernstraßen in nicht ausreichendem oder

sogar ungenügendem Zustand.

Die Verbindung zwischen Köln und Leverkusen ist so marode wie nur wenige Brücken in

Deutschland.

von ihnen stammen aus der Zeit vor 1990,

das Gros sogar aus den 1960er- und

1970er-Jahren.

Zum anderen hat der Schwerlastverkehr in

den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Nach Angaben des Instituts der deutschen

Wirtschaft Köln (IW) wurden 2017 mit

3,6 Milliarden Tonnen etwa 22 Prozent mehr

über bundesdeutsche Straßen bewegt als

1990.

Für diese Mehrbelastung sind sowohl die

Brücken als auch die übrige Straßeninfrastruktur

nicht gerüstet. Die Folge sind Staus

und Verkehrsstörungen, die immer mehr zu

einer Bürde für die Wirtschaft werden. In

einer Umfrage des IW sahen etwa 30 Prozent

der befragten Unternehmen ihren Geschäftsablauf

durch Mängel im Straßenverkehr

»deutlich beeinträchtigt«. Fünf Jahre zuvor

hatten das erst 23 Prozent der Betriebe zu

Protokoll gegeben. Die Behinderungen auf

den Straßen sind für alle Unternehmen

ärgerlich. Besonders großen negativen Einfluss

haben sie jedoch auf die Arbeit vieler

Metall- und Elektrobetriebe. Denn dort wird

besonders häufig just in time gearbeitet –

weshalb Verzögerungen im schlimmsten Fall

zu einem vorübergehenden Stopp der Produktion

führen.

Wie lassen sich diese Infrastrukturmängel

möglichst kurzfristig beseitigen? Die Politik

hat den Handlungsbedarf erkannt – endlich.

Nachdem Bund, Länder und Kommunen lange

Zeit zu wenig in das Infrastrukturnetz

investiert haben, bemühen sie sich seit eini-

Foto: Shutterstock

stahlmarkt 10.2019


13

gen Jahren, den Substanzverlust aufzufangen und Verkehrswege

auszubauen. Seit 2015 gibt die öffentliche Hand wieder mehr für

den Straßenbau aus. Das Fernstraßenbudget liegt heute sogar über

jenen sieben Milliarden Euro pro Jahr, die die Bedarfsschätzung im

Jahr 2012 ergeben hatte.

»»

Besonders großen negativen Einfluss haben die Behinderungen

auf den Straßen auf die Arbeit vieler Metall- und

Elektrobetriebe. Denn dort wird besonders häufig just in

time gearbeitet.

Nach Meinung von Experten ist die Höhe des Etats jedoch nicht das

größte Problem. Viel entscheidender sei, dass viele Bauunternehmen

an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Deshalb sei es inzwischen kaum

mehr möglich, den Bundesfernstraßenetat überhaupt auszugeben.

Der Engpass ist das Personal. Der Markt für Bauingenieure ist leergefegt.

Das spürt nicht nur die Industrie. Auch in den Bauämtern sind

viele Stellen nicht besetzt. Gesucht sind vor allem Planungsingenieure.

Gerade im Brückenbau ist Planung eine besondere Herausforderung.

Brücken sind immer ein Nadelöhr – ein Neubau geht nicht ohne

Umgehungen und Ersatzstrecken. Das Timing der Teilfertigstellungen

muss stimmen und der Bau selbst ist häufig hochkomplex.

Der Personalmangel lässt sich kurzfristig nicht beheben. Aber Fachleute

sehen dennoch eine Stellschraube, an der sich drehen lässt,

um die Situation in absehbarer Zeit zumindest ein wenig zu verbessern:

die Länge der Planungszeiten. Bei Brücken ist es keine Seltenheit,

dass zwischen ersten Ideen und Baubeginn bis zu zehn Jahre

vergehen. Der Grund sind häufig Klagen von Umweltverbänden. Für

mehr Tempo wird fortan das im Juli beschlossene Gesetz zur

Beschleunigung von Planungsprozessen sorgen. Es sieht unter anderem

vor, dass sämtliche Beweismittel für vermeintlich ökologisch

schädliche Planungen innerhalb von zehn Wochen beigebracht werden

müssen. Auch ist es jetzt möglich, bauvorbereitende Maßnahmen

wie die Umlegung von Gas- und Wasserleitungen bereits vor

Abschluss etwaiger Gerichtsverfahren zu beginnen.

Ein Problem ist jedoch, dass Ersatzbauten weiterhin wie Neubauten

behandelt werden. Das heißt: Sie müssen das komplette Planfeststellungsverfahren

mit allen Umweltprüfungen, Anhörungen und

Klagemöglichkeiten durchlaufen, obwohl es ein ähnliches Bauwerk

an ähnlicher Stelle bereits gibt. Experten mahnen zu Recht, dass der

Gesetzgeber an dieser Stelle dringend nachbessern muss – nicht nur,

um die Gefahren zu bannen, die marode Brücken bergen, sondern

auch, um Schaden von der deutschen Wirtschaft durch weitere Verkehrsprobleme

abzuwenden. Nebenbei verschlingt die Instandhaltung

der alten Brücken, die parallel zum Neubau nötig sind, Jahr für

Jahr erhebliche Summen: Für die Rheinquerung bei Leverkusen sind

knapp 33 Millionen Euro pro Jahr angesetzt.

stahlmarkt 10.2019


14 Stahlstandort Deutschland

Recyclingweltmeister Stahl: Neue

Technologien verändern die Verwertung

von Stäuben und Schlämmen

Steigerung der Rohstoffeffizienz und Nachhaltigkeit durch Recycling

Bitterfeld-Wolfen. Bereits die Mehrheit des in der deutschen Produktion eingesetzten Stahls wird aus

sekundären Rohstoffen, also dem Recycling, gewonnen. Nicht nur vor dem Hintergrund der zunehmenden

Relevanz von Nachhaltigkeit beziehungsweise umweltfreundlichem Handeln ergibt dies Sinn - die Verwertung von

Schrott bringt zusätzlich deutliche Kostenvorteile gegenüber dem Einsatz primärer Ressourcen mit sich.

Von Alia Smektala*

Neben Stückschrott entstehen in verschiedenen

Produktionsprozessen durch die

Bearbeitung mit Wasser, Öl und anderen

Kontaminationen auch andere metallische

Abfälle. Beim Schleifen, Gießen oder Walzen

sind beispielsweise Filterstäube, Schleifschlämme

und metallische Pulver zu entsorgen.

Ressourcenverlust durch unzureichende

Recyclingmöglichkeiten

Am Standort in Bitterfeld-Wolfen bereitet Cronimet Envirotec mit einer jährlichen Kapazität

von 50 000 Tonnen metallhaltige Schlämme und Pulver auf.

Eine direkte Verwertung von Pulvern in

Schmelzen ist nicht immer möglich. Bei einer

Rückführung der Stäube in Hochöfen

besteht der Nachteil, dass ein großer Teil

davon im Ofen verbrennt. Des Weiteren entsteht

ein hoher Anteil an Schlacke, da sich

die feinen Partikel leicht absetzen. Neben

dem Risiko von Verpuffungen sind auch die

Qualitätseinbußen und der Verlust von Ressourcen

Nachteile dieses Verfahrens. Pulver

und Stäube müssen zudem meist noch weitere

Prozessschritte durchlaufen, bis sie

Stahlwerksqualität erreichen und wieder als

Rohmetall eingesetzt werden können.

Die Entsorgung von Metallschlämmen,

welche häufig als gefährliche Abfälle deklariert

werden müssen, erfolgt häufig auf

Deponien oder in Verbrennungsanlagen.

Unzureichende Recyclingmöglichkeiten für

wasser- und ölhaltige Metallabfälle führen

zu Ressourcenverlust und erhöhen die Entsorgungskosten.

Zwar gibt es die Möglichkeit,

die Schlämme über eine längere Zeit

entwässern zu lassen, jedoch wird keine

ganzheitliche Trocknung erreicht, und andere

organische Bestandteile lassen sich nicht

entfernen.

Hohe Festigkeit, wenig Bindemittel

Die genannten Nachteile können mit einer

Brikettierung der Stäube sowie einer Trocknung

und Entölung des Schlamms gelöst

werden. Im Brikettierungsprozess der Firma

Cronimet Envirotec GmbH werden Partikel

eines Feststoffes aneinander gepresst bis

eine Haftung der Einzelteile entsteht. Die

Zugabe eines organischen Bindemittels, welches

in der Schmelze anschließend nicht

mehr bemerkbar ist, gewährleistet eine hohe

Festigkeit. Dadurch, dass mit verhältnismäßig

wenig Bindemittel gearbeitet werden

kann, sind die metallischen Briketts in ihrer

Qualität für die Stahlproduktion geeignet.

Die Rückführung in Schmelzen wird mit

einem deutlich geringeren Anteil an Schlackebildung

als bei Pulvern ermöglicht.

Mithilfe der Vakuum-Destillations-Technologie

zur Aufbereitung von Metallschlämmen

der Cronimet Envirotec GmbH wird das

Recycling von Metallen auch in Verbindung

mit Öl und Wasser ermöglicht. Während der

Destillation werden alle organischen von

flüssigen Bestandteilen getrennt und

gekühlt. So wird der Schlamm entölt,

getrocknet und die metallischen Bestandteile

verlassen den Prozess als Pulver. Die aufbereiteten

feinen Partikel können anschließend

zu Metallbriketts verarbeitet werden.

Hochwertige Rohstoffe aus

gefährlichen Abfällen

Aus gefährlichen Abfällen entstehen so am

Standort in Bitterfeld-Wolfen seit 2015 qua-

Fotos (2): CRONIMET Envirotec GmbH

stahlmarkt 10.2019


Stahlstandort Deutschland 15

litativ hochwertige Rohstoffe, die sich wieder

in den Produktionskreislauf zurückführen

lassen. Die Aufbereitung und die daraus

resultierende Nutzbarkeit der Metallpulver

oder -briketts stellen gegenüber der Förderung

von Primärrohstoffen aus Erzen zudem

einen Kostenvorteil dar. Neben der Einsparung

von Energie und Ressourcen beim Primärabbau

hilft das Recycling auch,

CO 2

-Emissionen zu vermeiden und Deponieplätze

zu reduzieren. So werden Abfallbilanzen

gesenkt und die Nachhaltigkeit gesteigert.

Für den Stahlhandel heißt dies, dass das

angebotene Serviceportfolio auf Seiten der

Abfälle sowie auf Seiten der Sekundärrohstoffe

erweitert werden kann. Die aus

Schlämmen und Pulvern wiedergewonnenen

Briketts stellen ein Substitut für Stückschrott

und Primärrohstoffe dar und können

in der Stahlproduktion ohne Weiteres wieder

eingesetzt werden. Zudem bietet die Cronimet-Envirotec-Technologie

Verwertungswege

für gefährliche Abfälle an, die bislang

Mithilfe der Vakuum-Destillationsanlage können Schlämme, die mit Öl, Wasser und

Kühlschmierstoffen kontaminiert sind, nach Angaben von Cronimet Envirotec ohne

Qualitätsverlust wiederverwertet werden.

nicht verwertet werden konnten. Werden

Schlämme und Stäube mit einem hohen

Legierungsanteil aufbereitet, kann außerdem

aus einer Kostenstelle bei Kunden mitunter

ein weiteres Profitcenter kreiert werden.

Auch dies kann wesentliche Effekte im

Handelsgeschäft haben.

* Die Autorin ist Inbound

Sales Managerin der Cronimet

Envirotec GmbH

.

www.getinfo.cronimet-envirotec.com/

stahlrecycling

Globaler Stahlhersteller mit Produktionsstandorten in Europa

Metinvest produziert Stahlbleche und Coils von höchster Qualität

stahlmarkt 10.2019

Metinvest ist eine international, vertikal integrierte

Bergbau- und Stahlunternehmensgruppe.

Die World Steel Association führt Metinvest unter

den 45 größten Stahlherstellern weltweit.

Metinvest verfügt über zwei Stahlwerke sowie über einen Produzenten von feuerverzinkten Coils

in der Ukraine. Ferner unterhält Metinvest an 4 Standorten in Europa (Italien, Bulgarien und

Großbritannien) Walzwerke für Flachprodukte. Das Vertriebsnetz verfügt über 41 Büros, die die

Schlüsselmärke in Europa, Nordamerika, den GUS, dem mittleren Osten, Nordafrika (MENA) sowie

Südostasien abdecken.

Das Erfolgsrezept von Metinvest liegt gegenüber dem Wettbewerb in der Selbstversorgung mit wichtigen Rohstoffen zur Stahlherstellung.

Durch gezielte Investitionen in fortschrittliche Technologien sowie einer selektiven Fusions- und Übernahmestrategie wird ein stetiges Wachstum

der Unternehmensgruppe erreicht.

Metinvest konzentriert sich darauf, den Anteil von Stahlprodukten mit höherer Wertschöpfung

im Portfolio stetig auszubauen. Der Produktmix der Gruppe umfasst Grobbleche, warmgewalzte,

kaltgewalzte und verzinkte Bleche und Coils.

Zu den Stärken der Unternehmensgruppe zählt in Europa die hervorragende Qualität, das breite

Produktangebot von ukrainischen und europäischen Tochtergesellschaften, die Möglichkeit,

die Abnahmemengen für jede Anforderung anzupassen, eine großen

Kundendatenbank und unser erstklassiger Kundenservice.

Stefan Kapfhammer, Geschäftsführer der Trametal Deutschland GmbH, Repräsentant der Metinvest Gruppe

Besuchen Sie uns

auf der Blechexpo,

Halle 10,

Stand 10708


16 Stahlstandort Deutschland

Foto: Shutterstock

Ein Ingenieur sammelt Daten, die von einem Computer analysiert werden.

Vom Stahlverarbeiter zum Prozessoptimierer

Schäfer Werke Gruppe gründet VIZUU GmbH

Neunkirchen. Die Schäfer Werke Gruppe gründet das Unternehmen VIZUU. »Der neue Geschäftsbereich des

Stahlverarbeiters sorgt zukünftig für durchgängige Datentransparenz in der Supply Chain. Den Start macht das

junge Enterprise mit der Adaption von Industriecontainern, die mittels Datenlogger und cloudbasierter Plattform

jederzeit Auskunft über Füllmenge, Standort und Temperatur geben«, teilen die Schäfer Werke mit. So sollen

Warenwirtschaftsprozesse verschlankt werden.

Wer Waren in industriellen Großcontainern,

sogenannten Intermediate Bulk

Containern (IBC), transportiert, kann deren

Zustand nur bedingt überprüfen. »Das

ändert VIZUU mit einem im Deckel des IBC

integrierten Datenloggers, der mit neuster

Auf einen Blick: VIZUU

Die VIZUU GmbH, ein Tochterunternehmen

der Schäfer Werke Gruppe, kombiniert

eigenen Angaben zufolge die

neueste Sensortechnik mit einer intuitiv

zu bedienenden Plattform und gibt an,

damit Datenmanagementprozesse in

der Warenwirtschaft, der Logistik und

im Supply-Chain-Management zu revolutionieren.

Die Anwender profitieren

demnach vom permanenten und transparenten

Datenzugriff, der Entscheidungssicherheit

bieten, Alarmsysteme

ermöglichen und Ereignisse prognostizieren

soll.

Sensortechnik jederzeit Auskunft über containerspezifische

Daten wie Füllstand, Standort,

Temperatur, Druck und viele weitere

Faktoren liefern kann. Dadurch lassen sich

von ganzen Containerflotten bis hin zum

einzelnen IBC sämtliche Warenwirtschaftskreisläufe

abbilden. Der Logger ist auch für

bestehende IBC jedes Herstellers nachrüstbar

und läuft im Standardgebrauch bis zu

zwei Jahre autark«, so die Schäfer Werke.

Die Aufladung erfolgt mittels Induktion.

Schnittstelle zur Warenwirtschaft

Kern des Geschäftsmodells sei neben dem

Datenlogger eine cloudbasierte Plattform,

auf der alle Messwerte zusammenlaufen sollen.

Diese bilde die Schnittstelle zur Warenwirtschaft

und lasse sich in nahezu alle

ERP-Systeme integrieren. Nutzer könnten

ihre Containerdaten so in individuellen zeitlichen

Intervallen aktualisieren lassen,

Alarme einstellen und Frühwarnungen

schon vor möglichen Ereignissen prognostizieren.

»Damit schafft das System die Basis

für sichere Entscheidungen«, betonen die

Schäfer Werke. Technische Grundlage hierfür

sei die SAP-Cloud-Plattform.

»Fragen nach verlorenen Containern,

Temperaturrisiken für empfindliche Güter

oder nach der Menge im Inneren eines Containers

können zukünftig schnell und zuverlässig

beantwortet werden. VIZUU bietet

seinen Kunden mit Datenlogger und verbundener

Cloud-Plattform einen Service mit

absolutem Alleinstellungsmerkmal in Sachen

Datentransparenz in der Warenwirtschaft.

Mit unserem innovativen Geschäftsmodell

sind wir Vorreiter in einer traditionell geprägten

Branche. Dabei ist VIZUU als Tochterunternehmen

der Schäfer Werke Gruppe die

konsequente strategische Weiterentwicklung

in Richtung digitaler Prozessentwicklung«,

so Rainer Bröcher, Geschäftsführer

der Schäfer Werke Gruppe sowie der VIZUU

GmbH.

www.vizuu.io

stahlmarkt 10.2019


Stahlstandort Deutschland 17

EU-Abfallrahmenrichtlinie:

BDSV kritisiert Gesetzesentwurf

Stahlschrottverband warnt vor »ungerechtfertigter Übersicherung«

Düsseldorf. Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) befasst sich

mit dem Referentenentwurf eines »Gesetzes zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union«:

Dieses bezieht sich laut BDSV »im Wesentlichen« auf die Bestimmungen der EU-Abfallrahmenrichtlinie. Jedoch

enthalte das Entwurfspaket auch eine Regelung, die ohne Bezug zur EU-Umsetzung vonstatten gehen soll: Es gehe

dabei um die Schaffung der Klagebefugnis der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger im Zusammenhang mit

dem Anzeigeverfahren gewerblicher Sammlungen.

Neu aufgenommen werden soll dazu nach

Informationen der BDSV ein Paragraf 18 Abs. 8

KrWG, der folgenden Wortlaut haben soll: »Der

von der gewerblichen Sammlung betroffene

öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger hat

einen Anspruch darauf, dass die für die gewerbliche

Sammlungen geltenden Bestimmungen

des Anzeigeverfahrens eingehalten werden.«

Dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger

werde damit in prozessualer Hinsicht die Klagebefugnis

eingeräumt, gegen die für die Durchführung

des Anzeigeverfahrens zuständige

Behörden eine Verpflichtungsklage zu erheben,

so die BDSV.

Der Stahlschrottverband kritisiert diesen

Schritt: »Die Behörde, die über die Zulässigkeit

einer gewerblichen Sammlung zu entscheiden

hat, unterliegt selbstverständlich der Gesetzesbindung.

Der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger

ist somit keineswegs schutzlos gestellt.

Dass die Behörde durch die Novellierung ein

zusätzliches eigenständiges Klagerecht gegen

die zuständige Behörde bekommen soll, ist eine

ungerechtfertigte und den gewerblichen

Sammler in systemwidriger Weise belastende

Maßnahme«, sagt BDSV-Hauptgeschäftsführer

Dr. Rainer Cosson.

Hintergrund der beabsichtigten Gesetzesausweitung

ist Angaben der BDSV zufolge ein

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27.

September des vergangenen Jahres, mit dem

das höchste deutsche Verwaltungsgericht eine

Klagebefugnis des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers

gegen den eine gewerbliche

Sammlung betreibenden privaten Entsorger

verneint hatte.

Die BDSV plädiert dafür, diesen Zustand zu belassen:

»Gewerbliche Sammlungen sind durch die

Prüfpflicht der zuständigen Behörde geschützt.

Die Behörde ist gehalten, die Argumente beider

Seiten wertend in Beziehung zu setzen. Eine darüber

hinausgehende Subjektivierung der Rechtsposition

des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers

ist eine ungerechtfertigte Übersicherung; ihr

bedarf es nicht«, betont Cosson.

KONTAKT

Bundesvereinigung Deutscher

Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen

e.V. (BDSV)

Berliner Allee 57 · 40212 Düsseldorf

Tel. +49 211 8289530

www.bdsv.org

Besuchen Sie uns auf der BLECHEXPO in Stuttgart, 5. – 8. November 2019, Halle 8, Stand 8405

The Next Level of Coil Processing

| Längsteilanlagen | Streckbiegerichtanlagen | Richtmaschinen | Querteilanlagen | Verpackunganlagen |

Verlegespuler | Richtmaschinen für Bandanlagen, Lochbleche und hochfeste Materialien | Vorrichtmaschinen

| Bandzuführanlagen | Schnittgratmessgerät | Retrofit & Service |

www.deltatechnik.com www.b-s-germany.com www.schnutz.com


18 Stahlstandort Deutschland

Online-Marktplatz für Sekundärrohstoffe

Plattform Circulania soll Industrieunternehmen Vorteile bieten

Frankfurt/Main. Die B2B-Handelsplattform Circulania ist gestartet. Der Marktplatz für Sekundär-Rohstoffe soll

industriellen Produzenten, Verarbeitern und Verbrauchern als Online-Marktplatz für Nebenprodukte dienen.

»Circulania unterstützt die Nutzer des

Marktplatzes als Wertschöpfungsplattform.

Das besondere Alleinstellungsmerkmal von

Circulania besteht in den in die Plattform integrierten

Wahlmöglichkeiten, die es den Käufern

von Rohstoffen erlauben, bestimmte

Dienstleistungen optional per Klick hinzuzubuchen,

die genau dem individuellen Bedarf

des jeweiligen Industrieunternehmens entsprechen

und ihnen die Nutzung von Sekundär-Rohstoffen

erleichtern oder sogar erst

ermöglichen«, teilt die Circulania Services

GmbH mit.

»Erste integrierte Marktplattform

für industrielle Nebenprodukte«

Nach Angaben des Unternehmens aus

Frankfurt am Main unterscheidet die Einbeziehung

optional hinzubuchbarer Dienstleistungen

in das Plattform-Konzept Circulania

wesentlich von herkömmlichen Marktplattformen.

»Der Marktplatz Circulania profiliert

sich somit als die erste integrierte Marktplattform

für industrielle Nebenprodukte«,

betont die Circulania Services GmbH.

Ein Anwendungsbeispiel aus der Stahlherstellung:

Bei der Stahlproduktion anfallende

Schlacke kann abgekühlt über Circulania ab

Werk verkauft werden, um die Schlacke als

Sekundär-Rohstoff etwa als Zugabe in der

Stahlmetallurgie, im Straßenbau oder als

Dünger in der Landwirtschaft zu nutzen.

Käufer, die die Circulania-Plattform nutzen,

können sich nach Unternehmensangaben

per Klick aber auch für verschiedene Hinzubuchungen

entscheiden, wie das Brechen

auf eine dem Bedarf entsprechende Korngröße,

die Absiebung des Unterkorns, die

Mischung mit Zusatzprodukten oder den

Transport zum Werk des Käufers.

Überblick über den gesamten Markt

der Sekundär-Rohstoffe

»Circulania bündelt die Angebote der

Nebenprodukte-Märkte und verhilft damit

Extrudierte Aluminiumdosen in einer Fabrik zur Verarbeitung von Sekundärrohstoffen

den Portal-Nutzern zu einem guten Überblick

über den gesamten Markt der Sekundär-Rohstoffe«,

nennt die Circulania Services

GmbH die Vorteile der Plattform für Industrieunternehmen.

Der integrierte Marktplatz

Circulania verschaffe Markttransparenz, sei

das erste Online-Handelssystem zur Ermittlung

von Marktpreisen für sekundäre Rohstoffe

und ermögliche die kontinuierliche

Weiterentwicklung neuer Wertschöpfungsketten

über Ländergrenzen hinweg. Dabei

spreche Circulania die gesamte Wertschöpfungskette

an – von der Produktion über die

Aufarbeitung bis zur industriellen Verwendung

von Sekundär-Rohstoffen. »Die durch

Circulania geförderte konsequente Erschließung

von Sekundär-Rohstoffen bewirkt

nicht zuletzt eine geringere Abhängigkeit

der europäischen Volkswirtschaft von Rohstoffimporten«,

meint die Circulania Services

GmbH.

Zudem unterstütze die Plattform ihre Nutzer

durch Beratung und Experten-Netzwerk:

»Circulania berät die Nutzer der Handelsplattform

zur Konditionierung von Sekundärrohstoffen

und gegebenenfalls auch zur

Aufarbeitung von Rohstoffen zwecks Optimierung

des Preis-Gewinn-Verhältnisses

beim Einsatz von Nebenprodukten«, erklärt

die Circulania Services GmbH. Das zugehörige

Netzwerk, zu dem Verfahrens- und

Branchenexperten gehören sollen, basiere

auf langjährigen Verbindungen. Es unterstütze

Industrieunternehmen bei der Entwicklung

von Wertschöpfungsketten und

bei der Erschließung von Absatzwegen für

sekundäre Rohstoffe.

Studien: Großes Potenzial der

zirkulären Wertschöpfung

Nach Angaben der Circulania Services GmbH

bestätigen aktuelle Untersuchungen das

Innovationspotenzial, das sich durch zirkuläre

Wertschöpfung realisieren lasse. Bei möglichst

intensiver Nutzung der Kreislaufwirtschaft

könne Wirtschaftswachstum auch bei

geringerem Verbrauch von Rohstoff-Ressourcen

generiert werden, heißt es. »Laut

einer Studie der EPEA Internationale

Umweltforschung und von Kienbaum

Management Consultants ist hierzu ein verstärktes

Denken in Richtung von Kreislauf-Prozessen

und qualitativem Wachstum

sowie die Bereitschaft zu radikalem Infragestellen

vorhandener Strukturen erforderlich,

um auch in Zukunft die vorhandenen

Wachstumspotenziale heben zu können«,

nennt das Unternehmen ein Beispiel.

www.circulania.com

Foto: Shutterstock

stahlmarkt 10.2019


»stahlmarkt«

regelmäßig beziehen und 68 € im Jahr sparen

»stahlmarkt« ist die führende deutschsprachige Fachzeitschrift für Stahlhändler, Stahl-Service-

Center und Verarbeiter. Das aktuelle Marktgeschehen, der Handel sowie Ziele und Lösungen bei der

Stahlverwendung und technische Neuentwicklungen stehen im Vordergrund. Die Zeitschrift erreicht als

führende Fachpublikation die gesamte Branche. Der Mix aus Themen rund um Wirtschaft, Markt und

Technik ist auf diese Branche maßgeschneidert und einzigartig.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

✓ Unverzichtbarer Marktnavigator der Stahlbranche

✓ Maßgeschneiderte Informationen und Analysen

✓ Unterstützung bei strategischen Entscheidungen

✓ Objektive und seriöse Berichterstattung anstatt

Ankündigungsjournalismus

✓ Keine Termine mehr verpassen

Testen Sie den »stahlmarkt«

noch heute völlig unverbindlich.

Problemloser Wiederruf

innerhalb von

14 Tagen nach Erhalt!

✓ Stahlmarkt-Know-how seit 65 Jahren

✓ Mobil, jederzeit verfügbar

✓ Als Abonnent in Deutschland zahlen Sie lediglich 112 € anstatt 180 € pro Jahr.

Porto und Verpackung übernehmen wir für Sie.

Eine Marke der Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Straße 25 - 51149 Köln - E-Mail: info@maenken.com - www.stahleisen.de


20 Branchenbericht

Foto: Shutterstock

Die Politik sollte auf die innovative Kraft der Industrie setzen, um Entwicklung und Verbreitung effizienter Technologien zu fördern. Dazu gehört

auch ein klarer Plan für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland.

Klimadebatte: VDMA fordert Klimaschutz

aus einem Guss

Wirtschaftsvereinigung Stahl: CO 2

-Bepreisung darf Stahlindustrie nicht zusätzlich

belasten

Die Sitzung des Klimakabinetts im vergangenen Monat verdeutlichte, wie zäh das Ringen in Sachen Klimapolitik ist

und wie schwer vereinbar die Vorstellungen selbst innerhalb der großen Koalition sind. Doch was erwarten

Branchen wie die Anlagenbauer oder die Stahlindustrie von der Politik?

Von Philipp Isenbart

»Die Pariser Klimaziele brauchen eine

mutige politische Gesamtlösung für Deutschland

und Europa: ein auf marktwirtschaftlichen

Prinzipien basierendes Konzept für den

Umbau des Bepreisungssystems aller Energieträger«,

teilte der Verband Deutscher Maschinen-

und Anlagenbau (VDMA) mit. Falsch

wäre es, die Klimaherausforderungen mit

einer Fülle kleinteiliger oder markverzerrender

staatlicher Maßnahmen wie etwa Subventionen

für einzelne Technologien oder einzelne

Sektorziele anzugehen. »Klimaschutz muss

aus einem Guss erfolgen und sektor- sowie

länderübergreifend gedacht werden. Die

Industrie erwartet politischen Mut und ein

schlüssiges, verlässliches Gesamtpaket. Keinen

Klimakitt, um den Frieden in der Groko

zu retten«, sagte VDMA-Präsident Carl Martin

Welcker im Vorfeld der Sitzung des Klimakabinetts

der Bundesregierung.

Klimaschutz: Marktbasierte

Investitionsanreize gefordert

Im Zentrum muss aus Sicht des Maschinenbaus

ein System zur CO 2

-Bepreisung stehen,

welches eine Lenkungswirkung entfaltet hin

zum verstärkten Einsatz von klimaschonenden

Technologien. »Im Kern muss der Ausstoß

von CO 2

teurer werden und Energie

entsprechend billiger, je stärker sie aus regenerativen

Quellen gewonnen wird«, so Welcker.

Entsprechend sollte das derzeitige

Modell der Energieträgerbelastung aufkommensneutral

umgestaltet werden, basierend

auf der Klimaschädlichkeit der einzelnen

Energieträger. CO 2

-intensive Brennstoffe wie

Benzin oder Diesel müssten höher bepreist

werden als solche, die weniger emissionsintensiv

sind. »Die Industrie stemmt sich

sowohl gegen Mehrbelastungen einzelner

Marktteilnehmer als auch gegen Subventionen«,

betonte Welcker. Stattdessen fordert

der VDMA marktbasierte Anreize für Investitionen

in den Klimaschutz.

stahlmarkt 10.2019


Branchenbericht 21

Foto: Stahl-Zentrum, Düsseldorf / Wilfried Meyer

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident und Hauptgeschäftsführer

der Wirtschaftsvereinigung

Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh

Welcker: »Die bestehende Lücke zur Erreichung

der nationalen Klimaziele kann aus

unserer Sicht nur mit marktwirtschaftlichen

Ansätzen geschlossen werden. Und was ist

marktwirtschaftlicher als der Preis?!« Eine

CO 2

-Bepreisung dürfe jedoch die Wettbewerbsfähigkeit

der Industrie – insbesondere

der energieintensiven Betriebe – nicht

gefährden. »Wir dürfen diese Teile unserer

Wertschöpfungskette nicht über Gebühr

belasten«, betont er.

Keine Gefährdung energieintensiver

Betriebe

Foto: VDMA

Carl Martin Welcker, Präsident des Verbands

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA)

Unstrittig ist dem VDMA zufolge, dass die Vermeidung

von CO 2

zusätzliche Investitionen

erfordern werde. Deswegen sollten Vermeidungsmaßnahmen

dort ansetzen, wo der

höchste Wirkungsgrad erzielt werde. Eine

staatliche Fokussierung zum Beispiel im Verkehrssektor

auf die Marktdurchdringung mit

batteriegetriebenen Elektrofahrzeugen lehnt

der VDMA ab. »Es spricht volkswirtschaftlich,

ökonomisch und ökologisch wenig für das

schnelle Einführen von batterieelektrisch

betriebenen Fahrzeugen«, so Welcker. Denn

die CO 2

-Vermeidungskosten seien bei dieser

Technologie mit 500 bis 1 500 Euro je Tonne

CO 2

vergleichsweise hoch. Neben der Elektromobilität

sollte die Politik daher auch auf andere

Technologien wie Brennstoffzellen oder

alternative Kraftstoffe setzen, die den Charme

hätten, auch in existierenden Fahrzeugflotten

einsetzbar zu sein und so relativ schnell Beiträge

zur CO 2

-Minderung leisten könnten.

Besonders warnt der Maschinenbau vor klimapolitischen

Maßnahmen auf Kosten der

mittelständischen Industrie. »Dem Weltklima

ist sicher nicht geholfen, wenn Industrieunternehmen

aus Europa abwandern in

andere Erdteile mit laxeren Klimagesetzen«,

sagte Welcker. Stattdessen sollte die Politik

auf die innovative Kraft der Industrie setzen,

um Entwicklung und Verbreitung effizienter

Technologien zu fördern. Dazu

gehört auch ein klarer Plan für den Ausbau

erneuerbarer Energien in Deutschland.

Maßnahmen, die einzelne Technologien

künstlich bevorteilen oder beschränken,

lehnt der Verband ab. »Investitionen setzen

vor allem zwei Dinge voraus: Planungssicherheit

und technologischen Freiraum für

neue Ideen«, so Welcker.

Auch die Stahlbranche bekenne sich zu

den Pariser Klimaschutzzielen, betont Hans

Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl: »Die Stahlindustrie in

Deutschland steht zum Pariser Klimaabkommen.

Klimapolitische Instrumente in den

Sektoren Verkehr und Gebäude dürfen

jedoch nicht zu zusätzlichen Belastungen für

die Stahlunternehmen führen, da diese

bereits durch den EU-Emissionsrechtehandel

einer CO 2

-Bepreisung unterliegen.« Eine

Erweiterung des europäischen Emissionshandelssystems

hätte deutliche Steigerungen

des CO 2

-Preises und somit eine erhebliche

zusätzliche Belastung der energieintensiven

Industrien zur Folge, so Kerkhoff:

»Daher lehnen wir dieses Modell ab. Nur

wenn die internationale Wettbewerbsfähigkeit

der Industrie in Europa gesichert wird,

werden Investitionen in CO 2

-arme Produktionsverfahren

möglich sein.«

Besuchen Sie uns auf der Blechexpo

HALLE 10, STAND 10404

HBE320-523G

Eine Klasse für sich

Die Gehrungsbandsägemaschine HBE 320-523G kombiniert perfekt die

Vorzüge moderner Hochleistungsmaschinen für individuelle Sägeaufgaben.

Sie deckt alle Erfordernisse kleiner und mittlerer Betriebe im Metallbau,

Profilstahlhandel, Maschinenbau sowie in Schlossereien zuverlässig ab.

Erleben Sie die HBE 320-523G live auf der Blechexpo 2019!

Besuchen Sie uns in Halle 10 am Stand 10404. Wir freuen uns auf Sie!

Behringer GmbH • Industriestraße 23 • 74912 Kirchardt • www.behringer.net • info@behringer.net


22 Steel International

Foto: Nucor Corporation

Elektrolichtbogen des Stahlherstellers Nucor im Einsatz

USA: Trübe Stimmung im Stahlsektor

US Steel: Stilllegungsserie hält weiter an

New York. Trotz hoher Schutzzölle schaut die Stahlindustrie weniger optimistisch in die Zukunft als im Vorjahr. Ein

Beispiel für die Probleme der Branche bietet US Steel. Nach der Ankündigung der Stilllegung von Hochöfen in zwei

Werken hat der integrierte Stahlproduzent nun die Schließung eines weiteren Werks bekanntgegeben.

Von unserer New Yorker Korrespondentin Brigitte Nacos

Als die Nucor Corporation zum Herbstbeginn

die Pensionierung ihres Chefs John

Ferriola bekannt gab, wurde der Unternehmenslenker

von der Presse als Gesicht der

Stahlprotektionisten charakterisiert. Sollte er

dem Beispiel seines Vorgängers Dan DiMicco

folgen, wird Ferriola seine Kampagne gegen

chinesische und andere ausländische Unternehmen

im Ruhestand fortsetzen, die er

beschuldigt, Handelsspielregeln zu verletzten.

Hinter Ferriola und DiMicco stand eine Unternehmenskultur

der Nucor Corporation, die

stets in aller Öffentlichkeit für die eigenen

Anliegen und die der Stahlindustrie eintrat.

Prinzip »Buy American«

Die Webseite des Unternehmens lässt keinen

Zweifel an der politischen Position der Nucor

Corporation in Fragen, die die Stahlindustrie

und Stahlkunden betreffen. Nucor unterstützt

das Prinzip »Buy American« – also »kauft

amerikanisch« – sowie einen weitgehenden

Infrastrukturplan für die USA und fordert,

dass Steuergelder für öffentliche Projekte nur

US- Unternehmen zugute kommen.

Ganz gleich, wer in der Vergangenheit das

Unternehmen führte: An der Kultur des

öffentlich-politischen Engagements schien

sich nichts zu ändern. Wenn ein neuer

Unternehmenschef ernannt wurde, hatte

der bereits jahrelang im Management mitgearbeitet.

Das war der Background von

DiMicco, Ferriola sowie vom neu ernannten

Chef Leon Topalian, der 1996 seine Lauf

bahn bei Nucor begann.

stahlmarkt 10.2019


Steel International 23

Zweigleisige Pro-Stahl-Kampagne

Seit Jahren waren die Unternehmenschefs

von Nucor die profiliertesten Führer im Stahlsektor.

Dan DiMicco, der das Unternehmen

von 2000 bis 2012 leitete, fuhr eine zweigleisige

Pro-Stahl-Kampagne mit dem Ziel, die

amerikanische Handelspolitik zu beeinflussen.

Zum einen organisierte er Bürgerversammlungen

an Standorten des Unternehmens

in verschiedenen Teilen der USA, um

die Öffentlichkeit gegen die als unfair empfundenen

Importe zu mobilisieren. Zum

anderen war er ein effektiver Lobbyist in

Washington, etwa in seiner Funktion als Vorsitzender

des American Iron and Steel Institute

(AISI), dem Dachverband der Stahlindustrie.

Doch den größten Einfluss auf die

Politik nahm DiMicco, als er 2015 und 2016

als Handelsberater im Wahlkampf des Kandidaten

Donald Trump fungierte. Sein Buch

»American Made: Why Making Things Will

Return Us to Greatness« und die von ihm

gegebenen Interviews verdeutlichten, dass

er und Trump in Sachen Handelspolitik die

gleichen Ziele verfolgten.

Rezessionsangst, schwacher Automobilabsatz,

inländische Stahlüberkapazität

John Ferriola war ebenfalls ein unermüdlicher

Lobbyist in Washington und ein früherer Vorsitzender

von AISI. So saß er neben US-Präsident

Donald Trump, als der im vergangenen

Jahr im Weißen Haus Zölle in Höhe von 25

Prozent gegen Stahlimporte aus China, der

EU und anderen Ländern verhängte.

Für Ferriola gab es vor seinem Ausscheiden

bei der Nucor Corporation einen weiteren

Lobby-Erfolg, als das US-Handelsministerium

vorläufige Zölle gegen Baustahlimporte

aus China und Mexiko verhängte. Während

auf einschlägige Produkte von fünf mexikanischen

Unternehmen Zölle von elf bis 31

Prozent festgesetzt wurden, waren die

gegen chinesische Baustahlprodukte verhängten

Zölle weitaus höher: Gegen zwei

Unternehmen (Wison Heavy Industry und

Jinhuan Construction Group) wurden Zölle

in Höhe von 52 Prozent beschlossen, gegen

alle anderen Baustoffimporte aus China

Zölle in Rekordhöhe von 141 Prozent. Im

vergangenen Jahr importierten die Vereinigten

Staaten mexikanische Baustähle im

Wert von umgerechnet 566,6 Millionen

Euro und chinesische Baustahlprodukte im

Wert von rund 817 Millionen Euro. Während

in der Erwartung des neuen nordamerikanischen

Handelsabkommens USMCA

die Einfuhrgebühren von 25 Prozent gegen

mexikanische Stahlprodukte gestrichen

wurden, war das nicht der Fall für chinesische

Stahleinfuhren.

Werksschließung vernichtet 300 Jobs

Trotz der drastischen Schutzzölle war die

Stimmung im Stahlsektor in diesem Herbst

weniger optimistisch als im Jahr zuvor. Zwar

gab es – infolge schwerer Schäden durch

Hurrikan Dorian – insbesondere in North

Carolina eine verstärkte Stahlnachfrage.

Aber die Rezessionsangst, der anhaltend

schwache Automobilabsatz und die inländische

Stahlüberkapazität überschatteten den

Ausblick der Unternehmen.

US Steel ist ein anschauliches Beispiel für

die weiterhin bestehenden Probleme der

Branche. Nachdem das Unternehmen die

»vorübergehende« Stilllegung von Hochöfen

in zwei Werken in Michigan und Indiana mit

einer Belegschaft von insgesamt 200 Stahlarbeitern

ankündigte, folgte im September eine

weitere Hiobsbotschaft: Diesmal für die 300

Arbeiter im Weißblechwerk in East Chicago,

die von der Schließung des Werks betroffen

sind. US Steel erwarb East Chicago Tin vor 18

Jahren von LTV Steel. Trotz der Importzölle

machten Unternehmen und Gewerkschaft

billige Einfuhren für die Werksschließung verantwortlich.

US Steel kündigte an, dass

anstelle von drei Weißblechwerken fortan nur

noch zwei Werke produzieren werden. Im

ArcelorMittal-Weißblechwerk in Weirton,

West Virginia, verloren 100 Arbeiter ihre Jobs,

weil dort die Produktion angesichts schwacher

Nachfrage zurückgeschraubt wurde.

Allerdings waren nicht nur Importe für

diese Entwicklung verantwortlich. Das

Unternehmen Del Monte, das seit Jahrzehnten

in Dosen konservierte Früchte und

Gemüse bereitet, kündigte die Schließung

zweier Werke an, die Weißblechdosen für

das Unternehmen herstellten. Das dürfte

eine Folge der veränderten Esskultur unter

dem Motto »Gesund essen« sein, die die

Vorzüge von frischem Gemüse und Obst feiert

und in den vergangenen Jahren das

Angebot von Supermärkten verändert hat:

Statt Konservendosen avancieren frische

Produkte zu den Verkaufsschlagern.

BESUCHEN SIE UNS!

HALLE 10 / STAND 10401

Forming AG

Industriestrasse 26

CH-4313 Möhlin

T: +41 (0)61 855 26 26

F: +41 (0)61 855 26 27

info@forming.ch

www.forming.ch

stahlmarkt 10.2019


24 Steel International

Online-Inbetriebnahme: Primetals

Technologies und Tata Steel feiern Premiere

Erfolgreiche Ferninbetriebnahme für Level-2-Automation der Stranggießanlage CC21

IJmuiden/Niederlande. Zum ersten Mal nahmen Primetals Technologies und Tata Steel Europe in der bereits mehr

als 50 Jahre dauernden Zusammenarbeit ein Level-2-System für eine Stranggießanlage vollständig online in

Betrieb. Das teilte Primetals Technologies kürzlich mit. Demnach hat das neue System von Primetals Technologies

die bestehende Automatisierungslösung auf der Stranggießanlage CC21 von Tata Steel Europe in IJmuiden,

Niederlande, Mitte Juli 2019 erfolgreich abgelöst.

Parallel errichtet Primetals Technologies

in IJmuiden gerade die Stranggießanlage

CC23 für Tata Steel Europe, die ebenfalls mit

dem Level-2-System ausgestattet wird. »Diese

Harmonisierung der Automatisierungslösungen

vereinfacht die Steuerung und die

Optimierung der Produktionsprozesse. Ein

Vorteil der neuen Lösung ist, dass die Berechnungsalgorithmen

und Softwaremodelle

zusätzliches Potenzial bieten, die Strangkühlung

sowie die Geschwindigkeits- und Breitensteuerung

zu verbessern. Dies sorgt für

eine bessere Produktionsleistung und einen

auf Anhieb vorgabenkonformen Gießbetrieb«,

so Primetals Technologies.

Stufenweise Ferninbetriebnahme mit

Online-Support in Echtzeit

Die vollständig Ferninbetriebnahme des Level-

2-Systems der Stranggießanlage CC21 in

IJmuiden, Niederlande, wurde von Primetals

Technologies und Tata Steel Europe nach eigenen

Angaben im Juli 2019 erfolgreich abgeschlossen.

In einigen vor Ort von Primetals

Technologies begleiteten »Cold Runs« sei

zuvor die korrekte Ankoppelung an das Level-

1-System und die bestehende IT-Landschaft bei

Tata Steel Europe getestet worden. Alle zehn

»Hot Runs« sowie die Inbetriebnahme seien

online unterstützt worden, sodass Mitte Juni

2019 140 Chargen mit insgesamt 1 900 Brammen

vergossen worden seien. Während aller

»Hot Runs« seien die Experten von Primetals

Technologies permanent mit dem Team von

Tata Steel Europe in IJmuiden und deren Systemen

online verbunden gewesen und hätten

den Operator an der Anlage in Echtzeit unterstützt,

was eine Premiere für beide Unternehmen

gewesen sei. »Grundlagen für diese

Zu 100 Prozent online wurde die Inbetriebnahme der Level-2-Automatisierungslösung auf der

Stranggießanlage CC21 von Primetals Technologies und Tata Steel Europe durchgeführt.

erfolgreiche Inbetriebnahme waren im Vorfeld

die detaillierte Definition aller relevanter

Schnittstellen und die intensive Vorbereitung

der Experten beider Unternehmen, die durch

gegenseitiges Vertrauen und auf beiden Seiten

hochgradig aufeinander abgestimmtes technisches

und metallurgisches Know-how geprägt

war«, betont Primetals Technologies.

Harmonisierung der

Automatisierungslösungen

Das Level-2-System von Primetals Technologies

hat eigenen Informationen zufolge eine

bestehende Automatisierungslösung, die

mehr als 20 Jahre in Betrieb war, abgelöst.

Neben dem Ersatz des veralteten Systems sei

der Hauptgrund für die Modernisierung die

Harmonisierung aller Automatisierungssysteme

der Stranggießanlagen CC21, CC22

und der neuen CC23 von Tata Steel Europe

am Standort in IJmuiden gewesen. Zurzeit

werde die neue Stranggießanlage CC23

gebaut, die ebenfalls mit dem Level-2-System

von Primetals Technologies ausgestattet

werde. »Somit konnten durch die Inbetriebnahme

auf der Anlage CC21 wertvolle

Erfahrungen gesammelt und Vorbereitungen

für die Anlage CC23 getroffen werden. Speziell

die Ankoppelung der Lösung an die

bestehende IT-Infrastruktur von Tata Steel

Europe kann nun wiederverwendet werden,

womit der Aufwand zur Inbetriebnahme der

neuen Anlage deutlich reduziert werden sollte«,

so Primetals Technologies.

KONTAKT

Primetals Technologies, Limited

Chiswick Park, Building 11

566 Chiswick High Road

W4 5YS London · United Kingdom

Tel. +44 208 996 4300

www.primetals.com

Foto: Fix Media, the Netherlands

stahlmarkt 10.2019


Steel International 25

Grundfos präsentiert Halbjahresergebnis 2019

Weiterhin ertragreiches Wachstum auf zunehmend wettbewerbsintensiven Markt

Erkrath. Grundfos verzeichnet im laufenden Jahr in den meisten Märkten eine anhaltende Dynamik und ein

solides Umsatzwachstum – insbesondere in Westeuropa, China und im Servicegeschäft. Das teilt der dänische

Pumpenhersteller mit.

Eigenen Angaben zufolge erzielte das

Unternehmen ein »organisches Umsatzwachstum

in lokalen Währungen von 1,9

Prozent (2,8 Prozent in dänischer Landeswährung)«,

einen Nettoumsatz von 1,77

Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen

und Steuern (EBIT) von 158 Millionen Euro,

was einen Anstieg von 22,1 Prozent gegenüber

2018 bedeute.

Bisher höchsten Umsatz und EBIT

beim Halbjahresergebnis

Konzernpräsident Mads Nipper erklärt: »Wir

sind mit unserer Geschäftsentwicklung und

finanziellen Performance für das erste Halbjahr

2019 sehr zufrieden. Der Umsatz ist in

unseren Kernmärkten gestiegen, und in Kombination

mit einer konsequenten Kostenkontrolle

erzielen wir den bisher höchsten Umsatz

und EBIT beim Halbjahresergebnis.«

Nipper führt weiter aus: »Unsere Mitarbeiter

haben in einem zunehmend volatilen

Markt hervorragende Arbeit geleistet. Ich

bin stolz darauf, dass sie sich auf der ganzen

Welt dafür einsetzen, einen positiven Einfluss

auf das Klima und die Wasserressourcen

zu nehmen, und dabei gleichzeitig ein

rentables Geschäftsergebnis erzielen.«

Niedriges einstelliges Wachstum für

2019 erwartet

Ein zunehmend instabiler Markt hat nach

Unternehmensinformationen Einfluss auf die

Prognosen für das zweite Halbjahr und den

Gesamtjahresausblick. Grundfos geht davon

aus, dass der globale Markt durch Handelsbarrieren

und ein allgemein zunehmendes

Maß an Verunsicherung negativ beeinflusst

wird. Daher erwartet das Unternehmen für

das Gesamtjahr 2019 ein niedriges einstelliges

Wachstum. »Der Grundgedanke von

Grundfos, bahnbrechende Lösungen für die

weltweiten Wasser- und Klimaherausforderungen

zu entwickeln, steht im Mittelpunkt

aller Aktivitäten. Auch in der ersten Hälfte

des Jahres 2019 wurden hierbei Fortschritte

erzielt«, so Grundfos.

Energie- und Wasserverbrauch reduziert

Demnach hat das Unternehmen in den ersten

sechs Monaten des Jahres 2019 den eigenen

Grundfos-Konzernpräsident Mads Nipper

Energieverbrauch um elf Prozent und den

Wasserverbrauch um zehn Prozent im Vergleich

zum Vorjahreszeitraum reduziert.

»Ich bin sehr stolz darauf, dass wir unsere

Dynamik und unseren positiven Einfluss auf

die Wasser- und Klimaveränderungen der

Welt weiterentwickeln«, sagt Nipper, »diese

Entwicklung stimmt uns zuversichtlich, dass

wir auf dem Weg zu unseren Zielen 2025

und 2030 erfolgreich sein werden.«

KONTAKT

Grundfos GmbH

Schlüterstraße 33 · 40699 Erkrath

Tel. +49 211 929693830

www.grundfos.com

Foto: Grundfos

20 der 20 größten Stahlhersteller der Welt vertrauen IMS

4000+

Messsysteme weltweit im Einsatz

690+

zufriedene Kunden in

60+

Ländern

OBERFLÄCHENINSPEKTION KALTBAND

33Automatische Erkennung und Klassifizierung von relevanten

Defekten inklusive deren Position und geometrischer Daten

für die Prozessoptimierung

33100 %-iges Oberflächenmonitoring des Coils von Anfang bis

Ende, vom ersten bis zum letzten Blech

33Installation auf kleinstem Raum, als O-Messbügel,

C-Messbügel und in kundenspezifischer Ausführung

IMS – Weltmarktführer

für Messsysteme

→ Mehr Informationen: www.ims-gmbh.de

IMS Messsysteme GmbH | Dieselstraße 55 | 42579 Heiligenhaus | Germany

Phone: +49 2056 975-0, Fax: -140 | info@ims-gmbh.de | www.ims-gmbh.de

stahlmarkt 10.2019


26 Steel International

Vom Maschinenbauer zu einem führenden

Anbieter des Wasserstrahlschneidens

Niederländisches Familien-Startup spezialisiert sich auf Geometrien von hoher

Komplexizität

Meliskerke/Niederlande. Mit aggregiertem Know-how erobert das holländische Firmen-Konsortium MST im Jahr

2018 das Werkzeug Wasser für sich. Heute entwickelt es 3-D-Applikationen nach Maß, die der Industrie effizientere

Produktionswege aufzeigen sollen, wie das Unternehmen StM, ein Anbieter von Wasserstrahl-Schneidsystemen,

mitteilt.

Foto: StM Stein-Moser GmbH

Ganz im Westen der Niederlande, in der

Provinz Zeeland, hat sich eine Familie mit Leib

und Seele der Vision verschrieben, mit einem

Startup im Bereich Sondermaschinenbau und

Automatisierung herkömmliche Erfahrungshorizonte

zu sprengen. Vater Ido Matthijsse

ist erfahrener Kunstschmied und Produzent

von automatischen Toranlagen, Sohn

Richard hat ein Unternehmen im Fahrzeugund

Prototypenbau namens »Artics Engineering«,

und der zweite Sohn Johnny ist Inhaber

des Unternehmens »JMT Techniiek«. Sie

beschließen, die drei Unternehmen zusammenzuschließen,

um mit kombinierten

Dienstleistungen einen breiteren Markt zu

erschließen. Das Ergebnis ist das Konsortium

MST Zeeland, das Anfang 2018 an den Start

geht. Die gemeinsame Basis der drei Unternehmen

ist vorerst der Bedarf an Komponenten

und Teilen für Bestandskunden, aber auch

für neue Märkte. Sie machen sich deshalb auf

die Suche nach einem flexiblen und möglichst

automatischen Trennverfahren, mit dem sich

auf schnelle und einfache Weise komplizierte

Metall-Komponenten herstellen lassen. Eine

vielseitige Technologie, die für viele Applikationen

einsetzbar sowie für Einzelanfertigen

ebenso wie für die Serienproduktion geeignet

ist und mit der MST industrieübergreifend

agieren kann. Nach einer Analyse des Bedarfs

stand fest: Wasser ist für MST das Werkzeug

der Zukunft.

So gründeten die drei Familienmitglieder

eine Firma, die auf einer Technologie basiert,

mit der sie bis dahin keine Erfahrungen hatten.

Und diese Technik wollten sie auch noch

anders einsetzen, als herkömmlich üblich.

Sie wollten in der Lage sein, hochkomplexe

2-D- und 3-D-Geometrien herzustellen und

Serienkomponenten weiter veredeln können.

Die drei Männer gingen deshalb mit

einem Anforderungskatalog für eine Wasserstrahlschneidanlage

vor, der mit seinen

100 Kriterien weit mehr als nur technische

Wünsche enthielt. Neben einer leistungsfähigen

Anlage und einem fairen Preis sollte

der Hersteller der Wahl vielmehr in puncto

Service, Support, Innovationskompetenz,

interdisziplinärem Denken und Branchen

Know-how alles bieten können. »StM ist

bereits nach dieser Analyse die naheliegendste

Wahl gewesen«, resümiert Richard

Matthijsse.

Wasser als Werkzeug der Zukunft

Im Juli 2018 wird MST Besitzer einer »Premium

Cut« mit 3-D-Schneidkopf und 3 Meter

x 1,5 Meter großem Schneidtisch. Ausgerüstet

mit den Einsteiger-Kenntnissen beginnt

eine Phase des Tüftelns und Experimentierens,

während der MST immer wieder Input

und technische Änderungen von StM anfordert.

»Für uns ist es eine Offenbarung, dass

sich mittels Erosion aus 100 Millimeter

dickem Metall komplexeste Geometrien

nahezu vollautomatisch auf wenige Mikrometer

genau formen lassen«, so Richard

Matthijsse. MST avanciert zum Testkunden

für STM. Es testet Beta-Versionen von Software-Updates,

gibt Feedback, stößt neben

den laufenden Schneidaufgaben in immer

neue Fertigungsdimensionen vor und dokumentiert

die bemerkenswertesten Erfolge

per Kamera. »In der täglichen Anwendung

sehen wir Spielräume für neue Funktionen,

die die Arbeit vereinfachen und zum Beispiel

die Schneidzeit verbessern oder sehr spezielle

Teile zu fertigen«, so Richard Matthijsse.

Bereits ein Jahr nach Firmengründung hat

MST eigenen Angaben zufolge sein Ziel

erreicht. Demnach ist das Konsortium heute

ein führender Anbieter auf dem Gebiet des

spezialisierten 3-D-Wasserstrahlschneidens.

Die Klientel umfasst Maschinenbau-Unternehmen,

Ingenieur-Büros, Metallbauer, aber

auch Designer, Steinmetze und Künstler.

»Der 3-D-Schneidkopf von STM hat einen

der größten Schneidwinkel auf dem Markt.

Außerdem ist der Kopf kompakt. Das macht

ihn sehr geeignet, um bestehende Teile mit

komplexen Geometrien wie zum Beispiel

Gussteile aus Metall oder Plastik – egal ob

rotations- oder vakuumgeformt - zu bearbeiten«,

meint Richard Matthijsse. Kurzum:

MST fühlt sich nach eigenen Informationen

mit seiner Spezialisierung auf dem richtigen

Weg.

www.stm-waterjet.de

Richard Matthijsse,

CEO von MST Zeeland

stahlmarkt 10.2019


28 Gut zu wissen

Von Steve Jobs lernen

Wie High Potentials Führungskompetenzen entwickeln können

Viele High Potentials sind fachlich und analytisch brillant; zudem extrem leistungsbereit und ehrgeizig. Trotzdem –

oder gerade deshalb – fehlen ihnen noch gewisse Kompetenzen, um ein Leader zu werden, an dem sich andere

Menschen orientieren. Also sollten sie diese Kompetenzen gezielt entwickeln, um ihre Karriere voranzutreiben.

Von Joachim Simon*

»Lehrjahre sind keine Herrenjahre«, lautet ein altbekannter

Glaubenssatz, den auch viele ambitionierte Führungsanwärter noch

verinnerlicht haben und kaum hinterfragen. Also bleiben sie nicht

selten Jahre in einem Umfeld stecken, das sie nicht fördert. Und dies,

obwohl sie die hierdurch entgangenen Entwicklungschancen

schmerzen und sich bei ihnen immer mehr Unzufriedenheit anstaut,

weil sie ein Leben weit hinter ihren Möglichkeiten führen.

Was können solche Menschen beziehungsweise Persönlichkeitstypen

dagegen tun? Wie können junge Potenzialträger einen solchen

Karrierestau umgehen? Generell gilt: Menschen, die sich als Lenker,

Innovatoren und Entrepreneure sehen, dürfen nicht ihr wertvolles

Potenzial verschleudern, indem sie brav darauf warten, dass sie

irgendwann mit Mitte 30 oder Anfang 40 vielleicht zum Zug kommen.

Und: Es macht keinen Sinn, den Unternehmen, für die man

gerade arbeitet oder die einem beim Sich-Bewerben einen Korb

gaben, die Schuld zu geben. Das Einzige, was hilft, ist ein zielgerichtetes

Arbeiten an der eigenen Persönlichkeit und Kompetenz.

Erfolgsfaktor Super-Leadership

Hierzu zählt die Kompetenz, die eigenen Fähigkeiten gut beziehungsweise

optimal zur Geltung bringen zu können – unter anderem, indem

man sich als Person weiterentwickelt und die optimalen Rahmenbedingungen

hierfür schafft. Diese Kompetenz, die die renommierten amerikanischen

Wirtschaftspsychologen Charles C. Manz und Henry P. Sims

»Super-Leadership« nennen, gilt heute als die zentrale Führungskompetenz.

Eine Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit zur Selbstführung

und -steuerung. Dahinter steckt die Erkenntnis: Wer andere Menschen

führen möchte, muss zunächst sein eigenes Handeln optimieren können.

Dies setzt das Beherrschen gewisser verhaltensbezogener und das

Beherrschen gewisser kognitiver Strategien voraus. Wichtig ist zudem

die als emotionale Kompetenz oder Intelligenz bezeichnete Fähigkeit,

sich in die Gedanken- und Gefühlswelt anderer Personen hineinzuversetzen

und den eigenen Gefühlhaushalt gezielt zu steuern. Die

Wirtschaftspsychologen in den HR-Abteilungen und die CEOs achten

bei ihren Personalentscheidungen stark darauf, inwieweit Bewerber

beziehungsweise Kandidaten für Führungspositionen über diese Kompetenzen

verfügen, denn sie ist eine Super-Leadership-Voraussetzung.

Auch Steve Jobs war nicht der geborene Leader

Viele »Super Brains« oder »Genies« verfügen über diese Kompetenzen

nicht in ausreichendem Maße. So auch Steve Jobs, der aus einem

Steve Jobs schmiedete aus einem Garagenprojekt den Giganten Apple.

Garagenprojekt den Giganten Apple schmiedete. Nur wenige wissen:

1985 bettelte er den Vorstand seines 1975 gegründeten Unternehmens

an, wenigstens dessen Forschungsabteilung leiten zu dürfen.

»Es gibt hier keinen Job für dich«, war die klare Ansage vom

damaligen Apple-Chef John Sculley – unter anderem, weil er in ihm

nicht den »Super-Leader« sah. Gedemütigt verlies Jobs Apple und

gründete die Computerfirma NeXt. Von dort schaut er auf die Riesen

wie Microsoft und IBM und wusste: Ich habe eine Chance verpasst,

den Lauf der Welt zu beeinflussen und ein Imperium aufzubauen.

Dies wäre beinahe das Aus für Steve Jobs gewesen – zumindest

würde niemand von uns ihn heute kennen. Doch in der Zeit bei NeXt,

die er später als eine seiner kreativsten Phasen bezeichnete, entwickelt

er sich auch als Person weiter. Parallel dazu ging es bei Apple

bergab, so dass das Management nach jedem Strohhalm griff, der

sich ihm bot. 1997 – 90 Tage, bevor das Unternehmen Insolvenz

hätte anmelden müssen – wurde Steve Jobs Mitglied des Vorstands

bei Apple und kurz darauf Geschäftsführer des Unternehmens.

Ein scharfer Verstand allein genügt nicht

Der Rest ist Geschichte, und doch offen bleibt die Frage: Hätte Steve

Jobs ohne seine Reifezeit bei NeXt die Super-Leadership-Eigenschaften

entwickelt, die er später bei Apple zeigte? Hätte er dieses

Charisma gehabt?

Viele hochbegabte beziehungsweise -talentierte Menschen glauben,

Intelligenz sei die einzige Variable für Erfolg. Doch nur wenige

Genies sind tatsächlich erfolgreich. Sie liefern zwar wie Steve Jobs in

Foto: Shutterstock

stahlmarkt 10.2019


Anzeige: HFS - Hagener Feinblech Service GmbH

stahlmarkt 10.2019

Medium: Stahlmarkt

Gut zu wissen 29

seinen jungen Jahren Resultate, denken logisch und schnell, erkennen

Details und sehen das Big Picture – doch letztlich fehlt ihnen etwas

Entscheidendes: eine Kompetenz, die auch Jobs in seinen ersten Jahren

bei Apple unterschätzte, die jedoch jeder entwickeln kann, nämlich

die zur Selbstreflexion sowie -führung und -steuerung.

Leader sind keine »lonely heroes«

Zweifelslos müssen Leader eine Vision und ein großes Bild von der

Zukunft haben. Doch sie müssen auch andere Menschen für sich

und ihre Vision gewinnen und begeistern können. Wer es nicht

schafft, die Emotionen und Bedürfnisse anderer zu verstehen, zu

respektieren und Verbindungen aufzubauen, wird zum »lonely hero«

und geht als Leader unter.

Dies geschieht in der Unternehmenswelt ständig, und nicht jeder

erhält wie Steve Jobs eine zweite Chance. Wenn Sie dies vermeiden

möchten, dann erkennen beziehungsweise analysieren Sie ihre

Schwächen und arbeiten Sie daran! Fragen Sie sich zum Beispiel:

• Bin ich oft überrascht, weil andere irritiert auf meine Scherze,

Sprüche reagieren?

• Sind, wenn etwas nicht so läuft, wie von mir gedacht, aus meiner

Warte meist die anderen schuld?

• Fällt es mir schwer, nachzugeben beziehungsweise Kompromisse

einzugehen?

• Kann ich mich schwer in die Gefühlswelt anderer Menschen

hineinversetzen?

• Werde ich schnell ungeduldig?

• Ist es mir weitgehend egal, was andere von mir halten beziehungsweise

über mich denken?

• Kann ich andere Menschen nur schwer für meine Ideen beziehungsweise

Ziele begeistern?

Wenn Sie als junger »Überflieger« beziehungsweise »High Achiever«

in dieser Welt wirklich etwas bewegen wollen, seien Sie klug und

vorausschauend: Fördern Sie Ihre emotionale Kompetenz und erlernen

Sie die Kunst der Selbst- und Menschenführung, denn diese Skills

werden in der von rascher Veränderung und sinkender Planbarkeit

geprägten Welt für den Führungserfolg mehr denn je gebraucht.

*Der Autor ist Führungskräftetrainer und -coach. Der Braunschweiger

hat das Online-Programm »Egoleading« entwickelt, mit dem

ambitionierte (angehende) Führungskräfte, die Skills erwerben können,

die sie im digitalen Zeitalter zum Führen von Menschen und

Unternehmenseinheit brauchen.

www.joachimsimon.info

INNOVATIV UND

LEISTUNGSSTARK.

SPALTBÄNDER · BLECHE · COILS

STAHL-SERVICE-CENTER

Im Lindental 26 | D-58135 Hagen

Hammacher Str. 29 | D-58119 Hagen

Telefon +49 (0)2331.48 14-0

Telefax +49 (0)2331.48 14-30

info@hfs-hagen.de

www.hfs-hagen.de

Hagener Feinblech

Service GmbH


30 Blechexpo / Bänder & Bleche

Synchronisierte Spindelpresse

ermöglicht präzise Metallbearbeitung

bei außermittigen Belastungen

Servomotoren gewährleisten 4000 kN Presskraft auf kleinstem Raum

Hövelhof. Um teure Produktionsfehler und zeitaufwändige Korrekturen zu vermeiden, müssen in der

Blechbearbeitung eingesetzte Pressen mit höchster Präzision bei maximaler Krafteinwirkung arbeiten. »Aufgrund

ihrer drückenden Funktionsweise verfügen hydraulische oder mechanische Anlagen während des Arbeitsprozesses

jedoch nicht über die nötige Kippstabilität, die für einen präzisen Pressvorgang essentiell ist. Bei größeren

Werkzeuglängen und damit einhergehenden stark außermittigen Belastungen kann es folglich zu einem deutlichen

Qualitätsabfall in der Blechbearbeitung kommen«, teilt die synchropress GmbH mit. Daher hat der nordrheinwestfälische

Maschinenhersteller mit der 4M eine rein elektrisch betriebene Presse entwickelt, deren vier Spindeln

elektronisch synchronisiert sind und den Pressenstößel nach dem ziehenden Prinzip abwärts bewegen.

Die Maschine ist dadurch nach Unternehmensangaben

äußerst kippstabil und soll

auf diese Weise einen gleichmäßigen Prozessvorgang

bei einer maximalen Presskraft

von 400 Tonnen garantieren. »Da sich eine

Umdrehung der integrierten Servomotoren

in bis zu vier Millionen Einzelschritte unterteilen

lässt, ist die Anlage zudem im

10-2-Millimeter-Bereich steuerbar, was feinfühlige

sowie individuell einstellbare Stößelbewegungen

ermöglicht«, so synchropress.

Die synchropress-Anlage, die mittels Zwischenkreisspeicherung

während des Bremsvorgangs

zudem besonders energieeffizient

arbeiten soll, wird im Rahmen der Blechexpo

2019 in Stuttgart präsentiert.

»Bei komplexen Blechbearbeitungen

kommen häufig sogenannte Folgeverbundwerkzeuge

zum Einsatz, die innerhalb der

Presse angebracht sind und das zu bearbeitende

Material an unterschiedlichen Stellen

schneiden, verformen, biegen oder prägen«,

erklärt Johannes Hülshorst, Geschäftsführender

Gesellschafter der synchropress

GmbH. Wird bei einem dieser Vorgänge

eine hohe Presskraft stark außermittig –

also außerhalb des Pressentischmittelpunkts

– benötigt, kann dies synchropress zufolge

bei herkömmlichen Anlagen zu einer starken

Kippneigung führen. Die Werkzeuge

würden dadurch anfälliger für Präzisionsfehler

und seien in der Folge nicht mehr in

der Lage, exakte und auftragsgemäße Bearbeitungen

am Blech durchzuführen. Aus

Gelebter Familienbetrieb: Unternehmensgründer Johannes Hülshorst (Mitte) mit seinen Söhnen

Alexander (rechts) und Marcus.

diesem Grund hat die synchropress GmbH

mit der 4M eine Presse entwickelt, die solchen

Risiken bereits durch ihre spezielle

Konstruktions- und Betriebsart entgegenwirken

soll.

Präzise Arbeitsweise und intuitive

Steuerung

Kernelement der elektrisch betriebenen

Maschine sind vier Spindeln, deren Bewegungen

synchronisiert sind. Nach Herstellerangaben

können sie somit den mobilen Teil

der Presse, auch Stößel genannt, gleichmäßig

in Richtung des Pressentischs ziehen –

und sollen dadurch die nötige Kippstabilität

garantieren. Dieser Vorgang wird von vier

Servomotoren ausgeführt, die jeweils unterhalb

der entsprechenden Spindel im Pressentisch

integriert sind und deren Umdrehungen

sich in vier Millionen Einzelschritte

unterteilen lassen sollen. »Die Maschine ist

dadurch auch im 10-2-Millimeter-Bereich bei

einer Presskraft von 4 000 Kilonewton bedienbar«,

führt Hülshorst aus. »Das ist im

Branchenvergleich einmalig und führt zu

sehr exakten Stößelpositionierungen.«

Eine zentrale Rolle zur Gewährleistung

solcher Präzision spielt laut synchropress

auch die PC-Steuerung der 4M, die alle servomotorischen

Achsen der Presse verwaltet.

Über diese intuitive Bedieneinheit lassen sich

demnach Parameter wie Hub, Geschwindigkeit

oder Kraft frei programmieren, sodass

feinfühlige Stößelbewegungen sowie exakte

Blechbearbeitungsergebnisse sichergestellt

werden können sollen. Auch soll die Steuerung

die Integration zahlreicher Zusatzoptionen

und die Erfassung von Prozessdaten

ermöglichen, wobei die Zugriffszeiten in

solchen Fällen bei deutlich unter einer Millisekunde

liegen sollen. »Das erlaubt Kontrol-

Fotos (2): synchropress GmbH

stahlmarkt 10.2019


Blechexpo / Bänder & Bleche 31

Elektronisch betriebene Pressanlage Kopie: Bei der 4M handelt es sich um eine rein

elektrisch betriebene Presse mit vier elektronisch synchronisierten Spindeln, die im Rahmen

der Blechexpo 2019 in Stuttgart präsentiert wird.

len in Echtzeit und stellt beispielsweise den

Gleichlauf aller vier Motoren sicher«, so

Hülshorst.

Kompakte Konstruktion und energiesparende

Funktionsweise

Neben der notwendigen Kippstabilität und

den individuellen Steuerungsmöglichkeiten

soll die kompakte Bauweise einen weiteren

Vorteil der elektrischen Spindelpresse darstellen.

Der Grund hierfür soll – wie auch bei

der Gewährleistung von Präzision – in der

ziehenden Arbeitsweise der Anlage und in

der Integration der vier Motoren unter den

Pressentisch liegen. »Im Gegensatz zu den

zahlreichen hydraulischen oder mechanischen

Pressen, deren Antriebstechnik oberhalb

des Pressenstößels liegt, muss die synchropress-Anlage

den bewegten Teil während

des Prozesses nicht nach unten drücken,

sondern kann ihn in Richtung des

Pressentischs ziehen«, erklärt Hülshorst.

»Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mit

der Oberkante des Stößels auch unsere Presse

aufhört.« Folglich soll sich die Höhe der

gesamten Konstruktion verringern, was

Kunden mit komplexen Deckenkonstruktionen

oder niedrigen Hallenhöhen entgegenkommen

soll. »Außerdem werden zusätzliche

Fundamente obsolet, da die verringerte

Höhe mit einer deutlichen Gewichtsreduktion

einhergeht«, so synchropress.

Demnach spielen die vier Servomotoren

jedoch nicht nur bei der räumlichen Auslegung

der Presse sowie der Gewährleistung

eines geringen Gewichts eine wichtige Rolle

– auch sollen sie ihren Beitrag bezüglich

einer energieeffizienten Arbeitsweise leisten.

»Beschleunigt der Motor, verbraucht er zwar

Strom. Bremst er im Rahmen eines Pressvorgangs

jedoch ab, generiert er dagegen Energie,

die wir mit Hilfe von Kondensatoren

speichern«, erläutert Hülshorst. »Müssen die

Spindeln den Pressenstößel nach Beendigung

eines Bearbeitungsvorgangs wieder

nach oben befördern, kann die eingelagerte

Energie für genau diesen Zweck verwendet

werden.« Einen beträchtlichen Teil des aufzuwendenden

Stroms soll die 4M mittels der

Zwischenkreisspeicherung daher selbst produzieren,

sodass sich Energieaufwand und

-kosten signifikant reduzieren lassen sollen.

KONTAKT

synchropress GmbH

Industriestraße 22 · 33161 Hövelhof

Tel. +49 52 57 93 8320

www.synchropress.de

Halle 8, Stand 8117

stahlmarkt 10.2019


32 Blechexpo / Bänder & Bleche

Blechexpo 2019

Highlights der Blechverarbeitung in Stuttgart

Mit Trends und Neuheiten rund um die Bearbeitung von Blechen, Rohren und Profilen heißt die 14. Blechexpo

internationale Aussteller und Fachbesucher vom 5. bis 8. November in Stuttgart willkommen. Ein Zuwachs von gut

150 Hauptausstellern und 20 Prozent mehr Hallenfläche als bei der vergangenen Messe ist bereits gesetzt. Mit im

Gepäck hat die Branchenveranstaltung ein breites Produkt- und Leistungsangebot zur thermischen und

mechanischen Be- und Verarbeitung. Vorab ein paar der Highlights.

Von Niklas Reiprich

Foto: Römheld

Foto: Lantek

Lantek lädt an die virtuelle Ladentheke

für Blechteile ein

Mit Cloud-Anwendungen möchte

Lantek die Möglichkeiten der

Digitalisierung vergrößern.

Der IT-Spezialist Lantek präsentiert

auf der diesjährigen

Blech-Expo seine Cloud-Lösungen

für mehr Effizienz in

der Blechbearbeitung. Das

Unternehmen hat mit der

Software »Lantek Metal

Shop« seine bestehende

Cloud-Plattform »Lantek

360« um einen Webshop erweitert. »Dank der Einbindung des

Webshops in die gesamte Software-Suite können Blechbearbeiter

ihren Kunden nicht nur solide kalkulierte Preise und verlässliche

Lieferzeiten bieten, die Kunden können auch Ihre bisherigen

Bestellungen aufrufen und auf früher produzierte Teile

zugreifen«, erklärt Christoph Lenhard, Vertriebsleiter bei Lantek.

KONTAKT

Lantek Systemtechnik GmbH

Schöfferstraße 12 · 64295 Darmstadt

Tel. +49 6151 397890 · www.lanteksms.com

Halle 5, Stand 5309

Römheld: Industrie 4.0-taugliche Spannsysteme

Im Rahmen der Blechexpo stellt

Römheld erstmals ein Element für

das vollautomatische Spannen

von Werkzeugen am Pressenstößel

vor. Dieses sei in der Lage,

Echtzeitdaten über Spannkräfte

Mit einem Schnellspannsystem

ist Römheld in der Lage, am

Pressenstößel Echtzeitdaten über

Spannkräfte zu messen.

zu messen und an die Maschinensteuerung

weiterzuleiten, heißt es

seitens des Unternehmens. Darüber

hinaus möchte Römheld einen

Überblick über Komponenten für einen effizienten und sicheren Transport

und Wechsel schwerer Werkzeuge geben und stellt dafür verschiedene

Transportwagen, Tragkonsolen sowie Rollen- und Kugelleisten

für Maschinentische aus.

KONTAKT

Römheld GmbH Friedrichshütte

Römheldstraße 1 - 5 · 35321 Laubach · Germany

Tel. +49 6405 / 890 · www.roemheld-gruppe.de

Halle 8, Stand 8507

Hail-Tec demonstriert ultraschnelle Laser für

Express-Service

Als einer der nach eigenen

Angaben ersten Lohnfertiger

in Deutschland bietet Hail-

Tec einen Express-Service mit

Foto: Hail-Tec

Mit einem Ultrakurzpuls-Laser

von Hail-Tec entstehen filigrane

Formen wie dieser Prägestempel

aus Hartmetall.

Ultrakurzpuls-Laser (UKPL)

an. Auf der Blechexpo wird

das Unternehmen zeigen,

wie mithilfe der Technologie

extrem schnell mikrometergenaue

Formen mit Oberflächengüten

bis zu einem Mittenrauwert von 0,1 Mikrometern,

beispielsweise Prägeeinsätze und Stempel aus Hartmetall, gefertigt

werden können. Die ultrakurzen Pulse sollen die Bauteile

ohne Wärmeeinflusszonen oder einwirkende Prozesskräfte bearbeiten.

»Wir realisieren mit dem UKPL viele Anwendungen, die

zuvor oft nur im Erodierverfahren oder überhaupt nicht effizient

herstellbar waren«, so Hail-Tec-Geschäftsführer Alexander Renz.

KONTAKT

HAIL-TEC GmbH

Gangstetten 2 · 72531 Hohenstein-Meidelstetten

Tel. +49 7387 98 85 80 · www.hail-tec.de · Halle 6, Stand 6108

stahlmarkt 10.2019


Blechexpo / Bänder & Bleche 33

Foto: technotrans

Technotrans macht Prozess der Sprühbeölung nachhaltig

Eine Sprühbreite von bis zu 4 600

Millimetern in Verbindung mit

einem druckluftfreien Sprühen

gelten als wichtige Merkmale der

Sprühbeölung »spray.xact 5000«

der technotrans. Auf der Blechexpo

möchte das Unternehmen

demonstrieren, wie sich anhand

Die Sprühbeölung spray.xact 5000“

von technotrans ermöglicht eine

Sprühbreite von bis zu 4 600 Millimetern

und druckluftfreies Sprühen.

der Lösung neue Möglichkeiten

für Metallverarbeiter eröffnen.

»Ob Coilbänder, Platinen oder

Formteile – mit einer Sprühbeölung

ohne Druckluft können

Anwender nachhaltiger produzieren und dabei Geld sparen«, so Alois

Scharf, Leiter des Geschäftsbereichs Ink & Fluid Technology. Besucher

können sich zudem über die »spray.xact c« informieren, die für Umformpressen

oder Feinschneidanlagen entwickelt wurde.

Imess: Optische Prüfsysteme für die Blechindustrie

Foto: Imess

Geringes Gewicht und starker Akku: Die digitale Imess SMP

portable ermöglicht eine Säbelmessung ohne Probenschnitt.

Optische Prüfsysteme und Software zur Qualitätssicherung in der

Blechindustrie prägen die Leistungen von imess. Auf der Blechexpo

erwartet die Besucher die Präsentation jener Produktpalette, die auf

die Anforderungen der metall- und aluminiumverarbeitenden Industrie

zugeschnitten ist. Die ausgestellten Exponate für den alltäglichen

Produktionsbetrieb umfassen Produkte zur Spaltbandbreitenmessung,

Detektion von Ausbrüchen und Verschleiß an Rundmessern,

Überprüfung des Säbelschnittes beziehungsweise der Seitengeradheit

sowie für die automatisierte Messung der Grathöhe.

KONTAKT

technotrans SE

Robert-Linnemann-Straße 17 · 48336 Sassenberg

Tel. +49 2583 301 1000 · www.technotrans.de

Halle 8, Stand 8109

KONTAKT

imess Optische Mess- und Prüfanlagen GmbH

Stockumer Straße 28 · 58453 Witten

Tel. +49 2302 96 8880 · https://imess.com

Halle 10, Stand 10208

Anarbeitung in Perfektion.

www.universal-stahl.com

UNIVERSAL Eisen und Stahl GmbH

Hauptsitz Neuss

Duisburger Straße 26, 41460 Neuss

Tel.: +49 2131 185-0

Fax: +49 2131 185-444

info@universal-stahl.com

Hannover Tel.: +49 511 21996-0

Nürnberg Tel.: +49 911 37751-0

Stuttgart Tel.: +49 711 34215-0

Zwickau Tel.: +49 375 35380-0


34 Blechexpo / Bänder & Bleche

Leichtbaubleche effizient und sicher

verschrauben

Fließlochformende Schraube verbindet Blechverbund

Forchtenberg. Origami, die japanische Papierfaltkunst macht es vor mit einfachen, ebenen Werkstoffen und

geschicktem Design leichte, zwei- und dreidimensionale Formen zu erstellen. In der Technik übernehmen Bleche

aus Stahl und Aluminium die Rolle des Papiers, Biegen und Tiefziehen das Falzen. Der entscheidende Unterschied:

Für eine zuverlässige Anwendung müssen Bleche und Blechformteile sicher verbunden werden.

Von Heiko Miller und Andreas Zeiff

Schweißen, Kleben oder Nieten erfordern

jedoch meist eine spezielle Vorbereitung der

Fügepartner und sind bei komplexen Geometrien

oft schwierig umzusetzen. Leichter geht es

mit automationsgerechten, fließlochformenden

Schrauben. Damit entsteht in einem Arbeitsgang

eine hochfeste, aber dennoch für Reparaturzwecke

einfach lösbare Verbindung. Eine

Weiterentwicklung des Schraubendesigns

erlaubt nun eine Gewichtseinsparung um 25

Prozent bei gleichzeitig geringerem Platzbedarf.

Die automatisierte Möglichkeit, Bleche zu

verbinden erfordert Knowhow. Ob für den

Karosserierohbau, im Aluminium-Stahl-Mischbau,

bei profilintensiven Bauweisen oder einseitiger

Zugänglichkeit sind smarte Lösungen

gefragt, zum Beispiel für Hybridverbindungen

oder bei Batteriepacks. Der Prozess sollte ohne

zusätzliche Arbeitsvorbereitung auskommen,

schnell gehen, sich sicher automatisieren lassen

und möglichst sofort eine ausreichende

Festigkeit bieten für nachfolgende Fertigungsschritte.

Kleben beispielsweise dauert aufgrund

der Aushärtezeit vergleichsweise lange,

Nieten benötigt Vorbohrungen oder, bei Stanznieten,

beidseitigen Zugang, Punktschweißen

ist nicht immer möglich, zum Beispiel bei

unterschiedlichen Materialien oder schlechtem

Zugang und nur schwer wieder zu trennen.

Fließlochformende Schrauben dagegen können

in vielen Fällen ohne Vorarbeit einfach

eingedreht werden, fügen selbst unterschiedliche

Materialien und ergeben sofort eine

hochfeste Verbindung der Teile.

Fließlochformende Schrauben

Schrauben sind eine bewährte Verbindungstechnik,

die aber auch Innovationspotential

Nadine Schmetzer, Forschung und Entwicklung Blechfügetechnik bei Arnold Umformtechnik

hat. Arnold Umformtechnik hat das bereits mit

der Schraube Flowform bewiesen. Aber die

Entwicklung ist weiter gegangen und bietet

dem Konstrukteur nun noch mehr Freiheiten

bei der Auslegung von Leichtbauteilen.

Prinzipiell erlaubt die Technik der fließlochund

gewindeformenden Schraube ein schnelles,

automatisiertes Fügen, bei der der Schraubenkopf

stets eben auf dem oberen Blech

aufliegt. Bislang war dies aber nur mit einer

recht breiten EP12-Kopfform und fünf Millimetern

Schaftdurchmesser möglich. Für viele

Anwendungen, zum Beispiel bei Akkupacks,

wo es sehr eng zugeht, werden jedoch kleinere

Montageelemente gefordert. Die Fügespezialisten

haben daher das Konzept der fließlochformenden

Schraube weiterentwickelt.

Die neuen Flowform Plus Schrauben haben

einen schlankeren EP10-Schraubenkopf mit

nur 2,9 Millimetern Höhe und bieten bei gleicher

Länge von 20 Millimetern fast die gleiche

Fügefestigkeit. Damit eignen sie sich auch für

schmalere Flansche. Die auf vier Millimeter verringerten

Spitzen- und Schaftabmessungen

verdrängen beim Fügen zudem weniger Material,

damit liegen die Bleche auch bei schwierigen

Verbindungsstellen ohne Vorlochung dicht

aufeinander, und das Spaltmaß zwischen den

Blechen kann somit deutlich verringert werden.

Gleichzeitig reduziert sich die Masse des

Verbindungselementes um circa 30 Prozent,

die Schrauben wiegen nur 2,9 Gramm statt

bisher 4,1 Gramm. Bei beispielsweise 500 Verbindungspunkten

summiert sich das auf rund

0,6 Kilogramm Gewichtseinsparung gegenüber

der größeren Variante.

Fotos (2): Arnold Umformtechnik

stahlmarkt 10.2019


Blechexpo / Bänder & Bleche 35

Universelles Verbindungselement

Der Fügevorgang läuft so ab: Durch die

Schraubenspitze entsteht bei hoher Drehzahl

unter Druck eine Reibung, die das Blech

lokal erhitzt. Dann formt der polygonale Profilteil

in das nun weiche Blech ein metrisches

Muttergewinde. Im Anschluss daran wird

das endgültige Anzugsdrehmoment aufgebracht.

Durch Optimierung der Geometrie

an der Fließlochformspitze und angepasster

Wärmebehandlung kann die Schraube nun

selbst bei höchstfesten Blechen mit bis zu

1 000 Megapascal Festigkeit und einem Millimeter

Materialdicke eingesetzt werden –

und das bei Fügetaktzeiten unter vier Sekunden.

Damit entspricht die Verbindung optimal

den heutigen Anforderungen an den

Leichtbau mit höchstfesten Blechen aus

Stahl oder einem Materialverbund aus unterschiedlichen

Werkstoffen. Das Verbinden

von Stahl- und Aluminiumblech mit Klebstoff

zwischen den beiden Materialien ist so

kein Problem.

Besonders bei Anwendungen mit Klebstoff

ist das Verschrauben ohne Vorbohren

ideal: Es vermeidet den Austritt von Klebstoff

am Vorloch und damit eine Blech- beziehungsweise

Anlagenverschmutzung. Zudem

sind die Bauteile sofort fest verbunden und

können ohne Wartezeit weiterverarbeitet

werden. Selbst dreilagige Blechverbindungen

zum Beispiel aus 2,5 Millimeter starken,

ungelochten Aluminiumblechen lassen sich

mit geringerer Spaltbildung verbinden, da

durch die Durchmesserreduzierung die

Materialverdrängung erheblich reduziert

wurde. Je nach Material können auch Materialkombinationen

bis zu 7,5 Millimeter Stärke

ohne Vorloch verschraubt werden. Das

reduziert nicht nur Prozessschritte, sondern

vereinfacht auch den Prozess: Teure Kameratechnik,

um sicherzustellen dass die

Schraube das Vorloch trifft, wird nicht mehr

benötigt. Das Drehmoment für die Verschraubung

ist ebenfalls geringer, die Prozessbelastung

sinkt. Dabei können Anwender

bestehende Anlagen für Verschraubungen

ohne große Umbauten weiter einsetzen.

Nachhaltiges Konstruieren

Die spezielle Kopfform erlaubt eine einfache automatische Fügung und liegt eben auf dem

oberen Blech auf.

Eine ressourcenschonende Bauweise, also

möglichst leicht mit wenig Material- und

Energieeinsatz, ist heute in vielen Fertigungsbereichen

ein wichtiges Thema.

Zunehmend rückt nun aber auch der Aspekt

der nachhaltigen Konstruktion in den Fokus.

Dafür werden smarte Verbindungselemente

und Verfahren benötigt. Sie sollen mit geringem

Energieaufwand schnell eingesetzt werden

und keine aufwendige Vorarbeiten wie

beim Nieten oder Schweißen benötigen.

Dennoch soll die Verbindung für eventuelle

Reparaturen oder Innovationsaufrüstung

leicht lösbar sein. Dem kommt das fließlochgeformte

Gewinde entgegen, bei Bedarf

kann es eine konventionelle M4-Schraube

aufnehmen und erlaubt so eine einfache

Neubefestigung. Ebenso lässt sich die

Schraube auch in Einzelfällen bei durchgängig

komplett vorgelochten Blechen ohne

teure Montagegeräte handgeführt eindrehen.

Das eröffnet gerade bei profilintensiven

Bauteilen völlig neue Möglichkeiten für eine

lange, nachhaltige Nutzung und senkt so

den ökologischen Fußabdruck der Produkte

über die gesamte Lebensdauer.

Anwendungsbezogene Kundenunterstützung

Anwendungen für Fügetechnik sind sehr

vielfältig. Gerade beim prozesssicheren

Fügen unterschiedlicher Materialien kommt

es auf fein abgestimmte Parameter an. »Für

eine optimale Verbindung unterstützen wir

daher den Anwender und führen im Blechfügelabor

beispielsweise Machbarkeits-Untersuchungen

mit Originalmaterial durch. So

bekommt der Kunde eine Empfehlung und

konkrete Werte dazu, welche Festigkeitswerte

er mit dieser Fügeverbindung erzielt«,

erklärt Nadine Schmetzer. Sie ist seit 2017 in

der Forschung und Entwicklung Blechfügetechnik

bei Arnold Umformtechnik tätig,

unter anderem auch für die Flowform Plus.

»Bei der Erforschung der neuen Technik hat

Arnold Umformtechnik im Laufe der zurückliegenden

Jahre viel Know-how aufgebaut,

dass wir in die Zusammenarbeit mit dem

Kunden einfließen lassen.« Verschiedene

Versuchsaufbauten und alle gängigen

Anlagentechniken wie beispielsweise eine

Roboterzelle für seriennahe Erprobungen

bilden dabei die Montagepraxis ab.

*Heiko Miller ist Projektleiter Flowform

Plus bei Arnold Umformtechnik,

Andreas Zeiff ist Redakteur des Redaktionsbüro

Stutensee.

KONTAKT

ARNOLD UMFORMTECHNIK

Carl-Arnold-Str. 25

74670 Forchtenberg-Ernsbach

Tel. +49 7947 8210

www.arnold-fastening.com

stahlmarkt 10.2019


36 Baden-Württemberg

Die KASTO-Familie heute (v.l.): Jonathan Riegel, Stephanie Riegel-Stolzer, Armin Stolzer, Ruth Stolzer, Sönke Krebber und Nicole Krebber-Stolzer

Die Zukunft fest im Blick

Baden-württembergisches Urgestein KASTO ist einer der ältesten Familienbetriebe

in Europa

Achern. 175 Jahre KASTO – damit zählt der Säge- und Lagertechnik-Spezialist zu den ältesten Familienbetrieben

in Europa. »Die Geschichte des Unternehmens ist eng mit jener der Gründerfamilie Stolzer verwoben, die damals

wie heute dafür verantwortlich ist, dass KASTO bei aller Tradition die Zukunft immer fest im Blick hat«, teilt das

Unternehmen KASTO mit.

Fotos (3): KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

1844 gründete der Zimmermann Karl Stolzer

im badischen Achern seine eigene Werkstatt –

die Geburtsstunde von KASTO.

»Aller Weitsicht zum Trotz: Als der Zimmermann

Karl Stolzer im Jahr 1844 im badischen

Achern seine eigene Werkstatt gründete,

ahnte er wohl kaum, dass diese sich

einmal zum weltweit führenden Anbieter

von Metallsägemaschinen und automatischen

Lagersystemen würde«, so KASTO.

Auch die Tatsache, dass heute, 175 Jahre

später, sein Ururenkel die Geschicke des

Unternehmens lenken würde, hätte ihn

wahrscheinlich in Staunen versetzt. »Und

doch ist dieser Erfolg kein Zufall, sondern

das Ergebnis unternehmerischer Vision und

dem Gespür für die Bedürfnisse des Marktes.

Beides zieht sich wie ein roter Faden durch

die Geschichte von KASTO und der Familie

Stolzer«, betont KASTO.

Schnell wurde aus dem Zimmereibetrieb ein

Fertigungsbetrieb von Maschinen, die sich

die Wasserkraft der Bäche im Schwarzwald

zunutze machten. Mit dem Bau von Sägemühlen

und später von Sägewerken legte

Karl Stolzer den Grundstein für den weiteren

Erfolg des Unternehmens. Nach seinem Tod

im Jahr 1891 übernahm sein Sohn Carl die

Leitung der Firma. Carl Stolzer besuchte die

ersten Jahrgänge der noch jungen Maschinenbauschule

Esslingen und fertigte in seinem

Unternehmen Walzenvollgatter zum

Sägen von Holz. Auf ihn folgte sein Sohn

Friedrich Stolzer, der die Produktion der Walzenvollgatter

und Sägewerksausstattung

weiterentwickelte und für diese Entwicklung

ein Reichspatent erhielt.

stahlmarkt 10.2019


Baden-Württemberg 37

Leitet seit mehr als 30 Jahren die Geschicke von KASTO:

Der Geschäftsführende Gesellschafter Armin Stolzer

Der Schritt zum modernen Maschinenhersteller

Im Jahr 1941 starb Friedrich Stolzer, woraufhin seine Frau Anna den

Betrieb leitete, bis die Ausbildungszeit der gemeinsamen Söhne

Friedrich und Paul beendet war. Mit dem Eintritt der beiden Brüder

in das Unternehmen erfolgte schrittweise die Neuausrichtung in den

Geschäftsbereich Metallsägen. Die Erfindung der Bügelsägemaschine

durch Paul Stolzer im Jahr 1947 markierte den entscheidenden

Schritt hin zum modernen Werkzeugmaschinen-Hersteller. In den

folgenden Jahren entstanden zahlreiche weitere Entwicklungen wie

Kreis- und Bandsägen sowie Kassetten- und Kragarmlager für Langgut,

die in ihren Grundzügen bis heute bestehen.

Der jetzige geschäftsführende Gesellschafter Armin Stolzer trat

1984 in das Unternehmen ein. Bereits in jungen Jahren sammelte er

Erfahrung mit umfangreichen Großprojekten, trieb die Weiterentwicklung

von Technologien voran und war unter anderem für die

Einführung des ersten CAD-Systems bei KASTO im Jahr 1986 verantwortlich.

Auch arbeitete er direkt an Maschinenkonstruktionen

und pflegte auf Baustellen und bei Serviceeinsätzen Kundenkontakte.

»Während der beiden großen Wirtschaftskrisen Anfang der

1990er- und Ende der 2000er-Jahre bewies Armin Stolzer sich als

zuverlässiger Steuermann, der das Unternehmen erfolgreich auch

durch raues Fahrwasser manövrierte«, teilt KASTO mit.

Dabei wird er heute von seiner Ehefrau Ruth Stolzer unterstützt.

Die studierte Volljuristin war zuvor als Richterin tätig und ist nun für

die Bereiche Recht, Human Resources und vielfältige administrative

Aufgaben ebenso verantwortlich wie für einige Auslandsniederlassungen.

Gemeinsam haben beide die Armin-und-Ruth-Stolzer-Stiftung

gegründet, die sich für soziale Projekte, vor- und schulische

Ausbildung und technische Weiterentwicklungen engagiert.

ihr Mann, Jonathan Riegel, ein betriebswirtschaftliches Master-Studium

an der Universität St. Gallen absolviert. Sie verantworten die

Bereiche Service, Marketing, Finanzen, Controlling, interne IT und

haben zwischen sich und Ruth und Armin Stolzer auch die Verantwortung

für den Vertrieb und den Auslandsniederlassungen aufgeteilt.

Damit ist KASTO auch 175 Jahre nach seiner Gründung fest in

Familienhand.

»Diese Tatsache macht sich auch in der Firmenphilosophie bemerkbar,

die von flachen Hierarchien und offenen Türen geprägt ist. Eine

hohe soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und deren

Angehörigen ist bei KASTO selbstverständlich«, so das Unternehmen,

das nach eigenen Angaben intensiv die berufliche Ausbildung

fördert und vielen Nachwuchskräften attraktive Entwicklungschancen

bietet. »Auch die Förderung von Frauen in technischen Berufen

treibt die KASTO-Geschäftsleitung aktiv voran. Regelmäßige Feiern

und Veranstaltungen für die Mitarbeiter verbessern das Miteinander

und sorgen für ein Gefühl der Zusammengehörigkeit – ein wichtiger

Baustein, damit das Familienunternehmen KASTO auch in Zukunft

erfolgreich ist.«

KONTAKT

KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

Industriestr. 14

77855 Achern

Tel. +49 7841 610

www.kasto.com

SonoDur 3

VICKERS

HÄRTE-

PRÜFUNG

MIT UCI

Die nächste Generation in der Geschäftsleitung

Auch die nächste Generation ist bei KASTO bereits seit mehreren

Jahren als Teil der Geschäftsleitung mit am Ruder: Nicole Krebber-Stolzer

und ihr Ehemann Sönke Krebber sind beide an der TU

Darmstadt ausgebildete Ingenieure und teilen sich die technischen

Bereiche wie Einkauf, Fertigung, Montage, Forschung und Entwicklung,

Logistik und Werksinstandhaltung untereinander auf. Stephanie

Riegel-Stolzer ist seit 2011 im Unternehmen und hat ebenso wie

AUSSERDEM:

Service MIC10/MIC20

und Ersatz-Sonden in

SonoDur-Design

NewSonic GmbH · Grathwohlstraße 5 · D-72762 Reutlingen

info@newsonic.de · +49-7121-680 855-0 · www.newsonic.de

stahlmarkt 10.2019


38 Baden-Württemberg

Neue Verzinkerei der

baden-württembergischen Kopf-Gruppe

Zinkpower Meckenheim entwickelt sich zum Oberflächen-Zentrum für die Region

Meckenheim. Zinkpower Meckenheim ist nach eigenen Informationen seit vielen Jahren ein renommierter

Korrosionsschutzpartner für die Metall- und Stahlbauunternehmen in der Region Köln-Bonn. »Die neue

Verzinkungsanlage für Stahlteile bis zu 13 Metern Länge setzt Standards in Bezug auf Umweltschutz und

Ressourcenschonung. Patentierte Anlagentechnik, vom eigenen Engineering entwickelt, gehört bei Zinkpower seit

jeher zur Unternehmensphilosophie«, teilt die Zinkpower-Gruppe mit.

Die neue Verzinkungsanlage hat die

Maße 13 Meter x 2 Meter x 3,4 Meter. Feuerverzinkter

wie unverzinkter Stahl werde

durchgängig unter Dach gelagert, heißt es.

»Um dem stetig steigenden Wunsch der Kunden

nach individuellen Gestaltungsmöglichkeiten

und höchstem Korrosionsschutz für

ihre Stahlteile nachzukommen, wird auf dem

Gelände der Verzinkerei auch eine Pulverbeschichtungsanlage

installiert«, so die Zinkpower-Gruppe.

Neben einer chromfreien, chemischen

Vorbehandlung zeichnet sich diese

Anlage demnach durch ihre effiziente Wärmerückgewinnung

aus. Die neue Anlagentechnologie

soll wesentlich zur Erreichung der CO 2

-

Ziele der Unternehmensgruppe beitragen.

Auf die Korrosionsschutzklassen

abgestimmt

Mit Produktionsstart Anfang 2020 sind die

Zinkpower-Coating-Systeme Standard, Premium

und Extrem auch für Metall-/Stahlbau-Unternehmen

im Köln-Bonner Raum

Verantwortliche des Neubauprojekts beim Spatenstich (v.l.): Rüdiger Thoß (Zinkpower

Meckenheim), Wilfried Straka (Architekt), Christian Neubauer, Josef Unger (beide Unger

Stahlbau), Martin Kopf, Willi Kopf (beide Geschäftsführer Kopf Holding GmbH), Bert Spilles

(Bürgermeister Meckenheim), Christine Marin (Geschäftsführerin Kopf Holding GmbH),

Dirk Schwindenhammer (Wirtschaftsförderung Meckenheim)

und darüber hinaus erhältlich. »Die Systeme

zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf

die Korrosionsschutzklassen abgestimmt

und bis C5-I beziehungsweise C5-M geeignet

sind. Von der technischen Beratung bis

hin zur Ausführung liegen die Aufträge in

einer Hand. Einzig die Farbe beziehungsweise

der Glanzgrad oder die Struktur der

Beschichtung sind noch vom Kunden auszuwählen,

den Rest erledigt der Korrosionsschutz-Spezialist«,

betont die Zinkpower-

Gruppe.

Die Kopf-Gruppe betreibt unter der Marke

Zinkpower eigenen Angaben zufolge

deutschlandweit 16 Feuerverzinkereien.

Demnach sind alle Unternehmen der Gruppe

nach DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO

14001 zertifiziert.

Fotos (2): Zinkpower

Stahlbau innen: Feuerverzinkung als Korrosionsschutz für Stahl

KONTAKT

ZINKPOWER Gruppe

Kopf Holding GmbH

Heinkelstraße 25

73230 Kirchheim Teck

Tel. +49 7021 975560

www.zinkpower.com

stahlmarkt 10.2019


MPT International

Order your personal copy and

save 43 € with an annual subscription!

The leading technical journal for the global iron and steel industry:

For more than 30 years MPT International has proven itself as a reliable and comprehensive source of

information about new investments, companies and technologies in the field of iron and steel making

around the world. MPT International is read wherever iron and steel is produced.

Your advantages at a glance:

✓ Appears bi-monthly

✓ Reports on new technologies and processes from international

leaders in plant engineering for the steel industry

✓ Clear focus on new construction and modernization projects in the

steel industry all around the world

Subscribe now:

www.stahleisen.de/

mpt-international/subscription

✓ Shares practical field experience gained by steel producers

concerning their facilities and processes

✓ Save 43 € with an annual subscription

(209 € for subscribers versus 252 € for six individual issues)!

Eine Marke der Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Straße 25 - 51149 Köln - E-Mail: info@maenken.com - www.stahleisen.de


40 Bauen mit Stahl

Das Bauhaus: Pionier des gedämmten Stahlbaus

ArcelorMittal gratuliert zu 100 Jahren Bauhaus mit einer bunten Stahlaktion

Dessau. Sieht man es? Odersieht man es nicht? Das Stahlhaus inDessau gehört zu den visionärenMeisterwerken

der Bauhaus-Ära. Mitvorgefertigten und gedämmtenStahlplatten konzipierten und bautenGeorg Muche und

Richard PaulickMitte der 1920er Jahre in Dessau ihreVorstellung einer kostensparendenund hoch flexiblen

Architektur.

Außendrei Millimeter dicke Stahlplatten(Flußeisen)

mit Rostschutzanstrich,dann

eine Dämmung aus speziellaufbereiteten 20

Millimeter dickenTorfplatten gefolgt von 50

Millimeterdicken Platten aus Schlackenbeton,

schließlich 10 Millimeter Innenputz. Den

Werkstoff Stahl sollte man dabei von außen

durchaus erkennen.

»Das vom Dessauer Bauhaus entwickelte

Stahlhaus ist ein Pionier der Sandwichbauweise«,

merkt Christian Ahlers an. Er kommt

aus Dessau und kennt sich im Stahlbau aus

– er ist im Marketing von ArcelorMittal Sandersdorf-Brehna

tätig – dem größten Stahlhersteller

der Welt, der in seinem Werk 30

Kilometer südlich von Dessau gedämmte

Stahl-Paneele für Privat- und Industriebauten

produziert. Ahlers: »Schon beim Stahlhaus

ging es – wie heute – darum, hochwertig,

flexibel, nachhaltig, kostengünstig und

schnell zu bauen. Die Idee mit den gedämmten

und industriell vorgefertigten Stahlplatten

war ein innovatives Konzept. Mit unseren

heutigen gedämmten Sandwich-Paneelen

aus Stahl setzen wir diese Ideen konsequent

um.« Denn als komplett recyclebarer

Werkstoff gehört Stahl zu den nachhaltigen

Materialien beim Bau. Die modernen, industriell

vorgefertigten Paneele ermöglichen

schnelles Bauen. »Und mit einem rund zehnfach

höheren Dämmwert als Beton spart

man in Zeiten hoher Quadratmeterpreise

auch noch Platz und Energiekosten«, teilt

ArcelorMittal mit.

Musterhaus aus Stahl

Perfektion in Stahl: ArcelorMittal, der größte Stahlkonzern der Welt, setzt mit seinen

Sandwich-Paneelen aus Stahl heute um, wovon die Bauhaus-Architekten träumten.

Das 1926–1927 in Dessau-Törten errichtete

Musterhaus aus Stahl kam den Bauhaus-Idealen

mit den Möglichkeiten industrieller Fertigung

und der Idee der Einheit von Kunst

und Technik bereits sehr nahe. Mit seinem

ausbaufähigen Grundriss, seiner kurzen Bauzeit

und den standardisierten Stahlplatten

war das Haus als Prototyp für die kostengünstige

und schnelle Serienproduktion

gedacht, den man auch nachträglich erweitern

konnte.

»Heute können wir das umsetzen, was

sich Muche und Paulick damals gewünscht

haben«, meint Dr. Lars Pfeiffer, Chef von

ArcelorMittal Construction Deutschland, zu

dem das Werk in Brehna gehört. Kämpften

die Architekten damals noch mit Wärmeisolierung

und Belüftung, stellen diese Themen

bei heutigen Paneelen nach Unternehmensangaben

kein Problem mehr dar. Mit PIR-

Schaum oder Mineralwolle gefüllt sind die

vorgefertigten Sandwichelemente Arcelor-

Mittal zufolge im Industrie- und Individualbau

immer mehr gefragt und werden von

Unternehmen wie Amazon, Airbus, BMW,

DHL, IKEA, Porsche, Volkswagen oder

Würth für energieeffiziente und attraktive

Gebäudehüllen eingesetzt. Pfeiffer: »Dank

unserer hochmodernen Fertigung können

wir uns heute dem individuellen Bedarf

durch unterschiedliche Oberflächenprofilierungen,

150 Farben in 18 verschiedenen

Beschichtungen, zwei Dämmsystemen und

Paneel-Dicken von 10 bis 200 Millimetern

perfekt anpassen.«

Der Urvater des industriell vorgefertigten

gedämmten Stahlbaus, das Dessauer Stahlhaus,

kann heute im Rahmen von Führungen

in der Bauhaus-Siedlung Dessau-Törten

besichtigt werden. Das Gegenstück dazu,

die modernen stählernen Sandwich-Paneele,

sind aktuell als bunter Geburtstagsgruß

an der Ecke zwischen Gropiusallee und Ziebigker

Straße in Form eines Bauzauns im

Bauhaus-Look zu besichtigen. »Wir wollten

zeigen, wie man die vielfältigen Möglichkeiten

der Bauhaus-Idee aus heutiger Sicht

interpretieren kann«, erklärt Pfeiffer.

https://germany.arcelormittal.com

Foto: ArcelorMittal

stahlmarkt 10.2019


Bauen mit Stahl 41

Gemeinsamer Blick über den Tellerrand

bauforumstahl: Gespräch »Projektabwicklung bei der DB AG« erfolgreich

München. Wenn die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung LUFV II zwischen Bund und Bahn Ende des Jahres

abgeschlossen ist, wurden circa 900 Brücken quer durch die Bundesrepublik erneuert, davon circa 20 Prozent

Stahlbrücken.

»Das wir dieses Ziel erreichen war nicht

unbedingt zu erwarten und ist ein Stück weit

auch Ergebnis der konstruktiven Zusammenarbeit

zwischen der Deutschen Bahn und

bauforumstahl. Bereits in der Vergangenheit

haben unsere Treffen gezeigt, dass ein Blick

über den Tellerrand für beide Seiten lohnenswert

ist«, so Dirk Sauer, Leiter Beschaffung

Infrastruktur, Region Süd bei der Deutschen

Bahn.

Die LUFV III startet im Januar 2020 und soll

in Qualität und Quantität mindestens auf

gleichem Niveau umgesetzt werden. Um hier

für noch mehr Transparenz auf Seiten der

Auftragnehmer zu sorgen, hat die Deutsche

Bahn ihre Kommunikationskonzepte entwickelt.

Mit Hilfe eines digitalen Vergabekalenders

werden die Unternehmen frühzeitig auf

anstehende Projekte hingewiesen und können

Tonnagen und Personal entsprechend

vorplanen. Vorteil für die Deutsche Bahn: Die

fristgerechte Versorgung der Baustellen ist

sichergestellt und Investitionsstaus werden

vermieden.

Auf einen Blick: bauforumstahl

bauforumstahl (BFS) ist der Spitzenverband

für das Bauen mit Stahl in

Deutschland. Gemeinsam mit dem

Deutschen Stahlbau-Verband DStV

vertritt er die Anliegen seiner Mitglieder

gegenüber Politik, Fachwelt,

Medien und Öffentlichkeit, bietet

Wissenstransfer und engagiert sich in

Forschung und Normung. Übergeordnetes

Ziel ist es, die Stahlbauweise

unter Berücksichtigung ganzheitlicher

Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Sicherheit,

Flexibilität und Nachhaltigkeit zu

fördern. Zu den rund 350 Mitgliedern

zählen alle namhaften deutschen Stahlbauunternehmen,

Vorlieferanten und

Folgegewerke, Architektur- und

Ingenieurbüros sowie Hochschulen

und Universitäten.

Konstruktive Zusammenarbeit

»Nur wenn Auftragnehmer und Auftraggeber

die gleiche Sprache sprechen, können

wir effektiv zusammenarbeiten«, so Dr. Rolf

Heddrich, Geschäftsführer bauforumstahl.

Weitere Themen des 6. Gesprächs waren

neue Bewertungskriterien bei Ausschreibung

und Vergabe sowie die Berücksichtigung von

Sondervorschlägen. Auch die Themen Fachkräftemangel

und Nachhaltigkeit standen

auf der Agenda.

So will die Deutsche Bahn in der Diskussion

um Ausschreibung und Vergabe dafür

sorgen, dass Themen wie die Nachhaltigkeit

und Arbeitssicherheit in einem gesunden

Verhältnis zu Preis und Qualität in die Bewertungskriterien

bei Ausschreibung und Vergabe

einbezogen werden.

Deutlich spürbarer

Ingenieurmangel

Auch Probleme auf der

Baustelle wurden thematisiert:

»Der Ingenieurmangel

wird hier deutlich

spürbar. Wenn erfahrene

Projekt- und Bauleiter

fehlen, mangelt es an

Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit,

was

letztendlich Zeitverzögerung

bedeutet und zu

Lasten unserer Fahrgäste

geht«, so Sauer, dem

wichtig ist, die Probleme

auf beiden Seiten fair zu

beleuchten. »Wir möchten

als attraktiver Auftraggeber

wahrgenommen

werden und erwarten,

dass auch die Firmen

trotz des Aufschwungs

der Bauindustrie eine faire

Preispolitik betreiben«, so Sauer. »Der

regelmäßige Perspektivwechsel schafft Vertrauen

und Transparenz«, betont auch Dr.

Heddrich.

Das nächste Treffen mit Vertretern der

Deutschen Bahn und bauforumstahl findet

im Mai 2020 statt.

KONTAKT

bauforumstahl e. V.

Sohnstraße 65

40237 Düsseldorf

Tel. +49 211 6707 828

www.bauforumstahl.de

stahlmarkt 10.2019


42 Bauen mit Stahl

Branchenbericht der Commerzbank

analysiert die Baubranche

Der Bau treibt die deutsche Gesamtkonjunktur mit an

Frankfurt/Main. Der Bausektor wuchs 2018 so stark wie lange nicht. Dem Commerzbank-Branchenbericht »Bau

in Deutschland« zufolge beurteilen die Bauunternehmen bereits seit 2013 ihre Geschäftslage regelmäßig besser

als alle anderen Wirtschaftszweige. Demnach sind sie derzeit sogar noch zufriedener als zu Zeiten des Baubooms

nach der Wiedervereinigung. Der Bau treibt mit seinem Wachstum auch die gesamte deutsche Konjunktur mit an.

Foto: Shutterstock

Bauarbeiter auf einer Baustelle

»Die Bauinvestitionen tragen immerhin

etwa zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt

bei. Vieles deutet darauf hin, dass

der Sektor auch mittelfristig schneller

wachsen wird als die deutsche Gesamtwirtschaft.

Im Jahr 2018 sind die Bauinvestitionen

real um 2,9 Prozent angestiegen«,

heißt es im Branchenbericht der Commerzbank.

Dafür, dass diese Entwicklung auch

mittelfristig so weitergeht, sprechen demnach

Aspekte wie etwa die sinkende Haushaltsgröße

und Alterung der Bevölkerung,

die für verstärkten Wohnungs- und Infrastrukturbedarf

sorgen. Auch marode Straßen,

Brücken und langsames Internet markieren

einen immensen Bedarf an moderner

Infrastruktur, alternative Energiequellen

und E-Mobilität erfordern zudem einen

weiteren Ausbau und Modernisierung der

Stromnetze.

Bauinvestitionen tragen rund zehn

Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei

Solchen nachfragestimulierenden Faktoren

stehen dem Bericht der Commerzbank zufolge

allerdings knappes Bauland und geringe Baukapazitäten

– vor allem durch Fachkräftemangel

– gegenüber. Auch begrenzte Personalkapazitäten

in Bundesbehörden und kommunalen

Bau- und Planungsämtern sowie Bürokratie

behinderten das Wachstum. Viele Vorschriften

und neue Anforderungen machten

das Bauen immer teurer. Auch bei Baustoffen

träten Engpässe auf, trieben die Preise in die

Höhe. Strenge Bauregeln, energetische und

umweltpolitische Vorschriften verteuerten das

Bauen zusätzlich. Das führe dazu, dass die

Baupreise schneller stiegen als die Erzeugerpreise

der meisten übrigen Branchen. Das stehe

im Widerspruch dazu, dass Bauherrn, Mieter

und Politiker eigentlich erwarteten, dass

kosteneffzient gebaut werde.

Die Immobilienpreise erhöhten sich laut

Commerzbank in einigen Ballungsräumen in

den vergangenen Jahren noch schneller als

die Baupreise. Auch wenn sich der Preisanstieg

allmählich verlangsame, sähen Experten

hier bisher maximal die Gefahr einer

Blasenbildung in einigen Luxussegmenten.

Mehrere kleine Bauunternehmen

»Die Bauindustrie ist aus zurückliegenden Krisenzeiten

noch zersplitterter hervorgegangen.

Wenn in der letzten Baurezession bis zum Jahr

2005 ein großer Konzern in die Insolvenz ging,

gründeten sich hieraus zumeist mehrere kleinere

Bauunternehmen. Auch in der Finanzkrise

2009 ist die Zahl der Unternehmen kaum

zurückgegangen. Im gesamten Baugewerbe

stahlmarkt 10.2019


Bauen mit Stahl 43

Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

gab es 2018 insgesamt rund 370 000 umsatzsteuerpflichtige

Unternehmen mit rund 2,21

Millionen Beschäftigten«, berichtet die Commerzbank.

Davon seien fast 90 Prozent

(330 000) der Unternehmen im Ausbaugewerbe

aktiv, das von den verschiedenen Bauhandwerken

dominiert werde. Im Ausbau sei die

Branche besonders zersplittert: 63 Prozent der

Unternehmen erwirtschafteten weniger als

250 000 Euro Umsatz im Jahr, im Hochbau

seien es 40 Prozent, im maschinenintensiveren

Tiefbau aber auch noch 32 Prozent der Unternehmen.

Laut Commerzbank setzen lediglich rund

250 Unternehmen des Hoch- und Tiefbaus

mehr als 50 Millionen Euro im Jahr um: »Darunter

gibt es einige Bauunternehmen mit

einem breit gefächerten Angebot – vom Einfamilienhaus

über die Fabrikhalle, den Straßenbau

bis zum Betrieb der Bauwerke. Die

meisten Mittelständler haben sich aber entweder

auf den Bau von Gebäuden oder den

Tiefbau spezialisiert, vor allem den Bau von

Brücken, Tunneln und Leitungen.« Im Hochbau

wüchsen derzeit besonders stark Spezialisten,

die sich etwa auf die industrielle Vorfertigung

festgelegt hätten. Im Tiefbau entwickelt

sich das Geschäft dem Branchenbericht

zufolge mit größeren Infrastrukturprojekten

gut. Am schnellsten wüchsen derzeit

technische Spezialunternehmen im Tiefbau,

die beispielsweise auf die Stabilisierung des

Baugrunds spezialisiert seien und den Boden

gegen Wasser und Abrutschen absicherten.

Diese technisch anspruchsvollen Spezialisten

seien meist internationaler ausgerichtet.

Starke Abhängigkeit von den

Schwankungen der Binnenwirtschaft

Die Baubranche ist laut Commerzbank stärker

als das verarbeitende Gewerbe von den

Schwankungen der deutschen Binnenwirtschaft

abhängig. Die deutsche Wirtschaft sei

im vierten Quartal 2018 schwächer gewachsen

als erwartet. Sie sei auf dem Niveau des

Vorquartals stagniert, nachdem sie im dritten

Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft gewesen

sei. Das habe nicht nur daran gelegen, dass die

deutsche Autoindustrie Probleme mit der Einführung

neuer Abgastests hatte. Auch ohne

diesen Effekt wäre die Wirtschaft wegen nachlassender

Nachfrage aus China kaum noch

gewachsen. Diese Wachstumsdelle dürfte

noch etwas anhalten. Das lassen auch die

stahlmarkt 10.2019

zuletzt schwächeren Auftragseingänge und

die fallenden Frühindikatoren erwarten.

»Damit dürfte die deutsche Wirtschaft

2019 nur noch um 0,4 Prozent wachsen. Der

private Konsum bleibt ein Treiber für die Konjunktur.

Dieser profitiert von der steigenden

Beschäftigung und ordentlichen Lohnzuwächsen,

wir rechnen 2019 bei den Tariflöhnen

mit einem Plus von rund 3,0 Prozent«,

lautet die Prognose der Commerzbank.

Außerdem sorge die expansive Geldpolitik

der EZB weiterhin für günstige Finanzierungsbedingungen.

Weitere Impulse würden wohl

auch wieder die Bauinvestitionen liefern.

Dritter Immobilienboom seit den

1970er-Jahren

Deutschland erlebt laut Branchenbericht den

dritten Immobilienboom seit den 1970er-Jahren.

Die Preise für Wohnimmobilien stiegen

seit 2010 deutlich, im Jahr 2018 hätten sich

die Immobilien um rund fünf Prozent gegenüber

dem Vorjahr verteuert. Damit würden

die Häuserpreise seit Jahren schneller zulegen

als naheliegende Vergleichsgrößen wie Mieten,

verfügbare Einkommen der privaten

Haushalte und Verbraucherpreise. Die Hausse

am Immobilienmarkt dürfte noch einige Zeit

andauern, heißt es. Denn die rekordtiefen

Zinsen machten Wohnimmobilien erschwinglich

wie nie. Auch der ausgelastete Arbeitsmarkt

lasse vorerst kein Ende des Immobilienbooms

erwarten. Die Digitalisierung revolutioniert

allmählich die Branche, steigert Effizienz,

Qualität und Kooperation. Noch gibt

es allerdings viele praktische Probleme.

Die Urbanisierung führt der Commerzbank

zufolge in den Ballungsräumen zur Verdichtung

des Wohn- und Gewerberaums. Bestehende

Gebäude würden verstärkt aufgestockt.

Schnelle, industrielle Bautechniken hätten

großes Potenzial, besonders angesichts von

Wohnungsnot und Verkehrswegemisere.

»Langfristig entwickelt sich die industrielle Vorfertigung

besonders stark – hieraus könnte

eine Art Baukastensystem entstehen, aus dem

die Bauauftraggeber sich ihr Bauwerk zusammenstellen

können«, vermutet die Commerzbank

eine neue Entwicklung. Zudem werde

der Bau immer smarter und energiesparender.

Langfristig dürften sich die Energiesparvorschriften

für Altbauten verschärfen.

www.commerzbank.de

WIR LIEFERN!

TRÄNENBLECHE

SCHWARZ UND

FEUERVERZINKT

STÄRKE:

3 bis 10 mm + Träne

FORMATE:

1000 mm x 2000 mm

1250 mm x 2500 mm

1500 mm x 3000 mm

LOGISTIK:

von der einzelnen Tafel

über Pakete bis hin zur

kompletten Ladung

DROESSER.DE

Peter Drösser GmbH

Ackerstraße 144 // 51065 Köln

Fon +49 221 6789-0 // info@droesser.de


44 Bauen mit Stahl

Das Plus an Produktivität und

Prozesssicherheit

Neuer 90-Tonnen-Pressenstößel für Autozulieferer

Ravensburg. Weltweit steigende Nachfrage verlangt von Produktionsmaschinen wie Pressen dauerhafte

Höchstleistung. Durch maßgeschneiderte Retrofits werden ihre Ausbringleistung und Verfügbarkeit ohne hohe

Neuinvestitionen an veränderte Anforderungen angepasst. Als Experte für Retrofits mechanischer Pressen gilt Ropa

Pressenservice aus Ravensburg.

Von Ursula Herrling-Tusch*

Hersteller aus der Automobil-, Haushaltsgeräte-

und Spielzeugindustrie sowie

deren Zulieferer setzen deshalb bei der

Instandsetzung oder Modernisierung ihrer

Großpressen auf den Mittelständler. Bei der

Neukonstruktion eines Stößels für eine Presse

mit 2 000 Tonnen Presskraft vertraute er

zur Maßanfertigung der Schweißteile auf die

Jebens GmbH aus Korntal-Münchingen,

einem Spezialisten für große, schwere

Brennteile, mechanische Bearbeitung und

komplexe Schweißbaugruppen.

Mechanische Pressen mit solider Stahlkonstruktion

und robuster Mechanik trotzen in der

Regel selbst höchster Dauerbelastung durch

lange Lebensdauer – Einsatzzeiten von mehr

als dreißig Jahren sind keine Seltenheit. Gegen

den Verschleiß kritischer Komponenten sind

sie – insbesondere bei häufigen Werkzeugwechseln

– jedoch nicht gefeit. Zudem können

sowohl veränderte Markt- oder Sicherheitsanforderungen

als auch eine für die gebotene

Wirtschaftlichkeit nicht mehr ausreichende

Produktivität oder Qualität eine Umrüstung

erfordern. Das traf auch auf eine schnelllaufende

Zani-Presse mit 2 000 t Presskraft, Transfer

und Folgeverbundwerkzeug zu: Auf ihr fertigt

ein Automobilzulieferer rund um die Uhr mit

40 Hüben pro Minute Kopfstützenschienen für

einen Premiumfahrzeugbauer. Hohe Hubzahlen,

Blechstärken und immer höhere Zugfestigkeiten

der Bleche bedeuteten für den Stößel

eine permanente Grenzbelastung. Vermehrt

auftretende Risse kündeten bereits seit mehreren

Jahren das bevorstehende Ende seiner

Lebenszeit an und machten schließlich einen

Neubau unumgänglich. Mit der Aufgabe,

einen komplett neuen Stößel zu konstruieren

Schweißteil für die Neukonstruktion eines Stößels

Foto: ropa Pressenservice

stahlmarkt 10.2019


Bauen mit Stahl 45

Fotos (3): Jebens GmbH

Industry

Solutions

Jebens bearbeitet dank besonders starker Brennschneidmaschinen auch große, schwere

Bauteile mit Blechdicken zwischen 250 bis 1 100 Millimetern.

und zu berechnen, betraute der Automobilzulieferer

Ropa Pressentechnik.

Das 1998 von Werner Rothärmel gegründete

Unternehmen ist spezialisiert auf Reparaturen,

Generalüberholung und Modernisierung

von Exzenterpressen aller Hersteller –

insbesondere solcher von führenden Pressenbauern.

Das Repertoire reicht dabei von

Pressen mit 15 Tonnen Presskraft für einen

Spielzeughersteller bis zu 9 600-Tonnen-

Pressen bei einem Autohersteller. Hohe Fertigungstiefe

im eigenen Haus, Qualität und

Schnelligkeit qualifizieren Ropa auch für

herausfordernde Aufgabenstellungen.

Neben einem umfangreichen eigenen

Maschinenpark kennzeichnet vor allem ausgeprägte

Expertise in Beratung und Konstruktion

das Unternehmen. Rothärmels Team

aus Ingenieuren, Technikern, Monteuren

und Zerspanungsmechanikern entwickelt

passgenau zugeschnittene technische

Lösungen, um Verfügbarkeit und Leistung

der Presse wiederherzustellen. Weltweit

ermöglicht das Unternehmen mit drei großen

Montagecontainern so in kürzester Zeit

komplexe Reparaturen, Wartungen, Modernisierungen,

Neukonstruktionen und Montagearbeiten.

Ob neue Zahnräder in sieben

Wochen oder Zerlegen, Schweißen, mechanische

Bearbeitung und Zusammenbau eines

kompletten Kopfstücks für eine 3 000-Tonnen-Presse

innerhalb von drei Wochen: Mit

Erfahrung, Kompetenz und Einsatzbereitschaft

ist Ropa ein Partner für Branchen, in

denen Produktivität, Kosteneffizienz, Qualität

und Sicherheit über Vorsprung im Wettbewerb

entscheiden.

Retrofit aus dem Effeff

stahlmarkt 10.2019

Auf Nummer sicher

Unser Ziel: Optimale Werkstoffe

für ihre Anwendungen.

In unseren Kompetenzcentern für die

Automobilbranche und für industrielle

Anwendungen fi nden Sie das passende

Engineering-, Fertigungs- und Material-

Knowhow.

Besuchen Sie uns auf der

Blechexpo: Halle 10 | Stand 10508

Automotive

Solutions

Beispielhaft dafür stehen die Automobilzulieferindustrie

und die 2 000-Tonnen-Presse

mit defektem Stößel. Dieser muss nicht nur

sehr präzise arbeiten, sondern auch die auftretenden

Kräfte abfangen können, da das

Werkzeug nicht der gesamten Tischlänge

entspricht. Der vorhandene Stößel hatte eine

Durchbiegung von dreieinhalb Zehnteln pro

Meter, wodurch auch das Werkzeug entsprechend

stark belastet wurde. Die Herausforderung

bei seinem Neubau begann mit

den für die Konstruktion benötigten Maßen.

Ein Ausbau kam nicht infrage, da die Presse

während der rund fünfmonatigen Bauzeit

des neuen Stößels im Einsatz war. Folglich

hieß es für Ropa, die geforderte Maßhaltigkeit

der Neukonstruktion auf Basis von

Berechnungen zu gewährleisten. Rothärmel

erstellte die Grundkonstruktion und -berechnungen

für einen neuen Stößel inklusive

Ersatz von Motor, Schmierverteilern, Getriebe,

Druckpunkten und Lager. Nach Kundenfreigabe

und FEM-Berechnung übernahm

Ropa auch Fertigung und Montage der vier

jeweils 4,5 Tonnen schweren Druckpunkte.

Gegen die Option, die Druckpunkte aus

Guss zu fertigen, entschied sich Ropa mit

Blick auf die Zeitschiene und Kosteneffizienz.

Stattdessen fräste das Unternehmen sie aus

Vollmaterial. Da der Stößel mit 90 Tonnen

Fertiggewicht für Ropa das bislang schwerste,

von Grund auf selber neu konstruierte

und berechnete Bauteil war, wollte der Presknauf-interfer.de


46 Bauen mit Stahl

senspezialist auch bei den Schweißkomponenten

auf Nummer sicher gehen. Er beauftragte

das Unternehmen Jebens mit der

Fertigung von Stößel und Führungsrohren.

Alle Schweißnähte neu berechnet

Die Dimensionen des Stößels waren enorm:

66 Tonnen schwer, 2 600 Millimeter hoch,

2 200 Millimeter breit und 6 000 Millimeter

lang. Doch die eigentliche Herausforderung

lag in den fehlenden Schweißzeichnungen.

Alle Schweißnähte mussten nach den Zeichnungen

von Ropa durch einen Schweißfachingenieur

bei Jebens neu berechnet und

ausgelegt werden. Vom Brennschneiden

über Richten der Einzelteile, Schweißnahtvorbereitung,

Sandstrahlen der einzelnen

Komponenten, Heften und Schweißen bis

zum Glühen erfolgte die Umsetzung im

Werk in Nördlingen. Dabei galt es außerdem,

alle relevanten Bereiche, an denen der

Stößel mehr Kraft aufnehmen muss, besonders

stark anzufasen. Die dadurch wesentlich

höhere Abdeckung der Schweißnaht im

Stößel – mit bis zu hundertprozentiger

Anbindung – erhöht ihre Robustheit deutlich.

Jedoch erforderte diese Vorgabe auch

entsprechend längere Schweißzeiten. Dank

leistungsfähiger Geräteausstattung, hoher

Schweißkompetenz und perfekt getakteten

Arbeitsabläufen konnte Jebens dennoch den

von Ropa vorgegebenen engen Zeitrahmen

einhalten. Zu dem zeitoptimierten Prozessablauf

trug auch der eigene XXL-Glühofen

bei. Mit 15 Metern Länge, 5,8 Metern Breite

und 3,8 Metern Höhe ist er auf so große

Kaliber ausgelegt. Nach Spannungsarmglühen,

Strahlen und Grundieren übernahm der

Brennschneidspezialist auch den Transport

zur anschließenden mechanischen Bearbeitung

des 60-Tonnen-Kolosses bei einem

Jebens berechnete nach der Zeichnung von Ropa alle Schweißnähte neu und legte sie entsprechend

aus.

Nach Spannungsarmglühen, Strahlen und Grundieren übernahm Jebens auch den Transport zur

anschließenden mechanischen Bearbeitung des Kolosses.

Foto: ropa Pressenservice

Schweißer bei der Arbeit

Partnerunternehmen. Bei Ropa wurde der

fertige Stößel vormontiert und sorgfältig

abgestimmt, anschließend wieder demontiert

und lackiert. Auch die Installation von

Schmierung und Elektrik sowie Transport

und Montage übernahm der Pressenbauer.

Das Ergebnis spricht für sich: Mit einer

Durchbiegung von nur knapp über ein Zehntel

pro Meter gewährleistet der neue Stößel

das geforderte Plus an Produktivität und Prozesssicherheit.

* Die Autorin ist Geschäftsfürerin von

impetus.PR, Agentur für Corporate

Communications GmbH

KONTAKT

Jebens GmbH

Daimlerstraße 35-37

70825 Korntal-Münchingen

Tel. +49 711 80 020

www.jebens.de

stahlmarkt 10.2019


Handbuch der europäischen

Eisen- und Stahlwerke

Neuauflage

Stand

12/2018

ISBN 978-3-00-061533-7

79,00 €

19. Aufl age · 574 Seiten · Deutsch und Englisch

Buchausgabe

Inhalt:

• Liste aller Unternehmen, alphabetisch nach Ländern geordnet

• Statistiken für jedes Land mit wichtigen Daten

• der Stahlwirtschaft (Erzeugung, Einfuhr, Ausfuhr)

• Unternehmensprofi le (alphabetisch):

• Firmenname/Postfach/Ort, Straße/Ort, Telefon/Telefax,

• Internet/E-Mail

• Management:

• Vorstand, Geschäftsführung

• Produktionsanlagen

• Produktionsprogramm

• Produktregister

• Personenregister

Jetzt bestellen auf

www.stahleisenshop.de

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Str. 25 · 51149 Köln · Tel: 0 22 03 / 35 84-0 · Fax: 0 22 03 / 35 84-185

E-Mail: stahl@maenken.com · www.maenken.com


48 Aus den Unternehmen

Impression Technologies kündigt

Partnerschaft mit fischer Group an

HFQ-Technologie soll Fertigungsprozesse für anspruchsvolle Bauteile optimieren

Coventry/Menden. Unter dem Namen »HFQ« (Hot Form Quench) hat das britische Unternehmen Impression

Technologies (ITL) eine Gewichtsreduktionslösung für Aluminiumstrukturbauteile mit hohen

Festigkeitsanforderungen entwickelt. Nun wurde eine strategische Partnerschaft mit der deutschen fischer group

angekündigt, dessen Fertigungsprozesse anhand der Technologie zukünftig optimiert werden sollen.

Die fischer group ist ein Produzent von

Präzisionsbauteilen für die Automobil- sowie

Luft- und Raumfahrtindustrie. Sie ist ein Anbieter

von Bauteilen mit anspruchsvoller Formgebung,

die mit der Innenhochdruckumformung

(IHU) hergestellt werden. Darunter fallen beispielsweise

Abgaskrümmer oder komplexe

Rohrsysteme. In diesem Rahmen arbeitet die

Unternehmensgruppe auch mit Erstausrüstern

der Automobilindustrie zusammen. Die Vereinbarung

mit ITL sieht vor, dass die fischer group

mithilfe der HFQ-Technologie in der Lage sein

wird, Bauteile für den Karosserierohbau zu

fertigen. So soll in Zukunft den Anforderungen

von Erstausrüstern etwa im wachsenden

Markt für Elektrofahrzeuge nachgekommen

werden.

Jonathan Watkins,

CEO von ITL

Foto: Impression Technologies

Dr. Stefan Geisler,

Geschäftsführer von fischer Hydroforming

Foto: fischer Hydroforming

Nachhaltige Möglichkeiten

Konkret diene die Partnerschaft dem Ziel,

Kunden der europäischen Automobilbranche

Mit unseren

interface-Lösungen

Werden MessWerte

zu ergebnissen.

die bobe-box:

Für alle gängigen Messmittel, für

nahezu jede PC-Software und mit

USB, RS232 oder Funk.

über die Hydroforming-Zentrale der fischer

group in Menden zu versorgen. Das kommunizierten

die Unternehmen in einer gemeinsamen

Pressemeldung. Jonathan Watkins,

CEO von ITL: »Die Partnerschaft wird Erstausrüstern

in der Automobil- sowie Luft- und

Raumfahrtindustrie stabile, leichte und kosteneffiziente

Strukturen bieten, die mithilfe der

HFQ-Technologie hergestellt wurden«. Auch

bei fischer Hydroforming wird optimistisch in

die Zukunft geblickt: »Wir sind davon überzeugt,

dass wir mit der HFQ-Technologie

unseren Kunden verschiedene nachhaltige

Möglichkeiten bieten können, mithilfe derer

sie das Design vereinfachen und gleichzeitig

das Gewicht, die Kosten und die Systemkomplexität

verringern können«, kommentiert Dr.

Stefan Geisler, Geschäftsführer von fischer

Hydroforming.

KONTAKTE

Impression Technologies Ltd

46 Sayer Drive

Coventry, CV5 9PF, United Kingdom

Tel. +44 0203 6673 593

www.impression-technologies.com

fischer Hydroforming GmbH

Keplerstraße 2

58706 Menden

Tel. +49 02373 1660

www.fischer-group.com

Ihre schnittsteLLe zu uns:

www.bobe-i-e.de

www.stahlmarkt-magazin.de

stahlmarkt 10.2019


Aus den Unternehmen 49

FAZ zeichnet Grundfos

als Deutschlands

Innovationsführer aus

Pumpenhersteller überzeugte durch seine

Produktentwicklungen

Erkrath. Im Auftrag des FAZ-Instituts, einem Unternehmen der

Verlagsgruppe Frankfurter Allgemeine Zeitung, hat das

Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos die Studie »Deutschlands

Innovationsführer« durchgeführt. Tausende Unternehmen aus Deutschland

wurden dafür untersucht. Unter den Trägern der Auszeichnung befindet sich

auch der Pumpenhersteller Grundfos, wie das Unternehmen nun mitteilte.

14. Blechexpo

Internationale Fachmesse

für Blechbearbeitung

D 05. – 08. Nov. 2019

a Stuttgart

In die Forschung und Entwicklung

seiner Produkte investiert

Grundfos nach eigenen

Angaben jährlich bis zu fünf Prozent

des Umsatzes. Aktuell ist das

Unternehmen stark auf die digitale

Transformation fokussiert.

Als Basis dessen gelten interaktionsfähige

Pumpensysteme mit

dem Namen »iSolutions«, in denen

Pumpenhydraulik, Antriebstechnik,

Sensoren, Mess-, Steuerungs-

und Regelungstechnik

sowie spezifische Software aufeinander

abgestimmt seien.

Funktechnik macht die Pumpensysteme

zum Bestandteil des Prozess-

und Anlagenmanagements.

Um die Entwicklung entsprechender Komponenten

voranzutreiben, diskutierten in

einem »Digital Transformation Office« bis zu

150 Mitarbeiter neue Ideen und setzten diese

um, heißt es.

Digitale Transformation im Fokus

stahlmarkt 10.2019

Für seine Produktentwicklungen wurde das Unternehmen

Grundfos von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)

als »Deutschlands Innovationsführer« ausgezeichnet.

Hinter der Studie »Deutschlands Innovationsführer«

steckt eine Patent-Analyse von

mehr als 33 000 Unternehmen und Forschungseinrichtungen

über einen Zeitraum

von zehn Jahren. Zum einen wurde die Innovation

einer Erfindung durch ihre Neuigkeit

charakterisiert: Je weniger sie vorherige

Patente zitieren muss, desto innovativer ist

sie demnach. Zum anderen wurde ausgewertet,

wie oft ein Patent von anderen

Patenten zitiert wird: Je höher diese Zahl ist,

desto stärker ist deren Einfluss auf andere

Innovationen. Prognos griff dazu auf Daten

der EPO Worldwide Patent Statistical Database

(PATSTAT) des Europäischen Patentamtes

zurück, in der über 100 Millionen Patente

aller führenden Industrie- und Entwicklungsländer

hinterlegt sind.

KONTAKT

Grundfos GmbH

Schlüterstr. 33

40699 Erkrath

Tel. +49 211 929 693 830

www.de.grundfos.com

Foto: Grundfos GmbH

Blechbearbeitungsmaschinen - Trennund

Umformtechnik - Rohr- und Profilbearbeitung

- Füge- und Verbindungslösungen

- Blech-, Rohr-, Profil-Halbzeuge

Zeitgleich:

7. Schweisstec

Internationale Fachmesse

für Fügetechnologie

The powerful

tradefair duo

@ blechexpo-messe.de

Ä #blechexpo2019 üägB

Veranstalter: SP. E. SCHALL GmbH & Co. KG

f +49 (0) 7025 9206-0

m blechexpo@schall-messen.de


50 Aus den Unternehmen

Mannstaedt erweitert Kapazitäten

Zweites automatisches Säge- und Verpackungszentrum für schwere Stahlprofile in

Betrieb

Troisdorf. Die Mannstaedt GmbH in Troisdorf bei Köln, nach eigenen Angaben weltweit führender Hersteller von

warmgewalzten Spezialprofilen aus Stahl, hat jetzt eine zweite Anlage zum automatischen Aufteilen, Stapeln und

Verpacken von Profilabschnitten in Betrieb genommen. Mit der Lieferung wurde der Förderanlagenspezialist H+H

Herrmann + Hieber beauftragt.

Zum Versand gelangen die Profilabschnitte

auf Kanthölzern gestapelt und zu

Paketen umreift. »Um eine hohe Stabilität der

Profilbunde zu erreichen, sind die Lagen

innerhalb des Profilpakets ineinander

geschachtelt abgestapelt. Das Stapelbild ist

für die verschiedenen Profilquerschnitte individuell

festgelegt. Zur Stapelbildung muss

deshalb ein Teil der Profile um 180° gewendet

werden«, teilt das Unternehmen Herrmann +

Hieber mit.

Trotz der vielfältigen Varianten soll die Stapelung

vollautomatisch erfolgen. Darüber

hinaus ist laut Herrmann + Hieber angestrebt,

dass der Schrottanteil am gewalzten Ausgangsprofil

minimal sei. Das gelinge durch

Sortieren der Aufträge, durch Optimierung

der Sägeschnittlänge und mit Hilfe der flexiblen

Stapeleinrichtung.

Das fertige Profilpaket werde auf Kanthölzer

aufgesetzt, umreift und für den Abtransport

mit Flurförderzeugen bereitgestellt.

Sämtliche Transportvorgänge und Arbeitsabläufe

seien voll automatisiert und zentral

gesteuert, heißt es.

»Zu den kennzeichnenden Merkmalen dieser

Anlage gehören, neben der geforderten

Genauigkeit beim Sägen und Stapeln sowie

der Vielfalt der Stapelbilder, auch die großen

Gewichte, die gehandhabt werden müssen«,

so Herrmann + Hieber. Demnach werden die

gewalzten Profile bis 26 Meter Länge mit

einem maximalen Stabgewicht von 2 600

Kilogramm verarbeitet. Die Außenabmessungen

der Profile betragen maximal 325 Millimeter

(Breite) und 150 Millimeter (Höhe).

Insgesamt werden nach Angaben von Herrmann

+ Hieber zurzeit mehr als 50 unterschiedliche

Querschnitte auf dieser Anlage

verarbeitet; das Programm könne beliebig

ausgeweitet werden. Die Länge der verarbeiteten

Profilabschnitte reiche von 500 Millimetern

bis 5 100 Millimetern. Das maximale

Bündelgewicht betrage 5 000 Kilogramm.

Voll automatisierter Profilversand bei

Mannstaedt

KONTAKT

Mannstaedt GmbH

Mendener Straße 51

53840 Troisdorf

Tel. +49 2241 840

www.mannstaedt.de

H+H Herrmann + Hieber GmbH

Rechbergstraße 46

73770 Denkendorf

Tel. +49 711 934670

https://herrmannhieber.de

Foto: H+H Herrmann + Hieber GmbH

Vielseitigkeit ist unsere Spezialität.

Als Ihr Stahl-Service-Center finden wir für jede

Anwendung die richtige Stahlvariante.

• Individuell

• Umfangreich

• Unabhängig

in Stuttgart

05.–08.11.2019

Halle 10,

Stand 10509

Möglichkeiten

SPALTBAND ZUSCHNITTE STANDARDFORMATE

stahlmarkt 10.2019


Aus den Unternehmen 51

Schäfer: Mehrweg-Behältersysteme

auf der BrauBeviale

Das Unternehmen präsentiert in Nürnberg sein Portfolio aus KEGs und IBC

Neunkirchen. Schäfer Container Systems, ein Hersteller und Anbieter von Mehrweg-Behältersystemen (KEGs) und

Industriecontainern (IBC) aus Edelstahl präsentiert auf der diesjährigen BrauBeviale in Nürnberg sein Portfolio. Als

Highlight verlost das Unternehmen an seine Besucher KEGs in individuellen Landesfarben.

Zu den Exponaten von Schäfer zählt

beispielsweise das Eco KEG, dass aus einer

Edelstahl-Fassblase mit robusten Kopf- und

Fußringen aus Polypropylen (PP) besteht. Das

Produkt zeichnet sich sowohl durch ein

geringes Gewicht als auch seine Branding-Möglichkeiten

aus. Zudem bringt Schäfer

mit dem Plus KEG eine Edelstahl-Fassblase

an den Start, die mit einer robusten

PU-Umschäumung verbunden wird. Dies

mache das Fass geräuschärmer und verliehe

ihm einen Stoßdämpfereffekt.

Innovator und Hersteller

Eine bunte Auswahl an Schäfer-KEGs

»Das Leitmotiv der Messe, die Zukunftsfähigkeit

der Getränkebranche, stützen wir

als Innovator und Hersteller gleichermaßen.

Seit über 40 Jahren beschäftigen wir uns

mit den nachhaltigsten Getränkeverpackungen

die es gibt, entwickeln diese stetig

weiter und bieten unseren Kunden zahlreiche

Benefits rund um die KEGs selbst. Die

zunehmende Aufmerksamkeit für das Thema

Umweltschutz trägt glücklicherweise

auch unseren ressourcenschonenden Mehrweg-KEGs

Rechnung, was sich in einer

durchweg positiven Stimmung auf unserem

Stand wiederspiegelt. Und damit der

Genuss nicht zu kurz kommt, unterstützt

uns wie in jedem Jahr Biersommelierweltmeister

Karl Schiffner, der diesmal Bierspezialitäten

aus den USA zur Verkostung

anbietet«, sagt Guido Klinkhammer,

Bereichsleiter Vertrieb bei SCHÄFER Container

Systems.

Kunden wie Messebesuchern bietet das

Unternehmen in diesem Jahr eine Besonderheit:

Mit Abgabe einer Teilnahmekarte können

diese ein Länder-KEG in individuellen

Farben gewinnen. Die Karte wurde im Vorfeld

zur Messe postalisch mit der Einladung

versendet und kann am Stand abgegeben

werden. Auch am Stand selbst gibt es Teilnahmemöglichkeiten.

Die Auslosung erfolgt

am letzten Messetag.

KONTAKT

Schäfer Werke GmbH

Pfannenbergstraße 1

57290 Neunkirchen

Tel. +49 2735 787 01

www.schaefer-werke.de

Foto: SCHÄFER Werke GmbH

FORMZUSCHNITTE

KONTUREN

www.stahlo.de

stahlmarkt 10.2019


52 Stahlkultur

Tulpen für die

Jeff Koons, einer der teuersten und gegenwärtig gefragtesten zeitgenössischen Bildhauer

der Welt, ist bekannt für seine farbenfrohen Plastiken. Seine überdimensionalen Skulpturen

aus Edelstahl Rostfrei wie zum Beispiel die hier gezeigte Skulptur »Tulips« begeistern seit

den 1990er-Jahren die Welt und erzielen mit über 40 Millionen Euro geradezu astronomische

Verkaufspreise. Gefertigt werden die schwerelos wirkenden, aber bis zu 30 Tonnen

wiegenden Kunstwerke in deutschen Gießereien. Nach dem Guss erhalten sie dort auch

handgeformte Verzierungen und das charakteristische Finish. Weit über 10 000 Arbeitsstunden

Schleifen, Polieren und Lackieren fallen an, um Koons gigantischen Blumen,

Hunden oder Herzen ihre unverwechselbare Optik zu verleihen. Um den Glanz des

Edelstahls zu erhalten, wird die Oberfläche nach jedem Auftrag des transparenten

Farblacks wieder geschliffen und poliert. Im Zusammenspiel mit der überbordenden

Farbigkeit verleiht sie Koons Kunstwerken ihre magische Wirkung.

stahlmarkt 10.2019


Stahlkultur 53

Ewigkeit

Foto: WZV / NORD/LB

stahlmarkt 10.2019


54 StahlTermine

Termin / Ort Thema Veranstalter Info / Kontakt

9.-11.10.2019

Thessaloniki

10th European Slag Conference

EUROSLAG - The European

Slag Association

+49 206 599 4538

www.euroslag.com

10.10.2019

Düsseldorf

11.10.2019

München/Köln

Immissionsschutz in der Stahlindustrie Stahlinstitut VDEh +49 211 6707 458

www.stahl-akademie.de

Seminar: Kompaktwissen Arbeitsrecht Schulz & Partner GmbH +49 89 452 429 70 100

www.sp-unternehmerforum.de

22.10.2019

Hannover

Fachseminar: Innovative Stahllösungen

für die Verkehrsinfrastruktur der

Zukunft

ArcelorMittal Germany Holding GmbH

www.germany.arcelormittal.com

22.-24.10.2019

Köln

HK 2019 - HärtereiKongress F&E Technologiebroker Bremen GmbH +49 421 696 06790

www.hk-awt.de

22.-24.10.2019

Stuttgart

parts2clean – Internationale

Leitmesse für industrielle Teileund

Oberflächenreinigung

Deutsche Messe AG +49 511 890

www.parts2clean.de

23.10.2019

Landshut

23.-25.10.2019

Leoben, AT

5.-8.11.2019

Düsseldorf

MSR-Spezialmesse Südost MEORGA GmbH +49 683 889 600 35

https://meorga.de

AIST European Steel Forum 2019 Association for Iron & Steel Technology + 1 724 814 3000

www.aist.org/esf

A+A 2019 Messe Düsseldorf GmbH +49 211 4560 01

www.aplusa.de

05.-8.11.2019

Stuttgart

Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung

P.E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 92060

www.schall-messen.de

10.- 11.11.2019

Aachen

2. Aachener Ofenbau- und

Thermoprozess-Kolloquium

RWTH Aachen, Institut für Industrieofenbau

und Wärmetechnik

+49 241 802 5935

www.aotk.rwth-aachen.de/aotk-2019

11.11.2019

Aachen

Forum Ringwalzen RWTH Aachen +49 241 80 1

www.ibf.rwth-aachen.de

11.-13.11.2019

Buenos Aires, AR

Latin American Steel Conference -

Alacero60

Associação Latino-Americana do Aço +55 11 3195-5802

www. congreso.alacero.org

12.11.2019

Aachen

12.-15.11.2019

Moskau, RU

19.-22.11.2019

Frankfurt am Main

Forum Freiformschmieden RWTH Aachen +49 241 80 1

www.ibf.rwth-aachen.de

Metal-Expo 2019 9/1 Bolshaya Maryinskaya +7 495 734 99 66

www.metal-expo.ru/en

Formnext 2019 Mesago Messe Frankfurt GmbH +49 711 619 460

www.formnext.mesago.com

25.-27.11.2019

Örebrö, SE

Metal Additive Maufacturing

Conference 2019

ASMET - Austrian Society for Metallurgy

and Materials

+43 3842 402 2291

www.mamc2019.org

26.-28.11.2019

Maastricht

26.11.2019

Aachen

Stainless Steel World 2019 Stainless Steel World +31 575 585 270

www.stainless-steel-world.net

Simulation von Gusseisen MAGMA Gießereitechnologie GmbH +49 241 889 010

www.magmasoft.de

28.-29.11.2019

Hagen

Hagener Symposium Pulvermetallurgie

mit Fachausstellung

Fachverband Pulvermetallurgie e.V. +49 2331 958817

www.pulvermetallurgie.com

29.11.-2.12.2019

Teheran, IR

16th Iran METAFO Nama Negar International Co. +98 2188 2030 20

http://www.iranmetafo.com/en

3.-4.12.2019

Neu-Ulm

Tagung Werkstoffprüfung 2019

DGM - Deutsche Gesellschaft für

Materialkunde e.V.

+49 69 7530 6750

www. wp2019.dgm.de

3.-4.12.2019

Düsseldorf

8.-12.12.2019

Mönchengladbach

Korrosion von nichtorstenden Stählen Stahlinstitut VDEh +49 211 6707 458

www.stahl-akademie.de

Stahlrecycling Stahlinstitut VDEh +49 211 6707 458

www.stahl-akademie.de

9.-10.12.2019

Düsseldorf

Einführung in die Werkstofftechnik von

Stahl

Stahlinstitut VDEh +49 211 6707 458

www.stahl-akademie.de

21.-24.1.2020

Hamburg

10.-13.3.2020

Düsseldorf

NORTEC 2020 Hamburg Messe und Concgress GmbH +49 40 35690

www.nortec-hamburg.de

METAV 2019 Messe Düsseldorf GmbH +49 211 4560 01

www.metav.de

stahlmarkt 10.2019


TECHNIK + TRENDS

Führend

Anlagentechnik

seit 1881!

Überzeugen Sie sich!

3 Ausgaben

für 45,- € *

Sparen Sie 50%

gegenüber dem

Einzelpreis

Umfassendes Wissen

aus der Stahlbranche:

zuverlässig · international · konzentriert · informativ · innovativ

* gilt nur innerhalb Deutschland

Das Fachmagazin für die Entscheider aus der Stahlindustrie

Erscheint

monatlich

»stahl und eisen«

Jetzt 3 Ausgaben testen! www.stahlundeisen.de/abo

¨ JA, ich bin dabei!

Ich will regelmäßig informiert sein und bestelle »stahl und eisen« zum Testpreis

von 45,– Euro (inkl. MwSt. und Versandkosten) für insgesamt 3 Ausgaben. Das

Abonnement beginnt mit der kommenden Ausgabe. Mein Test- Abonnement

verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn ich nicht bis 4 Wochen vor

Ablauf des Bezugszeitraums kündige.

Diese Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen schriftlich gegenüber der

Maenken Kommunikation GmbH, Von-der-Wettern-Straße 25, 51149 Köln,

widerrufen werden. Die Frist beginnt mit der Absendung dieser Bestellkarte.

Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs.

Firma

_________________________________________

Name

_________________________________________

Straße

_________________________________________

PLZ, Ort

_________________________________________

Land

_________________________________________

E-Mail

_________________________________________

Datum, Unterschrift _________________________________________


56 Veranstaltungen/Inserentenverzeichnis

Inserentenverzeichnis »stahlmarkt«

Heft 10.2019

Artur Naumann Stahl AG 7

Behringer GmbH 21

BEPRO 1

Burghardt+Schmidt GmbH 17

Business Control Software GmbH 9

Coiltec Maschinenvertriebs GmbH 9

Demag Cranes & Components GmbH 2

Fagor Arrasate 27

Forming AG 23

GIMA e.K. 9

GOECKE GmbH & Co KG 13

HaBeck Matthias Hasecke e.K. 9

HFS Hagener Feinblech Service GmbH 29

IMS Messsysteme GmbH 25

Knauf Interfer SE 45

Marcegaglia Carbon Steel 60

Messer Cutting Systems 59

Metinvest 15

MicroStep Europa GmbH 31

NewSonic GmbH 37

OHRA Regalanlagen GmbH 41

P. E. Schall GmbH & Co. KG 49

Peter Drösser GmbH 43

Schages GmbH & Co. KG 9

STAHLO Stahlservice GmbH & Co. KG 50, 51

thyssenkrupp Steel Europe AG 11

Universal Eisen und Stahl GmbH 33

VELOFA Lochbleche GmbH 9

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG 57

Walzstahlhandel Essen GmbH 9

BEILAGEN

Carl Spaeter GmbH

N.V. VAN HEYGHEN STAAL

NEUES FACHSEMINAR ZUM BRÜCKENBAU MIT

STAHLLÖSUNGEN

ArcelorMittal veranstaltet mit der Unterstützung von bauforumstahl das

Fachseminar »Innovative Stahllösungen für die Verkehrs-Infrastruktur der

Zukunft«. Das Seminar findet unter anderem am 22. Oktober 2019 im Hannover

Congress Centrum statt.

Es bietet nach Informationen des Veranstalters Ingenieuren und Planern

gleichermaßen die Gelegenheit, sich über optimierte Brückenbauweisen zu

informieren. »Der hohe Erneuerungsbedarf von Bauwerken im Straßen- und

Schienennetz rückt die Notwendigkeit für dauerhafte Bauwerke weiter in

den Vordergrund. Brücken aus Stahl bieten umweltfreundliche und kostengünstige

Möglichkeiten, Infrastruktur innovativ und dauerhaft zu bauen«,

so ArcelorMittal.

Nach Unternehmensangaben besticht Stahl mit kurzen Bauzeiten gegenüber

anderen Werkstoffen, was durch den hohen Grad der Vormontage von

Trägern ermöglicht werde. Brückenwiderlager aus Spundwänden verkürzten

darüber hinaus Bauzeiten bis zu zehn Prozent. Der geringe Platzbedarf sei

bei engen Baustellenverhältnissen vorteilhaft und vermeide Verkehrsbehinderungen.

Die Teilnahme ist laut Veranstalter kostenlos. Das Seminar werde als Fortbildungsveranstaltung

von den Ingenieurkammern in Bayern und Niedersachsen

anerkannt.

http://germany.arcelormittal.com/veranstaltungen

WELTLEITMESSE FÜR SICHERES UND GESUNDES

ARBEITEN MIT ZAHLREICHEN NEUERUNGEN

Vom 5. bis 8. November lädt die A+A – Fachmesse für persönlichen Schutz,

betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – gemeinsam mit dem

36. Internationalen Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin einmal

mehr auf das Düsseldorfer Messegelände ein, um einen umfassenden Überblick

über das Jetzt und die Zukunft der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter zu

geben. Neben Programmerweiterungen wie dem Ausbau der A+A-Highlight-Route

oder der Premiere des »kommmitmensch Film & Media Festivals

der A+A 2019« und neuen Sonderflächen wie der internationalen A+A-Startup-Zone

steht erstmals die neue, multifunktionale Halle 1 zur Verfügung,

welche insbesondere Aussteller aus dem Bereich PSA beheimaten wird. Mit

dieser neuen Hallenkonstellation wird die Messe für sicheres und gesundes

Arbeiten 2019 laut Veranstalter so groß wie nie. So sollen zum ersten Mal in

der Geschichte der A+A mehr als 2.000 Aussteller aus 63 Nationen teilnehmen.

www.aplusa.de

www.stahlmarkt-magazin.de

stahlmarkt 10.2019


Personalien 57

VIP-Seite

Hahn Group: Bernhard Rupke neuer Director der Division

Material Handling

Bernhard Rupke

Foto: Hahn Group

FÜR EINE

WELT DER

VIELFALT.

Bereits seit August 2019 leitet Bernhard Rupke in der Hahn

Group die Division Material Handling, die die Tochterunternehmen

Wemo, Waldorf Technik und GeKu Automatisierungssysteme

umschließt. Das teilte die Hahn Group nun mit. Alle drei

Tochterunternehmen der Gruppe haben sich auf Entwicklung

und Bau von Automatisierungs-, Robotik- und Handling-Systemen

in der Kunststoffverarbeitung spezialisiert.

»Als Geschäfts- und Vertriebsleiter in verschiedenen Unternehmen

hat Bernhard Rupke breitgefächerte Erfahrungen auf nationaler

und internationaler Ebene gesammelt«, so die Hahn Group.

Sein Werdegang zeichnet sich demnach durch Stationen bei

Engel Austria GmbH und Demag Ergotech, heute Sumitomo

Demag, aus. Rupke verantwortete die Erschließung neuer

Geschäftsbereiche, die Entwicklung der strategischen Ausrichtung

und deren Umsetzung, sowie die Überarbeitung von Prozessabläufen.

Der Diplom-Ingenieur blicke auf eine erfolgreiche

Karriere zurück und kenne die Kunststoffbranche sowie die

Automationstechnologie bestens durch seine Erfahrung als

Geschäftsführer der Hekuma GmbH, heißt es.

Ehemaliger »stahlmarkt«-Chefredakteur Hans Heinrich Eichler

starb mit 85 Jahren

Am 11. Juli dieses Jahres starb Hans Heinrich Eichler, ehemaliger

Chefredakteur der Zeitschrift »Continentaler Stahlmarkt«, im

Alter von 85 Jahren in Düsseldorf. Eichler wurde 1934 im sächsischen

Pirna geboren. Nach dem Abitur, das er in Riesa ablegte,

studierte er von 1953 bis 1958 Wirtschaftswissenschaften an der

Leipziger Universität. 1960 floh er wegen politischer Verfolgung

aus der DDR in die Bundesrepublik. Nach Tätigkeiten für die Vereinigten

Wirtschaftsdienste übernahm er die Chefredaktion der

Fachzeitschrift »Continentaler Stahlmarkt«, aus der später der

»stahlmarkt« wurde, und übte dieses Amt viele Jahre bis zu seinem

Eintritt in den Ruhestand aus.

Mehr als 8.000 Artikel und über

10.000 Tonnen Stahl und

Aluminium gibt’s innerhalb

von 24 Stunden bei:

VOSS-EDELSTAHL.COM

stahlmarkt 10.2019


58 Vorschau

VORSCHAU 11.2019

Stahl Tag 2019 –Konferenz für

den Stahl-Einkauf mit vielen

interessanten Einblicken

Vom Thema »CO2-arme Stahlherstellung«

über die Entwicklung der Stahlpreise bis

hin zur Betrachtung von

Mengenumlenkungen infolge europäischer

Safeguard-Maßnahmen bot der

Stahltag 2019 des Veranstalters MBI

Eugen Weinberg, Leiter des Bereichs Commodity

Research bei der Commerzbank AG

Martin Brückner Infosource jede Menge

Impulse. Die Trendthemen Digitalisierung

und 3-D-Simulationen waren ebenso vertreten

wie der Blick auf den Stahlschrott und die künftig an ihn gerichteten

Anforderungen. Ein Highlight war der Vortrag über die Preisentwicklung bei

Rohstoffen von Eugen Weinberg, Leiter des Bereichs Commodity Research bei der

Commerzbank AG (Bild).

WV Stahl positioniert sich zur »Eisenbahnpolitik«

Die Stahlindustrie ist in hohem Maße auf

einen effizienten und leistungsfähigen

Schienengüterverkehr angewiesen. Die

Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert

daher in einem neuen Positionspapier,

den Einzelwagenverkehr in Deutschland

unter anderem durch ein geplantes

Förderprogramm zu stabilisieren. Zudem

müsse die Politik sich stärker für die technische

Modernisierung und Automatisierung

des Schienengüterverkehrs engagieren.

Außerdem müssten Brücken und Tunnel zügig saniert und das Schienennetz

bedarfsgerecht ausgebaut werden, so die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Die vom Bund

geplante Aufstockung der Infrastrukturinvestitionen sei dafür nicht ausreichend.

Rückblick: EMO Hannover 2019

Mit Metall und Getreide beladene

Eisenbahnwaggons warten auf die Verladung

am Frachtterminal.

Rund 117 000 internationale Produktionsexperten

aus 150 Ländern trafen

sich laut Veranstalter auf der Weltleitmesse

der Metallbearbeitung. »Mit diesem

Ergebnis knüpft die EMO Hannover

2019 an das Boomjahr 2017 an.

Angesichts der gedämpften Konjunkturerwartungen

in den vergangenen

Monaten ist der moderate Besucherrückgang

als Erfolg zu werten. Uns freut ganz besonders, dass der Anteil ausländischer

Besucher nochmals gestiegen ist«, sagt EMO-Generalkommissar Carl Martin

Welcker. Auch der »stahlmarkt« war vor Ort und machte sich ein Bild.

Foto: Deutsche Messe

Hohe Internationalität und Innovationsdichte:

Die EMO Hannover 2019

Foto: MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG

Foto: Shutterstock

Impressum

Verlag:

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Str. 25 · 51149 Köln

Tel. +49 2203 35 84-0

info@maenken.com · www.maenken.com

Herausgeber:

Dr. Wieland Mänken (V.i.S.d.P.)

Redaktion:

Philipp Isenbart (Redaktionsleitung)

Tel. +49 2203 3584-121

E-Mail: philipp.isenbart@maenken.com

Niklas Reiprich, niklas.reiprich@maenken.com

Ständige Mitarbeiter in Berlin, Warschau, New York

Objektleitung:

Wolfgang Locker (verantwortlich)

Tel. +49 2203 3584-182

E-Mail: wolfgang.locker@maenken.com

Anzeigen:

Susanne Kessler, Tel. +49 2203 3584-116

E-Mail: susanne.kessler@maenken.com

Claudia Cremer, Tel. +49 2203 3584-166

E-Mail: claudia.cremer@maenken.com

Tim Jansen, Tel. +49 2203 3584-172

E-Mail: tim.jansen@maenken.com

Redaktionsanschrift:

»stahlmarkt«

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Str. 25, 51149 Köln

E-Mail: stahlmarkt@maenken.com

Druck:

Griebsch & Rochol Druck GmbH

Gabelsbergerstraße 1, 59069 Hamm

Erscheinungsweise: jeweils zum Monatsanfang.

Bezugspreise: Einzelheft 15,– €, im

Jahresabonnement (12 Ausgaben) 112,– € einschl.

Zustellgebühr und Mehrwertsteuer. Ausland

126,– € einschl. Porto. Kündigungsfrist bis zum 15.

November zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres.

Zurzeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 67.

Copyright: Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen

Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung außerhalb der durch

das Urheberrechtsgesetz festgelegten Grenzen ist

ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt

insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen,

Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und

Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Haftung: Für Leistungsminderungen durch

höhere Gewalt und andere vom Verlag nicht verschuldete

Umstände (z.B. Streik) können keine

Entschädigungsansprüche von Abonnenten und/oder

Inserenten geltend gemacht werden. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte keine Gewähr.

Warenzeichen: Die Wiedergabe von Warenbezeich

nungen, Handelsnamen oder sonstigen Kennzeichnungen

in dieser Zeitschrift berechtigt nicht

zu der Annahme, dass diese von jedermann frei

benutzt werden dürfen. Vielmehr handelt es sich

häufig um eingetragene Warenzeichen oder gesetzlich

geschützte Kennzeichen, auch wenn sie als

solche nicht eigens gekennzeichnet sind.

Urheberrecht für Autoren: Mit Annahme

des Manu s kripts gehen das Recht zur

Veröffentlichung sowie die Rechte zur Übersetzung,

zur Vergabe von Nach druck rechten, zur elektronischen

Speicherung in Datenbanken, zur Herstellung

von Sonderdrucken, Fotokopien und Mikro kopien an

den Verlag über. In der unaufgeforderten Zusendung

von Beiträgen und Informationen an den Verlag

liegt das jederzeit widerrufliche Einverständnis,

die zugesandten Beiträge bzw. Informationen in

Datenbanken einzustellen, die vom Verlag oder von

mit diesem kooperierenden Dritten geführt werden.

Erfüllungsort Köln

© 2019 Maenken Kommunikation GmbH, Köln

Printed in Germany · ISSN 0178-6571

stahlmarkt 10.2019


TECHNOLOGY DAYS

AT MESSER

23. – 25. OKTOBER

Groß-Umstadt, Deutschland

SIE WOLLEN DIE METALLVERARBEITUNG VON MORGEN LIVE ERLEBEN?

Dann besuchen Sie uns auf unserem dreitägigen Wissensforum. Gemeinsam mit unseren Technologiepartnern

und im Namen der Messer-Gesellschaften für Schweiß- und Schneidtechnik, Softwareentwicklung und Industriegase

laden wir Sie herzlich in die Europazentrale von Messer Cutting Systems ein. In Produktvorführungen und

Vorträgen anerkannter Branchenexperten erfahren Sie alles über die Metallverarbeitung der Zukunft. Entdecken

Sie, wie Messer Cutting etwa durch Partnerschaften mit Stromquellenherstellern und Intralogistikexperten die

Integration und Digitalisierung der Branche vorantreibt – und wie Sie davon profi tieren können.

Veranstaltungs-Highlights

• 3 Maschinen-Weltneuheiten

• 5 Standard- und 2 Laser-Maschinen in der Live-Demo

• Stromquellen von Kjellberg und Hypertherm

• Umwelttechnik von Beuting

• Material Handling System von Remmert im Einsatz an der Schneidmaschine

MetalMaster Xcel

• Produkte und Service der Messer-Gesellschaften Messer Group,

Messer Industriegase, Spectron und Castolin

• Industrie 4.0-Space: Automation, Transparenz und Qualitätssicherung

für mehr Produktionseffi zienz

• Neuheiten im Bereich Oxyfuel Technology (OBU)

• Vorträge und Workshops

MITTWOCH, 23. OKTOBER 2019

Europa International

Konferenzsprache Englisch

DONNERSTAG, 24. OKTOBER 2019

Deutschland/ Österreich/

Schweiz

Konferenzsprache Deutsch

FREITAG, 25. OKTOBER 2019

Großbritannien/ Irland/

Schweden/ Norwegen/ Finnland

Konferenzsprache Englisch

Registrieren Sie sich jetzt online für eine kostenlose Teilnahme:

Technologydaysatmesser.com/highlights

Messer Cutting Systems GmbH | Otto-Hahn-Straße 2−4 | 64823 Groß-Umstadt | T +49 (0) 6078 787-0 | F +49 (0) 6078 787-150 | info@messer-cutting.com | www.messer-cutting.com


UNSER STAHL

ERWECKT IHRE WELT

ZUM LEBEN

Marcegaglia deckt seit 60 Jahren

die gesamte nachgelagerte Stahl-

Wertschöpfungskette und den Vertrieb

ab und nimmt dabei eine einzigartige

strategische Position ein, die sich in 72

internationalen Fertigungsnormen für

Kohlenstoff- und Edelstähle und 136

internen, ebenfalls maßgeschneiderten

Spezifikationen ausdrückt.

Mehr als 15.000 Kunden in Europa

und weltweit bezeugen die breite

Präsenz des Konzerns in zahlreichen

Marktsegmenten: Handel, mechanische

Industrie, Maschinenbau, Bauwesen und

Konstruktion, Automobilindustrie, Geräte,

Lebensmittelindustrie und viele andere.

mex

co

lu

Holen Sie sich

unsere App

BESUCHEN SIE

UNS auf der

BLECHEXPO

05.–08. November , 2019

Stuttgart, Deutschland

HALLE 10

BOOTH 10501

MARCEGAGLIA HQ

via Bresciani, 16 - 46040 Gazoldo degli Ippoliti, Mn - Italy

phone +39 . 0376 . 685 1

www.marcegaglia.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine